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Stamm-Gast

N R W


Alles was im Einvernehmen passiert , ist Normal

Beiträge: 409

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  RE: Neue Horizonte Datum:08.03.17 04:21 IP: gespeichert Moderator melden


Einfach toll deine Geschichte

Und dann lässt sie auch immer wieder das Kopfkino anspringen
Welche Lebensstile gibt es in der Zeit für eine Frau ?

1.) Freie Frau ( Für dieses Forum ohne Interesse )

2.) Gefängnis ( Es wird immer Leute geben die weggeschlossen werden müssen )

3.) Die Schule ( Eine Erziehung zum Betthäschen ? Sorgt für diese tolle Geschichte )

4.) Staatseigentum ( Möglichkeit für ein Spin-off )
Warum sollte der Staat sein Eigentum nicht schützen ?
Krankenschwestern , Pflegerinnen in Altenheimen , privat Pflegerinnen , Tipsen
alle zusammen in Schlafsäalen bei Kost und Logie und 1,-€ Job senkt den
Staatshaushalt oder bringt sogar Geld ) doch auch das würde die Geschicht stören

Wie gesagt ( geschrieben ) eine tolle Geschichte mache bitte weiter

.
95 % der Literatur sind Kopfkino selbst die Bibel denn keiner der Schreiber war dabei
bin für Fragen offen und werde Tip´s geben sofern ich es kann
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HeMaDo
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  RE: Neue Horizonte Datum:10.03.17 21:41 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Fehlermeldung,

es freut mich, das dir die Geschichte gefällt.
Auch wenn diese nach dem Ende der Schulzeit hier aufhören wird, wird es weiter gehen, wäre ja auch eine Schande die Frauen einfach so in der Luft hängen zu lassen. ;-)

An einem Spin-off arbeite ich bereits, aber das hat erst mal eine weniger hohe Priorität als die Fortsetzung und damit die eigentliche Geschichte. Auch wird sich dieses nicht um die Frauen drehen die im Staatseigentum sind, da es davon einfach zu wenige gibt.
Außerdem denke ich, daß die anderen Möglichkeiten interessanter sind und mehr Stoff zu bieten haben.

Auch wenn es im Moment etwas länger dauert die Fortsetzungen zu schreiben hoffe ich daß ich den nächsten Teil dieses Wochenende von meinem Korrektorat zurück bekommen werde.

Gruß,

HeMaDo
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WölchenVolljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte Datum:11.03.17 10:10 IP: gespeichert Moderator melden


Guten Morgen.

So HeMaDo.

Wird mal wieder Zeit das ich mich melde.Zu erst mal,du hast es geschaft,das deine Geschichte weiterhin spannend bleibt und es immer wieder tolle Überraschungen gibt.

Aber bei den letzten Teilen,had man eher das Gefühl,das die Servas eigendlich Sexsklavinnen werden.Ich glaube das war am Anfang nicht der Gedanke,oder eventuell der versteckte als man die Servas schuff.

Klaro du läßt sie ja jetz schon darauf vorbereiten,aber du solltest sie auch darauf vorbereiten,nie ihr Herz zu verschenken.
Da sie ja an alle möglichen perversen verkauft werden können.Der kann sie ja zum Sex zwingen und sie dan auf Händen tragen,nur sobalt sie ihm zu alt oder er die Lust an sie verliehrt sind verkauft er sie dan weiter.

Aber davon mal abgesehen.Was ist zum Beispiel mit der Sache von den Scheich.Der die eine Heiraten will.Kan sie da geschützt werden,bzw. was ist wenn er sie sie zwingt und es schaft,kan sie sich dan wieder scheiden lassen sobalt sie frei ist?

Außerdem eine Frage die mich auch umtreibt ist.Servas sind ja besitzlos.Aber nehmen wir mal an eine Frau hatte vorher Besitz bevor sie zur unfreiwilligen Serva wurde.Geht der dan verlohren an den Staat oder wird er verwalted ohne das sie zugriff darauf had und wenn sie wieder frei ist bekommt sie ihn wieder.Genauso die Frage.Nehmen wir mal an eine Verwante stirbt und hinterläßt ihr ein Erbe.Bevor sie wieder frei ist.Verfällt es oder wird es für sie verwalted bis sie frei ist?.
Oder auch eine Serva und ihr Besitzer Heiraten weil sie sich lieben.Nun stirbt der Besitzer bevor ihre Zeit abgelaufen ist und hinterläßt ihr sein ganzes Vermögen.Was passiert dan mit ihr und das Vermögen?

Da gibt es eine menge Fragen.

Aber was mich noch ärgert ist die Rechtsprechung.Wenn man sieht wie hoch Mara bestraft wurde und dan das der Typ der die eine richtig stark mißhandelt had so das sie lange im Krankenhaus bleibt und noch mehere OPs braucht nur mit eine Bewährungsstrafe davon kommt,ist das doch echt gemein.

Aber so ist das leben.

Vielen Dank für deine Geschichte und alles gute weiter hin.

mfg Wölchen
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HeMaDo
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  RE: Neue Horizonte Datum:11.03.17 15:10 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Wölchen,

schön, daß dir die Geschichte immer noch gefällt, ich hoffe, daß es auch weiterhin dabei bleibt. Jedenfalls bemühe ich mich weiter so zu schreiben wie bisher.

Daß die Serva als Sexsklavinnen betrachtet werden lag weder bei deren Erschaffung noch jetzt in Sinne des Erfinders und auch nicht in meinem. Aber es ist nun mal eine Tatsache, daß viele eben auch Sex von ihnen erwarten werden. Dabei bleibt es immer im Rahmen der Freiwilligkeit, sie können also jederzeit nein sagen. Die Szenarien die Miss Isabella an die Wand gemalt hat sind Extrembeispiele die den Frauen zeigen sollen, was im schlimmsten Falle auf sie zu kommen kann. In den meisten Fällen wird es nie zu solchen Szenarien kommen werden.

Was die Sache mit dem Herzen an geht, da kann man sich vermutlich sowieso nicht drauf vorbereiten, wenn es passiert, passiert es eben.

Was den Scheich an geht, eine Serva hat ein eingeschränktes Mitspracherecht an wen sie verkauft wird. Sie kann zum Beispiel wenn ihr jemand absolut unsympathisch ist oder sie vor jemandem aus guten Gründen Angst hat, das mitteilen und wenn das gerechtfertigt ist wird darauf auch Rücksicht genommen. Nur kann sie das halt nicht auf alle möglichen Käufer anwenden denn das würde einen Verkauf ja komplett verhindern, was weder im Sinne der Schule noch in ihrem eigenen Interesse läge.



Zitat

Außerdem eine Frage die mich auch umtreibt ist.Servas sind ja besitzlos

Was mit ihrem Besitz passiert ist eine sehr interessante Frage über die an anderer Stelle bereits ausführlich diskutiert wurde und noch wird. Es gibt da die verschiedensten Szenarien in denen eine Zwangsenteignung zu Gunsten des Staates oder anderen viel zu weitreichende Folgen hätte. Im Moment bin ich der Meinung, daß es sicher das Beste wäre, wenn zumindest ein Teil ihres Besitzes von einem Treuhänder verwaltet werden würde. Das Selbe gilt auch für eventuelle Erbschaften von Verwandten. Diese werden aber wohl, zumindest wenn sie verantwortungsbewusst genug sind eine testamentarische Regelung finden damit die Serva das Erbe auch bekommt.
Auch der Eigentümer einer Serva wird so verfahren. Zudem gehört im Grunde genommen eine Serva die noch nicht frei gelassen werden kann ja auch zu seiner Erbmasse (Eigentlich eine ziemlich kranke Vorstellung wenn man da mal etwas drauf rum denkt, wie ich finde, aber in der Geschichte ist es eben so) so daß er auch für sie eine Regelung finden kann.



Zitat

Aber was mich noch ärgert ist die Rechtsprechung.Wenn man sieht wie hoch Mara bestraft wurde und dan das der Typ der die eine richtig stark mißhandelt had so das sie lange im Krankenhaus bleibt und noch mehere OPs braucht nur mit eine Bewährungsstrafe davon kommt,ist das doch echt gemein.

Die beiden Fälle (Mara / Rebecca) sind erst mal sehr unterschiedlich gelagert. Mara ist eine Serientäterin die nur deshalb bisher noch nicht verurteilt wurde weil sie vorher noch nicht Volljährig war. Aber als es dann so weit war und sie erwischt wurde, hat das Gesetz oder eher in diesem Fall der überlastete und wenig motivierte Richter aufgrund der Vielzahl der Straftaten und deren häufiger Wiederholungen voll zugeschlagen. Dazu kam noch, daß Mara nur einen recht jungen Pflichtverteidiger hatte der ebenfalls ein wenig überlastet war.

Bei diesem Andreas liegt der Fall anders. Erstens hat er genug Geld um sich einen guten Anwalt leisten zu können, zweitens, das kann ich denke ich sagen ohne daß ich der Geschichte vor greife, hat er sie im Suff die Treppe herunter gestoßen und war somit nur eingeschränkt, wenn überhaupt schuldfähig. Und da er gut darlegen konnte, daß er das garnicht nicht gewollt hat, wurde aus der vorsätzlichen auch noch eine fahrlässige Körperverletzung.
Durch das Schmerzensgeld und die Rente die Rebecca in einem Zivilprozess gegen ihn erhalten hat ist ihr allerdings ein zumindest finanziell unabhängiges Leben ermöglicht worden. Außerdem (Ich weiß, als Schreiber habe ich meine Verantwortung gegenüber meinen Charakteren sträflich missbraucht) sind so die Voraussetzungen geschaffen worden um Rebecca auf einen bestimmten Weg zu schieben der später noch relevant werden wird.

Schöne Grüße und ein schönes Wochenende,

HeMaDo
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HeMaDo
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  RE: Neue Horizonte Datum:12.03.17 20:03 IP: gespeichert Moderator melden


10 – Die letzten Monate


Die nächsten Wochen vergingen recht ruhig. Vormittags lernten die Frauen Tanzen und nachmittags gab es die üblichen Wiederholungen, die sich laut Miss Isabella bis zu ihrem Abschluss fortsetzen sollten. Entgegen der Aussage der abendliche Unterricht solle nur zwei Wochen dauern, trafen die Frauen sich nun seit fast einem ganzen Monate fast jeden Abend mit Miss Isabella im Unterrichtsraum, wo sie sich allerdings nicht nur über die Themen des Sexualkundeunterrichts unterhielten sondern auch über verschiedenste andere Themen.

Eines Morgens nach dem Frühstück kam Miss Isabella mit einer fremden in den Schlafsaal.
„So also leben Serva.“ sagte diese und schaute sich um. „Habt ihr einen Hund?“ fragte sie erstaunt als sie auf Fridas Schrank die angebrochene Tüte mit Hundefutter sah.
Miss Isabella lachte. „Nicht wirklich. Frida hat Geschmack daran gefunden.“
Die Frau schüttelte sich „Also das würde ja selbst ich niemandem zumuten.“
„Mach dir nichts draus. Ich versteh es auch nicht. Aber ich hab mir sagen lassen, es ist nicht schlimm sowas zu essen, sonst hätte ich es ihr schon längst ab genommen.“ Miss Isabella stellte sich nun vor den Schülerinnen auf und sagte „So, alle mal her hören, das ist Miss Lin, eine Bekannte von mir. Auf vielfachen Wunsch einer Einzelnen“ sie deutete mit der Gerte auf Kim „fahren wir heute mal zu ihr ins Studio. Bevor wir los fahren möchte ich, daß ihr alle schon mal anfangt, das hier auszufüllen.“ sagte sie und gab jeder Schülerin ein Pad in die Hand. „Ich will das ihr die innerhalb einer Woche fertig ausgefüllt habt. Es ist wichtig für Euch da kein Blatt vor den Mund zu nehmen und alles so genau wie möglich und sehr gewissenhaft auszufüllen. Denn das werden eure potentiellen Käufer zu sehen bekommen und als Grundlage für ihre Auswahl nehmen.“ sie sah kurz zu Frida die die Hand gehoben hatte. „Ja auch du Frida. Erstens wolltest du selber genau so behandelt werden wie deine Mitschülerinnen und zweitens, wer weiß, wozu es nötig sein kann. Außerdem,“ sie warf ihr nun einen recht ernsten Blick zu „hängt es auch bei dir davon ab, wie sich deine weitere Zukunft entwickeln wird.“
Frida nickte nur.

„Was hat sie in letzter Zeit eigentlich dauernd mit dir?“ Mara lief neben Frida her als sie nach draußen in den Hof gingen wo der Kleinbus schon bereit stand mit dem sie zu Miss Lin fahren sollten.
„Tut mir leid Mara, aber ich darf darüber nicht reden, außerdem möchte ich das auch garnicht.“ sie warf Mara einen entschuldigenden Blick zu. „Tut mir wirklich leid.“ fügte sie hinzu.
„Ist doch nicht schlimm, du wirst schon deine Gründe haben, das muss ich akzeptieren.“ sagte Mara als sie in den Bus stiegen. Miss Lin setzte sich auf den Beifahrersitz und unterhielt sich mit Miss Isabella.
Während der Fahrt begannen die Schülerinnen die Fragebögen auszufüllen. Laut Anzeige gab es gut 500 Fragen, die Meisten davon musste in einem Feld mit fünf Kästchen beantwortet werden, aber es gab auch Fragen zu denen sie eine eigene Antwort schreiben mussten oder nur ja oder nein ankreuzen konnten. Zusätzlich gab es bei den meisten Fragen noch die Möglichkeit ’keine Antwort’ anzukreuzen.
„Wenn ihr euch bei den Fragen irgend wo unsicher seid dann beantwortet diese Frage einfach nicht. Die werden ich dann später mit euch unter vier Augen durch gehen. Wenn ihr etwas aus den Fragen nicht kennt gilt das Selbe. Also bevor ihr nur weil ihr etwas nicht wisst, ein Kreuz macht, dann lasst es lieber bleiben.“

Nach gut einer viertel Stunde kamen sie an der Uni vorbei wo Miss Isabella den Bus in eine Nebenstraße lenkte und vor einem großen, flachen Gebäude an hielt. Die Schülerinnen stiegen aus und stellten sich in einer Reihe auf. Über der Eingangstür des Gebäudes stand in großen Lettern das Wort „LIN“. Darunter in kleineren Buchstaben „Studio und Club“. In den Schaufenstern standen einige Schaufensterpuppen die mit Latex, Lack oder Leder bekleidet die unterschiedlichsten Positionen ein nahmen.
„Wäre das nichts für dich?“ fragte Mandy grinsend Frida die neben ihr stand. „Fehlt nur noch die Schüssel mit Hundefutter.“ sie deutete auf eine Puppe mit weiblichen Formen die ein Hundekostüm trug und auf allen Vieren im Schaufenster stand. Eine andere Puppe stand da hinter und hielt die erste an einer Leine.
„Wenn du dich so anbinden lässt, mache ich das glatt.“ sagte Frida grinsend und deutete auf eine andere Puppe die ein Geschirr aus zwei Finger breiten Lederbändern trug und mit gespreizten Beinen und weit nach vorne gebeugt über einem kastenförmigen Gebilde angebunden war. Diese Position sah alles Andere als bequem aus.
„Das könnt ihr gerne haben ihr Beiden.“ sagte Miss Lin hinter ihnen lachend. Die Beiden drehten sich um und sahen sie ungläubig an.
„Lieber nicht.“ sagte Mandy.
„Dann eben nicht.“ gab Miss Lin schulterzuckend zurück. „Du weißt ja garnicht, was du verpasst.“
Miss Lin ging zur Tür und öffnete diese. Die Schülerinnen traten ein und fanden sich in einem kleinen Foyer wieder. Die Einrichtung, Boden, Wände und Decke waren in weinrot und schwarz gehalten. Lin führte sie weiter in einen großen Raum der hell erleuchtet war. Eine Putzfrau wischte gerade eine kleine Tanzfläche in der Mitte des Raumes. Aus einer Tür kam eine andere Frau heraus. Sie hatte ein belegtes Brötchen in der Hand und trug einen knallgelben Bademantel. Um die Haare hatte sie ein Handtuch gewickelt und einige dunkle Strähnen schauten feucht unter diesem hervor. „Morgen Lin.“ sagte sie. „Auch schon da?“
„Ja, ich zeige den Mädels hier ein wenig das Studio. Aber was machst du denn schon hier?“ Lin sah die Frau etwas verwirrt an.
„Ich musste heute Nacht hier schlafen. Mein dämlicher Freund ist auf Geschäftsreise und kommt erst in ein paar Tagen wieder. Und ich blöde Kuh habe den Schlüssel für die Wohnung zu Hause vergessen.“
Lin sah sie an und lachte. „Na dann, genug Möglichkeiten zum schlafen hast du hier ja.“
„Na, du glaubst ja nicht, wie bequem so ein Behandlungsstuhl sein kann.“ sagte die Frau lachend.

Die Schülerinnen schauten sich während dessen im Raum um. Rund um die Tanzfläche standen einige ziemlich furchteinflößende Gerätschaften.
„Das sieht aus wie ein Pranger aus dem Mittelalter.“ sagte Lena und deutete auf ein Gestell das einen breiten Querbalken besaß der von zwei Stützen getragen wurde. Dieser war waagerecht geteilt und wies drei Öffnungen auf.
Lin ging auf dieses Gestell zu und winkte Lena zu sich. Diese folgte ihr nur widerwillig und als Lin den Balken öffnete schüttelte sie energisch den Kopf. „Na, dann eben nicht. Wer will es mal ausprobieren?“ fragte Lin.
Keine der Schülerinnen trat vor. „Da Kim nach sowas gefragt hat, darf sie heute mal anfangen.“ sagte Miss Isabella. Nur zögernd ging Kim zu Miss Lin während Lena schnell zu den anderen Schülerinnen zurück ging. Miss Lin führte ihr den Kopf nach unten so das dieser in der mittleren Aussparung zu liegen kam. Ihre Hände legte sie in die kleineren seitlichen Aussparungen und senkte die obere Hälfte des Querbalkens hinab so das dieser Kopf und Hände fest hielt. Kim versuchte sofort den Kopf wieder zu heben aber der Querbalken war fest verriegelt.
„Das klappt nicht.“ sage Miss Lin. „Der ist dazu da daß man nicht so einfach wieder raus kommt.“

Miss Lin ließ Kim einfach in dem Pranger und ging einige Schritte weiter bis sie neben einem seltsamen Möbelstück aus Holz und Leder stand. Etwa in Hüfthöhe gab es einen mit Leder gepolsterten Kasten der ähnlich aussah wie ein Bock aus dem Schulsport. Darunter gab es in Kniehöhe und etwas höher und nach vorne versetzt jeweils zwei Lehnen die ebenfalls weich gepolstert waren. An diesen Lehnen befanden sich Schlaufen aus Leder die mit Schnallen verschlossen werden konnten. „Wer will hier denn mal?“ fragte Miss Lin und deutete grinsend zu Miss Isabella.
„Lass mal, ich weiß schon was das ist.“ sagte diese lachend „Ich gebe meinen Schülerinnen hier garantiert keine Möglichkeit sich mit irgend welchen Schlaginstrumenten über mich her zu machen.“ Sie schaute kurz zu den Schülerinnen. „Das überlasse ich lieber Chris.“
Chris ging widerstrebend zu Miss Lin und diese führte sie auf den Bock so das sie bäuchlings auf dem großen Polster lag. Ihre Beine und Arme kamen auf den schmaleren Lehnen zu liegen und schnell band Miss Lin diese mit den Riemen fest. „So, eine perfekte Höhe und Position um jemandem den Hintern zu verhauen.“ sagte sie. Chris drehte den Kopf und sah daß Miss Isabella ihre Gerte hoch hielt. „Wer möchte denn mal? Du Larissa?“ Diese schüttelte energisch den Kopf. Auch die anderen hatten keine große Lust Chris mit der Gerte zu hauen. Also löste Miss Lin die Riemen wieder worauf hin Chris schnell von dem Bock herunter stieg. Auch Kim befreite sie wieder aus dem Pranger und sie gingen weiter durch den Raum und einen kurzen Flur bis sie an eine Tür kamen.
„Das hier ist unsere Abstellkammer.“ sagte Lin und lächelte geheimnisvoll als sie die Tür öffnete. „Dann kommt mal rein.“
Die Schülerinnen folgten ihr in den fensterlosen Raum der nur von einer Notleuchte über dem Eingang schwach beleuchtet war. Sie konnten vage die Umrisse von verschiedenen Möbeln und anderen Gegenständen erkennen, mehr jedoch nicht. „Licht bitte.“ sagte Miss Lin nachdem alle im Raum waren und Miss Isabella als Letzte die Tür hinter sich geschlossen hatte.
Sofort war der Raum hell erleuchtet und die Schülerinnen fanden sich in einem großen Raum wieder in dem nicht nur rund herum an den Wänden sondern auch mitten im Raum, teilweise in durchsichtige Folie verpackt und sauber gestapelt Gerätschaften standen gegen die der Bock und der Pranger eben wie Spielzeuge wirkten. Es gab neben einfachen Gestellen aus Stahlrohr auch große Gerätschaften die eher an Maschinen in einer industriellen Produktion erinnerten als an Sexspielzeuge. In einer Ecke, in durchsichtige Folie eingewickelt, standen sogar zwei orangene Industrieroboter.
„Das hier gehörte früher mal alles zu unserer Einrichtung. Damals habe ich mit meiner Schwester zusammen diesen Club hier geführt. Einige dieser Geräte sind Sonderanfertigungen für einzelne Kunden. Aber vor ein paar Jahren habe ich mich zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen dann entschlossen daß wir uns lieber auf die klassischen Techniken konzentrieren wollen, wieder mehr Persönlichkeit einbringen wollen anstatt einfach nur auf technischen Schnickschnack. Seit dem steht das alles hier ungenutzt herum. Aber deshalb sind wir nicht hier.“ sagte Miss Lin und zog ein Gestell mit einer Tafel aus einer Ecke die auf Rollen befestigt war. „Nehmt erst mal Platz.“ sagte sie während sie die Tafel aktivierte und mit Hilfe eines Pads einstellte.
Die Schülerinnen setzten sich auf verschiedene Geräte rund herum. Larissa nahm auf einer Art Thron aus schwarz lackierten Stahlteilen und bordeauxrot gepolsterten Lehnen und Sitzflächen bestand, platz der am Rand der freien Fläche stand. Sie legte die Arme entspannt auf die Lehne und kreuzte die Beine. Miss Isabella stellte sich vor sie und schaute sie an. Larissa sah sie nur breit grinsend an. Darauf hin schlug Miss Isabella ihr auf das Bein. „Erstens kreuzt eine Serva auf keinen Fall ihre Beine und zweitens sitze ich da.“ sagte sie lachend.
Larissa hielt sich das Bein, warf ihr einen schmollenden Blick zu und stand auf. Während Miss Isabella sich in den Thron setzte tippte sie Larissa mit der Gerte an und deutete vor sich auf den Boden. Larissa kniete sich direkt vor den Thron mit dem Gesicht zu Miss Isabella. Diese tippte sie noch einmal an und deutete ihr sich um zu drehen. So kniete Larissa nun vor dem Thron und Miss Isabella legte ihre Beine auf Larissas Schultern. „So lässt es sich aushalten.“ sagte sie. „Fehlt nur noch das Glas Schampus und der Kaviar.“ Larissa machte ein leicht gequältes Gesicht.
Miss Lin sah zu ihr und lachte. „Normalerweise sollte sie aber auf allen Vieren vor dir hocken. Die Beine auf ihrem Rücken ab zu legen ist bequemer. Außerdem, was willst du mit Fischeiern? Die schmecken doch nur salzig. Und Champagner ist auch nur Kribbelwasser für reiche Leute, es gibt Sachen die schmecken besser.“
„Auch wieder wahr.“ sagte Miss Isabella und nahm die Füße von Larissas Schultern.

„Warum seid ihr hier?“ fragte Miss Lin die Schülerinnen. Nur Kim hob auf diese Frage hin die Hand. Das sich sonst niemand meldete zeigte sie auf Kim.
„Wahrscheinlich weil ich danach gefragt hab.“ sagte diese.
„Gut, wonach hast du denn genau gefragt?“
„Naja, ich war bei Herrin Konstanze und die hat mich mit genommen da hin, also zu ihrer Schwester. Die hatten nen Keller der war auch so eingerichtet und überall standen da so Dinge rum wie draußen. Und eine stand an so nem Kreuz angebunden und die hatte überall Klammern mit so Gewichten dran. Und eine war im Käfig und außerdem waren alle immer wo angekettet und Lotta war im Bett angekettet und musste ne Windel tragen weil sie nich aufstehen konnte. Und zwei hatten nen Zimmer und haben immer Katze gespielt und des Zimmer war auch komisch eingerichtet. Mit riesigem Katzenbaum und mit Katzenklo und mit Näpfen und so. Und Merle hat gesagt das halt jede irgend nen Fetisch hat und hat mir das Bild gezeigt, so ein richtig großes wo sie drauf war mit ganz viel Seilen gefesselt.“ Die Anderen schauten zu ihr. Sie hatte das zwar bereits alles viel ausführlicher erzählt aber einen solchen Redefluss hatte bei ihr noch nie jemand mit bekommen.
„Und du fandest das alles interessant?“ fragte Miss Lin worauf hin Kim nur nickte. „Also das sind ja ganz schön viele Dinge auf einmal.“ meinte Miss Lin. „Da weiß ich ja garnicht wo ich anfangen soll. Aber ich versuch es einfach mal ganz von vorne. Alles was du da beschrieben hast gehört irgend wie zum großen Bereich BDSM. Das setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen, nämlich Bondage, also fesseln und gefesselt werden, Mit Seilen, Ketten oder anderen Dingen wie zum Beispiel Folie. Sadismus, also daß jemand daraus seine Lust bezieht daß er oder sie Andere schlägt oder ihnen Schmerzen zufügt oder sie anders quält. Das Gegenstück dazu ist Masochismus, also das jemand dadurch erregt wird wenn man sie schlägt oder quält. Dann kommt noch Dominanz und Submission dazu. Wenn jemand anderen gerne Dinge befiehlt und möchte das Andere sich ihm unter ordnen ist das entweder Dominant oder derjenige hat einen Minderwertigkeitskomplex, da ist die Grenze manchmal nicht so leicht zu erkennen. Das Gegenstück zur Dominanz ist Submission, also das Bedürfnis sich anderen unter zu ordnen. Ich nehme mal an, dieses Bedürfnis besteht bei euch nicht zwingend. Aber hier geht es auch mehr um den Bereich wo es darum geht Erregung und Lust daraus zu beziehen. Das sind wohl eher unterschiedliche Bereiche.“ sie schaute kurz in die Runde. Ihr fiel auf, daß diese Frau mit den langen roten Haaren offenbar recht interessiert zu hörte während die Anderen gelegentlich herum feixten. „Dann gibt es noch den großen Bereich Fetisch. Das kann eigentlich alles sein. Angefangen beim Materialfetisch wobei Gummi, Leder, Lack und sowas sicher am bekanntesten sind, aber es gibt auch Leute die auf Wolle stehen oder auf Pelz oder was auch immer.“
Den Rest des Vormittages über dozierte Miss Lin über die verschiedensten Spielarten die es gab und versuchte die Frauen ein zu beziehen so gut es ging. Doch das richtige Publikum hatte sie hier anscheinend nicht. Die meisten waren einfach viel zu schüchtern wie zum Beispiel die mit den langen roten Haaren oder diese Kim, wie Isabella sie nannte. Andere wieder schienen kein großes Interesse an dem Thema zu haben.
„So, alle Theorie ist grau, pflegte meine Omi immer zu sagen.“ schloss Miss Lin ihren Vortrag den sie mit einigen Bildern die sie auf der Tafel zeigte aufgelockert hatte ab. In zwei Stunden machen wir hier auf. Ich habe mit eurer Lehrerin abgesprochen daß ihr bis heute Abend hier bleibt und euch aus nächster Nähe den Betrieb mal anseht. Ihr werdet mit in die einzelnen Zimmer gehen und euch ansehen, was meine Mädels hier mit den Gästen so anstellen. Dazu werden wir euch was passendes zum anziehen geben und ihr werdet jede einer meiner Mitarbeiterinnen sozusagen als Assistentinnen zugewiesen. Oder ist damit jemand garnicht einverstanden?“ sie schaute sich um doch keine der Schülerinnen meldete sich. „Dann ist ja alles klar. Aber zuerst mal was ganz wichtiges.“ die Schülerinnen sahen sie fragend an. „Pizza oder Huhn?“ Sie hielt zwei Pads hoch. „Hier ist die Karte der Pizzeria nebenan“ sie hielt eines der Pads hoch und reichte es Chris die ihr am nächsten saß. „und hier vom Fastfood mit Huhn gegenüber.“ dieses Pad gab sie Miss Isabella. „Tippt einfach ein, was ihr wollt. Ich bestelle das dann und in einer halben Stunde können wir essen.“
Die Schülerinnen tippten auf den beiden Pads nacheinander ein, was sie gerne essen wollten. Dies dauerte eine Weile da keine in letzter Zeit Gelegenheit hatte Pizza oder Fastfood zu bestellen und sie daher nicht genau wussten was sie nun essen sollten. Doch nach einer guten viertel Stunde hatten endlich alle ihre Bestellungen eingetippt und Miss Lin schickte diese ab.

