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  Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung)
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mpwh66
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:17.11.17 07:12 IP: gespeichert Moderator melden


Moin
Das ist ja eine tolle Steigerung ich bin sehr darauf gespannt um welche Sache es nun genau geht auf die Sie vorbereitet werden soll,
Eine klasse Geschichte danke
Gruss mpwh66
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Moira
Sklavenhalterin

im wilden Südwesten


♥ slave to love ♥

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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:17.11.17 09:45 IP: gespeichert Moderator melden


... ganz insgeheim dachte ich schon dran, ob es wohl im Hause Hegel einen engelsweißen oder auch gläsernen Sarg oder eine entsprechende Standvitrine zum in völlig unbeweglichem Zustand "Ausgestelltwerden" gibt, aber dann fielen mir glücklicherweise die Engelsflügel ein, die ja dort in angelegtem Zustand aufgrund der Schwingenspannweite wohl gar nicht reinpassen würden ^^
FRAU und männchen verlassen gemeinsam das Haus. Sie: "Hast Du alles?" er - nimmt IHRE Hand - und sagt leise: "Jetzt - JA!"
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gag_coll
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  RE: Der Mantel der Studentin - Kapitel 4 - Schwestern - Teil Vier von Sieben Datum:21.11.17 05:02 IP: gespeichert Moderator melden


Der Mantel der Studentin
Kapitel 4 - Schwestern - Teil Vier von Sieben
Autor: Karl Kollar

»Haben sie zu den Perlen noch Fragen?« Herr Hegel legte sein Besteck auf den Teller und lehnte sich zurück. »Mit dem Netz sind sie ja sehr gut zurecht gekommen.«

»Ja, schon.« Julia war mittlerweile in der Lage, selbst auch über ihren Fauxpas zu lachen. »Ich hatte es einfach vergessen. Es hat mich überhaupt nicht gestört, im Gegenteil, die vielen Riemen haben mir irgendwie Geborgenheit vermittelt.« Insgeheim fragte sie sich, wer ihr gerade diese Sätze in den Mund gelegt hatte, denn immerhin saß sie mit ihrem Professor am Mittagstisch. »Doch eine Frage hätte ich noch.«

»Fragen sie ruhig.« Frau Hegel war an Julias Stimmung ebenfalls sehr interessiert. Gemeinsam wollten sie Julia das Gefühl vermitteln, dass sie auf dem richtigen Weg war und dass sie sie eher ermutigen als tadeln wollten.

»Da waren ja auch Netze dabei, bei denen vor der Perle noch so eine Platte ist. Was sind das für...« Ihr fiel kein Oberbegriff für diese Netze ein.

Frau Hegel räusperte sich, um ein wenig Zeit zu gewinnen und sich an die bereitgelegte Antwort zu erinnern. »Die Perlenplatte erlaubt es ihnen, den Mund um die Perle weiter zu schließen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn sie die Perle mal etwas länger tragen sollten.«

Julia stand der Mund auf. Zu einer Antwort war sie nicht fähig.

»Die Kiefermuskeln ermüden dann nicht so schnell«, fügte ihr Professor hinzu.

»Ja, das ist einzusehen.« Julia fragte sich immer mehr, welche außergewöhnliche Zukunft wohl auf sie warten würde. »Es gab auch ein Netz, bei dem die Platte durchsichtig war.« Sie senkte am Ende des Satzes ihre Stimme, obwohl sie es eigentlich als Frage meinte.

»Damit kann jeder sehen, dass nicht geschummelt wird.« Herr Hegel lächelte.

»Wie meinen sie das, schummeln?« Julia erkannte die Zusammenhänge noch nicht.

»Sie tragen zwar das Netz mit der Platte, aber dahinter ist keine Perle.« Frau Hegel sprach ein wenig leiser.

»Ja, jetzt ergibt es einen Sinn.« Die Frage, ob denn so geschummelt wurde, ersparte sich Julia, denn in ihrem Unterbewusst sein war ihr klar, dass sie jetzt über die konkrete Zukunft noch nichts wissen wollte.

»Wir möchten einen Ausflug mit ihnen machen und wollten sie fragen, ob sie damit einverstanden wären?« Herr Hegel blickte kurz auf die Uhr.

»Wir möchten, dass sie uns ihren elterlichen Hof zeigen«, ergänzte seine Frau.

»Nein, nie.« Julia wurde auf einmal bleich, und ihre Angst wurde deutlich sichtbar.

»Wir müssen aber wissen, wo wir sie finden können, falls sie mit ihrer Befürchtung recht haben und ihre Brüder sie entführen.« Herr Hegel klang in diesem Moment ehrlich besorgt.

»Ja, sie haben Recht, das wäre wichtig.« Julia wurde abrupt in die Realität gezogen. »Aber was ist, wenn sie mich sehen?«

»Wir haben da etwas vorbereitet.« Sie drehte sich zu Frauke, die schon an der Küchentür wartete. »Bitte bringen sie uns, was wir vorbereitet haben.«

Auf dem Tablett, welches Frauke gleich darauf in das Esszimmer trug, sah Julia eine blonde Perücke und eine Sonnenbrille.

Auf ein weiteres Zeichen von Frau Hegel nahm Frauke die Perücke in die Hand und setzte sie Julia auf, dann reichte sie ihr noch die Sonnenbrille.

»Bringen sie bitte einen Spiegel.« Herr Hegel hatte der Verwandlung ebenfalls sehr interessiert zugesehen.

Frauke hatte sich den Spiegel offenbar schon zurecht gelegt, denn kaum, dass Julia sich die Sonnenbrille aufgesetzt hatte, konnte sie sich auch schon im Spiegel betrachten. »Wir steigen aber nicht aus, oder?«

»Das heißt, sie sagen 'ja'?« Herr Hegel schien erleichtert. Er wandte sich an die Dienerin. »Machen sie bitte alles bereit, und sie werden uns begleiten.«

Frauke blickte den Professor ungläubig an.

»Oder möchten sie lieber hier bleiben?« Herr Hegel bemühte sich um einen neutralen Tonfall.

»Oh nein, ich freue mich sehr.« Frauke machte einen fast übertriebenen Knicks. Eine gewisse Nervosität war bei ihr zu erkennen.

»So sollten sie am besten auch zur Universität fahren.« Selbst Herr Hegel hatte im ersten Moment sogar Probleme, seine Lieblingsstudentin wiederzuerkennen.

»Warum denn das?« Julia blickte auf, und ihre Miene zeigte, dass sie die Zusammenhänge noch nicht erkannt hatte.

»Meinen sie nicht, dass ihre Brüder einfach die Universität beobachten und ihnen dann folgen könnten?« Frau Hegel äußerte ihre Bedenken.

»Sie haben Recht, das würde ich ihnen wirklich zutrauen.« Julia seufzte. »Aber was soll ich denn meinen Freunden sagen?«

»Entschuldigen sie bitte, aber haben sie denn welche?« Herr Hegel stand auf. »Ich kenne sie schon lange, und meistens sehe ich sie allein.«

Julia ging verschämt in sich. Ihre einzige Freundin hatte sie quasi aus der Wohnung geworfen, und seitdem hatte es keinen Kontakt mehr gegeben. Trotzdem war Julia noch nicht überzeugt. »Wie soll das gehen? In der Uni kennen mich viele.«

»Wie wäre es, wenn die blonde Frau gleich nach der Ankunft in der Toilette verschwindet?« Frau Hegel hatte sich ebenfalls gegen mögliche Argumente gewappnet. »Und sie kommen wieder heraus.«

»Wird das keine Fragen geben?« Julias Tonfall zeigte, dass sie schon fast überzeugt war.

»Wer sollte denn fragen?« Der Professor war nebenbei recht interessiert daran, ein wenig mehr über Julias sonstigen Bekanntenkreis zu erfahren. »Außerdem kenne ich ihre Mitstudenten. Die wenigsten würden sie überhaupt vermissen, habe ich nicht recht?«

Julia wurde rot und blickte verlegen aus dem Fenster. »Ich glaube, sie haben Recht. Die meisten sind nur neidisch.« Sie hatte es schon oft gehört, dass die anderen sie bewunderten, weil ihr alles so leicht fiel.

»Und sie möchten sich vielleicht auch noch umziehen?« Er blickte zu seiner Studentin. »Nur für alle Fälle.«

Julia blickte an sich herunter und wurde wieder ein wenig rot. »Ja, natürlich.« Sie hatte schon ganz verdrängt, dass sie noch die Lacksachen trug.

»Dann machen sie sich bitte bereit, wir fahren gegen zwei Uhr los.« Frau Hegel drehte sich zu Frauke um und bat sie, ihr zu folgen.

* * *

»Wir hatten gestern über den Gürtel gesprochen, und ich hatte ihre ausweichende Antwort bemerkt.« Obwohl die Küchentür geschlossen war, sprach Frau Hegel leise mit Frauke.

Frauke verzog das Gesicht. »Ich schäme mich wegen meines Zustandes.« Gegenüber Herrn Hegel hätte sie so eine Äußerung allerdings nicht gewagt.

»Ich möchte, dass sie jetzt Julia ihre Unterwäsche zeigen.« Frau Hegel sprach leise, aber trotzdem in einem sehr resoluten Tonfall. »Im Moment ist sie sehr aufgeschlossen, und das müssen wir ausnutzen.«

Frauke seufzte tief. Sie hätte jetzt gern von sich aus um ein paar Pluspunkte gebeten, doch sie wusste, dass das verboten war.

»Sie bekommen zehn Pluspunkte, wenn sie es machen, und noch einmal zwanzig, wenn Julia dann immer noch mit dem Gürtel einverstanden ist.«

Frauke seufzte wieder. Dreißig Punkte, das war ein ganzer Monat, den sie dann früher frei wäre. Es störte sie sehr, dass sie auf diese Weise so einfach erpressbar war.

Andererseits reizte es sie, ein anderes Mädchen in den gleichen Status wie sie zu bringen. Ein wenig kam ihre lange unterdrückte sadistische Seite wieder durch. Schließlich rang sie sich zu einem 'Ich mache es' durch.

* * *

Als Frauke das Zimmer der Studentin betrat, war sie zunächst entsetzt, denn Julia hatte die Möbel umgestellt, so dass ihr kamerafreier Weg jetzt verstellt war. Zuerst wollte sie schimpfen, doch im letzten Moment sagte ihr ihre Vernunft, dass zum einen Julia ihre Möbel so hinstellen konnte wie sie wollte, und zum anderen, dass sie sich verraten würde, wenn sie sich jetzt beschwerte. Trotzdem wollte sie es zumindest 'bemerken'. »Du hast die Möbel umgestellt?«

»Ja!« Julia strahlte sie an. »Es ist dir aufgefallen?« Sie saß auf dem Bett und hatte sich gerade den Rock ausgezogen, jetzt stand sie wieder auf. »Dann kannst du zur Straßenbahn sehen, während wir uns unterhalten.«

Frauke war von dieser Geste so sehr berührt, dass sie ihren Ärger vergaß. Sie drehte sich zu Julia und begann, ihr Kleid aufzuknöpfen. »Frau Hegel möchte, dass ich dir etwas zeige. Setz dich bitte.«

Julia kam der Aufforderung nach und blickte verwundert auf die Dienerin, die ihr hoffnungslos altmodisches Dienstbotenkleid einfach vor sich auf den Boden fallen ließ. Unbewusst folgte Julia dem Kleid mit ihrem Blick, und als es am Boden lag, hob sie ihren Kopf langsam wieder.

»Was ist denn das?« fragte sie mit leiser Stimme, als sie entdeckte, dass Frauke unter dem Kleid nichts mehr weiter trug als eine Art Bikini aus Metall. Dass es ein Keuschheitsensemble war, wollte sie in diesem Moment noch nicht glauben, und sie hatte ihr bisheriges Wissen darüber einfach verdrängt.

