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Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:09.09.26 13:00 IP: gespeichert
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Teil 1
Melissa von Blankenburg, eine junge Frau von 24 Jahren aus Berlin, hatte blonde lange Haare, war 166 cm groß und hatte mit ihren stahlblauen Augen ein typisch deutsches Aussehen. Sie studierte Jura und entschloss sich vor 6 Monaten zwei Jahre im Ausland zu studieren. Aber sie wollte nicht die üblichen Nobelunis, sondern etwas besonderes, etwas anderes. Sie enschied sich für ein kleines afrikanisches, sehr sehr konservatives Land, in das sie mit ihrem offenen Lenbensstil eigentlich gar nicht passt. Aber sie liebte es aufzufallen, mit ihren Reizen zu spielen. Ihre Eltern, die zusammen mit ihren zwei Brüdern eine Anwaltskanzlei in Deutschland hatten, bedienten nur gehobenes Klientel. Hier war sehr auf Ettikette zu achten. Deshalb geriet Melissa mit ihren Eltern oft aneinander, sie waren verstritten, wegen ihres offenen Lebenswandels, was den guten Ruf der Kanzlei gefärhrdete. Ihre Eltern hielten nichts von dem Studium in einem eher armen arfrikanischen Land mit einer namenlosen Universität. Aber sie finanzierten es Melissa trotzdem, den irgendwie waren sie auch froh, wenn sie weg war und hofften, dass Melissa mit zunehmenden Alter solider wurde.
Die feuchte, fast klebrige Hitze schien selbst durch die dicken Mauern des kolonialen Fakultätsgebäudes zu dringen. Unter den träge kreisenden Deckenventilatoren saß Melissa, den Rücken aufrecht, die Hände locker über ihrem Notizbuch verschränkt. Sie brauchte die Klimaanlage nicht, um einen kühlen Kopf zu bewahren; nach sechs Monaten in diesem Land hatte sich ihr Körper an das tropische Klima gewöhnt – zumindest äußerlich.
In den vollbesetzten Rängen des Hörsaals für Straf- und Verfassungsrecht war sie dennoch unübersehbar. Mit ihren vierundzwanzig Jahren, dem glatten, hellblonden Haar, das ihr über die Schultern fiel, den markanten stahlblauen Augen und der hellen, trotz der Sonne kaum gebräunten Haut, stach sie aus der Menge heraus wie eine Signalfarbe. Unter den gut achtzig Studierenden ihres Studienjahrgangs, war Melissa die einzige weiße Frau. Es gab es neben ihr lediglich drei weitere weiße Frauen, ebenfalls Austauschstudentinnen aus Europa. Doch die studierten andere Fächer und während die drei anderen sich fast ängstlich aneinanderklammerten, in den Pausen unter sich blieben und versuchten, möglichst unsichtbar zu wirken, bewegte sich Melissa mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit durch die Gänge und genoss es aufzufallen.
Sie war nicht hierhergekommen, um sich zu verstecken. Berlin war weit weg, und dieses konservative, tief traditionelle Inselreich bot ihr eine ganz eigene, fast berauschende Reibungsfläche.
„Frau von Blankenburg?“, ertönte die tiefe, sonore Stimme von Professor Adebayo vom Podium herauf. Seine Brille blitzte im matten Licht, als er über den Rand seiner Manuskripte blickte. „Wie beurteilt das hiesige Gewohnheitsrecht den Tatbestand des Vertrauensbruchs im Verhältnis zu den kodifizierten Statuten von 1974?“
Ein leises Raunen ging durch die Reihen. Es war eine Fangfrage, gedacht, um unvorbereitete Studenten vorzuführen. Doch Melissa lächelte nur schwach, strich sich eine blonde Strähne hinter das Ohr und antwortete ohne Zögern in fließendem, präzisem Englisch: „Das Gewohnheitsrecht bricht in diesem Fall nicht die Statuten, Herr Professor, sondern ergänzt die Strafzumessung um die moralische Komponente der Gemeinschaftsehre. Paragraph 12 Absatz 3 greift erst, wenn der Ältestenrat keine Schlichtung erwirkt hat.“
Adebayo hielt für einen Moment inne, musterte sie streng, nickte dann aber kaum merklich. „Präzise formuliert. Danke.“
Als sie sich wieder setzte, spürte sie die Blicke. Zur Rechten saß David, einer der besten Studenten seines Jahrgangs, der ihr ein breites, anerkennendes Grinsen zuwarf und leise ein „Nicht schlecht, Blankenburg“ hinüberflüsterte. Sie erwiderte seinen Blick, ließ ihre Augen für eine Sekunde zu lang auf seinen Lippen ruhen und schenkte ihm jenes halbe, wissende Lächeln, das er genau verstand. Es war dasselbe Lächeln, mit dem sie am vergangenen Wochenende den Absolventen der Wirtschaftsfakultät in ihre Wohnung gelotst hatte.
Melissa nahm sich, was sie wollte. Die Männer hier – groß, selbstbewusst, oft geprägt von einem patriarchalischen Stolz – faszinierten sie. Und sie wusste ganz genau, welche Wirkung ihre Erscheinung auf sie hatte. Für sie war sie exotisch, begehrenswert, ein schillernder Kontrast zu den traditionellen Normen, die ihnen von Familie und Kirche eingeprägt worden waren. Melissa nutzte das schamlos aus; sie genoss die Aufmerksamkeit, das Werben, die heimlichen Berührungen im Schatten der Bibliothek.
Doch was niemand an diesem Campus wusste – weder die Professoren, die ihre scharfsinnigen juristischen Arbeiten lobten, noch die Kommilitonen, die sich in ihrer Nähe sonnten – war die dunklere Facette ihres Begehrens. Nach außen hin trat sie unabhängig, fast dominant und unnahbar auf. Doch hinter verschlossenen Türen, wenn die Lichter gelöscht waren und der Respekt der Gesellschaft keine Rolle mehr spielte, sehnte sie sich nach etwas ganz Anderem: nach Unterwerfung. Sie liebte es, die Kontrolle abzugeben, dominiert zu werden, den festen Griff einer Hand im Nacken zu spüren und Befehle auszuführen. Eine unauffällige, tief verborgene devote Ader, die sie bisher sorgsam hütete. In einer Gesellschaft, in der Moral und Gehorsam per Gesetz eingefordert wurden, war dieses Spiel mit dem Kontrollverlust für sie wie ein Rausch.
Weiter hinten im Saal war die Atmosphäre allerdings deutlich kühler.
Als Melissa nach Ende der Vorlesung ihre Unterlagen in die lederne Umhängetasche packte, schnitten zwei einheimische Studentinnen ihren Weg. Amina und Kendra, beide aus angesehenen, streng gläubigen Familien der Hauptstadt, würdigten sie keines Blickes, sprachen aber betont laut miteinander.
