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  Im Jahre der Herrin
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Fohlen
Stamm-Gast

Duisburg


Scherz beiseite, das Leben ist ernst genug

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  Im Jahre der Herrin Datum:08.02.21 13:03 IP: gespeichert Moderator melden


Im Jahre der Herrin

Wir schreiben das Jahr 3021 im Jahre der Herrin.

Jana, die Regierungschefin der Republik der Frauen schaute aus dem Fenster ihres Büros im Regierungsgebäude auf den großen Platz am Hafen. Sie sieht, wie die Kornmühlen sich langsam aber unermüdlich drehen. Ein schönes Bild. Große Kornmühlen mit fünf langen Holmen, je zehn Meter lang, an denen je fünf Sklaven festgekettet sind. Fünfundzwanzig Kerle im besten Alter sind verurteilt, für den Rest ihres Lebens die Mühle zu drehen. Staatssklaven, verurteilte Verbrecher, die ihr Leben verwirkt haben. Eigentlich ist diese Art sie zu beschäftigen anachronistisch, doch was soll man mit solchen Elementen machen? Einsperren und durchfüttern? Nein. Der große Frauenrat hatte beschlossen, dass diese Elemente für die weibliche Gesellschaft für den Rest ihres Lebens nützlich sind. Viele solcher Mühlen gab es in ihrem Land, auch werden die Verbrecher in Bergwerken eingesetzt, in Eisenhütten und in der Müllbeseitigung. Alles schwere, gefährliche und unangenehme Arbeiten.

Eine Mühle steht still. Einige Beamtinnen haben einen Kerl losgeschlossen und in den Lieferwagen geworfen. War er tot oder zu schwach das Rad weiter zu drehen? Jana konnte es nicht erkennen. Es war ihr auch egal. Jedenfalls freigelassen wurde er nicht, nie hat jemand am Rad die Freiheit erlangt. Die Beamtinnen würden ihn schon entsorgen.

Jetzt trieben die Beamtinnen drei neue Verbrecher aus dem vergitterten Gefängniswagen an die Holme. Jana sah, wie sie die Peitschen schwangen und die Gefangenen auf ihre Plätze trieben. Jetzt griff sie zum Fernglas, das auf der Balustrade stand und beobachtete das Geschehen doch näher. Drei kräftige Kerle, so um die zwanzig, höchstens dreißig, zwei kräftig gebaut, der dritte eher schmal, schlank, aber mit einer bronzefarbenen Haut. Hübscher Kerl. Armes Schwein, dachte Jana, wird es nicht leicht am Rad haben. Wird aber Muskeln bekommen Nun, ihr Mitleid hielt sich in Grenzen, alle, die ans Rad kamen, hatten gegen die weibliche Ordnung verstoßen, waren Verbrecher, überführt und abgeurteilt von Richterinnen, eigentlich todeswürdig, aber begnadigt, ihr Leben dem Wohle der Frauen zu widmen und für ihre Verbrechen zu büßen.

Die Erde ist ein friedlicher Planet, sauber und friedlich. Und alle Menschinnen leben in Wohlstand. Seit mehr als 500 Jahren haben die Frauen die Herrschaft auf dem Planeten errungen und ein Regentinnen-Rat bildet die Weltregierung. Männer haben jegliches Mitspracherecht seitdem verloren, sie besitzen kein Wahlrecht, ihre Existenz wird geduldet, einmal zur Nachwuchsbeschaffung und sie werden für niedrige und körperlich schwere Arbeiten herangezogen. Geschichtsbeflissene werden ihren Stand mit dem der Sklaven im 15. Jahrhundert vergleichen, rechtlos und als Arbeitstiere eingesetzt. Einige Damen leisteten sich besonders schöne Exemplare der Spezies Mann als Spielzeug, zum Zeitvertreib. Oder, wenn sie auf eine Insemination in der Klinik verzichten wollten, als Spender, so wie es in dunkler Vorzeit Usus war. Bei dieser seltsamen Vorliebe war jedoch eine Genehmigung-– unter strengen Auflagen - durch den weiblichen Gesundheitsrat notwendig. Wie gesagt, einige Herrinnen leisteten sich dieses obskure Hobby. Männerschweiss im Bett, bah! Jana schauderte es bei dieser Vorstellung.

