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Naja, wenn es nichts kostet, kannst Du ja mal anfangen, muss ja keiner lesen.
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Stimmen insgesamt: 45
Umfrageende:
10.01.24 21:05
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 Autor Eintrag
Neuschreiber63
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  Auswanderin unter Kontrolle Datum:27.12.23 21:05 IP: gespeichert Moderator melden


Guten Abend,
wie im letzten Post meiner ersten Geschichte geschrieben könnte ich mir vorstellen, nochmals etwas zu schreiben, vielleicht dann gleich in der Historie.
Die Frage ist, ob so etwas überhaupt gewünscht wäre, das wäre im Hinblick auf den Sinn dieses Forums wohl doch noch mehr "off-topic" als meine letzte Geschichte...
Daher hier eine Umfrage dazu.
Schönen Abend vom
(nicht mehr ganz-)Neuschreiber

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Neuschreiber63
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  Auswanderin unter Kontrolle Datum:27.12.23 21:07 IP: gespeichert Moderator melden


Kurzzusammenfassung

Eine junge Frau will im Jahre 1724 mit ihrer Familie nach Ostindien auswandern. Jedoch wird ihr Schiff auf halbem Wege von Piraten gekapert und sie, ihre Familie und alle anderen Passagiere werden als Sklaven verkauft.
In Arabien erwartet sie ein neues Leben - als Sklavin.


Inhaltsverzeichnis

Teil 1: Die Seereise

1. Der Traum von Ostindien
2. Der Beginn der Reise
3. Elmina
4. Kapstadt
5. Der Überfall
6. Ankunft in Sansibar
7. Die Hölle auf Erden
8. Verkauft
9. Auf dem Marktplatz von Sansibar
10. Zurück im Hafen von Sansibar
11. In der Schmiede
12. Zurück auf der Dhau des Sklavenhändlers
12a. Die grausame Gretel (Bonuskapitel)
13. Abreise nach Arabien
14. Auf dem Weg nach Arabien, Teil 1
15. Auf dem Weg nach Arabien, Teil 2
16. Auf dem Sklavenmarkt von Al Kharsun

17a. Alles nur ein Traum?
(vorzeitiges Ende)

Teil 2: Das neue Leben als Sklavin

17. Der hübsche junge Mann
18. Der hübsche junge Mann, Teil 2
19. Hänsel oder Aschenputtel?
20. Meine Familie wird verkauft, Teil 1
21. Meine Familie wird verkauft, Teil 2

21a. Fenja (Exkurskapitel)
21b. Fenja, Teil 2 (Exkurskapitel)

22. zum zweiten Mal verkauft
23. Die müffelnde Kuh
24. Die Kuh wird immer hübscher
25. Mein neues Zuhause
26. Mein neues Zuhause, Teil 2
27. Die verlorene Unschuld

Der zweite Tag in der neuen Welt

28. Der erste Morgen als seine Sklavin
29. Die letzte Erinnerung an das alte Leben
30. Eine kleine Einkaufstour
31. Der Gang zum Markt
32. C-l-a-r-a

Der dritte Tag in der neuen Welt

33. Quälende Ungewissheiten
34. Ein überraschendes Wiedersehen
35. Bauer und Kuh
36. Ein Traum aus 1001 Nacht
Ende.


1. Der Traum von Ostindien


Hallo zusammen, mein Name ist Clara und wenn ihr möchtet, werde ich Euch meine Geschichte erzählen.

Ich wurde im Jahr 1700 des Herrn in Hannover geboren und wuchs dort auch auf.

Mein Vater Valentin war Kaufmann und betrieb seit vielen Jahren Handel in Norddeutschland und den Nachbarländern an der Nordsee. Die Geschäfte liefen jedoch immer schlechter, die Niederländer und die Engländer gewannen immer mehr Einfluss und konnten mit ihren Kolonien die Preise deutscher Waren weit unterbieten. Ich will nicht sagen, dass wir verarmten, aber unser Einkommen reichte noch gerade so zum Überleben.

So kam es, dass mein Vater im Jahr 1723 den Beschluss fasste, ein neues Leben zu beginnen. Von einem befreundeten Kaufmann hatte er gehört, dass es in Batavia interessante Geschäftsmöglichkeiten gäbe. Batavia war in den letzten Jahrzehnten zur wichtigsten niederländischen Kolonie in Ostindien herangewachsen. Dort begannen die Handelsrouten nach Europa für asiatische Gewürze und allerlei andere Waren. Nicht viele, aber einige Kaufleute waren dort sehr reich geworden, wie der Bekannte meines Vaters erzählte.

Wir hatten nicht viel zu verlieren und so beschloss mein Vater im Herbst 1723, dass wir diesen großen Schritt wagen sollten. Nicht nur er, sondern auch meine Mutter Agnes und meine beiden Geschwister Ludwig und Veronica. Mein Bruder war in diesem Jahr bereits 25, aber noch unverheiratet. Er war die rechte Hand im Geschäft meines Vaters, somit fiel auch für ihn seine Arbeitsstelle weg. Gleiches galt für mich und meine Schwester Veronica. Auch wir halfen unserem Vater im Geschäft. Auch wir waren noch unverheiratet, obwohl wir mit 23 und 21 Jahren bereits alt genug zum Heiraten gewesen wären. Viele meiner Freundinnen hatten bereits eine Familie gegründet und ein oder zwei Kinder in die Welt gesetzt. Ich war eigentlich eine hübsche junge Frau, aber anscheinend hatten meine Eltern für mich noch nicht den richtigen Mann gefunden. Vielleicht hatten sie auch nicht das Geld für eine Mitgift. Und welcher Mann wollte schon eine Tochter aus einer armen Kaufmannsfamilie, die sich gerade so über Wasser halten konnte. Vielleicht lag das Problem auch darin, dass mein Vater zu stolz war, seine Töchter irgendeinem Bauernjungen zur Frau zu geben. Aber für die besseren Kreise war meine Herkunft oder der Stand meiner Familie anscheinend nicht gut genug.

