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eröffnet von Titanic500 am 18.04.08 20:17
letzter Beitrag von Boundoleon am 09.02.09 11:37

1. ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Titanic500 am 18.04.08 20:17

„Und um Mitternacht begann die dunklen Gestalten zu tanzen,

zu einer unheimlichen Musik, die nur sie selbst hören konnten.“


(Das Buch der 1000 Ängste)



Jahrhundertsommer. Wir hatten wieder einmal hier in Bremen einen Jahrhundertsommer, wie ihn die ‚Bild’ nannte. Aber das tat sie ja im Schnitt alle fünf Jahre. Diesmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass sie einmal wirklich recht hatte.
Der Schweiß rann mir bereits bis in die kniehohen Lederstiefel hinunter, ich atmete schwer und wischte mir die kleinen Bäche, die sich gebildet hatten, von der Stirn. Ich fühlte mich wie in einer Sauna. Kein Wunder, wenn man so dumm war in einer schwülwarmen Sommernacht in einem Latexcatsuit herumzulaufen. Aber man ging nun einmal nicht in Jeans und T-Shirt auf eine SM-Fete und außerdem wusste ich ganz genau, wie gut der schwarz glänzende Catsuit meinen sportlichen Körper, gerade Busen und Beine, zur Geltung brachte. Außerdem bot der hautenge Anzug einen wundervollen Kontrast zu meinen langen blonden Haaren, die so natürlich bzw. unnatürlich wie meine perfekten Brüste waren.
Während ich die schmale Nebenstraße zu meinen Auto schlenderte, schaute ich auf die Uhr. Es war schon fast 2 und ich musste um 8 schon wieder in der Klinik in Bremen-Ost sein, wo ich seit fünf Jahren als Krankenschwester arbeitete. Tja, viel Schlaf würde ich nicht mehr bekommen, doch egal. Ich liebte meinen Job, auch wenn er schlecht bezahlt wurde und ich viel zu viele Überstunden schieben musste. Es machte mir Spaß Menschen, gerade den alten und einsamen, zu helfen, obwohl oder vielleicht gerade weil ich eine schreckliche Kindheit hinter mir hatte. Ich hätte mir nie vorstellen können, mein Leben mit einer Anstellung als Frisöse oder Verkäuferin zu vergeuden. Nein, Krankenschwester war genau die richtige Beschäftigung für einen Menschen wie mich, der aus Überzeugung Gutes tat und gerne anderen half.
In der Ferne hörte ich Donnergrollen. Trotz der Hitze der Nacht sollte in den frühen Morgenstunden ein böses Unwetter kommen. Sollten die Medien einmal recht gehabt haben mit ihrer Prognose?
Die SM-Party war leider ein ganz großer Reinfall gewesen. Wie gerne hätte ich doch einen großen, muskulösen Typen mitgenommen, der es mir zu Hause besorgte. Richtig besorgte, so wie es nur ein ganzer Kerl einer Frau wie mir besorgen konnte. Einer, der Nachts im Hafen arbeitete und nach Schweiß stank, wenn er nach Hause kam. Ich mochte diese Art von Typen. Hatte nie etwas mit langweiligen Bürohengsten anfangen können, die weiße Hemden mit Krawatte trugen und Rettungsringe sowie falsche Zähne besaßen.
Hinter mir hörte ich Schritte. Ich registrierte sie aber kaum und machte mir keine weiteren Gedanken, denn ich machte seit Jahren erfolgreich Judo und hatte – obwohl laut Waffengesetz in Deutschland verboten - ein Elektroschockgerät bei mir. Mir konnte also nichts passieren. Ich war in Sicherheit.
Warum? ‚Warum’ fragten Freundinnen und Kolleginnen, die von meinen dunklen Leidenschaften wussten. Warum ging eine junge, attraktive Frau wie ich, die jeden Mann haben konnte, auf SM-Feten, ließ sich gerne ein wenig von rauen Kerlen dominieren und zwängte seinen perfekt gestalteten Busen in hautenges Latex? Keine Ahnung. Dürfte irgendetwas mit meiner Kindheit zu tun haben. Papa war unbekannt. Offiziell zumindest. Mama war arbeitslos und Alkoholikerin. Ich wurde geschlagen, getreten, ans Bett gebunden und so manches Mal – selbst im Winter – in den Keller gesperrt. Einmal hatte sie mich sogar gezielt mit heißem Kaffee verbrüht. Hilfe erhielt ich nur hier und da mal von einem ihrer ständig wechselnden Geschlechtspartner, denen ich leid tat. Oder die etwas von mir wollten. Etwas, dass eine verwahrloste Alkoholikerin mit schlechten Zähnen von knapp vierzig Jahren ihnen nicht mehr geben konnte. Als ich meine Ausbildung begann, erkrankte sie an Krebs. Kurz vor meiner erfolgreichen Abschlussprüfung starb sie unter großen Schmerzen. Da habe ich mich dann zum ersten Mal in meinem Leben betrunken. Restlos betrunken. Vor Freude. Nun, ich bin kein Psychologe, aber meine bizarren Leidenschaften haben bestimmt etwas mit meiner furchtbaren Vergangenheit zu tun.