Jana drückte die Mikrotaste: „Genossin, schalte mich auf die Strafmühle, die Neuzugänge bitte“. Sekunden später war das Bild auf dem großen Schirm.

Jana sah, wie der Schmale an den Holm gestoßen wurde. Eine Beamtin legte die Handeisen um seine Gelenke und ließ sie einschnappen. Die Stahlschellen besaßen kein Schloss, das man mit einem Schlüssel öffnen konnte. Warum auch? Nur mit einem elektronischen Signal konnte man die Ketten lösen. Das war eigentlich nur noch einmal der Fall, wenn der Sträfling ausgewechselt wurde.

Jana beobachtete, wie 12933, so war die Nummer des Verbrechers, entsetzt auf die breiten Stahlmanschetten starte, die jetzt seine Knöchel eng umschlangen. Mit kurzen Ketten war er an den Holm aus solidem Eichen holz geschmiedet. Nun drückte die Wärterin seinen Kopf nach unten und legte ihm das Halseisen um. Ein solidere Stahlring, ebenfalls ohne reguläres Schloss und mit einer kurzen Kette am Balken befestigt. Was wie ein Strafrad aus dem Mittelalter aussah, war in Wirklichkeit ein technisches Wunderwerk. die Ketten konnten automatisch verlängert werden, so dass die Gefangenen sich hinlegen konnten, wenn sie Pause hatten. Man konnte die Ketten allerdings auch kurzschalten, freilich eine unangenehme Sache für den, der damit gefesselt war. Jetzt stand der Kerl da, tiefgebeugt, das Halseisen drückte ihn auf den Balken. Die Schulterblätter spannten sich an und Jana konnte auf seinem blanken Oberkörper die Nummer 12933 lesen. Sie war ihm auf das linke Schulterblatt tätowiert worden, unmittelbar nach der Urteilsverkündigung. Einen Namen besaß er nicht mehr. 12933, so wurde er jetzt in der Verwaltung geführt.

12933 riss jetzt an seinen Ketten, doch ein gezielter Peitschenhieb der Beamtin quer über den Rücken beruhigte ihn und ein zweiter zeigte ihm schmerzhaft, dass er in Zukunft solche Reaktionen besser lassen sollte. Er ergab sich, lag jetzt über den Balken gebeugt, atmete tief und hatte sich offenbar in sein Schicksal ergeben.

Jana musste schmunzeln. Mit den Beamtinnen, die das silberne S - S wie Sicherheitsdient - auf ihrer blauen Uniform hatten, war nicht zu spaßen. Brutalität wurde ihnen nachgesagt. Gut, in ihrem Job brauchten sie diese. Und 25 Schwerverbrecher in Schach zu halten ging nur mit äußerster Härte und Zucht. Das Peitschenknallen konnte Jana tagsüber in ihrem Büro hören. Und es knallte oft.

