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Neuschreiber63
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:05.02.26 22:32 IP: gespeichert Moderator melden


Funde ich auch, auch wenn mir ein bisschen der Kopf schwirrt angesichts von so vielen Gottheiten
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DarkO
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Nürnberg




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  RE: Verfluchte Magier! Datum:31.03.26 17:45 IP: gespeichert Moderator melden


Liebe Leser,

wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe: Aufgrund von beruflichen und familiären Gründen bin ich in der letzten Zeit nur wenig zum Schreiben gekommen. Tut mir leid, wenn ihr deshalb länger auf eine Fortsetzung warten musstet. Aber hier ist sie. Also, viel Spaß beim Lesen!




Rotfels – Zweite Fortsetzung

Doros Wissens nach befand sich der größte und berühmteste Achagor-Tempel in Lurgesmund, der Hauptstadt des Reiches. Dort würde man ihr mit Sicherheit helfen können. Gleichzeitig bestand bei einem Besuch in einem Tempel des Achagor im Gegensatz zu dieser Akademie oben auf dem Hügel nicht das Risiko, dass man ihr etwas Schlimmes antat oder für noch nicht erbrachte Dienste utopische Geldbeträge von ihr einforderte.

Sie hatte einen Entschluss gefasst. Ihr Problem war jetzt nur: Wie kam sie in ihrer gegenwärtigen Aufmachung dorthin?

Plötzlich formte sich in ihrem Mund wieder der Holzpflock. „Gronkch!“ Erschrocken fragte sie sich, ob es sein konnte, dass dieser zwischendurch noch länger geworden war, seit sie ihn vorhin aus ihrem Mund entfernt hatte. Wieder riss sie das runde Holz aus seiner Halterung und warf es in dieselbe Richtung wie zuvor.

Anschließend überlegte sie weiter. Wären ihre Beine nicht gefesselt und verfügte sie über geeignetes Schuhwerk, würde sie die Strecke nach Lurgesmund zu Fuß in schätzungsweise eineinhalb Wochen zurücklegen. Mit den Holzpantoffeln und den Eisen an Händen und Füßen bräuchte sie unterwegs mehrere Pausen. Dadurch wäre sie locker mindestens doppelt so lange unterwegs.

Reiten wäre theoretisch auch eine Möglichkeit. Auf einem Pferd käme sie deutlich schnell vorwärts. Eventuell könnte sie hier in Rotfels sogar günstig eines erwerben. Jedoch befürchtete sie, dass der Inhalt ihres Geldbeutels noch nicht einmal für den Kauf eines altersschwachen Maultiers ausreichte. Wieder blickte sie betrübt zu Boden. Dabei stach ihr die kurze Kette zwischen ihren Unterschenkeln ins Auge. So gefesselt würde sie allenfalls seitlich auf dem Rücken eines Pferdes sitzen können. Der Plan, auf diese Art eine so weite Strecke zu reisen, erschien ihr alles andere als angenehm.

Sie musste weiter nachdenken. Früher hatte sie sich hin und wieder als Beschützerin für Fuhrleute verdingt, wenn sie eine weitere Strecke zurücklegen wollte. Das war in ihrem gefesselten Zustand wahrlich undenkbar.

Dann kam Doro noch eine Alternative in den Sinn: Eine Reise per Postkutsche. Diese waren schnell, komfortabel und sicher. Zudem käme sie dieses Transportmittel wesentlich günstiger, als der Erwerb und die anschließende Verpflegung eines Reittiers. Natürlich hatte aber auch diese Variante einen Nachteil, nämlich die anderen Mitreisenden, die sie aufgrund des vielen Stahls an ihrem Körper zweifellos die gesamte Fahrt über anstarren würden. Aber wie sollte sie diesen Leuten das verübeln. An deren Stelle würde es ihr selbst wohl auch schwerfallen, ihren Blick abzuwenden. Ihr blieb nichts Anderes übrig, als dieses vergleichsweise geringe Übel in Kauf zu nehmen. Jetzt musste sie nur noch hoffen, dass die paar wenigen Münzen, die sich noch in ihrem Geldbeutel befanden, für die Fahrt bis nach Lurgesmund ausreichten.

Damit stand ihre Entscheidung fest. Als Nächstes galt es in Erfahrung zu bringen, wann und wo in diesem Ort die nächste Postkutsche in Richtung Hauptstadt abfuhr. Sie erhob sich, klopfte den Dreck von der Hose, zog sich die Kapuze so weit es ging ins Gesicht und verließ die schmale Gasse, um sich auf die Suche nach der Poststation zu machen.

Sie bemühte sich, sich so leise und unauffällig wie möglich zu bewegen. Ihr Glück war, dass in dieser größeren Stadt viele Leute, die auf den Straßen unterwegs waren, den Eindruck vermittelten, mit sich selbst beschäftigt zu sein. Andere wandten ihren Blick in eine andere Richtung, sobald sie sie sahen. Zuversichtlich schritt Dorothea durch verschiedene Gassen, bis…

„Uäh-gronkch!“ Auf einmal steckte wieder ein dicker Holzstab in ihrem Mund Sie unterdrückte den aufkommenden Würgereiz, befühlte seine Struktur mit ihrer Zunge. Damit war klar: Es handelte sich hierbei nicht um dasselbe Stück Holz, welches sie vorhin in der kleinen Gasse von sich geschleudert hatte, sondern um ein neues, anderes. Wieder war der neue Pflock ein Stück länger als der vorherige.

