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  Vinctae in Monasterio Antiquo
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gag_coll
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:09.04.14 18:25 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Jetzt freue ich mich schon darauf wenn Sabrina aus ihrer Kleidung herraus geschnitten werden muss und dann nur noch Cape oder Toga tragen kann.

Entschuldige bitte, mir ist nicht ganz klar, auf was du hier anspielst...
Zitat
Weil sie aber auch nicht ihre Haare pflegen kann, kommen diese dann auch gleich mit weg ? Hängen dann auch nicht im Essen . Und wer ohne Hände essen muss , kann doch dann gleich einen Napf benutzen.

Naja... die Mädchen sind hier in Ausbildung, um später mal in Würde essen zu können, selbst wenn sie gefesselt sind. Und ein so Napf kommt nur in Frage kommen, wenn sie mal allein sind.
Zitat
Noch einen Vorschlag für den Spaziergang , weil einige Mädels bummeln und so alle aufhalten ,
müssen diese an der Leine geführt werden . Währe auch für die Ponys gut , denn wer läst schon Ponys frei laufen?


LOL... Jetzt lass die Schülerinnen doch erst mal ankommen... Außerdem beginnt der reguläre Unterricht erst "morgen", also in Kapitel 4
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Alles was im Einvernehmen passiert , ist Normal

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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:09.04.14 20:12 IP: gespeichert Moderator melden


Zu Sabrina , die ja Fessel trägt zu denen sie keinen Schlüssel hat , wie anders als mit einer Schere soll
sie ihre Kleidung ausziehen oder wechseln ? Wenn schon das Essen ohne Hände eine Demütigung ist , was ist dieses dann ?
Also hoffte ich du gehst etwas mehr darauf ein und läst uns Teilhaben .

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Fehlermeldung am 09.04.14 um 20:14 geändert
95 % der Literatur sind Kopfkino selbst die Bibel denn keiner der Schreiber war dabei

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pardofelis
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Meck-Pom


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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:09.04.14 22:44 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Karl,

erst mal ein großes Dankeschön für diese Fortsetzung.

Bitte bitte bitte keine Entfernung des Haupthaares!!! Solche Mädels tun mir immer sehr leid.

Erstens gibt es nichts Erniedrigerendes als wegen ungepflegter Haare nix essen oder sehen zu können.
Zweitens: Was umschmeichelt und verdeckt den Körper einer Frau besser als das eigene Haar?
Drittens: Hat schon einmal jemand eine Dame flüchten gesehen, die mit ihrem Haar irgendwo befestigt ist?
Im Gegenteil, sie wird jeden Druck/Zug auf der Kopfhaut vermeiden.

Rasieren kann jeder Blöd-Mann, richtig pflegen und binden ist Kunst!
Allerdings ist Dom () dazu immer zu faul oder zu geizig.


pardofelis
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Exdriver
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:10.04.14 01:09 IP: gespeichert Moderator melden


Fehlermeldung hast du vergessen die Frau von Taubach gesagt hat, das die mehrere Schlüssel hat für verschiedene Fesseln .
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Zahnspangenfan
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:10.04.14 19:14 IP: gespeichert Moderator melden


bitte noch genauer beschreiben, wie die Veränderungen aussehen und funktionieren, wo kommt der Schlüssel hin? ist im Mund auch was sichtbar?
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gag_coll
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:10.04.14 20:46 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
bitte noch genauer beschreiben, wie die Veränderungen aussehen und funktionieren, wo kommt der Schlüssel hin? ist im Mund auch was sichtbar?

Ich habe hier eine Zeichnung, wie Kirstens Mundverschluß wohl so ungefähr aussehen könnte...
http://www.knebelreich.de/demo/ViMA/vima_kirsten.html
(Genau genommen ist ein Großteil der Geschichte um dieses Bild herum entstanden)
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Stamm-Gast

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Alles was im Einvernehmen passiert , ist Normal

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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:10.04.14 22:12 IP: gespeichert Moderator melden


Wer Intersse an Kirstens Mundverschluß hat dem könnte auch diese alte Geschichte von
``Toms Korsettierung´´gefallen
http://www.tightwaist.de/story/corsetting.php
.
95 % der Literatur sind Kopfkino selbst die Bibel denn keiner der Schreiber war dabei

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gag_coll
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Kapitel 3 - Kirsten - Teil Sieben Datum:11.04.14 20:58 IP: gespeichert Moderator melden


Vinctae in Monasterio Antiquo
Kapitel 3 - Kirsten - Teil Sieben
Autor: Karl Kollar

Die Glocke vom Kirchturm schlug drei mal.

Frau von Taubach blieb stehen und blickte auf ihre Uhr. »Meine Damen, wir sollten umkehren und ins Kloster zurückgehen. Der Herzog wird bald eintreffen.«

Andrea und Karin waren stehen geblieben und hatten sich umgedreht. Karin suchte den Blick ihrer Tochter. Kirsten blickte mit leicht sehnsuchtsvollem Blick auf die vor ihnen liegende Klosteranlage.

»Der Herzog erwartet uns zu einer ersten Besprechung, doch ich werde ihm erklären, was vorgefallen ist. Wir fangen dann einfach später an.« Sie blickte Karin auffordernd an. »Sie werden ihre Tochter zur Mittagsruhe zu Bett bringen. Andrea, sie werden ihr dabei helfen und ihr erklären, worauf es ankommt.«

Andrea schien zu wissen, was gemeint war. Sie nickte zustimmend.

»Sobald sie fertig sind, kommen Sie dann bitte zur Besprechung ins Abthaus.«

Karin hingegen blickte fast etwas ratlos. Sie wusste nicht, was Frau von Taubach von ihr erwartete.

Frau von Taubach legte den Arm um Kirstens Schulter und zog sie leicht zu sich heran. Dabei warf sie Andrea einen ermutigenden Blick zu und deutete ihr an, mit Karin voraus zu gehen. So würde Kirsten nicht so leicht hören, was Andrea mit ihrer Mutter besprechen würde.



»Sie müssen sich überwinden.« Andreas Stimme hatte fast etwas flehendes. »Auch wenn es sie sehr viel Überwindung kostet, sie müssen es unbedingt tun.«

»Was denn?« Karin verstand nicht. »Was muss ich tun?«

Andrea blickte sich noch einmal um, sie wollte sich vergewissern, ob sie genügend Abstand zu Frau von Taubach und Kirsten hatte. Trotzdem sprach sie etwas leiser weiter. »Sie müssen ihre Tochter auf dem Bett festschnallen.«

Karin war sprachlos.

»Sie wünscht sich das schon so lange und es wäre ein ganz wichtiges Zeichen für Kirsten, wenn ihre Mutter es machen würde.«

Karin musste schlucken. »Ich wollte ihr nie weh tun.«

»Sie tun ihr erst dann weh, wenn Sie es nicht tun.« Andrea betete, dass es die richtigen Worte waren. »Ersparen Sie ihr bitte noch so eine große Enttäuschung.«

In Karin arbeitet es. Sie schwieg

»Sie wollen doch, dass Kirsten glücklich wird.« Andrea hatte das Gefühl sich sehr weit aus dem Fenster zu lehnen. »Kirsten ist von Natur aus unterwürfig und das weiß sie auch, zumindest unterbewusst. Zeigen Sie ihr, dass Sie sie so lieben, wie sie jetzt ist. Und auch wenn es ihnen sehr schwer fallen wird, bewundern sie ihren Mundverschluss, sonst bricht sie völlig zusammen.«

Karin blickte Andrea verwirrt an. »Geben sie mir ein paar Minuten Zeit zum Nachdenken.«

Schweigend gingen sie weiter.

* * *

Der Wagen von Herzog von Kollstein stand neben dem Abthaus. Er selbst saß auf der Bank vor dem Haus und blätterte in einer Mappe. Als er die Damen kommen sah, legte er die Unterlagen beiseite und stand auf.

Frau von Taubach begrüßte ihn freundlich, dann drehte sie sich zu Karin, Andrea und Kirsten um und bat sie, Kirsten wie abgesprochen ins Bett zu bringen. Der Herzog blickte ihnen hinterher.

»Das sind Mutter und Tochter Michels.« Frau von Taubachs Stimme ließ eine deutliche Anspannung erkennen. Sie berichtete kurz von den bisherigen Vorkommnissen.

Herzog Kollstein war sichtlich erstaunt über diesen seltsamen Zufall. Sein Blick zeigte Sorgen. »Wird uns das Probleme bereiten?« Es schien, dass er den Lehrgang sehr ernst nahm. »Ich möchte meine Tochter nicht enttäuschen, wenn wir da Ärger bekämen.«

»Ich denke nicht, dass wir uns sorgen müssen.« Sie berichtete vom Spaziergang und wie Karin von dem Mundverschluss erfahren hatte. Doch auch der Herzog wusste mit diesem Wort nichts anzufangen.

Frau von Taubach beschrieb ihm kurz, um was es sich handelte. »Aber Frau Falk wird ihnen dazu mehr sagen können, sie hat Kirsten aus der Klinik abgeholt und hat auch eine Einweisung in die Mechanik bekommen.«

Der Herzog war erstaunt. »Sie mache mich richtig neugierig. Ich möchte Mutter und Tochter gern kennen lernen.«

Frau von Taubach vertröstete ihn auf später. Es wäre wichtig, dass Frau Michels ihre Tochter jetzt zur Bettruhe bringt. »Kirsten hat in den letzten Stunden sehr viel durchgemacht und ist sehr labil. Sie braucht jetzt erst mal Ruhe. Das Wiedersehen mit ihrer Mutter war ein großer Schock für sie.« Sie beschrieb, was sich im Gasthaus zugetragen hatte.

»Sind wir eigentlich vollständig?« Der Herzog wechselte das Thema.

Frau von Taubach berichtet von den einzelnen Anreisen und dass zwei Frauen später kämen. »Sie hatten eine Autopanne und mussten erst in die Werkstatt.«

»Wir werden auf jeden Fall mit den Besprechungen und dem Theater warten, bis alle Damen eingetroffen sind.«

* * *

Als sie vor dem Teamzimmer standen, ließ Andrea Kirsten los und drehte sich zu Karin um. »Ich bringe Kirsten kurz ins Bad. Sie könnten schon einmal ihr Bett vorbereiten.«

Karin zögerte etwas.

»Es ist nur Marianne im Zimmer und die wird nicht stören.« Sie legte wieder ihren Arm um Kirstens Schulter. »Christine wollte noch mal in den Gasthof. Sie hatte dort wohl etwas vergessen.«

Karin kam der Bitte nach und trat in das Zimmer ein. Erst jetzt fiel ihr ein, dass sie gar nicht wusste, welches der vier Betten das von Kirsten war.

Marianne saß mit traurigem Blick am Tisch. Sie hatte immer noch ihren Knebel im Mund und die Arme waren an dem Taillenriemen fixiert. Karin nickte ihr freundlich zu. Marianne erwiderte den Gruß höflich.

»Welches Bett ist das von Kirsten?« Ihre Stimme zitterte. Und erst nach sie es ausgesprochen hatte, fiel ihr ein, dass Marianne wegen dem Ball im Mund schlecht antworten konnte.

Marianne blickte sie verunsichert an. Doch dann stand sie auf, ging zu einem Bett und blieb davor stehen.

Karin verstand die Geste nicht richtig. »Ist das ihres oder das von Kirsten?«

Marianne war es überhaupt nicht gewöhnt, geknebelt zu sein. Sie blickte sie mit dem Ball im Mund hilflos an.

Karin wusste nicht, was sie von dem Blick halten sollte. »Soll ich dir den Ball abnehmen?«

Marianne schien zu überlegen. Sie zögerte etwas, dann schüttelte sie den Kopf.

»Das ist Dein Bett?«

Wieder ein Kopfschütteln.

»Das von Kirsten?«

Marianne nickte. Eine Träne lief über ihre Wange. Mit dem seltsamen Ball im Mund war es so demütigend. Aber sie wagte es nicht, sich gegen die Anordnung von Frau von Taubach aufzulehnen. Sie würde das durchhalten, hatte sie sich vorgenommen.

Karin wischte ihr die Träne weg. Dann drehte sie sich zum dem Bett um und schlug die Bettdecke zurück. Sehr provokativ lagen die Klett-Riemen bereit, um ihre Tochter gefangen zu nehmen.

Die Tür ging auf und Andrea trat eilig ein. Sie war allein. Sie warf einen Blick auf Marianne und bat sie fast etwas unhöflich zu ihrem Bett. »Beeile Dich, wir haben nicht viel Zeit.« fügte sie eilig hinter her. Sie schlug ebenfalls die Bettdecke zurück und mit einer Handbewegung deutete sie Marianne an, sich aufs Bett zu legen.

Sie winkte Karin ebenfalls zu sich. »Schauen Sie zu, damit sie wissen, was sie gleich mit ihrer Tochter machen müssen.«

Karin kam der Bitte, die eigentlich ein Befehl war nach. Sie sah, wie Marianne sich auf das Bett gelegt hatte und etwas ratlos blickte, denn sie schien nicht zu wissen, was passieren würde.

Andrea nahm ein Bein von Marianne und zog es zu dem Riemen auf dem Bett. Sie zeigte Karin, wie die Riemen anzuwenden waren. »Zum Öffnen der Riemen den Klettverschluss lösen und dann hier aus dem gegenüberliegenden Bügel herausziehen.« Sie legte die geöffneten Riemen auseinander, dann zog sie Mariannes Bein darauf. »Es ist wie beim Blutdruckmessen. Die Seite mit dem Klettverschluss hier durch den Bügel schieben und dann einfach festziehen. Das hält sicher und ist von innen heraus nicht mehr zu öffnen.«

Karin blickte mit einer Mischung aus Faszination und Gänsehaut zu, wie Mariannes Beine in sehr kurzer Zeit ans Bett fixiert wurde.

Andrea befreite Mariannes Arme, dann öffnete den Taillenriemen und schloss stattdessen die breiten Matratzenriemen um ihren Bauch. Zuletzt ergriff sie die Arme und befestigte sie ebenfalls mit den Klettriemen. Dann zog sie die Decke über Mariannes gefesselten Körper.

Karin blickte ein wenig ängstlich auf das Bett. Von der Fixierung der Schülerin war nichts mehr zu sehen. Lediglich der Ball in ihrem Mund zeigte noch etwas von dem besonderen Zustand von Marianne.

Andrea sah diesen Blick und versuchte ihre Kollegin zu beruhigen. »Die Mädchen werden in Zukunft jede Nacht so schlafen.«

Karin blickte noch etwas verunsichert und zweifelnd.

»Ich hole dann ihre Tochter.« auf dem Weg zur Tür drehte sie sich noch einmal kurz um. »Seien Sie stark. Kirsten braucht es jetzt dringend.«

* * *

Herzog von Kollstein und Frau von Taubach saßen im Büro am Besprechungstisch. Vor ihnen lag eine Liste mit zwanzig Namen, auf der achtzehn davon schon abgehakt waren. Nur bei Petra Krannitz und Daniela Bringel fehlte der Haken.

Der Herzog nahm einen Schluck Kaffee aus seiner Tasse. Er überlegte laut. »Könnten wir auch ohne die beiden anfangen?«

Die Direktorin überlegte. »Das würde schon gehen. Frau Bringel betreut die Ponymädchen und die sind sehr selbstständig.« Sie lächelte hintergründig. »Obwohl gerade die eine starke Führung brauchen.«

Der Herzog lächelte ebenfalls. Er fragte nach der Aufgabe von Frau Krannitz.

»Sie ist eine der Damen im roten Team, welche Frau Falk betreut werden.«

Der Herzog musste lächeln. »Ich darf mich nicht von meiner Tochter erwischen lassen. Ich sollte jedes dieser Mädchen kennen. Zumindest die Namen.«

Frau von Taubach lächelte ebenfalls. Dann erklärte sie. »Frau Krannitz ist die ´Ahnungslose´.«

Jetzt wusste ihr gegenüber, wer gemeint war. »Ach die Bauunternehmer-Witwe? Die von ihrer Freundin ohne ihr Wissen angemeldet wurde.« Er erinnerte sich gut, weil es ihretwegen zwischen ihm und seiner Tochter anfangs viel Streit gegeben hatte. Er meinte, man müsse der Frau doch sagen, was sie hier erwarten wurde. Doch seine Tochter war auch der Seite der Freundin gewesen und sie hatte sich wie üblich durchgesetzt.

Das Telefon klingelte. Frau von Taubach nahm ab und meldete sich kurz. Sie hörte zu und ihre Miene erhellte sich. Sie bedankte sich und legte auf, dann blickte sie den Herzog erleichtert an. »Frau Bringel und Frau Krannitz sind eben durch die Wache gefahren.«

Auch die Miene des Herzogs entspannte sich.

Frau von Taubach griff wieder zum Telefon. Sie wählte eine kurze Nummer und wartete. »Catherina hier. Frau Bringel kommt.«

Sie hörte die Antwort.

»Bring bitte ihre vier Mädchen zum Abthaus. Bis gleich.« Sie legte auf.

Herzog von Kollstein nahm sich die Liste zur Hand und machte hinter den beiden Namen ebenfalls einen Haken. Dann blickte er auf die Uhr. »Dann können wir ja doch fast wie geplant beginnen.«

* * *

Sie hatten die Wache passiert und Daniela lenkte den Wagen durch den engen Waldweg. »Gleich sind wir da.« Sie blickte zu Petra Krannitz, die neben ihr auf dem Beifahrersitz saß.

»Jetzt musst Du mir aber verraten, was mich erwartet.« Petra hoffte, endlich zu wissen, was ihre langjährige Freundin mit ihr vorhatte. »Und warum musste ich allen erzählen, ich wäre auf einer langen Weltreise?«

Daniela lächelte, während sie den Wagen durch das kleine Stadttor steuerte. »Damit Dich keiner vermisst.«

Petra schwieg.

Ihre Begleitung steuerte den Wagen auf den Parkplatz und stellte den Motor ab. Sie drehte sich zu ihrer Freundin. »Das hier wird Dir helfen, den Tod von Klaus zu verarbeiten und darüber hinweg zu kommen.« Sie öffnete beide Sicherheitsgurte, dann stieg sie aus. Sie ging um das Auto herum und öffnete die Beifahrertür.

Während Petra sich sehr mit dem Aussteigen abmühte, kramte Daniela derweil in ihrer etwas zu große geratenen Handtasche. Währenddessen lächelte sie über die Bemühungen ihrer Freundin, aus dem Auto auszusteigen. »Das mit der Zwangsjacke war Deine Idee.«

»Ich weiß«, keuchte Petra. »Aber es ist schön.« Dann sah sie, das Daniela einen Ballknebel mit Kopfgeschirr aus ihrer Tasche genommen hatte. Petra lächelte. »Weitere Fragen sind also nicht erlaubt?« fragte sie, als Daniela mit dem Knebel näher kam. Dann öffnete sie ihren Mund und blickte ihre Freundin erwartungsvoll an.

Sehr routiniert und schnell legte Daniela ihrer Freundin das Kopfgeschirr an. Dann griff an die Leine, die an ihrem Halsband baumelte. Sie zog spielerisch daran und mit sehr viel Grinsen in der Stimme befahl sie. »Folgen Sie mir bitte, Frau Krannitz.«

Petra brummelte etwas in ihren Knebel, dann gab sie dem Zug der Leine nach und ging hinter ihrer Freundin her. Ihre Augen leuchteten. Sie stiegen die Treppen empor und traten in den Klosterhof.



Frau von Taubach wartete vor dem Abthaus. Sie war erleichtert. »Jetzt sind wir vollständig.«

Daniela berichtete kurz von der Wagenpanne und wie schnell die Werkstatt dann doch noch geholfen hatte.

Frau von Taubach wandte sich an Petra. »Sie wissen, was sie hier erwartet?«

Petra hatte keine andere Möglichkeit, als mit dem Kopf zu schütteln.

Frau von Taubach bat Daniela, Petra zunächst im Freizeitraum unterzubringen und dann gleich zur Besprechung zu kommen. Dann wandte sie sich wieder an Petra. »Sie werden bald erfahren, weswegen Sie hier hergebracht wurden.«

* * *

Karin war wie benommen. Sie stand neben Kirstens Bett und wartete auf ihre Tochter. So viel Neues strömte auf sie ein. Sie wusste, was jetzt alles von ihr erwartet wurde. Von ihrer Chefin, von ihrer Kollegin und vor allem von ihrer Tochter. Sie hoffte sehr, dass sie es richtig machen würde.

Die Tür ging auf und Kirsten trat langsam in den Raum. Es war deutlich zu sehen, dass auch sie ziemlich verunsichert war.

»Komm her.« Sie versuchte, ihrer Stimme etwas strenges zu geben. Sie hoffte, dass sie den richtigen Ton treffen würde.

Kirsten verstand noch nicht, was gerade passierte.

»Du hast doch gehört, was die Chefin gesagt hat. Dein Leben in Freiheit ist vorbei.« Sie blickte auf Kirstens Bett. »Leg Dich aufs Bett.«

Kirsten blickte ungläubig auf ihren Gürtel, der immer noch ihre Arme festhielt.

»Nun mach schon, wir haben nicht so viel Zeit.« Ihre Stimme klang noch ein wenig strenger.

Kirsten blickte verwirrt noch einmal kurz auf ihre Mutter, dann ging sie zügig zum Bett und legte sich langsam darauf.

Karin drehte sich zu ihr hin und hoffte dabei, dass sie alles richtig machen würde. Es fiel ihr unendlich schwer, aber sie wollte ihre Tochter nicht enttäuschen.

Sie griff sich ein Bein und zog es zu der Stoffschnalle auf der Matratze. Sie legte die Riemen um das Bein ihrer Tochter und schloss den Klettverschluss. Dann griff sie das andere Bein und schnallte es ebenfalls fest.

Kirstens hatte ihren Kopf gehoben und schaute ungläubig. Es schien als konnte sie nicht glauben, was gerade passierte.

Erst jetzt machte Karin die Schnalle der linken Armfesselung auf und dabei achtete sie sehr darauf, dass sie immer den Arm ihrer Tochter festhielt. Obwohl es ihr große Überwindung kostete, bemühte sie sich, ihrer Tochter jetzt wie angekündigt keine Freiheiten mehr zu lassen. Sie hoffte innig, dass es jetzt richtig war.

Gleich nachdem die Schnalle offen war, zog sie Kirstens Arm zur Seite, wo die Schnalle für den Arm wartete. Mit fast schon so etwas wie Routine fixierte sie den Arm ihrer Tochter.

Kirsten schaute ihr sprachlos dabei zu.

Genauso verfuhr sie mit dem anderen Arm. Kirsten wollte den Mund aufmachen, doch Karin blickte sie streng an. »Wir sind noch nicht fertig.«

Sie löste den Lederriemen um die Taille und schlang stattdessen die dafür vorgesehen Riemen aus der Matratze um den Bauch ihrer Tochter. Sie schloss auch diesen Klettverschluss und drückte sie alle noch mal etwas fest. Dann kniete sie sich vor das Bett und strich ihrer Tochter durch das Gesicht. »Ruhe dich schön aus. Liegst Du bequem?« Dabei ließ sie ihre Stimme bewusst sanft klingen.

Kirsten blickte ihre Mutter total verblüfft an. Doch dann lächelte sie glücklich. »Ja, so ist es sehr bequem.«

Andrea klopfte und steckte ihren Kopf zur Tür herein. »Wir müssten dann gehen.« Sie wartete aber auf keine Antwort, sondern zog sich gleich wieder zurück, nach dem sie einen Ballknebel auf Kirstens Bett geworfen hatte.

Kirsten blickte ihre Mutter verblüfft an. Eine Träne lief über ihre Wange, die Karin sofort wegwischte.

»Mama, ich...« Karin legte einen Finger auf die Lippen ihrer Tochter und blickte sie voller Liebe an. »Nicht jetzt, Liebling. Wir reden später.« Dann nahm sie den Knebel zur Hand und blickte ihre Tochter fragend an. Jetzt war sie zu keinem Wort mehr fähig, diese Minuten kosteten sie alle Kraft, die sie noch hatte.

Kirstens Augen leuchteten und dennoch blickte sie ungläubig zwischen dem Knebel, den ihre Mutter in den Händen hielt und ihrem Gesicht hin und her. Schließlich blieb ihr Blick auf dem Knebel liegen.

Karin hoffte sehr, dass sie alles richtig machen würde. Sie hatte bisher nur gesehen, wie Birgit und Alexandra einmal geknebelt wurden.

Sie hielt den Ball vor Kirstens Mund, so wie es bei Birgit beobachtete hatte. Kirsten öffnete mit einem sehr glücklichen Blick ihren Mund und Karin schob unter Aufbringung all ihrer verbliebenen geistigen Kräfte den Ball in den Mund.

Kirsten hob von selbst ihren Kopf und Karin konnte die Schnalle am Hinterkopf schließen. »Ist es so in Ordnung?« Kirsten nickte leicht und blickte ihre Mutter glücklich an.

Über ihre Wange liefen ein paar Tränen, die Karin wegwischte. Sie strich ihr noch einmal über die Haare, dann erhob sie sich und tat so, als wollte sie die Fesseln, die ihre Tochter an Bett fesselten, noch einmal kontrollieren. Dann strich sie ihr noch einmal liebevoll über den Körper. »Bis später«

Kirsten drehte ihren Kopf zu ihr und blickte ihr mit einem strahlenden Lächeln zu ihr.

Karin streichelte ihr noch einmal durch die Haare. »Ruhe Dich aus.«

* * *

»Das haben sie toll gemacht.« Andrea hatte vor der Tür gewartet, damit sie zum Abthaus gehen konnten. Der Herzog hatte zur ersten Besprechung geladen.

Karin ging zunächst wortlos neben Andrea her. Erst im Treppenhaus brach sie ihr Schweigen. Sie beschrieb, dass es ihr unendlich schwer gefallen ist, ihre Tochter zu fesseln.