»Das ist der Gürtel, den Carolin haben wollte.« Es faszinierte Frauke, Julia zu demselben Keuschheitsgeschirr zu überreden, dem sie selbst unterworfen war. Dabei war es nicht einmal Schadenfreude, sie fand einfach den Gedanken sehr reizvoll, Julias unschuldigen Körper ebenfalls so hinter Stahl verpackt zu wissen und vor allem dabei mithelfen zu dürfen.

Außerdem freute sie sich auch darauf, endlich eine Leidensgenossin zu haben. Es machte es etwas leichter, wenn jemand anderes das gleiche Schicksal wie sie ertragen musste. Auch wenn sie wusste, dass Julia dann Zwangsorgasmen bekam, und ihr selbst waren sie verwehrt. Es tröstete sie ein wenig, dass jetzt auch Julia die Kontrolle darüber abgeben würde, selbst wenn sie dies noch gar nicht wusste.

Frauke wusste schon gar nicht mehr, wie sich so ein Orgasmus anfühlte, so lange war es schon her, dass sie zuletzt einmal kommen durfte. Und dennoch fühlte sie keine Rache, als sie jetzt mithalf, Julia in einen ähnlichen Zustand zu versetzen.

Julia war immer noch dabei, ihren Schrecken zu verarbeiten. Natürlich wusste sie von alten historischen Keuschheitsgürteln. Sie hatte jedoch nicht erwartet, dass es so etwas heute noch gab, und erst recht nicht, dass sie selbst jetzt ihre Zustimmung dazu geben sollte, selbst einen zu tragen.

Doch sie fühlte sich besonders Carolin verpflichtet, die sich in dem Tagebuch so sehr auf ihren Gürtel gefreut hatte und den sie offenbar nicht mehr erleben durfte. 'Carolin, ich werde dich würdig vertreten', dachte sie bei sich, dann blickte sie Frauke ins Gesicht. »Eigentlich sieht es aus wie ein Bikini.«

»Aber es hat eine viel schlimmere Wirkung.« Frauke hatte kurzfristig ihre Meinung geändert, denn sie empfand schon jetzt auch ein wenig Mitleid mit Julia und ihrem unschuldigen Körper, der sich bald 'teuflischen Torturen' ausgesetzt sehen würde, wenn es bei Hegels vereinbarten Zielen blieb.

Im Gegensatz zu ihr selbst würde der Keuschheitsgürtel bei Julia nur den Zweck haben, ihr die Selbstbestimmung über ihr Intimleben zu nehmen, und daran sollte sie langsam gewöhnt werden. Im allerbesten Fall würde sie sogar daran Gefallen finden, wenn sie auf einmal mitten in der Fußgängerzone zu einem Orgasmus gezwungen werden würde - etwas, dass Frauke auch jetzt noch mehr als verabscheute.

Sie selbst war auch in der Situation gewesen, doch bei ihr hatte es einmal nicht klappen wollen. Zu sehr war sie schon von ihrer Vergangenheit geprägt gewesen, als dass sie in der Lage gewesen wäre, sich den Vibratoren einfach hingeben zukönnen. Erst am Abend im Bett schaffte sie es, sich den Reizen zu öffnen, weil sie sich hier in einer geschützten Umgebung befand.

Sie setzte sich neben Julia und ermutigte sie, ihr Ensemble ruhig einmal anzufassen.

Doch noch hielt Julia ihre Hände still. »Und der BH?« Sie sprach etwas leiser. »Wofür ist der?«

Frauke lächelte trotz der Anspannung. »Muss ich dir das wirklich erklären?« Doch die Studentin blickte so verwundert, dass Frauke weiter sprach. »Hast du das noch nie gespürt? Wenn er sie zärtlich zwischen die Finger nimmt?«

»Nein, noch nie.« Sie wollte nicht zugeben, dass es 'ihn' in dieser Form noch nicht gegeben hatte. Die wenigen Jungs, mit denen sie bisher zusammen war - sie weigerte sich, sie Männer zu nennen - waren nur an sich selbst interessiert gewesen.

Frauke beugte sie zu ihr hinüber und knöpfte ihr langsam die Bluse auf. »Warum trägst du keinen BH?«

»Ich wollte es direkt spüren.« Julia hatte Schwierigkeiten zu antworten.

»Siehst du, sie sind empfindlich.« Fraukes Hand näherte sich langsam Julias Brust, und als die Studentin nicht zurückwich, machte Frauke weiter.

Die erste Berührung ließ Julia zusammenzucken. Sie biss sich auf die Lippen, um nicht aufstöhnen zu müssen.

»Du willst mir aber nicht erzählen, dass du dich selbst dort nicht berührst?« Frauke hatte mittlerweile ihren eigenen Zustand ganz vergessen.

Julia errötete noch mehr. Ohne dass sie es steuern konnte, öffneten sich ihre Lippen ein wenig. Es störte sie etwas, dass sie sich in diesem Moment als so unerfahren zeigte, denn das war sie bei weitem nicht. Doch sie mochte sich jetzt auch nicht auf eine Diskussion darüber einlassen.

Frauke wurde mutiger. Sie nahm eine Brustwarze zwischen ihre Finger und begann leicht zu reiben.

Julia schloss die Augen und stöhnte leicht auf.

»Merkst du, wie leicht du dort erregbar bist?« Frauke sprach langsam weiter. Sie genoss den Moment, denn sie wusste, dass sie gleich abbrechen würde. »Davor soll der BH dich schützen.« Sie ließ Julias Brust wieder los und ergriff stattdessen ihre Hand und führte diese auf ihre eigene Brust. »Siehst du, ich spüre davon nichts.«

Julia machte die Augen wieder auf. »Und das gehört zum Gürtel dazu?« Ihre Stimme war noch sehr leise.

»Das gehört dazu.« Frauke bemühte sich, ihre Stimme wieder neutral klingen zu lassen. Sie hatte den kleinen Moment der Verführung sehr genossen, obwohl sie ansonsten in dieser Richtung ebenfalls eher unerfahren war.

»Und was sind das für Ringe um deine Oberschenkel?« Julia wollte vor allem sich selbst nicht eingestehen, dass sie eigentlich schon wusste, was ein Keuschheitsgürtel war. Allerdings war sie sowohl von der Situation als auch von diesem Zubehör mehr als überrumpelt.

»Die Ringe bewirken, dass ich meine Beine nicht mehr spreizen kann.« Ihre Hand spielte mit der Kette zwischen den Beinen. »Ich könnte sonst versuchen, mit meinen Fingern unter den Schild des Gürtels zu greifen.«

»Also eine ganz sichere Sache.« Julia blickte nachdenklich aus dem Fenster. Insgeheim wusste sie, dass die Entscheidung, die sie jetzt treffen würde, sehr schwere Konsequenzen haben würde. »Bitte sage Frau Hegel, dass ich einverstanden bin.«

Frauke hatte eigentlich erwartet, dass sie innerlich jubeln würde, doch sie hatte in erster Linie Mitleid mit Julia, die noch nicht ahnte, was wirklich alles auf sie zukommen würde.

Es klopfte, und nach dem 'Herein' trat Frau Hegel ein. Julia sah sofort, dass sie ein Maßband, einen Zettel und etwas zu schreiben in der Hand hatte.

»Ich bin einverstanden.« Julia wiederholte ihre Zustimmung.

»Langsam, langsam, mein Kind.« Frau Hegel kam zum Bett. »Ich will ihre Zustimmung erst dann, wenn sie wissen, wie es sich anfühlt.«

»Aber das Maßband? Sie wollen doch bei mir maßnehmen.« Julia warf einen Blick auf den Zettel. »Das wird doch eine Maßanfertigung, ohne dass sie wissen, ob ich zustimme? Da ist doch etwas faul.« Ihre Stimme war aufgebracht, ohne dass sie es wirklich beabsichtigt hatte.

»Das Risiko müssen wir eingehen.« Frau Hegel führte diese Diskussion bei weitem nicht zum ersten Mal. »Sie sollen sich dagegen entscheiden dürfen, auch wenn wir viel Geld dafür ausgegeben haben.«

Julia blickte noch einmal zu Frauke.

»Außerdem hätten wir das Geld für Carolin auch ausgegeben.«

»Ich komme sehr gut damit zurecht.« Frauke streichelte Julia kurz über den Kopf. Sie verschwieg dabei allerdings, dass sie auch keine Alternative hatte.

Frau Hegel hatte die sehr zärtliche Geste bemerkt und griff sie auf. »Frauke wird sich dann um sie kümmern und ihnen bei allen Aspekten helfen.«

In Gedanken sah sich Julia schon auf dem Bett liegen, Arme und Beine an die Bettpfosten gebunden, und Frauke öffnete dann ihre eiserne Rüstung. »Du wirst dann meine Schlüsselherrin?« Erst nach dem sie es ausgesprochen hatte, wurde ihre klar, dass sie so offenbarte, sich mit dem Thema Keuschheit schon einmal befasst zu haben.

Frauke hatte schon den Mund geöffnet und wollte es gerade aussprechen, als sie von Frau Hegel unauffällig einen kleinen Hieb in die Seite bekam. »Ja, Frauke wird auf sie aufpassen.« Sie lächelte. »Ich bin froh, dass sie es uns so leicht machen.«

»Außerdem ist es ja vorrangig zu deinem Schutz.« Frauke lächelte.

Julia blickte auf die Gegenstände, die Frau Hegel immer noch in ihren Händen hielt. »Also bitte, messen sie mich aus.« Ohne dass sie dazu aufgefordert wurde, zog sie auch noch ihre Bluse aus. Zu ihrer eigenen Überraschung hatte sie überhaupt kein Problem damit, sich vor der Frau ihres Professors zu entblößen.

»Dann wollen wir mal.« Frau Hegel reichte Frauke Stift und Zettel, dann rollte sie das Maßband auseinander. »Bitte stehen sie auf.«


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mpwh66
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:21.11.17 07:19 IP: gespeichert Moderator melden


Moin
Der eigenen neugierde folgen
Danke immer weiter bitte
Gruss mpwh66
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:21.11.17 07:33 IP: gespeichert Moderator melden


Wie immer Klasse geschrieben. Danke dafür.
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gag_coll
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  RE: Der Mantel der Studentin - Kapitel 4 - Schwestern - Teil Fünf von Sieben Datum:24.11.17 06:02 IP: gespeichert Moderator melden


Der Mantel der Studentin
Kapitel 4 - Schwestern - Teil Fünf von Sieben
Autor: Karl Kollar

»Die Perücke macht eine ganz andere Person aus dir.« Frauke saß hinten im Auto neben Julia und blickte sie verwundert an.

»Das hoffe ich.« Ihrer Stimme war anzuhören, dass Julia sich bei weitem noch nicht sicher war, ob sie nicht doch erkannt werden würde. »Jetzt bitte links.« Sie waren mittlerweile in ihrem Heimatdorf angekommen, und sie gab ihrem Professor die Anweisungen, wie er zu fahren hatte.

Wieder blickte sie kurz heimlich zu Frauke, weil sie über sie verwundert war. Die ganze Zeit, während sie auf der Autobahn waren, hatte die Dienerin immer wieder schnell ihre Tränen weggewischt.

Die Studentin hatte es die ganze Zeit beobachtet, doch sie konnte sich zunächst keinen Reim darauf machen. Erst als Frauke sich aktiv für den schönen Ausflug bedankte und dabei extra erwähnte, dass sie so etwas zum ersten Mal erleben durfte, begann sie zu verstehen, was im Kopf der Dienerin vorzugehen schien.

Sehr gern hätte Julia die Hintergründe zu Frauke erfahren, doch sie war sich mittlerweile sicher, dass etwas Trauriges und vielleicht sogar Schmerzhaftes zu Tage treten würde, wenn sie in dieser Richtung weiter bohren würde. Deswegen verzichtete sie darauf, von sich aus nachzuhaken.


