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  Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...
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Blackrubberhorse
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:06.11.21 07:27 IP: gespeichert Moderator melden


@Pub_FL: Nein, auf den Vorschlag der Baronin wurde durch Drachenlord (aus dessen Feder dieser Abschnitt ja stammt) nicht näher eingegangen- und da Schlachtross ihn in seiner angebotenen Form ablehnend reagiert, bleibt es der Phantasie der Leser überlassen, wie dieser inhaltlich aussah... Vielleicht hat die Baronin ihn aber auch gerade so formuliert um zu testen, inwiefern SR darauf eingehen würde...
Das SR durch die Handlungen seiner Peiniger auch psychisch angegriffen wurde, sollte klar sein- seine Zweifel an Bea und Anja in der Zeit sprechen eigentlich dafür. Inwiefern und auch wie schnell er sich davon 'erholen' wird- das wird der Fortgang der Geschichte zeigen...
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Blackrubberhorse
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:12.11.21 11:31 IP: gespeichert Moderator melden


Tag 26; Woche vier- Donnerstag (Part 1)



Zimmer der Baroness Mira...- Vormittag...


"Mira- bitte entschuldige MEIN Vorgehen dir und deiner Schwester gegenüber... Ich hoffe, du erlaubst mir, mich zu erklären..."

Noch ehe ihre Tochter etwas nach dem Betreten ihrer Räumlichkeiten von sich geben konnte, hoffte Amalie ihr so ein wenig Wind aus den Segeln zu nehmen und das anstehende Gespäch in ruhige Bahnen zu lenken. Auch ihre nächsten Worte dienten diesem Zweck:

"Mir ist bewußt, Hausarrest ist eine Maßnahme, die man eher bei aufsässigen Kleinkindern als Strafe anwendet- doch es gibt Momente, wo man bei geliebten Menschen Dinge tun muß, die im ersten Moment bei diesen Unverständnis und Wut hervorrufen können...
Aber das war der Preis, damit wir hier und jetzt in diesen Räumen unter vier Augen miteinander sprechen können und nicht in Anwesenheit der Polizei, die ganz sicher wegen schwerer Körperverletzung... auch- und vermutlich vor allem gegen dich... ermitteln würde..."

Mira hatte beim Eintreten der Baronin sich nur schwer beherrschen können um nicht sofort loszubrüllen, was diese Scheiße mit dem eingesperrt sein in der 'Strafbox' sollte- aber nach dieser Eröffnung ihrer Mutter verwarf sie dieses Vorgehen augenblicklich.
Irgendwie hatte diese es geschafft, die 'Sache' klein zu halten... und so bestand die Chance für sie, vielleicht sogar ungeschoren daraus hervorzugehen... Daher kämpfte sie ihren Wutanfall nieder und zwang sich, Fassung wahrend, ihrer Mutter ihre Version zu präsentieren.

"Schlachtross hat als Pferd bei einer von mir für ihn bestimmten Belohnung nicht nur verweigert... er hat dabei als Pferd auch wie ein Mensch gesprochen und somit gegen die VON DIR! hier aufgestellte Regel verstoßen... Möglicherweise hat er nach all der Zeit auf Rosengarten immer noch nicht begriffen gehabt wie hart dieser Tabubruch hier geahndet wird...- und... vielleicht... habe ich ihn dabei auch ein wenig zu hart angefasst, weil ich mich möglicherweise von meinen Gefühlen ihm gegen habe mitreißen lassen...
Aber Peitschenhiebe UND hartes Training sind nun mal die Strafe für so einen Verstoß gegen die Regeln! Du hast das selbst so festgelegt!"

Wortlos legte Amalie ihrer Tochter die ausgedruckten Bilder der Verletzungen vor.

"Das waren nicht nur Peitschenhiebe von dir...- und selbst wenn es nur welche wären, dann hast du jedes Maß dabei vermissen lassen!"

Mira verbarg ihre Freude beim Anblick der Bilder gekonnt- auch wenn jede weitere Möglichkeit, ihrem Feind zuzusetzen, ab sofort verbaut wäre... sie genoss die Erinnerung daran!
Doch jetzt half nur dreistes lügen...

"Mutter- ich habe klar und deutlich formuliert, was ich von diesem Pferd halte. Da mache ich keInen Hehl daraus... Und ich weiß auch, diese Abneigung ist beiderseitig. Bedenke das bitte bei der Beurteilung von möglichen Aussagen dieses 'Pferdes'! Es wurde von mir bestraft... und- wie schon gesagt- möglicherweise habe ich dabei meinen Gefühlen ihm gegenüber nachgegeben und dies härter als notwendig ausfallen lassen... Aber derart habe ich ihn nicht zugerichtet!
Der Pferdetrainer sollte, wenn er ehrlich ist, dir bestätigen können... Ich habe dem Knecht zwar befohlen, das Tier bis an seine Leistungsgrenzen zu treiben- aber jeglichen Übergriff seinerseits untersagt! Jens wurde von mir sogar angedroht, er würde bei einem Verstoß dagegen härter als unser 'Gast' bestraft!
Meine Schwester hat ihn sich nach dem Tag mit hartem Training zu sich geholt- und was dort von ihr und ihrer Oberschwester mit ihm angestellt wurde... dafür kann ich nicht verantwortlich gemacht werden..."

Mira streute in den folgenden Minuten Zweifel- gemischt mit Halbwahrheiten und Lügen- einzig mit dem Ziel, ihre eigene Haut zu retten!
Die Baronin blieb ruhig und ihr jahrelanger Umgang mit Geschäftspartnern ermöglichte ihr, keinerlei Gefühlsregung preiszugeben. Doch schien genau dies ihre Tochter darin zu bestärken, mit ihrer Mischung aus belegbaren Fakten, dreisten Lügen und Abwiegelungen ein glaubhaftes Bild gezeichnet zu haben...

'Warum nicht ein wenig Insiderwissen nachschieben... meine Schwester hat eh kein Interesse am Hofgut hier...'

"... Ich weiß nur, sie wollte mit ihm in der Nacht im 'Horsekeeper' ein paar 'Test's' in Bezug auf ihre Untersuchungen zu Leistungsprofilen bei reduziertem Sauerstoffangebot durchführen und den Tag darauf hatte sie vor, ihn auf dem Laufband zu testen... Sie wollte ihn dabei mit Zwang... bis an seine Leistungsgrenze treiben... Davon wollte sie auch eine Bilddokumentation anfertigen..."

Das dies Prügel mit einschließen würde blieb unausgesprochen- bräuchte aber nicht extra betont zu werden...
Weil ihre Mutter dies abnickte, musste Mira davon ausgehen, diese Datei wäre dieser somit bekannt- da aber von Amalie nichts weiter in dieser Richtung nachgefragt wurde...

'Hat Augustine die Datei mit dem 'Stutentest' und jene aus meinem 'Spielzimmer' ordnungsgemäß gesichert und verschlüsselt? Zumindest wird hier nicht weiter nachgebohrt...'

"Was ich zum Zustand dieses Pferdes noch sagen kann- nach seiner Übergabe durch den Knecht an mich nach dem Klinikaufenthalts habe ich es... weil dieses körperlich mir am Limit erschien... bei einigen Psychospielen belassen und so gut wie keine physische Gewalt mehr angewendet! Ich habe aber dieser Madame Simone als meiner 'Zofe' die Erlaubnis gegeben, daß sie mit ihm ein wenig spielen dürfe...
Hast du sie schon nach ihrem Anteil an dem Zustand des Pferdes gefragt? Wo wurde eigentlich das Tier aufgefunden?"

Auf diese mit leicht aggressivem Unterton gestellten Fragen der Baroness ging die Besitzerin von Rosengarten nicht ein- hätte sie doch zugeben müssen, daß die 'Zofe' sich derzeit außerhalb ihrer Einflussmöglichkeit befand und so einige der Aussagen von Schlachtross nicht zu belegen waren.
Statt dessen kam die Bitte um Verständnis...

"Tochter- du warst von mir während meiner Abwesenheit mit der Leitung des Hofgutes betraut... dieser 'Vorfall' fällt so gesehen unter deine Verantwortlichkeit... aber gemeinsam können wir es schaffen, dies nicht noch weitere Kreise ziehen zu lassen. Vertraust du mir?"

Was sollte Mira darauf antworten- ihr war klar, jetzt würden ein paar 'Kröten' präsentiert, die sie wohl oder übel auf dem Weg zur Herrin über das Hofgut würde schlucken müssen... Daher nickte sie die Frage wortlos ab.

"Ob Schlachtross überhaupt zum Rennen antreten wird...- will er am Samstag entscheiden. Seine physische und psychische Verfassung ist nach alledem derzeit nicht die beste..."

'Das sind doch schon mal gute Nachrichten- habe ich doch seine Arroganz und seinen Widerstand zum Teil aus ihm heraus prügeln können...'

"...aber er hat dir, nach meiner Bitte, eingeräumt, dich weiter mit Brutus auf das Rennen vorbereiten zu dürfen- allerdings nur unter Aufsicht und ohne 'Hilfsmittel' wie deine Peitsche. Je zwei Einheiten pro Tag waren von dir vorgesehen- daran wird sich nichts ändern... Von allen anderen Trainingseinheiten mit den übrigen Gestütpferden oder Einstellern bist du bis nach dem Rennen 'freigestellt'... und du hast, so gesehen, weiterhin Hausarrest..."

Die Baroness biß sich auf die Lippen- aber ein Protest gegen diese lächerlichen Demütigungen ihrer Person wäre kontraproduktiv.

"Damit hast du auch bis auf weiteres keinen Zutritt zu der Stallanlage...- aber in der so dir zur Verfügung stehenden Zeit kannst du mir helfen und das Hoffest mit vorbereiten. Ich würde dir gern einen Teil der Aufgaben übertragen, da die Rittmeisterin und der Pferdetrainer die bisher durch dich übernommenen Einheiten in der Ausbildung der Gastpferde und die Rennvorbereitung unserer Tiere übertragen bekommen...
Als künftige Herrin von Rosengarten hättest du eh mehr administrative Aufgaben zu erfüllen- zeig mir, daß du auch diesen Bereich perfekt beherrschst. Stell dir einfach vor, das wäre der theoretische Teil einer Abschlussprüfung..."

Diese Worte waren Musik in den Ohren der Baroness- bedeuteten sie doch nichts weniger, daß ihre Mutter sie weiterhin als Erbin ansah. Deren folgenden Worte bekräftigen diese Aussage:

"Ich gehe grundsätzlich davon aus... mit Unterstützung der Rittmeisterin und des Pferdetrainers kann Schlachtross sicher soweit wieder aufgebaut werden, daß er mit seiner Jockey an den Rennen teilnehmen und so auch gegen dich antreten wird. Sollte dies der Fall sein...- können in der Zeit bis zum Rennen durchaus weitere kleinliche Demütigungen durch diese Personen erfolgen... Sei darauf vorbereitet! Da müssen wir darüber stehen- verstehst du!
DU UND ICH- WIR STEHEN DARÜBER!
Du bist meine Hoffnung- die Zukunft von 'Rosengarten'! Dein Sinnen und Trachten soll einzig darin liegen, dieses Team während der Rennen zu schlagen- und damit zu demütigen! Das wäre die praktische Aufgabe für dich! Du bist dazu in der Lage- ich vertraue dir völlig dabei..."

Die Baronin hatte sich mittlerweile vor ihrer Tochter aufgebaut und ihr Blick ruhte in den Augen der Baroness.

"Ich habe gestern Abend eine Menge Zugeständnisse machen müssen... um die Situation unter Kontrolle zu behalten... Ob wir uns daran halten und welche Spielräume sich ergeben könnten... Wir werden in den nächsten Tagen gemeinsam sehr stark sein...- und schlussendlich wird der Triumph uns gehören!"

Mit einem unmerklichen Nicken bekräftigten Mutter und Tochter diese Aussage- nichts würde sie aufhalten können...
Nachdem Amalie ihre Tochter losgelassen hatte, wandte sie sich zum gehen:

"Könntest du in 30 Minuten in meinem Arbeitszimmer sein- da teile ich dir die Aufgaben zu, für die du beim Hoffest die Verantwortung trägst..."

Die Baronin wartete eine Antwort nicht ab- sie war sich sicher, Mira würde pünktlich sein.
Während Mira doch einigermaßen verblüfft über die an den Tag gelegte Skrupellosigkeit ihrer Mutter in ihrem Raum verblieb, war die Baronin mit dem Ergebnis des Gespräches mehr als zufrieden. Sie hätte jetzt an die 20 Minuten Zeit, das selbige noch einmal in dem versteckten Mitschnitt sich anzusehen und -hören.

'Es ist gut, daß niemand außer mir von dieser Installation weiß- auch wenn ich mir sicher bin, dies wird nicht mehr lange so sein... Bitte lass aber die Aufnahme in perfekter Qualität sein...'


Mittag- Fohlenbox...


Schlachtross:

Ich war umgekippt...- im Büro der Baronin... und jetzt befand ich mich wieder in der 'Fohlenbox'? Ich lag auf einem sauberen Laken, bei einer leichten Bewegung durch mich raschelte die dicke Schicht aus Stroh, das ich riechen konnte und nach einer vorsichtigen Drehung sah ich auch die Wärmelampe über mir- die aber nicht in Betrieb war.

'Die gleichen Eindrücke hattest du gestern schon einmal...'

Es war ein DejaVu...- aber meine Schmerzen im Körper waren nicht ganz so ausgeprägt, dafür fühlten sich diese im Kopf ein wenig drückender an. Von den Lichtverhältnissen und der gefühlten Temperatur her müsste es Mittag sein... aber mein Magen war leer und ich hatte auch Durst...

"Bleib ruhig liegen... du hast hier seit deinem Zusammenbruch letzte Nacht gelegen. Markus, die Rittmeisterin und ich haben dich hier in die Box geschafft...
Dein Freund Miu ist mit dem Pferdetrainer draußen und wird gemeinsam mit den anderen Pferden trainiert...- die beiden müssten aber bald wieder hier sein. Hast du Hunger?"

Die Stimme von Anja hatte etwas beruhigendes- allein ihre Anwesenheit zeigte mir, ich war sicher. Für einen Traum war dies alles viel zu real- auch wenn ich in diesem vielleicht traumlos schlafen könnte. Meine Ruhephase hatte mir keine Albträume beschert... doch könnte das auch ein Ergebnis der Einwirkung von Medikamenten sein!
Mein Gehirn arbeitete langsam...- aber wenn ich irgendwie versorgt worden wäre... müsste da nicht irgendwo ein Einstich oder zumindest ein Pflaster sein? Ich ignorierte daher die Frage meiner Jockey und bewegte meine Vorderhand und meinen Kopf so, daß ich erstere mit meinem Blick kontrollierte. Die Klärung der Frage, ob mich jemand fachmännisch versorgt haben könnte...- schien mir ungeheuer wichtig!

'... nein, da ist nichts... kein Pflaster... keine Nadel im Arm... Vielleicht war mein Körper gestern so fertig, daß er zu müde für quälende Albträume war...
Moment...- was hat Anja mich gefragt?'

"Durst!"

Meine Jockey hielt mir sofort einen Becher mit lauwarmen schwarzen Tee an meine Lippen. Sie schien ihn wohl schon für mein aufwachen vorbereitet zu haben...

"Schön langsam schlucken- es ist genug da..."

Der erste Becher Tee wurde von mir in kürzester Zeit geschluckt- und ohne meine Frage nach mehr abzuwarten wurde er sofort erneut gefüllt. Während ich mich auf Hände und Knie stemmte um ein wenig mehr Übersicht zu gewinnen, gewahrte ich das im Stroh stehende Tablett mit einer zweiten Kanne und mehreren abgedeckten Schüsseln. Meinem Blick folgend antwortete Anja:

"Kaffee- wie du ihn am liebsten hast... viel Milch und ohne Zucker. In den Schüsseln sind Brot, Käsewürfel und Wurststücke. Möchtest du so bleiben oder magst du dich lieber wieder hinlegen?"

Darauf bedacht, mir nicht unnötig selbst Schmerzen zuzufügen, legte ich mich wieder in die Position, die mir diese am wenigsten verursachten. Anja schob mir abwechselnd aus jeder Schüssel einen Happen in den Mund und dann gab es Kaffee- so viel ich wollte.
Nachdem mir so bereits ein Drittel des zur Verfügung stehenden Futters in den Mund geschoben war, öffnete sich von außen die Tür und Markus schob meinen Freund nach dem Training für dessen Mittagspause in die Box.

"... Anja, ich hole noch die Schüssel mit dem Futter für Miu... Ist noch Tee für ihn in der Kanne? Ich müsste noch die Einsteller versorgen..."

Meine Jockey bestätigte dies- daher reichte der Pferdetrainer Anja nach dessen Rückkehr ihr eine der üblichen Futterrationen mit der Bitte, Miu zusätzlich zu saufen zu geben. Ob sie dann auch ein paar Minuten Zeit hätte für ein Gespräch mit ihm...

"Schlachtross- wenn du es mir erlaubst, schaue ich nachher nach den Hufen deiner Hinterhand..."

Halb abwesend nickte ich diese Bitte ab- mir war es im Moment wichtiger, meinen Magen zu füllen. Genüßlich schluckte ich einen zerkauten Käsewürfel hinunter... Was ich sehr angenehm empfand- weder meine Jockey noch der Pferdetrainer drängten mich- im Augenblick- ihnen etwas über die vergangenen Tage zu offenbaren.


Nach einiger Zeit war der Pferdetrainer zurück. Er brachte neben meinen Hufstiefeln und dem Halfter für mich auch eine Schachtel mit.

'Was soll...- er hat dich in etwas gefragt und du hast zugestimmt. Er wollte nach meinen Füßen schauen...'

Ohne weitere Aufforderung drehte ich mich auf meinen Bauch und stützte mich auf meinen Unterarmen ab. Das bereitete mir einige Schmerzen- die Boxhiebe von Mira waren deutlich zu spüren und auch mein 'Schlauch' fand die Position suboptimal. Aber ich bräuchte nur meine Hinterhand anzuwinkeln und Markus könnte so meine Fußsohlen problemlos versorgen!
Der Trainer zog sich für mich sichtbar Einmalhandschuhe über, die er aus der Schachtel entnahm- dann begab er sich zu meiner Hinterhand...

"Ich werde... bevor ich dich irgendwo anfasse... dir sagen, was ich machen werde... So bist du darauf vorbereitet- falls ich dir aus Versehen weh tun sollte..."

' ...das ist es, warum ich dir immer noch vertraue- Pferdetrainer! Du warst und bist ehrlich...'

Markus tastete meine Fußsohlen zuerst vorsichtig ab- und auch bei aller Achtsamkeit zog ich ein paar Mal scharf die Luft durch die Zähne und ballte meine Fäuste.

"Die vorhandenen Blasen sind zum Teil offen... aber haben sich nicht entzündet- das ist doch schon mal gut. Ich desinfiziere jetzt alles- das wird ganz sicher unangenehm- und dann lege ich dir einen Verband an. Ich bin mir sicher, du wirst dann trotzdem deine Hufstiefel anziehen können...- du bist noch immer ein Hengst!"

Für mich wusste der Pferdetrainer was er da tat- und wollte er mich nicht auch an dem Tag versorgen, wo ich am Abend lahmte und Augustine mich dabei in ihr Finger bekam? Diese Sadistin war ja förmlich explodiert, nachdem Markus mir da helfen wollte...

"Markus- hast du mich gestern... so wie jetzt auch... versorgt?"

"Halt still- der Verband muss straff sitzen... Wenn ich dir die Stiefel übergezogen habe, schau ich mir den Rest von dir an. Ich habe heute Nacht mitgeholfen, dich hier her zu bringen..."

Das war nicht die Antwort, die ich eigentlich hören wollte- doch blieb es dabei und für Markus war alles gesagt.
Gemeinsam mit der Rittmeisterin und Anja hatte er Schlachtross in die Box gebracht und nachdem die beiden anderen von ihm weggeschickt waren, hatten er und die Oberschwester erneut Schlachtross versorgt.

'Miu wird ihm ganz sicher nichts sagen...- er hat die Gründe dafür verstanden, die ich ihm erklärt habe...
Das Sedativum hat erneut für Erholung bei dir gesorgt- aber wir können das nicht ständig bei dir zur Anwendung bringen... Mehr hat dir die Baronin auch nicht zugestanden- auf Anraten von Natascha! Du willst sicher keine Abhängigkeit von Schmerzmitteln eingehen...'

Etwa fünf Minuten später war er mit dem Körpercheck von Schlachtross fertig, legte ihm sein Kopfhalfter an und bat Anja, mit ihm die Box zu verlassen...


Anja:

"...wie würdest du Schlachtross einschätzen... körperlich UND psychisch? Ich habe ihn zwar die letzten drei Wochen überwiegend trainieren dürfen...- aber ich trau mir nicht zu, ihn JETZT zu beurteilen... Ich habe versagt...- und ihn im Stich gelassen..."

"Pferdetrainer...- das einzige, was ich derzeit weiß... Dominic... also Schlachtross... er vertraut dir. Als einzigem hier auf Rosengarten- da bei euch ja die Pferde nicht zählen!
Brutus achtet er als sein Leithengst und Miu ist sein Freund- und ich bin mir sicher... wenn wir zu meinem Hengst Zugang bekommen und ihm helfen wollen... dann nur über die beiden..."

Die Spitze mit den Pferden konnte ich mir nicht verkneifen- und daß diese bei ihm angekommen war, sah ich an seinem Gesichtsausdruck während meiner Worte.

"... Um der Frage zuvor zu kommen- körperlich? Ihr habt ihn so gefunden... Bei meinem Besuch vor gut anderthalb Wochen habe ich mich von der Aussage deiner Partnerin einlullen lassen und es ihr abgenommen... die damalig bereits vorhandenen Narben wären ein einmaliger Ausrutscher...
Ich habe eure anderen Pferde mir inzwischen auch genauer angeschaut- die Wahrheit über Rosengarten ist ganz sicher schlimmer als alle kursierenden Gerüchte... und du... bist genau so ein Teil davon!"

In Anja kochte die Wut über alles, was Rosengarten beinhaltete, wieder hoch- und da gab es für sie, da sie als die Jockey von Schlachtross indirekt mit betroffen war, derzeit keine Grautöne...
Aber, so sagte sie sich- ihr Gesprächspartner hatte zumindest den Mumm gehabt, das Ganze nicht mit zu vertuschen und ihrem 'Pferd' somit zu helfen...

"Entschuldigung Markus...- in mir kam gerade einiges hoch... Schlachtross hat aber gestern gesagt, er vertraut dir... Ich sollte mir daran ein Beispiel nehmen...
Du hast sicher damit recht- Miu und... Brutus? sind besser als wir im Augenblick geeignet, Zugang zu ihm zu erhalten... Obwohl ich gestern Schlachtross seit meinem Eintreffen bis zu dem Gespräch mit der Baronin fast die gesamte Zeit in den Armen gehalten und betreut habe...- er hat nicht wirklich etwas aus sich heraus gelassen! Ich habe, ehrlich gesagt, keine Ahnung wie es in ihm aussieht..."

"...er wird sich früher oder später öffnen- müssen! Ich hoffe für ihn, er bekommt es so früh wie möglich hin... Wenn Brutus, Steel oder Miu von den Töchtern hart... gequält worden waren... galt hier auch weiterhin das Sprechverbot für sie, doch ich nahm sie zur Seite und dann drückten sie ihren Schmerz und Wut aus und sie bekamen den Trost von mir als Mensch, den sie in so einer Situation benötigten...
Wenn ich nicht da war... oder keine Zeit dafür hatte... war es Miu in der Hengstbox, der als 'Omega' der Herde diese Aufgabe übernahm... So gesehen ist seine Freundschaft mit Schlachtross wohl die beste Chance für deinen Hengst..."

