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  Onkel Karls Erbe 3 – Drum prüfe, wer sich ewig bindet
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Kittelschuerze
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  RE: Onkel Karls Erbe 3 – Drum prüfe, wer sich ewig bindet Datum:25.03.20 11:25 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder eine nette Fortsetzung, danke dafür Matze
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folssom Volljährigkeit geprüft
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Lieber durch Wahrheit unbeliebt, als durch Schleimerei beliebt

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  RE: Onkel Karls Erbe 3 – Drum prüfe, wer sich ewig bindet Datum:26.03.20 00:00 IP: gespeichert Moderator melden


dem schließe ich mich an.
Sarah
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lot
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Bayern


verschlossen ist meist schöner

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  RE: Onkel Karls Erbe 3 – Drum prüfe, wer sich ewig bindet Datum:26.03.20 20:05 IP: gespeichert Moderator melden


immer wieder toll.


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Matze23
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  RE: Onkel Karls Erbe 3 – Drum prüfe, wer sich ewig bindet Datum:27.03.20 09:01 IP: gespeichert Moderator melden



15 – Masterarbeit

So langsam stieg meine Nervosität. Der Abgabetermin meiner Masterarbeit rückte immer näher und der Berg an Arbeit nahm irgendwie nicht ab. Ich versuchte, Kathie so gut es ging außen vor zu halten und meine Panik nicht an ihr auszulassen. Aber trotzdem nervten mich immer mehr alltägliche Kleinigkeiten. 'Ich geh einkaufen, brauchst Du was?', 'Isa hat angerufen, ich soll Dich schön grüßen'. Alles lieb von Kathie gemeint, aber ich konnte es im Moment nicht ertragen. Ich saß einfach nur hoch konzentriert in meinem Büro und tippte, bis ich nicht mehr konnte. Kathie schien meine Panik trotzdem zu bemerken und versuchte, so gut es ging, mir aus dem Weg zu gehen und mich in Ruhe zu lassen, was ich total lieb von ihr fand.

Eines Nachmittags saß ich wie üblich vor meiner Tastatur. Ungewöhnlicherweise roch es nach leckerem Essen. Und nicht nur kurz, sondern den ganzen, langen Nachmittag lang. Ich musste mich noch mehr konzentrieren, da sich meine Magennerven meldeten und unbedingt etwas davon haben wollten. Aber ich unterdrückte den Reflex, jetzt aufzustehen und zu Kathie in die Küche zu gehen.

Etwas später kam Kathie zu mir herein und legte ihre Arme von hinten um meinen Hals. Sie trug einen recht dicken Sweatpulli, obwohl es draußen schon recht warm geworden war.
„Dani, ich merke, wie Du unter Stress stehst. Und ich merke auch, dass ich Dir gerade im Weg bin, auch wenn Du versuchst, es mich nicht merken zu lassen.“ Sie kuschelte sich an mich.
„Ich habe beschlossen, freiwillig für drei Tage in den Kerker zu gehen, damit Du hier Deine Ruhe hast.“
Erst jetzt hielt ich erstaunt inne und drehte meinen Kopf zu Kathie.
„Oder auch länger, wenn es sein muss.“ ergänzte sie.

Ich musste jetzt ziemlich perplex dreingeschaut haben. In meinem Kopf fing es an zu arbeiten. Drei Tage absolute Ruhe, das wäre verlockend. Aber das würde auch bedeuten, dass ich zusätzliche Verantwortung für Kathie übernehmen musste, da sie ja jetzt nicht mehr für sich selbst sorgen konnte.
Aber Kathie versuchte meine Bedenken, die sie wohl erahnte, zu zerstreuen, und kuschelte sich noch enger an mich.
„Ich habe bereits vorgekocht und alles eingefroren, Du brauchst das Essen nur noch in der Mikrowelle warm zu machen. Und wenn Du magst, kannst Du mir ja Deine Arbeit zum Korrekturlesen in die Zelle geben. Dann bist Du entlastet und ich beschäftigt.“
„Kathie, das ist so lieb von Dir aber...“
„Kein aber. Das einzige, was Du für mich tun müsstest, wäre mir das Essen zu bringen und mich einmal am Tag für Klo, Dusche und frische Wäsche heraus zu lassen. Aber Du musst ja nicht daneben stehen, ich bin ja nicht zur Strafe, sondern freiwillig im Kerker.“

„Dann könnte ich die Zelle ja auch offen lassen.“ wandte ich ein.
„Nein, das ist wie mit dem Gürtel. Wenn man den Schlüssel selbst hat, kommt man in Versuchung. Es wird einem langweilig, kalt, es fehlt was und so weiter. Und schon streune ich wieder durchs Haus. Du kennst mich. Wenn ich etwas will, dann richtig und mit aller Konsequenz.“
Kathie kuschelte sich weiter an mich. „Aber Du darfst mich natürlich besuchen kommen.“

Jetzt löste sie sich von mir. „Kommst Du, mich einschließen?“
Ich stand auf und erkannte Kathies dicken Jogginganzug mit Kapuzenpulli, mit dem sie sonst nur im Winter joggte. Sie nahm meine Hand und zog mich liebevoll, aber mit Nachdruck in den Keller.
Sie hatte sich bereits in Lenas Zelle eingerichtet. Auf dem Regal erkannte ich ein paar Bücher, eine starke Taschenlampe und ein paar Hygieneartikel. Außerdem hatte sie zusätzliche Decken, ihr Kissen und die Steppdecke aus ihrem Bett auf die Pritsche gelegt.
Kathie umarmte mich und gab mir einen Kuss.
„Viel Erfolg bei Deiner Arbeit! Und Du musst mir heute nichts mehr bringen, ich habe bereits gegessen.“
„Danke, Kathie, dass Du das für mich tust. Ich wünsche Dir eine angenehme Nacht.“
„Das mache ich gerne für Dich. Ich liebe Dich, Dani.“
Dann schob sie mich regelrecht aus der Zelle und ich verschloss die Türe hinter mir.

