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*Gozar*
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:08.05.18 19:00 IP: gespeichert Moderator melden


Hi HeMaDo

Wie gesagt, ich könnte mir Vorstellen, dass Rebecca hier noch die Welt erzittern lässt, weil jemand IHRER Mara zu nahe getreten ist!
Wenn sich das jemand mit meiner Sub erlauben würde, hätte er jedenfalls nichts mehr zu lachen! !!!!

Gruß Gozar

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:11.05.18 16:20 IP: gespeichert Moderator melden


Danke für die wieder sehr gelungene Fortsetzung.
Danke an alle Autoren fürs schreiben ihrer Geschichten

Gruß truckercd
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HeMaDo
Stamm-Gast

Nordhessen


Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Teil 57 Datum:12.05.18 01:46 IP: gespeichert Moderator melden


57


Mara war viel zu wütend um sich darüber zu wundern, daß die Haustür sich auch ohne ihr Comm einfach öffnen ließ. Anstatt nach oben zu gehen, setzte Mara sich in der Halle auf die Treppe und starrte zur Haustür. Sie versuchte, sich darüber klar zu werden, was eben passiert war.
Im Haus war alles still. Wahrscheinlich lagen Herrin Rebecca und Saphira schon in ihren Betten und schliefen tief und fest. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, daß sie das wohl auch besser machen sollte, immerhin war es schon weit nach Mitternacht. Zwar musste sie morgen nicht in den Laden, da Herrin Rebecca sie dort bis zum Ende der Woche abgemeldet hatte, doch Miss Isabella würde den Morgenlauf ganz sicher nicht ausfallen lassen.
Doch dann fiel ihr ein, daß sie morgen Früh ja normalerweise gar nicht hier wäre, sondern noch im Zentrum bei diesem bescheuerten Wettbewerb.
Sollte Miss Isabella den ruhig gewinnen, das war ihr gerade vollkommen egal. Was ihr nicht egal war, war dieser Erpressungsversuch. Wie konnte sie so etwas nur tun? Sie hatte aus den Unterhaltungen heraus gehört, daß diese Frau Lehrerin war und fragte sich, ob sie das auch mit ihren Schülerinnen machte. Sie müsste morgen wirklich ganz dringend zu Helen gehen und sie fragen, was sie nun machen sollte.
Doch jetzt sollte sie vielleicht wirklich ins Bett gehen. Zwar würde Herrin Rebecca sicher sehr erstaunt sein, daß sie schon hier wäre, aber sie würde sie sicher verstehen.

Allerdings fühlte sie sich noch gar nicht müde. Das Einzige, was sie im Moment fühlte, war Wut. Schlafen würde sie so ganz sicher nicht können. Sie stand auf und wanderte in der Halle hin und her. Jedes Mal wenn sie an der Tür zur Kellertreppe vorbei kam, war sie versucht, hinunter zu gehen. Doch Herrin Rebecca hatte ihr ausdrücklich verboten in den Fitnessraum zu gehen, ohne ihr Bescheid zu sagen.
Doch als sie das vierte Mal an der Tür vorbei kam, gab sie dem Impuls herunter zu gehen nach. Sie wusste, daß sie dafür bestraft werden würde, doch im Moment war ihr sogar das egal. Im Keller angekommen, ließ sie die Tunika fallen und ging zum Laufband.

Je länger sie lief, desto kräftiger und schneller wurden ihre Schritte und in jeden Schritt legte sie ihre ganze Wut über diese Frau und ihren Versuch, sie zu erpressen.

Hatte diese Frau damit nicht sogar Erfolg gehabt, hatte sie nicht genau das erreicht, was sie wollte? Mara lief immer schneller und die Anzeige sagte ihr, daß sie bereits in einem bedenklichen Leistungsbereich angekommen war. Diese Frau hatte erreicht, was sie wollte, als sie selbst einfach weg gegangen war. Genau das war es doch, was diese Frau erreichen wollte, entweder sie würde zu ihr ins Zimmer kommen oder den Wettbewerb verlieren. Und genau das würde jetzt eintreten. Diese Frau hatte vielleicht nicht das erreicht, was sie wollte aber ihr Erpressungsversuch war trotzdem erfolgreich gewesen.

Sie stieß einen lauten Schrei aus und lief etwas langsamer. Ihr Blick verengte sich und vor ihrem geistigen Auge formte sich das Bild dieser Frau.

Mara hörte nicht, daß die Glocke an der Haustür läutete und sie bekam auch nicht mit, daß mehrere Leute die Treppe herunter kamen, ebenso wenig wie sie mit bekam, daß diese den Raum betraten. Auch daß Herrin Rebecca sagte »Sie sollte eigentlich gar nicht hier unten sein, ohne daß ich Bescheid weiß«, bekam sie nicht mit. Sie sah nur, daß sich das Bild in ihrem Geist veränderte und die Gestalt das Gesicht von Frida annahm, die auf einmal vor ihr stand. Doch dann hörte sie die Stimme dieser Frau wie sie sagte »Mara, lass dir bitte...«

Weiter kam sie nicht denn Mara wollte vor Schreck mitten im Laufen anhalten und wurde von dem Band welches natürlich noch mit hohem Tempo weiter lief, mit Schwung nach hinten befördert um dann herunter zu fallen. Aus einem Reflex heraus nahm sie die Arme zurück und spürte, wie ihr linker Ellenbogen etwas weiches traf, während sie fiel. Sie schlug nicht so unsanft wie erwartet auf dem Boden, sondern fiel auf irgend etwas Weiches, was ihren Fall abfing. Sie vernahm einen lauten Schmerzenslaut als sie sich abrollte und mit dem Kopf irgend wo gegen stieß.

»Mara!«, hörte sie Herrin Rebeccas entsetzte Stimme.
Als sie nach oben schaute, sah sie Herrin Rebecca vor sich stehen, die sich entsetzt die Hand vor den Mund hielt. Neben ihr standen Miss Wilhelmina, Miss Isabella und Frida, die sie ebenfalls entsetzt ansahen.

»Meine Güte Wencke, ist alles in Ordnung mit dir?«, fragte Miss Wilhelmina und kam auf sie zu. Doch diese kümmerte sich nicht um sie, sondern um jemanden, der hinter ihr zu liegen schien, während Herrin Rebecca und Miss Isabella ebenfalls her kamen und ihr auf halfen.
Es dauerte einen langen Augenblick, bis Mara begriff, was hier los war. Sie sah diese Frau auf dem Boden liegen und im Gesicht bluten. Miss Wilhelmina war über die Frau gebeugt und versuchte, ihr auf zu helfen. Herrin Rebecca und Miss Isabella hielten Mara fest, halfen ihr ebenfalls auf die Beine und schienen ihren Kopf zu untersuchen.

Frida kam mit der Tunika zu ihr und half ihr, diese anzuziehen, dann brachten Herrin Rebecca und Frida sie aus dem Raum, nach oben in den kleinen Salon, wo sie sie auf das Sofa setzten. Kurz darauf klingelte es an der Tür und aus der Halle waren Stimmen zu hören. Durch das Fenster war das rote und blaue Blinken und Blitzen der Einsatzlichter eines Notfallfahrzeuges zu sehen.

»Was ist passiert«?, fragte Mara verwirrt und schaute zu Herrin Rebecca und Frida, die vor ihr standen.
»Du hast diese Frau umgeworfen und ihr deinen Ellenbogen aufs Brustbein gerammt. Und anscheinend hast du sie mit deinem Kopf auch noch im Gesicht getroffen«, sagte Frida mit einem leisen Kichern.
»Frida, bitte!«, sagte Herrin Rebecca, worauf hin diese versuchte ein ernstes Gesicht zu machen.
»Was?«, rief Mara aus. »Ich habe gar nicht bemerkt, daß sie hinter mir stand.«
»Du hast sie anscheinend ziemlich heftig getroffen. Sie sah ganz schön schlimm aus«, sagte Herrin Rebecca.
»Aber das wollte ich doch nicht«, sagte Mara leise.
»Verdient hat sie es aber«, sagte Frida.
Wieder sagte Herrin Rebecca: »Frida, bitte!«
Frida schaute zu Herrin Rebecca. »Wieso denn? Erst wollte sie, daß Mara noch zu ihr ins Zimmer kommt und dann hat sie sie erpresst. Da ist es doch nur gerecht, wenn Mara sie umwirft, auch wenn sie es gar nicht wollte.«
»Sie wollte was?«, rief Herrin Rebecca laut aus.
»Sie wollte, daß Mara zu ihr ins Zimmer kommt. Und ich glaube nicht, daß sie mit ihr Karten spielen wollte«, sagte Frida. »Das geschieht ihr vollkommen Recht.«
Herrin Rebecca schaute zu Mara. »Stimmt das? Wollte sie wirklich, daß du zu ihr ins Zimmer kommst?«
Mara nickte lediglich als Antwort.
»Na die kann was erleben! Wenn ich mit der fertig bin, dann kann sie nicht noch einmal aufstehen«, sagte Herrin Rebecca wütend und verließ den Salon.

»Der hast du’s aber gegeben. Die ist umgefallen wie ein Baum.« Frida grinste zufrieden, als sie dies sagte und mit passenden Bewegungen untermalte.
»Aber das wollte ich doch gar nicht«, sagte Mara betreten.

»Also ich muss schon sagen, du hast Wencke ganz schön zugesetzt«, sagte Miss Wilhelmina, die gerade herein kam. »Bleibt sitzen«, fügte sie hinzu, als Mara und Frida aufstehen wollten. »Frida, kennst du dich hier aus?«
Frida bejahte diese Frage, während Miss Wilhelmina sich in einen der Sessel setzte.
»Gut, dann geh bitte in die Küche und mach Tee für uns alle. Also für sechs Leute. Die Nachtruhe ist sowieso schon gestört, also können wir das auch gleich alles aufklären.«
»Ja Miss«, sagte Frida, stand auf, knickste und verließ den kleinen Salon.

Kurz darauf kam Herrin Rebecca herein, machte Mara ein Zeichen, sitzen zu bleiben und setzte sich neben sie. Als dann diese Frau herein kam, rutschte Mara etwas näher zu Herrin Rebecca. Die Frau hatte einen dicken Verband um den Kopf und auch unter ihrer Bluse, deren Knöpfe noch offen waren, blitzte ein Verband hervor. »Also du hast einen ganz schön harten Kopf, das muss man dir ja lassen«, sagte sie und setzte sich in einen Sessel.
Miss Isabella setzte sich auf die andere Seite neben Mara auf das Sofa und schaute vorwurfsvoll zu Miss Wilhelmina.
»Entschuldigung, das wollte ich doch gar nicht«, sagte Mara zum wiederholten Male. »Ich hab mich einfach erschreckt, als ich Sie gehört habe.«
»Ich mache dir da überhaupt keine Vorwürfe. Ich bin ja selbst Schuld«, sagte die Frau zu Maras erstaunen. Ihr rechtes Auge war geschwollen und rot und auch ihre Lippe war auf der rechten Seite dick geschwollen.

»Ich glaube, ich muss dir einiges Erklären«, sagte Miss Wilhelmina nun zu Mara. »Das ist im Grunde genommen alles meine Schuld.«
»Ich denke, es ist besser, wir warten noch auf Frida, sonst gibt es spätestens am Wochenende hier die wildesten Gerüchte«, warf Miss Isabella ein.
Die Anwesenden nickten und warteten, bis Frida mit dem Tee zurück kam, den sie allen servierte. Der Frau stellte sie die Tasse allerdings fest auf den Tisch, so daß diese bedenklich auf der Untertasse klapperte und etwas Tee heraus schwappte. Dies brachte ihr einen kritischen Blick ihrer Herrin ein.
Sie kniete sich neben Miss Isabella und schaute in die Runde.

»Also«, fing nun Miss Wilhelmina an »Da ist wohl einiges schief gegangen. Zuerst einmal: das alles war ein Test. Wärest du wirklich zu Miss Wencke ins Zimmer gegangen, es wäre nicht viel passiert, außer daß ihr vielleicht ein paar Runden Poker gespielt hättet. Es ging darum, zu sehen, wie du reagierst. Ehrlich gesagt, ich hätte es ahnen müssen, daß das etwas übertrieben war. Bestanden habt ihr diesen Test allerdings beide nicht. Die angemessene Reaktion wäre gewesen, mir Bescheid zu sagen. Denn sollte so etwas wirklich einmal vorkommen, hat eine Serva normalerweise nicht die Option einfach weg zu gehen, so wie du das getan hast oder wie du Isabella es tun wolltest. Ihr Beiden seid frei und könnt tun was ihr wollt, aber die meisten anderen Serva können das nicht.
Aber das ist im Moment nicht der Punkt. Dieser Test hat zu dem Wettbewerb gehört und ich muss nochmals zugeben, daß ich damit wohl etwas übertrieben habe. Das tut mir wirklich leid. Und auch, daß es soweit gekommen ist Wencke, tut mir leid.«
»Also ich finde schon, daß die Beiden den Test bestanden haben«, warf Miss Wencke ein. »Beide haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten gehandelt. Und da es nun mal die Möglichkeit gab, einfach zu gehen, finde ich das vollkommen legitim. Das Einzige, was nicht so glücklich gelaufen ist, ist daß Mara vielleicht Wilhelminas Antwort hätte abwarten sollen, aber angesichts der Situation finde ich es auch vollkommen verständlich, daß sie so reagiert hat und gegangen ist. Und alles was weiter passiert ist, ist eigentlich alleine meine eigene Schuld. Dich Mara, trifft daran keine Schuld.« Sie sprach zwar etwas undeutlich, aber dennoch konnte man sie gut verstehen. »Und ich möchte mich bei dir auch dafür entschuldigen, was passiert ist. Ich hätte wissen müssen, daß dieser Test übertrieben war und spätestens als ich Isabellas Reaktion gesehen habe, hätte ich ahnen können, daß du eben so reagierst wie sie.«
»Sie… Sie sind mir nicht böse deswegen?«, fragte Mara verdutzt.
»Nein, überhaupt nicht. Einerseits hätte ich dich wohl nicht so von hinten ansprechen sollen und andererseits hätte ich auch besser gar nicht hinter dir stehen sollen«, sagte Miss Wencke.

»Ich finde, wir sollten jetzt alle schlafen gehen und uns morgen noch einmal zusammen setzen«, sagte Miss Wilhelmina nachdem eine Weile lang niemand etwas gesagt hatte. »Wir haben alle etwas Schlaf nötig. Ich schlage vor, wir schlafen alle morgen früh aus und treffen uns gegen elf wieder hier. Dann können wir auch darüber reden, was uns so aufgefallen ist. Auch wenn der Wettbewerb ja jetzt abgebrochen ist, denke ich, daß er allen Beteiligten und damit meine ich nicht nur euch Beiden«, sie sah zu Isabella und Mara »einige neue Erkenntnisse bringen kann.«
Alle stimmten ihr zu und standen auf. Frida brachte noch das Geschirr in die Küche zurück und ging dann mit Miss Isabella nach Hause. Auch Miss Wilhelmina und Miss Wencke verabschiedeten sich und gingen.

Als Mara mit Herrin Rebecca alleine in der Halle stand, lehnte Mara sich bei ihrer Herrin an. »Können wir bitte in den Keller gehen?«, fragte sie leise.
Rebecca streichelte ihr über die Wange. »Nein, heute nicht. Erstens sollten wir jetzt beide ins Bett gehen um zumindest noch etwas zu schlafen und zweitens finde ich es ein wenig bedenklich, daß das für dich anscheinend der Weg ist, den du bevorzugt wählst, um Stress abzubauen. Aber darüber sollten wir später noch mal reden.«
»Ja, meine Herrin«, sagte Mara und ging mit ihr ins Schlafzimmer, wo sie sofort ins Bett gingen. Mara kuschelte sich bei Rebecca an und schlief fast sofort ein.

-

»Du hast Recht Rebecca. Ja, ich hätte das vorher mit dir absprechen sollen. Und ja, dieser Test war wahrscheinlich wirklich etwas übertrieben. Ich kann mich nur zum Wiederholten Male bei dir Rebecca und vor allem bei dir, Mara dafür entschuldigen, was passiert ist«, sagte Miss Wilhelmina, nachdem Rebecca einen langen Monolog darüber gehalten hatte, wie wenig sie von diesem Test hielt und dabei Miss Wilhelmina immer wider Vorwürfe gemacht hatte. Aber auch Isabella hatte sie große Vorwürfe gemacht, daß sie ihr nichts von diesem Test erzählt hatte, nachdem der Wettbewerb für sie geendet hatte und Miss Wencke war dabei ebenfalls nicht all zu gut weg gekommen, daß sie dabei überhaupt mit gemacht hatte.
»Was ist? Hast du denn gar nichts dazu zu sagen?«, wandte Rebecca sich an Isabella.

Isabella war erstaunlich ruhig geblieben als Rebecca ihrem Unmut Luft gemacht hatte. »Doch, das habe ich Rebecca. Aber es wird dir nicht gefallen. Ja, du hast einerseits vollkommen Recht damit, daß Miss Wilhelmina und ich dir hätten sagen sollen, was auf Mara zukommen wird. Aber ich kann dir nicht zustimmen, daß dieser Test generell so schlecht ist. Dabei denke ich jetzt nicht nur an Mara sondern auch an alle anderen Schülerinnen. Dieser Test hat mir gezeigt, was so alles auf eine Serva zukommen kann und was in der Schule nur unzureichend angesprochen wird. Daß die meisten Herrschaften mehr wollen, das dürfte jeder Schülerin bewusst sein. Aber was ist denn in einem Fall wie diesem, wenn ein Gast sowas will und auch vor Erpressung nicht zurück schreckt? Was soll denn eine Serva dann machen? Nicht jede hat so eine Herrin wie Mara, Larissa und hoffentlich auch Frida, die so gut auf sie aufpasst. Vielleicht sollte man die Frauen wirklich schon in der Schule mit so etwas konfrontieren. Schaden kann es jedenfalls nicht.«

Eine ganze Weile herrschte Schweigen, bis Miss Wilhelmina sagte: »Ich glaube, darüber sollten wir tatsächlich mal nachdenken. Aber nicht jetzt und nicht hier.«
»Was sagst du eigentlich dazu? Du hast dazu bis jetzt noch gar nichts gesagt«, wandte Miss Isabella sich nun an Mara.
Diese wurde ob der Aufmerksamkeit, die alle nun auf sie richteten rot und schaute die Anderen verlegen an.
»Ich weiß nicht«, begann sie. »ich war wirklich wütend. Und daß ich Sie umgeworfen und verletzt habe, das tut mir leid«, wandte sie sich an Miss Wencke. »Aber vielleicht wäre es wirklich nicht schlecht gewesen, wenn so etwas in der Schule angesprochen worden wäre. Ich wusste erst gar nicht, was ich machen sollte. Und was ist denn, wenn die Herrschaft nichts macht? Was passiert denn dann?«

Wieder herrschte eine kurze Stille, die von Miss Wilhelmina unterbrochen wurde. »Ich verstehe, was du meinst. Wir sollten uns tatsächlich mal zusammen setzen und darüber sprechen, was man in der Schule machen kann.«
»Ich denke, dieses Thema ist damit erledigt. Für mich steht jedenfalls fest, daß ich für so etwas nicht noch einmal meine Zustimmung geben werde, ohne genau zu wissen, was passieren wird«, schloss Rebecca ab und die Anderen nickten zustimmend.

»Gut, es ist balde Mittag. Ich würde vorschlagen, daß wir alle ins Zentrum gehen und etwas essen. Die Küche dort soll ja einmalig sein. Angeblich kann man dort bestellen, was man will.« Auch hier kam nur zustimmendes Nicken.
Lediglich Herr Schäfer, der einzige Mann unter den Anwesenden räusperte sich und hob die Hand. »Entschuldigung, wenn es um das Thema Serva und deren Ausbildung geht, kann ich vielleicht nicht viel mitreden. Aber ich hätte dennoch eine Bitte.«
Die Frauen sahen den Mann fragend an und Rebecca forderte ihn mit einem Nicken auf, fortzufahren.
»Als Koch esse ich selbst lieber einfache Gerichte, aber gestern habe ich ein ausgezeichnetes Steak essen dürfen. Es war auf den Punkt gegart und hervorragend gewürzt. Auch die Kartoffeln waren ausgezeichnet.« Daß er Isabellas Essen offenbar nicht all zu gut gefunden hatte, verschwieg er höflicherweise. »Mich würde es daher brennend interessieren, wie Sie das Herrentoast zubereiten«, wandte er sich an Mara.

Mara schaute ihn ehrlich verwundert an. »Herrentoast?«, fragte sie.
»Für heute Mittag stand Herrentoast auf dem Programm. Es sollte eine klare Suppe mit Eierstich geben und ein Dessert mit Apfel.«, erklärte Miss Wilhelmina.
Mara nickte verstehend. »Wenn Herrin Rebecca nichts dagegen hat, kann ich das machen«, sagte sie und schaute zu Rebecca.
»Meinetwegen. Vielleicht sollte Isabella ja mal zuschauen, damit sie auch was lernt«, sagte Rebecca, die sich wieder etwas beruhigt hatte und schaute mit einem Grinsen zu Isabella.
»Lass mal gut sein. Das werde ich sowieso wieder vergessen«, sagte Isabella. »Frida, du kannst Mara in der Küche helfen.«
»Ja Herrin«, sagte Frida, die bisher neben Isabella gekniet hatte. Sie stand auf und knickste, dann folgte sie Mara in die Küche und auch Larissa folgte den Beiden ohne Aufforderung um zu helfen.

Die Drei schauten sich kurz an und begannen zu lachen. »Wie in der Schule«, sagte Larissa.
»Dazu fehlt aber noch Mandy«, sagte Frida.
»Die ist aber leider nicht hier. Also müssen wir das alleine machen«, sagte Mara. Sie nahm einen Zettel und schrieb sich einige Stichpunkte auf. Nebenbei tippte sie eine Bestellung auf einem Pad ein.
»Was soll es denn als Nachtisch geben?«, wollte Larissa wissen.
»Ich dachte an Apfelrosen. Die gehen schnell und sind trotzdem lecker.«
»Die müssen aber auch gebacken werden«, wandte Frida ein.
»Wir haben ja zwei Öfen. Aber zuerst müssen wir die Suppe machen. Frida, machst du bitte den Eierstich? Und Larissa, kannst du den Tisch decken?«
Die Beiden nickten und Larissa ging gleich ins Esszimmer, wo sie begann, den Tisch zu decken.

Frida schaute grinsend zu Mara. »Der Wettbewerb ist doch vorbei. Dann können wir hier doch mal so richtig angeben.«
Mara schaute nachdenklich zu Frida und nickte dann langsam. »Du hast Recht«, sagte sie und kramte in einer Schublade herum, bis sie gefunden hatte, wonach sie suchte. »Dann fang du mal damit an.« Sie gab Frida die flachen Pralinenformen. Diese nickte verstehend und holte Eier aus dem Kühlschrank. Sie schlug sechs Eier in eine Schüssel, gab Milch und Salz dazu und rieb etwas Muskat mit hinein. Dann verrührte sie alles und ließ sich von Mara eine große Auflaufform geben in die sie etwas Wasser hinein gab. Diese stellte sie auf den Herd, so daß sie über mehreren Platten stand und schaltete diesen an.
Die Eierstichmasse gab sie in die Pralinenformen und holte getrocknetes Basilikum aus dem Gewürzregal.
»Warte«, sagte Mara, nahm ihr das Basilikum ab und reichte ihr den Behälter mit der getrockneten Minze.
»Was wird das denn?«, wollte Frida wissen.
»Es soll doch was mit Apfel geben. Also können wir auch in jeden Gang etwas mit Apfel machen«, erklärte Mara, während sie eine Zwiebel, einen Apfel und weitere Zutaten holte, die sie in kleine Stücke Schnitt. Als sie damit fertig war, gab sie zuerst die Zwiebeln in den Topf und dünstete diese an. Danach gab sie nach und nach den Apfel und die restlichen Zutaten in den Topf. Als das Gemüse an geschwitzt war, goss sie alles mit Wasser auf. Den Topf ließ sie auf dem Herd stehen und ließ die Suppe vor sich hin köcheln. Nun schälte sie vier große Äpfel und schnitt diese in Scheiben.

Aus dem Transportschacht holte sie die Kiste mit den bestellten Zutaten und legte den Blätterteig sogleich auf der Arbeitsplatte aus.
Frida hatte während dessen die Formen mit der Eierstichmasse gründlich mit Folie abgedeckt und in die Auflaufform gegeben. Nun gab sie die Apfelscheiben, die Mara geschnitten hatte, in einen großen Topf mit Wasser und Mara gab eine ordentliche Menge Zitronensaft hinzu.

Mara ging ins Esszimmer zu Larissa und half dieser den Tisch zu decken. Da Herrin Rebecca nichts gegenteiliges gesagt hatte, deckten sie den Tisch für acht Personen. So mussten sie und Frida eben zwischendurch aufstehen um zu servieren, aber das war ja nichts ungewöhnliches. Wäre Saphira hier gewesen, hätte diese servieren können, aber gerade heute hatte Herrin Rebecca ihr frei gegeben, damit sie sich mit einigen Bekannten treffen konnte, die hier auf dem Gelände wohnten.

Während Larissa weiter deckte, ging Mara noch einmal in die Küche. Kurz darauf kam sie mit einigen Schnittblumen und mehreren Stängeln Minze zurück, die sie als Dekoration auf dem Tisch auslegte. Außerdem holte sie aus einem Schrank mehrere grüne Äpfel aus Keramik, die sie ebenfalls auf dem Tisch verteilte.

»Was hältst du von Cidre?«, fragte Frida, die gerade herein kam.
»Ich glaube, das wäre etwas übertrieben. Den sollten wir höchstens nach dem Essen servieren«, wandte Mara ein.
Sie ging zusammen mit Frida zurück in die Küche und nahm die Suppe vom Herd. Die Apfelscheiben hatte Frida bereits aus dem Wasser geholt und in eine Schüssel gegeben.

Mara gab Frida eine Schale mit Champignons die diese putzte und in dünne Scheiben schnitt.
Sie selbst schnitt den Blätterteig in Streifen, legte die Apfelscheiben auf diese und bestrich alles mit Aprikosengelee. Dann faltete sie die Blätterteigstreifen um und rollte diese zusammen, so daß die Apfelscheiben wie Rosen oben heraus ragten. Diese Rosen legte sie in zwei Muffinformen, die sie vorher mit Butter bestrichen und mit Paniermehl bestäubt hatte, damit nichts anbacken konnte.
Die Formen stellte sie erst einmal bei Seite.

Nun machte Mara sich an den Hauptgang, während Frida die Suppe durch ein Tuch in eine Terrine laufen ließ. Mara briet dünne Schweinefilets an und gab, als sie das Fleisch aus der Pfanne genommen hatte, die Pilze in die Pfanne.

Als alles soweit fertig war, bereitete sie eine Béchamelsoße zu. Während dessen toastete Frida die Toastscheiben und bestrich sie mit Butter. Mara nahm die restlichen Apfelscheiben, schnitt sie in schmale Streifen und legte sie zusammen mit den Champignons auf das Brot. Auf jedes Toast gab sie eine Scheibe Fleisch und auf dieses dann die Soße und streute geriebenen Käse oben auf.

Sie gab die fertigen Toasts in den Ofen und gab dann die herz-, stern-, kreis- und tropfenförmigen Eierstichstücke in die beiden Suppenterrinen hinein, die sie und Larissa auf den Tisch brachten.

Sie vergewisserte sich, daß alles soweit fertig war und ging in den Salon um zum Essen zu rufen.
Erst nachdem sich alle gesetzt hatten, nahmen auch Mara, und Frida Platz. Larissa hatte sich bereit erklärt, die Getränke zu servieren und fragte alle nach ihren Wünschen. Als endlich alle Gläser gefüllt waren, setzte sich auch Larissa.
Die Suppe schien allen gut zu schmecken, wie Mara erleichtert feststellte. Sie hatte einen leichten Apfelgeschmack, der aber nicht zu stark war, wie sie fand.

Nachdem die Suppe gegessen war, gingen Mara und Frida in die Küche um die Apfelrosen in den Ofen zu stellen und das Toast zu holen, welches sie auf silbernen Platten, die sie vorher im Ofen vorgewärmt hatten, auf den Tisch brachten.

Nach dem Toast brachten Mara und Frida auch die Apfelrosen auf den Tisch und Larissa servierte jedem ein Glas Cidre.

»Also wenn wir die Teile unbeachtet lassen, die Mara nicht mitgemacht hat, ist sie für mich ganz klar die Gewinnerin dieses Wettbewerbes«, sagte Miss Wencke, nachdem der Tisch abgeräumt war. »Der Tisch sah beide male fast perfekt aus und die Zimmer waren sehr schön hergerichtet.«
»Dem kann ich mich nur anschließen. Und das Essen war einfach köstlich, auch wenn die Kombination der Suppe und des Toasts mit dem Apfel etwas ungewöhnlich war«, sagte Herr Schäfer. »Aber die Idee mit Äpfeln als durchgängigem Thema war meiner Meinung nach sehr gut.«

Alle schauten nun zu Miss Wilhelmina und erwarteten eine Entscheidung von ihr.
»Ich fand es ein wenig unangemessen, daß ihr am Tisch gesessen und nebenbei serviert habt. So etwas kann man im familiären oder im Freundeskreis machen aber nicht, wenn es gilt, Gäste zu bewirten. Aber ansonsten kann ich mich Wencke und Herrn Schäfer nur anschließen«, sagte sie.
»Wäre Saphira hier gewesen, hätte sie servieren können. Aber dann hätte ich trotzdem noch aufstehen müssen um alles rechtzeitig aus dem Ofen zu holen«, erklärte Mara.
»Wo ist sie eigentlich?«, wollte Miss Wilhelmina wissen.
»Sie besucht eine alte Bekannte, die hier auf dem Gelände wohnt«, erklärte Rebecca.
»Schade. Ich hätte mich gerne mit ihr unterhalten«, sagte Miss Wilhelmina.
»Sie kommt heute Nachmittag zurück. Wenn Sie so lange warten, werden Sie sie sicher treffen.«

Isabella war bei diesem Thema etwas zurückhaltend und schwieg lieber. Nachdem Rebecca geendet hatte, stand sie auf und ging zu Mara. Diese stand ebenfalls auf und Isabella reichte ihr die Hand. »Auch wenn der Wettbewerb ja wohl abgebrochen worden ist, herzlichen Glückwunsch. Du warst einfach besser als ich«, sagte sie und reichte Mara die Hand.
»Vielen Dank Miss«, erwiderte Mara und knickste höflich.

»Ich denke, damit ist es entschieden, Mara ist die bessere Serva von euch beiden«, sagte Miss Wilhelmina grinsend. »Ich werde Emylia Bescheid geben, dann kann sie sich darum kümmern, die Wettgewinne auszuzahlen.«

- - -

»Soll ich euch Beide lieber alleine lassen?«, fragte Claudia. Sie saß auf dem Sofa und hatte einen Fuß auf dem Knie liegen, während sie eine Flasche Bier in der Hand hielt und die Sarai und Yanna beobachtete, wie sie sich immer wieder bedeutungsvolle Blicke zu warfen.
»Ich finde es schön, daß wir uns endlich mal wieder sehen. Bleib bitte«, sagte Yanna. Die Sarai oder besser Saphira, ihre ehemalige Herrin nickte ebenfalls zustimmend.
»Meinetwegen«, sagte Claudia. Sie winkte Yanna mit der leeren Bierflasche und stellte sie auf den Boden vor sich. »Du solltest wirklich mal ins Lager fahren und dir passende Möbel besorgen. Sieht ja schlimm aus mit drei Verschiedenen Sesseln und dieser Couch«, sagte sie, als Yanna mit einer neuen Flasche aus der Küchenecke zurück kam.
»Und wo von bitte soll ich das bezahlen? Ich komme doch im Moment gerade noch so über die Runden und bis ich mein erstes Geld bekomme, muss ich sowieso noch ziemlich sparsam leben«, wandte Yanna ein.
»Ähm, hat dir das niemand erklärt?«, fragte Claudia erstaunt. »Solange du nicht gerade Trüffel oder Filet erwartest, kannst du in der Kantine und in den Servicepunkten essen, was du willst. Zumindest die Menüs sind kostenlos. Und wenn du denen im Lager erklärst, daß du im Moment kein Geld hast, es gibt irgendwo im Bergwerk ein riesiges Lager voll mit gebrauchten Möbeln, da hast du nahezu freie Auswahl und die bringen dir sogar alles bis nach oben und bauen es auf. Die Einzige Bedingung ist, daß du sie wieder abholen lässt, wenn du dir selbst etwas neues kaufst«, erklärte sie, öffnete die Flasche und trank einen großen Schluck.
»Danke, das werd ich mal versuchen«, sagte Yanna. Obwohl sie es früher gewesen war, die Claudia Anweisungen erteilt hatte, hatte sie gerade das Gefühl, ihr eher untergeordnet zu sein. Ihre Haltung und wie sie sprach, ihre ganze Art forderte das gerade zu heraus.
Yanna versuchte, dieses Gefühl abzuschütteln und warf einen Blick zu Saphira. Den neuen Namen, den ihre ehemalige Herrin nun trug, hatte sie ohne zu zögern akzeptiert, ebenso wie sie es akzeptiert hatte, daß diese nun nicht mehr ihre Herrin und sie nicht mehr ihre Sklavin war.
Saphira erwiderte den Blick, den Yanna ihr zu warf mit einem eher schüchternen Lächeln.
’Was passiert hier gerade?’, fragte sich Yanna. Die schon fast unterwürfige Haltung Saphiras ihr aber auch Claudia gegenüber war ihr bereits aufgefallen, als sie sich im Zentrum getroffen hatten, wo sie sich zum Essen verabredet hatten. Den Mut, sie darauf anzusprechen, gerade jetzt wo Claudia in der Nähe war, hatte sie allerdings nicht.

Der Blick, den die Beiden austauschten, die Gedanken die Yanna durch den Kopf schossen, all das dauerte nur wenige Sekunden. Es blieb die leise Ahnung, daß gerade irgend etwas passiert war. Irgend etwas hatte sich geändert. Saphira lächelte noch immer etwas schüchtern. War da gerade irgend etwas aufgekommen? Etwas vollkommen neues? Yanna schauderte leicht. War das etwas neues oder war das schon immer da gewesen? Aus irgend einem Grund hatte sie gerade das Bedürfnis, Saphira in die Arme zu nehmen, so wie diese es früher immer bei ihr getan hatte, wenn sie sich mal wieder Sorgen machte oder unter Stress gestanden hatte.

»Hey, sprichst du nicht mehr mit uns?« fragte Claudia und riss Yanna damit aus ihren Gedanken.
Claudia und Saphira waren noch am Lachen über das, worüber sie sich gerade unterhalten hatten.
»Entschuldigt bitte, ich habe nachgedacht«, sagte Yanna etwas verlegen. Sie hatte tatsächlich nicht mitbekommen, worum es gerade ging.
»Ich habe dich gefragt, ob du Saphira zu ihrer Herrin zurück bringen kannst. Sie darf nämlich nicht alleine hier herum laufen und ich habe heute Spätschicht.« Wieder lachten die Beiden herzhaft.
»Was ist denn so lustig daran?«, wollte Yanna wissen.
»Wenn ich früher irgend wo hin gehen wollte, hast du auch immer auf mich aufgepasst. Da hat sich anscheinend nichts geändert.« Saphira kicherte, als sie das sagte.

»Wann musst du denn zurück sein?«, fragte Yanna, nachdem Claudia gegangen war.
»In etwa zwei Stunden. Aber wenn du mich los werden willst, kannst du mich auch gleich zurück bringen«, antwortete Saphira.
»Warum sollte ich dich los werden wollen?«, fragte Yanna erstaunt. Es dauerte einen Moment, bis sie merkte, daß Saphira nur einen Scherz gemacht hatte.
»Ich weiß nicht. Vielleicht ist es dir ja unangenehm, mit mir alleine zu sein.«
»Nein, im Gegenteil. Ich bin froh, dich wieder zu sehen«, sagt Yanna. Sie schaute Saphira an, ließ sich von ihrem Sessel auf den Boden gleiten und ging vor Saphira auf die Knie.
»Nein!«, rief Saphira aus. »Bitte, tu das nicht. Ich bin nicht mehr deine Herrin und du nicht mehr meine Sklavin.« Sie rutschte ebenfalls von ihrem Sessel und kniete nun Yanna gegenüber. »Bitte Yanna, wenn hier jemand knien muss, dann bin ich das. Ich habe viel zu lange in einer Rolle gelebt, die mir nicht zustand. Jetzt ist es an der Zeit, daß ich meine Zeit als Serva verbringe, damit ich irgendwann wieder frei sein kann. Und damit meine ich, richtig frei. Die Sarai war nie frei aber ich möchte das Alles hinter mir lassen. Ich bin aus dem Schatten den ich mir selbst geschaffen habe heraus getreten und muss meine Strafe für das was ich getan habe, nicht nur als Sarai sondern auch für das, was ich getan habe, bevor ich in die Schule gekommen bin akzeptieren.«

Yanna hob den Kopf und sah Saphiras entschlossenen Blick. »Dann ist tatsächlich alles vorbei?«, fragte sie.
»Ja, das was ich getan habe ist vorbei. Ich akzeptiere meine Strafe und muss damit leben.«
Yanna schluckte. »Alles?«, fragte sie.
Saphira schaute sie an und lächelte. »Nein. Nicht alles. Aber es wird nicht mehr so sein, wie es einmal war.« Sie rutschte so weit nach vorne bis ihre Knie die Yannas berührten, kreuzte die Hände und legte sie in Yannas Schoß. »Und wenn du mir all die kleinen und auch die großen Gemeinheiten, die ich dir angetan habe zurückzahlen möchtest, dann werde ich das akzeptieren.« Sie schloss die Augen und hob den Kopf ein wenig an.

-

»Es ist schade, daß du diesen Gürtel trägst.« Yanna hob den Kopf und fuhr mit der Hand über Saphiras Rücken.
»Nein. Es ist gut so. Reicht es nicht, wenn ich dir all das, was ich früher von dir verlangt habe, zurück gebe?« Sie hob den Kopf von Yannas Brust und fuhr ihr mit dem Zeigefinger über den nackten Bauch.
Yanna kicherte und fasste Saphiras Handgelenk. »Das kitzelt«, sagte sie.
»Eben hast du aber ganz anders reagiert«, sagte Saphira lächelnd. Sie beugte den Kopf etwas, öffnete die Lippen und knabberte an Yannas Brustwarze, was dieser wieder ein Kichern entlockte.
»Ich hatte schon Angst, daß wir das nie wieder tun könnten«, sagte Saphira.
Yanna ließ den Kopf auf die Lehne des Sofas zurück sinken und streichelte Saphiras Kopf. »Es war anders als früher.«
»Ja. Und so wie früher wird es nie wieder sein. Aber es war schön«, sagte Saphira leise.
»Du hattest doch überhaupt nichts davon«, sagte Yanna zweifelnd.
»Meinst du?« Saphira richtete sich auf und schaute Yanna in die Augen. »Selbst wenn ich nie wieder aus diesem Gürtel heraus käme, es würde mir nichts ausmachen. Ich würde es trotzdem genauso genießen wie früher. Vielleicht sogar noch viel mehr.«

Saphira stand auf und ging ins Bad. Als sie zurück kam, hob sie ihre Tunika auf und zog sie wieder an. Sie strich sie glatt und schloss den Gürtel. »Ich fürchte, es ist Zeit. Bringst du mich bitte nach Hause?«
Yanna nickte nur, stand auf und zog sich ebenfalls wieder an. Zusammen gingen sie zum Haltepunkt der Magnetbahn und fuhren zu Herrin Rebeccas Haus.

»Wird sie dich dafür bestrafen?«, fragte Yanna, als sie vor der Haustür standen.
»Warum sollte sie denn? Ich bin ihre Serva und nicht ihre Sklavin«, sagte Saphira.
Nachdem sie an dem altmodischen Glockenzug gezogen hatte, erklang ein Läuten wie von einem Gong im Haus und es dauerte nicht lange, bis eine junge Frau die Tür öffnete. Diese hatte lange, rote Locken und trug eine Tunika, wie Saphira auch. Sofort ließ Yanna verlegen Saphiras Hand los. »Ich bringe Saphira zurück«, sagte sie und musste sich bemühen, ihre Stimme unter Kontrolle zu halten.
»Vielen Dank«, sagte die Frau lächelnd und hielt Saphira die Tür auf. Diese knickste vor der Frau und ging ins Haus. Als sie in der Tür war, drehte sie sich noch einmal um und lächelte Yanna zu, bevor sie diese hinter sich schloss.

Yanna blieb noch einige Sekunden vor der Tür stehen und wandte sich dann zum Gehen. Auf dem Weg zum Haltepunkt ließ sie die vergangenen zwei Stunden noch einmal Revue passieren. Ja, es war anders gewesen.

Die Sarai hätte sie früher zu sich gerufen und ihr Kleid ausgezogen. Sie hätte Yanna vor sich knien lassen, ihre Haare gefasst und ihren Kopf unsanft an diesen zwischen ihre Beine gezogen. Meist sogar vor den anderen Dienerinnen, mitten in dem großen Thronsaal. Geküsst hatten sie sich nur selten und wenn, dann nur wenn niemand sonst in der Nähe war. Aber auch bei den wenigen Gelegenheiten bei denen sie wirklich alleine gewesen waren und das war selten genug, war sie immer ein wenig unnahbar gewesen. Aber heute war es ganz anders gewesen. Saphira war mindestens genauso hingebungsvoll gewesen, wie sie selbst es früher war. Aber die Gefühle waren die selben. Es war schön gewesen, ihre Nähe zu spüren.