Ein bisschen traurig machte mich das schon.

So hatten auch meine Schwester und ich nicht viel zu verlieren und beschlossen, ebenfalls nach Batavia mitzukommen. Anderenfalls hätte ich mich hier in Hannover bei irgendeiner reichen Familie als Dienstmagd verdingen können, weiß Gott keine schönen Aussichten.

Mein Vater verkaufte seinen ganzen Besitz in Hannover und investierte einen großen Teil des Erlöses in fünf Tickets für eine Überfahrt nach Batavia.

Es war März 1724 als wir uns auf den Weg nach Amsterdam machten und uns dort auf einem großen Segelschiff einschifften.



[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 21.06.24 um 18:35 geändert

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boygirl1990 Volljährigkeit geprüft
Sklave/KG-Träger





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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:28.12.23 13:05 IP: gespeichert Moderator melden


Ich muss sagen, das du meine Neugier geweckt hast.

Natürlich wird es interessant sein zu wissen ob es wirklich ganz genau historisch akkurat korrekt sein wird.
Das ist was ich persönlich nicht hoffe, aber ich will dir da auch nicht reinpfuschen.

Wie auch immer ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weiter geht.


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MartinII
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Norddeutschland


Versklavung einer Frau geht nur freiwillig.

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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:28.12.23 16:02 IP: gespeichert Moderator melden


Bin gespannt, ob die Geschichte genauso gut wird wie Deine anderen - ich bin zuversichtlich.
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Neuschreiber63
Stamm-Gast

Deutschland




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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:28.12.23 18:54 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Boygirl,

ich muss zugegeben, ich bin selber etwas neugierig, denn ich weiß auch nicht, wie diese Geschichte verlaufen wird.

Vielleicht etwas mutig, hier eine Geschichte anzukündigen, die noch nicht ansatzweise fertig ist, aber gerade darin besteht – zumindest für mich – momentan der Reiz… Auch Clara weiß ja noch nicht, was sie erwartet, von daher geht es mir momentan (fast) wie ihr…

Nur der Beginn dieser Geschichte existiert bisher in meinem Kopf. Und sicherlich wird der eine oder andere Leser meiner ersten Geschichte auch schon wissen, wo die neue Geschichte hinlaufen wird – und ja, damit haben sie vermutlich vollkommen recht…

Aber wie gesagt, mehr weiß ich noch nicht, was danach kommt, ist noch völlig offen… Gewisse Ähnlichkeiten mit meiner letzten Geschichte wird es sicherlich geben, aber eine Kopie sollte es auch nicht werden…

Ich muss zugeben, ich weiß noch nicht einmal, ob der Titel überhaupt zu meiner Geschichte passen wird…

Naja, grundsätzlich soll die Geschichte schon im möglichst akkuraten historischen Umfeld passieren. Handys, GPS, Elektroschocks und Vibratoren würde es auf jeden Fall diesmal nicht geben. Übertreiben will ich es aber auch nicht.

- Zum einen weiß ich ja auch nicht genau, wie die Menschen im 18. Jahrhundert lebten (ich bin ja kein Geschichtsprofessor) und habe auch nicht vor, ein Geschichtsbuch zu schreiben.
Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich dann zum zweiten Mal eine Geschichte über Dinge schreibe, von denen ich keine Ahnung habe
Als Vorwarnung sei aber auch gesagt, dass die Zeiten damals rau waren und entsprechend würde auch in dieser Geschichte nicht alles schön werden. So viel historischer Kontext muss sein. „Safe words“ gab es damals nicht und die Menschenrechte wurden auch erst 1948 eingeführt (und selbst damals waren diese oft noch Theorie, sonst hätte man diese gar nicht erst beschließen müssen). Aber wie bereits in meiner ersten Geschichte geschrieben war die Realität oft noch wesentlich grausamer als das, was ich hier schreiben würde.

- Zum anderen soll es natürlich trotz des historischen Kontexts in erster Linie eine nette (?) und/oder spannende (?) Geschichte werden. Ich habe auch vor, mich diesmal etwas kürzer zu fassen und die Geschichte im Gegensatz zu meiner letzten dann auch zügig zu beenden. Ich weiß noch nicht wie, aber wie oben geschrieben würden mir dann vielleicht auch ein paar Leser dabei helfen. Zumindest in meiner letzten Geschichte gab es ja viele interessante Vorschläge.

Soweit meine Gedanken zu dieser potentiellen Geschichte, welche aktuell zu ca. 20% in meinem Kopf und zu 80% noch gar nicht existiert…


Hallo Martin:

„genauso gut“ liegt wohl im Auge des Betrachters. Offensichtlich gefallen meine Geschichten auch nicht jedem – was völlig in Ordnung ist, hätte ich nicht anders erwartet. Trotzdem danke für das erneute Lob.

Persönlich glaube ich aber eher nicht, dass diese neue Geschichte genauso gut (?) wird wie die letzte, daher muss ich die Erwartungen doch herunterschrauben. Diesmal würde ich es mir auch etwas einfacher machen und nicht Tag-für-Tag erzählen. Letzteres ist doch etwas anstrengend. Insgesamt soll diese Geschichte deutlich kürzer und komprimierter als die letzte werden und wie oben geschrieben schneller zu einem Ende kommen.

