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  DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten de
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M A G N U S
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Erlangen


Warum nur wollen immer alle frei sein!

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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:01.10.21 19:36 IP: gespeichert Moderator melden


Tja, was tut Mann nicht alles, um die Herzen der Frauen zu erobern...
Viel Spaß beim Lesen, M a g n u s.



21

Joe trug Gangolf auf, weitere Meßprotokolle zu erstellen: Er mußte wissen, ob sich die Impulsfolgen der Fußfessel änderten, wenn der Aufenthaltsort wechselte. Darüber hinaus sollte er feststellen, was die Fes-sel aussendet, wenn die Akkuladung der Elektronik schwach wird. An der Fessel begann in einem solchen Fall ein rotes Lämpchen zu blinken, im Zehn-Minuten-Abstand ertönte dazu ein kurzer Piep-Ton, um den Träger zu erinnern, die Fessel aufzuladen.
Rein bildlich gesehen bedeutete diese Zeit, an welcher die elektronische Fußfessel mit dem Ladekabel an das Ladegerät verbunden war, die eigentliche Fesselung: Der Träger war jetzt tatsächlich an die Netzsteck-dose gefesselt. Magda wurde damals bei der Einrichtung ihrer Fessel von Hauptwachtmeister Brause instruiert, jeden Abend die Elektronik etwa zwei Stunden lang aufzuladen, spätestens jedoch, wenn der Piep-Ton ertönte und das Lämpchen zu blinken begann. Sollte der Akku in der Fessel restlos entladen worden sein, leuchtet und piept da natürlich nichts mehr, das Ding funkt dann auch nicht mehr in den Himmel zu den alles überwachenden Satelliten mit der Folge, daß in der >GÜL<, der >gemeinsamen elektronischen Überwachungsstelle der Länder< in Näherdorf ein Alarm aufliefe. In einem solchen Fall würde sie sofort von der örtlichen Polizeiwache angerufen werden. Sollte sie sich nicht melden, würde umgehend nach ihr gefahndet.

- "Magda, wir müssen heute weitere Tests mit deinem Ding machen", erklärte Gangolf, "wir brauchen die Signale, die das Ding aussendet, wenn du das Haus verläßt und auch, wenn der Ladealarm auslöst".
Längst sprachen sie von dem >Ding<, wenn sie die Fußfessel meinten. Gangolf montierte sich in seinem Golf ein Stromversorgungsgerät, damit er dort über einen 230-Volt-Stromanschluß verfügte.
- "Wie weit darfst du eigentlich hinaus, also außerhalb von deinem Haus dich bewegen?" Gangolf bemerkte, wie Magda mit den Tränen kämpfte. Auch er fühlte sich unwohl bei dem Gedanken, daß ein Mensch eine Pseudo-Freiheit besitzt, daß er sich selbst beschränken, sehr diszipliniert mit seiner kleinen Freiheit umgehen mußte. Lieber würde er, dachte er sich, wirklich gefesselt sein, zum Beispiel mit einer langen Stahlkette, die an einer eingemauerten Öse in der Mitte der Wohnung angebracht ist, so daß er alle Räume betreten könnte, aber eben nicht darüber hinaus.

Da Magda immer noch nicht antwortete, spann Gangolf seine Fessel-Gedanken weiter, denn er erkannte sofort die Schwachstelle an dem realen Kettensystem: Die gefesselte Person konnte sich dann ja nicht versorgen, also Einkaufen gehen, oder auch nur wenige Meter vor die Tür treten, um sich etwas zu bewegen, um frische Luft zu tanken. Ihm kamen teuflische Gedanken in den Sinn: Man müßte einfach die Ketten lang genug machen, einige Hundert Meter, daß der Gefesselte, oder besser geschlechtsneutral gedacht die gefesselte Person, sich entsprechend weit um ihren Wohnsitz herum bewegen könnte.
Lustvoll malte sich Gangolf aus, wie sich die Person abmühen müßte, die schwere Kette hinter sich nach zu ziehen; Hausecken, Verkehrsschilderstangen und Laternenmasten wären exponierte Stellen, wo sich die Kette nicht ohne weiteres herumziehen ließe. Zudem käme die Schmach, in der Öffentlichkeit von jedermann, natürlich auch von jederfrau begafft zu werden, >schau an, eine Elektronische<, es stellt sich die Frage, ob man dann doch nicht lieber gleich im Gefängnis bliebe.
Ideal wäre es freilich, wenn da ein ganz guter Freund wäre, der die Nahrungsmittel und was man sonst für's Leben braucht, alle paar Tage vorbeibringt, dann wäre das Leben in den eignen vier Wände doch noch viel angenehmer als im Gefängnis, auch wenn man Tag und Nacht mit einem Bein angekettet wäre. Gangolfs skurrile Gedankengänge endeten mit der Erkenntnis, daß die Kette selbstverständlich aus speziell gehärtetem Edelstahl sein müßte mit einem exakten elektrischen Widerstandswert, welcher durch eine Auswerteelektronik ständig überwacht würde und bei Abweichungen, welche auf eine Manipulation der Kette hindeutete, Alarm schlug.

Magda hob ihren Kopf und stammelte: "Ich darf mich in der ganzen Stadt bewegen, hat Brause gesagt, aber weiter als zum Markt bin ich noch nie gegangen."
- "Ja, das ist gut", meinte Gangolf daraufhin, doch Magda begann jetzt in Strömen zu weinen.
'O Schreck, was hab' ich bloß Falsches gesagt', schoß es Gangolf durch den Kopf, und gleich darauf kam es ihn: Es war natürlich alles andere als >gut<, daß die arme Magda nie mehr über den Marktplatz hinaus gekommen war.
- "Ach Magda, es tut mir Leid, das wollte ich doch wirklich nicht damit sagen, ich wollte nur ausdrücken, daß ich es gut finde, jetzt zu wissen, wie weit wir gehen können, aber bitte, doch nicht, daß du so eingeschränkt bist in deiner Bewegungsfreiheit, ganz im Gegenteil, ich möchte doch, daß du frei kommst von dem blöden Ding, daß du wieder überall hin kannst, zum Baden fahren, Boot fahren, Urlaub machen!"
Gangolf erkannte, daß Magda fix und fertig war, er umarmte sie, er ergriff ihr Kinn und hob es sanft in die Höhe. Ihre Blicke trafen sich, Magdas Tränenstrom versiegte, und sie sprach schluchzend:
- "Und das würdest du alles tun mit mir?"
- "Aber freilich", entgegnete Gangolf ohne zu zögern. Wieder begannen Tränen über Magdas Wangen zu fließen. Er machte sich ernsthafte Sorgen um sie, warum sie gar so labil war. Warum war sie so mit den Nerven am Ende, jetzt, wo doch er nun schon seit vielen Wochen auf der Bildfläche erschienen ist? Machte er es nur noch schlimmer, das schwere Los zu ertragen, hoffte sie die schnelle Erlösung, verkraftete sie die Enttäuschung nicht, daß er wieder nur irgend welche Messungen durch-führte, anstelle die Zange zu nehmen, das Band durchzuzwicken, ohne daß bei der Polizei ein Alarm ausgelöst werden würde?
'Und dann, wie ist das, wieder allein gelassen zu werden, allein mit dem Ding dazusitzen, das Ladegerät holen müssen, den kleinen Stecker in die Buchse stecken, zwei Stunden an das Stromkabel, so dünn es auch ist, gefesselt zu sein, damit sie wieder vollständig überwacht werden konnte?'
Dann kam Gangolf Martina in den Sinn: 'Hatte ihre Herrin wieder zu dick aufgetragen, war sie der Grund, oder zumindest mit ein Grund für Magdas Verzweiflung?'

Magda schmiegte ihr Gesicht an Gangolfs Brust, er streichelte sie dabei, wuschelte leicht in ihren Haaren, glitt mit den Händen an ihrem Rücken entlang. Der Saum ihres verwaschenen T-Shirts ließ ein Stück Haut an ihrer Taille frei, er berührte ganz sanft die blanke Haut, bewegte im Zeitlupentempo seine Finger darauf hin und her. Sie hob nun den Kopf, blickte ihn mit großen feuchten Augen an. Gangolf wagte es, eine Hand unter ihrem Shirt hindurch auf dem Rücken vorsichtig nach oben zu bewegen. Schon bald fühlte er quer über den Rücken sich hinziehende Unregelmäßigkeiten auf ihrer zarten Haut. Wenige Zentimeter höher wiederholten sich diese ihm zunächst unerklärliche Stellen.
Gangolf hielt inne in seinen Bewegungen und durchbohrte Magda mit einem fragenden Blick. Magda nickte stumm, faßte ihr Shirt mit beiden Händen und zog es über ihren Kopf. Gangolfs fragender Blick wandelte sich in einen begehrenden, doch schnell wurden seine sündigen Gedanken zerschlagen: Magda drehte sich um und Gangolf stockte der Atem, als er ihren Rücken erblickte.

Als sie am Flußufer westlich der Altstadt angekommen waren, parkte Gangolf seinen Golf in eine Parklücke und bat Magda, auf der Rückbank Platz zu nehmen, denn er wollte auf dem Beifahrersitz die Meßgeräte aufbauen. Nachdem er alle Kabelverbindungen hergestellt hatte, wiederholte er die Messungen, die er bereits vor einiger Zeit in Magdas Wohnung durchgeführt hatte. Magda starrte derweil paralysiert aus der Seitenscheibe auf die Schlee; wie lange war es her, daß sie nicht mehr an diesem lieblichen Fluß entlang wandelte, so wie sie das früher so gerne tat. Auch wenn Wachtmeister Brause ihr erlaubte, im gesamten Lüggener Stadtgebiet sich aufzuhalten, wagte sie es nicht, bis dahin zu gehen, denn ihre Angst, sich doch zu weit zu bewegen und am Ende wieder in das Gefängnis zu müssen, überstrahlte alle Wünsche.

- "So, das hätten wir," meinte Gangolf und verfluchte sich, kaum daß er die Worte ausgesprochen hatte.
'Ich hätte das >wir< nicht sagen sollen, Magda kommt sich sicher blöd vor, als ob sie irgend etwas beitragen könnte bei der Sache. Sie war ja im Gegenteil dazu gezwungen, einfach nur dazusitzen und geduldig abzuwarten, bis er fertig war.'
Dieses bedenkend fuhr Gangolf fort: "Also ich meine, ich bin jetzt mit den Messungen hier fertig".
Magda schenkte ihm ein Lächeln, indem sie sich zwischen den Kopf-stützen der Vordersitze vorbeugte.
'Na Gott sei Dank', dachte sich Gangolf, 'daß sie nicht wieder eine Wein-Attacke erlitten hat'.
Er verglich abschließend die Meßsignale mit den bereits damals in ihrer Wohnung aufgezeichneten und gespeicherten Kurven und stellte zufrieden fest, daß die gesendeten Impulsreihen die gleichen sind, der Standort folglich keine Rolle spielte, was die ausgesendeten Signale betraf. Er verstaute die Geräte wieder in den Kofferraum, bat Magda auf den Beifahrersitz, um schließlich auf den Marktplatz zu fahren. Als er dort einparkte, schaute Magda ihn mit großen Augen an.

- "Ja, aussteigen, wir sind da!", scherzte Gangolf, doch sie nahm das für bare Münze, stieg aus, bückte sich nochmals in das Auto und bedankte sich überschwenglich für alles.
Gangolf wehrte ab, erst als er sich endlich auch aus dem Wagen bequemte, sah er, wie sich die Magda bereits deutlich ostwärts davon machte.
- "Magda", rief er ihr nach, "so warte doch, wo willst du denn hin?"
Sie wandte sich um: "Ja nach Hause, danke nochmals, daß du da warst und das alles für mich machst!"
- "Aber nein, halt!", rief Gangolf und lief zu ihr. Er legte seinen Arm um ihre Schulter und zog sie wieder zurück.

Magda war immer noch so überwältigt, zum Eisessen eingeladen zu wurden, daß sie ihren Eiswunsch dem Kellner nicht mitteilen konnte, sie war sprachlos, völlig aufgelöst in Schwäche. Gangolf fragte sie:
- "Willst du vielleicht einen Vanille-Erdbeer-Becher, oder lieber einen Schoko-Becher, so wie ich?"
Magda konnte immer noch nichts sagen, sondern blickte den Kellner verschämt an. Somit ergriff Gangolf das Wort:
- "Bringen Sie uns bitte den Vanille-Erdbeer-Becher und einen Schoko-Becher, dann kann sie sich aussuchen, was sie will, danke!"

Der Kellner bedankte sich seinerseits für die Bestellung. Wortlos saßen sie sich gegenüber, bis der Kellner mit dem Eis kam. Gangolf kam es in den Sinn, wie er mit Martina und mit Bettina beim Eisessen in Grausneg war, jetzt also war er mit der Dritten im Bunde dabei. Mit den anderen beiden war das wesentlich einfacher, die wußten, was sie wollten.
- "Also welchen willst du jetzt?" fragte er Magda, und da sie immer noch schier regungslos dasaß, mischte er einfach die beiden Becher, so daß jeder von beiden etwas von allem abbekam. Magda bedankte sich wieder überschwenglich, ihm war es peinlich, dermaßen für diese kleinsten Gefälligkeiten gelobt zu werden.
- "Das ist doch gar kein Vergleich mit den Mittagessen, die ich immer von dir bekomme, das hier, da kann ich doch gar nichts dafür, das haben die fleißigen Eisköche fabriziert."

Endlich begann Magda ihren Löffel in die Hand zu nehmen. Immer wieder richtete sie ihren Blick auf Gangolf und lächelte ihn an.
- "Du bist so ein guter Mensch", flüsterte sie und streckte die linke Hand nach ihm aus. Er ergriff sie und erst, als sie ihre Becher so weit geleert hatten, daß sie diese leicht schräg anheben mußten, um auch das sich ganz unten gesammelte im Schmelzen begriffene Eis herauszulöffeln, lösten sie ihre Hände. Als sie fertig waren, saßen sie sich wortlos gegen-über, jetzt mit jeweils beiden Armen über die Tischfläche gestreckt.
'Drei Frauen, drei ganz andere Naturen', kam es Gangolf in den Sinn, 'hier die Zerbrechliche, die Zuwendung sucht, dann die Dominante, die zwar auch mit allen Sinnen lieben konnte, aber eben stets dabei die Oberhand behalten wollte, und dann die Gelehrte, die mir durchaus Zuneigung zeigte, aber nicht im erotischen Sinn, sondern auf geistig-geistlicher Ebene'.

Gangolf sinnierte noch eine Weile, hoffte, daß er bald in Magdas Woh-nung die Messungen für den >Betriebszustand< wiederholen konnte, wenn die Fessel-Elektronik vor niedriger Akkuladung warnte. Er ahnte natürlich nicht, was dieser Abend und vor allem diese Nacht noch alles für ihn zu bieten haben würde...





















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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:08.10.21 19:20 IP: gespeichert Moderator melden


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In Magdas kleiner Wohnung angekommen baute Gangolf erneut die Meßeinrichtungen auf. Magda beäugte ihn dabei. Schließlich fragte sie:
- "Willst du gleich was zum Abendessen haben oder willst du erst die Messungen durchführen?"
- "Also da richte ich mich ganz nach dir", gab Gangolf zur Antwort und betonte dabei das >dir<. "Es ist deine Wohnung, ich bin der Gast, der sich nach der Gastgeberin zu richten hat!"
Daraufhin eilte Magda zu ihm, kniete sich vor ihm nieder, umfing seinen Kopf mit ihren zarten Händchen und gab ihm einen langanhaltenden Kuß.

Nachdem Magda und Gangolf gegessen hatten, warteten sie darauf, daß der Akku in der Fußfessel erstmals seine zu Ende gehende Ladung melden würde. Sie wußten nicht, wann das geschehen würde, denn Magda steckte jeden Abend brav vor dem Bettgehen das Ladegerät an. Es kam bei ihr nie vor, daß sich das rote Lämpchen mit einem Blinken gemeldet hätte, auch nicht der Piep-Ton. Gangolf stellte sich auf eine lange Wartezeit ein, vielleicht dauerte es die halbe Nacht, vielleicht erreichte der Ladestand erst am nächsten Tag die kritische Schwelle.
- "Erzähl' mir doch ein bißchen von dir", forderte Gangolf Magda auf, "also nur, wenn du das willst, ich will dich natürlich nicht ausfragen und aushorchen."
- "Ach Gangolf, was soll ich da groß sagen, in einem Kinderheim aufgewachsen ohne Eltern, nichts gelernt außer Kochen."

Magdas Stimme stockte und Gangolf fürchtete, daß sie bald wieder zu weinen beginnen würde. Einerseits wäre das für ihre Psyche nicht schlecht, sich endlich einmal alles aus der Seele zu reden, andererseits waren sie beide in ihrer Beziehung noch längst nicht so weit, intimste Dinge sich anzuvertrauen. Gangolf entgegnete:
- "Was heißt da >nichts gelernt außer Kochen<, das ist ein ganz großes Können und du kannst das ganz besonders gut!"
Gangolf hatte das Gefühl, nicht die richtigen Worte zu finden, zu sehr war er in dem Moment von dem Gehörten beeindruckt, ohne Eltern aufgewachsen zu sein, in einem Kinderheim, nichts gelernt zu haben,
'verdammt, verdammt, verdammt', fluchte er im Geiste vor sich hin, 'was haben die da nur mit ihr gemacht!'
Er ahnte das Schlimmste und es kam ihm in den Sinn, daß sie sich irgendwann dermaßen gegen die ewige Bevormundung gewehrt hätte, daß es dann richtig krachte. Er verdrängte die Gedanken und nahm sich vor, an etwas anderes denken zu wollen.

- "Was machst du hier, wenn du allein bist, bevor du zu Bett gehst?", versuchte Gangolf ein anderes Thema anzuschlagen.
- "Meistens schalte ich den Fernseher ein, leg' mich dazu in's Bett und schließ' das Ladekabel an die Fessel an".
- "Ja, dann mach' doch das jetzt auch, also daß wir gemeinsam was anschauen, aber halt gerade nicht das Ding aufladen, damit ich dann messen kann, wenn es die schwächer werdende Ladung meldet."
- "Was möchtest du denn sehen?" wandte sie sich an Gangolf und holte dabei die Fernbedienung hervor, "da, nimm' und such' dir ein Programm aus."
- "Aber nein, Magda, es ist wie mit dem Abendessen, du bist hier diejenige, die anschafft, ich bin der Gast."

Freilich hätte Gangolf nur zu gern die Programme durchgezappt, bis er bei einem Film hängen geblieben wäre, wo schöne Frauen mitspielten, noch besser, wo eine kesse Kommissarin unerschrocken die Schurken jagte und ihnen Handschellen anlegte. Doch genau das wollte er Magda natürlich nicht zumuten, so zappte er weiter und blieb bei einem Film stehen, wo Kajaktouren durch die mecklenburgische Seenplatte gezeigt wurden.
- "Leg' dich doch hin, wie du es immer tust", empfahl Gangolf ihr, ich bleib' hier sitzen und wenn das Ding pfeift, dann schalt' ich die Meßgeräte ein".
- "Ich geh' erst mal ins Bad", entschuldigte sich Magda und verschwand in die winzige Badzelle. Als sie wieder herauskam, trug sie einen geblümten Pyjama, sie sah richtig gut darin aus im Vergleich zu ihren sonstigen schäbigen Kleidungssachen. Verstohlen blickte sie zu Gangolf und zu seiner größten Überraschung ergriff sie seine Hände und zog ihn zu ihrem als Bett dienendem Sofa.
- "Paß' auf die Dachschräge auf".
- "Äh, ja wart', ich müßte auch erst einmal auf's Klo und dann wollte ich mir doch die Hose ausziehen, um nicht dein Bett damit zu beschmutzen.
Als er jetzt nur mit dem T-Shirt und der Unterhose aus der Badzelle heraustrat, kam er sich schäbig vor, so vor die junge Frau zu treten. Doch Magda winkte ihn heran:
- "Komm' schnell mit her, schau, wie schön die da mit ihren schmalen Booten rudern, ach, das wäre so schön, hast du so was schon einmal gemacht?"
Gangolf war gerührt, er konnte ihr das nicht antun, wenn er jetzt die Wahrheit sagte. Er wich aus:
- "Ich versprech' dir, wenn es uns gelungen ist, dein blödes Ding da zu knacken, dann machen wir eine Kajaktour, solange du es möchtest, so weit du es magst, wohin du willst."
Magda zog ihn ganz nah zu sich heran, Schulter an Schulter saßen sie eng aneinander.

Als die Sendung zu Ende war, schaltete Magda den Fernseher aus. Sie fragte Gangolf:
- "Sag' mal', wartet niemand auf dich bei dir zuhause?"
Er war über diese Frage erstaunt, andererseits war es eigentlich logisch und auch sehr anständig, daß sie ihn das fragte. Er antwortete:
- "Nein, bei mir wartet niemand, und wie sieht es bei dir aus, kommt manchmal ein Prinz zu dir?"
- "Ja", hauchte sie ihn jetzt an und umarmte ihn dabei, "ja, heute erschien ein Prinz - und er ist immer noch da."