Nachdem die Bestellungen abgeschickt waren führte Miss Lin sie wieder aus dem Raum heraus in den Raum mit der Tanzfläche. Dieser war mittlerweile schummerig beleuchtet und sah wesentlich gemütlicher aber auch etwas düsterer aus als vorhin im hellen Licht der weißen Lampen. Leise Musik erklang aus versteckten Lautsprechern. Einige Frauen in Leder und Latex liefen im Raum herum und begrüßten Miss Lin freundlich.
„Tatjana, hilfst du mir bitte mal die Mädels hier einzukleiden?“ fragte sie eine Frau in einem pechschwarzen Abendkleid die gerade vorbei kam.
„Gerne doch.“ sagte diese und folgte ihnen in einen Nebenraum an dessen Wände dutzende Kleiderständer auf Rollen standen. Dicht an dicht hingen verschiedene Kleidungsstücke auf diesen. Miss Lin schaute sich die Schülerinnen eine nach der Anderen an und gab ihnen jeweils einen Bügel mit einem Outfit. Sie und Tatjana halfen den Schülerinnen sich an zu ziehen während Miss Isabella sich selbst einen Bügel voll mit glänzenden Teilen vom Haken nahm. Sie zog umgehend die Tunika aus und rieb sich mit einer Flüssigkeit aus einer kleinen Flasche ein. Dann zog sie sich einen bordeauxroten Einteiler an. Darüber ein schwarzes Korsett, schwarze Handschuhe die ihr bis über den Ellenbogen reichten und eben solche Stiefel. „Komm mal her Caro und hilf mir mal.“ sagte sie uns ließ sich von ihr das Korsett schnüren. „Nun zieh doch mal richtig Caro. Da geht doch noch was.“ sagte sie.
Caro schaute sie an „Tut mir leid Miss aber das ist schon ganz zusammen, mehr geht da nicht.“
„Na auch gut, dann bind es mal ordentlich zu.“ Nachdem Caro noch einmal die Schnürung nach gezogen hatte band sie eine ordentliche Schleife und Miss Isabella ging zu Miss Lin. „Sag mal, hab ich abgenommen?“
Miss Lin musterte sie eingehend. „Gut möglich. Vor einem halben Jahr hat dir das noch ganz gut gepasst. Du solltest mal öfter hier her kommen, dann seh ich das rechtzeitig und kann dir was neues bestellen.“
Miss Isabella lachte. „Lass mal gut sein, ich denke viel Enger ist auch nicht besonders gut. So hab ich wenigstens genug Platz zum Atmen.“

Bei den Schülerinnen dauerte es ein wenig länger bis sie ihr jeweiliges Outfit fertig angezogen hatten. Sie betrachteten sich in dem Spiegel der an der Wand hin und erkannten sich kaum wieder. Alle trugen dunkelblaue Bodys aus Latex. Dazu lange, weiße Handschuhe und halterlose Strümpfe aus dem selben Material und High Heels in der Farbe der Bodys.
„Die Handschuhe zieht bitte erst nach dem Essen an.“ sagte Miss Lin.
Dieses kam kurz nachdem sich alle um gezogen hatten. Für die Schülerinnen war das neue Outfit sehr ungewohnt und es bereitete ihnen leichte Probleme sich in dem ungewohnten Material zu bewegen. Aber alle waren sich darüber einig daß es sich ziemlich gut anfühlte.
Die Einzige die offensichtlich keine größeren Probleme hatte war Miss Isabella die sich offenbar sehr sicher in ihrem Latexoutfit bewegte und scheinbar bereits daran gewöhnt war.
Nach dem Essen gingen alle zurück in den Hauptraum wo bereits mehrere Frauen in unterschiedlichsten Outfits standen und sich unterhielten.
Miss Isabella wandte sich an ihre Schülerinnen. „Passt mal auf, ihr müsst nichts mit machen wenn ihr nicht wollt. Und wenn euch irgend was zu viel wird, kommt ihr einfach raus. Ich kann zwar nicht garantieren das ich dauernd hier rum sitze aber ich werd ab und zu sehen ob alles in Ordnung ist.

Jede der Schülerinnen wurde einer der Frauen zu geteilt und sollte in ihrer Nähe bleiben. Miss Lin richtete noch einige Worte an ihre Kolleginnen und öffnete dann die Eingangstür. Sie drehte ein Plastikschild an der Tür um so das auf diesem anstatt „geschlossen“ nun „offen“ stand.

Der Club füllte sich langsam mit Gästen und die ersten Frauen mussten zu ihren Kunden und Kundinnen gehen. Mara war Miriam zugewiesen die eine weiße Schwesterntracht trug, komplett mit Haube und Stethoskop. Mara folgte ihr in einen Nebenraum in dem bereits eine Kundin wartete. Sie musste sich in eine Ecke stellen und nur zu sehen wie Miriam diese zuerst einen Fragebogen ausfüllen ließ und sie dann bat sich aus zu ziehen. Dann musste die Frau sich auf einen Behandlungsstuhl legen und wurde von Miriam mit breiten Gurten auf dem Stuhl fixiert.
Es folgte eine recht eingehende Untersuchung mit den verschiedensten Instrumenten. Mara war sich ganz sicher daß eine richtige Schwester nie eine solche Untersuchung durchführen würde. Aber der Frau schien es zu gefallen so fixiert und ausgeliefert behandelt zu werden. Als Miriam aus einer Schublade ein Instrument hervor holte an dessen Handgriff sich ein kleines Rad mit spitzen stacheln befand und der Frau damit über den ganzen Körper rollte kniff Mara die Augen zusammen, sie konnte sich nicht vorstellen daß so etwas jemandem gefallen konnte. Doch die Frau begann zu stöhnen und Mara öffnete vorsichtig die Augen. Sie sah daß Miriam gerade die Scham der Frau damit behandelte.
„So So, da haben wir ja das Problem,“ meinte Miriam „Sie sind einfach zu laut.“ Sie holte ein Geschirr mit einem Lederstück aus einer Schublade und schnallte es der Frau um den Kopf so das diese Lederplatte genau vor ihren Mund zu liegen kam. An dieser Lederplatte befand sich noch etwas das Mara nicht genau erkennen konnte aber es verschwand im Mund der Frau und nachdem Miriam das Geschirr am Kopf der Frau fest gezogen hatte drückte sie mehrmals auf einen kleinen Ballon der von der Platte herunter hing und die Frau bekam immer dickere Wangen und verstummte schließlich.

Nachdem Miriam die Frau mit unterschiedlichen Instrumenten behandelt hatte bäumte sie sich plötzlich in die Riemen die sie heilten und bekam glasige Augen. Zuerst glaubte Mara daß etwas nicht in Ordnung war doch dann wurde ihr klar, was gerade passierte. Miriam hatte die Frau langsam immer weiter in ihrer eigenen Lust schmoren lassen und erlöste sie nun indem sie ihr gab, was sie sich wohl schon seit Beginn der Behandlung herbei sehnte. Doch anstatt sie einfach los zu machen führte Miriam die Behandlung einfach fort und löste erst im Laufe mehrerer Minuten eine Fessel nach der Anderen. Dann erst konnte die Frau auf stehen. Sie zog sich an und verließ dann das Zimmer.
„Na, was denkst du?“ fragte Miriam als sie mit Mara alleine im Zimmer war.
„Ich weiß nicht so genau. Ich finde das ziemlich seltsam daß sie so auf dieses Rad reagiert hat.“ meinte Mara nach kurzem Nachdenken „Das muss doch weh tun.“
„Dabei war das nicht mal wirklich fest.“ meinte Miriam und winkte sie zu sich. Sie reichte Mara ein ähnliches Rad welches sie aus der Schublade geholt hatte und sagte „Probier es einfach selbst mal aus.“
Mara nahm das Rad und rollte damit über ihre Hand. Wirklich schmerzhaft war das wirklich nicht. Aber sie konnte sich die Wirkung vorstellen wenn man es mit etwas mehr Druck anwendete, vor allem an bestimmten Stellen.
„Komm, lass uns was trinken gehen, ich hab Durst.“ sagte Miriam und ging hinaus. Als Mara ihr durch den Hauptraum folgte sah sie daß Miss Isabella offenbar neue Schülerinnen gefunden hatte. Vor ihr knieten drei Frauen bei denen sie gerade mit der Gerte die Haltung korrigierte wie sie es auch bei ihren Schülerinnen getan hatte. Nur schien Mara daß sie hier wesentlich fester zu schlug als sie es je bei ihr und den anderen Schülerinnen je getan hatte. „Mara, komm doch bitte mal her.“ rief sie als sie sie bemerkte.“
„Mach nur, ich hol uns schon mal was zu trinken. Wasser oder Saft?“ fragte Miriam.
„Wasser bitte Miss.“ sagte Mara und ging zu Miss Isabella. Sie knickste als sie vor ihr stand.
„Mara sei doch bitte mal so gut und zeig den dreien hier, wie man ordentlich kniet.“ sagte Miss Isabella.
„Gerne Miss Isabella.“ sagte Mara und kniete sich neben diese so das die drei Frauen sie sehen konnten.
„Seht ihr, genau so geht das.“ rief Miss Isabella in ihrem besten Befehlston. Dabei deutete sie mit der Gerte auf Maras Beine. „Genau so soll das aussehen. Nicht zu weit auseinander das sieht unanständig aus aber auch nicht zu nah zusammen. Und den Rücken gerade. Den Kopf ebenfalls gerade und den Blick nach unten gerichtet. Und die Hände genau so auf die Beine gelegt.“ Sie wandte sich nun zu Mara. „Sehr schön Mara.“
„Vielen Dank Miss Isabella.“ sagte sie.
Miriam kam mit zwei Gläsern zu ihnen und reichte eines davon Mara. Diese nahm das Glas entgegen und stellte es auf ihre linke Handfläche. Mit der Rechten hielt sie es fest. „Vielen Dank Miss.“ sagte Mara.
Die drei Frauen versuchten recht unbeholfen die selbe Haltung ein zu nehmen wie Mara. Nach ein paar weiteren Korrekturen durch Miss Isabellas Gerte war diese endlich zufrieden. „Nun hin stellen.“ sagte sie. Die Frauen standen unbeholfen auf und stellten sich vor ihr auf. Miss Isabella seufzte kurz und sagte dann „Mara, bitte.“
Mara stand auf, ohne das Glas ab stellen zu müssen. Sie schob ein Bein vor und stellte sich auf den Fuß. Mit diesem Bein drückte sie sich langsam nach oben und zog das andere Bein nach bis sie gerade stand. Sie nahm die Füße zusammen und hielt Kopf und Rücken kerzengerade. Wieder dauerte es bis Miss Isabella mit der Haltung der drei Frauen zufrieden war.
„Und nun präsentieren.“ rief Miss Isabella. Mara nahm die Beine auseinander und zog mit der Linken den Pferdesch***z nach vorne. Da sie das Glas in den Händen hielt verzichtete sie darauf die Arme hinter dem Nacken zu verschränken, streckte statt dessen die Brust weit vor. Sie wusste, was nun kommen würde und war auf den Hieb mit der Gerte gefasst der sie nun traf. Sie zuckte zwar leicht zusammen weil durch das Latex der Schlag eine ganz neue Qualität bekam aber verschüttete keinen Tropfen Wasser. Die drei Frauen denen Miss Isabella nun genau so einen Schlag auf den Hintern verpasste zuckten weitaus mehr und hätten sie ein Glas Wasser in den Händen gehalten hätten sie ganz sicher ziemlich viel davon verschüttet stellte Mara fest.
Miss Isabella wandte sich ihr wieder zu „Danke Mara, das hast du wirklich gut gemacht. Ist bei dir alles in Ordnung?“
„Ja Miss Isabella, es ist alles in Ordnung.“ sagte sie.
„Gut, das freut mich. Dann mach mal weiter.“
„Ja Miss Isabella.“ sagte Mara, knickste und folgte Miriam wieder in das Zimmer.

„Ich bin beeindruckt.“ sagte Miriam als sie wieder in dem Zimmer waren wo sie begannen auf zu räumen und alles auf den nächsten Gast vor zu bereiten. „Ich glaube nicht, das viele das so hin nehmen können. Und ich weiß, das Isabella ziemlich fest zuschlagen kann wenn sie will.“
Mara musste lachen als sie an die drei Frauen dachte. Genau so hätte sie sich vor einem Jahr sicher auch noch verhalten wurde ihr klar. „Ich glaube das ist alles reine Übungssache Miss. Aber so perfekt war das sicher nicht. Das Gummi auf dem Teppich war ziemlich komisch beim Aufstehen. Ich glaube ich bleibe lieber bei der Tunika.“
„Also ich finde, das sah ziemlich gut aus.“ Während sie auf räumten trank Mara endlich das Wasser und Miriam erklärte ihr einige der verschiedenen Instrumente.
Als sie nach der nächsten Kundin wieder aufräumten schlug Miriam Mara vor ihr zu assistieren und ihr die Instrumente an zu geben.
„Ich weiß nicht, was ist denn wenn ich was falsch mache?“ sagte Mara zögernd.
„Keine Angst, dann helf ich dir. Du bist ja hier um das alles kennen zu lernen. Das wird schon.“
„Wenn Sie meinen, das klappt, gerne.“ sagte Mara.
Den ganzen Nachmittag über und bis zum frühen Abend kamen immer neue Kundinnen und auch einige Kunden. Mara assistierte Miriam und fand schnell heraus wo alles lag, wie die Sachen hießen und was Miriam damit machte. Nach einer Weile gingen sie noch mal nach draußen wo sie sich an die Bar setzten um etwas zu trinken. Miss Isabella hatte mittlerweile neue Ersatzschülerinnen gefunden. Dieses Mal war Lena gerade dabei diesen zu zeigen wie man es richtig machte. Mara beobachtete dieses Schauspiel amüsiert als Miriam sagte „Weißt du was, Du hast mir heute gut assistiert und außerdem bin ich echt beeindruckt was du weg stecken kannst. Was hältst du denn davon, in zwei Stunden ist hier Feierabend. Danach zeige ich dir mal, wie sich das anfühlt. So als kleine Belohnung.“
Mara sah sie mit großen Augen an und verschluckte sich beinah an ihrem Wasser. „Ich glaube lieber nicht Miss.“ sagte sie nachdem sie wieder Luft holen konnte. „Das ist sicher nichts für mich. Trotzdem vielen Dank für das Angebot.“
„Macht ja nichts. War doch auch nur ein Vorschlag.“ sagte Miriam lachend als sie wieder zurück in das Zimmer gingen. „Aber irgend wie glaube ich, daß irgend was hier doch für dich was wäre, stimmts?“ fragte sie.
Mara sah sie an und zuckte mit den Schultern. „Wahrscheinlich nicht Miss.“
„Na, soweit ich weiß seid ihr ja die ganze Woche über hier. Zumindest Nachmittags. Am Besten du gehst morgen mal zu Tatjana, was sie macht dürfte dir sicher gefallen.“ sagte sie geheimnisvoll.

Nachdem Miss Lin den Club nach dem der letzte Gast diesen verlassen hatte abgeschlossen hatte rief Miss Isabella ihre Schülerinnen zu sich. „Ich habe keine Beschwerden über euch gehört. Das habe ich eigentlich auch nicht anders erwartet. Ich habe mit Miss Wilhelmina gesprochen. Wir können bis zum Ende der Woche die Wiederholungen ausfallen lassen und hier her kommen. Aber wer lieber nicht mehr her kommen möchte, bleibt besser in der Schule. Ich muss glaube ich nicht noch mal betonen daß ich euch hier zu nicht zwingen werde sondern es eine freiwillige Aktion ist. Das müsst ihr auch nicht gleich sagen.“
„Na freut mich aber daß ihr noch mal kommen wollt.“ sagte Miss Lin. „Grade du Isabella warst ja der Star heute.“ sie lachte. „Also wenn du mal eine neue Arbeit suchen solltest, dann bist du hier jederzeit herzlich willkommen, aber das weißt du ja schon.“ Die Schülerinnen lachten entspannt. Jede von ihnen hatte mit bekommen das sie regen Zulauf von Ersatzschülerinnen hatte.
„Danke Lin, aber ich habe schon eine neue Stelle. In ungefähr zwei Monaten bin ich Schulleiterin an einer anderen Schule.“
Sie schaute ihre Schülerinnen an. „Dann geht euch jetzt mal langsam um ziehen. Wir müssen auch noch wieder zurück fahren.“
Die Schülerinnen gingen in die Kleiderkammer und zogen sich um. Alle merkten wie sehr sie unter dem Latex geschwitzt hatten und nahmen Tatjanas Angebot sich schnell zu duschen gerne an. Nur miss Isabella zog lediglich ihre Tunika über ihr Latexoutfit.
Nachdem endlich alle umgezogen waren fuhren sie zurück in die Schule und kamen dort gerade rechtzeitig an um in die Betten zu gehen.



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  RE: Neue Horizonte Datum:16.03.17 18:57 IP: gespeichert Moderator melden


Wie von Miss Isabella angekündigt fuhren sie am nächsten Tag nach dem Mittagessen wieder zu Miss Lin. Die Schülerinnen waren nun bei anderen Frauen als gestern. Mara ging mit Tatjana die ihre Kundinnen und Kunden kunstvoll fesselte. Tatsächlich fand Mara gefallen daran da diese Fesselungen nicht nur sehr zweckmäßig sondern waren sondern auch optisch viel her gaben. Dennoch lehnte Mara auch hier dankend ab, selbst einmal Modell zu stehen.

Auch die nächsten beiden Nachmittage verbrachten die Frauen in Miss Lins Club. Daher waren sie jeden Abend recht spät zurück in der Schule und waren froh daß sie bereits am Samstag frei hatten. Diesen verbrachten die meisten damit endlich ihre Fragebögen zu vervollständigen. Alle gingen mit diesen zu Miss Isabella um sich bei den Fragen die sie nicht beantworten konnten helfen zu lassen. So verging der Samstag recht ereignislos. Am Sonntag beschlossen sie nach dem Morgenlauf in die Stadt zu gehen. Sie bekamen von der Schulleiterin ihr Taschengeld ausgehändigt und machten sich auf den Weg.

„Warum fahren wir nicht mit dem Bus?“ fragte Lena.
„Na, weil dann schon einiges von unserem Taschengeld weg ist bevor wir überhaupt in der Stadt sind.“ sagte Mandy und deutete auf den Aushang an der Haltestelle an der sie gerade vorbei gingen.
Lena sah sie nur fragend an. „Wie kommst du denn da drauf? Wir sind doch Serva, oder?“
„Ja und?“ gab Mandy zurück.
Lena deutete auf den Aushang „Wir können kostenlos mit fahren. Wusstest du das nicht?“
Mandy schüttelte den Kopf. „Anscheinend war das dran als ich krank war.“ sagte sie.
„Richtig. Ich glaube, wir sollten dir das damals erklären. Irgend wie haben wir das wohl vergessen. Entschuldige.“ sagte Lena. „Wir können in vielen Städten kostenlos Bus fahren, an öffentlichen Comms können wir kostenlos unsere Herrschaft anrufen und wir können in jedes öffentliche Krankenhaus gehen, wenn wir krank sind.“ erklärte sie.
Als der Bus kam stiegen die Schülerinnen ein und fuhren mit diesem in die Innenstadt.

„Und was machen wir jetzt?“ wollte Larissa wissen während sie durch die Fußgängerzone spazierten und sich die Auslagen der Geschäfte an sahen.
„Also Kleidung brauchen wir uns sicher nicht kaufen.“ sagte Mara während sie sich Kleider ansah. Vor vier Jahren hätte sie sich einige dieser Teile sofort gekauft. Doch nun fand sie nicht nur die neueste Mode etwas befremdlich sondern war sich auch dessen bewusst daß sie sich als Serva um die Wahl ihrer Kleidung keine Gedanken machen musste. Zwar stand nirgend wo geschrieben was eine Serva anziehen durfte doch sie war sich sehr wohl der Tatsache bewusst, daß sie nur wenig Einfluss darauf hatte, was sie wann an zu ziehen hatte.
„Kommt, ein gehen ein Eis essen.“ sagte Chris und deutete auf ein Eiscafé. Die Anderen stimmten dem Vorschlag zu und so setzten sie sich an den größten Tisch der vor diesem auf der Straße stand. Frida musste sich vom Nachbartisch noch einen Stuhl herbei holen damit sie alle Platz hatten.
„Was darf’s denn sein?“ fragte der Kellner der nach einer Weile heraus kam freundlich.
Die Frauen bestellten sich jede einen Eisbecher und bezahlten sofort als der Kellner ihnen diese brachte. Während sie genüsslich ihr Eis aßen meinte Georgia „Wir sind nur noch sieben Wochen an der Schule. Vielleicht sollten wir Miss Isabella ein kleines Geschenk kaufen.“
Die Anderen sahen sie groß an. „Die hat uns dauernd geschlagen, warum sollten wir des denn machen?“ sprach Kim aus was die Anderen dachten.
„Sie macht doch nur ihre Arbeit. Und daß sie uns mit ihrer Gerte haut daran sind wir doch meistens selber Schuld. Und eigentlich ist sie doch ganz nett.“ erwiderte Georgia. So entspann sich eine Diskussion darüber ob sie Miss Isabella ein Abschiedsgeschenk machen sollten oder nicht. An dieser beteiligten sich alle Schülerinnen. Nur Frida war außergewöhnlich still. Schließlich einigten sie sich darauf daß Miss Isabella in letzter Zeit eigentlich gezeigt hatte daß sie ihr nicht egal waren und beratschlagten was sie ihr nun kaufen sollten.
„Wie wäre es wenn wir ihr einen neue Gerte kaufen?“ fragte Lena lachend.
„Spinnst du denn? Die probiert sie doch als aller erstes an uns aus. Als Schulleiterin wird sie die wohl kaum brauchen.“ gab Caro zu bedenken.
„Fällt dir vielleicht was besseres ein?“ fragte Mandy. Doch weder Caro noch die Anderen hatten eine bessere Idee. So einigten sie sich schließlich darauf in einen nahegelegenen Sexshop zu gehen und dort eine neue Gerte für Miss Isabella zu kaufen.

Die Verkäuferin wunderte sich nicht schlecht als neun junge Serva herein kamen und sich im Laden um sahen. Die Frauen kamen auf sie zu und die kleinste, eine schmale Blondine, knickste vor ihr und sagte „Schönen guten Tag, wir suchen eine Gerte für unsere Lehrerin.“
Erstaunt sah die Verkäuferin die Frau an. Wollten diese Frauen wirklich eine Gerte kaufen mit der sie wahrscheinlich selbst als erste Bekanntschaft machen würden? „Was soll es denn sein? Irgend etwas bestimmtes?“
„Ich hab eine.“ sagte eine andere der Frauen und kam mit einer Ledergerte an. Diese Frau ebenfalls eine Blondine mit sehr heller Haut, war einen guten halben Kopf größer als die Erste und hatte einem deutlichen Akzent.
„Au ja, die sieht toll aus. Ich glaube die nehmen wir.“ sagte die kleinere der Beiden und hielt der anderen den Hintern hin. Diese schlug kräftig zu. Die Frau gab keinen Laut von sich und schaute fragend zu der anderen Frau. Diese hieb noch einmal kräftiger zu. „Na danke, jetzt kann ich die nächsten drei Tage nicht mehr sitzen. Ich glaube die ist gut.“ sagte die kleinere. Die größere gab ihr die Gerte und fragte „Können Sie die bitte als Geschenk einpacken?“
Etwas verwirrt schaute die Verkäuferin die Beiden an. Es war normalerweise nicht üblich daß die Kunden darum baten etwas eingepackt zu bekommen. Doch hinter dem Tresen hatte sie eine Rolle Geschenkpapier und irgend wo sollte sich sicher auch Geschenkband finden lassen.
Sie nahm die Gerte und ging damit zum Kassentresen wo sie das Preisschild scannte und der Frau den Preis nannte.
„Dann kommt mal alle her und lasst uns zusammen legen.“ sagte sie zu den anderen Frauen. Diese holten unter ihren Tuniken Geldscheine hervor und legten diese zusammen auf den Tresen. Die Verkäuferin gab das Wechselgeld zurück und packte die Gerte ein. Die Blondine knickste vor ihr, bedankte sich höflich, nahm die eingepackte Gerte und verließ, gefolgt von den Anderen den Laden. Die Verkäuferin schaute den Frauen erstaunt hinterher bis sich die Tür schloss.

„Sag mal, spinnst du eigentlich? Die war verdammt teuer.“ sagte Larissa. „Ich wollte eigentlich noch was zu essen kaufen.“
„Aber dafür ist sie auch ziemlich leicht und sieht auch noch toll aus.“ erwiderte Frida grinsend. „Wir brauchen noch Limo, Knabberkram und Becher. Und das Essen bezahle ich.“ mit einem Grinsen im Gesicht hielt sie ihre Kreditkarte hoch.
„Wofür soll des denn nu gut sein?“ fragte Kim.
„Ganz einfach, Wahrscheinlich werdet ihr sie bei der Versteigerung das letzte Mal sehen. Warum dann nicht eine kleine Abschiedsfeier machen? Später werden wir wohl nicht mehr dazu kommen.“ gab Frida zurück. „Wartet mal kurz, ich bin gleich wieder hier.“ sagte sie und ging zu einem öffentlichen Comm in der Nähe.
„Was meinte sie eigentlich damit, wir würden sie wahrscheinlich nie mehr wieder sehen?“ fragte Mara etwas verwundert.
„Na, das was sie gesagt hat. Wenn wir erst mal verkauft sind, was denkst du denn das wir uns irgend wann mal wieder sehen werden?“ sagte Larissa.
„Nee, sie hat gesagt ’werdet ihr sie das letzte Mal sehen.’ sie hat nicht ’wir’ gesagt sondern ’ihr’.“
„Wahrscheinlich hat sie sich versprochen.“ sagte Larissa und zuckte mit den Schultern.

„Wen hast du denn angerufen?“ wollte Lena wissen als Frida wieder kam.
„Lasst euch überraschen.“ antwortete Frida grinsend. Sie ging die Straße entlang. Nach etwa zehn Metern drehte sie sich um und rief „Was ist denn, wollt ihr da Wurzeln schlagen?“ Larissa zuckte mit den Schultern und folgte ihr. Auch die Anderen trotteten hinter ihr her ohne zu wissen, was sie vor hatte. Nach etwa zweihundert Metern kamen sie an der Kathedrale vorbei. Sie folgten Frida am Museum vorbei zur Uferpromenade. Dort betrat sie wie selbstverständlich ein Restaurant in dem sich keine von ihnen wahrscheinlich auch nur ein Glas Wasser leisten konnte.
„Spinnst du, was machst du denn? Die werfen uns doch hochkant raus.“ sagte Mara. Doch Frida winkte nur ab.