„Manche Leute denken wohl, gute Noten und ein westlicher Pass reichen aus, um sich hier alles erlauben zu können“, sagte Kendra mit schneidendem Unterton, während sie an Melissa vorbeizog. „Aber die Anstands- und Sittengesetze gelten für jeden. Egal, wie sehr man den Männern den Kopf verdreht.“
Melissa ließ sich nichts anmerken. Sie schloss den Reißverschluss ihrer Tasche, schwang sie über die Schulter und ging erhobenen Hauptes an den beiden vorbei. Sie kannte die Gerüchte, die Blicke, die Missgunst. Die einheimischen Frauen sahen in ihr eine Provokation – eine weiße Europäerin, die nicht nur akademisch glänzte, sondern die Männer der Universität um den Finger wickelte, ohne sich an die eisernen Anstandsregeln des Landes zu halten. Für Melissa war diese Feindseligkeit bisher nur Hintergrundrauschen gewesen. Ein lästiges, aber harmloses Nebenprodukt ihrer Freiheit.
Draußen auf dem sonnendurchfluteten Innenhof trat David an ihre Seite.
„Kommst du heute Abend mit in den Club an der Marina?“, fragte er mit gesenkter Stimme und trat dabei einen Schritt näher an sie heran, als es die gesellschaftlichen Konventionen in der Öffentlichkeit eigentlich erlaubten. „Ein paar von uns wollen feiern. Nur wir.“
Melissa sah zu ihm auf. Die Sonne spiegelte sich in ihren blauen Augen. Sie spürte den Nervenkitzel, die Gefahr, die in diesem Land in jeder Grenzüberschreitung lauerte – und ahnte noch nicht, wie schnell dieses starre System zuschnappen konnte, wenn man die unsichtbaren Linien einmal zu weit übertrat.
„Vielleicht“, sagte sie leise, mit einem Blick, der alles und nichts versprach. „Hol mich um neun ab.“
So lebte Melissa ihr Auslandsstudium. Beste Noten und hochbegabt aus reichem Hause. Das Studium und Luxusleben finanziert von den Eltern. Aber sie nahm sich auch jeden Mann den sie kriegen konnte und setzte ihre Reize gnadenlos ein, was sie bei den weiblichen Mitstudentinnen sehr unbeliebt machte. Es gab nur sehr wenige Studentinnen, mit denen sie sich gut verstand. Die meisten waren eifersüchtig auf ihre europäische, schamlose Art und sahen sie als Konkurrentin. Sie hassten Melissa.
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:09.09.26 13:12 IP: gespeichert
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Hallo Sklavin Jasmin,
so schön, dass es nach dem wunderbaren Schluss von Sklavin Florentine eine neue Geschichte gibt.
Ich bin schon so gespannt.
Devote Grüße
Erika
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:11.09.26 12:18 IP: gespeichert
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Teil 2
Die Ankündigung erfolgte nicht über das offizielle Vorlesungsverzeichnis, sondern sprach sich wie ein Lauffeuer durch die Korridore des Instituts für Strafrecht.
Es war Professor Adebayo, der am Ende einer Vorlesung über Strafvollzug und Vollstreckungsrecht die Unterlagen auf seinem Pult ordnete und beiläufig eine seltene Gelegenheit in den Raum stellte. Das Frauengefängnis von St. Jude, ein für seinen harten Strafvollzug bekanntes Gefängnis, öffnete für gewöhnlich unter keinen Umständen seine Tore für Außenstehende. Es war die härteste Vollzugsanstalt des Staates, reserviert ausschließlich für Frauen, die zu langjährigen Strafen ab fünfzehn Jahren bis hin zu lebenslanger Haft verurteilt worden waren. Ein hermetisch abgeriegelter Komplex, der unter eiserner, militärischer Disziplin geführt wurde.
Dass überhaupt über einen Besuch gesprochen werden durfte, verdankte die Fakultät einer familiären Verbindung: Kendras Tante, Victoria Mbeki, war die kommandierende Direktorin der Anstalt. Eine Frau, deren Name selbst unter gestandenen Richtern nur mit gedämpfter Stimme und unverhohlenem Respekt ausgesprochen wurde. Nach zähen Verhandlungen hatte sie eingewilligt, einer streng limitierten Gruppe von genau zwanzig ausgewählten, ausschließlich weiblichen Jurastudentinnen, eine zweitägige Studienbegehung zu gestatten. Der pädagogische Zweck war unmissverständlich: Die künftigen Juristinnen des Landes sollten mit eigenen Augen sehen, was es bedeutete, wenn die Gnade des Staates verwirkt war und die eiserne Härte des Gesetzes die volle Kontrolle übernahm. Die Besichtigung sollte zwei Tage dauern. Am ersten Tag Besichtigung des Vollzuges in der Haftanstalt, Übernachtung in der Kaseren des Wachpersonals, etwa zehn Kilomiter entfernt von dem Gefängnis, und am zweiten Tag der theoretische Teil, in dem erklärt wurde, warum der Vollzug so streng geführt wird und warum dies absolut berechtigt und verhälnismäße ist.
Männer waren in St. Jude vollkommen verboten. Die Anstalt wurde ausnahmslos von weiblichen Offizierinnen und Wärterinnen bewacht; selbst die Gefangenen sollten über Jahrzehnte hinweg jede Erinnerung an männliche Kontakte, sexuelle Reize, Schutz oder Einfluss verlieren. Eine vollkommene Isolation, getragen von kompromissloser Härte.
Als die Liste zur Eintragung im Sekretariat auslag, dauerte es keine zehn Minuten, bis sich die Reihen füllten. Unter den Bewerberinnen stand an achter Stelle: Melissa von Blankenburg.
Dass ausgerechnet Melissa sich gemeldet hatte, sorgte auf den Fluren sofort für Getuschel. Kendra und Amina hatten ihr im Vorraum des Dekanats Blicke zugeworfen, die zwischen Verachtung und unverhohlener Häme schwankten. Für Kendra war der Ausflug ein Heimspiel, eine Demonstration der Macht und der sittenstrengen Ordnung, die ihre eigene Familie verkörperte. Was wollte eine europäische Austauschstudentin, die für ihren lockeren Lebenswandel und ihre Verachtung lokaler Konventionen bekannt war, an einem solchen Ort?
Melissa jedoch hatte nicht eine Sekunde gezögert.
Während sie in den Tagen vor der Exkursion in ihrem Apartment am Schreibtisch saß und die wenigen verfügbaren Berichte über die Haftanstalt sichtete, kreisten ihre Gedanken unablässig um diesen Ort. Natürlich wusste sie, was die offizielle Lehrbuchmeinung dazu sagte: Isolation, Brechung des individuellen Willens, strikte Unterordnung unter ein militärisches Reglement. Doch während ihre Kommilitoninnen bei dem Gedanken an St. Jude Schaudern oder akademische Distanz empfanden, regte sich in Melissa eine ganz andere, tief verborgene Faszination.
Sie malte sich aus, wie der Alltag hinter diesen Mauern wohl tatsächlich ablaufen mochte. Frauen, fast vollkommen abgeschnitten von der Außenwelt, unterworfen einem System, in dem kein persönlicher Freiraum, keine Eitelkeit und kein Widerstand existierten. Ein Ort absoluter Kontrolle. Wie fühlte es sich an, wenn der eigene Wille Schritt für Schritt abgetragen wurde? Wenn jeder Atemzug, jedes Aufstehen, jeder Schritt auf den Millimeter genau befohlen wurde und jede Zuwiderhandlung sofortige, spürbare Konsequenzen nach sich zog?