Am Schreibtisch hatte ich Probleme, mich zu konzentrieren. Ich musste immerfort an Kathie denken, die die Qual der Einzelhaft in der engen Zelle auf sich nahm, um mich in Ruhe arbeiten zu lassen. Ich fühlte mich schuldig. Jetzt hatte ich die Zeit und Ruhe, und konnte erst recht nichts arbeiten. Schließlich riss ich mich dann doch zusammen und fing an weiterzumachen, erst langsam, dann doch immer effizienter.

Bis auf ein kurzes Abendessen, dass ich mir in der Küche zubereitete, aber am Schreibtisch aß, arbeitete ich bis zum Schlafengehen durch. Aber jetzt zog es mich doch in den Keller, um zu sehen, ob es Kathie gut ging. Erst ein Blick durch das Fenster – Kathie lag auf der Pritsche und las im Licht der Taschenlampe - dann öffnete ich die Türe und krabbelte zu Kathie auf die Pritsche.
„Gute Nacht, mein Schatz, und nochmals vielen Dank, dass Du das für mich auf Dich nimmst.“ Dabei kuschelte ich mich an sie.
Kathie wehrte sich nicht, aber ich merkte ihr an, dass es ihr nicht so recht war. So gaben wir uns einen Gutenachtkuß und ich schloss sie wieder ein.

Gleich nach dem Aufstehen zog es mich wieder in den Keller. Kathie war bereits wach, lag aber noch auf der Pritsche.
„Kathie, Guten Morgen, möchtest Du mit mir Frühstücken?“
Kathie schien erst unschlüssig.
„Guten Morgen Dani, o.k., ich komme mit.“
So frühstückten wir zusammen, Kathie berichtete von ihren Gefühlen alleine in der Zelle und ich von meinem inneren Kampf mit ihrer 'Haft'. Dann ging Kathie nach oben, um sich zu waschen und frische Wäsche anzuziehen. Schließlich rief sie mir zu, dass ich in ein paar Minuten in den Keller zum Einschluss kommen solle.

Das Mittagessen wollte ich wieder zusammen mit Kathie einnehmen. So taute ich zwei Portionen auf und deckte den Tisch in der Küche. Als ich Kathies Türe aufschloss, überraschte sie mich wieder. Kathie hatte sich mit einer langen Kette an ihrem Halsreif an die Zellenwand festgekettet.

Ich schaute sie verwundert an. „Kathie, ich wollte Dich fragen, ob Du...“
Kathie unterbrach mich.
„Dani, ich bin hier unten, um Dir den Kopf frei zu machen für Deine Arbeit. Stattdessen denkst Du ständig nur an mich. So klappt das nicht! Kümmere Dich um Dein Zeugs! Ich komme hier unten klar. Und morgen um sieben geht der Schlüsseltresor auf, dann können wir meinetwegen wieder zusammen frühstücken. So, bring' mir mein Mittagessen, und dann wieder ab an die Arbeit!“

Ich war sprachlos; Kathies Konsequenz verblüffte mich jedesmal wieder aufs Neue. Ohne ein weiteres Wort ging ich nach oben, füllte Kathie einen Teller und brachte ihn ihr.
Diesmal strahlte sie mich mit ihrem bezaubernden Lächeln an.
„Danke, Dani. Und jetzt kümmer dich nicht weiter um mich! Konzentrier' Dich auf Deine Arbeit. Vor dem Abendessen will ich Dich hier nicht mehr sehen.“
Sie nahm mir den Teller aus der Hand, gab mir einen Kuss und schob mich aus der Zelle, so weit es mit der Kette ging.

Ich hatte verstanden. Ich konnte mich tatsächlich besser konzentrieren und so konnte ich ein paar weitere Kapitel abschließen. Nach einem erfolgreichen Nachmittag beschloss ich schließlich, mir kurz vor dem Abendessen eine kleine Pause zu gönnen und druckte zuvor noch den letzten Stand meiner Arbeit aus.

Zum Abendessen schmierte ich Kathie ein paar belegte Brote, legte etwas Obst dazu und brachte es Kathie zusammen mit dem Ausdruck.
Sie wollte das volle Programm, also bekam sie es auch. Die Türe blieb diesmal zu und ich öffnete nur die Durchreiche.
„Hallo Häftling Katharina.“
Kathie strahlte mich an. Diesmal schien sie zufrieden.
„Abendessen und als Sträflingsarbeit eine dicke Nachtlektüre.“ Dabei reichte ich ihr zuerst den Ausdruck, Stifte und dann den Teller hinein. Kathie gab mir im Gegenzug das Geschirr vom Mittagessen zurück.
„Dani, ich bin stolz auf Dich. So schaffst Du das.“
„Danke, Kathie. Ich bin auch stolz auf Dich, das Du das alles hier auf Dich nimmst. Dann mal gute 'Unterhaltung' und eine gute Nacht.“ Dabei hauchte ich ihr einen Kuss zu, den Kathie auf die gleiche Weise erwiderte.

Mein Abendessen nahm ich wieder am Schreibtisch ein und arbeitete bis zum Bettgehen weiter. Diesmal verkniff ich es mir, Kathie zu besuchen.