Falls ich irgendwann mal wieder Lust auf eine never-ending-story bekommen sollte, schreibe ich vielleicht noch ein Kapitel zu meiner ersten Geschichte...



[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 04.06.24 um 23:04 geändert

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SCHWESTER ANNIKA
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Austria


alles bleibt besser

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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:28.12.23 20:40 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo, eine neue Geschichte, bin gespannt, wie sie sich entwickelt.
Schreib nur weiter, und ist es eigentlich sooo wichtig, dass du nicht weißt, wie die Menschen damals wirklich gelebt haben?

Nicht vergessen, wie der Name schon sagt:
Es ist eine Geschichte, alles klar? Ist es nicht völlig gleich, ob es die Wirklichkeit ist?

Es gibt so viele andere Geschichten - Bücher usw. die sogar den Weg ins Kino gefunden haben-
Herr der Ringe, oder andere Geschichten, die man sich ausgedacht hat- Star Trek - Star Wars, usw.
Also, schreib nur weiter, lasse deine Gedanken
schweifen, und die Tastatur so richtig.... glühen...

Übrigens: Es gibt nicht wenige, die glauben, dass es das berühmte Wagenrennen von Ben Hur, wirklich gegeben hat...

Und wer weiß, ob es nicht auch ein Paralleluniversum gibt, wo Galeeren als Strafvollzugsmaßnahme eingesetzt werden (um den Bogen auch zu meiner eigenen Geschichte zu spannen)...

Gruß Schwester Annika
gerne trage ich eine Krankenschwestern-Diensttracht
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powo01
Einsteiger

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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:28.12.23 21:56 IP: gespeichert Moderator melden


So als Anregung:

Es gab Piraten, arabische Sklavenhändler die mit Sicherheit Höchstpreise mit jungen weißen Frauen erzählten 😀
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Neuschreiber63
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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:28.12.23 22:25 IP: gespeichert Moderator melden


@SchwesterAnnika:

Du hast natürlich völlig Recht, dass es völlig egal ist, was damals wirklich war.
Dennoch: Wenn ich schon einen Historienschinken schreibe, möchte ich zumindest versuchen, diesen so korrekt wie möglich zu schreiben.
Fehler wird es von alleine genug geben.
Und ähnlich wie bei meiner letzten Geschichte versuche ich zumindest, dass möglichst wenige die Fehler merken


@Powo01:

Ach wirklich?
Und jetzt erzählst Du mir vielleicht auch noch, dass diese im 18. Jahrhundert irgendwo zwischen Amsterdam und Batavia ihr Unwesen trieben?

Tatsächlich nehme ich für diese Geschichte sehr gerne Anregungen an, aber lass mich erst mal den Beginn der Geschichte erzählen...

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Witwe Bolte
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nach langer Suche endlich dort angekommen, wo ich so leben darf, wie SIE bestimmt

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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:29.12.23 14:06 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Neuschreiber,

Deine Geschichte beginnt ja recht turbulent, wenn ich die ganzen Kommentare mit einbeziehe
Was Powos Piraten und Sklavenhändler betrifft:
Wenn Deine Akteure durch den damals noch nicht vorhandenen Suezkanal gefahren sind, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass die zwischendurch bspw. aus Dschibuti oder dem Jemen erschienen sind...
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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:29.12.23 16:37 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Witwe Bolte,

das stimmt, ich bin tatsächlich auch etwas überrascht über den turbulenten Beginn.

Eigentlich wollte ich nur eine Abstimmung einstellen und dann – sofern diese off-topic-Geschichte überhaupt gewünscht ist – in Ruhe meine ersten Gedanken niederschreiben.

Aber nachdem anscheinend schon ein paar LeserInnen neugierig auf den Beginn der Geschichte warten und powo01 eh schon die halbe Geschichte verraten hat (nicht dass ich mir Mühe gegeben hätte, Parallelen zu meiner ersten Geschichte zu verbergen, aber trotzdem gut kombiniert von powo01, Respekt!), will ich die gute Clara mal lossegeln lassen, obwohl die Abstimmung ja noch gar nicht beendet ist…

Und nein, das Schiff fährt nicht durch den nicht vorhandenen Suezkanal, soviel historische Akkuratheit muss schon sein…



[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 07.01.24 um 17:12 geändert

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  Auswanderin unter Kontrolle Datum:29.12.23 16:39 IP: gespeichert Moderator melden


2. Der Beginn der Reise


Ich hätte nie gedacht, dass eine Seereise so beschwerlich ist. Wir waren wochenlang unterwegs. Wir hatten eine kleine Kabine und auch auf dem Deck war nicht wirklich viel Platz. Wir halfen der Besatzung ein wenig, aber ansonsten gab es nicht viel zu tun.

Die Bibel war das einzige Buch, welches wir dabeihatten und auch dieses hatten wir alle bald bereits fünfmal von vorne bis hinten gelesen. Wenig verwunderlich gab es aufgrund der Enge und der Eintönigkeit der Reise auch häufig Streit. Aber zum Glück nichts Schlimmes, wir rissen uns alle bald wieder zusammen. Letztlich war uns allen bewusst, dass wir noch viele Wochen und Monate zusammen auf dem Schiff aushalten mussten.