Jana betrachtete 12933 genauer. Schlank war er, sportlich und sogar muskulös. An den richtigen Stellen eben. Jana schaltete auf die Hüftpartie, die sehr schlank war. Der Hüftreif saß stramm und der Edelstahl blitzte in der Sonne. Alle Gefangenen trugen einen stählernen Hüftgurt mit Sackhalter aus ebensolchem Material. Total ausbruchsicher. Jana drückte das Zoom und sah das Objekt nun von vorne. Ja, es war ein Kugelhalter. Eine Edelstahlkugel, perforiert fürs Wasserlassen und innen anatomisch geformt. Freilich unbequem, es gab auch welche mit Dornen. Jedenfalls war ein Berühren, ein Kratzen oder ein Spielen total unmöglich. Eine Vorsichtsmaßnahme, oder Strafe, wenn Sie wollen, die sofort bei der Verhaftung vorgenommen wird. Mit der Urteilsverkündigung wird dann der endgültige Verschluss angeordnet. Jana hatte als junge Referendarin nach dem Studium eine Zeitlang im Gericht gearbeitet und musste den Verschluss der Verurteilten anordnen und überwachen. Jetzt musste sie lächeln, als sie an dieses Theater zurückdachte. Alles ließen die Kerle über sich ergehen, das Ausziehen, das Anlegen der Ketten, auch das Tätowieren der Gefangenennummer, ja das alles ging. Wurde dann aber der Keuschheitsgürtel gebracht, randalierten die Kerle wie die Stiere. Doch die Beamtinnen vom Sicherheitsdienst schafften alle. Packten sie, hielten sie wie Schraubstöcke und maßen die Geräte an. Wenn sie einem böse wollten, und das wollten sie oft, wählten sie die kleinste Nummer mit Noppen , die fies ins Fleisch drückten. Verbrecher, die gegenüber Frauen sexuell übergriffig wurden, haben die Richterinnen immer mit dem Stachelkächer bestraft. Die kleinste Regung verursachte Schmerzen und die Delinquenten entwickelten sich bald zu einem Neutrum, das zu keiner sexuellen Regung mehr fähig oder willens war. Jana glaubte sich zu erinnern, dass vor einiger Zeit eine junge Ärztin über solche Typen ihre Doktorarbeit geschrieben hatte. Die Kerle verfluchten ihr Gehänge, wollten es vergessen und entwickelten sich schon nach einigen Jahren zu Eunuchen. Eine schöne Entwicklung.

Doch Jana widmete sich wieder ihrem 12933. Seine Fesslung war fertig und seine langen Beine standen ruhig. Er betrachtete seinen Nebenmann, einen kräftigen Kerl, so um die 25, dem gerade das Halseisen umgelegt wurde. Jana sah, wie die Beamtinnen noch einmal alles kontrollierten und dann aus dem Rad heraustraten. die Aufseherinnen sogen ihre Peitschen aus dem Hüftgurt, entrollten sie und ließen sie schnalzen. Jana hörte es dumpf. Jetzt kam das Kommando: "Und looos! Während noch das "looos" zu hören war, setzte sich das Rad langsam in Bewegung. 25 Sträflinge, alles Kerle zwischen 20 und 40 Jahren, stemmten ihre ihren Körper, ihre Hände gegen den Stamm, der vor ihnen war. Der auch in Zukunft immer bis an ihr Lebensende vor ihren sein würde. Ihn würden sie schieben, 10 bis 12 Stunden, 7 Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr. Und die Peitschen würden knallen, ihre Rücken treffen und sie anspornen.

Schnell hatten die Aufseherinnen die gewünschte Geschwindigkeit des Rades erreicht, die Mühlen würden mahlen und alles seinen gerechten Gang gehen. Jana trat vom Fenster zurück, gleich hatte sie eine Besprechung mit der Innenministerin. 12933 würde sie im Auge behalten. Sie schaute noch einmal auf den Bildschirm, sah, wie seine Füße sich in den Sand stemmten und in kleinen Schritten vorwärts gingen. Schöne Füße eigentlich, doch die eines Verbrechers. Jana schaltete den Schirm aus.
Fortsetzung folgt, wenns gefällt.

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Fohlen am 21.02.21 um 18:53 geändert
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whipal
Erfahrener

Bremen


gebe der Versuchung nach, vielleicht kommt sie nicht mehr

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  RE: Im Jahre der Herrin Datum:08.02.21 19:09 IP: gespeichert Moderator melden


Tolle Geschichte die du erzählst. Freue mich auf die Fortsetzung. Ganz grosses Kino, könnte man verfilmen.
Hat Jana Mitleid?
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prallbeutel Volljährigkeit geprüft
Story-Writer



Licentia poetica

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  RE: Im Jahre der Herrin Datum:08.02.21 19:41 IP: gespeichert Moderator melden