Wie gesagt, die Fahrt in die Bremer Innenstadt zu der ‚großen Fete’ hätte ich mir sparen können. Es war kaum etwas los gewesen. Die Menschen, gerade im SM-Bereich, hatten Angst Kontakte zu knüpfen. Und diese Angst hatte einen Namen – Darksheer!
Ich wusste nicht, was ‚Darksheer’ übersetzt hieß, denn ich war in der Schule, obwohl ich mich für sehr intelligent halte, nie eine große Leuchte gewesen. Man kann sich eben nicht auf den Lehrstoff konzentrieren, wann man zu Hause die Hölle auf Erden hat. Schläge und Tritte anstelle von Essen und Spielzeug. Der Name ‚Darksheer’ war – natürlich – von der Regenbogenpresse erfunden worden. Ich glaube, einmal im Bus etwas gehört zu haben wie ‚schwarzer Mörder’ oder so. Ich halte nichts von Kosenamen, besonders nicht bei einer ernsten Sache wie dem Treiben des Darksheers, aber ‚Schwarzer Mörder’ war in der Tat zutreffend.
Die Schritte kamen näher.
Drei junge Frauen bisher in Bremen und Umgebung. Innerhalb von knapp zwei Jahren. Die Gier des Darksheer war groß. Sehr groß. Die erste, eine junge Speditionskauffrau, die in der SM-Szene sehr bekannt war, hatte man gefesselt und geknebelt im Kofferraum ihres Autos gefunden. Tot. Tat- und Fundort waren identisch. Sie war praktisch gebrutzelt worden. Man hatte sie bei sommerlichen Temperaturen an einen einsamen Ort gefahren und im engen Kofferraum der Sonne überlassen. Ich wusste nicht, ob sie erstickt, geröstet oder aber vor Angst gestorben war, aber es müssen qualvolle Stunden für sie gewesen sein. Die zweite, eine junge Laborassistentin, wurde in einem Gummisack, den man in jedem SM-Shop problemlos erstehen konnte, geschnürt, bekam eine Gasmaske über den Kopf gezogen und wurde in einem See versenkt. Vermutlich wäre sie noch Heute dort, doch der Darksheer hatte der Polizei einen anonymen Tipp gegeben, denn wie die meisten Serientäter wollte auch er Aufmerksamkeit haben. Das bisher letzte Opfer war eine ebenfalls junge Sekretärin, die doch tatsächlich nebenbei heimlich als Domina gearbeitet hatte. Der Darksheer hatte sie dem ‚faulen Henker’ ausgeliefert. Ihr die Hände auf den Rücken gebunden, die Füße gefesselt, die Beine schließlich angezogen und mit einem weiteren Strick am Hals verknotet. Das Opfer strangulierte sich somit selbst. Man konnte bei dieser Art der Tötung von Selbstmord sprechen, falls man besonders zynisch sein wollte.
Wer wohl die vierte war? Vielleicht ging sie, natürlich ebenfalls jung und attraktiv, genau wie ich in diesem Moment durch Bremen und wusste nicht, dass sie nicht mehr lange zu leben hatte.
Nein, die Fete war wirklich kein Erfolg gewesen. In hatte in fast jedem Augenpaar die Angst gelesen. So konnte man nicht ausgelassen feiern. Ganz bestimmt nicht.
Endlich sah ich meinen kleinen Golf. Nun, hätte ich einen stattlichen Mercedes gefahren, hätte ich gleich die Klimaanlage anschalten können, doch einen Mercedes konnte sich eine junge Krankenschwester leider nicht leisten, dafür reichte nicht annähernd das Gehalt. Außerdem hatte ich die Neigung zweimal im Jahr einen vierstelligen Betrag ‚Brot für die Welt’ zu spenden. Neben meiner Schwäche für ein wenig bizarre Erotik die zweite Schwäche, die bei meinen Freundinnen und Kolleginnen Kopfschütteln auslöste. Aber so war ich eben. Die Bilder aus dem Fernsehen von hungernden Kinder gingen mir nicht aus dem Kopf. Statistisch gesehen verhungerte eins, wenn ich ausatmete. Und was taten wir in den reichen Industrieländern? Gaben unsere Kohle für die Sonnenbank, schwachsinnige Filme oder gewaltverherrlichende Computerspiele aus. Nun, auch wenn ich nicht viel Geld besaß spendete ich gern. Ich konnte so zumindest etwas besser schlafen, denn ich war niemand der wegsah.
Ja, ja. Ich bin schon ein wundersames Mädchen. Ich weiß.
Ich steckte den Schlüssel ins Schloss und öffnete die Fahrertür.
„Guten Abend, Schöne der Nacht!“ hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir.
Ich drehte mich um.
2. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Trucker am 21.04.08 17:10