»Hier ist es.« Julia blickte vorsichtig durch das Seitenfenster auf den elterlichen Hof. »Dort auf der rechten Seite.«

Der Wagen blieb am Straßenrand zwischen zwei großen Bauernhöfen stehen. Herr Hegel stellte den Motor ab und schnallte sich ab.

Frau Hegel drehte sich nach hinten um. »Wir gehen ein paar Schritte, und sie kommen mit.« Sie sagte es in einem Ton, den Julia bisher noch nie von ihrer Vermieterin gehört hatte und dem sie einfach nicht zu widersprechen wagte.

Als sie die Tür öffnete, zitterte sie am ganzen Körper, und gleich nach dem Aussteigen blickte sie sich ängstlich um.

»Sie brauchen keine Angst zu haben, es wird sie keiner erkennen.« Herr Hegel blickte sich ebenfalls um. »Es scheint keiner da zu sein?«

»Um diese Zeit sind sie bestimmt alle auf den Feldern.« Julia war ein wenig erleichtert, weil sie auch keinen sonstigen Bekannten erblickte. Sie ärgerte sich, weil sie mitgefahren war, doch sie hatte es nicht gewagt, ihren Vermietern zu widersprechen.

Frau Hegel schien die Unsicherheit ebenfalls zu spüren. »Es wird sie wirklich keiner erkennen. Schauen sie sich doch einmal an.«

Julia blickte an sich herunter und musste unwillkürlich lachen. Sie sah wirklich aus wie das sprichwörtliche Mädchen aus der Stadt mit schicker weißer Bluse und einem dazu passenden fast bodenlangen Rock, der ihre Schuhe mit den hohen Absätzen gut versteckte. Darüber trug sie den besagten Mantel, bei dem im Moment aber alle restriktiven Reißverschlüsse offen waren.

So wäre sie nie im Dorf herumgelaufen.

»Außerdem tragen sie Sonnenbrille und Perücke. Wer sollte sie denn so erkennen?« Herr Hegel war ernsthaft bemüht, seiner Studentin die Angst zu nehmen.

»Waldi, der Hofhund wird mich erkennen.« Julias Stimme zeigte weiterhin ihre Angst. »Der lässt sich von so etwas nicht täuschen.«

»Aber sie sagten doch, dass er eingeschläfert werden musste.« Es tat Frau Hegel weh, Julia daran zu erinnern, doch jetzt würde es ihr vielleicht die Angst nehmen.

»Ja, sie haben Recht.« Julia wagte es jetzt das erste Mal, ihren Kopf zu heben. »Ich hoffe trotzdem sehr, dass mich keiner erkennt.«

»Und selbst wenn, wir können sie beschützen.« Herr Hegel ergriff die Hand seiner Frau. »Leben ihre Großeltern noch?«

»Mein Opa ist vor kurzem gestorben«, antwortete Julia mit leicht trauriger Stimme und senkte den Kopf.

»Dann möchten sie vielleicht sein Grab besuchen?« Frau Hegel war erleichtert, ein Ziel für den eigentlich improvisierten Spaziergang gefunden zu haben.

»Ja, das wäre schön.« Julia hob den Kopf wieder. »Ich war bisher nur ein einziges Mal da.«

Den Rest des Weges gingen sie schweigend. Immer wenn ihnen Passanten entgegen kamen, zuckte Julia zusammen, denn in dem kleinen Dorf kannte sie jeden. Doch zu ihrer Erleichterung wurde sie nie erkannt, und die Dorfbewohner grüßten eine ihnen völlig unbekannte Familie, Vater und Mutter mit offenbar zwei Töchtern.

Je näher sie dem Friedhof kamen, desto sicherer wurde Julia. »Es erkennt mich wirklich keiner.«

»Sie halten uns für eine Familie aus der Stadt, die einen Ausflug auf ein Dorf unternommen hat.« Frau Hegel lächelte.

»Und wir sind Schwestern.« Julia ergriff Fraukes Hand und hielt sie fest. »Das machen Schwestern doch so, oder? Wir gehen Hand in Hand.« Sie spürte deutlich, dass Frauke diese Geste nicht gleichgültig war.

Erst auf dem Friedhof ließ Julia die Hand der Dienerin los und trat allein an das Grab ihres Großvaters. Frauke und ihre Vermieter hielten respektvollen Abstand.

Doch zu lange wollte sie nicht verweilen, sonst wäre es bestimmt aufgefallen, dass die fremde blonde Frau sich ausgerechnet für das Grab des alten Herrn Sommer interessierte. Das hätte vielleicht Fragen gegeben.

Für den Rückweg schlug Julia einen anderen Weg vor. »Er ist zwar ein klein wenig länger, aber dann kämen wir an unserer Weide vorbei. Ich würde gern einmal nach den Tieren schauen.

* * *

Michael Sommer stand auf der Weide und war gerade dabei, das Tor zu reparieren, als er sah, dass die Kuh Rosa sehr zügig vorn an den Zaun zur Straße gegangen war. Er blickte ihr verwundert hinterher, denn so etwas machten die Kühe seiner Eltern eigentlich nie. Nur seine Schwester hätte es vielleicht schaffen können, Rosa zu so etwas zu bewegen, denn diese Kuh war Julias Liebling gewesen.

Er musste lächeln, als er daran dachte, wie es zu der engen Bindung gekommen war. Das Kälbchen war genau an Julias Geburtstag zur Welt gekommen, und deswegen durfte sie es selbst aufziehen. Das hatte zu einer sehr starken Bindung zwischen den beiden geführt, und seit Julias Fortgang hatte sich anfangs sogar Rosas Milchleistung verschlechtert.

Und dass sie jetzt an den Zaun ging, konnte nur eine einzige Ursache haben, doch genau diese Erklärung war eigentlich unmöglich. Er ließ sein Werkzeug fallen und ging langsam auf die Kuh zu.

Beim Näherkommen sah er, dass sich vier Personen auf der Straße befanden, von denen eine an den Zaun herangetreten war und Rosa streichelte. Und beim Näherkommen glaubte er sogar Tränen in dem Gesicht zu erkennen.

Die Leute sahen alle aus wie typische Leute aus der Stadt, sehr vornehmes Gewand, was hier im Dorf eher am Sonntag getragen wurde, wenn überhaupt, aber nicht an einem Freitag kurz nach dem Mittagessen.

Auf einmal fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, und plötzlich erkannte er seine Schwester. »Julia?« Trotz der Entfernung zwischen ihnen sprach er leise.

»Michael?« Seine Schwester blickte erschrocken auf. »Wie hast du mich erkannt?«

»Das war nicht ich.« Michael blickte verwundert auf das große Tier. »Rosa hat dich erkannt.«

Auf einmal wurde Julias Stimme weich. »Ja, Tiere lassen sich vom Äußeren nicht täuschen.« Sie wischte sich die Tränen weg und blickte ihren Bruder flehend an. »Bitte geh wieder und vor allem verrate mich nicht.«

»Was hast du denn hier gemacht?« Michael war sehr erstaunt, seine Schwester hier anzutreffen.

»Ich war bei Opa am Grab.« Julia blickte zu Boden.

»Man sieht sich.« Michael drehte sich um und ging wieder zu seiner Arbeit, als wäre nichts gewesen.

Julia schossen wieder die Tränen ins Gesicht, und sie streichelte Rosa noch einmal über das Fell, dann ging sie mit traurigen Schritten zurück zur Straße. Auf einmal spürte sie, wie sich ein Arm um sie legte.

»Schwestern müssen doch zusammenhalten.« Frauke reichte ihr ein Taschentuch.

Julia nahm es dankbar entgegen und wischte sich damit das Gesicht.

Den Rest des Weges bis zum Auto gingen sie schweigend. Erst am Auto lockerte Frauke ihre Umarmung.

Julia schluchzte noch einmal. »Das war schön. Danke dafür.« Es war allerdings nicht ganz klar, wofür genau sie sich bedankte.

»Warum haben sie heute eigentlich die zwei Vorlesungen geschwänzt?« Herr Hegel nahm den Schlüssel zur Hand.

Julia unterdrückte den Impuls zu fragen, wie er das erfahren hatte. Sie blickte ihn erschrocken an, denn sie hatte nicht erwartet, sich rechtfertigen zu müssen. »Ich... ich...« Sie stotterte zunächst. »Ich wollte mich endlich einmal genauer im Zimmer umsehen.« Doch schnell erkannte sie, dass dies nicht die richtige Begründung sein konnte. »Die erste Vorlesung war ausgefallen, und dann hätte ich noch eine Freistunde gehabt. Dann erst wären die beiden Vorlesungen gewesen.« Sie nannte die Fächer der beiden Vorlesungen und blickte ihren Professor an wie ein kleines Kind, dass bei Unfug ertappt wurde.

»Ja, das hätte ich genauso gemacht.« Herr Hegel öffnete das Auto. »Steigen wir ein und fahren zurück.«

Insgeheim war Julia sehr erleichtert. Durch die Frage hatte er alle ihre Gedanken an den elterlichen Hof vertrieben, und der Ausflug hatte ihr nebenbei auch gezeigt, dass ihre Tarnung wirklich belastbar war.

»Sie müssen noch den geänderten Vertrag unterschreiben.« Herr Hegel wartete, bis sich alle angeschnallt hatten. »Das machen sie bitte, bevor sie den Handschuh anprobieren.«

Trotz ihrer Anspannung musste Julia lachen. »Ja, natürlich. Umgekehrt geht es auch schlecht.«

* * *

Julia hatte es vor lauter Anspannung nicht mehr in ihrem Zimmer gehalten, seit Frau Hegel angekündigt hatte, dass sie nach dem Kaffee bei ihr vorbeikommen würde, um ihr das erste Mal Carolins Handschuh anzulegen. Sie war hinunter gegangen und hatte Frauke gefragt, ob sie ihr beim Tischdecken helfen könne.

Natürlich wusste sie, dass sie es damit nicht beschleunigen konnte, doch so war sie wenigstens ein wenig abgelenkt. Außerdem hoffte sie, die erste zarte Bindung an ihre neue 'Schwester' etwas verstärken zu können.

Sie hatte sich in Rekordzeit umgezogen und hatte sogar darauf verzichtet, sich auf dem Weg von ihrem Zimmer bis zur Treppe den Reißverschluss des Rockes ganz zu schließen, was ihr einen Eintrag in ihr schlechtes Gewissen einbrachte. Doch die Vorfreude auf Carolins Handschuh war stärker.

Nachdem Hegels sich gesetzt hatten, bekam sie die Änderung ihres Mietvertrages vorgelegt und musste die wenigen Sätze, die auf dem Blatt standen, erst lesen und dann unterschreiben. Damit verpflichtete sie sich, die Nacht immer im strengen Nachthemd zu verbringen und bekam dafür die Erlaubnis, den Mantel nur noch dann zu tragen, wenn sie es für sicher und richtig hielt. Ausnahmen von dieser Klausel waren möglich, mussten aber mit Hegels abgesprochen werden.

»Okay, das hätten wir.« Herr Hegel nahm Julia eines der beiden Schriftstücke wieder ab und steckte es sich in sein Jacket, nachdem er es zweimal gefaltet hatte. »Ihr Exemplar legen sie bitte zu ihrem Mietvertrag.« Er sah zu seiner Frau. »Jetzt hätte ich gern eine Tasse Kaffee.«

Julia blickte sich kurz im Raum um, und ihr Blick blieb auf der Kommode hängen. Jetzt war dort eine Fotografie in einem Rahmen aufgestellt, und Julia erkannte das Bild. Es zeigte das Mädchen im Handschuh von der Seite. Ihre Nervosität steig noch weiter, und sie hatte stellenweise Schwierigkeiten, ihre Tasse festzuhalten.