Insgesamt hatten wir auch nette Mitreisende. Ein paar gingen mir schon recht bald auf die Nerven, aber die allermeisten waren schon in Ordnung. Neben ein paar niederländischen Kaufleuten, die bereits eine Niederlassung in Batavia hatten und wieder ihre Heimat besucht hatten, gab es auch einige Glücksritter wie uns, die ihr Glück versuchen wollten und keine Ahnung davon hatten, was sie erwartete. Dazu kamen noch ein paar Frauen, welche ihre Ehemänner in der Ferne besuchten. Ein paar davon waren auch in meinem Alter und ich freundete mich schnell mit ein paar von diesen an.

Eine der jungen Frauen hieß Isabella. Sie hatte ihren Mann erst vor 2 Jahren geheiratet und war auf Anraten ihres Arztes für sechs Monate in die Niederlande zurückgekehrt, um sich dort von einer Tropenkrankheit zu kurieren, welche sie sich bereits kurz nach ihrer Ankunft in Batavia eingefangen hatte. Ich verstand mich von Anfang an sehr gut mit ihr und sie erzählte mir das ein oder andere von Ostindien. Das Leben dort war auch nicht einfach, aber irgendwie doch exotisch anders als in den Niederlanden. Vielleicht könnte sie uns ja auch ein wenig dabei helfen, in der neuen Heimat Fuß zu fassen.

Ich freute mich über die zugesagte Unterstützung, sicherlich könnten wir für den Start in der neuen Welt jede Hilfe gut gebrauchen.

Isabella konnte wie viele der anderen Mitreisenden auch deutsch, dennoch bemühte ich und meine Familie uns darum, auch niederländisch zu lernen, was die normale Sprache an Bord war. Auch in Batavia würden wir diese Sprache brauchen, mit deutsch kam man dort nicht weit. Wir hatten reichlich Gelegenheit dazu, diese Sprache zu lernen, viel zu tun gab es hier wie geschrieben sowieso nicht. So dauerte es auch nicht allzu lange, bis ich niederländisch verstand und bald konnte ich mich auch mit meinen niederländischen Mitreisenden in deren Muttersprache unterhalten. Allzu schwierig war diese Sprache auch nicht, wenn man schon deutsch konnte. Auch hatte ich schon häufiger Menschen aus Ostfriesland getroffen, deren Dialekt ähnelte dem niederländischen auch etwas.

Es gab neben uns aber auch ein paar Deutsche auf dem Schiff, die ebenso wie wir ihr Glück in der Ferne suchten. Auch sie hatten auf der Suche nach einem besseren Leben die Zelte in der Heimat abgebrochen.

In Summe dürften es etwa 200 Leute und 30 Besatzungsmitglieder gewesen sein, welche die weite und nicht ungefährliche Reise nach Ostasien auf sich nahmen.



[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 05.05.24 um 07:16 geändert

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  Auswanderin unter Kontrolle Datum:29.12.23 16:44 IP: gespeichert Moderator melden


3. Elmina


Die lange Reise ging von Amsterdam zunächst an der französischen und spanischen Küste entlang.
In Cadiz legten wir noch einen letzten Stopp auf europäischem Boden ein.

Kurz nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen hatten, kam die afrikanische Küste in Sicht. Mein Vater erzählte, dass dort Muslime lebten, welche eine ganz andere Kultur als wir pflegten, obwohl sie eigentlich an den gleichen Gott glaubten. Wie er weiterhin erzählte, wurde die Reise ab hier auch gefährlicher, denn Piraten überfielen in diesen Gewässern immer wieder Schiffe, um sie auf den afrikanischen und arabischen Sklavenmärkten zu verkaufen. Ein etwas mulmiges Gefühl überkam mich, als ich hinüber zu dieser Küste sah.

Aber tun konnte ich nichts außer Beten, ich war hier auf diesem Schiff und musste auf unseren Kapitän vertrauen, dass dieser uns sicher durch diese Gewässer führte. Auch hatte die Mannschaft einige Gewehre, um sich im Falle eines Überfalls zu verteidigen.

Gott sei es gedankt passierte aber auch nichts weiter und so führte uns die lange beschwerliche Reise weiter an der afrikanischen Küste entlang. Soweit wir das vom Boot aus erkennen konnten, war die Landschaft dort sehr karg, erst nach etlichen Tagen ändert sich dies langsam und wir konnten wieder mehr Grün am Ufer erkennen. Langsam aber sicher ging die Landschaft von einer kargen Wüste in eine subtropische Waldlandschaft über. An der sogenannten „Goldküste“ in Westafrika legten wir einen zweitägigen Stopp ein, um unsere Vorräte aufzufüllen und ein paar Reparaturen am Schiff vorzunehmen. Es tat gut, mal wieder vom Schiff herunterzukommen und wieder festen Boden unter den Füssen zu haben.

Der Ort, in dem wir vor Anker gingen, hieß Elmina und war stark befestigt. Anscheinend handelte es sich um einen niederländischen Außenposten, mitten in Afrika, tausende Kilometer von Amsterdam entfernt.

Es war sehr heiß und schwül und abgesehen von ein paar Weißen, die niederländisch sprachen, sah ich fast nur rabenschwarze Menschen dort. Solche Menschen hatte ich noch nie vorher gesehen.

Immer wieder sah ich dort auch schwarze Menschen, die schwere Halsbänder aus Eisen trugen. Manchmal erblickte ich sogar Menschen, Frauen und Männer, die darüber hinaus noch Hand- und Fußketten trugen.

Meine Mitreisenden erklärten mir, dass es sich hierbei um Sklaven handeln würde. Es sei nicht unüblich, dass Sklaven und Sklavinnen solche Fesseln tragen würden, so könne man sie besser kontrollieren. Manche von ihnen seien leider sehr widerspenstig.