In ihr kam ein Verdacht auf: Immer, wenn sie dieses widerliche Holzstück aus ihrem Mund herauszog, blieben ihr anschließend nur ein paar Minuten, um dieses wieder dorthin zurückzustecken. Tat sie das nicht, müsste sie daraufhin mit einem noch unangenehmeren Modell zurechtkommen.

Sie lief zurück in die Gasse, wo sie die letzten beiden Holzpflöcke weggeworfen hatte, hob diese auf und hielt sie prüfend aneinander. Tatsächlich, der eine war einen Finger länger als der andere. Dann zog sie den Pflock in ihrem Mund heraus und verglich die Länge mit den beiden anderen. Offenbar wuchs das Holz jedes Mal um exakt einen Finger.

Schockiert versuchte sie, sich den kürzesten der drei Holzstäbe in den Mund zu schieben. Aber sobald sie diesen losließ, glitt er heraus und fiel zu Boden. Der mittellange ebenso.

Notgedrungen musste sie den längsten der drei Stäbe wieder in den Ring in ihrem Mund einsetzen. Wenigstens blieb dieser danach stecken.



Kurze Zeit später betrat Dorothea einen Gemischtwarenladen. Der Verkäufer war gerade dabei, für einen anderen Kunden ein Stück Käse von einem großen Laib abzuschneiden und nahm von ihr daher keine Notiz. Sie stöberte durch die Regale. In einer mit Holzschwertern, Strohpuppen, Lederbällen und anderem Kinderspielzeug gefüllten Truhe fand sie schließlich eine kleine Schiefertafel mit einem dünnen Rahmen aus Holz. An ihrer Oberseite besaß sie einen Griff und an einer daran befestigten Schnur hing ein Stück Kreide. Das war genau das, wonach sie gesucht hatte.

Sie schrieb „GELUBDE AN TOGRACH“ auf die Tafel, lief damit zum Verkäufer und legte sie auf den Tresen, während der Käufer des Käsestücks soeben das Geschäft verließ.

Der Verkäufer musterte Doro argwöhnisch, vor allem ihre Eisen. Zumindest so lange, bis er die Worte auf der Tafel gelesen hatte. Umgehend verwandelte sich seine Mine in ein freundliches Lächeln. Er erklärte ihr, dass er für sie einen Sonderpreis machte, wo sie sich doch offensichtlich freiwillig die Fähigkeit zu sprechen genommen hatte, und nannte den entsprechenden Betrag.

Doro bezahlte. Sie wollte sich schon zum Gehen wenden, da kam ihr eine Idee. Sie kritzelte „Wo Poststation?“ auf die Rückseite der Tafel.

Nachdem der Kaufmann ihr den Weg beschrieben hatte, verließ sie zufrieden den Laden.



Dorothea musste die halbe Stadt durchqueren, um ihr Ziel zu erreichen. Das Laufen mit der kurzen schweren Kette zwischen ihren Fußgelenken war mühsam. Ungefähr auf halber Strecke brauchte sie eine Pause.

Vor einer Hauswand erblickte sie einen Stein, auf den sie sich setzte. Ihre Tafel legte sie daneben auf den Boden. Erschöpft beugte sie ihren Oberkörper nach vorne, stützte ihre Ellbogen auf den Knien ab, schloss die Augen und atmete mehrmals tief ein und aus.

Kurz darauf hörte sie vor sich ein Klimpern. Verwundert öffnete sie die Augen und entdeckte auf dem Boden vor ihren Füßen ein paar Kupfermünzen. Ein Mann stand vor ihr und lächelte sie einen kurzen Moment lang an. Dann ging er wortlos weiter.

„Das ist interessant“, dachte Doro und entschied, ein Bisschen länger sitzen zu bleiben.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde fühlte sie sich sehr gut ausgeruht und war nebenbei um zusammengerechnet fast viereinhalb Silbertaler reicher geworden.

Mit einem stummen Kopfnicken bedankte sie sich bei den heiligen Sieben, verstaute die Münzen in ihrem Geldbeutel und stand auf. Anschließend setzte sie ihren Weg zur Poststation fort.

Als sie einmal das Gefühl hatte, sie wäre an einer Kreuzung falsch abgebogen, zeigte sie einer Frau, die gerade dabei war, einen Strohkorb auf einen Wagen zu laden, die Tafel. Zuerst die Seite mit der Aufschrift „GELUBDE AN TOGRACH“, dann die andere – „Wo Poststation?“

Die Frau bekundete ausführlich ihre Bewunderung für Doros Bereitschaft, für ihr Gelübde derlei Einschränkungen in Kauf zu nehmen und erklärte ihr ausführlich den Weg.

Bei der Post angekommen fand Dorothea mithilfe ihrer Schreibtafel schnell heraus, dass die nächste Kutsche nach Lurgesmund bereits am darauffolgenden Morgen abfuhr. Die Reise würde in Etwa vier Tage dauern, mit Zwischenstopps in drei Städten, die auf dem Weg lagen. Wenn sie mitfahren wollte, sollte sie sich spätestens eine Stunde nach Sonnenaufgang im Hof der Station einfinden und den Fahrpreis in Höhe von neun Silbertalern, wenn möglich passend, dabeihaben, wobei die Kosten für die Übernachtungen bereits darin enthalten waren. Für Gepäckstücke würden zusätzlich je nach Größe fünf Kupfer- bis zwei Silbertaler Transportgebühr anfallen.