»Frauke, stellen sie das Bild bitte auf den Tisch, damit sich Julia nicht immer den Hals verdrehen muss.« Herr Hegel genoss sichtlich die Situation.

Frauke kam der Aufforderung nach, und Julia wurde noch eine Spur röter.

Durch die drei Bilder von Carolin wusste sie ungefähr, was auf sie zukommen würde, und sie fragte sich, ob es sich besser anfühlen würde, als bei den Straf- und sonstigen Aktionen ihrer Brüder. Sie hatten ihr oft die Arme auf den Rücken gebunden, doch bei diesen Aktionen hatte sie immer noch die Hände frei gehabt.

Bei diesem Handschuh wären ihre Finger unten in der Hülle gefangen, und sie würde ihre Arme nur noch wie einen Stock einsetzen können. Sie war insgeheim erleichtert, dass sie es gewöhnt war, mit leichten Restriktionen umgehen zu müssen. Für Carolins Aufgabe würde ihr dies sicher helfen.


Endlich hob Herr Hegel die Kaffeetafel auf, in dem er aufstand und den Raum verließ. Julia blickte Frau Hegel sehr erwartungsvoll an.

»Bitte gehen sie auf ihr Zimmer und ziehen sich ein bequemes Oberteil an, welches die Arme frei lässt.« Sie blickte kurz auf das Foto. »Sie könnten dann die Handschuhe schon einmal bereit legen.«

Julia folgte dem Blick und erkannte, dass das Mädchen auf dem Foto ein Art Spaghetti-Top trug.

»Und denken sie bitte daran, was sie bezüglich ihres Rockes versprochen haben.« Frau Hegel war sehr fasziniert von Julias freiwilliger Bereitschaft, sich in ihre Kleidung einzusperren. »Frauke, sie räumen in der Zwischenzeit den Tisch ab.« Sie blickte sie an und zwinkerte kurz in ihre Richtung.

Kaum waren Julias Schritte auf der Treppe zu hören, als Frau Hegel ihre Dienerin zu sich bat. »Sie kommen bitte mit und helfen mir.«

Als Frauke ein wenig verwundert auf den Tisch blickte, fuhr sie fort. »Das können sie später auch noch machen. Ich möchte, dass sie dabei sind. Falls Julia in dem Handschuh kommt, nehmen sie sie dann bitte in den Arm und streicheln sie. Dafür bekommen sie auch ein paar Pluspunkte.«

Frauke lächelte. »Sie meinen, dass es passieren könnte?«

»Ich rechne stark damit.« Frau Hegel blickte zum Treppenhaus. »So nervös war sie schon lange nicht mehr.«

»Sie haben sie ja auch ordentlich aufgeheizt.« Die Dienerin lachte und stellte das Bild wieder auf die Kommode.

»Vorsicht Frauke, das ist ganz dünnes Eis.« Doch dann lachte sie auch. »Doch sie haben schon Recht.«

»Wird sie auch eine Perle tragen?« Frauke konnte das Leuchten in ihren Augen nicht unterdrücken.

»Nein.« Frau Hegel widersprach. »Sie soll mir beschreiben können, wie sie sich fühlt.«


Oben an der Treppe blieb Julia stehen und beugte sich hinab, um sich den Rock zu schließen. Hatte Frau Hegel wirklich gewusst, dass sie vorhin geschummelt hatte? Warum hätte sie sie sonst noch mal ausdrücklich an ihre Selbstverpflichtung erinnern sollen? Auf jeden Fall nahm sie sich vor, ab jetzt grundsätzlich ehrlich zu bleiben. Ohne schlechtes Gewissen lebte es sich einfach leichter.

In ihrem Zimmer angekommen machte sie zunächst auf dem Schreibtisch Platz, dann ging sie zum Schrank und trug die Schublade mit den diversen Handschuhen auf den Schreibtisch. Ihre Hände zitterten, als sie den ersten Handschuh heraus holte und ihn genauer untersuchen wollte. Doch dann hielt sie inne, denn sie erinnerte sich wieder daran, dass sie sich noch ein anderes Oberteil anziehen sollte.

Sie blickte an sich herunter, und ihr fiel auf, dass sie auch noch die Straßenkleidung trug. Nach dem Spaziergang war sie so auf den Handschuh fixiert gewesen, dass sie ganz vergessen hatte, sich umzuziehen. Jetzt war sie erleichtert, dass sie diesbezüglich keinen Tadel bekommen hatte.

Sie befreite sich von dem Rock, dann ging sie zum ersten Schrank und machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Kleidungsstück. Schnell hatte sie ein ebenfalls schwarzes Top gefunden und zog es über.

Als sie danach zum Lackrock griff, fiel ihr ein, dass sie das Top eigentlich hätte im zweiten Schrank suchen müssen. Sie zog sich den Rock an, schloss alle Reißverschlüsse und trat dann vor den zweiten Schrank. Doch so sehr sie auch suchte, sie fand nichts Entsprechendes. Alle Oberteile in diesem Schrank waren mit langen Ärmeln.

»Haben sie sich schon mit den Handschuhen vertraut gemacht?« Frau Hegel schloss die Tür hinter sich, nachdem auch Frauke eingetreten war.

»Nein.« Julia musste eingestehen, dass sie schon wieder einer Aufforderung nicht nachgekommen war. »Ich bin noch dabei, ein Lacktop zu suchen, habe aber bisher nichts gefunden.«

Frau Hegel drehte sich kurz zu Frauke und flüsterte. »Haben wir die vergessen?«

»Könnte schon sein.« antwortete Frauke in der gleichen Lautstärke. »Wie kommen wir da wieder heraus?«

»Ich lasse mir etwas einfallen.« Frau Hegel kam näher und blickte Julias Oberkörper an. »So geht es ja auch.« Insgeheim ärgerte sie sich sehr über diesen Fehler. In der aktuellen Situation konnte jede Kleinigkeit das so mühsam aufgebaute Kartenhaus zum Einsturz bringen.
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mpwh66
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:24.11.17 11:19 IP: gespeichert Moderator melden


Moin fast Wochenende und dann passend einen neuen Teil von der neugierigen Studentin dazu ....
Besten dank und ein gutes Wochenende
Gruss mpwh66
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HeMaDo
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:26.11.17 15:41 IP: gespeichert Moderator melden


- Nein, diese Geschichte lese ich ganz bestimmt nicht.
- Wieder ein neuer Teil. Nein, ich warte, bis sie komplett hier steht.
- Na gut, einen Teil kann ich ja lesen, mal sehen worum es überhaupt geht.
- Einen Teil kann ich ja noch...

- Verdammt, das war's schon?

Dein Stil ist klasse und auch wie du die Charaktere aufbaust und nach und nach Informationen tröpfeln lässt, finde ich toll.
Das erhöht die Spannung langsam und macht Lust auf mehr zu lesen.

Aber mehr gibt es ja nicht.

Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

Aber eine Frage habe ich doch: Wie viele Kapitel werden es eigentlich?
Oder habe ich die Antwort auf diese Frage irgendwo überlesen?


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gag_coll
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:26.11.17 18:50 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
- Nein, diese Geschichte lese ich ganz bestimmt nicht.
- Wieder ein neuer Teil. Nein, ich warte, bis sie komplett hier steht.
- Na gut, einen Teil kann ich ja lesen, mal sehen worum es überhaupt geht.
- Einen Teil kann ich ja noch...
- Verdammt, das war's schon?
Danke, das ist auch ein sehr schönes Kompliment...
Zitat
Dein Stil ist klasse und auch wie du die Charaktere aufbaust und nach und nach Informationen tröpfeln lässt, finde ich toll.
Das erhöht die Spannung langsam und macht Lust auf mehr zu lesen.
Es freut mich, dass zu hören. Es zeigt mir, dass ich es richtig mache.
Zitat
Aber eine Frage habe ich doch: Wie viele Kapitel werden es eigentlich?
Im Gegensatz zu Maria kann ich das bei dieser Geschichte noch nicht beantworten. Aber ich weiß, dass die Handlung mit dem 24. Dezember enden wird. Und "heute" ist der 10. Oktober.
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gag_coll
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:26.11.17 18:55 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
... ganz insgeheim dachte ich schon dran, ob es wohl im Hause Hegel einen engelsweißen oder auch gläsernen Sarg oder eine entsprechende Standvitrine zum in völlig unbeweglichem Zustand \"Ausgestelltwerden\" gibt, aber dann fielen mir glücklicherweise die Engelsflügel ein, die ja dort in angelegtem Zustand aufgrund der Schwingenspannweite wohl gar nicht reinpassen würden ^^
Du hast recht, im Haus der Hegels passt das nicht... aber auf der Burg im großen Rittersaal wäre für so eine Vitrine durchaus platz... und der Gedanke, dass dort ein Engel steht, gefällt mir ausnehmend gut. Wenn du erlaubst, würde ich die Idee gern aufgreifen.
Und falls du noch mehr solche Ideen hast, trau dich ruhig, sie zu äußern.
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Moira
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:26.11.17 19:15 IP: gespeichert Moderator melden


Lieber "gag",

da sage ich doch lächelnd "feel free to ..."

Freut mich doch sehr, wenn ich - für die vielen "Inspirationen", die Du uns schenkst - mich mit einer kleinen solchen ein ganz klein bissel revanchieren konnte/durfte.

♥lichst grüßend ~ M

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Moira am 26.11.17 um 19:17 geändert
FRAU und männchen verlassen gemeinsam das Haus. Sie: "Hast Du alles?" er - nimmt IHRE Hand - und sagt leise: "Jetzt - JA!"
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gag_coll
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  RE: Der Mantel der Studentin - Kapitel 4 - Schwestern - Teil Sechs von Sieben Datum:28.11.17 04:53 IP: gespeichert Moderator melden


Der Mantel der Studentin
Kapitel 4 - Schwestern - Teil Sechs von Sieben
Autor: Karl Kollar

Julia ging mit eiligen Schritten zum Schreibtisch und warf wieder einen Blick in die Schublade. »Ich wollte sie nach Farben sortieren.« Natürlich wusste sie, dass die Farbe sicher ein unwichtiges Kriterium war, doch sie wollte ihr Interesse bekunden.

»Das ist zwar möglich, aber nicht zielführend.« Frau Hegel kam ebenfalls zum Schreibtisch. »Es gibt zwei andere wichtige Kriterien, nach denen die Handschuhe unterschieden werden.« Sie hob den Handschuh auf, den Julia schon herausgenommen hatte. »Dies hier ist zum Beispiel ein Ledermeister-Handschuh zum Schnüren.«

»Es geht darum, wie sie zu schließen sind und wie die Halteriemen verlaufen.« Frauke kam näher. Auch sie war sehr gespannt, wie Julia auf die Handschuhe reagieren würde.

»So einen hat Carolin auf dem Foto getragen?« Julias Stimme wurde etwas leiser.

»Ja, das ist richtig.« Frau Hegel nahm es nebenbei zur Kenntnis, dass Julia das Mädchen auf dem Foto mit 'Carolin' bezeichnet hatte, obwohl sie ihr gesagt hatte, dass es von ihrer Tochter keine Fotos gebe. »Das ist aber ein Handschuh für Fortgeschrittene. Anfänger sollten mit einem anderen Handschuh anfangen.«

»Was genau sind die Unterschiede?« Eigentlich konnte Julia die Zeit nicht abwarten, doch sie wollte trotzdem Geduld zeigen.

»Der Handschuh kann entweder mit einem Reißverschluss oder mit einer Schnürung geschlossen werden.« Frauke nahm ein weiteres Exemplar aus der Schublade und legte es neben den ersten Handschuh, so dass Julia vergleichen konnte.

Julia blickte wortlos auf die beiden Handschuhe, die jetzt vor ihr lagen. Sie fragte sich, ob sie sich selbst für eine Variante entscheiden müsste.