Yanna fuhr mit der Bahn bis zum Haltepunkt in der Nähe des Wohnblockes in dem ihre kleine Wohnung lag. Dort angekommen, legte sie sich ins Bett und dachte noch lange über die vergangenen Stunden nach, bevor sie endlich einschlief.

- - -

Zwei Wochen später fuhren Rebecca und Isabella zusammen mit Mara, Maja und Frida nach Straßburg wo sie auf Miss Wilhelminas Geburtstag eingeladen waren.
»Ich hätte nicht gedacht, daß ich so schnell noch mal hier her komme«, sagte Mara und schaute auf das Tor.
Das letzte mal war sie mit Herrin Julia durch dieses Tor gegangen und einer ungewissen Zukunft entgegen gefahren. Im Nachhinein war sie froh, daß alles so gekommen war, wie es jetzt war.
»Ich auch nicht«, meinte Frida. »Und als ich das letzte Mal Tordienst hatte, musste ich mich auch noch mit deiner Schwester herumschlagen. Du glaubst gar nicht, wie schwer das war, dir nichts zu verraten.«
»Also wenn ihr genug in Nostalgie gebadet habt, dann lasst uns endlich rein gehen. Es sei denn, ihr habt dieses Tor noch nicht oft genug gesehen.« Isabella grinste, als sie das sagte.
»Wollen wir nicht noch auf Emylia warten?«, fragte Rebecca.
»Na, das kann aber dauern. Sie hatte wohl noch etwas zu tun«, meinte Isabella.
»Na, dann lasst uns mal rein gehen.« Rebecca deutete Mara, die Koffer zu nehmen und ihr zu folgen.

»Guten Tag, was kann ich für Sie tun?«, fragte die Schülerin, die gerade Tordienst hatte, als sie vor ihnen geknickst hatte.
»Wir wollen zu Miss Wilhelmina«, sagte Rebecca. »Sie weiß, das wir kommen.«
»Bitte, folgen Sie mir.« Die Schülerin schien ein wenig eingeschüchtert zu sein. Sie ging in Richtung des Verwaltungsgebäudes und die Fünf folgten ihr.
»Eigentlich braucht uns ja niemand den Weg zu zeigen, den kennen wir ja gut genug«, meinte Frida kichernd.
»Ja, gerade du Frau Schneiderin«, sagte Isabella lachend, worauf hin Frida ihr einen schmollenden Blick zu warf.

Sie gingen durch den langen Flur in dem sich Miss Wilhelminas Büro befand und die Schülerin klopfte zaghaft an die Tür.
»Miss, hier sind einige Leute, die zu ihnen wollen«, sagte sie, nachdem Miss Wilhelmina von drinnen »Herein« gerufen und sie die Tür geöffnet hatte.
»Dann herein mit ihnen«, sagte Miss Wilhelmina und alle betraten das Büro. Zuletzt trat Maja ein und schloss die Tür hinter sich. Die Koffer hatten Mara und Frida auf dem Flur abgestellt.
Miss Wilhelmina begrüßte alle mit Handschlag und alle gratulierten ihr zum Geburtstag.
Die Herrinnen und Miss Wilhelmina nahmen an dem runden Tisch Platz während Frida, Mara und Maja daneben knieten und sie unterhielten sich eine Weile, bis Miss Wilhelmina sagte: »Ich denke, ihr solltet erst Mal in eure Zimmer gehen und euch frisch machen. Wenn Emylia hier ist, können wir dann anfangen.« Dann schaute sie zu Frida und Mara. »Oder wollt ihr im Schlafsaal übernachten. In der Gruppe vier sind ein paar Betten frei.«
»Ich denke, das ist eine gute Idee. Dann kommen die Beiden gar nicht erst auf die Idee, daß es normal ist, sich bedienen zu lassen«, meinte Isabella grinsend.
Mara schaute etwas zweifelnd zu Rebecca, doch als diese ihr zu nickte, stimmte sie dem zu, während Frida und Maja gar nicht erst gefragt wurden.
»Es sind nur vier Nächte«, sagte Rebecca zu Mara, nahm ihre Hand und streichelte diese sanft.
»Wenn du das so möchtest Herrin schlafe ich im Schlafsaal«, sagte Mara etwa verunsichert.
»Mara, es hat einen guten Grund, daß ihr Drei nicht bei euren Herrinnen in den Gästezimmern schlafen solltet«, mischte Miss Wilhelmina sich ein. »Morgen Abend können wir noch mal darüber reden, aber wenigstens heute würde ich euch doch bitten, im Schlafsaal zu übernachten. Und morgen werdet ihr auch den Grund erfahren.«
»Dann ist das also nicht einfach nur ein Besuch zu Ihrem Geburtstag?«, wollte Maja wissen.
Miss Wilhelmina lachte. »Nun, ich habe Euch alle zu meinem Geburtstag eingeladen und übermorgen werden wir auch Essen gehen. Aber ein klein Wenig mehr steckt doch dahinter.«
»Ich verstehe«, sagte Maja. Sie hob eine Augenbraue und schaute Isabella fragend an. Diese nickte lediglich und Maja nickte verstehend. »Wenn es nur ein paar Nächte sind, werden wir es sicher überleben, nicht bei unseren geliebten Herrinnen sein zu können«, sagte sie.
Rebecca und Isabella schauten sie erst stirnrunzelnd an und lachten dann. »So schlimm wird es schon nicht werden«, sagte Rebecca grinsend und auch Mara musste nun lachen.
»Wir sehen uns spätestens beim Abendessen«, fügte Isabella noch hinzu.

Miss Wilhelmina ging zu ihrem Schreibtisch und holte ein Comm hervor. Sie tippte etwas darauf herum, hielt es sich ans Ohr und sagte dann: »Schick mir doch bitte mal eine deiner Schülerinnen her. Ihr habt die nächsten Tage ein paar Gäste.«
Die Antwort darauf war nicht zu hören. Aber kurz darauf klopfte es und eine Schülerin trat ein.
»Ah, Mona. Das sind Maja, Frida und Mara. Sie werden ein paar Nächte bei euch im Schlafsaal übernachten. Bitte zeig ihnen den Schlafsaal und die Betten«, sagte Miss Wilhelmina und deutete auf die Drei.
»Ja Miss«, sagte die Schülerin und ging zur Tür. Mara knickste, als sie das Büro verließen und Frida und Maja taten es ihr gleich.
Sie folgten der Schülerin über den Hof ins Hauptgebäude. Mitten auf dem Hof blieb Mara stehen und schaute zu dem Podest mit den beiden Pfosten hinauf. Ein leichter Schauer lief ihr über den Rücken als sie daran zurück dachte wie sie hier wegen Miss Vitórias Bildern, die sie herunter geworfen hatte, das erste Mal stand.
»Was ist denn?«, rief Frida ihr zu, die mit den Anderen schon weiter gegangen war. »Rebecca wird dich ganz bestimmt nicht da anbinden. Im Gegensatz zu dir hat sie wahrscheinlich nicht gerade die besten Erinnerungen daran.«
Mara schaute verärgert zu Frida und folgte den Anderen ins Hauptgebäude.
Sie gingen den Gang im Erdgeschoss entlang in einen der Schlafsäle.
»Dann herzlich willkommen«, sagte die Schülerin und zeigte auf die letzten drei Betten. »Da könnt ihr euch breit machen. Muss ich euch noch alles zeigen?«
»Danke. Wir kennen uns hier aus«, sagte Frida grinsend.
»Schade. Dann muss ich doch noch vor dem Mittagessen zurück zum Bügeln«, sagte Mona etwas enttäuscht.
»He, Moment mal. Ich bin in Hamburg zur Schule gegangen. Ich kenne mich doch hier gar nicht aus«, sagte Maja empört zu Frida.
»Du warst doch viel...« Weiter kam Frida nicht denn Maja hatte sie mit dem Ellenbogen in die Seite gestupst, so daß sie sofort schwieg.
»Würdest du mir bitte alles zeigen? Ich bin sicher Miss Henrietta, ähm, ich meine natürlich eure Hauswirtschaftslehrerin wird verstehen, daß du mir erst mal alles zeigen musst«, sagte Maja und zwinkerte Mona zu.
Diese grinste und deutete dann auf die Schränke. »Da könnt ihr eure Sachen rein packen. Der Waschraum ist da vorne und...«
»Komm, lass den quatsch. Meine Herrin war hier Lehrerin. Ich kenne die Schule glaube ich besser als jede von Euch. Helf uns schnell beim Einräumen und dann kannst du uns den Garten, ähm, zeigen«, sagte Maja lachend.
Mona schaute sie kurz an. »Danke«, sagte sie und half den Dreien, ihre Sachen in die Schränke zu packen. Nun wurde Mara klar, warum sie die Sachen, die sie in der Schule bekommen hatte, mit nehmen sollte. Doch auch ein langes Kleid wanderte in den Schrank, welches Mona bewundernd ansah.
»Das ist ein schönes Kleid. Hast du das von deiner Herrin bekommen?«, fragte sie.
»Ja, so ungefähr schon. Wir sind übermorgen von Miss Wilhelmina zum Essen eingeladen worden. Da kann ich doch nicht in der Tunika mit gehen«, sagte Mara.
Mona schaute etwas verträumt das Kleid an und hängte es in den Schrank. »Da würde ich auch gerne mit gehen. Aber eure Herrinnen werden sicher andere Schülerinnen auswählen. So ein schönes Kleid habe ich noch nie getragen.«
»Was meinst du mit auswählen?«, wollte Mara wissen.
»Wie? Sag nur, du weißt das nicht?«, mischte Maja sich ein. »Miss Wilhelmina lädt jedes Jahr auf ihrem Geburtstag jemanden zum Essen ein. Jeder Gast bringt eine Begleitung mit und wählt außerdem eine Schülerin aus, die zum Essen mit kommt. Und danach geht es ins Theater, die Oper oder auf ein Konzert. Also nicht sowas wie letzten Monat bei uns sondern klassische Musik oder so«, erklärte Maja.
»Nein, das hab ich nicht gewusst«, musste Mara zugeben und auch Frida wusste davon nichts.
»Na, jetzt wisst ihr es ja«, meinte Maja. »Mona, du könntest uns jetzt den Garten zeigen.«

Die Drei folgten Mona aus dem Hauptgebäude heraus in den Garten, der trotz des schon recht kalten Wetters wie immer sehr schön aussah. Einige der hohen Ziergräser und einige Sonnenblumen, welche in der Mitte des Gartens in einem erhöhten Beet standen blühten noch und sogar der Rosenstock in seinem runden Beet trug noch einige Blüten.
Mara ging auf diesen zu und aus reiner Gewohnheit knickste sie vor diesem.
»Ihr kennt die Geschichte von diesem Rosenbusch?«, fragte Mona, worauf hin die Drei nickten. »Ich finde diese Rosen wunderschön. Wenn ich Zeit habe, dann putze ich sie immer aus. Ich frage mich dann immer, ob es Sarah nicht doch geschafft hat, aus dem Fluss zu kommen«, sagte sie verträumt.
»Ja, das habe ich mich auch immer gefragt«, sagte Mara.
Maja deutete auf ein viereckiges Stück vor dem Nebengebäude und ging darauf zu. »Das sieht ziemlich frisch aus«, meinte sie und fragte Mona, ob sie wusste, was es damit auf sich hat.

»Sag mal, spinnst du eigentlich?«, fragte Frida Mara, die noch immer vor dem Rosenbusch stand. »Du weißt genau, wo sie jetzt ist. Und wenn Herrin Isabella sieht, daß ich hier stehe, dann bringt sie es fertig und lässt mich die nächsten Tage im Keller verbringen. Und dazu habe ich nicht die geringste Lust.«
»Ja, du hast Recht. Irgend wie ist es komisch, jetzt zu wissen, wie es weiter gegangen ist. Aber die Blumen sind trotzdem schön. Vielleicht sollte ich ihr einen Ableger mit bringen«, meinte Mara. »Sie hat diese Blumen ja geliebt. Bestimmt würde sie sich darüber freuen.« Sie ging weiter zu der Bank, die in einiger Entfernung von dem Busch stand, so daß man diesen gut sehen konnte. »Ich habe Herrin Rebecca das erste Mal gesehen, als sie sich einen Ableger von dem Busch geholt hat. Ich habe mit Larissa hier gesessen und sie hatte überall Gipsverbände und brauchte Krücken um zu laufen.«
Frida, die sich neben Mara gesetzt hatte, schaute Mara verwundert an. »Ich wusste gar nicht, daß du so romantisch sein kannst.«
Mara zuckte mit den Schultern und grinste verlegen.

»Es ist gleich Zeit zum Mittagessen«, sagte Mona, die mit Maja gerade herüber kam. »Ich muss zurück in den Schlafsaal.«
Die Drei folgten ihr und kurz darauf kamen auch die anderen Schülerinnen in den Schlafsaal. Doch statt in den Speisesaal zu gehen, stellten sich die Schülerinnen nach dem Waschen vor ihre Betten. Etwas verwundert schauten sich die Drei das an, stellten sich dann aber ebenfalls vor ihre Betten.
Mara, die das achte Bett gewählt hatte, damit Frida und Maja nebeneinander schlafen konnten, schaute nach links und traute ihren Augen nicht. Die Frau, die neben ihr stand und gerade aus schaute, war Astrid, die Bibliothekarin bei der sie sich, als sie noch bei Herrin Julia gewesen war, ein Buch ausgeliehen hatte und die danach wegen eines angeblichen Diebstahles verhaftet worden war. Doch diese beachtete sie nicht sondern schaute weiterhin gerade aus. Auch die anderen Schülerinnen schauten stur gerade aus, standen gerade und hatten die Hände hinter dem Rücken. Also stellte auch Mara sich genau so hin.

Es dauerte nicht lange, da öffnete sich die Tür. »Dann wollen wir doch mal sehen, ob ihr endlich mal alle halbwegs ordentlich ausseht.«
Mara musste schlucken, als sie diese Stimme mit dem starken Akzent hörte. Auch ohne hin zu sehen, wusste sie, daß dies Miss Vitória war, die da gerade die erste Schülerin äußerst gründlich inspizierte.
Sie ließ sich von jeder Schülerin die Hände zeigen, betrachtete genauestens die Tuniken und ließ die Schülerinnen diese sogar öffnen.

»Astrid, geh dich kämmen, deine Haare sehen mal wieder furchtbar aus«, sagte sie als sie diese inspiziert hatte und trat zu Mara. »Soso, Gäste, mal sehen, wie eure Herrschaften es mit der Sauberkeit halten.« Sie schaute sich Maras Hände gründlich an, hatte aber keinen Grund zur Beanstandung.
»Wie geht’s deinem Rücken?«, fragte sie leise, als sie Mara umrundete.
»Gut Miss, danke der Nachfrage«, sagte Mara mit einem verlegenen Grinsen. Auch sie musste die Tunika öffnen und Miss Vitória schaute recht erstaunt, als sie Maras Gürtel erblickte. »Oh meu Deus, was hast du angestellt, daß man dich so bestraft?«
»Nichts Miss«, sagte Mara. Sie hatte das Gefühl, hier eine Erklärung geben zu müssen. Also fügte sie leise, so daß nur Miss Vitória es hören konnte hinzu: »Ich trage ihn freiwillig. Er erinnert mich immer an meine Herrin.« Ein Lächeln konnte sie, als sie dies sagte, nicht unterdrücken.
»Ich verstehe«, sagte Miss Vitória und ging nun zu Frida. Auch diese inspizierte sie genau, hatte aber genau so wenig zu beanstanden wie bei Mara. Dann ging sie zu Maja.

»Hallo Vitória«, sagte diese und streckte die Hände vor.
»Hallo Maja, schön dich wieder zu sehen. Dann ist Isabella auch hier?«
»Ja Miss«, sagte Maja lächelnd.
Auch Maja inspizierte sie sehr genau, hatte aber keinen Grund zur Beanstandung.

»Gut, das hat ja endlich mal wieder funktioniert. Also könnt ihr heute Abend wieder ohne Inspektion zum Essen gehen. Aber ich warne euch: sollte so etwas noch einmal vorkommen, können die betreffenden Schülerinnen die nächsten Tage draußen im Garten essen. Wer wie ein Schwein zum Essen kommt, kann auch ganz genau so essen. Die Jenigen, die das betrifft, wissen schon wer gemeint ist.« Sie sprach diese Drohung sehr energisch aus, ohne jedoch einzelne Schülerinnen an zu sehen. »Und jetzt ab mit Euch zum Essen.«

Die Schülerinnen gingen langsam aus dem Schlafsaal heraus. Maja, Frida und Mara folgten Miss Vitória.
»Was hat es denn mit dieser Inspektion auf sich?«, wollte Maja wissen.
Miss Vitória lachte. »Zwei meiner Schülerinnen haben es eine Zeit lang mit der Hygiene nicht so genau genommen und die Anderen haben sich über sie beschwert. Aber ich hoffe ja, daß sie jetzt auf dem richtigen Weg sind. Und wenn nicht, im Garten ist eine schöne freie Fläche. Einen Zaun darum und etwas Wasser und man hat einen schönen Schweinepferch in dem sie sich suhlen können. Und wenn das nicht hilft, dann weiß ich auch nicht weiter.«
»Ich verstehe. Diese Idee hätte glatt von Herrin Isabella kommen können«, sagte Maja ebenfalls lachend.

Im Speisesaal stellten die Drei sich an der Essensausgabe an. Zur Auswahl standen heute Nudeln mit Gulasch und ein undefinierbarer Eintopf.
»Schau mal den Eintopf. Der sieht lecker aus«, sagte Frida zu Mara, die hinter ihr ging.
»Ich würde den besser nicht essen«, sagte die Schülerin, die vor Frida stand. »Ihr habt ja keine Ahnung, was da drinne ist.«
Ohne sich absprechen zu müssen, nahmen sowohl Frida als auch Mara eine große Portion des Eintopfes. Vor allem Mara wusste ja nur zu genau, woraus er wirklich bestand.
»Doch, wissen wir«, sagte Frida. »Ich finde ihn sehr lecker.«
Mara sagte nichts, machte jedoch leise, so daß nur diese Schülerin es mit bekam »Wuff!«, worauf hin diese sie entsetzt an schaute und Mara und Frida in leises Gekicher ausbrachen.

Nachdem sie endlich zu Essen hatten, schaute Mara sich im Saal um. Sie hätte sich gerne zu Astrid gesetzt, doch der Tisch, an dem diese saß, war bereits voll besetzt.
Am Lehrertisch winkte ihnen jemand zu und deutete auf eine Reihe freier Plätze dort.
»Was macht ihr denn hier?«, fragte Chris erstaunt, als sie sich gesetzt hatten.
»Wir wollten mal sehen, wie du dich so als Lehrerin machst«, erwiderte Mara grinsend.
»Wirklich?«, fragte Chris, die das nicht ganz zu glauben schien.
»Nein, eigentlich sind wir hier, weil Miss Wilhelmina drei ihrer Schülerinnen eingeladen hat Und zufällig sind zwei dieser Schülerinnen eben unsere Herrinnen«, erklärte Frida.
»Schade. Aber es ist trotzdem schön, euch zu sehen. Kommt doch nach dem Abendessen in mein Zimmer, dann können wir uns unterhalten«, bot Chris an. Dieses Angebot nahmen Mara und Frida gerne an, während Maja zu Klara gehen wollte um diese zu besuchen.

Während des Essens unterhielten sie sich miteinander und Chris wollte wissen, was sie bis zum Abendessen machen wollten.
Maja ging nach dem Essen sofort in die Stadt, um Klara zu besuchen. Frida und Mara wussten nicht, wie sie diese Zeit verbringen sollten. Früher hätten beide es genossen, einige Stunden frei zu haben, einfach in ihren Betten zu liegen und nichts zu tun. Doch heute würde ihnen ganz sicher eher langweilig werden.
»Warum geht ihr nicht mit meiner Gruppe mit?«, schlug Miss Vitória vor. »Nach dem Mittagessen ist Kochunterricht, also nichts all zu schlimmes.«
Sowohl Mara als auch Frida nahmen diesen Vorschlag gerne an.

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 16.05.18 um 18:10 geändert
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:12.05.18 08:11 IP: gespeichert Moderator melden


»Na die kann was erleben! Wenn ich mit der fertig bin, dann kann sie nicht noch einmal aufstehen«, sagte Herrin Rebecca wütend und verließ den Salon.

Diesen Satz hatte ich irgendwie erwartet

Die Blessuren die Miss Wencke davongetragen hat wären bei mir allerdings nicht auf Maras sondern auf Rebeccas Konto gegangen.

Wie dem auch sein.
Du hast uns mal wieder eine Weiterführung gezeigt mit der wohl niemand gerechnet hätte. Noch dazu der Aspekt mit der eventuell anstehenden Lehrplanänderung!

Respekt!

Toll geschrieben, lustig, kurzweilig und ansprechend.
Kurz..."KLASSE"

Trotzdem eine winzigwinzigkleine Kritik....
So gerne wie ich deine Rezepte nachkoche, (ok wohl ehr meine Frau), sie sollten nicht die Überhand gewinnen in deiner superschönen Geschichte.
Aber so wie ich dich kenne, wirst du sowieso die nächsten Fortsetzungen wieder, mit gepfefferter Erotik würzen.

Wunschgedanken von mir....
Wann taucht eigentlich Sunrise mal wieder auf?

Ich warte voller Spannung auf den nächsten Teil!
Bis dahin
Gruß Gozar
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:16.05.18 18:17 IP: gespeichert Moderator melden



Zitat

So gerne wie ich deine Rezepte nachkoche, (ok wohl ehr meine Frau), sie sollten nicht die Überhand gewinnen in deiner superschönen Geschichte. Aber so wie ich dich kenne, wirst du sowieso die nächsten Fortsetzungen wieder, mit gepfefferter Erotik würzen.

Genau wie ich mich bei den Beschreibungen eindeutiger Szenen etwas zurück halten muss um nicht auf einmal im Ü18-Bereich zu landen, ergehe ich mich in anderen Dingen in den Details. Das gehört für mich einfach dazu.
Aber keine Sorge, die Erotik wird trotzdem nicht zu kurz kommen. Aber es gibt einfach auch Teile, in denen sie einfach nicht vorkommt. Und hier einfach irgend wo etwas einzubauen, was nicht her gehört, kommt mir zu gekünstelt vor.



Zitat

Wunschgedanken von mir....
Wann taucht eigentlich Sunrise mal wieder auf?

Ich fürchte, das wird erst einmal eine ganze Weile auf sich warten lassen. Im Moment ist sowieso nicht das passende Wetter. In der Geschichte ist aktuell November. Aber es wird ja auch irgend wann wieder Frühling.

Obwohl... Zu Silvester könnten Rebecca und Mara ja noch mal zu Julia fahren um dort auf die Silvesterparty zu gehen...



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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:16.05.18 22:31 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo, zunächst DANKE für diese tolle Geschichte. Da scheint ja noch einiges an Potential vorhanden zu sein (Gott sei Dank) ,
Schön wäre es, wenn es auch auf Fähenberg weitergeht (aber nur keinen Streß).
Viele Grüße
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:16.05.18 23:13 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

Schön wäre es, wenn es auch auf Fähenberg weitergeht (aber nur keinen Streß).

Ja, das fände ich selbst auch schön. Aber aus irgend einem Grund fehlt mir im Moment der Bezug zu der Geschichte. Ich habe da noch viele Ideen aber jedes Mal, wenn ich versuche die Geschichte weiter zu schreiben, kommt nur etwas bei heraus, was mir überhaupt nicht gefällt.

Aber dafür geht es bei dieser Geschichte hier heute schon weiter, da ich bis Anfang nächster Woche nicht zu Hause bin und nicht einmal weiß, ob ich einen Internetzugang haben werde.


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  RE: Neue Horizonte - 2 Teil 58 Datum:16.05.18 23:14 IP: gespeichert Moderator melden


58


»Wen haben wir denn da?«, rief Miss Lorena freudig und kam zu Mara und Frida, die neben der Tür stehen geblieben waren. »Das ist aber schön, daß ihr hier seid. Es kommt viel zu selten vor, daß ehemalige Schülerinnen uns besuchen.«
»Hallo Miss Lorena«, sagten die beiden und knicksten. »Schön, Sie wieder zu sehen.«
»Wie lange bleibt ihr denn?«, fragte Miss Lorena.
»Ich glaube, bis zum Wochenende«, sagte Frida.
»Na da freue ich mich aber. Aber ich nehme nicht an, daß ihr her gekommen seid, um noch etwas zu lernen.«
»Also ich könnte sicher noch einiges lernen«, gab Frida zu. »Aber Mara braucht das wahrscheinlich gar nicht mehr.«
»Ach ja, richtig. Ich habe davon gehört. Dieser Herr Schäfer war ja anscheinend begeistert von deinen Kochkünsten«, wandte Miss Lorena sich an Mara.
Dieser war das ziemlich unangenehm, auf einmal so im Mittelpunkt zu stehen. Doch Miss Lorena wandte sich schon den Schülerinnen zu. »Ihr solltet euch alle ein Beispiel an Mara hier nehmen. Sie hat letztens etwas gekocht, von dem sogar ein Spitzenkoch begeistert war.«
Die Schülerinnen schauten nun mehr oder weniger interessiert zu Mara, die ein wenig rot wurde ob der ungewohnten Aufmerksamkeit, die ihr nun entgegengebracht wurde.
»Das hab ich doch alles bei Ihnen gelernt Miss.«, sagte Mara bescheiden.

Frida begann zu grinsen. Kichernd sagte sie »Miss Lorena war aber nicht dabei, als du das gemacht hast. Und ich hab dir auch nicht helfen können.« Sie schien es lustig zu finden, Mara noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken um selbst dafür in den Hintergrund treten zu können.
Und Miss Lorena machte das Ganze noch schlimmer als sie sagte: »Wir haben ganz zufällig ein paar schöne Filetstücke und einige andere Zutaten hier. Vielleicht möchte Mara euch ja zeigen, wie man ein Filetsteak zubereitet. Und dabei kann sie euch ja vielleicht auch noch erzählen, welche Beilagen man am Besten dazu macht.«
Mara wollte ablehnen, doch die Schülerinnen schauten nun gespannt zu ihr. Anscheinend war es doch nicht ganz so zufällig, daß Miss Lorena ausgerechnet heute diese Zutaten da hatte, die sie nun auf dem großen Arbeitstisch in der Mitte der Schulküche ausbreitete.
Sie straffte sich und willigte schließlich ein. Viel falsch machen konnte sie ja nicht, da Miss Lorena auch noch da war und etwas dazu erklären konnte.

Gute drei Stunden später hatten jede Schülerin, Miss Lorena und auch Mara und Frida zwei Teller mit Steak, Fächerkartoffeln und überbackenem Blumenkohl mitsamt Sauce und Kräuterbutter vor sich stehen. Die mit Kräuterbutter gebacken Kartoffeln, waren mit einigen Zweigen Rosmarin verziert und die meisten Teller schön angerichtet.
Miss Lorena ging zu jeder Schülerin und schnitt das Fleisch auf. Bis auf wenige Ausnahmen hatten alle es geschafft, den gewünschten Garpunkt zu erreichen. Diese Ausnahmen veranlassten Miss Lorena dazu, noch einige Erklärungen dazu zu geben, wie man genau den Garpunkt erreichte, den man haben wollte. Auf den zweiten Teller jeder Schülerin steckte sie bunte Fähnchen in das Fleisch welche den tatsächlichen Zustand des Steaks beschrieben. Außerdem schrieb sie auf die Fähnchen die Nummer der Schülerin. Diese Teller ließ sie in die Kantine bringen, damit die Lehrerinnen diese beim Abendessen bewerten konnten.
»So, das hat ja bei allen gut geklappt. Dann wünsche ich Euch guten Appetit«, sagte Miss Lorena.
Sie setzte sich und begann zu essen, nachdem auch die Schülerinnen Platz genommen hatten.

»Also von mir aus kannst du öfter mal her kommen«, sagte Astrid, die sich neben Mara gesetzt hatte. »So was tolles bekommen wir sonst nicht zu essen.«
»So schlecht ist das Essen hier doch gar nicht«, sagte Mara.
»Nein, schlecht ist es nicht. Aber wann bekommt eine Schülerin denn schon mal Steak zu essen? Und später als Serva bekommt man sowas doch wohl auch eher selten.«
Auch wenn sie selbst ziemlich oft Essen bekam, welches sich wohl ein normaler Mensch kaum regelmäßig leisten konnte, stimmte es schon, daß eine Serva im Normalfall wenn überhaupt, wohl nur höchst selten ein richtiges Steak bekommen würde. Also nickte sie lediglich.
»Aber ich weiß immer noch nicht, was es mit diesem komischen Eintopf auf sich hat, den es heute mal wieder gegeben hat. Und es sind immer die Schülerinnen, die gerade eine Woche Gartenarbeit gemacht haben, die sagen, man soll die Finger von dem Zeug lassen.« Astrid schaute Mara fragend an. Allerdings hatte wohl Miss Lorena die Unterhaltung mit bekommen. Sie schaute zu Mara und legte den Finger auf die Lippen.
»Ich glaube, das wirst du auch noch erfahren. Aber ich mag den Eintopf«, sagte Mara vorsichtig, um nichts zu verraten.
Miss Lorena nickte zustimmend. Dann sagte sie: »Wenn ihr fertig seid mit Essen, könnt ihr gehen. Nur ihr«, sie deutete auf die zwei Schülerinnen, die ihr Steak nicht auf den Punkt gegart hatten »bleibt hier und räumt noch auf.« Die Beiden stöhnten leise auf.
»Ach ja, Frida, dich möchte ich bitten, auch noch hier zu bleiben und mit zu helfen. Ich habe noch etwas für dich«, sagte Miss Wilhelmina geheimnisvoll. Frida schaute sie fragend an, doch anscheinend war von ihr gerade keine Antwort zu erwarten, also nickte Frida lediglich.

-

Nachdem sie die Küche verlassen hatten, gingen alle in den Schlafsaal. Abendessen wollte heute keine der Schülerinnen mehr und auch Mara war von dem, was sie eben gegessen hatten satt geworden. Außerdem war das Steak viel zu gut gewesen, als daß sie es durch das Essen der Schulkantine hätte überdecken wollen. Also schrieb sie Herrin Rebecca eine kurze Nachricht, daß sie zum Abendessen nicht in die Kantine kommen würde.
Herrin Rebecca wünschte ihr viel Spaß und bat sie, Chris zu grüßen. Mara fragte sich zwar, woher sie wusste, daß sie nachher zusammen mit Frida zu Chris wollte, doch machte sie sich nicht all zu viele Gedanken darüber.

»Sag mal, was ist denn eigentlich passiert, daß du an der Schule bist?«, fragte sie Astrid als sie im Schlafsaal auf Maras Bett saßen.
Astrid seufzte kurz und begann zu erzählen: »An dem Tag nachdem du in der Bibliothek gewesen bist, kamen auf einmal jede Menge Polizisten und ein seltsamer Mann in mein Büro gestürmt und haben alles auf den Kopf gestellt. Der Mann hat mich immer wieder gefragt, wo ich den Folianten hätte. Ich wusste ja nicht mal, wovon der geredet hat. Der einzige Foliant, von dem ich überhaupt wusste, ist der von dem du mir damals erzählt hast. Aber den konnten sie ja kaum meinen. Der, den sie gesucht haben, soll schon vor ein paar Jahren gestohlen worden sein. Sie haben mich immer wieder gefragt, wo ich vor drei Jahren gewesen bin. Aber meine Güte, weißt du denn so genau, wo du vor drei Jahren gewesen bist?«
Mara hob den Kopf. »Ja, das kann ich dir ziemlich genau sagen.«
»Echt? Also ich wüsste nicht mal, wo ich vor einem Jahr gewesen bin, geschweige denn, vor drei Jahren«, sagte Astrid erstaunt.
»So schwer ist das nicht«, sagte Mara. »Vor drei Jahren war ich hier in der Schule.«
Astrid schaute sie an und lachte. »Na gut, sowas lässt sich ja auch leicht merken. Aber ein so wasserfestes Alibi hatte ich leider nicht. Die haben mich dann einfach mit genommen und ziemlich lange verhört. Ich konnte noch nicht mal einen Anwalt anrufen. Als sie gemerkt haben, daß ich ihnen nichts zu diesem Folianten sagen konnte, haben sie mich zu einem Richter gebracht. Der hat mich dann zu zehn Jahren verurteilt. Und als er gefragt hat, ob ich lieber ins Gefängnis oder in die Schule gehen wollte, da hatte ich kaum Zeit zum Überlegen. Aber irgendwie hab ich mich da an dich erinnert und hab gesagt, daß ich lieber in die Schule gehen wollte. Irgendwie hat der Richter ein wenig enttäuscht ausgesehen, als ich das gesagt habe. Ich hatte das Gefühl, daß er es lieber gesehen hätte, wenn ich ins Gefängnis gegangen wäre. Und am nächsten Tag hat man mich hier her gebracht.«

»Weswegen bist du denn eigentlich verurteilt worden? Das klingt doch alles ziemlich komisch«, hakte Mara nach.
»Angeblich, weil ich diesen Folianten gestohlen haben soll. Aber gefunden haben sie ihn bei mir ganz sicher nicht.«
»Was soll das denn für ein Foliant gewesen sein?«, hakte Mara nach.
»Das weiß ich doch nicht. Aber er muss ja unheimlich wichtig sein, wenn darum so viel Aufhebens gemacht wird. Bei all dem Aufwand, den da anscheinen irgend jemand betreibt um ihn zurück zu bekommen, würde ich wirklich gerne mal einen Blick hinein werfen«, sagte Astrid.
»Das ist wirklich sehr komisch«, sagte Mara. »Wenn du möchtest, dann spreche ich mal mit meinem Vater, er ist Anwalt. Vielleicht kann er ja dafür sorgen, daß du wieder frei kommst. Bei mir haben seine Kollegen das auch geschafft.«
»Du, das ist überhaupt nicht nötig. Das Komischste kommt ja noch. Vor zwei Monaten ist dieser seltsame Mann hier her gekommen und hat mir ein Aufhebungsurteil gebracht. Er hat er mir sogar schriftlich gegeben, daß ich ziemlich viel Geld als Entschädigung dafür bekomme, daß man mich fälschlicherweise verurteilt hat. Ich habe das mal nachgerechnet. Das ist mehr, als ich in fünf Jahren verdient hätte. Er hat mir auch noch zugesagt, daß ich meine alte Stelle wieder haben kann und sogar meine Wohnung bekomme ich wieder und alles Andere, was mir gehört auch. Miss Wilhelmina hat mir dann den Vorschlag gemacht, daß ich die Schule trotzdem abschließe. Und als dieser Mann mir dann versichert hat, daß alles was er gesagt hat, dann trotzdem noch gilt, habe ich zugesagt.«
»Das klingt wirklich ziemlich seltsam. Aber ich glaube, ich wäre sofort hier weg, wenn ich gekonnt hätte«, sagte Mara nachdenklich.
»Wer weiß denn, wofür das mal gut ist? Und außerdem habe ich im Moment auch gar keinen Grund, zurück zu gehen.« nun schien ein Schatten über Astrids Gesicht zu huschen und sie schien etwas traurig, als sie weiter sprach. »Hagen ist sowieso weg. Ich habe ihm geschrieben, nachdem dieser Mann hier war. Er hat fast ein Jahr auf mich gewartet ohne etwas von mir gehört zu haben. Wie hätte ich ihm denn auch sagen können, was passiert ist? Aber er hat jetzt eine andere Freundin und er wird balde Vater.«

»Das tut mir leid«, sagte Mara.
Astrid seufzte. »Ach was soll’s? Ändern kann ich das nun nicht mehr. Aber wahrscheinlich wird es schwer, wieder einen Mann zu finden. Die hübscheste bin ich nun mal nicht. Und bei der Auswahl wird sich wohl kaum einer für mich interessieren.«
»Na ja, es gibt ja auch noch Frauen«, sagte Mara. »Wenn du so viel Geld hast, dann kannst du doch auch selbst eine Serva kaufen«
Astrid sah Mara etwas erstaunt an. »Mit einer Frau? Also ich weiß nicht. Könntest du das denn?«
Mara kicherte. »Also ich kenne viele die das können und die finden es nicht schlecht. Larissa, eine meiner Mitschülerinnen ist bei einer Frau und sie verstehen sich sehr gut. Und Vivian und Vera haben dieses Jahr geheiratet. Miss Isabella und Maja sind verheiratet und Frida, ich hab zwar noch nicht herausgefunden wie, aber irgendwie gehört sie auch zu den Beiden. Da gibt es noch ganz viele. Trish und Lucy, Veronica und Ingrid, Frau Kroll und Dana, und Herrin Rebecca und ich und sogar Saphira scheint irgend was mit dieser Yanna zu haben.«
»So viele? Das hätte ich nie gedacht. Kennst du überhaupt Paare mit einem Mann und einer Frau?«, fragte Astrid und grinste frech.
»Ja, mein Papa und Melissa zum Beispiel.«
»Nur die Beiden?«, fragte Astrid mit einem leicht sarkastischen Unterton.
»Na ja, wir wohnen auf dem Gelände das zu der Fabrik von Frau Kroll gehört. Und da gibt es nur ganz wenige Männer.«
»Klingt für mich ziemlich komisch. Und ich weiß nicht, ob ich das könnte. Ich meine, wahrscheinlich würde mir da was fehlen.« Astrid schaute sich kurz um. »Du weißt schon, was nur Männer haben.«

Mara musste lachen, als Astrid das sagte. »Ich habe zwar keinen Vergleich aber da gibt es doch genug Alternativen.«
»Alternativen?«, fragte Astrid etwas erstaunt.
»Na ja, aus Plastik zum Beispiel.«
»Also ich weiß nicht, ob das einen Mann wirklich ersetzen kann«, sagte Astrid skeptisch.
»Das weiß ich auch nicht. Aber ich hab auch keinen Vergleich«, sagte Mara schulterzuckend. Diese Frage stellte sich ihr auch gar nicht. Sie war so wie es war glücklich und wollte auch gar nichts anderes.

»Ihr habt ja ein tolles Thema drauf.« Frida war gerade mit den beiden anderen Schülerinnen herein gekommen. »Und das wo Maja und ich heute Nacht nicht mal zu Herrin Isabella können.« Sie hielt Mara eine große Plastiktüte unter die Nase, auf der das Bild eines Hundes aufgedruckt war.
»Wo sind die denn her?«, fragte Mara kritisch und schaute in die offene Tüte.
»Das war das, was Miss Lorena noch für mich hatte. Das ist nur eine neue Verpackung und es gibt nur noch eine Form. Aber sonst sind es die Selben, die es früher gegeben hat«, erklärte Frida und steckte sich unter den entsetzten Blicken von Astrid und einigen anderen Schülerinnen eine Hand voll der kleinen Stückchen in Knochenform in den Mund.
Mara sah die entsetzten Blicke und griff ebenfalls in die Tüte. Sie steckte sich einige der Stückchen in den Mund und begann zu kauen.
»Ich weiß nicht, genauso geschmacklos wie früher«, sagte sie mit vollem Mund. Irgendwie fand sie es ziemlich lustig, was die Anderen für Gesichter machten.
»Auch mal probieren?« Frida hielt die Tüte den Anderen hin. Doch die winkten nur mit teils entsetzten, teils angeekelten Gesichtern ab. »Macht nichts, bleibt mehr für mich«, sagte Frida, setzte sich auf ihr Bett und begann zu lesen.

»Wir sollten nach dem Abendessen noch zu Chris«, erinnerte Mara sie.
»Dann sollten wir uns mal umziehen und gehen. Das Abendessen ist gleich zu Ende. Und viel Zeit wird sie ja nicht haben, sie muss ja auch wieder zu ihrer Gruppe.« Frida legte ihr Pad bei Seite und stellte die Tüte mit den Getreidestückchen auf den Schrank, so daß jeder deutlich sehen konnte, um was es sich vorgeblich handelte.

»Wer ist denn Chris?«, fragte Astrid, während Mara und Frida andere Tuniken anzogen. Dabei schaute sie auffällig zu Mara die nun fast nackt vor ihrem Schrank stand und nur noch ihren Keuschheitsgürtel trug.
»Eine unserer Mitschülerinnen«, erklärte Frida knapp und ging zur Tür.
»Sie will Lehrerin werden«, fügte Mara dieser Erklärung hinzu. »Bis nachher«, sagte sie und folgte Frida.