Liest sich interessant. Bin auf die Fortsetzung gespannt.
Viele Grüße von prallbeutel
---
Meine Geschichten:
+++ Die gemeine Miriam +++ Das Unzuchts-Komplott +++ Im Reich der Megara +++ Die Nachtschicht seines Lebens +++ Optional Genetics +++ Venus +++ Regina +++ Inkasso +++
Meine Kurzgeschichten:
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sheeeep Volljährigkeit geprüft
Sklave/KG-Träger





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  RE: Im Jahre der Herrin Datum:09.02.21 17:54 IP: gespeichert Moderator melden


Guter Anfang.....Kopfkino kommt in Gang! Danke!
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Moira
Sklavenhalterin

im wilden Südwesten


♥ slave to love ♥

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  RE: Im Jahre der Herrin Datum:09.02.21 19:35 IP: gespeichert Moderator melden


Danke, ja, diese Story würde ich auch sehr gerne weiterlesen ...



FRAU und männchen verlassen gemeinsam das Haus. Sie: "Hast Du alles?" er - nimmt IHRE Hand - und sagt leise: "Jetzt - JA!"
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Fohlen
Stamm-Gast

Duisburg


Scherz beiseite, das Leben ist ernst genug

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  RE: Im Jahre der Herrin Datum:21.02.21 18:52 IP: gespeichert Moderator melden


