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Stamm-Gast
   Frankfurt

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RE: Implantat
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Datum:01.08.26 22:12 IP: gespeichert
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"Hör auf. Das ist gemein".
"Oh und kuck mal da sind zwei Eichhörnchen".
"Mia, hör auf. Das ist fies. Bitte. Ich würde die Eichhörnchen auch gerne sehen."
"Aber das kannst Du nicht. Das ist wohl Pech für Dich."
"Bitte".
"Nein. Ich genieße es viel zu sehr, Dir von den Pflanzen, Farben und Lichtern zu erzählen. Du verpasst wirklich was. Zu schade, dass das Implantat funktioniert, denkst Du nicht?"
"Ja, das tut es. Leider. Ich würde wirklich gerne den Wald sehen."
"Soll ich Dir was sagen. Diese Stelle wird mein Geheimnis bleiben. Du wirst nie wissen wo wir waren. Aber ich kann Dich jederzeit wieder hier herbringen. Aber ich fürchte, Du wirst sie nie sehen können".
Sie saßen eine ganze Weile auf der Bank. Mia neckte Sarah immer wieder. Und Sarah bettelte erfolglos. Aber sie hatten eine schöne Zeit. Immerhin hatte Sarah eine Welt der Gerüche und Geräusche. Sie hörte Vögel und Zirpen und sie roch den Wald. Das war viel intensiver als sonst. Ihre anderen Sinne funktionierten mittlerweile umso besser. Und so ertrug sie Mias Kommentare und dachte bei sich "Ich höre dafür was, das Du nicht hörst".
Schließlich traten beide wieder den Heimweg an. Sarah war immer noch blind. Und Mia machte keine Anstalten das zu ändern. Erst, als sie wieder zu Hause waren, erlaubte Mia ihr wieder etwas zu sehen. Aber nicht, ohne dass Sarah darum betteln musste. Nach all der Zeit im Wald war der Ausblick wieder etwas sehen zu können überwältigend. So verführerisch, dass Sarah alles getan hätte was Mia verlangte. Schließlich nahm Mia die Fernbedienung und schaltete das Implantat ab.
Erneut strömten die Farben ungebremst auf Sarah ein. Die Sinneseindrücke und Glücksgefühle überwältigten sie. Umströmten Sie, wie ein Ozean aus Licht. Die Welt war so schön bunt. So voller Farben. Es gab so viele davon. So schöne Farbtöne und Abstufungen. So vielseitig. Wie die Male zuvor jauchzte sie fast vor Glücksgefühlen. Dieser Moment entschädigte für so vieles. Sarah stand am Fenster und konnte sich nicht satt sehen von dem, was davor zu sehen war. Mia stellte sich zu ihr. Umarmte sie zärtlich. Knabberte ihr von hinten am Nacken. "Du siehst geil aus, wenn Du hilflos bist". Sie standen eine gefühlte Ewigkeit einfach so da. Sarah überwältigt davon wieder etwas sehen zu können konnte sich nicht satt sehen. Sie saugte alles auf, was sich vor dem Fenster abspielte. Den Himmel. Die Wolken. Die Menschen. Sie wollte alles festhalten solange sie das konnte. Solange sie das durfte. Solange Mia ihr das erlaubte. Und Mia hielt sie einfach fest und schaute Sarah an. In diesem Moment war alles einfach perfekt. Zwei der glücklichsten Menschen der Welt.
Die nächsten Tage und Wochen intensivierte Mia das Spiel. Immer mehr Zeit musste Sarah blind verbringen. Und Sarah gewöhnte sich etwas an die zunehmend länger werdenden Phasen. Orientierte sich zu Hause immer sicherer. Sie hatte ihr System gefunden. Alles hatte seinen Platz, sodass sie alles was sie brauchte blind finden konnte. Übung macht die Meisterin. Auch wenn Mia es genoß es ihr nicht zu leicht zu machen. Ihr zuzuschauen wie Sarah etwas suchte, das Mia kurz zuvor absichtlich woanders hingelegt hatte. Es war eine Mischung zwischen einem blinden Alltag für Sarah, neckischen Spielchen von Mia und doch auch immer wieder strengen Ansagen und Regeln von ihr. Bei aller Gewöhnung, ohne Augenlicht war es immer noch erdrückend. Und je länger Sarah nichts sehen konnte, desto mehr sehnte sie sich nach dem kleinsten Lichtstrahl. Und damit behielt die Fernbedienung ihren Effekt. Mia musste sie nur in der Hand halten und Sarah wurde klein und gehorsam. Manchmal half es ihr und manchmal war das Nichts unvermeidlich. Aber allein der Anblick der Fernbedienung reichte und Sarah tat was Mia verlangte. Auch, weil sie nie wusste, wie lange Mia sie ins Nichts stoßen würde wenn sie nicht hörte. Eines Freitags machten beide sich fertig für eine Party. Sie wollten ausgehen. Tanzen bis zum Morgengrauen. Beide sahen heiß aus. Knappe Outfits, viel Haut, sexy Makeup. Als Sarah sich gerade die Schuhe anzog stand Mia grinsend mit der Fernbedienung in der Hand vor ihr.