Damit nicht genug sah ich es des Öfteren, dass die schwarzen Sklaven von ihren weißen Herren mit Stöcken, manchmal sogar mit Peitschen geschlagen wurden, wenn diese nicht schnell genug liefen oder arbeiteten.

Ein bisschen mulmig wurde mir schon zu Mute. Wie konnte man Menschen so behandeln?

Ich wusste, dass auch in den deutschen Landen Adlige und wohlhabende Menschen auf ärmere herabsahen und diese schlecht behandelten. Auch dort war es üblich, dass Mägde und Knechte geschlagen wurden, wenn deren Herr mit ihnen unzufrieden war. Vielleicht war dies auch einer der Gründe gewesen, warum ich nicht als Hausmagd in Hannover bleiben wollte.

Aber diese Menschen hier wurden wie Tiere behandelt, es war schrecklich.

Damit nicht genug kamen wir bei unserem Gang durch die Stadt auch an einem Markt vorbei, wo Sklaven, Männer, Frauen, sogar Kinder, verkauft wurden. Auch hier hatten die meisten Sklaven Schellen aus schwerem Eisen um den Hals, manche auch um Füße und Hände, ansonsten waren sie alle nackt, die Männer wie auch die Frauen.

Auch dieser Anblick war erschütternd. Es ging hier zu wie auf dem Viehmarkt in Hannover. Nur dass hier keine Schafe, Ziegen oder Rinder gehandelt wurden, sondern Menschen.

Als Kaufmannsfamilie hatten wir ja auch schon mit vielem gehandelt, aber niemals wäre ich auf die Idee gekommen, mit Menschen zu handeln. Allerdings wurden diese armen Afrikaner auch sonst kaum wie Menschen behandelt. Die Tiere auf dem Viehmarkt in Hannover wurden in der Regel besser behandelt als die schwarzen Sklaven hier.

Ich konnte diesen Anblick kaum ertragen und bat meinen Vater nach wenigen Minuten weiterzugehen.


Allerdings herrschte in der Stadt auch ein buntes Treiben und die Abwechslung vom langweiligen Schiffsalltag tat gut. Auf den „normalen“ Märkten sah ich seltsame Früchte und allerlei andere Sachen, die ich noch nie vorher gesehen hatte. Zum Glück hatte mein Vater noch ein bisschen Geld übrig und so konnten wir uns für ein paar Pfennige ein paar dieser seltsamen Früchte kaufen. Sie hießen „Bananen“ und „Kokosnüsse“ und schmeckten sehr lecker.

Auch gab es hier allerlei exotische Pflanzen, die ich ebenfalls noch nie vorher gesehen hatte, zum Beispiel „Palmen“, hohe Bäume, auf welchen beispielsweise diese Kokosnüsse wuchsen. Auch seltsame Waren gab es auf den Märkten zu kaufen. Am beeindruckendsten fand ich Schnitzereien aus einem weißen Material. Es nannte sich „Elfenbein“. Etwas erschrocken war ich dann aber doch, dass dieses Material angeblich aus den Stoßzähnen von Elefanten gemacht wurde. Ich hatte zuhause schon Bilder von diesen riesigen Tieren gesehen, aber noch nie eines in Original. Nun sah ich ein Teil bzw. viele davon hier auf dem Markt. Hoffentlich mussten diese Tiere nicht sterben für den Schmuck, der hier auf dem Markt feilgeboten wurde.

Zum Glück sah ich auch ein paar lebende Tiere, zum Beispiel Affen. Auch diese Tiere hatte ich bisher nur in Büchern gesehen. Sie sprangen überall herum und machten einen fröhlichen Eindruck. Meine Mitreisenden warnten mich jedoch davor, dass ich besser auf meine tropischen Früchte aufpassen sollte, nicht dass ein Affe sie mir wegschnappte. Das tat ich dann auch und aß meine Früchte lieber selbst.

So vergaß ich dann auch wieder die schreckliche Behandlung der Sklaven und genoss dann doch unseren Aufenthalt in dem fremden Städtchen. Alles war so exotisch und aufregend hier.


Am nächsten Tag gingen wir nochmals in die Stadt.
Am Hafen wurde ich auch Zeuge, wie eine Gruppe von schwarzen Sklavinnen und Sklaven auf ein Schiff getrieben wurde. Auch diese Sklaven und Sklavinnen trugen schwere Halsbänder, welche mit Eisenketten verbunden waren. Die Männer darüber hinaus auch Hand- und Fußfesseln. Sie trugen, Männer wie Frauen, nur einen kurzen Lendenschurz, ansonsten waren sie wie die Sklaven gestern auf dem Sklavenmarkt völlig nackt. Die Frauen konnten nicht einmal ihre Brüste bedecken, auch das war irgendwie verstörend. Ich hätte mich wahrscheinlich zu Tode geschämt, wenn die ganze Stadt meine Brüste gesehen hätte. Vermutlich war das auch den afrikanischen Frauen sehr unangenehm, aber letztlich konnten sie auch nichts dagegen tun, sie wurden gefesselt und halb nackt auf das Schiff getrieben.

Es war offensichtlich, dass einige von ihnen nicht auf das Schiff wollten und so mussten einige weiße – aber auch schwarze – Aufseher sie mit Peitschenhieben davon „überzeugen“ an Bord zu gehen. Ein paar Männer hatten von den Hieben blutige Striemen am Rücken, das musste sehr weh tun.

Letztlich hatten sie keine Chance und so dauerte es auch nicht allzu lange, bis alle Sklavinnen und Sklaven auf dem Schiff angekommen waren.