Andrea erwiderte ihr, dass es genau das Richtige war. »Ihre Tochter braucht das jetzt. Die Fesseln geben ihr jetzt Halt und das ist wichtig.«

»Ich werde noch einige Zeit brauchen«, Karins Stimme war leise, »bis ich das verarbeitet habe.«

»Es war toll, dass sie sich überwunden haben. Sie haben genau das richtige gemacht.«

»Es war so schwer.« Karin seufzte. »Ich wollte ihr nie ein Leid antun.«

Sie gingen schweigend weiter. Immer wieder musste Karin an die leuchtenden Augen ihrer Tochter denken. Es war ihr sehr sehr schwer gefallen, sie an das Bett zu fixieren und noch viel schwerer fiel es ihr, sich n den Gedanken zu gewöhnen, dass Kerstin Gefallen an diesen Fixierungen gefunden hatte.

Andererseits sagt sie sich, dass es ihr bei ihrer Aufgabe hier im Kloster sicher helfen wird, denn ihre erste Pflicht war es, für ihre vier Team-Mädchen da zu sein, wenn diese Hilfe brauchten. Gleichzeitig sollte sie stets für den richtigen Sitz beziehungsweise der sicheren Anwendung der jeweiligen Fesselung sorgen, soviel hatte sie schon verstanden.

Auf einmal begann in ihr der Gedanke zu reifen, dass Bondage und Fesselungen sowie die damit verbundene Hilflosigkeit etwas schönes sein konnte. So ganz langsam begann sie ihre Aufgabe in einem etwas anderen Licht zu sehen.

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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:11.04.14 22:24 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo gag-coll,

meinen herzlichsten Dank für´s Veröffentlichen.

Und insbesondere dafür, das du es wiedermal geschafft hast, mir einen Kloß in die Kehle zu zaubern.
Wie sanft, unsicher und gespalten du Karin zeichnest, ist unglaublich.
Und hoffentlich schafft Kirsten es, irgendwie sich frei fallenzulassen.


pardofelis
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Rainman
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Das Leben ist sch...., aber die Graphik ist geil!

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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:11.04.14 22:35 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Cag_coll.

Du überraschst mich immer wieder. So schöne Geschichten werde ich wohl nie schreiben. Dazu fehlen mir einfach die nötigen Ideen.

Umso mehr Respekt habe ich vor Leuten wie dir.


Mfg Rainman.
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gag_coll
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Kapitel 3 - Kirsten - Teil Acht Datum:13.04.14 15:29 IP: gespeichert Moderator melden


Vinctae in Monasterio Antiquo
Kapitel 3 - Kirsten - Teil Acht
Autor: Karl Kollar

Frau von Taubach wartete mit Herzog von Kollstein vor dem Abthaus. Karin und Andrea gingen zu ihnen. Frau von Taubach stellte sie zunächst einander vor und erkundigte sich dann bei Karin, wie der Kontakt zu ihrer Tochter verlaufen sei.

Karin berichtete zögernd von ihren sehr aufgewühlten Gefühlen und dass es ihr unendlich schwer gefallen ist, Kerstin ans Bett zu fesseln.

Andrea mischte sich ein. »Eigentlich wäre es meine Aufgabe gewesen, aber ich denke, für Kerstin war es sehr wichtig.« Sie wandte sich an Karin. »Ich hoffe, es war nicht falsch mit dem Knebel, aber ich dachte, es wäre eine sehr großes Zeichen, wenn sie ihn nutzen.«

Karin musste zugeben, dass sie das noch mehr Kraft gekostet hat.

»Sie haben das richtige gemacht.« Andrea legte ihr die Hand auf die Schulter.

Karin blickte sorgenvoll zu ihr.

Herzog von Kollstein ergriff das Wort. »Wie geht es meiner Tochter?« Er blickte dabei Karin an.

Karin fühlte sich aus ihren Gedanken gerissen. Sie musste zugeben, nicht zu wissen, was die Prinzessin im Moment machte.

Ihre Chefin kam ihr zu Hilfe. Sie erwähnte, dass Tamara im Moment mit den anderen Mädchen im Freizeitraum wäre und dass Frau Helmar bis jetzt auf sie aufpasst hatte.

Der Herzog blickte Karin wieder an, diesmal etwas zweifelnder. »Warum wussten sie das nicht?«

»Kirsten...« Karin begann zu stottern. »Ich meine... Tochter...«

Wieder kam Frau von Taubach ihr zu Hilfe. »Karin hat eben ihre Tochter wiedergefunden.« Sie beschrieb, was sich bis eben ereignet hatte. Dann bat sie Andrea, noch einmal einen kurzen Überblick über die Ereignisse in der Klinik zu geben.

Auch Herzog Kollstein war tief betroffen von diesem gemeinen Verrat. Jetzt blickte er Karin verständnisvoll an und bat sie um Verzeihung. »Sie werden das schon schaffen. Und jetzt lassen Sie uns beginnen.«

Sie betraten das Abthaus und begaben sich in das Besprechungszimmer.



Der Tageslichtprojektor warf eine Folie an die Wand, auf dem der Herzog eine Tabelle gezeichnet hatte. Er zeigte auf die erste Spalte. »Ich möchte Ihnen noch einmal kurz einen Überblick über den Lehrgang geben. Wie Sie ja wissen, verfolgen wir drei Ausbildungslinien.«

Er blickte auf die Tabellenüberschriften und lächelte. »Die Namen sind von meiner Tochter.«

Karin blickte auf die Folie, doch ihre Gedanken schweiften immer wieder zu Kirsten.

»Bondagette rund um die Uhr«, »Ponymädchen« sowie »Devot und gehorsam«, diese drei plakativen Titel stellte der Herzog als die drei Ausbildungslinien vor und nannte dazu einige Details, die Karin jedoch überhörte. Sie musste wieder an ihre Tochter denken, wie sie jetzt so hilflos im Teamraum auf dem Bett lag und sich nicht bewegen konnte.

»Frau Michels, haben Sie die Prioritäten verstanden?« Die Stimme ihrer Chefin erst riss Karin aus ihren Gedanken. Sie sah erschreckt auf und blickte den Herzog verlegen an.

Dieser blickte noch einmal auf das Projektorbild und zählte noch einmal auf. »Oberste Priorität hat die Gesundheit und die Unversehrtheit der Mädchen. Behalten Sie dieses Ziel zu jeder Zeit im Augen.«

Karin dachte an das Metall an dem Kiefer ihrer Tochter und seufzte.

»Weiterhin ist mir wichtig, dass der Tagesplan so weit wie möglich eingehalten wird, natürlich immer mit dem gesunden Menschenverstand.«

Karin versuchte tapfer dem Vortrag zu folgen.

»Und als Drittes schließlich: Sie haben die Freiheit, von allen unseren Vorgaben abzuweichen, wenn es Ihnen für wichtig und richtig erscheint. Ich möchte Sie in diesem Fall aber bitten, den Vorgang später schriftlich festzuhalten, damit wir gegebenenfalls die Regeln besser an die Realitäten anpassen können.«

Karin nahm die Worte wahr, aber deren Tragweite erkannte sie nicht. Ihre Gedanken waren schon wieder bei Kirsten.

»Frau Michels, sollen wir Sie von ihren Aufgaben entbinden?« Die Stimme des Herzogs klang besorgt.

Diese Worte waren es, die Karin aufrüttelten. »Nein, bitte nicht.« Sie wurde verlegen und brach in Tränen aus. »Bitte nicht, dies ist meine letzte Chance.« Sie wischte sich die Tränen weg. »Ich bin ab sofort aufmerksam.« versprach sie.

Der Herzog machte sich eine Notiz.

»Ich fürchte, sie werden nicht die nötige Autorität aufbringen, um meine Tochter unter Kontrolle halten zu können.« Er blickte besorgt zu Frau von Taubach.

Doch Frau von Taubach stand auf Karins Seite. »Lassen Sie es uns versuchen. Ich habe Vertrauen in Frau Michels. Sie wird das schaffen.«

Der Herzog stand auf. »Nun denn, ich werde dann die »Bösen« holen, bereiten Sie bitte alles andere vor.« Dann ging er aus dem Raum.

Frau von Taubach stand ebenfalls auf und schaltete den Projektor ab. Dann drehte sie sich zu ihren Betreuerinnen. »Bringen sie bitte Ihre Damen auf das jeweilige Teamzimmer. Ich komme dann vorbei, bringe die Ausrüstung und erkläre ihrem Team, was wir vorhaben.«

* * *

Frau Klebe, die Hausmeisterin stand schon vor ihrer Haustür und wartete auf den Herzog. Ihr Gesicht zeigte ein besonderes Lächeln.

Der Herzog begrüßte die Hausmeisterin und erkundigte sich nach dem Befinden der drei eingekerkerten Mädchen. »Tragen sie wie abgesprochen den neuen Knebel?«

Frau Klebe musste lächeln. »Ja, es brauchte zwar ein wenig Überzeugungskraft, aber mein Mann hat mir geholfen.«

Der Herzog ahnte, was sich in den drei Kerkerzellen unterhalb des alten Jagdhauses abgespielt haben musste.

»Nur etwas ist merkwürdig.« Die Stimme von Frau Kleben wurde fast etwas nachdenklich. »Das Gestöhne und die Schreie der Mädchen sind erstaunlich leise geworden.«

»Das liegt an der Besonderheit der neuen Knebel.«Der Herzog lächelte. »Meine Tochter hat sich das ausgedacht.« Er erklärte, dass der Knebel innen mit einem Spezialgranulat gefüllt war, welches sich ausdehnt, wenn es feucht wird. »Es quellt durch den Speichel der Mädchen auf.«

Frau Klebe blickte amüsiert. Sie hatte die Wirkung dieses Knebels, der sich im Mund der Mädchen immer weiter ausdehnte, sofort verstanden. »Das geschieht ihnen recht. Warum hatten sie auch immer so eine große Klappe. Und was haben sie mit dem Tonband vor?«

Der Herzog blickte finster. »Ich habe ihre Eltern jeweils gebeten, ein paar Worte zu sprechen.« Der drückte auf die Play-Taste. Es ertönte die Stimme eines der Väter. ?Meine liebe Sophie, wir haben deinem Treiben lange genug zugeschaut, jetzt ist es vorbei...?

Frau Klebe blickte ihn verwundert an. »Und Sie meinen, damit erreichen Sie etwas bei diesen Gören?«

Der Herzog war von seinem Plan überzeugt. Allerdings nahm er die Zweifel der Hausmeisterin zur Kenntnis. »Das wird nur ein Baustein von vielen sein.« Es schien, als würde er noch einmal über seinen Plan nachdenken. »Sind die anderen Sachen verfügbar?«

Frau Kleben wusste, er meinte. »Mein Mann hat die Fesseln im Keller neben den Zellen bereitgelegt. Die blickdichten Kapuzen sind auch schon unten.«

Er blickte zur Tür. »Nun dann, lassen wir es angehen.« Sie gingen in das Jagdhaus hinein.

* * *

Karin war erleichtert, als sie in das Zimmer ihres Team trat. Alle ihre vier Mädchen, auf die sie in Zukunft aufzupassen und zu betreuen hatte, hatten sich schon versammelt.

Birgit und Alexandra saßen auf dem Bett von Birgit und schmusten mit ihren noch angelegten Monohandschuhen. Juliane saß am Tisch und lass in einem Buch, während Tamara noch in ihrer Jacke am Fenster stand und irgendwie sehnsüchtig nach draußen blickte.

Die Herzogstochter drehte sich um und blickte Karin erwartungsvoll an. »Jetzt wird es losgehen?« Es schien, als war auch sie über den Ablauf gut informiert.

Karin blickte sie etwas ratlos an. »Ich weiß es nicht. Ich sollte bloß dafür sorgen, dass Sie jetzt alle hier sind.«

Es klopfte. Karin drehte sich um und öffnete die Tür.

Frau von Taubach trat ein. Sie ging zum Tisch und legte ein Bündel von Lederriemen sowie einige Stoffbeutel auf den Tisch. Es waren auch vier Ballknebel dabei.

Unvermittelt wandte sie sich an die vier Damen. »Ich möchte Sie im Namens des Herzog auffordern, etwas zu schauspielern.«

Tamara kam zum Tisch und blickte wissend auf die mitgebrachten Gegenstände. Die anderen vier blickten etwas skeptisch.

»Ich möchte sie bitten, dass Sie alle diese Arm- und Beinfesseln tragen, den Knebel angelegt haben und den Beutel über den Kopf tragen.« Während sie erläuterte, hob sie den jeweiligen Gegenstand hoch. »Die vier Damen von gelben Team sollen glauben, es würde allen so ergehen wie ihnen selbst.«

Frau von Taubach spürte die Fragen der Mädchen, auch wenn sie nichts sagten. »Der Herzog möchte ein neuartiges Erziehungsprogramm ausprobieren und das bedarf einiger Vorbereitungen.«

Die anderen Mädchen kamen ebenfalls zum Tisch. Ihre Blicke waren noch etwas zweifelnd.

»Die Beutel, die sie über dem Kopf tragen, erlauben noch ein gedämpftes Sehen. Bei den vier Damen wird das nicht so sein, sie werden nichts mehr sehen können.« Sie erklärte, dass den vier Mädchen die Hauben zuerst abgenommen werden, dann erst allen anderen. »So sollen sie annehmen, dass es allen so erginge wie ihnen selbst auch.«

Karin blickte ihre Mädchen neugierig an.

»Ein mehr oder weniger lautes Jammern in den Knebel ist erwünscht. Auch dürfen sie gern an ihren Fesselungen zerren und ziehen, es soll glaubwürdig sein. Die Fesseln werden das schon aushalten.« Sie lächelte hintergründig

Sie beschrieb, wie sich der Herzog den späteren Ablauf vorgestellt hatte. »Die Mädchen werden einander vorgestellt, dann wird von jeder ein Strafregister vorgelesen.« Sie holte ein Schreiben aus ihrer Rocktasche. »Damit Sie später nicht versehentlich lachen müssen, möchte ich Ihnen jetzt gleich Ihre »Sünden« vorlesen, damit Sie wissen, was ihnen dann scheinbar vorgeworfen wird.« Sie nahm das Schreiben zur Hand und begann die »Sünden« vorzulesen.

Karin fragte sich, was dieses seltsame Theater sollte und ob sich die vier Damen wirklich so beeindrucken lassen würden, wie der Herzog sich das wohl vorgestellt hatte. Die Vorwürfe an Ihre Damen waren auf jeden Fall bestenfalls schlechtes Benehmen und Ungehorsam, aber mehr nicht.

»Frau Michels,« sie blickte Karin an, als sie mit dem Verlesen der Liste fertig war. »helfen sie dann bitten Ihren Damen beim Umkleiden.« Sie zeigte noch einmal auf den Tisch, auf dem die Fesselsachen lagen. »Wenn sie fertig sind, kommen sie bitte ins Parlarium.« Sie ließ ihren Blick noch einmal durch das Zimmer schweifen, dann ging sie hinaus.



Karin wusste im ersten Moment nicht, was mit dem Umkleiden gemeint war. Erst als Tamara sich vor sie hinstellte und sie bat, ihr wieder bei der Jacke zu helfen, verstand Karin, was gemeint war. Sie musste sich erst wieder klar machen, dass drei ihrer vier Mädchen ja mehr oder weniger strenge Fesseln trugen, aus denen sie sich nicht selber befreien konnten. Sie war etwas über sich selbst erstaunt.

Sie half Tamara wie schon einmal aus der Jacke und legte diese dann über den Stuhl. Auch Birgit und Alexandra waren zu ihr getreten und Karin öffnete ihnen ihre Monohandschuhe.

Als sie sich wieder zum Tisch drehte, hatte Tamara schon den Ballknebel im Mund und war gerade dabei, ihn in ihrem Nacken zu schließen.

Alexandra trat ebenfalls an den Tisch und nahm sich einen der Knebel. Sie reichte ihn ihrer Geliebten und nahm sich noch einen. Beide Mädchen legten sich recht routiniert die Knebel an.

Vier Augenpaare richteten sich auf Juliane. Diese blickte sehr verunsichert auf den Tisch, auf dem jetzt nur noch ein Ballknebel lag. Sie schluckte schwer.

Alexandra sah den zweifelnden Blick von Juliane und blickte sie ihrerseits aufmunternd an. »Ich helfe Dir.« Obwohl sie ihren Knebel im Mund hatte, war sie noch gut zu verstehen.

Juliane blickte Alexandra verunsichert an.

Doch Alexandra ließ ihr gar keine Zeit, eine weitere Reaktion zu zeigen. Sie nahm sich den vierten Knebel vom Tisch und hielt ihn Juliane vor den Mund.

Es war nicht klar, ob Juliane noch etwas sagen wollte oder ob sie »brav« sein wollte, denn Alexandra schob ihr einfach den Ball zwischen die geöffneten Lippen. Dann trat sie hinter Juliane und hatte ihr genauso schnell die Riemen hinter dem Kopf geschlossen.

Tamara und Birgit hatten sich derweil die Taillenriemen vom Tisch genommen und sich diese um den Bauch gelegt und festgeschnallt. Ebenso schnallten sie sich die Fußfesseln fest. Diese erlaubten den Mädchen nur noch sehr kleine Schritte.

Tamara ging mit winzigen Schritten auf Karin zu und blickte sie auffordernd an. Dabei hielt sie ihre Arme so, wie sie später von den Riemen auch festgehalten würden.

Karin war der besondere Zauber dieses Augenblicks wohl bewusst. Fast etwas langsam griff sie zu den Riemen und schnallte die Arme der Prinzessin fest.

Genauso machte sie es bei Birgit und Alexandra, die sich in der Zwischenzeit auch die Riemen umgelegt hatte.

Juliane war immer noch ziemlich verunsichert, doch jetzt griff auch sie zu den letzten Riemen, die noch auf dem Tisch lagen und schnallte sich diese um. Dann folgte sie ihren Teampartnerinnen und legte ihre Arme ebenfalls in die richtige Position. Karin schnallte auch ihr die Arme fest.

Auf einmal war von Birgit ein sehr wehleidiges Stöhnen zu hören und als gleich darauf auch Alexandra mit Stöhnen einsetzte, drehte Karin sich erschreckt um. Ihr Blick zeigte Sorge. Erst das gedämpfte Lachen von Tamara machte sie darauf aufmerksam, dass das Paar schon mit dem Schauspiel-Jammern begonnen hatte. Karin lächelte erleichtert. »Wir müssen dann losgehen.«

Tamara blickte auf den Tisch und stupste Karin an. Dann warf sie den Blick auf die vier Hauben, die noch auf dem Tisch lagen.

Karin war verunsichert. »Sollen Sie die jetzt gleich aufsetzen?«

Tamara nickte.

Karin seufzte innerlich. Insgesamt war ihr das ganze Getue mit Fesseln und Knebeln nach wie vor unheimlich. Doch sie gab sich einen Ruck und bat ihre vier Mädchen noch einmal zu sich. Sie nahm sich nacheinander die Kapuzen vom Tisch und zog sie den Mädchen über den Kopf.

Wieder setzte ein gedämpftes Jammern ein, was gleich darauf in ebenso gedämpftes Kichern überging.

Karin versuchte, ihrer Stimme ein Lächeln zu verleihen. »Aber meine Damen, ich bitte um Ruhe.«

Prompt wurden die vier noch etwas lauter.

Tamara drehte sich demonstrativ zur Tür. Karin sah die Geste und bat zum Aufbruch. Sie war sich allerdings nicht sicher, wo sie hinzugehen hatten. Sie wusste nur den Namen des Raumes ?Parlarium?, aber ihr war nicht klar, wo dieser Raum zu finden war. Doch da Tamara trotz der Kapuze zielstrebig voran ging, hoffte Karin, sich auf die Herzogstochter verlassen zu können.



Andrea war mit ihren Mädchen schon anwesend und Daniela kam mit ihren Mädchen gerade den Kreuzgang entlang, als Karin mit ihren Mädchen in das Parlarium eintrat.

Karin war beeindruckt von dem Raum, der wegen der nackten, nur grob behauenen Steine einen sehr martialischen Eindruck machte. Sie kam sich fast vor, wie in einem alten Historiendrama. Der Herzog hätte für das »Theater« keinen besseren Raum finden können.

Frau von Taubach war schon anwesend und freute sich sehr, dass alle Mädchen ihrer Bitte nachgekommen waren. Sie erklärte noch einmal eindringlich, was jetzt wichtig war, dann trat sie wieder in den Kreuzgang und gab dem Herzog ein Zeichen.

Ohne das es angesagt wurde, setzte jetzt im Parlarium ein Knebelgestöhn und ein Jammern ein und die Mädchen begannen zunächst zurückhaltend, doch bald immer stärker an ihren Fesseln zu ziehen. Karin sah dem Treiben fasziniert zu.

Auf einmal waren Schläge und Schmerzensschreie zu hören, während von draußen vom Kreuzgang her ein immer lauter werdendes Stöhnen und Jammern zu hören war.

Karin blickte sich erstaunt um und fragte sich, ob das mit den Schlägen nicht ein wenig zu weit ging. Doch dann sah sie, dass Frau von Taubach ein Tonband in der Hand hatte. Sie grinste Karin an.

Der Herzog schritt voran und zog hinter sich an einer Leine. Vier Mädchen mit Kapuzen stolperten hinter ihm her. Sie hatten ihre Arme und Beine ebenfalls mit dem Lederriemen gefesselt, nur eine von ihnen war sogar mit Ketten gefesselt. Erst nach einiger Zeit fiel Karin ein, dass dies Sabrina sein musste, die sie schon kennen gelernt hatte. Die Mädchen trugen graue Stoffhosen und dazu ein T-Shirt in gleicher Farbe. Nach den vier Mädchen betrat Elke den Raum. Ihr war deutlich anzusehen, dass sie Mühe hatte, ein ernstes Gesicht zu machen.

Frau von Taubach und Elke halfen den Mädchen, ihren Platz zu finden. Karin fand, dass sie dabei nicht gerade zimperlich mit ihnen umgingen.

Der Herzog ergriff das Wort. Er begrüßte die Trainerinnen und verwies dann auf die 16 Zöglinge, die sich hier zu einer Therapie eingefunden hätten.

Frau von Taubach hielt ein Schild hoch, auf dem »Protest« stand. Ein Welle von Knebelstöhnen war die Antwort. Es war so laut, dass der Herzog erst einmal um Ruhe bitten musste.

»Wir werden Ihnen jetzt zum gegenseitigen Kennenlernen die Hauben abnehmen. Ich erwarte dann Ruhe.«

Wie es abgesprochen war, nahm erst Elke dem »gelben« Team die Hauben ab, dann ging sie in der Runde weiter und nahm auch den anderen Mädchen die Hauben vom Kopf.

Karin suchte ihre Tochter unter den Mädchen und als sich ihre Blicke trafen, zwinkerte Kirsten ihrer Mutter kurz zu, dann machte sie wieder ihr trauriges Geschichte und stöhnte. Karin war erstaunt, dass sie trotz ihres Mundverschlusses trotzdem noch einen Knebel trug. Noch etwas fiel ihr auf. Von Kirstens Gesicht ging trotz der Schauspielerei ein Strahlen aus, wie sie es schon lange nicht mehr bei ihr gesehen hatte. Sie musste sich eingestehen, dass sie sich für ihre Tochter vor allem wünschte, dass sie glücklich werden würde. Es tat ihr zwar weh, dass sie dabei so schlimme Erfahrungen machen musste, aber wenn diese Fesseln bewirkten, dass Kirsten glücklich war, dann war Karin auch bereit, diese zu akzeptieren. Auch wenn es ihr noch schwer fiel.

Der Herzog räusperte sich noch einmal, dann nahm er ziemlich theatralisch eine Schriftrolle und begann mit dem Verlesen der 16 »Sündenregister«. Es war sehr still im Raum. Er nannte jeweils den Namen des Mädchens und lass dann ihre Sünden vor. Die vier Damen vom gelben Team kamen wie zufällig als Letzte dran. Nachdem jedes der Mädchen bisher immer nur beschämt den Kopf gesenkt hatte, folgten die Vier mehr oder weniger freiwillig diesem Beispiel.

Gleich danach trat Elke auf sie zu und zog ihren vier Mädchen wieder die Kapuzen über den Kopf.

Frau von Taubach hielt ein weiteres Schild hoch auf dem die Worte: »Aufstehen! Umhergehen!« standen.

Die anderen Mädchen kamen der Bitte nach und in dem Geräuschtumult sahen sie, wie die vier Mädchen von Elke abgeführt wurden. Der Herzog ging hinterher, blieb aber im Kreuzgang stehen und wartete. Erst nach einiger Zeit kam er in den Raum zurück und bat wieder um Ruhe.

Es war augenblicklich still. »Ich danke Ihnen, dass sie dieses kleine Theater mitgemacht haben.« Er blickte dankbar in die Runde. »Ich denke, dass war sehr überzeugend.«

Er gab Frau von Taubach ein Zeichen, dann sprach er weiter. »Sie können es sich jetzt gemütlich machen. Nach einer kurzen Pausen beginnen wir mit der richtigen Vorstellung.«

Frau von Taubach bat die Karin, Andrea und Daniela zu sich und gab ihnen die weiteren Anweisungen. »Der kritische Teil ist vorbei, jetzt können es sich ihre Mädchen so gemütlich machen, wie sie wollen. Wenn sie wollen, dürfen sie auch Fesseln tragen, ganz wie belieben. Achten Sie bitte nur darauf, dass die Mädchen jetzt nicht in die Nähe der Teamräume kommen, dann wäre die gesamte Komödie umsonst gewesen.«

Karin gab die Anweisungen an ihre vier Mädchen weiter, nach dem sie sie von den Hand- und Fußfesseln befreit hatte. Tamara war es, die den Anstoß gab. »Ich würde gern meine Jacke tragen. Könnten Sie sie holen?«

Alexandra, die noch ihren Knebel im Mund hatte, fügte schnell und relativ deutlich hinzu: »Und unsere Monohandschuhe, das wäre toll.«

Frau von Taubach nahm diese Anregung auf. Sie ging zu dem Schrank, der neben der Tür stand und öffnete ihn. »Ein paar Sachen sind auch hier, wenn sie möchten, dürfen Sie sich auch hier bedienen.«

Karin bat die Mädchen, hier zu warten, dann ging sie in den Kreuzgang zum Treppenhaus. Je näher sie dem Zimmer des gelben Teams kam, desto lauter wurde das Jammern, welches aus dem Zimmer nach draußen drang. Fast wurde es ihr unheimlich. Das Theater hatte anscheinend einen ziemlichen Eindruck bei den Damen hinterlassen.