-

»Hübsch hast du’s hier«, sagte Mara, als sie Chris’ Zimmer betraten. Wie in wohl allen Zimmern von Lehrerinnen gab es ein Bett, einen Nachttisch, einen einfachen Tisch und einen Stuhl sowie einen Kleiderschrank der sich nur in der Größe von dem der Schülerinnen unterschied. Ansonsten gab es nichts in diesem Zimmer, was darauf hinwies, daß es überhaupt bewohnt war. Es gab keine Bilder an der Wand, wie damals in Miss Isabellas Zimmer und auch keine Gegenstände, die auf die Bewohnerin hindeuteten.
Chris hatte die Ironie in Maras Worten bemerkt und sagte: »Ja ja, Hübsch ist der kleine Bruder von Hässlich. Viel hab ich ja nun mal nicht. Aber wozu auch? Ich weiß ja nicht mal, ob ich hier bleibe, wenn ich Lehrerin bin. Ich hab es eben nicht so gut wie du. Dein Vater hat zwar ganze Arbeit geleistet und ich bin jetzt theoretisch frei aber durch den Vertrag den ich als Lehrerin unterschrieben habe, bin ich es doch irgend wie nicht. Ich muss mindestens vier Gruppen unterrichten. Das sind acht Jahre in denen ich an jede andere Schule geschickt werden kann. Eigentlich hab ich mir ja gedacht, daß ich es als Lehrerin besser haben werde, aber das ist wohl ganz schön nach hinten los gegangen. Du und Larissa, ihr seid frei und könnt eigentlich machen, was ihr wollt. Und Lena eben so. Ich kann aber nicht einfach so hier weg. Da haben die den Vertrag schon ziemlich wasserdicht ausgearbeitet. Als ich noch nicht frei war, war mir das ja relativ egal aber jetzt...« Sie beendete den Satz nicht sondern seufzte leise.

Sowohl Mara als auch Frida schauten sie etwas betreten an. So hatten sie das noch gar nicht gesehen. Immerhin waren sie beide ja freiwillig bei ihren Herrinnen.
Und daß sie freiwillig auf ihre Freiheit verzichtet hatte, wollte Mara Chris im Moment besser nicht erzählen, selbst wenn Herrin Rebecca das so gar nicht angenommen hatte.
»Hast du denn mal mit Miss Wilhelmina gesprochen, ob sie den Vertrag nicht ändern kann?«, wollte Frida wissen.
»Ja, habe ich. Aber der Vertrag kommt nicht von ihr sondern vom Amt. Und die wollen sich natürlich absichern, falls doch mal zufällig jemand ungerechtfertigt verurteilt worden ist. Und die vom Amt bestehen natürlich darauf, daß dieser Vertrag auch eingehalten wird«, erklärte Chris.
»Aber was soll’s?«, fragte sie nach einer kurzen Pause in die Stille. »Vielleicht ist es besser so. Wer weiß, was aus mir werden würde, wenn ich nicht hier bleiben müsste? Besser als vorher würde das vermutlich nicht werden.«

Mara bemerkte, daß dieses Thema Chris etwas betrübte. »Wie geht es eigentlich Lena?«, fragte Mara, um dieses zu wechseln.
Sofort hellte Chris Miene sich auf. »Der geht es wohl ganz gut. Der Typ, der sie gekauft hat, ist anscheinend mit ihr nicht zurecht gekommen und hat sie schon ein paar Wochen später weiter verkauft. Die Frau bei der sie jetzt ist, ist schon über 90 und mit der versteht sie sich anscheinend glänzend und will bei ihr bleiben. Anscheinend hat sie ziemlich viele Freiheiten und muss nicht mal all zu viel tun.«
»Das klingt gut. Und die Anderen? Hast du von denen was gehört?«
»Nein, leider nicht. Aber Miss Isabella soll ja Kim und Georgia getroffen haben.«
Frida nickte darauf hin. »Ich wäre ja zu gerne mit geflogen. Aber anscheinend geht es den Beiden ganz gut. Und immerhin sind sie ja zusammen.«

Die Drei unterhielten sich noch eine ganze Weile, bis Chris schließlich zurück zu ihrer Gruppe musste, da sie als angehende Lehrerin ebenso wie ihre Schülerinnen im Schlafsaal schlafen und pünktlich ins Bett gehen musste.

- - -

Mit einem leisen Zischen fuhr die Peitsche, von Herrin Rebecca geführt, durch die Luft und traf Maras Rücken mit einem lauten Klatschen, gefolgt von dem Johlen der anderen Schülerinnen.
Nun erst realisierte Mara, daß wirklich die ganze Schule, inklusive der Lehrerinnen vor ihr standen und sie regelrecht begafften. Sie zuckte zusammen und wartete auf den Schmerz, der aber nicht kam. Sie schaute an sich herab und sah, daß sie vollkommen nackt war.
Ihre Arme und Beine waren mit Lederriemen an die beiden Stangen gefesselt so daß sie aufgespannt stehen musste und sich kaum rühren konnte.
Der nächste Schlag machte sich wieder durch ein leises Zischen bemerkbar, dem ein lautes Klatschen folgte, als das Leder ihren nackten Rücken traf. Und wieder johlten die Schülerinnen kollektiv und einige lachten sogar, als ihr ein lautes Stöhnen entfuhr.

»Komm! Komm! Komm!«, riefen sie im Chor und buhten enttäuscht, als auch der nächste Schlag es nicht schaffte, trotz ihrer Erregung einen Höhepunkt bei ihr auszulösen.

Sie wusste, daß sie es nie schaffen würde, zu kommen, solange sie noch so klar denken konnte wie in diesem Moment. Und mit jedem Schlag steigerte sich ihre Erregung immer weiter, ohne daß sie die erhoffte Erlösung fand.
Wie viele Schläge sie bereits hatte einstecken müssen, wusste sie nicht, doch es mussten sehr viele sein, denn ihr Rücken fühlte sich an als würde tausend Nadeln in ihm stecken.
Sie schloss die Augen und wartete den nächsten Schlag ab. Dabei versuchte sie, sich fallen zu lassen, was ihr aber nicht gelingen wollte. Statt dessen schienen ihre Gedanken immer klarer zu werden.

In immer schnellerer Folge traf die Peitsche ihren Rücken bis sie schließlich in einen Dämmerzustand fiel, durch den sie alles nur noch wie durch Watte wahrnahm.
Die Stimmen wurden immer leiser bis nur noch ein leises Murmeln übrig blieb, welches in ihr Bewusstsein drang. Dieses Murmeln manifestierte sich zu einem bekannten Geräusch. Immer klarer wurde dieses bis es zu einem leisen, regelmäßigen Stöhnen wurde.
Sie öffnete die Augen und sah zuerst nichts, bis die Umgebung langsam Gestalt annahm. Sie war im Schlafsaal. War das vielleicht ein Traum? Wieso war sie auf einmal wieder in der Schule? Doch langsam dämmerte ihr, daß sie ja tatsächlich in der Schule war. Im Schein der Notleuchte über der Tür erkannte sie die Schränke vor sich und die Betten neben ihrem.

Das Alles war nur ein ziemlich konfuser Traum gewesen. Doch drang die Tatsache in ihr Bewusstsein, daß das Gefühl von Nadeln im Rücken genauso real war, wie das regelmäßige Stöhnen. Sie versuchte, zu ergründen, woher beides kam und stützte sich mit den Ellenbogen ab um sich aufzurichten. Sofort verschwand das Gefühl in ihrem Rücken. Sie drehte sich etwas zur Seite und befühlte die Matratze auf der sie lag. Tatsächlich ragte dort das Ende einer Feder aus dem Betttuch heraus. Anscheinend war die Matratze kaputt, so daß sich diese Feder durch den Stoff gedrückt und sich bei jeder Bewegung bemerkbar gemacht hatte. Sie legte sich etwas zur Seite, so daß sie nicht mehr auf der kaputten Feder liegen musste.

Das Stöhnen, welches sie noch immer hörte, kam von rechts. Sie schaute dort hin und bemerkte in Majas Bett eine Bewegung. Ein paar Beine und ein nacktes Hinterteil schauten am Fußende des Bettes unter der Decke hervor und sie bemerkte eindeutige Bewegungen, etwa in der Mitte des Bettes.
Majas Kurzhaarfrisur konnte sie deutlich auf dem Kissen erkennen, dann mussten diese Füße und der zugegebenermaßen recht ansehnliche Hintern wohl Frida gehören.
Majas Hände, zumindest die linke Hand konnte sie sehen, ragten unter der Decke hervor und krallten sich in die Matratze, während sie ihren Kopf immer schneller von einer zur anderen Seite warf. Musste das denn unbedingt hier und jetzt sein? Und bekamen die Anderen das denn nicht mit oder war das den Beiden egal?

Nun erst merkte sie, daß ihre eigenen Hände auf ihren Brüsten lagen und diese fest massierten.
Sie schloss die Augen und ließ eine Hand langsam nach unten wandern. Kurz bevor diese an ihrem Ziel angekommen war, spürte sie das Metall ihres Gürtels und ein enttäuschtes Stöhnen verließ ihre Lippen. So konnte sie stundenlang weiter machen, ohne auch nur ansatzweise in die Nähe einer möglichen Erlösung kommen zu können. Frustriert nahm sie die Hände über die Decke und schloss die Augen, um wieder zu schlafen. Doch die Geräusche aus dem Nachbarbett ließen sie nicht zur Ruhe kommen und ohne ihr eigenes Zutun gingen ihre Hände wieder unter der Decke auf Wanderschaft, nur um kurz darauf wieder von unnachgiebigem Stahl aufgehalten zu werden.

Sie wünschte sich, nun bei Herrin Rebecca zu sein, damit diese ihr den Gürtel aufschließen und sie erlösen würde.
’Du brauchst nur Bescheid zu sagen und ich mache dir den Gürtel auf’, waren Herrin Rebeccas Worte gewesen. Sie bräuchte nur kurz eine Nachricht auf dem Comm zu tippen und ihre Herrin würde den Gürtel über ihr Comm öffnen. Zwar zog sie es vor, wenn diese den Schlüssel nahm, sie aufschloss und ihr den Gürtel ab nahm, das fühlte sich einfach viel besser an, aber im Moment wäre sie schon zufrieden damit, das Schrittband öffnen zu können.
Sie hob ihren Arm und schaute auf ihr Comm. Es zeigte, daß es gerade halb zwei Uhr Nachts war. Sie war sich zwar sicher, daß Herrin Rebecca nicht böse sein würde, wenn sie sie jetzt deswegen weckte doch jetzt würde sie ganz bestimmt schon schlafen und um diese Zeit wollte sie sie auf keinen Fall aus dem Schlaf holen.
Also drehte sie sich auf die Seite und legte die Hände wieder auf die Decke.

Langsam wurde auch Majas Stöhnen immer lauter und ein kaum unterdrücktes Aufstöhnen verriet ihr, daß diese endlich geschafft hatte, was ihr verwehrt blieb. In diesem Moment bereute sie es, diesen Gürtel zu tragen. Doch andererseits wollte sie sich auch selbst die Blöße nicht geben, ihn deswegen abzulegen. Nein, sie würde ihn weiterhin tragen und nur Herrin Rebecca sollte die Möglichkeit haben ihn öffnen zu können. So gehörte sie ganz ihrer Herrin und diese hatte sie bisher noch nie enttäuscht. In diesem Moment fühlte sie, obwohl sie gar nicht bei ihr war, eine ungeheure Nähe zu ihrer Herrin und ein warmes Gefühl durchfuhr sie. Dieses hatte aber mit Sex so gar nichts zu tun. Oder vielleicht doch? Wirklich unerfüllte Lust hatte sie noch nie aushalten müssen. Selbst als sie noch in der Schule war, hatte sie es die wenigen Male bei denen sie wirklich stark erregt war, irgend wie geschafft, sich zeitnah Erleichterung zu verschaffen. Doch das hier war anders. Nur Rebecca wäre jetzt in der Lage, dafür zu sorgen, daß sie ihrer Lust nachgeben könnte. In diesem Moment fühlte sie sich ihr ausgeliefert. Nein, Ausgeliefert war nicht das passende Wort dafür.

Zwar fiel ihr nicht ein, wie man es passender nennen könnte, doch alleine die Tatsache, daß es alleine in der Hand ihrer Herrin lag, sie zu erlösen fühlte sich so unendlich gut an.
Lächelnd schlief sie, nachdem nebenan endlich Ruhe eingekehrt war, ein.

- - -

Der Gong zum Wecken tönte durch den Schlafsaal. Ein wenig verschlafen aber mit einem verträumten Lächeln im Gesicht wühlte Mara sich aus ihrer Decke, und ging in den Waschraum. Die nebeneinander stehenden Toiletten ohne Privatsphäre hatte sie nicht vermisst und so war es ihr etwas unangenehm, als Mona herein kam und sich zwei Plätze weiter neben sie setzte.

Als sie wieder zurück kam, zog sie das Nachthemd aus und legte es in den Schrank. Sie holte ihre Sportsachen, zog diese an und stellte sich, so wie sie es in Erinnerung hatte, vor ihr Bett.

Miss Vitória kam herein und ging, ohne ein Wort zu sagen, schnurstracks an den Betten vorbei bis sie vor Majas Bett stehen blieb und die decke herunter zog.
»So hatte ich mir das ungefähr vorgestellt«, sagte sie. »Tut mir ja leid, euch zu stören, aber eure Herrin hat ausdrücklich gesagt, ihr Beiden sollt mit laufen«, rief sie so laut, daß Maja und Frida aufwachten. »Los, raus aus den Federn und Frida, nimm deine Finger da raus.«
Wie auf Kommando drehten sich die Köpfe der anderen Schülerinnen nach rechts und alle schauten zu den Beiden. Aber vermutlich waren Mara und vielleicht noch Astrid die Einzigen, die das Bild welches sich hier bot, tatsächlich sehen konnten.
Langsam standen die Beiden auf und gingen müde zu ihren Schränken. Mara konnte sehen, daß Frida Maja einen anzüglichen Blick zu warf und sich demonstrativ die Finger ableckte, bevor sie ohne sich besonders zu beeilen, ihre Sportsachen anzog.

Der Morgenlauf führte nicht wie früher durch den Park sondern durch die Straßen eines ruhigen Wohngebietes mit vielen Einfamilienhäusern. Jede Lehrerin hatte eine eigene Route, die sie morgens lief, damit nicht im Extremfalle 80 Schülerinnen auf einem Haufen durch die Stadt liefen. Auf der Wiese einer kleinen Parkanlage gab es dann den üblichen Frühsport und das Üben der Haltungen, bevor es in einem zügigen Lauftempo zurück zur Schule ging.

Wieder im Schlafsaal gingen Mara, Frida und Maja zuerst in den Waschraum, wo sie sich ausgiebig duschten. Nach und nach kamen die anderen Schülerinnen herein.
»Was ist das denn hier?«, fragte eine Schülerin, deren Namen Mara nicht kannte und hob Maras Gürtel in die Luft, den sie auf einer der Bänke abgelegt hatte.
Eine andere Schülerin kicherte. »Sieht aus, wie eine Unterhose. Wem gehört die denn?«
Mara spülte sich den Schaum vom Körper und verließ die Dusche. Sie legte sich ein Handtuch über die Schultern und ging zu den Beiden Schülerinnen. »Das ist meiner. Darf ich den bitte wieder haben? Ich habe morgens nur zehn Minuten in denen ich den ablegen darf.« Sie nahm den Gürtel den verdutzten Schülerinnen aus der Hand, ging damit zu einem Waschbecken, reinigte ihn gründlich und trocknete ihn ab. Ebenso gründlich trocknete sie sich selbst ab und puderte sich ein, um jeden Rest Feuchtigkeit los zu werden. Dann legte sie sich das Taillenband an, welches mit einem leisen Klicken des Schlosses einrastete und schließlich das Schrittband. Sie prüfte, ob der Gürtel richtig saß und korrigierte dessen Position ein wenig.

»Du hast dieses Teil den ganzen Tag an?«, fragte Mona, die hinzu gekommen war.
Mara bejahte dies und Mona fragte nur: »Warum?«
Die anderen Schülerinnen standen nun um sie herum und schienen ebenfalls auf eine Antwort von Mara zu warten.
»Der Gürtel zeigt mir, daß ich ihr gehöre und daß sie es ist, die über mich bestimmt.« Ein wenig verträumt fuhr sie über das Metall des Taillenbandes.
»Und es macht dir überhaupt nichts aus? Ich meine, damit bist du ihr doch vollkommen ausgeliefert.«
»Nein, das macht mir gar nichts aus«, sagte Mara lächelnd.

Die folgende Unterhaltung die andauerte, bis sie zum Frühstück gingen, drehte sich hauptsächlich um Maras Keuschheitsgürtel. Doch Mara beendete diese Unterhaltung, indem sie sich mit ihrem Essen neben Herrin Rebecca setzte.
»Guten morgen mein Schatz. Hast du gut geschlafen?«, wollte Rebecca wissen.
»Ich habe ganz komisches Zeug geträumt. Und dann haben Maja und Frida auch noch im Bett neben mir miteinander geschlafen.«
»Klingt ja nach einer kurzen Nacht«, meinte Rebecca, worauf hin Mara nur verträumt nickte.

Während des Frühstückes bemerkte Rebecca bereits, daß Mara heute sehr still war und immer wieder mit einem tiefgründigen Lächeln zu ihr sah.
Nach dem Frühstück fuhren Rebecca und Mara in die Stadt, wo sie ein wenig bummelten. Auch hier bemerkte Rebecca immer wieder Maras fast verträumten Blick.

Nachdem sie ein wenig durch die Stadt geschlendert waren und sich das ein oder andere Schaufenster betrachtet hatten, setzten sie sich, obwohl es schon recht kühl war, auf eine der Bänke vor dem Münster. Nicht wegen der Kälte, sondern um ihre Nähe zu spüren, lehnte Mara sich eng an Rebecca und vergrub ihren Kopf zwischen Rebeccas Kopf und Schulter. Sie schloss die Augen und genoss diese Nähe, während Rebecca ihre Hand in Maras Nacken legte und sie dort streichelte.

»Sag mal, was ist denn heute los mit dir?«, fragte Rebecca, nachdem sie eine Weile so da gesessen hatten. »Ist alles in Ordnung?«
Mara nickte nur ganz leicht und machte »mhmm«
»Du bist auf einmal so anhänglich. Ist irgend etwas gewesen?«
Mara schüttelte den Kopf und machte »mmh mmh«
Rebecca war Maras Verhalten nicht ganz geheuer. »Hat das vielleicht was mit dem Traum zu tun? Vielleicht irgend etwas, was du mal erleben möchtest?«, riet Rebecca ins Blaue hinein.
»Nein, lieber nicht«, sagte Mara, ohne den Kopf hoch zu nehmen und rutschte noch ein Stück Näher zu Rebecca.
»Also irgendwie bist du heute ziemlich anschmiegsam. Jetzt erzähl doch mal, was los ist mit dir.«

Mara seufzte kurz und begann zu erzählen. Von dem Traum, den sie ganz bestimmt nicht so erleben wollte, daß sie von Majas und Fridas Liebesspiel aufgewacht war bis hin zu ihrem vergeblichen Versuch, sich Erleichterung zu verschaffen und den seltsamen Gefühlen, die die Unmöglichkeit, dies letztendlich zu tun ausgelöst hatte.

Es war nicht das erste Mal, daß Rebecca nicht ganz verstand, was in Mara vor ging. Doch anscheinend schien sie ihren Zustand zu genießen und insgeheim fragte Rebecca sich, wie weit das wohl gehen würde.
Aus einer Eingebung heraus nahm sie ihre rechte Hand und schob sie zwischen zwei Knöpfen von Maras Mantel hindurch, unter ihre Tunika und streichelte sanft Maras Brust. Ohne den Mantel hätte sie so etwas in der Öffentlichkeit nie getan, doch der Mantel und der weite Ärmel ihrer eigenen Jacke verhinderten zuverlässig, daß ein zufälliger Beobachter etwas davon mitbekommen würde. Daß sie richtig lag, verriet ihr ein leises Brummen und Maras versuch, noch näher zu rücken, was aber so gut wie unmöglich war.
Als sie ihre Hand wieder aus Maras Mantel zog, drückte Mara sich ihr entgegen und versuchte, diese Berührung zu halten, was Rebecca ein Lächeln entlockte. Gab es hier eine ganz neue Seite von Mara, die es zu entdecken galt?

»Komm, wir gehen zurück zur Schule. Bis zum Mittagessen ist noch Zeit. Wir könnten uns in meinem Zimmer noch eine Stunde ins Bett legen«, sagte Rebecca.
Maras Kopfschütteln verriet ihr, daß sie offensichtlich richtig lag mit ihrer Vermutung.
»Hmm«, machte Rebecca. »Aber es wird langsam etwas frisch. Dann lass uns mal da vorne in diese Boutique gehen. Da habe ich vorhin ein paar nette Teile gesehen.« Zwar hatte Rebecca im Gegensatz zu vielen anderen Frauen kein besonders ausgeprägtes Bedürfnis nach der neuesten Mode, doch das Halblange Abendkleid aus roter Seide mit den weinroten Pailletten, welches sie in dem Schaufenster gesehen hatte, hatte es ihr angetan. Es würde Mara ganz sicher ausgezeichnet stehen und für das morgige Essen und den anschließenden Theaterbesuch wäre es sicher bestens geeignet.
Außerdem hatte sie dort ein schönes Korsett gesehen, welches ihr gut gefiel und sie gerne einmal anprobieren würde.

Mara löste sich nur widerstrebend von Rebecca. Diese nahm Mara an der Hand und so gingen sie in die Boutique. Sofort als sie den Laden betraten, kamen zwei Verkäuferinnen herbei geeilt und verbeugten sich höflich.
»Herzlich willkommen. Was können wir für Sie tun?«, fragte eine der Beiden.
»Das rote Kleid im Schaufenster. Habend Sie das auch in ihrer Größe?«, fragte Rebecca und deutete auf Mara.
Nun war Mara hellwach. Sie drehte sich zum Schaufenster um und betrachtete den Traum aus Seide, Chiffon und Pailletten. Es hatte einen sehr engen schnitt und einen hochgeschlossenen Kragen der ihr bis zum Halsband reichen würde. Es hatte lange Ärmel und reichte der Schaufensterpuppe nur bis zur Mitte der Unterschenkel.
Sie blicke an sich herab und hob kurz den Saum ihrer Tunika hoch um sich ihre doch sehr muskulösen Waden zu betrachten. Sie fragte sich, ob es so gut wäre, diese so offen zu präsentieren.
Das hellrote, fast Rosa Kleid war an den Seiten mit weinroten Pailletten verziert die die Brüste bedeckten. Und von der Taille abwärts gab es zwei Lagen roten Chiffon der etwas weiter ausladend war als das eigentliche Kleid und bis zum Boden reichte. Aber viel bedeckte dieser Chiffon nicht sondern betonte eher noch den sichtbaren Teil der Beine.

Noch ehe sie etwas sagen konnte, hatte einer der Verkäuferinnen ihren ID-Chip gescannt um Zugriff auf Maras Maße zu bekommen und war dann im Hinteren Bereich des Ladens verschwunden.
»Aber das geht doch nicht Herrin«, sagte Mara zögernd.
»Wieso denn nicht? Gefällt es dir etwa nicht?«, fragte Rebecca verwundert.
»Es ist traumhaft. Aber ich habe doch ein Kleid mit genommen. Und wann soll ich so ein tolles Kleid denn anziehen?«, wandte Mara ein.
Rebecca schaute sie ernst an. »Morgen zum Beispiel. Im Theater macht sich das bestimmt gut. Und außerdem ist in ein paar Wochen der Silvesterball. Da hast du auch noch nichts zum Anziehen.«
Mara kannte diesen Tonfall, der keinen Widerspruch zuließ und nickte nur.

»Wenn Sie mir bitte folgen würden?«, sagte sie Verkäuferin, die mit einem edel aussehenden, flachen Karton unterm Arm zurück gekommen war, zu Mara und deutete zur Seite des Ladens, wo sie mit ihr in eine geräumige Umkleidekabine ging.

»Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten, solange ihre Serva das Kleid anprobiert?«, fragte die andere Verkäuferin, als sie mit Rebecca alleine war.
»Danke, aber ich würde gerne mal dieses Korsett anprobieren welches Sie im Schaufenster haben. Das schwarze mit dem Bolerooberteil«, sagte Rebecca.
Die Verkäuferin musterte Rebecca eingehend. »Ich fürchte, das was wir in Ihrer Größe da haben, dürfte bei Ihnen nicht viel helfen. Solche Korsetts verkaufen wir eher als Accessoire. Eine viel schlankere Taille werden Sie dadurch kaum bekommen.«
»Das macht in diesem Fall nichts. Wir gehen morgen essen. Und ich habe gehört, daß die Küche ausgezeichnet sein soll. Da ist ein etwas weniger strenges Korsett sicher eine gute Wahl«, sagte Rebecca. »Und wenn Sie auch ein passendes Kleid haben, irgend was in violett oder in dunkelgrün, würde ich das auch gerne anprobieren.«
Die Verkäuferin überlegte kurz, dann scannte sie Rebeccas ID-Chip. »Einen Moment bitte«, sagte sie und verschwand, wie zuvor ihre Kollegin im hinteren Teil des Ladens. Sie kam kurz darauf mit einem flachen Karton und einem in Seidenpapier verpackten Korsett wieder.
Rebecca folgte ihr zu der zweiten Umkleidekabine.

Mara verließ die Kabine und ging auf den großen Spiegel zu, der sich an einer Säule mitten im Laden befand. Das Kleid fühlte sich herrlich an und sah auch wirklich toll aus, fand sie.
»Sie sollten vielleicht doch einen BH anziehen«, sagte die Verkäuferin und deutete auf Maras Brust. Dort konnte man ihre Brustwarzen ziemlich deutlich durch den doch recht dünnen Stoff gut erkennen.
»Keinen BH«, ertönte Rebeccas Stimme eher belustigt aus der zweiten Umkleide. Mara zuckte verlegen grinsend mit den Schultern und betrachtete sich eingehend im Spiegel. Ihre Nippel standen tatsächlich steif und fest ab und stachen fast durch den Stoff. Und das Gefühl des Stoffes auf der nackten Haut sorgte dafür, daß sich dieser Zustand wohl auch kaum ändern würde. Aber zum Glück war dieser Bereich mit einigen Pailletten bedeckt so daß man dies nur sehen konnte, wenn man sehr genau hin schaute.
»Ich habe aber keine passenden Schuhe dazu«, sagte Mara etwas lauter, so daß Rebecca sie hören musste.
Diese steckte den Kopf zwischen den Vorhängen der Kabine heraus und musterte sie kurz.
»Das sieht toll aus. Das nehmen wir«, sagte sie.
Mara trat vor die Kabine damit Rebecca sie genauer betrachten konnte. Sie drehte sich einmal und stellte sich dann gerade vor Rebecca.
»Ich finde, das steht dir prima«, sagte diese und wandte sich dann an die Verkäuferin. »Haben Sie zufällig auch ein Paar Schuhe die dazu passen?«
»Ich denke, da lässt sich etwas finden«, sagte die Verkäuferin und deutete Mara, ihr zu folgen.
Mara musste mehrere Paar Schuhe anprobieren. Alle Schuhe die größere Absätze als acht Zentimeter hatten, sortierte sie gleich aus, da Rebecca eben diese Höhe für sich selbst bevorzugte und Mara nicht größer wirken wollte, als ihre Herrin.
Es dauerte nicht lange, da hatte sie ein Paar Stiefeletten in der selben Farbe wie die Pailletten des Kleides gefunden, die mit sieben Zentimeter großen Absätzen genau richtig waren.

»Ich denke, das ist Ihnen wirklich noch etwas zu weit«, hörte Mara die Stimme der anderen Verkäuferin aus der Kabine in der Rebecca sich befand.
»Also ich finde, es passt. Es muss mich ja gar nicht so sehr einschnüren. So habe ich noch genug Platz und es sieht prima aus.« Das war Herrin Rebeccas Stimme.
Kurz darauf kamen die Beiden aus der Kabine heraus und Rebecca betrachtete sich eingehend im Spiegel. Sie trug ein Pencilkleid mit langen Ärmeln in einem dunklen Violett und darüber ein Korsett aus schwarzem Samt mit einem barocken Webmuster, welches mit Leder an den Kanten abgenäht war. Um die Taille lag ein doppelter Gürtel aus schwarzem Leder lose auf. Dieser war, wie auch die Lederränder in regelmäßigen Abständen mit silbernen Nieten verziert. Das Oberteil des Korsetts, welches über ihren Schultern hing, sah aus wie ein knapper Bolero, der über dem Busen mit einem Lederriemen mit silberner Schnalle geschlossen war. An diesem Oberteil befand sich ein schmaler Stehkragen der eng um ihren Hals lag und vorne ebenfalls mit einer silbernen Schnalle geschlossen war.

Rebecca betrachtete zuerst Mara sehr gründlich und schaute dann sich selbst im Spiegel eingehend an. Sie schaute sich kurz um und ging dann zu einem Regal in dem sich diverse Handtaschen befanden. Sie winkte Mara zu sich und hielt mehrere davon an Maras Kleid. Als sie eine in der passenden Farbe gefunden hatte, einem Weinrot, welches dem der Pailletten an Maras Kleid gleich, drückte sie ihr diese in die Hand.
»Eine Handtasche?«, fragte Mara erstaunt.
»Soll ich als deine Herrin etwa alles mit mir herum tragen?«, fragte Rebecca streng. »Zu diesem Korsett gibt es zwar noch eine kleine Gürteltasche aber wie sieht das denn im Theater aus wenn ich mit so etwas herum laufe?« So daß die Verkäuferinnen es nicht sehen konnten, zwinkerte sie Mara kurz zu. Diese knickste und sagte »Ja, meine Herrin.«

»Gut. Genauso nehmen wir das. Aber die Gürteltasche hätte ich trotzdem gerne dazu«, sagte Rebecca zu den beiden Verkäuferinnen. Dann ging sie in die Umkleide und deutete auch Mara, sich wieder umzuziehen.

Es dauerte eine Weile, bei Rebecca etwas länger als bei Mara, bis sie die Umkleiden wieder verließen.
Mara war schon darauf gefasst, die ganzen Schachteln bis zur Schule zurück tragen zu müssen. Doch Rebecca holte eine Karte aus ihrer Hosentasche und schrieb die Adresse der Schule auf deren Rückseite. Diese Karte reichte sie einer der Verkäuferinnen.
»Sie liefern die Sachen bitte heute noch zur Schule«, sagte sie in einem Tonfall, der keinen Widerspruch zuließ. Anscheinend wurde die Verkäuferin, die nun hinter dem Kassentresen stand nicht all zu oft mit einem solchen Ansinnen konfrontiert. Sie schaute etwas verwirrt zu Rebecca. »Entschuldigung, aber normalerweise liefern wir nicht«, sagte sie ob Rebeccas Tonfall etwas eingeschüchtert.
»Setzten Sie es einfach mit auf die Rechnung«, sagte Rebecca.
»Aber...«, setzte die Frau an doch ihre Kollegin schüttelte leicht den Kopf und sie schluckte den Rest dessen, was sie sagen wollte herunter. »Wie Sie wünschen«, sagte sie statt dessen und tippte einen Betrag ein, den Mara für ziemlich unverschämt für diesen kurzen Weg hielt, den sie selbst in nicht einmal zwanzig Minuten zu Fuß zurücklegen konnte, ohne sich hetzen zu müssen.
Als die Frau dann nacheinander die Preise für die einzelnen Kleidungsstücke eintippte, musste sie schlucken. Doch Rebecca holte ihre Kreditkarte hervor und beglich den Betrag ohne mit der Wimper zu zucken.

»Herrin, das geht doch nicht. Das ist doch alles viel zu teuer«, sagte Mara, nachdem sie die Boutique verlassen hatten und weiter gingen.
»Du siehst doch, daß es geht«, erwiderte Rebecca.
»Aber so viel für ein Kleid für mich. Das ist doch viel zu teuer«, wandte Mara ein.
Mitten auf dem Gehweg blieb Rebecca stehen, fasste Mara energisch an den Schultern und sagte ernst: »Du hast gesehen, daß es geht. Du hast gesehen, wie viel ich alleine mit der Destille jeden Monat verdiene. Sollte der Gewinn dort geringer werden, habe ich nicht die geringsten Probleme damit, meinen Anteil entsprechend zu verkleinern. Aber das wird wohl nicht passieren, denn es gibt schon Pläne, diese zu erweitern um den Umsatz und damit auch den Gewinn weiter zu steigern. Und solange ich das Geld habe ist mir, gerade für dich mein Schatz, nichts zu teuer. Auch wenn du es bevorzugst die Tuniken zu tragen, was ich voll und ganz verstehen kann, solltest du doch ruhig noch mehr Kleider im Schrank haben.« Sie holte einmal tief Luft. »Auch wenn du dich selbst nur als einfache Serva siehst, für mich bist du viel viel mehr als nur das. Und wenn ich für dich dieses Geld ausgeben will, dann nicht um dich wie eine Anziehpuppe dauernd neu einzukleiden, sondern weil ich denke, daß du es verdient hast und viel wichtiger noch, weil du es mir einfach wert bist. Ich weiß besser als viele andere Menschen, daß man das, was wichtig im Leben ist, nicht für Geld kaufen kann, aber wenn ich dir damit eine Freude machen kann, dann ist es mir das einfach wert.«

Mara schaute Rebecca lange schweigend an. Mit feuchten Augen sagte sie dann »Vielen Dank meine Herrin.« Sie trat einen Schritt vor und umarmte Rebecca fest.
Diese legte ihre Arme um Mara und erwiderte die Umarmung.
»So, wenn du dich wieder beruhigt hast, dann sollten wir langsam wieder zurück gehen. In einer Stunde gibt es Mittagessen«.
Noch fest an Rebecca gelehnt, nickte Mara und löste dann die Umarmung. Zusammen gingen sie weiter in Richtung Schule. Vor einem Juweliergeschäft blieb Rebecca noch einmal stehen und betrachtete sich eingehend den im Schaufenster ausgestellten Schmuck. Auch Maras Interesse galt nun dem Schmuck der dort im Schaufenster glänzte. Doch nach einer Weile setzten sie ihren Weg fort und gingen zurück zur Schule, wo sie sogleich in den Speisesaal gingen um etwas zu Mittag zu essen.

-

Am Nachmittag waren alle zum Kaffee bei Miss Wilhelmina eingeladen. Frida und Mara kamen sich dort vor, wie während einer Übungsstunde während ihrer Schulzeit. Es ging sehr förmlich und steif zu und die Beiden und Maja mussten sich genau so verhalten, wie sie es in der Schule gelernt hatten, wozu auch gehörte, daß sie sich meldeten, wenn sie etwas sagen wollten. Das Einzige, was zu Maras und Fridas Erleichterung beitrug, war die Tatsache, daß drei Schülerinnen sie bedienten und sie das somit nicht übernehmen mussten. Lediglich Maja schien sich nicht daran zu stören. Offenbar hatte sie solche Kaffeenachmittage bereits des Öfteren mit gemacht.

»Nun mal etwas wegen morgen. Wie ihr wisst, soll jeder Gast eine Schülerin einladen. Wisst ihr denn schon, wen ihr einladen wollt?«, fragte Miss Wilhelmina.
Rebecca, Isabella und Emylia sahen sich etwas ratlos an.
»Als meine Begleitung werde ich übrigens Christina mit nehmen. Sie ist ja momentan die Einzige, die hier die Ausbildung zur Lehrerin macht«, erklärte Miss Wilhelmina, Während die Anderen noch etwas ratlos schauten, hob Mara die Hand und schaute Rebecca fragend an.
Mit einem »Ja Mara.« erlaubte Rebecca ihr, zu sprechen.
»Wir könnten Mona einladen. Als sie beim Auspacken mein Abendkleid gesehen hat, hat sie gesagt, daß sie so etwas noch nie getragen hatte. Ich denke, da wäre es nett, wenn sie mal die Gelegenheit dazu bekommen würde.«
»Daß sie so etwas noch nie getragen hat, kann ich mir gut vorstellen«, sagte Miss Wilhelmina nachdenklich. »Sie kommt aus sehr einfachen Verhältnissen und mit zwölf ist sie dann in ein Heim gekommen. Sie hat seit dem in diesem Heim gelebt und ist kurz nach ihrem achtzehnten Geburtstag hier her gekommen. Ich denke aber, daß sie sich zu benehmen weiß. Sie gehört zu der Sorte Schülerinnen, die alles, was sie an Wissen bekommt, regelrecht in sich aufsaugt und auch in der Lage ist, es umzusetzen und es zu beherzigen.«
Rebecca schaute zuerst Miss Wilhelmina und dann Mara an. »Gut, dann laden wir Mona ein«, beschloss sie.

»Wir laden Annika ein«, sagte Emylia. »Sie hat übrigens gestern Abend nicht so reagiert, wie Sie sich das gedacht haben Miss.«
Miss Wilhelmina schaute sie fragend an. »Wie hat sie denn reagiert?«
»Nun, anscheinend hat sie sich über unsere ähm, Einladung, sogar gefreut. Sie ist dann tatsächlich kurz nach zehn zu uns gekommen«, sagte Emylia mit einem leichten Grinsen im Gesicht, während Dana vor sich hin kicherte.
»Emylia!«, sagte Miss Wilhelmina empört. »Ihr habt das doch hoffentlich nicht ausgenutzt.«
»Wir waren ziemlich sprachlos, als sie rein gekommen ist. Sie hat sich sofort ausgezogen und wollte zu uns ins Bett kommen«, setze Dana Emylias Ausführungen fort.
»Ihr habt sie doch hoffentlich wieder weg geschickt«, sagte Miss Wilhelmina verdutzt.
»Nein. Aber wir haben ihr gesagt, sie soll sich gefälligst wieder anziehen. Und dann haben wir uns ziemlich lange unterhalten. Eigentlich hat sie ja am meisten geredet. Sie hat uns glaube ich, ihre komplette Lebensgeschichte erzählt. Gut, am Ende lag sie dann doch noch bei uns im Bett«, fuhr nun Emylia fort«, was ihr einen sehr verärgerten Blick von Miss Wilhelmina und auch von Isabella und Rebecca einbrachte.
»Was hätten wir denn machen sollen? So wie es ihr ging, konnten wir sie doch nicht um vier Uhr Nachts in den Schlafsaal zurück schicken. Wir haben ja fast eine halbe Stunde gebraucht, sie soweit zu beruhigen daß sie nicht mehr Rotz und Wasser geheult hat. Ich glaube, sie hat es einfach mal gebraucht, sich alles von der Seele zu reden und in den Arm genommen zu werden«, erklärte Emylia. »Ich glaube, wenn sie in einem Jahr versteigert wird, werden wir auf jeden Fall mit bieten.«
Nun wurde Miss Wilhelminas Ausdruck etwas milder. »Emylia, du überraschst mich immer wieder. Ich vermute, es wäre für sie nicht das schlechteste, was passieren kann. Aber darüber sollten wir morgen Vormittag auf jeden Fall noch mal unter vier, oder besser sechs Augen reden.« Miss Wilhelmina schaute nun zu Dana die zustimmend nickte.

»Gut, dann wäre das auch geklärt. Isabella?« Miss Wilhelmina schaute zu Isabella und Maja.
Isabella zuckte mit den Schultern. »Diese Dagmar lade ich auf jeden Fall nicht ein. Sie war ziemlich ungehalten über unsere Einladung. Und ich glaube, wenn Miss Noell sie heute Morgen nicht beruhigt und ihr alles erklärt hätte, hätte sie uns wahrscheinlich beim Frühstück die Augen ausgekratzt. Aber vermutlich würde sie eine Einladung zum Essen von uns sowieso nicht annehmen.«
»Ja, so ungefähr habe ich sie eingeschätzt. Auch wenn ich eher erwartet hätte, daß sie sich besser unter Kontrolle hat. Aber wen wollt ihr denn nun einladen?«
Isabella und Maja schauten nun zu Frida.
»Wie wäre es mit Sylvie? Sie ist anscheinend ganz in Ordnung«, meinte Frida achselzuckend.
»Gut, dann Sylivie«, sagte Miss Wilhelmina. »Ich werde die Einladungen schreiben und sie den Dreien heute noch überbringen lassen. Sie sollen sich dann im Kleiderfundus etwas passendes aussuchen, damit sie angemessen gekleidet sind.«




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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:21.05.18 12:00 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo MeDaDo
wieder sehr schön und einfüllsam geschrieben.
Bitte weiter so.
Ich habe aber eine Frage.
mir ist die zeitliche Übersicht verloren gegangen.
Du hast geschrieben, die Geschichte deckt ungefähr einen Zeitraum von 2 Jahren plus X ab.
Wir sind jetzt im November des 1sten Jahres ?

mfg
DF
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:21.05.18 12:15 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

mir ist die zeitliche Übersicht verloren gegangen.
Du hast geschrieben, die Geschichte deckt ungefähr einen Zeitraum von 2 Jahren plus X ab.
Wir sind jetzt im November des 1sten Jahres ?


Genaugenommen sind wir jetzt sogar schon im Dezember 2421.(Genauer gesagt hat Miss Wilhelmina am 7. Dezember Geburtstag und das Essen soll am 9. Dezember stattfinden.)
Aber nicht des ersten Jahres sondern schon im zweiten Jahr nach der Schule.
Als Anhaltspunkt: Mara und die Anderen sind Mitte Oktober 2420 versteigert worden.

Die Geschichte endet ungefähr im März oder April 2423 (plus X), also mit dem Ende der Schule von Kira und Kati, da die Beiden die letzten offenen Handlungsfäden bilden werden.

Einen genauen Zeitplan für die kommenden Ereignisse habe ich zwar noch nicht, aber all zu viele werden es nicht mehr werden, daher werden die zeitlichen Lücken von nun an etwas größer werden.