Irgendwie hatte ich Mitleid mit diesen armen Menschen und mir schauderte, wie diese behandelt wurden. Die Einwohner der Stadt schienen dagegen kaum Notiz zu nehmen von dem grausigen Schauspiel. Im Gegenteil erfuhr ich später, dass jede Woche ein Schiff mit Sklaven von hier ablegte. Fast alle davon fuhren über den Ozean hinüber nach Amerika, wo die Sklaven in die Kolonien der Niederländer, Portugiesen, Spanier, Engländer und Franzosen verkauft wurden und dort auf den Plantagen arbeiten mussten. Ein paar wenige Schiffe fuhren auch andere europäische Kolonien in Afrika, zum Beispiel auf den Kapverdischen Inseln, an.

Irgendwie war ich schockiert, in Hannover hatte ich nichts Derartiges gesehen. Auch dort hatten es Mägde und Knechte nicht leicht. Aber die Sklaven hier wurden nicht wie Menschen behandelt, wie Vieh wurden die armen Kreaturen auf die Schiffe getrieben. Bisher hatte ich von Sklaven höchstens vielleicht mal in Büchern über die alten Römer oder die Wikinger gelesen. Aber das war alles lange vor unserer Zeit gewesen. In einer Zeit, die ich dachte, dass sie schon längst vorbei wäre.

Aber hier ging es vermutlich nicht anders zu als vor 1.500 Jahren im alten Rom.

Und irgendwie dachte ich bisher immer, dass Sklavinnen und Sklaven damals so eine Art Mägde und Knechte gewesen waren.

Ich war wohl ziemlich naiv gewesen.



Ich brauchte eine Weile, bis ich mich wieder sammeln konnte. Da war es sicherlich nicht schlecht, dass wir nochmals über den Markt von Elmina schlenderten und nochmals diese exotischen Früchte essen konnten. Das Essen auf dem Schiff war doch recht eintönig und fad, da waren diese frischen Früchte eine willkommene Abwechslung. Daher gab ich auch heute gut acht, dass kein Affe mir diese wegschnappte.

Wirklich aus dem Kopf ging mir das Erlebte aber nicht mehr.

Auch auf dem Markt und in der Stadt sah ich wieder viele schwarze Menschen. Abgesehen von ein paar Niederländern eigentlich fast nur rabenschwarze Menschen. Ein bisschen unheimlich war das schon. Aber zumindest schien es diesen Menschen deutlich besser zu gehen als den armen Kreaturen, welche sie auf das Schiff getrieben hatten. Deren Schicksal betrübte mich irgendwie, auch wenn dieses angeblich „normal“ war.

Aber wie „normal“ war es, versklavt zu werden und dann per Schiff auf einen anderen Kontinent transportiert zu werden, um dort auf irgendwelchen Feldern arbeiten zu müssen?


Auf der anderen Seite würde ich mich an diesen Anblick gewöhnen müssen, wie mir Isabella am Abend erzählte, als ich ihr beichtete, wie sehr mich dieses Erlebnis heute mitgenommen hatte. Auch in Batavia gab es viele Sklavinnen und Sklaven, dies war auch dort völlig normal. Und ja, viele der Sklaven waren auch nicht freiwillig nach Batavia gekommen, sondern von den anliegenden Inseln oder noch von weiter weg dorthin gebracht worden. Und ja, auch in Batavia wurden Sklaven mit Stockhieben gemaßregelt, wenn diese nicht richtig arbeiteten. Isabella empfahl mir daher, dass ich mich an den Anblick gewöhnen sollte, diesen würde ich in Batavia täglich sehen. Und wenn es meine Familie geschafft hätte, dort anzukommen, könnten wir sogar selbst ein paar Sklaven haben. Jeder anständige Haushalt in Batavia habe mindestens drei oder vier Sklavinnen und Sklaven.

Ich wusste nicht, ob ich das wollte, aber wie Isabella erzählt hatte, das war „normal“ dort. Vermutlich so wie in Hannover jeder reichere Haushalt und jeder reichere Bauer drei oder vier, manchmal auch mehr, Mägde und Knechte beschäftigte.


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 05.05.24 um 07:24 geändert

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Ein kleines Kapitel habe ich noch für diejenigen, die der Meinung sind, dass diese Geschichte noch ein wenig weitergeführt werden sollte...



4. Kapstadt

Am übernächsten Tag ging es dann weiter Richtung Süden, immer entlang der afrikanischen Küste. Die meiste Zeit war es sehr ruhig, ab und zu sahen wir ein paar einheimische Fischerboote, ganz selten ein europäisches Schiff, aber keine Piraten. Gott sei es gedankt.

Das Wetter war heiß, aber die meiste Zeit gut. Ab und zu prasselte ein tropischer Regenschauer herab, aber unser Schiff war stabil genug, um diese auszuhalten.

Ich weiß nicht, wie lange wir genau unterwegs waren, aber irgendwann erreichten wir unseren nächsten Zwischenstopp, einen Ort namens Kapstadt. Hier waren wir angeblich an der Südspitze des afrikanischen Kontinents angekommen.

Tatsächlich war es hier recht frisch, obwohl ja inzwischen Sommer war.

Mein Vater musste lachen, als ich ihm meine Verwunderung mitteilte. Ja, in Europa war inzwischen Sommer, aber hier waren wir auf der Südhalbkugel und dort war im Sommer Winter.

So ganz verstand ich das nicht, aber irgendwie hatte er anscheinend Recht, denn je weiter wir nach Süden gekommen waren, desto frischer war es in den vergangenen Tagen geworden. Bei weitem nicht so kalt wie in Hannover im Winter, aber doch deutlich kälter als beispielsweise in Elmina.