Mit schnellen Schritten ging sie zu ihrem Teamraum und holte die verlangten Kleidungsstücke. Sie hielt sowohl die Jacke als auch die beiden Handschuhe in der Hand und sie fand es fast unheimlich, wie so wenig Leder und so eine unschuldig aussehende Jacke so fesselnde Eigenschaften haben konnten.



Als Karin in das Parlarium zurück kam, wurde sie schon begierig von Tamara und dem Liebespaar erwartet. Tamara nahm ihr einen Handschuh aus der Hand und ging damit auf Alexandra zu. Diese hatte ihre Arme schon erwartungsvoll auf ihrem Rücken zusammengelegt, so dass Tamara ihr schnell den Handschuh anlegen konnte.

Birgit war fast etwas verlegen auf Karin zugekommen. Sie schien Karins mangelnde Erfahrung zu spüren. »Würden Sie mir bitte da hinein helfen?«

Karin wollte sich jetzt allerdings auch keine Blöße geben, immerhin gehörte es zu ihren Aufgaben, den Mädchen zu jeder Zeit und bei allen Wünschen zu helfen. Sie versuchte, Birgits Wünschen nachzukommen, doch es ging bei weitem nicht so schnell wie bei Tamara oder Elke.

Tamara war neben sie getreten und fast unauffällig gab sie Karin hier und da Tipps zum richtigen Anlegen und Zuschnüren. Karin war für die Hilfe sehr dankbar.

Schließlich blickte die Herzogstochter sie voller Erwartung an. Karin wusste im ersten Moment nicht, was sie jetzt tun sollte. Doch dann fiel ihr ein, dass sie ja auch die Jacke von Tamara geholt hatte. Sie nahm sie zur Hand und half der Prinzessin beim Anziehen der faszinierenden Jacke.

Sie blickte sich um. Einige der Mädchen standen noch vor dem Schrank und suchten nach etwas schönen zum Tragen, andere hatte schon etwas gefunden. Karin suchte nach ihrer Tochter. Sie fand Kirsten auf ihrem Stuhl, auf dem sie vorhin schon gesessen hatte, doch jetzt trug sie eine schwarz glänzende lederne Zwangsjacke. Die Jacke stand ihrer Tochter sehr gut, dass musste Karin sich eingestehen. Sie ging zu ihr und setzte sich auf den Platz neben ihr.

Kirsten blickte ihre Mutter glücklich an. »Es ist schön, dass Du da bist.«

Karin strich ihr über den Kopf. »Meine Kleine« Sie wollte was Nettes sagen. »Die Jacke steht Dir gut.« Trotzdem war es ihr schwer gefallen.

Die Augen ihrer Tochter strahlten. »Die hatte zufällig meine Größe.«

Karin lächelte ebenfalls. Als Antwort strich sie ihr über ihre verpackten Arme.

Kirsten genoss die Zärtlichkeit ihrer Mutter. Doch dann veränderte sich ihre Stimme. »Ich glaube, Du musst Deine Arbeit machen.« Sie blickte auf Juliane, die verlegen vor Karin und ihrer Tochter stand.

Karin blickte auf und sah, wie Juliane vor ihr stand und ihre Arme wieder an den Lederriemen hielt. »Ich habe nichts besseres gefunden. Und ich möchte mich nicht ausschließen.« Sie blickte auf die anderen drei Mädchen ihres Teams, die ihre wieder angelegten Fesseln sichtlich genossen.

Nur langsam schaffte Karin es, sich an die Lust der Mädchen auf das Gefesselt sein zu gewöhnen. Sie stand auf und schloss Juliane wie gewünscht die Lederriemen um ihre Handgelenke.



Nach einiger Zeit, die Mädchen hatten es sich alle gemütlich gemacht, trat Herzog von Kollstein wieder vor die Gruppe und und bat um Aufmerksamkeit. Sofort herrschte Ruhe. »Ich möchte Sie nochmals begrüßen zu unserem Lehrgang, der ein halbes Jahr andauern wird. Sie haben sich ein Ausbildungsziel ausgesucht oder werden dies noch tun. Wir werden alles tun, damit sie dieses Ziel auch erreichen.«

Er nahm eine Liste zur Hand. »Zunächst möchte ich Ihnen noch einmal ihre Betreuerinnen vorstellen.« Er bat die vier Damen bei der Nennung ihres Namens einmal aufzustehen. »Karin Michels, Daniela Bringel, Andrea Falk und Elke Helmar.«

Dann blickte er wieder auf seine Liste und fuhr fort. »Die Damen vom Gelben Team haben sie ja schon kennen gelernt.« Er lächelte in die Runde, dann nannte er die Namen der vier Mädchen. »Diese vier Damen sind für das Ausbildungsziel »Devot und gehorsam« angemeldet.« ?Mehrheitlich von ihren Eltern?, fügte er in Gedanken noch dazu.

»Das blaue Team besteht aus den drei Geschwistern Steinmüller sowie Jennifer Weber. Diese Vier wollen zu Ponymädchen ausgebildet werden.« Er blickte in vier leuchtende Augenpaar.

»Das dritte Ausbildungsziel ist die Bondagette, ein Mädchen, welches ihr ganzes Leben lang Fesseln trägt. Wir möchten Ihnen zeigen, wie sie trotz diverser Fesselungen und Einschränkungen ihren Alltag meistern können.« Er warf einen vorsichtigen Blick zu seiner Tochter. Tamara lächelte glücklich. Er lass die Teilnehmerinnen vor. »Birgit Solcher, Alexandra Zirbel, Tamara von Kollstein, Kirsten Michels und Petra Krannitz.« Wieder blickte er in erwartungsvolle Gesichter.

»Drei Damen haben sich noch nicht entschieden. Juliane Reger, Christine Buchser und Marianne Leisner.« Er suchte die drei Damen mit dem Blick. »Sie haben einen Monat Zeit, um sich für eines der drei Ziele zu entscheiden.«

Damit waren alle Mädchen vorgestellt und Herzog von Kollstein klappte seine Liste wieder zu. »Damit möchte ich an Frau von Taubach übergeben. Sie wird Ihnen über die Details zum Lehrgang Auskunft geben.«

Frau von Taubach trat neben den Herzog. Sie begrüßte die Damen ebenfalls noch einmal, dann gab sie einen Überblick über den Ablauf des Unterrichts. »Wir haben einen Stundenplan ausgearbeitet, der Ihren Tagesablauf regelt.« Sie hielt ein Blatt hoch und zeigte es. »Es wird am Vormittag jeweils zwei Theorie-Einheiten geben sowie am Nachmittag eine Einheit Praxis.«

Die Augen der zukünftigen Bondagetten leuchteten.

»Den ersten Monat wird der Unterricht für alle gleich sein, nur das gelbe Team bekommt Einzelunterricht. Danach beginnt dann die Spezialisierung.« Sie ließ den Stundenplan wieder sinken und zeigte einen anderen Plan. »Es werden auch regelmäßig Prüfungen stattfinden, sowohl schriftliche Arbeiten als auch praktische Prüfungen. Und natürlich wird das auch benotet.«

Ein leichtes Stöhnen war im Raum zu hören.

Frau von Taubach überhörte es. »Etwas ganz wichtiges wäre noch zu sagen. Drei mal kurz. Das ist das universelle Sicherheitswort. Wann immer irgendwie irgendwas nicht in Ordnung ist oder etwas zu anstrengend ist, scheuen Sie sich nicht, es zu benutzen.« Sie ahnte die Gedanken der Schülerinnen. »Ihr Ehrgeiz in allen Ehren, aber oberste Priorität hat ihre Gesundheit. Also seien Sie vor allem ehrlich zu sich selbst.«

Sie ging zur Wand und stellte sich dort neben den Ortsplan, der dort aufgehängt war. »Ich möchte Ihnen dann auch noch einmal die Besonderheiten unseres Ortes vorstellen. Wir unterscheiden grob zwischen drei Bereichen. Innerhalb der Klausur, also dem inneren Klosterbereich, können Sie sich ganz frei bewegen, egal ob sie gerade Fesseln tragen oder nicht.« Sie lächelte etwas über das Wortspiel.

»Innerhalb des ersten Mauerrings, also dem äußeren Klosterbereich kann ebenfalls jede Fesselung offen getragen werden, ausgenommen Sonntag Vormittag und Samstag Nachmittag, falls in der Kirche geheiratet wird. Ansonsten dürfen sie sich in dem Bereich ebenfalls frei bewegen.«

Sie zeigte auf der Karte die Mauerringe. »Außerhalb des Kloster sollten sie nur in Begleitung unterwegs sein. In den ersten zwei Monaten dürfen sie außerdem außerhalb des Klosterbereichs Fesseln nur mit Genehmigung tragen.«

Sie hängte eine Liste neben die Karte. »Ich habe Ihnen hier noch zusammengestellt, welche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung es gibt. Sie dürfen sich da frei entscheiden.«

Sie warf einen Blick in ihre Unterlagen. »Ach und noch etwas ist wichtig. Sie werden einen Monat Zeit haben, sich an das Tragen der Knebel zu gewöhnen. Dafür werden wir Ihnen genügend Gelegenheit bieten, das zu trainieren. Nach einem Monat wird das Tragen der Knebel fast ausnahmslos Pflicht sein. Nur zu den Mahlzeiten und in der Nacht sind sie von der Pflicht befreit.«

Ein Teil der Mädchen schaute sehr fasziniert, andere blickten wiederum sehr skeptisch.

»Wir werden einige Spezialprojekte veranstalten. Eines davon werden zum Beispiel die zwei Wochen als Ponymädchen sein. Wir werden Sie rechtzeitig darüber informieren.«

Sie blickte noch einmal in ihre Papiere. »Das sollte es erstmal von meiner Seite gewesen sein. Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit hier im Kloster und hoffe, dass sie ihr Ausbildungsziel hier erreichen.«

Sie blickte auffordernd zu Herzog von Kollstein hinüber. Dieser stand auf und trat noch einmal vor die Mädchen. »Ich möchte Ihnen noch einmal für das spontane und sehr glaubwürdige Schauspielen danken.« Er ließ seinen Blick über die Damen wandern. »Und jetzt möchte ich zum Abendessen an das kalte Buffet bitten.«

* * *

Im großen Speisesaal war das Buffet an der Wand nach Süden hin aufgebaut. Karin hatte einen schnellen Blick darauf geworfen und sah, dass es fertig belegte kleine Brotscheiben und Häppchen bereitstellte. Sie hatte zwar auch Hunger, wollte sich aber gemäß ihrer Aufgabe zunächst um ihre vier Mädchen kümmern.

Tamara kam mit leuchtenden Augen auf sie zu und bat sie um einen Gefallen. »Ich würde gern in der Jacke bleiben. Könnten Sie mir bitte beim Buffet helfen?«

Karin war über den Wunsch der Herzogstochter zwar sehr erstaunt, aber sie half ihr gern. Sie nahm sich einen Teller und lud nach den Angaben von Tamara ein paar Sachen vom Buffet auf den Teller.

»Danke, das reicht schon.« Tamara streckte die Hand aus und Karin reichte ihr mit leichtem Zögern den Teller. Die Prinzessin spürte die nicht gestellte Frage. »Ich komme zurecht.«

Karin blieb skeptisch.

Tamara kam ihr etwas näher und sprach eine Spur leiser. »Ich esse so nicht zum ersten Mal.« Sie lächelte hintergründig. Dann ging sie zum Tisch.

Birgit und Alexandra standen auf einmal neben Karin. »Frau Michels, könnten Sie bitte etwas für uns ausknobeln?«

Karin blickte die beiden Monohandschuhträgerinnen etwas ratlos an. »Was soll ich?«

Birgit trat etwas näher an sie heran und sprach leiser. »Ich möchte gern mit Alex auslosen, wer von uns im Mono verbleiben darf.«

Jetzt hatte Karin verstanden. Sie nahm sich nach einem kurzen Blick über das Buffet einen der kleinen Steine von der Dekoration und kehrte dann den beiden Damen den Rücken zu. Sie tat den Stein in eine Hand und machte dann zwei Fäuste. Dann drehte sie sich zurück und hielt Birgit und Alexandra die beiden Hände hin.

Alexandra entschied sich für eine Hand, Birgit nahm die andere.

Karin öffnete langsam die beiden Hände. Birgit hatte gewonnen. Sie gab Alex einen Kuss. »Danke«

Alexandra seufzte ein kleines bisschen, dann wandte sie sich an Karin. »Bitte nehmen Sie mir den Handschuh ab?«

Karin kam der Bitte gern nach. Während sie dabei war, die Schulterriemen zu öffnen, trat Andrea auf Karin zu und wollte ihre Meinung hören. Kirsten hätte sie als Betreuerin gefragt, ob sie in der Jacke verbleiben könnte und ob sie ihr beim Essen helfen könne.

Karin half zunächst Alexandra aus dem Handschuh, dann warf sie einen Blick auf ihre Tochter, die ihre Zwangsjacke sichtlich genoss. Karin war verunsichert. Sie wollte jetzt nichts falsches tun. Doch dann wusste sie, was richtig war. Sie blickte Andrea an und bat sie, ihr zu folgen.

Sie ging zu ihrer Tochter und setzte sich neben ihr. Sie wusste schon, was sie machen wollte, sie suchte nur noch nach den richtigen Worten. Um etwas Zeit zu gewinnen, griff sie an den Riemen vorn am Bauch, in den ihre Tochter ihre Arme gesteckt hatte. Zu Kirstens Überraschung zog sie ihn ein Loch enger.

»Sie mag gern Käse«, Karin blickte Andrea an. »Wenn Sie es ihr klein schneiden und Sie dann füttern...«

Es war Kirsten deutlich anzusehen, wie sehr sie sich über die Worte ihrer Mutter freute.

Es fiel Karin sehr schwer, aber sie nahm ihre Tochter in den Arm und streichelte sie etwas.

Kirstens Arme zuckten in ihrem Gefängnis. Doch dann veränderte sich ihre Stimme. »Mama, Du wirst schon wieder gebraucht.«

Karin blickte verblüfft auf. Juliane stand vor ihr. Sie sah sehr verlegen aus. »Ich möchte auch etwas essen. Würden sie mir bitte die Arme frei machen?«

Karin stand langsam auf und trat auf Juliane zu. Sie öffnete ihr die Riemen, die ihre Arme an der Seite festhielten. Dann blickte sie sich noch einmal nach ihren Mädchen um.

Birgit und Alexandra hatten sich nebeneinander an den Tisch gesetzt. Vor ihnen stand ein gut gefüllter Teller. Birgits Augen leuchteten, als sie sich von ihrer Geliebten füttern ließ.

Neben ihnen saß die Herzogstochter. Auch sie strahlte einen gewissen Stolz aus, als sie trotz der strengen Jacke so nach und nach ihren Teller leerte. Sie spießte den jeweiligen Bissen mit einer Gabel auf und mit dieser Hilfe konnte sie ihren Mund erreichen. Karins Blick blieb ein paar Momente an ihr haften, denn obwohl die Jacke ihr eigentlich eine sehr demütigende Essweise zumutete, schaffte es Tamara, ihren verbliebenen Freiraum mit sehr viel Würde auszunutzen. Es war keinerlei Unsicherheit in ihren Handlungen zu sehen. Sie wusste genau wie viel Freiraum ihr die Jacke ließ und diesen nutze sie sehr gut aus.

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pardofelis
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:13.04.14 19:35 IP: gespeichert Moderator melden


Danke

Auf die Aufgaben von Team gelb bin ich sehr neugierig


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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Kapitel 3 - Kirsten - Neunter und letzter Teil dieses Kapitels Datum:15.04.14 06:30 IP: gespeichert Moderator melden


Vinctae in Monasterio Antiquo
Kapitel 3 - Kirsten - Neunter und letzter Teil dieses Kapitels
Autor: Karl Kollar

Am Nebentisch saßen Kirsten und die anderen Mädchen ihres Team. Christine hatte sich auch befreien lassen. Sie sah mit sehr viel Leuchten in den Augen, wie Andrea zwischen Kirsten und Petra saß und beide fast wie selbstverständlich fütterte. Gelegentlich suchte Kirsten den Blick zu ihrer Mutter. Sie lächelten sich zu.

Marianne hatte sich nur wenig auf ihren Teller geladen. Es war ihrem Blick anzusehen, dass sie von den vielen freiwillig getragenen Fesseln sehr irritiert war. Sie selbst hatte Andrea gebeten, von den Fesseln befreit zu werden.

Karin selbst hatte nicht so viel Hunger. Sie nahm sich selbst nur ein paar Häppchen aus Höflichkeit und setzte sich dann an den Tisch, an dem ihre Mädchen saßen.

Karin steckte sich nur gelegentlich einen der wenigen Bissen in den Mund. Viel interessanter fand sie es, ihren Mädchen zuzusehen, die sich teilweise mit Leuchten in den Augen von ihren Fesseln oder ihrer Kleidung die Freiheit nehmen ließen und dies auch noch zu genießen schienen. Besonders Tamara beeindruckte sie. Ihre Jacke hielt ihre Oberarme zwar an ihrer Seite fest, aber gleichzeitig hatte sie mit dem Unterarm noch genügend Freiheit, um die Sachen von ihrem Teller mit der Gabel aufzuspießen und sie so in ihren Mund zu führen. Dabei machte sie aber keineswegs einen gedemütigten Eindruck, wie Karin eigentlich vermutet hatte, sondern sie war eher stolz auf ihr außergewöhnliches Können, mit den Einschränkungen, die ihre Jacke auferlegte, so elegant umzugehen.

Auch Birgit war faszinierend. Karin erinnerte sich an die kleine Knobelei vor hin und sie fragte sich schon, ob Birgit die Knobelei verloren oder gewonnen hatte. Sie war im Handschuh verblieben und genoss es sichtlich, von Alexandra gefüttert werden. Trinken konnte sie selbst, denn an jedem Gedeck lagen auch Strohhalme bereit.

Nur Juliane war keinen Einschränkungen unterworfen und Karin hatte den leisen Verdacht, dass sie etwas neidisch war. Allerdings ließ sie sich so nichts anmerken, sondern genoss die Häppchen vom Buffet.

Gelegentlich schaute Karin hinüber an den Tisch, an dem Kirsten saß. Sie sah, wie Andrea ihre Tochter im Arm hielt und ihr so ähnlich wie Alexandra die Bissen nach und nach in den Mund steckte. Kirstens Augen leuchteten voller Glück und Karin war sehr erleichtert, das Kirsten ihre Trauer so gut beiseite geschoben hatte.

So nach und nach waren die Mädchen fertig mit dem Essen und es setzen wieder mehr oder weniger leise Gespräche ein. Natürlich war das Schauspielern das Hauptthema, aber auch die Erwartungen an das Kommende wurden besprochen.

Nur Marianne saß fast apathisch vor ihrem spärlich gefüllten Teller. Sie hatte sich nur wenig aufgetan und selbst davon hatte sie noch nichts gegessen. Ihr Blick wechselte zwischen Traurigkeit, Ängstlichkeit sowie Unverständnis. Karin fragte sich, was sie wohl bewegte. Auf jeden Fall hatte sie mir der Begeisterung der anderen Mädchen für die Fesselungen und Einschränkungen so ihre Probleme.



»Kinder, ich freue mich auf die erste Nacht.« Alexandras Stimme strahlte sehr viel Begeisterung aus. Birgit äußerten ebenfalls ihre Vorfreude. Nur Karin und Juliane blickten etwas ratlos. Doch dann erinnerte Karin sich an die seltsamen Bettlaken mit den Manschetten zum Festschnallen. Sie traute sich nicht zu fragen, doch die drei Mädchen waren sensibel genug, um ihre Gedanken zu erkennen.

»Machen Sie sich keine Sorgen, wir sind das gewöhnt.« Alexandras Stimme strahlte. »Und die Nachtwache passt ja auf.«

Tamara deutete an, dass sie sich auch schon sehr auf die Nacht freute. Nur Julia blickte etwas ratlos. Sie wusste anscheinend nicht, was auf sie zukommen würde.

»Du wirst ruhig schlafen.« grinste Birgit.

Juliane nahm den Trost entgegen, der in den Worten enthalten war, aber trotzdem wusste sie nicht, was in der Nacht auf sie zukommen würde.

Auch Karin hatte mit dem Gedanken, in der Nacht fixiert zu sein, so ihre Probleme. Sie fühlte eine gewisse Verbundenheit mit Juliane, die in dieser Hinsicht einen sehr unerfahrenen Eindruck machte.

* * *

Nach dem Essen stand Frau von Taubach auf und bat um Gehör. Nachdem Stille eingekehrt war, gab sie die Details zum Abendprogramm bekannt. »Wer müde ist, kann gern sofort ins Bett gehen. Bitte beachten Sie aber, dass sie schon zu Lehrgangsbedingungen übernachten werden.«

Sie blickte in teilweise etwas ratlose Gesichter. »Damit ist gemeint, dass sie schon diese Nacht in ihrem Bett fixiert werden.« Sie ließ ihren Blick über die Mädchen schweifen. »Frau Bringel wird die Bandscheune für die Ponyausbildung inspizieren. Wer möchte, kann sich ihr anschließen.«

»Weiterhin besteht die Möglichkeit für einen Spaziergang im Klosterbereich oder sie können auch in Freizeitraum gehen. Dort stehen einigen Möglichkeiten zur Verfügung, den Abend ausklingen zu lassen. Bitte teilen Sie Ihrer Betreuerin ihre Wünsche mit.«

Sie nahm wieder Platz. Sofort setzte wieder die Unterhaltung zwischen den Mädchen ein.

Karin drehte sich zu ihren Mädchen und fragte nach ihren Wünschen. Sie wollten auf bleiben und mit in den Freizeitraum gehen. Nur Tamara wollte gleich ins Bett.

Die anderen Mädchen am Tisch waren verwundert. Besonders Alexandra war über ihre Cousine verwundert. »Was ist los, Du gehst doch sonst nie so früh ins Bett?«

Tamara lächelte hintergründig. »Ich habe letzte Nacht nur sehr wenig geschlafen.« Sie warf Karin einen Blick zu.

Karin lächelte wissend zurück.

* * *

Herzog von Kollstein war aufgestanden und bat die Mädchen noch einmal um Ruhe. »Ich möchte mich dann bis demnächst verabschieden. Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit und eine spannende erste Nacht. Sie wissen doch: Das, was Sie in der ersten Nacht träumen, geht in Erfüllung.« Er verbeugte sich leicht und verließ dann den Raum. Frau von Taubach begleitete ihn.

Tamara stand auf und blickte Karin auffordernd an. Diese wusste im ersten Moment nicht, was gemeint war. Doch die Prinzessin war geduldig. »Sie müssen mich ins Bett bringen.«

Karin entschuldigte sich. »Für mich ist das noch neu. Ich muss erst lernen, was alles meine Aufgaben sind.« Dann stand sie ebenfalls auf.

»Für mich ist das ja auch ganz neu.« Tamara wollte ihr helfen. »Aber ich freue mich schon darauf, von jetzt ab nur noch so zu schlafen.«

Karin musste nur kurz überlegen, was mit ´so# gemeint war. Sie würde die Herzogstochter genauso wie vorhin ihre Tochter auf das Bett fesseln müssen. Innerlich seufzte sie.



Sie gingen schweigend durch die Gänge zum Treppenhaus und stiegen empor. Aus dem Zimmer des gelben Teams war jetzt kein Laut mehr zu hören. Die Damen waren vermutlich eingeschlafen.

Karin öffnete die Tür des Zimmers und ließ Tamara eintreten, dann folgte sie ihr in den Raum. Sie spürte ein wenig Unruhe und Zweifel. Würde sich die Herzogstochter, die sie bisher als sehr selbstbewusst kennen gelernt hatte, sich wirklich von ihr an Bett fesseln und damit ihrer Freiheit berauben lassen?

Doch Tamara blieb stehen und drehte sich zu Karin um. »Es ist schön, dass es jetzt endlich los geht. Ich habe mich schon so sehr darauf gefreut.« Sie blickte Karin erwartungsvoll an.

Doch Karin begriff nicht, was die Prinzessin jetzt von ihr erwartete. Sie schaute ihr Gegenüber fragend an.

Tamara lächelte. »Sie müssten mich jetzt wieder aus der Jacke heraus lassen.«

Karin erwiderte das Lächeln verlegen. Dann beugte sie sich leicht vor und öffnete den Reißverschluss der Jacke, die Tamara auf recht geheimnisvolle Weise ein Teil ihrer Freiheit genommen hatte. Tamara half mit, die Jacke nach unten zu ziehen, so dass sie ihre Arme aus den Ärmeln nehmen konnte. Dann reichte sie Karin die Jacke.

Karin nahm die Jacke entgegen und legte sie über ihren Arm. Sie wusste nicht, was sie als nächstes zu tun hatte und wartete auf ein Zeichen von Tamara.

Doch Tamara handelte selbstständig. Sie nahm sich ihren Kulturbeutel und ihr Nachthemd aus dem Schrank und verließ das Zimmer.

Karin blickte ihr verblüfft hinterher. Ob es richtig war, dass sie Tamara befreit hatte? Karin war sich über ihre Aufgaben immer noch sehr unsicher.

Sie blickte sich im Zimmer um und ging dann zielstrebig zum Bett der Prinzessin. Sie schlug die Bettdecke auf und nahm sich das Kissen zur Hand, um es noch etwas aufzuschütteln. Unbewusst versuchte sie sich zu beschäftigen, um nicht ins Grübeln zu kommen. Sie ließ ihren Blick über die Matratze gleiten. Da waren die fünf Stoffmanschetten, die Tamara sogleich ans Bett fixieren würden.

Karin zwang sich, dies als einen Teil ihrer neuen Aufgabe zu nehmen. Sie setzte sich auf das Bett und blickte nachdenklich auf die Stoffriemen. Ihre Hände befassten sich mit damit und eher unbewusst öffnete sie die Riemen.

Sie ließ ihren Blick durch das Zimmer gleiten. Zwischen den beiden Fenstern hing an der Wand eine Zeichnung, die eine Ansicht von Klosterkirche zeigte.