Melissa ertappte sich bei dem Gedanken, wie es wohl wäre, dort nicht bloß als privilegierte Besucherin im maßgeschneiderten Hosenanzug durch die Gänge zu flanieren, sondern die eisige Realität dieser Unterwerfung am eigenen Leib zu spüren. Ihre heimliche devote Seite, die sie bisher nur in flüchtigen, kontrollierten Momenten hinter verschlossenen Türen ausgelebt hatte, reagierte auf die bloße Vorstellung dieser totalen Autorität mit einem heimlichen, prickelnden Schauer. Sie stellte sich die Drill-Übungen vor, den harten Tonfall der Wärterinnen, die absolute Hilflosigkeit und Ausgeliefertheit der Insassinnen. Ein gefährlicher, verbotener Gedanke – gerade hier, in einem Land, dessen Justizapparat keine Fehler verzieh.
Aber Melissa gab sich immer Mühe, ihre devoten Fantasien und Lüste zu unterdrücken und nicht nach außen zu erkennen zu geben. Dass passte nicht zu ihrem selbstbewussten Auftreten, der teuer und edel gekleideten jungen Frau, die sich von niemanden etwas sagen ließ und sich keinen anständigen Lebenswandel vorschreiben ließ. Sie musste Überlegenheit demonstrieren.
Am Morgen der Abfahrt lag bereits um kurz nach sieben eine drückende Schwüle über dem Campus. Vor dem Verwaltungsflügel der juristischen Fakultät wartete ein schwerer, dunkelblauer Gefängnisbus mit abgedunkelten, vergitterten Scheiben – ein erstes, unmissverständliches Signal der Anstaltsleitung, dass dieser Ausflug kein gewöhnlicher Universitätsausflug werden würde.
Melissa traf pünktlich ein. Sie trug eine edle, hochgeschlossene weiße Bluse, eine dunkle edle Stoffhose, dazu sehr hohe Stöckelschuhe, die extrem klackernde Geräusche von sich gaben,und hatte ihr langes blondes Haar zu einem straffen Zopf nach hinten gebunden und war stark und auffällig, aber nicht vulgär geschminkt. Aufgrund der teuren Kleidung und ihren Stöckschuhen stach sie unter den neunzehn einheimischen Studentinnen unweigerlich hervor und sie war die einzige Weiße in der Gruppe.
Kendra stand bereits an der Vordertür des Busses, flankiert von Amina. Sie sprach mit einer resolut wirkenden Aufseherin in olivgrüner Dienstuniform, deren Koppel mit Handschellen und Schlagstock bestückt war. Als Melissa sich näherte, verstummten die Gespräche der Umstehenden. Kendra musterte Melissa von oben bis unten, ein kaltes, überlegenes Lächeln auf den Lippen.
„Glaubst du wirklich, dass du da drin klarkommst, Melissa?“, fragte Kendra laut genug, damit die anderen Studentinnen es hören konnten. „Meine Tante duldet keine Extrawürste. In St. Jude gelten westliche Allüren gar nichts. Dort herrscht Disziplin.“
Melissa blieb ruhig stehen. Sie hielt Kendras Blick stand, ohne die Spur einer Verunsicherung zu zeigen. „Ich bin hier, um zu lernen, wie das hiesige Strafvollzugssystem in der Praxis funktioniert, Kendra. Genau wie du.“
„Wir werden ja sehen“, erwiderte Kendra scharf, wandte sich ab und stieg als Erste über die stählernen Tritte in den Bus.
Die Aufseherin trat an die Einstiegstür, ein Klemmbrett in der behandschuhten Hand. Ihre Stimme schnitt militärisch präzise durch die Morgenluft: „Ausweise bereithalten. Mobiltelefone, Smartwatches und jegliche privaten Gegenstände bleiben hier oder werden in die Verwahrbox gelegt. Wer versucht, unerlaubte Gegenstände auf das Gelände zu bringen, bleibt sofort an der Schleuse. Einsteigen, Einzelreihe!“
Eine nach der anderen traten die Studentinnen vor, gaben ihre Telefone ab und bestiegen den Bus. Die Atmosphäre war schlagartig ernst geworden; das anfängliche Kichern und Flüstern war vollkommen verstummt.
Als Melissa an der Reihe war, scannte die Wärterin ihren Studentenausweis, blickte kurz auf ihre blonde Erscheinung und heftete ihr einen nüchternen, fast geringschätzigen Blick an. Ohne ein Wort deutete sie mit dem Daumen nach innen.
Melissa stieg die Stufen hinauf. Der Innenraum des Busses roch nach kaltem Vinyl, Schweiß und Desinfektionsmittel. Die Sitze waren hart, ohne Polsterung, und durch die dicken Gitter vor den Fenstern brach das Sonnenlicht in harten Streifen auf den Mittelgang. Sie ging nach hinten durch und setzte sich an einen Einzelplatz am Fenster.
Kaum hatte sich die letzte Studentin gesetzt, zischte die hydraulische Tür mit einem schweren, metallischen Laut zu und verriegelte sich hörbar. Der Dieselmotor heulte dröhnend auf, und das schwere Fahrzeug setzte sich langsam in Bewegung.
Melissa blickte durch das Rautengitter der Scheibe nach draußen, während die vertrauten Gebäude des Campus zurückblieben und der Bus Kurs auf die abgelegenen, kargen Hügel außerhalb der Stadt nahm. Ihr Puls ging etwas schneller – nicht aus Angst, sondern getrieben von einer dunklen, nervösen Neugier auf das, was hinter den Mauern von St. Jude auf sie wartete.
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Stamm-Gast
 

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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:13.09.26 07:45 IP: gespeichert
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Hallo Sklavin Jasmin,
danke für die Fortsetzung, ich bin schon so gespannt auf die Gefängnisbesichtigung.
Wird Melissa das Gefängnis mit der Studentengruppe wieder verlassen können? Ich hoffe doch schon! Spätere Verfehlungen werden sie bestimmt wieder hineinführen, denke ich.
Liebe devote Grüße
Erika
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KG-Träger
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:13.09.26 09:24 IP: gespeichert
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Oder aber diese Kendra zettelt etwas an, damit Melissa dort gleich inhaftiert wird.
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:14.09.26 14:09 IP: gespeichert
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Teil 3
Die Fahrt führte tief in das karge, staubige Hinterland. Je weiter der vergitterte Gefängnisbus über die holprigen Asphaltstraßen rumpelte, desto dünner wurde die Vegetation, bis schließlich nur noch verbrannte Erde, scharfkantiges Geröll und dorniges Gestrüpp die Landschaft prägten.
Dann tauchte St. Jude am Horizont auf – und das gedämpfte Flüstern im Bus erstarb mit einem Schlag.