"Aber was würdest du jetzt versuchen... wie wollen wir ihm die Chance bieten, hier weiter zu machen... vielleicht sogar an dem Rennen teilzunehmen... und was das Wichtigste ist- wieder zu sich selbst zu finden!
Wie stehst du zu der Idee, mit ihm einige der Elemente zu trainieren, mit denen ich am Anfang meiner Zusammenarbeit mit ihm sein Vertrauen gewann?"

"Emotionale Ebene? Das wäre auch mein Ansatz gewesen...- das dürfte der beste Weg sein um das Vertrauen in uns wieder zu gewinnen. Bodenarbeit und Elemente vor einem Sulky...- ich habe da bereits etwas in der Reithalle aufgebaut.
Noch eine Bitte Anja...- auch wenn die Oberschwester bei seiner medizinischen Versorgung den Hauptanteil geleistet hat... Schlachtross darf dies... noch... nicht erfahren! Da gibt es noch eine Menge, was zwischen den beiden zu klären wäre- was die beiden ohne unsere Hilfe schaffen müssen...
Versprich es mir...- bitte!"

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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:13.11.21 09:09 IP: gespeichert Moderator melden


Hallihallo!
Ich muss wieder einmal ein Lob dalassen..
Die Entwicklung geht weiter, in einer interessanten Richtung. Auf eine interessante Art.
Ich finde es toll, dass nach und nach einige Personen deutlicher erkennbar werden, auch ihre Intentionen und Haltungen.
Es freut mich fürs erste, dass Schlachtross soweit wohlauf ist, jedoch trotzdem weiter trainiert werden soll. Bin gespannt, wie er sich entwickelt.
Danke für diesen Teil! Freue mich auf den nächsten!
Wuff
Rico
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:19.11.21 12:23 IP: gespeichert Moderator melden


Und wieder steht ein neues Kapitel an...- Schlachtross testet sich selbst und Markus macht einen (verzeihbaren) Fehler...



Tag 26; Woche vier- Donnerstag (Part 2)


Stallbereich- eine halbe Stunde später...


"Schlachtross... Schlachtross..."

Die Stimme meiner Jockey an der Boxentür, mehrfach leise an mich gerichtet, sorgte für meine Aufmerksamkeit ihr gegenüber...

"Miu...- ich bin froh, daß mein Pferd in dir einen so guten Freund gefunden hat... Würdest du, wenn mein Hengst einwilligt... ihn bei etwas Bodenarbeit unterstützen?"

'...Anja... das hast du ja fein eingefädelt... War das der Inhalt deines Gespräches mit Markus?'

Dieser indirekt an mich gerichtete Aufforderung, zumindest einen Versuch zu wagen und so meiner Zusage von gestern... drei Tage Training unter ihrer Aufsicht... könnte ich zwar mit einem Hinweis auf meinen Zusammenbruch im Büro der Baronin abblocken...- aber das wäre Selbstbetrug!
Ich wollte mich ja testen, ob ich nach alldem hier noch Pferd sein könnte... und das würde nur mit Training möglich sein. Meine Hufstiefel und das Halfter trug ich bereits seit Markus mich versorgt hatte, daher bräuchte ich nur aufzustehen...

'Komm... hoch auf die Hufe...'

Meine Fußsohlen protestierten sofort gegen die Belastung- und auch der Rest meines Körpers war mit meiner Entscheidung, auch nur aufzustehen, nicht einverstanden! Miu schaute besorgt und Anja fragte, ob ich es nur ihr zuliebe auf mich nehmen würde...- ich müsste es in diesem Fall nicht machen.

"Nein- die sollen es sehen... ich stehe noch und die hätten mich schon... wie geplant... totschlagen müssen..."

Die pure Wut hielt mich aufrecht und beide wussten sehr genau, wie ich es meinte...- was Anja zu der Bemerkung veranlasste, wenn ich mich jetzt überanstrengen würde und erneut zu Boden ginge... wäre das ein weiterer Sieg für jene, die mir das hier angetan hätten!

"Schön langsam und ruhig...- besser wenig und in kleinen Schritten Erfolge erzielen... Ich kenne deinen Ehrgeiz... mein Hengst!
Du brichst sofort ab wenn du nicht mehr kannst- geh ruhig bis an das Limit was du zu schaffen glaubst... Ich vertraue dir... du wirst es aber nicht überschreiten- klar?"

Wiehernd stimmte ich zu und mit einem Schritt in Richtung der Stallgasse machte ich klar, es könnte los gehen. Anja verzichtete wohl auch bewusst auf eine Führleine- sie schaute einen Moment auf jene, die sie an ihren Plätzen hängen sah und berührte kurz die leere Stelle unter meinem Namen!

"Seid beide brave Hengste und lauft so neben mir her... Wir üben ein wenig in der Reithalle. Der Pferdetrainer hat da schon etwas vorbereitet..."


In der Halle angekommen sah ich, die Hälfte der Fläche war mit Absperrband abgetrennt...- und den Hinweis auf einem Schild, diese wäre den Pferden das Hofgutes vorbehalten! Spuren im Sand der anderen Hälfte zeigten mir aber, hier hatte Übungsbetrieb stattgefunden...

'Mira hatte mich und alle anderen Pferde hier bis zur Erschöpfung getrietzt...'

Es gab keinen Bereich hier in Rosengarten, der nicht mit negativen Erinnerungen belastet war- würde ich dies auf die Dauer ausblenden können? Ich würde es versuchen- Markus, Miu und manchmal die Rittmeisterin hatten mir ja auch positive Momente hier verschafft...

'Komm- versuche dich auf die Einheit mit Anja einzulassen... Sie ist deine Jockey und wo sie dich trainiert- ist uninteressant! Miu ist auch bei dir...- und du darfst aufhören, wann immer du magst.'

Schon auf dem Weg zur Halle hatte ich gespürt, meine geschundenen Fußsohlen würden wohl ausschlaggebend sein wie lange das Training andauern würde- Trab oder gar Galopp ginge, wenn überhaupt, dann nur unter Zwang. Aber das würde mit Anja als Trainerin im Beisein meines Freundes ganz sicher nicht passieren...
Der von uns zu nutzende Bereich war mit mehreren quer liegenden Stangen und farbigen Folien als für Pferde 'verbotene' Flächen präpariert.. zudem war an der Wand ein Kasten mit Wasser, mein von Petra gefertigtes persönliches Zuggeschirr und ein Rennsulky bereit gestellt... Meine Jockey ließ dies aber erst einmal alles 'links liegen' und unternahm auch keine Anstalten, mir eine Longierleine anzulegen...

"Miu- du wirst... erst einmal... vor Schlachtross her laufen- im Schritt, bis ich euch etwas anderes sage..."

Mit diesen Worten nahm sie eine bereitgelegte Longierpeitsche auf... schaute erst sie und dann mich kurz an- und hängte dann demonstrativ die Schnur, mit der sie mich berühren könnte, aus!
Diese kleine Geste erneuerte mein Vertrauen in sie mehr als es stundenlange Gespräche vermocht hätten. Auch ohne Worte war klar- ich zeige dir nur, was ich von dir möchte... und du setzt es bestmöglich um!

"Schlachtross- bleib! Miu- voorwäärts..."

Mit dieser Aufforderung beginnend, führte sie meinen Freund den von ihr geforderten Weg einmal um mich in einem Abstand von etwa zehn Metern herum.

"Komm Schlachtross...- schließ dich Miu an!"

Einfaches im Kreis laufen... dazu noch sehen, wann und wo ich bei einem 'Hindernis' die Beine heben müsste um darüber zu steigen...- das waren Basics. Vier Stangen und eine 'Engstelle' stellten so keine Herausforderung dar... und so trottete ich im Schritt hinter Miu her. Doch bereits nach einigen Runden forderte mich Anja auf meinen Blick nicht mehr auf den Boden zu richten und statt dessen ihren Ansagen zu vertrauen...

'...so haben Anja und ich angefangen ein Team zu bilden...'

Einen Moment verschwand die Reithalle vor meinen Augen und ich befand mich zusammen mit ihr auf dem Trainingsplatz in 'WALDSEE'- Bea's Gestüt...

"Gut gemacht- mein Hengst! Miu- du läufst ab sofort außen neben Schlachtross! Für dich sind die Flächenhindernisse nicht existent- verstanden?
Schlachtross...- du schaust weiter gerade aus! Konzentrier dich auf das Ende meines Stabes..."

Ein schnauben war die einzige hörbare Reaktion und mein Freund verschwand aus meinem Blickfeld- dafür sah ich jetzt das Ende der Longierpeitsche und fokussierte meinen Blick darauf. Meine Jockey fügte ab sofort Richtungsänderungen für uns hinzu- gab aber nach einiger Zeit ein Stopp für uns...

"Das war jetzt eine halbe Einheit- ihr habt euch eine Pause verdient!"

Mit diesen Worten blieben wir weiter auf sie fokussiert- wie es hier üblich war- und erst auf einen Wink von Anja kamen wir zu ihr. Mit einem Handtuch, was mir bei dem ersten Blick entgangen war, tupfte sie mir vorsichtig den Schweiß vom Körper, rieb danach Miu ab und gab uns dann Wasser zu saufen.

"Miu- passt du bitte kurz auf mein Pferd auf? Ihr beide dürft euch an die Holzwand anlehnen...- aber hinlegen ist verboten! Ich möchte nicht, daß du dir einen Grind aufbrichst und Sand oder Dreck dann in die offene Wunde gelangt..."

Meine Jockey hielt auch das von ihr gefaltete Handtuch so an die Wand, daß ich mich dagegen lehnen konnte und es als Polster für meinen Rücken diente. Einige Minuten später war sie wieder zurück und mit einem entschuldigenden Lächeln meinte sie, ihre Blase hätte ein Recht eingefordert...

"Wie sieht es bei euch beiden aus?"

Weder Miu noch ich spürten aber ein Bedürfnis uns so schüttelten wir verneinend unsere Köpfe. Zu dem Inhalt einer danach angebotenen zweiten Flasche Wasser sagten wir aber nicht nein- auch wenn wir in der Reithalle im Schatten übten, es war warm...

"Mein Hengst...- traust du dir zu..., dir dein Zuggeschirr überziehen zu lassen? Ich möchte dich vor dem Sulky einschirren und dich damit über Langzügel lenken... Ich werde nicht aufsitzen..."

Anja agierte übervorsichtig bei dieser ersten Einheit mit ihrem Hengst nach seiner Rettung- kein Druck... nichts, was Schlachtross körperlich oder seelisch verletzen könnte. In diesem Augenblick hatte er für sie den Status eines unausgebildeten Pferdes zu dem sie erst Vertrauen aufbauen musste. Er hatte sich ihr, was die Zeit hier seit ihrem Überraschungsbesuch- insbesonders die Folterungen betreffend... noch nicht wirklich geöffnet...
Schlachtross spürte dies Rücksichtnahme natürlich- und dies war der Grund, warum er auf die Bitte seiner Jockey einging...- auch wenn er mit sich selbst unzufrieden war. Er spürte, das 'instinktive' seines Handelns, worauf hier ja derart viel Wert gelegt wurde... war weg!
Warum dies so war...- es war nicht greifbar... - genau das machte ihm aber Angst!

'Es wird schon wieder kommen...- komm, von der Belastung wirst du den Sulky hier locker ziehen können... und dein Zuggeschirr ist wie ein Teil deiner Haut. Lass es dir anlegen...'

Langsam drückte ich mich von der Wand weg... und nach wenigen Schritten stand ich neben dem Sulky und zeigte meiner Jockey an- ich wollte ihrer Bitte nachkommen und es zumindest versuchen. Schon allein diese Geste brachte mir erneut ein Lob von ihr und ein motivierendes Schnauben meines Freundes ein. Nach dem Anlegen des Geschirrs dankte ich Petra erneut für ihre Arbeit- auch wenn meine Jockey es mir bei den Riemen und Schnallen ein Loch enger stellen musste... es lag trotz allem perfekt an und ich spürte das Gewicht der Zugstangen so gut wie überhaupt nicht.

"Miu, du bleibst neben mir..."

Dies war die einzige Ansage, die ich noch zu hören bekam- und ein leichter Zug der Zügel auf meine Trense, der aber sofort wieder verschwand, war für mich das Startsignal!
Die nächsten Minuten wurde ich im Schritt durch die Halle gelenkt- keine verbalen Ansagen... nur leichter Druck in den Mundwinkeln, dem ich weichen und damit meine Laufrichtung ändern sollte. Einzig die Ansage von Anja, ich solle, wenn ich dies möchte, meine Augen schließen, unterbrach einmal die Stille in der Halle.
Natürlich wäre ihre 'Bitte' sonst nur eine höfliche Umschreibung dafür gewesen, ich solle diese umsetzen- doch hier, das spürte ich, war es mir freigestellt, ob ich dieser nachkomme oder es für mich entscheide, dies zu lassen...

Anja merkte sofort, die Schritte ihres Hengstes waren einige Augenblicke unsicherer als vorher- dann fing er sich aber und sein Gang war wie gewohnt.

'Danke mein Hengst...- du vertraust mir noch immer... auch wenn ich dich bei meinem ersten Besuch hier nicht sofort aus dieser Hölle geholt habe...'

Diese Fehlentscheidung nagte an ihr als Vertrauens- und Bezugsperson für 'ihr' Pferd- und Anja hatte keine Ahnung, wie lange sie benötigen würde... um diesen Grad an Vertrautheit erneut zu erreichen!

'Selbst wenn mein 'Schlachtross' hier weitermachen sollte und sich dafür entscheidet, an den Rennen in zwei Wochen hier teilzunehmen...- wenn dieser Grad an absoluter Vertrautheit fehlt... ziehe ich die Bereitschaft zum Start zurück! Egal, was er, diese Baronin und Lady Bea dazu sagen werden!'

Anja führte Schlachtross so den Rest der Trainingseinheit über die langen Zügel durch die Reithalle. Ihr Hengst setzte alles, was sie von ihm verlangte, auch prompt um...- doch da war keine Leidenschaft... das war stumpfes Abliefern des von ihr geforderten...


Schlachtross war irgendwie froh, daß die Einheit vorüber war- auch wenn er von Anja für seine Leistung gelobt wurde... er selbst war unzufrieden mit sich! Miu schaute ihn zwar immer noch bewundernd an... doch auch da hatte sich etwas eingeschlichen... was er... noch... nicht begrifflich zu fassen bekam.
Trotzdem...- physisch war noch etwas machbar und so kam in ihm sogar ein Moment Freude bei der Ansage auf, der Pferdetrainer würde eine zweite Einheit mit ihm 'draußen' trainieren wollen. Auch hier nur Schritt- aber er würde Markus ziehen müssen... während Anja mit Miu vor oder neben ihnen laufen würde.
Dies einwilligend übernahm ihn Markus und während sein Freund von seiner Jockey vor einem zweiten Sulky eingeschirrt wurde, gab es für Schlachtross etwas Wasser und eine Hand voll Müsli als Belohnung für seine bisher gezeigte Leistung.


15 Minuten später standen Schlachtross und Miu im Schatten der Mauer der Reithalle, während Anja und der Pferdetrainer letzte Absprachen bezüglich der anstehenden Einheit trafen. Die Sonne stand noch immer hoch am Himmel und keine Wolke dämpfte ihre Kraft- doch vor dem Aufsitzen bekamen beide Pferde den Platz genannt, wo das Training stattfinden sollte: auf dem Weg durch das Wäldchen zur Rennbahn und damit in einer Schattenzone!

'Markus- das ist es, was dich über alle anderen Trainer hier heraus hebt... noch mehr als die Rittmeisterin weißt du, was du deinen Pferden in jeder Situation zumuten kannst! Die Rittmeisterin hätte sicher auch dafür gesorgt, daß wir mit Sonnenschutz eingerieben worden wären...- aber im Unterschied zu dir hätte sie, wenn von ihr Training auf der schattenlosen Rennbahn geplant wäre, dieses dort auch durchgezogen. Und zu was...- nein Schlachtross... denk an etwas schönes...'

Es waren nur wenige Minuten Marsch in der Sonne- dann boten die Kronen der Bäume Schutz vor ihren Strahlen und auch die gefühlte Temperatur war angenehmer. Beide Jockeys führten mit ihren Teams nichts großartiges durch- anziehen, abbremsen, aneinander vorbei fahren... Turn am Ende des Wäldchens und wieder zurück zur anderen Seite. Der Pferdetrainer forderte aber die gesamte Zeit über die volle Aufmerksamkeit und ermunterte Schlachtross, sich, wie er es ihm beigebracht hatte, in den 'Ponyspace' zu versetzen und seine Anweisungen instinktiv zu befolgen...

'...siehst du... jetzt hat es wieder geklappt... Jedes unserer Pferde hier hat nach einem 'Aufenthalt' in der Folterkammer der Baroness' Schwierigkeiten damit... Glaube mir- das wird schon wieder...'

Zum Ende der Einheit hin hatte der Pferdetrainer aber das Gefühl, Schlachtross würde, auch wenn er dies zu kaschieren versuchte, zu lahmen anzufangen. Daraufhin beendete er sofort das Training und fragte Schlachtross, ob alles mit ihm in Ordnung sei.

"...deine Fußsohlen? Sollen wir mit dir in die Klinik und dort Natascha nachschauen lassen? Die Oberschwester könnte deine anderen Verletzungen da auch gleich kontrollieren und gegebenenfalls versorgen..."

Kaum hatte der Pferdetrainer diese Worte ausgesprochen, merkte er an der heftigen Reaktion des Hengstes, was er ihm da gerade zumuten wollte. Schlachtross versteifte geradezu und schütteltet einmal sehr bestimmt seinen Kopf. Auch Anja unterband mit einem sehr bestimmten "Nein!" jede weitere Diskussion über dieses Thema.

'Idiot...'- Markus schalt sich selbst- '...seine Jockey und er wissen doch noch nicht, wie sehr die Oberschwester gestern mit geholfen hat, daß er jetzt hier steht...
Ich habe doch Anja selbst darum gebeten, dieses Thema zu meiden!'

Markus schaute Schlachtross ein wenig enttäuscht an...- aber, so sagte er sich, nach all dem, was ihm hier auf dem Hofgut und speziell dort widerfahren ist... da hätte er, ohne dazu gezwungen zu werden, auch keinen Schritt hinein gesetzt!

'Aber ein erster Versuch ihn so mit Natascha zusammen zu bringen...- die Chancen dafür waren ohnehin gering... Trotzdem... das war ungeschickt!'

"Komm- wir gehen zurück in den Stall... Du hast schon mehr geleistet... als ich dir im Moment zugetraut hätte. Dusche, dann Futter...- und ich schaue dort nach deinen Hufen... wenn du es mir erlaubst?"

Der Pferdetrainer hatte den weiteren Ablauf bewusst als Frage formuliert- er wollte Schlachtross zu nichts drängen. Das Gefühl in seiner Magengrube, sich von Mira derart einlullen zu lassen, war wie ein Klumpen Schlacke und er würde diesen wohl noch sehr lange mit sich herum tragen...

'Hoffentlich nimmt er die erste geplante Änderung ohne Widerspruch hin- auch wenn seine Jockey die Idee und vor allem die Hintergründe dafür gut heißt...'

Die Änderung...- betraf den Umzug aus der Fohlenbox in die benachbarte Paddockbox. Diese erschien infolge der fehlenden Wärmelampe auf den ersten Blick nicht ganz so komfortabel, doch hatte der Pferdeknecht diese genau so sauber wie die Fohlenbox herrichten müssen und zudem waren auch die Nachttemperaturen so hoch, daß man auf diese verzichten könnte. Der unbestreitbare Vorteil war aber der Paddockbereich, zu dem die dort untergebrachten Pferde jederzeit Zutritt hatten. Für die Gestütpferde war dies quasi die 'Luxussuite', in welche diese nach besonderen Leistungen wie Siegen bei Rennen Zutritt erhielten.
Seine Partnerin hatte dies gegenüber der Baronin erneut vorgebracht- wäre es nach Vanessa gegangen, würde Schlachtross bereits seit seit seinem Einsatz für das Hochzeitsgespann hier untergebracht sein. Aber jetzt war er von der Baronin ohne Diskussion akzeptiert worden...

'Das hätte deine Folter durch diese... 'Idiotinnen' sicher auch nicht verhindert... aber es wäre ein Zeichen der Anerkennung für dich gewesen... Muss es denn immer hier nur auf die harte Tour in solchen Dingen gehen?
Ich hoffe, du freust dich darüber- zumal Miu mit dir umziehen wird. Er ist, davon sind Natascha, Vanessa und ich überzeugt, derjenige, der dir an besten helfen kann, dies alles hier ohne Folgeschäden zu verarbeiten...'

Schlachtross hatte den als Frage formulierten Vorschlag irgendwie teilnahmslos abgenickt und war hinter dem Pferdetrainer zurück zum Stall getrottet. Miu hielt sich neben seinem Freund- aber er enthielt sich jeglichem nonverbalen Versuch einer Kommunikation... Anja deutete hingegen das Verhalten ihres Hengstes als Erschöpfung und hatte daher nichts gegen die Rückkehr in den Stall einzuwenden. Dort entschuldigte er sich bei Anja und während diese die Schlachtross ausschirrte und im Anschluss beiden Pferde abduschte, überprüfte er noch einmal die Paddockbox- fand aber an deren Vorbereitung nichts auszusetzen. Frisches, sauberes Stroh und eine Isomatte, die in Einmallaken aus der Klinik eingeschlagen war, dazu Wasser und eine Packung Tücher mit Hautdesinfektion. Auch das Futter für beide Pferde stand bereit und er hatte daran nichts auszusetzen...

'Selbst wenn Schlachtross abbrechen sollte...- nein, bitte lass ihn weitermachen!'

Markus führte seinen Gedanken nicht zu Ende- er konzentriert sich darauf, jeden Moment Schlachtross zu zeigen, wofür er als dessen Trainer stand... im Unterschied zu vielen anderen hier!


Schlachtross:

Meine Jockey hatte Miu bereits trocken gerieben und war dabei mich abzutupfen, da schaute der Pferdetrainer in den Duschbereich. Offensichtlich zufrieden mit dem was er sah, lobte er Anja... und forderte dann 'seine' Pferde auf, ihm in die Box zur Fütterung zu folgen. Mein Freund hielt sich seitlich ein wenig hinter mir- er schien bereit zu sein, mich bei einem möglichen erneuten Schwächeanfall sofort mit seiner freien Vorderhand aufzufangen.
Zu unser beider Erstaunen führte Markus uns nicht wieder in die 'Fohlenbox', sondern er öffnete die Tür zur so benannten 'Paddockbox' und forderte uns auf, in diese einzutreten. Miu wieherte freudig erstaunt und zog an mir vorbei- ich schaute wohl eher teilnahmslos in die Box, wo ich neben dem recht großzügig aufgetragenen frischen Einstreu die für mich bestimmte saubere Liegefläche auf denen zu einem Schlafplatz wie in 'Waldsee' aufgestapelten Strohballen sah. Gegenüber war für Miu eine gleichartiger Schlafplatz eingerichtet- nur ohne die bei mir jetzt notwendige Unterlage aus dem Klinikbereich. Generell schien die gesamte Box penibel auf Sauberkeit getrimmt...

