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  "Was wir teilen" - Ein Femdom-Erotikroman (in der Entstehung)
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Jagang
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Jagang

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  "Was wir teilen" - Ein Femdom-Erotikroman (in der Entstehung) Datum:23.07.16 19:45 IP: gespeichert Moderator melden


Vorwort zum Vorwort

Für die Eiligen: Die eigentliche Geschichte beginnt mit Posting 2.

- - - -

Liebe Geschichtenleserinnen und -leser,

ich habe dieses Forum schon öfter mit Erzählungen bereichert, die ich angefangen, mit Freude vorangetrieben, und doch nie beendet habe. Das lag mal daran, dass mir mein eigener Stil nicht mehr gefiel, dann hat mich das Missverhältnis zwischen Lese- und Kommentarzahlen demotiviert, manchmal war es auch die Zeit. Ich kann nichts versprechen. Aber ich hoffe, dass es mit der folgenden Geschichte anders wird. Nur einer von mehreren entscheidenden Unterschieden ist: Ich weiß wie diese Geschichte ausgehen wird.

Oft überlegt man sich ja eine Geschichte auf Basis irgendeines Szenarios, das einen anmacht. Aber sobald diese Stelle heruntergeschrieben oder die Zewa-Rolle vom Schreibtisch zurück in die Küche gewandert ist, fällt gerne mal auf, dass jetzt nicht mehr viele Ideen über sind, wo die Reise denn noch hingehen kann.

Für die folgende Geschichte habe ich aber bereits alles zurecht gelegt. Fertig geschrieben ist sie noch nicht, auch wenn ich eigentlich vorhatte, sie tatsächlich erst zu beenden und dann hier online zu stellen. Ich hab mich aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden: Externes Feedback motiviert mich wirklich (wie wohl alle Schreiber hier) - und ich baue auch gerne mal eine Leseridee mit ein, soweit sie denn passt.

Ein weiterer Grund ist:
Ich möchte die Geschichte als eine Art überdimensionierter Kontaktanzeige "missbrauchen".
Der Protagonist der Geschichte bin zwar nicht ich, wohl aber mein Alter Ego. Simon sieht mir ähnlich, denkt oft wie ich und wir haben beide ähnliche Dinge erlebt. Einiges ist auch direkt autobiografisch. Wenn also da eine Dame auf Suche ist, ihr meine Geschichte gefällt und sie überlegt: Ich mag das, aber was davon ist nun autobiografisch? Ist der Autor wirklich so? Oder ist der Typ einfach eine Fetisch-Variante von Karl May, und lügt sich ein besseres Liebesleben zusammen?
Dann darf sie diese Fragen mir gerne direkt stellen und sich einen Eindruck machen, wie weit Autor und Simon auseinander liegen. Ich finde nicht zu weit - aber ich weiß ja auch nicht, wie eure Fantasie meine Zeilen ausmalt.

Aus diesen beiden Gründen also, um von euch motiviert zu werden und um wieder eine Kontaktanzeige hier im Rennen zu haben, werde ich die Geschichte doch im laufenden Arbeitsprozess veröffentlichen. Ich hoffe, dass ich alle 5-7 Tage mit einer Fortsetzung dienen kann. Ich schreibe keine 5-Zeiler, das merkt man ja schon bei diesem Vorwort vom Vorwort. Ich will mit jeder Fortsetzung mindestens 4-5 getippte DIN A 4 Seiten liefern. Das ist mein Anspruch, weil ich selbst erst bei dieser Textmenge ein Lesevergnügen habe. Erst eintauchen kann in die Welt der Geschichte. Und den Spaß sollt ihr auch haben.

Eine Sache ist mir bei dieser Geschichte noch besonders wichtig:
Ich will mit dieser Geschichte vielleicht mal bei Mainstream-Lesern fischen. Ich sehe ein Potenzial, dass wenn diese Geschichte fertig ist, ich sie vielleicht bei einem Verlag unterbringen kann. Das klingt im Vorfeld vielleicht arrogant, aber ich glaube wirklich an meine Geschichte. Und deswegen halte ich das für möglich.

Das hat aber zur Folge, dass ich gegen Vervielfältigungen vorgehen werden muss. Weil nur dann habe ich eine realistische Chance, mein Copyright umzusetzen. Ich hab kein Bock dafür Klagen zum Laufen zu bringen, kenne mich aber genug im Medienrecht aus um zu wissen, wie man es macht. Da hier aber jeder öffentlich lesen kann, hoffe ich, dass kopieren gar nicht nötig ist. Wenn ihr Leuten diese Geschichte zeigen wollt, schickt ihnen doch einfach den Link


Das war das Vorwort zum Vorwort. Es folgt das Vorwort. Und ich wünsche euch viel Spaß mit meiner Geschichte.

Und wenn ihr euch durch dieses ganze Vor-Vorwort gelesen habt, seid ihr wirklich cool!

Danke.
Jagang

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Jagang am 23.07.16 um 19:47 geändert
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Jagang
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Jagang

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  RE: "Was wir teilen" - Ein Femdom-Erotikroman (in der Entstehung) Datum:23.07.16 19:46 IP: gespeichert Moderator melden


Vorwort


Ich bin mit der Größe meines Penis ziemlich zufrieden.


Das ist jetzt übergriffig von mir, Sie sofort mit so einem schockierenden Satz und mit diesen Bildern im Kopf zu konfrontieren. Aber ich glaube, bei der Geschichte, die ich erzählen will, ist das tatsächlich eine wichtige Information. Das gibt Ihnen vielleicht auch direkt zu Anfang einen Ausblick auf den Inhalt dieser Geschichte: Sie werden es mit sehr expliziter Poesie zu tun bekommen – so explizit, dass schon Penisgrößen eine Rolle spielen.

Ich will nämlich die Geschichte erzählen, wie ich die Macht über meine Lust und meine Sexualität einer Frau gegeben habe. Wieso ich es so genossen habe, zu tun, was sie mir befahl oder wenn sie einfach mit mir tat, worauf sie Lust hatte. Ich will erzählen wie wir uns gefunden haben, wie wir uns erkundeten, welche Abenteuer wir erlebten – und wie es schließlich endete.