HeMaDo




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  RE: Neue Horizonte - 2 Teil 59 Datum:27.05.18 21:51 IP: gespeichert Moderator melden


Das was der letzte Teil zu früh kam, kommt dieser Teil zu spät.
Aber nachdem ich gestern fast den ganzen Tag unterwegs war und heute recht spontan eingeladen wurde, ging es nicht früher.

* * *

59


Nach dem Kaffeekränzchen bei Miss Wilhelmina gingen Rebecca und Mara in Rebeccas Zimmer. Rebecca zog Mara zu sich und sie küssten sich lange. »Es war ziemlich ungewohnt, so ganz alleine zu schlafen«, sagte Rebecca nach einer ganzen Weile.
»Hast du denn gestern Abend keine Schülerin eingeladen?«, fragte Mara vorwitzig und mit einem Grinsen im Gesicht.
»Natürlich habe ich. Aber selbst wenn diese Joyce her gekommen wäre, hätte ich sie zurück in ihren Schlafsaal geschickt. Sie war aber anscheinend die Einzige, die das Richtige getan hat. Sie ist zu Miss Noell gegangen und hat ihr davon erzählt.«
»Du hättest ja sowieso nichts machen können«, sagte Mara grinsend und holte den Schlüssel, den sie an einem Lederband um ihren Hals trug hervor und hielt ihn Rebecca vors Gesicht.
»Stimmt. Aber jetzt kann ich«, sagte Rebecca und versuchte, mit einer schnellen Bewegung, den Schlüssel zu fassen. Doch Mara war schneller und steckte ihn grinsend unter ihre Tunika zurück. Rebecca lächelte und fasste Mara sanft an den Schultern. Sie schob Mara in Richtung Bett und stieß sie, als Maras Beine die Kante des Bettes berührten, einfach nach hinten. Mara lag nun auf dem Bett und Rebecca ließ sich neben sie fallen. Während sie sich küssten und streichelten, zogen sie sich gegenseitig aus, wobei Rebecca es mit Maras Tunika wesentlich leichter hatte, als Mara mit Rebeccas Kleidern. Es dauerte etwas, bis auch Rebecca endlich nur noch mit ihrem Keuschheitsgürtel bekleidet da lag.

Mara nahm nun den Schlüssel vom Hals und öffnete Rebeccas Gürtel, der kurz darauf auf dem Boden lag. Als Rebecca nun ihrerseits Maras Gürtel öffnen wollte, hielt Mara Rebeccas Hand. »Nein, bitte nicht«, sagte sie leise und begann damit, Rebecca zu streicheln und überall zu küssen.
Rebecca versuchte gar nicht erst weiter, Maras Gürtel zu öffnen sondern zog sie zu sich heran und küsste sie.
Es dauerte nicht lange, bis Mara sich umdrehte und den Kopf zwischen Rebeccas Beinen vergrub. Da sie mit den Füßen in Richtung Kopfende lag, streichelte Rebecca sie weiterhin und vergrub ihre Finger fest in Maras Hinterbacken als sie laut stöhnend und sich aufbäumend kam.

Kurz darauf lagen sie sich wieder in den Armen, die Lippen fest aufeinander gepresst und ihre Zungen umspielten einander fordernd.

-

Da Rebecca, Isabella und Emylia nach dem Abendessen noch zu Klara wollten, ging Mara in den Schlafsaal. Die halbe Stunde die das Essen dauerte, hatten für Mara nicht gereicht, um der Erregung die sich in der Zeit, die sie nach dem Kaffeekränzchen mit Rebecca verbracht hatte, aufgestaut hatte, auch nur halbwegs Herr zu werden. So war sie noch reichlich aufgewühlt, als sie im Schlafsaal an kam. Doch statt sich in ihr Bett legen zu können, wie sie es eigentlich vor gehabt hatte, kam Mona zu ihr und bedankte sich überschwänglich für die Einladung.
»Ich muss noch in die Kleiderkammer um mir ein Kleid auszusuchen. Kannst du mir dabei bitte helfen?«, fragte sie, nachdem sie sich zum wiederholten Male bedankt hatte.
Mara stimmte zu und so machten sie sich auf den Weg zur Kleiderkammer. »So ein tolle Kleid wie das, was du im Schrank hast, werden wir da wahrscheinlich nicht finden. Aber besser als mit der Tunika ins Theater zu gehen ist das alle mal.«, sagte Mona als sie auf dem Flur waren.

Mara blieb stehen und schaute sich Mona kurz an. Sie hatte in etwa ihre Statur und war nur ein Wenig kleiner als sie selbst. »Warum probierst du es nicht einfach an?«, fragte sie.
Mona schaute sie überrascht an. »Aber das geht doch nicht. Dann hast du doch nichts zum Anziehen«, sagte sie.
»Ich habe ein anderes Kleid bekommen, das ich morgen anziehen soll«, erklärte Mara und ging zurück in den Schlafsaal.
Im Schlafsaal holte Mara das Kleid aus dem Schrank und hielt es Mona an. »Probier es mal an«, sagte sie.
Mona ließ sofort ihre Tunika fallen und ließ sich von Mara in das Kleid helfen, welches ihr ziemlich gut passte. Auch die Schuhe konnte sie ohne Probleme anziehen.
Einige der anderen Schülerinnen stehen um die Beiden herum und betrachten Mona, während Mara ihr hilft, dieses noch zurecht zu rücken.

»Warum bin ich eigentlich nie zu sowas eingeladen worden?«, kam während dessen von Frida.
Maja, die lesend auf ihrem Bett lag, schaute zu Frida und lachte. »Na, wer will denn schon jemanden einladen die ihre Lehrerin vor zig Gästen nackt da stehen lässt?«
»Als ob das daran gelegen hat«, sagte Frida schmollend. Sie ging zu ihrem Bett und setzte sich. Von ihrem Nachttisch nahm sie den Beutel mit dem vermeintlichen Hundefutter und steckte sich eine Hand voll davon in den Mund.

»Sie hat ihre Lehrerin nackt vor den Gästen stehen lassen?«, wollte Mona wissen. »Was hat sie denn angestellt?«
»Sie hat ihre Tunika mit medizinischem Garn umgearbeitet. Und das hat sich nach 60 Stunden aufgelöst. Genau dann, als die Versteigerung zu unserem Probemonat stattgefunden hat«, erklärte Mara grinsend, womit sie einiges an Gelächter erntete.

- - -

Die Nacht über hatte Mara wieder recht unruhig geschlafen.
Zwar hatte sie nach einem kurzen Gespräch mit Miss Vitória eine neue Matratze bekommen, aber Maja und Frida hatten diese Nacht wieder ziemlich lange miteinander geschlafen, was Mara lange nicht einschlafen ließ.
Dabei hatte sie mehrmals versucht, sich selbst Erleichterung zu verschaffen, was ihr dank ihres Gürtels natürlich nicht gelungen war. Aber dabei spürte sie keinen Frust oder Unzufriedenheit sondern eher das Gegenteil. Jedes Mal, wenn ihre Finger den Gürtel berührten, spürte sie eine Verbundenheit zu Rebecca, die sie in dieser Form noch nicht erlebt hatte. Zwar wäre sie jetzt viel lieber bei ihrer Herrin gewesen aber sie ahnte, daß dies so dann nie passieren würde. Doch sie beschloss, diese morgen Abend zu bitten, bei ihr zu schlafen und mit ihr darüber zu reden.

-

Mara und Frida hatten den Vormittag über am Unterricht teilgenommen doch statt selbst etwas neues zu lernen, bat Miss Vitória sie, den Anderen zu zeigen, wie man es am besten anstellt, jemandem beim Ankleiden zu helfen. Frida war dabei allerdings keine besonders gute Hilfe, denn sie hatte im Gegensatz zu Mara kaum Übung darin. Ihre Herrin zog es vor, ihre Garderobe selbst auszusuchen und anzuziehen und Maja die Tunika zu halten, war auch nicht besonders anspruchsvoll.
Also war es Fridas Part, sich immer wieder von Mara in die unterschiedlichen Kleidungsstücke helfen zu lassen. Mara war beim Aussuchen der Kleider dann auch sehr einfallsreich und machte sich einen Spaß daraus, Frida in immer neue, sehr aufwändige Kleider zu zwängen.
Das letzte Kleid, welches sie ihr ausgesucht hatte, war ein blau-weißes Kleid aus der victorianischen Ära.
Sie half Frida zuerst in das seidene Unterhemd, welches dieser sehr zu gefallen schien. Dann hielt sie ihr einen Schlüpfer hin, der ebenfalls aus Seide bestand aber bis zum Bauchnabel reichte und sogar die Oberschenkel halb bedeckte.
»Wer zieht denn sowas freiwillig an?«, fragte Frida zur Belustigung der Anderen und zupfte am Saum des Schlüpfers herum.
Mara kicherte und holte ein sehr großes Korsett aus dem Schrank, welches sie Frida anlegte. Dieses reichte von der Taille bis über Fridas Brüste. Und als Mara die Schnürung zu zog, stöhnte Frida mehrmals auf. »Also sowas ist doch wirklich unpraktisch. Da bekommt man ja keine Luft mehr«, beschwerte sie sich.
Mara musste immer wieder Pausen einlegen und die Schnürung mehrmals nach ziehen bis das, für Fridas Verhältnisse sehr strenge, Korsett vollständig geschlossen war und Frida ihren Oberkörper kaum noch bewegen konnte. Während sie Frida einschnürte, erklärte sie, worauf es dabei zu achten galt.
Dann folgte ein einfacher Unterrock und weiße Wollsocken, die Frida mit »Die kratzen wie Sandpapier« kommentierte.
»Das merkst du gleich nicht mehr«, sagte Mara und zog Frida die zu dem Kleid gehörenden Stiefel an. Diese waren aus festem, hellbraunem Leder und reichten Frida bis zu den Knien. Absätze besaßen diese Stiefel zu Fridas Erleichterung allerdings nicht. Als diese endlich geschnürt waren, zwängten sie Fridas Beine fest ein und erlaubten so gut wie keine Bewegung der Füße mehr.

Nun folgte ein Drahtgestell, welches statt vieler Unterröcke das Kleid weit aufbauschte. Dieses wurde mit mehreren Lederriemen am Korsett befestigt und darüber kam noch ein zum Kleid passender Unterrock. Nun zog Mara Frida das eigentliche Kleid an.
Dieses war aus blauem Satin welches über und über mit weißer Spitze besetzt war. Auch dieses Kleid musste hinten geschnürt werden. Ohne das, für Fridas Maßstäbe sehr enge Korsett hätte das Kleid ihr auf keinen Fall gepasst. Doch so bereitete es Mara keinerlei Probleme, es ihr anzuziehen.

Nun kämmte Mara Fridas Haare und nahm die Haare die an den Seiten von Fridas Kopf wuchsen, nach hinten und band sie mit einem Haargummi zu einem Ponytail zusammen. Über dieses Haargummi band sie eine Schleife in dem selben Blau wie das Kleid und richtete nochmals Fridas Haare.
Frida ging mit weit ausholenden Schritten zum Spiegel und betrachtete sich eingehend darin.

»Das sieht klasse aus. Das könntest du eigentlich auch gleich an lassen«, ertönte Miss Isabellas Stimme, die gerade herein kam. »Nur der Rock ist viel zu weit fürs Theater.«
»Lieber nicht Herrin. Das Korsett bringt mich um und die Strümpfe sind einfach furchtbar«, sagte Frida, nachdem sie ihre Herrin mit einem vollendeten Knicks begrüßt hatte.
»Also man kann das Drahtgestell auch weg lassen«, erklärte Mara. »Dann müsste sie aber Stiefel mit Absätzen anziehen.«
Diese Erklärung brachte Mara einen sehr bösen Blick von Frida ein. Doch Miss Isabella sagte: »Das würde ich gerne mal sehen.«
Mara knickste und holte die entsprechenden Stiefel aus dem Schrank heraus. Sie bat Astrid, ihr zu helfen, das Kleid zu heben und entfernte mit ihrer Hilfe das Drahtgestell.
Es dauerte nur wenige Minuten, bis Frida die Stiefel mit den gut zehn Zentimeter hohen Absätzen trug, die nötig waren, damit das nun viel schmalere Kleid nicht über den Boden schleifte.

»Kann sie das Kleid so lange an behalten?«, fragte Miss Isabella Miss Vitória.
»Aber sicher doch. Ich finde, es steht ihr ausgezeichnet«, sagte diese.
»Prima. Dann lass es gleich an«, sagte Miss Isabella grinsend. »Wenn du fertig bist, dann komm in mein Zimmer.« Sie hob kurz die Hand zum Gruß und verließ das Zimmer darauf hin.

»Das zahle ich dir irgendwann heim«, sagte Frida zu Mara, die wie auch die anderen breit grinste.
»Entschuldige bitte. Aber wer konnte denn ahnen, daß sie dich das anbehalten lässt?«, fragte Mara mit Unschuldsmiene.
»Ja ja. Du hättest ihr ja nicht auch noch erzählen müssen, daß das auch ohne diesen Käfig geht«, sagte Frida und stöckelte unbeholfen aus dem Zimmer heraus.

Da es bereits elf Uhr war, mussten auch Mara und Mona nun gehen um sich umzuziehen. Sie meldeten sich bei Miss Vitória ab und gingen in den Schlafsaal.
Dort half Mara zuerst Mona, das Kleid anzuziehen und richtete ihr die Haare. Mit einem verträumten Blick schaute Mona in den Spiegel, nachdem Mara ihr noch geholfen hatte, die Schuhe anzuziehen, die sie zu dem Kleid mit gebracht hatte.
»Das sieht echt toll aus. Sowas werde ich wahrscheinlich nicht oft anziehen dürfen«, sagte sie mit bedauern. »Aber was ziehst du eigentlich an?«
»Das hier«, sagte Mara und holte die Schachtel mit dem Kleid, den eine der Verkäuferinnen aus dem Laden gestern noch zusammen mit Rebeccas Sachen gebracht hatte vom Schrank.
Sie holte das Kleid aus der Schachtel und zog es sich an.
»Das sieht traumhaft aus. Hat dir das deine Herrin gekauft?«, fragte Mona staunend, als sie das Kleid betrachtete.
»Ja, hat sie«, sagte Mara als sie die Arme in die Ärmel steckte und diese richtete. »Kannst du mir bitte mal den Reißverschluss zu machen?«
Mona trat hinter Mara und zog den Reißverschluss im Rücken hoch. Einige Minuten später war sie fertig angezogen. Sie musste Mona bitten, ihr auch die Stiefeletten zu schließen, da sie selbst nicht mehr an diese heran kam ohne sich weit zu bücken, was in diesem Kleid nicht so einfach war.

»Also daß du in solchen Schuhen überhaupt laufen kannst«, sagte Mona und schaute auf Maras Füße.
Mara schaute Mona an, die noch ihre einfachen Sandalen trug. »Das wirst du auch noch lernen. Das gehört zum Lehrplan dazu. Aber versuch mal in Ballett Boots zu gehen. Das ist noch anstrengender als meine Hufstiefel.«
»Was sind denn Ballett Boots und Hufstiefel?«, fragte Mona erstaunt.
Mara war gerade dabei die Schuhe zu holen, die sie selbst eigentlich anziehen sollte und gab diese Mona. »Hier, die solltest du schon anziehen. Die Sandalen passen einfach nicht zu dem Kleid«, sagte Mara. »Ballett Boots sind Schuhe bei denen der Fuß so weit gestreckt ist, daß der Rist und der Unterschenkel eine gerade Linie bilden. Damit geht man wirklich auf den Zehenspitzen. Aber das schaffe ich auch nicht lange. Das ist wirklich anstrengend«, erklärte sie.
Mona, die gerade ihre Sandalen ausgezogen hatte, streckte einen Fuß soweit es ging und stellte ihn mit angewinkeltem Knie auf den Boden. »So?«, fragte sie staunend. »So kann man doch überhaupt nicht laufen.«
»Doch, das geht schon. Aber das braucht wirklich sehr viel Übung. Es gibt sogar Leute, die lassen sich ihre Füße operieren, damit sie besser in sowas laufen können«, erklärte Mara.
»Verrückt«, kommentierte Mona.
»Ja, wahrscheinlich muss man schon ganz schön verrückt sein um sowas zu machen« sagte Mara schulterzuckend. »Aber außer den Hufstiefeln darf ich sowieso keine Schuhe mit mehr als acht Zentimeter hohem Absatz anziehen. Sonst wäre ich größer als Herrin Rebecca und das geht einfach nicht.«
»Verstehe. Und wie soll ich jetzt damit laufen?« Mona versuchte, ein paar Schritte in den Pumps zu gehen, was ihr aber nicht all zu gut gelang, ohne daß Mara sie hielt.
Mara betrachtete Monas Versuche und sagte: »Also ich glaube, das geht so nicht. Hast du noch andere Schuhe?«
»Leider nein. Nur die Sandalen und die Sportschuhe.«
Mara trat ein paar Schritte zurück und betrachtete Mona eingehend. »Dann musst du wohl doch die Sandalen anziehen. Jetzt noch in die Kleiderkammer zu gehen, dafür ist es wohl zu spät. Wir müssen in ein paar Minuten unten sein.«

Einige Minuten später kamen sie zusammen im Hof an, wo die Anderen bereits warteten. Nur Miss Wilhelmina fehlte noch. Doch auch diese kam kurz darauf aus dem Verwaltungsgebäude.
Frida hatte es offenbar geschafft, Miss Isabella zu überreden, das Kleid ausziehen zu dürfen und trug statt dessen, genau wie Maja, ein einfaches langes Kleid, welches ihre Figur sehr betonte.
Selbst Emylia trug eine Bluse die fast einem Kimono glich und dazu einen langen, schwarzen Hosenrock. Einzig ihre schweren Stiefel hatte sie nicht abgelegt sondern hielt diese so gut es ging unter dem weiten Hosenrock versteckt.
Als Einzige fiel Miss Isabella aus der Reihe und erntete von Miss Wilhelmina einen sehr kritischen Blick. Sie trug einen sehr auf Taille geschnittenen, weinroten Anzug aus Hose, Hemd, Weste, Sakko und eine violette Krawatte. Dazu trug sie auf Hochglanz polierte, schwarze Lackschuhe und an ihren Handgelenken blitzten silberne Manschettenknöpfe.
»Also sowas hätte ich eher von Emylia erwartet«, sagte Miss Wilhelmina. »Aber ich muss sagen, das steht dir erstaunlich gut.«

Mona und die anderen beiden Schülerinnen hinterließen den Eindruck, sich in dieser Gruppe nicht besonders wohl zu fühlen. Und auch Chris sah in ihrem gelben Kleid sehr ungewohnt aus, da alle sie bisher mit einer Tunika kannten.

»Also wenn wir nun alle fertig sind, können wir wohl los«, sagte Miss Wilhelmina und ging zum Tor. Die Schülerin, die Tordienst hatte, öffnete dieses und sie gingen nach draußen.
Vor dem Tor wartete bereits ein Bus mit Fahrer, der sofort die Tür öffnete. Sie stiegen in den Bus und als alle saßen, fuhr dieser los.
Die Fahrt ging durch die Stadt bis zum Place du Cháteau, wo der Bus vor dem Museum der schönen Künste hielt. Den Rest des Weges bis zur Uferpromenade mussten sie allerdings laufen, da der Bus nicht bis dort hin fahren konnte.
So dauerte es einige Minuten, bis sie beim Restaurant an kamen, wo sie ihre Mäntel und Umhänge an der Garderobe ablegten.

Der Oberkellner begrüßte sie höflich mit einer Verbeugung und führte sie zu ihrem Tisch, nachdem Miss Wilhelmina ihren Namen genannt hatte.
Es war der selbe Tisch, an dem sie gesessen hatten, als sie mit ihrer Gruppe und Miss Isabella ihren Abschied gefeiert hatten, stellte Mara fest. Obwohl das noch nicht mal zwei Jahre her war, erschien es ihr, als sei seit dem bereits eine Ewigkeit vergangen.

Der Kellner brachte jeder eine Karte und fragte nach den Getränkewünschen.
»Bitte, haltet euch nicht zurück. Ihr könnt heute wirklich alles essen, was ihr wollt. Und wenn ihr es nicht übertreibt, erlaube ich euch auch ein Glas Wein«, sagte Miss Wilhelmina zu Mona, Sylvie und Annika.
Die Drei sahen sie erstaunt an. »Vielen Dank Miss«, sagte Annika schüchtern. Es war ihr und den anderen Beiden deutlich anzumerken, daß sie sich nicht wirklich wohl fühlten. Aber auch für Mara und Frida war es etwas seltsam, hier mit Miss Wilhelmina zu sitzen und sich ganz normal mit ihr zu unterhalten.

Es dauerte eine Weile, bis alle auf der gut sortierten Karte etwas für sich gefunden hatten und sie schließlich bestellten.
Bis endlich das Essen kam war, trotz der für die Schülerinnen etwas ungewohnten Situation, eine angeregte Konversation aufgekommen, die auch während des Essens und danach noch weiter geführt wurde. Dabei ging es um alle möglichen Themen, doch für die drei Schülerinnen war offenbar am interessantesten, wie es Frida, Maja und Mara jetzt ging, was ihre Aufgaben waren und auch, was sie in ihrer Freizeit so machten.

Diese Konversation ging noch eine ganze Weile, bis Miss Wilhelmina darum bat, aufzubrechen, da sie balde zum Theater gehen mussten.
»Das scheint euch ja wirklich zu interessieren. Aber wahrscheinlich dürfte das auch für die anderen Schülerinnen interessant sein, zu erfahren. Ich schlage vor, wenn ihr Drei«, sie wandte sich an Mara, Maja und Frida »und eure Herrinnen nichts dagegen haben, morgen eine kleine Runde mit interessierten Schülerinnen zu veranstalten, in der diese euch ein paar Fragen stellen können.«
»Das ist eine gute Idee«, warf Isabella ein. »Vielleicht sollte man so etwas in den Lehrplan aufnehmen«, schlug sie vor.
»Darüber sollten wir mal miteinander sprechen. Aber nicht heute. Jetzt müssen wir balde aufbrechen«, sagte Miss Wilhelmina und beendete das Essen indem sie aufstand.

Nachdem alle ihre Mäntel und Umhänge wieder übergezogen hatten, Frida und Mara halfen Isabella und Rebecca in ihre Mäntel, verließen sie das Restaurant und gingen zurück zum Place du Cháteau, wo der Bus auf sie wartete und fuhren zum Theater.

»Welches Stück wird denn heute eigentlich gespielt?«, fragt Chris, die bisher nur sehr wenig gesagt hatte.
Maja, die hinter ihr den Bus verlassen hat, deutet auf die große Anzeige über dem Haupteingang des Theaters. »Don Camillo«, las Chris die großen Lettern und zuckte mit den Schultern. »Nie gehört«, sagte sie.
Lediglich Rebecca und Miss Wilhelmina kannten dieses Stück. »Ich bin ja begeistert, wie gut meine Schülerinnen sich kulturell auskennen«, sagte Miss Wilhelmina gespielt empört. »Ich glaube, meine Lehrerinnen sollten sich wirklich etwas mehr kulturell bilden. Es kann ja nicht sein, daß sie die Schülerinnen ausbilden sollen und sich selbst nicht einmal mit so etwas auskennen. Ab sofort wird jede Lehrerin mindestens zwei mal im Jahr das Theater besuchen. Ich denke da an Stücke wie Faust, Hamlet, Romeo und Julia, Agamemnon und so weiter.«
Während Chris sie betreten an sah, verdrehte Isabella die Augen. Sie war heilfroh, daß sie das nicht mehr betraf.
»Dann sollten aber zumindest auch ein paar Schülerinnen in den selben Genuss kommen dürfen«, sagte Rebecca mit einem leichten Grinsen im Gesicht. »Keine Angst, Don Camillo ist wesentlich besser als Henrietta und außerdem viel lustiger.«

In dem großen Foyer des Theaters war bereits einiger Betrieb. Viele Leute standen herum und unterhielten sich. Für Mara, die bisher nur selten im Theater gewesen war, und das auch nur in Stücken die sie früher mit der Schule besucht hatte, war das alles neu und es brauchte eine Weile, bis sie die vielen neuen Eindrücke aufgenommen hatte.

Zwischen den sich unterhaltenden Menschen gingen Kellnerinnen und Kellner herum und servierten Getränke. Als eine der Kellnerinnen bei ihr vorbei kam, hielt diese ihr das Tablett vor. Mara schaute fragend zu Rebecca, die aufmunternd nickte. Also nahm sie sich ein Glas mit Saft und stellte sich zu Rebecca, die sich mit den Anderen unterhielt.
Auch Chris und die Schülerinnen schienen von dem ganzen Prunk und den vielen festlich gekleideten Leuten etwas eingeschüchtert. Lediglich Frida bewegte sich hier als sei sie es gewohnt, sich in solcher Umgebung zurecht zu finden.

Mara beobachtete unauffällig die Leute hier und musste feststellen, daß das Kleid, welches sie trug ganz sicher nicht das teuerste war, was es hier zu sehen gab. Im Gegenteil, sie hatte eher den Eindruck, hier wie eine graue Maus zu wirken. Hier galt es ganz offenbar sich zu zeigen und zu sehen, was die Anderen zu bieten hatten.

Das galt auch für das Theater selbst. Der Boden war mit einem hellen, weichen Teppich belegt und die Einrichtung bestand aus edlen, dunklen Hölzern und jeder Menge rotem Samt. Die Wände waren mit edel aussehenden Textiltapeten verziert und in kleinen Nischen standen Sitzgarnituren aus bequemen Sesseln und Tischen die mit Schnitzereien reich verziert waren.

»Du solltest dich am Besten noch einmal frisch machen, bevor es los geht. Nichts ist schlimmer, als wenn jemand mitten in der Vorstellung vor einem her läuft, weil er das nicht getan hat«, sagte Rebecca zu ihr, als sie sich zu ihr umdrehte.
»Ja Herrin«, sagte Mara leise. Sie knickste und suchte die Toiletten.
Chris, die ihr gefolgt war, sagte, als sie schließlich im Waschraum waren: »Frida scheint sich hier ja ziemlich wohl zu fühlen.«
»Wer weiß, wie oft sie sowas schon gemacht hat. Immerhin gehört sie ja auch zur sogenannten besseren Gesellschaft«, sagte Mara kichernd.

»Was soll denn diese bessere Gesellschaft sein?«, fragte jemand hinter ihr.
Die Beiden drehten sich um und sahen eine Frau Anfang dreißig, die gerade herein gekommen war. »Hier geht es doch nur darum anzugeben. Viele sind nicht wegen dem Stück hier her sondern nur darum, sich zu zeigen und selbst zu sehen, wer hier her kommt«, sagte die Frau etwas verächtlich. »So ein Theaterbesuch ist doch nur dazu da, um die Zeit zwischen den Festsaisons zu überbrücken.«
»Und warum sind Sie hier?«, fragte Chris.
Die Frau lachte. »Weil mein Mann eingeladen wurde. Seid froh, daß sie nicht Henrietta oder sowas spielen. Don Camillo ist wenigstens etwas, wo man etwas von hat.« Sie trocknete sich die Hände und ging zur Tür, wo sie sich noch einmal umdrehte. »Ihr solltet euch auch etwas beeilen. In einer halben Stunde fängt es an. Ich wünsche euch viel Spaß«, sagte sie und verließ den Waschraum

Chris und Mara schauten sich an. »Sie scheint sowas ja öfter machen zu müssen«, sagte Chris grinsend. Die Beiden machten sich ebenfalls noch einmal frisch und gingen zurück zu den Anderen. Zusammen gingen sie dann langsam zu ihren Plätzen. Es dauerte etwas, bis sie diese erreicht hatten. Sie saßen sehr weit vorne in der zweiten Reihe des Parketts. Vor ihnen befanden sich lediglich noch die Sitze direkt am Orchestergraben.
Von ihren Plätzen aus hatten sie einen wirklich ausgezeichneten Blick auf die Bühne, die durch den offenen Vorhang zu sehen war.
Diese zeigte die Kulissen einiger Häuser und einer Kirche, die genau so aussahen, wie man es wohl in irgend einer beliebigen Kleinstadt in Südeuropa erwarten konnte.
Sie saßen etwas rechts von der Mitte, so daß Miss Wilhelmina und Chris ziemlich genau mittig vor der Bühne saßen. Mara nahm zwischen Rebecca und Dana platz.

Es dauerte nicht all zu lange, dann wurde es im Zuschauerraum dunkel und der Vorhang wurde geschlossen. Langsam wurden die Unterhaltungen im Zuschauerraum leise um dann ganz zu verstummen. Auch die Musik, die bisher leise gespielt hatte wurde leiser und verklang nun endgültig.

Nun betrat ein Mann die Bühne vor dem Vorhang und begann mit einigen Erklärungen zu der Zeit in der das Stück spielt, die nötig waren um um den Konflikt der beiden Hauptpersonen zu verstehen, dann öffnete sich der Vorhang und einer der Darsteller betrat die Bühne.

Während des Stückes musste Mara einige Male herzhaft lachen, aber dies störte niemanden, da auch die anderen Zuschauer lachen mussten.

Doch etwa eine halbe Stunde nach Beginn des Stückes bekam Mara ganz andere Probleme.
Rebecca hatte ihre Hand auf Maras gelegt und hielt diese, wobei sie unablässig mit dem Daumen sanft über Maras Handfläche streichelte. Nun aber ging Rebecca dazu über, mit dem Zeigefinger zwischen Maras Zeige- und Mittelfinger auf und ab zu streichen und gelegentlich auch mit der Spitze des Fingernagels über Maras Handrücken zu ziehen. Diese recht eindeutigen Bewegungen ließen Mara nicht kalt und sie musste einiges an Konzentration darauf verwenden, nicht leise zu stöhnen. Sie suchte Rebeccas Blick und diese fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und schenkte ihr dann ein verschmitztes Lächeln.
Mara schüttelte leicht den Kopf und blickte Rebecca bittend an, damit diese endlich damit aufhörte, sie so zu reizen, doch Rebecca lächelte weiter und nickte einmal langsam und bestimmend, worauf hin Mara verlegen den Blick senkte und dann wieder zur Bühne schaute. Am Liebsten hätte sie sich nun an Rebeccas Schulter gelehnt und diese Berührungen weiter genossen. Aber sie hatte so schon genug Probleme damit, ihren Zustand zu verbergen, also blieb sie kerzengerade sitzen und schaute weiterhin gerade aus.

Es fiel ihr schwer, sich auf zwei Dinge zu konzentrieren. Einerseits das Stück, welches ihr wirklich gut gefiel und andererseits darauf, unter Rebeccas Berührungen, die ihr nich weniger gefielen, zumindest nach außen hin Ruhe zu bewahren.

Zu Beginn der Pause verschwand Mara schnell in den Waschräumen, wo sie sich mit kaltem Wasser das Gesicht wusch um sie eine kleine Abkühlung zu verschaffen.

»Wie geht’s dir?«, fragte Rebecca, die ein wenig abseits von den Anderen auf sie wartete.
Mara warf ihr einen verlegenen Blick zu und schaute dann etwas verlegen zu Boden, ohne zu antworten. Darauf hin fasste Rebecca ihr sanft unters Kinn, hob ihren Kopf und schaute ihr in die Augen, wobei sie fragend die Augenbrauen hob.
»Gut Herrin«, sagte Mara darauf hin und senkte den Blick.
Rebecca lächelte und gab ihr einen Kuss. »Soll ich es lieber sein lassen?«, fragte sie.
Mara war hin und her gerissen. Einerseits fürchtete sie, daß jeder der umher Sitzenden es mitbekommen würde, wenn sie die Beherrschung verlieren sollte, andererseits hätte sie lügen müssen, wenn sie behaupten würde, diese Berührungen nicht auch genossen zu haben.
Sie schüttelte leicht den Kopf, worauf hin Rebecca ihr noch einen Kuss gab.
»Dann lass uns zu den Anderen gehen.« Rebecca nahm ihre Hand und zog sie die paar Schritte zu den Anderen, die sich mittlerweile recht angeregt über das Stück unterhielten. Bisher hatte es allen gut gefallen und der Konflikt der beiden Hauptpersonen untereinander hatte für viele lustige Momente gesorgt.

Rebecca winkte während der weiteren Unterhaltung eine Kellnerin herbei und nahm zwei Gläser mit Champagner von deren Tablett. Eines davon gab sie Mara und prostete ihr mit dem anderen zu. Die Wirkung des Alkohols, unterstützt durch die kribbelnden Kohlensäure trat recht zügig ein, da Mara sowieso nur sehr selten Alkohol trank. Sie entspannte sich ein wenig und beteiligte sich an den Unterhaltungen der Anderen.

Als am Ende der Pause der Gong ertönte, suchten sie wieder ihre Plätze auf und Rebecca legte ihre Hand wieder auf Maras.

-

»Das war ganz schön gemein«, sagte Mara, nachdem sie mit dem Bus zurück zur Schule gefahren und in Rebeccas Zimmer angekommen und endlich alleine waren.
»So, findest du?«, fragte Rebecca mit einem Lächeln und schaute Mara direkt in die Augen. »Mir hat es gefallen. Dir etwa nicht?«
»Ich hatte ganz schöne Probleme damit, mich auf das Stück zu konzentrieren«, gab Mara etwas verschämt zurück, worauf hin sie ein weiteres Lächeln von Rebecca erntete.
Ohne weiter darauf einzugehen, trat Rebecca hinter Mara, öffnete ihr den Reißverschluss des Kleides und half ihr aus diesem heraus, bevor sie sich mit dem Rücken vor Mara stellte und sich von ihr zuerst aus dem Korsett und dann aus dem Kleid heraus helfen ließ.
»Komm, wir legen uns ins Bett, es ist schon spät«, sagte Rebecca, fasste Maras Hand und zog sie mit sich ins Bett. Sie zog die Decke hoch und nahm Mara in die Arme.
Die Beiden versanken in einem langen Kuss und ihre Hände gingen auf dem Körper der jeweils Anderen langsam auf Wanderschaft. Es dauerte nicht lange, bis ihre stählernen Keuschheitsgürtel auf dem Boden lagen und sie in ein sehr intensives, forderndes und ausdauerndes Liebesspiel versanken. Die nahezu ununterbrochen andauernde aber unbefriedigte Erregung in den letzten Tagen bahnte sich bei Mara ihren Weg und verschaffte ihr zusammen mit Rebeccas Händen und Lippen einige sehr heftige Höhepunkte und sie sank nach einiger Zeit erschöpft aber glücklich in das Kissen.

-

Am nächsten Morgen wachte Mara trotz der Tatsache, daß sie erst sehr spät Arm in Arm eingeschlafen waren, auch ohne Wecker zeitig auf und löste sich vorsichtig, um diese nicht zu wecken, aus Rebeccas Armen. Sie stand auf und stellte fest, daß es gleich Zeit für den Morgenlauf war. Sie nahm ihren Gürtel vom Boden auf und ging damit ins Badezimmer, um diesen abzuwaschen. Dann legte sie ihn sich wieder an und mit einem leisen Klicken rastete das Schloss ein. Dieses Geräusch löste in ihr noch immer ein seltsames, wohliges Gefühl aus, welches ihr langsam den Rücken herunter kroch. Als sie das Zimmer verlassen wollte, musste sie feststellen, daß sie außer dem Kleid keine Kleidung hatte, die sie anziehen konnte. Doch mehr oder weniger nackt wollte sie natürlich auch nicht über den Hof laufen. Sie überlegte kurz und beschloss, den Morgenlauf einfach ausfallen zu lassen und während die Anderen liefen, schnell in den Schlafsaal zu gehen und sich gleich duschen und anzuziehen. Also ging sie zum Fenster und schaute nach draußen.
Als endlich die Schülerinnen über den Hof zum Tor liefen, holte sie aus dem Bad ein großes Handtuch, legte sich dieses über die Schultern und verließ das Zimmer. Unbemerkt, wie sie hoffte, lief sie über den Hof ins Hauptgebäude und ging in Richtung Schlafsaal.
Dort angekommen, ging sie sofort duschen und bürstete dann sorgfältig ihre Haare. Als dann die Anderen zurück kamen, ging sie mit ihnen, nachdem auch diese sich geduscht hatten, zum Frühstück.
Als sie sich zu Frida und Maja an den Tisch setzen wollte, winkte miss Wilhelmina die Drei zum Lehrertisch, wo sie dann Platz nahmen.

Miss Wilhelmina eröffnete ihnen während des Frühstücks, daß sie für den Vormittag eine Gelegenheit arrangiert hatte, bei der interessierte Schülerinnen den Dreien und auch ihren Herrinnen Frage zu stellen. Dies sollte um neun Uhr in einem der Klassenräume geschehen und Miss Wilhelmina bat die Drei darum, rechtzeitig dort zu sein.

- - -

Zusammen mit Frida und Maja betrat Mara kurz vor 9 Uhr den Unterrichtsraum, den Miss Wilhelmina ihnen genannt hatte. Dieser war schon sehr voll, Mara schätzte, daß ungefähr 30 bis 40 Schülerinnen dicht gedrängt auf den Kissen knieten und warteten. Da sie selbst ihre alten Schultuniken trugen, fielen Frida und Mara nicht sonderlich auf. Lediglich Maja fiel mit ihrer leuchtend blauen Tunika aus der Reihe und erregte sofort die Aufmerksamkeit der Schülerinnen.
Sie knieten sich nebeneinander vor die Wand mit dem Whiteboard und warteten noch eine Weile. Miss Wilhelmina hatte ihnen ja gesagt, daß auch Isabella und Rebecca erscheinen würden. Doch kurz vor 9 kam statt deren Miss Wilhelmina herein und bat alle, in den Spiegelsaal zu kommen, da doch ein paar Schülerinnen mehr gekommen waren, als sie erwartet hätte.

So verließen alle den Unterrichtsraum und gingen in den Spiegelsaal. Dort saß Rebecca bereits auf einem der Stühle und wartete. Aber nicht nur diese sondern auch gut hundert Schülerinnen befanden sich bereits in dem Saal und warteten. Zusammen mit den Schülerinnen, mit denen sie aus dem Unterrichtsraum gekommen waren, betraten die Drei den Saal und gesellten sich zu Rebecca.

Als endlich alle Platz genommen hatten, schloss sich die Tür mit einem lauten Knall und alle Köpfe drehten sich zu Isabella, die gerade herein gekommen war. In ihrer Hand hielt sie ihre Gerte und wedelte damit herum, um sich Platz zu schaffen und zu den Anderen durch zu kommen.

Sie stellte sich neben Rebecca, die keine Anstalten machte, aufzustehen und begann zu sprechen: »Ihr alle wollt also wissen, wie es nach der Schule weiter geht«, sagte sie, nachdem sie einen Blick durch den Raum hatte schweifen lassen und damit für Ruhe gesorgt hatte. »Um es gleich vorweg zu nehmen, sage ich gleich, daß wir ganz sicher nicht repräsentativ für alle Serva und Herrschaften stehen, die es so gibt. Für alle, die uns nicht in den letzten Tagen bereits kennen gelernt haben, stelle ich uns aber erst mal vor. Rebecca«, sie deutete mit der freien Hand auf diese »und ich waren in der Schule in der selben Gruppe. Rebecca war als freie Schülerin an dieser Schule hier und hat nachdem sie diese beendet hat, studiert und danach eine ganze Weile gearbeitet. Dann hat sie eine Stellung als Serva angenommen, arbeitet jetzt aber wieder als Designerin. Ich selbst bin an der Schule geblieben und Lehrerin geworden. Seit etwa einem Jahr bin ich Schulleiterin an einer anderen Schule.«
Sie stellte auch Maja, Frida und Mara vor und erzählte, ein wenig darüber, wo und wie sie jetzt lebten und wie sie zusammen gehörten. Insbesondere die Tatsache, daß Frida als freie Serva von sich aus darum gebeten hatte, Isabellas Serva zu werden und ihre Freiheit für die nächsten Jahre freiwillig aufgegeben hatte, rief einiges Erstaunen hervor, genauso wie die Tatsache, daß Mara freiwillig bei Rebecca blieb.

Nachdem Isabella diese Vorstellung beendet hatte, ermunterte sie die Schülerinnen dazu, ihre Fragen zu stellen. Zuerst ging dies nur schleppend voran, da viele offenbar etwas zurückhaltend waren, doch nach und nach hoben sich die Hände und mit ihrer Gerte deutete Isabella auf die Schülerinnen die ihre Hände gehoben hatten. Es dauerte nicht all zu lange, bis die ersten Fragen beantwortet waren, doch die Antwort auf die eine Frage rief gleich die nächsten Fragen hervor. So kam es, daß kurz vor dem Mittagessen noch kein Ende dieser Runde abzusehen war.

Isabella hob beide Hände um für etwas Ruhe zu sorgen. Sie schickte alle erst mal zum Mittagessen und kündigte an, daß diese Fragerunde nach dem Essen weiter gehen sollte und nachdem alle sich nach der Mittagspause wieder hier eingefunden hatten, kamen auch die nächsten Fragen.

Sie hatten im Laufe des Tages viele Fragen beantwortet. Eine Schülerin wollte wissen, ob sie nach der Schule weiterhin morgens laufen musste, was bei ihren Mitschülerinnen einiges an Gekicher ausgelöst hatte. Fridas Antwort darauf, daß sie und die meisten anderen Serva die sie kannte, wie gehabt jeden Morgen laufen mussten, schien der Schülerin nicht sonderlich zu gefallen, doch Isabella riet ihr dazu, auch wenn sie es nicht mochte, weiterhin jeden Morgen zu laufen, wenn ihre zukünftige Herrschaft dies erlaubte, da es einfach besser sei, fit zu bleiben.