Magda entledigte sich ihres Oberteils, ließ sich auf das Kopfkissen fallen und zog dabei ihren Prinz mit auf sich. Gangolf konnte sich gerade noch rechtzeitig abstützen, um nicht mit dem gesamten Gewicht seines Oberkörpers auf ihr zu landen. Er winkelte seine Beine an und rutschte damit tiefer, um mit seinen Lippen die zarte Haut entlang ihrer Taille zu berühren. Langsam arbeitete er sich weiter hinauf und kam mit seinem Mund zwischen ihren Brüsten an. Es elektrisierte sie beide, als seine Wangen links und rechts ihre Brüste streiften, dann wanderten seine Lippen zuerst auf die linke, nach einigen Minuten auf die rechte Brust, seine Lippen umfaßten ganz vorsichtig ihre Brustwarzen und drückten sie leicht zusammen.
Gangolf hob seinen Kopf leicht an, auf diese Weise wurde Magdas Brust leicht nach oben gezogen, beide spürten eine anschwellende Erregung.

Nach einer Weile ließ er die Brust wieder absinken, öffnete leicht den Mund, legte ihn um die Brustwarzen und begann zu saugen. Er spürte, wie sich die Warzen ihren Weg durch seine Zahnreihen bahnten, er erhöhte den Saugdruck, bis einiges ihres Brustfleisches in seinen Mundraum gelangte, öffnete den Mund weiter, hielt dann den Atem an.
Magdas Augen begannen zu glänzen, ihre Lippen formten sich zu einem breiten Strahlen. Gangolf schloß langsam seinen Mund, die Zähne griffen in das Brustfleisch, seine Zungenspitze betupfte ihre Warze. Hingebungsvoll breitete Magda ihre angewinkelten Arme symmetrisch rechts und links neben ihrem Kopf auf dem Kissen aus.

Als Gangolf nach einiger Zeit ihre Brust entließ, hauchte Magda:
- "Stütz' dich auf meinen Armen ab".
Gangolf kam diese Aufforderung sehr gelegen, denn er wollte seine Körperhaltung tatsächlich etwas auflockern und entspannen. Er ergriff Magdas Unterarme und stützte sich darauf ab; das Gewicht seines Ober-körpers drückte ihre Arme tief in das Kissen, ihr Oberkörper wurde dadurch etwas hervorgehoben. Ihre vollen Brüste grüßten ihn wie überdimensionale Augen, auf den Warzenhöfen zeichneten sich Gangolfs Bißspuren ab. Sein Teil bäumte sich spürbar in dem engen Höschen auf, er ruschelte mit seinem Unterleib etwas hin und her, um ihm Erleichterung zu verschaffen, als er plötzlich auf Magdas Unterleib eine harte Stelle verspürte.
Magda flötete: "Martina hat den Schlüssel".

Gangolf war leicht irritiert, jäh fiel ihm ein, daß tatsächlich Martina bei ihrem ersten gemeinsamen Besuch Magdas Haustür aufgesperrt hatte; somit konnte Martina jederzeit einfach in Magdas Wohnung hereinkommen. Magda bemerke Gangolfs Irritation, sie hauchte: "Es tut mir Leid, es wäre so schön jetzt".
Erst jetzt begriff Gangolf, daß sie nicht den Haus- und Wohnungstürschlüssel gemeint hatte.
'Diese verdammten Käfige', fluche Gangolf im Gedanken, 'doch wer weiß, wozu es gut ist'.
Er hob nacheinander seine Beine, um das Höschen von seinem Leib herunterzuziehen, entledigte sich seines T-Shirts und zog dann auch Magdas Pyjama-Hose herunter. Einen Augenblick lang starrte er auf das glänzende Metall, das ihre Taille umschloß und an der Mitte einen Abzweig hatte, der nach unten in ihren Schritt führte.
- "Fessel mich", bat Magda ihn und streckte ihr Hände ganz nach oben durch die Sprossen der Armlehne des Sofas hindurch, ihren Kopf zwischen den Oberarmen eingeklemmt. Gangolf richtete sich auf und ließ seinen Po nach hinten auf Magdas Knie sinken. Seine Füße hielt er an ihre Schenkel gedrückt, halb kniend, halb sitzend beugte er sich leicht seitlich herunter, um nach seinen Chucks zu angeln. Nachdem er diese heraufgeholt hatte, stellte er sie vorsichtig dort ab, wo dickere Menschen üblicherweise ein Bäuchlein hatten, doch bei der gertenschlanken Magda befand sich über der stahlumrankten Taille eine Mulde in ihrem Oberleib. Deutlich zeichneten sich die untersten Rippen ihres Brustkorbs ab, als sie gestreckt vor ihm lag.

Hurtig zog Gangolf die Schnürsenkel aus seinen knöchelhohen Chucks, stellte die Schuhe wieder neben der Liegestatt auf den Fußboden und fesselte Magdas Handgelenke an die Sprossen. Wieder hatte er alle Not, seine Erregung im Zaum zu halten, den Höhepunkt wollte er sich mit Magda teilen. Er verließ seine knieend-sitzende Position, stützte sich mit den Ellenbogen neben Magdas Schultern ab, wuschelte ihre Haare, drückte die Strähnen an ihre Ohren und hielt auf diese Weise ihren Kopf mit seinen Händen umfangen.
Magdas Gesicht strahlte verklärt, auch Gangolf verspürte die in sich aufbrechende Wallung, er küßte sie auf die Stirn und begann, mit seinem besten Teil auf dem metallenen Schrittband ihres Gürtels auf- und abzureiben. Obwohl das Eisen natürlich alles andere als weich war und rein physikalisch-sachlich betrachtet das Reiben auf dem harten Teil mit seinem empfindlichsten Körperorgan schmerzhaft sein mußte, steigerte sich dieser nicht als Schmerz empfundene Reiz zu einem unsäglichen Glücksgefühl.

Mitten in der Lustbewegung spürte Gangolf plötzlich eine Hitzeentfaltung an seinem Hodensack, Magdas heiße Flüssigkeit rieselte durch die Löchlein im unteren Teil des gemeinen Eisens, welches den Zugang in ihre Höhle verhinderte, Dank der Löchlein indes den reinsten Wein aus der Höhle heraustreten ließ. Im selben Augenblick schoß es aus Gangolfs Kanonenrohr heraus, er hielt mit der Bewegung ein, beide atmeten schwer, Magda verschoß die Augen, Gangolf winkelte die Beine an, um auf Magdas Leib etwas weiter fußwärts zu rutschen, kraftlos streckte er seine Arme durch und legte sein Haupt auf Magdas linke Schulter und seinem sich daran angeschmiegten Oberarm.

Irgendwann in der Nacht wurde es Gangolf kühl, er zog die bis dahin seitlich verruschelte Bettdecke über ihre beiden nackten Körper und versuchte dabei, sich möglichst wenig zu bewegen, um nicht Magda aufzuwecken. Sie hat sich im Schlaf nach rechts gedreht und lag jetzt auf ihrer rechten Schulter. Er knipste das Wandlämpchen aus, das leuchtturmartig einen friedsamen Strahl über ihr Lustnest gebreitet hatte. Schließlich hob er sein linkes Bein näher zu sich heran und kuschelte sich, gleichfalls auf der rechten Seite liegend, ganz nah an Magdas leicht abgewinkelte Körperlinie. Sein Lustbolzen kam jetzt auf dem hinteren Teil des Schrittbands zu liegen mit der ovalen Öffnung, die über Magdas Poloch zu liegen kam.

Mit den Zehen seines linken Fußes zog er die Bettdecke tiefer, damit Magdas Füßchen unter ihr zu liegen kamen, denn er fühlte, wie diese bereits deutlich ausgekühlt hervorlugten. Bei dieser Bewegung stieß er an das Ding, mit dem sie psychisch gefesselt lag, und das der eigentliche Grund für sein nächtliches Dasein war. Mit dem Gedanken daran, daß er völlig nackt an Magdas Seite geschmiegt lag, während sie gleichfalls nackt, indes mit dem Keuschheitsgürtel und der elektronischen Fußfessel beringt war, senkte sich der Schlaf auf ihn herab.

Es war geradezu vollkommen selbstverständlich, daß beide, jetzt im traumreichen Tiefschlaf gefangen, unter einer dicken Bettdecke eingehüllt, nichts mehr um sich her wahr nahmen, und so kam es, wie es kommen mußte...







































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Lieber durch Wahrheit unbeliebt, als durch Schleimerei beliebt

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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:15.10.21 23:24 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo M A G N U S,

Zitat

Und schon wieder ist eine Woche um; das merke ich vor allem daran, daß wieder eine Fortsetzung fällig wird!
Magnus.


In wenigen Minuten schließt sich das wöchentliche Zeitfenster für eine weitere Fortsetzung deiner tollen Geschichte.

Bitte......

mfg


Sarah
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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:16.10.21 06:21 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Sarah, liebe Leser!
Endlose Debatten, ob frau mit 62 Jahren noch Overknee-Stiefel tragen dürfte, ohne sich abgrundtief genieren zu müssen, ließen die Zeit gestern Abend dahin rinnen, so daß ich entschieden hatte, lieber jetzt, am Samstag Morgen etwas früher aufzustehen, um die nächste Episode zu veröffentlichen; gute Unterhaltung wünscht M a g n u s .



23

Angeblich ist die Koinzidenz eine Männern schwer zu Schaffen machende Erscheinung, das Zusammentreffen von gleichzeitig ein-tretenden Ereignissen, die parallel zu einander verarbeitet werden müssen, aber ursächlich nichts mit einander zu tun haben. Hauptwachtmeister Schlafgern unterlag dieser angeblich typisch männlichen Schwäche, als in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag zwei Telephonanrufe unmittelbar hintereinander in der Polizeidienststelle in Lüggen eingingen; während in der Nacht zum frühen Morgen hin üblicherweise lähmende Ruhe im Revier herrschte, wurden jetzt gleich zwei Kriminaldelikte gemeldet.

Um 3.20 h ging der erste Anruf einer Anwohnerin ein, die laute Geräusche an dem Tor einer benachbarten Lagerhalle vernommen hatte. Als sie aus dem Fenster ihres Schlafzimmers sah, gewahrte sie im fahlen Mondlicht tatsächlich einen Mann mit einer dünnen Stange in der Hand, der offenbar ein Schloß aufgebrochen hatte. Hauptwachtmeister Schlafgern notierte die Daten der Anruferin und war im Begriff, sich umzudrehen, um mit der an der Rückwand befindlichen Funkstation eine Meldung an den Streifenwagen herauszugeben, als das Telephon erneut schrillte. Dieses Mal war es die GÜL, die zentrale Überwachungsstelle für fußgefesselte Delinquenten, ein Beamter meldete Alarm für eine unter Überwachung stehende Person in dem Zuständigkeitsbereich der Lüggener Polizei. Die GÜL kannte nicht den Namen des Überwachten, es wurde nur die dieser Person zugeordnete Überwachungsnummer ausgetauscht.

- „Ja, danke, soeben erhielten wir bereits eine Meldung, Herr Kollege, danke nochmals“, sprach Schlafgern mit leicht erhöhtem Herzschlag zu seinem Kollegen in Näherdorf, dieser wunderte sich, wie seine Alarmmeldung bereits nach Lüggen durchgedrungen sei, ging aber nicht weiter darauf ein. Schlafgern setzte nun einen Funkspruch ab:
- „... aber seid vorsichtig, der Einbrecher ist vermutlich bewaffnet, er steht vermutlich unter der Gülle-Beobachtung, und die schlug soeben Alarm, also wenn ihr ihn habt, seht `mal nach, ob er noch seine elektronische Fußfessel am Bein hat!“

Als Gernschlaf am Morgen danach gefragt wurde, ob er das Wörtchen >vermutlich< bei seiner Meldung verwendete, gar mehrfach, konnte er das nicht mehr mit Sicherheit sagen, jedenfalls kam es zu einem folgenschweren Mißverständnis: Der KfZ-Teile-Händler Samel fuhr mitten in der Nacht zu seinem Außenlager, um für eine Autowerkstatt ein dringendes Ersatzteil zu holen; es handelte sich um das Fahrzeug eines noblen Kunden, der Wagen mußte unbedingt bis zum Morgen repariert sein.

Samel sicherte die Tür seines Lagers in der alten aus DDR-Zeiten stammende Halle mit einem einfachen Vorhängeschloß, damit Einbrecher von vorne herein gar nicht auf die Idee kämen, daß sich in dem verlassen und verfallen wirkenden Gebäude irgend welche stehlenswerten Gegenstände befänden. Leider hatte er das Schlüsselein tags zuvor in der Tasche einer anderen Jacke stecken lassen, die im Schlafzimmerschrank hing. Da er um den notorischen Schlafmangel seiner Frau wußte nach der erst wenige Tage zurückliegenden Geburt der Tochter, wollte er nicht nach Hause fahren, sondern betätigte sich als Einbrecher in das eigene Gebäude.

Nach einigen Minuten hatte Samel das gesuchte Ersatzteil gefunden, schaltete das Licht aus, und gerade in dem Augenblick, als er durch die Tür in’s Freie trat, kam der Streifenwagen herangefahren. Im Strahl des Scheinwerferlichts sahen die Streifenpolizisten den vermeintlichen Einbrecher stehen, wie dieser verdutzt in das blendende Licht blickte, während die Polizisten aus dem Auto sprangen und seitlich im Schatten des Scheinwerferkegels stehen blieben.
Samel ließ, wie ihm befohlen wurde, das Ersatzteil fallen; als die Polizisten sich vergewissert hatten, daß er dem ersten Anschein nach allein und unbewaffnet war, näherten sie sich ihm und legten ihm Handschellen an. Samel begann sofort, sich zu rechtfertigen, daß es sein Lagergebäude sei und daß er lediglich seinen Schlüssel vergessen habe und daß er ein dringend benötigtes Ersatzteil holen wollte.

- „Ja, ja, und das mitten in der Nacht“, entgegnete ihm einer der beiden Polizisten, „laßt’ euch doch `mal eine andere Ausrede einfallen!“
Während Samel erneut anhub, den Sachverhalt darzulegen, griff ihm der Polizist an das Knie und zog den Stoff der Hosenbeine in die Höhe. Mit seiner Taschenlampe beleuchtete er die Knöchel. Samel wurde jetzt richtig ärgerlich:
- „Hey, lassen Sie das, sind Sie schwul oder was, meine Eier sind übrigens weiter oben, nicht am Knöchel!“
Jetzt mischte sich der andere Beamte beschwichtigend ein:
- „Wir fahren jetzt einfach zu Ihnen nach Hause, dann zeigen Sie uns den Schlüssel für das Vorhängeschloß, das nehmen wir hier gleich mit; wenn Schlüssel und Schloß passen, dann ist alles geklärt!“
Der andere Polizist ergänzte: „Und dann zeigen Sie uns auch gleich die Fußfessel, die Sie offensichtlich entfernt haben!“
- „Was für eine Fußfessel?“, empörte sich Samel, „lassen Sie mich endlich geh’n. Und zu mir nach Hause fahren geht schon gar nicht, meine Frau braucht dringend den Schlaf und die Aufregung, das verkraftet sie nicht!“
- „Bringen wir ihn erst `mal auf die Wache“, entgegnete der andere Beamte und dirigierte Samel zum Polizeiauto.

Nach wenigen Minuten gelangten sie zu dem altehrwürdigen Polizeigebäude an der Straße nach Leipzig. Samel beschloß während der Fahrt, eisern zu schweigen, vor allem nicht seinen Namen zu nennen, denn er wollte jegliche Beunruhigung für seine Frau und dem Neugeborenen verhindern. Als er bei dem Verhör tatsächlich beharrlich schwieg und nur den Sachverhalt wiederholte, den er bereits am vermeintlichen Tatort geschildert hatte, sperrte man ihn einvernehmlich in die Polizeizelle ein. Samel selbst schlug das vor, erst nach Tagesanbruch wollte er seinen Namen und seinen Wohnort nennen.

Hauptwachtmeister Brause war in dem Alter, in welchem er keinen Nachtdienst und gewöhnlich auch sonst keinen Schichtdienst mehr absolvieren mußte; im Innendienst tagsüber war er eine wertvolle Hilfe im Revier, denn sein Erfahrungsschatz, den er sich im Laufe von fast 40 Jahren Polizeidienst angeeignet hatte, schien unermeßlich zu sein. Er spürte genau, wenn ihm etwas seltsam vorkam, andererseits ignorierte er erstaunlich oft Hinweise und Meldungen, die sich dann meist tatsächlich als unbedeutende Randerscheinungen im gesellschaftlichen Alltag erwiesen.

An diesem Morgen war es anders; da einige Kollegen erkrankt waren, andere im Urlaub, wieder andere an auswärtigen Lehrgängen teilnahmen, selbige Brause spöttisch als >Leergänge< schmähte, sah er sich an diesem Morgen genötigt, bereits um sechs Uhr im Schichtdienst mitzuhelfen. Etwas mürrisch kam er gegen dreiviertel sechs in’s Revier und erfuhr erstaunt, daß ein Einbrecher auf frischer Tat gefaßt worden war und daß dieser Einbrecher sich freiwillig einsperren ließ, nur daß seine Familie in der Nacht unbehelligt bliebe.

‚Da stimmt was nicht’, brummte Brause, und als er dann noch erfuhr, daß dieser Einbrecher ein Fußfesselträger sei, der seine Fessel vom Knöchel ablöste und somit Alarm in der Gülle auslöste, brauste Brause auf:
- „Und da ist keiner von euch auf die Idee gekommen, nachzusehen, wie die Person unter der durchgegebenen Überwachungsnummer heißt und wo sie wohnt?“
Betroffen blickten sich die beiden Streifenpolizisten gegenseitig an, Brause echauffierte sich weiter:
- „Wir haben im ganzen Bereich ohnehin nur eine überwachte Person, und das ist eineeee Überwachte, eine junge Frau in der Altstadt drüben, gleich über dem Markt; jetzt holt mir gleich den Kollegen herein, der den Gülle-Anruf entgegen nahm!“

Nach kurzer Zeit kam der betreffende Polizist herein und gab kleinlaut zu, daß er da wohl ganz unbewußt einen Zusammenhang zwischen dem gemeldeten Einbruch und dem GÜL-Alarm herstellte. Er räumte ein, daß es nur seine Vermutung war, die er bei dem Funkspruch den beiden Streifenkollegen äußerte, keiner der drei konnte sich erinnern, ob das Wörtchen >vermutlich< Verwendung fand oder nicht. Brause setzte der Debatte ein Ende:
- „Das ist jetzt auch egal, es ist geschehen und ich werd’ den armen Kerl jetzt gleich holen.“
Nach einer kurzen Gedankenpause fuhr er fort: „Was hat er da gesagt, daß er geholt hat, Auto-Erstatzteile?“
- „Äh, ja, glaub’ ich jedenfalls“, stotterte einer der beiden Streifenbeamten, der andere stimmte ihm zu.
- „Und wo war das?“ wollte Brause weiter wissen.
- „Da wo die alten Hallen stehen hinter der katholischen Kirche“.
- „Ah, da weiß ich schon, wer das ist, das ist sicher der Samel, schon sein Vater hatte dort einen Teile-Handel, bei dem has’te alles gekriegt, war `n toller Kumpel“.

Wortlos schauten ihm seine drei Kollegen nach, als Brause sich erhob, um zur Arrestzelle zu schlurfen.
- „Guten Morgen, Brause mein Name, sind Sie Herr Samel?“
Samel blickte erstaunt aus seinen müden Augen in das freundliche Gesicht des Fragenden.
- „Ja. – Wie sind Sie jetzt darauf gekommen? Ach ja, über mein Auto natürlich, daher wissen Sie das.“
- „Sie sind mit dem Auto dort hingefahren?“ Die Verwunderung lag jetzt bei Brause.
- „Ja freilich, ich kann ja nicht hinfliegen“.
- „Und da sind meine Kollegen, diese Idioten, entschuldigen Sie, daß ich das jetzt einmal sagen muß, gar nicht drauf gekommen, Sie haben ihr Auto vermutlich nicht versteckt abgestellt, sondern wohl ganz normal vor das Tor ihres Lagers?“
- „Ganz genau!“
- „Jetzt kommen Sie, ich fahr’ Sie zu ihrem Auto, doch zuvor halten wir am Markt an und ich lade Sie zu einem prächtigen Frühstück ein, ihrer Wahl, auf unsere Kosten natürlich, ich hab’ auch noch nicht gefrühstückt“.

Brause und Samel reichten sich die Hände, ohne Vernehmung, ohne Gesprächsnotiz, brauste Brause mit dem vermeintlichen Einbrecher im nächstbesten Polizeifahrzeug davon Richtung Innenstadt. Brause war tief beeindruckt, wie rücksichtsvoll Samel gegenüber seiner Frau mit dem neugeborenen Kind war, da nahm dieser lieber erst einmal ein paar Stunden Arrestzelle in Kauf. Brause selbst hatte größtes Verständnis für die Ruhebedürftigkeit junger Mütter, er selbst ist vor kurzem Großvater geworden und er kann am Beispiel seiner Tochter nur zu gut mitfühlen, was stillende Mütter leisten, die ganze Nacht über.