Für diese Geschichte ist der erste Satz sehr wichtig: Ich bin mit der Größe meines Penis ziemlich zufrieden. Das Gegenteil davon ist nämlich ein gern genommenes Klischee über devote Männer. Wenn man mal den Stammtisch- oder Sportvereintest macht, oder ‚ganz normale Leute von der Straße‘ mit dem Szenario konfrontiert „Mann macht, was Frau ihm befiehlt“, dann werden die zwar auch erst sagen „boah, voll geil, so Dominastyle!“. Aber danach, ab dem zweiten Gedanken, kommen die „Analysen“. Ein Kerl, der sich mit Lust unterbuttern lässt. Was ist bei dem schief gelaufen?
Vielleicht wurde er als Kind nicht geliebt. Oder umgekehrt: Vielleicht zu viel, Sie wissen schon.
Vielleicht ist er körperlich zu schmächtig um ein richtiger Mann zu sein.
Vielleicht auch zu willensschwach.
Oder eben: Vielleicht hat er zu wenig Penis, um seine ‚natürliche‘ Rolle als Chef im Ring einzunehmen.

Ich erzähle diese Geschichte, um mich für all die stark zu machen, die sich in diesen Kategorien nicht wiederfinden. Es gibt uns nämlich: Männer, die sich einer Frau sexuell unterordnen, weil sie es wollen und schön finden. Und nicht aus der Not ihrer Physis oder Psyche heraus. Sondern aus völlig freien Stücken.

Damit Sie beurteilen können, ob ich wirklich eine freie Entscheidung getroffen habe, will ich nach meinem Gemächt nun noch den Rest meiner Person vorstellen.
Mein Name ist Simon, ich bin Ende 20, knappe 1,90m groß und 95 Kilo schwer. Unter einer dünnen Fettschicht versteckt trage ich den Ansatz eines Six-Packs mit mir herum. Ich habe seit ich 14 bin Handball im Verein gespielt. Ich laufe gerne, fahre viel Fahrrad, und manchmal mache ich auch noch Liegestützen und Sit-Ups, (wenn ich dazu abends nach der Arbeit noch Lust habe, was sogar wirklich passiert. Manchmal.) Ich mache Sport nicht in erster Linie fürs Aussehen, auch wenns natürlich auch ein schönes Gefühl ist, zufrieden in den Spiegel gucken zu können. Mir geht es mehr um das gute Gefühl, in einem fitten Körper zu stecken.
Und ich bin zu faul um auf meine Ernährung zu achten. Ich will essen, worauf ich Bock habe. Darum muss ich das Essen auf der anderen Seite dann wieder fleißig verbrennen. Auf diesem Körper steckt ein, ich glaube, recht normaler Kopf. Braune, kurze Haare, kurzer Dreitagebart, braune Augen. Nichts schief, nichts kaputt. Normale Zähne. Vielleicht wirke ich etwas rau. Ich habe kein Gesicht wie man es auf einer Shampoo-Packung oder in einem College-Film findet, sondern eher das eines Holzfällers. Aber ganz Holzfäller auch nicht, weil ich Brillenträger bin, und brillentragende Holzfäller, die funktionieren vor unserem inneren Auge nicht.
Soweit zu meinem Aussehen. Ich finde mich ganz in Ordnung. Die Frauen, die ich bisher kennen gelernt habe, haben das mehr oder weniger ähnlich gesehen.


Was gibt es im Innern dieses Kopfes?
Ich bin vermutlich recht klug. Einen ersten Uni-Abschluss habe ich in der Tasche – und der zweite zeichnet sich langsam aber sicher am Horizont ab. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl hat man ein passables Einkommen, auch wenn ich als Teil des akademischen Prekariats natürlich kaum Sicherheiten habe, ob es nächstes Jahr auch so gut aussieht. Die Uni bestimmt auch größtenteils mein soziales Umfeld. Man könnte meinen, das ist cool, weil Universitäten eigentlich ein netter, geschützter Raum sind, in dem Menschen vor Diskriminierung mehr geschützt werden als anderswo. Man könnte meinen, dass man hier deswegen auch mit spezielleren sexuellen Orientierungen leichter umgehen kann. Und weil sich hier gerade viele junge Leute tummeln, die jemanden suchen mit dem sie ihren sexuellen Horizont erweitern können.

Das stimmt auch alles, größtenteils. Es gibt an der Uni viel weniger Diskriminierung als ‚im wirklichen Leben‘. Und es gibt in der Tat mehr Menschen hier, die gerade in der Phase ihres Lebens sind, wo sie sich ausprobieren. Wenn man es hier geschafft hat, mit einem Mädchen ins Bett zu kommen, und nicht unbedingt bei erster Gelegenheit, sondern lieber erst beim dritten Mal fragt, ob sie Lust hätte einen ans Bett zu fesseln – dann kann es gut sein, dass man damit Erfolg hat.

Leider hat man damit aber eine Situation geschaffen, bei der die zarte Hülle dieses Schutzraums schnell brechen kann: Denn guter Klatsch schlägt jeden Schutzraum. Wenn du diesem Mädchen offenbarst, dass du auf devot-dominante Spiele stehst, dann machst du deine Neigungen zu ihrer persönlichen Geschichte. Denn du willst ja, dass sie mitmacht. Und das zündet, das ist eine Story. Dass du nach einer Party mit einem Typen im Bett landest, ist was völlig Normales an der Uni. Aber dass er dich fragt, ob DU Lust hättest, IHN zu fesseln? Das ist krass! Das muss man sofort allen Freundinnen erzählen!
Das wäre ja eigentlich kein Problem, wäre das jetzt ein Mädchen aus irgendeiner Bar in der gleichen Großstadt – aber ihr geht auf die gleiche Uni. Vielleicht sogar an die gleiche Fakultät. Ihre Freundinnen kennen dich. Sehr wahrscheinlich. Und wenn nicht dich, dann Freunde von dir.