Eine andere Frage, die offenbar viele Schülerinnen interessierte war, ob sie viel geschlagen wurden.
»Wieso? Reicht es dir noch nicht, in der Schule jeden Morgen beim Üben der Haltungen geschlagen zu werden?«, fragte Isabella und erntete dafür einiges an Gelächter. »Wenn du das gerne möchtest, reicht es glaube ich, deine zukünftige Herrschaft einfach darum zu bitten«, fuhr sie fort.
»Also unsere Herrin schlägt uns nie«, sagte Frida, nachdem sich das Gelächter gelegt hatte. »Aber sie hat unglaublich viele Ideen, wenn es darum geht, jemanden zu bestrafen, auch ohne zu schlagen«, erklärte sie, worauf hin Isabella ihr lachend zustimmte.

Erst am am Nachmittag waren offenbar die meisten Frage der Schülerinnen beantwortet und nach und nach verließen die Schülerinnen den Saal. Auch Rebecca winkte nun Mara zu sich und sie gingen nach draußen.

Am nächsten Tag gingen alle zusammen noch einmal in die Stadt um Klara zu besuchen, die Rebecca und Emylia gut kannten. Am Nachmittag packten alle ihre Sachen und gingen recht früh zu Bett. Mara schlief bei Rebecca und hatte ihre Sachen bereits aus dem Schlafsaal geholt. Das Meiste Gepäck hatten sie auch schon ins Auto gebracht und verabschiedeten sich am Sonntag Morgen nach dem Frühstück von Miss Wilhelmina, bevor sie nach Hause fuhren.

- - -

Larissa kniete im Wohnzimmer vor dem Sofa, das Gesicht ihrer Herrin zugewandt. Herrin Johanna hatte ihre Beine so auf ihren Schultern liegen, daß die Unterschenkel hinter Larissas Rücken herunter baumelten und diese hinter Larissas Rücken verschränkt.

Gelegentlich schaute Herrin Johanna zu ihr und hielt ihr ab und zu ein Stück Käse, etwas Wurst oder eine Scheibe hartgekochtes Ei vor den Mund. Jedes Mal öffnete Larissa diesen bereitwillig und nahm das Essen mit dem Mund entgegen.
Als Herrin Johanna vor gut einer Stunde gefragt hatte, ob sie diesen Film kennen würde, hatte Larissa verneint.
»Gut, dann sehen wir ihn uns an«, hatte sie gesagt.
Doch von dem Film, den Larissa wirklich gerne gesehen hätte, bekam sie außer den Dialogen und der Musik nichts mit. So hatte sie es sich nicht vorgestellt, sich zusammen mit Herrin Johanna diesen Film anzusehen. Dementsprechend war sie ein wenig enttäuscht, so hier zu knien. Ihre Hände waren mit Ledermanschetten hinter ihrem Rücken gefesselt und so konnte sie sich so gut wie gar nicht bewegen.
Zu Beginn des Filmes war sie zwei Mal eingenickt, doch beide Male hatte Herrin Johanna sie durch einen unsanften Zug an ihren Nippeln geweckt und ihr gesagt, sie solle doch wach bleiben und sich bitte konzentrieren.

Johanna bewunderte Larissa insgeheim für ihre Ausdauer. Seit fast zwei Stunden lief der Film nun und sie war abgesehen von den beiden Malen am Anfang nicht mehr eingenickt. Statt dessen schaute sie ihr die ganze Zeit über mit diesem seltsamen Lächeln im Gesicht in die Augen, welches sie immer dann aufsetzte, wenn sie etwas sehr demütigendes von ihr verlangte.
Sie fragte sich wieder einmal, wie weit sie wohl würde gehen können, bevor Larissa das Zeichen benutze, welches sie zum Abbruch vereinbart hatten. Immer wieder schärfte Johanna ihr ein, dieses zu benutzen, wenn ihr etwas zu viel wurde, doch bisher hatte sie nich nicht einmal ansatzweise zu erkennen gegeben, daß es ihr zu viel wurde.
Johanna betrachtete Larissa eingehend. Natürlich machte es ihr Spaß, sie so zu demütigen aber sie wollte auch nicht, daß Larissa es als zu unangenehm empfand. In diesem Falle würde sie lieber einige Schritte zurück rudern und es etwas langsamer angehen lassen als etwas zu tun, was Larissa wirklich nicht gefiel. Sie war sich vollkommen im Klaren darüber daß sie trotz allem eine große Verantwortung Larissa gegenüber hatte, der sie auf jeden Fall gerecht werden wollte. So sehr sie es auch genoss, sich immer etwas neues einfallen zu lassen, um Larissa immer wieder aufs Neue zu erniedrigen, so sehr liebte sie sie und sie würde nie etwas tun, was ihr wirklich schadete.
Sie war sich auch darüber im Klaren, daß Larissa es so lange es ging hinauszögern würde, das Abbruchsignal zu geben, also war es an ihr selbst, zu erkennen, wann es wirklich genug war. Daher beobachtete sie Larissa sehr genau, um zu erkennen, ob wirklich noch alles im Rahmen blieb. Zwar bekam sie dadurch von dem Film selbst kaum etwas mit, aber das galt ja auch für ’ihre Kleine’. Sie beschloss, daß sie sich den Film ein anderes Mal noch einmal ansehen würden.

Wie lange der Film schon lief, konnte Larissa beim besten Willen nicht sagen. Sie schaute ihrer Herrin die ganze Zeit über in die Augen und konzentrierte sich dabei auf die Dialoge des Filmes um nicht noch einmal einzunicken. Auch wenn ihre Knie mittlerweile etwas schmerzten, gefiel ihr diese Situation sehr. Sie war nah bei ihrer Herrin und genoss es ihre Beine auf ihren Schultern zu spüren und ihre Füße, die gelegentlich über ihren nackten Rücken strichen. Am Liebsten hätte sie einfach die Augen geschlossen um sich ganz auf diese Berührungen zu konzentrieren aber dann hätte es wahrscheinlich wieder so ausgesehen, als ob sie eingenickt wäre, also beschränkte sie sich darauf, gelegentlich ihren Kopf etwas zur Seite zu neigen und mit der Wange über Herrin Johannas Bein zu streichen.
Die Dialoge ließen erahnen, daß der Film balde zu Ende sein würde, als Herrin Johannas Comm sich meldete. Aus dem, was Herrin Johanna sagte, schloss sie, daß es um eine Einladung zu irgend einer Party ging und das Herrin Johanna etwas zur Dekoration mit bringen sollte, denn diese fragte, um was für eine Art Dekoration es sich handeln würde. Sie schloss die Unterhaltung mit den Worten: »Das lasse ich sie selbst entscheiden. Ich werde sie fragen und melde mich morgen noch mal bei dir.«
Herrin Johanna schaute sie mit einem nachdenklichen Blick an und nahm die Beine von Larissas Schultern.
Larissa stöhnte leise auf als sie der Druck plötzlich nachließ, nahm sich aber sofort wieder zusammen und blieb so knien.
»Komm her«, sagte Herrin Johanna und deutete neben sich auf das Sofa.
»Aber der Film ist doch noch nicht zu Ende«, wandte Larissa ein.
»Das macht nichts. Wir schauen ihn uns bei Gelegenheit noch mal an, damit du auch etwas mit bekommst.«
Langsam stand Larissa auf und bewegte ihre Beine etwas um sie zu lockern, dann setzte sie sich neben Herrin Johanna. Diese legte den Arm um ihre Schulter und zog sie zu sich heran.
»Das war Ingrid. Sie hat uns eingeladen, auf eine Jahresendfeier in dem Club zu kommen, in den sie und Veronica ab und zu mal gehen.«
»Das ist doch toll Herrin«, sagte Larissa, ohne den Kopf von Herrin Johannas Schulter zu nehmen an die sie sich angelehnt hatte.
»Ob das wirklich so toll ist, weiß ich nicht. Eigentlich hat sie nämlich nur mich eingeladen. Diese Party ist eigentlich eine Art Herrenabend und für Doms gedacht. Und die Subs sollen dabei nur die Dekoration abgeben.
»Oh«, sagte Larissa nur, ohne die Augen zu öffnen.
»Oh? Das ist alles, was du dazu zu sagen hast?«, fragte Herrin Johanna. »Das hieße für dich, daß du den ganzen Abend und vermutlich auch noch die Nacht über entweder an einer Wand hängst oder als Statue auf einem Podest stehen musst, ohne dich bewegen zu können. Und das Einzige, was dir dazu einfällt ist ’oh’? Das heißt auch, daß dich ungefähr 50 Leute so sehen würden. Möchtest du das?«
Larissa öffnete die Augen und sah Herrin Johanna an. Die größte Öffentlichkeit in der sie bisher gespielt hatten waren die monatlichen Kaffeekränzchen mit Ingrid und Lucy. Zwar hatte sie nie ausgeschlossen, auch in einer größeren Öffentlichkeit zu spielen, da vertraute sie ganz auf ihre Herrin, aber die Vorstellung daß so viele Leute sie so sehen würden, fand sie nicht besonders angenehm. »Lieber nicht meine Herrin. Aber wenn Sie meinen daß das in Ordnung ist, dann ist das für mich auch in Ordnung«, sagte sie leise und lehnte sich wieder an Herrin Johannas Schulter.

Johanna spürte Larissas Kopf an ihrer Schulter. Vertraute sie ihr wirklich so weit, daß sie alles mit machen würde? Sie wollte von Larissa ein klares Ja oder Nein hören und was bekam sie statt dessen? Larissa überließ ihr selbst die Entscheidung. Hatte sie sie schon so weit gebracht, daß sie keine eigene Meinung mehr hatte, daß sie wirklich alles mit sich machen ließ? Das ging ihr ganz klar zu weit. Sie wollte zwar so viel mit Larissa tun aber ihr die eigene Meinung nehmen, ihr jede Entscheidung abnehmen, das war ganz bestimmt nicht das, was sie wollte. Eine Beziehung auf Augenhöhe, ja selbst die eingeschränkte Gleichberechtigung, die jeder Serva abverlangt wurde, war das hier zwar schon lange nicht mehr aber sie wollte doch Larissa nicht jegliche Selbstständigkeit nehmen. Oder war dies schon längst geschehen? Sie schaute Larissa an und bekam ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber. So weit wollte sie es nie kommen lassen. Aber ließ sich das überhaupt miteinander vereinen? Einerseits Larissas Unterordnung und andererseits ein Mindestmaß an Augenhöhe? Sie wurde wütend. Wütend auf sich selbst, weil sie es zugelassen hatte, daß Larissa offenbar kurz vor der Selbstaufgabe stand und sie das nicht bemerkt hatte. Doch alle Wut half ihr nichts. Sie musste herausfinden, ob es wirklich schon zu spät war und sie Larissa die Selbstständigkeit genommen hatte.

Larissa bemerkte eine Veränderung bei ihrer Herrin. Sie löste sich aus der Umarmung und schaute sie an. »Ist alles in Ordnung?«, fragte sie.
Herrin Johanna schüttelte sich leicht, so als ob sie sie gerade aus ihren Gedanken gerissen hätte. »Das weiß ich nicht mein Kleine. Ich fragte dich jetzt ganz klar, möchtest du auf diese Party gehen und da von wer weiß wie vielen Leuten Deko spielen oder nicht?« Herrin Johannas Stimme war etwas belegt, als sie das fragte.
»Ich denke, ich würde mich dabei nicht wirklich wohl fühlen, aber ich weiß, daß Sie auf mich aufpassen werden. Und wenn Sie das wollen, dann werde ich mit kommen«, sagte Larissa. Sie hatte zwar kein all zu gutes Gefühl bei dieser Vorstellung aber würde sie ihrer Herrin nicht vertrauen, würde sie doch diese ganzen Spiele nie mit machen.
»Nein nein nein!«, sagte Herrin Johanna so laut, daß Larissa erschrak. »Ich habe dich gefragt und ich möchte eine klare Antwort von dir. Ja oder nein? Es ist deine Entscheidung. Und ich will, daß du sie für dich triffst.«
Larissa schaute sie verwundert an. »Lieber nicht Herrin«, sagte sie nach einigem Zögern. »Hier würde ich das liebend gerne machen. Aber vor so vielen Leuten möchte ich das lieber nicht.«
Sie bemerkte, daß Herrin Johanna aufatmete. »Gut, dann sage ich Ingrid ab«, sagte diese.
Trotz des klaren Tadels lehnte Larissa sich wieder bei ihrer Herrin an. »Vielen Dank meine Herrin«, sagte sie leise und schloss die Augen.

»Weißt du, ich denke, wir müssen einmal eingehend miteinander reden«, sagte Johanna und streichelte Larissa über den Kopf, als diese sie fragend an sah.
»Ich habe Angst, daß du zu unselbstständig wirst. Und so sehr es mir auch Spaß macht, mit dir zu spielen, ich möchte einfach nicht, daß aus dir eine willenlose Puppe wird, die alles tut, was ich dir sage. Ich möchte daß du eine eigene Meinung zu den Dingen hast und diese auch sagt, wenn ich dich danach frage.«
»Ich verstehe meine Herrin«, sagte Larissa leise.

Zwar hatte Johanna eigentlich vor gehabt, heute Abend Essen zu gehen und danach mit Larissa vielleicht ein paar Stunden zu tanzen aber diese Idee verwarf sie schnell. Statt dessen unterhielten die Beiden sich den ganzen Abend lang darüber, wie sie sich ihre Beziehung vorstellten. Erst weit nach zwei Uhr nachts gingen sie ins Bett und schliefen schnell ein.


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 02.06.18 um 22:41 geändert
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:28.05.18 14:43 IP: gespeichert Moderator melden


Und wieder ein toller Teil.Vielen Dank.

Freu mich schon auf den nästen Teil.

mfg Wölchen
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:29.05.18 20:49 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo

Wieder mal eine traumhaft schöne Fortsetzung.
Danke dafür!!!

Ach wenn doch nur ein Bruchteil der Domms und Dommsen so verantwortungsvoll wären wie Du Rebecca und Johanna darstellst!!!

Toll geschrieben. Oftmals zum Nachdenken anregend und dennoch fließend zu lesen, obwohl man eigene Gedanken hat.

VlG
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:02.06.18 19:55 IP: gespeichert Moderator melden



Zitat

PS.
Ich vermisse die Pony's ;-(


Bis diese wieder auftauchen, wird wohl noch eine Weile dauern. Immerhin ist es gerade Dezember und entsprechend ungemütlich.


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  RE: Neue Horizonte - 2 Teil 60 Datum:02.06.18 19:56 IP: gespeichert Moderator melden


60


»Also ich fand das schon ganz schön übertrieben. Wir konnten eine ganze Woche lang nur stehen. Selbst wenn wir uns hinlegen wollten, musste uns jemand helfen.« Kira hatte sich in Fahrt geredet und redete sich ihren Ärger von der Seele. »Weißt du eigentlich, wie anstrengend das war?«
»Nein«, sagte Mara und grinste breit. »Aber ich stelle es mir besser vor, als in den Keller gehen zu müssen.«
»Ich kenne diese Teile. Ich musste sie ein paar Mal testen, als Herrin Johanna sie gebaut hat. Aber ich habe sie immer nur ein paar Stunden getragen. Das Längste waren zwei Tage um zu sehen, ob irgendwas drückt oder so«, mischte Larissa sich ein. »Und ich konnte sogar die Arme nicht mehr bewegen. Das war toll.« Larissas Blick war etwas abwesend und sie lächelte vor sich hin.
»Toll? Na danke auch. Sag deiner Herrin, daß es nicht mehr so toll ist, wenn man sie eine Woche lang tragen muss«, ereiferte sich Nora.
»Was habt ihr eigentlich angestellt, daß ihr euch das verdient habt?«, wollte Vivian wissen. Da Kati und Nora ihre Gebärdensprache nicht verstanden, schreib sie ihre Frage auf eine ihrer Karten und legte diese auf den Tisch.

Larissa lachte und schaute in die Runde. »Sie haben Miss Leonie, Miss Noemi und Miss Isabella zusammen geklebt.«
»Von wegen zusammen geklebt. Zusammen betoniert passt besser. Das ist wie Plastik das Zeug. Es hat zwei Tage gedauert, alles soweit ab zu fräsen und zu schleifen, bis Herrin Isabella sich wieder halbwegs bewegen konnte. Und der Hersteller hat gesagt, daß es auf der Haut kleben bleibt, bis die sich weit genug selbst erneuert hat. Er hat was von zwei bis drei Wochen geredet. Sie hat getobt wie ein wütender Stier und außerdem tut das ganz schön weh, wenn man an den Resten hängen bleibt. Ich hätte euch so lange stehen lassen, bis das bei den Dreien alles ab ist.« Frida schob den Ärmel ihrer Tunika hoch und deutete auf einige ziemlich breite Kratzer die langsam verblassten. »Das ist gleich in der ersten Nacht passiert, obwohl wir ihr die Arme mit dicken Binden eingewickelt haben«, sagte sie vorwurfsvoll.

Die drei Schülerinnen schauten ein wenig betreten zu Frida, die gerade ihre Tunika öffnete und ihnen weitere Kratzer auf ihrem Bauch und ihrer Brust zeigte. »Und Maja hat einen ziemlich fiesen Kratzer auf dem Rücken abbekommen. Der musste sogar genäht werden. Und jetzt schläft Herrin Isabella alleine, bis das Zeig alles ab ist. Aber das Bettzeug und wahrscheinlich auch die Matratze können wir danach weg werfen.«
»Das tut mir leid. Das wollten wir doch so gar nicht«, sagte Kira betreten.
»Ich habe doch nicht gedacht, daß das Zeug durch den Stoff geht, bevor es fest wird. Ich dachte, es wäre lustig, Miss Noemis Tunika damit einzusprühen. Ich konnte doch nicht wissen, daß das so stark aufschäumt. Und daß Miss Leonie und Miss Isabella gerade dann rein kommen, als das Zeug aufgeschäumt ist, konnten wir doch auch nicht ahnen«, sagte Kati. Sie hatte bisher kaum etwas gesagt und schon wieder Tränen in den Augen. Nora reichte ihr ein Taschentuch und nahm sie in die Arme.
»Jetzt hasst Miss Isabella mich und wird mich aus von der Schule werfen«, sagte Kati nach einem lauten Schniefen.
»Na du bist gut. Du hast das Zeug ja nur besorgt. Aber wir beide haben Miss Noemi damit eingekleistert. Was sollen wir denn sagen?«, fragte Kira. »Wenn sie wirklich noch so wütend ist, können wir unsere Sachen auch gleich packen.«
»Ihr Beiden vielleicht. Aber mich kann sie nicht raus werfen. Ich werde denen noch 15 Monate lang jeden Tag unter die Augen treten müssen, wenn sie mich nicht an eine andere Schule schicken«, sagte Nora. Auch sie sah ziemlich mitgenommen aus.

Frida stellte ihr Glas ab und schüttelte den Kopf. »Raus werfen wird sie euch ganz sicher nicht. Aber ihr solltet euch besser was einfallen lassen um euch bei den Dreien zu entschuldigen. Mit eurer Strafe ist das zwar erledigt aber vergessen werden sie es mindestens drei Wochen lang schon mal gar nicht.«
»Und was bitte?«, fragte Kira. »Sollen wir ihnen anbieten, uns auszupeitschen oder sowas?«
Vivian schüttelte den Kopf und schrieb etwas auf eine Karte. »Wie wäre es damit, wenn ihr ihnen bis zum Probemonat jeden Sonntag die Wohnungen putzt?«
»Ja, am Besten in einer dieser tollen Dienstmädchenuniformen«, sagte Mara kichernd.
»Bei Miss Leonie sollte die aber besser aus Gummi sein. Die mag sowas«, wandte Larissa ein. Sofort als sie das ausgesprochen hatte, wurde sie knallrot.
»Miss Leonie und Gummi?«, fragte Nora. »Woher willst du das denn wissen?«
Larissa atmete tief ein und wieder aus, bevor sie sprach. »Herrin Johanna und ich waren mal bei ihr zum Kaffeekränzchen. Da hatte sie sowas an.«
»Und was hattest du da an?«, fragte Mara lachend.
Larissa nuschelte undeutlich etwas in ihr Glas und schaute verlegen zu Boden.
»Einen was?«, fragte Kati, die als Einzige verstehen konnte, was Larissa gesagt hatte, erstaunt.
»Einen aufblasbaren Anzug aus Latex«, wiederholte Larissa verlegen und warf Mara einen vorwurfsvollen Blick zu.
»Schau nicht so. Ich mache kein Geheimnis daraus, daß ich es mag, ausgepeitscht zu werden. Aber in der Öffentlichkeit möchte ich das trotzdem nicht«, sagte Mara lachend.

»Oh Mann, wer weiß, was wohl bei Miss Noemi zu sehen wäre, wenn wir dort putzen würden. Oder bei Miss Isabella«, sagte Nora grinsend.
»Also bei uns würdest du gar nichts finden. Wir sind ganz normal«, sagte Frida mit einem selbstsicheren Gesichtsausdruck.
»Von wegen nichts finden. Bloß weil es nicht jeder sieht, heißt das noch lange nicht, daß du nicht mit mehr Metall in dir herum läufst als im Schaufenster eines Juweliers zu sehen ist«, sagte Larissa und warf Frida einen frechen Blick zu.

Fridas selbstsicherer Blick verschwand und wich einer starken Rötung ihrer Wangen, sie versuchte, sich zu rechtfertigen: »So viel ist das doch gar nicht. Das sind noch nur die paar Ringe in den Schamlippen und der am Kitzler und das Fourchette und die Ringe an den Brüsten und im Nabel und das in der Zunge und das Hufeisen.« Sie hob während sie das aufzählte einen Finger nach dem Anderen. Am Ende hatte sie die Zehn einmal übersprungen und hielt nun neun Finger in die Luft. Erst als sie die Blicke der Anderen auf sich bemerkte, wurde ihr bewusst, daß sie eigentlich gerade viel zu viel gesagt hatte und nahm schnell beide Hände unter den Tisch.

Einzig Vivian schlug sich immer wieder, tonlos lachend, mit der flachen Hand auf die Schenkel. Tränen rannen ihre Wangen herunter und sie hatte sichtliche Mühen, Luft zu bekommen.
»Ach komm schon«, sagte Larissa, als Vivian sich wieder beruhigt hatte und sich die Lachtränen mit ihrer Serviette abwischte. »Ich möchte gar nicht wissen, was bei Euch so im Schlafzimmer passiert.«
»Du bist viel zu neugierig um das nicht wissen zu wollen«, schrieb Vivian auf eine Karte und legte sie vor Larissa auf den Tisch. Diese schaute sie erwartungsvoll an, als sie etwas auf eine weitere Karte schrieb.
Larissa machte ein langes Gesicht, als Vivian ihr diese mit einem breiten Grinsen vorlegte. »Aber ich verrate es dir nicht. Das geht nur Herrin Vera und mich etwas an«, stand auf der Karte.
»Och komm schon«, sagte Larissa. »Uns kannst du es doch ruhig verraten«
Mit einem Lächeln gestikulierte Vivian ein deutliches »Nein«.

Nachdem eine Weile Schweigen am Tisch geherrscht hatte, schaute Nora zu Frida. »So viele Piercings? Hat deine Herrin dir das befohlen?«, wollte sie wissen.
»Nein, nur erlaubt. Maja mag sowas eben und mir gefällt es auch«, sagte sie.
»Was ist denn ein Hufeisen? Hast du etwa echte Eisen an den Füßen?«, fragte Kira interessiert und dachte dabei unwillkürlich an Maras Stiefel.
Frida schüttelte den Kopf und nahm eine Hand vors Gesicht. Mit der anderen Hand fummelte sie irgend etwas hinter der vorgehaltenen Hand herum. Als sie diese weg nahm, ragten die mit kleinen Kugeln verzierten Enden eines Hufeisenförmigen Ringes aus ihren Nasenlöchern hervor.
»Den Trick hat Trish mir gezeigt. Man kann es einfach hoch klappen, dann sieht es niemand«, erklärte Frida mit einem Anflug von Trotz in der Stimme.
»Praktisch«, sagte Kira. »Sowas könnte ich mir auch machen lassen.«

»Auf keinen Fall!«, sagte Mara energisch.
»Wieso denn nicht? Ich finde, das sieht gut aus. Und jetzt komm bitte nicht damit, daß ich deine kleine Schwester bin«, sagte Kira grinsend.
Resigniert ließ Mara die Schultern hängen. »Nee«, sagte sie etwas missmutig. »Aber als Serva wird dir das niemand erlauben. Und Trish wird es dir auch nicht machen ohne daß du Miss Isabellas Erlaubnis hast.«

»Das ist ja alles ziemlich interessant, was hier so ans Licht kommt, aber könnten wir uns bitte mal wieder unserem Problem widmen? Das ist nämlich ziemlich ernst. Ich habe jedenfalls keine Lust, die Schule wechseln zu müssen. Und Kati ganz sicher auch nicht«, sagte Nora, nachdem eine Weile niemand etwas gesagt hatte.
»Also ich finde, Vivians Vorschlag ist gar nicht mal so schlecht. Und wenn ihr es nicht macht, dann gehe ich Montag alleine zu Miss Isabella und biete ihr das an. Ich möchte nämlich auch nicht von der Schule fliegen und an eine andere Schule will ich auch nicht unbedingt«, sagte Kira entschlossen.
Kati schaute sie ernst an und nickte. »Ich gehe mit«, sagte sie leise.
»Ich weiß zwar nicht, ob das was ändert, aber entschuldigen will ich mich auch auf jeden Fall. Das Ganze ist einfach viel zu weit gegangen. Ich bin auch dabei«, sagte Nora.

Sie unterhielten sich noch eine Weile, dann war es für Nora, Kati und Kira Zeit zu gehen.
Mara bestellte noch einen Kaffee und schaute dann zu Frida. »Sag mal, welchen Sinn hat das denn, wenn es sowieso niemand zu sehen bekommt?« Sie deutete auf Fridas Nasenring.
»Wieso denn? Die, die es sehen sollen, bekommen es doch zu sehen. Und Andere geht es nichts an, was ich in der Nase habe«, antwortete Frida, worauf hin Larissa einen Lachanfall bekam.

Erst nachdem sich diese beruhigt hatte, sagte Mara: »Als du in der Schule Kleiderpuppe gespielt hast, wollte ich ja auch schon fragen. Aber ich dachte, die Anderen müssen das ja nicht unbedingt wissen. Aber mich wundert ja, daß Miss Vitória nichts gesagt hat.«
Frida zuckte lediglich mit den Schultern. Sie trank noch ihren Kaffee aus und musste dann gehen. Auch Vivian verabschiedete sich nach einer Weile und ließ Mara und Larissa alleine zurück.

»Weißt du schon, was ihr Silvester macht?«, fragte Larissa, als sie alleine mit Mara am Tisch saß.
»Wir sind doch auf den Ball eingeladen.«
»Schade«, sagte Larissa und zuckte mit den Schultern.
»Wieso fragst du?«, wollte Mara wissen.
»Nur so«, sagte Larissa.
»Komm sag schon. Ohne Grund fragst du doch nicht.«
Larissa druckste etwas herum, dann sagte sie: »Herrin Johanna will zu ihrer Familie fahren. Aber da möchte ich eigentlich nicht mit. Ich kenne die doch gar nicht. Und dann sitze ich doch nur die ganze Zeit irgendwo alleine rum. Und alleine auf die Party gehen will ich auch nicht aber Miss Isabella ist auf den Ball eingeladen und da kommen Maja und Frida natürlich mit. Und die Anderen sind auch alle weg. Und alleine will mich Herrin Johanna auch nicht hier lassen.«
»Dann wirst du wohl doch mit Johanna fahren müssen. So schlimm kann das doch nicht werden. Und wenn was ist, kannst du dich doch immer an sie halten.«
»Ich weiß nicht. Sie hat gesagt, daß die ganze Familie zusammen kommt, mit allen Neffen und Nichten und Onkel und Tanten und so. Das sind mir doch so schon zu viele Menschen, die ich nicht kenne.« Larissa machte eine kurze Pause und trank einen Schluck Kaffee. »Geht Saphira denn mit auf den Ball? Ich mein, wenn sie zu Hause bleibt, dann kann ich ihr doch Gesellschaft leisten.«
Mara konnte sich ein Lachen nur schwer verkneifen. »Saphira ist auch nicht da. Sie geht zu dieser Yanna. Ich glaube, die sind mehr als nur alte Bekannte.«
Larissa ließ sich resigniert in die Lehne des Stuhles sinken. »Dann bleibt mir wohl nichts Anderes übrig als doch mit zu fahren«, sagte sie resigniert.

- - -

Nachdem Mara sie zu Hause abgesetzt hatte, fuhr Larissa mit dem Aufzug nach oben und legte ihre Tunika und den Umhang in der Garderobe ab. Im Wohnzimmer saß Herrin Johanna auf dem Sofa und stickte. Als Larissa herein kam und vor ihr knickste, merkte sie sofort, daß irgend etwas nicht stimmte. Sie legte den Stickrahmen bei Seite und deutete neben sich auf das Sofa.
Larissa setzte sich und schaute sie erwartungsvoll an.
»Was ist los mit dir? War auf eurem Treffen irgend was?«, fragte Johanna und nahm Larissas Hand.
»Es ist wegen Silvester, Herrin. Mara und Frida sind mit ihren Herrinnen auf dem Ball und die Anderen sind auch alle unterwegs. Kann ich nicht bitte alleine hier bleiben?«
»Das kommt doch gar nicht in Frage. Ich lasse dich doch nicht ausgerechnet Silvester alleine hier. Bevor das passiert, bleibe ich eher hier.«
»Das möchte ich aber nicht Herrin.«
»Und was soll ich machen? Dich so lange in die Schule schicken?«
Larissa schaute Johanna nur an und nickte.
»Kommt doch überhaupt nicht in Frage meine Kleine. Überleg es dir noch mal. Alle die kommen, sind sehr nett. Und dir würde es auch gut tun, mal etwas raus zu kommen.« Johanna zog Larissa zu sich. »Ich hab eine Idee. Wir fahren nächsten Sonntag schon los und bleiben zwei Wochen dort. Dann haben wir genug Zeit und können Boot fahren oder uns an den Strand legen oder in den National Park fahren.«
Larissa schaute Johanna verwirrt an. »Ist es in England um diese Zeit nicht etwas zu kalt um sich an den Strand zu legen?«
Nun war es an Johanna, verwirrt zu sein. »Wie kommst du denn auf England?«
»Sie haben doch selbst gesagt, daß Sie aus Wellington kommen Herrin.«
Nun musste Johanna lachen. »Und weil sich das so anhört, dachtest du, das liegt in England? Was meinst du eigentlich, wie viele Orte mit diesem Namen es gibt und wo die alle liegen? Weißt du was? Ich werd dir nicht verraten, wo das ist sondern du lässt dich einfach überraschen.«
Larissa schaute sie schmollend an. »Das ist gemein Herrin«, sagte sie.
Wieder lachte Johanna. »Ich weiß. Aber damit musst du einfach leben meine Kleine. Und Montag fahren wir in die Stadt und kaufen dir ein paar Sachen. Ohne ein paar Bikinis und ein paar schöne Kleider nehme ich dich nämlich nicht mit. Ich bin mir zwar sicher, daß du auch mit Tunika überall hin darfst aber das möchte ich eigentlich nicht. Wenn wir schon Urlaub machen, sollst du auch was schönes zum Anziehen haben.«
»Ja Herrin«, sagte Larissa. Ihr war klar, daß sie jetzt nicht mehr nein sagen konnte. »Aber Bikinis brauche ich nicht. Ich kann doch nicht schwimmen.«
Johanna schaute sie stirnrunzelnd an. »Das weiß ich doch. Aber ich glaube, damit müssen wir einfach leben. Und ich denke, wenn du erst mal im Wasser bist, lernst du das schon. Und wenn nicht, bin ich ja auch noch da und passe auf dich auf.« Nun grinste Johanna breit und fügte noch hinzu: »Oder ich besorge dir ein Paar schicke Schwimmflügel.«
Larissas Gesichtsausdruck zeigte deutliches Unbehagen. »Die sind doch für kleine Kinder«, sagte sie.
»Ach was? Echt?«, fragte Johanna und hatte bereits Mühe, sich zusammen zu reißen. »Aber so wenig, wie du bisher zugenommen hast, reichten für dich doch sicher schon welche für Kleinkinder.«
Schmollend schaute Larissa Johanna an und sagte: »So leicht bin ich auch nicht mehr.«
»Dann eben doch welche für Erwachsene.« Nun schaffte Johanna es nicht mehr, sich zu beherrschen und lachte lauthals los, was Larissa erst recht schmollen ließ.

»Das ist gemein Herrin«, sagte Larissa, verschränkte die Arme und wandte sich ab.
Johanna rutschte zu Larissa, schlang ihre Arme von hinten um sie herum und lehnte ihre Wange an Larissas. »Ich weiß meine Kleine. Tut mir leid«, sagte sie leise. »Ich lasse mir was Anderes einfallen. In Ordnung?«
Larissa nickte und drückte ihre Wangen nun ihrerseits an Johannas heran.
»Aber trotzdem würde das bestimmt lustig aussehen«, sagte diese kichernd und küsste Larissas Nacken und ihren Hals.

Langsam gab Larissa ihr Schmollen auf und genoss diese Küsse und die Berührungen die Johanna ihr schenkte. Es dauerte nicht lange, da wand Larissas sich in Johannas Armen lustvoll hin und her. Sie wollte sich umdrehen um ihrer Herrin ebenfalls diese Lust zu bereiten, doch diese hielt sie sanft aber unnachgiebig fest. »Du hältst einfach mal still. Heute bin ich dran«, sagte sie leise und strich mit den Fingernägeln über Larissas Seiten, was diese leise aufstöhnen ließ. Während Larissa sich in ihren Armen wand, öffnete Johanna den stählernen BH den Larissa trug und begann, ihre kleinen aber festen Brüste zu massieren und zu verwöhnen.

Kurze Zeit später fiel auch der Keuschheitsgürtel und Johannas Hände wanderten zwischen Larissas Beine. Johanna nahm sich jede Menge Zeit, Larissa immer mehr zu erregen, ohne ihr jedoch die Erlösung zu schenken, nach der diese sich immer mehr sehnte und nun darum bettelte.

Nun erst begann Johanna auch Larissas Kitzler zu massieren und zu reiben und als diese laut stöhnend kam, hörte sie nicht auf sondern machte immer weiter, bis Larissa mehrmals hintereinander sehr heftig gekommen war und dann erschöpft in ihren Armen lag. Johannas Hände waren von Larissas Säften bedeckt und tropften regelrecht.
Als Larissa kurz die Augen öffnete, führte sie die Hand zu ihrem Mund und leckte sich genüsslich die Finger ab. »Du schmeckst gut meine Kleine«, sagte sie und zog Larissa weiter zu sich um sie fest zu halten.

Erst eine gute Stunde später war Larissa wieder soweit beieinander, daß sie sich umdrehte. Aber als sie mit dem Kopf auf Johannas Brust lag, schloss sie die Augen und schlief sofort ein.

- - -

In der folgenden Woche nahm Johanna sich einen Tag frei. Sie lieh sich ein Auto aus dem Fuhrpark von Horizons und fuhr mit Larissa nach Jena. Dort schlenderten sie über den Marktplatz und die angrenzenden Straßen des nach dem Krieg neu errichteten Stadtkerns rund um die Stadtkirche, die als eines der wenigen Gebäude in der Stadt die Bombenangriffe nahezu unbeschadet überstanden hatte, wie auf einer großen Tafel am Fuße des Kirchturmes zu lesen war.

»Wie findest du den denn?«, fragte Johanna und deutete auf einen ziemlich knappen Bikini mit einem schwarz-weißen Streifenmuster im Rockabilly-Stil mit roten Schleifchen.
»Ich weiß nicht Herrin, ein Badeanzug wäre mir schon lieber.«
Johanna musterte Larissa. »Also ich wüsste nicht, warum du dich verstecken willst. Außerdem, reichen dir Bikinistreifen nicht?«
»Hmm«, machte Larissa doch bevor sie noch etwas sagen konnte, zog Johanna sie bereits in den Laden, dessen Auslage sie gerade ansahen. Es dauerte nicht all zu lange, da hatten sowohl Larissa aber auch Johanna mehrere verschiedene Bikinis anprobiert und auf zwei Stapeln passende Teile zurecht gelegt.
»Brauche ich denn wirklich so viele?«, fragte Larissa nach einem Blick auf den Stapel.
Johanna schaute sie nachdenklich an. »Du hast vollkommen Recht.« Sie nahm sowohl von ihrem eigenen als auch von Larissas Stapel je zwei Bikinis und schickte Larissa mit den Anderen zu dem Ständer neben den Umkleiden, wo man nicht passende Ware zurück geben konnte.
Mit nur einer kleinen Tüte verließen die Beiden schließlich den Laden. Doch sie gingen in mehrere weitere Läden und probierten die unterschiedlichsten Kleider an. Am späten Nachmittag hatten sie mehrere große Tüten ins Auto gebracht, in denen die meisten Kleidungsstücke für Larissa gedacht waren.
»Brauche ich wirklich so viele Kleider?«, fragte Larissa, als sie in den Kofferraum schaute und die ganzen Tüten betrachtete.
»Auf jeden Fall meine Kleine. Für den Flug brauchst du auf jeden Fall etwas bequemes. Und eine Gelegenheit, die anderen Sachen anzuziehen wirst du ganz sicher auch bekommen.«
»Danke Herrin«, sagte Larissa. Angesichts der vielen neuen Kleider kam sie sich etwas seltsam vor, trug sie doch zu Hause lediglich ihren Keuschheitsgürtel und den dazu gehörenden BH und nur wenn sie die Wohnung verließ eine Tunika und wenn es kalt war einen Umhang. Sie fragte sich, ob sie sich in diesen Sachen überhaupt wohl fühlen würde.

Nachdem alles im Auto verstaut war, gingen sie noch einmal über den Markt, wo die Standbesitzer bereits damit begannen, ihre Stände aufzuräumen. Johanna kaufte noch eine Tüte Äpfel und gab Larissa einen davon.
So gingen sie kauend über den sich leerenden Markt und fuhren dann endlich wieder nach Hause, wo sie beide ziemlich früh ins Bett gingen. Larissa kuschelte sich eng an Johanna und schlief bald darauf ein.

- - -

»Wo ist das denn?« Rebecca schaute Mara über die Schulter und betrachtete das Bild, welches offenbar aus einem großen Passagierflugzeug aufgenommen war. Es zeigte die Sonne, die hoch am Himmel stand und darunter das Meer.
»Larissa hat das gerade geschickt. Sie und Johanna sind vor einer Stunde abgeflogen. Sie fliegen nach Australien«, erklärte Mara.
Rebecca betrachtete sich noch einmal das Bild und schüttelte dann den Kopf. »Also ich bin zwar schon seit einer ganzen Weile nicht mehr so weit geflogen, aber früher musste man immer Richtung Osten fliegen, wenn man nach Australien wollte. Und ich glaube nicht, daß sich das in der letzten Zeit geändert hat.«
»Und wohin fliegen sie dann?«, fragte Mara.
»Schau dir mal die Uhrzeit an. Wenn sie erst eine Stunde geflogen sind, sind sie noch nicht über den Äquator. Und die Sonne steht links vom Flugzeug, also fliegen sie nach Westen.«
»Sie hat gesagt, daß sie nach Wellington fliegen. Das ist doch in Australien«, wandte Mara ein.
»Wie ich Johanna kenne, will sie Larissa überraschen. Die Beiden fliegen zu Johannas Familie. Und die kommt aus Florida, hat sie mir mal erzählt. Aber verrate es Larissa nicht.«
Mara nickte und rief auf dem Pad die Karte von Florida auf. Tatsächlich gab es dort einen Ort namens Wellington. In der Nähe sah sie bekannte Orte wie Palm Beach, Miami Beach, Fort Lauderdale und die Florida-Keys. Über diese Namen geriet sie ins Träumen von langen, weißen Sandstränden, rauschenden Wellen und lauen Nächten.

Sie schaute aus dem Fenster und sah dort den Schnee der in einer dünnen Schicht auf den Bäumen lag und den Boden in eine feuchte und teilweise schlammige Fläche verwandelt hatte. »Da ist es bestimmt wärmer als hier«, sagte sie abwesend.
»Auf jeden Fall. Aber mir wäre es da zu warm«, sagte Rebecca lachend.
»Schade«, seufzte Mara. »Meine Familie kommt aus Wiesbaden, da ist es jetzt auch so kalt wie hier.«
Amüsiert betrachtete Rebecca, wie Mara immer weiter in ihren Gedanken zu versinken schien. »Ich kann nur mit Schottland dienen. Aber da ist es jetzt auch nicht wärmer als hier«, sagte sie.

»Komm, wir gehen eine Runde schwimmen«, sagte Rebecca, fasste Mara an der Hand und zog sie mit sich durch den Flur und die Halle in den Keller. Im Schwimmbad angekommen, schaltete Rebecca die hellen Lampen ein, die das Licht der Sonne simulierten und stellte diese so ein, daß sie die Abendsonne an einem Sommertag nachahmten.
Sie zogen sich aus und stiegen in das warme Wasser, wo sie zuerst einige Bahnen schwammen und sich dann auf den Liegeflächen im Wasser niederließen. Rebecca stieg noch einmal aus dem Wasser und holte eine Flasche Saft und zwei Gläser.