Jana war schon früh in ihrem Büro. Sehr früh, nicht wie sonst. Ihre erste Handlung war, den Monitor einzuschalten, nachdem sie mit ihrer Fingerkuppe den Computer freigeschaltet hatte. Sie könnte ihre Arbeit beginnen. Ab zehn Uhr hatte sie Regierungsrat, einige wichtige Gesetze sollten verabschiedet werden. Deshalb war sie jetzt allein in ihrem Büro, nahm aber nicht die aktuellen Akten vor, sondern schaltete auf „Straflager“ wie gestern. Ihre blassrosa Fingernägel mit feinem Diamantstaub flogen über die Taten und 12933 war schnell eingetippt. Das ferne Knallen der Peitsche war durch das offene Fenster leicht zu hören. Der leichte Wind vom Meer her tat sein Übriges. Doch jetzt klatschte es lauter, denn auf dem großen Schirm war das Rad der Schmerzen, wie es poetisch in der Bevölkerung genannt wurde, in Nahaufnahme zu sehen. 12933 stemmte beide Hände gegen den Balken und schob ihn nach vorne. Die Mühle hatte um sechs Uhr ihre Arbeit begonnen. Ein Signal weckte die Sträflinge, die sofort vom Boden aufstanden. Ihre Ketten fuhren automatisch bis auf dreißig Zentimeter ein in den Balken und ein Peitschenknallen gab den Kerlen unmissverständlich zu verstehen, dass ihr Dienst begonnen hatte. Schnell war das Rad auf normaler Betriebsgeschwindigkeit, die Sicherheitsbeamtinnen motivierten an jedem Balken die Sträflinge auf ihre äußerst effektive Art. Frühstück gab es erst gegen 8.00 Uhr. Eine Flasche Wasser, ein Apfel und Brot, das die meisten im Stehen hinunterschlangen. Wer schlau war, und das lernten die Neulinge, die einmal den ganzen Tag Durst gelitten hatten, schnell, teilten sich die Ration, besonders das Wasser den ganzen Tag über ein. Mittags und am späten Nachmittag gab es eine kurze Pause, abends noch einmal einen Napf voll mit Brei. „Kraftfutter“ wurde die Pampe genannt, nicht sehr appetitlich anzusehen, aber recht nahrhaft und von Ernährungswissenschaftlerinnen für die Gefangenen auf den Galeeren, in den Bergwerken und an den Rädern entwickelt. Arbeiten und funktionieren sollten sie und ihre Schuld abbüßen. Dazu brauchten sie Kraft. Und die sollten sie möglichst lange behalten. Frau war ja kein Unmensch. Nein, das nicht. Freilich zeigte die Erniedrigung, was frau von den Individuen hielt. Erniedrigt werden sollten sie, ja, jeden Tag ihres Lebens Buße tun für ihre Verbrechen an den Frauen. So wollte es die weibliche Gesellschaftsordnung. Die Bedingungen, gerade die sanitären, waren nicht sehr komfortabel, ja geradezu archaisch einfach. Einmal am Tag, und zwar abends wurde der Boden mit Wasser abgespritzt und desinfiziert. Das wars. Alle drei Monate wurden die Sträflinge auf Parasiten untersucht, Wunden behandelt, Haare und Nägel geschnitten. Wie sagt man so schön: Das Leben ist kein Ponyhof.
Jana schaute auf 12933, sah seine verschwitzten Locken, die jetzt schon an der Stirn klebten, sah die trockenen Lippen, die sich zusammenpressten. Gerne hätten sie sich mit frischem Wasser benetzt, doch das gab es erst in gut einer Stunde. Sie sah die Schweißperlen, die an der dunklen Haut herabliefen und deutliche Bahnen auf dem staubigen Gesicht bildeten. „Armer Kerl“, dachte sie für den Bruchteil einer Sekunde. Sie erschrak vor ihrem eigenen Gedanken. Nervös drückte sie die Aus-Taste, zumal ihre Sekretärin mit einem Klopfen in ihr Büro trat. Jana fühlte sich ertappt, war nervös, doch die Sekretärin schien die Erregung nicht bemerkt zu haben, wünschte der Regierungschefin einen guten Morgen und wollte mit ihr das Tagesprogramm besprechen.
Jana nahm an ihrem großen futuristischen Schreibtisch Platz, besprach die Punkte, die im Regierungsrat auf der Tagesordnung stehen. Jana wollte die Sekretärin schon entlassen, doch diese kam noch mit einer Bitte, die zwar offiziell war, aber auch eine private Seite hatte. „Frau Präsidentin“, begann sie, „Ihre Amtszeit als Regierungschefin währt nun schon zehn Jahre. Zehn erfolgreiche Jahre, in denen wir Wohlstand und Frieden – dank Ihrer klugen Arbeit – genießen können. Der Regierungsrat möchte Ihnen zu Ihrem Jubiläum eine kleine Freude machen und Ihnen ein offizielles Geschenk überreichen.“ Jana musste lächeln, hatten die Damen doch daran gedacht. In der Tat, nächsten Monat war sie zehn Jahre Regierungschefin, ein schönes Jubiläum. Es freute sie, dass die Frauen an sie gedacht hatten. „Der Rat hat mich gebeten, vorzufühlen, was Sie sich eventuell als Geschenk wünschen.“ Die Sekretärin beugte sich etwas vor, flüsterte beinah: „Es kann auch ein sehr persönlicher Wunsch sein.“ Jana wisch etwas zurück, reagierte darauf nicht. Sie mochte diese Vertraulichkeiten im Amt nicht. „Danke Kate, danke, dass sie die Sache mit dem Geschenk übernommen haben. Ich danke dem Regierungsrat. In den nächsten Tagen werde ich Ihnen meinen Wunsch mitteilen. Danke, und nun lassen Sie mich noch etwas arbeiten.“ Mit verbindlicher Miene komplimentierte sie ihre Sekretärin Kate hinaus. Was Kate nicht bemerkt hatte, war der Blick von Jana, der oft in Richtung Uhr gegangen war. Um 8.00 Uhr würden die Sträflinge ihr Frühstück bekommen. Und dass wollte sie unter keinen Umständen verpassen und ihr Finger ging in Richtung Monitortaste. Warum atmete sie so heftig? Was ging sie diese Kerle an, die ihre Ketten zu Recht trugen und ordentlich vor dem Gesetz verurteilt waren? Der blassrosa Fingernagel drückte auf Zoom. 12933 war im Bild. Seine Lippen waren wie Pergament durch die Sonne ausgetrocknet, spröde, rissig. Gierig sogen sie an der Plastikflasche mit dem Wasser. „Vorsicht, nichts verschütten!“, rief Jana aus, hielt aber gleich den Atem an und schaute sich um, ob sie niemand gehört hatte. Was war mit ihr? Es konnte ihr doch egal sein, ob 12933 sein Wasser trank oder verschüttete. Was ging das sie an? Der blassrosa Fingernagel drückte die Austaste.
Jana sammelte sich, griff nach den Akten, um in den Raum des Regierungsrats aufzubrechen. Vorher tippte sie aber noch in ihren Kalender: Geschenk aussuchen…