»Der wichtige Unterschied ist, dass es bei der Schnürung noch möglich ist, den Handschuh vielleicht nicht ganz zu schließen.« Frauke blickte zu Julia und lächelte sie an.

»Verstehe.« Julia nahm den Blick auf. »Bei dem Reißverschluss gibt es diese Möglichkeit nicht.« Sie nahm den entsprechenden Handschuh in die Hand. »Entweder er passt oder...« Sie sprach nicht weiter, sondern legte den Handschuh wieder zurück.

»Es gibt noch einen ganz speziellen Trainingshandschuh, dieser hat einen Reißverschluss und eine Schnürung.« Frau Hegels Stimme war leise. Insgesamt war sie mit Fraukes Handlungen bis jetzt sehr zufrieden.

Julia schien laut zu denken. »Mit der Schnürung kann er angepasst werden und kann dann mit dem Reißverschluss schnell an- und abgelegt werden?«

»Genauso ist es.« Frau Hegel war mit den bisherigen Verlauf sehr erfreut. »Das wird ihre Hausaufgabe für morgen, wenn sie mit Frauke allein sind. Sie passen sich den Traningshandschuh für sich an und können ihn dann schnell an- und ablegen.«

Julia blickte verwundert auf.

»Wir hatten ihnen doch gesagt, dass wir auf morgen auf einer Hochzeit eingeladen sind.« Frau Hegel war sich nicht ganz sicher, in wie weit sie Julia schon über die Pläne für das Wochenende informiert hatte. »Die Hochzeit eines Oberengels.«

»Stimmt, das hatten sie gesagt.« Julia gab sich verlegen. »Und mit welchem Handschuh sollte ich anfangen?«

»Der zweite Unterschied ist der Verlauf der Halteriemen, und für Anfänger ist der X-Riemen der bessere.« Frau Hegel griff in die Schublade und zog recht zielstrebig einen weiteren diesmal schwarzen Handschuh heraus. »Der heißt so, weil die Riemen über der Brust ein Kreuz bilden. Mit dem hier fangen wir an.« Sie legte die Lederhülle vor Julia auf den Tisch.

Julia schluckte. Jetzt würde es also losgehen. Bis jetzt konnte sie den Moment nicht erwarten, doch auf einmal hatte sie Angst vor dem Kommenden. Sie nahm den Handschuh in die Hand, um ihn scheinbar genauer zu betrachten. Stattdessen wollte sie aber nur noch etwas Zeit gewinnen.

»Sollen wir dir vorher die Arme auf dem Rücken zusammenbinden? Das macht es vielleicht etwas einfacher.« Frauke hatte das Zögern auch bemerkt, und es hatte sie an ihre eigenen Versuche erinnert.

»Nein, das wird nicht nötig sein.« Julia ließ den Handschuh auf den Tisch fallen, dann legte sie ihre Arme auf den Rücken. Ihre Ellenbogen berührten sich fast. Sie drehte sich um, so dass sie ihre Arme zeigen konnte.

»Super, Schwesterchen, bleib bitte gleich so.« Frauke griff sich den Handschuh und trat neben Julia. »Zeig mir deine Arme, halte still und lächle.«

In diesem Moment war Julia wie gelähmt. Sie hätte es gern noch etwas hinausgezögert, doch sie konnte sich jetzt quasi nicht mehr bewegen. Mit Gänsehaut fühlte sie, wie Frauke langsam die Lederhülle an ihren Armen empor zog.

Frau Hegel war hinzugetreten und fasste hier und da mit an, hielt sich ansonsten aber weitgehend zurück.

»Zuerst werden wir die Riemen anlegen.« Frauke trat vor Julia und lächelte sie an, während sie für den richtigen Verlauf der Riemen sorgte.

Frau Hegel nahm die Enden entgegen und führte sie sofort in die ansprechend wartenden Schnallen ein. »Wenn die Schnürung geschlossen ist, ziehen wir die Riemen noch einmal nach.«

Frauke machte sich daran, die Schürung auf Julias Rücken zu schließen.

Was sie genau tat, konnte Julia nicht erkennen, doch sie spürte deutlich, wie sich ein leichter Druck immer weiter über ihre Arme legte und dabei immer weiter nach oben wanderte. Sie biss sich auf die Lippen, um ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten. Noch war die Angst vor dem Unbekannten größer als ihre Erregung. Immer fester legte sich das Leder um ihre Arme, und dabei war es doch nicht unangenehm, im Gegenteil, Julia war dabei, sich zunhehmend wohl zu fühlen.

»So, fertig.« Fraukes Stimme war ungewohnt leise. Sie trat ein paar Schritte zurück.

»Ziehen sie bitte jetzt noch die Riemen nach.« Frau Hegel war von Julias veränderter Erscheinung ebenfalls sehr beeindruckt. »Mindestens ein Loch auf jeder Seite sollte es noch enger werden.«

»Kann ich meine Arme jetzt entlasten?« Die Formulierung kam Julia zwar etwas komisch vor, doch sie wusste es in dem Moment nicht besser auszudrücken.

»Momentchen noch.« Frauke trat wieder hinter Julia und zog die Riemen noch etwas fester.

Julia stöhnte leicht, als sie spürte, dass die Riemen den Druck auf ihren Körper etwas erhöhten.

»Geht es so?« Frauke hatte das Stöhnen auch bemerkt und wollte sicher gehen, dass es Julia gut ging.

»Es passt schon.« Julia keuchte und war um eine glaubwürdige Stimme bemüht. »Es ist ein sehr angenehmer Druck.«

»Jetzt möchten sie sich sicherlich im Spiegel betrachten.« Frau Hegel ließ ihren Blick durch das Zimmer wandern.

Schon bei den ersten Schritten merkte Julia, dass ihr jetzt ihre Arme fehlten, die sie sonst als Balancierhilfe genommen hatte. Sie äußerte dies.

»Ja, das ist richtig.« Frau Hegel hatte Schwierigkeiten zu antworten, so sehr war sie von Julias neuer Erscheinung fasziniert. »Ich empfehle ihnen, das Gehen mit dem Rock und dem Handschuh möglichst oft zu üben.«

Julia nickte, dann trat sie vor den Spiegel und blickte hinein. »Das sieht toll aus«, sagte sie leise, nachdem sie begonnen hatte, sich zu drehen. Ein leichtes Stöhnen war zu hören.

»Mein Mann lässt ausrichten, dass er sie sehen möchte, wenn wir mit ihnen fertig sind.« Frau Hegel sprach weiterhin mit leiser Stimme.

»Sind sie sicher?« Julias innere Spannung wechselte auf einmal zu Unsicherheit. »Mit dem Handschuh, wirklich?« Es war ihr deutlich anzuhören, wie wenig sie sich mit dem Gedanken anfreunden konnte, sich so ihrem Professor zeigen zu müssen.

»Er sgte etwas von einem 'Trainingsplan' und dass er sehen möchte, wo er sie 'abholen' kann.« Der Tonfall blieb unverändert.

Julia wurde langsam wieder nüchtern, und sie begriff, dass sie offenbar schon einige Schritte auf Carolins geheimnisvollem Weg gegangen war, ohne dass es ihr wirklich bewusst geworden war. Sie warf noch einmal ein Blick in den Spiegel und verzog auf einmal das Gesicht.

Frauke hatte dies sofort bemerkt. »Was ist los? Was gefällt dir nicht?«

»Ich würde mich gern noch einmal kämmen.« Normalerweise legte sie wenig Wert auf ihr Äußeres, doch jetzt war es eine willkommene Gelegenheit, um das Unvermeidliche noch etwas hinauszuzögern.

»Das mache ich doch gern.« Frauke griff zu der bereitliegenden Bürste und strich Julia damit nach deren Anweisungen durch ihr Haar.

Frau Hegel beobachtete dies nicht ohne Stolz. »Ihr zwei ergänzt euch gut.« Sie nahm sich den kleinen Block zur Hand und schrieb etwas hinein. Als sie Fraukes neugierien Blick bemerkte, fügte sie ein 'Fünf Extrapunkte, sie machen das sehr gut.' hinzu.

Frauke machte einen Knicks und kam ihrerseits ins Grübeln. Seit sie sich um Julia zu kümmern hatte, hatte sie schon sehr viel Pluspunkte bekommen, mehr als in all der Zeit davor. Sie begann Julia nicht mehr als Störenfried zu betrachten, der sie aus ihrem Zimmer vertrieben hatte, sondern als die kleine Schwester, um die sie sich zu kümmern hatte. Und die in dem Handschuh wirklich zum Anbeißen süß aussah.

Sie freute sich schon sehr auf den morgigen Tag, vor allem weil sie den Auftrag hatte, für Julia den Trainingsmonohandschuh anzupassen. Und sie hatte schon eine Idee dazu.

Auf einmal schrie Julia auf.

»Was ist los?« Frau Hegel sah sie besorgt an.

»Ich habe mir den Rock ganz geschlossen.« Julia keuchte.

»So wie es sein soll.« Frauke strich ihr weiter mit der Bürste durchs Haar. Auch sie war von Julias jetziger Erscheinung sehr fasziniert. »Was ist damit?«

»Wenn Herr Hegel mich sehen will, muss ich doch Treppensteigen.« Ihre Stimme zeigte ihre ernste Besorgnis.

Zunächst war Frauke amüsiert und fasziniert von Julias Sorgen. »Dann musst du halt hinunter hüpfen.«

»Frauke, bitte.« Frau Hegel war über Fraukes Antwort nicht erfreut.

Frauke entschuldigte sich. »Natürlich helfen wir dir dabei.«

»Aber unten nach der Treppe macht ihr ihn bitte wieder zu.« Julias Stimme war leise. »Schließlich habe ich das versprochen.« Dabei fragte Julia sich, was sie machen würde, wenn der Reißverschluss noch offen wäre und sie eine Perle tragen würde. Dann könnte sie es nicht mehr reklamieren.

Insgeheim fragte sie sich, wie es wohl sein würde, wenn sie den geschlossenen Rock, die Perle und den Handschuh tragen würde. Dann könnte sie nichts mehr ändern und könnte auch nicht mehr um Änderungen bitten. Sie bekam eine Gänsehaut, gleichzeitig freute sie sich aber auf dieses Abenteuer. Ob sie Frauke wohl fragen könnte, dies einmal mir ihr auszuprobieren? Vielleicht würde sie dazu noch das Halskorsett tragen?

Doch dann stutzte sie. Ob sie wirklich den Mut aufzubringen, sich der Dienerin so drastisch auszuliefern? Sie kam ins Grübeln. Morgen würde sie fast einen ganzen Tag mit Frauke allein sein. War ihr Vertrauen in die seltsame Dienerin und ihre angehende Schwester wirklich schon so ausgeprägt, dass sie sich dieses Niveau von Hilflosigkeit wirklich zutraute?

Sie beschloss insgeheim, es erst einmal langsam anzugehen. Sie wollte es in der Hand behalten, wann sie wie viel Kontrolle abgab. Denn noch wusste sie nur so wenig von Frauke, dass ein weitergehendes Vertrauen noch nicht gerechtfertigt war.

Doch jetzt war es Zeit, sich dem Unvermeidlichen zu stellen. Sie drehte sich um und ging langsam und vorsichtig in Richtung der Zimmertür, die Frau Hegel schon aufhielt. Zu ihrer Erleichterung bemerkte sie, dass sie mit jedem Schritt sicherer wurde.

Bis zur Treppe hatte sie herausgefunden, dass sie ihre auf dem Rücken zusammengefassten Arme weiterhin zum Balancieren einsetzen konnte, es waren lediglich andere Bewegungsabläufe notwendig.