Mein erster Weg nach dem Aufstehen führte mich wieder in den Keller. Kathie erwartete mich schon strahlend und hatte tatsächlich bereits die Kette gelöst. Auf dem Regal sah ich den wieder verschlossenen Schlüsseltresor liegen.
„Guten Morgen, mein Schatz. Gut geschlafen?“ Ich krabbelte zu ihr auf die Pritsche und küsste sie. Kathie umarmte mich fest.
„Guten Morgen, Dani. 'Gut' ist hier relativ, aber den Umständen entsprechend schon.“
Sie ließ von mir ab und grinste mich an.
„Mich wundert, dass Du noch lebst. Wie kann man nur ein dermaßen langweiliges Werk verfassen? Normalerweise müsste man doch vor Langeweile dabei tot umfallen.“
„Also, ich find's spannend, wie Roboter mit Hilfe künstlicher Intelligenz autonom agieren können.“
„Ja, aber viel Technik, die ich nicht verstehe, und keine Personen und keine Handlung.“
„O.k., dann bringe ich Dir nachher das Telefonbuch zum Lesen, da gibt es zwar auch keine Handlung, aber auch keine Technik und dafür extra viele Personen.“
Wir mussten beide lachen.

Wir kuschelten noch ein wenig und ich musste ihr in den metallenen Schritt greifen.
„Bist Du auch schön artig hier unten?“ fragte ich sie mit einem schelmischen Unterton.
„Ich hab' ja nicht viele Möglichkeiten, um unartig zu sein. Hmmm… Gerade jetzt wäre ein bisschen Spaß eigentlich schon eine schöne Abwechslung.“ schaute sie mich mich einem leicht verklärten Blick an.

„Soll ich...“
„Untersteh Dich. Ich habe es selbst so gewollt und jetzt stehe ich das auch durch. Und Du sollst immer wissen, dass ich für Dich brav bin.“
Sie blickte mich mit einem festen, überzeugten Blick an. „Genug geträumt. Hilf mir hoch, damit wir zum Frühstücken kommen.“


Als ich sie nach Frühstück und Reinigung wieder einschloss, hatte sie die Kette bereits wieder mit ihrem Halsreif verbunden. In meiner Röhre zwischen den Beinen wurde es eng. Oh, was liebte ich diese verrückte, durchgeknallte Frau! Und was freute ich mich darauf, wenn wir uns endlich wieder aufschließen und lieben würden. Aber erst musste die Arbeit fertig werden. Also, nichts wie los!


Kathie hatte mittlerweile die geplanten drei Nächte in der Zelle verbracht. Beim Frühstück fragte sie mich dann, wie weit ich wäre.
„Na, ich denke, so zwei bis drei Tage werde ich noch brauchen. Dann noch einmal Korrekturlesen, und dann kann ich hoffentlich abgeben.“
Kathie nickte nur.
Nach dem Frühstück verschwand Kathie wieder ins Bad und kurz darauf hörte ich die Notklingel aus der Zelle.
Kathie saß wieder auf der Pritsche, die Kette angelegt und der Tresor verschlossen.
„Ich bleibe hier, bist Du komplett fertig bist. Aber Du kannst mir nochmal ein aktuelles Exemplar zum Lesen geben.“
Ich war total gerührt. Ich setzte mich neben sie auf die Pritsche und küsste sie innig.
„Kathie, ich bin so stolz auf Dich. Ich liebe Dich. Danke für alles!“
„Keine Ursache. Du würdest für mich das Gleiche tun. Jetzt hau rein, dass ich hier bald wieder raus komme.“
Das war endlich der Ansporn, den ich brauchte. Ich checkte das Telefon (immer noch auf Mailbox geschaltet), stürzte mich dann in die Arbeit und vergaß dabei sogar, dass der folgende Tag eigentlich unser vierzehntägiger Aufschlusstag gewesen wäre. Nur noch fertig werden und dann meine Prinzessin aus dem Kerker befreien!

Am Nachmittag läutete es an der Haustüre. Hatte Kathie etwas bestellt, ohne es mir zu sagen? Ich ging eher missmutig zur Haustüre und öffnete.
„Sandra!?“ Ich sah sie entgeistert an.
„Dani! Geht's euch gut? Ich habe mir Sorgen gemacht. Seit Tagen geht keiner ans Telefon oder ruft zurück. Ich musste unbedingt nach euch sehen.“
Meine Laune besserte sich schlagartig. „Das ist ja lieb von Dir! Komm doch erst mal rein.“ Dabei umarmte ich sie zur Begrüßung.
„Ich bin in der Endphase meiner Masterarbeit und brauche Ruhe. Daher bin ich nicht ans Telefon. Und Kathie ist, ähm, etwas verhindert.“
Sandra sah mich groß an.
„Komm, ich bringe Dich zu ihr.“
Ich ging voran in den Keller und Sandra folgte mir.
Vor der Zelle blieb ich stehen und schloss die Türe auf. „Kathie, Du hast Besuch.“
Kathie setzte sich auf, um Sandra zu begrüßen. Dabei straffte sich die Kette an ihrem Hals merklich.
„Hallo Sandra! Lass Dich umarmen.“
„Kathie? Was ist denn mit Dir? Hält Dich Dani hier unten gefangen?“
„Keine Sorge, Sandra. Ich halte mich hier selbst gefangen. Dani braucht gerade volle Konzentration, um endlich fertig zu werden, da habe ich mich hierhin zurückgezogen. Komm, setzt Dich, dann erzähle ich Dir alles. Dani kann dann wieder an die Arbeit gehen.“
„Ihr seid ja noch krasser drauf als ich dachte. Mann oh Mann.“
„Ich verabschiede mich schon mal, Sandra.“ warf ich kurz ein. „Wenn Du gehst, schließe Kathies Zelle hinter Dir zu und gehe einfach. Du brauchst Dich nicht bei mir abzumelden. Tschüss.“
„Tschüss, Dani. Noch viel Erfolg!“
Diesmal lehnte ich die Türe nur an; Kathie konnte ja eh nicht nach oben kommen.
Drei Stunden später, kurz vor dem Abendessen, hörte ich die Haustüre zufallen. Die beiden hatten sich ja ganz schön was zu erzählen.