So lagen sie eine ganze Weile im Wasser und genossen die künstliche Sonne, die Wärme des Wassers und den fruchtigen Saft. Mara rückte etwas näher zu Rebecca, lehnte sich bei ihr an und schloss die Augen. Fast hatte sie das Gefühl in der Abenddämmerung an einem Strand zu liegen und genoss dieses Gefühl.

Auch Rebecca genoss es, so mit Mara hier im Wasser zu liegen und hatte die Augen geschlossen, als sie auf einmal Maras Kichern vernahm.
»Was hast du denn jetzt?«, fragte sie mit einer Mischung aus Belustigung und Erstaunen.
»Jetzt fehlt eigentlich nur noch etwas Sand, dann haben wir einen eigenen Strand im Haus.«
Rebecca lachte auf. »Ist doch kein Problem. Wir reißen die Wand zum Lagerraum einfach raus und lassen ein paar Tonnen Sand hier rein schaffen«, sagte sie belustigt.
»Das geht?« Nun war es an Mara, sie erstaunt anzusehen.
»Natürlich. Ich besorge dir Hammer und Meißel und wenn du morgen aus dem Laden kommst, kannst du mit der Wand anfangen.« Rebecca grinste breit, als sie Maras Schmollen sah, daß diese aufgesetzt hatte, weil sie sich veralbert vor kam.
Rebecca zog sie wieder zu sich heran und gab ihr einen langen Kuss.

Nachdem sie noch eine ganze Weile im Wasser gelegen hatten, schwammen sie schließlich zur Leiter auf der anderen Seite und verließen das Wasser. Sie trockneten sich gründlich ab und wollten, mit Handtüchern bekleidet, nach oben gehen.
Im Flur schaute Mara Rebecca fragend an und warf dann einen Blick in Richtung der Tür des Spielzimmers. Es war bereits einige Wochen her, seit sie dieses das letzte Mal benutzt hatten.

Rebecca überlegte nicht lange, als sie Maras Gesichtsausdruck bemerkte. Sie nahm Mara an der Hand und ging mit ihr ins Spielzimmer. Dort angekommen, nahm sie ihr das Handtuch ab und ließ sie dann einfach mitten im Raum stehen.

Mara blieb ruhig stehen und schloss die Augen. In dem Bewusstsein daß Herrin Rebecca letztendlich nichts tun würde, was ihr unangenehm war oder ihr schaden könnte, war sie bereit, alles, was nun kommen würde, mit sich geschehen zu lassen.
Es dauerte nur einen Moment bis sie Rebecca hinter sich spürte. Etwas legte sich über ihre Augen und wurde hinter ihrem Kopf verschlossen. Probehalber öffnete sie die Augen und stellte fest, daß sie trotzdem nichts sehen konnte. Die Maske war komplett blickdicht. Ihr Körper reagierte auf diese Situation mit einer wohlbekannten Erregung, die von ihrer Mitte her ausging und langsam von ihr Besitz ergriff.

Nun legte sich etwas vor ihre Lippen. Sie öffnete diese und etwas wurde ihr in den Mund geschoben. Der Ring zwang ihren Kiefer in eine weit geöffnete Stellung. Er fühlte sich nicht all zu hart an, war aber dennoch unnachgiebig und fest. Als dieser Ring weit in ihrem Mund war, legte sich erneut etwas auf ihre Lippen und umschloss diese dann, so daß sie auch diese nicht mehr weiter schließen konnte.

Rebecca betrachtete Mara eingehend und wartete auf eine Reaktion. Das Silikon des Knebels umhüllte Maras Lippen komplett, so daß von diesen nichts mehr zu erkennen war. Nur das knallrote Silikon, welches überflüssigerweise aussah wie sehr grell geschminkte Lippen war noch zu sehen. Auch den Rest des Knebels konnte man lediglich noch erahnen. Ein wenig belustigt beobachtete sie, wie Mara die Zunge heraus streckte und die künstlichen Lippen umrundete.

Nun spürte Mara, daß ihre Herrin etwas an ihren Ohren machte. Irgend etwas steckte sie in diese hinein und kurz darauf erklang leise und sanfte Musik, die sie wieder an den Strand von dem sie vorhin geträumt hatte, denken ließ. Daß ihre Spucke sich langsam einen Weg durch den Knebel bahnte und auf ihre Brust tropfte, bekam sie nur am Rande mit.
Dann spürte sie eine Berührung an ihrem rechten Bein. Etwas legte sich fest um den kompletten Unterschenkel. Das mussten die langen Beinmanschetten sein, dachte sie. Dies wurde zur Gewissheit, als ihr Fuß angehoben wurde und etwas unter die Sohle gelegt und dann fest gezogen wurde.
Sie fragte sich, was Herrin Rebecca mit ihr vor hatte, doch tief in ihrem Inneren schien irgend etwas ’Hör auf zu denken!’ zu schreien. Und als die zweite Manschette um ihr linkes Bein gelegt wurde, versuchte sie, diesem Ruf nachzugeben und alle Gedanken fallen zu lassen.

Nun nahm Herrin Rebecca ihren rechten Arm und legte auch um diesen eine lange Manschette. Das Leder fühlte sich anfangs recht kühl an und legte sich immer enger um ihren kompletten Unterarm. Langsam nahm es ihre Körperwärme an. Sie spürte etwas in ihrer Hand, einen breiten, vorne schmal zulaufenden Riemen aus Leder um den sie herum greifen konnte. Sie wusste, daß am Ende dieses Riemens ein sehr stabiler Ring aus Stahl befestigt war, der dazu diente, sie irgend wo zu fesseln.
Als ihr rechter Arm endlich fest von dem Leder umschlossen war, nahm sie selbst ihren linken Arm nach vorne, bereit auch diesen in Leder legen zu lassen, was auch gleich geschah.
Sie fühlte Herrin Rebeccas Hand auf ihrer Schulter und die andere Hand fuhr ihr sanft über die rechte Wange. Sie drückte den Kopf in Richtung der Hand und genoss diese Berührung.

Mit einem leichten Druck auf der Schulter wurde ihr angezeigt, daß sie gehen sollte, was durch die Lederriemen unter den Fußsohlen zwar etwas seltsam aber ohne Probleme möglich war. Sie wusste nicht, wohin Herrin Rebecca sie führte. Doch nach wenigen Schritten durfte sie wieder stehen bleiben.
Ihr rechter Arm wurde angehoben. Sie spürte ein leichtes Klicken und als Herrin Rebecca ihren Arm los ließ, konnte sie diesen nicht mehr herunter nehmen. Auch der linke Arm wurde nun angehoben. Da war wieder dieses Klicken und ihre Arme hingen, von etwas gehalten, in Schulterhöhe in der Luft. Als diese langsam weiter angehoben wurden, spürte sie ein leises Zittern in den Manschetten die ihre Arme umschlossen. Doch bevor die Arme stramm hingen, noch bevor ihr ganzes Gewicht von den Lederriemen die sie nun mit ihren Händen umschloss, gehalten wurde, hörte dieses Zittern, das von der Winde kam, welche die Seile anspannte, auf und ihre Arme hingen nun weit über ihrem Kopf in der Luft.
Nun fasste Herrin Rebecca ihren linken Fuß und zog ihn weit zur Seite. Das Selbe geschah nun auch mit ihrem rechten Fuß. Sie versuchte diese zu bewegen und gewann die Gewissheit, daß diese nun am Boden befestigt waren.

Nun spürte sie einige Berührungen an ihrer Taille und dort wo eben noch das Metall ihres Keuschheitsgürtels gewesen war, machte sich eine luftige Kühle bemerkbar. Abgesehen von den Manschetten um Arme und Beine, stand sie nun vollkommen nackt im Raum, unfähig sich viel zu bewegen, versuchte sie dennoch, den ihr verbleibenden Bewegungsspielraum auszutesten. Noch immer hatte sie es nicht geschafft, ihr Denken auszublenden und versuchte zu ergründen, was Herrin Rebecca mit ihr vor hatte. Das letzte Mal, als sie von diesen Manschetten gehalten so im Raum stand, stand sie fest eingespannt mit wesentlich weniger Bewegungsspielraum hier und durfte die etwa einen Meter lange Singletail mit der dicken Spitze auf ihrem Rücken tanzen spüren.

Sie fragte sich, ob sie das heute wieder erleben durfte. In der Verdickung am Ende dieser Peitsche befand sich ein kleines Gewicht, welches ihr eine ziemliche Wucht verlieh und jeden Schlag bis tief unter die Haut spüren ließ, ganz Anders, viel intensiver, als die einfache Lederpeitsche oder den dünnen Rohrstock, gingen die Schläge dieser Singletail durch Mark und Bein und hinterließen einen tiefen, dumpfen Schmerz, obwohl das geflochtene Leder kaum Abdrücke auf ihrem Rücken hinterlassen hatte.

Plötzlich, ohne Vorwarnung, drängte sich etwas Kühles zwischen ihre Beine und öffnete ihre Schamlippen. Es drängte sich immer weiter nach oben und drang langsam tief in ihre schon feuchte Scheide ein, was sie mit einem leisen Stöhnen quittierte. Immer höher schob sich der Eindringling in sie vor und als sie das Gefühl hatte, daß es nicht mehr weiter gehen konnte, spürte sie noch etwas zwischen ihren Schamlippen. Dieses Etwas war länglich und drückte auf ihren Damm.
Unbewusst hatte sie sich auf die Zehenspitzen gestellt doch nun spürte sie Herrin Rebeccas Hände auf ihren Schultern, die sie sanft aber fordernd nach unten drückten. Ganz langsam ließ sie sich wieder nach unten sinken, bis sie fest auf dem länglichen Etwas saß. Noch spürte sie lediglich einen stärkeren Druck doch ihr wurde klar, daß dies mit der Zeit ziemlich schmerzhaft werden würde. Um diesem Druck auszuweichen, stellte sie sich erneut auf die Zehenspitzen doch dadurch erreichte sie lediglich, daß Herrin Rebecca das, worauf sie nun saß, weiter in die Höhe drückte. Nun hatte sie nur die Wahl die ganze Zeit auf den Zehenspitzen zu stehen oder auf diesem dünnen Teil zu sitzen. Jedes Mal, wenn sie versuchte, ihre Lage zu wechseln, drang der Eindringling tief in sie ein oder wurde etwas heraus gezogen.

Langsam wurden ihre Arme weiter nach oben aber auch etwas nach vorne gezogen, was sie dazu zwang, sich vor zu beugen. Das hatte zur Folge, daß nun auch noch ihr Kitzler in Berührung mit dem Teil kam auf dem sie saß.
Eine ganze Weile passierte nichts, außer daß Herrin Rebecca mal ihre Wangen, mal ihren Rücken oder ihren Bauch streichelte. Diese Berührungen ließen sie erschaudern und ein wohliges Kribbeln ging von den Stellen aus an denen die Hände sie berührten.

Wie lange sie bereits so hier hing, konnte sie beim besten Willen nicht sagen. Immer wieder wechselte sie eine unangenehme Position gegen eine andere, wenn der Schmerz zwischen den Beinen zu groß wurde, stellte sie sich auf die Zehenspitzen, was nach einer Weile die Muskeln in ihren Beinen schmerzen ließ und jedes Mal wenn sie die Position wechselte, bewegte sich der Eindringling in ihr herein oder heraus. Zwischen ihren Beinen hatte sich bestimmt schon jede Menge Flüssigkeit angesammelt, die nun an den Innenseiten ihrer Schenkel entlang nach unten lief.
Dazu kam, daß Knebel in ihren Mund, durch den sie nicht schlucken konnte und ihre Spucke lief ihr Kinn herab und tropfte von diesem weg. Die Musik trug das Ihre dazu bei, daß sie sich langsam immer weiter aus der Realität verabschiedete und sich immer mehr entspannte.

Ihre Erregung wuchs immer weiter an und sie sehnte sich immer stärker nach einem erlösenden Höhepunkt, doch sie ahnte, daß dieser noch in weiter Ferne lag.
Plötzlich spürte sie einen scharfen Schmerz an ihrer Brustwarze, den sie so noch nicht kannte. Dieser jagte einen Schauer durch ihren Körper und sie hätte die Zähne zusammen gebissen, wenn sie gekonnt hätte. Dieser Schmerz wiederholte sich nun auch auf er anderen Seite. Ein Teil von ihr wollte diesem Schmerz ausweichen und sich zurück ziehen doch ein anderer Teil ihres Selbst begrüßte diesen Schmerz und gewann die Oberhand so daß sie ihre Brüste diesem Schmerz entgegen bewegte, doch dieser änderte sich nicht sondern ließ langsam nach, ohne jedoch ganz zu verschwinden. Einzig das Gefühl, daß irgend etwas ihre Nippel berührte blieb.
Wieder spürte sie eine Berührung und ein starker Zug an ihren Nippeln machte sich bemerkbar.

Wieder spürte sie die Hände ihrer Herrin auf dem Rücken, sie sanft streicheln. Diese Berührung löste ein leichtes Zittern in ihr aus, das dazu führte, daß ihre Brüste, die frei nach unten hingen, sich bewegten. Auch der Zug an ihren Nippeln änderte darauf hin seine Richtung und für einen Moment stärker, was auch den Schmerz verstärkte.

Rebecca betrachtete Mara eingehend. Sie hatte sich den Klammern, die sie ihr auf die Nippel geklemmt hatte, sogar noch entgegen gedrückt. Die beiden Gewichte, die sie an diese Klammern gehangen hatte, zogen Maras Brüste etwas in die Länge und schwangen bei jeder Bewegung hin und her. Anscheinend versuchte Mara nun, ganz ruhig stehen zu bleiben aber jedes Mal, wenn sie das Gewicht von dem nur fünf Zentimeter durchmessenden Stahlrohr auf dem sie saß, auf ihre Füße verlagerte und von dort nach wenigen Minuten wieder zurück auf die Stange, die sich darauf hin tief zwischen ihre Beine grub, bewegten sich die Gewichte wieder pendelnd hin und her.

Als sie an jede Seite weitere Gewichte anhing, stöhnte Mara leise auf. Rebecca konnte nicht erkennen, ob vor Schmerz oder vor Lust. Bei Mara lief beides oft auf das Selbe hinaus.
Das Zittern in Maras Beinen wurde immer stärker, je öfter sie sich auf ihre Zehenspitzen stellte. Balde würde sie sie erlösen müssen. Doch zuerst wollte sie ihr etwas Entspannung gönnen. Sie ging zum Schrank und holte eine Peitsche mit etwa 20 dünnen aber breiten Lederriemen heraus und schwang sie kurz in der Luft.
Sie trat neben Mara und schlug mit nur wenig Schwung zu. Dies wiederholte sie mehrmals, bis Maras Rücken leicht gerötet war. Dann erst steigerte sie mit jedem Schlag die Kraft mit der sie zu schlug.

Auf jeden Schlag reagierte Mara mit einem Zittern welches durch ihren ganzen Körper zu gehen schien und mit einem Stöhnen welches immer lauter und fordernder wurde. Sie bewegte sich nun immer heftiger und schneller auf dem Rohr auf und ab, wobei sie den Dildo tief in sich aufnahm und wieder frei ließ. Nach etwa dreißig Schlägen bäumte Mara sich auf und ritt den Dildo immer schneller und heftiger so daß Rebecca sich bereits sorgen machte, daß sie sich verletzen konnte, doch dann schrie sie ihre Lust mit einem tiefen Stöhnen aus sich heraus und bäumte sich ein letztes Mal auf, bevor sie zusammen sackte und nur noch an den Seilen hing, die ihre Arme oben hielten.
Rebecca ließ die Schläge langsam ausklingen und ließ dann die Peitsche einfach fallen. Schnell löste sie die Seile, an denen die Stange hing, von den Haken an der Wand und ließ damit die Stange herunter. Der Dildo glitt dabei aus Mara heraus und ein Schwall ihres Saftes lief zu Boden.
Sie hakte die Stange von den Haken mit denen sie an den Seilen hing und legte sie bei Seite.
Mara war noch nicht wieder ganz bei Bewusstsein. Immer noch stöhnte sie leise im Rhythmus ihres eigenen Atems. Rebecca kniete sich vor sie und begann, Maras Scham mit ihren Lippen und ihrer Zunge zu massieren. Dabei fasste sie mit den Händen fest Maras Hinterbacken und hielt sie so fest. Dabei überkam Mara ein weiterer Höhepunkt und ein großer Schwall Flüssigkeit kam Rebecca entgegen, lief ihr über die Wangen und in den Mund. Ungeachtet dessen machte sie weiter bis Mara ein weiteres Mal von einem Höhepunkt überrannt wurde und zuckend und zitternd in den Seilen hing.

Nur langsam kehrte Mara aus ihrer eigenen Welt ins Hier und Jetzt zurück, als sie merkte, daß ihre Füße leicht angehoben und dann zusammen gestellt wurden. Ein leichter Schmerz durchzuckte sie als sie die Beine zusammen nahm. Das lange Sitzen auf diesem länglichen Teil machte es ihr ein wenig unangenehm die Beine zusammen zu nehmen.
Dann spürte sie, daß der Zug auf ihren Brüsten aufhörte und ein lautes Quietschen entfuhr ihrer Kehle als das, was an ihren Brüsten hing, plötzlich weggenommen wurde. Der Zug auf ihre Arme wurde schwächer aber sie hatte nicht die Kraft, von selbst stehen zu bleiben, also ging sie langsam, dem nachlassenden Zug an ihren Armen folgend, in die Knie. Doch anscheinend war das Spiel noch nicht zu Ende. Sie spürte, daß Herrin Rebeccas Hände auf ihren Wangen lagen und ihren Kopf in den Nacken drückten. Etwas drückte gegen ihr Gesicht und sofort erkannte sie den herben Geruch von Herrin Rebeccas Heiligstem. Vorsichtig steckte sie ihre Zunge durch die beiden Ringe des Knebels und spürte etwas weiches, warmes, feuchtes. Sofort fing sie an, Herrin Rebecca mit der Zunge zu verwöhnen. Ihre Lippen konnte sie nicht zu Hilfe nehmen doch sie bemühte sich so gut es ging, sie zufrieden zu stellen. Es dauerte viel länger als sonst, bis sie spürte, wie Herrin Rebecca immer erregter wurde und schließlich einen ersten Höhepunkt erlangte. Doch ihre Herrin drückte ihren Kopf weiterhin gegen ihre Scham und so setzte Mara ihre Bemühungen fort, bis Herrin Rebecca schließlich ein weiteres mal kam.

Zufrieden und erschöpft ließ Rebecca sich auf ihre Knie sinken und legte die Arme um Mara, zog sie zu sich heran und gab ihr einen Kuss auf die künstlichen Lippen. Als sie sich weit genug erholt hatte, löste sie zuerst den Riemen, der den Knebel in Maras Mund hielt und entfernte diesen.
Mara machte die typischen Bewegungen mit dem Mund, mit denen sie ihre Kiefermuskeln nach den guten drei Stunden die dieser sich dort befunden hatte, lockerte. Rebecca stand langsam auf und betrachtete sich Mara, wie sie vor ihr, mit weit erhobenen Armen, kniete von allen Seiten. Sie war von Schweiß, Spucke und sowohl ihren als auch ihren eigenen Säften bedeckt und roch nach purer Lust. Ihre Haare lagen ihr wirr im Nacken und klebten an ihrem schweißbedeckten Rücken und auf ihren Schultern.
Auf ihrem stark geröteten Rücken zeichneten sich die Spuren der Peitsche ab und auch der Knebel und der Riemen der diesen gehalten hatte, hatte tiefe Abdrücke hinterlassen, die nur langsam verschwinden würden. Ihre Nippel standen noch immer weit hervor und auch die Abdrücke der Klammern waren noch zu sehen.

Mara jetzt ins Schlafzimmer zu bekommen, würde sich sehr wahrscheinlich als schwierig erweisen. Selbst zu gehen, konnte sie von ihr wohl kaum erwarten, außerdem wäre es vielleicht ratsam, noch duschen zu gehen, bevor sie ins Bett gehen. Doch nach kurzem Nachdenken überlegte Rebecca es sich anders. Zwar hatte sie gerade zwei sehr zufriedenstellende Höhepunkte gehabt, aber irgendwie war ihr das noch nicht genug. Sie ging zu einem der Schränke und holte einige Dinge aus diesem heraus, die sie in einen Stoffbeutel packte und auf das Tischchen neben der Tür legte.

Mit einem leichten Grinsen im Gesicht nahm sie Mara die Augenbinde ab und löste die Haken von den Manschetten die Maras Arme hielten. Sofort sackte Mara zusammen und wollte sich auf den Boden legen, doch Rebecca war sofort bei ihr und hielt sie fest. Mit einem entrückten aber glücklichen Lächeln schaute Mara sie an. Ein geflüstertes »Danke« war das Einzige, was Mara hervor brachte. Rebecca half ihr langsam auf die Beine und hielt sie unter den Armen. Mit langsamen Schritten führte sie sie zur Tür und nahm den Stoffbeutel. Dann gingen sie langsam und mit kleinen Schritten zur Treppe und nach oben ins Schlafzimmer. Dies dauerte eine ganze Weile doch als sie endlich dort angekommen waren und sie Mara aufs Bett geholfen hatte, wollte diese sich hinlegen und auf die Seite drehen.

Aber das wollte Rebecca nicht. Sie führte Maras Arme in Richtung der Bettpfosten. Mit jeweils einem kurzen Seil band sie die Manschetten fest an die beiden Pfosten. Maras Füße band sie mit zwei weiteren Seilen an die unteren Bettpfosten so daß Mara mit weit gespreizten Armen und Beinen mitten im Bett lag.
Mara schaute sie fragend an. Rebecca sagte »Warte einen Moment, nicht weg laufen mein Schatz« und verließ das Zimmer. Sie ging in die Küche, wo sie etwas zu Essen und zu Trinken holte.
Sie legte die Decke über Maras nackten, gespannten Körper und flößte ihr langsam etwas Saft ein. Dann fütterte sie sie mit einigen Stücken Obst und aß während dessen selbst etwas.

»Wie geht’s dir mein Schatz?«, fragte Rebecca, nachdem beide genug gegessen hatten.
»Gut meine Herrin«, sagte Mara leise.
»Prima. Bis du Bereit für die nächste Runde?«, wollte Rebecca wissen, worauf hin Mara sie mit weit geöffneten Augen anschaute und heftig den Kopf schüttelte.
»Ich kann nicht mehr Herrin. Ich möchte nur noch schlafen.«
»Schade«, sagte Rebecca gespielt enttäuscht. »Ich dachte, wir könnten noch etwas Spaß haben.« Sie legte sich neben Mara und begann, sie am ganzen Körper zu streicheln und zu massieren, was Mara einige Seufzer und ein leises Stöhnen entlockte.
»Also ich habe das Gefühl, daß du doch noch weiter machen möchtest«, sagte Rebecca, nachdem sie mit zwei Fingern zwischen Maras Schamlippen entlang gefahren war und ihr diese feucht glänzend vors Gesicht hielt.
Mara stöhnte leise auf und öffnete verlangend den Mund. Rebecca hielt ihr die beiden Finger hin, die Mara sofort genüsslich ableckte.

Ihre Müdigkeit war schnell verflogen und sie saugte noch immer an Rebeccas Finger, als diese aus der Tasche ein weiteres Spielzeug heraus holte und ihr präsentierte.

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 10.06.18 um 21:38 geändert
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  RE: Neue Horizonte - 2 Teil 61 Datum:09.06.18 23:51 IP: gespeichert Moderator melden


61



Die nächste Woche zog sich für Mara sehr in die Länge, da im Laden Inventur anstand und trotz aller elektronischer Systeme ein Teil des Warenbestandes von Hand gezählt werden musste. Erst am Donnerstag waren sie und Heidi damit fertig, alles was der Computer zufällig ausgewählt hatte, zu zählen.
An Silvester, das auf den Freitag fiel, blieb der Laden geschlossen und Mara nahm sich vor, lange auszuschlafen.
Doch diese Rechnung hatte sie ohne Rebecca gemacht. Als ihr Wecker klingelte, warf diese sie unsanft aus dem Bett und schickte sie zu ihrem üblichen Morgenlauf.
Als sie von diesem zurück kam und frisch geduscht und in einer sauberen Tunika ins Esszimmer kam, frühstückten sie und Rebecca ausgiebig. Dann eröffnete Rebecca ihr, daß sie in zwei Stunden in den Schönheitssalon gehen, um sich für den Ball richtig schön zu machen.

Dort war sie erst einmal gewesen, als sie und Rebecca sich hatten enthaaren lassen. Die Behandlung hatte sie noch als äußerst angenehm in Erinnerung und seit dem wuchs auf Maras gesamten Körper kein einziges Härchen mehr.

»Sie haben Glück, daß Sie sich rechtzeitig angemeldet haben«, sagte die Frau die sie dort empfing und in einen Raum mit zwei gemütlich aussehenden Stühlen führte. »Sie glauben ja nicht, wie viele Leute jetzt noch auf die Idee kommen, sich für die Silvesterfeier oder sogar den Ball schön machen zu lassen.«
Mara und Rebecca zogen sich aus und nahmen auf den Stühlen Platz. Die Frau stellte diese so ein, daß sie bequem lagen. Sie verließ den Raum in dem leise, beruhigende Musik lief. Kurz darauf kamen vier Frauen herein. Zwei von ihnen machten sich sofort daran, den Beiden das Gesicht und das Dekolletee mit einer Creme einzureiben, während die anderen Beiden mit einer gründlichen Maniküre begannen. All dies geschah ohne daß eine der Frauen ein Wort sagte. Mara entspannte sich so sehr, daß sie mehrmals eindöste.

Den ganzen Tag über verbrachten die Beiden bei den verschiedensten Wellnessbehandlungen im Schönheitssalon, im Erholungsbad und in der Sauna. Sie bekamen Entspannungsmassagen, Moorpackungen und Gesichtsmasken. Ihre Haare wurden frisiert und sie bekamen eine ausgiebige Maniküre und Pediküre. Selbst das Mittagessen nahmen sie hier ein, wobei sie so umfassend bedient wurden, daß Mara sich wunderte, daß die Frauen, die ihnen das Essen an die Liegen brachten, auf denen sie Platz genommen hatten, sie nicht auch gleich noch fütterten.

»Ich hätte nie gedacht, daß man den ganzen Tag im Schönheitssalon verbringen kann«, wunderte sich Mara als es schon 18 Uhr war und die gerade am ganzen Körper mit einer nach Rosen duftenden Creme eingecremt wurden.
»Das ist noch lange nicht das volle Programm«, erklärte Rebecca. »Das dauert ganze drei Tage.«
»Drei Tage? Und ich habe mich immer schon gefragt, wie man auch nur ein paar Stunden im Schönheitssalon verbringen kann«, sagte Mara kichernd.
»Jetzt weißt du es«, sagte Rebecca.
»Ja, jetzt schon. Aber sollten wir nicht mal langsam nach Hause? Wir müssen uns doch noch anziehen.«
»Darüber musst du dir keine Sorgen machen. Wir kommen schon noch rechtzeitig zur Eröffnung auf den Ball. Immerhin sind wir ja schon im richtigen Gebäude.«
»Und unsere Kleider?«, fragte Mara erstaunt. »Oder sollen wir nackt tanzen gehen?«
»Das wäre auch mal was. Aber es sieht vermutlich etwas komisch aus, wenn die Anderen alle festliche Kleider tragen und wir Beiden sind nackt auf der Tanzfläche. Obwohl, mit unseren Gürteln sind wir ja noch nichtmal wirklich nackt«, meinte Rebecca amüsiert. »Aber keine Sorge, unsere Kleider sind alle schon hier. Ich habe die gestern schon zusammen gepackt und hier her geschickt.«

Tatsächlich wurden sie, nachdem ihnen die Creme sanft einmassiert worden war, in einen Raum geführt wo die Kleider, die sie heute tragen wollten, schon bereit hingen und je zwei Frauen halfen ihnen in die Kleider, zogen ihnen die Schuhe an und richteten ihnen nochmals die Haare.
Es dauerte wesentlich länger als bei Mara, bis Rebecca endlich vollständig angekleidet war, da sie wieder ein Aufwändiges Kleid mit Korsett trug, wie so oft in letzter Zeit. Allerdings war keines ihrer Korsetts wirklich dazu geeignet, ihre Taille zu verkleinern sondern eher dazu gedacht, ihren Rücken zu stützen. Zwar war dies nur noch in Ausnahmefällen wirklich nötig, aber mittlerweile hatte Rebecca sich an die Enge gewöhnt und trug sie sogar gerne.

’Eigentlich ist das ja meine Aufgabe’, dachte Mara, als die beiden Frauen Rebecca das Korsett schnürten. Sie verspürte einen Anflug von Eifersucht, als sie die beiden Frauen dabei beobachtete und kritisch aufpasste, daß sie auch alles richtig machten.
Doch dieses Gefühl verflog schnell, als Rebecca endlich fertig angezogen war und Mara den Arm hin hielt. Wie es sich gehörte, ging Mara links neben ihrer Herrin, als sie den Schönheitssalon verließen und in Richtung des Ballsaales gingen.

Als sie dort ankamen war es bereits halb acht. Vor der Tür zum Saal standen mehrere Frauen und kontrollierten die Einladungen. Mara kannte eine der Frauen. Sie war bei der Wachmannschaft aber in ihrem schicken Blazer mit der doppelten Knopfreihe wirkte sie wesentlich umgänglicher als in ihrer schwarzen uniform.
Aber dennoch ließen diese Frauen offenbar nicht mit sich scherzen, wie ein kleiner Tumult bewies, der sich etwas abseits abspielte.
»Hören Sie genau zu. Ich habe die Einladung gelesen, darauf steht nicht, daß ich nur eine Begleitung mit bringen darf.«
Mara schaute etwas genauer hin und erkannte Miss Isabella, die sich mit zwei der Frauen zu streiten schien. Diese versuchten, Miss Isabella zu beschwichtigen, doch anscheinend hatte sie sich schon in Fahrt geredet. Auch Rebecca wurde nun auf diese Szene aufmerksam und schaute interessiert zu. Es dauerte eine ganze Weile, bis anscheinend Miss Isabella sich durchgesetzt hatte, denn sie kam kurz darauf, zusammen mit Maja und Frida, ebenfalls in den Saal und die Drei gesellten sich zu Rebecca und Mara.

»Was hast du denen denn gesagt?«, erkundigte Rebecca sich bei Isabella als sie, jede ein Glas Champagner in der Hand, zusammen standen.
»Gar nix mehr. Wenn man den Sicherheitsdienst mal nötig hat, sind sie ja wirklich gut in dem, was sie machen. Aber sie sind stur wie ein Panzer. Also hab ich Emylia geschrieben. Sie hat mir einfach noch eine Einladung geschickt«, sagte Isabella lachend »Da mussten sie uns dann rein lassen.«
»Wieso macht das eigentlich der Sicherheitsdienst?«, wollte Maja wissen.
»Wer soll es denn sonst machen?«, fragte Isabella lapidar. Damit war das Thema für sie anscheinend erledigt.

Es waren zwar jede Menge Leute anwesend, aber der Saal war groß genug um nicht überfüllt zu wirken. Die Dekoration war sehr dezent aber dennoch festlich, dem wichtigsten Feiertag des Jahres angemessen gehalten. Im hinteren Bereich des Saales standen genug große, runde Tische, damit jeder Platz hatte und vor der Bühne die mit Tannengirlanden festlich geschmückt war, gab es eine große Tanzfläche mit auf Hochglanz poliertem Boden. Auf den Tischen, in Haltern an den Wänden und sogar in den vier riesigen Kronleuchtern, verströmten künstliche Kerzen ihr flackerndes Licht, welches nur durch die schiere Menge an Kerzen nicht unruhig wirkte. Der Bereich zwischen Tanzfläche und den Tischen war leer. Dort hielten sich im Moment die meisten der Gäste auf und unterhielten sich, in kleinen Grüppchen zusammen stehend, mehr oder weniger angeregt miteinander.

Mara beobachtete die Umstehenden und hörte bruchstückhaft deren Unterhaltungen.
»Also ich verstehe nicht, wie das mit dem Smalltalk funktioniert. Das ist doch nur belangloses Zeug«, sagte sie leise, worauf hin Frida zustimmend nickte.
Maja, die sie ebenfalls gehört hatte, sagte: »Genau. Nur belangloses Zeug. Wie ist das Wetter, welcher Star hat wen geheiratet und so weiter.«
Maja kicherte leise und deutete auf zwei Frauen, die sich sehr angeregt zu unterhalten schienen. »Die Beiden da diskutieren sehr ausführlich darüber, wie viele von diesen tollen Kerzen nötig wären, ein romantisches Licht im Schlafzimmer zu zaubern«, sagte sie.
Mara und Frida schauten sie erstaunt an. »Woher willst du das denn wissen?«, fragte Frida.
»Lippenlesen kann eine sehr nützliche Fähigkeit sein«, erklärte Maja mit ernstem Tom.
Frida starrte sie entgeistert an und wurde, soweit es in diesem Licht zu erkennen war, ziemlich rot im Gesicht.
»Keine Angst, ich hab ihr nichts erzählt und werde das in Zukunft auch nicht machen«, sagte Maja und lachte lauthals los, so daß einige der Umstehenden sich zu ihr umdrehten.
Frida starrte sie noch immer an und trank ihr Glas in einem Zug leer.
Sie stellte das Glas auf das Tablett einer vorbeikommenden Bedienung und nahm sich ein volles herunter, von dem sie ebenfalls gleich einen Schluck trank.

»Übertreib es bitte nicht«, sagte Isabella.
Bevor Frida etwas antworten konnte, erhellte ein Spot die Bühne und Emylia trat in den kreisrunden Lichtschein. Sie klopfte mit einem Löffel an ihr Glas, um sich Gehör zu verschaffen. Schnell wurde es still im Saal und alle schauten zu Emylia, die mit einem sehr einfachen Abendkleid im Licht der Scheinwerfer stand.
Sie begrüßte alle Anwesenden und bedankte sich bei den hier arbeitenden dafür, daß die Firma wie jedes Jahr in der letzten Zeit gute Umsätze und Gewinne gemacht hatte. Genaue Zahlen nannte sie nicht, dafür sei diese Feier nicht gedacht, erklärte sie, worauf hin die Anwesenden verhalten lachten. Sie erklärte für die, die diesen Ball noch nie besucht hatten, den weiteren Ablauf des Abends und erklärte diesen dann für eröffnet.
Ein Vorhang auf der Bühne wurde geöffnet und die Musiker, die hinter diesem saßen, begannen einen langsamen Walzer zu spielen.
Anders als von ihr gewohnt, schritt Emylia die kleine Treppe von der Bühne herunter, hielt die Hand in Richtung der Gäste und Dana, ihre Frau kam auf sie zu. Beide knicksten voreinander und sie begannen, zu tanzen.
Mara beobachtete die Beiden und bemerkte, daß Dana führte und nicht Emylia. Die Beiden kreisten elegant über die Tanzfläche und sahen in ihren Kleidern sehr schön aus.

»Darf ich bitten?« Rebeccas Frage riss Mara aus ihren Gedanken.
Auf der Tanzfläche befanden sich nun auch andere Paare. Mara knickste vor Rebecca, die es ihr gleich tat und ließ sich von ihr auf die Tanzfläche führen, wo sie sogleich begannen, im Takt der Musik, den Walzer zu tanzen.
Mara fühlte sich sicher genug um sich während des Tanzens ein wenig umzusehen. Sie sah Isabella und Maja an sich vorbei kreisen und kurz darauf bemerkte sie Frida, die mit einer Frau tanzte, die ihr bisher noch nie begegnet war. Sie war hochgewachsen und trug eine königsblaue, reich verzierte Tunika anstelle eines Ballkleides.

Mara genoss es, so mit Rebecca zu tanzen und lächelte glücklich, als sie erneut diese blaue Tunika bemerkte. Dieses Mal war es Isabella, die mit der Frau tanzte und etwas später stelle sie verwundert fest, daß es nun Maja war, die mit dieser Frau tanzte.
»Wer ist diese Frau?«, fragte Mara und deutete unauffällig mit einem Nicken zu Maja und dieser Frau.
Rebecca grinste. »Das ist Joyce«, sagte Rebecca, als sei das Erklärung genug. Erst als Mara sie fragend ansah, erklärte sie weiter: »Sie hat Anteile an vielen großen Firmen und ist sozial sehr engagiert, bleibt aber lieber im Hintergrund«

Als die Musiker aufhörten zu spielen, verließen Rebecca und Mara die Tanzfläche und Mara nahm von einer der Bedienungen ein Glas Champagner für Rebecca und für sich ein Glas Saft.
Isabella, Maja und Frida standen auf der anderen Seite des Saales mit einigen Leuten zusammen und unterhielten sich.
»Schau mal, da kommt sie«, sagte Rebecca und winkte der Frau über die sie eben gesprochen hatten zu, als diese gerade zu einer anderen Gruppe gehen wollte. »Ich stelle sie dir vor.«
»Aber das geht doch nicht Herrin«, sagte Mara zweifelnd.
»Wieso denn nicht? Weil du eine Serva bist? Das ist Joyce auch, also hab dich nicht so«, sagte Rebecca amüsiert. Kurz darauf kam die Frau tatsächlich zu ihnen. Rebecca gab Mara ihr Glas und die die Beiden begrüßten sich mit einer Umarmung und Bussis.
»Hallo Rebecca, schön, dich zu sehen. Ich war etwas enttäuscht, daß wir uns letztes Jahr so knapp verpasst haben«, sagte die Frau, nachdem sie die Umarmung gelöst hatten.
»Hallo Joyce. Ich freue mich dich zu sehen«, erwiderte Rebecca die Begrüßung.
Sie deutete auf Mara. »Joyce, das ist Mara, Mara, das ist Joyce«, sagte sie.
Mara knickste, als Rebecca sie vorstellte, während Joyce ihr die Hand reichen wollte.

»Was soll das denn werden? Seit wann knickst denn eine Serva vor der anderen?«, fragte Joyce belustigt.
Als Mara etwas verunsichert ein »Entschuldigung« murmelte, fragte Joyce: »Sag mal, was hat Rebecca dir denn über mich erzählt?« Sie schüttelte belustigt den Kopf. »Schön, dich kennen zu lernen.«

Es dauerte etwas, bis Joyce und Rebecca damit fertig waren, sich gegenseitig zu erzählen, was sie die letzten Jahre gemacht hatten. Anscheinend hatten sie sich das letzte Mal gesehen, kurz nachdem Rebecca die Schule abgeschlossen hatte. Aus dem Gespräch der Beiden hörte sie heraus, daß Joyce’ Tochter mit Rebecca die Schule besucht hatte.
Später kamen auch Isabella, Maja und Frida dazu.
»Ich verstehe einfach nicht, daß es in den 300 Jahren, seit Ehen mit mehr als zwei Leuten offiziell erlaubt sind, noch niemand geschafft hat, Gesellschaftstänze für drei zu erfinden«, sagte Isabella. »Danke, daß du ausgeholfen hast Joyce«, sagte sie und begrüßte diese dann mit Bussis und einer Umarmung.
»Dann mach du das doch«, sagte Joyce belustigt.
»Vielleicht«, sagte Isabella lachend.

Während der folgenden Unterhaltung gesellte sich auch Joyce Herr und Ehemann zu ihnen. Es stellte sich heraus, daß die Beiden die Eltern von Frau Kroll waren. Frida war das sehr unangenehm. Mara aber fand die Beiden recht nett und unterhielt sich gut mit ihnen.

Der Abend verging in recht angenehmer Atmosphäre und auch nach dem sehr üppigen und guten Essen tanzten alle noch oft miteinander. Erst kurz vor Mitternacht verließen die Meisten den Saal und gingen nach draußen, wo wie jedes Jahr ein großes Feuerwerk stattfinden sollte.
Mara hatte sich, trotz des recht kühlen Wetters ohne ihren Mantel, an Rebeccas Schulter gelehnt und dachte, während sie wie alle Anderen darauf wartete, daß es endlich Mitternacht wurde, darüber nach, was sie im letzten Jahr alles erlebt hatte.
Letztes Silvester hatte sie zusammen mit Herrin Julia, Herrin Andrea und Katja als Pony verkleidet auf einer ganz anderen Silvesterparty verbracht und nun feierte sie Silvester zusammen mit Herrin Rebecca auf einem richtigen Ball auf dem sogar die ein oder andere Berühmtheit anwesend war, auch wenn sie diese bisher nur aus der Ferne gesehen hatte.

Im Februar hatte sie von Herrin Julias Krankheit erfahren und war sehr bestürzt darüber, daß sie sie verlassen musste. Sie hatte große Angst gehabt, wer denn ihre neue Herrschaft sein würde. Doch dann war es ganz anders gekommen und zu ihrer großen Überraschung und Freude stellte sich heraus, daß Herrin Rebecca ihre neue Herrin war. Sie hatte Larissa, Frida und Miss Isabella wieder gesehen und den ersten Kuss zwischen ihr und Herrin Rebecca an selben Tag würde sie wahrscheinlich nie vergessen.