'...wer von euch hat da mit gedacht und begriffen, daß ich besser hier versorgt werden sollte? In diese sogenannte 'Klinik' bringen mich keine zehn Pferde...
Das Futter sieht recht gut aus... Warum aber erst jetzt- nach alldem hier?'

Bei weiterem Erkunden mittels einer Drehung in Box sah ich das bereitgestellte Wasser für uns und den 'Hygienebereich'- das hat doch Einstellerniveau...
Von Markus aufgefordert, legte ich mich auf die für mich vorgesehene Matte und er begann sich um meine Fußsohlen zu kümmern. Stiefel aus, Verband ab, desinfizieren, vorsichtiges abtasten und erneutes Anlegen des Verbandes... danach kamen alle anderen 'bedenklichen' Stellen dran. Mein Freund hatte bereits mit dem Fressen begonnen und auch mir schob Anja während meiner Wundversorgung durch den Pferdetrainer bereits den einen oder anderen Bissen in den Mund...
Der Pferdetrainer arbeitete sehr gründlich- was für mich zur Folge hatte, Anja gingen die Bissen aus mit denen sie mich fütterte, bevor Markus meine Wundversorgung beendete.

'Das war der erste von den drei zugesagten Tagen...- Anja hat sicher mitbekommen, das war heute nur für sie... ich bin immerhin ihr Pferd! Aber mir wäre es lieb, wenn sie... und der Pferdetrainer... mich jetzt in Ruhe lassen würden...'

Ich brauchte keine Worte verlieren- allein über meine Körpersprache signalisierte ich meinen Wunsch mich in Ruhe zu lassen- und Markus verstand sofort. Mit der Bitte an meine Jockey, ihn zu begleiten zogen sich beide aus der Box zurück und ich blieb, auf eigenen Wunsch, mit Miu in dieser.

'... mein Freund- ich habe unheimliche Angst davor, die Augen zuzumachen und einzuschlafen... Das schlimme ist- du wirst mir nicht helfen können! Du wirst es verstehen...'

Meine mir jetzt zugestandene Decke über den Kopf gezogen lauschte ich den nach und nach schwindenden Geräuschen im Stall... immer in Furcht, statt dessen die Stimmen von Augustine, Jens, Mira oder Natascha zu vernehmen, die mich verhöhnen oder Dinge von mir verlangen würden, die ich nicht erfüllen könnte und daher dafür Prügel bekäme...


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Schlachtross erlebt das, was man keinem wünscht...- erfährt aber Hilfe!



Tag 27; Woche vier- Freitag (Part 1)



Paddockbox...- Morgendämmerung...


DRACHENLORD


Schlachtross:

'Wo war ich? Was war los? Hilfe!'

Panisch schreckte ich auf, mein Herz raste und ich war in Schweiß gebadet. Nach einigen Sekunden beruhigte sich mein Puls wieder und ich erkannte, im trüben Licht, dass ich in der Paddockbox war. Miu lag, tief schlafend, an meiner Seite. Ich war jetzt hellwach und konnte, besser gesagt wollte, nicht mehr einschlafen aus Angst vor den Träumen die wieder kommen würden.
So leise wir möglich, um Miu nicht zu wecken, stand ich auf und ging durch den Lamellenvorhang auf die Weide hinter dem Stall.
raußen war es noch dunkel, doch am Horizont war schon das erste schwache Licht des neuen Tages zu sehen. Ich ging, die Schmerzen an meinen Füßen ignorierend, über das feuchte Gras doch schon nach wenigen Runden steuerte ich die große Weide an, die mitten im Paddock steht.
Ich setzte mich unter den Baum und schaute nach Osten, wo die Schwärze der Nacht jetzt schon eindeutig zu einem dunklen Blau geworden war.
Obwohl sich die raue Rinde schmerzhaft in meinen geschundenen Rücken bohrte, spürte ich nichts. Ich saß einfach da und schaute. Plötzlich begannen mir Tränen über die Wangen zu laufen. Zunächst wusste ich nicht warum, doch plötzlich traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag.
Schlachtross... meine Pferdeseite...- war fort!
Dort wo er immer seinen Platz in meinem Kopf gehabt hatte war nichts als Leere zurückgeblieben. Aus meinem stillen Weinen war ein hemmungsloses Schluchzen geworden. Ich lehnte immer noch an der Weide und trauerte. Ich trauerte um diesen Teil meines Ich wie um einen guten Freund. Seltsamerweise fühlte ich keine Wut oder Hass auf Mira... oder ihre Schwester... weil sie ihn mir genommen hatten. Ich fühlte nur eine unendliche Leere und Einsamkeit. Doch gleichzeitig wollte ich allein sein. Ich wollte niemanden um mich haben und auch nicht getröstet werden.
Mittlerweile war aus dem dunklen Blau am Horizont ein rötlicher Schimmer geworden, als mich ein Geräusch aufschreckte. Ich fuhr herum und war sofort wieder auf Abwehr und Flucht gepolt. Doch ich sah nur Miu hinter mir stehen. Er war in einigen Metern Abstand stehen geblieben und sah mich an. Ich konnte nicht sagen wie lange er schon dort stand, doch er zitterte leicht und seine großen Augen zeigten mir, dass er von meinem inneren Schmerz wusste.
Ächzend rappelte ich mich auf und ging zu ihm. Ich löste sein Halfter und als er sich zurückziehen wollte sagte ich leise:

„Schhhht! Ruhig Miu, alles ist gut!“
as war eine Lüge...- und er wusste dies genauso wie ich auch... doch hielt er still und ich nahm ihm nach dem Halfter auch sein Geschirr ab. Kurz darauf stand er nackt vor mir und schien sich sichtlich unwohl zu fühlen. Ich nahm ihn in den Arm und hielt ihn fest, oder vielleicht auch er mich...

Nach einiger Zeit löste ich mich von ihm und nahm meinen Platz unter dem Baum wieder ein. Kurz darauf kam Miu zu mir und setzte sich neben mich. Er legte seinen Kopf auf meine Brust und ich begann ihn zu streicheln. Bald schon wurde sein Atem ruhig und ich merkte, dass er eingeschlafen war.
Die ruhige Gleichmäßigkeit seiner Atemzüge und die Wärme die von ihm ausging, beruhigten mich soweit, dass auch mir die Augen zu fielen und ich wieder einschlief.


DRACHENLORD ENDE


"Morgentraining"


Markus weckte uns, noch immer an den Baum gelehnt vorfindend, und hielt uns je eine Apfelspalte vor unsere Mäuler. Für mich hatte er meine Hufstiefel und einen im Rumpfbereich gepolsterten Suit mitgebracht den ich anziehen sollte, während er Miu mit in Richtung Box zog. Na gut- ich hatte ja zugesagt, drei Tage Training wären mit mir machbar, ehe ich mich entscheiden würde ob es endgültig weitergeht. Trotzdem stieß mir die Art auf, in der Markus agierte, während ich vorsichtig den Suit über meinen Körper zog. Wozu tat ich dies mir eigentlich noch an?
Nachdem ich in dem Anzug steckte und der Reißverschluss vom Pferdetrainer geschlossen worden war, reichte dieser mir eine Tablette mit dem Hinweis, ich sollte diese ruhig zu mir nehmen- meine Schmerzen würde diese zwar nicht ausblenden, doch das Training für mich erträglich machen...
Ein paar Schlucke Wasser zum Herunterspülen... dabei seine Frage an mich, ob ich beim Anziehen der Stiefel auf mögliche Fremdkörper geachtet hätte. Dies nickte ich, nicht wirklich auf die anstehende Ausfahrt fokussiert, ab...- aber mit dieser für ihn positiven Bestätigung auf seine Frage führte mich Markus mit leichtem Widerwillen meinerseits zu dem Zweispänner vor der Stallung, in dem schon Miu eingeschirrt auf mich wartete. Meine langsam verheilende Haut war zwar durch den Suit mit der zusätzlichen Schaumstofffüllung im Rumpfbereich recht gut vor dem Druck des Zuggeschirrs geschützt- irgendwie war die gesamte Situation für mich aber völlig unreal, ich bockte zwar nicht bewusst aber zeigte auch keine Begeisterung. Ja, ich musste mich regelrecht zwingen, dieses 'Spiel' weiter mitzumachen. Auch fragte ich mich, ob ich gerade erleben durfte, wie man hier in den alten 'Rosengarten-Trott' zurückfiel, da weder Miu noch ich von Markus gefüttert worden waren.
Markus sah man an, dass er mit meinem agieren unzufrieden war- hätte ich mich so vor einer Woche gehen lassen, wäre mir auch von ihm die Peitsche garantiert gewesen. Selbst Miu war die Situation peinlich- sein Freund Schlachtross stand zwar physisch neben ihm, aber der Hengst, den er wegen seiner Stärke und Loyalität bewundert hatte, war nicht mehr anwesend.

Zumindest munterte uns der Pferdetrainer mit der Ansage auf, nach dieser Einheit würde Anja uns ein ausgiebiges 'Morgenfutter' reichen. Je schneller wir die 5km-Runde hinter uns bringen würden, desto schneller würden wir gefüttert werden!
Mit dieser indirekten Aufforderung von Markus zum Anziehen setzte sich die Kutsche mit uns zu der geplanten leichten Trainingsrunde in Bewegung- trotz der zusätzlich gepolsterten Gurte des Zuggeschirrs spürte ich noch genau, wo diese Hexe Mira mir Schmerzen zugefügt hatte. Daher war es Miu, der den überwiegenden Teil der Zugarbeit leistete- auch wenn ich meine Zugketten halbwegs straff hielt- was dem Pferdetrainer natürlich nicht entging. Nach gefühlten 30 min stoppte er uns, stieg vom Bock ab und baute sich direkt vor mir auf. Er schaute mich direkt an und ohne die Stimme zu erheben fragte er mich, was dieser Mist von mir sollte und wo der willensstarke Hengst geblieben sei, den er kenne.
Auf diese von mir als Provokation empfundene Frage platzte mir der Kragen. Mit nicht zu überbietendem Sarkasmus in der Stimme fiel ich aus meinem nicht mehr vorhandenen Pferd-Sein und antwortete ihm:

"Den haben die Madame Baroness' auch dank deines Wegsehens vom Hof geprügelt - und ich habe keine Ahnung, wohin er geflohen ist! Spann mich aus, ich laufe zurück zum Stall- ich kann nicht mehr... Ich will nicht mehr!"

Mir wurde erst klar, was ich dem einzigen 'Menschen' aus Rosengarten, der immer zu mir gehalten hat, gerade an den Kopf geworfen hatte, als Markus puderrot anlief und wortlos begann mich auszuschirren. Miu neben mir wieherte und als er meine Aufmerksamkeit hatte warf auch er mir zornige Blicke zu- aber das war in dem Moment egal. Erst als Markus Miu kurz über den Kopf streichelte und zu ihm meinte:

"...tut mir leid mein Kleiner, du wirst den Weg allein ziehen müssen...- ich laufe auch neben her!",

dämmerte mir langsam, dass ich diesen bleiben- ja... Freunden- gegenüber zu weit gegangen war. Doch die Kutsche war bereits an mir vorbeigezogen und entfernte sich mit jedem von mir gespürten Herzschlag immer mehr von dem Platz wo ich verharrte. Erneut musste ich mich entscheiden, aber dieses Mal hatte ich mich selbst in diesen Schlamassel geritten- wie treffend...
Auch wenn mir alle meine Muskeln und Knochen dabei weh taten- ich sprintete hinter den beiden her, zog recht schnell an ihnen vorbei und stand dann direkt in ihrer Fahrspur, so dass sie stoppen mussten. Als die Kutsche stand und ich die Aufmerksamkeit von Markus hatte, kniete ich bewusst ab und beugte meinen Nacken in einer Unterwerfungsgeste als Entschuldigung. Nachdem mein Trainer dies durch eine Berührung meines Kopfes anerkannt hatte, wiederholte ich dies vor Miu als Beweis unserer Freundschaft. Seine Augen leuchteten und ein Wiehern zeigte mir, auch er hatte meine Entschuldigung akzeptiert. Danach stellte ich mich an meinen Platz neben der Deichsel und wartete geduldig, bis Markus mit meinem erneuten Einschirren fertig war...

"... jeder Moment der Schwäche, dem du nachgibst- ist ein Sieg der Baroness! Jeder Schritt, jede Sekunde, die du hier weiter trainierst- stellt eine Niederlage für Mira dar! Du weißt es, sie weiß es, alle wissen das...- lass sie nicht gewinnen!"

Markus hielt mich bei diesen Worten an meinen Schultern gepackt- zwei der wenigen Stellen, die mir bei Berührungen kaum Schmerzen bereiteten- und zwang mir dazu seinen Blick auf.

'Pferdetrainer... du hast ja recht...- aber überschätze meine Stärke nicht...'

Die noch ausstehenden 2 km erledigten wir in einer knappen halben Stunde. Auch wenn dank der Vorsichtsmassnahmen das Zuggeschirr nicht allzusehr mir Schmerzen verursachte, ich war froh, als wir unseren Stall zu Gesicht bekamen. Miu zog die letzten 150 Meter mit einem Wiehern unvermittelt an und konnte mich zu einer Trabeinlage aninieren, was Markus- und noch mehr mich selbst erstaunte. Ich war völlig überrascht, dass diese Einlage mir einen Moment des Gefühls zurückgab, dass ich als Schlachtross so liebte. Vielleicht war der Hengst in mir doch nicht für immer geflohen wie ich heute Morgen befürchtet hatte...


"Frühstück"


Anja kam aus der Box, die Miu und mir ganz sicher noch die nächsten beiden Tage als Unterkunft diente, mit einem Lächeln auf uns zu. Sie spannte mich vorsichtig aus und entfernte mein Zuggeschirr, während Markus, der kein Wort über meinen 'Moment der Schwäche' ihr gegenüber verlor, das gleiche bei Miu erledigte. Anschliessend wurden wir von den beiden in die Box geführt, wo das versprochene 'Futter' auf uns wartete- aber ich war regelrecht gerührt, als ich sah, was meine Jockey für uns vier aufgebaut hatte. Ein Tisch, drei Stühle und eine Bank bildeten den optischen Rahmen- auf dem Tisch je zwei Teller und zwei flache Futternäpfe, neben letzteren lagen für Miu und mich sogar ein Löffel, damit wir nicht die Leckerein mit unseren Maul wie in der Gemeinschaftsbox zu uns nehmen mussten. Müsli, Jogurt, kleingeschnittenes Obst stand für Miu und mich bereit- aber das verlockenste war die Schüssel mit dem Rührei und den dazugehörigen Schinkenwürfeln. Noch mehr als ich war Miu von diesem Anblick beeindruckt- er hatte, glaubte ich in diesem Moment, solch ein Futter, seit er als Hengst in die Gemeinschaftsbox gesteckt wurde, nicht mehr gesehen. Fragend schaute er auch Markus an, als Anja verkündete, wir beiden Pferde dürften wie bei der Baronin abgemacht, uns verbal verständigen- sie dehnte dieses Agreement einfach mit auf Miu aus. Markus war sichtlich irritiert, aber Anja meinte, dies wäre mit der Baronin so abgesprochen und würde in Ordnung gehen. Daraufhin nickte auch der Pferdetrainer, aber Miu schüttelte seinen Kopf und wieherte. Offensichtlich war ihm das Pferd-Sein so in Fleisch und Blut übergegangen, dass er nicht mehr anders wollte.

"Schlachtross- danke, dass du mit in den Trab gefallen bist... und auch Danke für deine Entscheidung vorhin..."

Die Stimme des jungen Hengstes, der gerade mit mir gesprochen hatte und nun einen tiefen Blickkontakt mit mir hielt, versetzte uns alle in Erstaunen, aber vermutlich am meisten Miu selbst. Noch bevor die beiden 'Menschen' am Tisch ihren Schock überwinden konnten, wand er sich den beiden zu und wieherte erneut, als wollte er ihnen verdeutlichen, mit mir als 'Artgenossen' wolle er hier und jetzt auch verbal kommunizieren- mit ihnen aber nur als Pferd.
Diese Botschaft schien angekommen zu sein- während Miu und ich die von Anja aufgetischten Köstlichkeiten genossen, wurde dieses stumme Agreement von uns vieren eingehalten- auch wenn ich Anja die Frage ansah, was es mit meiner 'Entscheidung' auf sich hätte.
Markus kümmerte sich auch in der Zeit um meine Füße- vermutlich deswegen hatte mich meine Jockey auch bäuchlings auf der Bank Platz nehmen lassen- aber zu unserer allgemeinen Freude brauchte er sich nur auf einen Wechsel des Verbandes beschränken.
Als wir zum Ende der 'Fütterung' kamen, griff Anja in eine neben ihrem Stuhl stehende Kühltasche und holte einen grossen transparenten Isobecher hervor- fast vollständig gefüllt mit einem hellgrau anzusehendem Shake. Ich bemerkte das Behältnis- und vor meinen Augen veränderte sich alles...
Ich befand mich, wie vor nicht einmal drei Tagen, in Mira's Keller und durchlebte noch einmal die Zwangsfütterung. Von der Bank fallend war die letzte bewusste Wahrnehmung, bevor mir mein Gehirn erlaubte mich in eine Ohnmacht zu flüchten, wie ich schrie...


Grauen...


Das erste bewusste Gefühl war ein Streicheln- ich traute mich aber nicht, meine Augen zu öffen- ich hatte Angst davor in Mira's Gesicht sehen zu müssen, während sie mich in eine falsche Sicherheit zu verführen versuchte. Aber wieso konnte ich sowohl die Stimme von Miu und Anja gleichzeitig aus ihrem Mund in meinem Kopf wahrnehmen? War dies eine neue Teufelei von ihr oder spielten mir meine Sinne einen Streich?
Erneut flüsterte Anja's Stimme leise meinen Namen- und das ich in Sicherheit sei. Wie gern wollte ich dies glauben, aber meine Furcht sorgte dafür, dass ich meine Lider weiter zusammengepresst hielt. Erneut nahm ich die beiden Stimmen wahr- und das typische Wiehern von Miu- und er passte nicht in die Szenerie des Folterkellers. Hatte sie ihm jetzt... wie von ihr angedroht... hinzugeholt, damit ich ansehen müsse, wie sie ihn quälen würde um mir weh zu tun? Der Wunsch nach Gewissheit überwog in diesem kurzen Moment meine panische Furcht und half mir, meine Augen zu öffnen.
Ich schaute in die Gesichter meiner Jockey und meines 'Pferde'-freundes- beide zeigten eine Mischung aus tiefer Besorgnis, die einer aufkommenden Erleichterung wich. Mein Kopf befand sich in Miu's Schoss, Anja kniete neben mir und hielt mit einer Hand mein Handgelenk, während sie mit der anderen über mein Gesicht streichelte. Nach diesem ersten Eindruck brach bei mir einer der Dämme, hinter denen sich noch jene Erinnerungen an die hier zugefügten Erniedrigungen und Schmerzen versteckten...- die zu offenbaren ich in den ersten Stunden nach meiner Rettung nicht die Kraft gehabt hatte. Stossweise unter Schluchtzen konnte ich jetzt von der Zwangsfütterung während der Folter und meiner Panik in den sich daran anschliessenden Stunden, zu ersticken, berichten. Auch die Empfindungen, wie ich in Ketten in der Dunkelheit lag und auch Anja schlimmeres als den Tod gewünscht hatte, brach aus mir heraus. Markus, der zwischenzeitlich Lady Bea geholt hatte, hörte mit ihr nun ebenfalls voller Grauen meinen hervorbrechenden Erinnerungen zu...- während er dies geistesgegenwärtig mit der Kamera seines Telefons dokumentierte!
Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich benötigte, um diesen zweiten Schub meines erlebten Grauens aus mir heraus zu lassen- aber die Sonne stand inzwischen hoch am Himmel. Mein 'Zeugnis' das ich hier- unterbrochen von sich wiederholenden Aussetzern und Weinkrämpfen- über meine Gefühle und Empfindungen im Zusammenhang mit jeder einzelnen erlebten Demütigung durch Mira und ihren Gehilfen Jens sowie Augustine ablegte, war eine einzige Anklage der bisher herrschenden Zustände hier auf Rosengarten. Nichts sehen (wollen), nichts hören (wollen) und auch nichts (dazu zu) sagen- diesen Schuh musste sich Markus anziehen. Noch mehr galt dies für die Rittmeisterin und ihre Chefin. Aber auch meine Lady Bea gehörte dazu- die Gerüchte über Rosengarten waren bekannt und sie hatte nicht die Kraft gehabt, nein zu sagen, als es um mein Schicksal ging. Hier war ich etwas ungerecht, denn letztendlich hatte ich ich mein Schicksal in ihre Hände gelegt...
Als die 'Gefühlsflut', die sich hinter dem nun gebrochenen Damm aufgestaut hatte, aus mir abgelaufen war, lag ich zusammengerollt im Stroh der Box und versteckte meinen Kopf unter den Armen. Ich war völlig fertig. Irgendwie bekam ich mit, wie Markus zu Bea sagte, es sei besser, wenn nur Anja und Miu bei mir bleiben würden- er schäme sich seines Versagen und würde zudem gern mit Bea reden.
Ein paar Minuten später tippte Anja mich an- sie sah richtig fertig aus und würde mit diesem ihr durch mich offenbartem Wissen einige Zeit gern allein sein- ob es in Ordung wäre, wenn nur Miu bei mir bliebe und er wäre jetzt als 'Pferd' sicher besser geeignet, wenn ich Nähe benötigte. Sie fühle sich gleichfalls schuldig- besonders da sie nach dem Gespräch mit der Rittmeisterin vergangene Woche mich nicht vom Gestüt genommen hatte, trotz der bereits an mir sichtbaren Misshandlungen... Sie strich mir über meine Arme und ich hörte ihre leisen Schritte verhallen.
Miu griff nach meinen Händen und bat mich sprechend, ich solle doch bitte meinen Kopf freigeben, damit er diesen in seinen Schoss betten könne. Diese Emphatie und seine Berührungen halfen mir, mich auf einem sehr dünnen Gefühlslevel zu fangen- doch was würde sein, wenn irgendwann später- in meinem 'menschlichen' Leben- erneut so ein Trigger gesetzt würde und niemand anwesend wäre, der mir helfen könnte? Oder es wie jetzt aus mir herausbricht und ich in eine Psychatrie eingewiesen würde? Ich verstand, Mira, Augustine und Jens hatten bei mir zumindest einen Teilsieg errungen- ich konnte nur hoffen, dieser wäre temporär...


Spiel...


Mit seinem mir inzwischen sehr gut vertrautem Wiehern forderte Miu meine Aufmerksamkeit ein. Er hatte bemerkt oder vermutete zumindest, dass ich mich mental soweit gefangen hatte um wieder nach aussen hin 'normal' zu agieren- von meinen Ängsten bezüglich weiterer Flashbacks ahnte er offenbar kein Stück. Ich war versucht, diese Angst mit ihm zu teilen- aber, war meine nächste Überlegung- was würde sein, wenn ich hier aus Rosengarten weg bin? Sollte er sich weiter um mich Sorgen machen müssen? Gerade er hatte es hier schwer genug- auch wenn sich (vielleicht...- wie ich hoffte) hier etwas zum besseren wenden würde.

'Nein- meine Angst geht dich nichts an!'