Als sie ihr reichhaltiges Frühstück beendet hatten, während dessen sie sich über die alten Zeiten austauschten und Brause immer wieder betonte, wie gefällig Samels Vater vor über 40 Jahren war, als es für ihn als Jugendlicher schwierig war, an Moped- und Motorradteile heranzukommen, brachte Brause zu Samels Lieferwagen, der glücklicherweise, obgleich nicht abgesperrt, unbeschadet im Hof stand. Im Morgenlicht glänzten die Buchstaben auf dem Wagen:
- >Eugen Samel – KfZ-Ersatzteile – Lieferdienst<
Insgeheim war Samel froh über die aufmerksame Nachbarin, die das von ihm erzeugte Einbruchsgeräusch meldete, es hätte sich ja auch um einen illegalen Einbruch handeln können.

Auf dem Rückweg kam Brause noch etwas anderes in den Sinn, er mußte jetzt eine weitere dienstliche Handlung vollziehen, und er fuhr nochmals zum Markt zurück, um von der Bäckerei, in welcher er soeben mit Samel gefrühstückt hatte, frische Semmeln für einen Besuch einzukaufen...
























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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:22.10.21 00:04 IP: gespeichert Moderator melden


Da bin ich doch gespannt, welche Situation der Hauptwachtmeister Brause bei seinem Besuch vorfindet.
Sarah
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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:22.10.21 20:11 IP: gespeichert Moderator melden


Voilà...

24


Wie von einer Tarantel gestochen sprang Magda aus dem Bett, als die Haustürklingel ertönte. Gangolf war schon einige Zeit etwas wach, er döste an Magdas Seite in einem Dämmerzustand zwischen Schlaf und Hellwachsein.
- "Schnell, zieh' dich an", rief Magda in größter Erregung, "sie darf dich nicht so sehen, sie schlägt mich tot!", kreischte Magda geradezu. Verdutzt rieb sich Gangolf den Schlaf aus den Augen, als ihm schon sein T-Shirt und seine Jeans entgegenflogen. Langsam dämmerte es ihm, daß Magda wohl Martina meinte, und sie vor ihr offensichtlich panische Ängste hatte.
'Wie kam sie nur in so eine wahnsinnige Abhängigkeit, eine Hörigkeit, daß es so was überhaupt gibt', kam es Gangolf in den Sinn, als er sich seine Kleidungsstücke anzog. Da auf den Stufen draußen immer noch keine Tritte zu hören waren, die Martinas Kommen verkündet hätten, ging Gangolf zum Fenster, öffnete es und gewahrte zu seiner Überraschung unten vor der Haustür Wachtmeister Brause. Dieser hob seinen Blick zu ihm herauf und grüßte ihn:
- "Guten Morgen Herr Stumpf, freut mich, Sie zu sehen, ist denn Marlies auch da?"
'Marlies, Marlies?' grübelte Gangolf, wahrscheinlich meinte er Magda.
- "Ja", rief er, "ich komme gleich herunter!"
'Was will denn der schon hier in aller Frühe', überlegte Gangolf. Er schlüpfte in seine Chucks, ohne sie zuzubinden, und war schon fast an der Wohnungstür, als sein Blick auf die Meßgeräte fiel, die mitten auf dem Tisch standen.
'Verdammt, wohin mit ihnen nur?', brummelte er vor sich hin, denn in der engen Wohnung stand jedes Fleckchen mit irgendwelchen Gegenständen voll. Schließlich stapelte er die Geräte vor das Bett und zog die Bettdecke darüber, die somit halb auf dem Boden, halb auf dem Bett zu liegen kam. Dann eilte er die Stiege hinunter, um Brause hereinzulassen.
"Ich will nicht lange stören", entschuldigte sich Brause. Aus seiner Tüte duftete es verheißungsvoll, Gangolf ging in die Offensive:
- "Haben Sie was Gutes mitgebracht?"
- "Ja, ich kam g'rad am Markt vorbei und ich muß ohnehin mit Marlies sprechen, also alles kein Problem, seien Sie unbesorgt!"
Brause blickte verstohlen auf die etwas unnatürlich sich ausbreitende Bettdecke und gewahrte verschiedene Kabel, die darunter hervorlugten, doch er wendete schnell seinen Blick auf den Tisch zurück uns ließ sich sein Erstaunen über die rätselhafte Augenfälligkeit nicht anmerken.

Magda war damit beschäftigt, die Kaffeemaschine mit Wasser und Kaffeepulver zu befüllen, als die beiden Männer die Stube betraten.
- "Guten Morgen Frau Armdran", rief Brause frohgemut, "ich hab' was vom Markt mitgebracht".
Er stellte die Tüte mitten auf den Tisch, Magda kam mit Geschirr aus der Küche, sie erwiderte seinen Gruß mit den Worten:
- "Schön, daß Sie wieder `mal da sind, ich hab' grad Kaffee zubereitet. Er wird gleich fertig sein!"

In gewisser Weise mochte sie Brause, auch wenn er als Polizist Repräsentant der Staatsmacht und damit indirekt mitschuldig an ihrem Schicksal war, vermeinte sie, in seiner Gegenwart eine Aura väterlicher Umsorgung zu verspüren.
- "Ja nur langsam", entgegnete Brause, "und bitte entschuldigen Sie die frühe Störung. Eigentlich hab' ich ja schon gefrühstückt, aber wissen Sie, es heißt doch: >Ein leerer Sack steht nicht!<"
Dabei streichelte er sich über seinen deutlich hervorstehenden Bauch und rückte seine Krawatte zurecht, daß sie genau in der Mitte darauf zu liegen kam. Als schließlich alles bereitet war für das gemeinsame Frühstück, nahm Brause einen großen Schluck aus seiner Tasse, biß in seine dick mit Marmelade beschmierte Semmel und räusperte sich:
- "Also, Frau Armdran, ich hoffe, es macht Ihnen nichts aus, wenn ich das jetzt in Anwesenheit von Herrn Stumpf sage, aber ich glaube doch, daß Sie sich bereits so gut kennen und längst wissen, was los ist."
Magda und Gangolf hielten in ihren Kau- und Schluckbewegungen ein und sahen ihn erwartungsvoll an. Er fuhr fort:
- "Heute Nacht, eher gegen Morgen wohl, kam aus der zentralen Überwachungsstelle eine Alarmmeldung, daß da was nicht stimmt. Bitte nehmen Sie mir das nicht übel, mir war vollkommen klar, daß ich Sie hier antreffen werde, also war das wohl ein Fehlalarm mit ihrer Fußfessel".

‚Als ob es >meine< Fußfessel sei’, ärgerte sich Magda im Stillen, ‚es ist euere und ich muß sie dran haben als Klotz am Bein’.
Gangolf fiel es wie Schuppen von den Augen: Die elektronische Fußfessel war entladen.
- "Würden Sie mir einen Blick darauf werfen lassen?" fragte Brause höflich, aber mit einem fordernden Unterton. Magda streckte ihr linkes Bein in die Höhe und zog dabei den Stoff der Hose etwas zurück.
- "Wir haben vergessen, es zum Aufladen", verhaspelte sich Gangolf, "wir waren gestern Nacht so im Gespräch vertieft, ach, ich bin schuld daran!"
- "So was kommt vor, ist doch kein Problem, deshalb bin ich ja gleich gekommen, wie oft hab ich schon das Dingens da nicht aufgeladen, und am nächsten Morgen war es dann leer".
Bei diesen Worten zog er sein Smartphone heraus und bat Gangolf: "Wären Sie so nett und geben Sie mir `mal ihre Nummer, dann könnte ich Sie einfach anrufen, falls da wieder einmal was sein sollte; es soll ja auch vorkommen, daß einfach ganz grundlos ein Alarm kommt."
Ganz wohl war es Gangolf nicht dabei, als er Brause die Nummer mitteilte. Dieser speicherte sie denn auch gleich in sein Kontakte-Verzeichnis. Gangolf fragte:
- "Haben Sie nicht die Festnetz-Nummer von Magda hier?"
- "Ja, ich glaub' schon, Moment, ja da steht es, Armdran Marlies; aber jetzt sagen Sie `mal, gerade haben Sie von Magda gesprochen, haben wir da einen Fehler?"
Magda errötete leicht, Gangolf blickte irritiert zwischen beiden hin und her. Schließlich klärte sie auf:
- "Mein richtiger Vorname ist schon Marlies, aber meine Freundin meinte, zu mir paßt besser Magda".
'Vermutlich assoziierte Martina mit Magda einfach den Begriff der Magd', sinnierte Gangolf,
'ob die beiden wüßten, was es mit der biblischen Magdalena auf sich hat, eine Figur, die in der Forschung wohl immer noch nicht restlos geklärt worden ist. Sie sollten sich das am besten einmal von der Pfarrerin darlegen lassen.'

-

Endlich war es ihnen gelungen, die Vorwarnung des Entladezustands der elektronischen Fußfessel abzupassen, ohne daß sie in der Wartezeit wieder zusammen eingeschlafen waren. Schüchtern meldete sich das Überwachungsteil mit einem dezenten Piep-Ton, das rote Lämpchen blinkte fleißig. Gangolf konnte die Messungen vervollständigen; zu seiner Verwunderung war dieser Betriebszustand der Vorwarnung nicht in die Impulskette mit eingebaut, das Gerät war somit einfallslos: Es lieferte an die Satelliten und an die Mobilfunkmasten immer die gleichen Impulsfolgen auf den festgelegten Frequenzen, ganz gleich, ob der Akku voll aufgeladen war oder nicht. Das kam seiner Absicht entgegen, ein einfaches Gerät zu konstruieren, das sich von der Ausstrahlung genauso verhielt wie jenes an Magdas Bein.
Gangolf brachte die Frequenzmeßgeräte wieder in das Vereinsheim der Amateurfunker zurück, er mußte dem Gerätewart Hans ein bißchen was vorlügen, was seine erforschten Schaltungen anbetraf, doch bot dieser großherzig an, ihm jederzeit zu Hilfe zu kommen, wenn er bei seinen Schaltkreisen einmal klassische Funktechnik zur Anwendung brächte.
'Ach, lieber Hans', dachte sich Gangolf, 'wenn du wüßtest, was alles los ist'.

Gangolf bedankte sich nochmals, und beide verabschiedeten sich. Gangolf war bewußt, daß er für die Erprobung der Simulationsschaltung und für deren Synchronisierung wesentlich genauere Meßmittel benötigte, immerhin dienten Hansens einfache Geräte dazu, grundlegende Messungen durchzuführen und damit zu beurteilen, daß das Vorhaben prinzipiell möglich wäre. Ab jetzt konnte nur der dunkle Kreis um den Berliner CCC helfen, er mußte sich auf Joe und seinen Leuten verlassen, so widerlich ihm der Gedanke daran war.

Als Gangolf zu Joes Wohnung kam, stand dieser genauso gekleidet im Türrahmen wie bei dem ersten Treffen in der Schwulenkneipe in Kaiserswuselhausen: Lederhose mit spezieller abknöpfbarer Vorderfront und Rangers-Stiefel. Joe setzte ein gepreßtes Grinsen auf und verabreichte Gangolf den anscheinend in der Szene üblichen Faustschlag auf die linke Schulter. Auf dem Schreibtisch gewahrte Gangolf sofort den ekelerregenden Ring mit den vier gebogenen Spießen, einen solchen ihm Joe im Hinterzimmer der Kneipe in den Mund nötigte. Ahnungsvoll betrachtete Gangolf das fürchterliche Teil und überreichte dabei Joe den Datenstick mit den Meßprotokollen.
Während Joe sich leicht bückte, um den Stick in den Schlitz der an der Front seines Computers befindlichen USB-Schnittstelle zu stecken, nickte er in die Richtung der hinteren rechten Ecke des Schreibtisches und forderte Gangolf auf:
- „Da, nimm’ den Spider!“
- „Wen soll ich nehmen?“, fragte Gangolf verwundert, obwohl er ahnte, was Joe meinte.
- „Ja das da!“, entgegnete Joe barsch, „das ist ein Spider-Gag!“
Nachdem Gangolf weiterhin unschlüssig herumstand, packte Joe den Gag und trat zu Gangolf. Dieser verstand sofort und öffnete artig den Mund; so wie er Joe kennengelernt hatte, wäre ein Protest jeglicher Art chancenlos geblieben.
- „Runter mit dir!“, herrschte Joe ihn an. Gangolf kroch auf allen Vieren von der anderen Seite unter den Schreibtisch. Wieder kam ein scharfer Befehl:
- „Pfoten her!“
Kniend ließ sich Gangolf auf den Unterschenkeln und Fersen nieder und streckte die Arme nach hinten auf den Rücken. Das charakteristische Ratsch-Geräusch erklang, er fühlte sich sogleich handgeschellt. Als ob diese Fesselung der Hände und die erzwungene Mundspreizung in der niederträchtigen Körperhaltung unter der Schreibtischplatte nicht genug Demütigung darstellte, kamen nun auch noch die Fußfesseln zum Einsatz: Im Gegensatz zu den Handschellen, deren beide Schellen nur mit einem Scharnier in der Mitte in Verbindung standen, waren die beiden Fußschellen mit einer etwa einen halben Meter langen Kette verbunden, so daß bei normaler Verwendung der Fußgeschellte kleine Schritte vollziehen konnte. Hier jedoch führte Joe eine Schelle zweimal durch Gangolfs gefesselte Arme hindurch, so daß die Verbindungskette das Handschellenscharnier umschlang. Anschließend ratschte Joe die Fußschellen um die Knöchel. Gangolf war fast ebenso wenig bewegungsfähig wie damals in dem Hinterzimmer der Kneipe, einzig die Begrenzung nach hinten durch die Säule fehlte.

Gangolf atmete ein paarmal kräftig ein und aus, denn er wußte, was als nächstes folgen würde: Prompt knöpfte sich Joe den Hosenladen ab, holte eine Kondompackung hervor und setzte sich breitbeinig auf seinen Schreibtischsessel. Gangolf schluckte nochmals, denn ihm war vollkommen klar, daß es ab jetzt zu einem fortgesetzten Gewürge kommen würde. Er wartete gar nicht Joes Aufforderung ab, sondern versuchte sofort, Joes Gemächt durch den Ring in seinen Mundraum zu bringen; ein gar nicht einfaches Unterfangen, denn er konnte seine an die Füße gefesselten Hände nicht zu Hilfe nehmen, der Bewegungs-freiraum seines Kopfes unter der Tischplatte war sehr eingeschränkt.

Gangolf ekelte sich vor Joes Bolzen, den er jetzt im Halbdunkel unter dem Schreibtisch wenige Zentimeter vor seinen Augen ausmachte. In der Kneipe kam ihm der Vorgang einfacher vor: Joe hielt ihm den Kopf fest und dirigierte das Teil in der vollkommenen Dunkelheit durch den Ring; hier jedoch mußte er sich selber bemühen, das gummiüberzogene Teil durch den Spidergag zu bekommen. Immer wieder verfehlte das Objekt das Ziel, Gangolf spürte den warmen Gummi einmal auf den Backen, dann auf der Nase, einmal sogar stieß es in ein Auge, oder es rutschte auf das Kinn, wenn er seinen Kopf zu weit nach oben hob. Bei dieser Gelegenheit stieß er sich jedesmal den Kopf an die Schreibtischplatte. Joe nahm das dumpfe Aufschlaggeräusch zum Anlaß, ihn anzuherrschen, sich zu beeilen, er würde erst dann mit der Arbeit an der Computertastatur beginnen, bis sein Allerheiligstes der vollumfänglichen Behandlung in Gangolfs Höhle sicher sein konnte.

Als es Gangolf endlich gelungen war, den gummierten Zapfen durch den Ring zu zirkeln, preßte er ihn mit der Zunge fest Richtung Oberkiefer und saugte daran, damit er nicht mehr zurückflutschen konnte. Vorsichtig erhob sich Gangolf in seiner gebückten Haltung, soweit es die Schreibtischplatte zuließ, um mit den Knien etwas nach vorne zu rutschen. In dieser neuen, sich näher an Joes Unterleib befindlichen knieend-sitzenden Stellung mußte Gangolf nicht mehr den Kopf weit nach vorn überdehnen, sondern konnte ihn einigermaßen entspannt mit Joes Gemächt im Mund zwischen den lederumhüllten Oberschenkeln halten.

Der Geruch des Leders stieg Gangolf in die Nase und er schämte sich dafür, daß ihm der Vorgang eine gewisse Lust bereitete, diese steigerte sich unwillkürlich, als Gangolf im Gegensatz zu damals beim ersten Mal im Kneipen-Hinterzimmer Joes Bolzen nicht ganz so tief in seinem Rachen verspürte, und somit der grausame Würgereiz weniger brechend wirkte. Genußvoll kaute Gangolf an dem Gummi, der immer weiter anschwoll; auch sein einen halben Meter tiefer hängendes Teil schwoll spürbar lustvoll an. Nicht mehr ganz bei der Sache zog er unbewußt seinen Kopf etwas nach hinten, so daß Joes Teil herauszurutschen drohte. Sofort erhielt Gangolf einen Tritt in seinen Schritt, der Schmerz rief einen unterdrückten Schrei hervor, gedämpft durch Joes Gummibolzen in seinem Mund.

- „Bleib da“, knurrte Joe und rückte mit seinem Sessel weiter unter den Tisch. Gangolf konnte es nur als Strafe interpretieren, als Joe nun seine Stiefel auf Gangolfs Oberschenkel abstützte, und jedesmal, wenn Joe vermeinte, bereits eine schwache Andeutung eines Zurückweichens zu verspüren, drückte er die Stiefel kräftig auf Gangolfs Beine. Dieses Signal reichte aus, daß Gangolf sich sofort wieder leicht nach vorne beugte, um das Ding in voller Länge bis in seinen hintersten Rachen zu schieben.
‚So schnell kann ein Lernerfolg eintreten’, dachte sich Joe, tatsächlich wollte Gangolf unter allen Umständen vermeiden, nochmals einen Stiefeltritt auf seine Eier zu erhalten, denn neben dem Schmerz war es deprimierend zu erleben, wie seine Lust schlagartig zusammenbrach und sie sich darnach nur langsam wieder aufbaute.
Joe legte eine Pause ein, verschränkte die Hände hinter seinen Kopf und rückte mit seinem Stuhl wieder etwas nach vorn, was Gangolf mit einem kurzen grunzenden Laut quittierte.

- „Massier’ jetzt besser, beweg’ dein Maul vor und zurück, saug’ an der Eichel, ich möcht’ jetzt endlich kommen!“, befahl Joe. Gangolf bemühte sich redlich, mit entsprechenden Kopf- und Zungenbewegungen Joes Befehl nachzukommen, beinahe wäre ihm das Teil dabei entflutscht, konnte es gerade noch einfangen, als es schon deutlich vor dem Ring zu sehen war.
- „Schneller“, keuchte Joe und drückte seine Oberschenkel weiter auseinander, bog seinen Rücken zu einem Hohlkreuz, schloß die Augen und stellte die Atmung ein. Plötzlich knickte sein Rücken ein, aus dem Hohlkreuz wurde ein Rundrücken, mit letzter Kraft stemmte er sich mit den Füßen von Gangolfs Oberschenkeln, der Schreibtischsessel rollte ein Stück weit nach hinten. Gangolf spürte im gleichen Augenblick die Veränderung an Joes gummiverhülltem Teil, dessen flüssigkeitsgefüllte Spitze sich fest in seinen Rachen drückte. Bevor der Stopfen jedoch den gefürchteten Brechreiz hervorrufen konnte, wurde der gesamte Lustbolzen durch Joes Zurückrücken Gangolfs Mund entzogen.

Beide Lüstlinge hörte man nun im Duett ein- und ausatmen, während Gangolf es schwer hatte, eine einigermaßen entspannte Körperposition unter dem Tisch zu finden, legte Joe die Unterarme übereinander auf die Schreibtischkante und setzte seine Stirn auf die dadurch gebildete Erhöhung. Nach etwa zwei Minuten hob er seinen Kopf wieder an, stützte sich mit den Händen ab und blickte eine Weile auf den Bildschirm. Dann rückte er sich den Sessel zurecht und verabreichte Gangolf unter dem Tisch einen ungezielten Tritt. Gangolf kippte mit einer leichten Drehung nach hinten auf seine rechte Schulter, aufgrund der eng an seine Füße gefesselten Hände konnte er den Stoß nicht abfangen und war dem Tritt wehrlos ausgesetzt.

So schmerzhaft das seitliche Umkippen auch gewesen war, war Gangolf nun doch froh darüber, endlich eine andere Körperhaltung einnehmen zu können, eine seitlich-liegende, zwar auch alles andere als bequem, doch erlangten seine Füße, die ständig das Gewicht des auf ihnen ruhenden Oberkörpers tragen mußten, eine wohltuende Erlösung. Er spürte das Blut, das wieder bis in die Zehenspitzen hervordrang, nachdem diese die ganze Zeit über abgewinkelt auf dem Boden gepreßt waren, während die Sohlen senkrecht nach oben zeigten, die Fersen als Sitzfläche für die Pobacken.