„Guten Abend die Damen, was kann ich für Sie tun.“ sagte der Maitre herablassend als Frida sich vor ihn stellte.
„Schönen guten Tag, für uns ist ein Tisch reserviert.“ gab Frida im gleichen Tonfall zurück.
„Darf ich fragen auf welchen Namen Sie denn wohl reserviert haben?“ fragte der Mann. Mara war sich sicher, gleich würden er sie heraus werfen.
„Neun Personen auf den Namen Nyberg.“ sagte Frida. Ihr Ton war nun noch herablassender als der des Maitre.
Dieser schaute in das Reservierungsbuch welches auf dem Pult lag hinter dem er sich verschanzt hatte. Seine Mine änderte sich schlagartig. Im freundlichsten Tonfall den man sich nur vorstellen konnte sagte er „Ich bitte vielmals um Entschuldigung. Wenn Sie mir bitte folgen wollen?“ Mit einer einladenden Geste deutete er Frida und den Anderen ihm zu folgen. Er brachte sie an einen großen, runden Tisch in der Mitte des Restaurants und winkte einen Ober heran. Dieser fragte was die Frauen denn trinken wollten.
„Wir nehmen erst mal Traubensaft.“ sagte Frida. Der Ober verneigte sich und verschwand. Auch der Maitre verließ den Gastraum und ging wieder zu seinem Pult. Frida nahm sich ein Stück Weißbrot aus dem Korb der mitten auf dem Tisch stand und brach sich ein Stück ab das sie sich in den Mund schob.
„Sag mal, wie hast du das denn angestellt. Ich hatte gedacht, der wirft uns jeden Moment hochkant auf die Straße.“ wollte Georgia wissen.
„Ich habe unseren Butler angerufen. Der hat den Tisch für mich reserviert.“ sagte Frida breit grinsend und steckte sich noch ein Stück Brot in den Mund. „Greift zu.“ sie deutete auf das Brot „Aber bloß nicht zu viel. Sonst seid ihr satt bevor es was zu Essen gibt.“
Staunend sahen die Frauen Frida an als der Ober kam und Frida einen kleinen Schluck Traubensaft einschenkte. Wie bei einem Wein prüfte sie das Bouquet und trank einen Schluck bevor sie nickte. Darauf hin schenkte der Ober erst ihr und dann den Anderen Reih um ein.
„Darf ich fragen was die Damen zu speisen wünschen?“ fragte er.
„Was können Sie denn empfehlen?“ wollte Frida wissen.
Er machte einen Menüvorschlag mit Salat, Muschelravioli, Paprikaschaumsuppe, Lammschulter oder Schweinefilet mit Pastinakenchreme, und als Nachspeise Käsekuchen mit Heidelbeerragout mit Grießecken und Birnenkompott oder eine italienische Käseauswahl.
„Frida schaute ihn kurz nachdenklich an und sagte dann „Das klingt gut. Ich nehme die Lammschulter und das Heidelbeerragout.“ sagte Frida. „Wer von euch möchte lieber das Schwein statt dem Lamm?“
Die Anderen wählten alle das Filet. „Ihr wisst ja garnicht, was ihr verpasst.“ sagte sie und nickte dem Ober zu.
„Dann das Menü, einmal mit Lammschulter und acht mal mit Schweinefilet. Und neun mal das Heidelbeerragout.“ sagte der Ober. Als Frida nickte verbeugte er sich und ging.
„Sag mal, wie kommt es eigentlich daß du so schnell so einen guten Tisch bekommen hast?“ fragte Larissa.
„Man muss nur mit dem richtigen Namen an kommen.“ sagte Frida grinsend.
„Nyberg is wohl ganz sicher der richtige Name. Kennst du die etwa?“ fragte Kim.
Anstatt zu antworten hielt Frida ihr die Kreditkarte unter die Nase.
Kim klappte den Mund auf, brachte aber keinen Ton heraus. Larissa hielt Fridas Hand fest und schaute sich die Karte an.
„Nicht dein Ernst, oder?“ fragte sie. Auf der schwarzen Karte prangte Fridas Gesicht als Hologramm und in goldenen Buchstaben war der Name ’Frida Nyberg’ auf die Karte geprägt. „Und so jemand lässt sich freiwillig genau so behandeln wie wir und knabbert abends Hundefutter.“ sagte Larissa während Mara sich die Karte an schaute. Diese schüttelte nur den Kopf.
„Doch nich etwa Nyberg so wie es auf jedem zweiten Pad und Comm und so steht?“ fragte Kim die ihre Sprache wieder gefunden hatte.
„Doch genau so.“ sagte Frida und schaute ein wenige entnervt zu Kim.
„Warum?“ war das einzige was Chris hervor brachte.
Frida sah sie ernst an. „Warum? Weil ich Angst hatte daß wenn ihr gewusst hättet wer ich bin, mich genau so behandelt hättet wie die Schüler damals im Internat. Die wollten alle nichts mit mir zu tun haben weil ich ja angeblich was besseres war. Ich wollte einfach nicht daß dieser verdammte Name wieder irgend was kaputt macht, so wie früher immer. Ich bin doch auch nur ein Mensch wie jeder Andere. Und bloß weil meine Eltern die sind die sie nun mal sind muss ich das doch nicht auch noch werden.“ in Fridas Augen glitzerte es feucht. „Ich hatte das erste Mal in meinem Leben Freunde. Wenn ihr mich jetzt verurteilen wollt weil ich euch das nicht gesagt habe oder weil ich vielleicht doch die hochnäsige blöde Kuh bin dann kann ich es halt nicht ändern. Aber ich habe wenigstens versucht mal nicht nach meinem Namen sondern nach dem wer ich bin beurteilt zu werden.“
Lena, die Frida während ihres Geständnisses beobachtete hatte sagte. „Na dann. Auf die Freundschaft.“ sagte sie. Frida warf ihr einen dankbaren Blick zu. Auch die Anderen hoben ihre Gläser und sagten im Chor „Auf die Freundschaft.“
Nun hob auch Frida still ihr Glas. Sie prosteten sich zu und tranken einen Schluck.
Frida wischte sich die Tränen weg und sagte leise „Vielen Dank.“


Isabella ging mit Maja durch die Stadt und wollte mit ihr gerade in die Kathedrale gehen um sich die astronomische Uhr an zu sehen als Maja sie an tippte. „Sind das nicht deine Schülerinnen?“ fragte sie und deutete in Richtung Museum wo eine Gruppe Frauen in Tunika entlang gingen.
Isabella sah zu der Gruppe und erkannte auf jeden Fall Maras rote Haare und die beiden blonden Mähnen von Larissa und Frida die im Sonnenlicht zu leuchten schienen.
„Wo wollen die denn hin?“ fragte sie mehr sich selbst.
„Warum gehen wir nicht hinter her?“ sagte Maja.
Isabellas Neugierde siegte und sie folgte den Schülerinnen am Museum vorbei zur Uferpromenade. Dort sah sie wie die Frauen in einem der teuersten Restaurants verschwanden. „Na ich fress einen Besen wenn die es schaffen länger als eine halbe Minute da drinne zu bleiben.“ sagte sie. Doch als die Frauen nach fünf Minuten immer noch nicht heraus geworfen wurden ging sie gefolgt von Maja an dem Restaurant vorbei. Sie schaute durch eines der Fenster und sah ihre Schülerinnen an einem der besten Tische sitzen und sich mit Weingläsern in den Händen zu prosten. „Na, die können was erleben. Ich frage mich, wie die das geschafft haben.“ Sie wollte sich gerade abwenden und zurück gehen um sich endlich die Kathedrale an zu sehen da kam ein Ober aus dem Restaurant heraus auf sie zu.
„Ich bitte um Verzeihung.“ sagte dieser und verbeugte sich vor ihr. „Miss Nyberg bittet Sie, ihr und ihren Freunden Gesellschaft zu leisten.“
„Miss wer?“ fragte Maja.
„Wenn Sie mir bitte folgen möchten?“ sagte der Ober nur und deutete ihnen freundlich, ihm zu folgen.
Isabella zuckte mit den Schultern und folgte dem Mann. Sie betraten das Restaurant wo er sie an dem runden Tisch begleitete an dem nun zwei weitere Stühle und Gedecke standen. Die Schülerinnen standen auf und knicksten als sie und Maja an den Tisch kamen.
„Bitte Miss Isabella, Maja, Bitte nehmen Sie Platz.“ sagte Frida und deutete auf die beiden freien Stühle. Isabella setzte sich auf einen der Stühle und Maja nahm links neben ihr Platz. Erst als sie saßen nahmen auch die Schülerinnen wieder Platz. Sofort kam ein Ober und schenkte ihnen ein.
„Auch wenn es dazu eigentlich noch zu früh ist, wir machen gerade ein Abschiedsessen.“ sagte Frida. „Aber später werden wir wahrscheinlich nicht mehr dazu kommen. Als wir sie gesehen haben, haben wir beschlossen, Sie einzuladen. Schließlich gehören Sie ja auch irgend wie zu uns.“
Isabella sah in die Runde „Ich weiß nicht, das kann ich doch eigentlich garnicht annehmen.“
„Bitte Miss, Sie sind unsere Lehrerin und ohne Sie fehlt doch irgend wie was.“ sagte Larissa.
„Eigentlich wollten wir Sie ja heute Abend einladen zu Limo und Knabberkram. Aber wenn Sie doch schon mal hier sind Miss.“ sagte Lena.
Miss Isabella sah in die Runde und musste lachen. „Das wäre auf jeden Fall eher mein Fall gewesen als sowas hier.“ sagte sie. „Ich danke euch vielmals.“ sie hob das Glas „Auf euch und darauf das ihr alle so bleibt wie ihr seid.“
Wieder hoben die Schülerinnen und auch Maja ihre Gläser, sie prosteten sich zu und tranken.
„Das ist ja gar kein Wein.“ sagte Miss Isabella.
„Das ist Traubensaft. Mehr nicht. Wir dürfen doch keinen Wein trinken.“ sagte Frida.
Maja sah lächelnd in die Runde. „Wer ist eigentlich diese Miss Nyberg?“
Augenblicklich kehrte stille in der Runde ein.
„Miss Nyberg ist die Erbin der Nyberg Firmengruppe. Die mit den Comms und so.“ sagte Larissa grinsend.
„Dann nehme ich mal schwer an, diese Miss Nyberg weiß nicht daß sie euch eingeladen hat?“ fragte Maja und grinste breit.
Frida sah sie mit einem seltsamen Ausdruck an.
„Ich denke, Miss Nyberg hat auf jeden Fall nichts dagegen.“ sagte Isabella und deutete zu Frida.
In diesem Moment brachten mehrere Kellner die Salatteller und servierten diese formvollendet.
„Dann guten Appetit.“ sagte Mandy doch alle warteten bis Miss Isabella anfing zu essen.
Während des Essens unterhielte sich die Frauen angeregt und auch Maja und Miss Isabella beteiligten sich an den Unterhaltungen. Beinah kam das Gefühl auf sie wäre nicht die Lehrerin sondern eine Mitschülerin. Irgend wann kam das Gespräch auch auf Miss Isabellas umgearbeitete Tunika.
„Jetzt kann ich es euch ja hoffentlich erzählen. Als ich an der Schule war hatte ich meiner Lehrerin einen Lockstoff für Mücken auf ihre Sachen gesprüht.“ erzählte sie unter dem Lachen der Schülerinnen. „Sie hat mich die ganze Zeit über denken lassen sie wüsste von nichts und ich bin wochenlang mit der Angst herum gelaufen das sie es noch heraus findet und mich bestraft. Sie hat mich ganz schön schmoren lassen.“
„Deshalb hat mir Miss Wilhelmina gesagt wo ich sowas her bekomme.“ sagte Chris lachend.

Die Frauen aßen genüsslich das köstliche Menü und prosteten sich noch einige Male zu während es langsam Nachmittag wurde. Nachdem alle die Nachspeise gegessen hatten und wirklich bis zum letzten satt waren nickte Frida zu Larissa. Diese sagte „Miss Isabella, eigentlich wollten wir das ja heute Abend machen. Und eigentlich wollte ich auch noch was sagen. Aber ich hatte noch keine Gelegenheit mir die passenden Worte zu überlegen. Sie sind uns allen in den letzten zwei Jahren eine gute Lehrerin gewesen, auch wenn Sie manchmal ziemlich streng waren. Aber ich glaube das ist auch ganz gut so gewesen. Sie haben uns viel beigebracht und manchmal waren wir vielleicht nicht die besten Schülerinnen aber wir mögen Sie alle und ich glaube wir werden Sie ziemlich vermissen. Deshalb wollen wir ihnen ein kleines Geschenk machen damit sie immer an uns denken.“ in ihren Augen glitzerte es ein wenig als sie Miss Isabella die eingepackte Gerte gab.
Diese bedankte sich herzlich, öffnete das Geschenkpapier und wickelte die Gerte aus. Sie betrachtete die aus schwarzem und rotem Leder geflochtene Gerte. Sie war nicht ganz einen Meter lang, hatte an Anfang und Ende des Griffes jeweils einen kunstvoll geflochtenen Knauf und besaß am Ende eine Trageschlaufe aus geflochtenem Leder.
„Vielen Dank.“ sagte sie gerührt. „Aber das kann ich doch nicht annehmen. Die muss doch ein kleines Vermögen gekostet haben.“
„Wie haben alle zusammen gelegt. Ich glaube, das ist eine viel bessere Verwendung für unser Taschengeld als irgend welcher Süßkram.“ sagte Larissa.
„Ich danke euch.“ sagte Miss Isabella und musste sich sehr zusammen reißen um nicht vor Rührung zu weinen. Dies war das erste Mal daß ihr überhaupt Schülerinnen ein Geschenk machten.

Die Frauen unterhielten sich noch eine Weile und tranken noch einige Flaschen Saft als gegen 15 Uhr der Maitre zu ihnen kam, sich neben Frida tief herunter beugte und ihr etwas zu flüsterte. Diese nickte kurz.
„Wären Sie so gut uns noch eine Kiste von diesem Saft mit zu geben?“ fragte sie.
„Aber selbstverständlich.“ sagte der Maitre und verbeugte sich noch einmal vor ihr bevor er verschwand.
„Wir müssen leider gehen. Die Reservierung war ziemlich kurzfristig und der Tisch ist nachher noch mal vergeben.“ sagte Frida. Die Frauen prosteten sich noch einmal wortlos zu und tranken aus.
Dann verließen sie das Restaurant. Während Frida beim Maitre bezahlte stand Miss Isabella neben ihr und sah den vierstelligen Betrag auf der Rechnung.
„Vielen Dank für ihren Besuch Miss Nyberg.“ sagte der Maitre und deutete auf zwei Holzkisten die neben seinem Pult standen. Larissa nahm eine davon, Mara die Andere.
„Die zweite Kiste ist ein Geschenk des Hauses. Beehren Sie uns bald wieder.“ sagte der Maitre und verbeugte sich als sie den Vorraum verließen und zurück auf die Uferpromenade traten.

„Sag mal, das geht doch nicht Frida.“ sagte Miss Isabella leise.
„Da war das Trinkgeld doch schon mit dabei. Und außerdem bezahlt das mein Vater, den stört das nicht Herrin.“ gab Frida zurück.
Miss Isabella starrte sie groß an. Sie fragte sich, was in dieser Frau vor ging. Eben noch hatte sie eine große Summe nur für ein Essen ausgegeben und nun nannte sie sie wieder Herrin. Anscheinend hatte Frida ganz eigene Prioritäten.
„Sag mal, wieso hat der dich denn eben Miss Nyberg genannt Frida?“ wollte Maja wissen.
„Weil unsere liebe Frida eben so heißt.“ sagte Miss Isabella leise.
Maja schaute sie an. „Dann habt ihr nicht nur einfach unter diesem Namen den Tisch bestellt?“
„Natürlich nicht. Eine Serva soll doch nicht lügen.“ sagte Frida.
Die Drei gingen zu den anderen Frauen die bereits ein Stück voraus gegangen waren. Frida nahm Larissa die Kiste ab und trug sie selbst bis zur Bushaltestelle.
Zurück in der Schule fragte Larissa grinsend „Miss, wollen Sie die Gerte nicht ausprobieren?“ Sie hatte bemerkt wie sie diese auf dem Weg von der Haltestelle bis zur Schule immer wieder geschwungen hatte.
„Das werd ich morgen früh machen.“ sagte Miss Isabella lachend. Sie und Maja gingen in den Garten während die Schülerinnen sich in den Schlafsaal begaben.

- - -

Entnervt beendete er das Gespräch und legte das Comm auf den Esstisch. Er sah zu Kira die ihren Stift beiseite gelegt hatte und ihn fragend an sah. „Es tut mir leid. Die wollen nicht mal sagen das sie nicht bei ihnen ist.“ er sah ihr enttäuschtes Gesicht und hatte ein schlechtes Gewissen.
„Aber das Auto, du hast doch gesagt, dein Chef kennt jemanden der weiß wo es her kommt.“ Sie sah ihn flehend an.
„Auch das bekomme ich nicht raus ohne das es einen Unfall gegeben hat.“
„Dann sag ihnen, das es mich angefahren hat, das stimmt ja sogar fast.“
„Du weißt genau, daß ich das nicht machen kann. Das wäre Vortäuschung einer Straftat. Das wäre für mich als Anwalt tödlich.“ er schloss die Augen und atmete tief durch. „Kira, hätte ich von diesem Prozess früher erfahren, hätte sie wenigstens eine ganze Horde von Anwälten gehabt. Alle meine Kollegen in der Kanzlei haben gesagt sie wären mit Freuden mit gekommen. Aber so hatte sie nur einen jungen Pflichtverteidiger. Ich habe mit dem Kollegen gesprochen. Aber auch der weiß nur daß sie sich für die Schule entschieden hat und keine Ahnung wo sie hin gekommen ist.“ Als er die Augen wieder öffnete hatte Kira ihren Kopf in die Arme gelegt und weinte. Er stand auf, ging um den Tisch herum und nahm sie in die Arme. „Ich werde tun was ich kann Kira. Aber im Moment sind mir die Hände gebunden. Glaub mir, ich vermisse sie doch auch.“
„Ich weiß Papa.“ sagte sie leise und unter Tränen. Sie stand auf und löste sich aus seiner Umarmung. Mit hängendem Kopf ging sie auf ihr Zimmer. Er hoffte, daß sie keinen Unsinn anstellen würde. Aber in den letzten drei Monaten hatte sie sich stark verändert. Sie war vorher oft unberechenbar und launisch gewesen doch seit der Begegnung in Frankfurt war sie stiller geworden, gab kaum noch Widerworte und half sogar im Haushalt mit. Er musste sie nicht einmal mehr daran erinnern, ihre Wäsche in den Wäschekorb im Badezimmer zu bringen. Statt dessen räumte sie selbst die Maschine ein und wusch auch seine Sachen mit. Sogar zu bügeln versuchte sie, wenn auch wenig erfolgreich. Er hoffte inständig daß sich diese Veränderung halten würde, selbst wenn es ihm nicht gelingen sollte, Mara zu finden. Daher ließ er sie auch in Ruhe als sie nach oben ging. Er ließ ihre Schulaufgaben auf dem Esstisch liegen damit sie morgen weiter machen konnte.

Kira hockte auf ihrem Bett und tippte auf einem Pad herum. Sie übertrug die Adressen die sie bekommen hatte auf ihr Comm und fragte sich dabei, ob sie das richtige tat. Doch sie konnte nicht einfach so herum sitzen und nichts tun. Sie sah kurz aus dem Fenster als sie das Auto ihres Vaters hörte wie es die Einfahrt herunter fuhr. Schnell übertrug sie die restlichen Adressen auf ihr Comm, zog die Lederjacke an, suchte ihre Schlüssel und verließ das Haus. Wenn sie Glück hatte, würde ihr Vater sie nicht vor morgen Abend suchen. Sie ging nach unten und hinterließ eine kurze Notiz auf dem Kühlschrank daß sie bei einer Freundin übernachten würde. Dann verließ sie das Haus und setzte sich in ihr Auto. Die Batterien waren voll geladen so daß sie die Strecke mit etwas Glück ohne nach zu laden schaffen würde. Sie klemmte ihr Comm in die Halterung auf dem Armaturenbrett und tippte die erste Adresse an. Das Navigationssystem zeigte etwas mehr als drei Stunden bis zum Ziel. Sie hatte sich für Straßburg entschieden weil das am nächsten lag. Wenn sie hier keinen Erfolg haben würde, würde sie nächstes Wochenende nach Hamburg und das darauf nach Montreux fahren.
Sie fuhr die Einfahrt herunter und lenkte ihren Kleinwagen den sie zum Geburtstag bekommen hatte aus der Stadt heraus auf die nächste Autobahn. Am liebsten hätte sie die Schnellstraße genommen, aber dieses Auto war einfach zu langsam dafür. Also musste sie die normalen Straßen nehmen.

Nach etwa drei Stunden verließ sie die Autobahn und fuhr auf eine Landstraße. 15 Minuten später überquerte sie den Rhein und sah kurz darauf das Ortsschild von Straßburg. Als sie einen weiteren Fluss überquerte, das Navi ließ sie wissen, daß das der Ill war, sah sie zur Linken ein großes, von einer hohen Mauer umgebenes Gelände.
„Ein Gefängnis, wie passend.“ dachte sie. Das Navi zeigte weniger als zwei Kilometer an. Sie bog nach links ab und befand sich nun vor einem weiteren, von einer Mauer umgebenen Gelände. „So sieht also eine Schule für Serva aus, auch nicht viel anders als ein Gefängnis.“ fuhr ihr durch den Kopf. Sie hielt direkt auf der Straße neben einem großen Tor. Nun war sie also hier. Sie hatte sich bisher nicht überlegt, was sie hier eigentlich tun wollte, so einfach durch die Tür spazieren und fragen konnte sie vermutlich nicht. Aber versuchen konnte sie es ja. Also stieg sie aus und drückte die Klingel welche sich neben dem großen Tor befand. Sie hoffte nicht darauf, daß sie um diese Uhrzeit, es war mittlerweile halb sieben Uhr abends, überhaupt noch in die Schule kommen würde. Um so erstaunter war sie als sich die Tür öffnete welche sich in dem Tor befand.
„Schönen guten Abend, kann ich ihnen helfen?“ fragte die Frau welche heraus schaute mit einem deutlichen Akzent. Sie war sicher nicht viel älter als sie selbst, hatte langes, blondes Haar und sehr helle Haut. Sie trug eine Beige Tunika und ein schwarzes Halsband, Kira hatte heraus gefunden daß Schülerinnen in ihrem zweiten Jahr solche Halsbänder trugen.
„Ich hoffe es.“ sagte Kira und hielt der Frau den Zeitungsausschnitt hin den sie aus der Tasche zog. „Ich suche meine Schwester. Sie heißt Mara. Ich weiß nicht, ob sie hier ist aber sie muss an irgend einer Schule sein.“
Die Frau schaute sich das Bild an und schaute dann Kira mit offenem Mund an. Sie schien etwas sagen zu wollen, deutete aber statt dessen wortlos, ihr zu folgen. Kira folgte ihr in das Gebäude rechts neben dem Tor wo die Frau vor einer Tür stehen blieb und klopfte. „Miss Wilhelmina, Schulleiterin“ stand auf dem Schild neben der Tür. Von drinne ertönte ein „Herein!“ und die Frau öffnete die Tür. Sie knickste vor einer älteren Frau die hinter einem großen Schreibtisch saß. „Guten Abend Miss Wilhelmina, diese Frau sucht jemanden.“ sagte sie.
„Danke, dann geh jetzt wieder ans Tor.“ sagte die Frau und die Blondine schloss leise die Tür hinter sich und ließ Kira mit der Schulleiterin alleine.

Frida verließ das Verwaltungsgebäude. Die erste Schülerin auf die sie traf fragte sie „Ich muss ganz dringend zu Herrin Isabella. Kannst du ein paar Minuten den Tordienst übernehmen?“
„Wenn es nicht zu lange dauert gerne.“
„Ich danke dir.“ sagte Frida und rannte aufs Hauptgebäude zu. Sie lief am Eingang zu den Schlafsälen vorbei und rannte so schnell sie konnte den Gang entlang zu Herrin Isabellas Zimmer. Dort klopfte sie wie wild an die Tür.
„Ich hoffe ja es ist wichtig.“ hörte sie eine Stimme von drinne. Dann waren Schritte zu hören und die Tür wurde geöffnet. „Frida, wie siehst du denn aus? Ist was passiert?“
„Bitte Herrin, kann ich kurz rein kommen? Ich muss gleich wieder ans Tor.“
„Mensch, lass das Herrin endlich sein Frida. Was ist denn los?“
„Herr… Miss, da ist grade eine Frau bei der Schulleiterin. Sie sucht nach Mara. Es ist ihre Schwester.“ sagte Frida und merkte erst jetzt wie sie zitterte.
„Bist du dir da sicher?“ fragte Miss Isabella.
„Ja, ganz sicher. Sie hat mir ein Bild gezeigt. Das aus der Zeitung, das was sie mir im Freizeitpark beim Frühstück gezeigt haben.“
Miss Isabella ging zum Schrank und zog sich eine Tunika an. Erst jetzt registrierte Frida, daß sie bisher nackt gewesen war. „Du bleibst hier bei Maja bis du dich wieder beruhigt hast. Und dann sagst du den Anderen daß der Unterricht heute Abend ausfällt. Und kein Wort zu irgend wem. Verstanden?“
„Ja Herr… Ja Miss.“ sagte Frida. Als Miss Isabella die Tür öffnete sagte Frida. „Bitte, ich will nicht, daß Mara irgend welchen Blödsinn macht.“
„Das will ich auch nicht.“ Miss Isabella dreht sich noch einmal um „Und genau deswegen sollte sowas an den Schulen nie passieren. Wie nachher die Herrschaften das handhaben ist deren Sache. Aber an der Schule ist die Gefahr daß eine Schülerin wegen sowas irgend eine Dummheit begeht viel zu groß, deshalb sorgen wir hier auch dafür, daß ihr keinen Kontakt zu euren Verwandten habt.“ Sie ging zu Frida, nahm sie kurz in die Arme und sagte „Mach dir keine sorgen. Ich mache das schon.“ Dann ging sie hinaus und schloss die Tür hinter sich.

„Bitte Kira, nehmen Sie Platz.“ sagte die Frau nachdem sie sich Kira als Miss Wilhelmina vorgestellt hatte. Kira setzte sich und sah die Frau an. „Wen suchen Sie denn?“
Kira hielt ihr den Zeitungsausschnitt hin. „Das ist meine Schwester. Sie heißt Mara und sie muss an irgend einer Schule sein.“
„Und Sie dachten, sie kommen einfach mal hier her und fragen nach?“
„Ja, so ungefähr. Wir, also mein Papa und ich, wohnen in Wiesbaden und Straßburg ist am nächsten.“ sagte Kira. Sie fühlte sich von der Frau reichlich eingeschüchtert.
„Es tut mir leid, selbst wenn ich wollte könnte ich ihnen nicht helfen.“ sagte die Frau. „Ich kann und darf ihnen leider nicht sagen ob ihre Schwester als Schülerin hier ist oder nicht. Am Besten, sie fahren wieder nach Hause, bevor Sie vermisst werden. Glauben Sie mir, das ist das Beste. An den anderen Schulen brauchen Sie es garnicht erst zu versuchen, dort werden Sie die selbe Antwort bekommen. Wenn es an der Zeit ist, wird ihre Schwester sich selbst bei ihnen melden. Ich kenne nur wenige Serva die das nicht tun würden wenn es ihnen ihre Herrschaft erlaubt. Aber im Moment ist es einfach noch zu früh dafür. An den Schulen versuchen wir aus gutem Grund den Kontakt zu Verwandten zu vermeiden. Mehr kann und werde ich ihnen nicht dazu sagen.“
„Ich verstehe das nicht, sie ist doch meine große Schwester.“ Tränen liefen Kiras Wangen hinunter. Sie sah die Frau flehend an als es an der Tür klopfte.
„Herein.“ rief die Schulleiterin und eine Frau trat ein. „Isabella, gut, daß du kommst. Würdest du die junge Frau bitte nach draußen bringen und Frida sagen, sie soll das Tor jetzt abschließen. Danach würde ich gerne noch etwas mit dir besprechen.“
„Gerne Miss Wilhelmina.“ sagte die Frau und knickste. Sie deutete Kira auf zu stehen und führte sie nach draußen.
„Bitte, ich muss es einfach wissen.“ sagte Kira. „Ist Mara hier?“
Die Frau schob sie recht unsanft aus dem Tor auf die Straße. „Um 21 Uhr.“ sagte sie und drückte ihr einen Zettel in die Hand. Dann schloss sie ohne ein weiteres Wort die Tür. Kira konnte hören wie diese verriegelt wurde. Sie lehnte sich mit dem Kopf gegen das Tor und weinte leise. Nach einer Weile drehte sie sich um und ließ sich, ans Tor gelehnt zu Boden sinken.

Isabella schloss die Tür und schickte die Schülerin im Pförtnerraum weg. Dann ging sie zurück zu Miss Wilhelmina. „Daß ausgerechnet Frida am Tor war als sie hier aufgetaucht ist ist äußerst ungünstig.“ sagte sie nachdem sie sich gesetzt hatte.
„Ja, allerdings. Aber es hätte auch schlimmer kommen können wenn sie gestern hier aufgetaucht wäre. Dann hätte Mara nämlich Tordienst gehabt.“ sagte Miss Wilhelmina. „Ich hoffe, du hast Frida gesagt, daß sie kein Wort darüber verlieren soll.“
„Ja, das habe ich ihr eingeschärft. Wahrscheinlich sitzt sie noch in meinem Zimmer bei Maja. Ich werde sie mir gleich noch mal vornehmen.“ sagte Isabella.
„Tu das Isabella. Ich will nicht, daß eine unserer Schülerinnen wegen so einem Vorfall weg läuft. Einmal ist mehr als genug. Ich will so etwas nicht noch einmal erleben müssen. Und dir und den Schülerinnen möchte ich so etwas auch ersparen.“ Miss Wilhelminas Stimme war leise geworden als sie diese Worte sagte.
„Ja Miss.“ sagte Isabella, stand auf, knickste und ging zur Tür.
Als sie die Tür gerade öffnen wollte, sagte Miss Wilhelmina „Ich nehme an, du wirst nachher zu deiner Großmutter gehen. Nimm das hier bitte mit.“ sie steckte etwas in einen Umschlag und klappte diesen zu. Dann stand sie auf und gab ihn Isabella. Aus einer Vase auf dem runden Tisch nahm sie eine Rose und gab ihr diese ebenfalls. Diese sah sie nur an und nickte als sie den Raum verließ. Langsam ging sie in ihr Zimmer wo Frida tatsächlich noch auf ihrem Bett saß. Maja hatte einen Arm um ihre Schulter gelegt und sie hatte sich bei ihr angelehnt.
„Ich muss noch mal weg. Ihr beiden bleibt hier. Frida, hast du den Anderen schon Bescheid gesagt?“
„Ja Miss.“ sagte Frida „Ich war eben im Unterrichtsraum. Aber ich konnte einfach nicht zurück in den Schlafsaal. Was hätte ich denn sagen sollen?“
Isabella zog den Stuhl heran und setzte sich Frida gegenüber. „Du darfst auf keinen Fall etwas sagen. Ich kann verstehen daß es dir schwer fällt. Aber wenn sie es erfährt, wer weiß, was sie dann anstellt. Und ich will auf keinen Fall daß sie weg läuft. Du weißt, was dann passiert.“ sie hielt die Rose so daß Frida sie sehen konnte.
„Ja Miss.“ sagte Frida leise.
„Bleib noch hier wenn du möchtest und versuch dich zu beruhigen. Bei mir kann es länger dauern.“ Isabella stand auf, gab Maja einen Kuss und umarmte beide kurz bevor sie ging. Sie verließ die Schule und schloss das Tor hinter sich wieder ab. Dann setzte sie sich in ihr Auto und fuhr in die Innenstadt.