Deswegen ist die Uni dann doch nicht so cool. Alle probieren sich aus, ja. Aber sie reden zu viel davon.

Ich bin also, trotz der Möglichkeiten, aus Angst vor dem Risiko den Schritt vorher nie gegangen. Ich hatte es bis zu dieser Geschichte kein einziges Mal richtig geschafft, mich einer Frau anzuvertrauen. Dass man sich selbst für in Ordnung und gut hält, schützt einen nicht davor, dass andere dich für pervers halten. Oder eben doch lieber keine Beziehung mehr wollen, weil Du Dinge gefordert hast, die sie nicht geben können. Ich hatte also Angst vor der potentiellen Verklemmtheit meiner Partner - und bin darüber dann in meinen Beziehungen zuvor selbst zum verklemmten Partner geworden.

Manchmal wünsche ich mir unter Heteros eine sexuelle Abgeklärtheit wie in der Schwulenszene. Wenn nicht über jede abseitige Neigung mehr getuschelt werden müsste wie nachts im Jungszimmer auf Klassenfahrt, dann wären wir glaube ich alle mit unserem Sexleben um einiges glücklicher. Ich habe sogar mal probiert, ob nicht auch Männer was für mich wären. Einfach weil ich auf die Offenheit der Schwulenszene wirklich neidisch bin. Leider bin ich doch eine ziemliche Hete, wie sich dann rausgestellt hat. Ich spüre beim Anblick nackter Männer nicht den Funken von Erregung. An nackte Frauen muss ich nur denken und das Blut wechselt vom Hirn in die Körpermitte.
Vielleicht ist das aber auch Glück: Das Klischee, dass Männer die gerne passiv Analsex erleben, sehr wahrscheinlich nur verkappte Schwule sind, habe ich damit auch widerlegt. Und, ja, das tue ich gerne. Aber eben ohne einen anderen Mann.


Ihr kennt mich jetzt schon recht gut, denke ich. Ihr kennt mein Aussehen, meine Arbeit, meine sexuellen Wünsche und meine Ängste rundum diese. Die Ängste waren früher sehr präsent. Ich habe mich bisher nie mit anderen devoten Männern darüber unterhalten, weil ich bisher zu feige war, zu so einem Szenetreffen zu gehen. Aber ich bin der Überzeugung, meine Ängste kennen viele. Das ist auch ein Grund für mich gewesen, diese Geschichte aufzuschreiben.

Das hier ist für alle Männer – (auch für die Frauen, aber doch in erster Linie für die Männer) – die so „unnormale“ Sexfantasien wie ich mit sich herumtragen, nach dem Partner suchen, der diese teilt. Und über die erlittenen Niederlagen so langsam den Mut verlieren, weiterzusuchen.
Es gibt sie, die dominanten Frauen da draußen. Es gibt diese Frauen, die die Idee, dass da ein Mann ist, der ihre Lust und ihr Vergnügen über alles stellt, sehr erregend finden.

Ich habe keine Wunder vollbracht, um eine zu finden. Man muss sich nur vor Augen halten, dass selbst in unserer Situation, in der es so schwierig ist, eine dominante Frau kennen zu lernen, sehr uncool ist, die Bekanntschaft direkt auf „dominant“ zu reduzieren. Man sollte davon absehen bei den ersten Verabredungen danach zu fragen, ob man gerne die Füße geküsst bekommt. Selbst nur davon zu reden dass man gerne Füße massiert, kann zu viel sein. Ich finde, Wir sind Helden treffen das sehr gut:

Du erwartest viel zu viel /
Die Deutschen flirten sehr subtil.

Vor dem Devot-Talk kommt immer erst noch Small-Talk. Und selbst wenn du sehr genau weißt, dass diese Frau da drüben - die mit den funkelnden, braunen Augen und einem Lächeln, das dich umhaut – dass diese Frau gerade einen neuen Kerl sucht, dem sie den Hintern versohlen kann:
Du wirst es nicht sein, wenn Du ihr nicht beweisen kannst, dass Du auch normal mit ihr reden kannst.
Niemand will auf seine Schlaghand reduziert werden.

Ich will wirklich nicht zu einem Ratgeber ausarten und schnell zum Ende dieser Einleitung kommen. Aber wenn ihr nach einem Erfolgsrezept sucht, um dominante Frauen kennen lernen zu können, habe ich dieses anzubieten:
Zeig einer Frau, dass du normal sprechen kannst. Und zeig ihr, dass du sie zum Lachen bringst. Wenn die eine, die du anquatschst, sich dann als nicht dominant rausstellt, egal! Vielleicht ist es dann ja deren Freundin. Die erfährt dann, dass es zwar nicht gefunkt hat, du aber ein netter, witziger Typ bist.

Auf die Essenz gekocht lautet also das erste Gebot für den devoten Mann:
Wer gefickt werden will, muss freundlich sein.

Bei mir hat es funktioniert. Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit meiner Geschichte.


Simon
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Thömchen
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KG macht glücklich

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  RE: "Was wir teilen" - Ein Femdom-Erotikroman (in der Entstehung) Datum:24.07.16 12:44 IP: gespeichert Moderator melden


Da bin ich ja mal gespannt.
Aber was die Schwulen-Szene angeht, hast Du leider unrecht. Die sind oft genauso diskriminierend gegenüber SM wie die Heteros. Und bei Lesben haben meine Eheherrin und ich das sogar noch deutlicher erlebt.
Wirklich gute Gespräche haben wir eigentlich nur in gemischten SM-Gruppen erlebt.
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devoter_wu
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Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag

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  RE: "Was wir teilen" - Ein Femdom-Erotikroman (in der Entstehung) Datum:24.07.16 13:14 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Jagang,

da hast Du wirklich ein sehr großes Ziel mit Deiner Geschichte vor. Ich werde hier gerne reinschauen und ggf. einen Kommentar abgeben.
Von der Sache sehe ich es genau wie Du; es ist ein Wollen, sich der Dame unterwürfig zu geben und nicht "aus der Not ihrer Physis oder Psyche heraus", so wie Du es geschrieben hast.