Die Anlage glich keinem zivilen Bauwerk, sondern einer unerbittlichen Militärfestung. Ein massiver, rund sechs Meter hoher Betonwall schirmte den Komplex vollkommen von der Außenwelt ab, gekrönt von dichten Rollen rasiermesserscharfem Stacheldraht, der in der gleißenden Mittagssonne glänzte. In regelmäßigen Abständen ragten stählerne Wachtürme empor, besetzt mit Scharfschützinnen in fleckgetarnten Uniformen. Hochspannungswarnschilder, Bewegungsmelder und ein doppelter Sicherheitszaun im Vorfeld ließen keinen Zweifel daran: Wer St. Jude betrat, verschwand von der Bildfläche.
Der Bus passierte die erste Panzersperre, hielt im Zwischenraum der massiven Schleusentore und rollte schließlich in den inneren, von Betonmauern umschlossenen Verwaltungshof. Mit einem zischenden Ruck kam das Fahrzeug zum Stehen.
Als die Studentinnen sich erhoben, trat der markante Kontrast innerhalb der Gruppe noch schonungsloser zutage. Die einheimischen Studentinnen hatten sich den strikten Gepflogenheiten ihres Landes entsprechend gekleidet: weite, knöchellange Röcke, flache, funktionale Lederschuhe, dezente Farben, keinerlei Schmuck.
Und dann war da Melissa.
Sie hatte die Aufforderung, sich zurückhaltend zu kleiden, auf ihre ganz eigene, fast provokante Weise interpretiert. Auf den ersten Blick wirkte ihr Ensemble unaufdringlich – ein dunkelblauer, perfekt taillierter Designer-Hosenanzug und eine seidene Bluse, die hochgeschlossen saß. Doch der Stoff war federleichter, makelloser italienischer Zwirn, der Schnitt betonte bei jedem Schritt die schlanke Silhouette ihrer Taille und die langen Beine. Vor allem aber trug sie feine, spitze Pumps aus schwarzem Glanzleder mit schwindelerregend hohen Pfennigabsätzen. Sie war stark und auffällig, aber nicht vulgär geschminkt, trug Schmuck, teure Halskette, Ringe und ein dezentes Nasen und ein Lippenpiercing, eher unauffällig.
Als Melissa die steilen Metallstufen des Busses hinabstieg, hallte das Geräusch über den totenstillen Betonhof: Klack. Klack. Klack.
Ein hartes, rhythmisches, unnachgiebiges Echo. Ihr Gang war aufrecht, das Kinn selbstbewusst gehoben, der Blick kühl und neugierig zugleich. Bei ihren Mitstudentinnen stieß dieses Auftreten auf unverhohlene Verachtung. Amina schnaubte leise, Kendra schüttelte demonstrativ den Kopf, und selbst diejenigen, die Melissa bisher neutral gegenübergestanden hatten, musterten ihre Schuhe und den teuren Stoff und ihr Aussehen mit eisiger Ablehnung. In ihren Augen war dieses Auftreten nicht bloß unpassend – es war pure Arroganz, eine westliche Zurschaustellung von Überlegenheit und Eitelkeit an einem Ort, der darauf ausgelegt war, jede Individualität zu zermalmen.
Melissa registrierte die giftigen Blicke sehr wohl, doch sie quittierte sie nur mit einem kaum merklichen, spöttischen Aufblitzen in den blauen Augen. Sie hatte nicht vor, sich kleiner zu machen, als sie war.
Auf dem Hof erwartete sie bereits das Empfangskommando. Angeführt wurde es von Victoria Mbeki, Kendras Tante und kommandierende Direktorin von St. Jude. Die Frau war eine imposante, hochgewachsene Erscheinung Mitte fünfzig, gehüllt in eine pechschwarz gebügelte, militärisch anmutende Uniform, Rock und Hemd mit silbernen Rangabzeichen am Kragen. Ihr Haar war streng nach hinten geschoren, die Züge ihres Gesichts wirkten wie aus dunklem Granit gemeißelt. Flankiert wurde sie von drei bullig wirkenden Aufseherinnen in Einsatzuniformen, Rock, Hemd und Stiefel in militärischen Look, Funkgeräten, Pfeffergas und dicken Gummiknüppeln am Koppel.
Als Melissas Absätze über den Hof hallten, wanderte Mbekis Blick langsam von den zierlichen Designerpumps herauf zu Melissas blondem Haar. Kein Muskel in ihrem Gesicht zuckte, doch die Kälte in ihren Augen hätte Glas splittern lassen können.
„Ruhe“, befahl Mbeki. Ihre Stimme war nicht laut, besaß aber die schlagartige Wucht einer Peitsche. Die zwanzig Studentinnen nahmen unwillkürlich Haltung an.
„Willkommen in St. Jude“, fuhr die Direktorin mit schneidender Präzision fort. „Sie betreten eine Einrichtung, die für dreihundert der gefährlichsten, verkommensten Straftäterinnen dieses Landes gebaut wurde. Jede Frau, die hinter diesen Toren einsitzt, verbüßt mindestens fünfzehn Jahre; viele werden diese Mauern erst in einem Holzsarg verlassen. Bei uns gibt es keine Soziologen, keine Therapiekreise und keine Resozialisierungsillusionen. Hier regieren Disziplin, Buße und absolute Unterordnung. Sie werden schweigen. Sie werden die Formation halten. Und Sie werden unter keinen Umständen Blickkontakt zu den Sträflingen aufnehmen oder deren Existenz durch Gesten würdigen. Wer aus der Reihe tanzt, erfährt die Härte unserer Dienstvorschriften am eigenen Leib.“
Ihr Blick blieb für einen qualvollen Sekundenbruchteil an Melissa hängen. „Das gilt ausnahmslos für jeden. Vor allem für jene, die glauben, dieser Ort sei ein Laufsteg.“
Ein unterdrücktes Kichern ging durch die Reihen der Studentinnen. Melissa rührte sich nicht. Doch tief in ihrer Magengrube zog sich etwas heiß und prickelnd zusammen. Der autoritäre, militärische Ton der Direktorin schlug genau jene verbotene Seite in ihr an, die sie so sorgsam verbarg.
„Abmarsch. Trakt A“, bellte Mbeki.
Die schweren Stahltüren des Hauptgebäudes entriegelten sich mit ohrenbetäubendem Surren. Sobald die Gruppe den Innenbereich betrat, schlug ihnen die Atmosphäre wie eine physische Wand entgegen. Es roch nach kaltem Chlor, Putzmitteln, altem Essen und dem metallischen Schweiß von Hunderten eingesperrten Menschen. Das Licht bestand ausschließlich aus summtönenden Leuchtstoffröhren, die in Drahtkörben an der Decke montiert waren. Es gab keine Fenster. Nicht einen einzigen Quadratzentimeter Tageslicht.
Was die Anstaltsleitung zynisch als „normalen Vollzug“ bezeichnete, war für die jungen Jurastudentinnen ein unmittelbarer Schock. Das, was sie in den Lehrbüchern über Verhältnismäßigkeit und Strafvollzugsrecht gelernt hatten, existierte hier schlicht nicht.
Die Korridore bestanden aus nacktem, grauem Beton. Rechts und links zogen sich massive, abweisende Stahltüren entlang, die nur eine kleine etwa 30 mal 30 cm große Panzerglauscheibe besaßen.