Karin stand auf und ging zum Fenster. Dieses ging in den Innenhof und erlaubte einen sehr schönen Blick in den Kreuzgang. In Gedanken sah sie die Nonnen, wie sie wohl früher hier im Kreuzgang gebetet hatten. Sie kam ins Grübeln. Oder war es vielleicht ein Männerkloster gewesen. Sie wusste es nicht.



Tamara war leise ins Zimmer zurückgekehrt. Sie sah Karin am Fenster stehen und grübeln. Sie ging zu ihr und blickte ebenfalls aus dem Fenster. »Machen Sie sich wegen Kirsten nicht so viel Gedanken. Sie mag es sehr und der Schmerz wird vergehen. Lassen Sie Kirsten ihren Weg finden.«

Die sehr klug anmutenden Worte von Tamara ließen bei Karin alle Dämme brechen. Sie begann hemmungslos zu weinen. Es hatte sich so viel aufgestaut.

Tamara brachte sehr viel Verständnis für ihre Betreuerin auf. Sie nahm sie bei der Hand und zog sie zu ihrem Bett. Sie setzen sich nebeneinander.

»Ich hatte sie schon verloren geglaubt.« Karin beschrieb immer noch unter Tränen, wie ihre Tochter die wesentlich ältere Frau kennen lernte und wie sie ihr immer stärker hörig wurde.

Tröstend streichelte Tamara ihre Hand. »Das war keine Liebe.«

Karin schluchzte.

Tamara hielt ihre Hand und versuchte ihr Trost zu geben. Heute morgen hatte sie bei der Lehrerin ihr Herz über die Freundin ihres Vaters ausgeschüttet, dann war es nur gerecht, wenn sie ihr jetzt auch zuhörte. So konnten sie sich gegenseitig Trost und Kraft geben.

Tamara spürte, dass es Karin gut tat, als sie jetzt von den Sorgen um ihre Tochter erzählen konnte. Auf der anderen Seite konnte sie sie auch beruhigen, hier im Kloster würden Kirsten nichts mehr zustoßen können.

Das Wort ´Kloster´ war es, welches Karin in die Gegenwart zurück rief. »Ich glaube, ich muss Sie dann noch ins Bett bringen.« Sie stand auf.

Tamara lächelte. »Ja, darauf freue ich mich schon die ganze Zeit.« Sie hob ihre Beine hoch und drehte ihren Körper auf das Bett. Ihre Augen leuchteten erwartungsvoll.

Karins Hand zitterte, als sich dem ersten der fünf Verschlüsse näherten.

Tamara war sensibel genug, dies wahr zu nehmen. Sie versuchte ihre Betreuerin zu beruhigen. »Machen Sie sich keine Sorgen, ich bin es gewohnt, fixiert zu schlafen.« Sie lächelte geheimnisvoll. »Ich hatte bloß in der letzten Zeit wenig Gelegenheit dazu.«

Karin öffnete den Klettverschluss und Tamara legte ihr Bein zwischen die beiden Stoffriemen.

Karin schloss die beiden Riemen und blickte Tamara dabei fragend an.

Tamara ahnte die Frage. »Oh, bitte ruhig etwas fester zuziehen.«

Karin öffnete den Verschluss noch einmal und versuchte dem Wunsch der Prinzessin nachzukommen.

»Ja, so ist es gut.« Die Prinzessin hatte die Augen geschlossen und schien das neue Gefühl zu genießen.

Dermaßen ermutigt schloss Karin auch die zweite Klettverschluss, nachdem Tamara dort ihr zweites Bein hinein gelegt hatte.

Dann stütze sich die Prinzessin mit den Händen ab und hob ihren Bauch hoch.

Karin griff zu den sehr breiten Bauchriemen und schloss diese ebenfalls. Obwohl sie die Antwort eigentlich wusste, fragte sie. »Wird Kirsten auch so übernachten?«

Tamaras Stimme war etwas leiser. »Bis auf wenige Ausnahmen werden wir jede Nacht so schlafen.«

Karins besorgter Blick lies sie weiter sprechen. »Man gewöhnt sich schnell daran.« Sie streichelte noch einmal beruhigend über Karins Hand, dann legte sie ihre beiden Hände demonstrativ neben die beiden Klettriemen.

Kaum hatte Karin die Riemen geöffnet, als Tamara auch schon ihre Arme dazwischen legte und sich so von ihrer Betreuerin die letzte Freiheit nehmen ließ.

Obwohl Karin die Herzogstochter bis gestern noch überhaupt nicht kannte, fühlte sie jetzt doch eine große innere Verbundenheit zu ihr. So beugte sie sich zu ihr herunter und wünschte ihr eine ´Gute Nacht´ und bedankte sich fürs Zuhören. Dann küsste sie Tamara auf ihre Wange.

Tamara ihrerseits hob ihren Kopf soweit an wie es ihr noch möglich war und küsste sie ihrerseits auf die Wange. »Es wird eine schöne Zeit.«

Karin freute sich sehr über das Vertrauen der Prinzessin. Sie stand auf und deckte sie sie mit der Decke zu, dann ging langsam zur Tür. Sie blickte noch einmal zum Bett und wünschte Tamara eine Gute Nacht.

Tamara ihrerseits bedankte sich und erwiderte den Gruß. Sie winkte mit der Hand, soweit die Fesselung u nd die Bettdecke dies zuließen.

Karin trat aus dem Zimmer und schloss die Tür.

* * *

Karin betrat den Freizeitraum und blickte sich um. Vier Mädchen waren im Zimmer und schauten sich einen Film an. Auf dem Sofa saßen Birgit und Alexandra und zwischen ihnen saß ihre Tochter. Sie trug immer noch die Zwangsjacke und machte einen im Moment sehr glücklichen Eindruck.

Birgit und Alexandra trugen beide wieder ihre Monohandschuhe, zumindest ließen die gekreuzten Riemen über der Brust dies vermuten. Juliane saß im Sessel und blickte ebenfalls zum Fernseher.

Die leuchtenden Augen der Vier zeigten Karin, dass sie mit dem Film mit fieberten und im Moment ihre Umwelt verdrängt hatten.

Es freute Karin, dass Kirsten zwischen dem Liebespaar sitzen durfte. Es gab Kirsten sichtlich Trost.

Karin setzte sich zu ihnen in den noch freien Sessel und blickte ebenfalls zum Fernseher. Es lief ein Film aus der »Mantel-und-Degen-Zeit«. Eine Frau hatte sich in Männerkleidern unter die Musketiere des Königs gemischt und musste jetzt verschiedene Abenteuer bestehen und um ihre Liebe zum Hauptmann kämpfen.



Nach einiger Zeit betrat Frau von Taubach den Raum und bat Karin auf den Flur zu einem kurzen Gespräch.

»Ich wollte Ihnen nur kurz mitteilen, wie der Abend noch ablaufen wird.« Sie berichtete kurz, was die anderen Mädchen machten. Petra, Christine und Marianne hatten sich von Andrea ins Bett bringen lassen. Die vier Ponymädchen, so erfuhr Karin, zeigten Daniela die Bandscheune und die dort vorhandenen Möglichkeiten zur Ponyausbildung.

»Wenn Sie ihre drei Mädchen zu Bett gebracht haben, dann kommen sie bitte noch einmal in mein Büro, wir wollen noch eine kleine Nachbesprechung abhalten. Danach dürfen sie sich in ihr Zimmer zurück ziehen.«

Karin versprach es. Dann ging sie wieder in den Raum und setzte sich zu den anderen, um weiter mit der Heldin mitzufiebern. Nur gelegentlich warf sie einen Blick auf ihre Tochter, die sich von dem Film auch ablenken ließ. Die in der Zwangsjacke gefangenen Arme zuckten oft. Karin fragte sich, was wohl in ihr vorgehen mochte.

* * *

»Wir werden jeden Abend eine kurze Abschlussbesprechung abhalten.« begrüßte Frau von Taubach die vier Betreuerinnen in ihrem Büro. »Ich möchte, dass wir bei diesem Termin noch einmal kurz den Tag durchgehen und wichtige Ereignisse besprechen. Weiterhin möchte ich jeweils einen Ausblick auf den nächsten Tag geben.«

Sie nahm sich ein Blatt Papier zur Hand und warf einen Blick darauf. »Heute sind wir alle gut und fast problemlos zusammengekommen, so dass der Lehrgang so wie vom Herzog gewünscht beginnen konnte.« Sie hob ihren Kopf. »Gäbe es etwas zu erwähnen?« Sie blickte Karin an. »Ihre Tochter einmal ausgenommen.«

Karin dachte noch einmal über den Tag nach, doch ihr fiel nichts erwähnenswertes ein.

»Ich möchte Sie bitten, für jeden Abend eine kleine Zusammenfassung aus ihrer Sicht vorzutragen. Elke, fängst Du bitte an.«

Elke berichtete sehr routiniert von ihrem Tag, wie sie Jenni und Kirsten abgeholt hatten und wie sie sich danach um ihr Team gekümmert hatte.

»Wie ist denn unser kleines Theaterstück bei den Damen angekommen?« Die Direktorin sprach das Thema an, welches Karin trotz all ihrer Sorgen auch sehr interessierte.

Elke musste hintergründig lächeln. »Nun, die Zwillinge waren danach sehr sehr kleinlaut, ich glaube, die sind schon weich gekocht.«

»Was macht unsere »Kettensklavin« Sabrina?« fragte Frau von Taubach nach einem Blick auf ihre Liste.

Elke lachte. »Sie macht jetzt schon einen sehr unglücklichen Eindruck, beklagt sich aber nicht. Ob sie wirklich bis Mittwoch durchhalten wird, bezweifele ich.«

Frau von Taubach grinste. »Na, dann wirkt es ja wie gewünscht.« Sie fragte nach Sophie.

»Das Mädchen macht mir Sorgen.« Elkes Blick wurde nachdenklich. »Sie zeigt sich total unbeeindruckt und ist immer noch sehr rebellisch.«

Frau von Taubach nahm es zur Kenntnis. »Warten wir es ab.«

Sie blickte Karin an, die neben Elke saß.

Karin musste erst einmal schlucken, bevor sie sprechen konnte. »Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles richtig gemacht habe. Ich musste ständig an Kirsten denken.«

Frau von Taubach konnte sie beruhigen. »Tamara passt schon auf, dass sie alles richtig machen. Sie haben das leichteste Team.«

Karin überlegte, was es zu erwähnen gäbe. »Tamara wollte früh ins Bett, sonst wüsste ich nichts wichtiges.«

Insgeheim war Karin über ihre vier Mädchen sehr froh, denn sie waren sehr geduldig und hilfsbereit, wenn sie als Betreuerin mit manchen der so seltsamen Fesselsachen nicht sofort zurecht kam.

Sie musste an das zu Bett bringen der drei Mädchen denken, welches sie eben hinter sich gebracht hatte. Birgit und Alexandra hatten sich nicht nur selber bis auf die Hände festgeschnallt, sie hatten ihr sogar vorher noch geholfen, Juliane an die Fesseln zu gewöhnen, in dem sie ihr beschrieben hatten, wie sie selbst schon oft in Fesseln geschlafen haben.

Karin war sehr erleichtert gewesen, denn vor diesem Augenblick hatte sie sich fast gefürchtet. Doch die beruhigenden Worte von dem Paar hatten es geschafft, dass Juliane sich zwar immer noch etwas skeptisch war, sich dann aber festschnallen ließ.

»Frau Michels?« Die Stimme ihrer Chefin riss Karin aus ihren Gedanken.

Karin musste sich entschuldigen. »Ich war gerade etwas in Gedanken.«

Frau von Taubach wiederholte ihre Anmerkung. »Ich möchte sie bitten, dienstliches und privates zu trennen. Deswegen möchte ich auch nicht, das Kirsten das Team wechselt. Tagsüber haben sie einen Job und den machen sie bitte. Was sie in den freien Stunden machen und mit wem, das ist ihre Sache.«

Karin war mit dieser Regelung sehr zufrieden. Sie wollte auf jeden Fall einen guten Job machen.

»Sie haben an Kirsten gedacht?« vermutete Andrea.

Karin lächelte etwas verschämt.

»Sie hat gefragt, ob sie noch einmal zu ihr ans Bett kommen könnten.«

Karin blickte ihre Chefin fragend an.

Diese blickte sie wohlwollend an. »Sie sollten hingehen.« Dann wandte sie sich an ihre Nachbarin.

Daniela durfte von ihrem Team berichten. »Die Mädchen sind sehr ungestüm. Am liebsten wären sie vorhin schon in die Ponysachen geschlüpft.« Sie berichtete von der Besichtigung der Scheune und dass sich diese sehr gut für die Ausbildung zu Ponys eignen würde.

Karin fragte sich, was »Ausbildung zu Ponys« genau bedeuten würde, doch sie traute sich nicht zu fragen.

Andrea berichtete von ihren Mädchen. Alle Mädchen hatten so ihre Probleme, aber erwähnenswert wäre nichts.

Frau von Taubach nahm eine weitere Liste zur Hand. »Ich möchte Ihnen dann noch einen Ausblick geben auf den morgigen Tag. Die Damen werden damit beginnen, sich einen Knebel selbst anzufertigen. Dann werden sie ihr Tageskleid schneidern.« Sie zeigte kurz eine Zeichnung, die ein wadenlanges und sichtlich enges Kleid zeigte. »Ab Mittwoch werden wir dann auch mit dem Theorieunterricht beginnen.«

Sie griff zu einem weiteren Papierstapel »Noch etwas zum Tagesablauf.« Sie gab jeder Betreuerin einen der Zettel. »Dies ist der von uns geplante Ablauf. Ich möchte Sie bitten, die eingeplanten Zeiten zu überprüfen, ob sie einigermaßen passen oder ob wir da noch etwas hin- und herschieben müssen.«

Karin nahm sich die Listen und warf einen Blick darauf. Sie war erstaunt, denn der ganze Tag war minutiös durchgeplant.

»Ich möchte sie auch bitten, alle Anordnungen zu hinterfragen und eventuell davon abzuweichen, wenn sie das für richtig halten.« Ihre Stimme hatte in diesem Moment etwas wichtiges. »Darüber werden wir dann hauptsächlich am Abend sprechen. Wir machen so etwas zum ersten Mal, deswegen ist es noch sehr unsicher, ob das alles so machbar ist, wie es ausgedacht wurde.«

* * *

Karin machte leise die Tür zum Schlafraum auf, in dem sie ihre Tochter wusste. Vorsichtig trat sie ein und blickte sich um. Die drei anderen Mädchen schliefen schon, nur Kirsten hatte ihren Kopf zur Tür gedreht. Sie lächelte.

Es tat Karin immer noch etwas weh, ihre Tochter jetzt auf dem Bett festgeschnallt zu wissen. Doch dann machte sie sich klar, dass das Festschnallen hier zum Programm gehörte, dem sich die Mädchen freiwillig unterordneten oder sich teilweise sogar nach den Fesseln sehnten.

Sie bemühte sich, ein freundliches Gesicht zu machen, als sie zum Bett ihrer Tochter schritt und sich neben sie setzte. Sie kannte diesen Blick ihrer Tochter, mit dem sie sie jetzt empfing. So sah sie immer aus, wenn sie etwas auf dem Herzen hatte.

Karin strich ihr etwas die Haare aus dem Gesicht. Doch dabei fiel ihr Blick auf den metallenen Mundverschluss, den die Ärztin ihrer Tochter angetan hatte. Es gab ihr wieder einen großen Stich ins Herz.

Kirsten musste schlucken und sich räuspern. Dann kam ihre Stimme ganz leise. »Mama, du hattest Recht. Ich war so dumm.«

»Ich habe Dir schon lange verziehen.« Karin legte ihrer Tochter symbolisch einen Finger auf den Mund. »Aber was soll jetzt damit werden?« Es tat Karin in der Seele weh, aber sie musste sich jetzt Kirstens Mundverschluss stellen. Ihre Stimme ließ sehr viel Wehmut mitklingen.

Doch Kirstens Antwort machte ihr wenig Hoffnung auf Änderung. »Ich finde ich es ganz toll.« Ihre Stimme lies sehr viel Stolz mitklingen. »Andrea hat den Schlüssel.« Ihre Augen leuchteten dabei.

Karin seufzte innerlich. Ihre Tochter liebte es anscheinend sehr, die Kontrolle abzugeben zu können.

»Sie hat mir versprochen, dass sie mir morgen Nacht den Kiefer verschließt.« Bei diesen Worten strahlten ihre Augen. »Ich freue mich schon.«

Karin musste bei diesen Worten heftig schlucken. Es tat ihr immer noch in der Seele weh und sie konnte sich nur schwer an den Gedanken gewöhnen, dass ihr Tochter darauf gewartet hatte und sich jetzt über diese ihre ´Folter´ freuen würde. Sie war zwar innerlich entsetzt über dieses große Maß an Unterwürfigkeit, aber so langsam begann sie damit, es zu akzeptieren.

Es kostete sie große Überwindung, doch sie hörte sich sagen, dass Kirsten ihr den Verschluss Morgen einmal vorführen sollte.

Kirsten machte in diesem Moment einen sehr glücklichen Eindruck. Die böse Ärztin und ihre Freundin waren zumindest für den Moment vergessen. »Weißt Du noch, früher, wo Du immer sagtest, ich könne meinen Mund nicht halten.« Sie strahlte. »Jetzt kann ich es.«

Karin zwang sich ein Lächeln auf die Lippen, doch innerlich seufzte sie.



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pardofelis
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:15.04.14 20:42 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo gag-coll,

Dankeschön

Hoffentlich schafft Karin es irgendwann, sich vorbehaltlos und ohne
eigene Bedenken für Andere zu freuen. Dann wird es für sie viel leichter.


pardofelis
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gag_coll
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Kapitel 4 - Der Ernst beginnt - Teil Eins Datum:21.04.14 08:25 IP: gespeichert Moderator melden


Vinctae in Monasterio Antiquo
Kapitel 4 - Der Ernst beginnt - Teil Eins
Autor: Karl Kollar

Karin hatte sich ihren Wecker extra etwas früher gestellt, um auch ja zur richtigen Zeit wach zu sein. Sie wollte an ihrem ersten Arbeitstag gut vorbereitet und fit sein. Jetzt saß sie angezogen auf ihrem Bett und nahm sich den Plan zur Hand, den die Direktorin ihr am Abend gegeben hatte. Sie warf einen sorgenvollen Blick darauf. Noch immer hatte die Lehrerin so ihre Probleme damit, dass es bei dem ganzen Lehrgang darum ging, die Mädchen an ein mögliches Leben in Fesseln heranzuführen.

Und als wäre dies nicht genug, hatte Karin gestern sehr schmerzlich feststellen müssen, dass auch ihre Tochter an diesem Lehrgang teilnahm. Nicht nur, dass Karin sich das Wiedersehen mit ihrer Tochter etwas weniger dramatisch gewünscht hätte, es tat ihr auch ziemlich weh, dass Kirsten sehr daran interessiert war, ihre Freiheit aufzugeben und sich in Zukunft von diversen Fesselungen den Alltag schwer machen zu lassen.

Seit dem Ärger um ihre Tochter und dem damit verbundenen Verlust ihres Arbeitsplatzes war Karin den Fesselungen und allen damit verbundenen Ritualen mehr als abgeneigt eingestellt. Um so größer war ihre Überraschung gewesen, als sie den wahren Umfang ihrer neuen Aufgabe erkannt hatte. Sie würde vier Mädchen ein halbes Jahr begleiten und sie betreuen, während diese sehr entschlossen waren, alles zu lernen, was sie brauchten, um in Zukunft ein Leben in Unfreiheit zu führen. Auf der anderen Seite wusste Karin, dass dies eine einmalige Gelegenheit war, wieder im Berufsleben Tritt zu fassen, wenn auch etwas anders, als sie es sich erhofft hatte.

Sie dachte an die vier jungen Frauen, die sie zu betreuen hatte. Birgit und Alexandra hatte sie schon als ein sehr faszinierendes Liebespaar kennen gelernt, deren Liebe zueinander mindestens genauso stark war wie der Wunsch, zusammen in Fesseln in ein gemeinsames Leben zu schreiten. Und bei ihnen hatte sie auch zum ersten Mal gesehen, dass Bondage und die damit verbundene Hilflosigkeit etwas schönes sein konnte.

Dann war da Tamara, die Tochter des Herzogs Kollstein. Auch diese Frau hatte Karin schon kennen lernen dürfen. Die Herzogstochter war zweifelsohne die wichtigste Person dieses Lehrgangs. Ihr Vater hatte den ganzen Lehrgang nach ihren Angaben und Wünschen zusammengestellt. Doch dann war eine neue Frau in das Leben von Vater und Tochter getreten und Tamara hatte unter der neuen Freundin ihres Vaters sehr zu leiden. Es wäre eigentlich nur der übliche Vater-Tochter-Konflikt, doch durch Tamaras besondere Leidenschaft, die von der Baroness überhaupt nicht geteilt wurde, bekam die Beziehung einige Spannungen. Tamara war in den letzten Wochen nur noch unglücklich, weil sich die Baroness sehr in dem Leben ihres Vater und vor allem auch in ihrem eigenen Leben breit gemacht hatte.

Es war Karin deutlich aufgefallen, wie gelöst Tamara den gestrigen Tag über gewirkt hatte, als sie von Vater und Stiefmutter in spe getrennt war und ihrer Lust ungehemmt nachgehen konnte. Doch der Gedanke an die Ereignisse vom Vortag gaben Karin auch einen großen Stich in ihr Mutterherz, denn die plötzliche und unerwartete Begegnung mit ihrer Tochter verlief mit mehr Dramatik, als Karin in ihrer Lage verkraften konnte.

Sie war zwar auf der einen Seite froh, dass sie ihre Tochter wieder in die Arme schließen konnte, doch auf der anderen Seite musste sie mit sehr viel Wehmut die Grausamkeit erkennen, die ihr die sehr viel ältere Freundin ihrer Tochter zugefügt hatte. Sie wagte nicht, über die Details des Mundverschlusses nachzudenken, umso mehr, als sie wusste, dass dies nicht mehr rückgängig zu machen war. Zumindest nicht ohne größere Narben zu hinterlassen. Und es war nur ein schwacher Trost, dass ihre Tochter über diese so grausame Behandlung glücklich war. Immerhin waren der Ärger und die Trennung überwunden, das hatte sich am Abend an Kirstens Bett deutlich gezeigt. Sie waren glücklich, sich wieder begegnet zu sein.

Sie stand seufzend auf und warf noch mal einen Blick auf den Tagesablauf. Am Vormittag waren zwei Unterrichtsstunden vorgesehen, bei denen sie anwesend sein sollte. Im ersten Block sollten alle die Räumlichkeiten kennen lernen, im zweiten Block sollten sich die Mädchen ihren Tagesknebel selbst bauen und das erste der verschiedenen Kleider würde angefertigt werden. Das hatte sich Tamara so gewünscht, stand als Bemerkung daneben. Etwas irritiert war Karin allerdings von der Anmerkung, dass auch die Betreuerinnen an dieser Übung aktiv teilzunehmen hatten mit dem Ziel, ein Gefühl für den Umgang mit den Knebeln zu bekommen. Karin blickte mit viel Sorge auf diesen Absatz, denn bisher hatte sie mit diesen Sachen überhaupt keine aktive Erfahrung gehabt.

Noch verwunderter war sie allerdings über die detaillierten Zeitangaben, die den kompletten Tagesablauf nahezu minutiös vorgaben. Sie blickte genauer hin und ihr fiel auf, dass für das Wecken, Bad und Umziehen für den Tag sehr viel Zeit vorgesehen war. Es dämmerte ihr langsam, dass es vermutlich ja nicht nur um die Kleidung, sondern auch um das sorgfältige Anlegen und Wechseln der jeweiligen Fesselung ging und damit machten die Zeiten schon etwas mehr Sinn.

Ihr erster Termin lag allerdings sogar noch vor dem Wecken der Mädchen. Die Direktorin hatte zu einer Tagesbesprechung geladen, auf der sie kurz über die Erfordernisse und Besonderheiten des heutigen Tages informieren würde. Karin blickte auf den Raumplan, um zu erfahren, wohin sie gehen müsste. Im Obergeschoss neben der Bibliothek war noch ein Besprechungsraum eingerichtet, in den die Direktorin geladen hatte.

* * *

Andrea war schon anwesend und unterhielt sich mit Frau von Taubach, als Karin in den Raum kam. »Ah, Frau Michels. Einen Guten Morgen! Wir sprachen gerade von Ihnen.«

Karin blickte etwas verwundert zwischen Andrea und Frau von Taubach hin und her, dann erwiderte sie den Gruß.

»Wie sie sich sicher denken können, geht es um ihre Tochter.« Die Stimme der Direktorin ließ erkennen, dass sie von Kirstens Schicksal ebenfalls sehr berührt war. Sie drehte sich zu Andrea. »Ich möchte, dass Kirsten zunächst in ihrem Team integriert wird, Frau Falk.« Sie blickte Andrea ermutigend an. »Machen sie es ihr so einfach wie möglich. Sie wird es schwer genug haben, sich mit der neuen Situation abzufinden.«

Sie wandte sich an Karin. »Und sie möchte ich bitten, nicht von sich aus den Kontakt zu ihrer Tochter zu suchen. Sie werden genug mit ihren vier Mädchen zu tun haben.«

Karin seufzte innerlich, doch sie versprach, sich an die Anweisung zu halten.

Frau von Taubach ahnte, was Karin durch den Kopf ging. »Wenn sie auf sie zukommt, dürfen sie natürlich mit ihr reden oder sie trösten.« Sie machte eine bedeutsame Pause. »Aber primär müssen sie sich um ihr eigenes Team kümmern.«

Daniela und Elke betraten den Raum.

»Jetzt sind wir vollständig.« Frau von Taubach begrüßte die neu hinzugekommen Betreuerinnen und stellte dann den heutigen Tagesablauf vor. Im wesentlichen war es das, was Karin auch schon auf ihrem Zettel stehen hatte. Als die Direktorin die Ballknebel für die Betreuerinnen erwähnte, verzogen die drei anderen keine Miene. Entweder kannten sie sie schon, oder sie waren es gewöhnt. Karin gab sich große Mühe, ebenfalls keine Reaktion zu zeigen.