Ich warte gespannt auf den nächsten Teil.

Viele Grüße
devoter_wu

Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein!
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Jagang
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Jagang

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  RE: "Was wir teilen" - Ein Femdom-Erotikroman (in der Entstehung) Datum:24.07.16 14:28 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Thörnchen,

danke für deine Antwort. Das ist ja spannend - und traurig. Von außen wirkt das immer wie eitler Regenbogensonnenschein.

Hallo devotuer_wu,
auch dir danke. Jau, das ist ein großes Ziel, aber große Ziele motivieren mich auch.

Ich hatte heute Zeit und fand, euch mit einem Vorwort sitzen zu lassen ist ja langweilig. Es gibt deswegen jetzt direkt den ersten Teil.


----

Finden - Erster Teil


Ihr Name ist Mona. Es ging vor knapp einem Jahr los. Aber wir kennen uns schon länger. Wir arbeiteten an der Fakultät für Linguistik bei uns an der Uni. Ich war wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Professor Martin Albich, Professor für Spracherwerb, sie bei Professor Hans Magnussen, den alle den „Stotter-Professor“ nennen, weil er zu Sprachstörungen lehrt und forscht.

Wie wir uns das erste Mal begegnet sind, weiß ich gar nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich sie schon immer mochte. Mona ist etwa in meinem Alter und von ihrer Art eine Person, die Leute gerne als „Sonnenschein“ bezeichnen. Die meisten Typen glauben in einem Gespräch mit ihr schnell, dass sie flirten würde, weil sie so vor Witz sprüht und immer ein gewisses Funkeln in den Augen mitbringt. Wenn sie Dich dann aber wirklich anflirtet, merkst du allerdings schnell den Unterschied. Es können genau dieselben Worte, es kann ein Gespräch über das Wetter sein, aber wenn Mona dich anflirten will, dann geht dir aber der Hormonhaushalt durcheinander. Also. Mir zumindest.

Ich würde schätzen, dass sie knapp über 1,70m groß ist. Im Normalfall, wenn sie etwa nicht gerade auf mir saß, habe ich also auf sie herunter geschaut. Sie hat rotes, schulterlanges Haar. Grüne Augen. Und eine wunderbare Mischung aus sportlicher, schlanker, und normaler Figur. Sie schwimmt viel. Vom Schwimmen hat sie ein bisschen Kreuz und Schultern bekommen, aber doch nicht so viel, dass es unattraktiv wäre. Für mich ist Sportlichkeit sowieso nicht unattraktiv. Wie erwähnt, ich bin Handballer. Schon in der Schülermannschaft fand ich es weniger peinlich als eher erregend, wenn die 14jährigen Mädels, die uns 12jährigen Jungs entwicklungstechnisch Äonen voraus waren, einfach platt gemacht haben. Gut, das kann auch schon das Vorzeichen meiner sexuellen Orientierung gewesen sein. Was ich ausdrücken wollte: Ich bin mit einem Schönheitsbild aufgewachsen, bei dem es in Ordnung war, dass auch Frauen mal einen Bizeps haben. Die müssen keine Bodybuilder werden. Aber das müssen Männer für meinen Geschmack genauso wenig.

Mona aber war in dem Schönheitsbild zuhause, und darüber hinaus auch noch intelligent, und lustig!
Was ist der erste Gedanke, den Mann bei so einer Frau hat? Mag sein dass es bei Vielen „Die muss ich haben“ ist. Bei mir war es umgekehrt. Ich hielt Mona für weit über meiner Liga. Ich wusste gar nicht, ob sie einen Freund hatte. Aber für mich strahlte sie zu schön, erzählte zu witzig, und war eine zu kompetente Wissenschaftlerin, als dass sie nicht schon an der Seite irgendeines werdenden Herzchirurgen ihren Platz gefunden hatte.

An unserem Ausgangspunkt waren wir also zusammen auf einem Flur im selben wissenschaftlichen Institut. Wir sprachen manchmal miteinander über bürokratische Nichtigkeiten, aber sonst gab es selten Konakt. Ich himmelte sie an, aus meiner Perspektive ohne eine Chance zu haben. Und diese Anhimmelei behielt ich so komplett für mich, dass auch niemand auf die Idee kam, mir zu sagen, dass Mona Single war.

Es war, wie so oft, der Alkohol, der die gesellschaftlichen Hürden beiseite geräumt hat. Am Institut fand ein Sektempfang statt. Es gab Geld vom Bundesministerium für Forschung für eines unserer Projekte, und das wurde natürlich gefeiert. Wir standen im Besprechungsraum zusammen, mit Blick auf kahle weiße Wände oder durchs Fenster hinaus auf den grauen Unibunker, aßen Schnittchen, und tranken lauwarmen Sekt. Es war ein Donnerstagabend. Die Feier hatte direkt im Anschluss an die Arbeit begonnen und so war die Stimmung auch recht ungezwungen, weil niemand sich noch extra in Schale geworfen hatte.
Bei uns am Institut war das ohnehin nicht üblich. Mein Professor trug öfter mal Sakko und Hemd, aber statt dem Hemd auch mal ein Rock-am-Ring-Shirt. Hier gab es keine Schlips-und-Kragen-Verordnung. Der Kleidungsstil hatte sich von selbst im locker-legeren Bereich eingependelt.
Ich selbst trug Jeans und ein dunkelrotes Hemd. Mona ebenfalls eine Jeans und eine helle, sandfarbene Bluse. Wir standen jeweils unseren Professoren zur Seite und erzählten uns, was man sich auf Betriebsfeiern eben erzählt: Dass Studenten fauler werden, in anderen Städten die Sonne mehr scheint, wie wenig Ahnung das Rektorat von unserer Arbeit hat – und dass Germanisten aufhören sollten sich für Linguisten zu halten. Das waren entspannte, risikoarme Themen, bei denen sich keiner aus dem Fenster lehnte und man trotzdem in freundlicher Runde beieinander stehen konnte.