Doro bedankte sich für die Auskunft. Vor der Poststation zählte sie die Münzen in ihrem Beutel. Für die Fahrt reichten diese zwar aus, aber sie brauchte ja auch noch Geld, um sich unterwegs etwas zu essen leisten zu können. Außerdem war ihre Kriegsaxt inzwischen zwar wieder fest geworden, jedoch war sie komplett stumpf. Sie müsste sie wohl mehrere Stunden mit ihrem Wetzstein bearbeiten, bevor die Waffe wieder im Kampf einsetzbar war. Obwohl Reisen per Postkutsche als sicher galt, würde sie sich wohler fühlen, wenn sie sich im Notfall verteidigen konnte. Es schien ihr angebracht, die Axt von einem Schmied schärfen zu lassen, was dieser bestimmt nicht ohne Bezahlung tun würde.

Zudem ging sie davon aus, dass man von ihr im Achagor-Tempel eine kleine Spende erwartete, bevor man ihr helfen würde. Also brauchte sie dringend noch ein paar Kupfermünzen mehr. Doch wie sollte sie an diese kommen? Stehlen kam auf keinen Fall infrage. Sie war keine Diebin! – Streng genommen war sie auch keine Bettlerin, aber da sie auf dem Rückweg zu ihrer Herberge ohnehin irgendwo einige Minuten würde verschnaufen müssen, kämen währenddessen mit etwas Glück und dem Willen der Götter nebenbei erneut ein paar Geldstücke zusammen.

Abermals schienen die Götter ihr hold zu sein. Während sie unterwegs zu ihrer Unterkunft auf einer Treppenstufe sitzend eine kurze Rast einlegte, sammelten sich etliche Kupferlinge vor ihr auf dem Boden. Sie schickte ein kurzes stilles Gebet an die Sieben und lief weiter.

Mit ihrer stumpfen Waffe am Gürtel und der Schreibtafel in der Hand ging Dorothea am späteren Nachmittag erneut zu dem Schmied, den sie bereits am Morgen aufgesucht hatte.

Dieser starrte sie einen Moment lang mit großen Augen und offenem Mund an, dann schüttelte er den Kopf. „Lugosch zum Gruße. So, wie Ihr ausseht, habt Ihr wohl nicht die Art Hilfe gefunden, die Ihr gesucht hattet.“ Er lachte.“ Ich nehme wohl an, dass Euer neuer Eisenschmuck ebenfalls magischen Ursprungs ist. Also fürchte ich, dass ich Euch auch davon nicht zu befreien vermag. Aber das hättet Ihr Euch eigentlich denken können.

Doro gab ein mürrisches Grunzen von sich, löste ihre Axt vom Gürtel und streckte dem Mann die Waffe hin.

Der Schmied begutachtete die Kriegsaxt kurz, dann sah Doro fragend an.

Um dem Schmied ihr Anliegen mitzuteilen, kritzelte sie „scharf machen bitte?“ auf ihre Schreibtafel.

„Ah ja. Wird erledigt. Wartet einen Moment“, erwiderte der Mann freundlich und machte sich ans Werk. Kurz darauf gab er Dorothea die Waffe zurück.

Nachdem sie sich mit einem knappen Kopfnicken dafür bedankt und die Axt wieder an ihrem Gürtel befestigt hatte, erkundigte sich Doro mit einer entsprechenden Handgeste, wie viel sie dem Schmied für seine Arbeit schuldete.

Daraufhin sagte dieser freundlich: „Ach, dafür müsst Ihr nichts bezahlen. Aber wenn Ihr so eine gute Waffe besitzt, dann braucht ihr doch mit Sicherheit auch eine ordentliche Rüstung. Also erwarte ich von Euch, dass Ihr zu mir kommt, damit ich Euch mit einer solchen ausstatten kann. Natürlich, sobald Ihr es irgendwie geschafft habt, Euch von den Eisenfesseln zu befreien.“

Doro schrieb „Versprochen!“ auf ihre Tafel, bedankte sich stumm und ging zufrieden zurück zu der Taverne, in der sie sich einquartiert hatte. Ihr Magen knurrte und sie freute sich auf eine Schale Eintopf. Das würde sie wohl auch trotz des Rings in ihrem Mund essen können. Wenn sie es lange genug darin einweichte, ginge dazu auch ein Stückchen Brot.

Später am Abend saß Dorothea satt und zufrieden auf dem Bett in ihrem Zimmer in der Herberge und dachte nach. In den zurückliegenden Stunden war zum Glück alles nach Plan verlaufen. Wenn sie an die Münzen dachte, die die Leute ihr gespendet hatte, sogar mehr als das. Genaugenommen hatte sie in der letzten Zeit nur selten Rückschläge verkraften müssen. Abgesehen von den unheilvollen Begegnungen mit diesen verfluchten Magiern natürlich. Alleine die Götter wussten, warum sie diese fürchterlichen Erfahrungen hatte machen müssen. Aber seit ihrem Besuch bei Friedlieb Fadenschein schienen die heiligen Sieben ihr tatsächlich gewogen zu sein. Immerhin befand sich in ihrem Beutel jetzt genügend Geld, sodass sie dazu in der Lage war, dem Achagor-Tempel in Lurgesmund eine ordentliche Summe zu spenden.