»Dann dürfen sie ihre Damen wecken und von der Nachtfesselung befreien.« Sie warf einen Blick auf ihre Unterlagen. »Die Kleidung für heute ist den Mädchen noch freigestellt. Ich erwarte sie und ihre Damen dann zum ersten gemeinsamen Frühstück.« Doch dann blickte sie Karin noch einmal auffordernd an. »Frau Michels, eine Kleinigkeit noch.«

Karin war schon im Aufstehen begriffen, so wie die anderen Damen auch, jetzt setzte sie sich wieder hin.

»Sie betreuen Tamara von Kollstein, die Tochter des Herzogs.« Sie blickte Karin ermutigend an.

Karin war bei der Erwähnung des Namens ein klein wenig zusammen gezuckt.

»Die Prinzessin wünscht sich, dass sie ihr gegenüber genauso dominant auftreten, wie gegenüber allen anderen. Sie möchte nicht, dass sie da wegen ihr eine Ausnahme machen.«

Karin runzelte sorgenvoll die Stirn. »Ich fürchte, dass ich überhaupt nicht dominant auftreten kann.«

Frau von Taubach lächelte. »Ich bin sicher, dass sie das hin bekommen. Wichtig ist, dass sie Tamara nicht besonders behandeln.«

Karin seufzte.

* * *

Ihr Herz klopfte laut, als Karin die Tür zum Zimmer ihrer vier Damen öffnete. Vorsichtig und leise trat sie ein. Es war noch dunkel im Zimmer und Karin überlegte einen Moment, ob sie leise und vorsichtig die Vorhänge öffnen sollte. Doch eine leise Stimme von einem der Betten forderte ihre Aufmerksamkeit.

»Guten Morgen.« Obwohl es nur geflüstert war, erkannte Karin die Stimme von Tamara und wünschte ihr ebenfalls leise einen guten Morgen. »Ich hoffe, sie haben gut geschlafen?«

Tamara hob ihren Kopf, soweit es die Riemen erlaubten. »Es war herrlich.« Obwohl sie flüsterte, war die Begeisterung in ihrer Stimme deutlich zu hören. »Ich hatte mich schon seit Ewigkeiten sehr auf diese Nacht gefreut.«

Karin ging langsam auf das Bett der Herzogstochter zu. Sie war sich unsicher, was sie tun sollte. Es überraschte sie nicht, dass Tamara ihr die Entscheidung zunächst abnahm. »Setzen sie sich bitte etwas zu mir ans Bett?«

Karin kam der Bitte liebend gern nach, denn es erlaubte ihr, die Begegnung mit den Bettfesseln ihrer Mädchen noch etwas hinaus zu zögern.

»Haben sie das Wiedersehen mit ihrer Tochter verarbeitet?« Tamaras Stimme zeigte ehrliche Anteilnahme.

Karin antwortete ebenso ehrlich. »Ich bin noch dabei.« Sie senkte ihren Kopf und kämpfte etwas mit den Tränen.

»Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht.« Tamaras Stimme strahlte Begeisterung aus. »Jetzt kann ich endlich tun und lassen, was ich möchte und stehe nicht mehr unter ihrer Kontrolle.«

Karin ahnte, dass es um die neue Freundin ihres Vaters ging. Doch sie wusste nicht, was sie dazu sagen sollte. Sie versuchte abzulenken. »Darf ich sie mal was ganz anderes fragen?«

Tamara nickte neugierig.

»Wie sind sie eigentlich mit dem Mantel die Treppe in der Herberge herauf gekommen? Wenn ich das richtig sehe, dann hatten sie darin doch keinerlei Beinfreiheit.«

Tamara grinste etwas verlegen und wurde rot. »Das würde ich lieber gern für mich behalten.« Sie schloss kurz die Augen und öffnete sie wieder. »Aber es war sehr anstrengend.«

Karin war nervös, denn schließlich sollte sie gegenüber Tamara dominant auftreten. Doch zum einen wusste sie überhaupt nicht, was sie dazu machen sollte und zum anderen lag so ein Auftreten auch nicht in ihrer Natur. Im Gegenteil, die sehr dominierende Ausstrahlung von Tamara brachte Karin dazu, ihrerseits ihre Unsicherheit einzugestehen. »Ich bin soo nervös, weil ich nicht weiß, was ich genau zu tun habe.«

Tamara lächelte. »Eigentlich ist es so auch viel schöner.«

Karin schaute die Prinzessin etwas verwirrt an.

»Ich hatte mir eigentlich vorgestellt, hier komplett die Kontrolle abgeben zu müssen, um die Fesseln völlig genießen zu können.«

Insgeheim war Karin erleichtert, denn sie spürte, dass Tamara versuchte, es ihr leicht zu machen. Doch sie wollte auch zeigen, dass durchaus noch sie lernfähig war. »Oh, wenn ich einmal weiß, was zu tun ist und was wichtig ist, dann kann ich mich auch durch setzen. Was ich bloß nicht mag, ist die Unsicherheit, was kommen wird und ...« Karin blickte auf Tamaras festgeschnallten Körper. »Ich möchte Ihnen nicht weh tun.«

Tamara schob ihre Hand, soweit wie es ihr möglich war, unter der Bettdecke hervor und versuchte Karin zu berühren. »Machen sie sich keine Sorgen. Ich werde immer einen Weg finden, meinen Willen kund zu tun.«

Karin musste ob dieser sehr theatralischen Äußerung unwillkürlich lächeln.

»Jetzt könnten sie mich los schnallen, denn ich bin wach.«

Karin blickte schon wieder etwas verwirrt, denn Tamara hatte ihre Worte auf eine eher seltsame Weise betont. Sie wusste aber nicht, ob sie einfach nach einer Begründung fragen konnte.

Tamara spürte die Frage. Sie lächelte und erklärte dann. »Sie sollten uns immer erst wecken und dann los schnallen. Es ist etwas sehr Schönes, in den Fesseln aufzuwachen.«

Unwillkürlich blickte Karin auf die anderen drei Betten im Zimmer. Die anderen Mädchen schienen noch fest zu schlafen.

Tamara spürte die Unsicherheit und wollte Karin helfen. »Ziehen sie mir bitte die Bettdecke weg, dann öffnen sie die Schnallen.«

Mit zitternden Händen kam Karin der Bitte nach. Sie zog die Bettdecke weg, faltete sie grob zusammen und legte sie ans Fußende. Dann wandte sie sich wieder der Prinzessin zu. Sie blickte etwas zweifelnd auf die fünf Schnallen, die den Körper so streng an die Matratze fixierten.

»Wenn sie mir die Hände losmachen, kann ich den Rest auch selbst machen.« Tamara wollte Karin entgegenkommen.

Karin sah eine erste Chance, den Erwartungen der Prinzessin zu entsprechen. »Meinen sie nicht, dass ich das entscheiden sollte?« Sie blickte Tamara dabei mit einem leicht strengen Blick an. Die Verblüffung in Tamaras Gesicht zeigten Karin, dass sie es mit ihrem Versuch, etwas Dominanz zu zeigen, wohl getroffen hatte. Immerhin zeigte sich bald ein kleines Leuchten in den Augen der Prinzessin.

Karin hoffte sehr, dass sie es richtig machen würde und dass ihre Aktion im eigentlichen Sinne der Herzogstochter war. Sie stand auf und mit einem Blick auf die noch geschlossenen Fesseln sagte sie, dass sie zunächst die anderen drei Mädchen wecken würde. Sie drehte sich um und ging zu Alexandras Bett.

Im Augenwinkel versuchte sie das Bett der Herzogstochter im Auge zu behalten. Sie konnte sehen, wie Tamara ihr zunächst verblüfft hinterher schaute. Und obwohl sie wusste, dass es aussichtslos war, versuchte sie, ihre Fesseln von innen zu öffnen. Karin zwang sich, ihren Blick abzuwenden und sich Alexandra zuzuwenden. Sie mochte das Mädchen, das so anmutig den Monohandschuh getragen hatte und das so verliebt war in ihre Freundin.

Sie setzte sich ebenfalls auf das Bett und blickte auf das schlafende Mädchen. Eine Träne lief ihr die Wange herunter, denn so hätte sie gern an dem Bett ihrer Tochter gesessen. Sie stricht ihr zärtlich über die Wange und flüsterte ein »Guten Morgen, Alexandra.« Als ein leises Stöhnen zu hören war, fügte sie ein »Aufwachen« hinzu.

Alexandra schlug die Augen auf und an dem Zucken unter der Bettdecke war zu erkennen, dass sie versuchte sich zu bewegen und dabei ihre Fesselung entdeckte. Sie blickte sich verwundert um.

Karin blickte sie an und wiederholte ihr »Guten Morgen.« Dann erhob sie sich und ging zum Bett von Birgit.

Birgit war anscheinend zusammen mit ihrer Freundin aufgewacht, denn sie blickte Karin mit schon geöffneten Augen an und wünschte ihr ebenfalls einen guten Morgen. Karin warf heimlich einen Blick auf das Bett der Prinzessin. Sie sah, dass Tamara immer noch versuchte, sich selbst aus den Fesseln zu befreien. Und zumindest bisher war ihr das auch nicht annähernd gelungen.

Birgit und Alexandra hatten beide die Köpfe gehoben und wünschten sich gegenseitig einen Guten Morgen.

Karin trat zum Bett von Juliane. Über dieses Mädchen wusste sie bisher noch am wenigsten. Auch hier setzte sie sich neben das Bett und versuchte sie durch Streicheln im Gesicht zu wecken.

Juliane erwachte und blickte sich ebenfalls etwas verwundert um. »Was...« Ihre Stimme war noch etwas belegt. »Warum bin ich gefesselt?«

Karin hatte insgeheim mit so einer Reaktion gerechnet. »Sie sind im Kloster-Internat zur Ausbildung.«

Julias Blick zeigte Erleichterung und Besorgnis zugleich. Sie schaffte es nach einiger Zeit, ihre Gedanken zu ordnen und zu formulieren. »Ich bin so aufgeregt.«

Alexandra hatte das Gespräch anscheinend verfolgt, denn sie blickte Juliane verständnisvoll an. »Das sind wir alle.« Leichtes Lachen erfüllte den Raum und die Spannung löste sich etwas.

Karin fand, dass sie ihre Mädchen nun genug hatte zappeln lassen. Sie zog Julias Bettdecke weg und öffnete ihre Fesseln. Dann ging sie zurück zu Birgit und befreite sie ebenfalls.

Birgit stand blitzschnell neben dem Bett und folgte Karin zum Bett von Alexandra. Birgit warf sich nahezu stürmisch auf ihre Geliebte, so dass Karin ziemliche Mühe hatte, deren Fesseln zu öffnen.

Kaum hatte Alexandra ihre Freiheit zurück, umschlang auch sie ihre Geliebte gierig und die beiden versanken in ihrem heftigen Liebesspiel.

Karin hatte auf der einen Seite natürlich Verständnis für diesen heftigen Gefühlsausbruch, auf der anderen Seite fand sie es etwas unfair den anderen beiden gegenüber, die ihre Gefühle nicht so ausleben konnte. Sie beschloss einzugreifen und zog die beiden Mädchen auseinander. »Auseinander jetzt...« Karin versuchte. Ihrer Stimme einen strengen Touch zu geben. »Bitte ziehen sie sich jetzt an.«

Die beiden Verliebten blickten ihre Betreuerin verblüfft an und ließen sich tatsächlich trennen.

Karin ließ die beiden in ihrer Verwunderung stehen und ging zum Bett von Tamara. In der ersten Sekunde kam von Tamara ein sehr bewundernder und anerkennender Blick, erst danach begann sie eine Art Schmollblick aufzusetzen und blickte etwas missmutig auf die Fesseln, die sie jetzt als einzige noch im Bett festhielten.

Karin hatte beide Blicke registriert und fühlte sich in ihrem Vorgehen bestätigt. Sie hoffte sehr, dass sie die Erwartungen der Prinzessin erfüllen würde. Sie blickte auf Tamaras Fesseln und versuchte, ihrer Stimme viel Ernst zu verleihen. »Sie sind ja immer noch im Bett. Wollen Sie nicht endlich aufstehen?«

Tamaras fassungsloser Blick zeigte, dass sie mit so einem Satz nicht gerechnet hatte. Sie wusste keine Antwort und begann wieder an ihren Fesseln zu zerren.

Es klopfte und gleich darauf steckte Frau von Taubach ihren Kopf zur Tür herein. »Guten Morgen, die Damen. Frau Michels, Sie kommen zurecht?«

Karin drehte sich zur Tür und war noch beim Überlegen, als die Prinzessin die Frage beantwortete. »Sie macht es ausgezeichnet.«

Insgeheim freute sich Karin sehr über das Lob der Prinzessin, denn sie war sich immer noch nicht sicher, welcher Teil von Tamaras Reaktionen gespielt und welche ernst gemeint waren.

Frau von Taubach schien die Situation zu überblicken. »Seien sie bitte alle rechtzeitig beim Frühstück.« Dann schloss sie die Tür wieder.

Alexandra schien das kleine Spiel zwischen Karin und ihrer Cousine begriffen zu haben. Noch in ihrem Pyjama stellte sie sich zu Tamara ans Bett und blickte sie gespielt vorwurfsvoll an. »Also wirklich, Du könntest jetzt aber mal aufstehen.«

Tamara schien zu begreifen, dass sie begann, so langsam die Kontrolle zu verlieren und dies war ein Moment, den sie sowohl herbeigesehnt als auch befürchtet hatte. Sie begann leise zu stöhnen.

»Jetzt sehen Sie zu, dass Sie endlich aus dem Bett kommen.« Karin bemühte sich um eine strenge Stimme, dann beugte sie sich herunter und öffnete Tamara nacheinander die Klettverschlüsse, die sie an die Matratze fesselten. Dabei begann sie bewusst mit den Beinen, dann den Bauchriemen und erst zum Schluss befreite sie ihr die Arme. Dabei blickte sie heimlich ins Gesicht der Prinzessin und die leuchtenden Augen verrieten ihr, dass sie bisher nichts Falsches gemacht hatte.

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Rainman
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Das Leben ist sch...., aber die Graphik ist geil!

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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:21.04.14 12:03 IP: gespeichert Moderator melden


Warte wie immer auf eine Fortsetzung. Danke für die Veröffentlichung.


Mfg Rainman.
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Kapitel 4 - Der Ernst beginnt - Teil Zwei Datum:25.04.14 20:11 IP: gespeichert Moderator melden


Vinctae in Monasterio Antiquo
Kapitel 4 - Der Ernst beginnt - Teil Zwei
Autor: Karl Kollar

Es klopfte und gleich darauf trat Frau von Taubach noch einmal in den Raum. Sie legte einige Blätter Papier, ein paar Stifte und zwei Maßbänder auf den Tisch, dann bat sie Karin und die Mädchen zu sich. »Die Schneiderinnen bitten uns, ihnen so bald wie möglich ihre Maße durch zugeben, damit sie die Stoffe für die Kleider schon zuschneiden können. Ich möchte, dass sie das noch vor dem Frühstück erledigen.«

Tamara trat noch etwas benommen zum Tisch und nahm sich eines der Blätter in die Hand. Sie hatte einen sehr kritischen Blick, als sie die Bögen studierte, doch nach kurzer Zeit entspannte sich ihre Miene.

Karin nahm ebenfalls einen der Bögen zur Hand. Es zeigte schematisch eine Frau von vorn und von der Seite, dabei waren Linien angedeutet, die aussagten, welche Maße zu nehmen waren. Oben rechts war eine wesentlich kleinere Zeichnung einer Frau zu sehen, die ein auf den ersten Blick etwas enges Kleid trug. Als Karin genauer hinsah, konnte sie noch weitere Details des Kleides ausmachen. Das Beinteil war wadenlang und schien sehr auf Figur geschnitten zu sein, denn die Trägerin hatte ihre Beine sehr dicht zusammengestellt. Obwohl die Zeichnung eher klein war, war doch deutlich zu erkennen, dass die Trägerin ohne einen Gehschlitz wohl keine Beinfreiheit mehr haben würde beziehungsweise nur noch ganz kleine Schritte machen konnte. Ein weiteres Detail war an ihren Armen zu entdecken. Sie hielt ihre Arme seitlich sehr eng an ihren Körper und Karin vermutete, dass die Ärmel des Kleides irgendwie mit dem Kleid verbunden waren.

»Gefällt es Ihnen?« Tamara blickte Karin neugierig an.

Karin wusste im ersten Moment nicht, was sie sagen sollte. »Es sieht sehr eng aus.«

Die Prinzessin lächelte. »Das soll es auch sein.«

»Ohne einen Gehschlitz hat man darin doch kaum Beinfreiheit, oder?« Karins seltsam fragender Blick brachte Tamara zum Lachen.

»Das soll auch so sein.« Sie zeigte mit dem Finger auf die kleine Zeichnung. »In das Beinteil wird ein Reißverschluss eingearbeitet, der ein Öffnen oder besser Verschließen des Beinteils erlaubt. Entweder bis oberhalb der Knie, unterhalb oder komplett bis zu den Waden.« Sie machte eine Pause, um Karin Zeit zu geben, diese Angaben nachzuvollziehen. »Das gleiche gilt auch für die Arme. Auch die können entweder bis zum Ellenbogen oder bis zum Handgelenk fixiert werden.«

Karin blickte der Prinzessin verwundert in die Augen, doch als sie das Leuchten darin sah, ahnte sie, wer diese Kleider entworfen hatte.

»Diese Kleider werden wir die meiste Zeit hier tragen und es werden von den Schneiderinnen einige davon für uns angefertigt.« Sie holte tief Luft und Karin spürte ihre innere Erregung. »Eines davon wird sogar genau wie das Vorbild.«

Es war Karins verständnisloser Blick, der Tamara weiter beschreiben ließ. »Bei dem Original gibt es an den Hüften nur jeweils eine kleine Öffnung für die Hände und einen Reißverschluss auf dem Rücken, um es anziehen zu können.«

Karin brachte nicht die Phantasie auf, um sich die Details es Kleides vorstellen zu können.

Alexandra mischte sich ein. »Wir sollten dann mit dem Maßnehmen beginnen.« Sie griff sich eines der Maßbänder. »Wir vermessen uns gegenseitig und Karin, Sie schreiben bitte auf.«

Karin war streng genommen dankbar, aus ihren Gedanken gerissen zu werden. Sie setze sich an den Tisch und nahm sich einen der bereitliegenden Stifte. Dann blickte sie ihre Mädchen neugierig an.

Tamara übernahm. »Wir müssen uns ausziehen und die Maße nehmen. Die Kleider sollen sehr gut passen.«

Das Maßnehmen ging sehr flott voran. Jeweils ein Mädchen nahm die Maße bei der anderen und Karin schrieb die Maße auf. Schließlich waren vier der fünf Zettel ausgefüllt.

»Für was ist denn der fünfte Zettel?« fragte Karin.

Tamara blickte sie lächelnd an. »Der ist für ihre Maße.« Dann nahm sie sich eines der Maßbänder und blickte Karin auffordernd an. »Für Sie wird nur ein Kleid genäht, damit sie wissen, wie sich diese Kleider tragen und welche Möglichkeiten darin verbleiben.«

Karin blickte noch einmal zweifelnd auf die kleine Skizze. »Sie meinen, ich muss das auch tragen.«

»Wir werden sehen.« Tamara lächelte geheimnisvoll. »Und jetzt sollten sie sich auch ausziehen.«

Karin kam der Bitte verunsichert nach. Dabei wusste sie nicht, ob sie sich auf das Kleid freuen sollte oder ob sie davor Angst haben sollte. Doch sie ahnte, dass sie auf die Ereignisse diesbezüglich keinen Einfluss haben würde.

* * *

Es klopfte. Frau von Taubach steckte ihren Kopf zur Tür herein. »Sind sie fertig mit den Maßen?«

Karin hatte sich wieder angezogen, nahm die fünf Bogen vom Tisch und reichte sie ihrer Chefin.

Diese nahm die Bögen entgegen und blickte Karin etwas verwundert an. »Sie denken daran, dass sie noch ihre Uniform anziehen?«

Karin erschrak leicht und musste zugeben, dass sie daran nicht gedacht hatte. »Ich werde mich gleich umziehen.« Sie blickte verlegen zu Tamara hinüber.

Die Prinzessin ahnte, um was es Karin ging. Sie blickte sie aufmunternd an. »Wir warten auf Sie.«

* * *

Mit doppeltem Herzklopfen betrat Karin ihr Zimmer. Es ärgerte sie, dass sie heute Morgen überhaupt nicht an die Uniform gedacht hatte. Dabei hatte sie sich schon so auf die tollen Stiefel gefreut, die sie so verwegen fand und die sie sich selbst nie gekauft hätte.

Sie ging an ihren Schrank und legte die Teile der Uniform auf ihr Bett. Sie zog sich aus und schlüpfte schnell in Bluse und Hose. Dann nahm sie atemlos die Stiefel zur Hand und zog sie sich hektisch an. Sie ärgerte sich sehr, denn sie hätte diesen Moment viel lieber langsam genossen, doch jetzt musste sie sich beeilen, da ihre vier Mädchen auf sie warteten. Und auf das leckere Frühstück freute sie sich auch.

Mit unsicheren Schritten ging sie den Weg zurück zum Zimmer ihrer Mädchen. Vorsichtig klopfte sie an die Tür und trat ein. Die Mädchen saßen am Tisch und drehten sich zu Karin um. Tamara sprach aus, was alle dachten. »Sie sehen gut aus. Die Stiefel stehen Ihnen.«

Karin blickte verlegen an sich herunter. Doch dann besann sie sich auf ihre Aufgabe. »Wir wollen dann zum Frühstück gehen.«

Die vier Mädchen standen auf und folgten Karin Richtung Treppenhaus. Erst auf der Treppe fiel Karin ein, dass sie gar nicht wusste, wo das Frühstück stattfand. Sie überlegte, ob sie sich diese Blöße geben sollte. Doch dann fiel ihr Blick auf Tamara, die sehr zielstrebig die Stufen hinunter schritt. Karin ließ sie unauffällig vorgehen.

* * *

Im Speisesaal waren die anderen alle schon anwesend und hatten sich an die verschiedenen Tische verteilt. Karin und ihre Mädchen nahmen an noch freien Stühlen platz. Die Betreuerin suchte den Blick zu ihrer Tochter, doch diese unterhielt sich angeregt mit einem anderen Mädchen. Erst als die Direktorin sich erhob und um Ruhe bat, winkte Kirsten ihrer Mutter kurz zu. Diese erwiderte kurz den Gruß. Dann blickten sie alle auf ihre Chefin.

»Einen guten Morgen möchte ich Ihnen allen wünschen an ihrem ersten Tag bei uns im Internat. Wir werden nach dem Frühstück mit dem geplanten Unterricht beginnen und heute Nachmittag werden wir Ihnen ihre Uniformen zur Verfügung stellen können.« Sie machte eine kurze Pause, um ihren Worten etwas dramatischer klingen zu lassen. »Und jetzt genießen sie bitte ihre letzte Mahlzeit in Freiheit.«

Es setzte leises Getuschel ein und die ersten Mädchen erhoben sich, um sich am gut sortierten Buffet zu versorgen.

Frau von Taubach bat Karin, ihr kurz zu folgen. Sie ging mit ihr zu Kirsten und wartete ab, bis Mutter und Tochter sich herzlich begrüßt hatten. »Ich möchte Sie beide bitten, das Private ab jetzt außen vor zu lassen und sich auf die Ausbildung und ihre Aufgaben zu konzentrieren.« Sie machte eine kleine Pause, um ihre Anordnung wirken zulassen. »Am Nachmittag in der Freizeit dürfen Sie machen was sie wollen. Wären Sie damit einverstanden?«

Kirsten blickte noch etwas verunsichert zwischen ihrer Mutter und Frau von Taubach hin und her, dann senkte sie ihren Blick und sagte mit leiser Stimme: »Ja, das geht in Ordnung.« Dabei fiel ihr Blick auf die Stiefel, die ihre Mutter trug und sie blickte erstaunt wieder an ihr hoch.

Karin war dem Blick gefolgt und lächelte. Sie nahm ihre Tochter in den Arm und streichelte ihr sanft über die Wange. »Du wirst eine tolle Bondagette werden.«

Kirsten blickte ihre Mutter zunächst erstaunt an, doch bald wechselte ihr Blick hin zu Bewunderung und Vorfreude. Dann wurde sie wieder ernst. »Aber Mama, Du hast doch gehört, was Frau von Taubach gesagt hat.« Dann grinste sie.

Karin war mehr als erleichtert. Sie lächelte ebenfalls. »Aber natürlich, Frau Michels. Sie sollten jetzt frühstücken.«

* * *

Da Tamara sich zu Frau von Taubach und Elke an den Tisch gesetzt hatte, war am Tisch von Birgit, Alexandra und Juliane noch ein Platz frei. Karin freute sich, dass sie sich zu dem faszinierenden Pärchen an den Tisch setzen konnte. Juliane wurde gerade gefragt, wie sie denn die erste Nacht in Fesseln geschlafen hätte.

»Oh, das war schrecklich...« Doch dann wurde sie nachdenklich. »Nein, dass stimmt nicht. Ich wusste bloß nicht, was auf mich zu kommt. Es ist ein total seltsames Gefühl, sich nicht mehr bewegen zu können.« Sie nahm einen Schluck Kaffee. »Ich habe wirklich verrückte Sachen geträumt.«

Alexandra nickte verständnisvoll. »Ich weiß noch, wie ich meine erste Nacht so verbracht habe. Ich habe auch ziemlich wild geträumt.« Sie blickte verliebt zu Birgit. »Aber es bleibt aufregend.«

Birgit nahm ihre Hand und streichelte sie. »Das war die erste Nacht, die wir nicht zusammen verbracht haben. Ich habe Dich vermisst.«

Karin und Juliane blickten beide ungläubig auf das Liebespaar. Juliane sprach es aus. »Aber ihr wart doch zusammen im gleichen Zimmer?«

Alexandra lächelte. »Ja, schon. Aber durch die Fesseln konnten wir uns nicht berühren. So lange getrennt waren wir schon lange nicht mehr.«

Juliane drehte sich zu Karin. »Danke für das verständnisvolle Wecken.« Ihr Blick zeigte Besorgnis. »Ich war wirklich erschrocken, als ich feststellte, dass ich mich nicht bewegen konnte.«

Alexandra legte ihr die Hand auf den Arm. »Du wirst Dich schnell daran gewöhnen.«

Juliane blickte sie zweifelnd an..