Mit der Zeit wurde die Runde dünner, rückte näher zusammen, und schließlich standen Mona und ich nebeneinander. Ich hatte die Ärmel meines Hemds mittlerweile hochgerollt. Und weil Monas Bluse ohnehin ärmellos war, berührte sich unsere nackte Haut. Ich roch ihr Parfüm. Sie sah mich an. Ich sah zurück. Wir strahlten beide und ließen die Gläser klingen.
Guter Sekt schmeckt wie Verliebt sein, stellte ich fest.
Ein, zwei Sekunden, sah sie mich einfach nur so an und ich konnte nichts anderes tun, als zurück zu sehen. Schon dieser Moment, wie sie einfach nur mir allein ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte, um mich anzulachen, fühlte sich großartig an.
Mir fiel ein, dass ich eventuell irgendetwas sagen könnte. Ich beschloss es so dumm anzustellen, dass man es schon wieder witzig finden konnte.
„Na, auch hier?“
Sie schnaubte, nickte, und sah mich kopfschüttelnd an.
„Ja, ich bin auch ganz überrascht.“
Ihr Blick wanderte durch den Raum, dann schaute sie kopfschüttelnd auf die Uhr.
„Es ist kurz nach acht und die Leute sind schon weg. Obwohl noch Sekt über ist.“
„Jau, die Linguisten sind alle so ernst.“, stimmte ich ihr zu. „Die wollen morgen ja noch weiterforschen. Für gute Parties muss man zu den Soziologen gehen, die nennen das dann einfach Feldstudie und können die Nacht durchsaufen.“
Sie lachte über meinen Witz. Das war so gut. Sie lachte über meinen Witz! Ich lachte mit, und konnte das Jubeln in mir nur schwer bändigen. Sie fand mich witzig. Das war ein sehr guter Anfang. Nur die Frage war noch, von was.

Mona angelte uns unsere persönliche Flasche Sekt. Außer uns waren sowieso nur noch ein paar studentische Hilfskräfte da, die sich ans andere Tischende gesetzt hatten um neben dem Sekt auch die Reste des Büffets zu plündern. Wir lehnten nebeneinander an der Wand, die Sektgläser und Flasche vor uns am Tisch, und blickten in den Abend hinaus. Das war nicht gerade eine Panoramaaussicht. Man sah nicht mehr als einen schmucklosen Innenhof mit einer Raucherecke und dahinter mehr Beton mit Fenstern mit mehr Büros. Ein Stück Himmel war noch zu erkennen, wenn man den Kopf schief legte. Blauer Himmel, mit ein paar orange gefärbten Wolken. Die Sonne ging langsam unter.

Wie sich der Sekt leerte, wuchs unsere Gesprächsfreude. Es war vor allem sehr hilfreich, dass ich meine Furcht verlor, vor Mona etwas Falsches zu sagen. Sie erzählte, ich erzählte, sie fragte, ich antwortete, oder umgekehrt – es spielte keine Rolle. Auch der Inhalt unseres Gesprächs ist im Nachhinein völlig irrelevant. Es war nur das erste Mal, dass wir beide wirklich völlig normal miteinander sprachen. Nicht wie Kollegen, nicht nur zwei Sätze, nicht nur „Ich mach Kaffee, willst du auch einen.“ Wir besprachen auch Unsinn, Lieblingsbücher, Gedanken über Politik, Schnaps und Zukunft. Ich wusste nicht, wohin ich meine Angst verloren hatte, aber sie war vermutlich irgendwo im Boden der Sektflasche verschwunden.

Es war gegen neun, als Monas Handy klingelte.
Während sie telefonierte stellte ich fest, dass wir mittlerweile allein waren. Jetzt erinnerte ich mich auch dran, dass sich die Hilfskräfte alle mit den Händen voller Schnittchen und noch zwei Flaschen Sekt im Gepäck verschämt verabschiedet hatten – aber in der Präsenz von Mona hatte ich das gar nicht richtig realisiert. Wir konnten schon jetzt damit rechnen, dass ab nächste Woche im Flurfunk von uns die Rede sein würde. Als die Wächter der Sektflaschen. Alle anderen Arten von Gerüchten waren schon mehr Wünsche. Ich konnte ihnen noch keine realistische Chance bieten, dafür wirkten sie auf mich immer noch zu fantastisch.



Mona, die sich für das Telefonat auf den Flur zurück gezogen hatte, kam zurück in den Besprechungsraum, und atmete demonstrativ aus.
„Hier ist ganz schön dicke Luft drin. Wollen wir nicht auch mal gehen?“
Mir versetzte ihr Vorschlag einen Stich. Das war dann wohl das Ende dieses tollen Abends. Aber mit einem möglichst lässigen Nicken und Achselzucken stimmte ich ihr zu, natürlich.
„Das“, sie zeigte auf ihr Handy, „war eine Freundin von mir. Die feiert heute Geburtstag. Und ist schon ziemlich sauer, weil ich immer noch nicht da bin. Willst du mit hinkommen? Dann kann ich wenigstens die Schuld auf dich abschieben.“
„Ich bin jetzt schuld?“, fragte ich lachend, während mein Herz vom Sinkflug aus plötzlich wieder in die Höhe stieg.
„Klar bist du schuld! Alleine hätte ich mich hier nicht durch zwei Flaschen Sekt getrunken.“
Sie hatte recht, da standen zwei Flaschen Sekt vor uns. Ich nickte ergeben.
„Dann ist es natürlich meine Pflicht, aber, ich muss sagen, natürlich auch ein Vergnügen, dich zur sauren Freundin zu begleiten.“
Mona musste lachen.
„Die saure Freundin. Aber das freut mich. Und die wird sich auch freuen. Ich hab zu ihr noch nie jemanden mitgebracht.“
„Noch nie?“, hakte ich nach, und ärgerte mich über mich, weil es viel zu deutlich machte, wie ich die Frage meinte. Aber sie schüttelte nur den Kopf, ohne es mir krumm zu nehmen.
„Hat sich bisher nicht ergeben“, sagte sie noch, mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen, das mir die Knie weich werden ließ.
„Ich hole meine Sachen. Wir treffen uns auf dem Flur, ja?“

Nur wenig später hatten wir die Uni verlassen und gingen nebeneinander, ganz akademischer Nachwuchs, jeder mit seiner ledernen Umhängetasche über die Schulter, die Straße entlang. Laut Mona war es ein Fußweg von etwa zehn Minuten zu ihrer Freundin, die Swenja hieß, wie ich mittlerweile erfahren hatte.