Einem inneren Impuls folgend rutschte Doro vom Bett herunter, senkte ihre Knie langsam auf den Boden und legte ihre Hände mit den Handflächen nach oben auf ihren Oberschenkeln ab. Diese Bewegungen wurden begleitet vom leisen Klirren und Scheppern ihrer Fesseln. An diese Geräusche hatte sich Doro inzwischen tatsächlich bereits gewöhnt. Doch in diesem Augenblick nahm sie sie bewusst wahr, spürte den leichten Druck der Eisenschellen an ihren Armen und Beinen, sowie den sanften Zug der Ketten, die diese verbanden. Das Metall an ihren Händen und Füßen, ebenso wie der Eisenkäfig auf ihrem Kopf, waren ein Teil ihres Körpers geworden, ebenso wie der Keuschheitsgürtel und die stählernen Schalen, die ihre Brüste umgaben. Mit ihrer Zunge betastete sie den Holzpflock in ihrem Mund.

Sie atmete tief ein. So tief, dass die feste Umklammerung des Stahls an ihrem Oberkörper schmerzte, und schloss die Augen. Dann ließ sie die Luft langsam wieder aus ihrer Lunge entweichen und fing an zu beten. – Sie vermochte zwar nicht, die Worte mit den Lippen zu formen, aber sie war überzeugt, dass die heiligen Sieben sie trotzdem deutlich vernehmen würden:



Ihr Sieben, die ihr alles seht, was ist – nicht nur, was gesagt wird, erhöret mein stummes Gebet!

Achagor, Herr des Lichts. Was mit mir getan wurde, das war nicht gerecht und keinesfalls rechtens. Dennoch ertrage ich es. – Nicht aus Zwang allein, sondern im Wissen darum. Wenn deine Ordnung noch gilt, dann richte darüber.

Tograch, der du über die Stille und das sichere Ende von allem wachst, erhöre, was ich nicht aussprechen kann. Ich habe es angenommen. Nicht als Bürde, sondern als Schwur. Solange dies hier an mir ist, bleibe ich gebunden, an mein Wort. Und es wird erst fallen, wenn auch der fällt, der es mir anlegte. – Seine Seele sei dein.

Nemorah, die du weißt, was verborgen ist. Lass nicht zu, dass falsches Wissen bestehen bleibt. Zeige all denen, die sehen können, was hier gewirkt wurde.

Xortam, Herr über das Wetter und den Krieg, verleihe mir sicheren Stand, wenn ich schwanke. Nicht nur im Kampf, sondern auch dann, wenn mir das Durchhalten schwerfällt.

Lugosch, der du Eisen formst und im Feuer prüfst, sieh dieses Werk an mir. Es wurde weder aus deiner Hand geboren, noch nach deinen Regeln geschmiedet. Erkenne den Fehler darin und hilf mir zu richten, was verdorben wurde.

Fribora, Hüterin des Lebens und der Liebe, bewahre in mir, was fühlt und nicht zerbrechen soll. Halte in mir, was noch ganz ist.

Gorena, du kennst alle Wege und wachst über die Reisenden. Lenke meine Schritte durch das fremde Land, das vor mir liegt. – Lass mich den Ort erreichen, an dem dies alles endet. Und halte das von mir fern, was mich davon abzubringen droht.

Ihr gütigen Sieben, ich bitte euch nicht um Erleichterung, sondern um Recht. Und um die Kraft, meine Fesseln bis zum Ende zu tragen.




Es folgten noch drei tiefe Atemzüge, bevor sie sich erhob, um gleich darauf zwischen die Felle auf ihrem Bett zu kriechen.

--Fortsetzung folgt--

DarkO

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 06.04.26 um 22:52 geändert
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BGlife
Freak

Sachsen




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  RE: Verfluchte Magier! Datum:01.04.26 12:48 IP: gespeichert Moderator melden


Tolle Fortsetzung, Danke.
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Thomas H
Fachmann





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  RE: Verfluchte Magier! Datum:06.04.26 09:59 IP: gespeichert Moderator melden


Vielen Dank für die Geschichte!

Das Fantasy-Setting gefällt mir sehr gut.

Ich bin schon gespannt, welche Abenteuer Doro noch erlebt und welche Entwicklung sie durchmachen wird.
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Oler
Einsteiger





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  RE: Verfluchte Magier! Datum:06.04.26 21:06 IP: gespeichert Moderator melden


Tolle Story, gute Charakteren und gut zu lesen. Vielen Dank für die Fortsetzung!
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DarkO
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Nürnberg




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  RE: Verfluchte Magier! Datum:17.05.26 16:18 IP: gespeichert Moderator melden


Die Reise nach Lurgesmund

Der Morgen war noch grau, als Dorothea die Poststation erreichte. Etwas Feuchtigkeit hing in der Luft. Von den Stallungen drang das Schnauben eines Pferdes zu ihr, gepaart mit dem Scharren von Hufen.

Sie war vor der Einfahrt der Station stehengeblieben. Nicht, weil sie sich unsicher fühlte, sondern um ihren Körper und ihren Geist zu ordnen.