Mensch Titanic an der spannendste Stelle aufhören ist gemein. Bitte schnell weiterschreiben.
3. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von MIrador am 25.04.08 07:45

Ahhhhhh du sadist...

sieh zu das es weiter geht ,oder der " darksheer" soll dich holen..

lg MIrador
4. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von HexleinLE am 07.05.08 09:56

Also ich schau auch immer mal hier nach....aber bisher noch keine Fortsetzung zu entdecken...

Wann kann man denn damit rechnen

LG vom Hexlein
5. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Titanic500 am 21.05.08 22:39

Es war ein Mann. Knapp fünfzig Jahre alt, Halbglatze, viel zu dick. Ich hatte Verständnis, dass nicht jeder Mann ein Richard Gere war, aber der war einfach fett.
„Ich habe Dich auf der SM-Party gesehen,“ sagte er. „Und war sofort wie verzaubert.“
Man sah ihm an, dass er ebenfalls auf der Fete gewesen war, denn das weiße Hemd und die teure Krawatte passten überhaupt nicht zu der schwarzen Lackhose, die er trug. Und erst Recht war die enge Hose nicht mit seinem hohen Übergewicht vereinbar. Aber sein größter Klopfer war das matte Rosa auf seinen Fußnägeln, welches gut sichtbar war, da er nur Sandalen trug. So konnte man wirklich nur bestenfalls auf eine Fete gehen, auf der sich die Paradiesvögel Bremens trafen.
„Und? Was kann ich für Sie tun?“ fragte ich und ließ bewusst mein Desinteresse in die paar Worte einfließen, denn mit so einem wollte ich nichts zu tun haben.
„Ich möchte Dir gerne ein Angebot machen, Schöne der Nacht ...“ antwortete er und zeigte ein gewinnendes Lächeln. Zweiunddreißig strahlend weiße Zähne kamen zum Vorschein. Viel zu perfekt um echt zu sein.
Ich winkte ab, wusste, in welche Richtung sein Angebot gehen würde. „Ich ...“
„Nein, nein, nein. Nicht was Du denkst. Ganz bestimmt nicht, Schönheit ...“ Er kam näher auf mich zu.
Jetzt erst bemerkte ich die künstliche Überlegenheit in seinen Gesichtszügen und den kleinen weißen ‚Bart’ unter seiner Nase.
„Schneit es schon wieder in Bremen?“ fragte ich ihn. Mein Tonfall war nun noch abwertender, denn er sollte wissen, dass ich nichts von Drogen hielt.
„Ja ...“ hauchte er und seine Augen nahmen einen fast melancholischen Ausdruck an. „Nichts ist besser als Schnee im Sommer! Aber auch gar nichts.“
Das überlegende Grinsen wurde noch breiter. Obwohl wir uns erst seit einer Minute unterhielten und ich den Kerl nicht kannte, hätte ich für wetten können, dass er privat, ohne Drogen eingenommen zu haben, nicht einmal die Mut hatte, einer attraktiven Frau in die Augen zu schauen.
„Willst Du etwas Koks haben, Schönheit?“
„Nein, danke. Ich hasse es auf Schnee talwärts zu fahren.“
Ich ignorierte ihn, stieg in meinen Wagen und schloss sofort die Tür. Da es jedoch so heiß war, kurbelte ich unwillkürlich das Seitenfenster herunter, was ihm Gelegenheit gab, mich erneut anzusprechen.
„Bevor Du abhaust, Schönheit ... Ich weiß natürlich, was Du denkst. Aber ich will keinen Sex von Dir! Wirklich nicht! Ich habe seit meiner Kindheit leider diverse Schwächen. Eine ist ganz besonders groß: Nylon! Ich liebe Frauen in Nylon. Eine schöne, junge Frau wie Du in Nylonstrümpfen, solche, wie sie meine liebe Mutti, die leider vor fünf Jahren starb, immer trug, das wäre unglaublich. Darüber so ein schönes Hauskleid sprich. Kittel aus Nylon ...“ Er stöhnte unverblümt. „Ich würde wahnsinnig werden glaube ich, wenn ich eine Frau wie Dich so sehen könnte.“ Wieder das Stöhnen. „Schade, dass die kultigen Kittel der 70ziger aus der Mode gekommen sind. Meine liebe Mutti hatte bestimmt ein Dutzend davon und sah darin so unbeschreiblich erotisch aus. Ich habe sie mit Zwölf sogar heimlich selbst getragen ...“