Andererseits hatte ich auch nichts dagegen, dass es hier ein paar Grad weniger hatte, die Hitze Afrikas war schwer zu ertragen.



Ähnlich wie in Elmina gab es hier in Kapstadt ein großes Fort und eine Bevölkerung, welche zu einem großen Teil aus rabenschwarzen Afrikanern und einem kleineren Teil aus weißen Niederländern und ein paar anderen Europäern bestand.

Auch hier sah ich viele Menschen, die Sklavinnen und Sklaven zu sein schienen. Meine mitreisenden Niederländer, welche schon einmal hier gewesen waren, bestätigten mir dies auch. Auch hier in Kapstadt, praktisch überall auf dem afrikanischen Kontinent sei völlig normal, dass die Afrikanerinnen und Afrikaner ihren weißen Herren als Sklaven dienten. Ein bisschen schauderte mir schon, selbst wenn ich mit dieser Kultur nun bereits zum zweiten Mal in Berührung kam. Auch hier in Kapstadt sah ich Sklaven und Sklavinnen, die kaum als solche zu erkennen waren, und andere, denen man dies anhand ihrer Hals- und Fußketten sofort ansah. Es schien, als ob die körperlichen Arbeiten hier nur von schwarzen Afrikanern erledigt wurde. Die Weißen schienen hauptsächlich damit beschäftigt, die Afrikaner zu überwachen und mit Stockhieben zur Arbeit anzuhalten.

Obwohl ich ja selbst eine Weiße war, war dieser Anblick irgendwie verstörend.

Aber ich würde mich daran gewöhnen und in Batavia vielleicht eines Tages selbst ein paar Sklaven zur Arbeit antreiben müssen, so hatte es mir Isabella gesagt.

Ein anderer Mitreisender hatte mir in Elmina gesagt, dass es sogar notwendig sei, die Afrikaner mit Peitschen- und Stockhieben zur Arbeit anzutreiben, von Haus aus seien diese faul und würden sonst gar nichts tun.

Irgendwie konnte ich das nicht glauben. Diese Menschen hier arbeiteten trotz der Hitze so schwer. Aber niemand schien mit diesen armen Menschen Mitleid zu haben, stattdessen erhielten sie nur Schläge, aber praktisch nie ein aufmunterndes Wort oder ein Lob.

Falls ich irgendwann einmal in Batavia selbst Sklaven haben sollte, würde ich diese besser behandeln als die Menschen hier ihre Sklaven, das hatte ich mir in diesem Moment vorgenommen.



Beim Gang durch die Stadt sah ich hier auch das ein oder andere Kind mit etwas weniger dunklem Hautton. Ich konnte mir vorstellen, woher dies kam. Meine erfahrenen Mitreisenden bestätigten auch diese Vermutung. Ich fragte diese, ob diese Mischlingskinder denn nun wie deren weißer Elternteil frei wären oder wie ihr anderer Elternteil Sklaven blieben.

Ich erfuhr, dass dies vom Status der Mutter abhing. War die Mutter eine Sklavin, waren auch die Kinder Sklaven. War die Mutter ein freier Mensch, waren es auch die Kinder. In den allermeisten Fällen war es hier aber wohl so, dass die Väter Weiße waren und die Mütter afrikanische Sklavinnen. Das bedeutete dann, dass auch die Kinder Sklaven blieben, mehr noch, diese gehörten dann dem Vater. Die Väter konnten ihren Kindern zwar die Freiheit schenken, das passierte aber eher selten. Wie furchtbar.

Irgendwie fand ich das verstörend. Ich mochte meinen Vater wirklich sehr. Er war streng zu seinen Kindern, aber er liebte sie dennoch über alles. Vermutlich hatte er deswegen einen großen Teil seiner kleinen Ersparnisse dafür ausgegeben, uns diesen Neuanfang zu ermöglichen. Genauso gut hätte er uns in Hannover lassen können, wir waren alle drei alt genug, uns selbst durchzuschlagen.

Aber die Vorstellung, eine Sklavin, der Besitz meines Vaters zu sein, gefiel mir dennoch nicht. Irgendwie war ich doch froh eine Weiße zu sein, weiß und frei.



Wiederum berichtete mir Isabella, dass dies in Batavia auch nicht anders sei, auch dort würden Kinder, welcher der Hausherr mit seinen Sklavinnen gezeugt hatte, diesem gehören. Bereits im alten Rom gab es angeblich ein Gesetz, dass Kinder von Sklavinnen auch als Sklaven geboren wurden. Die Kinder taten mir leid, kaum auf der Welt war ihr Schicksal als Sklaven bereits besiegelt. So etwas konnte einem Kind in Hannover nicht passieren.



Ich versuchte mich ständig daran zu erinnern, dass dies hier in Afrika, aber auch in Ostindien völlig normal wäre und ich mich einfach daran gewöhnen müsste. Aber so ganz gelang mir dies – noch – nicht. Ich war aber ja auch erst ein paar Wochen unterwegs. Auch Isabella meinte, dass ich mich an diese neue Kultur gewöhnen würde.

Ich war wirklich froh, dass ich Isabella kennengelernt hatte. Obwohl sie ungefähr gleich alt war wie ich, konnte ich so viel von ihr lernen.

Isabella erklärte sich auch bereit, uns ein bisschen in Kapstadt herumzuführen, sie war bereits zweimal hier gewesen, auf der Hin- und der Rückreise nach bzw. von Batavia. Vermutlich war sie auch froh, nicht alleine durch die Straßen der Stadt laufen zu müssen.