„Zellenbelegung: sechs Insassinnen pro Einheit“, erklärte Mbeki im Marschieren, während ihre drei Aufseherinnen die Studentinnengruppe mit argwöhnischen Blicken abschirmten. „Zellengröße 20 Quadratmeter. Keine Fenster. Lüftung erfolgt über Lüftungskanäle. Inventar: drei Doppelstockbetten aus blankem Stahl mit einfachem 5 cm Matratze aus Rosshaar, ein Tisch und Sitzgelegenheit für sechs Personen, eine Edelstahltoilette und ein kleines Wachebecken. Licht wird um 21:00 Uhr zentral gelöscht, um 05:00 Uhr wird geweckt.“
Einige der Studentinnen wurden sichtlich blass. Eine junge Frau neben Kendra hielt sich unwillkürlich ein Taschentuch vor die Nase, als durch die Lüftungsschlitze der modrige Gestank drang.
Melissa zwang sich, ihren Schritt zu verlangsamen, als sie an einer der Türen vorbeikam. Ihre Absätze klickten unerbittlich auf dem Zementboden – ein Laut, der hinter den dicken Türen wie ein Signal wirken musste. Durch die kleine Panzerglasscheibe erhaschte sie einen Blick ins Innere: Im fahlen Dämmerlicht waren Frauen in grober, verwaschener, giftig orangefarbener Sträflingskleidung die zu groß wirkte. Die Stoffe waren steif, ungepflegt, mit Nummern über der Brust bedruckt. Die Frauen hatten kahlgeschorene oder raspelkurze Köpfe. Eine von ihnen presste ihr Gesicht so nah an die Scheibe, dass ihr Atem das Sicherheitsglas beschlug. Ihre Augen waren eingefallen, von dunklen Schatten umrandet, gezeichnet von einer Mischung aus stumpfem Schmerz, unbändigem Hass und purem Neid, als ihr Blick auf Melissas blonde Haare und die feine Bluse fiel.
Mbeki sagte in herrischem Ton: „Das war gerade eine Zelle die belegt war, die Insassinnen müssen aus gesundheitlichen Gründen einige Tage in der Zelle bleiben, wegen der Ansteckungsgefahr, die von Ihnen ausgeht. Eine hat die Grippe. Die anderen Zellen sind jetzt alle leer, weil die Insassinnen beim Arbeitsdienst sind. Wenn Sie wollen, kann ich ihnen mal eine Zelle von innen zeigen, sie dürfen reingehen.“
Die Studentinnen nickten. Mkebi hielt eine Karte an ein Gerät neben der Tür und gab eine Code ein. Dann hörte man Entriegelungsgeräusche und die Tür ging zischend auf und fuhr zur Seite. Mkebi erklärte: „Diese Zellen wurden ursprünglich für vier Insassinnen geplant, aber ich als Direktorin habe entschieden, dass die Zellen ausreichend Platz für sechs Insassinnen bieten. Natürlich ist es dann eng, aber die Frauen sind nicht hier um sich zu fühlen wie zu Hause. Die Zellen sind fünf Meter breit und 4 Meter tief. An der linken Seite stehen jeweils drei Stockbetten. Hinten ist ein Tisch und mit zwei Bänken, auf denen jeweils drei Frauen sitzen können. Betten, Tisch und Bänke sind selbstverständlich fest im Boden verankert. Hier links von der Zellentür ist eine Edelstahltoilette und daneben ein kleines Edelstahlbecken mit einem Wasserhahn. Auf dem Sims darüber sind die Zahnbürsten und Trinkbecher. Alles ist mit Kettchen an der Wand gesichert, damit damit nicht herumgeworfen werden kann. Hier hängen noch zwei Handtücher und zwei Waschlappen, die müssen sich die Insassinnen teilen. Wände, Boden und Decke ist aus Beton. Keine Fenster, nur das in der Zellentür. Belüftung erfolgt über die Rohre oben in der Decke. Die vergitterten Neonlampen an der Decke sorgen für ausreichend Licht in der Zelle. Sie können jetzt alle nacheinander in die Zelle gehen und sich das anschauen. Zum Schluss können auch mal sechs von euch gemeinsam in die Zelle gehen, damit ihr ein Gefühl bekommt, wie es sich anfühlt, wenn man auf engen Raum miteinander leben muss. Aber nochmal, das hier ist ein Gefängnis, kein Hotel.“
Die unmenschliche Enge, das vollständige Fehlen von Privatsphäre und das Wissen, dass sechs erwachsene Frauen jahrelang auf wenigen Quadratmetern eingesperrt waren, raubte der Gruppe den Atem.
„Der Tagesablauf ist lückenlos getaktet“, dozierte Mbeki ungerührt weiter, während ihre Stimme metallisch von den Decken widerhallte. „Acht Stunden Zwangsarbeit in verschiedenen Bereichen. Das Essen besteht aus einer standardisierten Maismehl-Sojapaste, kalorisch genau so bemessen, dass die Arbeitsfähigkeit erhalten bleibt, aber keine überschüssigen Kräfte für Rebellion entstehen. Hofgang: exakt sechzig Minuten täglich. In isolierten Kleingruppen zu je 18 Frauen, in betonierten Käfigen unter freiem Himmel, ohne Kontakt zu den anderen Blöcken.“
„Aber... Frau Direktorin“, wagte eine zitternde Stimme aus der Mitte der Gruppe einzuwerfen – es war eine Studentin aus den vorderen Reihen, deren Gesicht kreideweiß geworden war. „Gibt es denn gar keine Möglichkeit auf Bildung, Bücher... oder wenigstens eine Privatssphäre?“
Mbeki blieb abrupt stehen. Die gesamte Kolonne hielt den Atem an.
Die Direktorin drehte sich langsam um, ihre Augen verengten sich zu gefährlichen Schlitzen. „Dies ist kein Sanatorium, Fräulein. Diese Frauen haben Straftaten begangen und die Gesetze unserer Gemeinschaft mit Füßen getreten. Sie haben ihr Recht auf Bequemlichkeit verwirkt. Unser Auftrag ist nicht ihr Wohlbefinden, sondern ihr vollkommener, unbedingter Gehorsam. Wer den harten Weg wählt, muss die Härte tragen.“
Ein beklemmendes Schweigen senkte sich über den Gang. Mehrere der einheimischen Studentinnen senkten verschüchtert den Blick. Der Stolz und die Überheblichkeit, mit der sie den Ausflug am Morgen angetreten hatten, waren vollkommen verflogen. Die Realität dieses brutalen Ortes, an dem menschliche Würde systematisch gebrochen wurde, erschütterte sie bis ins Mark.
Nur Melissa stand aufrecht da. Ihre Finger glitten unbemerkt über den Saum ihres Jacketts. Sie sah die nackten Wände, spürte die erdrückende, sauerstoffarme Kälte des fensterlosen Traktes und hörte aus der Ferne das metallische Scheppern eines Gitters, gefolgt von einem harten, bellenden Befehl einer Wärterin.