Na, toll. Ich hatte einen Ödipussi vor mir. Offensichtlich war er genau wie ich in seiner Kindheit von seiner Mutter dominiert worden. Doch im Gegensatz zu meiner war die Dominanz seiner Mutter positiv gewesen.
Ich ließ den Motor an.
„Hör zu, Schönheit ...“ Seine Stimme wurde bestimmter. „Wenn Du mit mir nach Hause fährst und die Strümpfe und Hauskleider meiner lieben Mutti, die ich wie Schätze aufbewahre, anziehst, werde ich Dich dafür bezahlen. Fürstlich bezahlen. Ich bin ein erfolgreicher Unternehmer und habe genug Geld für mein Hobby. Wenn Du die Sachen trägst wird ansonsten nichts passieren. Fest versprochen! Ich werde nur ein paar Fotos von Dir machen, die ich allerdings nur zu privaten Zwecken verwenden werde.“
Ich schüttelte den Kopf. Es war schon eine absurde Situation. Da stand also ein Nylonliebhaber vor mir. Was für ein seltsamer Fetisch. Aber sollte ich wirklich die Nase über so einen rümpfen? Wohl kaum. Er stand eben auf Frauen in Nylon. Ich wiederum trug gerne Leder, Lack und Latex. Vermutlich, weil ich raus aus meiner Haut wollte, da ich mich aufgrund meiner schrecklichen Kindheit selbst hasste. So etwas in der Art hatte ich zumindest im Internet gelesen. Auf einer Seite, die sich mit dem psychologischen Hintergrund von Fetischismus beschäftigte.
„Ich rede von einem vierstelligen Betrag, Schönheit ...“ offerierte er.
Ich stellte den Motor ab.
Nun, ich machte mir nicht viel aus Geld. Aber vierstellig? Für ein paar Fotos? Komplett angezogen mit Strümpfen und in einem Hauskleid? Mit der Kohle konnte ich Hunderten von Kindern in Afrika helfen ...
„Vierstellig ...“ hauchte er und machte eine Pause, um das Angebot wirken zu lassen. Ganz offensichtlich merkte er, dass ich grübelte. „Sagen wir für jeden Kittel fünfhundert Euro.“ Er setzte ein siegessicheres Lächeln auf. „Und als Bonus benutzt Du noch das Parfüm meiner lieben Mutti ...“
Mutti! Mutti! Mutti! Ich hasse das Wort wie die Pest. Verflixt. Konnte er nicht etwas anderes sagen?
Ich konnte nicht so ganz glauben, was ich da hörte. Ich hatte heute Nacht offensichtlich die Chance einen Jackpot zu knacken. Wenn ich mich – darauf lief es doch eigentlich hinaus – als seine Mutter verkleidete, konnte ich in ein paar Stunden mehr verdienen, als in der Klinik in ein paar Monaten. Anderseits ... Ich war zwar sehr selbstsicher, beherrschte Judo und war bewaffnet, aber Nachts in die Wohnung eines Fremden zu fahren, wollte überlegt sein.
„Ich sehe die Angst in Deinen Augen, Schönheit ...“ sagte er wissend. „Keine Sorge. Ich kann Dir versichern, ich bin nicht der Darksheer.“
„Davon bin ich felsenfest überzeugt,“ antwortete ich. Es gab wohl niemanden in Bremen und Umgebung, der sich den geheimnisvollen Darksheer als widerlichen Fettwanst mit Haarausfall vorstellte.
„Wenn Du irgend wie Angst hast ... Wir können die Fotosession auch tagsüber machen. Und Du kannst auch gerne eine Freundin mitbringen.“ Er lachte. „Falls sie attraktiv ist: Ich habe noch genügend Nylonstrümpfe und Kittel meiner lieben Mutti zu Hause ...“
Ich war abgespannt, schwitzte und wollte noch ein wenig Schlaf haben. Ich konnte daher nicht klar denken. Aber vielleicht sollte ich nicht zu voreilig den Stab über den Ödipussi brechen und mir zumindest seine Telefonnummer geben lassen.
„Und außerdem ...“ Er machte eine kurze Pause. „Habe ich auf der SM-Party erfahren, dass Du als Krankenschwester arbeitest, richtig?“
„Ja. Warum?“ fragte ich verwundert.
„Du hast also Erfahrung mit Katheter!“ Er fuhr sich mit der Zunge erregt über die Lippen. „Wie gesagt, ich habe verschiedene Schwächen ...“ Er streichelte sich ungeniert im Schritt. „Als ich klein war, hat mir meine liebe Mutti oftmals, wenn ich krank war, diese wundervollen Zäpfchen in meinen ...“
Ich wartete keine weiteren Ausführungen ab, startete den Wagen und fuhr einfach los.
Es begann zu regnen.