»Guten Tag, Herr Professor Hegel. Erlauben sie, dass ich mich bei ihnen vorstelle?« Sie versuchte einen Knicks, der ihr zu ihrem eigenen Erstaunen sogar leidlich gelang. Die volle Anrede benutzte sie nur äußerst selten, seit ihr Professor ihnen allen die kurze Version angeboten hatte.

»Guten Tag, Frau Sommer.« Herr Hegel lächelte, dann sprach er in der gleichen Freundlichkeit weiter. »Ich freue mich, dass sie meinem Rat gefolgt sind und jetzt den Handschuh tragen.«

»Es ist wesentlich leichter, als ich es erwartet hatte.« Julia versuchte ein Lächeln, doch sie war immer noch sehr angespannt.

»Habt ihr den Handschuh abgeschlossen?« Herr Hegel wandte sich an seine Frau, die gleich nach Julia das Wohnzimmer betreten hatte.

»Nein. Ich dachte, dass das hier nicht nötig sein würde.« Sie lächelte ihn ebenfalls sehr glücklich an.

»Wofür denn das?« Julia war über die Frage innerlich empört, doch davon wollte sie erst einmal noch nichts zeigen. »Ich kann doch meine Arme ohnehin nicht mehr benutzen.«

»Das ist schon richtig, Julia.« Herr Hegel bat seine Studentin, näher zu kommen. »Aber sie könnten jemanden dritten bitten, sie aus dem Handschuh herauszulassen.«

»So etwas trauen sie mir zu?« Jetzt war Julia richtig empört, allerdings weil sie mit Vorwürfen aus einer Richtung konfrontiert wurde, die sie gar nicht erwartet hatte.

»Nun ja.« Er bat Julia, sich mit dem Rücken zu ihm zu drehen. »Carolin hat das immer versucht.«

»Ach so«, seufzte sie. »So hatte ich das nicht gemeint.« Sie hatte das Gefühl, sich schon wieder entschuldigen zu müssen.

»Zeigen sie mir einmal ihre Schuhe.« Herr Hegels Miene zeigte reges Interesse.

Julia drehte sich wieder um und versuchte, jeweils auf einem Bein zu stehen und dabei ihre Schuhe zu zeigen. Es waren die flachen Treter, mit denen sie eigentlich immer unterwegs war.

»In Zukunft tragen sie bitte zu dem Handschuh Schuhe mit hohen Absätzen.« Er wandte sich an seine Frau. »Von Carolin müssten doch noch entsprechende Schuhe da sein, damit wir das Wochenende überbrücken können.«

»Ja gewiss.« Seine Frau versprach, sich gleich auf die Suche zu machen.

»Montag fahren wir in die Stadt, passende Schuhe kaufen.« Herr Hegel blickte zwischen seiner Frau und Julia hin und her.

»Warum denn?« Julia war der Meinung, dass sie ihre Schuhe selbst auswählen durfte. »Davon stand nichts im Vertrag.«

»Elisabeth, magst du es ihr erklären? Ich denke, das ist Frauensache.« Bewusst oder unbewusst schaffte er es, so eine weitere Verbindung zwischen den Frauen zu ziehen.

»Julia«, Frau Hegel räusperte sich. »Wenn sie High Heels tragen, wird ihr ganzer Körper gestreckt und das Tragen des Handschuhs wird ihnen noch viel leichter fallen.«

Julia lächelte erleichtert. »Na, dann mache ich das gern.«

»Spüren sie schon etwas in den Armen?« Herr Hegel wandte sich mit dem Blick wieder seiner Studentin zu.

»Nein, bisher nicht.« Julia kannte diese Haltung schon lange, und es gab für sie keinen einzigen Grund zur Beschwerde.

»Darf ich sie einmal anfassen?« Herr Hegel lächelte Julia an.

»Gern.« Es war das aller erste Mal, dass ihr Professor ihr gegenüber so etwas äußerte.

»Ich möchte sehen, wie angespannt oder locker ihre Muskeln sind.« Langsam strichen seine Hände über ihre Arme.

Julia blickte zu Boden, sonst hätte sie bemerkt, wie sehr die Augen ihres Professors leuchteten. Nur nebenbei ging ihr durch den Kopf, dass sie gerade eine ganz neue Seite ihres Professors entdeckte.

»Sie haben wirklich Potential.« Er war mit der Inspektion ihrer Arme sehr zufrieden. »Sie könnten nicht nur eine gute Architektin werden, sondern auch ein guter...«

In diesem Moment bekam seine Frau einen Hustenanfall und er konnte nicht weitersprechen.

Julia hätte gern gewusst, was er hätte sagen wollen, doch sie spürte, dass es unangebracht war, diesbezüglich nachzufragen. Trotzdem war sie über die Anerkennung ihre Professors sehr erfreut und stolz.

»Jetzt nehmt ihr bitte den Handschuh wieder ab, dann entwerfen wir den Trainingsplan.« Die Stimme von Herrn Hegel war etwas leiser.

Zuerst wollte Julia protestieren, doch dann sah sie, wie Frauke einen Finger auf ihre Lippen legte.

Herr Hegel hatte Julias Reaktion trotzdem wahrgenommen. »Sie wollten sich doch Carolins Aufgabe stellen.«

Julia nickte.

»Dafür müssen sie einiges üben, und dafür würden wir einen Plan ausarbeiten.«

Frauke war schon dabei, die Schnürung zu öffnen, als Julia an sich herab blickte und sehr erstaunt war. So groß hatte sie ihre beiden Lieblinge noch nie gesehen. Doch als sie gleich darauf ihre Arme wieder bewegen konnte, sah es wieder normal aus.

»Sie sollten immer nach der Abnahme des Handschuhs ein paar Gymnastikübungen machen.« Herr Hegel stand auf und ging zum Schrank. »Frauke, können sie ihr morgen etwas dazu zeigen?«

Frauke versuchte ein höfliches Stöhnen. »So langsam brauche ich eine Liste.«

»Die können sie bekommen.« Frau Hegel lächelte. »Es steht ja einiges an für sie zwei an.« Sie verließ den Raum.

»Ich möchte dann mit ihnen noch den Trainingsplan ausarbeiten.« Der Professor bat Julia, sich zu setzen. »Ich möchte festlegen, wie lange sie den Handschuh täglich tragen dürfen.« Er hatte jetzt einen Block in der Hand und kam wieder zum Tisch.

»Sie meinen 'minimal tragen müssen'?« Julia dachte an das Naheliegende.

»Nein«, lächelte Herr Hegel. »Ich meinte 'maximal tragen dürfen'.«

»Warum das denn?« Julia war sichtlich verwundert.

»Nun ja, sie sind auch eine sehr gute Studentin, und ich möchte nicht, dass sie ihr Studium vernachlässigen.« Herr Hegel blickte kurz zu Frauke, die etwas unsicher an der Tür stand. »Und sie können mir nicht erzählen, dass sie mit dem angelegten Handschuh gut lernen können. Das hat Carolin auch nicht geschafft.«

»Nein, das stimmt.« Julia wurde rot. »Lernen geht damit nicht.« Doch tief in ihrem Inneren war ein Gedanke geboren. Der Wunsch nämlich, trotz angelegtem Handschuh lernen zu können. Doch noch hatte sie keine Ahnung, wie sie diese Idee umsetzen konnte.

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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:28.11.17 10:21 IP: gespeichert Moderator melden


Wie immer eine klasse, spannende Fortsetzung. Danke für´s Schreiben.
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:28.11.17 12:44 IP: gespeichert Moderator melden


Moin besten dank für den neuen Teil nun geht es aber los ....
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  RE: Der Mantel der Studentin - Kapitel 4 - Schwestern - Teil Sieben von Sieben Datum:01.12.17 06:02 IP: gespeichert Moderator melden


Der Mantel der Studentin
Kapitel 4 - Schwestern - Teil Sieben von Sieben
Autor: Karl Kollar

Frau Hegel kam zurück. »Wir möchten dann noch das Wochenende besprechen.« Sie reichte Frauke eine Liste. »Ich habe ihnen hier aufgeschrieben, was für den Samstag alles wichtig ist.«

Die Dienerin warf einen Blick auf die Liste. Ihrer Miene war dabei nicht zu entnehmen, ob sie es für einfach oder schwer hielt, alles abzuarbeiten.

»Mein Mann und ich sind morgen auf einer Hochzeit eingeladen, falls wir das noch nicht gesagt hatten.« Sie blickte kurz zu ihrem Mann. »Ich denke, es steht genug auf der Liste, so dass sie beide sich nicht langweilen werden.«

»Wir erlauben ihnen, mit der Perle, dem Halskorsett und dem Handschuh zu trainieren.« Auch seiner Miene war nicht zu entnehmen, was er gerade empfand. »Aber bitte nacheinander, nicht gleichzeitig.«

Julia und Frauke entglitt fast gleichzeitig ein 'Schade!' und beide mussten lachen.

»Bitte halten sie sich daran und teilen sie sich die Zeit gut ein.« Seine Stimme wurde ernst. »Und ich möchte meine Studentin auch an die demnächst anstehenden Prüfungen erinnern.«

»Ich habe Berta Bescheid gesagt, sie wird vorbei kommen und für euch kochen.« Frau Hegel blickte aus dem Fenster. »Ihr müsst euch also nicht um das Mittagessen kümmern.«

»Beim Frühstück werden wir noch hier sein«, ergänzte ihr Mann. »Falls sie also bis dahin noch Fragen hätten, stellen sie sie ruhig. Wir werden um acht Uhr losfahren.«

»Du wolltest noch wegen Sonntag fragen«, erinnerte Frau Hegel ihren Mann.

»Ach ja.« Herr Hegel lächelte kurz, dann wurde er wieder ernst. »Frau Sommer, wir würden sie bitten, uns am Sonntag in den Gottesdienst zu begleiten. Welcher Religionsgemeinschaft gehören sie an?«

Julia wurde rot, denn seit sie den elterlichen Hof verlassen hatte, hatte sie keine Kirche mehr von innen gesehen. Sie äußerte dies. Insgeheim war sie über die Einladung sogar erfreut, denn ihre bisherigen Sonntage verliefen eher einsam und langweilig.

»Dann haben sie sicher keine Probleme, wenn sie uns begleiten.« Herr Hegel erklärte, dass die evangelische Kirche besucht werden würde. »Sie können ja bei all den Zeremonien einfach sitzen bleiben.« Er holte tief Luft. »Wären sie bereit, Carolins Engelsuniform anzuziehen?«

Sofort fielen Julia das kleine Schlüsselbrett mit den drei Schlüsseln ein, und wieder begann sie nervös zu werden.

»Du bist schon wieder unfair, Winfred.« Seine Frau unterbrach ihn. »Julia weiß doch gar nicht, worum es sich dabei handelt.«

»Du hast Recht, Elisabeth.« Er wandte sich an Frauke. »Würde sie bitte Julia morgen auch die Engelsuniform zeigen und anprobieren?«

Frauke nahm den Stift, den Frau Hegel ihr reichte, und schrieb etwas auf ihre Liste. »Auch die Kirchenhandschuhe?« Sie erschauderte bei dem Gedanken an dieses deutliche Symbol einer Blasphemie, zumindest hatte sie es damals die ganze Zeit so empfunden.

»Ja, diese Handschuhe bitte auch.« Herr Hegel lehnte sich zurück. »Wir erwarten dann Sonntag morgen ihre Entscheidung. Und seien sie versichert, wir sind nicht enttäuscht, wenn sie 'nein' sagen.«

Julia hatte so langsam Schwierigkeiten, die Sachen auseinander zu halten, zu denen sie aufgrund der Miete verpflichtet war und denen, die sie freiwillig leisten wollte, weil sie für sich schon beschlossen hatte, Carolins Erbe anzutreten. Vor allem hatte sie dies Hegels gegenüber noch nicht geäußert.