Gangolf war es gewohnt, als selbstbestimmender Mensch durch das Leben zu schreiten. Joes Bekanntschaft ließ ihn den düsteren Gewitterhimmel ahnen, unter welchem er fürder hindurchtreten würde.









































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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:29.10.21 17:00 IP: gespeichert Moderator melden


Mit mulmigen Gefühl gewahre ich das Verschieben des "Chatverlaufs zwischen zwei Transsexuellen" mit der Sorge, auch mein Roman könnte in einer zukünftigen Episode den Bedingungen der unbeschränkten Veröffentlichung nicht mehr entsprechen; es wäre schade um die viele Mühe, die mir das Schreiben bereitet hatte.


25

Es fiel im zusehends schwerer, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Seine Gedanken bewegten sich wie auf einer Achterbahn. Was war das nur für ein verrücktes Frühjahr. Mit den ferngesteuerten Handschellen fing alles an. Dann kam die verhängnisvolle Anzeige, die Wilde Fegerin. Dann die junge Pfarrerin. Dann die Quasi-Sklavin. Schließlich der schwule Typ, der ihn dominieren wollte. 'Wo bin ich da hineingeraten'.

Gangolf drehte eine schnelle Runde um seine Insel; bevor er zurückpaddelte, besuchte er sie und suchte dort seine kleine Schatzkiste auf. Entgegen der weitverbreiteten Tendenz, alles, auch kleinste Beträge in kleinsten Läden mit Karte zu bezahlen, zahlte er aus naheliegenden Gründen alles bar. Er hatte ja seine Schatztruhe auf der einsamen Insel, wie im Roman. Manchmal übertrifft das wirkliche Leben die Traumwelt des Romans, auch die Traumwelt der Romantik.

Er hatte fast alles. Haus. Hof. Arbeit. Auto. Motorrad. Kajak. Insel. Nur eines fehlte ihm noch. Eine.
Er konnte vieles. Elektroarbeiten. Installateurarbeiten. Holzarbeiten. Bauarbeiten. Mechanische Bearbeitung. Italienisch. Orgelspielen. Nur eines konnte er nicht. Lieben. Richtig Lieben. Lieben mit Konsequenzen. Nicht am glänzenden Metall von der innigen Liebe ausgeschlossen werden.
Da war die Dominante. Abgesperrt. Egal. War ihm ohnehin zu dominant.
Da war die Intelligente. Kam nicht an die Wäsche. Nicht einmal an den Mund. Wäre erstrebenswert.
Da war die Sklavin. Abgesperrt. Egal. Zu devot.
Da war die schöne Katholikin. Kurzer feuchter Kuß. Ja. Sie. Anbaggern. Ein Versuch wäre sie wert.
Gangolf beschloß, wann immer es ihm möglich wäre, von nun an in die katholische Kirche zu gehen. Er mußte sie wieder sehen. Kirchgänger sind normalerweise Gewohnheits-Christen. Wenn sie gehen, gehen sie immer. Gewohnheit.

Am nächsten Tag hatte Gangolf einen Termin bei einer Familie Werner. Als er am Morgen aufwachte, erschrak er beinahe: Sein Vorhang erstrahlte glutrot. Er wälzte sich aus dem Bett und zog den Vorhang etwas zur Seite, um hinausschauen zu können. Fasziniert betrachtete er den flammenden Morgenhimmel. Er konnte sich nicht erinnern, wann er zuletzt eine dermaßen ausgeprägte Morgenröte erblickt hätte. Minutenlang stand er da und beobachtete die Silhouette. Dann riß er den Vorhang gänzlich auf und ließ sich wieder auf sein Bett fallen. Alle Wände des Schlafzimmers wurden in dezentes Rot getaucht, die dem Fenster gegenüberliegende Wand erglühte. Bei dieser Faszination kam ihn plötzlich Wilhelm Hauffs Reiterlied vom Morgenrot in den Sinn, jener wahnsinnige Gesang, der gnadenlos das Schicksal der in den Krieg ziehenden Soldaten beschreibt, vor 205 Jahren geschrieben, von Silcher vertont:

Morgenrot, Morgenrot,
leuchtest mir zum frühen Tod?
Bald wird die Trompete blasen:
dann muß ich mein Leben lassen,
ich und mancher Kamerad!

Kaum gedacht, kaum gedacht,
war der Lust ein End' gemacht.
Gestern noch auf stolzen Rossen,
heute durch die Brust geschossen,
morgen in das kühle Grab!


Gangolf schalt sich selbst, was er für ein gefühlsduseliger Mensch geworden war. Wieso sollte ihm das Morgenrot zum Tod leuchten? Sicherlich war seine Arbeit auf den oftmals steilen Dächern nicht ungefährlich, aber nein, an den Tod wollte er nicht denken. Und daß der Lust ein Ende gemacht würde, augenblicklich sieht es für ihn nicht danach aus, aber in dem Vers könnte schon etwas Prophetisches enthalten sein. Gangolf überlegte, ob die stolzen Rosse der Gegenwart die Motorräder seien, und tatsächlich hätte es gut sein können, daß einer der von ihm Verfolgten die Pistole gezogen hätte, um ihn in die Brust zu schießen, schließlich waren die Räuber bewaffnet gewesen.

'Hauff war kaum 20 Jahre alt, als er diese düsteren Verse dichtete,' sinnierte Gangolf erneut, als er seinen Kaffee trank, 'ob er sein eigenes Schicksal beschrieb, die Ahnung, daß er bereits wenige Jahre, 25-jährig, sein Leben lassen müßte:
>morgen in das kühle Grab!<'

Kaum daß Gangolf an der Haustür geläutet hatte, öffnete ihm die junge Frau Werner mit einem kleinen Kind auf dem Arm und begrüßte ihn:
- "Guten Tag, sind Sie Herr Stumpf?"
Nachdem Gangolf den Gruß erwiderte, bat sie ihn herein und rief im Stiegenhaus hinauf:
- "Papa, Herr Stumpf ist da!"
Offenbar wollte sie bei der Reparatur der Photovoltaikanlage ihren Vater dabeihaben. Als dieser etwas schwerfällig die Stiege heruntergekommen war, blickten sie sich erstaunt an und sprachen gleichzeitig mit einem Ton der Verwunderung:
- "Ah, Herr Stumpf!" - "Ah, Herr Brause!"
Sie schüttelten sich die Hände und stellten übereinstimmend fest, welche Zufälle es doch gäbe, daß sie sich nach wenigen Tagen auf diese Weise schon wieder getroffen haben. Gangolf lehnte den angebotenen Kaffee ab mit den Hinweis, bereits bei sich zu Hause einen getrunken zu haben. Frau Werner drückte ihr Kind dem Großvater auf den Schoß und holte sich aus der Küche eine Tasse voll Tee.
- "Willst du auch einen?", richtete sie die Frage an ihren Vater, doch dieser lehnte dankend ab.
- "Sehen wir uns doch gleich die Anlage auf dem Dach an", schlug Gangolf vor. "Von wo aus kann man am besten auf das Dach hinaussteigen?"
- "Ja, hm, wohl nur von der Dachgaube von unserem Schlafzimmer aus", antwortete Frau Werner etwas unschlüssig, "ich geh' schon 'mal hinauf und richte das her, damit Sie an das Fenster können."
'Wer weiß, was sie da alles schnell verräumen muß', dachte sich Gangolf und plauderte mit Brause über ein paar belanglose Dinge, bis dessen Tochter wieder heruntergekommen war.

Als Gangolf mit Brause das Schlafzimmer betrat, konnte er nicht erkennen, daß in dem Zimmer etwas aufgeräumt worden wäre, die Decken und Kissen auf dem Doppelbett lagen ziemlich zerknäult herum. Er machte sich darüber weiter keine Gedanken, seine Sorge galt vielmehr dem Wetter, denn bei seinem Blick durch das Dachgaubenfenster gewahrte er eine bedrohlich heranziehende Regenwolke. Jäh fiel ihm der Merkvers ein, den er als Schüler häufig durcheinander brachte: >Abendrot: Gutwetterbot', Morgenrot: Schlechtwetterbot'<

Gangolf leerte seine Hosentaschen und legte alles ab, was ihm beim Klettern auf das Dach hinderlich sein könnte: Geldbeutel, Schlüssel, Handy. Auch den Werkzeuggürtel legte er auf den Boden, er wollte erst einmal hinausklettern, um zu sehen, was Sache war. Er öffnete das Fenster, schwang sich auf das schmale Fensterbrett, hielt sich mit einer Hand an dem Rahmen fest und beugte sich heraus, um an der Seite der Gaube vorbei auf das Dach hinaufsehen zu können. Sofort erkannte er das Problem: Ein beim letzten Sturm abgebrochener Ast hat sich unter eine Photovoltaikplatte geklemmt und dabei ein Kabel immer weiter hinter der Platte nach unten gezogen, bis es schließlich abgerissen war.

Vorsichtig drehte sich Gangolf zurück auf das Fensterbrett, griff nun mit beiden Händen links und rechts an den Fensterrahmen, kniete sich auf das Brett und ließ die Füße nach außen baumeln. Dann gab er die kniende Position auf und ließ seine Beine langsam das Dach hinuntergleiten, bis seine Zehen die Dachrinne erreichten. Sein Gewicht immer noch über die Arme am Fensterrahmen haltend prüfte er vorsichtig die Tragfähigkeit der Rinne, indem er nach und nach das Gewicht von den Armen auf die Beine übertrug. Er hatte es zwar noch nie erlebt, daß eine Dachrinne unter seinem Gewicht nachgegeben hätte, doch wollte er nie ungeprüft darein steigen, denn es gibt Dinge, die dürfen im Leben niemals geschehen, sei es ein wie auch immer gearteter Motorradunfall, oder eben ein Absturz von einem Dach.

Aber für alles gab es im Leben ein erstes Mal.

Nachdem er seine in Handschuhen mit gummierten Innenflächen gehüllten Hände flach auf die Dachziegel legte, zog er vorsichtig das linke Knie an und hob damit den Fuß aus der Rinne, um ihn auf den Traufziegel zu positionieren. Dabei wurden die Zehen stark abgewinkelt. Noch vorsichtiger zog er anschließend auch den rechten Fuß aus der Rinne und prüfte dabei, ob der linke Fuß sein Gewicht halten würde. Sollten seine Zehen indes abrutschen, müßte er sofort den rechten Fuß wieder in die Rinne stellen, das Dach wäre für eine Besteigung zu steil.

Für das Klettern auf Dächern wollte Gangolf mit keinen anderen Schuhen tauschen, er verwendete dazu immer seine geliebten knöchelhohen Chucks, sie boten dem Fuß mit der engen Schnürung guten Halt, die dünne, aber sehr griffige Gummisohle verlieh große Haftung und eine hohe Sensibilität auf die Zehenunterseite und die Fußsohle; für ihn war das eine ganz wichtige Eigenschaft, die ihm Rückmeldung über die Beschaffenheit des Untergrundes lieferte, seien es Leitersprossen, Dachlatten oder Dachziegel. Die von den Arbeitsschutzgesetzen vorgeschriebenen Sicherheitsschuhe konnte er überhaupt nicht gebrauchen: Deren harte starre Sohle diente allenfalls dazu, Dachziegel zu zertreten, die Zehen konnte man kaum abwinkeln, mit diesen klumpigen Dingern an den Füßen käme er sich vor wie der Elefant im Porzellanladen.

Gangolf hatte allerlei verschiedenes Schuhwerk ausprobiert, die einen hatten zwar Gummisohlen mit guten Grip, doch waren sie zu dick und damit zu unsensibel, um den Untergrund zu erfühlen. Andere hatten eine dünne Sohle, die jedoch keine ausreichende Haftung boten. Er blieb bei den Chucks. Gerne hätte er einmal spezielle Kletterschuhe probiert, irgendwann würde er, wenn er wieder einmal nach Dresden käme, solche ausprobieren; in Dresden gab es ein riesiges Sportgeschäft, dort hatte er auch seine Kajaks gekauft: Ausgestattet mit einem großen Basin konnte er darin die Boote proberudern! In Zeiten des immer weiter umsichgreifenden Internet-Shoppings war dieses Sportgeschäft mit seinen mehreren Etagen eine wohltuende Ausnahme.

Mit Mühen gelang es Gangolf, den Ast unter den Photovoltaikplatten zu greifen, auf seinen Zehenspitzen und Knien abgestützt rüttelte er an ihm und zog ihn hin und her, als es zu regnen begann.
'Verdammt, verdammt', fluchte Gangolf in sich hinein, 'die alte Wetterregel hat wieder recht behalten, verdammt, jetzt muß ich mich aber beeilen.'
Instinktiv ließ er sich dazu hinreißen, was er ohne den einsetzenden Regen niemals gewagt hätte, denn, anstatt das Unternehmen abzubrechen, ergriff er jetzt mit beiden Händen den Ast, rüttelte noch stärker, und mit einem Ruck gab dieser seine Umklammerung an die Photovoltaikplatte auf, aus dem Gleichgewicht geraten begann Gangolf abzurutschen. Das allein brachte ihn noch lange nicht in Panik, reflexartig streckte er seine Füße durch und wartete darauf, mit den Zehen voran in der Dachrinne zu landen. Ihn reute bei solchen Abrütschen lediglich die schöne weiße Gummikappe auf der Zehenoberseite, für solche Vorkommnisse wären möglicherweise die Stahlkappen der Arbeitsschuhe vorteilhafter, indes wäre das über die Kappen gespannte Leder wohl auch schnell zerschlissen.


Gerade als Gangolf in's Rutschen kam, beugte sich Brause, soweit es sein an das Fensterbrett gepreßte Bauch zuließ, aus dem Fenster und rief:
- "Kommen Sie herunter, es fängt zu Regnen an!"

Brause drückte seinen Kopf noch ein Stück weit nach vorn, um seitlich an der Dachgaube vorbeizusehen. Mit Entsetzen sah er Gangolf mit den gekrümmten Fingern einer Hand am Rand der Dachrinne hängen, wenige Sekunden darauf zerriß der Urschrei der Menschheit, dem Urknall einer neu entstandenen Galaxis gleich, die friedsame Stille der Siedlung. Brauses Polizisten-Instinkt hielt ihn ab, in Panik die Stiege hinunterzueilen, um am Ende dabei zu stürzen; gefaßt zog er sein Handy heraus und wählte die Notrufnummer. Er begleitete Gangolf im Rettungswagen; Gangolf wollte seinen Abtransport zunächst abwehren, denn er stand unter Schock und spürte seine Verletzungen nicht. Kaum lag er auf der Trage im Rettungswagen, kamen die ersten Schmerzwellen über ihn, er verzog das Gesicht, biß sich auf die Lippen, doch konnte er schließlich ein Stöhnen nicht mehr unterdrücken.

Brause fragte ihn, wen er verständigen sollte. Gangolf stotterte mit schmerzverzerrter Miene herum, noch nie war er in seinem Leben in einer solchen Situation. Brause half ihm auf die Sprünge:
- "Soll ich diese, wie heißt sie gleich, die Freundin dieser Marlies-Magda, anrufen?"
Gangolf entgegnete: "Nein, lieber die Pfarrerin Bettina."
- "Wie heißt sie mit Zunamen?"
Gangolf kam indes wieder in's Stammeln, ihm fiel ihr Name nicht ein. Ihm wurde schwarz vor Augen, er war nicht mehr ansprechbar.

Selten erinnerte sich Gangolf an einen Traum, doch in dieser Nacht, oder war es noch am Tag, schüttelte ihn ein Alptraum nach dem anderen: Das Morgenrot brachte nicht nur Regen, sondern die Sintflut, er hatte größte Mühe, sich bei dem Sturm auf dem First eines Hauses festzuhalten. Gleich darauf entzündete das Morgenrot mit seinem gleißendem Glühen unendliche Feuer, wieder mußte sich Gangolf auf ein Hausdach retten, dann vermeinte er, auf einem Pferd zu sitzen, irgendwo hörte er das Martinshorn eines Sanitätswagens, und auf dieses Signal hin mußte er in die Schlacht reiten. Dann fiel und fiel er, und das Fallen schien kein Ende zu nehmen.

Es war wie beim Bungee Jumping. Vor einigen Jahren hatte Gangolf einen Sprung aus 110 Meter Höhe absolviert; er nahm sich vor, nicht zu schreien, er fand es unmännlich, als die vor ihm Springenden diesen affigen Urlaut sich aus dem Leibe schrien. Doch als man ihn auf dem schmalen Brett vor der Gondel stehend ausklinkte und er mit einem Sprung in die scheinbar unendliche Tiefe stürzte, konnte er gar nicht anders, als diesen Urschrei des Lebens sich aus dem Leibe herauszuplärren. Noch nach Jahren wachte er in manchen Nächten auf, als er im Traum das Erlebnis zu verarbeiten suchte, und dann an dem Schrei aufwachte.

Als die schlimmsten Träume in dieser Nacht ein Ende genommen hatten, überkam Gangolf die Vorstellung, in einen Mistwagen gestürzt zu sein. Er stank darnach ganz fürchterlich, und es ekelte ihn unermeßlich, doch wurde sein Stoß abgefedert, so daß er einigermaßen glimpflich ohne größere Schäden davon kam. In seinem Traum vermischte sich das ihm Widerfahrene mit der geschichtlichen Begebenheit des Prager Fenstersturzes, wo ein Vertreter der katholischen Liga bei einer Besprechung mit den evangelischen Landesfürsten kurzerhand aus dem Fenster gestoßen wurde; dieser Vorgang war der Auslöser des unsäglich grausamen 30-jährigen Krieges.

Dank Internet war es für Brauses Kollegen ein Leichtes, eine Pfarrerin mit dem Vornamen Bettina ausfindig zu machen: Sie war an der hiesigen Paul-Gerhard-Kirche angestellt und hieß Litte, indes war es schier unmöglich, sie telephonisch zu erreichen. Der Anrufbeantworter nudelte fleißig die Öffnungszeiten des Pfarrbüros herunter und gab auch eine Handy-Nummer preis für Notfälle, unter welcher ein Krankenhaus-Seelsorger zu erreichen wäre, die persönliche Nummer der Frau Litte blieb indes unter Verschluß.

- „Wenn man einmal die Pfaffen braucht, sind sie nicht erreichbar“, brummte Brause vor sich hin und beschloß, selber zu Gangolfs Hof hinauszufahren, um dessen persönlichste Habseligkeiten für den Krankenhausaufenthalt zu holen; Gangolfs Schlüssel hatte er aus dem Haus seiner Tochter mitgenommen, Gangolfs Anwesen kannte er zur Genüge, seit er mit den Kollegen nach dem Sparkassenraub dort alles durchsuchen mußte.
Brause stellte Gangolfs Sachen in dem Krankenzimmer ab und verstaute sie entsprechend in dem Schrank und in das Bad. Dann gab er jenem einen Brief mit handgeschriebener Adresse, der in seinem Briefkasten lag. Brause war sehr überrascht, daß junge Menschen sich noch Briefe schrieben, wo es nun bereits seit zwei Generationen den E-Mail-Verkehr und sonstige elektronische Nachrichtenmedien gab.

Gangolf blicke ihn überrascht an, errötete auch leicht, bedankte sich für Brauses Aufmerksamkeiten; nachdem sie sich verabschiedet hatten, öffnete er den Brief. Ihm war sofort klar, von wem er stammte: Als die Sache mit Magda ernst wurde, forderte Joe, jeglichen Kontakt nur noch per Briefpost zu pflegen, kein Telephonanruf, keine E-Mail, denn alle diese elektronischen Nachrichten wurden im Hintergrund irgendwo aufgezeichnet und gespeichert. Als quasi-professioneller >Hacker< wußte er um diese Vorgänge, die natürlich von offizieller Seite stets geleugnet wurden.

Die alte Briefpost hingegen, noch dazu handgeschrieben verfaßt, schien überhaupt nicht mehr nachrichtendienstlich interessant zu sein, vergleichbar mit dem Kfz-Teile-Händler Samel, der sein Lager mit einem billigen einfachen Vorhängeschloß verriegelte. Gangolf erkannte sofort zweifelsfrei Joes Handschrift, dieser unterließ es wie immer, sich als Absender preiszugeben, es war nur ein Einzeiler:
>Es bleibt dabei Samstag gegen Mittag, komme mit ihm direkt zu ihr!<

‚Sehr geheimnisvoll’, dachte sich Gangolf, ‚selbst wenn das jemand zu Lesen bekäme, verstünde er nicht, um was es geht’.
Am Samstag sollte das große Finale bei >ihr< vollzogen werden, und es schmerzte Gangolf sehr, nicht dabei zu sein, er müßte hier vermutlich noch einige Tage in dem stickigen Krankenhauszimmer liegen. Mit >ihm< meinte Joe dessen Busenfreund Kalle, jenem Typen, der im Berliner CCC der Funksparte angehörte, der den sendetechnischen Teil des Projektes anfertigte.