- - -

„Ich bin fertig!“
Ich konnte es kaum aushalten, bis ich Kathies Türe aufgeschlossen hatte. Kathie saß auf ihrer Pritsche und strahlte mich an und öffnete einladend ihre Arme.
Am Vormittag hatte ich die Korrekturen beendet, den letzten Ausdruck erstellt und nach dem Mittagessen war ich kurz im Ort, um die Arbeit binden zu lassen und gleich zur Post zu geben. Eine PDF war bereits per eMail bei meinem Betreuer. Ich hatte es endlich geschafft!

Ich stürzte mich auf Kathie und wir knuddelten uns so fest, wie es die Räumlichkeiten zuließen. Eine riesige Last war von mir abgefallen und ich wollte nur noch eines: Kathie!
„Es tut mir leid, dass ich Dich die letzte Zeit so vernachlässigt habe. Ich will jetzt nur noch für Dich da sein.“
Kathie strahlte. „Jetzt übertreibe es aber nicht.“ Sie griff sich an den Halsreif. „Du weißt, dass ich mindestens bis morgen früh hier noch festgekettet bin?“
„Soll ich den Bolzenschneider holen?“ fragte ich sie in meiner Euphorie.
„Nein, das wäre schade um die Schlösser. Die Nacht halten wir noch aus und morgen holen wir dann unseren Aufschlusstag nach. Wäre das was?“
Sie hatte auch daran gedacht und nichts gesagt, um mich nicht abzulenken! Diese Frau war einfach klasse.
Das Abendessen nahmen wir dann gemeinsam im Kerker ein. Wie damals mit Isa aßen wir von einem Teller und fütterten uns gegenseitig. Und auch die Nacht blieb ich bei Kathie. Wir kuschelten und es war etwas eng und unbequem zu zweit auf der Pritsche, aber das war mir egal. Ich wollte nur Kathie nahe sein!


Wir wurden durch das Klicken des Schlüsseltresors geweckt. Augenblicklich waren wir wach, Kathie entfernte das Schloss und schon stürmten wir nach oben ins Bad zu unseren kleinen Wandtresoren. Es war fast unerträglich, darauf warten zu müssen, bis Kathie endlich die Kombination eingegeben hatte und den Schlüssel entnehmen konnte. Wir sprinteten in meine Kammer und rissen uns förmlich die Kleider vom Leib.

Vor lauter Aufregung trafen wir kaum die Schlüssellöcher unserer Gürtel, und auch die Tatsache, dass wir jetzt seit einer Woche keinen Reinigungsaufschluss hatten und daher etwas müffeln dürften, bremste uns nicht im Geringsten. Wir wollten uns, und zwar sofort! Wie zwei ausgehungerte Tiger fielen wir übereinander her. Ich erinnerte mich an das grandiose letzte Mal und versuchte, nicht sofort zu kommen, sondern erst mal Kathie den maximalen Spaß zu gönnen. Und ich genoss es, wieder tief in meiner Kathie zu sein. Kathie wurde wieder von ihren Dornen gefoltert und schrie den Schmerz zusammen mit ihrem Orgasmus hinaus. Das war grandios! Aller Frust, aller Stress, alle Entbehrung der letzten Wochen entluden sich jetzt.

Heftig atmend lagen wir nebeneinander.
„Lass uns heute auf unsere Gürtel verzichten und Deinen Meilenstein feiern. Ich kenne da ein leckeres Restaurant.“ Noch schnaufend grinste Kathie mich an. „Und könntest Du mir heute ausnahmsweise die Brustschalen abnehmen?“
Sie hätte mich um nichts Schöneres bitten können.




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lathol Volljährigkeit geprüft
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  RE: Onkel Karls Erbe 3 – Drum prüfe, wer sich ewig bindet Datum:27.03.20 10:15 IP: gespeichert Moderator melden


Was für eine Frau? So etwas wünscht sich doch jeder Mann. Die zwei haben einen normalen unnormalen Alltag und Du erzählst dies, wie wenn Du von einer Urlaubsreise berichtest. Alles drin, nicht zuviel und nicht zuwenig.
Ich muss mich wiederholen: Vielen Dank für diese tolle Geschichte.
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Kittelschuerze
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  RE: Onkel Karls Erbe 3 – Drum prüfe, wer sich ewig bindet Datum:27.03.20 10:53 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder eine prima Fortsetzung, ja von so einer Frau träumt man, ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Vielen Dank Matze.
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Matze23
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  RE: Onkel Karls Erbe 3 – Drum prüfe, wer sich ewig bindet Datum:28.03.20 08:13 IP: gespeichert Moderator melden


Vielen Dank für die netten Kommentare!
Ja, von so einer Frau träume ich auch Das ist das Schöne am Schreiben - man kann sich seine Träume selbst erschaffen.




16 – Vergangenheit und ein Schritt in die Zukunft

Die Fertigstellung meiner Masterarbeit war eine regelrechte Punktlandung. Kathies praktisches Jahr begann in wenigen Tagen und glücklicherweise hatte sie dazu eine Klinik in der Nachbarstadt gefunden. Aus Karrieresicht war dies sicher nicht die beste Wahl; bei Kathies Noten hätte sie sicher auch einen Platz in einem renommierten Krankenhaus in einer größeren Stadt finden können. Aber wir wussten, dass wir nie wieder so ein geniales Haus haben würden, und so ordneten wir unsere Karrierepläne erst mal den derzeitigen Gegebenheiten unter.