Birgit lachte. »Naja, nicht jede ist so fessel verrückt wie Du, mein Schatz.« Sie blickte Juliane ermutigend an. »Aber man gewöhnt sich wirklich sehr schnell daran. Und in Fesseln aufzuwachen ist dann wirklich etwas schönes.«

Juliane blickte noch etwas zweifelnd. Es war ihr anzusehen, dass es in ihr arbeitete. Es schien ihr so langsam zu dämmern, dass sie in nächster Zeit jede Nacht gefesselt sein würde.

* * *

Es wurde allmählich wieder etwas lauter im Frühstücksraum, was ein sicheres Zeichen dafür war, dass die meisten mit ihrem Frühstück fertig waren. Die Anspannung der Mädchen war deutlich zu spüren.

Frau von Taubach stand auf und klopfte an ihr Glas. Augenblicklich kehrte Stille ein.

»Noch einmal einen guten Morgen, meine lieben Bondagetten und Ponygirls, ich hoffe, sie hatte alle eine schöne erste Nacht?«

Allgemeines Gemurmel war die Antwort, dabei waren aber viele leuchtende Augenpaare zu sehen.

»Sie wissen doch, dass das, was man in der ersten Nacht in einem fremden Bett träumt, in Erfüllung gehen wird.« Sie machte eine Pause und ließ die Mädchen über ihre Worte nachdenken. Einige von ihnen stöhnten leise vor sich hin.

»Ich möchte jetzt nicht viel Worte machen. Folgen Sie mir einfach in den Unterrichtsraum.« Sie machte eine bedeutsame Pause. »Die erste Stunde ihrer Ausbildung steht bevor.«

Tamara stand auf und ging voran. Sie schien den Weg zu kennen. Die anderen Mädchen folgten ihr etwas zögernd.

* * *

Andrea trat zu ihrer Chefin. »Catherina, ich habe noch mal über das nachgedacht, was ich gestern in der Klinik erfahren habe.« Ihre Miene verdunkelte sich. »Kirstens Mutter muss bald erfahren, was dort passiert ist. Ich weiß nur nicht, wie wir ihr das schonend beibringen könnten.«

Frau von Taubach stimmte ihr zu. »So bald wie möglich.« Auf einmal glitt ein Lächeln über ihr Gesicht. »Ich habe eine Idee, wie wir es machen können.«

Andrea blickte auf und wartete auf die Erklärungen, doch ihre Chefin blickte sie nur verschmitzt an.

»Sie werden gleich Gelegenheit bekommen, es ihr zu erklären.« Ein Lächeln glitt über ihr Gesicht. »Erzählen sie, was sie erlebt und gehört haben.« Sie seufzte ein wenig. »Irgendwann würden die anderen es sowieso erfahren.«

Andrea war noch sehr skeptisch. »Aber wird sie dann nicht zusammenbrechen oder wild herum toben?«

»Nein«, Frau von Taubach grinste. »Aber warten sie auf mein Stichwort. Wenn ich »Unterlagen« sage und den Raum verlassen habe, können sie anfangen.«

* * *

Karin staunte sehr, als sie hinter ihren Mädchen den Unterrichtsraum betrat. Nach dem sehr streng und feierlich aussehenden Kreuzgang des ehemaligen Kloster kam sie in einen hellen Raum, der auf den ersten Blick wie ein ganz normales Klassenzimmer aussah. Erst auf den zweiten Blick waren die Besonderheiten des Raumes auszumachen. Zum einen waren immer noch die Spuren des Klosters in dem Raum zu sehen in Form von Fresken-Gemälden an den Wänden und den gotischen Fenstern. Dies nahm Karin aber nur unterbewusst wahr. Viel stärker fielen die Ausstattungen des Klassenzimmers auf, die auf den Inhalt hindeuteten, der hier zu unterrichten war.

Da war die Schaufensterpuppe an der hinteren Wand, die neben anderen Bondage-Gegenständen auch einen Monohandschuh trug und die mit mehreren Schildern beschriftet war.

Ebenso stachen die Sitzmöbel hervor. Nicht nur, dass sie einen sehr robusten Eindruck machten, es waren vor allem die vielen Lederriemen mit den Schnallen, die keinen Zweifel daran ließen, wie die Schülerinnen hier den Unterricht folgen sollten.

In einem Regal waren einige Styroporköpfe zusehen, wie sie sonst bei Frisören zu sehen waren, wenn es galt, Frisuren vorzuführen. Doch diese Köpfe präsentierten allerlei Arten von Knebel, und natürlich gab es zu jedem der Köpfe einige Beschriftungsschilder.

Einige Filmplakate hingen an der Wand, unter anderem das Plakat von »Gwendoline« und »Die Geschichte der O«. Einige verschlossene Schränke standen an der Wand zum Kreuzgang und an der anderen Seite zwischen den großen Fenstern waren Glasvitrinen aufgebaut, in denen diverse Bondage-Gegenstände ausgestellt waren. Es hätte auch ein kleines Museum sein können, so sorgfältig waren die Vitrinen vorbereitet worden.

Tamara stand mit leuchtenden Augen im Saal und es war deutlich ihr anzusehen, wie sehr sie das Wirklich werden ihres Traumes genoss und alles in sich auf sog.

Erst die Worte von Frau von Taubach, sich doch bitte ihren Platz zu suchen, rissen Tamara und auch die anderen Mädchen aus ihren Gedanken.

Auf den sehr martialisch aussehenden Stühlen standen kleine Namensschildchen. Beim Näherkommen wurden die Riemen der Stühle immer sichtbarer und die Mädchen wurden nervöser. Sie ahnten, was damit wohl als nächstes passieren würde. Tamara stand neben einem der wie in einem Klassenzimmer aufgestellten Stühle und begutachtete die dort angebrachten Riemen.

Karin war ehrlich überrascht über den Anblick des Raumes. Es sah auf der einen Seite aus wie ein normales Klassenzimmer, doch die Riemen der Stühle und die sehr liebevoll gestaltete Dekoration mit dem eindeutigen Bondage-Thema irritierten Karin doch sichtlich.

Auch ein Lehrerpult gab es, dies nahm Karin besonders amüsiert zur Kenntnis. Doch etwas irritierte sie. Auf dem Pult stand ein Schälchen mit Gummibärchen, ein Glas Honig und daneben lag ein Ballknebel. Nicht nur Karin schien über diese seltsame Kombination erstaunt. Es war Alexandra, die nach der Bedeutung des Knebel fragte.

Tamara lächelte hintergründig. »Das ist der Strafknebel für Ungehorsam im Unterricht.«

Alexandra verstand die Zusammenhänge noch nicht. »Und die Gummibärchen? Und der Honig?«

Tamara grinste, dann erklärte sie, dass die Bondagette zwei Gummibärchen oder einen Löffel Honig in den Mund nehmen müsse und dann den Knebel angelegt bekomme. »Sie wird heftig sabbern, weil beides sehr intensiv den Speichelfluss anregt und mit dem Ball im Mund wird sie nicht schlucken können.«

Sie blickte sich um und sah, dass auch die anderen Mädchen sehr ehrfürchtig im Raum standen und von der Ausstattung ebenfalls beeindruckt waren. Nur langsam dämmerte es ihnen, dass die Riemen auf den Stühlen für sie bestimmt waren und dass sie dem Unterricht gefesselt folgen werden müssten.

Frau von Taubach trat mit einer gewissen Anspannung zu Tamara. Sie wusste, dass die Prinzessin die Stühle zwar in Auftrag gegeben hatte, sie bisher aber nicht in Augenschein nehmen konnte. Sie drehte sich zu Tamara und deutete auf den Stuhl, auf dem das Namensschild der Prinzessin stand. »Möchten Sie die Stühle vorführen? Wir haben sie genau nach Ihren Angaben fertigen lassen.«

Tamara blickte etwas überrascht in die Runde, dann ging sie mit einem strahlenden Lächeln auf ihren Stuhl zu. »Sie sehen toll aus.« Sie drehte sich kurz zu der Direktorin umgedreht, dann wandte sie sich wieder ihrem Stuhl zu. Sie klappte die Tischplatte hoch und beugte sich dann vor, um die beiden Hälften des Kasten am Boden auf zuklappen. Sie trat mit ihren Füßen in den Kasten und setzte sich dann auf den Stuhl, nachdem sie die Riemen etwas beiseite geräumt hatte.

Karin konnte gerade noch sehen, dass die Sitzfläche des Stuhles ergonomisch geformte Einbuchtungen für das Gesäß hatte und ähnlich einem sehr breiten Fahrradsattel einen niedrigen mit Leder bespannten Knauf besaß, der ein Verrutschen nach vorne behinderte. Dieser Knauf erschien jedoch ein separates Teil zu sein, welches ausgewechselt werden konnte.

»Möchten Sie es uns etwas erläutern?« Frau von Taubach zeigte ein leichtes Leuchten in den Augen, als sie das fragte.

Tamara zögerte zunächst etwas, dann räusperte sie sich und blickte etwas verlegen in die Runde.

Karin lächelte Tamara ermunternd zu. Sie ahnte, was die Prinzessin bewegte. Es war immer ein großer Moment, wenn Träume wahr wurden.

»Zuerst kommen die Füße in den Fußkasten.« Sie griff zu den beiden Deckelhälften und klappte sie herunter. In dem Deckel waren zwei Löcher für die Beine vorgesehen. »Jetzt müssen die beiden Hälften verriegelt werden.« Sie grinste und schloss den auf dem Deckel angebrachten Riegel. »Hier könnte noch ein Schloss angebracht werden.« Sie hob ihre Beine um zu zeigen, dass sie jetzt in dem Kasten gefangen war.

Als nächstes griff sie zu einem der Riemen, der an der Sitzfläche angebracht war. »Hier diesem Riemen werden die Oberschenkel fixiert.« Sie zog sich den Riemen über die Oberschenkel und verschloss ihn mit der Schnalle.

»Hier kann auch ein Schloss durchgeführt werden.« Sie zeigte die etwas größeren Löcher in dem Riemen.

Dann griff sie sich zwei Riemen und schloss sie sich vor dem Oberkörper. Sie lehnte sich zurück und zog die Riemen fest, dann verschloss sie die Schnalle. Sie hielt einen Moment inne, schloss die Augen und atmete tief. Dann griff sie zur Tischplatte und klappte sie vor sich herunter. Karin sah, dass die breite Tischplatte eine halbkreisförmige Ausbuchtung hatte, die nun Tamaras Taille umschloss uns seitlich bis zur Stuhllehne reichte und so Tamaras Unterkörper und ihre Beine komplett ihren Blicken und auch ihrem Zugriff entzog. »Der Tisch kann auch noch verriegelt werden.« Sie zeigte mit ihren noch freien Händen die Stelle, an der ein Schloss angebracht werden konnte.

Auch auf der Tischplatte waren Riemen angebracht. Tamara blickte sich in der Runde um und ihr Blick blieb auf Karin liegen. Diese begriff erst nach einiger Zeit, was die Herzogstochter von ihr wollte, trotzdem brauchte es auch noch einen ermutigenden Blick von Frau von Taubach. Karin ging die wenigen Schritte zu Tamaras Stuhl und sah, dass die Prinzessin ihre Arme schon genau an die Stellen gelegt hatte, wo sie durch die Riemen fixiert werden konnten.

Karins Hände zitterten ein wenig, als sie die Riemen über Tamaras Armen schloss. Sie blickte sie an, weil sie nicht sicher war, ob sie es richtig gemacht hatte, doch die Prinzessin hatte die Augen geschlossen und Karin bemerkte, dass ihr Atem etwas heftiger ging.

Erst nach einigen Momenten öffnete Tamara ihre Augen wieder und ihr entglitt ein »phantastisch.«

* * *

Mit etwas Anspannung in der Stimme bat die Direktorin nun die Betreuerinnen, ihre Mädchen entsprechend dem Sitzplan auf die Stühle zu verteilen und sie mit den Riemen zu fixieren. Sie blickte zu den Mädchen und lächelte. »Sie dürfen auch gern selbst schon mit der Fixierung beginnen, sie haben ja gesehen, wie es geht.«

Karin konnte gar nicht so schnell schauen, wie Birgit und Alexandra zu ihren Stühlen gegangen waren, sich gesetzt hatten und mit ihrer Fixierung begannen. Auch Juliane schien sehr aufmerksam zugesehen zu haben und hatte mit den Besonderheiten ihres Stuhls keine Probleme.

Die Lehrerin war verblüfft, als sie zu Alexandra und Birgit trat, um ihnen die Armriemen zu schließen, denn obwohl beiden ihre Arme in der richtigen Position hielten, war es ihnen doch möglich, sich bei den Händen zu halten. Sie strahlten.

Karin lächelte ein wenig.

Alexandra schien ihre Gedanken zu erraten. »Wir haben uns das bei Tamara so gewünscht, als wir die Detailplanung gemacht habe.« Sie drehte sich zu Birgit und warf ihr einen sehr verliebten Blick zu. »Es ist toll geworden.«

* * *

Als Karin auch Julias Arme festschnallen wollte, protestierte diese und bat Frau von Taubach, ihr zu helfen.

Die Direktorin trat zu ihnen und blickte Juliane verständnisvoll an. Dann drehte sie sich zu Karin und erklärte ihr, dass bei Juliane im Unterrichtsraum stets der rechte Arm frei bleiben sollte, weil sie sich Notizen machen würde. »Aber heute brauchen Sie das nicht.« Die Stimme klang etwas resolut. »Karin, machen Sie weiter.«

Juliane wollte zuerst widersprechen, doch dann legte sie ihren Arm so zwischen die Riemen, dass Karin ihr auch den rechten Arm festschnallen konnte.

Frau von Taubach wandte sich anschließend an die Trainerinnen. »Ich denke, es schadet nicht, wenn sie auch wissen, wie gut es sich in diesen Stühlen sitzen lässt.« Sie gab Elke und Daniela ein Zeichen und diese begaben sich sofort zu jeweils einem der noch freien Stühle und begannen, sich genauso fest zuschnallen, wie Tamara es vorgemacht hatte. Andrea und Karin blickten sich etwas verunsichert an, dann gingen sie zu den noch verbliebenen Stühlen und nahmen Platz.

Tamara hatte sich mit viel Mühe umgedreht und lächelte Karin aufmunternd zu »Nur zu, er beißt nicht.«

Karin seufzte innerlich, trotzdem versuchte sie sich keine Blöße zu geben. Sie setzte sich neben Andrea und mit zitternden Händen fixierte sie sich ebenfalls auf dem Stuhl.

Frau von Taubach war mit dem Vorgang sehr zufrieden. Sie ging an den vier Stühlen vorbei und schloss auch dort jeweils die Riemen, die die Arme fixierten. »Ich hole dann die Unterlagen« sagte sie übertrieben deutlich und zwinkerte Andrea ermutigend zu, dann verließ sie den Raum.

* * *

Die drei Ponymädchen begannen zuerst mit einer leisen Unterhaltung, bald darauf setzen auch Alexandra und Birgit an, sich mit ihrer Cousine zu unterhalten. Elke und Daniela waren ebenfalls kurz eingeweiht worden und sorgten ebenfalls für eine gewissen Geräuschkulisse.

Andrea wartete noch einen kleinen Moment, dann drehte sie ihren Kopf zu Karin. Sie hatte verstanden, was ihre Chefin bezweckte. So wie Karin fixiert war, konnte sie keine unkontrollierte Reaktionen zeigen.

Karin war noch sichtlich damit beschäftigt, den völligen Verlust ihrer Bewegungsfreiheit zu verarbeiten.

Andrea flüsterte. »Karin, es gibt da noch etwas, was Sie wissen sollten.«

Karin war noch sichtlich mit ihren Fesseln beschäftigt. Sie hielt in ihren Bewegungen inne und drehte ihren Kopf zu Andrea.

»Es geht um ihre Tochter und das, was ihr angetan wurde.« Die Anspannung in der Stimme war deutlich zu hören.

Karin wurde bei diesen Worten sehr hellhörig und ihr Blick verfinsterte sich.

Andrea berichtete mit leiser, aber bewegter Stimme, was sie während des Abholens in der Klinik erfahren hatte. Als sie von dem Verrat von Nina berichtete, zuckte Karin heftig in ihren Fesseln, doch der Stuhl hielt sie erbarmungslos fest. Andrea konnte trotz der Fixierung ihre Hand ergreifen und hielt diese fest.

Karin schrie laut auf. »Dieses gemeine Biest.«

Andrea drückte ihre Hand und versuchte sie damit zu trösten.

«Sie müssen jetzt zu ihrer Tochter stehen.« Andrea hoffte, die richtigen Worte zu finden. »Besonders weil es nicht rückgängig gemacht werden kann.«

Karin seufzte tief. Sie konnte es nicht verhindern, dass ihr einige Tränen über das Gesicht liefen.

»Kirsten liebt es sehr und Sie würden ihr einen sehr großen Gefallen erweisen, wenn sie sie in ihrem Zustand akzeptieren würden.«

Karin schwieg lange. Endlich rang sie sich zu einer Antwort durch. »Ich möchte doch nur, dass sie glücklich wird.«

»Glauben sie mir, Kisten ist glücklich, wenn sie eingeschränkt ist. Und ihr Mundverschluss ist für sie das höchste.« Andrea dachte etwas nach. »Sie möchte vermutlich auch für jemanden schweigen müssen.« Wenn sie Ihnen so ihre Stimme schenkt, dann weisen Sie sie nicht zurück, dass würde ihr vollends das Herz brechen.«

Karin seufzte tief.

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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Kapitel 4 - Der Ernst beginnt - Teil Drei Datum:24.05.14 07:14 IP: gespeichert Moderator melden


Vinctae in Monasterio Antiquo
Kapitel 4 - Der Ernst beginnt - Teil Drei
Autor: Karl Kollar

Frau von Taubach ließ sich bewusst viel Zeit, dann kam sie mit den Unterlagen zurück in den Unterrichtsraum. »Ah, ich sehe, Sie sind noch da.« Sie blickte amüsiert in sechzehn fassungslose Gesichter.

Erst nach und nach wurde es den fixierten Frauen klar, dass es als Scherz gemeint war.

»Wie sie sehen konnten, sind die Stühle nicht nur sehr bequem, sondern sie können sie auch sehr gut fixieren.«

Ein Murmeln ging durch den Raum.

»Wir möchten Ihnen in den nächsten sechs Monaten alles beibringen, was sie brauchen, um zukünftig ihren Alltag als Bondagette oder als Ponygirl zu verbringen oder besser zu leben. Die ersten zwei Monate werden sie alle das gleiche machen, erst dann beginnen wir mir der Spezialisierung. Eine Bondagette darf ruhig auch wissen, was ein Ponygirl so ausmacht und ein Ponygirl sollte auch wissen, um was es bei den Bondagetten so geht.«

Ab und zu warf die Direktorin einen kurzen Blick auf die Prinzessin. Doch es schien, als wäre Tamara bisher mit allem einverstanden.

»Sie sollten wissen, dass bei allem, was wir von Ihnen verlangen, ihre Gesundheit stets oberste Priorität hat. Um dies zu gewährleisten, prägen sie sich bitte die Ampel ein.«

Um ihre Worte zu verdeutlichen, ging sie an die Tafel und schrieb zunächst drei Worte untereinander: ´Grün´, ´Gelb´ und ´Rot´. Daneben machte sie bei Grün einen Punkt, bei Gelb zwei und bei Rot drei Punkte. »Prägen Sie es sich gut ein: Grün oder ein Signal bedeutet ´Es ist alles in Ordnung, es geht mir gut.´«

Sie blickte kurz zu Tamara. Diese nickte.

»Gelb oder zwei Signale stehen für ´Bitte eine kleine Pause´. Und Rot oder drei Signale bedeuten ´Stopp, Sofort aufhören.« Ihre Stimme klang in diesem Moment besonders intensiv. »Es ist egal, was für ein Signal. Ob sie klopfen, sich räuspern oder mit den Augen blinzeln.«

Sie ließ ihre Worte einige Zeit wirken. Dann ergänzte sie: »Scheuen Sie sich bitte nicht, die Ampel zu benutzen, es wird in Bezug auf ihre Ausbildung nie eine Konsequenz haben. Ihre Gesundheit hat aller oberste Priorität. Darauf nehmen wir in jedem Fall Rücksicht.«

Sie richtete ihren Blick in die hintere Reihe zu den Trainerinnen. »Und Sie meine Damen möchte ich auffordern, sehr aufmerksam zu sein. Fragen Sie lieber einmal mehr nach dem Wohlbefinden ihrer Mädchen.«

Sie schwieg einige Zeit.

»Jeden Freitag wird eine Wochenprüfung stattfinden, die den gelernten Stoff der Woche ab prüft.«

Ein Stöhnen war im Raum zu hören.

»Dies kann sowohl eine Wissens- als auch eine Könnensprüfung sein. Dies werde ich je nach Wochenprogramm festlegen.« Sie machte eine bedeutsame Pause. »Und seien sie sicher, falls sie eine Prüfung nicht bestehen, haben wir genügend Mittel, um ihren Ehrgeiz etwas in Schwung zu bringen. Ihr freies Wochenende ist dann natürlich gestrichen.«

Bei diesen Worten musste Karin leise lächeln. So ein Internat hatte schon gewaltige Vorteile.

* * *

»Nachdem ich Ihnen nun einen Überblick über ihre Ausbildung gegeben habe, möchte ich Ihnen die Räumlichkeiten vorstellen, die in der nächsten Zeit für sie wichtig sind.« Sie ging auf Elke zu und öffnete ihre Armriemen. Sie gab Anweisung, alle Mädchen zu befreien und dann zu warten, bis sie mit den Schlüsseln zurück sei.

Karin schreckte hoch. Sie war so in Gedanken bei ihrer Tochter gewesen, dass sie überhaupt nicht zugehört hatte.

* * *

Gleich neben dem Unterrichtsraum befand sich der Pausenraum. Karin blickte sich erstaunt darin um und war verwundert. Im Gegensatz zum Unterrichtsraum gab es hier fast überhaupt keine Hinweise auf Fesselungen oder Knebel. Der Raum war sehr gemütlich eingerichtet. Viele Sofas standen an den Wänden, sowie vier Tische mit jeweils vier Stühlen.

Die Rückenlehnen der Stühle waren etwas seltsam gearbeitet, doch Karin erkannte dies erst, als Alexandra sich über die tolle Rückenlehne freute. Monohandschuh-tauglich war das Wort, welches Tamaras Cousine benutzte und Karin war auf einmal klar, was das Besondere dieser Rückenlehne war. Die Bondagette konnte bequem auf dem Stuhl sitzen und sich auch nach hinten lehnen, auch wenn ihre Arme in einem Monohandschuh gefangen sein würden. Und Karin wusste, wie gern Alexandra und Birgit damit unterwegs waren.

Ansonsten hatte der Raum alles, was man sich für einen Pausenraum nur wünschen konnte. Es gab eine kleine Bar, eine Musikanlage sowie einen Fernseher mit Videorekorder.

In einem Regal lagen einige Spielekartons. Einer davon fiel Karin besonders auf. Es war eigentlich ein »Mensch-ärgere-Dich-nicht«-Spiel, bei dem das Wort »Mensch« mit »Bondagette« überklebt war.

Alexandra schien den Karton ebenfalls entdeckt zu haben. Sie sprach ihre Cousine darauf und fragte, was den aus dem Monohandschuh-tauglichen Würfel geworden war, denn sie mal ausgetüftelt hätten.

Tamara grinste, dann ging zu einem der Schränke und nahm etwas Rundes heraus. Sie hielt es so, dass es die anderen sehen konnte. »Wir haben an alles gedacht.« In diesem Moment lag sehr viel Stolz in ihrer Stimme.

Frau von Taubach blickte auf ihre Uhr und bat dann mit höflicher Stimme, ihr nach unten in den Raum für die Mittagsruhe zu folgen.

* * *

Der Raum war ähnlich gemütlich zurecht gemacht wie das Pausenzimmer, nur mit dem Unterschied, dass es hier keine Sitzmöbel gab, sondern einige Käfige, Andreaskreuze und ähnliche Gerätschaften, mit denen Karin so überhaupt nichts anfangen konnte.

Frau von Taubach bat Tamara, zu erläutern, wie das mit der Mittagsruhe vonstatten gehen soll.

Tamara musste sich erst von dem faszinierenden Anblick losreißen, bevor sie etwas sagen konnte. »Die Mittagsruhe wird jeweils 90 Minuten dauern, und je nach der tagesaktuellen Rangliste dürfen sich die Schülerinnen ihr Gerät aussuchen.«

Tamara ging auf zwei seltsame Rahmen zu, die mit Gummi bespannt waren. »Wir haben zwei Vakuumbetten und zwei Lederschlafsäcke.« Sie zeigte kurz auf die von ihr genannten Gegenstände. »Das sind die bequemen Sachen.«

Sie ging ein paar Schritte weiter. »Hier an der Wand sind vier Andreaskreuze, die sind auch noch einigermaßen erträglich.«

Daneben standen vier seltsame Metallgestelle. Tamara stellte sie als »Hogtie-Trainer« vor. »Die sind schon sehr unbequem.«

Sie ging auf vier noch mit einem Tuch abgedeckte Würfel zu. Die Würfel hatte nur eine Kantenlänge von einem Meter. Sie griff nach einem der Tücher und mit einer sehr theatralischen Geste zog sie es herunter. Zum Vorschein kam ein sehr martialisch aussehender Käfig mit Metallstangen. »Das sind die Strafkäfige.« Sie klappte die Tür des Käfig auf und blickte hinein. »Die sind sehr unbequem.«

»Sie sehen also, es gibt immer Gründe für sie, ihren Ehrgeiz nicht zu vernachlässigen.« Frau von Taubach blickte wieder auf ihre Uhr. »Folgen sie mir nur bitte wieder nach oben.«

* * *

Nach einem Gang durch den Kreuzgang auf die andere Seite der Klausur betraten sie das Palarium. »Dies ist der Raum, in dem es früher den Mönchen erlaubt war zu reden.« Frau von Taubach machte eine kleine Pause, um ihre Worte wirken zu lassen. »Diese Tradition wollen wir beibehalten.«

Sie zeigte auf den kleinen Konsolentisch, der neben den Eingang gestellt war. »Dort können sie ihre Knebel ablegen.«

Gemurmel war die Antwort.