„Was mache ich hier eigentlich?“ dachte Isabella als sie durch die Stadt fuhr. Sie schaute auf die Uhr, noch eine Stunde bis 21 Uhr. Sie lenkte den Wagen auf den Parkplatz und stieg aus. Anstatt zum Café zu gehen lenkte sie ihre Schritte die Einkaufsstraße entlang und steckte sich einen Zigarillo an. Sie hätte das Mädchen einfach nach Hause schicken sollen. Doch nun war es dazu zu Spät. Sie wusste daß sie sich nun keinen Fehler erlauben durfte. Doch im Moment schien ihr nichts wirklich richtig zu gelingen. Erst die Sache mit Frida, sie hatte es einfach nicht geschafft sie davon zu überzeugen nach der Schule erst einmal zurück zu ihren Eltern zu gehen. Nein, diese dumme Frau hatte tatsächlich Emylias Nummer heraus gefunden, diese angerufen und es geschafft sie davon zu überzeugen daß ihrer Firma von ihr keine Gefahr drohte. Sie hatte sich sogar dazu bereit erklärt einen Nervenblocker zu tragen damit sie sich dort auf dem Gelände nicht frei bewegen konnte. Andere Leute würden sowas nicht mal mehr ihrem Hund zumuten wollen und Frida wollte sich sowas freiwillig anlegen lassen. Und jetzt diese Geschichte. Wenn Mara auch nur ahnen würde, daß sich ihre Schwester gerade in der Stadt aufhielt würde sie ganz sicher eine gewaltige Dummheit begehen. Und Was machte sie? Sie lud diese Kira sogar noch zu Klara ein um mit ihr zu reden.

Am Museum der schönen Künste setzte sie sich auf eine Bank von der aus sie einen Blick auf die Kathedrale hatte. Sie schlug die Beine übereinander und betrachtete rauchend die hell erleuchtete Kirche. Was sollte sie dem Mädchen denn sagen? Daß ihre große Schwester in einem viertel Jahr versteigert wird? Daß es ihr gut ging? Ob es ihr wirklich gut ging wusste sie ja nicht einmal selbst. Sie wusste nicht, was in Maras Kopf vor sich ging. War ihre relative Gelassenheit in den letzten Wochen echt oder überspielte sie damit nur ihre Angst vor einer ungewissen Zukunft? Wer außer ihr selbst konnte das schon sagen? Sie selbst musste diese Erfahrung ja nie machen. Ihr war klar daß sie nach ihrem Abschluss bleiben und Lehrerin werden wollte. Sie hätte studieren können und jetzt ihr Diplom oder sogar einen Doktortitel an der Wand hängen. Statt dessen hatte sie sich dazu entschlossen anderen Schülerinnen zu helfen nicht so zu enden wie Sarah. In ein paar Monaten würde sie als Schulleiterin an eine Privatschule gehen, eigentlich ein Traumjob und auch noch gut bezahlt. Aber im Moment fiel es ihr sogar schwer morgens in den Spiegel zu sehen. Sicher, der schwere Teil der Ausbildung war nun vorbei aber selbst wenn die Schülerinnen nur noch relativ leichte Dinge lernen mussten war sie sich der Tatsache bewusst, diese in wenigen Monaten in eine ungewisse Zukunft zu entlassen.
Kurz vor 21 Uhr stand sie auf, schnippte den zweiten Zigarillo in einen der Mülleimer und machte sich langsam auf den Weg zu Klara. ’Wieso um alles in der Welt nenne ich sie eigentlich Klara? Sie ist meine Großmutter.’ ging es Isabella durch den Kopf als sie kurz vor dem Café stehen blieb und dann klopfte.

Kira war nach einer Weile auf gestanden und ging zu ihrem Auto. Sie setzte sich hinein und schaute dann erst auf den Zettel welchen ihr die Frau gegeben hatte. Die Adresse die auf diesem Zettel stand kam ihr bekannt vor. Sie tippte sie in ihr Navi ein und sah daß es eine der Adressen war die sie im Netz gefunden hatte. Es war ein Café in welchem sich wohl hauptsächlich Serva trafen. Sie schaute auf die Uhr die kurz vor acht zeigte. Sie startete den Wagen und fuhr zu der angegebenen Adresse. Da diese in einer Fußgängerzone war musste sie das Auto auf einem Parkplatz in der Nähe abstellen. Da sie nicht wusste, was sie so lange in dieser fremden Stadt machen sollte, ging sie langsam zu der Adresse. Diese befand sich in einer Seitenstraße. An der Tür gab ein keine Klingel also klopfte sie einfach. Nach einigen Augenblicken öffnete ihr eine Frau die Tür. Sie trug das Halsband einer Serva und eine hellgraue Tunika. „Was kann ich für Sie tun?“ fragte sie.
„Entschuldigung, aber ich soll mich hier mit jemandem treffen.“
Die Frau musterte sie und fragte „Und mit wem wollen Sie sich hier treffen?“
„Ich weiß nur daß sie Isabella heißt.“ sagte Kira schüchtern.
„Na sag das doch gleich. Komm rein.“ sagte die Frau die auf einmal freundlich lächelte. Sie führte sie eine schmale Treppe hinauf in einen freundlich eingerichteten Gastraum. Dort führte sie sie an einen kleinen Tisch in einer Ecke. Dieser war wie alle Tische hier nur etwa einen halben Meter hoch, es gab keine Stühle sondern nur Kissen die um die Tische herum lagen. „Nimm Platz, was möchtest du denn trinken? Kaffee, Schokolade oder lieber etwas anderes?“
„Eine Schokolade bitte.“ sagte Kira. Sie setzte sich im Schneidersitz an den Tisch und schaute sich um. An den Tischen knieten einige Frauen, die meisten zu mehreren an einem Tisch, einige aber auch zu zweit oder alleine. Alle trugen sie Halsbänder, stellte Kira fest. Und die Meisten waren mit Tuniken bekleidet. Kira kam sich hier in ihrer Jeans und ihrer Lederjacke wie ein Fremdkörper vor. Sie zog die Jacke aus und legte sie neben sich, was die Sache durch die leichte Bluse die sie trug nicht besser machte. Nach kurzer Zeit kam die Frau wieder und brachte ihr eine Tasse heiße Schokolade und einen kleinen Teller mit Keksen. „Hier, bitte Sehr.“ sagte sie freundlich und ging wieder. Kira schaute sich möglichst unauffällig um. Die Frauen an den Tischen unterhielten sich, mal mehr mal weniger laut, einige lachten. Abgesehen davon daß die Tische viel zu niedrig waren und das die meisten Frauen alle ähnliche Kleidung trugen war dies offenbar ein ganz gewöhnliches Café. Sie schaute gelegentlich aus dem Fenster und beobachtete die Menschen auf der Straße. Sie drehte sich gerade um um einen Schluck aus der mittlerweile dritten Tasse Schokolade zu trinken da kam die Frau herein die ihr in der Schule den Zettel gegeben hatte. Die Ältere Frau, offenbar die Wirtin, zeigte zu Kiras Tisch und die Frau kam auf sie zu.
Kira wollte auf stehen. „Bleib sitzen.“ sagte die Frau und kniete sich ihr gegenüber an den Tisch.
„Hallo, ich bin Isabella. Du musst dann wohl Kira sein.“ sagte sie.
Kira sah sie verwundert an, woher kannte die Frau ihren Namen?
„Schau nicht so erstaunt. Deine Schwester hat mir von dir erzählt.“ sagte die Frau.
Kira riss die Augen auf. „Sie kennen sie? Ist sie an der Schule?“
„Ich bin ihre Lehrerin.“ sagte Isabella. „Ich denke, schon daß ich sie relativ gut kennen gelernt habe.“
„Aber warum hat die Schulleiterin dann gesagt, das sie mir nichts sagen kann? Wo ist sie jetzt? Geht es ihr gut? Kann ich zu ihr?“ Kira überschlug sich beinahe mit ihren Fragen.
„Langsam. Ich will dir alles erklären, aber eins nachdem Anderen bitte.“ sagte Isabella.
„Bitte, ich möchte doch nur mit ihr reden.“ sagte Kira drängend.

Isabella legte eine Rose auf den Tisch. „Ich möchte dir zuerst etwas über diese Rose hier erzählen.“ sagte sie ruhig. Kira sah sie verständnislos an. „Wenn du diese Geschichte kennst, wirst du verstehen, warum du deine Schwester nicht sehen kannst. Aber zu erst mal, es geht ihr gut und es fehlt ihr an nichts, sie hat Freunde und sie ist eine gute Schülerin.“
„Es geht ihr wirklich gut?“ fragte Kira nach. Wieder liefen ihr Tränen die Wange hinunter.
„Ja, es geht ihr gut und sie ist gesund. Aber bevor du weiter fragst, lass mich dir bitte etwas erzählen.“ sie deutete auf die Rose. „Den Stock von dem diese Blume stammt, hat vor etwa 16 Jahren eine Schülerin aus einem Zweig wie diesem hier gezogen und im Garten in der Schule eingepflanzt. Diese Schülerin hatte eine Dummheit begangen und aus Angst vor der Strafe ist sie weg gelaufen und nie wieder gekommen. Deine Schwester und einige andere aus meiner Gruppe kümmern sich um diesen Rosenstock. Deshalb habe ich sie dir mit gebracht. Ich möchte auf keinen Fall, daß deine Schwester eine ähnliche Dummheit begeht. Denn Schülerinnen die weg laufen, werden von der Polizei gesucht und kommen wenn diese sie findet ins Gefängnis wo sie ihre ursprüngliche Strafe absitzen müssen. Und das lasse ich auf keinen Fall zu. Denn dort geht es ihr bestimmt nicht so gut wie es ihr hier geht und wie es ihr gehen wird, nachdem sie versteigert wird. Die Gefängnisse sind sicher nicht die Schreckensanstalten die manche Leute sich vorstellen aber leicht hat es dort niemand. Die Arbeit dort ist wesentlich härter als die einer Serva.“
„Aber darf ich sie denn nie wieder sehen?“ fragte Kira weinend.
„Ich will dich nicht anlügen. Deshalb muss ich sagen, daß ich das nicht weiß. Es liegt nicht an mir sondern an ihrer zukünftigen Herrschaft und nicht zuletzt auch an ihr selbst. Ich kann dir nur so viel sagen: es gibt nicht all zu viele Serva die den Kontakt zu ihrer Familie nicht suchen. Und ich bin mir ziemlich sicher daß sie das ebenfalls tun wird. Es gibt keine Regel und kein Gesetz das es verbietet daß eine Serva ihre Familie sehen darf. Die einzige Einschränkung ist die daß eine Serva nicht von ihren Angehörigen gekauft werden darf.“
Kira sah zu ihr auf und schluckte. „Was ist wenn ich an die Schule gehe und selber Serva werde? Dann würde ich sie doch sehen, oder?“
Isabella sah ihren entschlossenen Gesichtsausdruck. „Das könntest du versuchen, ja.“ Kira sah sie noch immer entschlossen an. „Aber abgesehen davon, daß Miss Wilhelmina dem nie zustimmen würde, was denkst du denn wie Mara reagieren würde? Sie würde sich ganz bestimmt nicht freuen, dich unter diesen Umständen wieder zu sehen. Im Gegenteil, sie wäre sicher ziemlich wütend auf dich. Und ganz ehrlich, was würde das bringen? Du würdest sie höchstens ein viertel Jahr lang sehen. Denn dann wird sie versteigert während du noch mehr als ein Jahr an der Schule wärst. Und wenn du nicht gerade als freie Schülerin an die Schule kommen würdest, was deine Eltern eine ganze Stange Geld kosten würde, würdest du nach zwei Jahren an der Schule ebenfalls versteigert werden und deine Chance sie wieder zu sehen wäre noch geringer.“
„Was würde das kosten wenn ich an die Schule kommen will?“ fragte Kira noch immer mit entschlossenem Blick.
„Das weiß ich nicht, das kommt auch darauf an, was deine Eltern verdienen. Aber es würde sowieso nicht gehen. Miss Wilhelmina weiß wer du bist und auch ihr dürfte klar sein, warum du an die Schule wolltest. Und ihre Antwort kann ich dir gleich sagen. Sie wird dich nicht aufnehmen.“
Kiras Blick wurde wieder glasig und neue Tränen rannen ihre Wange hinab.
„Wie bist du eigentlich darauf gekommen sie ausgerechnet hier zu suchen?“ wollte Isabella nun wissen.
„Ich habe sie im Fernsehen gesehen.“ Kira erzählte wie sie mit ihrem Vater nach Frankfurt gefahren war nachdem sie Mara in den Nachrichten gesehen hatte und sie diese dort nur knapp verpasst hatte. Sie erzählte auch davon daß die Suche nach dem Fahrschulwagen erfolglos geblieben war, davon daß sie sich im Netz alle möglichen Informationen über Serva besorgt hatte und heraus gefunden hatte welche drei Schulen am nächsten waren und das sie einfach auf gut Glück hier her gefahren war weil diese Schule am nächsten lag.“
„Ich verstehe.“ sagte Isabella nachdenklich. „Dann warst du die Verrückte, die ihr vors Auto gesprungen ist.“
Kira nickte nur wortlos und sah Isabella an. Noch immer waren ihre Augen feucht und sie zog schniefend die Nase hoch.
„Ich werde jetzt etwas ganz ganz dummes tun und ich hoffe, ich werde es nicht bereuen. Wenn du mir versprichst, daß du kein Wort sagst und dich auch nicht bemerkbar machst, dann sage ich dir, wie du sie sehen kannst. Nur sehen, nicht mehr.“
„Was muss ich dafür tun?“ fragte Kira unsicher.
„Du musst mir versprechen, danach sofort zurück nach Hause zu fahren.“ sagte Isabella ernst. „Aber wehe du machst auch nur den Versuch, dich bemerkbar zu machen.“
Nun sah Kira sie leicht verängstigt an. Isabellas Mine ließ keinen Zweifel daran daß sie soeben eine Drohung ausgesprochen hatte die sie absolut ernst meinte ohne die Konsequenzen zu nennen die für Kira sicher sehr unangenehm werden würden. Kira nickte nur.
„Gut. Gib mir dein Comm.“ sagte Isabella. Kira holte das Comm aus der Tasche und reichte es Isabella zögernd. Diese öffnete eine Karte und markierte mit einem Fingertippen einen Ort darauf. „Morgen Früh, kurz vor halb sechs versteckst du dich in dem großen Gebüsch auf der Seeseite dieses Weges. Gegenüber ist eine große Wiese. Da kannst du sie sehen. Und glaub mir, es wird dir nicht gut bekommen wenn du dich bemerkbar machst.“
Kira sah sie nur an und nickte. „Vielen Dank.“ sagte sie leise. Sie sah in Isabellas Ausdruck daß diese die Drohung auch ohne daß sie eine Konsequenz aus zu sprechen ernst meinte.
Isabella holte den Umschlag den Miss Wilhelmina ihr gegeben hatte aus der Tasche und öffnete ihn, darin fand sie zwei Bilder. Eines war eine Kopie des Bildes welches sich in Maras Akte befand, das Andere zeigte die ganze Gruppe einschließlich ihr selbst. Sie gab Kira die beiden Bilder und schrieb ihre Comm ID auf den Umschlag. „Wenn irgend etwas ist kannst du mich mit dieser ID erreichen.“ Kira sah sich die Bilder an. Sie strich mit den Fingern über Maras Bild und bemühte sich nicht wieder zu weinen.
„Weißt du schon wo du die Nacht über schlafen kannst?“ fragte Isabella sie.
Kira schüttelte nur den Kopf und sah weiterhin das Bild an.
„Ich werde Klara mal fragen ob du im Gästezimmer schlafen kannst.“ sagte sie und winkte die Wirtin heran.
„Was kann ich euch denn noch bringen mein Schatz?“ fragte diese.
„Danke, nichts mehr, ich muss gleich wieder gehen. Aber kannst du Kira bitte im Gästezimmer unterbringen? Sie fährt morgen wieder nach Hause aber sie kann ja heute Nacht schlecht in ihrem Auto schlafen.“
„Das lässt sich einrichten.“ sagte Klara.
„Ich danke dir.“ sagte Isabella und stand auf. Sie reichte Kira die ebenfalls aufgestanden war die Hand und umarmte dann Klara bevor sie die beiden alleine ließ.

„Dann komm mal mit Kira, ich zeige dir das Gästezimmer. Wann möchtest du denn auf stehen?“
Kira überlegte kurz. Der Ort den Isabella ihr gezeigt hatte war mit dem Auto in weniger als zehn Minuten zu erreichen. „Ich muss um fünf auf stehen.“
„Oh, so früh bin ich das letzte Mal aufgestanden als ich noch in der Schule war.“ sagte Klara und lachte. „Aber um die Zeit gibt es noch kein Frühstück.“
„Das macht nichts. Ich kann mir was auf dem Heimweg kaufen.“
Klara führte Kira an dem kleinen Tresen vorbei der den Gastraum von den Wirtschaftsräumen abgrenzte. Sie gingen eine Treppe hinauf und Klara zeigte ihr das Gästezimmer. „Das war früher mal Isabellas Zimmer. Als sie mit der Schule fertig war und Lehrerin wurde hat sie immer hier geschlafen wenn sie frei hatte, aber seit sie sich dieses Haus gekauft hat steht das Zimmer leer und ich nutze es gelegentlich als Gästezimmer.“
Kira sah sich in dem kleinen Zimmer um. Auf einem Regal standen eine Unmenge gerahmter Bilder. Sie ging zu dem Regal und schaute sich diese an.
Klara nahm eines der Bilder. „Sie hat so viel von ihrem Vater. Nur die Augen, die hat sie von ihrer Mutter.“ Klara lächelte als sie Kira das Bild zeigte.
„Ihre Mutter ist eine Serva?“ fragte Kira.
„Mein Sohn hat sie gekauft, da war er 28. Sie war damals gerade 20 geworden. Sie war so ungeheuer schüchtern.“ Klara lächelte. „Ganz anders als Isabella. Aber sie hat dennoch einen ungeheuren Respekt vor ihrer Mutter.“
„Wie ist es eine Serva zu sein?“ wollte Kira wissen.
Klara sah sie nachdenklich an. „Es ist gut, wenn man es nicht anders kennt. Mein Herr hatte mich in Montreux gekauft weil das angeblich die beste Schule ist. Aber ich glaube, bloß weil es die erste Schule war an der Serva ausgebildet wurden braucht man sich dort nichts einzubilden. Natürlich bin ich stolz darauf an der ältesten Schule ausgebildet worden zu sein aber bloß weil etwas anders ist muss es nicht besser oder schlechter sein. Das gilt auch für die Schulen. Wahrscheinlich hat jede ihre Vorzüge und Nachteile. Ich war dann ungefähr fünf Jahre bei ihm gewesen als er mich gefragt hat, ob ich ihn heiraten möchte. Natürlich habe ich sofort ja gesagt.“ sie lächelte abwesend als sie das erzählte.
„Also haben Sie den Mann der sie gekauft hat, vorher nicht einmal gekannt und ihn trotzdem geheiratet.“
„Natürlich. Ich habe ihn geliebt. Warum hätte ich das denn nicht tun sollen?“ Kira sah sie ungläubig an „Weißt du, Liebe ist wie Wasser in einem Topf. In einer normalen Beziehung ist es so als ob man den Topf mit kochendem Wasser auf die kalte Herdplatte stellt. Es kühlt langsam ab bis es schließlich ganz kalt ist. Aber bei einer Serva ist das anders. Es ist so als ob man den Topf mit lauwarmen Wasser auf die heiße Herdplatte stellt. Das Wasser wird immer wärmer bis es schließlich zu kochen beginnt.“
Kira sah sie nachdenklich an. „Ich weiß nicht, ich habe mir das immer anders vorgestellt.“
„Weil du es nicht anders kennst, genau so wie ich es nicht anders kenne. Ich will nicht sagen das deine oder meine Vorstellung besser ist. Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen genau so wie du später mal aus deiner Erfahrung sprechen wirst.“ Klara schaute aus dem Fenster und betrachtete den Mond der durch dieses zu sehen war. „Aber eines lässt sich sicher nicht von der Hand weisen, wenn in einer Beziehung, egal ob zwischen Mann und Frau oder zwischen zwei Männern oder zwei Frauen ein Partner das Sagen hat, gibt es viel weniger Konflikte und die Beziehung ist viel harmonischer. So habe ich das immer wieder erlebt. Das habe ich bei mir und meinem Herren so erlebt, ich sehe es bei meinem Sohn und seiner Frau und ich sehe es bei Isabella und ihrer Frau. Ich kann nicht sagen ob gleichberechtigte Beziehungen besser sind oder solche in denen nur einer das Sagen hat. Aber stabiler scheinen sie mir auf jeden Fall zu sein.“
Kira sah sie nachdenklich an „Also ist es das Beste ich werde entweder selbst Serva oder kaufe mir eine?“
Klara sah sie an und musste lachen. „So in etwa, ja. Wenn du wirklich weißt, daß du bereit bist zu dienen, daß es dich erfüllt nur für den anderen da zu sein, warum solltest du dann nicht Serva werden? Es ist ja nicht so, daß man bei der Versteigerung nicht auch ein kleines Bisschen mitreden kann, wenn einem ein Interessent absolut nicht gefällt. Natürlich fällt es einem leichter wenn man sich einfach eine Serva aussuchen kann die einem gefällt. Aber wenn man es richtig machen will als Herrin oder als Herr, dann gehört schon eine Menge Verantwortung dazu. Nicht umsonst heißt es ’Eigentum verpflichtet’. Natürlich gibt es auch einige denen es egal ist, wie es einer Serva geht, aber die Herrschaften wissen in der Regel worauf sie sich einlassen und werden dieser Verantwortung in den allermeisten Fällen auch gerecht. Ich bekomme das ja von den Frauen die hier ins Café kommen jeden Tag mit.“

Klara schaute auf die Uhr „Ich glaube, wenn du morgen so früh raus willst, dann solltest du dich langsam mal ins Bett legen. Im Schrank liegen Nachthemden, du kannst dir gerne eines nehmen. Und wenn du dich, bevor du wieder fährst, noch einmal ausruhen willst, dann kannst du gerne noch mal her kommen. Ich bin spätestens um sieben wach.“
„Vielen Dank.“ sagte Kira und zog sich um nachdem Klara die Tür hinter sich geschlossen hatte. Sie legte sich ins Bett und konnte es kaum erwarten ihre Schwester endlich wieder zu sehen, auch wenn dieses Wiedersehen nur einseitig werden würde. Während sie sich darauf freute und über das was Klara gesagt hatte nach dachte fiel sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf.


Als Isabella in ihr Zimmer kam lagen Maja und Frida in ihrem Bett und hatten sich dort ziemlich breit gemacht. Frida lag zusammen gerollt am Fußende und belegte so die untere Hälfte des Bettes während Maja die obere Hälfte für sich beanspruchte.
„Na toll.“ sagte sie und schüttelte Frida am Arm bis diese verschlafen die Augen öffnete. „Raus aus meinem Bett. Ich will mich hin legen.“ sagte sie leise.
Frida rappelte sich auf und verließ das Bett. „Was soll ich denn jetzt machen?“ fragte sie.
Isabella sah sie einen Moment lang an. Genau das Selbe fragte sie sich selbst gerade, allerdings aus einem ganz anderen Grund. „Du geht’s in dein Bett und schläfst. Es ist nämlich schon lange Zeit dazu. Wir reden morgen weiter.“
„Ja Herrin.“ sagte Frida, knickste und verließ das Zimmer. Leise schloss sie die Tür hinter sich.
Isabella sah noch eine Weile zur Tür dann raffte sie sich auf und zog ihr Nachthemd an. Sie tippte Maja an und sagte leise „Mach mal Platz, ich will mich hin legen.“
Maja öffnete die Augen, sah zu ihr und rutschte ganz an die Wand wo sie unter die Decke schlüpfte. Isabella legte sich zu ihr und nahm sie in die Arme. Maja rutschte etwas nach unten, legte den Kopf an Isabellas Schulter und den Arm um ihre Taille. „Hallo meine Herrin.“ sagte sie leise. Isabella küsste sie auf den Kopf „Hallo meine Liebste.“ sagte sie, strich ihr mit der Hand über den Rücken und schloss die Augen.



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  RE: Neue Horizonte Datum:17.03.17 09:20 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo
Das deine Geschichte gut ist haben ausser mir schon einige andere geschrieben
Doch diese Fortsetzung hat Extraklasse Dank dafür
.
95 % der Literatur sind Kopfkino selbst die Bibel denn keiner der Schreiber war dabei
bin für Fragen offen und werde Tip´s geben sofern ich es kann
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HeMaDo
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  RE: Neue Horizonte Datum:17.03.17 21:36 IP: gespeichert Moderator melden


Miss Isabellas Trillerpfeife weckte die Schülerinnen unsanft aus ihrem Schlaf. Sie hatte in die Betten geschaut und festgestellt, daß eines davon leer war. Es war Kims Bett. Diese lag, offenbar mit dem Kopf am Fußende in Georgias Bett denn ihre Füße schauten neben deren Kopf unter der Decke hervor.
Die meisten der Schülerinnen sprangen aus ihren Betten und gingen zu ihren Schränken. Nur Kim und Georgia brauchten etwas länger um aus dem Bett zu kommen denn offenbar trug Kim die Handfesseln die ihre Hände hinter ihrem Rücken hielten und die Georgia erst öffnen musste.
„Hey ihr Beiden, übertreibt es mal nicht. Die Anderen brauchen ihre Nachtruhe genau so wie ihr.“ sagte Miss Isabella zu den Beiden nachdem sie es geschafft hatten auf zu stehen.
„Das ist nicht so schlimm Miss.“ sagte Mandy die bereits vor ihrem Bett stand. „Die Beiden machen kaum Lärm. Mich stört es nicht.“
„Na, wenn du das sagst.“ Miss Isabella schaute selbst etwas verschlafen an der Reihe der Schülerinnen entlang. Sie stutzte weil ihr irgend etwas seltsam vor kam. Dann sah sie genauer hin und bemerkte erst jetzt, daß Frida nicht vor ihrem Bett stand. Sie ging zu dem letzten Bett der Reihe und beugte sich über die schlafende Frida. Sanft tippte sie diese an bis sie die Augen öffnete und sie an lächelte. „Schönen guten Morgen junges Fräulein, möchten sie das Frühstück im Bett zu sich nehmen? Darf ich ihnen Kaffee und Brötchen bringen?“ fragte Isabella sanft.
„Oh ja gerne, das wäre schön.“ sagte Frida noch immer mit einem verschlafenen Lächeln im Gesicht.
Miss Isabella stellte sich nun neben Fridas Bett und schrie so laut sie konnte: „Du hast genau eine Minute Zeit, dich um zu ziehen. Wenn du bis dahin nicht da stehst, wo du stehen sollst, lasse ich dich nackt um den See laufen.“
Frida öffnete die Augen und starrte sie an wie ein Kaninchen die Schlange. Regungslos blieb sie einen Moment liegen bis sie begriff, was Miss Isabella gesagt hatte. Dann sprang sie aus ihrem Bett und schlug lang auf dem Boden auf weil sich die Decke um ihre Füße gewickelt hatte. Sie rappelte sich auf, lief zu ihrem Schrank und zog im Laufen das Nachthemd aus welches sie einfach in den Schrank warf. Dabei fing sie sich einen Schlag von Miss Isabellas Gerte ein. „Beeilung, du hast noch genau 30 Sekunden Zeit.“ schrie diese.
Frida zog die Sporthose und den Sport BH an so schnell sie konnte und stellte sich vors Bett.
„Das hat ja gerade noch so geklappt.“ sagte Miss Isabella und schlug ihr zwei mal fest auf den Hintern. „Die Hose noch mal aus und richtig herum anziehen.“ sagte sie. Frida zog die Hose aus, ordnete sie und zog sie endlich richtig an. „So, und das Selbe machen wir auch mit dem Oberteil.“ sagte Miss Isabella und schlug ihr einmal auf den Rücken, knapp unterhalb der Schulterblätter.
„Na also.“ sagte Miss Isabella langgezogen und grinste breit. „Geht ja doch Frida.“
Diese sah sie an und sagte „Entschuldigung Herrin.“ worauf hin Miss Isabella mit den Augen rollte. Das würde sie wahrscheinlich nie wieder aus ihr heraus bekommen.