Frau Hegel sprach das nächste Thema an. »Sie wollen heute Nacht den Schmetterling ausprobieren?«

Julia wurde rot und senkte den Kopf. Eine Antwort gab sie noch nicht. Zu ihrer Erleichterung stand Herr Hegel auf und verließ das Wohnzimmer.

Frau Hegel wiederholte ihre Frage.

Frauke kam zu Julia und strich ihr über den Kopf. »Trau dich ruhig, ja zu sagen.« Es wird schön sein.

Julia hatte etwas Angst vor ihrem eigenen Mut. »Ich glaube schon.« Es war letztendlich die Angst vor dem Unbekannten, die sie zögern ließ.

»Sie wissen, dass wir sie dafür auf dem Bett festbinden wollen?« Natürlich war es eine sehr heikle Frage, aber sie mussten Julia das scheinbare Gefühl geben, dass sie bei allem, was ihre Zukunft betraf, mitbestimmen durfte.

»Ja, das hatten sie gesagt.« Julia merkte, wie sehr ihre Stimme zitterte.

»Und sie sind damit einverstanden?« Frau Hegel hakte nach. Bisher hatte fast jedes Mädchen auf die gleiche Weise reagiert.

»Ich muss ja wohl.« Julia wollte nicht widersprechen, aber auch nicht zugeben, dass sie sich darauf freute.

»Julia, es wird sie hier niemand zu irgendetwas zwingen.« In diesem Moment war ihre Stimme sehr ernst. »Wenn sie es nicht möchten, respektieren wir ihr 'nein' natürlich.« Natürlich war sie sehr gespannt, wie Julia auf die süße Folter reagieren würde.

Julia kam ernsthaft ins Grübeln. Sie blickte aus dem Fenster, dann zu Frauke, die ihr aufmunternd zunickte und ein 'es ist schön' zuflüsterte.

Julia dachte nach. Sie würde sich nicht mehr selbst berühren können, denn in diesem Nachthemd waren ihre Hände gefangen. Keine Chance, ihr Paradies erreichen zu können.

Letztendlich würde der Schmetterling die einzige Möglichkeit sein. Es störte sie nur ein wenig, dass sie sich so einer Maschine auslieferte. Eine Maschine, von der sie durch Frauke erfahren hatte, dass sie sie 'foltern' würde. Ihre 'Schwester' hatte sie diesbezüglich schon gewarnt, dass dieses Teufelsding sich oft zu früh wieder abschaltete und ihr den Höhepunkt zunächst vorenthalten würde. Es störte sie vor allem, dass sie keinen Einfluss darauf haben würde.

Frau Hegel beobachtete Julia, und wie bei all den anderen Mädchen zuvor schaffte sie es auch hier, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, den Zeitpunkt, an dem die Mädchen abgewogen hatten und nur noch den letzten Anstoß brauchten, um sozusagen über die Klippe gestoßen zu werden. Unauffällig inspizierte sie Julia Gesichtsausdruck, und schließlich war sie der Meinung, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war. »Wenn sie das wünschen, werden wir sie danach später in der Nacht wieder losbinden, damit sie frei erwachen können.«

Julia kam erneut ins Grübeln. Ob sie es einmal erleben wollte, wie es war, wenn sie in festgebunden aufwachen würde? Sie war sich diesbezüglich sehr unsicher. Ihre Brüder hätte sie nie darum bitten können, denn die hätten sie ganz sicher vergessen. »Ich würde schon gerne einmal so aufwachen, aber wie lange müsste ich dann warten?«

Frauke hatte auf einmal eine Idee: »Schwesterchen, das besprechen wir morgen.« Sie lächelte geheimnisvoll.

Julia holte tief Luft. »Also gut, ausgemacht. Ich möchte 'es' diese Nacht erleben.« Es kostete sie Kraft, es auszusprechen. »Und dann in Freiheit aufwachen.« Sie wusste nicht, ob sie es fordern konnte, sie probierte es einfach. Sie war froh, dass ihr Professor in diesem Moment nicht anwesend war. In seiner Gegenwart hätte sie sich das nicht getraut, denn es war schon eine sehr intime Entscheidung. Doch sowohl zu Frau Hegel als auch zu Frauke hatte sie mittlerweile genügend Vertrauen aufgebaut. Und es versprach, ein sehr aufregendes Abenteuer zu werden.

* * *

»Ach hier bist du.« Frau Hegel fand ihren Mann in seinem Arbeitszimmer. »Ich wollte dir etwas vorschlagen.«

»Wo sind die beiden?« Herr Hegel blickte von seinen Papieren auf.

»Ich habe sie auf ihre Zimmer geschickt, sie sollen sich für das Abendessen umziehen.« Frau Hegel blickte auf die kleine Uhr auf dem Schreibtisch. »Wollen wir Frauke nicht anbieten, ob sie wieder mit uns essen möchte?«

»Meinst du wirklich, dass sie schon soweit ist?« Der Professor runzelte die Stirn. »Du weiß doch noch, warum sie in dem jetzigen Zustand ist.«

»Mir geht es ja auch darum, dass sie mit Julia zusammen sein kann und weniger, dass sie bei uns am Tisch sitzt.« Frau Hegel seufzte. »Wir laden sie heute einmal ein und sehen, wie sie es aufnimmt. Das Angebot können wir ihr dann immer noch machen.«

»Was versprichst du dir davon?«, fragte Herr Hegel.

»Eine engere Bindung zwischen Frauke und Julia.« Sie seufzte wieder. »Über Frauke haben wir viel besseren Zugriff auf sie als direkt.«

Er nickte. »Frauke wird alles machen, wenn wir ihr nur genügend Pluspunkte dafür geben.«

Frau Hegel lächelte. »Ich wusste gar nicht, dass du so ein mieser Erpresser sein kannst.«

Er grinste. »Das 'mies' verbitte ich mir.«

* * *

Frauke kam zur vereinbarten Zeit ins Esszimmer, um den Tisch zu decken. Zu ihrer Überraschung war Frau Hegel schon da und stellte bereits das Geschirr heraus.

»Frauke, ich möchte, dass sie heute den Tisch für vier Personen decken.« Frau Hegel lächelte ihre Dienerin an.

»Sie bekommen noch Besuch?« Frauke fragte das Naheliegende.

»Nein. Sie werden mit uns essen.« Frau Hegel holte tief Luft. »Natürlich nur, wenn sie einverstanden sind.«

»Das geziemt sich einer Dienerin aber nicht.« Frauke liebte diese altmodische Formulierung.

»Das ist schon richtig. Aber was ist das für eine Familie, bei der die zwei Töchter des Hauses in getrennten Zimmern essen?«

Frauke stand der Mund auf. Nur langsam begriff sie, dass sie durch Julias Anwesenheit im gesellschaftlichen Ansehen geradezu drastisch gestiegen war.

»Wir wissen, warum sie bisher immer allein essen wollten und wir hatten auch nichts dagegen.« Frau Hegel hatte sich einige Argumente bereit gelegt, denn sie wollte ihre Dienerin nicht überreden, sondern überzeugen. »Doch jetzt könnten sie so ihre Bindung zu Julia verstärken. Insbesondere nach dem sie schon festgestellt haben, dass sie 'Schwestern' sind. Sind sie also einverstanden?«

Frauke hatte Mühe mit der Antwort, denn sie war sehr damit beschäftigt, ihre Tränen zurück zu halten. »Ja, ich bin einverstanden.«

»Ich denke, wir werden eine glaubhafte Familie abgeben.« Frau Hegel lächelte.

* * *

»Das war lecker.« Herr Hegel wischte sich noch einmal den Mund ab. »Haben sie zu Morgen noch Fragen, bevor wir uns zurückziehen?«

Frauke und Julia blickten sich an. Die vor kurzem erst erstellte Liste lag zwischen ihnen.

»Das ist eine ganze Menge. Und teilweise sogar richtig zeitaufwendig.« Frauke zeigte auf einige Einträge.

»Wir haben die Punkte inzwischen schon nach ihrer Wichtigkeit geordnet, sie sollten also oben anfangen.« Herr Hegel blickte zwischen den beiden Mädchen hin und her.

Auch Julia hielt ihren Blick auf die Liste gerichtet, und auch ihr dämmerte, dass nicht viel freie Zeit übrig bleiben würde. Sie hatte sich den ersten Tag des Wochenendes eigentlich anders vorgestellt.

»Es ist nicht so schlimm, wenn sie nicht alles von der Liste schaffen.« Frau Hegel streichelte die Hand ihres Mannes. »Aber sie sollten auf jeden Fall oben anfangen.«

Julia warf einen Blick auf den Beginn der Liste. Als erste Position war 'Umgang mit dem Perlennetz' angegeben, und sie wusste sofort, dass sie sich darauf freuen würde.

»Also, haben sie noch Fragen?« Herr Hegel wiederholte seine Frage.

Beide Mädchen schüttelten den Kopf.

»Dann wünsche ich ihnen eine Gute Nacht.« Er erhob sich und verließ das Zimmer.

Frauke warf einen Blick auf die Uhr und drehte sich dann zu Julia. »Ich komme gegen 21 Uhr vorbei, um dich für die Nacht fertig zu machen. Bist du damit einverstanden?«

Julia musste einmal schlucken, bevor sie ihre Zustimmung geben konnte.

»Bis dahin kannst du ja noch etwas lernen.« Frauke stand ebenfalls auf und begann, das Geschirr zusammenzustellen.

* * *

Als Julia aus dem Bad kam musste sie schlucken, denn sie sah sofort, dass Frauke schon alles vorbereitet hatte. Sie sah einen Haufen Lederriemen auf dem Bett liegen, und darauf lag das Nachthemd. Was damit passieren würde, hatten sie schon ausführlich besprochen, und Julia hatte sich damit einverstanden erklärt. Die Dienerin stand wie von Julia erwartet am Fenster.

»Ich dachte schon, du wirst gar nicht mehr fertig.« Frauke neckte sie ein wenig. Immerhin konnte sie drei Straßenbahnen nachsehen, während Julia im Bad war. Sie hatte auch bewusst nicht gedrängelt, denn sie hatte sich an die Zeit erinnert, als sie selbst auch in der Situation gewesen war.

»Was genau hat es eigentlich mit Carolins Kirchenhandschuhen und der Uniform auf sich?« Julia war zum dritten Schrank gegangen und hatte ihn geöffnet.

Frauke wollte gerade mit der Antwort beginnen, als auf einmal ein Grinsen in ihrem Gesicht erschien. »Einen Augenblick, Frau Sommer. Kann es sein, dass sie gerade etwas Zeit schinden wollen?«

Julia drehte sich wieder zum Bett um und gab sich ein wenig trotzig. »Naja, einen Versuch war es wert.« In Wirklichkeit wollte sie ihre zunehmende Nervosität überspielen.

Wie gestern auch schon musste sich Julia ganz ausziehen, doch schon als Frauke in die Nachttischschublade griff, begann ihr Herz schneller zu schlagen.

»Hast du so etwas schon einmal benutzt?« Frauke versuchte zu verbergen, dass sie von Julias nacktem Körper sehr fasziniert war.

Eine direkte Antwort blieb Julia schuldig, doch ihr Gesicht sprach in diesem Moment Bände.

»Na, dann weißt du ja, wie es geht.« Frauke reichte Julia den kleinen Vibrator in Form eines Schmetterlings. »Ich bereite schon mal die Riemen vor.« Sie spürte, dass Julia sich damit am liebsten ungestört beschäftigt hätte. In dem sie sich mit den Riemen befasste, konnte sie ihr zumindest teilweise den Rücken zudrehen.


»So, fertig.« Julia stand neben dem Bett und hatte das Nachthemd schon bis zu den Hüften hochgezogen. Von dem Schmetterling war nur noch ein Stück Kabel zu sehen mit einem kleinen Stecker am Ende.