»Nun folgen Sie mir bitte ins Obergeschoss.«

* * *

Am Ende des Ganges öffnete Frau von Taubach eine Tür und ließ die Mädchen eintreten. »Dies ist die Bondagetten-Empore der Klosterkirche. So können sie, wenn sie möchten, an den Gottesdiensten teilnehmen, die für die Gemeine hier stattfinden.«

Sie erwähnte, dass zum einen die Empore vom Kirchenraum her nicht einsehbar war und dass es von der Kirche her auch keinen Zugang mehr zur Klausur gab. »Sie wären hier also völlig ungestört.«

Sie verließ die Empore und öffnete die nächste Tür. »Hier ist unsere kleine bescheidene Bibliothek.«

»Hat das mit dem Lesepult geklappt?« wollte Tamara wissen.

Frau von Taubach bat Tamara, doch einen Blick in die Bibliothek zu werfen.

Tamara freute sich sehr, als sie ein Stehpult entdeckte, welches oben noch mit einigen seltsamen Gerätschaften versehen war. Doch so richtig wollte sie es noch nicht glauben. »Funktioniert es auch?«

Statt einer Antwort ging Frau von Taubach zu einem der Regale, nahm ein Buch heraus und legte es auf das Lesepult. Sie schien es dort einzuspannen, dann bat sie Tamara vor zutreten. Diese kam der Bitte mit sehr neugierigen Augen nach.

»Hier unten auf dem Boden ist der Schalter.« Die Direktorin deutete nach unten. »Treten Sie einmal darauf.«

Tamara kam der Bitte nach und konnte erleben, wie gleich danach die Apparatur oben auf dem Lesepult in dem Buch eine Seite weiter blätterte.

»Genial« war sowohl von Tamara als auch von ihrer Cousine zu hören.

»Nur zurückblättern geht noch nicht, dass sollten sie wissen.« Frau von Taubach blickte wieder auf ihre Uhr. »Lassen sie mich ihnen kurz noch die anderen Räume zeigen.«

Sie gingen an den nächsten Türen vorbei. Frau von Taubach beschrieb sie als den kleinen Unterrichtsraum, den Waschraum und den großen Freizeitraum.

Tamara wollte den Freizeitraum betreten, doch Frau von Taubach hielt sie davon ab. »Zum einen ist der genauso eingerichtet wie der Pausenraum unten und zum anderen dachte ich, dass sie vielleicht noch etwas im unserem Lager stöbern wollen.«

* * *

Im Dachgeschoss zeigte die Direktorin kurz die Wohnräume der Trainerinnen sowie die Waschräume und noch einen kleinen Pausenraum.

»Für jede Team gibt es hier noch einen kleinen Team-Raum, den sie je nach Bedarf nutzen können.« Sie zeigte auf die vier dazugehörigen Türen.

»Und nun meine Damen, viel Spaß in unserem Mehrzweckraum, den wir im Moment noch als Lager nutzen. Sie dürfen gern den einen oder anderen Gegenstand ausprobieren, aber es wird alles hier bleiben.« Sie blickte wieder auf ihre Uhr. »Wir müssen uns aber beeilen. Es gibt gleich Mittagessen.«

* * *

Alexandra und Birgit waren sehr entzückt über die reichlich vorhandenen »Körbchen-Knebel« wie sie sie nannten. Durch die Mundplatte waren sie bequem und über eine lange Zeit tragbar und die vielen Riemen um den Kopf erinnerten die Bondagette stets daran, dass sie geknebelt war.

Die Ponymädchen hatten die alten Ponystiefel entdeckt und suchten nach passenden Größen. Frau von Taubach erklärte ihnen jedoch, dass ihre eigenen Hufstiefel später Maßstiefel sein würden. Aber natürlich dürften sie jetzt etwas ausprobieren.

Es fiel den meisten Mädchen schwer, sie von den sehr faszinierenden Sachen im Lager wieder loszureißen. Erst als Frau von Taubach das Licht ausmachte, ließen sich auch die letzten die Mädchen langsam zum Gehen nötigen.

* * *

Es duftete schon lecker, als die Mädchen sich im Speisesaal an die liebevoll gedeckten Tische setzten. Die beiden Köchinnen trugen die Töpfe auf. Es gab Eintopf, wahlweise mit oder ohne Fleisch.

Frau von Taubach bat kurz zum Gehör. »Bevor sie mit dem Mittagessen beginnen, hätte ich schon ihre erste Aufgabe für sie. Legen sie bitte eine Hand auf den Rücken und tun sie so, als wäre sie dort festgebunden.« Sie machte eine kleine Pause und blickte auffordernd auf die Mädchen, die der Anweisung zögernd nach kamen. »Später wird ihre Hand dort tatsächlich festgebunden sein.«

Sie bat die Trainerinnen, den Mädchen beim Zugreifen zu helfen. »Ach ja, bevor ich es vergesse. Wer beim Schummeln erwischt wird, bekommt Strafpunkte.« Sie zeigte auf eine Tafel an der Wand, auf der zwölf Namen verzeichnet waren.

Gleich darauf kehrte Ruhe ein und die Mädchen bemühten sich, ihre Hand während des Essens auf dem Rücken zu lassen. Es lag eine gewisse Spannung in der Luft und obwohl es nur Eintopf gab, der sich bequem mit einem Löffel essen ließ, hatten gegen Ende des Essen drei Mädchen schon einen Strafpunkt bekommen.

* * *

»Auf die Mittagspause werden wir heute verzichten, die Schneiderinnen warten«, erklärte Frau von Taubach bald darauf. »Dort an der Wand können sie sich ihre Hände waschen und dann folgen Sie mir bitte in den Festsaal.«

Nur Tamara, Birgit und Alexandra ließen ihre Hand auf dem Rücken, als sie sich vom Tisch erhoben. Alle anderen Mädchen nahmen ihre Hand dort weg. Frau von Taubach schien nur darauf gewartet zu haben. »Hatte ich Ihnen schon erlaubt, ihre zweite Hand schon wieder zu benutzen?« Ihre Stimme klang etwas süffisant.

Die Mädchen blickten erschrocken zu der Tafel, auf der sich jetzt hinter fast jedem Namen mindestens ein Strich befand.

»Das war unfair«, beschwerte sich Christine.

Frau von Taubach ließ diesen Einwand nicht gelten. »Ich wollte ihnen eine kleine Lektion erteilen und sie daran erinnern, dass sie stets genau zuhören.« Sie blickte zur Tafel, auf der Elke gerade bei Christine schon den dritten Strich machte. »Jetzt dürfen sie die Hände wieder bewegen.«

* * *

Als Karin durch die große Tür in das ehemalige Sommerrefektorium der Mönche schritt, hatte sie für die architektonische Schönheit des gotischen Raumes keine Augen. Dafür blieb ihr Blick an den vielen Nähmaschinen hängen, die an der Westseite des langen Raumes aufgebaut waren. Karin zählte sechs Maschinen und ebenso viele Frauen, die sie bedienten. Es fiel Karin ein, dass die Direktorin von den Schneiderinnen gesprochen hatte, die jetzt die Kleider für die Bondagetten anfertigen würden.

Neben jeder der Maschinen stand jeweils eine Nummer von Eins bis Sechs und daneben auf dem Tisch lagen einige Stoffstapel mit jeweils einem Namensschild.

Auf der kleinen Bühne am Ende des Raumes gegenüber den Schneiderinnen hatte eine Frau im weißen Arztkittel einen Tisch und eine Untersuchungsliege aufgebaut. Karin erinnerte sich daran, dass ein Orthopäde angekündigt war.

Daneben waren einige Tische aufgebaut, auf denen Karin viele kleine bunte Bälle sowie sehr viel Lederriemen ausmachen konnte. In der Mitte des langen Raumes standen einige kleine runde Tische, jeweils mit einigen Stühlen darum herum.

»Ich möchte Sie bitten,« die Stimme der Direktorin riss Karin aus ihren Gedanken, »sich erst mal einen Platz zu suchen, ich möchte dann ein paar Worte zum Ablauf des Nachmittags zu sagen.« Frau von Taubach wartete, bis alle Damen einen Platz gefunden hatten und es etwas ruhiger wurde.

»Heute Nachmittag werden wir einige Dinge parallel machen.« Sie nahm eine Mappe zur Hand. »Die Schneiderinnen werden für Sie das erste ihrer Kleider anfertigen, welches sie während ihrer Ausbildung tragen werden.« Sie stellte die sechs Schneiderinnen mit ihren Namen vor.

»Des weiteren steht unsere Orthopädin Frau Basler zur Verfügung, um ihre gesundheitliche Eignung für die Ausbildung zu überprüfen.« Die Ärztin verbeugte sich kurz.

»In der Zwischenzeit werden Sie sich ihre ersten Knebel anfertigen.« Sie hielt einen Ballknebel hoch. Neben dem roten Ball waren die Ringe auffällig, die im angelegten Zustand auf den Wangen liegen würden. »So einen Knebel sollen sie sich zunächst anfertigen.«

Sie legte die Mappe beiseite und nahm den Knebel in beide Hände. »Beachten sie die Details: Der Ball wird mit Hilfe dieser kleinen, eher schmalen Riemen im Mund gehalten, die dann durch die beiden Ringe mit den eher breiten Riemen verbunden sind. Die Halteriemen werden dann mit der Schnalle im Nacken geschlossen.« Sie zeigte mit den Händen jeweils auf die Teile, die sie erwähnte. »Die schmalen Riemen schneiden weniger in die Mundwinkel ein und das ist für eine längere Tragedauer sehr wichtig.«

Ein wohliges Raunen ging durch den Saal.

»Wenn Sie mit den Knebel fertig sind, kommen Sie bitte zu mir, ich möchte ihr Werk kontrollieren.« Sie machte eine kleine Pause. »Wenn ich ihn für gelungen befinde, dürfen Sie ihn danach tragen, wenn sie möchten. Das ist aber freiwillig. Achten Sie doch bitte darauf, dass Sie Ihren Knebel zu Beginn nicht länger als dreißig Minuten tragen. Ihr Kiefer muss sich erst an die neue Haltung gewöhnen.« Sie blickte auf Juliane und die Mädchen aus Andreas Team.

»Und auch die jetzt schon etwas erfahrenen Bondagetten möchte ich daran erinnern, dass sie nach spätestens zwei Stunden ihre Kiefermuskulatur entlasten sollten.«

Das leichte Raunen im Saal ermutigte Frau von Taubach, eine Warnung hinterher zu schieben. »Ihre Gesundheit sollte stets die oberste Priorität haben. Deswegen möchte ich Sie eindringlich bitten, stets auf ihren Körper zu hören und sich bei Schmerzen sofort bemerkbar zu machen, damit wir für Abhilfe sorgen können.« Sie bemühte sich, ihre Stimme besonders eindringlich klingen zu lassen. »Falscher Ehrgeiz ist an dieser Stelle mehr als gefährlich.«

Sie legte den einfachen Knebel auf den Tisch und ergriff eine Art Netz aus Lederriemen mit ebenfalls einem roten Ball. »Des weiteren möchte ich, dass Sie sich auch ein Kopfgeschirr mit einem Ballknebel anfertigen. Diese sind aufwendiger gearbeitet und sie werden dafür sicher auch etwas länger brauchen. Dafür ist das Tragegefühl wesentlich besser und der Ball wird besser im Mund festgehalten.«

Sie ging zu dem Tisch in der Mitte und griff unter die Tischplatte, um ein etwas vergrößertes Kopfmodell hervor zu holen. Deutlich waren neben den stilisierten Haaren die schwarzen Riemen zu erkennen.

»An diesem Modell können Sie sich orientieren.« Sie hielt es mit einer Hand in die Höhe und zeigte mit der anderen Hand auf die Teile, die sie jeweils beschrieb.

»Die Basis ist wieder der einfach Knebel, doch diesmal werden weitere Riemen angebracht. Der sogenannte Y-Riemen verläuft von den beiden seitlichen Ringen zu einem Ring oberhalb der Nase, von dort wird er als ein Riemen bis zur Kopfmitte geführt. Dort teilt sich der Riemen wieder und führt links und rechts zum Hauptriemen zurück.« Mit der freien Hand zeigte sie auf die jeweiligen Riemen.

»An den beiden Wangenringen sind noch ein weiteres Riemenpaar angebracht, die unter dem Kinn geschlossen werden und bewirken, dass Sie den Mund nicht weiter öffnen können.«

Sie machte eine kleine Pause, um ihre Worte wirken zu lassen. »Die meisten Bondagetten lieben es, wenn die Riemen besonders eng angezogen sind, weil sie dann den Knebel um den ganzen Kopf herum spüren können.«

Sie stellte das Modell auf den Tisch und nahm wieder ihre Mappe zur Hand. »Wir rechnen mit 20 Minuten für den einfachen Knebel und zirka einer Stunde für das Kopfgeschirr, so dass für Sie noch genügend Reserve übrig bleiben dürften.«

Nach einem weiteren Blick auf den Plan fügte sie hinzu: »Wer früh fertig ist, darf sich wenn es gewünscht ist, noch einen Wunschknebel anfertigen.«

Wieder ging ein Raunen durch den Raum.

»Ich möchte aber noch einmal deutlich darauf hinweisen, dass die beiden Pflichtknebel ein wichtiger Bestandteil der ersten Freitagsprüfung sein werden und ich möchte Ihnen raten, deswegen mit der notwendigen Sorgfalt zu arbeiten.«

Mit der Mappe in der Hand ging die Direktorin zu der Stellwand in der Nähe der Tür und zeigte auf eine große Tabelle, die dort angebracht war. »Hier sind die Pläne ausgehängt, wann Sie ihren Termin bei der Orthopädin und bei den Schneiderinnen haben.« Sie wies auf die große Uhr, die auf dem Tisch daneben aufgestellt war. »Wir haben zunächst einmal eine Stunde für die Schneiderinnen eingeplant sowie zwanzig Minuten für die orthopädische Untersuchung.«

Sie drückte auf einen Knopf auf der Uhr und ein recht durchdringender kurzer Ton breitete sich durch den Raum aus. »Alle zwanzig Minuten wird ein Gong ertönen und sie so an ihre Termine erinnern. In der Zwischenzeit werden Sie sich mit dem Anfertigen ihrer Knebel befassen.«

Sie ging zu dem Tisch, auf dem die vielen kleinen Kugeln lagen. »An der ersten Station werden Sie die für Sie optimale Ballgröße ermitteln. Daniela und Elke werden Ihnen dabei helfen.«

Sie ging zum nächsten Tisch. »An der zweiten Station können Sie sich die für ihre Kopfgröße passenden Lederriemen aussuchen und auch zurecht schneiden. Andrea wird sich darum kümmern. Von ihr bekommen Sie auch die nötigen Schnallen.«

Sie ging zum dritten Tisch, auf dem zwei Maschinen aufgebaut waren. »An dieser Station wird Karin die Maschine bedienen, mit denen sie Löcher in die Riemen stanzen können.« Sie zeigte auf die zweite Maschine. »Hier können Sie die jeweiligen Nieten anbringen und ihre Knebelriemen damit robust genug zusammenfügen.«

Sie ging zu der zweiten Stellwand. »Hier haben wir noch einmal skizziert, wie sie sich die beiden Knebel anzufertigen haben. Ich empfehle Ihnen, sich hier jeweils kurz zu informieren.«

Sie ging zurück zu dem Tisch mit der Uhr. Sie warf einen kurzen Blick darauf und drehte sich dann zu den angehenden Bondagetten. »Wir beginnen um Zwanzig nach. Viel Erfolg beim Basteln.«

* * *

Frau von Taubach ging zu Karin und bat sie, ihr zu der Nietmaschine zu folgen. »Bitte entschuldigen Sie, dass wir Sie so einfach überrumpeln, aber das Bedienen der Maschine ist wirklich leicht.«

Sie steckte den Stromstecker in die Steckdose und nahm ein Stück Leder zur Hand. »Es ist eigentlich ganz einfach. Für jede Stelle, die vernietet werden soll, nehmen sie eine der Nieten, stecken sie durch das entsprechende Loch im Leder und legen sie dann hier in den Stempel. Das Leder kann hier links und rechts eingespannt werden, dann müssen sie nur noch den Stempel herauf schieben und dann diesen Kopf drücken.«

Ein gab einen dumpfes Geräusch und die Platte senkte sich wieder. Karin konnte das Lederstück entnehmen und sah, dass die beiden Lederteile fest miteinander verbunden waren.

»Für schwierige Stellen haben wir hier auch noch eine Handnietzange, aber die muss mit einiger Kraft bedient werden. Sie sollten sie nur einsetzen, wenn Sie die Teile nicht in die Maschine spannen können.«

Karin sollte eine Probenietung machen. Sie stellte fest, dass sie die Maschine problemlos bedienen konnte.

Gerade als sie sich neben die Maschine gesetzt hatte, wurden ihr schon die ersten Lederstücke zum Nieten gereicht. Sie blickte auf und war sehr erstaunt, als sie ihre Tochter vor sich stehen sah.

Karin wunderte sich ein wenig. »Warum bist Du denn so schnell?«

Kirsten schien mit dieser Frage nicht gerechnet zu haben, denn sie war auf einmal ziemlich verlegen. »Ich kenne meine Ballgröße und ich weiß auch, wie lang die Riemen sein müssen.«

Karin seufzte. Die Begeisterung ihrer Tochter in Verbindung mit der Erfahrung, die sie offensichtlich besaß, sich ihre Stimme nehmen zu lassen, war ihr mehr als unheimlich. Doch nach einem kurzen Moment hatte sie sich wieder unter Kontrolle und half ihrer Tochter, an den Lederriemen wie gewünscht die Nieten anzubringen. Dabei hatte sie das erste Mal Gelegenheit, ein wenig genauer auf die so martialisch aussehenden Metallgestelle zu schauen, welches die Scharniere des Mundverschlusses hinter ihrem Nacken miteinander verbanden.

Sie stutzte. »Wird denn das überhaupt gehen mit dem Ballknebel bei Dir?« Karins Hand zitterte sehr, als sie über das so fremdartige Metall in Kirstens Gesicht strich.

Kirsten fasste sich selbst an die betreffende Stelle im Gesicht und ihre Miene zeigte sowohl Zweifel als auch Enttäuschung.

Mittlerweile hatte sich hinter Kirsten schon eine Schlange gebildet. Auch die anderen Bondagetten wollten ihre Knebel mit den Nieten zusammen bauen und einen sowohl robusten als auch schönen Knebel bekommen.

Frau von Taubach bemerkte die Schlange und trat zu Karin. »Es gibt Startschwierigkeiten?«

Kirsten wollte nichts auf ihre Mutter kommen lassen. Ihre Stimme zitterte etwas, als sie darauf aufmerksam machte, dass sie wohl den normalen Ballknebel nicht tragen konnte wegen der Scharniere. Sie wurde etwas traurig. »Ich möchte doch alle Prüfungen bestehen.«

»Jetzt machen sie erst Mal Platz, damit die anderen auch nieten können, dann überlegen wird gemeinsam.« Sie nahm einige Lederriemen zur Hand und nahm Kirsten beiseite.

Der Gong ertönte zum ersten Mal.

Kirsten sprang auf und lief zu der Station des Orthopäden. Karin seufzte. Sie hatte immer noch Schwierigkeiten, sich an die Begeisterung ihrer Tochter für Bondage zu gewöhnen beziehungsweise sich damit abzufinden. Doch dann wandte sie sich wieder der Maschine und den höflich wartenden Mädchen zu.

Es wunderte sie überhaupt nicht, dass Tamara, als sie das zweiten Mal zum Nieten kam und schon die Anfänge des Kopfgeschirrs in den Händen hielt, ihren Knebel im Mund hatte. Dabei strahlte sie trotzdem sowohl Lust als auch Würde aus und es machte den Eindruck, als wäre es für die Prinzessin das natürlichste auf der Welt, mit so einem Ball im Mund herum zu laufen. Auch von den gelegentlich tropfenden Speichelfäden ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen.

Es war für Karin immer noch schwer, an der Verwandlung von unschuldigen Lederriemen zu recht restriktiven Knebelgeräten mit ihrer Nietmaschine so aktiv beteiligt zu sein. Auch für die Begeisterung der Mädchen, sich durch die Knebel die Stimme nehmen zu lassen, hatte sie im Moment noch wenig Verständnis.

Tamara schien Karins Gedanken lesen zu können. Sie nahm sich den Ballknebel aus dem Mund, wischte ihn kurz mit einem Taschentuch trocken und ergriff Karins Hand. »Kirsten liegt es im Blut, sie ist eine gute Bondagette. Lassen sie sie ihren Weg gehen und sie wird glücklich werden.«

Karin war verblüfft ob der einfühlsamen Worte der Prinzessin, für die sie sogar von ihrem Ballknebel getrennt hatte.

»Denken Sie nicht länger an das, was ihr angetan wurde. Es ist nicht mehr zu ändern.« Sie drückte Karins Hand. »Für Kirsten ist es jetzt wichtig, dass sie viel Liebe und Zuneigung erhält. Sie hat es doppelt schwer.«

Wieder war Karin wegen der einfühlsamen Worte der Prinzessin sehr bewegt und gerührt. Sie war dankbar für die tröstende Geste.

»Seien sie offen für die besondere Welt der Bondagetten. Hier gehen Träume in Erfüllung.«

Mit etwas Verzweiflung in der Stimme fragte Karin, was denn daran so toll sei.

Tamara schaute auf einmal sehr verträumt. »Das Fallenlassen, die Geborgenheit... Und die Liebe, es gibt einem Halt.«

Alexandra stand hinter Tamara und mit sehr viel Scherz in der Stimme schimpfte sie »Jetzt trödelt hier nicht herum, wir wollen auch noch arbeiten.«

Tamara blickte Karin aufmunternd an. »Wir unterhalten uns später weiter.«

Mit etwas Seufzen wandte sich Karin wieder der Maschine zu und half Alexandra, die Anfänge ihres Kopfgeschirrs zu vernieten.

* * *

Kirsten kam mit einem Strahlen im Gesicht zu ihrer Mutter. Karin seufzte, denn so sah ihre Tochter immer aus, wenn sie sich über etwas besonders freute. »Sie hat gesagt, ich bin sehr gelenkig und darf alles machen. Sie hat mich gelobt, ich sei wirklich sehr talentiert.«

Kirstens Stimme strahlte sehr viel Stolz aus, als sie ihrer Mutter von der Untersuchung berichtete. »Sie hat mich überall abgetastet und ich musste dann bestimmte Bewegungen machen.« Kirsten zeigte ein paar der Bewegungen.

Karin musste sich zwingen, ihre negativen Gedanken außen vor zu lassen.

»Sie hat gesagt, es gäbe gar keine Bedenken, ich dürfe den Mono auf jeden Fall tragen.« Kirsten legte kurz ihre Arme auf den Rücken und Karin konnte erstaunt beobachten, dass sich die Ellenbogen ihrer Tochter auf dem Rücken berührten. Karin war sehr beeindruckt wegen der Gelenkigkeit ihrer Tochter. Sie selbst brachte dieses Kunststück nicht fertig.

»Sie hat gesagt, ich dürfte sogar am Backprayer-Training teilnehmen.« Kirsten strahlte. »Sie meint, dass ich dieses Kunststück mit gutem Training schaffen würde.« Sie blickte ihre Mutter auf einmal bittend an. »Darf ich an dem Training teilnehmen?«

Karin wusste nicht, was ein Backprayer war. Sie wollte dies aber auch nicht zugeben, sie nahm sich vor, später einmal Andrea zu fragen. Dabei war sie sich sicher, dass sie eigentlich gar nicht wissen wollte, was es bedeutete.

Karin sah die bittenden Augen ihrer Tochter und sie wusste, dass sie es jetzt erlauben musste. Sie versuchte ein Lächeln. »Aber natürlich darfst Du, mein Schatz.«

Kirsten strahlte.

Erst später ging Karin durch den Kopf, dass Kirsten eigentlich gar nicht hätte fragen brauchen und sie ahnte, dass es ihr wohl sehr viel bedeutete, die Zustimmung ihrer Mutter für so etwas zu bekommen.

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Rainman
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Datum:25.05.14 21:41 IP: gespeichert Moderator melden


hallo cag_coll.


Schöne Fortsetzung.
Anscheinend kommt ja doch noch ein gutes Verhältnis zwischen Karin und Kerstin zustande (hmm, komisch, beide Vornamen fangen mit K an). Bin ja mal gespannt wie sich das weiterentwickelt.

und ob Karin auch gefallen an Bondage findet. Naja, mal abwarten, was du draus machst.


Mfg Rainman.
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  RE: Vinctae in Monasterio Antiquo Kapitel 4 - Der Ernst beginnt - Teil Vier Datum:26.05.14 19:33 IP: gespeichert Moderator melden


Vinctae in Monasterio Antiquo
Kapitel 4 - Der Ernst beginnt - Teil Vier
Autor: Karl Kollar

Für Kirsten mit ihrem Kieferscharnier kam ein normaler Ballknebel nicht in Frage, da bei diesem die Riemen direkt über dem Scharnier ihres Kieferverschlusses gelegen hätten. Tamara fühlte sich in gewisser Weise auch für die anderen Schülerinnen mitverantwortlich und weil sie Kirsten auch das Gefühl des Geknebeltseins vermitteln wollte, setzte sie sich mit Alexandra, Birgit und Andrea sowie Kirsten zusammen und gemeinsam tüftelten sie aus, wie es möglich war, dass Kirsten trotz der Scharniere in den Genuss einer Ballknebelung kommen konnte.

Es galt, den Haupthalteriemen, der hinter dem Kopf entlang lief, durch etwas Geeignetes zu ersetzen. Jeweils auf Höhe der Wangen wurde ein Ring eingesetzt, von dem aus ein Riemen in den Nacken verlief und einer nach oben in Richtung Stirn.