Beide hatten sich bereits vor ein paar Tagen bei Magda getroffen, um sich in aller Ruhe ohne Streßbedingungen kennen zu lernen; Martina hat darauf bestanden, damit Magda nicht durchdrehen würde, wenn dann beim Finale gleich zwei neue Männer dastünden. Bei dieser Gelegenheit brachte damals Gangolf gleich das Holzschränkchen mit, das er für die Unterbringung des Senders mit der zugehörigen Elektronik geschreinert hatte. Im unteren Teil fand ein großer Akku Platz, der als Pufferbatterie fungierte, sollte einmal aus irgend einem Grund der Strom ausfallen. Gangolfs Kenntnisse aus dem Bereich der Photovoltaikanlagen machten sich hier bezahlt, somit wurde das Projekt, mit welchem Magda von der Wirkung der elektronischen Fußfessel befreit werden sollte, eine Gemeinschaftsaufgabe der drei Männer.

Was Gangolf nicht ahnte, waren die Umstände, wie das Projekt in Magdas Wohnung vollendet würde; und es war tatsächlich oftmals besser, wenn man nicht alles im vornherein wußte...









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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:05.11.21 22:27 IP: gespeichert Moderator melden



26


- „Wo bleibt eigentlich Magnus?“, wollte Joe wissen, als er mit Kalle schon eine halbe Stunde bei Magda saß. Zusammen mit Martina tranken sie Kaffee und hatten alle Not, ein oberflächliches Gespräch am Laufen zu halten.
- „Ruf’ ihn einfach an“, entgegnete Martina.
- „Nee du, auf keinen Fall, alles wird abgehört und automatisch gespeichert, mein Anschluß soll niemals auf irgend einer Liste stehen, die mich in irgend einer Weise mit einer von eueren Nummern in Verbindung bringt! Ruf’ du ihn doch an, wir machen die ganze Scheiße doch bloß für euch!“
Leicht gekränkt verzog Martina das Gesicht, nicht daß sie sich von dem unverhohlenen Rüffel angegriffen gefühlt hätte, es ging ihr vielmehr gegen ihren dominanten Stursinn, sich herabzulassen und den >Magnus< anzurufen. Sie brachte es auf den Punkt:
- „Brauchen wir den überhaupt dazu?“

Gangolf versuchte zur gleichen Zeit vergeblich, Bettina zu erreichen. Er wollte sie bitten, Martina zu verständigen, daß er im Krankenhaus läge und nicht zu dem für heute geplanten finalen Treffen zur Magda kommen könne. Dummerweise hatte sich Gangolf nie die Nummer von Magdas Festnetzanschluß gespeichert. Seiner Meinung nach wäre es das einfachste, die Aktion aufzuschieben, bis er wieder mobil wäre. Nur eines weigerte er sich, nämlich Martina anzurufen: Sicherlich würde sich ihre arrogante Mailbox melden mit dem noch arroganteren Text: >ich entscheide dann, ob ich zurückrufe!<

- „Nee, fangen wir einfach schon ´mal ohne ihn an“, meinte Joe, und Kalle begann damit, den Sender in dem von Gangolf angefertigten Schränklein aufzubauen. Als nach einigen Minuten alles soweit war, sprach Joe mit Grabesstimme:
- „Also jetzt wird es wirklich ernst, wir brauchen höchste Konzentration, ihre Fessel und unseren Sender zu synchronisieren. Vor allem muß das Ding vollkommen ruhig liegen, daß wir keine Interferenzen kriegen.“
- „Was sollen wir nicht kriegen?“, fragte Martina, die dieses Wort noch nie bewußt gehört hatte.
- „Interferenzen“, wiederholte Joe, und Kalle ergänzte: „Magdas Fußfessel muß vollkommen ruhig liegen, darf sich nicht im Geringsten bewegen, sonst beeinflussen sich die Funkwellen, also kannst du vielleicht dein Bein hochlegen auf einen Stuhl, oder so?“
Magda stellte ihren linken Fuß auf einen Stuhl, doch war allen sofort klar, daß ihr Knöchel dadurch nicht absolut ohne Bewegung positioniert war.
- „Ist das denn gar so wichtig?“, wollte Martina wissen.
- „Ja, durchaus, schau, die Wellenlänge beträgt zur wenige Zentimeter, und da sind Bewegungen von einigen Millimetern schon zuviel. Sonst haben wir Interferenz.“
‚Wenn das so ist’, dachte sich Martina und unterbreitete folgenden Vorschlag:
- „Am besten, wenn du dich auf den Boden legst und dein Bein angewinkelt auf den Stuhl lehnst und das binden wir dann an der Sprossen der Stuhllehne fest.“
- „Das könnte funktionieren“, meinte Kalle, „probieren wir’s `mal!“

Artig kam Magda der Anweisung nach, legte sich mit dem Rücken auf den Boden, winkelte ihr linkes Bein an und hob den Fuß auf die Sitzfläche. Martina öffnete die unterste Schublade der Anrichte und zog ein Fesselseil heraus. Bei dieser Gelegenheit konnte Joe einen Blick in die Schublade werfen: Neben einigen Seilen entdeckte er mehrere andere Fesselutensilien, aber auch Dildos und Masken.
‚Aha, so seid ihr also d’rauf’, kam es ihm in den Sinn, und er faßte einen teuflischen Plan, die Inbetriebnahme des Senders lustvoll herauszuzögern.

Als Martina Magdas Knöchel stramm an die Stuhllehne gefesselt hatte, war die Fußfessel absolut unbeweglich fixiert. Die beiden Männer setzten sich an ihre Geräte, drückten und drehten mit ernster Miene an den Bedienungsknöpfen herum, und als Magda versehentlich mit ihrem rechten Fuß an ein Stuhlbein anstieß, ließ Joe einen verächtlichen Schrei los:
- „Also so geht das schon `mal gar nicht, das war jetzt soeben eine Riesenabweichung, mit solchen Interferenzen können wir nichts machen.“
Schuldbewußt errötete Magda und flötete ein „Verzeihung“.

Joe ging in die Offensive und schlug die Fesselstellung des Hogtie vor. Martina wußte natürlich sofort, was gemeint war, und beide waren sich im Geiste einer Meinung, daß es besser war, daß Gangolf nicht anwesend war, sonst hätten sie langwierige Erklärungen vornehmen müssen, vermutlich hätte er auch scharf dagegen protestiert. Natürlich war es Joe und Kalle klar, daß die geäußerten Bedenken wegen Interferenz unzutreffend waren, die Fixierung an der Stuhllehne wäre vollkommen ausreichend gewesen, der Vorgang der Synchronisierung wäre in wenigen Sekunden vollzogen gewesen.

Mit bewundernden Blicken beobachteten Joe und Kalle, wie Martina gekonnt den Hogtie an Magda vollzog: Magda legte sich auf den Bauch, Marina setze sich auf die Oberschenkel und verknotete Magdas Hände und Ellenbogen hinter den Rücken. Dann strich sie die Haare zu einem Pferdeschwants zusammen, verknotete daran mehrfach ein dünnes Seil, eher eine dicke Schnur, die Enden ließ sie zunächst seitlich nach unten baumeln.

Als Martina mit Magdas Oberkörper fertig war, erhob sie sich, winkelte Magdas Kniee ab, drückte diese auseinander, soweit es möglich war, legte die Füße im Winkel von etwa 90 Grad übereinander, schob die elektronische Fußfessel etwas nach vorne herum und fesselte die Füße in dieser Stellung. Sie führte die Seile mehrfach in vielen Schlingen wechselweise um die Knöchel, damit diese unverrückbar miteinander in Verbindung blieben. Sie nahm es in Kauf, daß die Blutzirkulation stark beeinträchtigt würde, doch wußte sie, daß Magda hart im Nehmen war und sie diese Behandlung bisher schadlos überstanden hatte.

Schließlich nahm Martina ein Seil, nahm es doppelt, legte es auf den Boden vor Magdas Kopf, führte es unter ihren Kopf hindurch bis zu den Brüsten, zog an es an beiden Enden an den Oberarmen herum nach hinten, so daß die Schultern noch ein wenig mehr zusammengedrückt und dabei die Brüste noch weiter nach unten auf den Fußboden herausgepreßt wurden. Die Seilenden zog sie an den Schultern herum und führte auf Magdas Rücken unterhalb der Nackenwirbel die beiden losen Seilenden durch die Schlinge. Die hindurchgeführten Seilenden zog sie straff, führte sie einmal hindurch und bildete damit einen Knoten. Dann ging sie mit den beiden Enden nach hinten in Richtung Magdas Füße. Dort ging Martina in die Hocke, drückte ihre Knie auf Magdas Unterschenkel, bis die Fersen ihrer gekreuzt gefesselten Füße die Hände berührten, welche auf dem Po auflagen.

Während Martina auf diese Weise mit ihren Knien Magdas Füße nach unten drückte, hatte sie beide Hände frei, um das soeben hinter den Schulterblättern verknotete Seil in aller Ruhe durch die gefesselten Füße zu führen. Sie zog an den beiden Seilenden so stark wie sie konnte, Magdas Oberkörper erhob sich um einige Zentimeter. Ruckartig verknotete sie das Seil an Magdas Füßen, legte die erste Knotenschlinge, riß nochmals an den Seilenden, aus Magdas Mund war ein leichter Seufzer zu vernehmen. Schließlich legte sie die zweite Knotenschlinge und nahm ihre Knie von Magdas Waden.

Magdas Rücken war zu einem gewaltigen Hohlkreuz gespannt, ihre weit auseinander auf dem Boden gedrückten Knie bildeten im Verein mit ihrem Brustkorb ein stabiles Auflagedreieck, so daß ihr gesamter Körper unbeweglich auf dem Boden dalag. Einzig ihr Kopf war noch frei beweglich. Doch auch dieses Körperteil fixierte Martina, indem sie nun das Seil, das sie an Magdas Pferdeschwants gebunden hatte, nach hinten führte und gleichfalls an die bereits vielfach verknoteten Füße band.
Magdas Kopf wurde dadurch nach hinten gezogen, ihr Kehlkopf nach vorne herausgedrückt, ihr Kinn blieb aufgrund der Dehnung im Nacken unten, während ihr Oberkiefer mitsamt dem restlichen Kopf nach oben und nach hinten gedrückt wurde. Ihr Mund blieb dadurch leicht geöffnet. Martina erhob sich, um ihr Werk zu betrachten. In dem Moment bewegten sich Magdas Zehen etwas vor und zurück, als ob sie Winken wollten.

- „Na warte“, grollte Martina, löste das zuletzt verknotete Seil wieder von den Füßen, Magdas Kopf fiel nach unten. Fester als zuvor zog sie das Seil wieder nach hinten, was Magda mit einem deutlich hörbaren Aufschrei quittierte, führte die dicke Schnur jeweils durch die Zwischen-spalten zwischen großer Zehe und der zweiten Zehe, wickelte einmal die Schnur um die großen Zehen und spannte diese kräftig an, um die beiden Enden im verbleibenden etwa handbreiten Zwischenraum zwischen den beiden Zehen zu verknoten.

Als nun Magda versuchte, ihren Kopf etwas seitlich zu bewegen, führte das nicht nur zu einem unangenehmen Zug an ihren Haaren und damit an der Kopfhaut, sondern rief zugleich ein schmerzhaftes Einschneiden in die empfindliche Haut der großen Zehen. Magda beschloß, keinerlei Bewegungsversuche mehr zu unternehmen, da sie nur ein Mehr an Schmerzen bedeuteten. Sie spürte, wie ihre Füße kalt wurden und es in ihren Zehen kribbelte, die behinderte Blutzirkulation machte sich bemerkbar. Sie kannte dieses Gefühl, sie wußte, daß nach ein paar Minuten die durch die Seile eingeschnittenen Hautstellen taub wurden, der Schmerz wurde dadurch nicht mehr spürbar, sie mußte nur darauf achten, keine Bewegungen auszulösen. Andererseits mußte sie diese Sorge dieses Mal nicht haben, denn die Fesselung war dermaßen streng, daß ihr nicht der geringste Bewegungsspielraum blieb.

Joe und Kalle nickten anerkennend, als sie Martinas Kunstwerk betrachteten. Sie rüttelten probehalber an den Füßen und an den Schultern, nichts bewegte sich.
- „Dann können wir ja beginnen“, meinten sie übereinstimmend. In diesem Augenblick meldete sich auch der piepsende Ton aus der elektronischen Fußfessel, um vor der drohenden Entladung des kleinen internen Akkus zu warnen. Gleichzeitig begann die Leuchtdiode zu blinken. Magda gab ein bizarres Bild ab: Im Hogtie gefesselt, die Füße gekreuzt über dem Po gebunden, der Rücken ein gewaltig gespanntes Hohlkreuz, und dann das blinkende Teil an dem linken Fußknöchel.

„Es so geil“, entfuhr es Kalle, „machen wir doch die Vorhänge zu, dann sehen wir es besser Blinken und unsere Meßgeräte können wir auch besser ablesen!“
Martina verschloß mit einem schnellen Ratsch die Vorhänge und alle drei betrachteten für eine Weile schweigend Magdas unbeweglich daliegenden Körper, als ob es sich um ein bildhauerisches Kunstwerk in einem Museum handelte. Schließlich setzten sich Joe und Kalle auf die Stühle vor ihren elektronischen Versuchsaufbau, bestehend aus dem Sender, mehreren Meßverstärkern und einem Laptop. Martina fläzte sich auf das Bett, lehnte ihren Kopf auf das in den Nacken geknüllte Kopfkissen und betrachtete die Experten bei ihren Tätigkeiten. Konzentriert beobachteten die beiden die Meßgeräte, Joe tippte mehrmals etwas auf der Laptop-Tastatur, Kalle drehte mit einem winzigen Schraubenzieher in den Schaltkreisen des Senders herum. Nach wenigen Minuten blickten sie sich einander an, nickten sich zu, und Joe sprach mit gefaßter Stimme:

„Jetzt!“









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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:07.11.21 00:30 IP: gespeichert Moderator melden


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„Jetzt!“


wird die Öffnung der Fußfessel noch nicht gelingen, oder täusche ich mich mit meiner Vermutung?
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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:08.11.21 14:04 IP: gespeichert Moderator melden


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wird die Öffnung der Fußfessel noch nicht gelingen, oder täusche ich mich mit meiner Vermutung?


Es gibt drei Möglichkeiten:

1. Die "Öffnung" gelingt nicht, die Polizei erfährt nichts von dem Versuch, das Leben der Beteiligten geht wie bisher weiter;

2. Die "Öffnung" gelingt nicht, aber die Polizei erfährt davon über die "GÜL" (Gemeinsame Überwachungsstelle der Länder); Gangolf könnte verdächtigt werden;

3. Die "Öffnung" gelingt, Magda kann sich überall hin frei bewegen, doch das Verhältnis zu ihrer Herrin Martina und ihrem neuen Bekannten Gangolf könnte sich schwerwiegend ändern.

Nächsten Freitag gibt`s die Auflösung...


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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:09.11.21 00:49 IP: gespeichert Moderator melden


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Nächsten Freitag gibt`s die Auflösung...

Ich glaube mal, schon jetzt den Fortgang deiner tollen Geschichte zu erkennen.

Tendiere zur Nr. 2 und warte gespannt auf die Auflösung am Freitag, die bestätigt, das ich mit meiner Vermutung richtig lag.

Sarah
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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:12.11.21 18:18 IP: gespeichert Moderator melden


Ich wußte es selber nicht mehr, wie die Geschichte weitergeht; es ist schon ein Jahr her, daß ich sie geschrieben hatte - und so muß ich leider nochmals vertrösten, was die Befreiung von der Fußfessel betrifft; viel Freude beim Lesen!
Magnus.




27

Mit seinem Zimmer- und Leidensgenossen einigte sich Gangolf rasch auf ein gemeinsames Fernsehprogramm, auf diese Weise konnten beide ihr Gerät mit Lautsprecher laufen lassen, dadurch erübrigte sich das lästige Ohrhörer-Gefummel. Sobald auf der Mattscheibe eine begehrenswerte Frau erschien, sei es in einer Filmszene oder als Moderatorin, als Nachrichtensprecherin oder als Wetterkartentante, schärften die beiden Männer ihre Fachkenntnisse bezüglich Absatzhöhe, Taillenumfang, Oberweite und Körbchengröße. Als die beiden wieder einmal ihre Plädoyer hielten und sich dabei eine lautstarke Debatte entwickelte, entging ihnen das Eintreten einer Krankenschwester.

Die Krankenschwester schloß leise die Tür und blieb eine Weile dahinter stehen, bis sie zu den Betten vorging und sich schwungvoll auf das an der Wand stehende Tischlein setzte und die in weißen Sneakers steckenden Füßchen frech in’s Zimmer baumeln ließ. Den beiden Männern blieb das Wort im Hals stecken, schuldbewußt starrten sie die junge Frau an. Gangolf kam in’s Grübeln, irgendwo her kannte er doch diese schöne Frau.

- „Ich bin die Ramona“, stellte sich die Krankenschwester vor, „und bin heute für Natalie da“.
Jetzt fiel es Gangolf wieder ein, sie war die schöne Frau gewesen mit den langen Haaren, die ihm in der Kirche einen Kuß gegeben hat. Hier im Dienst hatte sie ihr Haar in die Höhe gebunden, deshalb erkannte er sie nicht sofort.
- „Die hat sicher mehr als 60 unter den Rippen“, knüpfte Ramona den jäh gerissenen Gesprächsfaden wieder auf, „was habt ihr nur für Vorstellungen!“
‚Wieviel doch die Haartracht ausmacht’, dachte sich Gangolf, ‚in der Kirche sah sie viel attraktiver aus, als ihr blondes, leicht gewelltes Haar vor ihm bis über die Banklehne herabfiel’. Als Krankenschwester auf dem Tisch sitzend war sie für ihn längst nicht so begehrenswert, dennoch nahm er sich vor, mit ihr bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit in’s Gespräch zu kommen.

Die Gelegenheit ergab sich erstaunlich schnell: Gangolfs Bettnachbar erhob sich aus dem Bett, mit seinem gebrochenen Arm war er wesentlich mobiler als Gangolf.
- „Ich geh’ `mal eine rauchen“, war sein ganzer Kommentar; ihm war es immer noch peinlich, bei dem männlichen Gehabe von der Krankenschwester erwischt worden zu sein. Mit Ramona allein im Zimmer zurückgeblieben ergriff Gangolf die Initiative:
- „Kann es sein, daß ich Sie neulich einmal in der katholischen Kirche gesehen habe und Sie haben sich zu mir hinter umgedreht?“
Ramona lächelte, ließ sich von dem Tischchen rutschen und ging zu Gangolfs Bett:
- „Ja, jetzt kann ich mich erinnern, da war doch der uralte Pfarrer, der forderte uns auf, ein Zeichen der Liebe zu geben“.
- „Und da bekam ich ein Küßchen“, ergänzte Gangolf. „Übrigens würde ich gern nochmal den alten Herrn sehen, wissen Sie zufällig, wie man ihn erreichen kann?“
- „Ja, das kann ich leicht arrangieren, er ist nämlich der katholische Krankenhausseelsorger hier“.
- „Oh, was für ein Zufall, ja das wäre toll.“
- „Ich ruf’ ihn dann gleich an. Und wollen wir nicht du sagen zueinander, also ich bin die Ramona“, sprach’s und reichte ihm die Hand.
- „Gangolf“, erwiderte er und setzte ein beseeltes Lächeln auf. So einfach konnte das Leben sein. Daß er sich an ihr indes die Zähne ausbeißen würde, das hätte er sich in dieser Situation nicht vorstellen können.