Denn das musste ich schon zugeben, etwas unheimlich war es schon, all diese schwarzen Menschen zu sehen.

Insgesamt war es aber auch hier in Kapstadt schön, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und etwas Neues zu sehen. Kapstadt war nicht ganz so exotisch wie Elmina, die Stadt war irgendwie „europäischer“, obwohl wir hier ja noch viel weiter weg von Europa waren als zuvor in Elmina. Dennoch gab es hier auf den Märkten viel zu entdecken. Auch hier gab es exotische Früchte, Schmuck aus Elfenbein und anderen Schmuck, welcher anscheinend aus Walknochen gemacht worden war. Von diesen Tieren gab es hier vor der Küste angeblich ziemlich viele, auch wir hatten auf unserem Weg tatsächlich ein paar dieser beeindruckenden Tiere gesehen.

Obwohl ich mir nicht sicher war, was mit den Elefanten passiert war, bat ich meinen Vater, mir eine Halskette mit einem kleinen Amulett aus Elfenbein zu kaufen. Zum Glück hatten wir noch ein bisschen Geld übrig und so konnte mein Vater mir diesen Wunsch erfüllen. Auch meine Schwester bekam eine solche Halskette. Wirklich teuer waren diese auch nicht, aber mir war klar, dass wir mit unseren Ersparnissen haushalten mussten, schließlich mussten diese auch noch für den Neubeginn in Batavia reichen. Ich hoffte, dass diese kleine Kette Glück bringen würde für die weitere Reise und unser neues Leben in Ostindien.

Unser Kapitän hatte uns erzählt, dass wir hier in Kapstadt bereits rund die Hälfte des Weges geschafft hätten. So langsam wuchs in mir doch die Neugier, was mich in Batavia erwartete. Meine Mitreisenden hatten mir erzählt, dass es auch dort ein buntes Gemisch aus Niederländern, ein paar wenigen anderen Europäern, Chinesen, Einheimischen und anderen Asiaten gäbe. Sicherlich würde es eine spannende Zeit dort werden.

Jedoch würden wir Ostindien nie erreichen...



[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 22.06.24 um 13:39 geändert

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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:31.12.23 12:34 IP: gespeichert Moderator melden


Ein schönen Silvester wünsche ich

Bin gespannt wie es im neuen Jahr weiter geht und hoffe das unsere kleine Auswanderin noch viele Abenteuer erleben wird.

schöne Grüße
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Neuschreiber63
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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:31.12.23 12:42 IP: gespeichert Moderator melden


Danke schön, das gleiche wünsche ich auch.

Und ja, unsere Auswanderin wird im neuen Jahr 24 viel erleben, wesentlich mehr - und vor allem andere Dinge - als sie erleben möchte

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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:31.12.23 13:18 IP: gespeichert Moderator melden


ja da werden wohl ihre Albträume war werden
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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:31.12.23 17:48 IP: gespeichert Moderator melden


Du machst da weiter wo du bei Caro aufgehört hast. ALS hättest du nie was anderes gemacht.

Bin schon ganz neugierig was unsere Auswandererin alles erleben wird
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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:31.12.23 18:05 IP: gespeichert Moderator melden


So da bin ich mal gespannt was du mit Clara noch so alles vorhast, anhand vom Titel würde ich sagen es geht in die selbe Richtung wie Studentin unter Kontrolle.

Auf jedenfalls gespannt wie es weiter geht und was du so für fiese Sachen geplant hast.
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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:31.12.23 18:55 IP: gespeichert Moderator melden


@windelfohlen nur das being Clara der freundlichen Chinese die Ausrüstung liefert, da war alles noch gutes Schmiedehandwerk😀
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Neuschreiber63
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  RE: Auswanderin unter Kontrolle Datum:01.01.24 11:53 IP: gespeichert Moderator melden


Zunächst ein gutes neues Jahr zusammen.

Ich sehe schon, es gibt hier eine kleine Fangemeinde für meine Geschichte(n) und andere, denen diese nicht gefallen.
Über ersteres freue ich mich natürlich, zweiteres ist natürlich auch absolut in Ordnung.


Ich bin auf jeden Fall auch gespannt, wie es weitergeht, denn ich kenne den zweiten Teil und das Ende der Geschichte wie geschrieben auch noch nicht


@ball
Tja, über Albträume erzähle ich anscheinend besonders gern. Zumindest hatte Clara auf den zwei letzten Stopps in West- und Südafrika Gelegenheit, sich schon mal darauf vorzubereiten. Vielleicht ist dann der "Kulturschock" nicht ganz so groß...

@Windelmeister
Ich weiß, ich bin etwas monothematisch, sorry...

@windelfohlen
Die Ähnlichkeiten zur letzten Story sind irgendwie nicht von der Hand zu weisen. Zugegebenermaßen war das auch die Idee, die gleiche Szenerie ein paar hundert Jahre zurückzusetzen, daher sind die Parallelen auch alles andere als zufällig...
Und wer weiß, vielleicht ist diese ganze Geschichte ja nur ein weiterer (Alb)Traum von Caro?
(das wäre zugegebenermaßen eine geklaute Idee von MrSteel, tut aber momentan auch nichts zur Sache, erfunden ist die Geschichte ja so oder so)

@powo01:
Ich muss dringend meinen Virenscanner aktualisieren, ich habe das Gefühl, dass ich einen Trojaner auf meinem Rechner habe...
Ich weiß auch gar nicht, was Du mit Schmiedehandwerk meinst

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