Miss Isabella öffnete die Tür und die Frauen liefen hinter ihr her aus dem Gebäude, durch den Hof wo Maja sich ihnen anschloss und aus dem Tor heraus in den Park. Sie liefen drei Runden um den See herum und nahmen dann auf der Wiese Aufstellung. Nach zwanzig Liegestützen, für die mittlerweile selbst Caro nicht länger brauchte als die anderen Schülerinnen mussten sie Hampelmänner machen bis Miss Isabella „Stop!“ rief. Maja machte die Übungen genau so mit wie die Schülerinnen und auch beim Üben der Haltungen nahm Miss Isabella sie nicht aus und verschonte sie beim Präsentieren auch nicht vor der Gerte. Dabei warf Maja ihr allerdings mehrmals einen leicht verärgerten Blick zu. Während dessen schaute Miss Isabella mehrmals unauffällig in das große Gebüsch auf der gegenüberliegenden Seite des Weges und meinte dort ab und zu eine Bewegung zu bemerken.
„So, Ich habe hier gleich noch eine kleine Änderung.“ rief Miss Isabella worauf hin die Schülerinnen sie verwundert an sahen. „Eine von Euch war gestern bei Miss Wilhelmina und hat ihr gesagt, daß sie gerne Lehrerin werden möchte. Ich habe die zweifelhafte Ehre zu beurteilen ob sie für diese Aufgabe überhaupt geeignet ist. Deshalb wird die liebe Chris jetzt mal den Morgenlauf zum Abschluss bringen und danach noch mal eine Runde die Haltungen üben lassen. Und zwar mit allem was dazu gehört. Ich werde mir das von hier aus ansehen.“ sie ging zu Chris die sich vollkommen überrumpelt fühlte, gab ihr die Gerte und sagte „Dann mal los, eine Runde laufen und dann die Haltungen üben lassen.“
Zögernd nahm Chris die Gerte und sah sie fragend an.
„Na los jetzt.“ sagte Miss Isabella. „Wenn du Lehrerin werden willst, gehört das auch dazu.“
„Ja Miss.“ sagte Chris. Zu den anderen Schülerinnen sagte sie „Kommt mit.“ und lief los. Die Anderen sahen sich an und folgten Chris dann. Nur Maja blieb stehen und ging auf Isabella zu.
„Was ist denn mit dir? Du kannst auch noch mal mit laufen.“ sagte diese lachend. „Das schadet dir nichts.“
„Und Sie bleiben hier stehen und ruhen sich aus Herrin.“ sagte Maja und streckte ihr die Zunge heraus bevor sie schnell los lief um ihrer Gerte zu entkommen.
Lachend sah Isabella ihr hinter her bevor sie auf die andere Seite des Weges ging und dort mit dem Rücken zu dem Gebüsch stehen blieb.
„Warum haben Sie sie geschlagen?“ hörte sie hinter sich eine Stimme.
„Weil das nun mal dazu gehört. Es tut mir leid, daß du das mit ansehen musst aber ich werde wegen dir sicher nicht den Ablauf ändern. Außerdem wolltest du es selbst so.“ sagte Isabella. „Bist du nun zufrieden?“
„Ich würde gerne mit ihr reden.“ sagte Kira.
„Du weißt, daß das nicht geht.“
„Ja, ich weiß. Trotzdem, vielen Dank.“
„Gerne geschehen. Wenn wir weg sind, wartest du noch ein paar Minuten und fährst dann sofort nach Hause, bevor deine Eltern sich sorgen machen, die Polizei rufen und eine Vermisstenanzeige aufgeben. Wenn du willst, kannst du mich abends gerne anrufen.“
„Vielen Dank.“ sagte Kira als die Schülerinnen den Weg wieder entlang gelaufen kamen.

„Hört doch auf damit, das ist gemein.“ rief Chris. Dir Anderen stellten sich lachend in einer Reihe auf die Wiese und alberten herum.
„Chris, lass dich nicht veralbern, setz dich durch und wenn sie nicht hören, nimm die Gerte, die hast du nicht um damit in der Luft herum zu wedeln.“ rief Miss Isabella grinsend.
Leiser, so das es nur Kira hinter ihr hören konnte sagte sie „Mir ist das ganz genau so gegangen als ich mich entschlossen hab, Lehrerin zu werden. Da muss sie einfach durch, auch wenn es ihr schwer fällt.“
Chris stellte sich vor ihre Mitschülerinnen und rief „Jetzt mach bitte alle zehn Liegestütze und dann Hampelmänner.“
Miss Isabella legte die Hand vor die Augen und schüttelte den Kopf. Hatte Chris gerade tatsächlich bitte gesagt?
Nur Larissa und Maja gingen auf die Knie, beugten sich vor und begannen mit den Liegestützen, die Anderen standen nur da und schauten, noch immer lachend zu Chris.
„Los Chris, setz dich durch. Wenn du Lehrerin werden willst, dann tu was nötig ist.“ rief Miss Isabella.
Chris ging zögernd zu Mandy die als Erste in der Reihe stand und schlug ihr mit der Gerte auf den Hintern. Doch statt mit den Liegestützen an zu fangen lachte diese nur. Miss Isabella schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht, ob sie wirklich das Zeug dazu hat, Lehrerin zu werden.“ sagte sie leise. Lauter rief sie: „Also Chris, ich glaube ja nicht, daß du so Lehrerin wirst.“
Nun holte Chris aus und schlug Mandy fest mit der Gerte auf den Hintern. Endlich ging diese auch in die Knie und begann noch immer grinsend mit den Liegestützen. Erst als Chris auch noch Caro mit der Gerte dazu ermuntert hatte, begannen auch die Anderen mit den Liegestützen, während Larissa und Maja bereits Hampelmänner machten. Nachdem alle fertig waren rief Chris „Jetzt hin knien.“ Die Anderen knieten sich hin. Bei keiner machte Chris Anstalten die Haltung zu korrigieren, das war auch nicht nötig denn diese hatten alle oft genug geübt um diese perfekt zu beherrschen. Chris ließ die Frauen sich hin stellen und dann präsentieren. Miss Isabella konnte deutlich sehen, wie schwer es ihr fiel die anderen zu schlagen, entsprechend locker schlug sie auch zu so daß keine einen Laut von sich gab. Erst als sie hinter Maja mit der Gerte aus holte rief Miss Isabella „Halt Chris, das darf nur ich. Maja komm so lange mal lieber hier her.“
Maja trat aus der Reihe und stellte sich neben Isabella. „Vielen Dank meine Herrin“ sagte sie und gab ihr einen Kuss. „Aber das wäre nicht nötig gewesen.“
„So so, wenn dir das gefällt, können wir das gerne später nachholen.“ sagte Isabella und grinste breit.
„Kira, das ist Maja, meine Frau. Maja, das hinter uns im Gebüsch, nicht um drehen, ist Kira, Maras Schwester.“
„Hallo Kira.“ sagte Maja leise während Chris noch ein paar mal die Haltungen mit ihren Mitschülerinnen durch ging.
„Hallo.“ entgegnete Kira zögernd.
„Kira, denk dran, gleich nach Hause zu deinen Eltern. Keinen Stadtbummel machen oder so.“
„Ja, mache ich, vielen Dank noch mal.“
„Gern geschehen.“ sagte Isabella zu Kira. Zu Maja sagte sie „Dann komm, ich will das mal beenden bevor die Anderen noch sauer auf Chris werden.“ Sie ging gefolgt von Maja zu den Schülerinnen und nahm Chris die Gerte ab die sie sichtlich erleichtert zurück gab. Dann liefen sie zusammen zurück in die Schule wo sie sich duschten und dann zum Frühstück gingen.
Zurück im Schlafsaal sagte Miss Isabella „Ich wünsche euch einen schönen Sonntag, wenn etwas ist, ich bin in meinem Zimmer oder irgend wo in der Schule.“ dann verließ sie den Schlafsaal und ging zurück in ihr Zimmer.

Chris setzte sich auf ihr Bett und beobachtet ihre Mitschülerinnen die sich unterhielten und gelegentlich zu ihr zeigten. Plötzlich kamen alle zu ihr und stellten sich um ihr Bett. Chris sah sie ängstlich an. „Das tut mir leid, ich wollte das doch nicht. Hätte ich das gewusst, hätte ich erst am letzten Tag gesagt, daß ich Lehrerin werden will.“
„Steh auf.“ sagte Mandy zu ihr. Chris sah sie an, schluckte, stand auf und schloss die Augen in Erwartung dessen was nun kommen würde. Sie nahm sich vor sich auf keinen Fall zu wehren.
Mandy sah in die Runde und nickte. Larissa trat als erste zu Chris. Sie fasste sie an den Schultern und nahm sie in den Arm. Auch die Anderen gingen nacheinander zu Chris und umarmten sie.
„Warum tut ihr das?“ fragte sie erstaunt.
„Is doch egal ob Miss Isabella uns haut oder du. Aber des musst du noch üben.“ sagte Kim.
Larissa sagte „Ich glaube daß du eine gute Lehrerin wirst Chris. Aber Kim hat recht, die Gerte hat man bei dir kaum gemerkt.“
Die Schülerinnen lachten und Chris fiel befreit in das Gelächter ein. Sie war froh, daß ihre Mitschülerinnen es ihr nicht übel nahmen daß sie sie geschlagen hatte.


Kira hockte im Gebüsch und schaute den Frauen hinter her. Sie hätte zu gerne mit Mara gesprochen. Aber sie sah ein, daß diese Isabella recht hatte. Sie wollte auf keinen Fall, daß Mara wegen ihr weg lief und dann ins Gefängnis kam. Außerdem hatte sie Angst vor der unausgesprochenen Drohung der Lehrerin. Als die Frauen nicht mehr zu sehen waren verließ sie das Gebüsch und ging langsam zu ihrem Auto. Das Angebot von Klara wollte sie nicht an nehmen sondern sondern machte sich sofort auf den Heimweg. Sie dachte darüber nach was sie gesehen hatte. Keine der Frauen, auch nicht Mara schien es groß zu stören daß sie geschlagen worden waren. Als die andere Schülerin sie geschlagen hatte hatten sie sogar gelacht. Kira fand das sehr befremdlich. Sie war sich sicher daß sie sich niemals von jemandem würde schlagen lassen. Auch was Klara ihr gesagt hatte ging ihr während der Fahrt immer wieder durch den Kopf. So schlimm schien diese es nicht zu finden daß sie offenbar einen vollkommen Fremden geheiratet hatte, im Gegenteil, sie schien ihren Mann wirklich gerne zu haben.

Gegen halb Zehn kam sie zu Hause an. Sie ging in die Küche wo sie sich eine Schüssel Müsli machte. Sie holte die Bilder heraus die die Lehrerin ihr gegeben hatte und betrachtete diese während sie aß. Auf dem Gruppenbild sah sie die Frau die ihr in der Schule das Tor geöffnet hatte. Nun wurde ihr klar, warum diese sie so seltsam angesehen hatte, es war eine von Maras Mitschülerinnen gewesen. Sie hoffte, daß sie diese nich in eine unangenehme Situation gebracht hatte.
„Guten Morgen Kiki.“ ihr Vater kam in Jogginghose und T-Shirt in die Küche.
„Hallo Papa.“ sagte Kira. Sie dreht schnell die Bilder um.
„Wie war es bei deiner Freundin.“ fragte er.
„Gut.“ entgegnete Kira. „Und wie war es in der Bar?“ fragte sie und sah ihn nachdenklich an.
„Wie soll es gewesen sein?“
„Naja, hast du eine Frau gefunden die du mir zeigen kannst?“ es war kein Geheimnis zwischen den Beiden daß ihr Vater nach der Scheidung eine Freundin suchte. Die Beiden hatten lange darüber geredet und er hatte ihr klar gemacht, daß das seine Sache ist und er dennoch immer für Kira da sein würde.
„Wie kommst du denn darauf?“ fragte er amüsiert.
„Du hast dich noch nicht geduscht. Du riechst nach Rauch, Alkohol und nach billigem Parfüm.“ sagte sie.
„Da siehst du es mal wieder. Genau so billig wie das Parfüm sind auch die Frauen die man in so einer Bar treffen kann.“ Ihm fiel Kiras nachdenklicher Blick auf.
„Warum kaufst du nicht eine Serva? Aber nicht in drei Monaten in Straßburg.“ sagte sie ohne groß nach zu denken. Erst als sie sein erstauntes Gesicht bemerkte wurde ihr wirklich klar, was sie da gerade gesagt hatte.
Er setzte sich ihr gegenüber an den Tisch und sah ihr ins Gesicht. „Wie kommst du denn jetzt da drauf? Hast du mir vielleicht etwas zu sagen?“
Kira hielt seinem Blick stand und nickte. Sie schob ihm wortlos die Bilder hin.
„Wer ist das alles?“ fragte er ohne wirklich genau hin zu sehen und hielt das Gruppenbild hoch.
Kira schluckte, ihr war klar, daß er ziemlich verärgert sein würde wenn sie ihm sagte wo sie gewesen ist. „Die Frau mit den langen braunen Haaren heißt Isabella. Sie ist Maras Lehrerin.“ sagte sie leise. „Ihre Großmutter ist eine ganz nette Frau, ich habe letzte Nacht bei ihr übernachtet.“
Nun sah er genauer hin und erkannte Mara auf dem Bild. Sie stand neben einer Blondine die einen halben Kopf kleiner war und hatte ein freches Grinsen im Gesicht. Dann drehte er das andere Bild um das offenbar eine große Version eines Ausweisbildes war. Trotz ihrer markanten, roten Locken und der Sommersprossen erkannte er Mara auf diesem Bild kaum wieder. Sie war erwachsen geworden und sah viel reifer aus als er sie in Erinnerung hatte.
„Kira?“ fragte er leise. Sie konnte deutlich sehen wie er sich zusammen nehmen musste.
Sie holte ihr Comm aus der Tasche und zeigte ihm die Bilder die sie aufgenommen hatte während sie sich im Gebüsch versteckt hatte. Die Bilder auf denen man sehen konnte wie die Lehrerin oder die andere Schülerin Mara mit der Gerte schlugen ließ sie dabei allerdings aus. „Die Schulleiterin hat mich weg geschickt. Aber die Lehrerin hat sich nachher mit mir getroffen und mir gesagt wo ich sie sehen kann. Aber ich durfte nicht mit ihr reden.“ sagte sie leise und erzählte ihm von dem Treffen mit der Lehrerin, von deren Großmutter und was sie am Morgen gesehen hatte.
Die Beiden unterhielten sich noch eine ganze Weile. Er machte ihr keine Vorwürfe, im Gegenteil er sagte er hätte auch selbst auf diese Idee kommen können. Doch nachdem sie ihm erzählt hatte, was die Lehrerin ihr erzählt hatte meinte er „Ich möchte nicht, das du das noch mal machst. Aber ich werde in den nächsten Tagen selbst mal dort hin fahren. Vorher werde ich mir die Kamera von einem Bekannten ausborgen. Damit bekomme ich sicher bessere Bilder als mit dem Comm.“ Kira sah ihn fragend an, was wollte er denn mit noch mehr Bildern?
„Wenn du mal darauf geachtet hättest, ein gutes Bild von ihrem Halsband zu bekommen wäre das nicht nötig.“
„Papa bitte, ich will nicht daß etwas passiert.“ sie sah ihn flehend an.
„Na gut, es ist ja noch etwas Zeit. Aber irgend wann werde ich das tun müssen.“
„Ich glaube ich bekomme die Nummer jetzt schon.“ sagte Kira verschwörerisch. Sie nahm ihr Comm und tippte die Nummer von dem Umschlag ein.

„Ich hoffe, es ist wichtig genug um mich beim Karten Spielen zu stören.“ sagte die Stimme auf der anderen Seite.
„Hier ist Kira, Sie haben gesagt, ich kann sie anrufen.“
„Ach du bist das. Bist du gut zu Hause angekommen?“
„Ja, das bin ich. Ich wollte mich noch mal bei Ihnen bedanken.“
„Ist schon in Ordnung. Und warum rufst du wirklich an?“
„Ich muss das einfach wissen, was hätten Sie gemacht wenn ich mich nicht versteckt hätte?“
Ihr Vater sah sie fragend an.
„Das kann ich dir ganz genau sagen, ich hätte dir ein Stipendium für die Schule besorgt in der ich ab diesem Jahr Direktorin bin. Und dann hättest du ganz sicher kein leichtes Leben gehabt.“
Kira schluckte. Sie war sich sicher daß das ernst gemeint war. Sie versuchte sich zusammen zu nehmen „Können Sie mir bitte Maras Nummer sagen?“
Am anderen Ende herrschte kurze Stille „Das kann ich. Aber ich werde es nicht tun. Dazu rufst du mich in frühestens einem Jahr noch mal an.“
„Ich verstehe.“ sagte Kira leise. Ohne groß überlegen zu müssen fragte sie „Wenn ich mit der Oberschule fertig bin, gilt das mit dem Stipendium dann auch noch?“
Ihr Vater, der alles mit gehört hatte warf ihr einen ungläubigen Blick zu während die Lehrerin offenbar sprachlos war.
„Hallo?“ fragte Kira.
„Ich bin noch da.“ Die Lehrerin zögerte kurz „Ja, das gilt dann noch.“
„Vielen Dank Miss. Einen schönen Tag noch.“ sagte Kira.
„Bitte. Dir auch einen schönen Tag.“

„Was sollte das denn?“ fragte ihr Vater. „Du willst doch nicht etwa selber an die Schule gehen?“
„Warum denn nicht? Das sind zwei Jahre. Studieren kann ich danach immer noch. Ich bin noch mindestens neun Monate an der Schule. Bis dahin kann ich mir das doch noch überlegen.“ Sie stand auf und umarmte ihren Vater. „Du stinkst immer noch nach billigem Parfüm, Du solltest duschen gehen.“ sagte sie und musste grinsen. Sie nahm die Rose und stellte sie in ein Glas Wasser. Dann ging sie in ihr Zimmer und suchte im Netz danach wie man Rosen aus einem Zweig ziehen konnte.


Isabella setzte sich wieder an den Tisch und schüttelte den Kopf.
„Was war das denn?“ fragte Ellen und teilte die Karten neu aus.
Isabella warf einen Blick zu Miss Wilhelmina. „Das war Kira, die Schwester von Mara.“
„Wie ist es denn gestern gelaufen?“ wollte Miss Wilhelmina wissen während sie ihre Karten auf nahm.
„Sie war ganz vernünftig nachdem ich ihr von Sarah erzählt hatte. Heute Morgen hat sie sich im Gebüsch am See versteckt und ist dann nach hause gefahren.“
„Und nun wollte sie ein Stipendium von dir?“ wollte Maja wissen.
„Ja. Manchmal verstehe ich die jungen Leute einfach nicht mehr. Ich glaube ich werde zu Alt für das alles.“
„Ach mach dir nichts draus, ich verstehe dich auch manchmal nicht.“ sagte Miss Wilhelmina lachend.
„Was ist denn so schlimm daran wenn sie ein Stipendium will?“ wollte Vitória wissen.
Isabella legte eine Karte ab die Vitória sofort auf nahm und eine andere weg legte. „Na sie weiß doch garnichts über die Schule.“
Miss Wilhelmina schaute Isabella kurz an. „Du wusstest genau so wenig.“
Maja nahm eine Karte vom Stapel, sortierte kurz ihre Handkarten und legte eine Karte ab.
„Ich wusste wenigstens das was meine Mutter mir erzählt hat.“ gab Isabella zurück.
Miss Wilhelmina legte die gerade aufgenommene Karte ab die Ellen sofort auf nahm und eine andere weg legte.
„Denkst du etwa sie hat sich nicht eingehend informiert? Mich wundert ja, das sie überhaupt wegen Maras Nummer bei dir angerufen hat. In einer Woche steht die mit samt allen anderen Informationen für jeden frei zugänglich im Netz.“ sagte Miss Wilhelmina.
Isabella nahm eine Karte auf und sortierte ihren Stapel. Sie zögerte kurz und legte dann doch eine Karte ab. „Verdammt, daran habe ich garnicht gedacht.“
„Mach dir nichts draus.“ sagte Miss Wilhelmina während Vitória die Karte auf nahm die Isabella gerade abgelegt hatte. „Das ist nun mal so. Vielleicht denkt sie ja nicht daran. Aber ich werde allen Käufern noch mal einschärfen sich genau zu überlegen ob sie den Kontakt so früh erlauben wollen. Ein Jahr sollten sie ihnen mindesten geben sie zur Ruhe kommen zu lassen.“
Maja nahm eine Karte vom Stapel. „Also ich wollte das erst garnicht. Aber meine Herrin“ sie schaute kurz zu Isabella „hat mich dann regelrecht dazu gedrängt meine Eltern an zu rufen.“ Sie legte eine Reihe Karten von der sieben bis zum König ab. „Ich bin ja froh das sie sich so gut verstehen.“ nun legte sie vier dreien ab. „Ich hatte große Angst davor was meine Eltern sagen würden.“ sie legte wie beiläufig eine Sieben auf den Stapel. „Bitte sehr.“ sagte sie grinsend. „Schon wieder gewonnen.“
„Wie machst du das?“ wollte Vitória wissen und schüttelte Majas Ärmel um zu sehen ob sie nicht irgend welche Karten darin versteckt hatte.
Ellen lachte und nahm sich einen Keks aus der Schale „Ich würde sagen sie hat einfach viel zu viel Glück bei diesem Spiel.“
Isabella nahm sich ebenfalls einen Keks, trank einen Schluck Kaffee und lehnte sich in ihren Stuhl zurück.



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  RE: Neue Horizonte Datum:18.03.17 14:08 IP: gespeichert Moderator melden


11 – Prüfungen


„Ihr solltet eigentlich noch Musikunterricht bekommen, aber dafür hat die Zeit nicht gereicht. Und bei dem was ihr angegeben habt an Instrumenten spielen zu können ist das, denke ich nicht einmal all zu schlimm.“ Miss Isabella saß auf dem Stuhl im Schlafsaal während die Schülerinnen auf ihren Betten saßen und ihr schweigend zu hörten. „Ihr wisst, daß dies euer letzter Monat hier sein wird. Deshalb erkläre ich eure Ausbildung hier für beendet.“ Die Schülerinnen sahen sie an und nickten. Es war natürlich allen bekannt. Aber erst jetzt wo Miss Isabella aussprach was allen bereits klar war, wurde ihnen so richtig bewusst, was das bedeutete. „Ich habe versucht euch alles bei zu bringen was ihr wissen müsst. Die Ausbildung war sicher nicht leicht und viele von euch haben sicher eine ganz andere Sicht darauf bekommen, was es bedeutet eine Serva zu sein. Aber ich hoffe, ihr habt auch eine andere Sicht auf das bekommen, was ihr leisten könnt, was ihr in der Lage zu seid zu bewerkstelligen und nicht zuletzt auch eine andere Sicht auf euch selbst. Ich habe mir vorhin Bilder von euch angesehen die gemacht wurden als ihr hier her gekommen seid. Wenn ich mir euch jetzt sehe, stelle ich bei allen von euch eine große Veränderung fest. Ihr seid erwachsener als noch vor zwei Jahren. Aber auch ich kann nicht behaupten daß ihr spurlos an mir vorüber gegangen sein werdet wenn ihr in vier Wochen versteigert werdet.“ sie schaute die Schülerinnen an die still auf ihren Betten saßen und alle ein wenig betreten drein schauten.

„Ihr wollt sicher wissen, wie es nun weiter geht. Seit heute Vormittag sind eure Profile für jeden öffentlich zugänglich und es haben sich schon einige Leute registriert und sind als Bieter zugelassen worden. Ein Scheich aus Abu Dhabi hat sich ebenfalls registriert.“ sie machte eine kurze Pause und sah zu Larissa die sie nun ängstlich und mit großen Augen an sah. „Aber aus irgend einem Grund steht dieser auf einer der Sperrlisten und wurde nicht als Bieter zugelassen.“ Sie sah Larissa deutlich ihre Erleichterung an. „Eure Profile werden in der nächsten Woche noch um die Ergebnisse eurer Prüfungen ergänzt werden die morgen beginnen werden. Ich darf euch nicht erzählen wie diese aussehen werden aber ich bin mir sicher daß jede von euch ihr bestes geben wird. Außerdem werden in den kommenden zwei Wochen viele der potentiellen Käufer her kommen um mit einigen von euch zu reden. Wie das aussehen wird kann ich euch nicht sagen, das ist immer anders. Aber es gibt nicht nur den Käufern Gelegenheit sich ein Bild von euch zu machen sondern auch euch die Chance einen ersten Eindruck zu gewinnen. Aber ihr braucht keine Angst zu haben, denn bei diesen Gesprächen werde ich immer dabei sein. Nach diesen zwei Wochen habt ihr zwar nicht unbedingt frei, aber es wird auch keinen Unterricht mehr für euch geben. Wenn ihr irgend etwas habt und reden wollt, könnt ihr jederzeit zu mir kommen. Auch Maja, die ihr ja alle kennt hat sich bereit erklärt hier zu bleiben und für euch da zu sein, wenn ihr jemanden braucht. Und bei ganz wichtigen Dingen könnt ihr auch jederzeit zu Miss Wilhelmina kommen.“ Sie sah auf einen kleinen Zettel den sie in der Hand hielt. „Noch was, ihr habt das Glück die erste Gruppe zu sein die bei dieser Auktion versteigert werden wird. Da habt ihr nicht so viel Zeit zum Nachdenken und zum nervös werden.“ Damit beendete sie ihren Monolog und schaute die Schülerinnen an denen nun endgültig klar geworden war daß für die Meisten von ihnen in einem Monat die Schule vorbei sein würde und sie von da an für eine lange Zeit als Serva bei ihrer Herrschaft leben würden.

„Wenn ihr keine Fragen mehr habt, dann werde ich euch jetzt alleine lassen. Denkt daran, nachher nicht zu spät in die Betten zu gehen.“ sie sah zu Kim und Georgia die es sich am Kopfende von Georgias Bett bequem gemacht hatten und Arm in Arm dort saßen. „Und seht zu das ihr heute Nacht auch wirklich schlaft.“ Die Prüfungen sind nicht immer leicht. Sowas wie schwere Gartenarbeit wird zwar nicht vorkommen aber ich möchte das ihr alle ausgeschlafen seid. Ich wünsche euch noch einen ruhigen Nachmittag. Bis morgen Früh.“ sagte sie, stand auf und lies die Schülerinnen alleine.

Diese begannen nun leise zu reden. Nur Frida saß auf ihrem Bett und starrte in die Luft. Sie fragte sich ob sie das richtige getan hatte. Als sie ihren Eltern ihren Entschluss mit geteilt hatte hatte ihr Vater ihr angedroht ihr die Kreditkarte zu sperren wenn sie in vier Wochen nicht wieder zu Hause sein würde. Doch sie hatte nur geantwortet, daß ihr das egal wäre. Ihre Mutter war darüber auch nicht sehr begeistert, hatte ihr aber klar gemacht, daß sie ihre Entscheidung respektierte.


Am nächsten Morgen wurden sie von Miss Isabella geweckt und mussten zum üblichen Morgenlauf antreten. Chris hatte seit einigen Wochen die Aufgabe diesen, den anschließenden Sport und das Üben der Haltungen durch zu führen. Dazu hatte Miss Isabella ihr ihre alte Gerte überlassen. Man konnte ihr zwar immer noch an sehen wie wenig ihr dies gefiel doch nachdem ihre Mitschülerinnen ihr mehr als nur einmal versichert hatten nicht böse zu sein deswegen ging ihr dies nun immer leichter von der Hand. Wie immer duschten sie sich danach. Die Inspektion führte mittlerweile ebenfalls Chris durch. Miss Isabella stand nur noch neben ihr und sah nach ob sie auch nichts übersah.

Die Prüfungen begannen gleich nach dem Frühstück. Chris, Caro, Mandy und Kim fehlten allerdings. Sie wurden zusammen mit vier Schülerinnen einer anderen Gruppe zu einer Prüfung außerhalb der Schule gefahren. Die anderen Schülerinnen wurden zusammen mit den Schülerinnen der anderen Gruppen in den kleinen Saal gebracht und mussten sich dort, jede für sich, an kleine Tische knien. Den Schülerinnen gegenüber standen die Lehrerinnen und die Schulleiterin.
Diese begann zu sprechen als alle vor ihren Tischen knieten. „Heute werden für euch die Prüfungen an fangen. Wir fangen an mit dem schriftlichen Teil. In den nächsten fünf Tagen werdet ihr dann zeigen müssen wie ihr kochen, putzen und Wäsche machen könnt. Außerdem werden noch einige Aufgaben auf euch zu kommen die zeigen sollen wie gut ihr in organisatorischen Dingen seid. Was wir hier nicht prüfen können ist, wie es um euren Gehorsam steht. Das würde auch nicht viel Sinn machen. Ihr wisst, was passiert, wenn ihr ungehorsam seid. Zu der Prüfung möchte ich noch sagen daß keine von euch durchfallen kann. Es geht hier nicht darum euch in gut oder schlecht ein zu teilen sondern darum wie aufmerksam ihr wart und was ihr von dem was euch beigebracht wurde behalten habt. Außerdem gibt dieser Test eine grobe Einschätzung darüber wo eure Stärken liegen. Denkt bitte daran wenn ihr die Fragen beantwortet. Das Selbe gilt für alle Prüfungen die ihr diese Woche absolvieren müsst. In den nächsten 90 Minuten seid bitte alle still und gebt keinen Laut von euch.“
Vier Lehrerinnen gingen nun durch die Reihen und verteilten die Prüfungsbögen. Als alle Schülerinnen diese vor sich liegen hatten sagte Miss Wilhelmina „Dreht die Aufgaben nun um und fangt an.“
Sie schaute auf die Uhr und kniete sich vor die Schülerinnen. Die Lehrerinnen gingen während sie die Fragen beantworteten durch die Reihen.
„Präsentier dich.“ sagte Miss Vitória als sie neben Mara stand. Sofort stand sie auf, stellte die Beine auseinander und verschränkte die Hände im Nacken. „Das sieht gut aus.“ sagte Miss Vitória. Sie holte mit ihrer Gerte aus und hieb Mara fest auf den Hintern. Es gelang ihr gerade so nicht laut zu schreien. Miss Vitórias Gerte schien um einiges gemeiner zu sein als die von Miss Isabella.
„Gut. Nun mach weiter.“
Mara kniete sich wieder hin und schrieb weiter. Auch die anderen Schülerinnen mussten aufstehen und sich hin stellen oder präsentieren. So bekam jede der Schülerinnen während der 90 Minuten mehrmals die Gerte einer Lehrerin zu spüren. Den Meisten gelang es dabei still zu bleiben. Doch wenn eine der Schülerinnen einen Laut von sich gab bekam sie gleich noch einen Schlag bis sie es schaffte ruhig zu bleiben. Gerade bei Miss Vitória schien es vielen Schülerinnen nicht zu gelingen still zu bleiben.

Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden sammelten die Lehrerinnen die Prüfungsbögen wieder ein. Die Lehrerinnen und die Schulleiterin verließen den Saal.
Nur eine Lehrerin blieb zurück. „Ihr bleibt jetzt alle hier, seid still und bewegt euch nicht.“ sagte sie nur und ging langsam durch die Reihen.
Nach etwa zehn Minuten klopfte es an der Tür. „Mara, komm bitte mit.“ sagte Miss Isabella. Die andere Lehrerin nickte nur knapp. Mara stand auf und verließ zusammen mit Miss Isabella den Saal. Sie führte sie zu einem Raum auf dem selben Flur in dem lediglich ein Sessel und ein kleiner Tisch standen. Vor diesem gab es noch ein Kissen zum Knien.
„Warte bitte kurz hier.“ sagte Miss Isabella und wollte gerade den Raum wieder verlasen.

Sie bemerkte Maras etwas unsicheren Gesichtsausdruck, drehte sich noch mal zu ihr um und schloss die Tür. Sie betrachtete ihre Schülerin eine Weile. Wie oft hatte sie diese Situation schon mit erlebt? Fragte sie sich und gab sich auch gleich die Antwort: fast sechzig mal waren es jetzt gewesen. Sie ging zu ihrer Schülerin, fasste sie an den Schultern und sagte „Keine Angst, ich werde doch dabei sein.“ sagte sie. „Sei einfach du selbst, sei höflich und antworte wenn du gefragt wirst wahrheitsgemäß.“ Mara nickte, sah aber immer noch unsicher aus der Wäsche. Isabella zog sie zu sich heran und nahm sie in die Arme. Sie hielt die Umarmung einen Moment. Dann ließ sie Mara wieder gehen und verließ den Raum um Miss Gibbs zu holen.

Nach einigen Minuten kam Miss Isabella mit einer Frau herein. Sie hatte schulterlanges, blondes Haar und, wie Mara sofort auffiel, stahlblaue Augen. Mara schätzte sie auf ende vierzig und ihr fiel auf, daß sie selbst ein wenig schüchtern schien.
„Julia, das ist Mara, Mara, das ist Miss Gibbs.“ stellte Miss Isabella die beiden einander vor.
„Guten Tag Miss Gibbs.“ sagte sie höflich und knickste.
„Hallo Mara, schön dich kennen zu lernen.“ sagte Miss Gibbs freundlich. Sie umrundete Mara einmal und betrachtete sie von oben bis unten. Dann nahm sie in dem Sessel platz. Sie setzte sich weit nach vorne und faltete die Hände. „Bitte, nimm Platz.“
Mara kniete sich auf das Kissen, nahm den Kopf gerade und blickte vor sich auf den Boden. Sie spürte den Blick der Frau auf sich ruhen und wartete.
„Du bist wie alt?“ fragte sie nach einer Weile.
„Ich bin 19 Miss. In zwei Wochen werde ich 20.“ antwortete Mara leise aber, wie sie hoffte, deutlich.
„Und bevor du hier her gekommen bist hast hast du eine Ausbildung angefangen?“
„Ja Miss, ich wollte Kauffrau werden.“
„Wie lange hast du denn gelernt?“
Mara schluckte. „Ich hätte noch ein Jahr lernen müssen Miss.“
Miss Gibbs sah sie nun ernst an. „Und warum hast du die Ausbildung nicht abgeschlossen?“
Mara warf einen kurzen Blick zu Miss Isabella die hinter miss Gibbs in der Ecke stand. Diese nickte kurz. Wieder musste Mara schlucken. „Ich bin von zu Hause weg gelaufen Miss.“ Sie musste sich sehr zusammen reißen.
„Ich verstehe.“ sagte Miss Gibbs. Sie bemerkte daß diese Fragen Mara unangenehm waren. „Was erwartest du davon Serva zu sein?“ fragte sie statt weiter nach zu haken.
„Ich weiß es nicht genau Miss, darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Ich werde das tun, was meine Herrschaft mir sagt.“
„Egal was das ist?“ sie warf Mara einen neugierigen Blick zu.
„Wenn ich es kann ja Miss.“
Miss Gibbs stellte Mara noch einige Fragen. Das Ganze dauerte etwa eine halbe Stunde dann verabschiedete sie sich. Mara stand auf und knickste als sie zusammen mit Miss Isabella den Raum verließ. „Du wartest hier.“ sagte Miss Isabella noch bevor sie die Tür schloss.

Isabella brachte Julia noch zum Tor. „Was denken Sie?“ wollte Miss Isabella wissen.
„Ich habe ihre Akte gelesen, sie kann fahren und die Zeugnisse ihrer Ausbildung waren auch recht ordentlich. Warum hat sie wirklich abgebrochen?“ hakte Julia nach.
„Es ist schon so wie sie gesagt hat, sie ist von zu Hause weg gelaufen. Sie hatte anscheinend Probleme wegen ihrer Schwester. Soweit ich weiß hat sie zwei Jahre lang in Wiesbaden und Frankfurt auf der Straße gelebt wobei sie anfangs sogar noch ihre Ausbildung fortgesetzt hat.
„Ich verstehe. Sie scheint mir zwar etwas schüchtern aber nach dem was ich bis jetzt gesehen habe scheint sie mir vernünftiger zu sein als diese Tabea.“ meinte Julia nachdenklich.
„Ich gehe davon aus das sie, wenn man ihr etwas Zeit gibt etwas offener wird, jedenfalls war das hier so. Aber im Grunde genommen ist das ja auch nicht weiter verwunderlich.“ gab Isabella zu bedenken.
„Ja, das kann ich mir vorstellen.“ sagte Julia. „Vielen Dank Isabella. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.“
„Danke, den wünsche ich Ihnen eben so Julia.“
Julia stieg in ihren Wagen den sie neben dem Tor geparkt hatte und fuhr fort.

Isabella ging zurück in die Schule. Sie hatte eine leise Ahnung, was sie erwarten würde wenn sie zu Mara zurück kam. Sie öffnete die Tür und sah Mara auf dem Boden hocken. Sie hatte die Arme auf die Knie gelegt, das Gesicht zwischen diesen vergraben und weinte. Isabella fasste sie an den Schultern und zog sie hoch. Sie führte sie zu dem Sessel und setzte sie darauf. Dann zog sie den Tisch etwas heran und setzte sich darauf. Sie zog Mara zu sich und nahm sie in die Arme. Mara legte den Kopf an ihre Schulter.
„Du weißt, das solche Fragen sicher noch öfter kommen werden.“ sagte Isabella.
Mara nickte. „Ich weiß Miss.“ sagte sie undeutlich.
Es dauerte einige Minuten bis Mara sich wieder etwas beruhigt hatte, sich aufrichtete und ihre Tränen mit dem Ärmel weg wischte. „Danke Miss Isabella.“ sagte sie leise.
„Schon in Ordnung. Du gehst jetzt in den Schlafsaal und ruhst dich aus. Heute Nachmittag geht es weiter mit den Prüfungen.“ sagte Miss Isabella und stand auf. Sie öffnete die Tür und Mara ging hinaus. Im Schlafsaal legte sie sich auf ihr Bett und schloss die Augen. Sie hoffte, das ihr weiteres Leben besser werden würde als die letzten vier Jahre. Sie kam zu der Erkenntnis das die letzten Beiden Jahre garnicht so schlimm gewesen waren. Immerhin hatte sie ein Dach über dem Kopf, regelmäßig zu Essen, sie konnte sich ordentlich waschen und hatte immer saubere Kleidung. Zumindest fast immer, dachte sie. Und was ihr noch viel wichtiger war, sie hatte Freunde gefunden. Mit diesen Gedanken schlief sie ein.


Am nächsten Morgen wurde sie zusammen mit Frida, Lena, Larissa und Georgia zu einem großen Hotel gebracht in welchem ein Teil der Prüfung stattfinden sollte. Auch drei Schülerinnen aus einer anderen Gruppe waren dabei. Diese waren alle älter wie sie bemerkte. Keine der Vier die gestern hier gewesen waren hatten etwas darüber gesagt, was hier passieren würde. Doch all zu schlimm schien es nicht zu sein. Diese waren gestern erst kurz vor dem Abendessen zurück gekommen nachdem sie selbst nachmittags in der Küche geprüft wurde. Sie selbst musste, wie auch mehrere andere Schülerinnen, mehrere Gerichte zubereiten und anrichten welche von mehreren Lehrerinnen verkostet wurden. Davon blieb noch so viel übrig, daß es die nicht wenigen Reste zum Abendessen im Speisesaal ausgegeben wurden. Nun stand sie in einem kleinen Raum in dem Hotel und wartete bereits seit einer guten halben Stunde darauf was nun passieren würde. Ihre Aufregung wuchs mit jeder Minute an. Sie bemühte sich ruhig zu bleiben und wartete was nun kommen würde.

„Mara, wir werden heute Besuch bekommen. Ich möchte, daß du das Essen vorbereitest und den Tisch deckst.“ sagte die Frau die gerade zu ihr herein gekommen war. „Außerdem mach bitte einen Kuchen für den Kaffee und etwas zum Abendessen.“
Mara war ein wenig verwundert doch schnell wurde ihr klar was von ihr verlangt wurde. Als die Frau gerade den Raum wieder verlassen wollte fragte sie „Darf ich fragen, wie viele Gäste kommen werden und was Sie zum Essen wünschen Herrin?“
Die Frau drehte sich zu ihr. „Es werden vier Gäste kommen. Die Vorlieben der Gäste habe ich dir aufgeschrieben. Der Zettel liegt in der Küche..“
„Wie Sie wünschen Herrin. Wann soll der Tisch fertig sein?“
„Wir werden in drei Stunden zu Mittag essen.“ sagte die Frau und verließ nun endgültig den Raum.
Mara stand etwas hilflos im Raum und fragte sich was sie nun tun sollte. Sie wusste nicht einmal wo die Küche war. Also versuchte sie die Tür zu öffnen aus der die Frau gegangen war. Doch diese war verschlossen. So versuchte sie es an der zweiten Tür und fand sich tatsächlich in einer gut eingerichteten Küche wieder. Eine zweite Tür führte in einen anderen Raum, offensichtlich war dies das Esszimmer. Dort standen ein großer Esstisch und ein kleinerer, runder Tisch, außerdem einige Schränke. Sie suchte nach dem Zettel und fand ihn neben dem Herd. Sie schaute darauf und überlegte, was sie nach dieser Aufstellung nun kochen sollte. Sie durchsuchte die Schränke und fand alle nötigen Zutaten für eine leichte Suppe, Kotelett mit Spargel und Kartoffeln und überlegte als Nachspeise Preiselbeerkompott zu machen. Schnell machte sie sich an die Arbeit und bereitete alles nötige vor. Dann suchte sie Geschirr und deckte den Tisch. Gerade als sie schon anfangen wollte einen Fruchtkuchen zu backen fiel ihr ein daß sie noch keine Idee hatte was für Getränke sie dazu servieren sollte. Doch zum Glück stand auch dazu etwas auf dem Zettel.

Nach nicht ganz zwei Stunden war sie fertig mit dem Mittagessen und musste es nur noch passend zubereiten. Auch der Kuchen stand zum Abkühlen bereits auf der Kuchenplatte. Da hörte sie ein Klingeln und die Frau von vorhin rief aus dem Esszimmer „Mara, machst du bitte auf?“
Mara ging in das Zimmer wo die Frau in einem Sessel saß und ein Buch las. Diese deutete auf eine andere Tür und Mara ging dort hin. Sie fand sich in einem kleinen Eingangsbereich wieder. Sie staunte, was für eine Mühe man sich damit gemacht hatte alles für die Prüfung so vorzubereiten. Sie öffnete die Eingangstür und eine junge Frau, Mara schätzte sie auf höchstens 17 Jahre, mit schwarzen Haaren, hell geschminktem Gesicht, dunkel geschminkten Augen und dunkelroten Lippen stand vor ihr. Sie trug schwarze Strümpfe mit Strumpfhaltern und ein weites T-Shirt mit dem Aufdruck einer Band die Mara nicht kannte. Auf dem Shirt befand sich ein aufgeklebtes Namensschild das die Frau als Sally auswies.
Herzlich Willkommen Miss.“ sagte Mara, knickste und bat die Frau herein. Sie führte sie in das Zimmer und knickste vor der Herrin. „Miss Sally Herrin.“ sagte sie. Diese begrüßte die junge Frau förmlich und bat sie, sich zu setzen. Offenbar kannten sich die Beiden nicht. „Darf ich Ihnen etwas zu Trinken bringen?“ fragte Mara.
„Ein Wasser bitte.“ sagte Miss Sally. Auch die Herrin wollte ein Glas Wasser. Mara ging in die Küche und schenkte zwei Gläser mit Wasser ein die sie auf einem Tablett ins Zimmer brachte. Sie knickste und ging zurück in die Küche wo sie das Essen weiter zubereitete. Kurz darauf klingelte es erneut. Wieder ging sie zur Tür und empfing ein Paar mittleren Alters, er in Jeans, Shirt und Jackett, sie in einem kurzen, rosa Rock und gestreifter Jacke. Auch die Beiden fragte sie ob sie etwas zu trink wollten und brachte das gewünschte. Sie hatte sich schnell umgesehen um fest zu stellen was überhaupt zu Trinken vorhanden war und konnte so eine Auswahl anbieten. Auch den letzten Gast, wieder eine Frau in brauner Schlabberhose und Strickpullover empfing sie auf die gleiche Weise.

Pünktlich nach drei Stunden ging sie nach draußen und meldete, das Essen fertig. Die Herrin und die Gäste begaben sich zum Tisch und nachdem alle saßen brachte Mara das Essen herein und servierte es. Während des Essens bediente sie und schenkte gelegentlich Getränke nach. Ansonsten stand sie neben der Tür zur Küche stehen und wartete daß jemand einen Wunsch äußerte. Die Herrin und die Gäste unterhielten sich nur verhalten doch Mara bekam mit, daß die Gäste vor nicht einmal einer Stunde noch auf der Straße angesprochen wurden ob sie einen Nachmittag lang Zeit hätten um bei der Prüfung als Gäste mit zu machen. Offenbar war die junge Frau, Sally, bereits gestern hier gewesen.

Nachdem die Gäste gegessen hatten räumte Mara den Tisch ab und zog sich in die Küche zurück um den Kuchen fertig zu machen und das Abendessen vorzubereiten. Während dessen kam Miss Sally in die Küche und begann eine Unterhaltung mit ihr. Sie fragte Mara vieles über die Schule und wollte auch immer mehr wissen. Mara antwortete so gut sie konnte. Sie hatte den Eindruck, daß diese junge Frau mehr Interesse an der Schule hatte als sie zugeben wollte. Es stellte sich heraus, daß sie sich für recht devot hielt und es in Betracht zog, selbst Serva zu werden, weshalb sie überhaupt, nachdem sie gestern zufällig auf der Straße angesprochen wurde heute darauf gewartet hatte. Mara schlug ihr vor, einfach mal in die Schule zu gehen und dort zu fragen ob sie diese einmal besichtigen konnte.

Während sie den Kuchen fertig machte und sich mit Sally unterhielt musste sie mehrmals hinaus gehen und Getränke servieren. Pünktlich zum Kaffee war alles vorbereitet und sie deckte den Tisch. Sally wollte ihr zwar helfen doch sie lehnte dankend ab. Während des Kaffeetrinkens stand sie wieder neben der Tür und schenkte wenn nötig Kaffee nach und servierte Kuchen der allen zu ihrer Freude sehr gut schmeckte. Nach dem Kaffee ging sie wieder in die Küche wo sie begann auf zu räumen. Wieder kam Sally herein und fragte sie weiter aus. So ging es bis zum Abendessen welches Mara wie das Mittagessen servierte. Nachdem auch das Abendessen um war verabschiedete Mara die Gäste und die Herrin sagte „Mara, ich bin sehr zufrieden mit dir. Räum jetzt noch auf und dann hast du Frei.“
„Vielen Dank Herrin.“ sagte Mara erfreut und knickste. Sie räumte den Tisch ab und spülte das restliche Geschirr. Als sie damit fertig war kam die Herrin wieder und brachte sie in einen Raum mit mehreren Sesseln wo Larissa, Frida und eine der anderen Schülerinnen bereits warteten. Es dauerte noch ungefähr eine Stunde bis die Anderen alle fertig waren und sie wieder zur Schule zurück gebracht wurden. Dort kamen sie rechtzeitig zum Abendessen an. Sie überlegten wie das sein konnte doch dann wurde ihnen klar, daß sie ja auch gut zwei Stunden früher das Mittagessen serviert hatten als es normalerweise üblich gewesen wäre, vermutlich um den Zeitrahmen nicht zu sprengen, denn die acht Übungswohnungen mussten ja auch wieder auf den selben Stand gebracht werden bevor morgen die nächsten Schülerinnen ihre Prüfung ablegen konnten. Nach dem Abendessen legten sie sich müde in ihre Betten und Mara schlief recht schnell ein.

Die ganze Woche über gab es unterschiedliche Prüfungen. Mal mussten die Frauen Wäsche bereiten, mal kochen oder auch einfach still sitzen. Überhaupt gab es anscheinend viele Aufgaben bei denen es auf Geduld, Geschick oder Durchhaltevermögen an kam. Aber auch sportliche Aufgaben mussten die Frauen bewältigen. Doch alles in Allem gab es keine wirklich schweren oder unfairen Aufgaben.




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  RE: Neue Horizonte Datum:21.03.17 15:32 IP: gespeichert Moderator melden


Während der nächsten Woche hatten die Schülerinnen nicht viel zu tun und wurden daher in der Küche und der Wäscherei eingeteilt wo sie aus halfen und jederzeit gehen konnten, wenn ein Potentieller Käufer mit einer von ihnen sprechen wollte, was in dieser Woche bei einigen Schülerinnen recht häufig vor kam.

Das folgende Wochenende über hatten die Schülerinnen frei. Da einige von ihnen, unter anderen auch Mara noch zu Gesprächen mit interessierte Käufern mussten, durften sie die Schule allerdings nicht verlassen. So hielten sie sich die meiste Zeit in ihrem Schlafsaal auf. Nur Georgia und Kim waren den ganzen Sonntag über im Garten. Mara hatte eine ungefähre Ahnung, was sie dort machten. Sie erinnerte sich an ihr Erlebnis im Schuppen vor fast zwei Jahren. Es kam ihr vor als sei seitdem eine Ewigkeit vergangen.
„He, was ist Mara, du bist dran.“ sagte Frida ungeduldig.
Mara nahm den Würfelbecher vom Boden auf und würfelte eine Sieben. Grinsend nahm sie eine Spielfigur und setzte sie auf ein anderes Feld. Sie zog von Frida die ihr darauf hin die Zunge heraus streckte, eine Karte während Lena die Hälfte ihrer Karten ablegen musste. Mara grinste breit, legte einige Karten ab und setzte einen Spielstein auf das Feld. „15 Punkte, ich bin fertig.“ sagte sie und lehnte sich an das Bett vor dem sie kniete.
Sie packten das Spiel zusammen und beschlossen statt dessen Karten zu spielen.
So verging das ganze Wochenende recht ruhig und entspannt.

Am Montag wurden sie von Chris aus dem Bett geworfen die sie zum Morgenlauf führte. Mittlerweile hatte sie es geschafft, ihre Hemmungen zu überwinden und schlug mindestens genau so fest zu wie Miss Isabella. Diese erwartete sie bereits im Schlafsaal und beobachtete Chris dabei wie sie die Inspektion durch führte. „Fertig Miss Isabella.“ sagte Chris nachdem sie alle Schülerinnen inspiziert hatte.
„Einen Moment Chris.“ sagte Miss Isabella breit grinsend. „Da fehlt noch was.“
Chris sah sie ratlos an. „Ich habe mir alles genau angesehen Miss.“
„Ach?“ Miss Isabella ging auf sie zu und schwang ihre Gerte. „Wirklich alles? Und was ist mit dir?“
Die anderen Schülerinnen lachten leise während Chris sich vor ihr Bett stellte und sich aus zog. Sie verstummten aber sofort als Miss Isabella sie mit einen strengen Blick bedachte.
Nun inspizierte Miss Isabella Chris besonders gründlich, fand aber keinen Anlass zur Beanstandung.
„Na, noch mal Glück gehabt.“ sagte sie lachend. „So, jetzt mal aufpassen. Nach dem Frühstück treffen wir uns auf dem Hof.“ sagte sie lauter, so das alle es hören konnten.
Die Frauen gingen nachdem Miss Isabella den Saal verlassen hatte zum Frühstücken und trafen sich dann auf dem Hof wo auch die Schülerinnen der anderen drei Abschlussgruppen nach und nach eintrafen. Miss Isabella erschien mit den anderen Lehrerinnen und die insgesamt 35 Frauen wurden in den großen Saal geführt. Dort standen mehrere Stuhlreihen auf denen bereits einige Gäste saßen vor einem Podest. Andere Gäste standen im freien Bereich hinter den Stuhlreihen und unterhielten sich angeregt.
„Ihr geht nach vorne und kniet euch vor die Stühle.“ sagte Miss Isabella zu den Schülerinnen. Diese gingen in Zweierreihen zwischen den Stuhlreihen hindurch und nahmen auf den Kissen die für sie bereit lagen platz.
„Du Frida, guck mal da rechts, der Typ mit den langen Haaren.“ sagte Mara leise und versuchte unauffällig auf den Mann zu deuten den sie meinte. Er saß auf dem Stuhl und betrachtete die Reihe der Frauen. Er hatte lange, blonde Haare, einen eben so blonden Vollbart und stechend blaue Augen. „Ich glaube der guckt zu dir.“
Frida warf einen kurzen Blick zu Seite. „Natürlich guckt er zu mir. Das ist mein Vater.“ entgegnete Frida. „Ich frage mich, was er hier macht.“
„Dann ist die Blondine neben ihm sicher deine Mutter?“ wollte Mara wissen.
„Was? Nein, die kenne ich nicht. Meine Mutter sitzt links neben ihm.“
„Ruhe ihr Beiden.“ sagte Miss Isabella die hinter ihnen her lief leise.

Die Schülerinnen knieten sich in zwei Reihen auf die Kissen und schauten gerade aus. Die Lehrerinnen traten neben das Podest wo sie sich in einer Reihe hin stellten.
Miss Wilhelmina trat auf das Podest und klatschte in die Hände. „Meine verehrten Damen und Herren, darf ich Sie bitten, Platz zu nehmen?“sagte sie laut. Hinter sich hörte Mara wie sich Leute auf Stühle setzten und die Gespräche allmählich verstummten. Als es still geworden war begann Miss Wilhelmina zu reden: „Meine verehrten Gäste, ich darf Sie heute hier alle herzlich begrüßen um dieser Zeremonie heute bei zu wohnen. Liebe Schülerinnen, Ihr seid jetzt fast zwei Jahre hier und habt alle viel gelernt und viel geleistet. Heute ist es nun so weit, daß ihr eure Halsbänder bekommt. Tragt diese mit Stolz und handelt immer so daß jeder zufrieden mit euch sein kann, die Leute mit denen ihr zu tun haben werdet, eure Herrschaften und am wichtigsten, ihr selbst. Ich werde jetzt keine lange Reden halten sondern einfach zur Tat schreiten. Deshalb rufe ich euch jetzt der Reihe nach auf und ihr kommt nach vorne zu eurer Lehrerin.“
Ein leises Murmeln ging durch die Reihen der Gäste. Miss Wilhelmina klatschte in die Hände und die Gespräche verstummten wieder.
„241801, Christina, würdest du bitte nach vorne kommen?“ sagte sie.
Chris stand auf und ging zu Miss Isabella und kniete sich vor sie. Mit einem kleinen Werkzeug öffnete Miss Isabella ihr Halsband und nahm es ihr ab. Eine Schülerin nahm es entgegen und brachte es hinter einen Vorhang. Nun stand Chris auf, ging zu der Schulleiterin und kniete sich vor sie.
„Christina, möchtest du wirklich Serva werden?“ fragte die Schulleiterin sie.
„Ja Miss Wilhelmina.“ antwortete Chris so das jeder im Raum es hören konnte. Miss Wilhelmina sagte leise etwas zu Chris worauf hin diese die Haare hoch hielt. Sie nahm ein silbern glänzendes Halsband mit einem eben solchen Ring an der Vorderseite von einem kleinen Tisch, kontrollierte offenbar die Nummer und las diese laut vor. Eine Lehrerin die mit einem Pad im Hintergrund stand nickte ihr zu. Nun legte Miss Wilhelmina ihr das Halsband an welches sich mit einem deutlich vernehmbaren Klicken um ihren Hals schloss. Dann durfte Chris auf stehen und sich wieder auf ihren Platz knien. Sie ging die paar Schritte kerzengerade und hatte ein leichtes Grinsen im Gesicht.
Nun rief Miss Wilhelmina Caro auf die eigentlich Carola hieß. Auch sie bekam das schwarze Halsband abgenommen, wurde gefragt ob sie tatsächlich bereit war, Serva zu werden und bekam dann das neue Halsband angelegt.
So ging es die Reihe der Schülerinnen weiter bis Mara aufgerufen wurde. Sie ging zu Miss Isabella und bekam von ihr das Halsband ab genommen. Unwillkürlich fasste sie sich an den Hals. Es war als fehlte ihr etwas, so sehr hatte sie sich an das Halsband gewöhnt. Miss Isabella lachte leise und lächelte ihr zu. Sie stand auf, ging zu Miss Wilhelmina und kniete sich vor sie. Auch sie wurde gefragt ob sie wirklich Serva werden wollte. Sie war sich der Konsequenz bewusst was passieren würde, wenn sie nun nein sagen würde. Sie würde sofort ins Gefängnis gebracht werden. Aber da war noch etwas anderes. Sie wollte es wirklich. Nicht nur weil sie sonst ins Gefängnis käme sondern sie selbst wollte es. „Ja Miss Wilhelmina.“ sagte sie laut und deutlich.“
Sie nahm ihre Haare zusammen und hielt sie nach oben. Miss Wilhelmina las die Nummer von dem Halsband ab und nach einem Nicken der Lehrerin mit dem Pad legte sie es ihr um den Hals. Es fühlte sich kühl an und als der Verschluss mit einem deutlichen Klicken einrastete bekam sie eine Gänsehaut. Dieses Halsband würde sich nicht mehr mit einem Schlüssel öffnen lassen. Wenn man es abnehmen wollte, musste man es zerstören. Sie schloss kurz die Augen. „Mara, du kannst jetzt auf stehen.“ sagte Miss Wilhelmina leise aber lächelnd. Mara ließ ihre Haare fallen, stand auf und knickste vor Miss Wilhelmina. „Vielen Dank Miss“ sagte sie leise und ging dann wieder zu ihrem Platz zwischen Lena und Frida wo sie sich hin kniete.
Nun wurde auch Frida aufgerufen. Mara wusste, das sie als freie Schülerin zwar ein Halsband bekommen würde, aber eines das man aufschließen konnte, eines ohne den Ring an der Vorderseite. Um so erstaunter war sie als sie sah, daß auch Fridas Halsband mit einem Ring bestückt war. Frida schloss die Augen als Miss Wilhelmina ihr das Halsband anlegte und lächelte. Ihr Blick als sie zurück in die Reihe trat kam Mara ein wenig seltsam vor. Sie kniete sich wieder auf ihren Platz befühlte den Ring an und lächelte.
Auch die restlichen Schülerinnen bekamen ihre Halsbänder angelegt. Keine antwortete mit einem Nein auf die Frage ob sie auch wirklich Serva werden wollte. Mara fragte sich ob das überhaupt schon einmal geschehen war. Aber angesichts der Konsequenzen war sie sich nicht sicher ob überhaupt jemand nein sagen würde. Aber faktisch hieß das natürlich, das man selbst entschieden hatte, Serva zu werden, mit allen Konsequenzen. Sie blickte mehrmals zu Frida die mit roten Wangen und einem breiten Grinsen im Gesicht neben ihr kniete. Wieso hatte sie einen Ring am Halsband, fragte sich Mara und was sollte dieses alberne Grinsen?