Die zurückliegende Nacht war schlimm gewesen. Zunächst hatte sie versucht, sich wie gewohnt auf die Seite zu legen – doch der Kopfkäfig hatte unangenehm gegen ihren Wangenknochen gedrückt. Zudem hatte der Pflock, der ihren Kiefer in eine leicht geöffnete Stellung zwang, bewirkt, dass ihr unentwegt Speichel aus dem Mund rann. Ein ekeliges Gefühl. Beim Liegen auf dem Rücken lastete das Gewicht ihrer Handfesseln unangenehm auf dem Bauch. Zudem hatten die Ketten an Armen und Beinen jede kleine Bewegung behindert. Mehrmals hatte sie sich mühsam hin- und hergedreht, um eine halbwegs bequeme Schlafposition zu finden, und irgendwann einfach aufgegeben.

Jetzt fühlte sich Doros Nacken steif an, ihre Schultern verspannt.

„Offenbar ist es der Wille der heiligen Sieben, dass du diese Eisen trägst. Also musst du eben lernen, damit zurechtzukommen“, sagte sie zu sich selbst und ging weiter.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes schwangen die beiden großen Torflügel auf und ein braunhaariger Knecht mit dichtem Vollbart führte zwei Pferde in den Hof, die eine gelbe Kutsche zogen. Ein großes schwarzes Horn zierte deren Tür. Darunter prangten drei rote Buchstaben: D, H und L. Doro fragte sich unwillkürlich, wofür sie standen. Ein niedriges schwarzes Eisengitter umgab das Dach, auf dem einige Holzkisten und mehrere aus grobem Hanf gewebte Säcke festgezurrt lagen.

Der bärtige Mann lief prüfend einmal um das Gespann herum. Er fluchte leise, während er bei einem der Pferde eine Lederschnalle nachzog.

Kurz darauf wurde in der linken Hauswand eine Tür geöffnet. Mit einer Wachstafel in der Hand trat ein grauhaariger Herr ins Freie und blickte sich um. Aufgrund seiner Uniform musste es sich um den Postmeister handeln. Als er Dorothea näherkommen sah, erstarrte er kaum merklich.

Gleich nach dem Erstarren kam das Starren. Zuerst starrte er auf ihren Kopf. Oder eher auf den Käfig, der diesen umgab. Dann wanderten seine Augen langsam an ihrem Körper hinab, blieben kurz an den gefesselten Unterarmen hängen. Als er schließlich bei der Kette zwischen ihren Füßen angekommen war, zuckte er mit den Schultern und schüttelte den Kopf. Mit einer knappen Geste bedeutete er ihr, stehenzubleiben. Dabei sah er sie auffordernd an.

Sie fragte sich, ob die Aufmerksamkeit des Alten wohl so sehr auf das Metall an ihrem Körper fixiert war, dass er die Person, die es trug, überhaupt nicht wahrnahm. Sie zog ruhig ihre Holztafel hervor.

„Gelübde an Tograch“, las der Postmeister laut. Leicht misstrauisch verzog er den Mund. „Na, wenn Ihr meint.“

Ohne auf den Kommentar zu reagieren, löste sie die Lederschnur ihres Geldbeutels, kramte die erforderlichen Münzen heraus und reichte sie ihm.

Er zählte das Geld nach, bevor er es in seine Jackentasche beförderte.

„Gut. Name?“

Doro schrieb ihn auf die Rückseite ihrer Tafel.

„Dorothea Tannenberg.“ Langsam den Namen aussprechend, übertrug der Postmeister ihn auf seine Wachstafel.

Anschließend betrachtete er abermals ausgiebig ihren außergewöhnlichen Eisenschmuck, bevor er sie endlich durchwinkte und links auf eine schmale Bank deutete.



Nach und nach trafen die Mitreisenden ein.

Als Erstes kam ein Händler namens Alrik Brenner – rundlich, mit wettergegerbtem Gesicht und einem langen, spitzen Bart, der nach Gewürzen roch.

Er schleppte zwei schwere, eisenbeschlagene Holzkisten, deren Deckel mit dunklem Wachs versiegelt waren. An den Kanten klebten kleine Stoffstreifen, beschriftet mit hastigen Zeichen – vermutlich handelte es sich dabei um Inhaltsangaben. Als er eine der Kisten abstellte, entwich ein feiner Duft, der sich sofort in der kalten Morgenluft ausbreitete: Zimt, Mondanis, Nelken – und etwas Scharfes, das in den Augen brannte. Das konnte Koboldpfeffer sein.

„Vorsicht damit!“, rief er einem Burschen zu, der herbeigeilt war. „Das ist mehr wert als dein ganzer Stall! Und vermutlich auch als du!“

Der Junge nickte hastig und murmelte ein paar unverständliche Worte.

Der Händler strich prüfend über die Versiegelung, hob eine Kiste leicht an, als wolle er ihr Gewicht bestätigen.

Dorothea bemerkte er erst, als er sich wieder aufrichtete.

Wie erwartet verharrte sein Blick einen Moment lang auf ihr. So lang, dass es ihr von Sekunde zu Sekunde unangenehmer wurde. Irgendwann schien er Doros Tafel zu lesen. Geräuschvoll stieß er etwas Luft aus. „Na, meinetwegen. Solange Ihr meine Ware nicht anrührt.“

Der Nächste war Tovin Hark, offensichtlich ein Soldat. Sein Waffenrock war abgetragen, aber sauber geflickt. Er trug kein Wappen, keine Farben. Die Kleidung war einzig auf Zweckmäßigkeit ausgelegt. An seiner Seite hing kein prunkvolles Schwert, sondern ein schlichtes Kurzschwert in einer ebenso schlichten dunkelbraunen Lederscheide. Auf der Schulter hatte er einen kurzen Speer, dessen Holz an den Griffstellen glatt und dunkel war, vom jahrelangen Gebrauch poliert. Während er sich der Bank näherte, hallte der Klang seiner strammen Schritte von den umliegenden Wänden wider.