Uns blieben nur noch wenige freie, gemeinsame Urlaubstage. So entschlossen wir uns zu einem spontanen Kurzurlaub. Wir packten Kleidung für ein verlängertes Wochenende ein und fuhren einfach los. Die Schlüssel für die KG blieben zuhause; das Aufschluss-Wochenende hatten wir erfolgreich nachgeholt und das nächste stand erst weit nach unserer Rückkehr an. Immerhin hatten wir ja unsere Notschlüssel dabei, falls wir einen Unfall oder ähnliches haben sollten.

Die Fahrt führte uns zuerst zu Kathies neuem Arbeitsplatz. Wir wollten schon mal im Vorfeld den Weg dorthin erkunden, um die Fahrtzeit abschätzen und eventuelle Tücken auf der Route erkennen zu können. Von einer näheren Besichtigung sahen wir ab; Kathie würde mir die Klinik sicher mal zeigen können, wenn sie angefangen hätte.

Krankenhäuser, und besonders die in den 1970er Jahren in Plattenbauweise erbauten, sahen irgendwie alle gleich aus. So reichte uns ein kurzer, erster Eindruck und wir zogen weiter. Ohne konkretes Ziel ging es erst mal auf die Autobahn Richtung Süden. Ein Wegweiser brachte uns dann auf eine Idee: Freiburg!

Während ich fuhr, suchte Kathie auf dem Smartphone nach touristischen Zielen in der Stadt und nach einer Bleibe. Mit Bedauern stellten wir fest, dass das dortige Foltermuseum bereits vor einigen Jahren wieder geschlossen hatte. Aber auch so war Freiburg sicher eine Reise wert. Als Studentenstadt pulsierte dort das Leben, das Klima war wärmer als im nördlichen Schwarzwald und das Wetter Ende April schon richtig frühlingshaft. Und endlich hatten wir wieder richtig Zeit für uns, ohne schlechtes Gewissen und Druck im Hinterkopf. Ich bedauerte es jetzt schon, die Schlüssel für den KG zurückgelassen zu haben. So blieben uns tagsüber nur das touristische und kulinarische Programm und abends maximal kuscheln.


Beim Schlendern durch die Fußgängerzone blieben wir vor dem Schaufenster einer urig aussehenden Buchhandlung stehen. 'Heimatbuchladen' stand in großen Klebebuchstaben auf der Scheibe.
„Dani, schau mal, lass uns hier reingehen. Vielleicht haben die auch was von unserer Region. Ich möchte wissen, was das für eine Kirche ist, die wir letztes Jahr in der Nähe von Sandra entdeckt haben.“
Wir suchten die Ecke, die mit 'Region' ausgeschildert war und stöberten durch die Regale. Kathie blätterte in einem Buch; ich konnte erkennen, dass es irgendwas mit Klöstern zu tun hatte.

Plötzlich drehte sich Kathie zu mir.
„Dani, ich werd' verrückt. Schau mal hier, das ist doch unser Haus!“ und zeigte mir ein wohl ziemlich altes Schwarzweiß-Bild, dass die Eingangs- und Küchenseite des Hauses zeigte. Es fehlten die Bäume und Büsche, aber es war eindeutig unser Haus!
Ich hob mit dem Finger das Buch an, um den Titel auf dem Rücken zu erkennen. 'Klösterliches Leben im Schwarzwald', hieß es da.
Ich merkte Kathie ihre Erregung an. Sie überflog den Begleittext rund um das Bild und war im Augenblick nicht ansprechbar.
„Dani, unser Haus war früher mal eine Cella, eine Art Mini-Kloster.“
„Das würde die kleinen Schlafzellen und das Gemeinschaftsbad erklären.“ dachte ich laut.
„Dani, hör mal, das Haus wurde von Benediktinerinnen in den 1920er Jahren erbaut, um irgendeine alte Kirche zu betreuen. Die Benediktinerinnen wurden dann von den Nazis vertrieben, die Kirche im Krieg zerstört und modern wieder aufgebaut. Das müsste diese Betonkirche ein paar Straßen weiter sein.“
Kathie war ganz aus dem Häuschen.

„Hier steht nur noch, dass das klösterliche Leben mit der Vertreibung erlosch und das Haus vom Orden verkauft wurde. Dann muss es Karl oder ein Vorgänger gekauft und entsprechend umgebaut haben!“
In Gedanken ging ich schon durch, welchen ursprünglichen Zweck welches Zimmer gehabt haben dürfte. Die Schlafkammern waren klar, ebenso das Bad. Doch unten? Küche, klar, aber das Wohnzimmer, Karls Zimmer… Jedes Kloster hat doch eine Kirche oder Kapelle, dazu ein Refektorium, und gerade bei Benediktinern auch Gästezimmer. Welche Räume das wohl waren?

Kathie riss mich aus meinen Gedanken.
„Jetzt wo wir wissen, wonach wir suchen müssen, finden wir sicher noch weitere Unterlagen. Ich muss dringend in eine Uni-Bibliothek!“
„Kathie, komm wieder runter. Wir kaufen jetzt erst mal das Buch und dann genießen wir den Rest von unserem Miniurlaub. Und dann sehen wir weiter.“

Ich musste Kathie regelrecht zur Kasse schieben. Wir bezahlten und verließen den Buchladen. Die ursprüngliche Suche nach der bestimmten Kirche war komplett untergegangen…
Die frische Luft tat uns gut. Endlich konnten wir loslassen und uns in unser Touristenprogramm stürzen.

- - -

Jetzt, nachdem die Spannung langsam abfiel, merkte ich erst, wieviel Kraft mich die letzte Zeit gekostet hatte. So legten wir uns ungewohnt früh bereits schlafen. Ich lag auf dem Rücken in unserem großen Kingsize-Bett, Kathie in meinem Arm, ihr Kopf auf meiner Brust. Ihr duftendes Haar floss wie ein Wasserfall über mein Gesicht, meine Brust und meinen Bauch, und ihr warmer Atem streichelte sanft meine Haut und sorgte dafür, dass sich meine Härchen mit einer Gänsehaut aufstellten.