Tja, die hatten im Radio also wirklich recht gehabt. Die kleinen Wolken hatten sich zu einer gigantischen, dunklen Front zusammengezogen und seit knapp zehn Minuten regnete es in Strömen. Der Donner, vor kurzem noch weit entfernt gewesen, wurde immer lauter und mir wurde klar, dass das Gewitter uns fast erreicht hatte.
Es war schon eine verrückte Welt in der wir lebten. Da sprach mich doch unvermittelt auf offener Straße ein fetter Kerl an, der auf Frauen in Nylonkleidung stand. Damit sie ihm die verstorbene Mutter zurückbrachten. Und dafür hatte er einen vierstelligen Betrag zahlen wollen. Im Nachhinein ärgerte ich mich, dass ich zumindest kurz in Erwägung gezogen hatte, ihm seinen Wunsch zu erfüllen, denn es war natürlich in der Tat nichts dabei, sich einen Nylonkittel anziehen, und Nylonstrümpfe trug ich ohnehin häufig. Spätestens jedoch als er das Wort ‚Katheter’ gebrauchte, war die Sache für mich vom Tisch gewesen.
In Ordnung, über ‚besondere Neigungen’ lässt sich streiten. Der eine mag Füße, der andere Strapse, einige Stiefel, ein paar Bondage. Ich mag eben meine sündigen Outfits in Latex. Aber freiwillig Katheter legen? Nein, nicht mit mir. Ich sah wieder die Patienten auf der Intensivstation vor mir, denen ich Katheter legen musste und denen es natürlich stets unangenehm war, da sie sich in ihrer Menschenwürde verletzt fühlten. Keine Chance, ich würde so etwas ganz gewiss nicht privat tun, um jemanden sexuell zu erregen. Da sollte er besser zu einer professionellen Domina gehen. Meinen Segen konnte er haben.
Ich hatte Bremen bereits verlassen und fuhr auf einer einsamen Landstraße entlang. Vor mir der Regen, der an die Windschutzscheibe trommelte und neben mir große Bäume, die wie heroische Wächter wirkten, die mich vor der bösen Unwetterfront die auf mich zukam schützen wollten. Brauchten sie aber nicht, denn mich faszinierte schlechtes Wetter seit meiner Kindheit. Man fühlte sich dann immer besonders geborgen, wenn man sie vom Warmen aus beobachten konnte.
Ich hatte es mir zur Faustregel gemacht, privat nicht allzu oft über meinen oftmals sehr schwierigen Beruf nachzudenken. Man musste Privates und Berufliches in meinen Augen trennen. Gerade bei meinen Job, bei welchem ich viel Leid sah. Doch da ich mich mit der gleichaltrigen Patientin Carola angefreundet hatte, ging mir ihr Schicksal sehr zu Herzen und ich musste an sie denken.
Carola hatte eine äußerst sympathische Art, eine kleine Tochter von fünf Jahren und ... die Brust voller Krebs! Anfangs hatten die Ärzte versucht die Geschwüre operativ zu entfernen, doch Fehlanzeige. Der Krebs hatte schon gestreut. Sie gaben ihr daher seit einer Woche die berüchtigte Chemotherapie. Immer ein schlechtes Zeichen für den Patienten. Es ging mir stets zu Herzen, wenn die kleine Claudia gemeinsam mit der Nachbarin, der besten Freundin von Carola, die Mutter besuchen kam und alle drei weinten. Was sollte bloß aus dem armen Mädchen werden, wenn die Mutter – und davon ging ich leider aus – sterben würde? Die Großeltern waren bereits tot. Den Vater hatte Mutter und Tochter nie interessiert. Zur Zeit saß er wegen diverser Delikte wie Einbruch, Nötigung und Körperverletzung sogar im Gefängnis. War die Freundschaft mit der besten Freundin so groß, dass sie die Kleine nehmen würde, wenn Carola starb? Und falls ja, konnte eine Freundin die leibliche Mutter ersetzen? Sie lieben und für sie da sein, genau so als ob ...