Seine Aufmerksamkeit fiel auf Dorothea und blieb dort haften. Aber nicht aus Verwirrung oder Verwunderung, sondern schlicht bewertend. Als versuchte er, etwas einschätzen, das er noch nicht ganz verstand. Dann nickte er einmal und nahm neben ihr Platz.

Es folgte eine junge Frau in edlen Gewändern, die sich dem Postmeister gegenüber als ‚Liriel von Eichenhain‘ vorstellte. Ihr Kleid war schlicht geschnitten, aber mit aufwendigen Ornamenten verziert und aus feinem Stoff, sauber, kaum abgenutzt. Ihre Hände waren gepflegt, ihre Haltung aufrecht. Sie wirkte, als gehöre sie nicht hierher – und wusste es.

Als sie Dorothea sah, stockte sie kurz, ein kaum sichtbares Zögern. Dann wich sie ein Stück zur Seite, setzte sich bewusst auf die gegenüberliegende Bank. So weit weg wie möglich.

‚Merten Kahl‘ lautete der Name des jungen Mannes, der danach vor den Postmeister trat. Er mochte kaum älter sein als Doro, vermutlich sogar eher drei Jahre jünger. Auf Doro wirkte er neugierig und aufgeschlossen, vielleicht auch ein wenig unbeholfen. Jedenfalls bestätigte das schiefe Lächeln, zu dem sich sein Mund verzog, als sie seinen offenen, leicht unsicheren Blick erwiderte, diesen Eindruck.

Schließlich erschien noch Schwester Ysara. Sie war still und unauffällig, dennoch selbstbewusst. Auch sie blieb einen Moment vor der Bank stehen, sowie sie Dorothea bemerkt hatte. Allerdings weder erschrocken noch angewidert – einfach nur aufmerksam. „Nemorah zum Gruße“, sagte sie freundlich.

Dorothea bemerkte, wie Ysaras Augen auf ihr verweilten, ruhig und fest. Zu fest. Sofort wandte sie den eigenen Blick ab. Gleichzeitig regte sich erneut dieses Ziehen in ihrem Magen. Anders als bei den übrigen Mitreisenden löste es jedoch weder Beklemmung noch Abwehr aus. Stattdessen strömte eine seltsame Wärme durch ihren Körper. Für einen flüchtigen Moment schien der beständige Druck des Metalls auf ihrer Haut nachzulassen.

Derselbe Junge, den Alrik zuvor angeherrscht hatte, schob kurz darauf einen niedrigen Holzkarren über den Hof. Die Räder rumpelten über das Pflaster, während er mit erstaunlich ernster Miene rief: „Gepäck für oben! Alles, was zu groß für die Kabine ist!“

Kaum hatte er das ausgesprochen, drückte Liriel ihre große Reisetasche etwas fester an sich. Das dunkle Leder war sauber gearbeitet und wirkte beinahe zu fein für eine gewöhnliche Postreise. Offenbar stand für sie außer Frage, dass die Tasche selbstverständlich mit ins Wageninnere kommen würde.

Der Junge blieb vor ihr stehen. Unsicher deutete er auf das Gepäckstück.

„Ähm… gnädige Frau? Die müsste wohl nach oben.“

Liriel richtete sich ein wenig auf und blinzelte irritiert.

„Wie bitte?“

„Eure Tasche ist zu groß für die Kabine“, erklärte der Junge vorsichtig. „Die kommt aufs Dach.“

Für einen Moment sah Liriel ihn an, als hätte er vorgeschlagen, ihre Kleidung künftig im Pferdestall aufzubewahren. Ihr Blick glitt kurz zur Kutsche hinauf, wo bereits Hanfsäcke und Alriks Kisten lagen.

„Das kommt überhaupt nicht infrage“, entgegnete sie kühl. „Darin befinden sich Kleidungsstücke, die ich während der Reise benötigen werde.“

Nervös verlagerte der Junge sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen und warf einen hilfesuchenden Blick zum Postmeister hinüber.

Der grauhaarige Mann hob den Blick von seiner Wachstafel und verzog leicht den Mund. Offenbar führte er diese Unterhaltung nicht zum ersten Mal.

„Zu großes Gepäck muss aufs Dach“, sagte er trocken. „Und für Eure Tasche fallen zwei Silbertaler Transportgebühr an.“

Liriels Stirn legte sich in Falten.

„Was? Zwei Silbertaler? Zusätzlich zum Fahrpreis?“, fragte sie entrüstet.

Der Postmeister zog die buschigen grauen Brauen zusammen und sah sie grimmig an.

„Ja“, erwiderte er barsch. „Zusätzlich.“

Für einen Augenblick wirkte Liriel, als wolle sie widersprechen. Dann öffnete sie mit widerstrebender Miene ihren Geldbeutel, suchte zwei Silbermünzen heraus und legte sie dem Jungen in die Hand. So als beginge sie gerade eine kleine persönliche Demütigung.