Manchmal ist mein Kopf so voller Leere, dass man hunderte Bögen Papier damit vollschreiben könnte. Aber da ist überall schon nichts drauf.
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Einsteiger

Beiträge: 6
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RE: Implantat
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Datum:02.08.26 00:40 IP: gespeichert
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Eine sehr schöne Geschichte, aber was ist, wenn mal die Batterien der Fernbedienung mal leer sein sollten, oder wenn Mia etwas passieren sollte, wenn die Fernbedienung...
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Stamm-Gast
   Frankfurt

Beiträge: 217
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RE: Implantat
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Datum:04.08.26 21:36 IP: gespeichert
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Danke für den Kommentar. Aber die Frage, was ohne die Fernbedienung oder ohne Mia passieren würde überlasse ich der Phantasie. Im Moment hat Mia die Fernbedienung in der Hand 
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"Nein, bitte nicht Mia." flehte Sarah noch, aber zu spät. Das letzte das sie sah, war das gemeine Grinsen, als Mia den Finger auf die Fernbedienung legte. Dann setzte das ein, woran sich Sarah immer noch nicht richtig gewöhnt hatte. Farben und Lichter flossen förmlich davon. Fast so, als würde ihr Sehnerv sich aufbäumen und gegen das unvermeidliche wehren. Es flackerte kurz wie eine alte Glühbirne. Und das Nichts stürzte von allen Seiten auf sie herein. Übermächtig. Leer. Erdrückend. Schlagartig. Sie begriff immer noch nicht, wie sie das beschreiben sollte. Es war nicht schwarz, aber trotzdem farblos. Es war nicht dunkel, aber trotzdem ohne Licht. Da war einfach nichts, was sich in einem Bild erklären ließe. Alles war weg. Und ihr Verstand suchte nach einer Erklärung. Einer Beschreibung. Versuchte irgendwie auszudrücken, wofür sich keine Worte finden ließen. Wie sollte man die Abwesenheit von etwas erklären, außer damit, dass es eben nicht da war. Und in ihrem Fall war alles weg was andere sehen konnten. Sie fühlte sich, als wäre sie in einem unendlich großen vollkommen leeren und farblosen Raum. Nur, dass selbst dieser Raum nicht zu sehen war. Frustriert stampfte Sarah mit dem Fuß auf, weil es nichts gab was sie tun konnte. Und weil sie genau wusste, dass Mia sich durchsetzen würde. Das hatte sie all die Tage und Wochen vorher mittlerweile gelernt.
"Na, komm, wir müssen los." rief Mia dagegen begeistert. Dann zog sie Sarah hinter sich her aus der Wohnung. "Übrigens, ich habe die Fernbedienung nicht dabei. Nur damit Du weißt, dass betteln zwecklos ist" lachte Mia.
"Was soll ich unseren Freunden denn erzählen. Ich kann doch nicht von jetzt auf gleich blind sein."
"Warum nicht, Dir wird schon was einfallen" lachte Mia.
Mia führte Sarah zum Eingang des Clubs und half ihr an der Kasse und der Garderobe. Dann führte sie sie ins Innere. Sie begrüßten Bekannte, die natürlich sofort merkten, dass Sarah nichts sah. Und die besorgt fragten, was los wäre. Sarah ließ sich irgendeine Geschichte einfallen von wegen Sonnenbank und direkt ins Licht geschaut und dass sich das wieder geben würde. Alle waren fassungslos. Hatten Mitleid. Wollten Details hören. Und Sarah wäre am liebsten im Boden versunken. Aber es half nichts. Sie konnte eben einfach nicht sehen. Und das ließ sich nunmal nicht verheimlichen. Oder ändern. Und sie war auf Hilfe angewiesen. Und das musste sie erklären. Aber ihre Freunde schienen sich mit der Ausrede zufrieden zu geben. Und nachdem der anfängliche S
chock überstanden war, waren sie hilfsbereit. Unterstützten sie. Und wünschten ihr, dass sie bald wieder sehen können würde. Und schließlich rückte das Thema in den Hintergrund und die Gesp
räche drehten sich um Alltägliches. Um die Party. Um das Wochenende.
Schließlich führte Mia Sarah zur Tansfläche. Sarah hatte keine rechte Lust, aber sie wollte auch nicht doof einfach nur so dastehen. Also gab sie nach. Sie dachte sich, dass beim Tanzen am wenigsten auffallen würde, dass sie nicht sah. Zuerst bewegte sie sich lustlos. Aber schließlich erfasste die Musik Besitz von ihrem Körper. Der Bass war durchdringend. Und bald schon bewegte sie sich energischer. Aber immer darauf bedacht, sich möglichst nicht von der Stelle zu bewegen. Bemüht mit keinem anderen zusammen zu stoßen.