»Jetzt weißt du ja, worauf es ankommt.« Frauke sprach unbewusst etwas leiser. Sie freute sich darüber, Julia schon wieder so hübsch verpacken zu dürfen. Und sie wusste aus eigener Erfahrung, wie sicher das Nachthemd die Trägerin gefangen halten konnte, auch wenn es so harmlos aussah.

Wenig später lag Julia auf dem Bett und sah fasziniert zu, wie sie von ihrer 'Schwester' nach und nach mit langen Riemen auf dem Bett fixiert wurde.

Frauke schnallte ihr jeweils einen Riemen um ihre Füße, ihre Taille und einen oberhalb ihrer Brüste über das Nachthemd. Dann fädelte sie seitlich jeweils zwei lange Riemen durch die schon geschlossenen Riemen und verband damit erst ihre Füße und dann ihren Brustriemen mit den Bettpfosten. Die Riemen von Julias Taille fädelte sie seitlich an der Matratze vorbei um das Bettgestell. Dann zog sie alle Riemen sanft, aber bestimmt an, bis Julia sich in ihrem Nachthemd wirklich nicht mehr rühren konnte.

»Und du machst mich auch wieder los?« Julias Stimme zeigte, wie nervös sie war.

»Ich habe mir extra den Wecker gestellt, damit ich es nicht verpasse.« Frauke blickte kurz auf.

Auf einmal wurde Julia klar, dass Frauke extra wegen ihr mitten in der Nacht noch einmal aufstehen würde, und sie schämte sich wegen ihres Egoismus. Sie beschloss, in der nächsten Nacht festgeschnallt zu bleiben, es sei denn, es würde heute zu unangenehm werden.

»Und jetzt genieße es, mein neues kleines Schwesterchen«, sagte Frauke, und gab Julia einen Kuß auf die Stirn. »Und schlaf danach gut. Ich werde Dich dann nachts befreien.« Damit löschte sie das Licht und verließ das Zimmer.

Julia hatte vor Aufregung keine Worte mehr gefunden.


Es fiel ihr schwer, es vor allem sich selbst einzugestehen, aber vor dem Schlafengehen schickte sie gern ihre Hände auf eine Expedition zu ihren empfindsamsten Körperstellen. Sie war immer noch geprägt vom Bauernhof, auf dem sie dies unbemerkt von ihren Brüdern tun musste, denn sie war nur höchst selten wirklich allein in ihrem Zimmer.

Eine Perle würde sie bestimmt nicht brauchen, denn sie war konditioniert darauf, es im Stillen zu genießen. Doch sie hatte sich noch nie einer Maschine so ausgeliefert.

Auch in der WG bei ihrer Freundin hatte sie dies nicht geändert. Und die zwei Abende, die sie allein in der Wohnung war, nutzte sie lieber zum Lernen, statt sich jemand Unbekannten aus der Kneipe mitzubringen. Angebote hätte es viele gegeben, doch sie hatte genauso schnell gelernt, resolut 'nein' zu sagen.

Es tat ihr sehr weh, beim Einschlafen ihre Hände nicht mehr benutzen zu können, doch das Nachthemd war in dieser Richtung mehr als unerbittlich. Sie konnte gerade einmal ihre Finger ein wenig beugen, mehr ließ das Nachthemd wegen der eingearbeiteten Fingerhandschuhe einfach nicht zu. Und Julia hatte sich mit ihrer Unterschrift gerade erst dazu verpflichtet, weil ihr so der restriktive Mantel erspart blieb.

Frauke hatte ihr noch gesagt, dass es ungefähr zehn Minuten dauern würde, bis es begann, und diese Zeitspanne kam ihr wie eine Ewigkeit vor. Sie war viel zu aufgeregt, um schon an Schlafen denken zu können.

Sie nutzte die Zeit, um etwas über diesen Tag nachzudenken. Sie war sehr erleichtert, dass sie Carolins Handschuh leicht tragen konnte und kaum noch Training brauchte. Dass sie damit freiwillig auf viel Geld verzichtete, war ihr gleichgültig, denn sie wollte ihre Gasteltern nicht durch falschen Ehrgeiz verärgern. Denn insgeheim war sie sich sicher, dass dieser Handschuh nur der Anfang war.

Es fing so langsam an, dass sie es zuerst gar nicht bemerkte - Die Signale, die ihr Intimzentrum aussandte, waren noch nicht stark genug, um sie in ihren Gedanken zu stören. Nur langsam schafften sie es, die anderen Gedanken zu vertreiben und erst nach einiger Zeit realisierte Julia, das 'es' schon losgegangen war.

* * *

»Wie läuft es?« Frau Hegel betrat den kleinen Überwachungsraum.

»Ich verstehe es nicht.« Herr Hegel hielt den Blick auf den Monitor gerichtet, während er mit leiser, aber sehr erregter Stimme sprach. »Ich kann ihr überhaupt nichts ansehen.«

»Ist sie denn überhaupt schon einmal gekommen?« Seine Frau setzte sich neben ihn.

Es war wirklich schwer zu sagen. »Sie hat so gut wie keinen Anhaltspunkt dafür geliefert.«

»Eigentlich ist das ja gut, wenn man es ihr nicht ansieht.« Sie lächelte. »Ich vermute mal, es liegt an der Weise, wie sie aufgewachsen ist. Wenn sie mit fünf Brüdern im gleichen Zimmer nur durch einen Vorhang getrennt übernachten musste, dann gibt es nur wenig Privatsphäre.«

»Und sie musste es verbergen, wenn sie mit ihrem Körper spielte.« Herr Hegel lehnte sich zurück. »Für uns wäre das ja ein ungeheures Glück. Für die Prüfung wäre sie so ja schon richtig vorbereitet.«

»Ja, die eine Prüfung«, erwiderte seine Frau. »Aber bei all den Anderen sehe ich eher schwarz. Hast du sie jetzt schon einmal unterbrochen?«

»Nen, ich finde einfach keinen geeigneten Zeitpunkt zum Abbrechen.« Er seufzte tief. »Ich habe sogar die Deckenkamera dazu genommen, doch es ist ihr einfach nicht anzusehen.«

Frau Hegel lachte. »Du fühlst dich gekränkt« Sie streichelte ihm über den Kopf. »Doch eigentlich ist sie doch schon perfekt. Man sieht es ihr einfach nicht an. Was wollen wir eigentlich mehr?«

»Ich hatte es mir schwieriger vorgestellt.« Er lächelte.

»Warte es ab, wenn wir sie für die anderen Prüfungen vorbereiten müssen. Dort wird sie mehr Schwierigkeiten haben.« Sie blickte etwas nachdenklich auf den Monitor. »Ich denke nicht, dass sie die Exhibitionistin ist, die sie eigentlich sein müsste.«

»Stimmt. Es ist ja nur eine Prüfung von vielen.« Bisher waren ihre Zöglinge meistens an dieser Prüfung gescheitert, bei Julia wären eher die anderen Prüfungen kritisch. »Vielleicht schaffen wir es ja doch noch, wenn wir sie nur gut genug vorbereiten.«

»Du meinst, dass wir es schaffen könnten.« Frau Hegel wollte den Optimismus ihres Mannes noch nicht teilen.

»Wir müssen sie eben motivieren und sie immer belohnen.« Er ergriff ihre Hand. »Und gib Frauke weitgehend freie Hand. Ich denke, sie könnte einen sehr positiven Einfluss auf Julia haben.«

»Ich muss das aber erst mit Siegfried besprechen.« Sie seufzte.

»Ob er wirklich damit einverstanden ist?« Er war skeptisch. »Er hat seine Kompetenzen jetzt schon sehr weit überschritten.«

»Ich werde mit ihm reden.« Sie lehnte sich ebenfalls zurück. »Wir müssen ihm versichern, dass wir auf Frau Wiesl gut aufpassen.«

»Müssen wir deswegen ihre Regeln verändern?« Er blieb skeptisch.

»Ich denke, das sollte nicht nötig sein.« Doch ihre Stimme zeigte ihre diesbezügliche Unsicherheit.

»Wie viele Pluspunkte hast du jetzt eigentlich schon vergeben?« Er machte keinen Hehl daraus, dass er mit diesem Motivationssystem nicht einverstanden war.

»Oh das sind viele, vor allem seit Julia da ist.« Sie machte eine bedeutsame Pause. »Aber ich glaube, die Pluspunkte allein sind es gar nicht mehr. Ihre neue Rolle scheint ihr zu gefallen - sie scheint Julia wirklich gern zu haben, vielleicht verliebt sie sich sogar ein bisschen.« Sie warf nochmal einen Blick auf den Monitor. »Auf jeden Fall gefällt es ihr, eine Leidensgenossin zu haben, und ihr das 'anzutun', was sie selbst durchlitten hat, und woran sie gescheitert ist. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sie Julia helfen will, die Aufgabe zu bewältigen, die sie selbst nicht geschafft hat, um so mit sich selbst ins Reine zu kommen.«

»Meinst du? Dabei würden wir ja wirklich alle gewinnen - besser könnte es gar nicht sein.« Ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht »Und es hilft meinem schlechten Gewissen.«

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Moira
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im wilden Südwesten


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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:01.12.17 11:16 IP: gespeichert Moderator melden


Was geschah mit Carolin?

Was sind das genau für "Prüfungen", die Julia wird absolvieren müssen/dürfen?

An welcher Aufgabe scheiterte denn nun Frauke?

Wie wird sich Julias "Schicksal" innerhalb des Hauses Hegel, in der Kirche und wo letzlich noch "erfüllen"?

Fragen über Fragen, die diese wirklich schöne und auch bisschen fast krimihaft anmutende und angelegte Geschichte nun immer drängender aufwirft ...

Mir gefallen auch ganz besonders diese leicht "verklärenden" Bezeichnungen für die einzelnen "Spielsachen" und Umschreibungen der "gewollten Quälereien"

Hoffentlich geht's bald weiter ...

lieben Gruß ~ M

FRAU und männchen verlassen gemeinsam das Haus. Sie: "Hast Du alles?" er - nimmt IHRE Hand - und sagt leise: "Jetzt - JA!"
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*Gozar*
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:01.12.17 20:48 IP: gespeichert Moderator melden


Darf ich euch mal was zeigen?!

https://www.pinterest.de/pin/313633561542740782/

Ich hoffe das Funtioschnackelt so!

Gruß Gozar
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HeMaDo
Stamm-Gast

Kassel


Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:01.12.17 22:18 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder ein schöner Teil und ein weiterer Einblick.

Ich muss mich Moira anschließen. Mit jedem Teil kommen neue Fragen auf, die nach einer Antwort schreien.

Bitte mach schnell weiter.


Zitat

Darf ich euch mal was zeigen?!

https://www.pinterest.de/pin/313633561542740782/


Eine prima Idee, ein Oberteil komplett mit Monohandschuh.
Nur der Rock erlaubt wohl noch etwas zu große Schritte.


HeMaDo

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mpwh66
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sicher ist sicher

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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:02.12.17 08:03 IP: gespeichert Moderator melden


Moin
....manchmal muss man überlegen wie Du einen Teil nach dem andern schreibst ohne das die Spannung fehlt ,danke dafür und allen ein gutes erstes Advents Wochenende gruss mpwh66

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gag_coll
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:04.12.17 19:21 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Was geschah mit Carolin?
Was sind das genau für \"Prüfungen\", die Julia wird absolvieren müssen/dürfen?
An welcher Aufgabe scheiterte denn nun Frauke?
Wie wird sich Julias \"Schicksal\" innerhalb des Hauses Hegel, in der Kirche und wo letzlich noch \"erfüllen\"?

So viele Fragen...
Auf eine Frage möchte ich antworten, weil ich es in Kapitel eins schon beschrieben habe. Hegels hatten NIE eine Tochter!
Das nächste Kapitel wird noch etwas auf sich warten lassen, ich rechne damit, dass ich erst Ende Januar wieder Ruhe und Zeit dafür finden werde.
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