„Dann sorgt wenigstens dafür, dass ordentlich damit umgegangen wird“, sagte sie kühl, ehe sie das Gepäckstück freigab.

Kaum war Liriels Tasche auf dem Holzkarren abgestellt, trat Alrik zu dem Jungen und deutete mit ausgestrecktem Finger auf seine beiden eisenbeschlagenen Kisten.

„Und bei denen passt du gefälligst doppelt gut auf!“

„Das kostet vier Silbertaler“, sagte der Junge, diesmal etwas sicherer.

„Ja, ja, schon gut. Ich kenn den Tanz.“ Alrik ließ die Münzen in die Hand des Jungen fallen und legte noch einige Kupferstücke obendrauf. „Die hier sind dafür, dass du die Kisten nicht fallen lässt, nicht schief stellst und schon gar nichts Schweres draufpackst. Und wehe, ich riech nachher zerdrückten Mondanis oder verschütteten Koboldpfeffer!“

Der Bursche nickte hastig. Wenig später wurden die Kisten mit auffälliger Vorsicht auf das Dach gehievt und zwischen Säcken und anderem Gepäck festgezurrt, während Alrik das ganze Geschehen mit verschränkten Armen überwachte, als rechne er jeden Moment mit einer Katastrophe.

Als oben endlich alles seinen Platz gefunden hatte und unter einer gewachsten Plane gegen Nässe und Schmutz geschützt war, kletterte der Kutscher auf den Bock. Er blies zweimal kurz in sein Horn und rief: „Für die Fahrt nach Lurgesmund – über Schwarzenbrück, Falkenwacht und Silberquell – alles einsteigen!“

Liriel war die erste, die im Inneren der Kutsche Platz nahm. Natürlich erst, nachdem der Knecht zu ihr geeilt war und die Tür aufgehalten hatte. Danach stieg die andere Frau ein, Ysara. Der Gewürzhändler namens Alrik war der Nächste, gefolgt von dem Soldaten und dem jungen Mann, der so unbeholfen wirkte. Tovin und irgendwas mit ‚M‘.

Doro trat als Letzte an die Kutsche heran, den kleinen Rucksack über die linke Schulter gelegt. Doch als sie einen Fuß auf die kleine Trittstufe vor deren Tür setzen wollte, stellte sie fest, dass sie ihre Bewegungen wegen der Fesseln sorgfältig planen musste, bevor sie überhaupt den ersten Schritt hinaufsetzen konnte. Sie ging den Ablauf Schritt für Schritt im Kopf durch.

Ganz langsam. Linker Fuß auf die Stufe. Mit beiden Händen am Türrahmen festhalten –

Stopp. Moment. Mit den verbundenen Handgelenken klappte das so natürlich nicht.

Dann eben anders. Linke Hand an den Rahmen, die rechte nach innen. Gewicht verlagern. Rechten Fuß hochheben. Im Wageninneren abstellen. Bloß darauf achten, dass die Beinkette nirgendwo hängen bleibt.

Bedacht ließ Doro sich auf der freien Stelle nieder. Ihren kleinen Rucksack schob sie mit der Ferse unter die Bank. Sowie ihr Gewicht ganz auf der harten Sitzfläche ruhte, drückte der Keuschheitsgürtel — gewohnt unangenehm — gegen ihre unteren Rippen. Für kurze Zeit konnte sie das Gefühl freilich ignorieren. Allerdings würde sie bis zum ersten Zwischenhalt einige Stunden auf dieser Holzbank verbringen. Hinzu kam, dass die Enge der Kutsche kaum Möglichkeiten bot, die Sitzhaltung zu verändern. Das versprach, unerquicklich zu werden.

Sie zog den Kapuzenumhang von den Schultern, faltete ihn zusammen und legte ihn unter sich. Das machte die Sache etwas angenehmer.

Der Postmeister schloss von außen die Tür. Kurz darauf klopfte er zweimal mit der flachen Hand gegen das Holz der Kutsche.

„Hü!“

Unmittelbar danach folgte das leise Schnalzen der Zügel. Mit einem Ruck setzte sich die Kutsche in Bewegung. Holz knarzte, Räder rumpelten über das Pflaster, und für einen Moment schwankte das ganze Gefährt leicht zur Seite.

Dorothea lehnte sich zurück. Die Reise hatte begonnen. Jeder Hufschlag brachte sie ihrer Befreiung ein Stückchen näher.

Zunächst rumpelte das Gespann nur langsam durch die engen Gassen von Rotfels, bog einmal nach rechts ab, wenig später nach links. An einer Stelle mussten sie kurz anhalten, weil ein schwer beladenes Fuhrwerk den Weg versperrte.

Schließlich passierten sie das Stadttor. Dahinter wurde die Straße breiter. Als der Fahrer daraufhin den Zügeln mehr Raum gab, schien die Kutsche regelrecht einen Satz vorwärts zu machen.

Der heftige Ruck kam unerwartet, ließ ihren Kopf nach hinten kippen, ehe sie den Nacken anspannen konnte. Mit einem dumpfen ‚Tock‘ stieß ihr Kopfkäfig gegen die Rückwand der Kutsche.

Vor Schmerz verzog Doro leicht das Gesicht und ihr entfuhr ein kaum hörbares Stöhnen.