Es war fast perfekt. Wir hatten ein wenig Urlaub, lagen in einem bequemen, kuscheligen Bett und ich hatte die schönste und tollste Frau im Arm, die man sich nur wünschen konnte. Doch leider würde mir der letzte Schritt zum kompletten Glück heute verwehrt bleiben. Trotzdem genoss ich ihre Wärme und ihre Nähe.

Kathie riss mich aus meinen Träumen.
„Dani, ich spüre, dass Du jetzt gerne mit mir schlafen würdest. Ich würde es auch so gerne! Aber es geht nicht, und ich bin so stolz auf Dich, dass Du nicht jammerst oder quengelst. Ich liebe Dich! Ich glaube, ich möchte mit Dir alt werden.“
Mir wurde richtig warm ums Herz und ich drückte Kathie so fest an mich, wie es ging.
„Ich liebe Dich auch Kathie. Mit jedem Tag mehr! Ich glaube, wir werden ein hübsches Seniorenpaar abgeben, mein keuscher Schatz.“
Ich spürte, wie sich Kathie ebenfalls enger an mich kuschelte. Es dauerte nicht lange, bis wir, uns gegenseitig wärmend, eng beieinander eingeschlafen waren.

- - -

Kathies erster Arbeitstag war eine echte Zäsur. Nicht nur, dass Kathie ungewohnt früh aufstehen musste, sondern insbesondere emotional. Kathie war jetzt keine Studentin mehr, sondern eine Ärztin! Ihr Tag wäre ab sofort nicht mehr selbst-, sondern überwiegend fremdbestimmt. Es ging nicht mehr nur um das Anhäufen und Wiedergeben von Wissen, sondern sie musste ab sofort Verantwortung für Menschen übernehmen und tragen.

Um sechs Uhr stand ich mit ihr auf, obwohl ich keine eigenen Termine hatte. Schon am Vorabend, als wir aus Freiburg zurückgekommen waren, war Kathie hibbelig und ich hatte alle Hände voll zu tun, sie zu beruhigen. Und jetzt war sie eher ein Nervenbündel. Das Brötchen beim Frühstück wollte nicht hinunter, und so bleib es bei einer Tasse Kaffee – kein optimaler Start in einen anstrengenden und aufregenden Tag.

Um ihr den Berufseinstieg zu erleichtern, hatte ich ihr angeboten, ihren Gürtel und BH abzunehmen. Typisch Kathie lehnte sie dies natürlich ab, aber jetzt hatte sie doch Angst, dass sie damit Probleme bekommen könnte. Sie würde neu eingekleidet werden oder es konnte ihr passieren, dass sie von Patienten beschmutzt würde und sie sich umziehen müsste. Oder der Gürtel würde sie beim Heben von Patienten behindern. Tausend Gedanken beschäftigten uns beide, aber die einzige sinnvolle Lösung, eben das Abnehmen des Gürtels, war genau das Einzige, was Kathie partout nicht akzeptieren wollte.

War das meine selbstsichere, fast unerschütterliche Kathie, die ich gerade von mir verabschiedete? „Fahr bitte vorsichtig.“ ermahnte ich sie unnötigerweise, aber ich hatte den Eindruck, dass Kathie mich gar nicht vernahm. Wir gaben uns einen flüchtigen Kuss und ich sah ihr, noch im Schlafanzug, nach, wie ihr Auto die Straße entlang verschwand.

Jetzt brauchte ich noch einen Kaffee, und zwar einen starken. Nachdem die Tasse zur Hälfte geleert war, kam ich wieder zur Ruhe. Kathie war stark, sie war selbstsicher und sie würde auch diese Herausforderung meistern. Ich drückte ihr in Gedanken nochmal die Daumen und fing an, mich für den eigenen Tag vorzubereiten.

Alleine zu sein, war ich ja aus der Zeit des Semesters gewohnt. Aber ab sofort alleine in Kathies (oder unserem gemeinsamen) Haus zu bleiben, war neu für mich. Es war verrückt – Kathie war noch keine halbe Stunde weg, und schon fehlte sie mir. Ich brauchte jetzt etwas, das von ihr war, das nach ihr roch und mich ständig an sie erinnerte. Kathies Maske!

Ich stöberte im Karton im Tresorraum und fand sie. Durch die Augenöffnungen würde sie mich kaum einschränken, aber ständig an Kathie erinnern. Ich setzte sie auf und zog die Verschnürung am Hinterkopf zu. Sofort wurde es eng in der Stahlröhre; ein Problem, das ich natürlich auf Dauer in den Griff bekommen müsste, sonst würde es nichts mehr mit sonstigen Arbeiten werden.

Zwei drängende Probleme standen für mich an. Auch ich bräuchte einen Job, und da Kathie ja ab sofort täglich mit dem Auto zur Klinik fahren würde, musste ein eigener Wagen für mich her.

Das erste Problem war erst in Ansätzen gelöst. Als Informatiker war es ein leichtes, eine Stelle in München, Frankfurt oder Berlin zu finden, aber halt nicht im nördlichen Schwarzwald. Dank meiner Masterarbeit konnte ich ein paar Kontakte knüpfen, und so bot sich eine Chance, zumindest für den Übergang als externer Berater auf freiberuflicher Basis für ein Unternehmen zu arbeiten. Ich hatte mit der Firma vereinbart, mich nach der Abgabe meiner Arbeit zu melden, um die Rahmenbedingungen abzustecken. Das wollte ich also heute erledigen.
Für das zweite Problem wollte ich die örtlichen Autohäuser abklappern, ob es einen interessanten Gebrauchtwagen für mich geben könnte. Mit Maske ging das natürlich nicht und so schob ich diesen Punkt gleich auf den nächsten Tag.