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Erin
Stamm-Gast

Brandenburg


Lebe deine Träume

Beiträge: 213

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  RE: Im Jahre der Herrin Datum:22.02.21 12:36 IP: gespeichert Moderator melden


Es wird spannend was sie sich als Geschenk aussucht, vielleicht den Sträfling als Hausdiener(in) oder so.
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Fohlen
Stamm-Gast

Duisburg


Scherz beiseite, das Leben ist ernst genug

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  RE: Im Jahre der Herrin Datum:01.03.21 16:05 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Es wird spannend was sie sich als Geschenk aussucht, vielleicht den Sträfling als Hausdiener(in) oder so.


Na, da schauen wir mal, wie die Dame sich entscheidet.

Jana durchquerte ihren Salon, steuerte auf die Chaiselongue zu, jenes schöne Möbel, das ihr ein befreundeter Regierungschef geschenkt hatte bei der letzten Staatsvisite. Früher stand es im Louvre, gehörte wohl einem der letzten französischen Könige. Nun diente es ihr für ihre Mußestunde. Ein schönes Empire Möbel mit blauem Samt bezogen.
Jana legte sich hin, schloss die Augen, genoss die Kühle und den leichten Wind und die Ruhe.
Jana hatte etwas Leichtes gegessen, noch einige Mails studiert und beantwortet, nun wollte sie etwas ruhen, vielleicht Musik hören und lesen, kurz den freien Tag genießen.
Die Türen zum Balkon standen offen, eine leichte Brise wehte vom Hafen und ganz in der ferne waren die Geräusche aus dem Straflager zu hören. Vereinzelt knallten die Peitschen, die die Mühlen in Gang hielten. Erst gegen 22.00 Uhr würden die Räder stillstehen, die Sträflinge entkräftet zusammensinken, würden ihr Essen runter schlingen und an der langen Kette ihre Stellung zum Schlafen suchen. Sie schliefen bestimmt tief und fest, denn am nächsten Morgen würde die Sirene sie wieder an ihre Fronarbeit rufen, jene unbarmherzige stupide Arbeit. Sie würden wieder den Balken, an den sie geschmiedet sind, vor sich her drücken, viele hundertmal bis an ihr Lebensende.
Jana fand aber keine Ruhe, suchte schließlich nach der Fernbedienung, drückte den code ein, ein Bild baute sich in Sekundenschnelle an der Wand auf: Das Rad, das Rad der Schmerzen. Ein Zoom, da war er, Sträfling 12933. Seine nackten Füße stemmten sich in den schmutzigen Sand, bewegten sich langsam nach vorne, ohne je ein Ziel zu erreichen. Das Bild wanderte nach oben, zeigte die kräftigen Beine, verklebt mit Schweiß, Sand und Grashalmen. Jana schreckte auf, was da nicht Blut? Wieder Zoom, Nahaufnahme. Ja, er hatte geblutet. Hatte eine brutale Aufseherin ihn geschlagen? Oft kam es auch vor, dass Mitgefangene sich gegenseitig verletzten, wenn sie sich um ein Stück Brot oder einen Schluck Wasser stritten. Regelrechte Kämpfe soll es schon gegeben haben.
Jana schaute gebannt hin. Ja es war eine Wunde, nicht tief aber lang. Sie hatte geblutet. Wohl hatte eine Wärterin mit der Peitsche zu sehr zugelangt. Mehrmals auf die gleiche Stelle geschlagen. Jana merkte, dass sie sich aufregte.