Später war sie dann das erste mal als Sunrise mit Herrin Rebecca ausgefahren und hatte den Stall kennen gelernt in dem es noch mehr Frauen gab, die wie sie selbst Pony spielten. Am selben Tag hatte sie Kira wieder getroffen und am Abend waren sie und Herrin Rebecca dann das erste Mal im Keller des Hauses gewesen, wo Herrin Rebecca gezeigt hatte, daß sie mit dem Flogger ebenso gut umgehen konnte, wie mit den Zügeln und sie zum Fliegen gebracht.

Es hatte noch mehrere Wochen gedauert, bis sie und Rebecca das erste Mal miteinander geschlafen hatten und auch dies war ein Moment, den sie sicher nicht so schnell vergessen würde.
Dann hatte sie in dem Sexshop auf dem Gelände die Gelegenheit bekommen ihre Ausbildung abzuschließen, hatte ihre Eltern wieder getroffen und sie waren zusammen nach Schottland gefahren. Später hatte sie erfahren, daß der Richter, der sie verurteilt hatte, korrupt war und sie noch einmal deswegen vor Gericht musste.

Im Oktober, vor nicht einmal drei Monaten, wurde sie vom Gericht frei gesprochen und hatte sich dafür entschieden, weiterhin als Serva bei Herrin Rebecca zu bleiben. In Straßburg hatte sie dann Chris wieder getroffen, die an der Schule geblieben war um Lehrerin zu werden.

All das war innerhalb nur eines Jahres passiert. Sie hoffte inständig, daß das nächste Jahr etwas ruhiger werden würde und sie mehr Zeit als Sunrise verbringen durfte. Aber ganz egal, was das nächste Jahr auch bringen würde, bei Herrin Rebecca zu bleiben, war ihr das Wichtigste, da war es fast egal, was noch alles kommen würde.

»Hey, träumst du?«, riss Herrin Rebeccas Stimme sie aus ihren Gedanken.
Mara nickte leicht und öffnete die Augen. Jetzt erst bekam sie mit, daß die Umstehenden angefangen hatten, rückwärts zu zählen und bereits bei fünf angekommen waren.
Auf der Insel im Fluss befanden sich fünf hell leuchtende Fontänen aus Silberregen. Als eine davon erlosch, riefen alle laut »Vier«.
Auch die nächsten Fontänen erloschen nacheinander und jedes Mal wurde weiter gezählt.

Als schließlich die letzte Fontäne erlosch, nahm Herrin Rebecca sie in die Arme, drehte sie zu sich und wünschte ihr ein schönes neues Jahr, was sie mit einem Kuss bekräftigte.
»Dir auch ein schönes neues Jahr meine Herrin«, sagte Mara, nachdem Herrin Rebecca den Kuss löste.
In diesem Moment ertönte ein lauter Knall und ein Feuerwerkskörper schoss mit silbernem Feuerschweif in den Nachthimmel. Mit einem weiteren Knall explodierte er und zauberte einen riesigen Stern aus blitzenden Funken in den Himmel.
An Rebecca gekuschelt und in ihren Armen liegend betrachtete sie das Feuerwerk.

Als dieses nach ziemlich langer Zeit mit einem erneuten, lauten Knall endete, kamen Miss Isabella, Maja und Frida zu ihnen und wünschten ihnen ein schönes neues Jahr.
Auch Vera und Vivian kamen vorbei um ihnen alles gute zu wünschen. Die Beiden waren nicht auf den Ball eingeladen, amüsierten sich auf der nebenan stattfindenden Silvesterparty aber mindestens ebenso gut.
Gegen halb eins gingen sie schließlich wieder in den Ballsaal, wo gerade ein etwas verspäteter Mitternachtssnack serviert wurde.

-

Du hättest nicht meinetwegen hier bleiben sollen«, sagte Saphira und löste sich aus Yannas Armen. »Du hättest auf die Party gehen und Spaß haben sollen.«
»Und dich alleine zu Hause lassen? Und außerdem, ich finde, daß das eben auch Spaß gemacht hat«, erwiderte Yanna. »Oder etwa nicht?«
»Doch, sehr sogar. Ehrlich gesagt hat es mir sogar viel besser gefallen, als früher«, sagte Saphira leise.
»Ach wirklich?« Yanna schaute Saphira fragend an. »Dann macht es dir nichts aus, daß du die ganze Zeit über verschlossen bist? Und es macht dir nichts aus, daß ich das, was du eben die ganze Zeit getan hast, bei dir nicht auch machen kann?«
»Ich vermisse es schon ein wenig. Aber es ist schön, wenn ich dir das geben kann, was ich mir früher einfach von dir genommen habe.«
Yanna richtete sich auf und beugte sich zum Tisch, der vor dem Sofa stand auf dem sie gerade lagen. Sie nahm eine kleine Schachtel und öffnete diese. »Dann kann ich also deiner Herrin sagen, daß sie den hier wieder haben kann?« Sie hielt Saphira einen länglichen, runden Schlüssel vor die Nase.
»Ist der für meinen… Woher hast du den? Hat sie ihn dir gegeben?«, stammelte Saphira.
»Sie hat gesagt, daß ist dein Neujahrsgeschenk«, sagte Yanna mit einem tiefgründigen Lächeln. »Aber wenn du nicht willst, kann ich ihn ihr auch zurück geben. Dann bleibt es bei dem, was wir bis jetzt die ganze Zeit über gemacht haben.«
Saphira nahm den Schlüssel, den Yanna ihr noch immer hin hielt und betrachtete ihn eingehend. Sie schloss kurz die Augen und holte tief Luft, bevor sie ihn in Yannas Hand legte und diese mit beiden Händen ergriff. Mit sanftem Druck schloss sie Yannas Hand um den Schlüssel. »Wenn du das willst, behalt ihn. Oder gib ihn ihr zurück. Es spielt für mich keine Rolle. Vielleicht verdiene ich es irgend wann einmal, daß du mich aufschließt. Aber bis es soweit ist, gibt es noch viel zu viel, was ich wieder gut zu machen habe.«

Yanna dachte an all die Jahre zurück, die sie der Sarai geschenkt hatte. Sie dachte an all die kleinen und großen Demütigungen, die sie durch ihre Herrin, die nun auf dem Boden vor ihr kniete, erfahren hatte zurück.
Ein seltsames Gefühl stieg in ihr auf. Nein, es war keine Wut. Es war keine Verbitterung und kein gekränkter Stolz. Sie konnte dieses Gefühl kaum benennen, welches sich in ihr breit machte. Sollte sie ihr all das wirklich in kleiner Münze zurück zahlen? Wollte sie ihr das überhaupt genau so zurück zahlen? Früher war sie es gewesen, die von der Sarai gekniet hatte, so wie Saphira nun vor ihr kniete.
Zehn Jahre lang war sie es gewesen, die nachts meist auf dem Boden vor dem Bett der Sarai geschlafen hatte, die mit allen ihr zur Verfügung stehenden mitteln der Lust ihrer Herrin Erlösung verschafft hatte. Jede der Frauen und Männer die in dem großen, Haus, welches ihnen als Versteck gedient hatte wohnten, hätte liebend gerne genau das Selbe für die Sarai getan, aber diese hatte nur sie, Yanna, in ihrem Bett schlafen lassen und nur sie hatte die Sarai dazu genötigt, ihr auf alle nur erdenkliche Weise Lust zu verschaffen.

Saphira schien ihre Gedanken zu erraten. »Du warst meine Leibwächterin Yanna, aber du warst für mich viel mehr als nur das«, sagte sie leise. »Ich habe viele Leute ausgenutzt, aber du warst immer die, die am meisten zu leiden hatte. Ich weiß, welche Gefühle du für mich hattest. Und wenn du immer noch die selben Gefühle für mich hast, dann bitte ich dich, zeig es mir, lass mich all das, was ich dir angetan habe, spüren. Ich werde alles, was du mir zurück geben willst, ertragen. Denn in den letzten Monaten ist mir eins klar geworden Yanna, ich habe für dich schon lange genau das selbe gefühlt und fühle es immer noch.«

»Wirklich? Alles?«, fragte Yanna.
Saphira bemerkte den Blick, mit dem Yanna sie gerade bedachte. Dieser Blick ließ sie erschaudern und sie hatte Angst davor, was passieren würde, wenn sie jetzt ’ja’ sagen würde.

In den nächsten Stunden durchlitt Saphira große Qualen. Nicht wegen dem, was Yanna alles mit ihr anstellte. All das ließ sich aushalten. Sie durchlitt diese Qualen weil sie sich bewusst war, daß sie all das nicht nur einmal von Yanna verlangt hatte sondern immer und immer wieder und daß dies nur ein kleiner Teil von dem war, was Yanna durch ihre Hand hatte durchmachen müssen. Und im Gegensatz zu ihr war Yanna die ganze Zeit über offensichtlich sehr konzentriert und schien genau zu wissen, was sie tat und wie weit sie gehen konnte. Das, was Yanna da mit ihr tat, war keine Rache, es war eine Lektion. Und als Yanna von ihr ab ließ, weil draußen ein heller Blitz zu sehen war, dem eine Sekunde später ein lauter Knall folgte, schwor Saphira sich, diese Lektion nie wieder zu vergessen.
Yanna stand auf und ging zum Fenster. Nackt wie sie war, öffnete sie dieses und stellte sich in die einströmende, kalte Nachtluft.
Erschöpft und nicht nur wegen der Kälte zitternd, stand Saphira auf und stellte sich neben Yanna. Nicht zu ihrer Rechten, wie sie es als Sarai getan hätte, sondern zu ihrer Linken, wie es sich für eine Serva gehörte.
Yanna nahm ihre Hand und zog sie zu sich. »Ich wünsche dir ein schönes neues Jahr«, sagte sie, zog Saphira noch weiter zu sich und öffnete ihre Lippen zum Kuss.
Saphira spürte, daß die letzte Mauer, die noch zwischen ihnen gestanden hatte, gefallen war und erwiderte den Kuss. Etwas hatte sich zwischen ihnen geändert. Es gab keine Distanz mehr, die sie trotz aller Nähe voneinander trennte. Es gab nur noch diesen Kuss und das Versprechen, das beide in diesen hinein legten. In diesem Moment starb die Sarai ein letztes Mal und es blieben nur noch Erinnerungen an sie zurück.

Erst als ein letzter Feuerwerkskörper, eine silberne Leuchtspur hinter sich her ziehend, über den Hügeln aufstieg und in einem riesigen Stern aus funkelnden Lichtern zerbarst und eine Sekunde später ein letzter Donnerschlag das Feuerwerk beendete, von dem beide kaum etwas mitbekommen hatten, lösten sie ihren Kuss.
»Ich wünsch dir auch ein schönes neues Jahr«, sagte Saphira und legte ihren Kopf an Yannas Schulter.
Zitternd, dieses Mal vor Kälte, schloss Saphira das Fenster und ging, Arm in Arm mit Yanna, zurück zum Sofa. Unter der Decke, die sie über sich gelegt hatten, spürte Saphira Yannas Hände auf Wanderschaft gehen. Doch Erlösung von den angenehmen Gefühlen, die diese Hände ihr nun bescherten erhoffte sie sich nicht, sondern erwartete, in immer größer werdender Lust zu vergehen.
»Was tust du?«, fragte sie verwirrt, als sie ein leises Klicken hörte und spürte, wie das Eisen, welches die ganze Zeit schon ihre Scham vor Zugriffen, ihren eigenen aber auch Yannas schützte, verschwand.
»Das, was ich schon den ganzen Abend tun wollte«, sagte Yanna und ließ ihre Hand, dieses Mal ungestört von dem Eisen, auf Wanderschaft gehen.

-

»Ich weiß gar nicht, was du hast. Von hier aus kann man das Feuerwerk viel besser sehen als aus der Schule. Eigentlich sollten wir ihr ja dankbar dafür sein«, nuschelte Nora mit vollem Mund, während sie aus dem Fenster schaute.
»Ja, dir auch ein schönes neues Jahr«, sagte Kira, die am Nachbarfenster stand und ebenfalls das Feuerwerk betrachtete nüchtern. »Aber in einem Krankenhaus wollte ich diesen Abend trotzdem nicht unbedingt verbringen.«
»Ach komm schon. Willst du sie wirklich alleine lassen? Hier, ess auch ein paar. Die sind echt gut.« Nora hielt Kira die Schüssel mit den Frikadellen hin aus der sie sich gerade ausgiebig bediente.
»Müssen sie ja, immerhin haben wir ja ungefähr eine Tonne davon zubereitet und du hast immer wieder probiert«, gab Kira, nun mit einem breiten Grinsen zurück. »Und wenn du nicht aufpasst, darfst du die nächsten Wochen jeden Morgen ein paar Extrarunden um den Sportplatz drehen.«
Mit einem Anflug von Entsetzen stellte Nora die nun halb leere Schüssel mit spitzen Fingern auf den Tisch zurück. »Meinst du Miss Noemi würde das wirklich machen?«, fragte sie.,
»Ganz bestimmt«, gab Kira zurück und Nora schluckte den letzten Rest herunter.

»Ein schönes neues Jahr euch Beiden«, sagte die Schwester, die das Schwesternzimmer gerade betrat, als das Feuerwerk zu Ende war.
»Danke, das wünschen wir Ihnen auch«, sagte Nora. »Schade, jetzt hat sie das ganze Feuerwerk verpasst.«
»Sie hat es auch sehen können. Das Fenster im Behandlungsraum ist auf der selben Seite wie diese Fenster hier«, erklärte die Schwester. »Aber jetzt erzählt mir doch bitte mal, wie das passiert ist. Ein gebrochener Mittelfinger und ein Speichenbruch, das geht doch nicht, wenn man einfach so irgend wo hin fällt.«
»Ich weiß auch nicht so genau. Aber wir waren noch mal im Schlafsaal weil wir ein paar Süßigkeiten holen wollten. Und ich hab nur gehört, wie die Schranktür zu gegangen ist und dann hat Kati geschrien. Dann ist der Schrank wieder auf gegangen und Kati ist nach hinten gegen ihr Bett gefallen und hat noch mal geschrien. Und dann haben wir Miss Noemi gerufen und die hat den Krankenwagen gerufen und jetzt sind wir hier«, erklärte Nora.
»Ist sie wirklich so ungeschickt?«, wollte die Schwester wissen.
»Nur, wenn sie es eilig hat und sich nicht konzentriert. Sonst geht es«, sagte Kira.
»Na, immerhin scheint sie es auf die leichte Schulter zu nehmen. Als die Ärztin einen Scherz gemacht hat, hat sie schon wieder lachen können«, sagte die Schwester schmunzelnd.
»Dann kann sie wieder mit kommen? Oder muss sie heute Nacht hier bleiben?«, wollte Nora wissen.
»Eigentlich wäre es ja besser, sie würde die Nacht zur Beobachtung hier bleiben, aber Doktor Edwards hat gesagt, wenn sie will, kann sie wieder zurück in die Schule. Aber Montag will sie sie noch mal sehen. Aber alleine wird sie die nächste Zeit nur wenig machen können. Immerhin hat sie beide Arme verbunden.«
Kira und Nora sahen sich kurz an und nickten. »Das machen wir schon. Dann muss sie wenigstens nicht alleine im Krankenhaus liegen«, meinte Kira.
»Dann geht mal rüber und helft ihr, sich wieder anzuziehen. Ich rufe derweil eure Lehrerin an. Und wenn die nichts dagegen hat, bringt euch der Krankenwagen zurück in die Schule«, sagte die Schwester. »Immerhin habt ihr ja ein paar Frikadellen übrig gelassen. Dann können wir auch ein paar davon essen.« Sie ging zum Tisch und griff in die nur noch halb volle Schüssel und nahm sich eine der kleinen Frikadellen heraus.«

Nora und Kira gingen ins Behandlungszimmer, wo die Ärztin die letzten Streifen Gips auf Katis Arm glatt strich.
»Tut es noch weh?«, wollte Nora wissen.
Kati schüttelte den Kopf. »Es geht schon wieder. Aber ich darf die nächsten vier Wochen keinen Morgenlauf mit machen und Arbeiten kann ich so auch nicht.« sie hob ihre linke Hand, die bis zur Mitte des Unterarmes in einer Schiene aus einem auf Maß gedruckten Geflecht aus Kunststoff steckte. Der Mittelfinger war gerade gestreckt und ebenfalls von diesem Geflecht umgeben.
Nora lachte. »Du willst dich doch bloß davor drücken, sonntags bei Miss Isabella zu putzen.«
»Nö«, sagte Kati schmollend. »Eigentlich macht das sogar Spaß. Die beiden Serva von Miss Isabella sind ganz nett und haben mir sogar immer geholfen.«

Es dauerte noch einige Minuten, dann war die Ärztin mit dem Gipsverband an Katis rechtem Arm fertig und auch die Schwester kam kurz darauf herein. »Eure Lehrerin hat gesagt, wenn wir nichts dagegen haben, sollst du wieder zurück kommen. Der Krankenwagen wartet schon auf euch.«
Die Drei bedankten sich bei der Ärztin und der Schwester, die sie noch nach unten brachte. Der Krankenwagen brachte sie zurück zur Schule, wo sie in den Festsaal gingen, in dem die anderen Schülerinnen noch feierten. Aber schon kurz darauf, um halb Zwei, mussten alle in ihre Betten gehen. Immerhin fiel am folgenden Morgen der Morgenlauf aus und alle durften bis um sieben ausschlafen. Nora und Kira halfen Kati dabei, sich zu waschen und ihr Nachthemd anzuziehen, bevor sie sich in ihre Betten legten.

-

Während der letzten halben Stunde waren alle am Tisch mehrmals aufgestanden und hatten ihre Familien angerufen um ihnen ein schönes neues Jahr zu wünschen. Mara und Frida trafen sich in der Nähe des Einganges. »Wir haben Larissa vergessen«, sagte Frida. Sie zeigte Mara einige Bilder vom Feuerwerk, die sie mit dem Comm gemacht hatte. »Die schicken wir ihr.« Sie bat Maja, die ebenfalls gerade vorbei kam, ein Bild von ihnen zu machen, das sie Larissa schicken konnten. Maja machte das Bild von ihnen und schickte es auf Fridas Comm. Dann ging sie, sich mit einer den Beiden unbekannten Frau unterhaltend, weiter.
»Was soll das denn?«, ereiferte diese sich, als sie das Bild betrachtete. Die Serva, mit der Maja sich unterhielt hatte sich hinter Mara und Frida Platziert und grinste breit in die Kamera.
»Was soll’s?«, meinte Mara. »Die beiden haben uns einen Streich gespielt. Wenn Larissa fragt, sagen wir ihr das eben.«
Frida schickte die Bilder an Larissa und schrieb »ein schönes neues Jahr« dazu.

-

»Doch, ich finde, das steht dir sehr gut«, sagte Herrin Johanna und betrachtete Larissa, die sich kritisch im Spiegel anschaute, eingehend. Der Bikini war sehr knapp geschnitten und bedeckte Larissas Scham und Brüste nur gerade so.
Seit einer guten Stunde waren die Beiden in dieser besonderen Boutique und überboten sich gegenseitig damit, die ausgefallensten Badeanzüge und Bikinis anzuprobieren. Aber in diesem Laden war das nicht besonders schwer, denn er bot ausschließlich Kleidung aus Latex an.
»Also ich denke, den nehmen wir auch noch«, sagte Johanna. Die Verkäuferin nahm Larissa den Bikini ab, nachdem sie ihn ausgezogen hatte und legte ihn auf den immer größer werdenden Stapel an Kleidung, allesamt ganz normale Kleidung, Hosen, Röcke, Blusen, Unterwäsche und Bademoden aber alles aus glänzendem Latex.

Es war kurz vor Mittag, als sie das Geschäft verließen. Larissa trug lediglich eine kleine Tüte mit zwei Bikinis zu dem sehr schnellen und sehr teuren Sportwagen, den Johanna von ihrem Onkel ausgeliehen hatte. Die restlichen Einkäufe wurden direkt zum Haus von Johannas Eltern gebracht.
Viel zu langsam für ein solches Auto, wie Larissa fand, fuhren sie nach norden und überquerten dann auf einer der zahlreichen Brücken die Lagune. Das Auto parkte Johanna im Schatten einiger Palmen auf dem Parkplatz einer großen Schoppingmall. Dort gingen sie in ein sehr gediegenes Restaurant, wo sie zu Mittag aßen.

»Eins verstehe ich nicht Herrin«, sagte Larissa während sie die Nachspeise aßen.
Johanna blickte von ihrer Schale auf und sah Larissa fragend an.
»Wenn ihre Familie doch so reich ist, wieso sind sie dann nach Horizons gekommen und wieso arbeiten Sie da?«, fragte Larissa.
Johanna legte ihren Löffel bei Seite und grinste. »Daran ist Emylias Bruder, Peter, schuld. Ich war, nachdem ich mein Studium beendet hatte, mit ein paar Freundinnen in Essen. Wir wollten uns, wie es so üblich ist, das typisch deutsche Leben ansehen. Wir hatten zu viel getrunken und irgend jemand ist auf die Idee gekommen, eine Mutprobe zu machen.
Ich hatte den Dollar noch in der Hand, den ich aus Peters Jackentasche gezogen habe, als er mich festgehalten hat. Anstatt mich zur Polizei zu bringen, hat er mich zum Essen eingeladen und mich vor die Wahl gestellt. Entweder er zeigt mich an oder ich gehe nach Horizons um dort zu arbeiten. Wenn er mich angezeigt hätte, wäre ich jetzt wohl auch eine Serva. Aber ich habe mich dann dafür entschieden, nach Horizons zu gehen. Da habe ich Emylia kennen gelernt und bisher habe ich meine Entscheidung nicht bereut.«

»Ich verstehe«, sagte Larissa und schaute Johanna einen Moment lang an.
»Komm schon, schau nicht so. Ich wäre nicht die Erste, die wegen so einer albernen Mutprobe Serva geworden wäre. Die Gerichte sind bei sowas ziemlich streng. Aber das hast du ja selbst schon gemerkt. Und ganz ehrlich, ich finde das gar nicht mal so schlecht. Immerhin haben wir die niedrigste Kriminalitätsrate seit fast hundert Jahren. Die meisten Verbrechen sind entweder wirklich schwere Kapitalverbrechen wie Mord, Raub oder sowas, davon gibt es zum Glück nur sehr wenige, oder eben kleine Delikte, wie jemandem in die Tasche greifen«, sagte Johanna und streichelte Larissas Wange.

Nach dem Essen gingen die Beiden direkt zum Strand. In einem Beachclub zogen sie sich um. Es war Larissa zuerst ein wenig peinlich, in der Öffentlichkeit mit einem schwarzen Bikini aus Latex herum zu laufen. Aber da Silvester war, waren nur wenige Leute am Strand. Die Meisten waren anscheinend bereits bei ihren Familien oder bei Freunden, wenn sie nicht auf einer der größeren Partys waren, die in der Stadt stattfanden. Die Beiden breiteten ihre Handtücher aus und legten sich in die Sonne. Johanna gab Larissa eine Flasche Sonnenmilch und ließ sich von ihr gründlich einreiben, was sie dann auch bei Larissa tat.
Sie gingen ein paar Mal ins Wasser, wobei Larissa eher herum plantschte und nur so weit ging, bis das Wasser ihr an die Hüften reichte, während Johanna bis zu der Markierung des Schwimmbereiches hinaus schwamm, Larissa umrundete, die sich im Wasser hingesetzt hatte, so daß nur noch ihr Kopf aus den seichten Wellen heraus schaute und dann wieder bis zur Markierung schwamm.
»Komm schon, versuch es doch wenigstens Mal meine Kleine«, sagte sie, als sie das dritte Mal bei Larissa war.
Larissa nickte zaghaft. Sie stand auf und versuchte, sich ins Wasser zu legen. Wenn sie sich nicht bewegte und die Luft anhielt, schaffte sie es sogar, nicht unter zu gehen. Doch wirklich geheuer war ihr das nicht.
»Das machst du gut meine Kleine«, sagte Johanna und fasste sie unter dem Bauch. Sie hob sie einige Zentimeter weit aus dem Wasser, so daß Larissa Luft holen konnte, ohne unter zu gehen.

Als sie schließlich das Wasser verließen, hatte Larissa es sogar geschafft, sich einige Meter fast alleine schwimmend fortzubewegen.
»Das hast du toll gemacht. Ich bin richtig stolz auf dich meine Kleine«, sagte Johanna und gab Larissa einen Kuss. »Wir sind ja noch ein paar Tage hier. Und bis dahin schaffst du es auch, richtig zu schwimmen. Da bin ich mir ganz sicher.«
»Danke meine Herrin«, sagte Larissa und knickste vor Johanna.

Johanna ging zurück zu den Handtüchern und trocknete sich ab, was Larissa ihr gleich tat.
»Meinst du nicht, daß es langsam mal an der Zeit ist, daß du das ’Sie’ ablegst?«, fragte Johanna, als sie auf den Handtüchern saßen und einen Schluck Wasser aus mitgebrachten Flaschen tranken.
»Aber wie soll ich Sie denn sonst ansprechen Herrin?«, fragte Larissa und schaute sie zweifelnd an.
»Wie wäre es mit ’du’? Andere machen das auch und ich glaube nicht, daß das irgendwas ändern würde, außer daß du vielleicht mir gegenüber endlich mal etwas weniger distanziert bist. Immerhin bist du ja eigentlich frei und müsstest mich noch nicht einmal Herrin nennen.«
»Aber Sie sind doch immer noch meine Herrin.«
»Ja, aber nur noch durch den Vertrag, den wir geschlossen haben. Vom Gesetz her bist du doch frei.«
Larissa schaute Johanna einen Moment lang an. »Wollen Sie mich etwa nicht mehr als Ihre Serva Herrin?«, fragte Larissa mit belegter Stimme.
Johanna merkte, daß sie einen Fehler gemacht hatte und das Ganze falsch angegangen war. Sie zog Larissa zu sich heran, bis sie ihr zugewandt auf dem Schoß saß, die Beine an ihrer Seite vorbei lagen. Sie zog sie fest zu sich heran und hielt sie mit der Linken im Rücken fest. Mit der Rechten streichelte sie über Larissas Wange. »Ich möchte noch so viel Zeit mit dir verbringen wie es nur geht. Es gibt zwar einige Dinge, die ich zwischen uns ändern möchte, aber am liebsten würde ich dich ganz fest halten und nie wieder gehen lassen.«
Larissa schluckte erleichtert und atmete tief ein, um sich wieder zu beruhigen. Sie sah auf und blickte direkt in die untergehende Sonne, die den Himmel in ein orange-rotes Licht tauchte. »Was… Was möchten Sie denn ändern?«, fragte sie.
Johanna sah das leuchten des Sonnenuntergangs auf Larissas Gesicht und schluckte. »Ich möchte eigentlich wirklich, daß du nicht mehr meine Serva bist«, sagte sie leise. »Aber wie wäre es denn, wenn du statt dessen meine Frau wärst?«, fragte sie und schaute erwartungsvoll in Larissas graue Augen.
Hinter Larissas Rücken öffnete sie die kleine Schachtel, die sie dort die ganze Zeit gehalten hatte, holte sie dann hervor und hielt sie Larissa hin.
Es dauerte einen langen Moment, bis Larissa begriff, was Johanna da gerade gefragt hatte. Sie starrte auf die Schachtel und den Ring der sich darin befand. Sie schaffte es nicht, ihre Tränen zurück zu halten und das Einzige, wozu sie in der Lage war, war zu nicken.
Mit belegter Stimme schaffte sie es, nach einem Moment ein »Ja« hervor zu bringen.

Johanna nahm mit zitternden Fingern den Ring aus der Schachtel, nahm Larissas linke Hand und streifte ihr diesen über. Die Freudentränen liefen Larissas Wange herab, als sie den Ring betrachtete. Es war ein schlichter, glatter Ring, dessen Silberne Farbe einen leicht goldenen Stich hatte. In seiner Mitte befand sich ein funkelnder Stein, der das Licht des Abendrots wieder spiegelte. Larissa fiel Johanna um den Hals und umarmte sie so fest sie nur konnte. Auch Johanna legte ihre Arme um Larissas schmächtigen Körper. Sie lösten sich nur kurz voneinander um dann in einem langen Kuss zu versinken.

Die Sonne war vollends hinter den Häusern der Stadt versunken und das Abendrot einem tief dunklen Blau gewichen, als Johannas Comm piepste und sie aus ihrer Zweisamkeit heraus riss.
Sie lösten ihren Kuss nur widerwillig und Johanna schaute auf ihr Comm.
»Onkel Vincent fragt, ob wir noch lange brauchen. Er will das Feuer für das Barbecue anzünden«, sagte Johanna verlegen grinsend. Es war bereits 18 Uhr und sie hatte ihren Eltern gesagt, daß sie um 17 Uhr 30 wieder zu Hause sein wollten.
Während Johanna eine Antwort tippte, stand Larissa auf und begann damit, die Sachen zusammen zu packen und in der Badetasche zu verstauen. Als sie sich auf den Weg zum Beachclub machten, piepste auch Larissas Comm. Sie warf einen Blick darauf. »Das sind Mara und Frida. Sie wünschen uns ein schönes neues Jahr«, sagte sie verwundert. »Wieso denn jetzt schon? Es ist doch noch gar nicht soweit.«
Johanna lachte. »Zu Hause ist es schon eine Stunde nach Mitternacht. Immerhin sind wir hier sieben Stunden später dran als zu Hause«, erklärte sie.
Wieder piepste Larissas Comm. Sie schaute darauf und sah ein Bild von Mara und Frida, die zusammen in die Kamera winkten. Hinter ihnen sah sie eine bekannte Sängerin, die ebenfalls in die Kamera winkte und lachte.

Larissa zeigte Johanna das Bild. »Die Beiden feiern mit richtig berühmten Leuten Silvester«, sagte sie und fragte Johanna, ob sie ein Bild von dem Ring machen konnte.
Johanna hielt Larissas Hand so, daß im Hintergrund das Meer zu sehen war, welches die Lichte der Stadt wieder spiegelte und machte einige Bilder, die sie Larissa schickte.
Larissa suchte eines der Bilder aus und schickte es mit einer Bemerkung an Mara und Frida.

-

»Ihr feiert Silvester mit einer berühmten Sängerin, aber ich habe etwas viel besseres bekommen«, las Frida vor und betrachtete sich das Bild, welches eine schmale Hand vor einem Strand und glänzenden Wellen zeigte.
»Hat sie da einen Ring am Finger?«, fragte Mara.
Frida vergrößerte das Bild und schaute genau hin. »Meine Fresse, das ist bestimmt ein echter Diamant«, sagte sie.
Mara und Frida schauten sich einen Moment lang an und schrien auf wie kleine Mädchen. Sie fassten sich an den Schultern und hüpften im Kreis herum, weil sie sich für Larissa freuten.

Als sie zurück in den Saal kamen, saßen Rebecca, Isabella und Maja an einem Tisch und unterhielten sich. Die Beiden setzten sich dazu und zeigten ihnen das Bild von Larissas Verlobungsring.
»Gratuliert den Beiden von uns«, sagte Isabella, nachdem sie das Bild gesehen hatte und Rebecca nickte zustimmend.
Mara tippte eine Nachricht an Larissa auf ihrem Comm, in der sie ihr und Johanna ganz herzlich auch von Rebecca, Isabella, Maja und Frida gratulierte.

»Dann heiratet also balde die nächste meiner Schülerinnen«, sagte Isabella schmunzelnd.


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 16.06.18 um 21:22 geändert
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:10.06.18 07:47 IP: gespeichert Moderator melden


Und wieder eine tolle Fortsetzung.Vielen Dank.
Das einziege Problem.Ich kann mir keine Namen mercken und muß dann immer wieder überlegen wer welche Person ist.Aber das ist egeal.Ich mag deine GEschichte sehr.
Wünsch dir noch alles gute und viel Spaß beim schreiben.

mfg Wölchen
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:11.06.18 21:55 IP: gespeichert Moderator melden


Traumhaft schön HeMaDo...

Du hast es wieder einmal geschafft das ich mir ein Tränchen aus dem Knopfloch gedrückt habe wegen Larissas Verlobung.

Die Spielchen zwischen Saphira und Yanna hätten Durchaus etwas Detailreicher sei können
*grins*

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Gruß Gozar
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:12.06.18 20:41 IP: gespeichert Moderator melden



Zitat

Du hast es wieder einmal geschafft das ich mir ein Tränchen aus dem Knopfloch gedrückt habe wegen Larissas Verlobung.





Zitat

Die Spielchen zwischen Saphira und Yanna hätten Durchaus etwas Detailreicher sei können

All das zu beschreiben wäre sehr viel geworden.
Aber ich arbeite nebenher ja an der E-Book Version der Geschichte. Da kann ich das ja noch mit einbauen.



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  RE: Neue Horizonte - 2 Teil 62 Datum:16.06.18 16:31 IP: gespeichert Moderator melden


62



Am nächsten Morgen wachte Mara auf, obwohl ihr Comm nicht geklingelt hatte. Sie schaute auf dieses und stellte fest, daß es bereits acht Uhr morgens war und sie alleine im Bett lag.
Sie fragte sich, wo Rebecca war und warum diese sie nicht geweckt hatte. Sie streckte sich und stand dann auf. Im Bad wusch sie sich und zog dann einen Bademantel über, bevor sie nach unten ging.
Im Esszimmer saß Rebecca mit einer Tasse Kaffee in der Hand am Tisch und las die Zeitung. Sie hob den Kopf, als Mara herein kam. »Schönen guten Morgen mein Schatz. Ich wünsche dir ein schönes neues Jahr«, sagte sie und deutete auf den Stuhl zu ihrer Linken.
»Dir auch ein schönes neues Jahr meine Herrin«, sagte Mara verschlafen. Sie war viel zu spät aufgestanden und ohne den Morgenlauf weigerte ihr Körper sich, richtig wach zu werden.
Mara schenkte sich eine Tasse Kaffee ein und trank einen großen Schluck. »Warum hast du mich denn nicht wach gemacht?«, fragte sie müde.
»Du hast so schön geschlafen. Und es war ja auch ziemlich spät, als wir ins Bett sind. Da wollte ich dich ausschlafen lassen«, gab Rebecca zur Antwort.
»Warum bist du denn schon wach? Du bist doch bestimmt noch viel später eingeschlafen«, sagte Mara.
»Wie kommst du denn darauf?«, fragte Rebecca erstaunt.
»Du hast doch noch die ganze Zeit neben mir gesessen und hast mir den Kopf gestreichelt.«
»Das hast du gemerkt?«
»Mhmm«, machte Mara und nickte. »Das war schön«, sagte sie nach einer Weile verträumt.
Rebecca lächelte. »Das mache ich aber nicht jeden Abend«, sagte sie und streichelte Maras Hand. »Aber jetzt iss erst mal was.«
Mara nickte erneut und nahm sich ein noch warmes Brötchen aus dem Korb. Sie schmierte es sich mit Butter und Erdbeermarmelade und aß es genüsslich.

Nach einem zweiten Brötchen und einer weiteren Tasse Kaffee, wollte sie damit anfangen, den Tisch abzuräumen.
»Das lass mal sein, das können wir nachher machen. Jetzt komm erst mal mit«, sagte Rebecca, nahm ihre Hand und stand auf. Sie führte sie aus dem Esszimmer heraus, durch die Halle und in den kleinen Salon, auf dem einige in Geschenkpapier verpackte Geschenke auf dem Tisch lagen.
»Was ist das denn?«, fragte Mara erstaunt.
»Das sind unsere Neujahrsgeschenke«, erklärte Rebecca lächelnd und legte einen Arm um Maras Schulter.
»Aber… Aber ich habe doch gar nichts für dich, Herrin«, sagte Mara verlegen.
»Ich wollte nicht, daß du mir etwas kaufen musst, deshalb habe ich dir davon ja auch nichts gesagt«, sagte Rebecca mit einem Augenzwinkern.

Mara stand schweigend vor dem Tisch und betrachtete sich die verpackten Geschenke.
»Nun fang schon an«, sagte Rebecca, als Mara sich nicht rührte.
»Welches denn«?, wollte Mara wissen.
»Die sind alle für dich.« Rebecca deutete auf den Tisch und machte eine einladende Handbewegung.
»Das alles?«, fragte Mara erstaunt. »
»Für wen denn sonst? Saphira hat ihr Geschenk schon bekommen, vermute ich.«
»Vermutest du Herrin?«, fragte Mara verwirrt über diese Aussage.
Nun musste Rebecca lachen. »Ich habe Yanna den Schlüssel für Saphiras Gürtel gegeben. Vielleicht hat sie ihn schon, vielleicht aber auch nicht«, sagte sie schelmisch grinsend.
»Verstehe. Dann ist das alles für mich?«
»Ja, aber das ist nicht alles von mir. Das da ist von deiner Mutter und das von deinem Vater. Die Anderen sind von mir.«
Mara betrachtete weiterhin den Tisch, ohne sich zu rühren. Auf diesem lagen mindestens ein Dutzend größere und kleinere Päckchen.

Rebecca bemerkte Maras Unsicherheit. Sie nahm sie an der Hand und zog sie mit sich zum Sofa. Als beide saßen, nahm Rebecca das Geschenk von Maras Mutter und gab es ihr.
Mara nahm das Päckchen entgegen und versuchte, es so zu öffnen, daß das Papier nicht beschädigt wurde, was ihr ein schiefes Grinsen von Rebecca einbrachte. »Ich kannte jemanden, der hat das Papier jedes Jahr säuberlich gefaltet und sogar gebügelt, weil man es ja vielleicht noch mal verwenden kann. Als er dann gestorben ist und wir seine Wohnung ausräumen mussten, haben wir ein ganzes Fach voller Geschenkpapier in einem Schrank gefunden. Und alle Geschenke, die wir von ihm bekommen haben, waren jedes Jahr in dem selben, einfachen, braunen Papier eingepackt gewesen. Die Rolle mit diesem Papier haben wir auch gefunden. Es war ganz einfaches Packpapier und die Rolle hätte noch für die nächsten zehn Jahre gereicht.«
Mara schaute Rebecca an und musste lachen. Dann riss sie das Papier einfach ab und legte es neben das Sofa.
Über das Geschenk freute sie sich sehr. Es war der Nachdruck eines uralten Kochbuches, welches ihre Mutter immer benutzt hatte und aus dem sie selbst schon ein paar Rezepte nach gekocht hatte. Sie blätterte darin herum und betrachtete sich einige der Rezepte, wobei sie schon überlegte, wann sie diese kochen könnte. Dann legte sie es bei Seite und bekam von Rebecca schon das nächste Geschenk, das von ihrem Vater, in die Hand gedrückt. Als sie dieses öffnete, musste sie lachen. Ihr Vater hatte noch immer den selben Geschmack bei Geschenken, wie früher. Es war eine Lederne Werkzeugrolle, die mit zwei breiten Riemen zusammen gehalten wurde. »Er denkt immer noch, ich würde genauso gerne basteln, wie Kira.«, sagte Mara als sie die Rolle öffnete und die Werkzeuge betrachtete, verschiedene Schraubenschlüssel und Schraubendreher sowie einige Feilen und eine Tube mit Schmiermittel.
»Wer weiß, vielleicht brauchst du es ja doch mal«, sagte Rebecca schmunzelnd, wofür sie ein schiefes Grinsen erntete. Mara rollte die Rolle wieder zusammen und legte sie neben das Kochbuch.

Sie schaute sich die restlichen Päckchen an die nun wohl alle von Rebecca sein mussten. Diese gab ihr eines davon und als Mara es auspackte, kam ein einzelner Sportschuh zum Vorschein. »Ein Schuh«?, fragte sie verwirrt, wobei sie das Wort »ein« betonte.
Rebecca gab ihr nun das nächste Päckchen. Auch dieses enthielt nur einen einzelnen Schuh, offenbar das Gegenstück zu dem ersten.
»Vielen Dank Herrin«, sagte Mara amüsiert. Sie betrachtete die Schuhe eingehend und bekam das nächste Päckchen, bevor sie Gelegenheit hatte, diese anzuprobieren. In diesem und dem nächsten befanden sich je ein Knieschützer mit sehr festen Schalen, die sogar Stahlaufsätze besaßen. Mara fragte sich zwar, was sie damit anfangen sollte, freute sich aber trotzdem darüber. Die nächsten beiden Geschenke passten zu den Knieschützern, denn es handelte sich um ein Paar Ellenbogenschützer, von der selben Machart wie die Knieschützer. So langsam fragte Mara sich, wofür sie die wohl brauchen würde. Und sie wunderte sich darüber, daß Rebecca jedes Teil einzeln eingepackt hatte, anstatt alles in ein Päckchen zu packen.
Als nächstes folgten fingerlose Handschuhe mit langen Handgelenkschützern, die fast bis zu den Ellenbogen reichten und wieder in einzelnen Päckchen verpackt waren. In den Handflächen befanden sich ovale Einsätze aus massivem Kunststoff. Langsam ahnte Mara, was das alles sollte und betrachtete sich das größte der Päckchen. Doch zuvor bekam sie von Rebecca ein kleineres in die Hand gedrückt. In diesem befand sich ein Helm, ähnlich einem Bergsteigerhelm, der grün/weiß/rot gemustert war und im Nacken die typische Stoffrolle besaß, die sich bei einem Unfall in Bruchteilen einer Sekunde aufblasen und um den Hals legen konnte, um diesen zu schützen. Dann folgte noch ein Päckchen. In diesem fand Mara eine Weste mit eingearbeiteten, festen Schaumstoffeinsätzen im Rücken und an den Schultern. Nun war ihr fast klar, was sich in dem letzten, großen Päckchen befand. Sie bedankte sich lächelnd für die Sachen, die sie bereits bekommen hatte bei Rebecca und schaute das letzte Päckchen erwartungsvoll an.