Als Mia sagte, dass sie später wieder kommen würde und einfach verschwand wusste Sarah nicht was sie tun sollte. Sie konnte nicht in der unbekannten Umgebung einfach ohne etwas zu sehen drauf los laufen und jemanden suchen, den sie kannte. Zumal die Musik so laut war, dass sie sich auch schlecht nach Gehör orientieren konnte. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Widerwillig bewegte sie sich zur Musik und hoffte, dass sie niemand sehen oder ansprechen würde. Aber natürlich sahen alle - alle außer ihr. Und auch Mia hatte sich nicht weit entfernt. Sie saß an der Bar und konnte von Sarahs Bewegungen nicht genug bekommen. Sie genoß es ihr beim tanzen zuzuschauen. Trotz allem war Sarah sexy. Und Mia stellte sich schon jetzt vor, wie sie Sarah befehlen würde, sich später zu Hause auszuziehen. Die Nacht würde noch lang werden. Aber erst genoß sie das Schauspiel das Sarah ihr erzwungenermaßen bot. Wie
schön Sarah aussah. Wie stark und erotisch sie sich bewegte obwohl sie vollkommen hilflos war. Mia wusste genau, dass Sarah jetzt überall sein wollte, nur nicht alleine auf der Tanzfläche.
Und sie wusste genau, dass Sarah nur tanzte um keinem aufzufallen. Aber in ihrem Kopf tanzte Sarah nur für sie. Sarah tat das, was Mia wollte. Weil ihr keine andere Wahl blieb. Weil Mia ih
r keine andere Wahl ließ. Weil Mia führte und Sarah folgte. Und weil Mia ihre Macht auskosten wollte.
Später holte sie Sarah von der Tanzfläche und scherzte: "Du hast heute ja gar nicht genug vom Tanzen bekommen. Aber wollen wir jetzt nach Hause?".
Sarah war erleichtert, den Club verlassen zu können. Vom zwangsweisen tanzen erlöst zu werden. Eigentlich sollte sie auf Mia sauer sein. Dafür, dass sie sie einfach so auf der Tanzfläche zurück gelassen hatte und sie in diese Situation gebracht hatte. Aber stattdessen war sie Mia dankbar dafür, dass sie sie erlöste. Dass sie ihr von der Tanzfläche half. Sie war dankbar dafür, dass Mia da war. Neben ihr. Und ihr half. Beim Abschied wünschten ihr alle noch eine gute Besserung. Wenn die wüsssten dass Sarah auf Knopfdruck wieder schlagartig gut sehen können würde. Auf Mias Knopfdruck. Nur Mia konnte die Fernbedienung benutzen. Nur sie konnte ihr das Augenlicht zurück geben. Aber das war ihr Geheimnis. Und das war der Zauber mit dem Mia sie in der Hand hatte. Aber hier sagte sie nur, dass sie bald wieder sehen können würde und alles in Ordnung käme. Obwohl sie wusste, dass das nicht in ihrer Hand lag. Und obwohl sie wusste, dass Mia sie ewig blind halten konnte. Aber so verabschiedeten sie sich und traten in die frische Nacht hinaus. Gingen eng umschlungen nach Hause.
"Zieh Dich aus und tanz für mich" sagte Mia, kaum dass sie die eigene Wohnung betreten hatten.
Sarah tat, was Mia von ihr verlangte. Sie stripte für sie. Bewegte ihre Höften. Ließ Kleidungsstück um Kleidungsstück fallen. Sie würde alles tun für ihr Augenlicht. Aber sie hatte nicht vor, sich vollkommen unterzuordnen. Diesen Gefallen wollte sie Mia nicht tun. Jedes Mal, wenn Mia zu ihr kam und sie berührte zog sie sich zurück. Sie war zwar blind, aber sie hörte verdammt gut. Und sie fühlte Mias Anwesenheit. Und jetzt wollte sie den Spieß umdrehen. Als sie nackt vor Mia stand und hörte, dass Mia erregt war flüsterte sie verführerisch "warum ziehst Du Dich nicht auch aus, wenn Du mich berühren willst?" Dabei spielte sie mit ihren Brüsten. Bewegte ihre Hüften. Leckte sich über die Lippen. Wenn Mia es nicht besser wüsste, würde sie denken, dass Sarah ihr genau in die Augen sah. Aber es waren leere Augen. Ohne Blick. Den blockierte das Implantat nach wie vor. Aber auch Mia zog sich jetzt aus, was Sarah hörte und triumphierend wahr nahm.
"Du kannst mir zwar das Augenlicht nehmen, aber nicht meine Reize, meinen Einfluss auf Dich" dachte sie zufrieden.
Manchmal ist mein Kopf so voller Leere, dass man hunderte Bögen Papier damit vollschreiben könnte. Aber da ist überall schon nichts drauf.
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Story-Writer
    Nürnberg

Beiträge: 259
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RE: Implantat
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Datum:04.08.26 22:09 IP: gespeichert
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Sehr schön und gruselig zugleich. Einfach toll! Vor allem gefällt mir, dass Sarah selbstbewusster wird. Der letzte Satz hat es in sich.
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