„Und auf einer Skala von 1 bis 10, wie sauer wird Swenja auf dich sein?“
Mona lachte kurz.
„Ach, eigentlich gar nicht. Ich sollte ihr eigentlich beim Aufbauen helfen. Da waren wir aber noch davon ausgegangen, dass ich keinen Grund hätte, länger beim Sektempfang zu bleiben.“
„Also ich war jetzt der Grund – aber du wusstest aber doch, dass ich da sein würde?“, wunderte ich mich.
Mona sah mich an.
„Das natürlich, aber ich hatte bisher immer den Eindruck, als würdest du mich nicht mögen. Du hast ja kaum mit mir gesprochen.“
„Aber, ich mag dich Mona“ – sagte ich unversehens und brach mitten im Satz ab, weil ich schon wieder das Gefühl hatte, mich viel zu schnell zu offenbaren. Doch Mona guckte wieder nur lächelnd herüber.
„Das weiß ich jetzt auch.“

Monas Freundin Swenja wohnte in einem hübschen Altbau. Die Fassade außen war nicht mehr im besten Schuss, aber für mich war das nur ein Ausweis dafür, dass man sich die Mieten leisten konnte. Die Musik war schon im Treppenhaus zu hören. Meine wilde Partyzeit war eigentlich vorbei, aber wenn ich am Wochenende nochmal rausging, dann waren Kneipen oder WG-Partys eigentlich immer meine erste Wahl. Ich ging auch gerne mal tanzen – aber fand es viel schöner, zu zehnt in einer Küche zu rocken, als zu hunderten in einer Disco. Das war mir zu anonym und zu laut.


Swenjas Party war noch verhältnismäßig leer, was für die Uhrzeit aber recht normal war. Sie öffnete uns selbst die Tür. Mona und sie schienen sich vom Schwimmen zu kennen, zumindest sagten mir das ihre noch breiteren Schultern. Frech und emanzipiert, war die erste Schublade, in die ich Swenja steckte. Kurze blonde Haare. Eine Tätowierung am Hals, die einen kleinen Schlüssel innerhalb von Ranken darstellte. Und hinzu kam ihr energiegeladenes, freudiges Auftreten. Ich mochte sie auf Anhieb. Mona wurde an der Tür mit Umarmung, ich mit einem Handschlag und einem augenzwinkernden Lächeln begrüßt, das ich nicht ganz einordnen konnte.

„Wie schön dass ihr endlich von diesem Sektempfang entlassen wurdet!“, neckte sie noch, wobei sie es offensichtlich nicht ernst meinte. „Wollt ihr mit Sekt direkt weitermachen?“
Mona und ich sahen uns an, lachten, und nickten. So bekamen wir wieder zwei Gläser – nur leider dieses Mal nicht unsere persönliche Flasche. Dafür waren Swenjas Bestände doch nicht so umfangreich wie die der Fakultät.

Wir blieben in der Konstallation zu dritt in der Küche stehen und erzählten, während um uns die Party sich langsam entwickelte. Swenja entschwand immer mal wieder, um Leute zu begrüßen oder Leute zum Tanzen zu animieren, wobei sie immer mit gutem Beispiel voran ging. Aber sie kehrte immer wieder zu uns zurück. Im Verlauf des Abends fiel mir auf, dass sie mir ziemlich viele Fragen stellte. Ich erfuhr im Verlauf des Gesprächs zwar auch viel über Mona und Swenja, aber den Seelenstriptease musste ich liefern.

Während ich jetzt wusste, dass Mona eine Wohnung allein im Stadtzentrum hatte, neben Schwimmen sehr auf Fantasy-Literatur und auf Radtouren stand, hatte ich meine Hobbies, meinen Wohnort, meine Urlaubsvorlieben, meinen Musikgeschmack, was ich mit einer Millionen Euro machen würde, was ich gerne mit 70 Jahren noch machen würde, und tatsächlich auch „ob ich in einen Swimming Pool voll Schokopudding springen würde, offenbart. Antwort: Na klar.
Da ich alles gerne erzählte, und mir Swenja und Mona offensichtlich auch gerne zuhörten, war mir das erst gar nicht aufgefallen. Und der Sekt hatte wohl auch seinen Teil zu meiner Redseligkeit getan. Erst als ich, schon eine ganze Weile später, und aufgrund des Lärmpegels der Party schon fast brüllend berichtend musste, dass ich noch nicht endgültig entschieden hatte, an der Uni, oder in der Stadt zu bleiben, es für die nächsten zwei Jahre aber eine sichere Sache war, fiel mir der Blickaustausch zwischen Swenja und Mona auf. Es war beinahe nicht zu bemerken, aber Swenja schaute fordernd – Mona … ablehnend? Ich konnte es nicht ganz einordnen.