Während die anderen mit Übelkeit und moralischem Entsetzen kämpften, fühlte Melissa ein dunkles, elektrisierendes Ziehen in ihrer Brust. Der Gedanke, in einen dieser groben orangen Anzüge gesteckt zu werden, die Kälte des Zementbodens barfuß zu spüren und der eisernen Willkür dieser Aufseherinnen vollkommen ausgeliefert zu sein, jagte ihr einen Schauer über den Rücken. Es war abstoßend, grausam und zutiefst unmenschlich – und genau deshalb übte es auf ihre verborgene Natur eine fast unwiderstehliche Faszination aus.
Die Studentinnen konnten jetzt die Zellen besichtigen. Bevor die Gruppe die Gefängnisgebäude betreten hatten, erlebten Sie draußen die schwüle, feuchte und heiße Luft. In dem Gebäude und jetzt in den Zellengängen war es kühler, es stank zwar, aber die Luft war erträglich. Als Melissa wie die anderen Studentinnen nacheinander eine der Zellen besichtigte, spürte sie sofort, dass es in der Zelle feuchtwarm und stickig war. Eine Luft zum Ersticken, an die man sich erst gewöhnen musste. Und es stank in der Zelle nach Schweiß und Füssen. Melissa ging zu den Betten und sah die versifften dünnen Matratzen, keine Kissen. Melissa hatte den Eindruck, dass der Gestank hauptsächlich von den Matratzen ausging. Wahrscheinlich schwitzten die Frauen in den Zellen und beim Schlafen. Es roch auch nach der Toilette in diesem winzigen Raum. Melissa spürte die Enge dieser Zelle. Sie wusste nicht warum, aber sie war erregt.
Dann fragte eine der Studentinnen, warum in der Zelle so eine schreckliche Luft ist. Mkebi antwortet auf ihre kalte Art und Weise: „Die Gänge, also die Bereiche in den die Wärterinnen sich aufhalten, werden leicht klimatisiert und belüftet. Die Zelle werden nicht klimatisiert, in diese wird durch die Lüftung nur Außenluft geblasen und die ist nun mal feucht und heiß. Aber die Damen sind ja hier auch nicht im Hotel sondern im Gefängnis. So und jetzt können mal sechs von euch in die Zelle und ich schließe für Minuten die Tür. Dann können sie sich einen Eindruck machen, wie es ist hier inhaftiert zu sein. Ich Wette, dass das ihre Entscheidungen in ihrem Leben beeinflussen wird niemals straffällig zu werden.“
Melissa ging als eine der sechs Studentinnen in die Zelle. Als die Zellentür sich zischend schloss und die Verriegelungsmechanismen klackerten, waren alle sechst still. Melissa war anfangs geschockt, wie konnten sechst erwachsene Frauen in so einer Enge gehalten werden. Der Raum, der nicht von Betten, den zwei Bänken und dem Tisch sowie der Toilette eingenommen wurde, war winzig. Man musste sich hier gegenseitig auf die Füße treten wenn man zum Tisch oder zur Toilette gehen wollte. Und auf die Toilette zu gehen, ohne eine Abtrennung oder Sichtschutz, ein Albtraum. Wie erniedrigend musste das sein, hier sein Geschäft zu verrichten und wie musste es hier riechen. Umvorstellbar war das für alle sechst Studentinnen, keine sagte ein Wort. Als die Tür sich wieder öffnete und sie hinausgingen, war bei Melissa wieder dieses devote Gefühl wach geworden. Sie stellte sich vor hier inhaftiert zu sein, keinerlei Privatsphäre, den Wärterinnen ausgeliefert... Dieser Ort übte immer mehr Faszination auf Melissa aus und ihre devote dunkle Seite wurde immer stärker.
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Stamm-Gast
 

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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:14.09.26 17:00 IP: gespeichert
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Hallo Jasmin,
danke für die Fortsetzung, es ist so gut geschrieben, dass ich beim Lesen Angst um Melissa bekomme, ob sie dort wirklich landet, ein beängstigendes Gefühl.
Fürs Kopfkino aber so anregend!!
Liebe devote Grüße
Erika
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Story-Writer
  
 Glück ist, wenn du dein Kopfkino nicht mehr brauchst, weil die Realität viel besser ist!
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:15.09.26 16:13 IP: gespeichert
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Hallo Jasmin,
wird Kendra dafür sorgen, das Melissa in diesem Gefängnis bleibt, oder ist es dann doch Melissas Wunsch dort eingesperrt zu werden?
Auf jeden Fall eine gut geschriebene Geschichte. Deine Beschreibungen und Wortwahl finde ich gut!
Grüßli von burli
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Stamm-Gast
 

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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:15.09.26 19:41 IP: gespeichert
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Das ist doch völlig klar, dass Melissa da im Knast bleiben will und wird, die ist doch so was von masochistisch veranlagt
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Einsteiger

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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:15.09.26 22:27 IP: gespeichert
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Ob sie einer Intrige zum Opfer fällt und verurteilt wird? Wenn Sie dann nackt durch den Flur Richtung Zelle getrieben wird, kommt ihr die Erkenntnis das es in Freiheit vielleicht doch besser war, und die Fantasie etwas anderes ist als die Realität?
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:20.09.26 17:09 IP: gespeichert
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Wunderbare Geschichte. Ich liebe es, wenn eine Geschichte sorgfältig aufgebaut wird. Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung.
Auch wenn die Vorstellung vom Gefängnis sie erregt, ist Melissa vernünftig genug, um zu erkennen, dass eine solche Fantasie etwas ganz anderes ist, als dort tatsächlich eingesperrt zu sein. Ich erwarte also keinen freiwilligen Aufenthalt.
Doch angesichts ihres Verhaltens in jenem extrem konservativen Land und der Eifersucht ihrer Kommilitonen wird sie zweifellos vor Gericht landen (und zu einem Geständnis gezwungen werden?) und eine Gefängnisstrafe erhalten.
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KG-Träger
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:20.09.26 17:54 IP: gespeichert
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Der letzte Absatz könnte zutreffen. In solchen Ländern sollte man vorsichtig sein und auf die Landesbräuche achten.
Die warten ja nur darauf, jemanden "Westliches" dran zu kriegen, wie damals der Junge in der Türkei wegen angeblichem Missbrauch eines Mädchens.
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Erfahrener
  Amsterdam

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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:20.09.26 18:52 IP: gespeichert
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Es liegen wahrscheinlich hinreichende Beweise und Zeugenaussagen zu ungebührlichem Verhalten und unangemessener Kleidung vor, doch reicht das für eine Haftstrafe von mindestens 15 Jahren aus?
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KG-Träger
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:20.09.26 19:11 IP: gespeichert
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In solchen Ländern ja. Außerdem tanzen viele dort auch einen Tango Korrupti. Als Westler dürfte man dann schlechte Karten haben. Es sei denn, man legt einen 6-stelligen Betrag in Euro hin, und selbst dann steht noch lange nicht fest, dass man rauskommt.