Sie richtete sich auf, beugte den Oberkörper nach vorn, stützte die Ellenbogen auf den Knien ab und legte das Kinn in die Hände. Bequem war sicherlich anders, doch mit diesem verfluchten Magierstahl am Körper wurde jede Haltung früher oder später unangenehm. Sie atmete einmal tief durch.

Der junge Mann ihr gegenüber sah sie erneut auf diese eigenartige Weise an. Wenn sie sich richtig erinnerte, lautete sein Name Merten. Sein Blick dauerte zwar immer nur kurz, doch das reichte bereits aus, um ihr lästig zu werden. Noch schlimmer war, dass er es immer wieder tat.

Was glotzt der denn ständig so komisch?, fragte sie sich genervt. Sie hatte sich inzwischen schließlich auch daran gewöhnt, mehrere Unzen Stahl mit sich herumzuschleppen. Warum schaffte der Kerl das nicht? Obwohl sie bereits am Vortag geahnt hatte, dass es passieren würde, hatte sie das ständige Gestarre irgendwann satt. Dorothea drehte den Oberkörper ein Stück zur Seite und blickte durch das kleine Fenster nach draußen.

Der Morgen war klar und überraschend mild. Die Sonne stand bereits höher über den Feldern, auf denen hier und da schon Bauern bei der Arbeit waren. Einige Blumen hatten ihre Blüten längst geöffnet, während über den Wäldern in der Ferne stellenweise noch Nebel hing.

Doro atmete mehrfach tief durch, genoss die frische Frühlingsluft.

„Also“, begann Alrik nach einer Weile und rieb sich geräuschvoll die Hände, „ich sage Euch: Wenn der Preis für Zimt noch weiter steigt, dann wird man damit bald mehr verdienen als in einer Silbermine.“

Tovin schnaubte verächtlich. „Und genau dann kommen die Räuber.“

„Dann bezahlt man eben Leute, die auf die Ware aufpassen.“

„Ha! Am Ende kosten die mehr, als der Gewinn ausmacht.“

Alrik winkte ab. „Ach was. Wer ordentlich handelt, denkt an so etwas selbstverständlich vorher.“

„Wer ordentlich handelt“, brummte Tovin und spreizte die Hände, „sitzt vermutlich auch nicht mit seinem halben Hausstand auf einer Postkutsche.“

Alrik lehnte sich zurück und grinste nur. „Neid steht Euch nicht, mein Freund.“

„Ich bin nicht Euer Freund.“

„Noch nicht.“



Das Gespräch zwischen dem Gewürzhändler und dem Soldaten ebbte nie ganz ab. Während Alrik ausschweifend von weit entfernten Handelsrouten, schwankenden Preisen oder besonders einträglichen Geschäften erzählte, ließ sich Tovin immer wieder mal zu einer trockenen Bemerkung hinreißen – eine von diesen Sticheleien fand Doro sogar so komisch, dass sie sich beinahe an ihrer eigenen Spucke verschluckt hätte.

Liriel beteiligte sich kaum. Meist blickte sie schweigend aus dem Fenster oder lauschte den Gesprächen mit nur dürftig kaschiertem Desinteresse. Ysara sagte sogar noch weniger. Dennoch fiel Doro auf, dass die junge Frau sie hin und wieder ansah — nicht auf dieselbe seltsame Weise wie Merten, sondern eher prüfend. Fast so, als versuchte sie, sich einen Reim auf sie zu machen.

Die Zeit verging nur langsam. Keine Sitzposition blieb auf Dauer wirklich bequem, weshalb Doro ihre Haltung häufig verändern musste. Mal lehnte sie sich etwas zurück, bis das Metall an ihrem Oberkörper wieder unangenehm drückte. Dann saß sie erneut nach vorn gebeugt, stützte die Ellenbogen auf den Knien ab oder verlagerte das Gewicht leicht zur Seite — solange, bis eines der übrigen Stücke Magierstahl in der neuen Position unangenehm zu drücken begann.

Gelegentlich wanderte ihr Blick nach draußen. Sie sah Felder und Waldstücke vorbeiziehen, dazwischen kleine Dörfer oder vereinzelte Höfe. Manchmal standen Bauern am Straßenrand, die bei ihrer Arbeit kurz innehielten und der vorbeifahrenden Kutsche hinterherblickten. Ab und an begegnete ihnen ein Wagen oder ein Reiter.



Irgendwann bemerkte sie, dass die Kutsche langsamer wurde. Das gleichmäßige Rumpeln ließ nach, zunächst kaum spürbar, dann deutlicher. Sie wandte den Kopf zum Fenster. Vor ihnen lag eine Kreuzung, an der sich zwei Landstraßen trafen. Dahinter stand ein Wirtshaus, daneben ein Brunnen und mehrere hölzerne Pferdetränken. Ein schwer beladener Wagen rollte vor ihnen gemächlich nach rechts davon.

Dorothea hoffte inständig, dass der Kutscher die Pferde nicht bloß seinetwegen langsamer werden ließ. Nach Stunden auf der harten Bank fühlte sich inzwischen jede Fessel unerquicklich an.

Wenige Augenblicke später hielt die Kutsche tatsächlich vor dem Wirtshaus. Draußen erklang das vertraute Geräusch von Schritten, dann öffnete sich die Tür.

--Fortsetzung folgt--

DarkO

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 17.05.26 um 16:50 geändert
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