„Was sagt denn deine Freundin dazu, dass du vielleicht nochmal wegziehen willst?“, fragte Swenja auf meine Antwort. „Habt ihr keine gemeinsamen Pläne?“
Mona zog eine Grimasse.
„Da musst du nicht drauf antworten.“, sagte sie und schaute Swenja böse an.
Ich zuckte mit den Achseln, mir wurde aber sehr, sehr warm ums Herz, als ich endlich schnallte, was hier passierte. Bei mir musste der Groschen anscheinend mit ausgeleuchteter Landebahn abwärts gewunken werden. Aber umso bereiter war ich, zu antworten.
„Wir haben bestimmt gemeinsame Pläne. Ich weiß nur nicht, mit wem.“
„Ach komm, ein Typ wie du, und keine Freundin?“, fragte Swenja nochmal nach, und blickte mich über den Strohhalm ihres Getränks mit einem Detektivblick an. Dazu ließ sie ein lautes Schlürfen ertönen.
„Ein Typ wie ich, und keine Freundin.“, bestätigte ich, und sah aus dem Augenwinkel, wie sich Mona, wohl wegen dem Verhalten ihrer Freundin, errötend abwand. Das Hochgefühl in meiner Brust wurde noch größer. Ich hatte nicht gedacht, dass das noch möglich war.
Swenja warf mir noch einen letzten, prüfenden Blick zu. Dann nickte sie, und verschwand wieder unter den Menschen. Mona atmete aus, und sah mich verlegen an.
„Ja, das ist Swenja, immer sehr… direkt. Du musst sie entschuldigen.“
„Alles in Ordnung.“, sagte ich nur, und meinte es aus ganzem Herzen.

Wir teilten einen Moment der peinlichen Stille. Um uns herum ging es weiter laut und fröhlich zu. Immer wieder standen wir Leuten im Weg, die gerade entweder zum Bier im Kühlschrank, zum Wein auf dem Tisch oder zum Essen auf der Anrichte wollten. Und so wurden wir von links nach rechts und wieder zurück, aber vor allem, immer näher zueinander geschoben.
Wir standen jetzt so unmittelbar voreinander, dass ich mein Kinn auf ihren Kopf stützen konnte, wenn ich es hob – das machte ich aus Spaß auch. Mona schubste mich kichernd.
„Ey! Ich bin vielleicht kleiner als Du, aber trotzdem…“, sie überlegte.
„Trotzdem oho?“, schlug ich vor.
„Trotzdem oho, genau.“
Wie von selbst legte sich meine Hand um ihre Hüfte. Mona sah erwartungsvoll zu mir hoch.
„Hast du Lust zu tanzen?“, fragte ich.
Sie nickte.

Auf der Tanzfläche, vormals Wohnzimmer, packten wir den Derwisch auf. Nachdem wir so lange herum gestanden und erzählt hatten, schienen wir beide jetzt Energie herausblasen zu müssen. Wir schmissen zu Macklemore die Hände in die Luft. Pogten zu Flogging Molly. Und headbangten bei Metallica. Ich hatte zwar nicht so viel Haar zum Bangen, Monas rote Mähne flog dafür noch umso schöner. Nach einer halben Stunde waren wir völlig fertig, schweißgetränkt, und sehr glücklich. Was man sich nicht erzählen kann, das muss man für einander tanzen. Die Dinge sahen plötzlich noch klarer, noch besser aus. Ich wusste, dass Mona es wusste, und dass sie wusste, dass ich es auch wusste: Unsere Chemie stimmte.

Wir verließen ineinander gehakt die Tanzfläche, um uns irgendwo hinzusetzen.
In Swenjas Zimmer saß fünf Leute, darunter auch Swenja selbst, im Kreis auf dem Fußboden. Vor jedem einzelnen lagen Kronkorken, in der Mitte ein Hut. Ich vermutete erst irgendeine Art Trinkspiel, aber es war kein Schnaps zu sehen. Man rückte für uns zusammen, und wir setzten uns. Arm an Arm. Bein an Bein. Schweißfeuchte Haut die übereinander rieb.
„Es ist eine Art Psycho-Kennenlernspiel“, sagte Swenja. „Jeder reihum stellt eine Frage. Ich fange zum Beispiel an. Und es muss eine Entweder-Oder-Frage, oder eine Ja-Nein-Frage sein, oder eine Aussage, der ich zustimme. Wenn ich zustimme, dann sage ich das nicht. Sondern werfe einen Kronkorken in den Hut. Wenn der Hut rum ist, muss jeder schätzen, wie viele Kronkorken im Hut sind. Wenn man daneben liegt, kriegt man Minuspunkte, um die Summe der Korken, die von der echten Zahl entfernt sind. Ich schreibe hier auf“, Swenja zeigte auf Stift und Zettel, „und wenn wir keine Lust mehr haben, können wir gucken, wer gewonnen hat.“
Mona und ich schienen beide sehr verständnislos dreinzuschauen, denn Swenja schüttelte mit dem Kopf und lachte.
„Wir fangen einfach an, ih versteht es bestimmt. Folgende Aussage: ‚Ich habe in den letzten drei Jahren ins Bett gemacht.‘ Jetzt gebe ich den Hut rum, schon mit drei Kronkorken drin, damit es immer ein bisschen klimpert, und wenn der Hut bei euch ist, dann tut auf jeden Fall so, als würdet ihr einen Kronkorken reinwerfen – ob ihr es dann tut, das müsst ihr ja selbst wissen.“
Swenja gab den klimpernden Hut rum, und jeder hielt die Hand hinein. Ich selbst auch, da ich aber stubenrein war, ließ ich nichts fallen. Ich reichte den Hut an Mona weiter, die lächelnd ihre Hand reinhielt, und weitergab.
„Wir haben uns drauf geeinigt, mit den Händen anzuzeigen, welches Ergebnis wir vermuten“, sagte Swenja, als der Hut wieder bei ihr war. „Dann kann man aus den Antworten der Anderen nichts ableiten. Ok, seid ihr bereit? Auf drei!“

Wie die meisten in der Runde formte ich mit Daumen und Zeigefinger eine Null. Außer der Sitznachbar links von Swenja, der verschämt grinsend einen Zeigefinger in die Luft streckte.
Wir begannen kollektiv zu lachen. Er hob beschwichtigend die Hände.
„Es war ein Festival. Sehr, sehr viel Bier. Und ist nie wieder vorgekommen.“