Der alte Krankenhausseelsorger war ein erstaunlicher Mann. Schwer hinkend kam er in Begleitung einer Krankenschwester in Gangolfs Zimmer herein; die Schwester schob ihm einen Stuhl an die Bettkante, seufzend ließ er sich nieder.
- „Klingeln Sie einfach nach jemand, wenn Sie gehen wollen“, rief ihm die Schwester zu und verließ das Zimmer. Der Seelsorger bedankte sich und war dann ganz Ohr für Gangolfs Anliegen. Es fiel Gangolf schwer, die richtigen Worte zu finden:
- „Ich will eigentlich keine Beichte ablegen für begangene Sünden, sondern für zukünftige.“
- „Wir sündigen immer, wir werden auch in Zukunft sündigen, so sehr wir uns auch vornehmen, das nicht zu tun“, war seine Antwort.
- „Ich will auf etwas anderes hinaus, ich hab’ vor, eine Straftat zu begehen, und hab’ deshalb Skrupel, und es wär’ mir natürlich viel wohler dabei, wenn Sie mir sozusagen schon davor Absolution erteilen könnten.“
Der Seelsorger sah ihn verwundert an und meinte:
- „Eine schwierige Sache, da müßte ich schon genauer wissen, was Sie da vorhaben, ich hoffe, nicht etwas ganz Schlimmes, dafür hätte ich kein Verständnis. Und Sünde bleibt Sünde, nein, das hat in meinem langen Leben noch nie jemand von mir verlangt, daß ich ihm sie bereits vergeben würde, bevor sie begangen wird.“
- „Es ist so“, setzte Gangolf wieder an, „Sie haben vor einiger Zeit einmal gepredigt über die Liebe, daß die das Wichtigste ist im Leben.“
- „Ja, so ist es!“
- „Ich kenn’ da ein Mädel, die wurde verurteilt, ich weiß nicht, warum genau, aber sie muß immer so eine elektronische Fußfessel tragen und kann deshalb nicht die Stadt verlassen.“
- „Was haben Sie da gesagt, was ist das für eine Fessel und wieso kann sie da die Stadt damit nicht verlassen?“

Gangolf erklärte ihm, was es damit aufsich hatte, der alte Priester hörte interessiert zu und runzelte die Stirn:
- „Hab’ ich das richtig verstanden: Sie meinen, sie könnte unschuldigerweise verurteilt worden sein und Sie wollen sie von dieser Fessel befreien.“
- „Ja genau, so sehe ich das.“
- „Und Sie sind verliebt in sie?“
- „Ein bißchen, also ich möchte sie nicht im sexuellen Sinn lieben, aber sie ist so arm dran, so hilfsbedürftig, so schüchtern und einsam, ich möchte sie befreien, ich kann mir nicht vorstellen, daß sie jemals etwas Böses getan hat.“
- „Tun Sie das, was ihr Gewissen Ihnen sagt; man kann sich in beiden Richtungen versündigen, im Confiteor wurde früher bekannt, heute wird es kaum mehr wo gesprochen: >Daß wir Gutes unterlassen und Böses getan haben<.
Sehen Sie, das Gute zu unterlassen, das steht noch vor dem Bösen, das getan wird. Viele Menschen fassen Sünde einseitig auf, immer was Böses tun, lapidar gesprochen, aber daß es genauso sündig ist, ja noch viel mehr vielleicht, das Gute nicht zu tun. Freilich fällt es schwer zu entscheiden, was das Gute und das Böse ist. Und man kann ja nicht dauernd nur Gutes tun, Sie haben ihre Arbeit, Sie müssen sich erholen, Sie wollen Freunde besuchen und Freude haben. Das ist für mich das Gute, das man tut, nicht immer etwas ganz besonderes leisten, einfach im alltäglichen Leben die vielen Kleinigkeiten machen, die andere Menschen glücklich machen, die Gefälligkeiten, ja bereits die guten Gedanken, pflegt man sie nicht, unterläßt man das Gute, und das ist die Sünde.“

Der 90-jährige Priester sprach noch eine Weile weiter in diesem Sinne, Gangolf fand seine Sichtweise interessant, ihm war die doppelte Richtung des Sündigwerdens bis dahin nicht klargeworden, obwohl er das >Confiteor<, das Sündenbekenntnis, in seiner bayrischen Heimatkirche in Kindertagen allsonntäglich gesprochen hatte, sozusagen automatisch, ohne darüber groß nachzudenken.

Gangolf beschloß, etwas in Erfahrung zu bringen über Magdas zur Last gelegten Verbrechen. Wachtmeister Brause müßte doch etwas darüber wissen. Dann erst würde er in sich gehen, sein Gewissen befragen und anschließend entscheiden, was gut oder böse sei, ob er Gutes tut, indem er eine zu unrecht oder zu übermäßiger Härte Verurteilte zur Freiheit verhilft, oder ob er Böses tut, indem er sie befreit, obwohl sie ein Ver-brechen begangen hatte und sie dieses wiederholen könnte.

Schließlich bat der Krankenhausseelsorger Gangolf, einen Ruf in das Stationszimmer zu tätigen; eine Schwester kam, half ihn auf die Beine und reichte ihm die Krückstöcke. Bevor er die Krücken nahm, segnete er Gangolf, zog aus der Jackentasche eine an den Ecken zerknitterte Visitenkarte heraus und gab sie ihm:
- „Rufen Sie mich an, wann auch immer, bevor Sie etwas Falsches tun oder eben etwas Richtiges unterlassen, Gott gebe Ihnen eine weise Urteilungskraft!“

‚Im Grunde genommen ist die Entscheidung bereits gefällt worden’, sinnierte Gangolf, ‚vermutlich unternehmen die drei Mädels bereits eine erste Spritztour zusammen und brausen kreuz und quer durch die Märkische Heide. Und ich liege hier, kann nicht mit ihnen in Kontakt treten, ach ist das blöd: Bei der Bettina meldet sich immer nur der Anrufbeantworter, jenen der Martina will ich gar nicht hören, von der Magda hat er die Nummer nicht, Joe und Kalle haben ihm verboten, aus Sicherheitsgründen anzurufen oder sonstwie Kontakt aufzunehmen; verdammt, und ich lieg’ hier untätig herum.’

Nur zu gern hätte Gangolf gewußt, wie es Magda erginge, wie sie es genoß, die neu erlangte Freiheit. Plötzlich überkamen ihn Zweifel: Vielleicht ist das Projekt auch gescheitert, vielleicht ist es ihnen nicht gelungen, Fessel und Sender zu synchronisieren, vielleicht waren die Interferenzen zu stark? Die Ungewißheit über Erfolg oder Mißerfolg machte ihn nervös, es dauerte viele Stunden, bis er in dieser Nacht in einen unruhigen Schlaf gefallen war.

Und dann waren sie wieder da, die wilden Träume, die schaurigen Lieder, nicht nur jenes vom Morgenrot, sondern ein viel bekannteres, das vom >Brunnen vor dem Tore<, mit seinem tragischen Schlußvers:
>und immer hör’ ich’s rauschen: Du fändest Ruhe dort!<.

Verarbeitet man im Traum nur bereits Erlebtes? Oder können Träume auch die Vorsehung erkennen lassen?

Ahnte Gangolf im Traum, daß die Ruhe im Brunnen für ihn und für Magda eine unendlich bittere tragische Wirklichkeit werden würde?














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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:19.11.21 18:00 IP: gespeichert Moderator melden


28

Als Joe sein „Jetzt“ ausgesprochen hatte, aktivierte Kalle den von ihm konstruierten und angefertigten kleinen Sender, welcher das Funksignal der elektronischen Fußfessel simulierte. Nachdem beide nochmals für einige Sekunden alle ausgesendeten Signale kontrolliert hatten, umarmten sie sich und gaben sich einen lang anhaltenden Kuß. Nach der Umarmung öffneten sie sich den Hosenladen und massierten sich gegenseitig die Penisse. Schließlich gaben sie zum besten:
- „Jetzt wär’ was zu Trinken recht, aber warten wir noch so lange, bis der Scheiß-Akku in dem Ding leer ist und unser Sender allein zum Himmel funkt.“
Mit großen Augen blickte Martina sie an und dachte sich dabei: ‚Aha, so tickt ihr also.’
Ihr kam ein teuflischer Gedanke: ‚Man muß das Eisen schmieden, solange es glüht’.
Hurtig holte sie ihr I-pad hervor und rief Bettina unter deren geheimen Privatnummer an:
- „Hallo Süße, es ist vollbracht!“ ... „Möchtest Du nicht herkommen, ach komm’ doch bitte, wir müssen hier noch warten, bis ihr Akku leer ist“ ... „Ja, und bring’ einen Sekt mit, oder wollt ihr lieber Bier?“, fragte sie mit erhobener Stimme die beiden Männer, das Handy etwas von ihrem Gesicht weghaltend.
- „Beides“, war die einfache Antwort.
- „Hast du gehört, die beiden mögen beides, also sei so gut, bitte.“
- „Versorgung kommt“, bemerkte sie knapp an die Adresse der beiden und beendete das Gespräch. Dann fragte sie schelmisch:
- „Wann wart ihr zum letzten Mal bei einer Frau? Wollt ihr nicht zwischendurch einmal eine andere Massage haben als immer nur so oral, habt ihr Gummis dabei?“

Erstaunt blickten die Kerle auf Martina, die sich mittlerweile erhoben hatte und sich in ihrer beachtlichen Größe aufgebaut hat. Martina ließ ihnen keine Bedenkzeit, sie wählte sofort wieder Bettinas Nummer:
- „Und schnall’ dir deine Towers unter, die Kerls sind groß, ich hab’ eine Überraschung für uns, einmal was anderes als das Silikon“.
Es gab vor Jahrzehnten Buffalo-Schuhe mit der durchaus zutreffenden Bezeichnung >Towers<, sie besaßen eine bis zu 30 Zentimeter dicke Plateausohle. Bettinas Stiefeletten hatten zwar >nur< 15 Zentimeter hohe Absätze mit fünf Zentimeter Sohle im vorderen Bereich, sie waren von dem amerikanischen Hersteller Pleaser, doch sie nannten diese gewaltigen Treter weiterhin Towers in Erinnerung an die Buffis mit der dicken Sohle, die sie als Teenager damals haben mußten.
- „Räumen wir erst `mal die Sachen weg“, schlug Kalle vor, „nicht daß dann die Bullen kommen und sich wundern, was wir da alles aufgebaut haben!“
- „Warum sollen die kommen“, entgegnete Joe, „aber ja, machen wir das, dann ist das schon `mal erledigt, bis der Saft kommt“.
- „Hey, bist du heut’ wieder doppeldeutig mit deiner Wortwahl“, prustete Kalle und auch Martina stimmte in den Scherz mit ein. Überhaupt stieg die Laune der drei immer weiter an, während Magda weiter unbeweglich auf dem Boden lag. War es die überwundene Anspannung, das Projekt heute vollendet zu haben, war es die Aussicht, nach sehr langer Zeit wieder einmal echten Sex zu haben, Martina entwand sich ihrer sadistisch-dominanten Ader, die Männer legten ihr männlich-überlegenes Gehabe ab.

Endlich klingelte es und Martina lief hinunter, um Bettina die Haustüre zu öffnen. Sie umarmten sich ausgiebig und küßten sich, bevor sie die Stufen hinaufstiegen. Entgegen ihrer dominanten Gewohnheit nahm Martina Bettinas voll bepackte Umhängetasche und stürmte damit in die Stube. Bettina reichte Joe und Kalle ihr zartes Händchen, das in den Pranken der beiden förmlich verschwand. Die Männer mußten acht geben, nicht zu fest zuzudrücken, denn das Spiel hatte noch nicht begonnen.
Hurtig verstauten sie den Sekt in den Kühlschrank, während das vorgekühlte Bier die kurze Autofahrt einigermaßen gut überstanden hatte. Alle vier gönnten sich einen tiefen Schluck, bis Bettina zur Sache kam:
- „Also es ist euch geglückt, Magdas Ding an ihrem Bein auszutricksen?“
- „Das wollen wir doch hoffen“, meine Joe und Kalle setze nach: „Wenn nicht, dann werden uns die Bullen das schon sagen“.
Martina prustete los und verschluckte sich prompt. Als sich ihr Würgereiz beruhigt hatte und es still in der Runde wurde, fragte Martina:
- „Warum habt ihr die Liebe gar so fest auf dem Boden verzurrt, also ich weiß ja, daß sie so was liebt, aber das scheint mir schon ein wenig zu fest zu sein.“
- „Sie muß unbedingt völlig bewegungslos liegen, damit es keine Interferenzen gibt zwischen unserem Sender und ihrem Ding.“

Bettina ließ sich ihre Unwissenheit nicht anmerken, meinte aber: „Na, wenn jetzt doch alles vorbei ist, dann soll sie doch jetzt aufstehen und mit uns anstoßen“.
- „Warten wir noch, bis ihr Akku alle ist, dann ist ihr Ding erst sicher außer Betrieb.“
Joe wußte natürlich, daß seine Sorge wegen der Interferenz übertrieben war; sicherlich war zum Zeitpunkt der Synchronisierung ein ruhiges Referenzsignal wichtig, aber gleich darnach war jedwede Bewegung ohne Einfluß. Doch er genoß es, das >Objekt<, wie er im Geiste Magda betitelte, in dieser absoluten Bewegungslosigkeit zu wissen.

Martina konnte es nicht mehr länger erwarten. Sie forderte Bettina auf:
- „Jetzt zieh’ schon deine Towers an, dann bist du wenigstens einmal größer als ich und kommst einigermaßen auf Augenhöhe mit den Kerls! Die sollen sich doch nicht bücken müssen wegen dir.“
Auf Bettinas heller Gesichtshaut zeichneten sich die rot anlaufenden Wangen ab. Sie wollte jedoch keine Debatten anzetteln und holte gehorsam ihre Delight-1020 aus dem Sack. Martina begann zwischenzeitlich, sich zu entkleiden. Glücklicherweise hatte sie an der Innenseite ihrer Zehn-Loch-Boots einen Reißverschluß, so daß sie nicht umständlich die Bändel aus den Ösen ziehen mußte. Eine solche Geduldsübung, und dauerte sie auch nur wenige Sekunden, liefe ihrer Ungeduld schwer zuwider; auch darin spiegelte sich ihre Dominanz.

Die Männer kamen nicht aus dem Staunen heraus, als sie Martinas Keuschheitsgürtel auf deren entblößten Körper wahrnahmen.
- „Komm’ schon, meine Süße, die haben sicher schon mehr Frauen gesehen“, feuerte Martina Bettina an, wobei jene sich nicht sicher war, ob das stimmte. Bettina hingegen hat noch nicht so richtig begriffen, daß die beiden Herren ebenso homosexuelle Neigung zueinander hatten, wie sie es zu Martina verspürte.
Als dann beide Damen völlig nackt vor ihnen standen bis auf die matt schimmernden, aus Edelstahl gefertigten Keuschheitsgürtel, entfleuchte Kalle ein anerkennender Pfiff. Während sich die Mädels bückten, um ihre Stiefel anzuziehen, Bettina ihre 15-Zentimeter-Pleasers, Martina ihre Dr.Mertens-Kampfstiefel, rieben sich die Männer ihre Penisse. Martina lächelte in sich hinein bei dem Gedanken, daß es ihr als Frau gelungen war, Schwule zum Staunen zu bringen.

Während Martina nochmals in die Hocke gehen mußte, um das golden glänzende Schlüsselein aus ihrer am Boden liegenden Jeans herauszuangeln, hatte Bettina ihres bereits in weiser Voraussicht beim Ablegen der Hose herausgeholt, so daß sie sich jetzt, nachdem sie ihre >Towers< an den Füßen hatte, nicht nochmals wackelig bücken mußte.
Martina und Bettina öffneten sich gegenseitig ihre Gürtel; da diese die Unterleiber stramm unter Verschluß hielten, zeichneten sich gut sichtbar auf der Haut die Druckstellen ab, der silbrig glänzende Stahl wich den rötlich-blassen Schwellungen. Ungeniert faßte Martina ihrer Freundin an den Venushügel, strich sanft mit der einen Hand durch den Schritt, während ihre andere Hand über die Pobacken glitt.

Für Bettina war es sehr ungewohnt, dank ihrer enorm hohen Absätze heute einmal eine Handbreit größer als Martina da zu stehen, das war ein Zustand, den diese ihr nur selten gönnte, denn Martina wollte nicht nur im übertragenen Sinne auf sie herabschauen. Freilich wußten beide, daß es rein vom Intellekt betrachtet genau umgekehrt bleiben würde, ganz gleich, welche dominanten Allüren sich Martina einfallen ließe.
Schließlich forderte Martina die Männer auf:
„Nun macht schon, in der untersten Schublade da in der Kommode liegen Schnüre und bindet uns damit zusammen, sonst hört unser Gegrapsche nie auf!“
Sie hätte darauf nicht hinweisen müssen, denn beide waren dabei, als sie Magda gefesselt hatte. Es lagen nicht mehr viele Seile in dem Kasten, denn die meisten wurden schon für Magdas Hogtie verwendet. Während Joe die letzten zwei Seile unter den anderen Geheim-Utensilien hervorzog, packte Kalle Martina an ihrem rechten, Bettina an ihrem linken Handgelenk und zog sie weg von den weiblichen Genitalien. Er faßte sie seitlich an den Hüften der Mädels zusammen, so daß die Handflächen aufeinander zu liegen kamen.

Höhnisch grinste Kalle seine Opfer an und setzte noch eines darauf, als er mit seiner schier endlosen Kraft in den Fingern die rechte Hand kurz öffnete, mit welcher er Martinas Handgelenk umklammert hielt, schob Bettinas Handgelenk hinzu und umgriff jetzt die Gelenke beider Frauen gleichzeitig mit seiner Pranke. Gelassen zog er seine nun nicht mehr erforderliche linke Hand zurück und fing eines der beiden Seile auf, die Joe ihm zuwarf.

Beide Mädels stießen einen kurzen Schmerzenslaut aus, als Kalle ihre Handgelenke mit seiner Rechten fest aneinandergepreßt umklammert hielt, seine Linke formte er zur Faust, die er Bettina zwischen die Brüste setze und sie damit zurückdrängte, so daß sie schließlich mit ihrem Rücken an jenen von Martina zu stehen kam. Joe kam herzu und legte eine Bondage-Schlinge oberhalb Kalles Umklammerung; geschickt fesselte er die zarten Händchen aneinander, ohne daß das Seil in die Haut einschnitt. Die Fesselung wurde an der anderen Seite mit den noch freien Händen wiederholt.
Rücken an Rücken standen sie nun aneinander, Bettinas Po kam dank ihrer hohen Absatzschuhe in die Ausbuchung an Martinas Rücken oberhalb des Steißbeins zu liegen, während Martinas Hinterkopf sich in Bettinas Nacken schmiegen konnte. Joe führte die von den Händen herunterhängenden Seilenden vorne an den Leibern der Gefesselten herum und verknotete sie. Dann zog er sich den Hosengürtel heraus und zurrte ihn um die Hälse der beiden, so daß sie gezwungen waren, Rücken an Rücken aufrecht zu stehen.

Joe und Kalle betrachteten genüßlich ihr Werk, als die beiden Gefesselten jedoch damit begannen, mit den Füßen hin- und herzutippeln, griff Joe kurzentschlossen an die Bändel von Martinas Stiefel, zog sie aus den oberen fünf Löcherpaaren heraus, führte sie an Bettinas Stiefeletten durch den Zwischenraum zwischen Absatz und Vordersohle hindurch und verknotete damit diese mit jenen.
Kurz überlegte sich Joe, ob es nicht einfacher gewesen wäre, die Bändel aus dem oberen Teil der Schnürung von Bettinas Stiefeletten zu ziehen, doch hatte er Sorge, daß deren schmales Füßchen dann möglicherweise wegen des dann lose herunterhängenden Schaftes sich aus den Delights herausziehen hätten können.

Als nun die Mädels ziemlich unbeweglich splitternackt da standen, geilten sich alle vier bei diesem seltenen Anblick auf. Freilich konnten die Gefesselten sich nicht gegenseitig sehen, allenfalls ihre Köpfe, soweit die sie zusammenhaltenden Halsstricke es zuließen, etwas zur Seite drehen und nach vorne beugen.
Die Vorstellung, daß die weiblichen Lippen an die behaarten Männerbrüste zu liegen kämen, mißfiel Kalle; er kramte aus dem Schub zwei große Tücher hervor, erzeugte Dreiecke mit ihnen, indem er die Ecken übereinander legte, spannte sie zuerst der einen Frau über das Gesicht und verknotete sie am Hinterkopf. Dann vollführte er die gleiche Handlung am Kopf der anderen Frau, hier schob er jedoch den Zipfel unter dem zuvor gelegten Knoten hindurch, so daß jetzt beide Häupter mit den Tüchern verbunden waren.

Joe nickte anerkennend, daß jetzt Augen, Nasen und Münder des schwachen Geschlechts verhüllt waren. Sicherheitshalber zog Kalle als zusätzliche Maßnahme nun auch seinen Hosengürtel heraus und schlang ihn unterhalb der sich unter den Tüchern abzeichnenden Nasen um die beiden Köpfe. Als jedoch die beiden Gutbetuchten anfingen, mit ihren Lippen herumzumachen, rutschte der Riemen nach unten und kam auf den Schultern zu liegen.
- „Na wartet“, schimpfte Kalle, öffnete die Gürtelschnalle, ertastete die Münder der Delinquentinnen unter dem Stoff, drückte mit Daumen und Zeigefinger seitlich neben den ertasten Lippen fest zwischen obere und untere Zahnreihe, und schon öffnete sich der Mund mit einem leichten >Ah<-Ruf. Gnadenlos zurrte er den Riemen über die gespreizten Münder, die Tuchzipfel rutschten auf diese Weise etwas nach oben in die Mundhöhlen, sie bedeckten nun gerade noch so die Kinne.
Alles in allem war es ein köstlicher Anblick: die kunstvoll drapierten Kopftücher, die aneinander gefesselten Hände, die zusammengebundenen Stiefel, die ultimative Lusthandlung konnte beginnen.