„Damit erkläre ich den offiziellen Teil für beendet und das Buffet für eröffnet.“ sagte Miss Wilhelmina und trat von dem Podest herunter. Sie deutete den Schülerinnen auf zu stehen und sich um zu drehen. Diese knicksten vor den Gästen die nun begannen zu klatschen. Mara sah Fridas Vater der anscheinend ziemlich begeistert war und strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Er machte nicht den Eindruck sie enterben zu wollen.
Die Gäste standen nun ebenfalls auf und alle gingen in den hinteren Teil des Saales. Auch Mara ging nun nach hinten. Am Buffet holte sie sich ein Glas Wasser und stellte sich etwas abseits. Sie beobachtete ihre Mitschülerinnen und sah daß jede irgend jemanden hatte mit dem sie sich unterhielt. Während Frida sich mit ihren Eltern unterhielt kam Miss Isabella zu ihnen und begrüßte diese herzlich. Kim und Georgia standen zusammen mit einer älteren Serva die eine prächtige mitternachtsblaue Tunika mit doppelter Knopfreihe trug. Auch Caro und Lena unterhielten sich mit Gästen und Chris stand zusammen mit einigen Lehrerinnen, darunter auch Miss Vitória, bei der Schulleiterin. Mara kam sich ein wenig fehl am Platze vor und wollte gerade zu Miss Isabella gehen und sie bitten, in den Schlafsaal gehen zu dürfen als Miss Wilhelmina mit einer jungen Frau zu ihr kam.
„Hallo Mara,“ sagte die Schulleiterin. „das hier ist Sally, ich nehme an, ihr Beide kennt euch schon?“
Mara schaute nun genau hin und erkannte die Frau kaum wieder. Es war die selbe Sally die sie während ihrer Prüfung kennen gelernt hatte und die ihr ein Loch in den Bauch gefragt hatte. Doch in dieser Kleidung, sie sah mit ihrem dunklen, langen Rock, der hellen Bluse und ungeschminkt richtig hübsch aus, hatte sie nicht viel Ähnlichkeit mit der Sally vom Dienstag.
„Wie haben uns schon kennen gelernt Miss. Am Dienstag bei der Prüfung.“ sagte Mara.
„Schön. Sally möchte gerne Serva werden. Kannst du ihr bitte ein wenig von der Schule zeigen Mara?“ fragte Miss Wilhelmina. Obwohl sie eine freundliche Frage gestellt hatte, wusste Mara daß dies eine klare Anweisung war.
„Gerne Miss Wilhelmina.“ sagte Mara und knickste.
Mara knickste vor Sally und deutete zur Tür. Diese folgte ihr und sie gingen gemeinsam die Treppe hinab. Sally stellte viele Fragen zur Ausbildung die Mara ihr so gut sie konnte beantwortete. Sie zeigte Sally den Garten und die Unterrichtsräume sowie den kleinen Saal.
„Und ihr müsst jeden Morgen laufen?“ wollte Sally wissen.
„Ja, das machen alle Gruppen aber alle laufen irgend wo anders lang. Wir laufen um den See im Park.“ erklärte Mara.
Zum Schluss wollte Sally noch den Schlafsaal sehen. Mara ging ins Hauptgebäude und zeigte ihr diesen. Sally schaute sich interessiert um und sah sich auch die Duschen an. Als sie die Toiletten sah schaute sie Mara groß an. „Die sind nicht abgetrennt?“
„Nein. Das ist schon am Anfang ziemlich ungewohnt. Aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Wie sehen uns sowieso dauernd nackt und morgens müssen wir alle zur Inspektion nackt vor den Betten stehen.“ sagte Mara ohne einen Anflug von Scham.
„Wieso hängt über dem Bett eine Peitsche?“ Sally deutete auf Chris Bett welches als erstes in der Reihe stand.
„Das ist Chris Bett. Sie will Lehrerin werden. Sie macht mit uns den Morgenlauf und die Inspektion. Die Gerte hat sie von Miss Isabella geschenkt bekommen. Wie haben vor einiger Zeit zusammen gelegt und ihr eine neue Gerte geschenkt. Deshalb brauchte sie die hier nicht mehr.“
„Ihr habt eurer Lehrerin eine Gerte geschenkt?“ Sally sah sie an wie man eine Verrückte an sah.
„Ja. Was hätten wir ihr denn sonst zum Abschied schenken sollen?“
„Wieso tut ihr das überhaupt? Ich meine, sie schlägt euch doch und ich glaube nicht, daß sie es euch all zu leicht macht.“
„Sie ist unsere Lehrerin und wir alle mögen sie sehr. Natürlich macht sie es uns nicht einfach. Das soll sie ja auch garnicht. Aber sie kümmert sich wirklich gut um uns.“ sagte Mara ernst.
„Dann kann ich ja nur hoffen, sie selbst auch zur Lehrerin zu kriegen.“ sagte Sally leicht grinsend.
„Ich glaube nicht, daß das was wird. Soweit ich weiß sind wir die Letzten die sie hier ausbildet. Sie geht an eine andere Schule und wird da Schulleiterin.“
„Oh, schade. So wie du von ihr sprichst muss sie ja ganz in Ordnung sein.“ sagte Sally.
„Du kannst auch noch zwei Jahre warten bis Chris Lehrerin ist.“ sagte Mara lachend. „Aber ich glaube ja nicht, daß man sich aussuchen kann, zu welcher Lehrerin man kommt.“
Sally sah sich weiter im Schlafsaal um und es kam wie es kommen musste. Sie deutete auf Fridas Schrank. „Ist das Hundefutter da auf dem Schrank?“
Mara ging zu Fridas Bett wo auf dem Nachttisch wie immer ein Napf voll mit dem Trockenfutter stand und nahm sich eine Hand voll. Sie steckte sich einige der Brocken in den Mund und begann darauf herum zu kauen, von Miss Isabella wusste sie, daß es nicht schlimm war, das zu essen. „Schmeckt nicht mal schlecht.“ sagte sie grinsend und hielt Sally den Napf hin. „Frida knabbert das Zeug gerne aber sie ist auch die Einzige von uns.“
Sally schüttelte nur leicht angeekelt den Kopf. „Wie kann man sowas denn nur essen?“
Mara zuckte mit den Schultern, sie wollte Sally nicht unbedingt erzählen, wie es dazu gekommen war, daß Frida Geschmack daran gefunden hatte. „Sie mag es eben. Und so schlecht schmeckt es garnicht. Außerdem,“ sie sah Sally an und musste lachen als sie deren Ausdruck bemerkte „es sorgt immer wieder für Gesprächsstoff wenn Fremde hier rein kommen.“
„Das kann ich mir denken. Und was esst ihr sonst so?“
„Wir essen ganz normale Sachen. Wie müssen ja auch lernen zu kochen. Und das was wir kochen gibt es oft genug im Speisesaal. Und wenn du die Wahl zwischen Eintopf und Auflauf hast, Brokkoli ist viel schlimmer als das hier.“
Nun musste Sally lachen. „Das glaube ich dir gerne, ich mag den auch überhaupt nicht.“
Sie wollten gerade zur Tür gehen als Frida mit ihren Eltern den Schlafsaal betrat.
„Du, lass uns mal noch kurz hier bleiben, ich will sehen, was ihre Eltern zu ihrem Knabberkram sagen.“ sagte Mara grinsend und deutete auf die Drei die gerade schnurstracks auf dem Weg zu Fridas Bett waren.
Mara ging mit Sally zu ihrem Schrank und zeigte ihr, was sie so an Kleidung bekommen hatten. Sie knickste als Fridas Eltern an ihr vorbei gingen und öffnete dann den Schrank. Dabei schaute sie verstohlen zu Fridas Bett.

„Das sind mein Bett und mein Schrank.“ sagte Frida gerade zu ihren Eltern.
Ihre Mutter trat an den Nachttisch und hob den Napf hoch. „Vad är det där?“ fragte sie. Mara konnte zwar kein Wort Schwedisch aber sie konnte sich ungefähr denken, was das heißen sollte. Sie unterdrückte ein Lachen als Frida offenbar versuchte das zu erklären. Sie war sich nicht sicher ob sie stotterte oder sich Schwedisch so an hören sollte. Es entspann sich eine Diskussion zwischen ihr und ihren Eltern die Mara zwar nicht verstehen konnte aber sie amüsierte sich dennoch köstlich über Fridas Versuche eine plausible Erklärung ab zu liefern.
Sie holte ihre Sportsachen aus dem Schrank und zeigte sie Sally die sie interessiert an sah und sie sich an hielt. Auch sie warf immer wieder einen Blick zu Frida und ihren Eltern. Inzwischen schien sich die Situation entspannt zu haben denn ihr Vater lachte laut nachdem Frida etwas gesagt hatte und auf die beiden Tüten auf ihrem Schrank zeigte.

Wieder öffnete sich die Tür und Miss Isabella kam mit einer ziemlich jungen Frau hinein und deutete zu Frida, Mara schätzte sie auf höchstens 18. „Frida.“ rief sie langgezogen und kam auf sie zu gerannt. Sie sprang ihr an den Hals und umarmte sie. „Hej Alva.“ sagte Frida und erwiderte die Umarmung. Die Frau löste die Umarmung und sprang nun Fridas Vater um den Hals. „Hej Pappa.“ sagte sie freudig. Dies wiederholte sie bei Fridas Mutter.

„Mara, was ist denn los? Ist alles in Ordnung?“ fragte Sally.
Mara schaute sie kurz an und warf noch einen Blick zu Frida. „Lass uns besser gehen.“ sagte sie. Sie schloss den Schrank und ging, gefolgt von Sally, nach draußen.
„Was ist denn los?“ wollte Sally nun wissen.
Mara lehnte sich im Flur an die Wand und musste mehrmals tief durch atmen.
„Stimmt etwas nicht?“ fragte Sally und sah Mara besorgt an.
„Entschuldige bitte. Das hat weh getan. Ich wusste nicht, daß sie eine Schwester hat.“ sagte Mara leise. „Lass uns bitte wieder zurück gehen.“
„In Ordnung.“ Sally nickte und sie gingen zurück in den großen Saal der sich mittlerweile ein wenig geleert hatte. Es waren nur noch wenige Gäste und einige Schülerinnen anwesend.
„Na, Sally, hat Mara dir alles gezeigt?“ wollte Miss Wilhelmina wissen.
„Ja, das hat sie. Und sie hat mir auch viel erzählt.“
„Na, hoffentlich nicht all zu viel.“ sagte Miss Wilhelmina lachend. Zwischen den Beiden entspann sich eine Unterhaltung. Mara knickste und zog sich unauffällig zurück.

„Halt, hier wird nicht einfach weg gelaufen.“ sagte Miss Isabella der Mara ohne es zu merken in die Arme gelaufen war.
„Verzeihung Miss Isabella.“ sagte Mara sie war noch immer ein wenig abwesend.
„Mara?“ Miss Isabella fasste sie an den Schultern und schaute ihr ins Gesicht. „Was ist denn los?“ Sie fasste Mara am Arm und zog sie vor die Tür wo Mara sich an die Wand lehnte, die Zähne zusammen biss und mehrmals tief durch atmete.
„Mara?“ fragte Miss Isabella noch einmal.
„Entschuldigung Miss, es geht schon wieder. Ich hatte eben Frida und ihre Schwester gesehen, Das hat weh getan.“
„Ich verstehe.“ sagte Miss Isabella und nahm Mara in die Arme. Diese lehnte sich kurz bei ihr an und löste die Umarmung nach einer Weile.
„Danke Miss.“ sagte sie leise.
„Nichts zu danken. Am Besten du gehst jetzt und legst dich hin. Die Anderen werden auch balde nach kommen. Ich komme vor dem Abendessen noch mal zu dir.“
Mara knickste, sagte „Vielen Dank.“ und ging zurück in den Schlafsaal in der Hoffnung, Frida und ihre Familie dort nicht mehr an zu treffen. Tatsächlich waren nur Georgia, Kim und deren Eltern dort.
’Noch eine glückliche Familie’ dachte Mara bei sich und durchquerte den Schlafsaal auf dem Weg zu ihrem Bett.
„Hallo Mara.“ sagte Kim und hielt sie auf. „Des sind meine Eltern.“
Mara ließ die Schultern hängen und knickste. Sie begrüßte Kims Eltern höflich und nahm Kim dann bei Seite. „Entschuldige Kim, mir geht es gerade nicht gut, ich würde mich gerne hin legen.“
Kim sah sie eindringlich an. Sie drehte kurz den Kopf zu ihren Eltern worauf hin Mara knapp nickte.
„Verstehe.“ sagte Kim und ließ sie gehen. Sie ging zurück zu ihren Eltern und verließ mit ihnen den Schlafsaal. Mara legte sich in ihr Bett und zog die Decke bis zum Hals hoch.
„Ich kann dich verstehen.“ sagte Georgia. Sie hatte sich auf die Bettkante gesetzt und ihre Hand auf Maras Rücken gelegt. Diese drehte den Kopf zu ihr und sah daß auch sie nicht sonderlich glücklich aus sah.
„Mir geht es auch so. Ich kann Kim aber auch verstehen. Sie hat ihre Eltern genau so lange nicht mehr gesehen wie ich meine.“ sagte Georgia.
„Fridas Schwester war eben hier.“ sagte Mara leise. Das hat weh getan.
„Ich weiß, die sind gerade raus als wir rein gekommen sind.“
Mara setzte sich neben Georgia auf die Bettkante und die Beiden starrten schweigend in den Raum.
Eine viertel Stunde später kamen zuerst Kim und dann Frida fröhlich plappernd in den Saal. Sie bemerkten die Beiden und gingen zu ihnen. Sie setzten sich den Beiden gegenüber auf Lenas Bett.
„Tut mir leid, ich wusste nicht, daß euch beide das so mit nimmt.“ sagte Frida leise.
„Du hast ja gut Reden.“ sagte Georgia. Du gehst in zwei Wochen ja nach Hause zurück.
Frida sah sie ernst an. „Nein, das werde ich nicht. Und wenn eure Herrschaften das erlauben werdet ihr eure Eltern in den nächsten fünf Jahren sicher öfter sehen als ich meine.“
Mara starrte sie fragend an. „Wieso das denn?“
„Weil meine Herrin schon gesagt hat, das es wahrscheinlich besser so ist.“ sagte Frida. Doch wirklich bedauern schien sie das nicht.
„Mann is des aber fies. Des muss ja eine ziemlich fiese Frau sein.“ sagte Kim.
„Eigentlich nicht. Ich glaube sogar es ist das Beste so. Und fies ist sie ganz sicher nicht.“ sagte Frida energisch. „Im Gegenteil, ich glaube, jemand wie ich kann keine bessere Herrin finden.“
Mara und Georgia sahen sich kurz an und Kim warf den Beiden einen Fragenden Blick zu bevor sie erstaunt fragte: „Wie denn deine Herrin? Du bist doch frei, wie kannst du da denn eine Herrin haben?“
„Ich habe mit meiner Herrin einen Vertrag gemacht. Für mindestens fünf Jahre.“ sagte Frida. „Aber heute haben meine Eltern sie kennen gelernt und mit ihr gesprochen. Nun muss ich in den fünf Jahren wahrscheinlich auch noch studieren.“ sie ließ die Schultern etwas hängen. „Meine Eltern haben sie dazu überredet. Sie war sofort damit einverstanden und hat gesagt wenn ich das nicht machen würde, ist der Vertrag hinfällig.“
Die Drei sahen sie erstaunt an. Es war Kim die als erste die Sprache wieder fand. „Aber du kannst doch den Vertrag kündigen wenn du willst. Du bist doch eine freie Serva.“
„Nein, bin ich nicht.“ sagte Frida und deutete auf ihr Halsband. „Das war Teil des Vertrags. Ich bin seit heute genau so unfrei wie ihr auch. Ich bekomme auch kein Geld dafür oder so. Und in dem Vertrag steht nur drinne das es keine Bedingungen gibt.“
„Mann wie fies. Des kann sie doch nich von dir verlangen.“ sagte Kim verärgert.
„Das hat sie garnicht.“ gab Frida zurück. „Das war ich selber.“
Nun sahen die Drei ihre Mitschülerin an und keine sagte mehr ein Wort.
„Wer...“ Mara sah sie noch immer mit großen Augen an. „Und wer ist deine Herrin?“
„Miss Isabella.“ sagte Frida.

„Was?“ riefen die Drei wie aus einem Mund.
„Doch nich etwa unsere Miss Isabella? Unsere Lehrerin?“ fragte Kim.
„Doch, genau die.“ sagte Frida.
„Du bist doch vollkommen verrückt geworden.“ sagte Georgia.
Frida warf ihr einen bösen Blick zu. „Ich dachte ihr seid meine Freundinnen und ich könnte euch das erzählen. Ich hätte das besser nicht getan. Ich dachte, ihr würdet das verstehen.“
„Tut mir leid Frida.“ sagte Kim. „Ich versteh des wirklich nich. Ich mein, des is deine Sache. Aber wieso denn nur? Sie is unsere Lehrerin und du weißt wie sie zu hauen kann mit der Gerte.“
„Meinst du denn, andere können das nicht? Und Herrin Isabella hat zu hause nicht mal eine Gerte oder so. Sie ist ganz anders als als Lehrerin.“
„Aber sie hat doch Maja, ich mein, sie ist doch mit ihr verheiratet. Wieso will sie denn dann noch eine Serva haben?“ wollte Georgia wissen.
„Darum geht es doch garnicht. Ich werde bestimmt nicht zu ihr ins Schlafzimmer gehen falls du das meinst. Ich war im Probemonat bei ihr und das war ganz anders. Das ich zu ihr gehe war meine Idee. Und Maja, naja, die ist dann auch irgend wie meine Herrin.“ versuchte Frida zu erklären.
„Na, immerhin weißt du ja wer deine Herrin sein wird. Wir werden das erst bei der Versteigerung erfahren.“ meinte Mara. „Ich glaube, das ist trotzdem ganz schon mutig von dir.“
Kim und Georgia nickten zustimmend.
„Jetzt weiß ich auch warum du sie immer Herrin nennst.“ sagte Kim grinsend.

Die Vier unterhielten sich noch eine ganze Weile. Georgia und Mara erzählten Kim und Frida davon wie sie sich gefühlt hatten als sie sie mit ihren Eltern gesehen hatten. Die Beiden entschuldigten sich mehrmals dafür sie in so unangenehme Situation gebracht zu haben.
Nach und nach kamen nun auch die anderen Schülerinnen in den Schlafsaal. Die Meisten waren durch die Anwesenheit der Eltern der freien und der freiwilligen Schülerinnen, in den anderen Gruppen gab es davon einige, ein wenig mitgenommen. Doch niemand zeigte sich sonderlich eifersüchtig.
„So ist das nun mal, da kann keine von uns was dran ändern.“ sagte Larissa. „Ich bin ja ganz froh, das meine Eltern nicht hier gewesen sind. Im Gegensatz zu euren Eltern“ sie schaute Frida und Kim an „sind meine nicht sehr vorzeigbar.“ sagte sie und grinste verlegen. Sie hatte bisher nie von ihrer Familie erzählt.
Bis zum Mittagessen unterhielte sie sich noch weiter und mussten danach wieder in die Küche oder die Wäscherei gehen.



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  RE: Neue Horizonte Datum:21.03.17 18:55 IP: gespeichert Moderator melden


Tja so langsam neigt es sich zu Ende.Bald werden auch die Restlichen Versteigert.Hoffe das sie es gut erwieschen.

Aber eine Frage habe ich.Gibt es den keine Möglichkeit der Revision oder ein Urteil an zu fechten.So hätte zu mindestens der Vater von Mara eine Chance sie da vielleicht raus zu holen.Oder zu mindestens das Strafmass zu drücken.

Wie auch immer.Es ist eine schöne Geschichte.Vielen Dank.

mfg Wölchen
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  RE: Neue Horizonte Datum:21.03.17 19:15 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Wölchen,

wie es weiter geht, möchte ich noch nicht verraten, die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende, nur dieser Teil hier wird abgeschlossen werden.



Zitat

Aber eine Frage habe ich.Gibt es den keine Möglichkeit der Revision oder ein Urteil an zu fechten


Ich zitiere hier einfach mal ganz frech Wikipedia:

Zitat

Die Frist zur Revisionseinlegung beträgt nach § 341 Abs. 1 StPO eine Woche nach Verkündung des Urteils

Auch wenn die Gesetzte sich in der Zukunft geändert haben werden, so gibt es doch eine Frist für die Revision. Und diese beträgt sicher kein ganzes Jahr. Also hat ihr Vater da keine große Chance noch etwas herum zu reißen.



Zitat

Wie auch immer.Es ist eine schöne Geschichte

vielen Dank für das Lob.

HeMaDo

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  RE: Neue Horizonte Datum:21.03.17 21:39 IP: gespeichert Moderator melden


Ich zitiere hier einfach mal ganz frech Wikipedia:



Zitat

Die Frist zur Revisionseinlegung beträgt nach § 341 Abs. 1 StPO eine Woche nach Verkündung des Urteils


Auch wenn die Gesetzte sich in der Zukunft geändert haben werden, so gibt es doch eine Frist für die Revision. Und diese beträgt sicher kein ganzes Jahr. Also hat ihr Vater da keine große Chance noch etwas herum zu reißen.

Naja es sein den er kann Verfahrensfehler nach weisen.Und beweisen das sie nicht richtig über ihre Rechte und Möglichkeiten Aufgeklährt wurde.

Die letzte Möglichkeit währe eine Begnadigung zu erreichen.

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  RE: Neue Horizonte Datum:21.03.17 21:53 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

Die letzte Möglichkeit währe eine Begnadigung zu erreichen.

Das mag sein, aber ich habe mir über diese Möglichkeit ganz ehrlich gesagt überhaupt keine Gedanken gemacht. Denn dann wäre die Geschichte hier zumindest für Mara mit einem "Und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage" beendet.
Und das ist hier zum Pech für Mara nicht im Sinne aller Leser vermute ich mal.

HeMaDo

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  RE: Neue Horizonte Datum:21.03.17 22:51 IP: gespeichert Moderator melden


Möglich.Aber anderseits,kannst du ja auch machen,das der VAter es schaft durch zu setzen und zu gewinnen.Als er damit dan Stolz vor seiner Tochter steht.Kan sie ja in einen Gewissenskonflikt kommen.Zum einen könnte sie ihre Freiheit wieder erlangen.Aber anderseits had sie da ein zu friedenes Leben erreicht.So kann sie ja ihre Freiheit genießen.Kehrt aber dan doch wieder zurück zu ihrer Besitzer/in.Vieleicht weil sie sich lieben gelehrnt haben oder weil es ihr dort halt gibt.Sie kann es ja wie Frida machen.Einen bestimmten Zeitrahmen ausmachen und das sie ein bestimmtes Ziel erreichen muß,damit sie ihre Freiheit wieder erlangen kann.Das Gericht kann das ja auch bestimmen.NAchdem sie sie angehört had.

Schon mal daran gedacht?
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  RE: Neue Horizonte Datum:21.03.17 23:01 IP: gespeichert Moderator melden


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Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Mal sehen was sich da ergibt.

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Alles was im Einvernehmen passiert , ist Normal

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  RE: Neue Horizonte Datum:21.03.17 23:25 IP: gespeichert Moderator melden


Wo ist das Problem mit Mara ?
Ihr Vater ist doch Rechtsanwalt , also ein Gesetzverdreher
Geld hat er auch scheinbar
Zitat

Es gibt keine Regel und kein Gesetz das es verbietet daß eine Serva ihre Familie sehen darf. Die einzige Einschränkung ist die daß eine Serva nicht von ihren Angehörigen gekauft werden darf.“

Kein Freund oder Strohmann da , der sie kauf und dann an die Familie verleiht ?

Ne mach du mal die Geschichte ist gut so

Und ich freue mich schon auf das was da nach kommt
.
95 % der Literatur sind Kopfkino selbst die Bibel denn keiner der Schreiber war dabei
bin für Fragen offen und werde Tip´s geben sofern ich es kann
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HeMaDo
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  RE: Neue Horizonte Datum:22.03.17 22:56 IP: gespeichert Moderator melden



Zitat

Kein Freund oder Strohmann da , der sie kauf und dann an die Familie verleiht ?


Das wäre immerhin eine Möglichkeit. Diese kann aber auch nach hinten los gehen. Wer weiß was Maras Vater so alles versuchen wird. Ein wenig Zeit hat er ja noch.


HeMaDo

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HeMaDo
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  RE: Neue Horizonte Datum:24.03.17 19:25 IP: gespeichert Moderator melden