Das Bild wanderte über den Lenden, die im Schweiß glänzten. Der Stahlring saß fest. Wanderte über den Rücken, die Muskelpartien, die nun angestrengt waren. Jana sah den Hals, einen kräftigen aber schönen Hals, der aus den Schultermuskeln aufragte, sah die verklebten schwarzen Locken. Ihr 12933 verschwand aus dem Bild, ein anderer Gefangener rückte nach. Ärgerlich drückte sie die Tasten, schade, dass die Kamera nur einen bestimmen Winkel erfasste. Es dauerte einige Minuten, bis 12933 wieder ins Bild kam, diesmal in Vorderansicht.
Jana reckte sich auf, krallte ihre Hände in den königlich blauen Samt und starrte auf ein schmales Gesicht. Schweiß überströmt, verschmiert, die Bartstoppeln glänzten, aber die Augen waren wach. Schauten nach vorne, irgendwohin? Sie schauten, ja das sah man deutlich. Sie hatten nicht resigniert, nein. Sie waren auch nicht voller Zorn, voller Hass und Wut. „Nein“, rief Jana unwillkürlich, erschrak selbst wegen der Äußerung, schaute um sich, ob niemand ihren Ruf gehört hätte. Nein, sie war ja allein. Die Dienerin hatte heute Nachmittag frei.
Wieder zog 12933 vorbei, man sah seine Armmuskeln, dann den Rücken und sah wie ein anderer Gefangener ihm folgte. Jana schaltete aus, sprang von der Chaiselongue auf, ging zu der Balkontür, schaute in Richtung Hafen, wo in der ferne die Räder sich drehten.
Sollte sie die Strafgefangenen einmal besuchen? Inspizieren? Sie überbelegte, verwarf aber sofort den Gedanken. Nein, das ginge nicht. Das fiel ins Ressort der Justizministerin, die hatte den Strafvollzug zu überwachen. Und tat ihre Aufgabe gewissenhaft, wie man allseits hörte. War jedenfalls streng gegenüber männlichen Verbrechern. Und davon waren die Anstalten ja voll.
Über 80 Galeeren fuhren auf den Weltmeeren unter Janas Flagge, angetrieben durch männliche Ruderer, verurteilt ihre Muskelkraft ihrem Land zur Verfügung zu stellen und für ihre Verbrechen zu büßen. Jana hatte vor Jahren einmal eine Galeere besucht, auch das Ruderdeck inspiziert. Über Achtzig angekettete Männer, fast nackt, schmutzig und stinkend, waren kein angenehmer Anblick. Wenn auch kein Sträfling sich wagte, eine Bemerkung zu machen, sie spürte den Hass und die Wut, die ihr entgegenschlug, ihr der Repräsentantin des Staates. Sie ging stumm durch die Reihen, eine Beamtin mit Peitsche folgte ihr auf dem Fuß, bereit sofort einzugreifen. Ein Taschentuch vor die Nase haltend war Jana aufs oberste Deck geflohen. Nie wieder wollte sie mit solchen Individuen zu tun haben, nie wieder.
Jana lief nervös auf dem Balkon auf und ab. Die Wachposten unten auf dem Platz, sahen ihre Regierungschefin, nahmen Haltung an und versahen, solange sie auf dem Balkon war, ihren Dienst mit besonderer Aufmerksamkeit.
Abends saß Jana wieder an ihrem Schreibtisch. „Geschenk“ leuchtete auf dem Display auf. Richtig, sie wollte, sollte sich ja etwas wünschen. Das Kabinett würde sich großzügig zeigen. Jana erinnerte sich, eine ihrer Vorgängerin hatte sich eine Villa auf einer Mittelmeerinsel gewünscht und bekommen. Nein, so vermessen würde sie nicht sein. Sie lebte allein, hatte keine Familie und eine Villa in den Bergen hatte sie auch, von ihrer Mutter geerbt. Nein, sie wollte etwas anderes. Ihr Herz schlug heftiger, als sie sich in Gedanken ausmalte, ob es nicht vielleicht möglich wäre…..


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