Da Miu dank meiner ausbleibenden Reaktion glaben musste, ich hätte sein Wiehern nicht mitbekommen oder ignoriert, stupste er mich mit seinem Vorderhuf leicht an. Eher überrascht zeigte ich in seinen Augen endlich eine Reaktion- ein erneutes Wiehern und eine Kopfbewegung, mit der er nach draussen auf die Weide deutete. Endlich begriff ich- Miu gab mir eine Spielaufforderung!
Völlig perplex ob seines Verhaltens fiel es mir nicht im Traum ein, diese aufgrund meiner Gemütslage abzulehnen und erhob mich langsam. Der 'Junghengst' nutzte den Moment und stürmte vor mir aus der Box- aber dabei darauf bedacht, den Abstand zu mir nicht zu gross werden zu lassen. Ich ging auf sein Spiel ein und versuchte, als wir über die Weide rannten, an ihn heranzukommen und mit meiner Vorderhand zu berühren. Die Wirkung der Tablette von heute morgen war nicht mehr vorhanden...- mein Gehirn empfing damit wieder die Schmerzsignale, die ich bereits heute morgen gespürt hatte, aber ich brauchte meinem Geist nicht bewusst zu sagen, dass er diese ignorieren solle- dies geschah ganz unbewusst und ich empfand Freude dabei, Miu zu jagen.

Als ich ihn 'abschlug' war ein Rollenwechsel selbstverständlich; wortlos und instinktiv nahm ich jetzt seinen Platz ein. Die Zeit vergessend rannten wir uns gegenseitig jagend über den Paddock. Als ich ausser Atem war, fiel Miu mit mir in den Schritt- doch danach ging die Jagd weiter.
Irgendwann bemerkte ich, wir hatten Zuschauer...- Markus, Anja und die Rittmeisterin standen am Weidezaun, zeigten auf uns und lachten. Dieser Moment riss mich erneut aus meinem gerade zurückgewonnenen Pferd-Sein heraus und ich blieb unvermittelt stehen. Auch Miu hatte unsere 'Gäste' mitbekommen und gesellte sich zu mir. Ich überlegte noch, ob ich jetzt zurück in die Box laufen sollte, als die drei 'Menschen' den Bereich betraten und mit von sich gestreckten Armen eine Art 'Treiberkette' bildeten. Da sie uns nicht zu sich riefen und an ihnen vorbei genug Platz zum ausweichen vorhanden war, begriff ich, sie wollten sich an unserem Spiel beteiligen. Wollte ich dies aber?
Miu nahm mir die Entscheidung ab- er wich den drei 'Treibern' aus und rannte an ihnen vorbei. Ich reagierte erneut ohne zu zögern und folgte ihm. Erst als ich auch an ihnen vorbei und in 'Sicherheit' war, analysierte mein Gehirn mein Handeln- und das Fazit ersetzte mich in Erstaunen. Ich hatte jetzt zum zweiten Mal erneut, ohne überhaupt nachzudenken, wie Schlachtross gehandelt- er war noch in mir! Mit dieser Gewissheit spielten wir fünf auf der Weide Fangen, bis Miu und ich unser Leistungslimit erreicht hatten und wir es erlaubten, 'eingefangen' zu werden.


Was mich verwunderte, es war nicht Anja, die sich nach Miu's und meinem 'aufgeben' bemühte, meiner habhaft zu werden, nein, die Rittmeisterin 'fing' mich, obwohl Anja in ihrer unmittelbaren Nähe war. Möglicherweise war dies von meiner Jockey eine versteckte Botschaft: du bist noch bis zum Rennen in Rosengarten (wenn du dich dafür entscheiden solltest)- du solltest ihnen beiden vertrauen...- auch wenn in den von mir genannten Bedingungen ich eigentlich nur Markus das Privileg zuerkannt hatte, während der drei vereinbarten Tage mit mir arbeiten zu dürfen.
Ich kehrte daher den folgsamen Hengst heraus und folgte ihr ohne zu bocken- auch bot ich dadurch Anja die Möglichkeit, an meiner Seite zu bleiben. Zurück in der Box erwarteten mich zwei weitere Überraschungen- Anja zauberte als 'Leckerli' eine kleine Marzipanmöhre in ihre Handfläche und die Rittmeisterin zog die Zügelleine mit der Kalenderfunktion aus ihrer Jackentasche hervor, die Jens mir gestohlen hatte.
Vor lauter Rührung wusste ich einen Moment nicht, welchem der beiden Geschenke ich zuerst meine Aufmerksamkeit widmen sollte- aber dann überwog meine Sucht nach der lang vermissten Süßigkeit ...

Ich musste mich beherrschen, die Leckerei nicht mit einem Schluck in meinen Magen zu befördern. Bewusst begann ich mit meinen Zähnen die 'Möhre' in einen süssen Brei zu verwandeln, genoss es, den Geschmack auf meine zuständigen Nervenenden wirken zu lassen, vergaß mit geschlossenen Augen meine Umgebung und schaffte es, mehr als 3 min damit zuzubringen, ehe alles seinen Weg in den Magen gefunden hatte.

'Köstlich...'

Nachdem ich wieder meine Augen geöffnet hatte und auch wieder bewusst im Stall angekommen war, schaute ich meine Jockey an, aber Anja meinte nur, dies sei jetzt eine Sache zwischen Markus, der Rittmeisterin und mir. Sie forderte Miu auf, mit ihr zu kommen, beide begaben sich aus der Box heraus auf die Weide- und setzten sich so ins Gras, dass sie in meinem Blickfeld blieben. Mir blieb keine Zeit, mich nach dem Sinn des Ganzen zu fragen.


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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:27.11.21 00:39 IP: gespeichert Moderator melden


Wow!
Was für eine Entwicklung! Ich freue mich so, dass es Schlachtross zu schaffen scheint, weiter zu existieren. Dass langsam Anja und der Rest mehr Details erfahren, gefällt mir sehr gut und ich bin auf ihre weitere Reaktion gespannt. Es scheint, als ob die Anwesenheit Mius sehr gut tut. Markus hat da ein gutes Händchen bewiesen. Was für mich immer fraglicher wird, ist die weitere Zukunft von Rosengarten. Schlachtross wird wohl nicht einfach gehen können, und alles hinter sich lassen. Dafür sind die emotionalen Bindungen zu stark.
Wie immer bewundere ich die wunderbare Integration in die bestehende Geschichte von Drachenlord und die harmonische Weiterentwicklung. Ich freue mich auf jeden Freitag! 😊
LG Rico
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:03.12.21 11:37 IP: gespeichert Moderator melden


Wie immer am Freitag- hier ein weiteres Kapitel...

Schlachtross geht auf die Gesprächsofferte der Rittmeisterin ein...- und präsentiert ein paar recht unbequeme Wahrheiten!



Tag 27; Woche vier- Freitag (Part 2)



Aussprachen...


DRACHENLORD

Die Rittmeisterin eröffnete das Gespräch mit der Bitte, dass ich ihr als auch Markus zuhören möge, auch wenn ich... möglicherweise... keine Lust hätte, mich mit ihr zu unterhalten.

„Schlachtross, ich habe keine Ahnung, was die richtige Form ist, mich bei dir angemessen für all das hier Abbitte bei dir zu leisten... Vielleicht fange ich damit an, dir etwas zurückzugeben, was deine Jockey dir geschenkt hat“, sagte sie. Dann fuhr sie, wie nach Worten suchend stockend fort: „Für mich warst du, als ich dich auf Bea's Gestüt abzuholen hatte, ein gut trainierter Hengst, der meines Erachtens einerseits viel zu sturköpfig war und auf der anderen Seite, dank der bei euch genutzten Erziehungs- und Trainingsmethoden noch nicht sein volles Leistungspotential entwickelt hatte. Du erinnerst dich an die Fahrt hierher? An die Übungen, die du machen durftest und an meinen Test mit den Pommes? Ich wollte deine Leistungsbereitschaft und dein Verhalten testen und dich nicht, was die bisher hier herrschenden Verhältnisse in Rosengarten betrifft, ins kalte Wasser werfen.
Nach meinem Gustos hättest du die erste Nacht noch ein oder zwei weitere Stunden an dem Pfahl verbracht aber Markus überzeugte mich, es dir ein wenig leichter zu machen..."

Wie abwesend spielte sie mit dem Führzügel in ihrer Hand.

"Meinen Partner widern die Verhältnisse hier und wie mit euch Pferden hier umgegangen wird, schon seit Jahren an- und glaube mir, wir hatten mindestens einmal im Monat darüber Streit- aber ich sah... meine ersten Jahre hier auf dem Hofgut... in euch zumeist nur mehr oder minder faule Teilzeitpferde, die nur dann volle Leistung zeigten, wenn entsprechend Druck ausgeübt wurde. Das habe ich in meinem Handeln natürlich auch auf unsere 'Gestütpferde' übertragen... Lion ist das beste Beispiel dafür...- wieso..."

Erneut eine Pause, ein tiefes Luft holen:

"Brutus war der erste, der mir Grund zum Nachdenken gab. Leistungsstark und willig, in seiner anfänglichen Sturheit aber ein Ebenbild von dir- ein Bilderbuchhengst. Nur hatte die Baronin ihn zum direkten Eigentum von Mira bestimmt und sie schaffte es, ihn binnen eines halben Jahres derart zu brechen, dass er jetzt so ist wie er ist. Für uns beide war es grausam mit ansehen zu müssen, wie sie ihm seinen Willen aus dem Leib prügelte. Nach zwei Interventionen von Markus bei der Baronin hätte diese ihn beinahe vom Gestüt geschmissen- trotz seiner bis dahin geleisteten Arbeit für sie... Für mich war hingegen klar, Brutus musste sich Mira unterordnen, auch wenn ich die von ihr benutzten Methoden im Stillen verurteilte."

Auf diese Aussage konnte ich nur sarkastisch einhaken:

"Ist der verehrten Frau Rittmeisterin vielleicht einmal der Gedanke gekommen, dass Brutus einfach nicht verstand, was ihr von ihm wolltet? Er spricht kaum Deutsch...- und die Chancen, es hier auf Rosengarten zu lernen, waren auch nicht besonders gut..."

Auf meinen Ausbruch sprang Markus der Rittmeisterin bei:

"Ein gewöhnliches Pferd versteht auch kein Deutsch, Schlachtross!"

Verdutzt blickte ich ihn an- ich hatte nicht erwartet, dass er derart seiner unmittelbaren Chefin beisprang. Trotzdem musste ich die 'Richtigkeit' seiner Aussage anerkennen.
Die Rittmeisterin hob die Hände, um die aufkommende Spannung zu entschärfen.

"Schlachtross, du bist in meiner Karriere hier, so wie Brutus, eine Ausnahme. Es gab einige von den Einstellpferden, die mit dem gleichen Denken wie du hier von uns beiden trainirt werden durften, aber als Gestütpferde seid ihr die absoluten Ausnahmen. Markus hat es mir wiederholt unter die Nase gerieben- ich wollte es aber nicht wahrhaben! Vor allem deine Sturheit stellte für mich eine Herausforderung dar- aber du hast dich tatsächlich nur wie ein echter Hengst verhalten. Ich habe dies nur viel zu spät erkannt. Du hast, egal wann man dies von dir forderte, deine volle Leistung abgerufen- mehr kann ich nicht von dir verlangen. Du hättest sogar, wenn dein Trainingsplan nicht schon vor deiner Folter von Mira und Jens sabotiert worden wäre, leistungsmässig noch weiter sein können...
Du erinnerst dich, als Anja Anfang der vergangenen Woche hier zu Besuch war? Sie und ich waren uns einig- du bist ein willensstarker, ja sturer Hengst, aber wir beide würden da auf sehr hohem Niveau 'jammern'. Deine Jockey sprach aber auch die bereits damals sichtbaren Narben bei dir an und forderte mich auf, dafür zu sorgen, dass keine weitere hinzu kommen würde- ich erwiderte, diese seien ein Unfall gewesen- wider besserem Wissen."

Nach dieser Aussage wich sie mit ihren Augen meinem Blick schuldbewusst aus- und murmelte fast unhörbar:

"Sich eigenes Versagen eingestehen zu müssen ist schlimm- aber wissentlich andere Menschen zu täuschen bzw. im Stich zu lassen ist unentschuldbar. Ich habe beides getan, als ich hier nicht anwesend war..."

Markus hatte sich neben sie gestellt und legte seinen Arm um ihre Schulter.

"Gleiches muss ich mir von dir vorwerfen lassen Schlachtross. Auch ich hätte spätestens am Montag..." - da mein Zeitgefühl in den letzten Wochen mir abhanden gekommen war, schaute ich wohl verständnislos- "... dem Tag nach der Ausfahrt, wo du deine vermeintliche 'Verfehlung' begangen hast, zumindest die Baronin informieren müssen, dass ihre Töchter" - dieses Wort spie er förmlich mit Ekel aus- "etwas mit dir anstellten. Die dir zugefügten Schmerzen gehen auch auf mein Konto..."

Ich fixierte zuerst Markus mit meinen Augen:

"Du hast zwar spät gehandelt, aber nicht zu spät; und im Gegensatz zu dir, Rittmeisterin, war er auch vorher schon fair. Nicht nur zu mir- da habe ich eine Änderung ab dem 'Hochzeitstraining' im Umgang mit mir durch sie durchaus bemerkt...- aber bei allen anderen Gestütpferden hier? Kannst du dies vor dir selbst behaupten- Rittmeisterin?"

Mein Blick war vom Pferdetrainer zu ihr gewandert und meine Betonung des Wortes 'Meisterin' drückten allen Sarkasmus aus, zu dem ich fähig war.

Hier sprang wiederum Markus seiner Partnerin zur Seite: "Schlachtross, frage dich bitte selbst, hatte die Rittmeisterin dir gegenüber jemals ein Schlaginstrument nur aus Lust am Quälen eingesetzt- oder nur, damit du auch das letzte an Leistung aus dir herausholst. Erinnere dich, auch ich habe dich mit Peitschenhieben 'motiviert', als du den ersten Zugtest absolviert hast.
Ja, wir haben beide davon immer weniger Gebrauch machen müssen, da wir deinen unbedingten Leistungswillen anerkannten. Ich bitte dich jetzt um Fairness, wenn du unser Handeln beurteilst..."

Seine letzten Worte gaben mir zu denken- ja Markus hat mich auch, wenn es notwendig war, angetrieben; genau so hart wie die Rittmeisterin. Ich musste mir auch eingestehen, ich hatte einen signifikanten Leistungsanstieg zu verzeichnen gehabt- aber rechtfertigte er die hier dazu verwendeten Methoden? Im Moment kam ich zu keinem Ergebnis- aber die Frage würde mich wohl, zumal Markus sein Handeln ehrlich reflektierte, eine Weile beschäftigen.
Das sich ausbreitende Schweigen wurde von der Rittmeisterin beendet.

"Schlachtross; ich muss zugeben, es fällt mir trotz allem, was hier vorgefallen ist, schwer, dich als Mensch zu sehen- bitte sieh mir diese Schwäche nach; als erste Geste der Wiedergutmachung möchte ich dir die von deiner Jockey für dich gefertigten Führleine wiedergeben. Nachdem du uns ohne Furcht vor Bestrafungen erzählen konntest, wie Jens ihn dir gestohlen hat, haben wir ein wenig Druck auf ihn ausgeübt..."

Mit vorsichtigen Bewegungen näherte sich die Rittmeisterin mir- unschlüssig über meine zu erwartende Reaktion darauf.

"Zuerst hat er geleugnet, sie dir abgenommen zu haben... dann wollte er ihn an Mira weitergegeben haben- auf die Drohung, sie zu fragen, brach er zusammen und bestätigte deine Aussage, dein Eigentum in einem der Misthaufen versteckt zu haben. Er hat nach seinem Dienstende die halbe Nacht suchen dürfen bis er sie gefunden hatte. Zum Glück war er ja so clever gewesen, sie in einem verschliessbaren Beutel dort unterzubringen. Nichtsdestotrotz hat er bis heute Morgen gebraucht, diese wieder soweit in Ordnung zu bringen, dass Anja damit zufrieden war. Unter meiner Oberaufsicht ist es dir genommen wurden- ich würde mich freuen, wenn du akzeptieren kannst, dass ich sie dir zumindest mit ehrlichem Gewissen und tiefem Wissen um mein Versagen dir gegenüber zurückgeben möchte."

Ich hatte bei ihren Worten das Gefühl, die Rittmeisterin war um einen ehrlichen Neuanfang bemüht- war dies aber nur mir gegenüber so gemeint oder bezog sich dies auf alle Pferde, die sie jetzt und in Zukunft trainieren würde? Ich wusste es nicht- daher überraschte sie mich erneut mit ihren Worten:

"Schlachtross, du hast vorgestern Abend deine Bedingungen genannt, unter denen du noch bis morgen Abend hierbleiben würdest, bevor du eine Entscheidung über deinen weiteren Weg fällen möchtest. Dabei hast du Markus das Recht eingeräumt, dich neben Anja zu trainieren..."

Bevor ihre nächsten Worte folgten druchste sie erwas herum, als wüsste sie nicht, wie ich gleich auf ihre Worte reagieren könnte...

"... würdest du dieses Arrangement auf mich ausweiten? Nicht, damit ich dich zu Handlungen drängen kann, die du nicht möchtest- ich würde gern von DIR lernen... Auch würde ich gern- falls du dich entscheiden solltest, bis zum Rennen hier zu bleiben, einen neuen Trainingsplan erstellen, der deine derzeitige Form als Ausgangsbasis nimmt..."

Ich war überrascht, aber bevor ich etwas sagen konnte, fuhr sie fort:

"Dies würde für dich bedeuten, Markus und ich müssten einige Leistungstests mit dir vornehmen... natürlich ohne irgendeinen Gerten- oder Peitscheneinsatz unsererseits. Du müsstest aber von dir aus freiwillig alles geben, wozu du gerade in der Lage bist. Wir sind ehrlich zu dir- es wird auch so weh tun. Aber wenn du es wirklich möchtest... zum Rennen anzutreten... müssen wir dich dafür fit machen dürfen...- und dazu benötigen wir DEIN Vertrauen..."

Was sollte ich tun? Wollte ich in meinem tiefsten Inneren dies überhaupt oder sollte ich erneut zu etwas gedrängt werden, was ich nicht mehr war. Aber ich hatte heute ja schon zwei Mal gefühlt, Schlachtross ist noch in mir- es gab Momente in denen er bereit war, sich mir zu zeigen... Auch waren die Worte der Rittmeisterin ehrlich, da war ich mir sicher. Sie wollte sich ändern... auch hatte Markus ein paar Bemerkungen getätigt, die mir zu denken gaben... es könnte ein Neustart sein.
Ich war vollkommen perplex obschon dieser vielen Eindrücke doch irgendwas stimmte nicht. Ein für mich noch nicht greifbarer Gedanke stellte sich immer wieder quer und ich kam erst nicht darauf was es war. Plötzlich machte es regelrecht 'Klick'. Es war der Satz, dass es ihr immer noch schwer fiel, mich als Mensch anzureden...

"Rittmeisterin, sie sagen es falle Ihnen immer noch schwer mich als Mensch zu sehen. Was bin ich denn sonst? Nur ein Pferd? Ein Nutztier? Ihr 'Ding'...- was sie nach Belieben belohnen oder bestrafen können?“

Ich sah, wie sie regelrecht zusammenzuckte und fuhr ohne jede Wut oder Ironie fort:

„Ohne einem von euch zu nahe treten zu wollen, liegt darin wohl das eigentliche Problem begraben. Ihr habt mich und vorher auch Brutus immer nur als Ausdruck unseres PferdSeins gesehen und versucht uns in das Bild, dass IHR! von einem menschlichen Pferd habt, zu pressen. Das ich ein Persönlichkeit habe, habt ihr als Sturheit und Bockigkeit abgetan und versucht es aus mir herauszupügeln. Selbst jedes 'Bio-Pferd' hat eine Persönlichkeit... die es definiert!
Ich glaube euch gern, dass ihr mich nicht aus Lust an der Quälerei so behandelt habt, wie es bei Mira der Fall war, aber etwas anderes als Schläge und Druck sind euch am Anfang auch nicht eingefallen, wenn etwas nicht nach eurem Kopf lief. Zumindest habt ihr dazu geschwiegen...- nicht wahr... Rittmeisterin? So wie bei meinem ersten 'Besuch' in der Klinik...
Dass vielleicht viele Wege nach Rom führen kam euch gar nicht in den Sinn. Es musste genau so gemacht werden, wie ihr es euch ausgedacht habt. Sagt mir eine Situation wo ich vor Einstellpferden oder anderen Kunden aus meinem PferdSein gefallen bin!“

Markus und die Rittmeisterin schwiegen und es breitete sich eine unangenehme Stille aus. Da sagte Markus: „Du hättest... vielleicht...bei dem einen Mal... noch etwas mehr Einsatz zeigen können... Ich weiß-"

„Mehr Einsatz?!?“, ich spuckte diese Worte mehr aus als ich sie sprach. „Ich habe euer Trainingsprogramm immer klaglos erfüllt- egal, wie anstrengend es war. Zusätzlich habe ich FREIWILLIG! Abends im Volloutfit mit Miu trainiert, damit IHR den Sechspänner ins Laufen bekommt und zum Dank wurde ich in der letzten Woche als Schulpferd und Schlepper verheizt. Wie war das mit der Einheit für Blacky?!?
Was, um alles in der Welt, hätte ich noch tun sollen um 'Einsatz' zu zeigen? Ich dachte einmal... zumindest hatte man mir das so gesagt... ich wäre hier um für euch beim Rennen anzutreten- nicht um ständig Geld für Rosengarten zu verdienen. Und erzählt mir nicht, die Sache mit der Hochzeit wäre als Training für mich gedacht gewesen!"

In mir brodelte es. Ich ließ mir vieles nachsagen, doch den Schuh, mich für Rosengarten nicht genügend eingesetzt zu haben, zog ich mir nun wirklich nicht an!

Die Rittmeisterin gebot mir mit einer Handbewegung zu schweigen:

"Was die Hochzeit angeht hatte ich dir erklärt, warum wir deine Hilfe benötigen und du hast eingewilligt! Ich habe dich auch einmal, statt einer Grundlageneinheit, als Schlepper laufen lassen weil, wie ich es dir da auch erklärt hatte, Blacky den Abend vorher dank Mira zusammengebrochen war. Das war aber statt einer Trainingseinheit- nicht zusätzlich. Da hatte ich dich aber auch darum gebeten und du hast dem zugestimmt, obwohl du hättest ablehnen können...- ich hatte dir auch zugesichert, dies wäre eine Ausnahme...
Ja, es gab die Situation, wo Markus und ich mit dir ein weiteres Mal als Schulpferd planen mussten...- doch durch deinen geklemmten Muskel und die Ereignisse danach ist es nicht dazu gekommen...
Wie kommst du daher zu der Behauptung, du hättest mehrfach als Schulpferd in der vergangenen Woche arbeiten müssen?“

Sie funkelte mich wegen der scharfen Replik richtiggehend böse an. Ich selbst war jetzt ein wenig verunsichert, da sie mit vollster Überzeugung gesprochen hatte, doch ich antwortete:

"In der Woche nach der Hochzeit war ich bis zu der von dir angesprochenen Verletzung mehrfach als Schulpferd unterwegs. Teilweise im vollen Outfit was ihr hier den Einstellern zur Verfügung stellt, teilweise 'nur' in einem Catsuit. Jens hat mir keine Pause gegönnt, direkt aus dem Training heraus vor einen Sulky gespannt und ich musste irgendein Einstellpferd bespaßen. Wenn dieser 'Hengst' dann genug hatte ging es für mich mit regulärem Training weiter. Dazu das abgegriffen werden von Mira... Pause und Erholung waren da für mich ein Fremdwort...
Markus, du trainierst schon lange genug Pferde um gesehen zu haben, dass ich dadurch an oder über meiner Leistungsgrenze lief. Schon vor Miras Folter hatte ich Schmerzen in allen Gelenken, die eindeutig auf Überlastung und Mineralienmangel zurückzuführen waren.
Und warum würge ich alle paar Tage diesen Sender in mich hinein, wenn es euch schon zuviel Arbeit ist meine Vitaldaten zur Kenntnis zu nehmen? Ich bin jeden Abend mehr tot als lebendig ins Stroh gefallen, wie soll ich da noch mehr Leistung abliefern?“

„Du hättest dich bemerkbar machen sollen, wenn du Schmerzen hast...“, wandte die Rittmeisterin ein.