„Hallo Isabella.“ sagte Miss Wilhelmina „Nimm Platz.“
Isabella setzte sich ihr gegenüber an den Schreibtisch. „Zwei Wochen noch.“ sagte sie.
„Ja. Ab dem Wochenende werden die Schülerinnen frei haben. Am Besten du machst es wie sonst auch und fährst mit ihnen noch mal ins Museum oder ins Schwimmbad. Das lenkt sie ein wenig ab.“
„Ich denke das werde ich machen. Einige würden auch gerne noch mal einen Tag bei Lin verbringen. Aber das ist ganz sicher nicht für jede was.“ sagte Isabella nachdenklich.
„Das mag sein. Aber warum nicht?“ gab Miss Wilhelmina zurück. Hauptsache sie sind etwas abgelenkt. Die Anderen bekommen wir hier schon noch beschäftigt. Aber deshalb bist du nicht hier, oder?“
„Nein Miss. Ich frage mich ob ich das richtige getan habe.“ Isabella sah ein wenig ratlos aus.
„Das kann ich dir auch nicht sagen. Aber ich weiß ja nicht mal, was du meinst. Meinst du Maras Schwester? Oder eher Mara selbst? Ja, vielleicht hättest du ihr sagen sollen das ihre Schwester hier war. Aber auch ich kann dir nicht sagen ob es besser ist, wenn sie es weiß oder eben nicht. Oder meinst du deine Entscheidung an Emylias Schule zu gehen? Oder meinst du Frida?“ Miss Wilhelmina sah sie aufmunternd an „Vielleicht solltest du mir sagen, was davon du meinst.“
„Alles Miss.“ Isabella sah wirklich ziemlich ratlos aus.
„Also gleich alles auf einmal.“ Miss Wilhelmina lachte. „Und jemand mit so vielen Selbstzweifeln ist Lehrerin? Ich denke schon das deine Entscheidungen Hand und Fuß haben. Ich wüsste nicht, wann du jemals etwas wirklich unüberlegt getan hast.“ sie schaute kurz aus dem Fenster „Also Isabella, Deine Entscheidung als Schulleiterin zu Emylia zu gehen war denke ich, vollkommen richtig. Ich bedauere es zwar dich als Lehrerin zu verlieren aber für dich ist es sicher das Beste. Du hast keine eigene Gruppe um die du dich kümmern musst kannst aber immer noch als Lehrerin weiter arbeiten wenn es deine anderen Pflichten zulassen. Also wirst du den Anschluss auch nicht verlieren. Und wie du sicher weißt kannst du als Schulleiterin mindestens genau so viel bewirken.“
Isabella nickte.
„Auch als Maras Schwester hier aufgetaucht ist hast du sicher richtig gehandelt. Und offenbar hast du bei ihr ja auch einen gewissen Eindruck hinterlassen wenn sie dich schon um ein Stipendium bittet. Obwohl ich mir nicht so ganz sicher bin ob du ihr es nicht eher angedroht hast.“ Miss Wilhelmina sah sie fragend an.
„Ich habe ihr gesagt, wenn sie sich bemerkbar macht, bekommt sie Probleme mit mir ohne ihr genau zu sagen was das für welche sind. Und als sie gefragt hatte, das war als sie angerufen hatte, habe ich ihr das gesagt. Was hätte ich auch sonst sagen sollen? Wer hätte denn auch wissen können, das sie das gleich als Angebot nimmt?“
„Das hätte ich allerdings auch nicht gedacht. Aber jetzt hast du es ihr angeboten. Wenn sie also zu dir kommt, wirst du dir etwas einfallen lassen müssen.“
Isabella grinste breit. „Nein, das brauche ich nicht mal. Ich habe mit Emylia gesprochen. Sie sagt, ich habe in dieser Hinsicht freie Hand. Die wirtschaftliche Seite ist ihr vollkommen egal. Die Schule alleine ist sowieso finanziell nicht überlebensfähig. Aber ihr ist es vollkommen egal wie viel sie da rein steckt.“
Miss Wilhelmina nickte. „Sie hat so viel Geld da ist es das wirklich. Und besser so als wenn sie es wie andere für irgend welchen Luxusyachten oder so aus gibt.“ sie machte eine kurze Pause und holte ein Blatt Papier aus ihrem Schreibtisch. „Wo wir gerade dabei sind. Peter hat mir das hier gezeigt.“ sie gab Isabella das Blatt. „Er meint, das wäre das Richtige für den Erlös aus den Versteigerungen. Es gibt einige junge Frauen die auf der Straße leben weil sie zu hause weg gelaufen sind. Auch Emylia denkt, das ist eine gute Idee.“
„Was denken Sie darüber Miss?“ wollte Isabella wissen.
„Ich denke, es ist besser sie von der Straße zu holen bevor sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Für diese Frauen ist es auf jeden Fall eine Alternative. Sie bekommen ein Dach über dem Kopf und eine Perspektive. Und wenn sie dann 18 sind können sie sich entscheiden Serva zu werden oder eben auch nicht. Auf jeden Fall ist die Chance, das sie nicht kriminell werden besser als wenn sie auf der Straße leben. Nicht alle haben das Glück daß jemand wie Emylia kommt und sie adoptiert so wie die Beiden in Vitórias Gruppe.“
„Da haben Sie sicher recht. Aber wie vielen Frauen würde man damit helfen? Viele sind das sicher nicht.“ gab Isabella zu bedenken.
„Das stimmt Isabella. Aber selbst wenn es nur ein paar sind, immer noch besser als garkeine. Außerdem,“ Miss Wilhelmina öffnete die unterste Schreibtischschublade und holte die Flasche mit dem Sherry und zwei Gläser hervor und schenkte langsam ein. „du weißt, das die Nachfrage nach Serva größer ist als das Angebot. Und wenn auch nur wenige sich nachher entscheiden hier her zu kommen, ist nicht nur ihnen damit geholfen.“
„Ich weiß nicht. Sie wissen das viele Leute sich lieber eine Serva kaufen die länger als die fünf Jahre bei ihnen bleiben.“ Sie nahm das ihr angebotene Glas entgegen und trank einen großen Schluck.
„Ich weiß Isabella. Aber so hart das jetzt auch klingt, in diesem Fall können wir die Regeln anpassen. Die meisten dieser Frauen haben keine Perspektive. Und was hindert uns daran ihnen zumindest anzubieten sich für, sagen wir zehn Jahre zu verpflichten anstatt für fünf?“
„Ich finde diese Idee nicht schlecht muss ich sagen, aber so etwas kann ich nicht gut heißen.“
„Isabella, ich kann dich verstehen, aber hättest du Maja gekauft wenn sie nur fünf Jahre hätte bei dir bleiben müssen?“
„Bitte, nicht das schon wieder. Sie wissen genau das ich das getan hätte. Und bitte nicht dieses Gerede über einen Markt und über Angebot und Nachfrage. Diese Frauen sind keine Ware die man verschachert wie, wie, wie Vieh. Sie sind Menschen.“
„Ich weiß das doch Isabella.“ Miss Wilhelmina seufzte leise und trank einen Schluck. „Und glaub mir, ich bin mir dessen immer bewusst. Es geht mir doch genau darum, diesen Frauen eine Chance zu geben. Und du musst doch selbst zugeben das die Chancen besser sind, vernünftige Herrschaften zu bekommen je länger sie bei ihnen bleiben. Dürfte doch auch ganz in deinem Sinne sein.“
„Ja? So wie diese Baroness? Die auch vorzugsweise Schülerinnen kauft, die länger als fünf Jahre bleiben müssen? Wahrscheinlich damit niemand mit bekommt, wenn sie einfach verschwinden?“
„Oh bitte Isabella. Nicht das schon wieder. Die Baroness ist eine ganz vernünftige Frau. Und es geht ihren Serva ganz bestimmt nicht schlecht. Warum nimmst du nicht einfach ihr Angebot an, dich auf ihrem Schloss selbst um zu sehen?“
„Natürlich. Ich bin mir sicher daß ich dann nichts verdächtiges finden werde. Sicher wird dann erst mal gründlich aufgeräumt bevor ich hin kommen würde.“
Miss Wilhelmina sah sie ernst an. „Wenn du wieder Streit mit ihr anfängst, dann verspreche ich dir, verbringst du deinen dir zustehenden Urlaub hier im Keller. Die ganzen zwei Wochen, glaub mir. Halt dich bitte einfach zurück. Sonst können Maja und Frida euren Umzug alleine durch ziehen.“
„Ja Miss Wilhelmina.“ sagte Isabella und kniff die Lippen zusammen. „Ich bin froh, das Emylia genau so denkt wie ich und diese Schule ganz sicher keine Schülerinnen an sie verkaufen würde.“
„In diesem Punkt werden wir uns vermutlich nie einig werden Isabella.“ sagte Miss Wilhelmina resigniert.
„Vermutlich nicht, nein.“
„Lassen wir das besser. Ich habe nicht vor, mich mit dir darüber zu streiten. Du hast deinen Standpunkt und ich habe meinen. Wir müssen nicht immer einer Meinung sein und ich respektiere deine Meinung. Bitte respektiere du meine eben so.“
„Sie haben ja recht Miss.“ Isabella atmete tief durch. „Ich werde mich zurückhalten.“
„Mehr verlange ich in diesem Fall auch nicht von dir. Lass uns lieber wieder von deinen Problemen reden, deshalb bist du doch hier her gekommen, oder?“ Sie schenkte Isabella nach. „Wir waren bei Maras Schwester. Ich denke, du hast richtig gehandelt. Selbst wenn es nur dafür gut ist, das sie nach den zwei Jahren eine andere Sichtweise hat. Sie hat nach den zwei Jahren mit eigenen Augen gesehen, was es heißt Serva zu sein. So wie ich sie einschätze wird sie sicher nicht nach einem Jahr abbrechen. Was Mara angeht, ich weiß nicht ob es gut war ihr zu verschweigen das ihre Schwester nach ihr gesucht hat. Sie wird es auf jeden Fall erfahren, so oder so. Die Frage ist, wie wird sie von uns denken wenn sie erfährt, das wir ihr das verschwiegen haben?“
„Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Aber ich weiß nicht, ob ich es ihr sagen soll oder lieber nicht, ich habe mit bekommen das sie nicht sonderlich begeistert war, Fridas und Kims Eltern zu sehen.“
„Es hat sie ziemlich mitgenommen. Deshalb habe ich sie auch mit dieser Sally raus geschickt um ihr die Schule zu zeigen. Aber ich fürchte, sie wird sie spätestens im Schlafsaal gesehen haben.“
Isabella sah kurz auf. „Ja, hat sie. Es hat sie ziemlich mitgenommen Frida und ihre Schwester zu sehen.“
„Ich verstehe daß es schwer für sie sein muss. Aber sie kann sich nicht vor der Tatsache verstecken daß es auch andere Familien gibt. So oder so wird sie irgend wann damit klar kommen müssen.“
„Ja Miss, ich würde es ihr nur gerne etwas leichter machen. Nur weiß ich nicht wie ich das tun soll.“
„Wie willst du es ihr denn leichter machen? Das wird niemand schaffen. Aber dir ist in solchen Situationen bisher immer etwas eingefallen. Rede mit ihr und erklär ihr das Frida ihre Schwester auch für eine Weile nicht sehen kann.“
„Das werde ich nachher sowieso noch machen. Ich habe ihr versprochen vor dem Abendessen noch einmal zu ihr zu kommen.“
„Gut. Tu das. Und damit zum letzten Punkt der dich zweifeln lässt, Frida.“
„Was soll ich dazu sagen? Ich glaube, es schadet ihr auf jeden Fall nicht. Ich habe mich vorhin mit ihren Eltern unterhalten, eigentlich ganz nette Leute. Aber sie haben selbst zugegeben daß sie nicht die besten Eltern waren. Ein Kind auf irgend welche teuren Privatschulen und Internate zu schicken reicht eben nicht aus. Sie haben mich darum gebeten, sie dazu zu bringen endlich zu studieren. “
„Ich habe lange mit ihr geredet als sie zu mir kam und darum gebeten hat, ihren Status zu ändern.“ Miss Wilhelmina reichte Isabella einen Zigarillo und zündete sich selbst einen an.
„Das ist ganz sicher nicht meine Idee gewesen. Ich war ziemlich überrascht als sie damit an kam.“ erklärte Isabella.
„Das weiß ich. Hätte ich das Gefühl gehabt, daß es nicht ganz allein von ihr selbst kam hätte ich dem nie zugestimmt. Das Einzige, was du dir vorzuwerfen hast ist vielleicht, daß du sie zu gut behandelt hast während ihres Probemonats. Aber das ist auch schon alles.“ Miss Wilhelmina trank einen Schluck und zog an ihrem Zigarillo. Sie blies den Rauch Richtung Decke und beobachtete, wie sich die Wolke langsam auflöste. „Also egal welche deiner Entscheidungen du anzweifelst, ich kann an keiner etwas schlechtes entdecken. Du hast so gehandelt, wie ich dich kennen gelernt habe. Du denkst eher an Andere als an dich. Manchmal gehst du dabei zwar ein wenig unkonventionell vor aber bisher ist dabei am Ende noch nichts schlechtes bei heraus gekommen. Warum machst du dir eigentlich Sorgen?“
Isabella sah sie eine Weile schweigend an. Dann sagte sie: „Ich bin mir einfach nicht sicher ob es eine gute Idee ist, Kira ein Stipendium zu geben. Genau so wenig bin ich mir Sicher ob es eine gute Idee ist, Frida zu uns zu nehmen. Das heißt für beide daß sie lange Zeit nichts vom richtigen Leben mit bekommen.“
„Und? Das sind für Kira zwei Jahre, für Frida fünf. Außerdem ist das doch keine verloren Zeit für die Beiden. Lass Frida doch studieren wenn sie es selbst auch will. Wir leben nicht mehr im 22. Jahrhundert. Man muss für die wenigsten Fächer noch auf eine Hochschule gehen wenn man studieren will. Mein Bruder hat einen Doktortitel der Universität von Cambridge. Und dabei hat er Selawik, das liegt nördlich des Polarkreises in Alaska und hat gerade mal 500 Einwohner, noch nie verlassen.“
„Ich wusste nicht, das Sie einen Bruder haben.“ sagte Isabella erstaunt.
„Das muss ich ja auch nicht jedem auf die Nase binden.“ Miss Isabella zwinkerte ihr zu. „Wenn du sonst nichts mehr auf dem Herzen hast, ich muss noch mit Peter sprechen.“ sie tippte auf das Papier welches noch vor Isabella lag. „Ich glaube, er hat da schon ein Gebäude in Betracht gezogen, ganz hier in der Nähe.“
„Na, das passt ja. Dann können die Frauen gleich hier mit unterrichtet werden.“ sagte Isabella lachend.
„So ungefähr hatte er sich das wohl vorgestellt.“ Auch Miss Wilhelmina lachte nun.
Isabella verabschiedete sich mit einem Knicks und verließ das Büro. Es war gerade mal früher Nachmittag. Sie fragte sich, warum sie bis zum Abend warten sollte und ging in den Schlafsaal.



„Andere dabei zu beobachten gehört sich mal garnich.“ schimpfte Kim und sah Larissa verärgert an.
„Stell dich doch nicht so an. Außerdem, unter der Decke sieht man ja fast garnichts.“ sagte diese grinsend.
Mara schaute kurz von ihrem Pad auf. „Stimmt, was hätte ich da denn lernen sollen, lasst demnächst gefälligst die Decke einfach weg.“
„Wie jetz? Du ooch?“ Kim schaute nun Mara entrüstet an. „Ihr seid doch alle Spanner.“ Sie verschränkte die Arme und lehnte sich demonstrativ in ihr Kissen.“ Georgia beobachtete die Drei dagegen nur amüsiert.
„Du findst des ooch noch lustich Wa?“ sagte Kim „Solln wir es am Besten gleich hier und jetz machen damit alle was von haben?“ Kim sah sehr verärgert aus. Mara hatte ihr Pad bei Seite gelegt und lachte laut. Auch Georgia musste sich sehr zusammen reißen um nicht laut los zu lachen. Sie fasste Kim im Nacken, zog sie zu sich heran und gab ihr einen langen Kuss.
„Ist doch schon mal ein guter Anfang.“ sagte Larissa und prustete nun auch los.
Kim löste sich von Georgia „Ihr seid doch alles perverse hier.“ sagte sie.
„Sagt die, die bei Miss Lin am liebsten alles selber ausprobiert hätte.“ sagte Miss Isabella trocken. Sie stand plötzlich zwischen den Betten, niemand hatte bemerkt wie sie in den Schlafsaal gekommen war. Alle sahen sie an und wollten auf stehen.
„Bleibt ruhig sitzen. Ihr könnt gleich weiter diskutieren, ich muss mal mit Mara reden. Kommst du bitte mal mit?“
Alle sahen nun Mara an. Sie stand auf und zuckte mit den Schultern als sie Miss Isabella aus dem Schlafsaal folgte.

Mara war Miss Isabella in den Garten gefolgt wo sich um diese Zeit nur sehr wenige Schülerinnen befanden. Miss Isabella spazierte langsam über den Weg und zündete sich einen Zigarillo an. „Keine Angst, nichts schlimmes.“ sagte sie als Mara sie nach einer Weile fragend an sah. „Du hast gestern mit bekommen das Fridas Schwester hier war.“
Mara nickte nur. Wenn das Gespräch in diese Richtung gehen sollte, dann fragte sie sich, was dann wohl ein schlimmes Gespräch sein sollte.
„Guck nicht so bedröppelt aus der Wäsche, das steht dir nicht. Ich kann mir denken, daß es für dich schwer sein musste sie zu sehen. Aber denkst du denn, daß du immer von so etwas verschont bleibst? Mit so etwas musst du leider einfach leben. Du kannst nicht jedes Mal wenn du eine glückliche Familie siehst in Tränen aus brechen. Du wirst so etwas noch öfter sehen werden. Das ist einfach so.“
„Ich weiß Miss, aber es tut einfach weh. Ich würde mich so gerne bei ihr entschuldigen dafür das ich sie so angeschrien habe. Das tut mir so leid. Und das alles nur wegen dieser blöden Jacke. Wäre ich damals nicht so wütend geworden wäre ich nicht mal hier.“
„Ob das so ist, kann dir niemand sagen. Fakt ist, das was passiert ist, kannst du nicht rückgängig machen. Aber ich bin mir sicher, das du Gelegenheit dazu bekommen wirst, dich bei ihr zu entschuldigen. Vielleicht nicht balde aber bestimmt auch nicht erst in zehn Jahren.“
„Nein, in 25 Jahren wenn ich Glück habe. Dann bin ich 45 und Kiki ist 43. Dann sind wir alte Frauen und es interessiert keinen mehr weil wir uns schon garnicht mehr kennen.“ sagte Mara resigniert.
„Weißt du, du hast in den letzten beiden Wochen einige Leute kennen gelernt die Interesse haben dich zu ersteigern.“ Isabella musste schlucken als sie das sagte. „Und ich glaube, keiner und keine von denen würde dir den Kontakt zu deiner Familie verbieten. Im Gegenteil, ich habe die Erfahrung gemacht, daß es eher die Serva sind, die den Kontakt nicht mehr wollen. Nicht nur bei Maja. Ich musste sie regelrecht dazu drängen sich endlich bei ihren Eltern zu melden.“
„Und dann? Ich habe nicht vor einen von denen zu heiraten oder so. Dazu muss schon mehr kommen als das mich jemand kauft.“ sagte sie ein wenig trotzig.
Miss Isabella sah sie kurz an und lachte. „Was denn? Das du dich in jemanden verliebst?“
„Ja, zum Beispiel. Was ist denn daran so schlimm an sowas zu glauben?“
„Nichts. Was soll daran schlimm sein? Aber das ist ein Thema über das du am Besten mal mit Klara reden solltest, da bin ich sicher nicht die richtige für. Sie hat da einen viel besseren Blick drauf als ich. Jedenfalls, mit Majas Familie verstehe ich mich prächtig. Warum sollte das bei dir anders sein?“
„Sich mit meiner Mutter zu verstehen das schafft glaube ich nicht jeder.“ gab Mara zu bedenken.
„Niemand kann sich mit jedem gut verstehen, das ist genau so eine Tatsache die du einfach hinnehmen musst.“
„Das ist mir auch vollkommen egal. Mit meinen Eltern habe ich mich sowieso nicht mehr so gut verstanden. Aber ich will nicht, das Kiki denkt, ich bin ihr immer noch böse. Sie kann doch am allerwenigsten dafür was passiert ist.“
Isabella warf ihr einen kurzen Blick zu und zog an ihrem Zigarillo. Sie dachte darüber nach daß sie in den letzten Wochen nicht nur einmal recht dumme Dinge getan hatte und überlegte, ob sie noch einmal das Glück hatte, das dies gut aus gehen würde. Oder lag es letztlich garnicht am Glück? Was sie nun tat war ein Risiko aber vielleicht auch eine Chance. „Was denn für eine Jacke? So eine hellbraune Lederjacke mit Pelzbesatz und gefüttertem Kragen die kein normaler Mensch im Sommer anziehen würde?“ fragte sie.
„Ja, genau so eine. Meine Eltern hatten sie mir zum Geburtstag geschenkt. Und Kiki hatte sie einfach aus meinem Schrank geholt und angezogen. Ich wollte, daß sie sie wieder aus zieht und hab sie deswegen an geschrien. Meine Eltern haben gesagt, ich soll ihr doch die Freude lassen. Sie würde sie ja nicht kaputt machen. Aber das war meine Jacke und ich hatte sie bis da hin noch nicht mal selber an gezogen außer um sie an zu probieren.“ Miss Isabella schaute Mara an, sie schien sich gerade so einiges von der Seele zu reden. „Wissen Sie Miss, jetzt würde ich sie ihr einfach schenken, ich brauch sie ja nicht mehr.“ sagte Mara leise. Sie gingen noch einige Schritte dann blieb Mara abrupt stehen und sah Miss Isabella erstaunt an. „Wo… Woher wissen Sie das?“
„Blitzmerker.“ sagte Miss Isabella trocken. „Weil ich die Jacke vor ein paar Wochen gesehen habe. Ich hab mich noch gefragt, wie man sowas im Sommer nur an ziehen kann.“
„Sie haben was? Wie das denn?“ Mara schien ein wenig verwirrt.
„Setz dich bitte.“ sagte Miss Isabella und deutete auf eine Bank neben dem Weg.
Mara setzte sich und sah Miss Isabella immer noch fragend an. Diese setzte sich neben sie, machte die Beine lang und legte sie über Kreuz. „Ich glaube nicht daß deine Schwester dir deswegen noch böse ist. Sie war vor ein paar Wochen hier und hat nach dir gefragt.“ sie machte sich darauf gefasst, das Mara schreien würde oder anfing zu weinen oder versuchten würde weg zu laufen.
„Und Sie haben sie weg geschickt?“ fragte Mara und schluckte.
„Nein, das war Miss Wilhelmina.“ Miss Isabella beschloss Mara die ganze Wahrheit zu sagen. Ich habe mich an dem Abend noch mit ihr bei Klara getroffen. Sie wollte mit dir sprechen. Aber ich musste ihr das Selbe sagen wie Miss Wilhelmina, nämlich, daß das nicht geht.“ sie beobachtete Mara eingehend doch diese blieb einfach still sitzen und schaute relativ ruhig gerade aus. „Ich habe ihr ein Bild von dir gegeben. Und am Morgen danach hat sie sich im Gebüsch versteckt als ihr euren Morgenlauf gemacht habt.“
Mara sah sie für einen langen Moment schweigend an und brach dann in lautes Gelächter aus. Miss Isabella sah sie verwundert an. Als sie sich wieder beruhigt hatte sagte sie „War das der Morgen wo Chris das erste Mal den Morgenlauf geleitet hat?“
Miss Isabella nickte nur. Sie fragte sich gerade ob das nicht zu viel gewesen war.
„Wir haben alle gedacht, Sie würden sich mit dem Busch unterhalten. Das sah so albern aus.“ sagte Mara breit grinsend.
Auch Miss Isabella musste nun lachen. Teils aus Erleichterung, teils weil sie nie gedacht hätte, das eine ihrer Schülerinnen überhaupt irgend etwas gemerkt hatte und sie nie gedacht hätte daß das so albern ausgesehen hatte. „Ich hatte ihr vorher mehrmals gesagt, sie soll sich ja nicht bemerkbar machen.“
„Wie geht es ihr?“ fragte Mara. Sie hatte wieder ein ernstes Gesicht aufgesetzt.
„Ich glaube, es geht ihr ganz gut. Auf jeden Fall bin ich mir sicher, daß es ihr danach besser ging. Sie hat mich nachher noch angerufen und mir Bescheid gesagt daß sie wieder gut zu Hause angekommen ist.“
Die Beiden schwiegen eine Weile. „Vielen Dank Miss Isabella.“ sagte Mara leise, sie schien erleichtert zu sein. „Wenn sie Sie angerufen hat, dann haben Sie doch auch ihre Nummer, oder?“ Miss Isabella nickte. „Können Sie sie bitte anrufen und ihr sagen daß sie die Jacke behalten kann und daß es mir leid tut?“
Miss Isabella überlegte kurz und entschloss sich ihr nun auch den Rest zu erzählen. „Nein, das werd ich nicht tun. Ich werde es ihr persönlich sagen. So in einem halben Jahr wenn sie mit der Oberschule fertig ist und meine Schülerin wird. Wenn nicht, werde ich dann anrufen.“
„Wieso sollte sie Ihre Schülerin werden?“ fragte Mara verwundert.
„Sie hat danach gefragt ob das Stipendium das ich ihr angedroht habe für den Fall das sie sich in dem Busch doch bemerkbar machen sollte auch noch gilt wenn sie mit der Oberschule fertig ist. Ich habe den...“
„Sie hat was?“ unterbrach Mara sie laut. „Sie will Serva werden? Die ist doch nicht mehr ganz dicht! Die weiß doch garnicht, was das heißt.“
„Mara!“ sagte Miss Isabella streng. „Setz dich bitte wieder und hör auf so zu schreien.“
Mara hatte nicht einmal gemerkt daß sie aufgesprungen war und nun vor Miss Isabella stand. „Entschuldigung Miss.“ sagte sie kleinlaut und setzte sich wieder.
„Ich habe den Eindruck, sie weiß das besser als du es vor zwei Jahren wusstest. Ich denke, daß sie sich, nachdem du sie in Frankfurt fast überfahren hättest, ziemlich eingehend informiert hat. Sie hat sicher nicht ohne...“
„Ich habe was?“ Wieder war Mara auf gesprungen und laut geworden.
„Mara, jetzt langt es aber. Setz dich hin und hör auf mich dauernd an zu schreien!“ sagte Miss Isabella. „Hier nimm, das beruhigt dich vielleicht.“ sagte sie und hielt ihr einen Zigarillo hin.
Mara nahm diesen und Miss Isabella gab ihr Feuer. Sie zog einmal daran und hustete heftig. „Meine Güte, was ist das denn?“ fragte sie mit Tränenden Augen.
„Auf jeden Fall keine Zigarette.“ sagte Miss Isabella grinsend. „Darf ich jetzt weiter reden?“
„Entschuldigung Miss.“ sagte Mara, zog noch mal an dem Zigarillo und musste erneut husten.
„Du hast sie in Frankfurt beinahe überfahren. Sie hat dich im Fernsehen gesehen als du auf irgend einer Bank gesessen hast. Die hat sie erkannt oder besser den Platz wo die steht und sich von eurem Vater da hin fahren lassen. Erinnerst du dich noch daran als du erzählt hast das dir eine Verrückte vors Auto gesprungen ist als du mit Julian in Frankfurt warst?“
Mara nickte nur knapp.
„Das war deine Schwester.“ sagte Miss Isabella.
„Die Verrückte mit den knallrot gefärbten Haaren? Wieso hat sie sich das denn angetan? Das sah doch furchtbar aus. So hätte ich sie nie erkannt. Und sie hat mich direkt angesehen.“ Mara musste Lachen als sie weiter sprach. „Und ich hab ihr noch den Vogel gezeigt.“
„Ich vermute mal aus dem selben Grund, warum sie mitten im Sommer diese viel zu warme Jacke an hat. Sie eifert dir nach.“
„Na toll. Hoffentlich nicht. Sie muss nicht den selben Mist machen den ich gemacht habe.“ sagte Mara „Ich glaube, da ist es wirklich besser wenn sie auf die Schule geht ohne sowas zu machen.“
„Das denke ich auch. Aber bis da hin ist es ja noch eine Weile. Wer weiß ob sie das bis da hin noch will.“ sagte Miss Isabella. „Sie hatte schon gefragt ob sie nicht hier sofort zur Schule gehen kann um dich zu sehen. Ich hab ihr gesagt, daß das nichts bringen würde und daß das außerdem niemand machen würde.“
„Na der hätte ich was erzählt.“ sagte Mara.
„Das hab ich ihr auch gesagt. Aber wenn sie nach ihrem Schulabschluss zu mir kommt, dann werde ich garantiert nicht nein sagen. Ich nehme an, bis dahin hat sie es sich noch mal gründlich überlegt. Denn dumm ist sie ganz sicher nicht. Ich glaube ohne Stipendium würde sie das nicht machen.“
„Wer weiß.“ sagte Mara. Sie zog noch einmal an dem Zigarillo und hustete.

„Komm, lass uns rein gehen.“ sagte Miss Isabella. „Ich hab keine Lust, nass zu werden.“ Tatsächlich hatte es angefangen zu nieseln während sie sich unterhalten hatten. Langsam gingen sie wieder zurück, durch den Garten und den Durchgang zum Hof. Mara wollte gerade ins Hauptgebäude gehen da sagte Miss Isabella: „Halt, den nimmst du nicht mit rein. Im Haus ist rauchen verboten.“
Mara ging über den Hof zu der einzigen Ecke in der ein Ascher stand und brachte den Zigarillo weg. Sie ging zurück zum Eingang wo Miss Isabella noch stand.
„Miss, vielen Dank.“ sagte sie und umarmte ihre Lehrerin. „Danke das Sie Kiki gesagt haben wo sie mich sehen kann und danke das Sie mir das alles gesagt haben. Das hat richtig gut getan Miss.“ sie löste die Umarmung und ging in den Schlafsaal zurück.
Isabella schaute noch eine Weile hinter ihr her und atmete dann erleichtert auf. Sie hätte nie damit gerechnet daß es so leicht werden würde ihr alles zu erzählen.

Der Rest der Woche war für die Schülerinnen nur wenig anstrengend. Am Sonntag Nachmittag erklärte Miss Isabella ihnen daß sie ab sofort auch keinen Küchen- und Wäschedienst mehr hätten und sich statt dessen die letzten beiden Wochen auf die Auktion vorbereiten sollten. Wie sie das machen sollten erklärte sie ihnen jedoch nicht. Um sie abzulenken fuhr Miss Isabella mit ihnen in der folgenden Woche zwei mal ins Schwimmbad und einmal in ein Schokoladenmuseum wovon besonders Larissa überaus begeistert war.
In der letzten Woche mussten alle Schülerinnen noch einmal zur Ärztin gehen und sich eingehend untersuchen lassen. Jede bekam noch eine neue Tunika die sie während der Versteigerung tragen sollten. Diese war im selben Beige gehalten wie ihre anderen Tuniken, war jedoch an allen Rändern dunkelgrün gesäumt. Sie mussten ihre restliche Kleidung zum Waschen geben und jede Schülerin bekam noch einmal eine Grundausstattung an allen nötigen Sachen wie Seife, Shampoo, Creme und anderen Dingen die sie im Laufe der Zeit brauchen würden.

Mittlerweile hatten es alle gemerkt und vor allem auch begriffen daß ihre letzten Tag in der Schule angebrochen waren. Einige wurden sehr still, andere immer nervöser je mehr sich der Tag der Versteigerung näherte. Kim und Georgia verbrachten jede freie Minute zusammen und immer öfter saßen sie Arm in Arm auf einem Bett und weinten. Miss Isabella hatte alle Hände voll zu tun um die Schülerinnen die sie jetzt schon nicht mehr waren, zu beruhigen. Maja war in dieser Woche ebenfalls dauernd in der Schule und half ihr dabei so gut sie konnte. Die Ärztin musste mehr als einmal in den Schlafsaal kommen um der einen oder anderen Schülerin ein leichtes Beruhigungsmittel zu geben. Lediglich Chris und Frida waren immer recht ruhig und gelassen. Sie versuchten ebenfalls ihre Mitschülerinnen so gut sie konnten zu beruhigen.

Am Freitag zum Abendessen bekamen die Schülerinnen nicht viel herunter doch Miss Isabella forderte alle auf, genug zu essen und zu trinken. Nach dem Abendessen brachte sie die Gruppe in den Schlafsaal und blieb den ganzen Abend dort. Sie kontrollierte noch einmal ob alle sich die Sachen für den morgigen Tag zurecht gelegt hatten und das diese wirklich sauber und ordentlich waren. Sie führte noch einmal eine Inspektion durch bei der sie zwar sehr genau aber nicht sonderlich streng war. Außerdem überwachte sie das Packen und kontrollierte ob die Schülerinnen auch wirklich alles eingepackt hatten. Kurz vor dem zu Bett gehen standen alle Reisetaschen fast fertig gepackt vor den nun fast leeren Schränken der Schülerinnen. Nur die Sachen die sie für Morgen brauchen würden befanden sich nicht darin.

Als der Gong ertönte der die Schülerinnen ins Bett schickte ging sie zu jeder einzelnen Schülerin und nahm sie in die Arme.
„So, und jetzt wird geschlafen. Das gilt für euch alle.“ sagte sie noch nachdem alle in ihren Betten lagen. „Ich wünsche euch eine ruhige Nacht und bitte, versucht zu schlafen. Es bringt niemandem etwas wenn ihr die ganze Nacht wach seid.“ Dann verließ sie den Schlafsaal und schloss leise die Tür.



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Zitat

„Ja? So wie diese Baroness? Die auch vorzugsweise Schülerinnen kauft, die länger als fünf Jahre bleiben müssen? Wahrscheinlich damit niemand mit bekommt, wenn sie einfach verschwinden?“


Isabella hat ihre vorgefertigte Meinung über die Baroness immer noch nicht geändert.

Zitat

„Ja Miss Wilhelmina.“ sagte Isabella und kniff die Lippen zusammen. „Ich bin froh, das Emylia genau so denkt wie ich und diese Schule ganz sicher keine Schülerinnen an sie verkaufen würde.“


Ich dachte es gibt eine Versteigerung.

Warum kann dann die Schule bestimmen an wen und an wen nicht, die Servas verkauft werden?

Danke für die Fortsetzung



Gruß vom Zwerglein
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