Frau von Taubach schaute sich den Vorschlag an und war mit dem Lösungsvorschlag einverstanden. Kirsten würde so zwei Kopfgeschirre bekommen.

* * *

Es kostete Karin schon viel von ihrer Kraft zuzusehen, wie Kirsten sehr eifrig zusammen mit den anderen an ihrer Speziallösung für einen Ballknebel bastelte. Immer wenn ihre Tätigkeit es erlaubte, blickte sie etwas verstohlen zu ihr hinüber und obwohl sie einsah, das Kirsten einen sehr glücklichen Eindruck machte, gab es ihr doch einen Stich ins Herz, als sie daran dachte, dass ihre Tochter ihre Erfüllung darin fand, durch allerlei Gerätschaften und Lederzeug gefesselt und eingeschränkt zu sein. Mit Erschauern dachte sie an diesen so grausamen Mundverschluss und vor allem an die Tatsache, dass diese Entscheidung nicht mehr rückgängig zu machen war.

Karins Herz klopfte lauter, als sie sah, dass Kirsten mit einigen Lederriemen in der Hand auf sie zu kam. Hinter ihr folgte ihr Frau von Taubach, die ebenfalls noch einige Teile in der Hand hielt.

»Mama, es gibt doch eine Lösung für mich.« Kirstens Augen strahlten so sehr, dass Karin ihre Sorgen und Befürchtungen etwas beiseite schon und sich über die sehr gute Stimmung ihrer Tochter freute.

Sie hielt ihrer Mutter ein Gebilde aus aus Lederriemen entgegen, welches eine T-Form hatte. »Kannst Du das hier mal zusammen nieten?«

Innerlich seufzend nahm Karin das Gebilde vorsichtig entgegen und spannte es in die Maschine ein. Während die Maschine die Riemen zu einem Stück machte, blickte Karin etwas verwundert auf das seltsame Gebilde. An allen drei Enden des ´T´-Stücks war eine Schnalle angebracht.

Sofort als sich die Maschine wieder senkte, nahm Kirsten das Teil in die Hand und hielt es sich in den Nacken. »Geht es so?« Dabei blickte sie die Direktorin fast etwas ungeduldig an. Sie steckte sich zunächst den Ball in den Mund und umschloss ihn so weit es ging mit den Lippen. Sie stöhnte dabei leise und blickte danach ihre Mutter etwas schuldbewusst an. Karin strich ihr zärtlich über das Haar.

Karin schaute interessiert zu, wie ihre Chefin versuchte, ihrer Tochter ihren im Moment innigsten Wunsch zu erfüllen. »Wenn wir im Nacken die doppelte Schnalle anbringen, dann können wir die Riemen hier unter den Bügeln durch ziehen. Und mit dem Riemen über den Kopf könnte es gehen.«

Die leuchtenden Augen ihrer Tochter waren es, die Karin sehr dabei halfen, die Begeisterung hinzunehmen und an dem Kopfgeschirr ihrer Tochter mitzuarbeiten.

Mittendrin, als Kirsten kurz einmal ohne den Ball im Mund neben ihr stand, brach es aus ihr heraus. »Oh Mama, das habe ich mir immer so sehr gewünscht, dass wir zusammen meine Fesseln basteln.«

Es kostete Karin sehr viel Kraft, ihre Tochter an zulächeln. Nur sehr langsam begann sie zu akzeptieren, dass Kirsten ihr Glück und ihre Zukunft in Bondage und Fesselungen finden wollte.

Frau von Taubach lächelte. »Das werden wir sehen.« Sie reichte ihr weitere Lederriemen. »Jetzt das hier.«

Kirsten nahm die Teile entgegen und legte sie ebenfalls in die Maschine. Nur zu deutlich hob sich der rote Ball dabei ab.

Doch erst als Frau von Taubach begann, die Riemen um Kirstens Kopf zu spannen, erkannte Karin, wie das Kopfgeschirr für Kirsten gedacht war. Von den Wangenringen verliefen zwei einfache Lederriemen nach hinten unten in den Nacken und wurden dort von den beiden Schnallen an den T-Enden erwartet. So konnten die Riemen noch unter den Stahlbügeln von Kirstens Mundverschluss hindurch gezogen werden und drückten dann nicht auf die Scharniere.

Weiterhin verliefen von den Wangenringen je ein Lederriemen nach oben auf den Kopf zu einem weiteren Ring. Von diesem Ring wiederum verlief der letzte Riemen nach unten zu der dritten Schnalle des T-Stücks.

»Auch wenn es für eine Mutter schwer zu ertragen ist«, Frau von Taubach bemühte sich, ihre Stimme möglichst einfühlsam klingen zu lassen, »Kirsten hat oft davon geträumt, dass ihre Mutter ihr die Fesseln anlegt und ihr bei ihrem neuen Leben in Fesseln helfen wird. Bitte enttäuschen sie sie jetzt nicht.«

Innerlich seufzte Karin.

* * *

Andrea ging zu Karin und bereitete sie entsprechend vor. »Kirsten möchte ihnen ihr neues Kopfgeschirr vorführen. Bitte weisen sie sie nicht zurück, sondern freuen sie sich mit ihr.«

Als Karin die leuchtenden Augen ihrer Tochter sah, die von einigen schwarzen Lederriemen eingerahmt waren, konnte sie nicht anders, als ihr liebevoll über das Haar zu streicheln und sie in den Arm zu nehmen. »Meine Kleine.«

Kirsten schluchzte leise.

* * *

So nach und nach schaffte es Karin, auch einmal einen Blick auf die anderen Mädchen zu werfen, die zu ihr kamen, um ihre Knebel vernieten zu lassen.

Am souveränsten kam Tamara daher. Sie trat so selbstbewusst auf, dass es Karin irgendwie überhaupt nicht verstand, dass dieses so starke Mädchen sich den Fesseln unterordnen wollte. Sie kannte sich sehr gut aus und half sogar den anderen Bondagetten bei Fragen zu ihrer Knebelung.

Ähnlich begeistert waren nur die drei angehenden Ponymädchen der Familie Steinmüller. Auch sie kamen oft zu der Maschine, um ihre Ledergeschirre vernieten zu lassen. Und jedes mal sahen die Gebilde furchteinflössender aus als zuvor.

Einen ganz anderen Eindruck dagegen machten Juliane und Marianne. Beiden schienen sehr bedrückt und zurückhaltend. Bei Marianne hatte Karin sogar den Eindruck, dass sie Angst hatte. Karin wusste nur nicht, wovor. Sie machte auch einen noch sehr unerfahrenen Eindruck und Karin fragte sich, ob sie wirklich für eine Bondagette geeignet war.

Ähnlich war es mit Juliane. Auch sie schien ein Neuling zu sein, doch im Gegensatz zu Marianne versuchte sie dies ein wenig zu verbergen.

Birgit und Alexandra, das so faszinierende Liebespaar, kam ebenfalls sehr oft zum Nieten und Karin war jedes mal wieder fasziniert von der Ausstrahlung der beiden Bondagetten, die sich sichtlich auf ihr zukünftiges Leben in Fesseln freuten.

Ein wenig war Karin erleichtert, denn die Mädchen ihres Teams schienen wirklich die einfachsten zu sein.

* * *

Nach einiger Zeit, alle Mädchen waren mit ihrem ersten Knebel fertig und die meisten hatten auch schon ihr Kopfgeschirr fertig, kam Frau von Taubach auf Karin zu und erinnerte sie daran, dass sie sich selbst auch einen Ballknebel anzufertigen hatte.

Karin erhob sich seufzend und ging mit sehr viel Grummeln im Bauch an die erste Station, um sich die richtige Größe für den Ball auszusuchen.

Daniela blickte sie ermutigend an und reichte ihr dann einen Ball an einer Stange. Die rote Kugel war mit 3,5 beschriftet. »Ich denke, dass könnte ihre Größe sein.«

Karin hielt den Ball etwas verunsichert vor sich und blickte zweifelnd darauf.

»Nur zu, er beißt nicht.« Daniela versuchte sie zu ermutigen.

Karin musste lachen und ließ den Ball wieder sinken. Doch dann schluckte sie noch einmal heftig und steckte sich den Ball in den Mund. Sie konnte die Lippen fast komplett um den Ball schließen.

Sie nahm den Ball wieder heraus und blickte Daniela wieder an. »War das gut?«

»Ich denke, eine Dreieinhalb steht ihnen gut.« Sie reichte Karin einen Ball in Orange. »Dies ist die Farbe der Trainerinnen. Jetzt müssen sie die Löcher bohren lassen.« Sie zeigte auf Andrea und die große Bohrmaschine, die dort aufgebaut war.

* * *

Karin hatte mit den weiteren Stationen wenig Probleme, so dass sie kurz darauf ihren ersten eigenen selbst gebauten Ballknebel in der Hand hielt. Ihre Hände zitterten ein wenig und sie blickte zweifelnd darauf. Sie sah sich vorsichtig um und wollte den Knebel gerade wegpacken, als sie spürte, wie ihr jemand den Knebel aus der Hand nahm. Sie drehte sich verblüfft um und sah, dass Tamara hinter ihr stand. Obwohl sie ihr Kopfgeschirr trug, hielt es sie nicht davon ab, Karin den Knebel vor den Mund zu halten.

Die Lehrerin war dermaßen überrumpelt, dass sie ohne weiteres Nachdenken ihren Mund öffnete und sich von der Prinzessin den Knebel anlegen ließ.

Die weiteren Nietarbeiten machte Karin mit dem Ball im Mund, und obwohl sich ihr Kiefer sofort bemerkbar machte, zwang sie sich, durchzuhalten. Irgendwie wollte sie sich vor den anderen keine Blöße geben.

Besonders schwer fiel es ihr, als Kirsten ihre Mutter mit dem Ball im Mund entdeckte. Sie grinste trotz des Balles in ihrem Mund bis über beide Ohren, als sie ihre Mutter mit dem Knebel erblickte. Sie kam auf ihre Mutter zu und strich ihr ihrerseits über das Haar. Weil sie selbst auch ihren Knebel trug, sagte sie nichts, aber kurz darauf hielten sich Mutter und Tochter fest umschlungen in den Armen.

* * *

Wieder einmal ertönte der Gong, doch diesmal dreimal hintereinander.

Frau von Taubach stand auf und bat um Ruhe. »Jetzt ist erst einmal Kaffeepause.« Sie gab den beiden Köchinnen, die an der Tür warteten, ein Zeichen. Dann drehte sie sich zu den Mädchen, die jetzt fast alle einen ihrer neuen Knebel im Mund trugen. »Ich möchte Sie bitten, sich für die Kaffeepause von ihren Knebeln zu befreien. Zum einen gäbe das eine große Sauerei und zum anderen lernen Sie das Trinken mit Knebel sowieso bald.«

Die Mädchen kamen der Bitte mehr oder weniger eifrig nach und gleich darauf setzte ein wohliges Geschnatter ein.

Karin war sehr erleichtert, ihren Knebel wieder ablegen zu dürfen. Ihr Kiefermuskeln zeigte ihr deutlich, was sie von der außergewöhnlichen Haltung hielten. Sie war erstaunt, wie schnell doch die Zeit vergangen war.

* * *

Kirsten hatte sich zwei Becher mit Kaffee geholt und ging mit schnellen Schritten zu ihrer Mutter. Sie strahlte sie an. »Jetzt hast Du auch einen Knebel.« Dann reichte sie ihr einen der beiden Becher.

Karin wusste nicht so recht, was sie antworten sollte. Streng genommen war sie mit ihren Gefühlen völlig verunsichert. Das Gefühl, so einen Ball im Mund zu haben, war nicht unbedingt negativ gewesen. Sie nahm den Kaffee entgegen und blickte ihre Tochter liebevoll an. »Ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll.«

»Oh, das muss ihnen auch nicht wirklich gefallen.« Tamara war neben sie getreten und hielt ebenfalls einen Kaffee in der Hand. »Aber sie sollten wissen, wie es sich an fühlt, damit sie besser auf uns aufpassen können.«

Karin musste lächeln. »Es ist schon ein sehr interessanter Gefühl, nicht mehr sprechen zu können.«

»Das Sprechen verhindern diese Knebel aber nicht.« Sie reichte Karin ihre Tasse und steckte sich daraufhin ihren einfachen Knebel in den Mund. Mit einer Hand hielt sie die Riemen im Nacken zusammen und grinste Karin an. »Es ist wie beim Schauspielunterricht, man muss langsam sprechen und die Lippen gut aufmachen, dann behindert der Ball fast überhaupt nicht.« Sie lachte, während sie sich den Ball wieder aus dem Mund nahm.

Karin war fasziniert und verlegen zugleich. »Da müsste ich noch viel üben.«

»Knebelsprechen ist Unterrichtsfach.« Tamara grinste hintergründig. »Wir werden das oft üben können.«

Karin dachte den Gedanken weiter. »Aber ist das nicht furchtbar demütigend?«

»Schon«, gab Tamara zu, »zumal das Sabbern noch dazu kommt.« Ihre Augen strahlten dabei. »Aber das gehört dazu.«

»Sabbern?« Karin war schon aufgefallen, dass den Mädchen gelegentlich etwas Speichel zwischen den Lippen heraus lief, aber die Zusammenhänge hatte sie nicht verstanden.

Kirsten blickte ihre Mutter fast etwas empört an. »Mit dem Ball im Mund kannst Du nicht mehr schlucken.« Sie lächelte. »Und dann läuft der Speichel aus dem Mund.«

Karin wurde rot. Jetzt verstand sie es und war etwas verlegen.

Tamara lächelte »Es gehört einfach dazu. Und so ein wenig Demütigung ist ganz erfrischend. Es steigert die Hilflosigkeit beträchtlich.«

»Wer wird hier gedemütigt?« Alexandra hatte ihre Freundin im Schlepptau und stellte sich zu ihrer Cousine.

Tamara grinste. »Wir besprechen gerade die netten Folgen der Ballknebel.«

Karin freute sich über die Gegenwart von Alexandra und Birgit. Nicht nur, dass sie ein sehr faszinierendes Paar waren, Karin schätze auch ihre Erfahrung sehr.

Alexandra strahlte ihre Cousine an. »Das mit dem Knebel selbst herstellen war eine tolle Idee von Dir.«

Tamara lächelte etwas verlegen.

Birgit gab ihrer Geliebten einen Kuss. »Ich freue mich schon auf den Doppelknebel.«

Karins Miene verriet, dass sie nichts mit diesem Begriff anfangen konnte.

Tamara legte ihr die Hand auf die Schulter. »Warten sie es nur ab. Die beiden sind sehr verliebt.« Dann lachte sie und legte einen Finger auf ihren Mund.

Karin seufzte gespielt. »Ich werde warten.«

»Auch die Kleider werden toll.« Birgit setzte das Lob fort. «Ihr habt das toll organisiert.«

»Oh, ich bin selbst ganz gespannt«, antwortete Tamara, »Wir haben nur mal kurz einen Probeentwurf gemacht. So richtig ausgetestet ist das Kleid eigentlich noch nicht.«

Birgit wollte den Einwand nicht gelten lassen. »Trotzdem klappt das mit den Schneiderinnen doch perfekt.«

* * *

Karin konnte die leuchtenden Augen ihrer Tochter nicht übersehen, als diese ihr von dem Kleid berichtete, welches jetzt für alle Bondagetten angefertigt wurde.

»Es ist an den Beinen ganz eng... Und die Arme können zwei Mal gefesselt werden. Ich freue mich schon sehr auf das Kleid und auf den Lehrgang.«

»Du wirst eine tolle Bondagette werden.« Es fiel Karin schwer, das Wort auszusprechen.

Kirsten blickte ihre Mutter verblüfft an, dann lächelte sie: »Ich wusste gar nicht, dass Du auch Bondage unterrichten kannst.«

Karin musste ebenfalls lachen. »Das wusste ich bis vor kurzem auch nicht, mein Schatz.«

Frau von Taubach hatte die letzten Worte verfolgt. »Wir mussten ein wenig improvisieren.« Sie legte Karin die Hand auf die Schulter. »Ich bin zuversichtlich, dass sie alles Nötige schnell lernen werden.«

Karin blickte ihre Tochter mit ein paar Tränen in den Augen an. »Es ist schön, dass Du wieder da bist.« Mehr sagte sie nicht, stattdessen nahm sie ihre Tochter in ihre Arme. Sie freute sich, dass es ihrer Tochter gut ging und dass sie den Ärger der Klinik anscheinend so gut verdrängt hatte. Trotzdem ballte sie als Mutter innerlich die Fäuste, wenn sie daran dachte, was diese Frau ihrer Tochter so nachhaltig angetan hatte.

* * *

Frau von Taubach klopfte an ihre Tasse und bat um Ruhe. »Mit ihren Pflichtknebeln sollten sie jetzt so weit fertig sein.«

Zustimmendes Gemurmel war die Antwort.

»Wer möchte, darf sich jetzt einen Wunschknebel bauen.« Sie wies auf die noch vorhandenen Materialien. »Lassen Sie ihrer Phantasie freien Lauf.«

Die Mädchen stürzten sich fast auf die verbliebenen Bälle und begannen zu arbeiten. Sofort war wieder Ruhe eingekehrt.

* * *

Frau von Taubach stand auf einmal neben Karin. »Haben sie ihre Juliane gesehen?«

Karin blickte sich erschreckt um. Eigentlich hatte sie sie ebenfalls beim Knebelbasteln vermutet. Doch von Juliane war nichts zu sehen. »Nein, ich weiß nicht, wo sie ist.« Ein wenig trat bei Karin etwas schlechtes Gewissen hervor, denn schließlich war Juliane ihrem Team und ihrer Fürsorge zugeordnet.

»Bleiben sie hier und passen Sie auf die Mädchen auf, wir werden sie suchen.«

Nach kurzer Zeit kam Daniela zurück und ging zielstrebig auf Karin zu. »Wir haben sie gefunden. Aber sie weigert sich, wieder zurück zu kommen. Sie möchte mit ihnen reden.«

»Seltsam, ich kenne sie doch überhaupt nicht.« Karin war verwundert.«Wo ist sie denn?«

»Wir haben sie in der Bibliothek gefunden. Sie saß dort in einer Ecke und hat geweint. Die Chefin ist bei ihr, doch sie sagt, sie möchte nur mit Ihnen reden.«

Auf dem Weg zur Bibliothek erinnerte sich Karin, dass Juliane nach ihrem Termin beim Orthopäden einen sehr bedrückten Eindruck gemacht hatte. Doch zu dem Zeitpunkt war Karin zu sehr mit der Nietmaschine und den wartenden Mädchen beschäftigt, als dass sie ihr hätte Aufmerksamkeit schenken können. Immerhin hatte Juliane wie verlangt ihre beiden Knebel angefertigt.

* * *

Juliane hatte immer noch ihren Knebel im Mund, als Karin in der Bibliothek an kam. Die Chefin stand etwas hilflos, aber sichtlich betroffen neben ihr.

Karin hatte für den Knebel jetzt überhaupt kein Verständnis. Als erstes öffnete sie Juliane die Schnalle und nahm ihr den Ball aus dem Mund. »Was ist denn los, Juliane? Warum sind sie weggelaufen?«

Juliane schluchzte wieder und blickte Karin mit verweinten Augen an. »Es ist alles aus«, kam unter Tränen aus ihr heraus.

Frau von Taubach nutzte den Moment und verließ die Bibliothek. An der Tür drehte sie sich noch einmal kurz zu Karin um, doch sie sagte nichts.

»Ich darf den Monohandschuh nicht tragen«, Juliane schluchzte ein wenig zwischen ihren Worten, »und damit ist meine Arbeit geplatzt.«

Karin ahnte so langsam, warum Juliane so einen bedrückten Eindruck gemacht hatte. »Die Orthopädin erlaubt es nicht?«

»Ich habe eine Sportverletzung, die noch nicht richtig auskuriert ist und deswegen wäre der Handschuh für mich eine zu große Belastung.«

»Aber deswegen können Sie doch an dem Lehrgang teilnehmen.« Karin verstand noch nicht, was Juliane so traurig machte.

»Aber meine Arbeit ist damit gefährdet.« Juliane schluchzte wieder. »Ich habe nicht mal einen Tag durchgehalten.«

»Was ist das für eine Arbeit?« Karin ahnte, dass sie hier nicht locker lassen durfte.

»Meine ...«, wieder schluchzte sie, »meine Diplomarbeit.«

Karin war sprachlos.

»Mein Professor hat mich hier eingeschleust, damit ich eine wissenschaftliche Arbeit über BDSM und Bondage schreiben kann und das haben wir zum Thema meiner Diplomarbeit gemacht.« Sie heulte wieder. »Ich bin gar nicht so veranlagt.«

Karin nahm Juliane in den Arm und streichelte sie.

»Ich habe mich so gut vorbereitet und alles wichtige gelesen, doch ich habe nicht mal einen Tag durchgehalten.«

»Wer weiß denn alles von der Arbeit?« Karin versuchte sich mit der neuen Situation zu arrangieren.

»Nur mein Professor und Frau von Taubach.«

Ein Räuspern war von der Tür zu hören. »Und ich.« Tamara stand dort und nahm sich gerade das Kopfgeschirr ab. Sie kam zu Juliane und kniete sich neben sie. »Wir wollen dir helfen, dass du dein Ziel trotzdem erreichst. Was hat dich denn schon so früh aus der Bahn geworfen?« Tamaras Worte zeigten, dass sie sehr gut über die anderen Teilnehmerinnen des Lehrgangs informiert war.

»Die Ärztin sagt«, Juliane schluchzte, »ich darf den Monohandschuh nicht tragen wegen meiner Sportverletzung.«

Tamara war verwundert. »Das ist alles?«

Juliane schluchzte wieder. »Es wird alles herauskommen. Das ich mich gar nicht auskenne... Und es bis jetzt auch nicht kannte.«

Tamara streichelte ihr über das Gesicht. »Aber das wissen wir doch alles.«

Juliane sah sie verblüfft an.

»Und was den Handschuh betrifft, das werden wir auch hin bekommen.«

Sie stand auf und ihre funkelnden Augen zeigten, dass sie einen Plan hatte. Sie drehte sich zu Karin und bat sie, bei Juliane zu bleiben. »Ich bin sofort wieder da.«

Karin kam der Bitte nach und hielt die immer noch schluchzende Juliane weiter im Arm. Sie hoffte, dass sie tröstende Worte finden würde. »Juliane, ich bin auch sehr unerfahren, ich wurde auch ins kalte Wasser geworfen.«

Julianes Schluchzen wurde etwas weniger. Karin streichelte sie leicht weiter.

* * *

Eilige Schritte waren zu hören. Tamara betrat den Raum und hinter ihr folgte ihr die Orthopädin den Raum. Karin sah, dass Tamara einen seltsamen Beutel in der Hand trug. Sie ging direkt auf Karin zu und beugte sich zu ihr herunter. »Darf ich sie um einen großen Gefallen bitten? Ich möchte der Ärztin gern meine Idee präsentieren.«

»Gern«, Karin war einverstanden, »was muss ich denn tun?«

»Legen Sie bitte die Arme auf den Rücken, die Unterarme parallel zu einander.« Sie zeigte Karin, wie sie ihre Arme legen sollte.

Karin kam der Bitte nach und gleich darauf spürte sie, wie die Prinzessin etwas über ihre Arme streifte. Im ersten Moment war sie etwas erschrocken, denn sie stellte fest, dass sie ihre Arme nur noch wenig bewegen konnte.

Doch das war Tamara in diesem Moment egal. Sie hatte sich zur Ärztin gedreht und blickte diese ernst an. »Dies wäre die Haltung, von der ich sprach. Wäre das in Ordnung?«

Die Ärztin stellte sich direkt neben Tamara und betastete nach Rückfrage Karins Arme. »Ja, das wäre kein Problem. Hierbei tritt keine Belastung der Schulter auf.«

Karin war in diesem Moment sehr verwirrt. Die plötzliche Hilflosigkeit in dieser seltsamen Tasche irritierte sie sehr, zumal sie diese Seite eigentlich überhaupt nicht kennen lernen wollte.

Tamara strahlte. Sie nahm den Beutel wieder von Karins Armen ab und trat auf Juliane zu. »Ich habe eine Lösung für Dich.« Sie reichte ihr die Hand und bat sie aufzustehen. »Du hast zugesehen?«

Mit noch etwas verweinten Augen nickte Juliane und legte ihre Arme so wie sie es gesehen hatte auf den Rücken. Zur Überraschung von Karin und Juliane holte Tamara zunächst zwei Lederriemen aus der Tasche und band ihr jeweils das Handgelenk an den jeweils anderen Unterarm. Erst dann schob sie die Armtasche über die Arme und diesmal legte sie ihr auch die Riemen an, die ein Herunterrutschen der Tasche verhinderten. »Die Riemen kreuzen sich auch über der Brust, so dass es fast genauso aussieht wie ein echter Mono.« Tamaras Stimme zeigte eine gewisse Faszination.

Karin hatte sich mittlerweile wieder gefasst. Sie nahm ein Taschentuch zur Hand und wischte um Juliane die Augen.

Tamara war mit dem Anlegen der Riemen fertig, sie ging einmal um Juliane herum und begutachtete sie. »Sieht doch gut aus, oder?«

Juliane bemerkte erst jetzt, dass sie ihre Arme nicht mehr bewegen konnte. Sie wusste in dem Moment überhaupt nicht, wie ihr geschah.

Tamara sah den Ballknebel, der um Julianes Hals baumelte. Sie grinste, dann löste sie die Schnalle und hielt die Kugel vor Julianes Mund.

Juliane öffnete ihren Mund gehorsam und erst als Tamara die Schnalle geschlossen hatte, fiel ihr auf, dass sie nun auf einmal sehr hilflos war und weder ihre Arme noch ihre Stimme benutzen konnte.

Tamara stellte sich vor Juliane und blickte abwechselnd sie und Karin an. »Von einer Diplomarbeit haben wir nichts gehört, okay?« Die Prinzessin machte in diesem Moment einen sehr dominierenden Eindruck. »Du hattest einen Schwächeanfall, aber jetzt ist alles wieder gut, verstanden?«

Juliane nickte verwirrt. Sie hatte noch nicht verarbeitet, was gerade mit ihr passiert war.

Karin war sehr verwundert über Tamaras sehr dominanten Auftritt.

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