„Damit ich dann zu Augustine in die Krankenstation komme und ihren Quälereien ausgeliefert bin? Du hast doch selbst gesehen, was dort mit mir angestellt wurde! Keines von uns Pferden würde da freiwillig hingehen. Schaut euch Brutus an, sein linkes Knie ist schon wer weiß wie lang entzündet- seit ich hier auf dem Hof bin beißt er lieber in die Trense und läuft unter Schmerzen weiter als zu lahmen, weil er genau weiß, dass das einzige was er bekäme, Schläge von Mira und eine sadistische Behandlung von Augustine wären.
Wenn er nicht bald eine gute Behandlung bekommt sind seine Knochen kaputt und was dann? Prügelt ihr ihn vom Hof, oder kommt er gleich zum Metzger? Durch eure übertriebenen Leistungsanforderungen verschleißt ihr uns als gäbe es kein Morgen. Doch ich habe nur diesen Körper, und der muss noch ein paar Jahrzehnte halten!“

„Dass dein Training hart war verstehe ich, aber so war es auch angesetzt“, mischte sich Markus ein. "Doch deine Aussage, wiederholt und zusätzlich als Schulpferd gelaufen zu sein kann ich nicht nachvollziehen!“

„Ich weiß nur was ich leisten musste, ob du es nachvollziehen kannst oder nicht. Ihr beide schreibt doch die Einsatzpläne und die Gespannpaarungen, wer wenn nicht ihr könnt nachvollziehen was mir abverlangt wurde?“

Diese Worte sprach ich mit einer Bitterkeit aus, die mich selbst erschreckte. Wenn selbst die beiden Menschen, denen ich auf diesem Hof am meisten vertraute mich so hintergingen, wem sollte ich hier überhaupt noch vertrauen?
Ich stockte und die beiden sahen mich mit großen Augen an. Anscheinend hatte noch nie ein Pferd so von den wahren Zuständen auf Rosengarten berichtet. Ich holte tief Luft und sagte mit leiser, trauriger Stimme:

Markus, Rittmeisterin, es tut mir unendlich leid... ich würde es gern... aber ich kann mich euch nicht noch einmal ausliefern. Ich habe es gestern und heute versucht... es geht nicht. Ich habe kein Vertrauen mehr in euch...- beide!
Versteht mich bitte nicht falsch, ich mag euch beide, aber das Vertrauen, dass ich haben muss, wenn ich mich jemandem auf Gedeih und Verderb ausliefere, wie es der Fall ist, wenn ich Schlachtross bin, ist nicht mehr da.
Ich breche hier ab..."

Damit beendete ich die 'Aussprache' und ging mit hängenden Schultern an den beiden vorbei auf die Weide. Anja und Miu standen auf und sie ging auf mich zu. Ich gab ihr ein Zeichen, dass ich allein sein wollte und steuerte den Zaun an. Dort hielt ich mich an einem Pfosten fest und die Tränen liefen mir wieder über die Wangen. Ich wollte hier nur noch weg...
Plötzlich spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich drehte mich um und sah Miu.

„Miu, bitte jetzt kein Pferd. Ich kann nicht mehr! Ich stehe in einer Ecke und weiß nicht mehr weiter! Alles in mir ist zerbrochen und zerschlagen. Ich meine jetzt nicht meinen Körper, der wächst schon wieder zusammen. Ich meine meine Seele, meinen Geist. Am liebsten würde ich mich irgendwo einmauern und die böse Welt da draußen lassen. Oder gleich von Rosengarten fliehen, von dieser ganzen, verfluchten Pferdspielerei weglaufen und alles vergessen. Doch ich weiß genau, dass die Ängste bleiben würden. Ich würde jede Nacht schweißgebadet aufwachen weil ich das Gefühl hätte wieder in den Fängen von Mira und Augustine zu sein.“

Ich brach in die Knie und verdeckte mein Gesicht mit meinen Händen. Ich schluchzte:

„Wenn so ein Flashback wie heute morgen in meinem normalen Leben geschieht bin ich geliefert. Dann bin ich meine Arbeit schneller los, als ich schauen kann...
Miu, ich stehe vor den Trümmern meines Lebens! Warum habe ich nur zugesagt, für Bea hier her zu gehen... warum habe ich überhaupt mit diesem Mist angefangen? Was soll ich nur tun?“

Miu kniete sich vor mich und legte mir erneut beide Hände auf die Schultern.

„Keine Angst, Dominic. Ich bin hier als Mensch und als dein Freund...- nicht als Pferd. Ich kann nachfühlen durch welche Hölle du gerade gehst.“

Ich blickte auf und sah ihn ungläubig an.

„Ja... Glaubst du Mira, die Rittmeisterin und Markus hätten mich nicht geschunden? Du bist stark. Du hast die Erwartungen der letzten beiden zumindest recht gut erfüllt. Aber schau mich an, ich war schon immer zu schwach, zu ungeschickt...- einfach unnütz! Vom ersten Tag an gab es für mich, auch wenn es meine freiwillige Entscheidung war, hier in Rosengarten ein 'Pferd' zu sein... nichts als Schmerzen und Einsamkeit. Als ich glaubte, wenigstens halbwegs etwas zu können... als ich Talent zeigte als Dressurpferd... hörte das Training dafür auf...
Ich war... in den Augen meiner Trainer... nichts wert...
Irgendwann war ich genauso verzweifelt wie du jetzt und sah keinen Ausweg mehr. Da wollte ich dem Elend ein Ende machen. Zum Glück habe ich noch nicht einmal das hinbekommen... sonst hätte ich dich nie kennen gelernt..."

Er zeigte mir sein linkes Handgelenk auf dem sich eine weiße Narbe schräg von rechts nach links zog.

„Eine Glasscherbe... Es tat so weh, das ich schrie und dann hat mich Jens, zum Glück, gefunden. Der Rest ist Geschichte...“,

sagte er und wischte über sein Handgelenk als wolle er einen bösen Gedanken verscheuchen.

„Was ich dir sagen will ist, dass du hierbleiben musst. Auch wenn du jetzt fliehst wirst du Rosengarten immer mit dir herumtragen. Bleibe hier und der Horror wird schnell schwächer. Glaube mir, ich kann mittlerweile sogar in Miras Folterkeller gehen ohne dass mir schon an der Tür die Knie weich werden und ich zu schreien beginne."

„Danke Miu, aber ich habe Angst mich zu überlasten. Ich selber habe die Tendenz die Zähne zusammenzubeißen und zu versuchen durchzuhalten...- bis es nicht mehr geht. Das habe ich schon vor meinem Eintreffen hier auf Rosengarten bei mir selbst festgestellt... Mira und Jens haben mich hier nur so weit über diesen Punkt hinaus getrieben... Markus und die Rittmeisterin... ich traue ihnen nicht mehr zu, meine Kräfte, sowohl die körperlichen als auch die geistigen richtig einzuschätzen... Miu, wer soll mich vor mir selber beschützen?“, fragte ich verzweifelt.

„Ich, Schlachtross, ich“, sagte Miu ganz ruhig. „Ich habe ein gutes Gespür dafür in welchem Zustand jemand ist. Sonst hätte ich die Zeit, als rangniedrigster Hengst, in der Box nie überstanden. Ich weis, wann jemand Trost und Nähe braucht und wann auch ein Hengst einmal kuscheln muss. Was dich von den meisten anderen unterscheidet war, dass du deine Dankbarkeit mir gegenüber gezeigt hast und mich auch dann gut behandelt hast wenn du dadurch Probleme einhandeltest. Das hat mir sehr gut getan und jetzt ist es an mir dir zu helfen!“

Er stand auf und half mir danach auf die Beine. Dann folgte ich ihm zurück in die Box.
Langsam ordnete ich dabei meine Gedanken- als alles stimmig war, rief ich Anja zu, ich würde sie benötigen. Zum Glück hatten die beiden Trainer den Paddock auch noch nicht verlassen. Ich bedeutete Ihnen... daß ich etwas sagen wollte.
Als alle wieder in der Box standen, nannte ich meine Bedingungen:

"Miu, Anja- ihr fungiert hier als Zeugen- ich erlaube wieder... unter folgenden Voraussetzungen... Markus bis morgen Abend mich zu trainieren. Anja wird immer dabei sein und ich werde mir das Recht herausnehmen, nach jeder Trainingseinheit mit euch als Dominic eine Nachbesprechung durchzuführen, in der ich aus meiner Sicht das Vorgehen bewerte. Miu- ich würde dich bitten, mit mir diese Trainingseinheiten gemeinsam zu absolvieren- es würde mich unheimlich motivieren, wenn du an meiner Seite wärst..."

Nachdem Miu und auch der Pferdetrainer genickt hatten, galt mein letzter Satz der Rittmeistern :

"So sind meine Bedingungen- akzeptiert oder ich breche hier und jetzt ab... egal, was für sonstige Absprachen hier ohne mein Wissen noch existieren..."

Ich sah, wie es in ihr arbeitete- dass ein 'Pferd' so mit ihr sprach... ja, ihr Bedingungen diktierte... war sie eindeutig nicht gewohnt. Aber nach einem Blick zu Markus hakte sie den Führzügel in mein Kopfhalfter und befahl mir:

"Auf!"

Als ich vor ihr stand, suchte sie meinen Augenkontakt- ich war eine Sekunde versucht, ihn ihr zu verweigern, aber sie war ja auch auf meine Bedingungen eingegangen...

DRACHENLORD ENDE


'Waffenstillstand und Ausritt'- Nachmittag...


Schlachtross:

"Dominic- ich gehe davon aus, dein Vorwurf, du wärst gegen deinen Willen als Schulpferd letzte Woche hier 'verheizt' worden, entspricht den Tatsachen. Du würdest mich nach alledem hier ganz sicher nicht anlügen....
Es stimmt auch, ich selbst habe deinen Trainingsplan erstellt- aber sowohl Markus, als auch Jens hatten die Anweisung, Tempo zeitlich begrenzt herauszunehmen, wenn die gesteckten Trainingsziele durch dich adäquat erreicht würden. Ich habe auch mehrfach bei der Baronin interveniert...- wenn Mira dich wie an dem Donnerstag mit Blacky abgegriffen hatte und wir davon Kenntnis bekamen... du kannst sie selbst fragen...
Gib mir bitte daher die Zeit- bis morgen Mittag- die Pläne noch einmal zu überprüfen. Ich bin... so wie du auch- über die Vereinbarung zwischen Bea und meiner Chefin informiert, dich hier zu trainieren und deinen Leistungslevel zu heben. Von einer Verwendung als Schulpferd war nie die Rede und weder von der Baronin oder mir als solches in der Form, wie du es gerade uns gesagt hast, geplant noch genehmigt".

Dominic- keine Anrede als Schlachtross... erstaunlich. Die Rittmeisterin schien wirklich hart an sich zu arbeiten, dachte ich bei mir. Trotzdem konnte ich mir in dem Moment eine Spitze gegen sie nicht verkneifen:

"Ich würde ihnen ja gern glauben- aber dies würde auch bedeuten, ihr habt euren Laden nicht unter Kontrolle wenn so etwas möglich ist!"

Ich hatte in meiner Wortwahl absichtlich die dritte Person verwendet um meine Distanz zu ihr zu unterstreichen; ich meinte, sie rang eine gebührende Antwort darauf nieder ehe sie meinen versteckten Vorwurf der Unfähigkeit übergehen konnte.

"Gib mir bitte die Möglichkeit- auch wenn du mir nicht vertrauen magst...- jetzt besteht die Chance hier auf Rosengarten etwas zum positiven zu ändern..."

Markus und Anja standen etwas abseits in der Box, aber Miu hatte sich, ohne dass ich es bemerkt hatte, neben uns geschoben- und zur Überraschung von mir unterstützte er die Rittmeisterin.

"Gib ihr die Chance- auch wenn sie in vielen Dingen sicher Fehler gemacht hat."

Es waren Mius Worte, die für mich den Ausschlag gaben.

"Markus, Rittmeisterin- ich habe vorhin euch unter die Nase gerieben, ich könnte euch derzeit nicht vertrauen...- das halte ich... eingeschränkt... auch weiter aufrecht! Aber ich traue Miu und er vertraut euch...- mißbraucht dies nicht..."


Markus war es, der die Möglichkeit erkannte, diese Situation am besten zu nutzen.

"Vanessa, Anja- was haltet ihr davon, einen kleinen Ausflug zu dem 'Pferdeweiher' zu unternehmen? Ihr beiden wolltet doch auch noch was bereden...
Ich bereite für euch zwei von den 'Bio's' vor, da können Schlachtross und Miu als Begleitpferde nebenher laufen. Ich bin der Meinung, heute werden wir ohnehin kein vernünftiges Training mehr auf die Reihe bekommen. Da ich nachher noch ein paar von den 'Einstellern' bewegen muss- Vanessa, da übernehme ich deine beiden mit- kann ich euch leider nicht begleiten..., lasse aber einen Korb mit etwas Verpflegung vorbereiten."

Mein Blick musste totale Verwirrung ausgedrückt haben, doch Miu stand bei dem Gehörten die pure Freude in den Augen.

"Wir dürfen aus Rosengarten raus- das ist erst das vierte Mal in diesem Jahr, dass ich da mitdarf..."-

sprudelte es aus ihm heraus. Die Rittmeisterin warf ihm aber einen Blick rüber, enthielt sich aber eines Kommentars. Immerhin, dachte ich mir dabei...- sie bemüht sich ernsthaft, auch wenn mir sich die Freude, die Miu zeigte, noch nicht ganz erschloss. Ich schaute Anja an und nickte ihr zu- so kam auch von ihr ohne eine Nachfrage das Einverständnis.
Da ich immer noch in dem Anzug von heute morgen steckte, bat ich Anja, ob ich diesen ablegen könnte- zumal mir inzwischen recht warm in ihm war. Ihr Einverständnis kam prompt, aber in ihrer Unterstützung stockte sie, als sie mir dabei half und mein Rumpf wieder frei lag. Die ehemals offenen Stellen waren entweder mit Schorf überzogen oder hatten bereits eine dünne neue Hautschicht gebildet, aber mein gesamter Körper wies ein durch und durch ungesundes Farbspektrum dank der Hämatome in den verschiedenen Heilungsstadien auf. Markus hatte inzwischen die notwendigen Anweisungen gegeben- auch, für uns beiden 'Pferde' je einen Suit in hellbraun zu besorgen- und eine reichliche halbe Stunde später waren wir bereit zum Aufbruch. Markus hatte vor unserem Abmarsch auch dafür gesorgt, dass die Verbände an meinen Füßen in meinen Hufschuhen erneuert wurden- ohne diese Vorsorge hätte ich mit meinen zerschundenen Fussohlen sicherlich Probleme bekommen. Nachdem Anja mir mein Kopfgeschirr und die Führzügel angelegt hatte, drückte sie ihren Zeigefinger auf meinen Mund. Klar doch- ausserhalb der Box war ich 'Ihr' Pferd und würde mich auch so verhalten; auch wenn es mir im Moment sehr sehr schwer fiel. Miu hüpfte ohne Führstrick neben mir her bis zum Sattelplatz, dort ging er fast automatisch in sein gewohntes Verhalten über und lies sich anstandslos seine Führleine durch die Rittmeisterin anlegen. Anja und die Rittmeisterin saßen auf und mit uns im Schlepptau bewegten wir uns im Schritt von eigentlichen Hofgelände. Markus wünschte den beiden- und indirekt damit auch uns- einen schönen Ausritt und widmete sich seiner Arbeit.

Vorbei an den Plätzen, die alle für mich mit mehr oder minderschweren Erfahrungen verbunden waren, bewegten wir uns auf ein Waldstück zu, dass leicht ansteigend einen Hügel hinauf lief. Links von Anja und recht von der Rittmeisterin flankiert, trotteten Miu und ich zwischen unseren 'Besitzerinnen' und ignorierten geflissentlich deren Unterhaltung über unsere Köpfe hinweg. Das einzige, was ich bewusst registrierte, war die Info, wir würden uns auf einem Teil der Wettkampfstrecke des grossen Rennens bewegen. Miu war da wesentlich verspielter und interagierte mit der Rittmeisterin, die darauf einging. Er nutzte die ihm zugestandene Länge seiner Führleine aus um zwischen den beiden 'Bio's' hin und her zu pendeln und schaffte es mit seinem Spiel, dass er, nachdem wir im Wald verschwunden waren, von der Rittmeisterin von der Leine befreit wurde und um uns herum streunte. Ein paar Mal 'erschreckte' er sich und ging unvermittelt in kurze Sprints über- ich musste ob seines Verhaltens lächeln. Das war nicht der Miu, der das Omega in der Box war- hier war er ein junger, noch verspielter Hengst, der das Leben und seine temporäre Freiheit genoss.
Anja zog mich etwas nach vorn bis auf ihre Höhe und bot an, ebenfalls meine Führzügel zu lösen, aber ich wollte nicht herumtollen. Dazu gingen mir viel zu viele Gedanken durch meinen Kopf- über mich, mein Verhältnis zu Anja und all den anderen; aber besonders zu Miu. Er hatte mir seine Hilfe angeboten mich vor mir selbst zu schützen- und mir war die Ernsthaftigkeit seiner Worte mehr als bewusst! Er war im Moment meine einzige Stütze, der ich voll vertraute. Wollte ich aber weiter für mich selbst Schlachtross sein- oder lief es nur auf die Erfüllung der Erwartungen von Leuten hinaus, die mir zwar etwas bedeutete, die aber sonst an mir als Mensch nicht interessiert waren? Alle meine Gedanken kreisten um diesen einen Punkt- Dominic UND Schlachtross!

'Was wollte ich sein? Schlachtross? Wollte ich dies auch weiterhin- und für wen alles? Nur für mich selbst? Oder auch für andere?'

Ich hatte ja heute bereits zwei Mal seine Anwesenheit in mir gefühlt- nur war er sehr vorsichtig im Umgang mit anderen Menschen geworden und floh bei dem ersten Anzeichen von Gefahr... Wie würde das aber in Begleitung von Miu sein- würde seine Präsenz ausreichen um mir, Schlachtross, jene derzeit vermisste Sicherheit zu geben, die ich benötigte? Was wäre, wenn ich nur noch dank Miu's Anwesenheit funktionieren würde? Würde dies für mich bedeuten, permanent auf Bea's Gestüt oder gar hier auf Rosengarten arbeiten UND leben zu müssen? Hätte bei einer solchen Zukunft für mich nicht die Baroness' triumphiert- und wollte ich dies zulassen?
Derart in Gedanken vertieft, merkte er erst durch ein rucken seines Führzügels, die Rittmeisterin hatte den Hengst, auf dem sie saß, in Trab fallen lassen und Anja wollte ihr folgen. Schlachtross registrierte jetzt auch seine Umgebung- keine 200 Meter voraus war ein kleiner Weiher mit einem Flecken Grün als Strand erkennbar. Automatisch zog er an und ermöglichte damit seiner Jockey, der Rittmeisterin zu folgen.
Der Weiher war wirklich wunderschön- knapp 150 Meter in seiner grössten Ausdehnung, komplett von Wald umgeben. Die Wiese reichte direkt bis an das klare Wasser und ein erster Blick zeigte einen sandigen Untergrund.
Zuerst versorgten die Rittmeisterin und Anja ihre 'Bio's'...- Sättel ab, Gebisse aus dem Maul und lockere Fixierung am Führstrick, dass sie grasen konnten. Danach halfen sie Miu und mir aus unseren Hufstiefeln- wir bekamen dafür gut am Fuss fixierbare Badesandalen verpasst, die der Pferdetrainer herausgesucht und mit eingepackt hatte. Auch wurde uns das Kopfhalfter entfernt...
Anja zauberte aus einer Tasche ein paar Streifen Paprika, die sie den beiden Hengsten als Leckerli anbot und von uns dankbar angenommen wurden. Natürlich merkte ich nach dem gut einstündigen Marsch meine Fußsohlen- der Heilungsprozess schritt wider Erwarten besser voran als befürchtet, aber unter voller Belastung zu arbeiten wäre im Moment noch nicht möglich gewesen- nicht dass ich dies überhaupt gewollt hätte. Mein Blick auf das Wasser blieb von Anja nicht unbemerkt und diese gab uns das Zeichen, wir dürfen uns gern im nassen Element austoben.



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Schlachtross gelingt ein großer Schritt auf seinem Weg, erneut Vertrauen zu seinen Trainern zu fassen...


Tag 27; Woche vier- Freitag (Part 3)


'Zusammenarbeit'


Schlachtross


Mit jedem Schritt, den ich weiter in den Weiher vordrang, stieg die Kühle des Wassers an mir empor und bildete einen von als äusserst angenehm empfundenen Kontrast zu der warmen Luft des Frühsommerabends. Als ich dann brusttief im Weiher stand und überlegte, zur gegenüber liegenden Seite zu schwimmen, schaute ich noch einmal zur Wiese zurück. Die Rittmeisterin und Anja hatten es sich auf einer Decke bequem gemacht und unterhielten sich- nur Miu stand gerade einmal knietief im Wasser und sah eher ängstlich aus. Davon irritiert wieherte ich und winkte mit meiner Vorderhand ihm zu, er solle doch zu mir aufschließen. Als aber von meinem Freund keine Reaktion erfolgte, watete ich zu ihm zurück...- und mein Eindruck hatte mich nicht getäuscht. Miu's Blick strahlte Angst vorm Wasser aus.

"Was ist los Miu?"- fragte ich fast unhörbar, da ich mir fest vorgenommen hatte, zumindest vor Anja heute nicht mehr aus meiner Hengstrolle zu fallen.

"Angst" war das einzige Wort, das Miu erwiderte.

"Miu- vertraust du mir?"

Ein stummes Nicken war die Antwort. So nahm ich meinen Freund an die Hand und zog ihn langsam, Schritt für Schritt, mit mir... bis uns das Wasser zum Bauch reichte und wir sicher ausser Hörweite ihrer Owner waren. Noch ehe ich fragen konnte, reagierte Miu schon:

"Schlachtross, ich bin kein Feigling- auch wenn du mich jetzt dafür halten magst. Ich kann schwimmen, aber ich habe panische Angst davor, den Halt auf dem Grund zu verlieren. Du kennst den Ringgraben, wo wir Pferde das Lauftraining im Wasser durchführen?"

Natürlich, Jens hatte mich darin für einen Moment gebrochen, es aber zu meinem Glück nicht bemerkt. So nickte ich einfach.

"Dank Mira wäre ich dort bei einer Trainingseinheit beinahe ertrunken, als mich die Führmaschine gnadenlos weiterzog... nachdem ich gestolpert war und den Halt unter meinen Hufen verloren hatte..."

'Schon wieder Mira- was hatte diese Hexe noch alles zerstört'- dachte ich bei mir.