An das Telefonieren mit einer Ledermaske musste ich mich erst noch gewöhnen. Der Gegenüber klang immer gedämpft, und ich musste mich zwingen, nicht zu schreien, um die vermeintlich schlechte Leitungsqualität auszugleichen. Mir kam dann die Idee, kabellose Bluetooth-Ohrhörer unter die Maske zu ziehen, wodurch das Telefonieren dann einwandfrei funktionierte, ich aber ständig das Gefühl hatte, halb taub zu sein.

Schon vor dem Mittagessen hatte ich alles klar. Ich konnte die Beratertätigkeit, die überwiegend aus Programmieren bestand, festmachen, wir waren uns über die Vergütung einig und ich konnte weitgehend von Zuhause aus arbeiten. Nur gelegentlich müsste ich stundenweise nach Frankfurt fahren, um den Fortschritt und Probleme zu diskutieren und mit mich anderen Programmierern abzustimmen. Und natürlich sollte ich so bald als möglich zur Vertragsunterzeichnung hin, also stieg die Priorität des Autokaufs. Auch wenn ich nicht aus dem Haus wollte, konnte ich ja schon mal die Web-Präsenzen der Autohäuser evaluieren.

Parallel würde ich natürlich nach einem festen Arbeitgeber, möglichst in der Region suchen. Die Berufserfahrung, die ich zukünftig sammeln würde, könnte mir sicherlich dabei helfen.

Zu Mittag gab es etwas Schnelles, Ungesundes zu essen und ich musste beim Essen aufpassen, nicht die schöne Maske zu versauen. Nach dem fettigen Mahl überkam mich die Müdigkeit. Da mir immer noch der Stress der Masterarbeit in den Knochen hing, beschloss ich, den Nachmittag einfach zu relaxen. Ohrhörer hatte ich ja schon drin, also legte ich mich aufs Sofa und hörte Musik. Sicherheitshalber stellte ich mir einen Alarm, um zumindest vor Kathies vermuteter Rückkehr die Maske abzunehmen.

Ich musste eingeschlafen sein, denn der Alarm über die Ohrhörer riss mich aus meinen Träumen und ließ mich fast senkrecht auf dem Sofa stehen. So spät schon? Oh je, jetzt musste ich mich sputen. Es tat mir fast leid, die Maske abzunehmen; es war einfach ein schönes Gefühl der Geborgenheit, sie zu tragen. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich ja immer noch im Schlafanzug war, also zog ich mir zumindest schnell einen Jogginganzug an und kämmte mir kurz durch die etwas verklebten Haare. Kaum war ich fertig, hörte ich schon Kathies Wagen kommen.

In der offenen Haustüre empfing ich Kathie und sie begrüßte mich, als ob wir uns wochenlang nicht gesehen hatten. Wir umarmten uns und der Kuss wollte nicht enden. Langsam fing es sogar an, in der Röhre wieder eng zu werden.

„Dani, es war richtig gut und die Kollegen sind total nett und mein Gürtel hat mir keinerlei Probleme bereitet...“
„Jetzt komm doch erst mal rein.“ unterbrach ich ihren Redeschwall. Kathie wurde ihre überfallartige Begrüßung bewusst und musste lachen. Ohne mich von ihr zu lösen, zog ich sie in den Flur und gab der Türe mit dem Fuß einen Tritt.


„Du riechst nach Leder. Hast Du ohne mich einen Maske aufgehabt?“ wollte Kathie plötzlich wissen, ohne von mir abzulassen. Nicht schlecht, die Frau hatte eine feine Nase!
„Ja, ich hatte den ganzen Tag Deine Ledermaske auf.“ berichtete ich wahrheitsgemäß. „Ich musste etwas von Dir um mich herum haben, das mich an Dich erinnert und nach Dir riecht. Du hat mir sofort gefehlt.“

Jetzt bekam ich von Kathie einen Kuss.
„Du bist echt süß.“ stellte sie fest. „Ich dachte zuerst, Du hättest Dich ohne mich vergnügt. Auch wenn das eigentlich schwierig sein dürfte.“ Dabei griff sie mir in den Schritt und spürte das Erwartete. „Du hättest sie ruhig aufbehalten können.“ ergänzte sie noch.
„Na, dann hätte ich ja nicht an die Türe kommen können. Und das war mir ebenso wichtig.“ Meinen Einwand schien Kathie gar nicht wahrzunehmen.
„Gut, ich gehe mich kurz duschen und in der Zwischenzeit setzt Du die Maske wieder auf. Dann kann ich Dir von meinem Tag erzählen. O.k.?“
Endlich trennten wir unsere Umarmung.

Als Kathie, noch mit feuchten Haaren, ins Wohnzimmer kam und mich mit der Maske auf dem Sofa sitzen sah, strahlte sie. Sie kam zu mir, nahm meinen Kopf in ihre Hände, strich über meine Wangen in Richtung Nacken und fing an, am Verschluss der Maske zu nesteln. Plötzlich spürte ich ein 'Klick'. Kathie hatte mich in der Maske eingesperrt!
„Ich finde Dich so erregend in der Maske. Bleib' bitte so bis morgen früh, mir zuliebe.“ Naja, ich hatte ja eh keine andere Wahl.
Sie setzte sich neben mich, gab mir durch die Maske einen Kuss und fing an, mich am Kopf zu streicheln. Plötzlich griff sie sich mit einer Hand an die Brust und verzog das Gesicht.
„Autsch, das tut weh! Ich finde Dich gerade so geil, aber ich befürchte, ich darf nicht mehr so lieb zu Dir sein. Scheiß BH!“ Sie ließ sich ins Sofa sinken.