Ich trat abrupt auf die Bremse! Mein Körper wurde augenblicklich nach vorn geschleudert, doch glücklicherweise durch den Sicherheitsgurt aufgefangen und zurück an den Sitz gedrückt. Ich bekam einen unangenehmen Schlag an den Nacken, der jedoch nicht weiter schlimm war.
Dann stand der Wagen still.
Ich schloss kurz die Augen und atmete langsam mehrmals tief durch, um Puls und Herzschlag wieder zu normalisieren. Dann öffnete ich sie wieder um zu sehen, weshalb ich gebremst hatte, denn ich hatte aufgrund der dicken Unwetterfront nur eine unförmige Silhouette auf der Fahrbahn gesehen.
Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Auf der Straße, bestenfalls acht Meter von meinem Auto entfernt, stand eine Gestalt in einem schwarzen, glänzenden Regenmantel, der bis fast auf den Boden reichte. Sie war nur ungefähr 150 cm groß und da sie mir den Rücken zugewandt hatte und eine Kapuze trug, konnte ich keine Angabe machen, ob es sich um einen sehr kleinen Mann, eine Frau oder vielleicht sogar um ein Kind handelte.
Das bizarrste an dem unheimlichen Bild vor mir war jedoch die Tatsache, dass die Gestalt die Arme in den Himmel reckte und in die Wolken starrte. Wie ein makaberes Pendant zu Jesus, der in den Himmel blickte und seinen Vater fragte, warum er ihn verlassen hatte. Ja, der Person vor mir war es sogar gleichgültig gewesen, dass sie direkt hinter sich quietschende Reifen gehört hatte. Sie starrte weiter unbeeindruckt in die dunkle Wolkenfront.
Ich stellte den Motor ab, da ich aussteigen wollte.
Ich konnte für wetten, niemand, aber auch wirklich niemand in meinem Freundeskreis wäre bei diesem Unwetter auf einer einsamen Landstraße ausgestiegen, um das Mysterium der dunklen Gestalt zu ergründen, doch ich musste es tun. Furcht war mir nach der Hölle meiner Kindheit fremd, meine Neugier war immer schon meine große Schwäche gewesen und ich konnte es nicht verantworten, dass der Mensch vor mir auch weiterhin sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr brachte.
Ich verließ beherzt den sicheren Wagen. Der Regen prasselte auf mich herab, doch ich hatte glücklicherweise mit meinem Latexcatsuit die richtige Kleidung gewählt. ‚Latex ist eben doch besser als Nylon, Dickerchen!’ dachte ich in einem Anflug von Galgenhumor in Anspielung auf den Nylonfreund von vorhin.
„Hallo?“ fragte ich. „Kann ich Ihnen helfen?“
Ein Kind. Sollte es wirklich ein Kind sein? Doch wie kam ein Kind Nachts bei so einem Regenguss auf eine einsame Landstraße?
Keine Reaktion.
„Hallo?“ Diesmal lauter. Energischer. „Können Sie mich verstehen?“
Wieder keine Reaktion. Nur das Glitzern des Mondes, dessen Licht von dem schwarzen Gummimantel reflektiert wurde und mir in die Augen hüpfte.
Ich ging auf sie zu.
Da hörte ich sie singen. Leise. „Ave Maria ...“ Sie sang doch tatsächlich ein ‘Ave Maria’.
Gespenstisch. Die Gestalt ignorierte Regen, Wind und die Tatsache mitten auf der Fahrbahn zu stehen und sang ein Lied.
6. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von HexleinLE am 22.05.08 10:16