„Also Tim trifft, alle anderen kriegen einen Punkt“, sagte Swenja, und schrieb auf. Dann ging das Spiel weiter. Ich begann schnell Gefallen daran zu finden. Sobald mehr als ein Kronkorken im Hut war, blieb völlig offen, wer denn da mit zugestimmt hatte. So gab man zwar irgendwie Geheimnisse über sich preis, aber sie blieben trotzdem unter einem Schleier verborgen. Und ich hoffte, wenn ich aufpasste, vielleicht ein paar Dinge über Mona erfahren zu können. Es stellte sich nur heraus: Damit hatte ich keinen Erfolg. Wann immer ich zu Mona neben mir schielte, und versuchte zu sehen, ob sie eine Münze warf oder nicht, ertappte sie mich dabei, und verbarg lachend den Hut vor mir. Keine Chance also. Mit der Zeit wurden die Fragen schlüpfriger. Ob man Sex schon mal draußen gehabt hatte, das gleiches Geschlecht geküsst, ob man jemanden aus der Runde gerne küssen würde (Zustimmung mit 7 Kronkorken, was für allgemeine Erheiterung sorgte) und ob man Sexfantasien hatte, bei denen man davon ausging, das andere sie für pervers halten konnten (Dreimal Zustimmung, meine eingeschlossen.)

Wir hatten also ein ordentlich schmutziges Niveau erreicht, was in der Runde für reichlich Spannung sorgte. Die Tür des Zimmers hatten wir zwischenzeitlich geschlossen. Bei diesem Spiel musste man für sich sein. Es war wieder Swenja, die noch einen Schritt weiterging.
„Ich wäre gerne mal hilflos ans Bett gefesselt!“, sagte sie, mit einer Inbrunst, die alle lachen ließ, weil es schon einiges über ihren Kronkorkenwurf aussagte. Ich selbst lachte auch mit, aber spürte wie mir das Blut in den Kopf wanderte. Da war sowas von mein Kronkorken im Hut.
„Für Sex jetzt?“, fragte Mona neben mir interessiert. Mir stellten sich die Nackenhaare hoch.
„Zum Beispiel. Wenn man gefesselt ist, hat man meistens nicht groß die Wahl, was jetzt mit einem passiert“, sagte Swenja, und wieder lachten alle.
Der Hut ging rum. Swenja machte wieder keinen Hehl aus ihren Gelüsten und ließ den Blechdeckel für alle sichtbar hinein fallen. Der Rest der Runde hielt sich bedeckter.

Als der Hut bei mir war, ich verstohlen den Kronkorken hineinsteckte, und ihn dann Mona gab, fiel mir siedend heiß ein Problem auf.
Das war mein letzter Kronkorken gewesen. Ich hatte völlig vergessen, mir zwischendurch vom Rand neue zu nehmen, wie es alle anderen getan hatten. Jeder hatte vor seinen Füßen immer vier oder fünf Kronkorken liegen. Zwischendurch hatte Swenja auch selbst welche verteilt, damit nicht auffiel, wann jemand weniger hatte und man so sein Abstimmungsverhalten erkennen konnte.
Aber jetzt hatte ich keine mehr.
Meine einzige Hoffnung war, dass niemand gesehen hatte, dass ich erst mit dieser Frage ohne Abstimmungsmöglichkeit mehr dastand. Dann war immer noch möglich, dass ich für die Frage mit Nein gestimmt hatte. Alles andere war unfassbar peinlich vor Mona. Wir hatten uns ja eigentlich erst heute richtig kennen gelernt. Da hatte es wegen mir sogar noch Zeit, bis überhaupt ein Gedanke zum Thema Sex allgemein kommen konnte. Von Praktiken ganz zu schweigen.

Der Hut hatte das Ende der Runde erreicht.
„Und? Was sagt ihr? Auf drei. Eins, zwei -“
Drei zeigte ich. Zwischen zwei und drei pendelten die meisten Tipps.
Swenja kippte den Hut aus. Zwei. Nur sie und ich also. Es blieb kurz still.
„Wir sind zwei Leute hier mit Geschmack.“, schloss sie. „Oder die anderen fünf wären alle gerne die Fesselkünstler.“ Wir lachten alle, ich nervös, die anderen entspannt.
Swenja warf drei Kronkorken in den Hut zurück, wischte den Rest beiseite und reichte ihn weiter.
Ich biss mir auf die Lippe. Wenn ich mir jetzt neue nahm. Dann wäre das zu auffällig, oder?

Mona stupste mich von der Seite an. Ich drehte mich zu ihr hin und sah sie lachen. Nicht mit dem Mund, nur mit den Augen. Sie zog meine linke Hand zu sich herüber. Legte, sich verstohlend umschauend, ob der Rest es sah, mir zwei ihrer Kronkorken hinein. Schloss meine Finger. Und schob die Hand dann zu mir zurück. Ich sah sie nur sprachlos, mit feuerrotem Kopf an, während sie einfach nur in sich hinein kiekste. Was das bedeutete, ging mir mit solcher Wucht auf, das mir kurz schwindelig wurde.

Verdammter Mist. Sie hatte es bemerkt. Sie hatte bemerkt, wofür ich meinen letzten Kronkorken gebraucht hatte.

Und sie freute sich.

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Thömchen
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  RE: "Was wir teilen" - Ein Femdom-Erotikroman (in der Entstehung) Datum:25.07.16 12:05 IP: gespeichert Moderator melden


Großes Kompliment, toll erzählt!
Sklave, KG-Träger, DWT, Windelliebhaber
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devoter_wu
Stamm-Gast



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  RE: "Was wir teilen" - Ein Femdom-Erotikroman (in der Entstehung) Datum:25.07.16 13:51 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Jagang,

die Geschichte hat einen sehr guten Anfang. Lang, aber nicht langweilig, detailliert und sehr angenehm zu lesen. Top!

Viele Grüße
devoter_wu
Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein!
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smoothtrap
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  RE: "Was wir teilen" - Ein Femdom-Erotikroman (in der Entstehung) Datum:25.07.16 16:26 IP: gespeichert Moderator melden


Wow, toller Schreibstil und Verlauf bisher. Spann uns bitte nicht zu lange mit der Fortsetzung auf die Folter =)
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