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von ChasHH am 20.09.26 um 19:12 geändert
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:23.09.26 13:46 IP: gespeichert
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Teil 4
Nun stand die Gruppe wieder vor der Zelle im Gang und Mbeki fragte: „Was haben Sie für eine Eindruck bekommen, insbesondere die sechst Damen, die für fünf Minuten eingeschlossen waren?“
Einige Studentinnen sagten etwas, z. B. dass es einfach schrecklich sei, wieso Frauen so eingepfercht werden, die schreckliche Luft in der Zelle, der Gestank usw. Melissa sagte nichts. Dann sagte Mbeki, den Blick auf Melissa gerichtet: „Und wie hat unser Mannequin das ganze empfunden, Sie waren ja mit den anderen fünf kurz eingeschlossen?“
Melissa war von Mbeki genervt, sie wollte ihr eins auswischen und antwortete arrogant: „Frau Mbeki, ich wäre ihren dankbar, wenn Sie es sich nicht anmassen würden, mir irgendweche Namen zu geben. Ich bin Melissa von Blankenburg, auch für Sie. Und auf ihre Frage zurückzukommen, ich finde die Unterbringung in diesen 6-Personen-Zellen unmenschlich und ich kann mir nicht vorstellen, wie man sich in so einer Enge umziehen usw. kann, man muss sich doch permanent auf die Füße treten. Und für mich ist es ungeheuerlich, dass die Bereiche, in denen sich Wachpersonal aufhält angenehm klimatiersiert werden und in den Zellen eine stinkende feucht Luft herrscht, die man schneiden kann. Vielleicht sollten Sie als Direktorin auch mal beherzigen, dass die Frauen zwar Straftäterinnen sind, aber deshalb müssen sie noch lange nicht schlimmer wie ein Zootier gehalten werden.“
Das hatte gesessen. Mbeki war erstarrt, sie blickte Melissa mit eisigen, kalten Augen an und sagte: „Vielen Dank Fräulein von Blankenburg für ihr Statement. Aus Ihnen sprechen die Emotionen und Mitleid. Aber warten Sie den morgigen Tag ab, in dem die Therie folgt. Dann werden Sie begreifen, warum dieser Vollzug absolut notwendig und berechtigt ist und dass Mitleid und Mitgefühl keine Platz im Vollzug haben. Diese Frauen haben den Vollzug verdient. Und ich hoffe, dass ich sie korrekt angesprochen haben, Fäulein von Blankenburg.“
Victoria Mbeki wandte sich wieder um und strich mit einer behandschuhten Hand über das schwere Schloss am Ende des Ganges.
„Das war der normale Vollzug“, sagte sie mit einem Tonfall, der fast wie eine finstere Verheißung klang. „Hier lernen sie das Funktionieren. Doch für die Uneinsichtigen... für jene, die glauben, ihr Wille sei unbrechbar, haben wir andere Methoden, den Hochsicherheitstrakt, aber den bsichtigen wir erst später. Jetzt gehen wir in den Speisesaal, der jetzt natürlich leer ist. Aber ich habe organisiert, dass sie das Mittagessen, dass es heute für die Gefangenen gab, auch kosten können, sie werden an einem der üblichen Tische essen, an denen die Frauen ihr Mahl bekommen.“
Bevor die Kolonne sich wieder in Bewegung setzte, verharrte Direktorin Mbeki noch einmal im Gang. Ihr Blick glitt schneidend über die Gesichter der zwanzig Studentinnen, deren anfängliche Neugier längst einem fassungslosen Entsetzen gewichen war.
„Sparen Sie sich ziviles Mitleid“, sagte Mbeki mit einer Stimme, die so trocken und schneidend war wie der Wüstenwind draußen vor den Mauern. „Jede einzelne Frau, die hier einsitzt, hat diese Behandlung bis auf den letzten Atemzug verdient. In unserem Land weiß jedes Kind, welche Konsequenzen auf Gesetzesübertretungen folgen. Niemand landet zufällig in St. Jude. Sie wussten genau, worauf sie sich einließen, als sie unsere Werte, unsere Ordnung und unsere Gesetze mit Füßen traten. Wer sich entscheidet, eine Bestie zu sein, wird wie eine Bestie gehalten. Mitleid ist an diesem Ort eine Schwäche, die wir uns nicht leisten – und die Sie als künftige Dienerinnen des Rechts schleunigst ablegen sollten.“
Einige der einheimischen Studentinnen nickten beklommen, den Blick scheu zu Boden gerichtet, während Amina und Kendra zustimmende, grimmige Mienen aufsetzten. Melissa hingegen hielt dem Blick der Direktorin stand. Ihre hochhackigen Schuhe standen regungslos auf dem feuchten Zement, und in ihrem Inneren hallten Mbekis Worte wie ein eisernes Manifest nach. Kein Mitleid. Vollkommener Gehorsam.
„Damit Sie nicht nur theoretisch begreifen, was Disziplinierung bedeutet, werden Sie nun das Mittagessen einnehmen“, befahl Mbeki kurz angebunden. „Derselbe Rhythmus, dieselbe Kost. Bewegung!“
Sie führten die Gruppe durch einen weiteren vergitterten Quergang in den Speisesaal des Normalvollzugs. Der Raum war riesig, fensterlos und von einer beklemmenden Trostlosigkeit geprägt. Lange, im Boden verankerte Bänke und Tische aus mattgrauem Edelstahl zogen sich in endlosen Reihen durch die Halle. Es gab keine Kissen, keine Lehnen, keine Farben – nur den Geruch von billigem Bleichmittel, altem Spülwasser und einem dumpfen, faulig-süßlichen Dunst, der aus der Essensausgabe herüberwehte.
Auf ein knappes Handzeichen der Aufseherinnen mussten sich die zwanzig Studentinnen an einem der langen Edelstahltische aufstellen. Blechteller wurden vor ihnen abgestellt, gefolgt von stumpfen Aluminiumlöffeln. Messer oder Gabeln gab es nicht – jedes spitze Werkzeug galt als potenzielle Waffe.
Der Anblick des Essens ließ selbst die diszipliniertesten Studentinnen zurückweichen.
Auf jedem Teller landete ein graugrüner, zäher Klumpen aus gekochtem Maismehl und minderwertiger Sojapaste, lieblos darübergeklatscht eine wässrige, lauwarme Tunke aus zerkochten Rübenresten. Der Geruch war penetrant, erinnerte an feuchtes Viehfutter und ranziges Fett.
„Essen“, ordnete Mbeki schlicht an, während sie mit verschränkten Armen am Kopfende des Tisches stand, die drei schwer bewaffneten Wärterinnen im Rücken. „Zwanzig Minuten. Ohne Unterhaltung.“
Das anschließende Mahl glich einer Tortur. Kendra, die ihrer Tante keinen Gesichtsverlust bereiten wollte, zwang sich mit verbissener Miene dazu, den Löffel zum Mund zu führen, würgte jedoch schon beim ersten Bissen und musste mühsam schlucken, um den Brei bei sich zu behalten. Bei den meisten anderen Studentinnen scheiterte der Versuch kläglich: Zwei brachen nach der ersten Kostprobe ab und schoben den Teller mit tränenden Augen und blassen Lippen von sich, eine andere hielt sich die Hand vor den Mund und rang sichtbar mit dem Brechreiz. Der Geschmack war bitter, kalkig, bar jeder Würze und hinterließ einen pelzigen, widerlichen Film auf der Zunge.