Sehr spannend.....und gut

Wann darf man denn mit einer Fortsetzung rechnen?
Ungeduld ist wohl eine meiner großen Schwächen...
7. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Siro am 28.09.08 21:23

Unser Junge wird wohl mit andern Dingen zu sehr beschäftigt sein.
8. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Titanic500 am 08.12.08 05:00

Stimmt, m u s s t e ja leider sein, SIRO!
9. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Gil_Galad am 10.12.08 09:55

Ich habe schon eine ungefähre Idee inwelche Richtung die Geschichte verlaufen wird, aber ich lass mich malüberraschen ob ich recht behalte
Auf jeden Fall, freue ich mich schon auf den weiteren Verlauf.

Grüße

Gil_Galad55
10. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Titanic500 am 11.12.08 06:17

Na ..? Sage doch mal bitte. PER PN!
11. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von zarow am 28.12.08 16:02

Werter Micha,

ich tue mir Deine Stories (Welche durchaus lesenswert sind!) nicht mehr an. Wenn ich nur einen Deiner Nicks erkennen kann buche ich das dahinter stehende Buchstabengewirr als unvollendet ab. Denn es ist (oder wird) wie immer, den Schluß könnt ihr auf meiner Homepage im Mitgliederbereich lesen, ihr erhaltet dort ein Passwort nach dem Zusenden einer von euch geschriebenen Kurzgeschichte.

Ich in es leid immer nur die Hälfte oder weniger zu lesen.

Gehab Dich wohl es wäre schön gewesen!

Zarow
12. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Titanic500 am 28.12.08 16:11

Hm ..? Da verwechselt du mich definitiv!

- Meine bescheidene Homepage ist seit 10 Jahren kostenlos

- Diese Praxis habe ich noch nie angewandt

- In einem anderen Forum ist zur Zeit kostenlos komplett ALONE IN THE DARK und DIE DUNKELSTE ECKE IM INTERNET zu lesen

HIER verliere ich nur immer schnell die Lust, weil das Feedback gleich Null ist.