Miu zog mich langsam in Richtung Ufer zurück und mein Gehirn vollführte Bocksprünge bei der Suche nach einer Möglichkeit, wie ich meinen Freund die Angst nehmen könnte. Klar war mir ohnehin...- dies würde mir niemals hier und jetzt gelingen... und ich würde Hilfe benötigen. Auch wenn ich ein guter Schwimmer war, allein wäre der Versuch schon zu groß für mich...

'Es dreht sich alles um Vertrauen...- Miu vertraut nicht mehr seiner Fähigkeit schwimmen zu können, obwohl er es sicher könnte... Ich vertraute Markus nur noch bedingt... und der Rittmeisterin nicht mehr, obwohl diese mich- von ihrem Standpunkt aus- fair behandelt haben...
Miu vertraute ihnen aber! Ich müsste zumindest hier über meinen eigenen Schatten springen und jetzt der Rittmeisterin trauen, wenn ich Miu helfen wollte...'

"Miu, wenn du möchtest, bleib einfach im flachen Bereich- ich möchte darüber mit der Rittmeisterin reden... wenn du es mir erlaubst..."

Er nickte und ich begab mich direkt zu ihr- mit einem Wiehern forderte ich ihre Aufmerksamkeit ein. Sie und Anja hatten es sich auf einer Decke bequem gemacht und schauten erstaunt ob meiner pferdigen Ansprache an sie. Anja fragte zuerst, ob ich schon genug vom Wasser hätte, aber meine Gesten und Fingerzeige auf den Mund machten beiden schnell klar, ich wollte etwas sagen.
Die Rittmeisterin schaute mich erstaunt an:

"Schlachtross, du darfst sprechen- aber überlege dir vorher, ob es wirklich wichtig ist, was du sagen möchtest. Pferde reden eigentlich nicht..."

Mein Kopfnicken bestätigte beide Aussagen von ihr und sie bestätigte mir darauf die Erlaubnis mich verbal zu äußern. Ich schilderte, was Miu mir offenbart hatte und wandte mich so direkt an sie:

"Rittmeisterin, ich habe vorhin zu ihnen heute gesagt, ich könne ihnen nicht mehr vertrauen und dazu stehe ich... wie gesagt... immer noch- aber wenn ich Miu helfen möchte, brauche ich ihre Hilfe...
Ich kann dies nicht allein schaffen... ich bin gezwungen, ihnen zu vertrauen und um ihre Hilfe zu bitten...- auch wenn mir dies unglaublich schwer fällt."

Ich bin mir sicher, man konnte mir ansehen, wie gross dieser Sprung für mich war, den ich gerade vollführt hatte- die Rittmeisterin schien es zumindest erkannt zu haben. Sie fragte Anja, ob wir beide nicht eine Runde schwimmen gehen wollten- ich könnte dies als Gelenktraining gut gebrauchen und sie wolle mit Miu allein reden. Anja stand sofort auf und während ich begann, im Weiher ein wenig Ausdauertraining unter Anja's Augen zu absolvieren, holte sich die Rittmeisterin meinen Freund zum Gespräch.
Nachdem ich im Suit und mit den Sandalen an den Füssen den Weiher drei Mal hin und zurück durchquert hatte- immer mit Anja neben mir- rief die Rittmeisterin und winkte uns heran...

"Miu hat mir das Problem, seine Entstehung und seine daraus resultierenden Ängste sehr tiefgehend offenbart"- die Rittmeisterin suchte dabei den direkten Blick zu mir- "danke Schlachtross, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast".

Sie stand auf und begann mir vorsichtig über meinen Nacken und Rücken zu streichen. Währenddessen fuhr sie fort:

"Miu hat eingewilligt, das ich, zusammen mit dir und Anja, jetzt hier versuche... etwas von seiner Angst zu nehmen. Du sagtest, wir müssen einander vertrauen- damit hast du uneingeschränkt recht. Miu vertraut mir in dem, was ich mit ihm vorhabe- vertraust du mir, dass es das richtige für ihn ist? Anja und ich werden eine der Führleinen nehmen und diese zwischen uns halten- so dass er darauf im Wasser liegen kann. Du wirst vor ihm stehen und den Blick zu ihm halten- denke daran, du und er... ihr seid Pferde..."

Klar, keine Worte, nur Blicke und pferdige Geräusche...- im ersten Moment war ich versucht, etwas dazu von mir zu geben, aber dann verstand ich ihre Idee dahinter. Ich sollte als sein 'Leithengst' agieren und ihm auf diese besondere Art das Vertrauen vermitteln, was Mira ihm genommen hatte.
Ich nickte, half Miu auf und führte ihn bis zu seiner Hüfte in den Weiher. Anja und die Rittmeisterin stellten sich gegenüber auf, die Führleine in zwei Strängen zwischen sich knapp unter der Wasseroberfläche gespannt haltend. Miu beugte sich vor und legte seine Brust und seinen Bauch auf die beiden Seile, während ich seine Hände und auch direkten Blickkontakt hielt. Seine Augen zeigten Angst- aber auch absolutes Vertrauen in mich. Ein Nicken von mir- er winkete beide Beine an und streckte sie waagerecht nach hinten aus. Er lag nur noch auf der Leine- und schaffte es, die aufkommende Panik niederzukämpfen. Nachdem er die Sicherheit zurückgewonnen hatte, nicht unterzugehen, entspannte er sichtbar- ich lies seine Hände los und Miu begann ohne Aufforderung, gesichert durch die Auflage, mit Schwimmbewegungen. Ich glitt langsam in die Rückenlage um weiter den Blickkontakt zu halten, seine beiden Helferinnen gingen die ersten Meter noch mit und verringerten wie abgesprochen die Seilspannung so lange, bis Miu frei schwamm. Die ersten Meter realisierte er diesen Zustand nicht, aber nachdem ihm bewusst wurde, er schwamm nach langer Zeit das erste Mal wieder frei und ohne Hilfe, kämpfte er tapfer weiter und schaffte auf diese Weise an die 30 Meter, ehe er mit seinen Füssen erneut nach Grund suchte und fand...

'Oha- das hätte schief gehen können...'

Ich fluchte stumm- hatte ich doch vergessen nachzuprüfen, wie tief das Wasser dort war. Miu drehte sich um und bedeutete mir, ich solle erneut vor ihm her schwimmen- er wollte die Strecke zurück allein versuchen. Was soll ich sagen- er schaffte es! Die Rittmeisterin hatte an der Stelle, wo die Sicherheit unter Miu 'verschwunden' war, gewartet... ihn gleichfalls motiviert und mir damit auch einen Grund zum Nachdenken geliefert. Wenn Miu der Rittmeisterin in einer Sache, die seinen ganzen Mut zur Überwindung seiner Angst erforderte, vertraute- warum kann ich ihr nicht vertrauen?

'Nur den morgigen Tag- ich könnte am Abend mich immer noch entscheiden und mit Bea und Anja nach Hause fahren...'

Als wir aus dem Wasser heraus waren, rieb Miu sich zuerst vorsichtig an mir, um seine Dankbarkeit auszudrücken; dann vollführte er vor den beiden Damen eine Unterwerfungsgeste, die der Rittmeisterin gegenüber etwas intensiver ausfiel. Sie ging darauf ein- und lobte ihn für seinen Mut, sich ihr mit seiner Angst anzuvertrauen, was auch für sie eine völlig neue Erfahrung sei. Als sie sich mir zuwenden und mir etwas sagen wollte, schnitt ich ihr mit einem lang andauernden Wiehern das Wort ab. Sie schüttelte den Kopf und meinte nur:

"Schlachtross...".

Unaufgefordert vollführte auch ich gleichfalls ihr gegenüber eine Unterwerfungsgeste- verharrte jedoch in dieser, bis sie mich antippte und "Auf!" zu mir sagte. Ich deutete auf meinen Mund und dieses Mal erhielt ich sofort ihre Erlaubnis zu sprechen.
Ich hatte jetzt von ihr die Erlaubnis dazu bekommen- aber mir fehlten plötzlich die Worte... Vor einer Sekunde war alles noch klar und im nächsten Moment war alles weg.

"Rittmeisterin"- setzte ich an- und stockte... "Danke..." würgte ich heraus- " ich habe gerade keine Ahnung, wie ich mich am besten ausdrücken kann... die Worte, die ich mir zurechtgelegt hatte, sind weg..."

Wenn mir die Worte fehlen, warum dann nicht es als Pferd ausdrücken?- die Idee war gut! Ich wieherte, deutete auf die nasse Führleine und begann zu tänzeln. Ich drehte eine Runde im Schritt um sie herum, wiederholte das ganze im Trab und hängte eine dritte Runde wieder im Schritt daran. Danach deutete ich pantomimisch an zu schlafen, erhob mich und wiederholte das Schauspiel mit den Runden. Die Rittmeisterin schaute mich lange an ehe sie fragte:

"Du möchtest das wirklich? Ich verstehe dich richtig- du möchtest, dass ich mit dir jetzt hier noch etwas Bodenarbeit an der Longe durchführen und dich auch morgen trainieren soll?"

Auf mein Nicken und wiehern, gepaart mit dem Zeigen auf Miu, präzisierte sie ihre Frage:

"Jetzt noch ein wenig gemeinsame Bodenarbeit und morgen Ausbildung mit Miu zusammen?"

Ein bekräftigendes Wiehern von Miu erstickte ihre nächste Frage, ob er dazu bereit wäre, im Keim- jetzt gab es nur noch eine Frage zwischen ihr und mir zu klären:

"Du hast vorhin Markus wieder die Erlaubnis gegeben, dich morgen zu trainieren- du willst dies wirklich auch mir zugestehen? Würde dies auch für alle anderen Tage gelten, falls du dich entschließen solltest, hier auf Rosengarten bis zum Rennen zu bleiben?"

Dieses Mal wieherte ich nicht sondern nickte nur. Völlig untypisch umarmte mich die Rittmeisterin und ich merkte, wie sie damit rang, ihre Tränen zurück zu halten.

"Schlachtross, du bist der erste Hengst, der mir, zumal nach all deinen Erfahrungen hier- auch mit mir- ein derartiges Vertrauen einräumt. Bea, Anja und auch die Baronin haben sich nicht in dir getäuscht- du bist aussergewöhnlich!"

Die nächste direkte Ansage für uns 'Pferde' war, wir sollten uns gegenseitig stützen. Ein kurzes Tippen am Oberschenkel und wir hoben abwechselnd unsere Hinterhufe, die von Anja sehr sorgfältig getrocknet und gesäubert wurden, ehe wir- ich dieses Mal ohne Verband an den Füßen- wieder auf Hufstiefeln standen. Nach dieser Prozedur bekamen wir die Kopfhalfter verpasst und zum Abschluss wurde die Führleine bei mir eingehakt.

"Schritt!"

Das Kommando der Rittmeisterin war das Startsignal für mich. Ich setzte mich in Bewegung und hielt über die von mir absichtlich straff gehaltene Leine Kontakt zu ihr. Nach bereit einer Runde gab sie "Trab" als Kommando, wechselte aber nach zwei weiteren wieder zu Schritt, die ich noch locker absolvierte. Während dieser drei Runden kam ihre Frage an Miu, ob er frei neben mir mitlaufen möchte. Er wieherte kurz und schloss sich ohne weitere Aufforderung mir an. Nach diesen ersten sechs Runden ging es mit drei Runden Trab weiter, gefolgt von vier Runden Schritt, wobei hier nach der ersten und dritten Runde ein "Turn" als Kommando für den Richtungswechsel erfolgte. Langsam dirigierte uns die Rittmeisterin dabei in Richtung eines querliegenden Astes, den sie nach 15 Runden als Hindernis mit in die Runden einbaute. Alles in allem dauerte dieses Training 60 Runden, das letzte Drittel fungierte Anja als stille Kommandogeberin mit einem quer in unsere Laufrichtung auf Oberschenkelhöhe gehaltenem Zweig als weiteres Hindernis- vor dem wir natürlich scheuen scheuen sollten. Bei mir funktionierte diese Idee perfekt, aber Miu sprang beim ersten Mal aus dem Lauf heraus einfach darüber hinweg. Er schaute verdutzt, als ich nicht mehr neben ihm sondern in die entgegengesetzte Richtung lief. Auch die Rittmeisterin war überrascht, gab aber instinktiv uns das Kommando "Weiter!"
So liefen wir eine halbe Rund entgegengesetzt, ehe für mich die Ansage "Turn" galt und wir wieder gleichauf in die selbe Richtung unterwegs waren. Für Anja gab es daraufhin die Ansage "Bauchhöhe" was für den Rest des Trainings galt und uns beide damit folgerichtig zum 'Scheuen' vor dem Hindernis veranlasste. Die Kombination aus Tempo- und Richtungswechsel brachte mich recht schnell auf die Ebene des instinktiven Reagierens und zum Ende hin auch arg ins Schnaufen- Miu blieb jetzt etwas hinter mir zurück. Die Rittmeisterin nickte ihm zu- offenbar hatte er dies als Signal vereinbart um zu zeigen, dass ich langsam an mein Limit kommen würde. Die letzten 5 Runden waren daher ein gemütliches Auslaufen um wieder auf normales Pulsniveau zu kommen.

Sowohl die Rittmeisterin als auch Anja lobten uns ob der gezeigten Leistung und wir bekamen erneut ein paar Apfelstücke als Belohnung. Anja meinte, es wäre Zeit, uns generell zu füttern, da wir ja im Anschluss auch noch den Weg zum Gestüt zurücklegen müssten. Die Rittmeisterin nickte, bat aber meine Jockey, dies allein für uns beide zu übernehmen, da sie noch mit Markus telefonieren wolle.
Wie schon das Frühstück überraschte uns das angebotene Futter- die beiden hatten für uns eine Mischung aus kleingeschnittenen Brotstücken, Käsewürfeln und Hartwurststücken dabei- neben dem Obstsalat. Dieses Mal bot uns Anja zwar keinen Löffel an- wir sollten im Pferdemodus verbleiben- aber sie hielt uns die Futterschüsseln so hin, das wir ohne Probleme im Stehen, und was noch wichtiger war- ohne Zeitdruck- uns den Magen vollschlagen konnten. Vom Telefonat der Rittmeisterin bekam ich nur ein paar Gesprächsfetzen mit- sie wollte noch etwas mit der Baronin wegen Miu klären...
Der absolute Höhepunkt war aber, wir wurden statt mit Wasser mit Apfelsaft getränkt. Danach sattelte die Rittmeisterin die 'Bio's', was für uns das Zeichen zum Aufbruch darstellte. Überraschend kam vor dem Abmarsch die an uns gerichtete Frage, ob wir noch einem Bedürfnis nachgehen müssten- die Wochen vorher hatte dies außer Markus bisher niemanden interessiert. Miu und ich nutzten die gebotene Gelegenheit und bauten den Druck in unseren Blasen ab- und dabei verstand ich auch die Frage danach. In Rosengarten hatten wir ja normalerweise keinen Suit an und konnten es einfach laufen lassen- auch wenn wir dafür bisher immer ein paar Hiebe kassiert haben. Hier aber hätten wir damit die Suits eingenässt, was weder Anja noch die Rittmeisterin wollten.
Wir bekamen, im Unterschied zum Hinweg, die Trensen angelegt und nachdem die Führzügel eingehakt waren, saßen unsere Chefinnen auf und wir trotteten los. Dieses Mal blieben wir die gesamte Strecke geführt, ich versuchte mir im Gegensatz zum Hinweg einige Wegmerkmale einzuprägen, da ich die Bemerkung, dies sei teilweise ein Stück der Rennstrecke, nicht vergessen hatte.
Es dämmerte bereits und die ersten Stern waren am dunkelblau sich verfärbenden Himmel zu erkennen, als wir wieder auf dem Gestüt eintrafen und Anja uns an der Hengstbox vorbei zu unserer 'Luxussuite' schaffte. Ich bekam noch aus dem Augenwinkel mit, wie die Rittmeisterin sich Jens heranpfiff und ihm auftrug, die beiden Reitpferde abzusatteln und zu versorgen.
In der Box half meine Jockey uns Hengsten aus den Haftern und beim Ablegen der Suit's, ehe sie sich von uns verabschiedete und uns beiden dankte- Miu für die uneingeschränkte Unterstützung die er mir als Freund gab und mir für die Entscheidung, Markus und der Rittmeisterin morgen eine Chance zu geben. Sie umarmte uns beide, streichelte mich vorsichtig und wünschte eine "Gute Nacht", ehe sie die Boxentür zu zog und uns allein ließ.


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TMeier
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:10.12.21 11:36 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo,

Vielen Dank für die Fortsetzungen an Blackrubberhorse und auch an Drachenlord.

Ich finde es sehr überraschend das immer noch Teile von Drachenlord dabei sind ist erstaunlich wieviel er bereits geschrieben hatte.


Es ist schön wie nun Schlachtross wieder zurück in seine Ponyrolle findet.
Allerdings vermute ich sehr stark das ihr da auch noch den einen oder anderen Rückschritt mit reingeschrieben habt.

Ich freue mich auf jeden Fall auf jeden Freitag auf den neuen Teil.

Gruß
Thomas

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Blackrubberhorse
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:17.12.21 11:38 IP: gespeichert Moderator melden


Während Schlachtross (hoffentlich) sich zusammen mit Miu von dem für ihn- vor allem psychisch- anstrengenden Tag erholt und genug Schlaf findet...- ereignen sich auf Rosengarten Dinge, die seine Aussagen bezüglich seiner bisherigen Behandlung durch die Baroness' und ihre Helfer untermauern...

Allen Lesern viel Spaß mit dem Kapitel- und einen schönen 4. Advent!



Tag 27; Woche vier- Freitag (Part 4)


'Erkenntnisse...'- später Abend


DRACHENLORD

„Ich kann es immer noch nicht nachvollziehen was Schlachtross meinte als er sagte, er wäre ständig Schulpferd gewesen!“

Die Rittmeisterin hatte sich über ihren Rechner gebeugt und ging die Einsatzpläne der letzten Woche durch.

„Als Schlepper stehen immer nur Steel und Lion drin. Blacky war am Dienstag und Mittwoch als Schulpferd eingetragen... Die Trainingspläne sind in sich schlüssig und wurden von dir, mir und dem Pferdeknecht auch so bestätigt. Dabei habe ich schon die Zeiten mit berücksichtigt, wo Mira ihn sich gegriffen hat.“

„Blacky Schulpferd am Dienstag?“, wandte sich Markus verwundert an sie. „Das kann nicht sein. Da war er den ganzen Tag mit Mira als Schlepper draußen. Ich weiß es genau weil ich ihn am Abend wieder soweit aufgebaut habe, dass er wenigstens in die Box laufen konnte und nicht auf allen Vieren kriechen musste.“

„Nach dem Plan hat er drei Einheiten als Latexschulpferd absolviert!“

„Blacky? Als Latexschulpferd? Den bekommst du doch nicht freiwillig in so eine Wurstpelle- stimmt, da hatte Mira für ihn etwas verfügt... Aber da war den Mittag ein Schulpferd in der Reithalle mit einem Einsteller den Jens trainiert hat...- Schatz, da stimmt was nicht, das passt nicht in den regulären Ablauf!

„Das Gefühl habe ich auch, doch ich sehe nicht wie jemand was an den Plänen gedreht haben könnte. Alles ist soweit logisch und in sich schlüssig. Blacky hatte die Einheit danach frei- so hat der Knecht die Einheit vielleicht nur vorgezogen..."

Die Rittmeisterin lehnte sich zurück und starrte an die Decke.

"Es ist ein Scheißgefühl, wenn du weißt, dass da was ist, was nicht stimmt, es aber nicht richtig greifen kannst!“

„Warte, eine Idee habe ich noch“

Markus holte sein Tablet und öffnete ein Programm.

"Schlachtross hat ja von dem Sender in seinem Körper gesprochen. Ich habe mir, als er frisch hier war, das entsprechende Programm von Anja geben lassen. Es synchronisiert sich automatisch mit dem Sender sobald eine Verbindung aufgebaut werden kann.
Leider habe ich die Daten viel zu selten genutzt. Du weißt ja, neumodischer Kram und so...“ Er wischte auf dem Bildschirm hin und her und sagte dann: „Gibt mir mal an jenem besagten Dienstag eine Zeit an der Schlachtross eine Trainingspause hatte.“

„Laut dem Plan hatte er eine Ruhezeit von 13 Uhr bis 14.45 Uhr- das war seine von mir für ihn geplante Mittagspause. Danach hast du ihn trainiert..."

„Treffer! Um 13 Uhr hat er noch ganz normal seinen Ruhepuls, doch ab kurz vor halb zwei steigt sein Puls auf Werte zwischen 140 und 150 Schläge pro Minute an und bleibt dann eine Stunde so hoch. Dann sinkt er wieder ab... die Zeit würde für ein umziehen ausreichen... um dann zwei Stunden auf ca 120 bis 130 Schlägen zu laufen.“

Markus schien regelrecht elektrisiert zu sein.

„Das hier war die Grundlageneinheit mit dir im Plan“, sagte die Rittmeisterin ungläubig. Sie ließ sich von Markus den Computer geben und blätterte durch die Dateien...

"Der arme Kerl war ja wirklich von Sonnenaufgang bis spät Abends auf den Beinen! Hier, hier und hier- in der von mir geplanten Mittagspause am Mittwoch hat er Pulswerte, die mindestens denen bei einer Ausdauereinheit mit hoher Grundbelastung entsprechen. Dazu hier, hier und hier noch ein Belastungspuls vor der Morgen- oder nach der Abendfütterung... Und schau dir seine Körpertemperatur an, die geht dabei zeitlich synchron bis auf 40 °C hoch."

"Nicht so ungewöhnlich wenn du jemanden in der Sommerhitze trainieren lässt..."

„Klar, deswegen habe ich ihm da ja keine Trainingseinheiten reingeschrieben!“, wandte seine Vorgesetzte ein. „Das war mir viel zu gefährlich, dass er einen Hitzschlag bekommt.“

„Aber das hätte uns doch auffallen müssen, wenn Schlachtross so auf dem Hof eingesetzt worden wäre. Wir beide sind doch ständig hier unterwegs.“

Markus schaute ungläubig durch das Bürofenster auf den Hof, als könne er dort die Lösung für das Problem finden.

„Ein schwarzes Latexpferd mehr oder weniger in der Reithalle fällt nicht auf. Ich kann die ganzen Gummieinsteller eh nicht auseinanderhalten. Und hat er nicht auch gesagt, man hätte ihn wie einen Latex-Einsteller eingepackt? Wenn er so als Schlepper auf der Waldrunde gelaufen ist war er vom Hofgut runter... weder du noch ich hätten es mitbekommen..." sagte die Rittmeisterin lakonisch. "Wir haben kein einziges Mal nachgeschaut, ob er wirklich auch seine Pause bekommen hat... Mira hat sich uns beiden ja sogar noch an dem Dienstag und Mittwoch in den Pausen demonstrativ gezeigt..."

„Du willst jetzt nicht sagen, dass er in der Mittagshitze als Latexpferd unterwegs war, oder?“, Markus' Stimme hatte jetzt einen vollkommen ungläubigen Klang angenommen. „Das ist hochgradig fahrlässig- nein, das ist gezielt bösartig! Schlachtross hätte jeden Moment kollabieren können!“

„Ja...- das war sicher auch gewollt... Das würde auch seine absurd hohe Körpertemperatur erklären“- die Rittmeisterin seufzte und fuhr fort: „Ich will diesen Sturkopf jetzt nicht über den grünen Klee loben, aber der einzige Grund warum er noch lebt ist wohl, dass er diesen Blödsinn schon einige Zeit macht und sich sein Körper vorher schon an so eine Belastung angepasst hat.“

„Dann ist mir eine Menge klar! Und ich Depp habe mich gewundert warum Schlachtross in der Woche immer mehr abbaute und er am Schluss auch regelrecht nach Mineralien gegiert hat.“

Markus schlug sich mit der Hand an die Stirn.