„Berichte doch einfach vom Deinem ersten Tag.“ versuchte ich sie abzulenken. Dankbar sah sie mich an und begann dann zu erzählen.
„Ich glaube, die Entscheidung für dieses Krankenhaus war richtig.“ begann sie und erzählte von der Begrüßung in der Personalabteilung, der Einkleidung, dem Gespräch mit dem Chefarzt der 'Inneren', der sie jetzt zugeteilt war, der ersten Visite, der Führung durch das Krankenhaus und den diversen neuen Kontakten mit Kollegen und Pflegern.
„Die sind alle irgendwie froh, dass ich jetzt dort angefangen habe.“ schloss sie. „Die meisten angehenden Ärzte entscheiden sich eher für große Kliniken in den Städten, und hier landet eher selten guter Nachwuchs.“
„Und das bei der aktuellen Personalsituation.“ ergänzte sie.

„Das freut mich, dass alles so gut lief. Und wie ging es mit Deinem stählernen Panzer?“
Kathie lachte. „Alles bestens. In der Umkleide war ich alleine und sonst hat mich die Ausrüstung weder gestört noch behindert.“
„Also wirst Du sie weiter auf der Arbeit tragen?“
Kathie sah mich fast schon entrüstet an. „Natürlich werde ich sie weiter tragen. Es gibt keinen Grund, der dagegen sprechen würde.“



Für Kathie war es ein anstrengender Tag, und so gingen wir wieder früh ins Bett, allerdings, wie fast jeden Tag, jeder in seine Kammer. Ich vermisste das Kingsize-Bett der letzten Nächte, und ganz besonders natürlich Kathie! Wir mussten unbedingt unser gemeinsames Schlafzimmer fertigstellen; ich wollte einfach nicht mehr ständig alleine schlafen. Wir waren ein Paar, wir waren uns so nahe, wir wohnten im selben Haus, Kathie war von ihren Obsessionen geheilt, und dennoch schliefen wir getrennt wie zu den Zeiten, als wir nur befreundet waren. Einzig die Maske, die ich immer noch trug, da mich Kathie nicht aufgeschlossen hatte, erinnerte mich fast ständig an sie. Aber auch diese Maske konnte Kathie mit ihrer Wärme und ihrer Liebe nicht ersetzen. Ein klein wenig frustriert schlief ich ein.

Als ich aufwachte, war es schon hell. Es war total still im Haus, keine Geräusche aus Bad oder Küche. Ich blickte auf die Uhr und erschrak. Acht Uhr! Kathie hatte um sieben Uhr Schichtbeginn, also hatte sie sich leise fertig gemacht, ohne mich zu wecken.
Ein Schreck durchfuhr mich. Die Maske war noch auf! Ich wollte doch heute zum Autohaus gehen, um mir einen Wagen zu kaufen!

Etwas frustriert verließ ich mein Bett, ging auf die Toilette und dann 'runter in die Küche zum Frühstücken. Auf dem Tisch fand ich einen Zettel.
'Guten Morgen, Schlafmütze!' las ich. 'Ich habe es nicht übers Herz gebracht, Dich zu wecken. Ich wünsche Dir einen schönen Tag! Ich liebe Dich, K.
P.S.: Der Schlüssel ist in meinem Schlüsseltresor und öffnet um Neun. Denke an mich, während Du frühstückst!'

Erleichterung durchströmte mich. Kathie hatte sogar im morgendlichen Stress an mich gedacht. Ich liebte sie!

- - -

Mittlerweile war der Alltag eingekehrt. Ich war stolzer Besitzer eines kleinen Flitzers, der Vertrag war unterschrieben, mein Büro von allem Studienkram befreit und zu meinem täglichen Arbeitsplatz umgestaltet. Auch das Ergebnis meiner Masterarbeit lag zwischenzeitlich vor. Das 'Sehr gut' überraschte mich nicht wirklich, freute mich aber dennoch sehr und würde mir weitere Türen öffnen.

Kathie hatte Schichtdienst, immer eine Woche Früh und eine Spät, plus gelegentliche Nacht- und Wochenenddienste, die für uns beide am anstrengendsten waren. Kathie war 24 Stunden am Stück weg und danach einen weiteren Tag kaum ansprechbar, und ich musste das Wochenende alleine verbringen und Kathie an ihrem Erholungstag bei Laune halten oder ihre Launen aushalten, je nach Sicht der Dinge.

Und noch eine Veränderung hatte sich ergeben: Ich hatte einen Job gefunden!
In der Stadt, in der auch Kathies Klinik lag, hatte eine bundesweit agierende Unternehmensberatung eine Dependance, bei der ich am ersten Juli anfangen würde. Mit eigenem Büro, weitgehend festen Arbeitszeiten und festen Gehalt. Und dank Kundenbetreuung vor Ort würde ich auch immer wieder tageweise in der Region unterwegs sein.
Auch ich würde mich umstellen müssen – von weitgehend freier Zeiteinteilung in den eigenen vier Wänden auf Fünf-Tage-Woche mit festen Arbeitszeiten, Büropräsenz und Hierarchie. Aber ich freute mich darauf, endlich auch Arbeitskollegen und einen festen Arbeitsplatz zu haben.





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Kittelschuerze
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  RE: Onkel Karls Erbe 3 – Drum prüfe, wer sich ewig bindet Datum:28.03.20 09:33 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder eine sehr interessante Fortsetzung sehr schön für eine Wochenendeinleitung ,danke und ein angenehmes Wochenende wünsche ich dir Matze.
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