Wie gesagt, deine Aussage verwundert mich sehr.
13. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von MIrador am 28.12.08 18:21

lass dich nicht nerven, und mach wie du meinst.
ich finde das du wieder mal eine superfolge geschrieben hast.

gruß MIrador
14. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von zarow am 28.12.08 19:07

Zitat
lass dich nicht nerven, und mach wie du meinst.
ich finde das du wieder mal eine superfolge geschrieben hast.

gruß MIrador


Ich werde mich dazu nicht weiter äußern, aber ich glaube MIrador hier kommst ca. 7 Monate zu spät.

@ Micha

ich hätte sogar (für das jeweilige Ende, z.B. "Die Gräfin") bar bezahlt!!!!!!

Zarow

PS. Kommt gut rüber!
15. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Titanic500 am 28.12.08 19:09

Welche GRÄFIN
16. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von zarow am 28.12.08 22:19

Zitat
Welche GRÄFIN


http://kickme.to/mischashomepage

Die Gräfin - Teil 01

....Ich setzte mich ganz vorsichtig auf den Tisch. Als mein Gewicht allerdings dann vollkommen auf meinem Po ruhte, spürte ich deutlich und auch mit Schmerzen meinen unteren Verschluß.

WEITER IM MEMBERBEREICH


Die Sklavin 01

...

Ich zog wie wild an den Ketten, jedoch ohne Erfolg.
Eine der Frauen meinte das Sie das auch schon versucht hatten, alle, aber diese Ketten verliert man erst wieder wenn man Tod ist. Ich sollte mich wohl besser daran gewöhnen meinte Sie nur noch, und legte sich wieder auf den Boden des Wagens.
Eine Weile versuchte ich noch die Ketten los zu werden, aber dann gab ich es auf und legte mich ebenfalls hin, um etwas zu schlafen.


WEITER IM MEMBERBEREICH


Sklavin aus Leidenschaft
Storie von Mischa
1.

...
Ich zog mit mehr Kraft daran, aber irgendwie klemmte der Verschluß. Ich bekam es einfach nicht auseinander.
Dann sahen die beiden auch mich, und Sprachen mich an.


WEITER IM MEMBERBEREICH

Die Auktion 01

...
Auch als ich mich bewegen wollte, mußte ich einsehen das dies unmöglich war, nicht einen Millimeter konnte ich mich irgendwo bewegen. Nun spürte ich eine Bewegung, mein ganzer Körper wurde in die Senkrechte gestellt.


WEITER IM MEMBERBEREICH

Es gibt durchaus noch weitere Beispiele!!!

Übrigens titanic falls du nicht Mischa bist warum hast du reagiert

Bis die Tage

Bozemy

Zarow
17. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Titanic500 am 28.12.08 22:42

Ich bin nicht dieser MISCHA! Surfe von der ersten Stunde meines Webdasein als TITANIC durchs Web. Kohle mache ich mit REAL verkauften Geschichten.
18. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von sub-u. am 28.12.08 22:52

Zitat
REAL



........einmal hin - alles drin.............




Fahrt mal runter. Löst die Kommunikationsprobleme doch bitte sachlich.


vG
19. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Billyboy am 28.12.08 23:02

Ich kenne die Seiten von Micha und auch die von Titanic, die haben beide, meiner Meinung nach, nichts miteinander zutun!
Sorry Zarow, aber wenn du glaubst das ist ein und die selbe Person, dann beweise uns da bitte!!
cu
Tom
20. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Titanic500 am 03.01.09 01:02

Um dich zu beruhigen, lieber ZAROW, habe ich soeben IM DUNKEL DES INTERNETS komplett online gestellt.

Sorry, DARKSHEER wird ... kann hier leider nicht weitergehen, da ich zwischenzeitlich die Rechte verkauft habe.
21. RE: ALLEIN MIT DEM DARKSHEER

geschrieben von Boundoleon am 09.02.09 11:37

Falls jemand irgendwann an "Darksheer" kommen sollte, lest das Teil. Es ist sehr genial geworden!
(Mehr darf ich leider nicht verraten *grins*)


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