"Himmel, wie blind müssen wir beide gewesen sein! Schlachtross hat mit seiner Anschuldigung mehr als nur recht- wir haben unseren 'Laden' wirklich nicht im Griff..."

„Jammern bringt jetzt auch nichts. Der Schaden ist angerichtet, aber wir müssen das direkt der Baronin sagen. Schließlich ist mit einem Pferd, dass ihr nicht gehört, regelrecht Schindluder getrieben worden. Sie muss das mit seiner Besitzerin Bea klären. Wir haben ja den indirekten Beweis für seine Anschuldigungen hier!
Mira hat zwar Hass auf ihn, aber das hier ist zu professionell. Dabei hatte sie Hilfe..."

Sie sprang auf und eilte in Richtung der Bürotür.

„Und ich wollte Schlachtross nicht glauben und hätte ihn fast als Lügner dargestellt“, murmelte Markus verlegen. „Wie kann er mir immer noch vertrauen?“

„Schatz, das ist jetzt egal, wir müssen jetzt zur Baronin! Und nimm deinen Rechner mit!“- sagte die Rittmeisterin als sie schon fast zur Tür draußen war. "Ich glaube, die Baronin sollte sich unbedingt noch einmal mit Annika unterhalten!"

DRACHENLORD ENDE


Büro der Baronin... Nacht...


"Leugnen nützt dir nichts, Augustine- deine Krankenschwester Annika hat mir gestanden wie du ihr den Auftrag gegeben hast die Trainingspläne von Schlachtross zu sabotieren!
Von den Erpressungen mittels der Aufnahmen ganz zu schweigen- ich verstehe es einfach nicht!"

Dies war zwar eine Lüge ihrer Mutter- und Augustine wusste dies- aber im Endeffekt war es auch egal. Was blieb ihr sonst noch übrig- leugnen war auf Grund dessen, was ihre Mutter an Beweisen gegen sie anführte, eh unsinnig... doch jetzt bot sich... vielleicht zum letzten Mal... die Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge unter deren arrogante Nase zu reiben...

"Was verstehst du daran nicht...- Mutter?!"

Das letzte Wort betonte sie in einer Art und Weise, deutlicher könnte man die bestehende Kluft zwischen ihr und der Baronin nicht zur Geltung bringen.

"Das mit den Aufnahmen diente schlicht der Finanzierung meiner Spielzeuge und unseres Lebensstil's. Entschuldige, aber dein Gestüt mit seinen Einnahmen allein hat meine Ansprüche noch nie abdecken können...
Und Schlachtross? Mira hat mich gebeten, ihr einen Vorteil in dem kommenden Rennen zu verschaffen- warum sollte ich ihr also diesen Gefallen nicht tun? Ich glaube ihr auch, daß Schlachtross und seine Jockey sie im letzten Jahr bei dem Rennen mit unfairer Fahrweise um den Sieg gebracht haben, daher sehe ich es als recht und billig an, wenn es ihm heimgezahlt wird..."

Die Baronin war erstaunt über die herablassende Verachtung, mit der ihre Tochter ihr dies entgegnete- hatte sie Augustine so falsch eingeschätzt? Von Mira, ja, da wusste sie, wie sie als Mutter versagt hatte und Augustine hatte auch eine sadistische Ader- aber diese Gefühlskälte bei ihr ließ sie erschaudern...

"Schau nicht so entsetzt- dein Sinn für FairPlay ist doch auch nur geheuchelter Bockmist! Wo war denn deine Fairness, als du Mira und mich in die Internate abgeschoben hast- nur um dir mit diesem Scheißgestüt hier DEINEN Lebenstraum zu erfüllen! Ja- DEINEN, nicht meinen...!"

Mit Befriedigung sah sie, wie ihre Worte ihre Mutter verletzten...

"Ich kann dir nicht sagen wie ich mich entwickelt hätte, wenn ich zusammen mit meiner Schwester von dir nicht in diese Zuchtanstalten für Führungskräfte abgeschoben worden wäre- aber wenn meine Schwester oder ich dich am dringendsten benötigten, dann warst DU nicht da!
Wie oft war Mira mein einziger Halt- wo ich dich gebraucht hätte, wie oft haben wir von dir nur irgendwelchen Mist zugeschickt bekommen, wo ein einfacher Besuch von dir viel mehr bewirkt hätte...
Wenn es Schwierigkeiten gab- du hast uns einfach auf ein anderes Internat gesteckt! Wie oft hast du mir damit sich entwickelnde Freundschaften zerstört- das hat dich nicht ein bisschen gekümmert- ich würde ja sicher neue Freundinnen finden... Die einzige Freundin, die ich die ganze Zeit über bei mir hatte... das war Mira- und sie, NICHT DU, hat mir beigebracht, wie weit man kommt, wenn man kämpft. Du bist immer nur davongelaufen wenn es irgendwo ein Problem gab...- neues Internat... neue Schule... Problem gelöst!"

Amalie wurde durch jedes Wort ihrer Tochter getroffen- und was für sie wirklich schlimm war- aus der Sicht von Augustine war es in sich schlüssig.

"...im Gegensatz zu dir war sie immer für mich da, hat mich beschützt und gezeigt, zu was ich fähig sein kann! Sie hat IMMER zu mir gestanden!"

Mit einem Lächeln rief Augustine sich eine Erinnerung in ihr Bewusstsein...- jener Moment, wo sie beide das erste Mal gemeinsam zurückgeschlagen und gezeigt hatten... wozu sie wirklich fähig sind...


Fünfzehn Jahre früher...


Augustine:

"Deine Mutter wurde über den Vorfall und dein Verhalten danach informiert- und ich habe ihr nahegelegt... auch im Interesse deiner Schwester... euch beide zum Monatsende hier aus dem Schulbetrieb zu entnehmen. Dein Verhalten ist... auch wenn du mit deinem Agieren die Ehre deiner Schwester und Mutter zu verteidigen glaubtest- und ich dir somit lautere Motive unterstelle... eines Absolventen dieses Institutes unwürdig!
Da dein Kontrahent wohl noch ein wenig 'unpässlich' bleiben dürfte, hast du die 'Ehre' ihn bis zu eurem Verlassen unseres Hauses bei den Gemeinschaftsarbeiten zu ersetzen- deine Schwester Augustine hat sich mir gegenüber bereits bereit erklärt... dich dabei unterstützen zu wollen. Für mich- als Leiterin dieser Einrichtung- wäre, falls du jetzt nicht noch etwas zu deinem Verhalten sagen möchtest, damit der Vorfall erledigt..."

Ich schaute zu meiner Schwester Mira, der diese 'Strafpredigt' galt- doch diese hielt den Blick gesenkt und sagte nichts. Nach einem Moment der Stille und der sich anschließenden Aufforderung, an der nächsten Unterrichtseinheit wieder normal teilzunehmen, wurden wir beide von der Schulleiterin entlassen und begaben uns zurück in das Internatszimmer, das wir beide bewohnten...
Erst dort brachen bei mir meine Gefühle durch:

"Ich will nicht schon wieder auf eine andere Schule...- ich will meine Freundin nicht schon wieder verlieren... Musstest du ihn denn auch noch in das Gesicht treten? Er lag doch schon unten..."

"Tut mir leid Augustinchen...- er hatte dich angefasst UND unsere Mutter beleidigt! Das dürfen wir NIEMALS tolerieren...- verstehst du? NIEMALS!"

Mira setzte sich auf das Bett neben ihre Schwester und nahm mich in ihren Arm...

"Kannst du mir verzeihen? Ich wollte ganz sicher nicht dir deine Freundschaft kaputt machen... Ich... bin halt so- und dafür, daß er dich derart angefasst hat... Da waren die beiden Tritte viel zu wenig!"

Ich verstand ganz genau, was Mira damit meinte. Der Junge hatte mir grob in den Schritt gegriffen und mich dabei als eine 'Hurentochter' bezeichnet... Von meiner Schwester wusste ich bereits vorher, was andere damit meinten- wir hatte dieses... und auch andere Worte bereits mehrfach hinter unserem Rücken gehört. Doch dieses Mal hatte sich dieser 'Mitschüler' direkt vor mich gestellt, mich höhnisch... so genannt... und dann spürte ich seine Hand...
Dabei hatten dieses Arschloch und sein Freund aber nicht auf ihre Umgebung geachtet- sie hatten einfach übersehen, daß Mira gerade hinter ihnen vorbeikam... Die Reaktion meiner großen Schwester erfolgte prompt- während ich selbst den zweiten Jungen von einem Eingreifen abzuhalten vermochte, brachte Mira den anderen zuerst mit gezielten Faustschlägen gegen den Kopf zu Boden und trat diesem dann auch noch zwei Mal mit voller Wucht in sein Gesicht!

"Mutter wird wieder mit uns am Telefon schimpfen...- oder glaubst du, sie wird hier vorbei schauen? Ich nicht...
Danke... für deine Hilfe... Was meinst du...- wie lange wird er nicht kauen können?"

"Zwei Zähne weniger? Und dem Knacken nach- das wird sicher noch dauern... Wenn es in dem nächsten Internat, wo Mutter uns sicher hinschicken wird... Vielleicht würde dir ein wenig Boxtraining Spaß machen..."

Beide Schwestern schauten sich an- und lachten gemeinsam los!

"Nein Mira...- ich mag das nicht so... Aber bevor wir hier gehen...- unsere Lehrerin im Kochkurs hat da mal etwas erzählt..."

"Diese Bioschlampe? Die mit ihrem Hygienetick? Die geht mir so was von auf den Geist..."

Meine Schwester fing an, die erwähnte Person zu imitieren- und sorgte so für ein erneutes befreiendes Lachen bei mir. Dabei schaffte ich es aber, Mira mit beschwichtigenden Handbewegungen zu bremsen und schaute sie dann sehr ernst an:

"Mag ja sein, daß sie mit ihrer Art einen an der Waffel hat... aber sie hat mal eine Geschichte erzählt...- und die habe ich mir gemerkt! Warum habe ich wohl diese eine Flasche mit der alten Mayonaise so gehegt und immer schön in Heizungsnähe gelagert?"

Natürlich war Mira dies aufgefallen- aber hatte nicht weiter nachgebohrt, da ich etwas von einem Experiment für den Unterricht geantwortet hatte. Doch nun lauschte sie meinen Worten... und wurde mehr und mehr sprachlos von der bei mir dabei zutage tretenden Rachsucht!

"Willst du das wirklich so durchziehen? Das wäre ein Abgang hier... Aber wenn wir damit in Verbindung gebracht werden..."

"...werden wir hier rausgeworfen... Sind wir das nicht gerade? Was haben wir daher zu verlieren? Nichts! Und du hast jetzt ja noch den zusätzlichen Gemeinschaftsdienst aufgebrummt bekommen...- deswegen habe ich mich freiwillig gemeldet um dir zu helfen! Das alles passt doch... das ist so ideal..."

"Was ist mit deiner Freundin? Du darfst niemanden vorher warnen...- keinen hier!"

Ich nickte bei diesen Worten sehr ernst.

"Vielleicht isst sie ja nicht davon...- wir rühren es in etwas ein, was sie nicht so gern mag..."

Mira dachte inzwischen halblaut nach:

"Es muss etwas sein, wo Mayo schon dran ist... und sie soll es nicht mögen. Isst sie Fleischsalat?"

Soweit ich weiß...- nein..."


Die Tage vergingen, der Tag der 'Abreise' rückte immer näher- und zu Mira's Missvergnügen hatte sich noch keine Möglichkeit ergeben die 'Idee' ihrer Schwester umzusetzen... Dazu musste sie die immer wieder aufkeimenden Bedenken von mir zerstreuen... Ich war da... zu ihrem Leidwesen... wohl doch noch nicht 'hart' genug. Ich machte mir ehrlich Sorgen, es könne dabei zu viele der 'Falschen' in Mitleidenschaft ziehen...

"Morgen Nachmittag...- dann lasse ich diese Hölle hinter mir! Mal sehen, welche neue sich für uns auftun wird... Mutter wird sicher dafür sorgen!
Heute Abend 'dürfen' wir zum 'Abschied' noch einmal in der Küche bei der Zubereitung des Frühstücks für morgen helfen...- eine finale Demütigung! Aber auch unsere... letzte... Chance... - für einen Abgang hier mit Paukenschlag!"

Ich hatte das 'Mittel unserer Vergeltung' Mira anvertraut- da gab es nichts mehr daran zu verbessern. Sie hatten sich eine geleerte Flasche besorgt und seitdem stand die 'Probe' bei uns im Kühlschrank in unserem Zimmer...


Klirr...- das Geräusch der zerbrechenden Teller sorgte für die gewünschte Ablenkung! Ich setzte meine unschuldigste Miene auf und begann sofort, die Scherben zusammen zu klauben- nachdem ich mir sicher war, alle anderen schauten zu mir. Vereinzeltes höhnisches Gekicher bei den anderen 'Helfern'- was aber sofort durch die diensthabende Aufsicht mit der Bemerkung unterbunden wurde, den anderen wäre so etwas ja noch nie passiert!
Endlich tauchte auch Mira auf- wo sie den Eimer für die Scherben 'hergezaubert' hat, blieb mir in dem Moment unerklärlich. Während die anderen wieder ihre Arbeiten aufnahmen nickte mir meine Schwester zu- also war sie erfolgreich und wir würden morgen... wenn diese Biotante nicht irgendwelchen Mist erzählt hat... einen uns würdigen Abschied erleben!
Den Rest unseres 'Dienstes' focht uns beide nichts mehr an- ich lächelte und war... ehrlich gesagt... nur noch neugierig, was passieren würde. Mira und ich lachten und alberten herum, nachdem wir wieder auf unserem Zimmer waren. Später schaute meine Freundin noch vorbei- und spontan fragte ich sie, ob sie uns morgen früh beim endgültigen Packen unserer Sachen helfen könnte. Ihr Blick- und auch der von Mira- war von meiner Idee nicht unbedingt angetan... doch abschlagen wollte sie es mir auch nicht...


Der Tag unseres unfreiwilligen 'Abschieds' war gekommen- und unsere Mutter hatte... anstatt uns selbst zu holen... nur ihren Angestellten Jens geschickt. Meine Freundin hatte Wort gehalten und mir heute Morgen beim Packen geholfen... und das dabei ausgefallene Frühstück hatten wir mit Schokolade, Kaffee und einer hier in dieser 'Zuchtanstalt' nicht erwünschten Flasche Alkohol mehr als nur kompensiert. Leicht angeheitert ließ meine Freundin sogar ihre erste Unterrichtsstunde verstreichen...- ehe sie sich wieder dem Regelbetrieb unterwarf und wir beide unseren finalen Termin bei der Leitung dieses 'Hauses' hatten. Deren Sermon war vorhersehbar- es täte ihnen leid, aber das 'inkompatible Verhalten' meiner Schwester und weitere 'Vorkommnisse' hätten zu dieser Situation geführt...
Wir waren froh nachdem dieser Part erledigt und wir, so gesehen, entlassen waren... die Runde mit dem Hausdiener durch die Verwaltung mit Übergabe unserer verschlossenen Unterlagen war nur noch pro Forma- dann warteten wir im Eingangsbereich des Internats und harrten der Dinge, von denen ich mir wünschte, daß sie eintreten würden...
Ich fing bereits an zu zweifeln ob es funktioniert hätte...- da rannte der Hausdiener an uns vorbei in Richtung des Unterrichtsgebäudes! Kurze Zeit später brachte er einen der 'Absolventen' heraus...- dem es sichtlich schlecht ging. Mira stieß mich leicht in die Seite:

"Der ist mir mal blöd gekommen...- aber so sieht man sich wieder! Es scheint also zu wirken..."

Meine Schwester drückte mir freudig die Hand- übergab sich doch ihr 'Spezi' mehrfach auf dem Weg zu unserer Unterkunft. In kurzen Abständen folgten weitere Absolventen und auch zwei Lehrkräfte- und mit jedem stieg unsere gute Laune weiter! Unsere Nasen rochen dabei auch eine der weiteren Auswirkungen...
Es dauerte nicht lange... und wir hörten das 'Heulen' des ersten Rettungswagens bevor dieser auf den Hof einbog. Acht weitere folgten...- ehe Jens eintraf und das Schauspiel sich für uns dem Ende zuneigte. Inzwischen schien der Unterricht wohl zum Erliegen gekommen sein- denn meine Freundin tauchte bei uns auf und so verabschiedete ich mich noch einmal von ihr.

"Da war wohl irgend etwas beim Frühstück schlecht... Habt ihr etwas damit zu tun?"

Mit dieser direkt gestellten Frage von ihr hatte ich nicht gerechnet...- doch Mira rettete die Situation:

"Vielleicht..."

Wir drei schauten uns an- und lachten! Dann umarmte ich meine Freundin hier ein letztes Mal und wir versprachen uns weiter in Kontakt zu bleiben. Während Mira und ich in das Auto stiegen und Jens uns aus dem sich steigernden Chaos fort brachte... war ich mir sicher, selbst wenn Lucy etwas ahnte- sie würde nichts darüber erwähnen... gegenüber niemandem!


Jetzt:


Für diese letzte Aussage von Augustine war die Baronin unendlich dankbar- ihre Tochter schien sich an dabei an irgendetwas zu erinnern...- doch sie bot ihr eine Kante, wo sie ansetzen konnte.

"Da wäre ich mir nicht so sicher- aber da ich vermute, du würdest mir ohnehin nicht glauben, soll deine Schwester doch selbst zu Wort kommen... Hör ihr einfach zu!"

Ein Druck auf die Fernbedienung und der Bildschirm im Zimmer der Baronin zeigte, wie ihre Schwester das Zimmer der Baronin, in dem sie und ihre Mutter sich jetzt auch befanden, betrat- und schweigend hörte und sah Augustine, wie Mira leugnete, verdrehte und Schuld auf sie abwälzte...
Die Person auf dem Bildschirm kam so überzeugend daher- und für die 'Tierärztin' so schäbig. Das war nicht ihre große Schwester Mira, die sie all die Jahre beschützt hatte- sie hörte nur eine Frau, die- nicht ungeschickt- versuchte, ihren eigenen Hintern aus der Schusslinie zu bekommen...

"Verrat... Verräterin!"- fast tonlos kamen ihr diese Worte über die Lippen.

Auch wenn Augustine es zu verstecken versuchte, der Baronin entging nicht jene Veränderung im Blick ihrer Tochter- es war an der Zeit, die entstandene Bresche zu nutzen...

"Deine Schwester beschuldigt dich des Mordversuchs an Schlachtross und von Annika weiß ich von den Kastrationsplänen...- ich würde gern deine Version hören..."

Mit Mühe hielt die Baronin ihre Fassade aufrecht- letzteres war eine unbewiesene Behauptung, die Schlachtross zudem nur gegenüber Annika und Mira geäußert hatte. Aber jetzt war nicht die Zeit für Samthandschuhe...

"Ich kann dich nicht hören- stimmen die Anschuldigungen? Oder willst du immer noch die Verantwortung für Dinge übernehmen, die deine Schwester gemacht hat? Nach einem derartigen Verrat an dir?"

'Was bleibt mir übrig, jetzt ist wohl Zahltag- und die Abrechnung übernehme ich nicht allein!'

Mit einem Straffen ihres Körpers begann Augustine zu reden...- ihren Anteil an den Misshandlungen; ihre Idee, wie man Schlachtross zum Verweigern bringen könnte,... Irgendwie war es sogar befreiend, so offen ihrer Mutter gegenüber aufzutreten. Einzig die beiden Anschuldigungen, Schlachtross gegen seinen Willen zu legen und final in den Selbstmord zu treiben, wies sie vehement von sich.

"Tochter, ich bin froh über deine Ehrlichkeit- so kannte ich dich, wie du hier noch auf dem Gestüt gespielt hast... Ich verstehe nur nicht, warum das Ganze... deine Motivation. Was hat Schlachtross dir persönlich getan?"

"Nichts!" Augustine lachte dabei laut auf- "absolut nichts! Im Unterschied zu Mira hege ich keinen irgend gearteten Groll gegen ihn... Er war nur perfekt von seinen Voraussetzungen- Latexfetischist, von dir einem Gestütpferd gleichgestellt und damit ohne lästige Beschränkungen, von fast perfekter körperlicher Konstitution... Mit ihm konnte ich mir meinen Wunsch erfüllen und eine Person bis fast an das ultimativ durch einen Körper leistbare bringen. So einfach ist das..."

Diese Antwort war für Amalie das wirklich erschreckendste, was sie von ihren Töchtern dazu bisher zu hören bekam. Jemanden zu quälen, nur weil man es konnte- diese Aussage allein zeigte auch ihr Versagen gegenüber ihren Töchtern- auf ganzer Linie- auf...

"Augustine- auch wenn ich Fehler, ja, große Fehler, in eurer Erziehung gemacht habe, Mira und du, ihr beiden seid immer noch meine Töchter. Wie du weißt, habe ich Schlachtross zumindest so weit bekommen, daß er auch Alternativen zu einem Gang zur Polizei akzeptiert- wobei der anschließende Presserummel ganz sicher das größere Problem darstellen würde...
Daher mein Angebot an dich- und deine Krankenschwester: Ich kann euch beide aus der Schusslinie nehmen... wenn ihr dies wollt. Das gibt es aber nicht für umsonst...
Du müsstest auf den Anteil deines Erbes von Rosengarten verzichten- schriftlich und in einer Videoaufzeichnung! Das dürfte dir leicht fallen, du hast ja nach deiner eigenen Aussage eh kein Interesse an dem hier ausgeübten Pferdesport. Ihr werdet zu einer guten Freundin von mir ins Ausland gehen...- und dort zwei Jahre in deren Studio als Sklavinnen arbeiten. Das wäre der Strafteil, den ich Schlachtross als Sühne für seine Behandlung durch euch anbieten würde. Danach arbeitet ihr ein weiteres Jahr als Zofen und du könntest danach mit in das dortige Studio einsteigen oder auch ein eigenes aufbauen... Ihr hättet ganz sicher die Landessprache bis dahin gelernt und auch die dort geltenden gesetzlichen Regularien- es wäre ein Neuanfang für dich!
Ich werde dir dieses Angebot nur einmal unterbreiten- du hast jetzt fünf Minuten um dich zu entscheiden. Annika hat übrigens bereits zugestimmt...- und für dich, sie ist in ihren Aussagen dir gegenüber loyal geblieben. Das mit dem Legen war ihre Phantasie...- sie hat darauf bestanden, du hättest damit nichts zu tun."

Erstaunen spiegelte sich in Augustine's Gesicht wieder- war Annika bereits wirklich so... an Sie gebunden, würde ihre 'Krankenschwester' freiwillig mit ihr gehen und einen Neuanfang, wo auch immer, wagen?"

"Was wird aus meiner Klinik? Sie ist immerhin MEIN Lebenswerk?"

"Das ist Vergangenheit... doch Natascha wird sie als Veterinärstation weiter führen. Solltest du mein Angebot annehmen, erlaube ich dir... drei deiner Gerätschaften als Grundstock für ein eigenes Studio mitzunehmen. Es gibt immer Hardcore-Masochisten, die du als Kunden gewinnen kannst. Bedenke aber- in den kommenden zwei Jahren wirst auch du... ganz sicher... in den Genuss der Behandlung in deinen Geräten kommen..."