»Du kannst dir sicher denken, daß das Alles schon einen tieferen Sinn hat«, sagte Rebecca und deutete auf das letzte Geschenk. »Nun mach schon auf. Ich will sehen, ob es das Richtige ist.«
Mara nickte und riss das Papier von dem mehr als einen Meter langen Geschenk und öffnete den Pappkarton. Heraus kam ein gut einen Meter langes Longboard.
Schon bei den Knie-, Hand- und Ellenbogenschützern hatte Mara gesehen, daß Rebecca hier wohl sehr viel Geld ausgegeben hatte. Doch als sie das Board genauer betrachtete, erkannte sie, daß sie hier vermutlich das Beste in der Hand hielt, was es für Geld zu kaufen gab. Und Rebecca hatte dem noch einen drauf gesetzt, indem sie dieses Board von Trish hatte bemalen lassen.
Sie hatte es mittlerweile aufgegeben, Rebecca darum zu bitten, nicht so viel Geld für sie auszugeben. Doch hier schlug wieder ihr Gewissen durch. »Herrin, das ist toll«, sagte sie. »Aber das hat doch sicher ein Vermögen gekostet. Vielen Dank meine Herrin.« Sie bedankte sich überschwänglich mit einer langen Umarmung bei Rebecca und gab ihr einen langen Kuss.

»Es freut mich, daß es dir gefällt. Und vielleicht, hast du jetzt ja doch eine Verwendung für das Werkzeug von deinem Vater«, sagte Rebecca.
Mara nickte nur und betrachtete sich weiterhin das Board.
»Das ist ein tolles Geschenk. Wie bist du denn darauf gekommen Herrin?«
»Als wir bei deinem Vater waren, habe ich in deinem Zimmer dein Skateboard gesehen. Ich hab mich etwas mit Bernd unterhalten und er meinte, daß du dir sowas früher schon gewünscht hast.«
Mara nickte. Tatsächlich hatte sie ihrem Vater und ihrer Mutter früher oft in den Ohren gelegen, ihr ein solches Board zu kaufen. Doch ihr Vater hatte das immer abgelehnt, da es ihm zu gefährlich erschien.

»Willst du es nicht mal ausprobieren?«, fragte Rebecca und deutete nach draußen. Zwar war es recht kühl draußen aber da es in den letzten Tagen nicht geschneit oder geregnet hatte, waren die Straßen trocken und so sprach nichts dagegen das Geschenk über das Mara sich sehr freute, auszuprobieren.
Mara zog die Handschuhe an und setzte den Helm auf. Die Fernbedienung befestigte sie in der Halterung am linken Handschuh, nahm das Board und ging, gefolgt von Rebecca nach draußen.

Doch als sie sich auf der Straße vor dem Haus auf das Board stellte, musste sie feststellen, daß es nicht funktionierte. Weder ließ es sich mit der Fernbedienung zum Fahren überreden, noch wollte es die Straße herunter rollen.
Sie stand etwas ratlos auf der Straße und schaute Rebecca schulterzuckend an. Sie konnte sich kaum vorstellen, daß Rebecca ihr ein so teures Geschenk machte, ohne daß sie zumindest ausprobiert hatte, daß es auch in Ordnung war.
»Tja mein Schatz«, sagte Rebecca, die langsam zu ihr gekommen war. »Das funktioniert so nicht. Erstens musst du es erst mit deinem Comm entriegeln und zweitens funktioniert es nur, wenn du alle Schützer an hast. Die in den Schuhen, die Knieschützer, die Ellenbogenschützer, die Handgelenkschützer und den Helm. Und wenn du die Weste nicht an hast, dann kannst du auch nicht schneller als 25 fahren«, erklärte Rebecca grinsend.

Mara ließ die Schultern hängen und verdrehte die Augen. Anscheinend hatte Rebecca nicht nur über das Board mit ihrem Vater geredet sondern von ihm auch erfahren, daß er sich immer zu viele Sorgen machte.
»Verdreh mir nicht die Augen. Das hab ich gesehen«, sagte Rebecca streng.
»Entschuldigung Herrin«, sagte Mara und ging zurück ins Haus, wo sie den Rest der Ausrüstung anlegte, was Rebecca kritisch beobachtete.
»Schau nicht so. Ich meine es doch nicht böse. Ich will halt nicht, daß dir etwas passiert« sagte Rebecca und umarmte Mara.
»Ich weiß Herrin«, sagte Mara und erwiderte die Umarmung. »Aber es hätte doch gereicht, wenn du mir einfach gesagt hättest, daß ich das immer alles anziehen soll.«
»Und das hättest du gemacht?«, wollte Rebecca wissen.
»Ja Herrin«, sagte Mara ohne zu zögern. Hätte Rebecca ihr das befohlen, hätte sie sich auf jeden Fall daran gehalten, auch ohne diese technische Einschränkung. Und obwohl sie sich über dieses Geschenk sehr freute und auch wusste, daß Rebecca sich sorgen machte, fühlte sie sich in diesem Fall ein wenig bevormundet. Doch als sie darüber nachdachte, wurde ihr bewusst, daß sie genau diese Bevormundung ja sogar selbst gewollt hatte, als sie und Rebecca vor etwa zwei Monaten den Vertrag ausgearbeitet hatten, der nötig war, damit sie Herrin Rebeccas Serva bleiben konnte.

Als letztes zog sie die Weste über ihre Tunika an. Diese hätte sie zwar genau so gut unter der Tunika anziehen können, doch da sie die Ellenbogenschützer schon über den Ärmeln der Tunika trug, wollte sie diese nicht noch einmal ablegen. Sie nahm das Board und ging wieder nach draußen. Wieder stellte sie sich auf das Board und probierte die Fernsteuerung aus. Zwar hatte ihr altes Skateboard eine Bremse gehabt aber einen Motor hatte es nicht besessen. Und dieses Board hatte sogar vier davon, einen in jedem Rad.
Es war ziemlich ungewohnt, nach so langer Zeit wieder auf einem solchen Board zu stehen und so dauerte es einen Moment, bis sie wieder sicher darauf stand und fahren konnte.
Langsam ließ sie sich den Berg herunter rollen und probierte die Lenkung, die schon recht gut eingestellt war und die Bremse sowie den Antrieb aus. Sie wurde mit der Zeit immer sicherer und ließ sich dann den Berg herunter rollen. Auf der Straße, die an den Wohnblöcken vorbei führte, traute sie sich immer schneller zu fahren und wurde nur wenig langsamer, als sie sich in der scharfen Kurve hinter dem Wohnblock in dem Miss Isabella wohnte, weit herunter beugte. Ab hier wurde die Straße sehr abschüssig und sie wurde immer schneller. Erst vor der Kurve bei Trishs Haus musste sie bremsen und fuhr dann mit dem elektrischen Antrieb hinter der Brücke bis zum See hinauf, am Besucherzentrum vorbei und weiter bergauf, bis sie wieder an der Abzweigung war wo es nach Hause ging. Das Ganze hatte keine halbe Stunde gedauert in der sie immer sicherer geworden war.
Dieses Fahren schien ihr ein guter Ausgleich zum Laufen zu sein denn hier brauchte sie wirklich eine gute Koordination, sogar noch mehr als sie es als Sunrise brauchte. Außerdem musste sie sich hier wirklich auf die Umgebung konzentrieren, was ihr als Sunrise immer sehr schwer fiel.

Herrin Rebecca stand noch immer vor dem Haus, als sie vor der Einfahrt abstieg und das Board über den Kiesweg trug.
»Das macht richtig Spaß«, sagte sie und bedankte sich zum wiederholten Male bei Rebecca für dieses Geschenk. Dabei hatte sie aber ein schlechtes Gewissen, weil sie für Rebecca kein Neujahrsgeschenk hatte. Dieses Mal war es nun zu spät dafür, doch sie nahm sich vor, ihr nächstes Jahr auf jeden Fall etwas zu kaufen.

- - -

»Auf dem alten Overseas Highway durfte man früher höchstens 55 Meilen in der Stunde fahren«, rief Johanna laut genug um gegen den Fahrtwind anzukommen. Sie deutete nach rechts, wo noch die Überreste der Brückenpfeiler des alten Highways zu erkennen waren. »Es hätte fast vier Stunden gedauert um bis nach Key West zu kommen. So braucht man höchstens noch drei Stunden. Aber wenn du so weiter rast, dann schaffen wir das auch in zwei Stunden. Willst du nicht mal etwas langsamer fahren? Dann kannst du vielleicht auch was von der Umgebung sehen. Die ist nämlich wirklich schön hier.«
Larissa nahm den Fuß vom Gas und fuhr mit einer Geschwindigkeit weiter, die sie auf diesem gut ausgebauten Highway der auf hohen Stelzen aus dem Wasser ragte, für gemütlich hielt. Johanna entspannte sich sichtlich und lehnte sich in den Sitz zurück.

Sie fuhren eine halbe Stunde in diesem Tempo weiter und ließen sich den Wind um die Nasen wehen. Einige der Keys waren weiter entfernt, andere lagen direkt am Highway. Die Vormittagssonne glitzerte auf dem Wasser und es roch nach Meer. In einiger Entfernung konnte man im Osten gelegentlich ein Fischerboot sehen, welches die Netze ausgeworfen hatte.

»Fahr die nächste Abfahrt runter«, sagte Johanna, nachdem sie Key Largo passiert hatten.
Larissa zog auf die rechte Spur und nahm nach einigen Kilometern die nächste Abfahrt. ’Tavernier’ verkündete ein Straßenschild.
Kurz darauf erreichten sie die Stadt, die an dem alten Highway lag, doch Johanna ließ Larissa diese durchqueren und sie fuhren über eine Brücke auf die nächste Insel. Dort lotste sie Larissa von der Hauptstraße herunter in eine Wohnsiedlung.
»Da jetzt rechts«, sagte sie und Larissa fuhr in eine Nebenstraße. Kinder spielten auf der Straße und machten ihnen Platz, so daß sie vorbei fahren konnte. Vor einem Haus saß ein Mann auf einer Bank und winkte ihnen zu.

»Mach mal langsamer. Da jetzt in die Einfahrt«, sagte Johanna. Larissa lenkte den Wagen in die Einfahrt und stellte den Wagen dann ab.
»Das Haus gehört meinem Onkel Vincent«, sagte Johanna.
»Der mit dem komischen Hut?«, fragte Larissa grinsend.
»Ja, genau der. Wir können die nächsten Tage hier Wohnen«, erklärte Johanna und stieg aus dem Wagen. »Mach das Verdeck bitte zu und nimm die Taschen mit.«
»Ja Herrin«, sagte Larissa. Sie schloss das Verdeck und stieg dann ebenfalls aus. Dann nahm sie die beiden Taschen aus dem kleinen Kofferraum und schloss das Auto ab.
Sie folgte Johanna in das Haus und stellte die Taschen in dem geräumigen Wohnzimmer ab.
Während Johanna anscheinend etwas suchte, schaute sie sich ein wenig um. In der Küche fand sie einen reichlich gefüllten Kühlschrank und auch die anderen Vorräte waren offenbar gerade erst aufgefüllt worden.
»Ach hier bist du«, sagte Johanna als sie in die Küche kam. »Das trifft sich gut. Wir machen einen kleinen Ausflug.«
Johanna wies Larissa an, etwas zu Essen für zwei Tage zu machen und holte selbst einiges aus dem Kühlschrank und packte es in eine Kühltasche. Dann verschwand sie durch die Hintertür und kam kurz danach wieder zurück um eine Weitere Kühltasche aus einer Abstellkammer zu holen. Außerdem konnte Larissa sehen, daß sie die beiden Taschen, die sie im Auto mitgebracht hatten, zur Hintertür heraus brachte.
Nach gut einer halben Stunde hatte Larissa einige belegte Brote, einen kalten Salat mit Huhn, hartgekochte Eier und Obst bereit gelegt, die sie ebenfalls in eine Kühltasche packen musste, die Johanna dann nach draußen trug. Als Larissa ihr folgen wollte, deutete Johanna allerdings neben die Küchentür. »Da kniest du dich hin und bewegst dich nicht von der Stelle«, sagte sie.
Larissa wunderte sich zwar über diese Anweisung, befolgte sie aber. Es dauerte eine weitere halbe Stunde, bis Johanna endlich wieder herein kam und zufrieden nickte, als sie sah, daß Larissa noch immer neben der Tür kniete.

»So, fertig. Dann komm«, sagte Johanna.
Larissa folgte ihr nach draußen und Johanna schloss die Tür ab. Der Garten, oder das, was wohl normalerweise ein Garten gewesen wäre, war sehr klein und schon nach wenigen Schritten endete dieser an einer Treppe, die direkt ins Wasser führte. Am Ende dieser Treppe lag ein Boot, wie Larissa schon einige gesehen hatte, als sie über den Highway gefahren waren. Es war gut zehn Meter lang und blau und schwarz lackiert. Über dem Fahrerstand gab es einen hohen Bügel auf dem mehrere Lampen und andere Geräte angebracht waren.
»Damit wollen wir fahren?«, fragte Larissa, die sich ein freudiges Grinsen nur schwer verkneifen konnte.
Johanna nickte und freute sich darüber, daß Larissa ihre Idee offensichtlich zu gefallen schien. Sie deutete auf das Boot und sagte »Los, rauf mit dir, dann kann es los gehen.«
Dies ließ Larissa sich nicht zweimal sagen. Sie stieg in das Boot und schaute sich etwas um, während Johanna ebenfalls einstieg.
Es gab zwei gepolsterte Sitze und vor diesen befanden sich auf der einen Seite die Bedienung für die Motoren und das Steuer, auf der anderen Seite gab es ebenfalls einige Instrumente. Zwischen diesen führte eine Treppe drei Stufen nach unten in eine auf den ersten Blick nicht all zu große Kabine.
Hinter dem Führerstand gab es drei halbrunde Erhebungen im Deck unter denen sich wohl die Motoren verbargen. Vor diesen gab es eine mit Leder oder Kunstleder bezogene Bank mit vier getrennten Sitzen.

»Wenn du genug geschaut hast, dann zieh bitte die Schwimmweste an«, sagte Johanna und reichte Larissa diese. »Ich habe zwar gesehen, daß du mittlerweile etwas schwimmen kannst, aber ich möchte lieber kein Risiko eingehen.
Larissa zog die Schwimmweste an und Johanna zog die Riemen mit der diese geschlossen wurden, noch einmal nach. Dann schob sie Larissa zu dem rechten der beiden Sitze. Diese waren, wie sich herausstellte, gar keine sitze sondern lediglich gepolsterte, U-förmige Schalen in die man sich hinein lehnen konnte. Sitzen wäre bei hohen Geschwindigkeiten nicht besonders gut für den Rücken, wie Johanna ihr erklärte.
Diese löste das Tau mit dem das Boot am Ufer angebunden war und stellte sich dann vor das Steuerrad, welches aber eher aussah wie das Steuer eines Flugzeuges als ein richtiges Rad.
»Fertig?«, fragte Johanna und schaute Larissa an, die es nun nicht mehr schaffte, ihre Vorfreude zu verbergen und eifrig nickte.

Johanna schaltete die Bordelektronik ein worauf hin mehrere Anzeigen aufleuchteten. Sie bewegte den mittleren der drei Schubhebel ein kleines Stück nach vorne und das Boot bewegte sich nahezu geräuschlos und langsam vorwärts.
In einem weiten Bogen legte Johanna von der Mauer ab und wendete das Boot. Sie fuhr langsam durch den kurzen Kanal der die Anlegestellen, die sich hinter scheinbar jedem Haus hier befanden, mit der offenen See verband.
Larissa schaute sich etwas um und genoss den Anblick des klaren Wassers, durch das man nun sogar den Grund sehen konnte.
»Festhalten!«, sagte Johanna und schob die drei Schubhebel ohne abzuwarten ein gutes Stück nach vorne. Von den drei Elektromotoren war nur ein leises Surren zu vernehmen und ein leichtes Zittern ging durch das Boot. Durch die starke Beschleunigung wurde Larissa fest in die Schale gedrückt und es dauerte einen Moment bis sie sich wieder bewegen konnte. Die große Anzeige vor Johanna zeigte 28kn an, als Larissa darauf schaute.
Zwar waren die drei Motoren kaum zu hören aber der Fahrtwind machte eine Unterhaltung so gut wie unmöglich.
Jedes Mal wenn das Boot über eine Welle fuhr, machte es einen Satz aus dem Wasser und schlug dann wieder auf dieses auf, wobei Larissa jedes Mal freudig jubelte, wie ein kleines Kind, wie Johanna grinsend bemerkte.
Sie steuerte das Boot direkt auf eine Sandbank zu und beschleunigte noch als es gerade darauf zielte. Erst kurz vorher konnte Larissa die Durchfahrt erkennen, die durch diese hindurch führte.

Johanna fuhr parallel zum den Brücken, die die Keys miteinander verbanden und umfuhr die kleinen Inseln und Sandbänke weiträumig. Eine halbe Stunde später hatte Larissa durch den Fahrtwind Tränen in den Augen und freute sich jedes Mal wenn das Boot durch die Wellen aus dem Wasser gehoben wurde, als plötzlich vor ihnen das Wasser eine andere, dunklere Färbung annahm.
Johanna stellte die Mooren ab und ließ das Boot langsamer werden. Sie reichte Larissa eine große Sonnenbrille und als sie diese aufgesetzt hatte, sagte sie: »Jetzt aber bitte wirklich fest halten, ich will nicht, daß du hier über Bord gehst.
Larissa schaute sie an und nickte. Mit beiden Händen umfasste sie fest die Griffe die sich auf den Armlehnen befanden.

Nun schob Johanna alle drei Schubregler nicht sehr langsam nach vorne und wieder wurde Larissa in die Polster gedrückt. Doch dieses Mal dauerte es viel länger, bis sie sich wieder bewegen konnte. Sie klammerte sich an den Griffen fest und versuchte einen Blick auf die Geschwindigkeitsanzeige zu erhaschen. Diese zeigte nun 95kn an.
Es dauerte nur einen kurzen Moment bis sie bemerkte, daß die Wellen nun wesentlich höher waren als zuvor. Jedes Mal, wenn das Boot nach einer Welle wieder auf der Wasseroberfläche aufsetzte, gab es einen lauten Schlag, der Larissa in die Knie gehen ließ.
Aber Johanna machte keine Anstalten, wieder langsamer zu fahren. Statt dessen schaltete sie die Musikanlage ein und laute Musik erklang, die sogar den Fahrtwind übertönte.
Sie warf Larissa gelegentlich einen Blick zu und fragte sich, ob dieses Grinsen wohl nachher wieder weg gehen würde.

Larissa ließ einmal kurz den Griff los und hielt die Hand über die Bordwand in den Wind. Doch schnell zog sie diese wieder herein denn die Wassertropfen die auf ihre Haut trafen fühlten sich an wie kleine Steine.
Die große Anzeige der Seekarte zeigte, daß sie einen weiten Bogen um die Keys herum fuhren. Als Johanna bemerkte, daß es Larissa offenbar etwas langweilig wurde, lenkte sie scharf nach rechts und fuhr in Schlangenlinien wieder auf die Keys zu. Bei jeder Kurve, legte das Boot sich zur Seite, was Larissa wieder einige laute Jubelschreie entlockte.

Sie verlangsamte das Boot und fuhr eine ganze Weile weiter bis sie nach einer guten Stunde auf eine kleine Insel zu steuerte. In einer kleinen Bucht, stoppte sie das Boot und fuhr dann ganz langsam weiter. Sie stieg aus dem Steuerstand aufs Vorderdeck und öffnete eine Klappe, aus der sie einen Anker heraus holte, den sie ins Wasser warf. Sie prüfte, ob dieser festen Halt im Grund hatte und band das Seil an einen Haken an der Spitze des Bootes.

Als sie zurück in den Steuerstand ging, war Larissa gerade dabei, sich um zu sehen. Mit einem Knopfdruck senkte sie die Badeplattform am Heck des Bootes herab. Sie zog sich aus und legte ihre Sachen auf die hintere Bank. »Los, zieh dich aus und komm mit.«
»Aber ich habe doch keine Badesachen dabei«, wandte Larissa ein.
»Das macht nichts. Hier kommt so gut wie nie jemand vorbei.« Johanna zog Larissa die Schwimmweste aus und öffnete ihre Tunika, die sie ihr dann einfach auszog.

Larissa schaute sich um und konnte tatsächlich soweit sie sehen konnte, kein anderes Boot sehen. Sie folgte Johanna ans Heck und stieg auf die Badeplattform. Johanna sprang einfach ins nur knietiefe Wasser und ging in Richtung der Insel. Larissa folgte ihr und plantschte ein wenig mit den Beinen im angenehm warmen Wasser.
»Ich denke, hier ist ein guter Platz«, sagte Johanna als sie auf dem nur wenige Meter breiten Sandstrand stand und setzte sich einfach in den Sand.
»Und jetzt?«, fragte Larissa.
Johanna schaute sie schmunzelnd an. »Jetzt kommst du mal her und setzt dich zu mir.«
Larissa setzte sich neben Johanna in den warmen Sand. Diese zog sie zu sich heran und nahm sie in die Arme. So saßen sie eine ganze Weile am Strand und beobachteten das Wasser. Dann begann Johanna, Larissas Nacken zu streicheln und ließ ihre Hand dabei immer weiter ihren Rücken herab wandern. Sie bewegte die Hand langsam nach vorne und landete schließlich zwischen ihren Beinen, wo sie sie langsam weiter streichelte und immer mehr reizte. Doch plötzlich nahm sie, ohne Vorwarnung, die Hand weg und deutete zum Boot. »Du holst bitte mal die große Tasche«, sagte sie.
Larissa brauchte einen Moment, bis sie begriffen hatte und ging zum Boot. Sie kletterte hinein und holte die Tasche, die sie Johanna brachte.
Aus dieser holte Johanna eine Flasche Sonnenmilch, mit der sie Larissa im Stehen eincremte. Dabei ging sie ziemlich langsam und zärtlich vor und streichelte Larissa dabei immer wieder die Innenseiten ihrer Oberschenkel und die Brüste, was Larissa jedes Mal mit einem leisen Stöhnen quittierte. Dann setzte sie Larissa einen Sonnenhut auf, den sie ebenfalls aus der Tasche holte und ließ sich schließlich selbst von ihr eincremen.
Als Larissa damit fertig war, holte Johanna eine Flasche aus der Tasche und öffnete diese. Es gab ein leises Zischen als das chemische Kältemittel die Wärme aus dem Inhalt der Flasche zog, welches nach einer Minute verstummte. Sie nahm einen großen Schluck und gab die Flasche dann Larissa, die ebenfalls einen großen Schluck trank. »Austrinken«, sagte Johanna. Doch Larissa hatte Probleme damit, so schnell so viel kaltes Wasser zu trinken und sie schaffte gerade einmal die Hälfte des Wassers zu trinken.
Johanna war der Meinung, daß das genug war und schickte Larissa weiter auf die Insel um Feuerholz zu besorgen.

Die Hitze der Sonne sorgte dafür, daß Larissa bei dieser Arbeit ziemlich ins Schwitzen geriet und sich Schweißtropfen auf ihrer Haut bildeten, die im Licht der Sonne glitzerten. Als sie gerade mit einigen trockenen Ästen zurück kam und an Johanna vorbei ging, bekam sie von dieser einen Klaps auf den Hintern. Sie quiekte laut auf und hätte beinahe das Holz fallen lassen, was Johanna ein Grinsen entlockte.

Ziemlich nah am Wasser schichtete Johanna das Holz zu einem kleinen Lagerfeuer auf, welches sie dann anzündete. Als genug Holz da war, schickte sie Larissa ins Boot, um das Fleisch und das restliche Essen für heute Abend zu holen.
Nachdem alles vorbereitet war, brieten sie das Fleisch über dem Feuer und aßen den Salat, den Larissa zubereitet hatte. Dabei saßen sie im Sand und ließen sich die Füße von den Wellen umspülen.

Nach dem Essen wollte Larissa aufräumen, doch Johanna hielt sie fest. Sie zog sie zu sich, so daß Larissa zwischen Johannas Beinen, mit dem Rücken zu ihr, saß. Johanna legte die Arme um Larissas Bauch und küsste ihren Nacken.
»Ich hoffe, daß dir das gefällt«, sagte Johanna während sie Larissas Hände hielt.
Larissa nickte lediglich und lehnte sich bei ihr an. Zusammen genossen sie die Ruhe, die Natur und die Nähe zueinander. Eine ganze Weile lang beobachteten sie die Fische, die vor ihnen im Wasser herum schwammen.
So hier in Johannas Armen sitzend, fühlte Larissa sich so geborgen wie schon lange nicht mehr. Sie wusste nicht, wann sie sich überhaupt schon einmal so wohl in der Nähe von jemandem gefühlt hatte. Ein leises Seufzer entfuhr ihr, als sie darüber nachdachte und sie lehnte ihren Kopf an Johannas Schulter.

An diesem Nachmittag schwammen sie noch viel und tollten im Wasser herum.
Als sie gerade in einem innigen Kuss versunken waren, Larissa hatte ihre Beine um Johannas Hüften geschlungen und hielt sich mit den Armen an ihrem Hals fest und nur ihre Köpfe schauten noch aus dem Wasser, löste Larissa plötzlich den Kuss. »Gibt es hier eigentlich auch Haie?«, fragte sie unvermittelt.
Johanna schaute sie an und begann zu lachen. »Das fällt dir aber früh ein meine Kleine. Wir sind seit gut drei Stunden im Wasser. Meinst du, ich würde mit dir hier stehen, wenn es gefährlich wäre?«
Larissa erwiderte den Blick und schüttelte den Kopf.
»Siehst du? Das Gefährlichste hier sind Quallen, aber die kommen nur einmal im Jahr für ein paar Wochen hier durch. Im Moment brauchst du davor keine Angst zu haben. Und die Haie werden nur gefährlich, wenn sie sich angegriffen fühlen.«
»Also gibt es hier wirklich Haie?«
»Ja, gibt es. Ich habe vorhin sogar einen gesehen. Aber Ammenhaie greifen wirklich nur an, wenn du ihnen zu nahe kommst.«
Dies beruhigte Larissa wieder und sie näherte sich wieder Johannas Lippen mit den ihren.

Später gingen sie zurück zum Strand und legten sich wie sie waren in den Sand. Johanna drehte sich zu Larissa und begann, sie überall zu streicheln. Erst ihr Gesicht und ihren Hals, dann ließ sie ihre Hände immer weiter nach unten wandern bis sie Larissas schon sehr feuchte Scham intensiv mit den Fingern verwöhnte. Larissa begann, immer intensiver zu stöhnen und sie spürte, daß es nicht mehr lange bis zu einem sehr intensiven Höhepunkt dauern würde. Doch gerade als sie kurz davor war zu kommen, ließ Johanna von ihr ab. Larissa keuchte enttäuscht und drückte sich ihrer Herrin entgegen, doch diese machte keine Anstalten, weiter zu machen. Statt dessen stand sie auf und holte die große Tasche, die sie neben Larissa abstellte.
Als Larissa wieder etwas zu sich gekommen war, sah sie, wie Johanna vier etwa einen halben Meter lange eiserne Zelthaken in den Sand drückte. Zwei davon in der Nähe von Larissas Füßen und zwei etwas oberhalb ihrer Schultern aber etwas von diesen entfernt. Dann erst widmete sie sich wieder Larissa und begann erneut, sie zu streicheln. Dabei beugte sie sich über Larissa und während ihre Hand wieder Larissas Scham streichelte, küsste und saugte ihr Mund an Larissas Brüsten, sie kniff mit den Zähnen ihre Nippel und saugte daran. Doch als Larissa wieder kurz vor einen Höhepunkt stand, ließ Johanna sie gehen und legte ihr statt dessen um jedes Handgelenk eine breite Ledermanschette. Ohne sich zu wehren ließ Larissa sie ihre Handgelenke an die Zeltstangen fesseln. Auch um Larissas Fußgelenke legte Johanna Ledermanschetten und fesselte ihre Füße mit diesen an die anderen beiden Zeltstangen. Obwohl diese nur im Sand steckten, hielten sie Larissa unerbittlich fest.

Während der folgenden Stunden schien die Nachmittagssonne unerbittlich auf Larissa herab, die immer mehr ins Schwitzen geriet. Johanna cremte sie noch mal mit Sonnenmilch ein und gab ihr zu Trinken. Sie holte einen Vibrator aus der Tasche heraus und schob ihn quälend langsam in Larissas Scheide. Dann stellte sie ihn an und ließ ihn einfach laufen, was Larissa immer weiter erregte.
Johanna setzte sich hinter Larissas Kopf und legte ihre Beine neben Larissas Körper. Sie streichelte unablässig Larissas Gesicht und genoss ihren Anblick.
Larissas ständiges, leises Stöhnen, welches intensiver und fordernder wurde, wenn Johanna ihr die Brüste streichelte, erregte auch Johanna. Sie hockte sich über Larissas Kopf, so daß ihre Scham in der Reichweite von Larissas Lippen waren, worauf hin diese leicht den Kopf hob und sie mit ihren Lippen und ihrer geschickten Zunge verwöhnte, bis Johanna laut stöhnen und ihre Lust heraus schreiend kam.

Später, als es langsam dämmerte, legte Johanna sich neben Larissa, ohne ihre Fesseln zu lösen. Sie schaufelte sich aus Sand eine Erhebung auf die sie ihren Kopf legte und legte den Arm um Larissa. Zusammen schauten sie in den wolkenlosen Himmel, der sich immer mehr verdunkelte, nachdem die Sonne untergegangen war und balde leuchteten die ersten Sterne. Da das Feuer schon vor Stunden erloschen und gerade Neumond war, waren die Sterne die einzige Lichtquelle. Nur im Osten konnte man am Horizont den hellen Schein einer der Inseln erkennen.
Je dunkler der Himmel wurde, desto mehr Sterne waren zu erkennen und schließlich war sogar das Band der Milchstraße hell leuchtend am Himmel zu erkennen.
»So habe ich die Sterne noch nie gesehen«, sagte Larissa leise.
»Ja, das sieht herrlich aus und hier kann man viel mehr Sterne sehen, als auf dem Land, wo es immer irgend wo zu viel Licht gibt.«
Wieder lagen sie eine Weile im Sand und betrachteten die Sterne.
»So, ich mache dich mal los, dann können wir schlafen«, sagte Johanna und wollte aufstehen um Larissa los zu binden.
»mmm mmm«, machte Larissa leise und schüttelte den Kopf. »nicht los machen bitte.«
»Du möchtest so liegen bleiben?«
»Ja bitte Herrin«, flüsterte Larissa. »Aber bleib bitte bei mir.«
Johanna richtete sich noch einmal auf, um die leichte Wolldecke aus der Tasche zu holen und breitete sie über Larissas gefesseltem Körper aus. Sie legte sich mit dem Kopf auf Larissas Arm, nachdem sie mit Sand um diesen herum einen kleinen Hügel geschaffen hatte, auf dem sie den Kopf stützen konnte. Die Beine legte sie über Larissas weit abgespreiztes Bein und zog die Decke auch über sich.
»Dann schlaf gut meine Kleine«, sagte sie und gab Larissa einen Kuss.
»Schlaf gut Herrin«, sagte Larissa und schloss die Augen. Sie genoss die Nähe zu ihrer Herrin, deren Hand auf ihrer Brust ruhte und sie sanft streichelte. Durch die noch immer andauernde Reizung durch den Vibrator und nun auch durch die Hand ihrer Herrin, dauerte es eine ganze Weile, bis Larissa endlich einschlief.

-

Eine Woche nach Neujahr, trafen sich alle wieder einmal im Zentrum. Pflichtbewusst bewunderten alle Larissas Verlobungsring und freuten sich für sie. Sie fragten sie, wann denn die Hochzeit stattfinden sollte, doch dafür hatten Johanna und Larissa noch keinen Termin. Sie wollten noch etwas damit abwarten und frühestens im Sommer heiraten, da das Wetter dann besser war.
Auch die Neujahrsgeschenke der Anderen wurden begutachtet und entsprechend gewürdigt.
Zusammen schauten sie sich die Bilder an, die sie während der Silvesterfeier aufgenommen hatten. Besonders gefielen allen die Bilder, die Larissa zeigte.
»Ist das ein echter Hai?«, fragte Frida als Larissa ein Bild zeigte, das eben diesen aus nächster Nähe zeigte.
»Das ist ein Tigerhai. Der war riesig, fast vier Meter groß«, erklärte Larissa. Sie zeigte noch einige Bilder mit Haien, die sie während einer Tauchtour aufgenommen hatte und auch einige Videos zeigte sie den Anderen mit Hilfe von Fridas neuem Comm, einem Prototyp aus der Firma ihres Vaters, das die Bilder als eine Art Hologramm auf den Tisch projizierte.
Unter einigen Bildern, die ein großes Rennboot vor einer sehr kleinen Insel zeigten, gab es ein Bild, welches Larissa splitternackt mit weit gespreizten Armen und Beinen auf dem Strand liegend zeigte.
Larissa wollte schnell das nächste Bild zeigen doch Vivian hielt sie davon ab so daß alle es sich genauer ansehen konnten und grinsend mit entsprechenden Kommentaren bedachten, worauf hin Larissa ziemlich rot im Gesicht wurde. »Ich weiß gar nicht, wie das da rein gekommen ist. Das solltet ihr doch gar nicht sehen«, sagte sie verlegen.

Schließlich hatten die Meisten ihre Bilder oder ihre Geschenke gezeigt. Doch dann wandte Trish sich an Mara und Vivian: »Was ist mit euch eigentlich? Habt ihr nichts bekommen?«, fragte sie sie.
Nun stand Mara im Zentrum der Aufmerksamkeit, was ihr ein wenig unangenehm war.
»Doch, ich habe ein Kochbuch von meiner Mutter bekommen und von meinem Vater etwas Werkzeug«, sagte sie grinsend.
»Wie? Mehr nicht? Und was hat Rebecca dir geschenkt?«, wollten die Anderen wissen.
»Sowas tolles wie Larissas Ring habe ich nicht bekommen«, sagte Mara und nickte Vivian zu.
Diese hantierte kurz an ihrem Comm und kurz darauf meldete sich Fridas Comm.
Diese verstand und spielte den Film, den sie von Vivian bekommen hatte, ab.
»Das war vorgestern und Vivian hat gestern den halben Tag damit zugebracht, den Film zu schneiden und so«, erklärte Mara als der Film schon lief.

Der Film, der sogar mit Musik untermalt war, zeigte zuerst in verschiedenen Einstellungen, wie Mara sich Ellenbogen- und Knieschützer anlegte, sich eine Weste anzog, einen Helm aufsetzte und Handschützer die ihr fast bis zu den Ellenbogen reichten, anzog. Danach umrundete die Kamera sie und zeigte sie, wie sie auf ein sehr langes Skateboard stieg und, sich mit einem Fuß abstützend, beschleunigte. Es folgten einige Aufnahmen aus Maras Sichtwinkel wie sie immer schneller eine Straße herunter fuhr und eine eingeblendete Anzeige zeigte, daß sie etwa 70 Kilometer pro Stunde den Berg herab fuhr. Sie legte sich in die Kurven und kam dabei dem Asphalt ziemlich nah. Es folgten weitere Einstellungen in der die Kamera direkt hinter ihr war oder sie umrundete. Gelegentlich wurde eine Karte der Strecke die sie fuhr, eingeblendet auf der zu sehen war, wo sie sich gerade befand.

»Das sieht ja ganz schön angeberisch aus«, meinte Trish lachend, als das Video zu Ende war. »Woher kannst du das eigentlich so gut?«
Nun wurde Mara etwas rot im Gesicht. Verlegen sagte sie: »Ich bin früher oft mit dem Skateboard gefahren und Herrin Rebecca hat mein altes Board bei meinem Vater gesehen und mir das zu Neujahr geschenkt. Und daß das so angeberisch aussieht, daran ist Vivian schuld.« Diese grinste breit, als Mara fort fuhr: »Wir sind extra bis nach Neustadt gefahren weil da eine Straße ist, die einen etwas größeren Berg herunter geht. Und ich musste sieben Mal den Berg runter fahren, bis Vivian zufrieden war. Das macht zwar Spaß aber irgend wann wird es einfach nur anstrengend.«
»Und was bitte hat Vivian damit zu tun?«, wollte Veronika wissen.

Nun richtete sich die Aufmerksamkeit auf Vivian, die diese grinsend hin nahm. »Ich musste doch mein Geschenk ausprobieren«, gestikulierte sie und zeigte den Anderen ein Bild auf dem fünf kleine Drohnen zu sehen waren, die allesamt mit Kameras ausgestattet waren.
»Wofür brauchst du denn sowas?«, wollte Larissa wissen.
»Für meine Arbeit«, erklärte Vivian und ihr Grinsen wurde noch viel breiter.
»Ach so, verstehe«, sagte Larissa.
Doch dann hob sie den Kopf und schaute Vivian fragend an. »Was denn für Arbeit? Ich dachte, du bist Veras Serva.
»Aber nur noch bis nächstes Jahr«, begann Vivian zu gestikulieren. »Dann bin ich fünf Jahre Serva gewesen und danach frei. Und sie möchte, das ich einen Beruf lerne. Und die Firma hat ein kleines Filmstudio, da werden die Werbefilme gemacht für die ganzen Spielzeuge. Und da fange ich dieses Jahr eine Ausbildung an. Deshalb hat sie mir die geschenkt.«
»Gratuliere«, sagte Frida. »Und dann bist du keine Serva mehr?«
Vivian machte eine wischende Handbewegung vor ihrem Gesicht. »Spinnst du? Natürlich bleibe ich Herrin Veras Serva.«, gestikulierte Vivian grinsend.
Nun gratulierten auch die Anderen Vivian und niemand fand das Video welches sie eben gesehen hatten, noch angeberisch.

-

Die nächsten Wochen verliefen relativ ereignislos. Der Januar brachte eine Menge Schnee, der auch keine Anstalten machte, zu schmelzen. Zum Glück gab es die Magnetbahn und somit musste niemand befürchten, zu spät zur Arbeit zu kommen. Und selbst der Morgenlauf wurde von Miss Isabella wie gehabt weiter geführt. Das Üben der Haltungen im Schnee war allerdings nicht sehr angenehm, doch auch das zog Miss Isabella so wie früher in der Schule eisern durch. Auch der Februar brachte keine Besserung des Wetters sondern eher noch mehr Schnee, der sich gelegentlich zu hohen Verwehungen auf den Straßen auftürmte. Es dauerte jedes Mal einige Zeit, bis alle Straßen wieder geräumt und befahrbar waren.

Während dieser Wochen fiel das Treffen im Zentrum an den Wochenenden mehrmals aus, weil einige keine große Lust hatten, durch die Kälte laufen zu müssen. Erst Anfang März wurde das Wetter etwas annehmbarer und es dauerte nicht all zu lange, bis es wieder einige wärmere Tage gab und der Schnee anfing zu schmelzen.

Als Mara Anfang März an einem schon recht warmen Tag aus dem Laden nach Hause kam, wurde sie von Saphira begrüßt, die dabei war, die Teppiche in der Halle ab zu saugen.
»Hallo Miss Mara, es ist Post für Sie gekommen«, sagte diese und reichte ihr einen Brief.
Mara war alarmiert, denn normalerweise schrieb ihr niemand Briefe. Der letzte Brief, den sie bekommen hatte, war der vom Gericht, in dem eine Vorladung zur Neuverhandlung gewesen war.
Sie war etwas nervös, als sie den Brief entgegen nahm. Doch von einem Gericht oder auch nur einem Amt war dieser Brief ganz bestimmt nicht, denn der schneeweiße Umschlag war mit einem Siegel aus dunkelblauem Wachs mit rot-weißer Schnur verschlossen. So etwas verwendeten offizielle Stellen normalerweise nicht.
Ihre Nervosität legte sich ein wenig und sie öffnete den Brief.


»Sehr geehrte Frau Dorscher,

auf unserer vorsaisonalen Jahresbesprechung haben wir durch Frau Spielmann von den außergewöhnlichen Leistungen ihres Ponys Sunrise erfahren und würden uns freuen, diese einmal persönlich in Augenschein nehmen zu können.
Daher möchten wir Sie und ihr Pony Sunrise zu unserem jährlichen Wettbewerb zum Saisonauftakt einladen, welcher im Zeitraum vom 22. bis 24. April 2422 stattfindet.
Anbei senden wir Ihnen das Einladungsschreiben und die Anmeldung zu den Wettbewerben. Wenn Sie sich entschließen wollten, daran teil zu nehmen, worüber wir uns sehr freuen würden, bitten wir Sie, die Anmeldung binnen einer Woche ausgefüllt an uns zurück zu senden oder sie bis zum 11. März 2422 auf unserer Seite im Netz auszufüllen.
Bitte beachten Sie, daß zusätzlich zu Ihnen als Trainerin auch ihr Pony Sunrise diese Anmeldung unterschreibt.

Hochachtungsvoll,

Jutta und Uwe Liebenstein.«

Unter dem handgeschriebenen Brief fanden sich zwei schwungvolle Unterschriften. Außerdem fand Mara in dem Umschlag noch die erwähnte Einladung und den Anmeldebogen.

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 23.06.18 um 22:43 geändert
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