Während Joe als der kleinere von ihnen vor die absatzlose Martina trat, wandte sich Kalle ihnen gegenüber und baute sich vor der 15 Zentimeter erhöht stehenden Bettina auf; dennoch konnte er noch mühelos über sie hinwegblicken. Nachdem die Männer ihre Gummis übergeschoben hatten, führten sie ihre allerheiligsten Körperteile in die göttlichen Höhlen, ein für sie vollkommen ungewohnter Vorgang, sie konnten sich nicht mehr erinnern, wann sie das zuletzt getan hatten. Sie gingen dabei sehr vorsichtig vor, denn sie wußten, daß ihre Geräte bereits zu dicken Zapfen angeschwollen waren und sie erinnerten sich auch noch daran, daß das erstmalige Einführen immer schmerzhaft für das Gegenüber war. Sie lauschten auf das leise Aufstöhnen aus den geknebelten Mündern, es erregte sie gleich noch mehr, vorsichtig ging es weiter vor und zurück, sie umrundeten mit ihren langen Armen die zwischen ihnen eingeschlossenen weiblichen Oberkörper, ergriffen sie an den Schulterblättern und am Nacken und bewegten sie in sanften Wogen im Gegentakt zum Rhythmus ihrer Lustzapfen.

Ihre Lustzapfen drückten sich zur gleichen Zeit auch Gangolf und sein Bettnachbar im Krankenzimmer, als sie in Annelie Wühls Talkshow Umweltministerin Graumaus mit weit aufgerissenen Mündern auf dem Fernsehbildschirm anstarrten, als diese sich vor laufender Kamera erhob, ihre bademantelförmige weit herunterreichende Jacke aufknöpfte und Einblick in ihren bis auf das verhüllende Eisen nackten Unterleib gewährte.

















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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:26.11.21 23:23 IP: gespeichert Moderator melden


Soeben erfahre ich von der gefährlichen Virus-Mutation, die in Südafrika wütet und im Begriff steht, sich über die Welt auszubreiten und damit alles Bemühen im Kampf gegen Corona zunichte machen könnte; mit gemischten Gefühlen veröffentliche ich die nächste Episode meiner Fantasiegeschichte, als ich sie schrieb, glaubte ich, das Corona-Virus stünde kurz vor der endgültigen Ausrottung...
M a g n u s .





29

- „Sind Sie jetzt vollkommen verrückt geworden?“, entzürnte sich Prank-Barrenkauer, „wir kennen Sie schon mit ihren Provokationen, aber jetzt haben Sie ja wirklich den Bogen überspannt!“
Graumaus ahnte, daß sie sich heute rechtfertigen müßte, und sie hatte sich gewappnet. Im ruhigen Ton antwortete sie:
- „Mäßigen Sie sich, Frau Kanzlerin, und präzisieren Sie die Anschuldigungen!“
- „Ihr Auftritt bei Annelie Wühl, als Ministerin, als Mitglied der Bundesregierung, geben Sie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine Striptease-Einlage!“, empörte sich Prank weiter.
- „Nicht als Ministerin habe ich gesprochen, ich hab’ gar nichts gesprochen in dem Augenblick, es war vielmehr ihr christlicher Parteigenosse Scham, ausgerechnet er als Gesundheitsminister fragte mich ganz unverschämt, welche Antwort ich als Privatperson, also ganz und gar nicht als Ministerin, auf die Frage des HIV-Virus’ hätte, dabei ist es doch sein Ressort und es zeigt mir wieder seine Unfähigkeit, denn er blieb sämtliche Antworten schuldig, die im Lauf der Sendung gestellt wurden.“
- „Und welche Antwort haben Sie gegeben?“
- „Ja haben Sie die Sendung nicht gesehen?“
- „Nein, mir wurde nur davon berichtet.“
- „Aha, Sie haben mich also gar nicht gesehen; mich natürlich auch nicht gehört, denn ich hab’ darauf gar nichts gesagt“.
- „Sie beantworteten gar nicht Schams Frage?“
- „Doch, so:“ Die Umweltministerin erhob sich, öffnete ihre lange Jacke und ließ ihre Nacktheit darunter sichtbar werden, ohne ein Wort zu sagen.

Prang starrte verdutzt auf die nackte Schönheit. Graumaus ließ sie einige Sekunden in der stillen Anbetung verharren und meinte dann:
- „Und, sehen Sie meinen Mons veneris, meine Schamlippen, meine Schamhaare, sonst irgend etwas Verschämtes?“
Ihr Keuschheitsgürtel mit dem breiten Schrittband verdeckte perfekt ihren rasierten Venushügel, läßt diesen indes aufgrund der anatomisch-individuellen Formung des Schrittbandes eindeutig erahnen. Als Prank immer noch sprachlos auf ihren Unterleib glotzte, fuhr die Umweltministerin fort:
- „Das ist meine Antwort auf das HIV-Virus, sollte jede Frau so einen haben, wenn sie allein wohin geht, dann wär’ auch gleich die Kriminalstatistik besser.“
Nach einer kurzen Atempause fuhr sie fort: „Wissen Sie noch, was Bundespräsident Herzlos sagte: >Durch Deutschland muß ein Ruck gehen<“.

Nun fand Prank wieder ihre Fassung und entgegnete: „In welchem Zusammenhang hat er das geäußert?“
‚Was, du warst doch damals dabei, nicht ich, ich war noch kaum auf der Welt’, empörte sich Graumaus im Gedanken, doch sie ließ sich nichts anmerken und erläuterte ruhig:
- „Es ging um die Probleme nach der Wiedervereinigung, die Wirtschaft vor allem im Osten lag total danieder, die sozialen Probleme wuchsen, Staatsverschuldung und so weiter, man hätte die Rede eher von einem Sozialisten erwartet als von einem Präsidenten ihrer christlichen Partei. Er sagte:
>Wir müssen Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzständen. Alle sind angesprochen, alle müssen Opfer bringen, alle müssen mitmachen.<
Und das Thema ist heute so aktuell wie damals vor 33 Jahren: Alle sind angesprochen, keiner kann den Viren entfliehen, jede ist `mal mit einem Fremden im Bett“.
Prang bewunderte Graumausens breites Spektrum an Allgemeinwissen und an politischen Details, sie bedauerte schon oft, daß diese in der falschen Partei stand. Sie bewunderte auch die Unverblümtheit, wie sie die Dinge zur Sprache brachte, >jede ist `mal mit einem Fremden im Bett<, Moral hin oder her, es ist wohl die nackte Wahrheit.

Die Stirnfalten in die Höhe ziehend nickte Prank mehrmals, atmete tief ein und sagte:
- „Du hast ja recht, vor zwanzig Jahren hatte ich auch einen, aber jetzt bin ich viel zu dick geworden für so was. An den fetten Bäuchen sieht der Gürtel gar nicht erotisch aus, meine ich jedenfalls, aber für junge Frauen wie dich, noch dazu mit der Idealfigur, find’ ich toll und richtig, aber bei uns älteren, wir laufen ohnehin kaum Gefahr, wer will uns noch haben.“

Nun war es Graumaus, die verwundert aufschaute und sich dabei die Jacke zuknöpfte.
‚Anscheinend hab’ ich sie überzeugt’, dachte sie sich, ‚Beispiele sagen viel mehr als Hundert Worte’.
Dann kam ihr der ominöse Condoma-Virus in den Sinn; sie wechselte jetzt auch zum Du:
- „Sag’ mal, weil wir schon bei der Virusabwehr sind, was hört man denn von dem Condoma-Virus, ist der jetzt doch verschwunden von selbst oder wie?“
- „Im Gegenteil, eine schlimme Sache, aber bitte sag’ das jetzt nicht weiter, das möchte ich solange vertraulich behandeln, bis wir es im Kabinett besprechen, kannst du mir das versprechen?“

Prank sah Graumaus tief in die Augen, diese hielt ihrem Blick stand, so daß die Kanzlerin mit einer tiefen Stimme anhob:
- „Wir stehen kurz davor, überall in Europa schwere und strenge Maßnahmen gegen den Virus einzuführen, gerade in den südlichen Ländern ist er schon weit verbreitet, aber ich wundere mich selbst, wie es die Italiener und Spanier schaffen, den Virus immernoch so geheim zu halten. Schießmann hat jedenfalls an die Hundert Millionen Gasmasken bereits gestapelt, in den Kasernen überall verteilt, dort fallen die nicht als ungewöhnlich auf, so daß wir sie jederzeit einfach herausholen können, ohne daß wir jetzt schon die Menschen in Aufregung versetzen.“
- „Und den Leuten dann allen eine verpassen?“
- „Ja genau, die einen kriegen die mit den grünen Filter, die Einatem-Filter, um sich zu schützen vor der Atemluft; die anderen kriegen die roten, die Ausatem-Filter, um die Außenluft zu schützen vor ihrem infizierten Atem.“

Nach einer kurzen Gedankenpause meinte Graumaus:
- „Da wären wir wieder bei der Rede vom Herzlos: >alle müssen Opfer bringen, alle müssen mitmachen< Für den Corona-Virus trifft das noch viel mehr zu, keiner kann sich entziehen, man kriegt ihn nicht im Bett, sondern einfach draußen an der frischen Luft. Und die Opfer, die wir bringen müssen, wären dann die Gasmasken, mit denen wir dann herumlaufen müßten, und daß sie wirksam werden, das Filtern der Luft, da müssen dann alle mitmachen.“
- „Ja, so sehe ich das auch. Es wird wohl sauschwer, das der Bevölkerung zu vermitteln“.
- „Ah, das glaub’ ich nicht“, meinte Graumaus, „wir haben ja schon vor zehn Jahren gesehen, mit den Leuten kann man fast alles machen, die machen alles mit, was man ihnen befielt. Weißt du noch, wie die alle brav mit ihren nichtsnutzigen Stoffhadern vor dem Gesicht herumliefen, weil man ihnen weismachte, das würde helfen, das Corona-Virus vor der Verbreitung zu verhindern?“
- „Du meinst also, die Bevölkerung würde es akzeptieren, jetzt mit den schweren Gasmasken herumzulaufen?“, fragte die Kanzlerin nach, „hattest du schon `mal eine auf, weißt du, wie schwer die sind, wie man dann wirklich nach Atem ringen muß, wenn man nur eine einfache Treppe steigen will?“
- „Äh, nein, hatte ich noch nicht, aber du vielleicht, in der Zeit als Verteidigungsfrau“.
- „Ja, mehrmals probierte ich so ein Teil, als ich die ABC-Schutz-Abteilungen der Bundeswehr besuchte, war echt ein irres Gefühl und vor allem zu sehen, wie die da alle damit herumliefen, sogar Auto fuhren. Wart’ mal!“

Noch während sie die letzten Worte aussprach, erhob sich Prank, ging zu einem kleinen Schrank, öffnete ihn und zog die unterste Schublade heraus. Sie kramte ein bißchen herum und zog eine olivgrünen Gummitasche hervor, öffnete sie und legte sie geöffnet auf dem Schreibtisch ab.
Mit leuchtenden Augen griff Prank in die Tasche und zog eine Gasmaske heraus, griff diese am Filter und ging damit zu der Ministerin Graumaus.
- „Willst du die `mal probieren?“, fragte Prank.
Verdutzt blickte Graumaus sie an und stotterte leicht: „Äh, ja klar, wie geht das?“

Prank hielt die Maske mit der rechten Hand über deren Kopf, zog mit der linken Hand die rückseitigen Gummibänder in Richtung ihres Nackens und hielt diese fest, spannte die Gummibänder, indem sie mit der rechten Hand das Filter nach vorne und nach unten zog über die Nase bis über das Kinn hinunter. Als sie schließlich die Hände wegnahm, hing die Maske schlaff über Graumausens Kopf. Prank griff zu den vier einstellbaren Gummibändern oberhalb und unterhalb der Ohren, zog an ihnen nach vorn, bis sie meinte, der Gummizug wäre ausreichend.

Tatsächlich vernahmen jetzt beide Politikerinnen das charakteristische Ausblasgeräusch aus dem Ventil der Maske. Graumaus spürte, wie ihr Puls deutlich anstieg, und nicht nur dieser: Der Geruch des Gummis, der in nächster Nähe vor ihrer Nase aufstieg, stimulierte sie unermeßlich, Prank sah es ihr deutlich an, als sie durch die Maskenscheiben die weit geöffneten Augen der Bemaskten beobachtete.
- „Einfach geil“, murmelte Graumaus in das Gummi, sie dachte nicht, daß ihr Gemurmel hörbar wäre, doch Prank vernahm es durchaus, wenn auch sehr dumpf in für Frauenstimmen unnatürlich-tiefer Tonlage.
Schließlich griff Graumaus mit beiden Händen an das Filter und versuchte, die Maske von ihrem Kopf abzuziehen. Es gelang ihr nicht recht, so daß ihr Prank riet:
- „Einfach das Filter kräftig nach vorne ziehen und dann nach oben weg ziehen.“

Graumaus überreichte ihr die Maske, Prank nahm sie entgegen und lockerte die längenverstellbaren Gummibänder.
- „Die Soldaten lassen die fest eingestellt“, erläuterte sie, „aber ich lockere sie lieber und ziehe sie dann fest, wenn ich die Maske auf ab. Vor allem bei deinen langen Haaren ist das angenehmer und einfacher, meine ich.“
Als sie das edle Teil in die Gummitasche verstaut hatte, blickte sie in die leuchtenden Augen ihres Gegenübers; Graumaus stand unter den Nachwirkungen des Erlebten, die Faszination konnte nicht verborgen bleiben. Prank sah es ihr an und fragte:
- „Möchtest du sie haben, ich hab’ zuhaus’ noch einige“. Ohne ihre Antwort abzuwarten, drückte sie ihr die Gummitasche mit der Gasmaske in die Hand und meinte mit einem verschmitzten Lächeln:
- „Und viel Vergnügen damit, schaut sicher gut aus zusammen mit deinem Gürtel, rundherum von den Viren geschützt!“





















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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:27.11.21 21:55 IP: gespeichert Moderator melden


Magnus, zunächst einmal vielen Dank für Deine spannende und verschlungene Geschichte. Ich meine, Deine Geschichte ist erst recht realistischer denn je.


Ohne Anspruch auf inhaltliche Richtigkeit - und auch die sogleich zitierte "Entdeckerin" der Variante macht sich Sorgen, aber:

Omicron Variant "presents mild disease with symptoms being sore muscles and tiredness for a day or two not feeling well. [...] as medical practitioners, we do not know why so much hype is being driven"
Angelique Coetzee, chairwoman of SAMA
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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:03.12.21 20:17 IP: gespeichert Moderator melden


Dein Kommentarr, Modex, bestärkt mich in zweierlei Hinsicht: Im realen Leben, daß >Omicron Variant "presents mild disease..."<, und in der Phantasiewelt des Romans, >spannende und verschlungene Geschichte<; das beflügelt mich, eine weitere Episode zu veröffentlichen!


30

Hauptwachtmeister Brause plagte das schlechte Gewissen. Vor zwei Jahren war er geradezu besessen von seiner Überzeugung, daß Gangolf es gewesen sein mußte, der mit seinem blauen Sportmotorrad die Bankräuber verfolgt hatte, und als diese mit ihrem Motorrad aus der Kurve in den Wald flogen, ihnen das erbeutete Geld abgenommen hatte, um es nun seinerseits zu rauben.
Die Zeugin in dem Bäckerladen war selbst begeisterte Motorradfahrerin, sie konnte genau das Modell beschreiben, eine blaue Yamaha R1. Der Fahrer trug eine gleichfarbige Lederkombi des Fabrikats IXS, einen blau-weißen Helm des Fabrikats AGV. Sogar die Handschuhe waren aus schwarz-blau-weiß-gegerbtem Leder. Brause konnte der Zeugin nicht verübeln, daß sie nicht hinauslief, um sich das Kennzeichen zu merken, als der Fahrer den Laden verlassen hatte und die Verfolgung der Bankräuber aufnahm.

Andere Zeugen, die auf der Straße vor der Bäckerei standen und ebenfalls das davor abgestellte blaue Motorrad sahen, bestätigten die Angaben der Verkäuferin, ohne jedoch Detailangaben liefern zu können. Diese anderen Zeugen beobachteten vorrangig das Geschehen auf der anderen Straßenseite, wo einer der Bankräuber auf einem dunkelfarbigen Motorrad gewartet hatte, bis sein Ganoven-Kumpan aus der Sparkassenfiliale mit der großen Umhängetasche herausgestürmt und sich auf den Soziussitz geschwungen hatte.

Als Brause dann zusammen mit Kollegen der Kriminalabteilung aus Kaiserswuselhausen alle Besitzer von blauen Motorrädern in der ganzen Region besuchte, kam für ihn nur Gangolf in Frage; die Beschreibung der Zeugin traf auf seine Kleidungsstücke hundertprozentig zu.
Es folgten tagelange Hausdurchsuchungen, Gangolfs Haus und Hof wurde bis in die kleinsten Ecken durchsucht; Möbel verschoben, Bilder von der Wand genommen, Fußböden nach geheimen Versteckmöglichkeiten abgeklopft, ebenso Dachpfetten und –sparren. Die gesamte Hof- und Gartenfläche wurde umgegraben, die große Hecke rund um das Gelände zerzaust, keine Spur von der Beute.
Was Brause bis zum jetzigen Tag umtrieb war die Tatsache, wie geduldig Gangolf die Durchsuchungen geschehen hatte lassen, ohne Empörung, sondern im Gegenteil mit verdächtig viel Verständnis; den Beamten wurde gar Kaffee und Gebäck angeboten.

Und nun stürzte dieser Gangolf Stumpf von dem Hausdach seiner Tochter und lag mit gebrochenem Bein im Krankenhaus. Als Brause ihn dort besuchte, brachte er das Thema zur Sprache:
- „Ich wollte mich bei Ihnen entschuldigen, Herr Stumpf“, doch Gangolf winkte ab und unterbrach ihn:
- „Keine Ursache, da können Sie doch nichts dafür, daß ich so blöd war und abgestürzt bin, im Gegenteil, Sie haben mich ja noch gewarnt vor dem Regen.“
- „Ja das meinte ich auch gar nicht, das war freilich ein sehr bedauerlicher Unglücksfall, Sie sollten sich bei solchen Aktionen lieber anseilen. Aber was ich sagen wollte war wegen dem vor zwei Jahren, als ich Ihnen alles auf den Kopf gestellt hatte. Das war völlig überzogen, doch ich war so überzeugt, das Geld bei Ihnen zu finden.“
- „Ach so, ja, das war schon kraß, aber längst vergessen, das Gras wächst jetzt viel besser, nachdem die Erde richtig umgegraben wurde und der Hausputz hat sich auch gelohnt.“

So sehr sich Gangolf bemühte, dabei entspannt-heiter zu wirken, kamen seine Worte nicht ganz locker-natürlich herüber; Brause verspürte in seinem Innersten weiterhin eine unerklärliche Unstimmigkeit in diesem seltsamen Kriminalfall. Da er nicht sofort etwas dazu sagte, fuhr Gangolf mit einer Frage fort:
- „Hat man eigentlich die Täter gefaßt, also den Verfolger, der denen angeblich das geraubte Geld entrissen hat?“
Es gelang ihm, bei der Frage nicht zu erröten, Brause antwortete:
- „Nein, es wurde nie gefunden und auch der Verfolger mit dem Motorrad nicht identifiziert, vielleicht kam er aus Berlin oder aus Polen oder weiß Gott, woher. Wir können ja nicht die halbe Welt nach blauen Motorrädern absuchen. Das Verfahren wurde eingestellt.“

- „Wo wollen Sie eigentlich hin, wenn Sie hier wieder halbwegs hergestellt sind und entlassen werden?“, erkundigte sich Brause.
- „Ja, das ist eine gute Frage, Herr Brause, sehr aufmerksam von Ihnen, ich hab’ mir darüber auch schon Gedanken gemacht. Wissen Sie, ich bin zum ersten Mal in einem Krankenhaus, zumindest als Erwachsener, und das kam alles so plötzlich, daß ich jetzt irgendwie hilflos bin.“
- „Das kann ich mir vorstellen“, entgegnete Brause und dachte einen Moment lang an seine Tochter, die in ihrem Häuschen durchaus noch ein Zimmer für ihn freiräumen könnte. Vielleicht kämen sie sich auf diese Weise näher, es würde ihn freuen, denn nach der Scheidung fehlt doch irgendwie ein Mann im Haushalt, vor allem, der so praktisch begabt war wie Stumpf.