Melissa führte den Löffel langsam zum Mund. Sie roch die Fäulnisnote der Tunke, spürte die sandige, schleimige Textur auf den Lippen. Es schmeckte grauenhaft – erniedrigend in seiner reinen Nährstofffunktion, vollkommen darauf reduziert, einen Körper am Leben zu erhalten, ohne ihm auch nur den Funken eines Genusses zu gönnen. Doch anstatt wie die anderen demonstrativ das Gesicht zu verziehen, kaute und schluckte Melissa den Bissen mit unbewegter Miene hinunter. Sie spürte, wie ihr Magen rebellierte, aber der Gedanke, dass dies die tägliche Realität von Frauen war, die hier jahrelang gebrochen wurden, ließ einen merkwürdig dunklen Puls durch ihre Adern schießen. Sie nahm einen zweiten, kleinen Löffel, fast so, als wollte sie die Härte dieses Systems schmecken, der Gedanke so etwas ständig essen zu müssen erregte sie und sie aß den ganzen Teller auf, es erregte sie. Als einzige hatte sie den Teller aufgegessen. Die anderen Studentinne machen unter sich Witze über Melissa, ob es denn in Deutschland so schlechtes Essen gibt, dass man so eine Pampe in sich hineinfrisst.
Als die Essenszeit ablief und die Blechteller scheppernd abgeräumt wurden, nutzte eine Studentin aus den hinteren Reihen den Moment, um mit zittriger Stimme eine Frage zu stellen. Auf dem Weg durch die Korridore war ihr etwas aufgefallen.
„Frau Direktorin...“, begann sie zögernd. „Die meisten Insassinnen tragen diese orangefarbene Kleidung. Aber vorhin im Zellentrakt... da waren vereinzelt Frauen, die dunkelrote Kleidung anhatten. Was hat diese Farbe zu bedeuten?“
Mbeki trat einen Schritt vor, ihre Stiefel gaben keinen Laut von sich.
„Dunkelrot ist die Farbe der Endgültigkeit“, antwortete sie ohne jede Regung. „Orange tragen jene, die zeitlich befristete Strafen verbüßen – fünfzehn, zwanzig oder dreißig Jahre. Die Frauen in Dunkelrot jedoch sind zu lebenslanger Haft verurteilt.“
Sie hielt einen Moment inne, um die Wirkung ihrer nächsten Worte auszukosten.
„Und in unserer Rechtsordnung bedeutet lebenslänglich auch exakt das: lebenslänglich. Es gibt hier keine vorzeitige Entlassung wegen guter Führung. Es gibt keine Begnadigungsausschüsse, keine Aussetzung zur Bewährung nach fünfzehn Jahren und keine Revisionen mehr. Wer den roten Anzug anzieht, weiß mit absoluter Gewissheit, dass sie diesen Ort für den Rest ihres Lebens nicht wieder verlässt. Dunkelrot erinnert sie jeden Tag daran, dass ihre Zukunft ausgelöscht ist.“
Amina fragt, wieviele Frauen hier lebenslang einsitzen müssen und Mkebi antwortet ihr, dass von den 300 Strafgefangenen derzeit 11 Frauen lebenslängliche Insassinnen sind.
Ein eisiges Frösteln ging durch die Reihen der Studentinnen. Der Gedanke an eine Strafe ohne jeden Hoffnungsschimmer, zementiert in groben roten Stoff, war so erdrückend, dass niemand mehr ein Wort herausbrachte.
Nun war es Melissa, die vortrat. Das Klacken ihrer Absätze auf den Bodenfliesen durchbrach die Totenstille des Speisesaals. Sie sah die Direktorin direkt an, die Augen kühl und analytisch.
„Frau Direktorin, mir ist aufgefallen, dass sämtliche Insassinnen kahlgeschoren sind oder das Haar nur wenige Millimeter kurz tragen. Ist das eine reine Strafmaßnahme zur Demütigung, oder folgt das einem bestimmten Zweck?“
Ein spöttisches Funkeln trat in Mbekis Augen, als sie Melissas gepflegtes, glänzendes Blondhaar musterte, das sorgfältig zu einem eleganten Zopf gebunden war.
„Hier geht es um Notwendigkeit, Fräulein von Blankenburg“, antwortete Mbeki mit schneidender Stimme. „In einer Einrichtung mit dreihundert kriminellen Subjekten auf engstem Raum ist Hygiene oberstes Gebot. Langes Haar ist ein Nährboden für Parasiten, Läuse und Infektionen. Zudem birgt es ein massives Sicherheitsrisiko – es dient im Nahkampf als Griffpunkt bei Tätlichkeiten. Deshalb wird jede Frau bei ihrer Einlieferung ausnahmslos rasiert. Alle zwei Wochen wird der Schädel nachgeschoren. Weibliche Eitelkeit hat hinter diesen Mauern keinen Platz mehr.“
Melissa spürte einen unwillkürlichen Schauer im Nacken. Die bloße Vorstellung, wie eine Schermaschine durch ihr eigenes langes, blondes Haar fressen würde, um sie vor den Augen aller jeder äußeren Weiblichkeit zu berauben, traf sie mit unerwarteter Wucht. Es war eine erschreckende Vorstellung – und weckte gleichzeitig jenes dunkle, verbotene Verlangen nach vollkommener Unterwerfung, das sie mühsam hinter ihrer unnahbaren Miene verbarg. Und ihr kam der Gedanke, vor Mbeki, dieser arroganten, überheblichen, selbstüberzeugten, strengen und gefühllosen Mittfünfzigerin knien zu müssen...
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Stamm-Gast
 

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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:23.09.26 14:38 IP: gespeichert
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Hallo Sklavin Jasmin,
bei der Beschreibung der Kopfschur der Damen ging es mir wie Melissa, ich fühlte wie die Schermaschine durch mein eigenes Kopfhaar fährt und mir zog ein wohliger Schauer durch meinen Unterleib, ein dumpfes Verlangen einmal so erniedrigt zu werden.
Bin so gespannt wie die Führung weitergeht.
Liebe devote Grüße
Erika
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Freak
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:23.09.26 17:23 IP: gespeichert
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Ich würde als Anstaltsleiterin nun ein halbes Dutzend aus der Gruppe auswählen für eine 4-wöchige Einkerkerung. Und Melissa direkt fragen "Sie wollen doch auf jeden Fall, der Brei schien für Sie köstlich zu sein. Fünf weitere Freiwillige, sonst entscheidet das Los."
Und dann nach der ersten Nacht verkünden, dass aufgrund eines Formfehlers leider 12 Monate im Computer stehen.
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Einsteiger
 NRW

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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:23.09.26 19:01 IP: gespeichert
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Hm, ich habe ja mal die Vermutung dass die liebe Melissa im roten Anzug im Hochsicherheitstrakt landen wird, unter der strengen Hand der Direktorin…
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KG-Träger
  Hamburg
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RE: Melissa und ihr Weg ins Gefängnis
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Datum:23.09.26 19:17 IP: gespeichert
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Beides wäre der Burner. Vielleicht hintereinander 😜
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