- „Ich dachte schon an Magda, also an Marlies Armdran, die ist doch so allein“, sprach Gangolf seine Gedanken aus.
- „Hm, ach ja, Sie haben recht, und gut kochen kann sie auch, bei ihr wären Sie gut versorgt“, antwortete Brause.
- „Würden Sie mir bitte ihre Nummer geben, ich hab’ sie nämlich immer noch nicht eingespeichert, weil ich bisher immer nur mit ihrer Freundin bei ihr oben war. Aber so eine Frage würde ich doch lieber direkt mit ihr besprechen, ohne Beisein der Martina.“

Brause zog sein Smartphone heraus, tippte langwierig auf dem Display herum, bis er endlich die gespeicherten Kontaktdaten fand. Er las vor:
- „Null drei fünf vier ...“
- „Langsam, Moment bitte, ich muß mir das aufschreiben“, unterbrach Gangolf und nahm sein Smartphone vom Tischlein an seinem Bett. Hurtig öffnete er das Eingabefeld für einen neuen Eintrag, und Brause wiederholte die Rufnummer.
Gangolf bedankte sich; die Gelegenheit am Schopfe ergreifend faßte er Mut, Brause nach den Hintergründen von Magdas Verbrechen zu fragen.
- „Hm“, räusperte sich Brause, „aber zuvor möchte ich was von Ihnen dazu wissen.“
- „Ja bitte“, forderte Gangolf ihn auf, „wenn ich da was sagen kann.“
- „Was stand da neulich neben ihrem Bett, von der Bettdecke zugedeckt, unten sahen die Kabel heraus, da war doch was, was da nicht hingehörte.“

‚Verdammt’, durchzuckte es Gangolf, ‚der bemerkt doch alles, leugnen hat jetzt wohl keinen Sinn’.
Gangolf beschloß, nicht herumzulügen: „Ja, das waren Meßgeräte für Frequenzen, ehrlich gesagt, wollte ich wissen, welche Signale so eine elektronische Fessel ausstrahlt, das hat mich sehr interessiert, so etwas bin ich ja noch nie begegnet.“
- „Aha, und dann haben Sie die Geräte schnell unter der Decke versteckt, als ich die Treppe heraufkam.“
- „Ja genau, ich wollte nicht, daß Sie, oder wer auch immer da hereinkommen würde, sieht, was ich da so mache; es war natürlich blöd von mir, denn Sie kommen ja doch dahinter und es ist ja auch kein Geheimnis eigentlich.“
- „Wenn ich mich recht erinnere, sind Sie Amateurfunker, zumindest haben Sie allerhand Elektronik in ihrem Keller da rumstehen.“
- „Ja, so ist es. Und drum hab’ ich mir von dem Hans, unseren Gerätewart, die ausgeliehen, um Messungen zu machen.“

Brause ließ das Gehörte etwas sacken und meinte dann: „Hans, kenn’ ich den?“
Es war ihm klar, daß das eine rein rhetorische Frage war, wie sollte er einen Hans kennen, der in einem Amateurfunkverein Gerätewart war. Doch die Welt ist klein, wie sich schnell herausstellen sollte:
- „Hans Altmann“, gab Gangolf zur Antwort, „wohnt, glaub’ ich, hier irgendwo hinten an der Schlee“.
Erstaunt hob Brause seinen Kopf, blickte kurz zur Decke und sagte dann: „Ist das der alte Altmann, der früher mit dem Fahrrad herumfuhr mit der Werkzeugkiste hintenauf und die alten DDR-Fernseher reparierte, Luxomat hießen die Dinger, der war gut drauf, ja, ich glaub’, das war der Fernseh-Hans, so nannten ihn meine Eltern“.
- „Das kann gut sein, ich schätze ihn an die siebzig, ist der totale Bastler für alte Schaltungen, ein toller Kollege, von ihm kann man alles haben, nur die Meßgeräte wollte er erst einmal nicht herausrücken, bis der Vorstand ihm es erlaubte.“
- „Ja, ja,“, freute sich Brause, „das wird er wohl gewesen sein, der hatte immer so Röhren dabei in seiner Holzkiste, dann so Kondensatoren, oder wie das Zeugs heißt, natürlich seinen dicken Lötkolben, mit selbstgewickelter Heizspule, wie er immer beschwor, und die Kiste aus Holz war sein Heiligtum, hatte diese von seinem Vater übernommen, wissen Sie, damals war Holz Mangelware in der DDR, die machten alles aus Plaste oder Blech.“

Brause war vollkommen überzeugt davon, daß Gangolf die Wahrheit sprach, daß dieser tatsächlich rein aus technischem Interesse handelte und jene Messungen an der elektronischen Fußfessel durchführte. Er hatte das Gespür, wenn jemand die Wahrheit sagte, aber auch, wenn herumgedruckst wurde oder wenn sonst etwas an einer Geschichte nicht ganz stimmig war. Darüber hinaus befand er sich nicht in einem Verhör mit Gangolf, und somit beschoß er, die Angelegenheit nicht weiter zu hinterfragen. Er forderte jetzt Gangolf auf, seine Frage an ihn zu stellen.

- „Ehrlich gesagt, Herr Brause, nachdem ich jetzt die Magda, also die Marlies, seit einiger Zeit jetzt kenne, kann ich mir nicht vorstellen, wie die Frau jemals ein Verbrechen begangen hat. Die kann doch keiner Fliege was zuleide tun, total schüchtern, auch so zart und schwächlich, ich komm’ da nicht zurecht, was ich von dem Ganzen halten soll“
- „Mir geht das genauso, Herr Stumpf“, pflichtete ihm Brause bei, „aber bitte, das muß jetzt ganz unter uns bleiben; ich hab’ zwar meinem Chef auch schon meine Vermutung gesagt, aber ich möcht’ nicht, daß das in der Öffentlichkeit herumerzählt wird.“
Gangolf schwor hoch und heilig, zu schweigen wie ein Grab, auch Magda gegenüber und ihrer Freundin.
- „Meiner Meinung verhält sich das so,“ hub Brause an, „ihre Freundin, die Martina, glaub’ ich, daß sie so heißt, ja, die wurde einmal vergewaltigt. Unter uns gesagt, die jungen Frauen legen es ja oft darauf an, wie sie sich geben, da muß doch ein labiles männliches Gemüt verrückt werden, aber das können sich die Mädels anscheinend nicht vorstellen; ich jedenfalls hab’ meine Tochter immer gewarnt, keine falschen Signale auszusenden, das geht bei der Kleiderwahl los und endet dort, wo man Nachts allein hilflos am Flußufer steht.“

Brause legte eine kurze Besinnungspause ein, ordnete seine Erinnerungen und fuhr fort:
- „Sie brachte die Vergewaltigung zur Anzeige, ließ sich untersuchen und es wurde alles dokumentiert. Kurz darauf rief die Armdran bei der Zentrale an und sagte, ein Mann wäre bei ihr hereingekommen und wollte ihr an die Wäsche. Sie flüchtete sich angeblich in die Küche, konnte eine Blumenvase ergreifen und schlug mit ihr auf den Mann ein, bis dieser tot dalag.“

Es folgte ein betretenes Schweigen. Schließlich ergriff Gangolf das Wort:
- „Also war es eine Art Notwehr von ihr“.
- „Ja, sie wurde wegen Totschlags verurteilt. Und das nur, weil sie sofort gestanden hatte. Was mich nur wundert, ist das, daß keinerlei Untersuchungen in ihrer Wohnung stattfanden. Man fand zwar ein paar Blutflecken auf dem Fußboden, wo er gelegen hat, aber da müßten richtig große Lachen sich gebildet haben, denn er hatte offene Wunden, auch ist sie selber nicht untersucht worden, ob es Kampfspuren gab. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es ihr so leicht gelungen ist, mit der Vase auf ihn einzuschlagen: Entweder hat er sich gewehrt, immerhin war er zwei Kopf größer als sie, dann müßte auch die, ich bleib’ jetzt bei ihrem Namen Magda, also auch die etwas von dem Kampf abgekriegt haben, oder der Angegriffene wäre zurückgewichen und hätte das Haus schleunigst verlassen.“

- „Sie hatte sofort die Tötung gestanden?“, wiederholte Gangolf fragend.
- „Ja, sonst wäre sie wegen Mord d’ran gewesen, denn es kam ja zu keiner Vergewaltigung.“
- „Und so kam es zu keinen genaueren Untersuchungen“, reflektierte Gangolf.
- „So ist es, aber ich bitte Sie, das zarte Mädel konnte doch so einen Hühnen von Mannsbild nicht mit dem Väschen niederstrecken; also meiner Meinung nach hat sie die Tat für jemand anders auf sich genommen, aber bitte, das muß unter uns bleiben, das ist meine rein persönliche Meinung, ich spreche da nicht als Polizist.“
- „Ja, danke für ihre Einschätzung“, entgegnete Gangolf, „das bleibt freilich unter uns“.

Gangolf fühlte sich bedeutend leichter, als er Brauses Einschätzung vernahm; um mit den Worten des alten Priesters zu sprechen: Mit der Befreiung von der Fessel würde Gangolf etwas Gutes tun und nicht im Gegenteil, etwas Gutes unterlassen, was ja Sünde bedeutete.
- „Und noch was“, fuhr Brause fort, „diese Freundin Martina hat den Getöteten sofort eindeutig identifiziert und die forensische Untersuchung ergab tatsächlich, daß es der war, der sie vergewaltigte. Und dann lag er wenige Tage später in Magdas kleiner Wohnung tot auf dem Fußboden. Mehr möchte ich dazu jetzt nicht mehr sagen.“

Es stellte sich für beide die unausgesprochene Frage, für wen Magda die Schuld auf sich genommen hatte, Gangolf verspürte eine vage Ahnung, Brause hatte diesbezüglich wohl Gewißheit.



































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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:06.12.21 00:03 IP: gespeichert Moderator melden


Ob das von Gangolf so klug war, dem Herrn Brause das Vorhandensein der Messgeräte zu offenbaren, wage ich zu bezweifeln.
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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:08.12.21 18:35 IP: gespeichert Moderator melden


Was hätte er tun sollen? Ich glaube, Gangolf ist ein schlechter Lügner, Wachtmeister Brause hätte wahrscheinlich nicht locker gelassen, wenn jener herumgedruckst hätte; warten wir ab, wie es sich entwickelt, übermorgen kommt die Fortsetzung!
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  RE: DER SCHREI AUS DEM BRUNNEN Ein erotischer Kriminalroman zu Zeiten des Condomaviruses Datum:10.12.21 21:38 IP: gespeichert Moderator melden


31

Der Ambulanz-Fahrdienst brachte Gangolf bis an Magdas Haustür. Der Fahrer half ihm aus dem Auto und stellte die Gepäcktasche vor der Tür ab. Als Magda heruntergekommen war und die Tür geöffnet hatte, verabschiedete sich der Fahrer mit einem Wink, wünschte gute Genesung, schwang sich in sein Fahrzeug und brauste davon.
Magda stellte sich vor Gangolf auf die Zehenspitzen und umarmte dessen Kopf.
- „Nicht so stürmisch“, rief Gangolf, „sonst falle ich noch um, ich bin es noch nicht so gewohnt, mit diesen Krücken zu stehen, das Gehen fällt mir leichter damit.“

Gangolf neigte seinen Kopf, Magda gelang es, ihr zartes Mündchen zuerst auf sein Kinn, dann auch auf seine Lippen zu setzen. Nach dem kurzen Begrüßungskuß hielt sie ihm die Tür auf. Vor der ersten Stufe reichte Gangolf ihr seinen rechten Krückstock, damit er sich am Handlauf festhalten konnte. Erstmals erglomm Gangolf eine Stiege, es fiel ihm schwer, er mußte tief atmen.
Geduldig verharrte Magda hinter ihm, bis Gangolf oben angekommen war. Sie übergab ihm den Krückstock und öffnete die Wohnungstür. Während er hineinhumpelte, eilte sie wieder hinunter, um Gangolfs Tasche zu holen. Kaum daß er sich auf einem Stuhl niedergelassen hatte, kam sie schon wieder herauf und stellte die Tasche ab. Sie kniete sich vor ihn nieder und nun war sie es, die ihr Haupt neigen mußte, damit sich ihre Münder treffen konnten.

Gangolf fühlte sich in die Szene zurückversetzt, in welcher Martina ihn nach dem Beinahe-Zusammenstoß mit dem Traktor herzhaft-ausdauernd geküßt hatte. Er konnte es sich nicht erklären, warum Magda ihm so sehr zugetan war. Als sie schließlich von ihm abließ, sahen sie sich schweigend in die Augen, aus Magdas drückten sich zwei Tränchen hervor.
‚Was haben die mit dir nur gemacht?’, fragte sich Gangolf, ‚warum ist sie dermaßen ergriffen, daß sie einem Krüppel gegenüberkniet, dem sie Obdach gewährt.’

Magda durchbrach das Schweigen: „Was möchtest du haben, Kaffee, oder lieber was Kaltes? Hast du überhaupt was zu Frühstücken bekommen?“
- „Ja, ja, mach’ dir keine Umstände.“
- „Ach Gangi, darf ich dich überhaupt so nennen?“
- „Aber gerne, wenn dir das gefällt.“
- „Es sind überhaupt keine Umstände, es ist so lieb, daß mich endlich einmal jemand braucht, also so richtig im Leben; ich hab’ mit dem Frühstück gewartet, denn ich hab’ bisher immer allein Frühstücken müssen, es ist so schön, daß du da bist!“
Gangolf schaute ihr nach, wie sie hurtig in die Küche verschwand, und reflektierte ihre Worte: >es ist so lieb, daß mich jemand so richtig im Leben braucht.<
‚Könnte es sein, daß sie bisher immer nur >mißbraucht< wurde?’
Ihm kamen die Schmerzensrufe in den Sinn und natürlich auch Brauses Einschätzung, daß sie sogar die Schuld an einem Totschlag für jemand auf sich genommen hätte. Kann es sein, daß die Hingabe eines Menschen dermaßen weit ginge?

Das Gluckern der Kaffeemaschine riß Gangolf aus den Gedankengängen, Magda hantierte emsig in der Küche und kam nach kurzer Zeit in die Stube zurück, stellte das Geschirr auf den Tisch, anschließend eine Vielzahl von Köstlichkeiten, um ein opulentes Frühstück einnehmen zu können. Als sie den Kaffee einschenkte, ertönte das Signal des Eierkochers.
- „Ich hab’ dich gar nicht gefragt, ob du ein Ei magst, wenn nicht, dann lasse ich es für mich zum Mittagessen.“
- „Aber sehr gern, Magda“, antwortete Gangolf und seine Vorfreude auf ein richtig deftiges Frühstück steigerte sich in’s Unermeßliche. Das Krankenhaus-Frühstück war, wie überhaupt die Verpflegung dort, durchaus gut, aber es ist eine ganz andere Atmosphäre, wenn man das Essen in Magdas Ambiente einnehmen konnte. Er war sich immer noch nicht im Klaren, warum sich Magda dermaßen für ihn engagierte, daß sie gar eine Träne verloren hatte.

Als sie das Frühstück beendet hatten, für Gangolf war es bereits das zweite an diesem Tag, bat er Magda, ob er sein krankes Bein hochlegen dürfte. Sofort sprang sie auf, nahm von ihrem Sofa-Bett das Kopfkissen und legte es auf eine Stuhlfläche. Doch dann fiel ihr eine Alternative ein:
- „Oder willst du dich überhaupt ein bißchen hinlegen?“
Gangolf nahm das Angebot gerne an, die Anstrengung ging nicht ganz spurlos an ihm vorüber, das reichhaltige Essen tat sein Übriges, schläfrig zu werden. Hurtig streifte Magda das frisch bezogene Laken glatt, legte das Kopfkissen zurück und nahm Gangolfs Krückstöcke in Empfang, als sich dieser auf die Bettkante niedergelassen hatte. Dann war sie ihm behutsam behilflich, sein krankes Bein in das Bett zu hieven; als er sich schließlich zurecht gerückt hatte, deckte sie ihn liebevoll zu, kniete sich vor das Bett und verabreichte ihm wieder einen lang andauernden Kuß.
Gangolf fiel tatsächlich in einen leichten Schlaf, Magda räumte sehr umsichtig den Tisch ab, um auf keinen Fall ein lautes Geräusch dabei zu erzeugen. Jedesmal, wenn sie aus der Küche herauskam, schenkte sie ihm einen liebevollen Blick und lächelte ihn innigst an, wie das starke Geschlecht mitten am Vormittag in ihrem Bett schlief.

Als Gangolf erwachte, eilte Magda sofort wieder zu ihm, kniete wieder nieder und fragte:
- „Hast du gut geschlafen, soll ich dir was bringen, sag’ immer, wenn du was brauchst, ich bin nicht immer so aufmerksam.“
- „Aber ganz im Gegenteil, ich bin noch nie so umsorgt worden, warum machst du das alles für mich?“
Magda hielt ihm den Mund zu, nach einer Weile zog sie ihre Hand zurück und küßte ihn wieder hingebungsvoll. Bei Gangolf regte sich allmählich eine erotische Empfindung, bislang fand er sie nett, aufmerksam, fürsorglich, lieb im Sinne des alten Priesters, aber jetzt spürte er, daß sich mehr entwickeln könnte. Freilich schossen ihm jäh Erinnerungen durch den Kopf, an die katholische Krankenschwester Ramona, an Brauses schöne Tochter, natürlich an die bezaubernde Martina und an die interessante Bettina, doch gelang es ihm, diese Wunschbilder aus dem Kopf zu schlagen und sich auf Magda zu konzentrieren.

- „Komm’, setz’ dich auf meinen Bauch, ich möchte nicht, daß du immer vor mir kniest“, forderte Gangolf sie auf und schüttelte die Bettdecke nach unten.
- „Ich bin doch viel zu schwer“, wandte Magda ein, was ein leichtes Lachen bei Gangolf hervorrief:
- „Du und schwer? Du hast Idealfigur! Komm’ jetzt, steig’ über mich d’rüber!“

Magda erhob sich, kniete sich jetzt an Gangolfs Seite, stütze sich mit den Händen in der Nähe seiner Schultern ab und zog vorsichtig ihr linkes Bein über Gangolfs Beine. Sie blieb nun in dieser Schwebeposition über Gangolfs Oberkörper, mit ihren Knien an seiner Seite.
- „Setz’ dich“, forderte Gangolf sie auf und spannte seine Bauchmuskeln an.
- „Meinst du wirklich?“ flötete Magda, „aber sag’ sofort, wenn ich dir zu schwer bin.“
- „Magda!“, entgegnete Gangolf mit gedehnter Stimme, daraufhin senkte sie vorsichtig ihren Po auf seinen Bauch. Gangolf spürte sofort, daß sie sich nicht mit ihrem gesamten Gewicht darauf niederließ, sondern mit einer starken Anspannung ihrer Beine weiterhin eine große Kraftkomponente über ihre Knie auf das Bett abführte.
Gangolf ergriff ihre Oberschenkel und drückte sie fest nach unten.
- „Entspann’ dich“, forderte er sie auf, endlich kam Magda seiner Aufforderung nach.

Gangolf begann, mit seinen Fingerspitzen sehr langsam an der Innenseite von Magdas Oberschenkeln entlang zu streichen; er übte dazu mäßige Kraft aus, denn er beurteilte den Stoff ihrer verwaschenen Jeans als verhältnismäßig dick.
‚Wahrscheinlich hat sie nur diese eine’, überlegte sich Gangolf, ‚die ist eher was für die kalten Wintertage’.
- „Stütz’ dich auf meinen Schultern ab“, schlug nun Gangolf vor, „dann mußt du nicht so gekrümmt dasitzen, oder noch besser, du setzt dich ganz aufrecht!“
- „Ist dir das wirklich nicht zu schwer?“, fragte Magda ihn besorgt und richtete sich vorsichtig auf.
- „Aber nein“, entgegnete Gangolf und spannte seine Bauchmuskeln wieder etwas an, um den Druck abzustemmen.

Wortlos blickten sie sich mit verliebten Augen an, während Gangolfs Finger von den Oberschenkeln weg Richtung Brüste wanderten, begannen nun Magdas Händchen seinen Brustkorb zu betasten. Minutenlang führten sie ihre zarten Bewegungen fort, bis Magda dann auch einmal an seine Wangen und an seine Stirn griff. Überrascht rief sie:
- „Oh, du bist ja heiß, möchtest du was zu Trinken, was willst du haben?“
- „Ja, ich bin heiß und hab’ auch einen Wunsch“, antwortete Gangolf leise.
Magda blickte ihn fragend an, er präzisierte: „Zieh’ deine Jeans aus, und wenn es dir nicht zu kühl ist, auch das T-Shirt, das wäre mein Wunsch.“

Jetzt verstand Magda, hurtig wälzte sie sich über Gangolf und richtete sich neben dem Bett auf. Nur noch mit Slip und BH bekleidet trat sie wieder an das Bett, Gangolf gab ihr mit einer Kopfbewegung das Zeichen, sich wieder niederzusetzen. Diesmal ließ sie sich nicht lange bitten, geschmeidig wie eine Katze nahm sie auf Gangolfs Bauch Platz, ohne zuvor erst in die Knie gegangen zu sein. Ihre Füße setze sie nun neben seine Schultern, legte die Ellenbogen auf die Knie und wuschelte Gangolfs Haare.
Gangolf umfaßte sie an ihrer schmalen Taille, sofort spürte er durch den Slip das harte Eisen des Keuschheitsgürtels.
- „Hoffentlich bist du nicht enttäuscht“, flötete Magda, „aber nur Martina hat den Schlüssel, leider kann ich dich nicht reinlassen.“

In der Tat konnte Gangolf seine Enttäuschung nicht ganz verleugnen, wieder endete seine Begierde an dem schnöden Eisen vor Magdas Eingang.
‚Wenn ich wieder auf den Beinen bin’, schwor sich Gangolf, ‚bring’ ich meine Flex mit.’

Es dauerte zwar noch eine längere Zeit, bis es soweit gekommen war, und Gangolf glaubte auch nicht im Ernst daran, daß er tatsächlich eines Tages zu dieser Maßnahme greifen müßte...



















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Ich frage mich, warum hat sich gangolf nicht zuerst nach der elektronischen Fußfessel erkundigt?
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