Schweigen machte sich breit, als Augustine die ihr offenstehenden Optionen abwog...

"Ich akzeptiere...- aber was wird aus meiner Schwester?"

"Annika und du, ihr bleibt zusammen unter 'Hausarrest', bis ich deinen 'Umzug' arrangiert habe- und Mira? DAS braucht dich nicht mehr kümmern..."



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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:23.12.21 09:09 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo zusammen!
Wow!
Ich finde die Entwicklung gigantisch. Nun bin ich als nächstes so gespannt, wie es mit Mira weitergeht. Der Vorschlag für Augustine hat mich ja fast aus den Socken gehauen.
Dass die Verantwortlichen langsam darauf kommen, was mit Schlachtross tatsächlich "passiert" ist, habe ich im Stillen gehofft und denke schon, dass hier voll umgänglich aufgeklärt werden wird. Auch weil sie jezz langsam erkennen sollten, dass Schlachtross mit allem was er gesagt hat recht gehabt hat. Das erschüttert natürlich das Verständnis der Rittmeisterin von ihrer vermeintlichen Kontrolle über die Abläufe auf Rosengarten.
Auch bin ich gespannt, wie lange der nächste Rückschlag für Schlachtross auf sich warten lässt. Ich hoffe nach wie vor, dass Mira effektiv von ihm getrennt und auch bei ihren Aktivitäten mit Brutus unter Kontrolle bleibt.
Wird die Zofe, die ja alles ins Rollen gebracht hat, noch einmal gehört? Ihr stünde Dank zu.
Erstmal steht jedoch die Entscheidung von Anja und Schlachtross an, ob es überhaupt weitergeht, aber da bin ich zuversichtlich. Ob die beiden weitere Auflagen oder Bedingungen daran knüpfen werden? Er wird sich wohl nicht mehr unkontrolliert in fremde Gewalt geben werden.
Andererseits steht vor den nächsten Trainings wohl auch eine Bestandsaufnahme der Leistungsfähigkeit an, um entsprechend reagieren zu können. Ein Zugtest? Schwerlich unter den bekannten Bedingungen.

Danke an die konsequente Fortsetzung der Geschichte! Ich finde sie nach wie vor hervorragend, super geschrieben, die bestehenden Teile von Drachenlord super integriert, und alle Charaktere nach und nach super dargestellt. Auf allen Ebenen.
Weiter so!
Und allen frohe Weihnachten!
Rico
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Blackrubberhorse
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:24.12.21 12:46 IP: gespeichert Moderator melden


Ein 'God Yul' bzw. ein frohes Weihnachtsfest euch allen- hier ein weiteres Kapitel...



Tag 28; Woche vier- Samstag (Part 1)


Paddockbox...- morgens...


Schlachtross:

Ich wachte auf und staunte...- ich hatte durchgeschlafen und selbst wenn ich Albträume in der Nacht gehabt hätte, mein Gedächtnis konnte sich an keine erinnern. Rosengarten hatte mich- diese Nacht- in Ruhe schlafen lassen...
Vorsichtig löste ich mich von Miu, der eng angelehnt neben mir lag, ohne ihn zu wecken und hockte mich über den Eimer in der Ecke, der dort für das 'abäppeln' der Pferde vorgesehen war. Etwas Wasser aus dem Trog in die hohle Hand und nachgesäubert, dann mit Stroh trockengerieben und dieses gleichfalls im Eimer entsorgt. Was der pure Luxus im Vergleich mit der 'Hengstbox' war- der Spender mit dem Desinfektionsmittel um ein Mindestmass an Hygiene für die 'Einstellpferde' zu garantieren.
Obwohl ich sehr leise in der Box agierte, schaute mir kurze Zeit später ein Augenpaar in der Morgendämmerung zu. Miu war wohl aufgewacht, da er die Wärme meines Körpers vermisste. So erhob er sich auch aus dem Stroh, streifte die anhaftenden Halme ab und begrüsste mich als seinen Boxengenossen mit einem freundlichen Schnauben. Auch er äppelte ab und als er fertig war gesellte er sich zu mir nach draußen auf den angrenzenden Auslauf. Gemeinsam gingen wir schweigend einige Runden am Zaun entlang bis Miu die Initiative ergriff und das Wort an mich richtete...

"Was meinst du- wird sich hier etwas ändern?"

Ich schaute ihn direkt an- eine solche Frage hatte ich als Gesprächseröffnung nicht erwartet.

"Ja, Markus und die Rittmeisterin, denke ich, haben den Willen dazu. Die Baronin hat die Mißstände deutlich unter ihre hochgehaltene Nase gerieben bekommen- sie ist jetzt auch bereit dazu. Augustine scheint kaltgestellt zu sein- ich habe sie, seit Markus mich gefunden und ich zusammen geflickt wurde, nicht mehr gesehen... Mira werde ich wohl auch bis zum Rennen nicht mehr sehen- Miu, ich habe, sollte ich mich entschliessen mitzulaufen, Angst vor dieser Begegnung mit ihr- auch wenn ich... vielleicht... mich ihr sogar eher stellen sollte... Ich habe auch Angst vor der Zeit danach. Um dich, um Brutus und Steel... Ich würde euch gern mit auf Bea's Gestüt mitnehmen..."

Ich brach ab und umarmte Miu, während mir Tränen in die Augen schossen.

"Ich möchte euch hier nicht zurücklassen- noch gibt es Mira und sie ist deren Tochter UND derzeit Erbin!"

Von dem Geständnis der Baronin, dass Miu ihr Sohn und damit erbberechtigt sei, durfte und wollte ich ihm nichts erzählen...

Meine Umarmung wurde erwidert- wir schmiegten uns aneinander an und streichelten uns gegenseitig. Ich merkte, wie sich dadurch Spannungen lösten und nahm dadurch immer besser auch auf einer unterbewussten Ebene wahr, wie wichtig Miu's Rolle in der Hengstbox auch als Omega der Herde gewesen war. Ich musste darüber unbedingt noch mit Brutus sprechen, bevor ich Rosengarten verlassen würde...

"Miu- ich benötige deinen Rat"- wechselte ich das Thema- "du weißt, ich habe Markus und der Rittmeisterin gestern erlaubt, mich heute zu testen, was ich noch zu leisten imstande bin... Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, ob dies eine gute Entscheidung war- auch wenn du auf mich aufpassen wirst. Ich habe Versagensängste... nicht den beiden und auch Anja gegenüber nicht, aber vor mir selbst- und vor dir..."

Miu's Blick drückte blankes Unverständnis aus und bevor er sich eine Antwort darauf überlegen konnte, fuhr ich fort:

"Du brauchst es nicht zu leugnen- du siehst in mir ein Vorbild, groß, stark, unbeugsam... und du wärst gern auch so..." Miu nickte stumm. "Was ist, wenn ich dies nicht mehr bin; du hast gestern meine Zusammenbrüche hautnah miterlebt!"

Ehe ich fortfahren konnte, brachte mein Freund meine Gebäude voller Zweifel mit einer einzigen Frage zum Einsturz:

"Bist du wieder auf die Hufe gekommen? Denke bitte nach und beantworte dir diese Frage- bist du bisher immer wieder aufgestanden und hast weitergemacht, egal wie tief unten du warst?"

Hatte mein Freund der Stallknecht nicht etwas ähnliches zu mir gesagt, ehe ich Bea's Gestüt in Richtung Rosengarten verlassen musste? 'Ein Schritt mehr geht noch...'- so waren doch seine Worte...
Ich umarmte meinen Freund erneut und flüsterte ihm ein "Danke" in sein Ohr- während ich Anja in dem Durchgang zur Box stehen sah. Ich hatte sie nicht mitbekommen und konnte nicht abschätzen, wieviel sie von meinen Selbstzweifeln mitbekommen hatte. Meine Jockey lächelte mich an und winkte mit einer Handbewegung uns beide zu sich. Gleichmäßig streichelte sie uns beide und raunte uns zu, wie stolz sie auf uns beide wäre. Mich bat sie zum Abschluss- entgegen der zwischen der Rittmeisterin und mir getroffenen Absprache- heute auch in der Box nicht aus meinem Pferd-Sein zu fallen, egal, was geschehen würde, es sei denn, sie würde mich dazu auffordern. Statt meiner würde sie mit der Rittmeisterin jede der Einheiten durchsprechen und beurteilen- ich wäre ihr Pferd und für mich wäre es ein Test...- dürfte aber zuhören...
Ich hatte zwar keine Ahnung, warum sie diese Bitte äußerte, aber damit hob sie nicht gerade meine Lust auf den bevorstehenden Tag...- auch wenn sie sicher dafür ihre Gründe hatte. Trotzdem vertraute ich Anja und ging mit einem Kopfnicken auf Ihre Bitte ein.
In der Box hatte sie in zwei Schalen unser Morgenfutter stehen-ich schaute die Ration an, die nur zwei Drittel einer normalen Futtermenge enthielt. Anja beruhigte uns aber mit der Zusicherung, wir würden zwischen den einzelnen Einheiten zusätzlich gefüttert werden.
Während wir unseren Magen füllten, fragte Anja Miu noch einmal, ob er alle Testeinheiten für mich mitlaufen wolle- natürlich mit geringerer Belastung, aber auch so wäre der Plan, den die Rittmeisterin für mich erstellt hätte, recht anspruchsvoll... Auch Miu blieb ihr gegenüber Pferd und wieherte nur kopfnickend. Daraufhin wartete Anja, bis wir fertig mit unserem Futter waren, reichte uns die Suit's von gestern die wir überstreiften und führte uns im Anschluss zu der 1000-Meter Strecke, wo Markus und die Rittmeisterin mit einem Rennsulky bereits auf uns warteten.


'Leistungstests'...


Das erste, was mir auffiel, war die Halterung für das Kontrollpad- hier hatte wohl meine Ansprache von gestern Wirkung gezeigt und meine Vitaldaten würden wohl ab sofort strenger überwacht werden. Anja band uns 'Pferde' am Pausenplatz fest und entfernte sich mit meinen beiden anderen Trainern für uns außer Hörweite- ich konnte nur sehen wie die Rittmeisterin etwas erläuterte und Anja dies offenbar abnickte. Miu hatte inzwischen neben der Strecke den Parcours mit den Sprunghindernissen entdeckt und machte mich mit einem Stubser seines Kopfes darauf aufmerksam. Ich hatte keine Ahnung, wofür dieser gedacht war und zuckte daher mit den Schultern.
Markus kam mit Anja auf uns zu, ich wurde zuerst losgebunden und Markus spannte mich vor dem Rennsulky an. Anja streichelte mich und flüsterte mir zu: "Vertrau ihm!", während sie mir das Kopfhalfter mit der Trense und den zusätzlich montierten 'Scheuklappen' überstreifte. Sofort war mein Sichtfeld stark eingeschränkt- ich hatte das Gefühl, ich würde durch ein Periskop schauen... der schmale senkrechte Streifen des Sichtfeldes blendete auf gut zehn Meter Distanz seitlich alles weg, was sonst in meinem Gesichtsfeld für mich erkennbar wäre. Dies lieferte mich meinem Jockey fast vollständig aus und ich musste ihm völliges Vertrauen entgegenbringen. Zum Glück war es nicht das erste Mal, dass ich so lief- es war für uns 'Pferde' die übliche Sichteinschränkung bei großen Rennen außerhalb von Plätzen...

'...es könnte auch ohne jegliche Sicht... wie bei den Bahnrennen üblich... sein...'

Ich merkte, wie der Pferdetrainer im Sitz Platz nahm, eine kurze Überprüfung der Zügelleine- links, rechts; die Signale kamen bei mir gut an- und schon lenkte er mich auf die Bahn. Der Unterschied zu Anja, den ich ja inzwischen hier gewohnt war, bestand darin, ich hatte von Markus keinerlei Information über die zu laufende Strecke bekommen- so wie ein normales Pferd die ja auch nicht im Training erfahren würde...Ich könnte jetzt nur auf meine in der Zeit hier vorher gemachten Erfahrungen zurückgreifen- und dies bedeutete Vollgas im Galopp!
Die Rittmeisterin hatte inzwischen Miu zu uns gebracht- er stand aufgrund meiner Sichteinschränkung außerhalb meines Blickfeldes, aber seine durch ein Wiehern verkündete Anwesenheit beruhigte mich irgendwie...
Markus gab mit den Zügeln das Startsignal, gleichzeitig aber auch das Kommando "Schritt"- gut, dies war die Runde zum Warmlaufen. Ich zog mit einem gleichmäßigen Tempo, mein Jockey brauchte nicht allzuviel korrigieren und die Lenksignale kamen von Markus sehr präzise. Es war wie in den Trainingseinheiten, die ich mit ihm vorher schon absolvieren durfte- und half mir schnell, das notwendige Vertrauensverhältnis zu ihm zu erneuern. Nachdem die Runde beendet war lenkte er mich erneut an die Startlinie und gönnte mir und Miu eine Pause.
Der Knall einer Startpistole riss mich aus meinen Gedanken, ich registrierte den Knall der Fahrpeitsche über mir- jetzt galt es. Ich stemmte mich in das Gurtzeug und nahm Geschwindigkeit auf. Binnen zwanzig Metern hatte ich meine von Jens und Mira bisher eingeforderte Galoppgeschwindigkeit erreicht und hielt diese die halbe Runde durch, bevor ich etwas langsamer wurde. Dies war der Moment, wo ich in den vergangenen Wochen dann Mira's Peitsche oder die Gerte von Jens als 'Motivation' zu spüren bekommen hatte- hier aber blieb diese 'Unterstützung' aus. Trotzdem versuchte ich das Tempo zu halten und schaffte diese erste Runde völlig ausgepumpt aber mit mir selbst zufrieden...
Markus gab mir das Kommando in Schritt weiterzulaufen, wofür ich dankbar war, bei einer weiteren Runde hätte ich mein Tempo arg verringern müssen. Nach 100 Metern forderte er einen Turn von mir ein, brachte das Gespann dann auf der Höhe von Anja und der Rittmeisterin zum Stehen und entfernte meine Sichteinschränkung.
Beide standen in meinem Blickfeld und sahen überhaupt nicht zufrieden aus. Ich merkte, wie Markus absaß- und er zusammen mit Miu auch vor mir erschien. Mein Freund war vermutlich die gesamte Runde neben dem Sulky auf der Höhe von Markus mit gallopiert und wirkte ausgepumpt. Der Blick auf das Pad ließ alle drei Menschen nur den Kopf schütteln und auch Miu hatte einen Blick für mich übrig, der Unzufriedenheit signalisierte. Ich begriff- ich hatte mich wie bisher völlig verausgabt und war wohl in den tiefroten Bereich gelaufen.
Anja führte mich danach an den Rand des aufgebauten Sprungparcours. Dort entfernte sie meine Trense und ich bekam von ihr eine kleine Zwischenmahlzeit in Form eines Energieriegels und mehrerer Apfelspalten. Auch wischte sie mir den Schweiß vom Gesicht.
Miu bekam von der Rittmeisterin eine gleichartige Behandlung und unsere Trainer gönnten uns eine gute Pause, in der wir uns für die nächste anstehende Einheit erholen konnten.
Vor dem zweiten Training gab Anja mir die Information, Miu würde diesen Durchgang nicht mit mir zusammen laufen- für ihn wäre der Parcours eingerichtet worden, damit er zeigen könne, ob die Qualitäten eines Sprungpferdes in ihm steckten. Auch würde sie die vor mir liegende Einheit mit mir fahren...
Ich nickte vertrauensvoll, obwohl ich auch dieses Mal keine Info über die zu absolvierende Streckenlänge bekam- wie es bei Pferden eben üblich ist. Hier war das Training von mir wesentlich artgerechter als ich es von Bea's Hof her gewohnt war- und ich ahnte, dies würde dort in Zukunft auch für mich eingeführt werden.

'Ist ja nicht schlecht... ich will ja Pferd sein- da ist es nur natürlich wenn ich auch so von meiner Jockey so behandelt werde...'

Erneut die Trense zwischen die Zähne, die 'Scheuklappen' über die Augen...- und schon lenkte Anja mich an die Startlinie. Diesmal gab es nur von ihr die Anweisung "Schritt", gefolgt von "Trab" und "Galopp"- nach gefühlten 100 Metern merkte ich , wie sie mir über Zügel und Trense signalisierte, meine Geschwindigkeit etwas zu verringern. So eingebremst durfte ich die Kurve laufen, ehe ich wieder auf "Schritt" zurückfallen durfte. Ich spürte, wie mein Puls sich beruhigte und ich Luft bekam. Eine erneute Ansage von Trab und Galopp forderten meine Leistung erneut- dieses Mal steigerte ich meine Leistung bewusst, bis Anja mir von hinten mit einem leichten Zügelrucken zu verstehen gab, das erreichte Tempo zu halten.
Dieses 'up and down' wiederholte sich mehrfach- ich hatte bald begriffen ,sie fuhr ein Intervalltraining mit mir, was über meine Herzfrequenz die Länge der Intervalle bestimmte. Mein Zeitgefühl war weg, ich konzentrierte mich nur darauf, die Signale von Anja exakt umzusetzen und die von ihr abgerufene Leistung zu geben. So, wie beim letzten Besuch von ihr hier in Rosengarten- nur mit einem Unterschied. Ich gab diese Leistung für sie, nicht mehr nur für mich...

Eine Runde, bevor Anja mit mir diese Lektion beendete und ich für die nächste Pause an den Rand der Strecke gelenkt wurde, hörte ich das vertraute Wiehern von Miu neben mir- ich kann es ihm nicht hoch genug anrechnen, mir allein mit mit seiner bloßen Anwesenheit soviel Sicherheit und Vertrauen zu geben, damit ich dieses Testtraining durchhielt. Nachdem wir zum Stillstand gekommen waren, wiederholte sich die Prozedur der ersten Pause- und auch dieses Mal gab es eine Auswertung meiner Daten, an der ich als Pferd nicht teilnehmen durfte. Miu blieb dieses Mal bei mir- er flüsterte mir leise zu, die Rittmeisterin hätte ihn auf dem Sprungparcours über die Hindernisse springen lassen und er hätte dabei keine der Stangen gerissen... Weil meine Vorderhufe an meinen 'Flanken' fixiert waren, zeigte ich ihm meine Freude darüber, indem ich wieherte und meinen Kopf an seinem rieb- so verletzten wir nicht die Regeln und konnten uns trotzdem motivieren.
Während mein Körper während der Pause seine Reserven wieder erneuerte, holte sich die Rittmeisterin meinen Freund zu einem zweiten Durchgang- diesmal bekam er auch eine der sichteinschränkenden Brillen zusätzlich zu den Scheuklappen aufgezogen, was sofort zu einem wesentlich unsichereren Laufstil bei Miu führte. Die Rittmeisterin ging daher die zu absolvierende Strecke mit ihm zuerst im Schritt, aber wie bei einem Wettbewerb erfolgte die Kommunikation mit ihrem 'Pferd' nur nonverbal über die Zügel und mit dem antippen der Gerte, wenn Miu über ein Hindernis springen sollte.
Der junge Hengst ließ sich von der Rittmeisterin über die Zügel führen- man merkte seine Unsicherheit, aber jedes Mal, wenn er den Tip mit der Gerte bekam, sprang er kraftvoll nach oben und vorn ab; er hatte wirklich ein Talent dafür, über Hindernisse zu springen. Dies änderte sich aber im zweiten Durchgang, als er dies aus einem leichten Trab heraus ausführen sollte. Mehr als die Hälfte aller Hindernisse wurden touchiert, beim letzten schaffte Miu es nur knapp, das Gleichgewicht zu halten. Daher befand die Rittmeisterin, es wäre besser, wenn er es erst einmal ohne Sichteinschränkung im Trab versuchen würde. Dieser Durchgang klappte dann wieder gut- es handelte sich also um ein Problem, was Miu mit Training lösen konnte. Er hatte offenbar nur Angst davor, zu früh oder zu spät abzuspringen und in den Hindernissen zu landen...
Schlachtross schaute interessiert zu, wie die Rittmeisterin Markus hinzuzog und und nur noch seitlich versetzt den erneut sichtbehinderten Miu über die Zügel dirigierte. Markus gab diesmal mit der langen Fahrpeitsche die Berührungen für den Hengst vor, der diese Runde erneut im Schritt recht gut absolvierte- aber im Trab erneut das gleiche Ergebnis wie bei dem vorherigen Versuch erzielte. Für Schlachtross sah es so aus, als benötigte Miu einfach nur zur Sicherheit jemanden, der neben ihm herlaufen UND GEMEINSAM mit ihm über die Hindernisse springen würde.
Anja reagierte auf das Wiehern ihres Hengstes mit der Frage, ob dieser die Pause beenden wolle. Als dieses durch Kopfschütteln verneint wurde und Schlachtross mit seinem Kopf immer wieder in Richtung des Parcours nickte, dämmerte es ihr, dass er Miu helfen wollte.

"Soll ich dich ausspannen?"

Ich nickte leicht und als sie recht nahe an meinem Kopf hantierte, sprach ich sie leise an:

"Entschuldige bitte, wenn ich aus meinem Pferd-Sein falle, obwohl ich dir für heute etwas anderes versprochen hatte- aber ich möchte Miu helfen..."

Sie nickte kurz und während sie mich weiter befreite, bat ich sie, einen Durchgang neben meinem Freund laufen zu dürfen- mit halber Stangenhöhe damit ich auch über die Hindernisse kommen würde.

"Ich bin mir sicher, bei der begrenzten Sicht ist es für Miu egal, wie hoch die Hindernisse sind- frage aber bitte die Rittmeisterin..."

Danach nahm ich sofort wieder die Rolle als Schlachtross ein und drückte dies durch ein kräftiges Schnauben aus. Meine Jockey gab mir mit der flachen Hand einen leichten Klaps auf den Hintern- sofort zuckte ich ob des damit hervorgerufenen Schmerzes zusammen und Anja wurde augenblicklich klar, dass dies gerade keine gute Idee gewesen war.

"Sieh es als Bestrafung für dein Reden an- und entschuldige bitte, ich hatte deine Verletzungen verdrängt..."

Vom Sulky befreit führte Anja mich zu Markus und winkte auch der Rittmeisterin zu, sie möge bitte zu Ihnen kommen. Als wir alle außer Miu beisammen standen, gab Anja meine Bitte, den nächsten Durchgang gemeinsam mit Miu zu laufen bekannt. Sie erzählte auch kurz, wie sie zum Anfang unserer gemeinsamen Arbeit vor einigen Jahren ausgetestet hatte, ob ich als Springpferd eine Veranlagung hätte und wie grandios dies gescheitert war. Selbst ich musste schmunzeln, als ich diese alte Geschichte hörte... Dann bat sie Markus, ihr meine Sichtblende zu geben, ging hinüber auf den Parcours und schaute, langsam auf ein Hindernis zugehend, durch diese, um einen Eindruck der Wahrnehmung zu bekommen, mit der wir Pferde die Bahn laufen. Zurück bei uns anderen meinte sie, die Hindernisse würden von uns nur schemenhaft einen Moment wahrgenommen, ehe sie im toten Winkel verschwinden würden- und dieses Wissen ihre Achtung vor der gezeigten Leistung von uns noch steigern würde. Dann führte sie mich zu Miu und uns beide in Startposition. Sie legte seine Hand in meine und wünschte uns Erfolg bei dem anstehenden Versuch. Anschließend verringerten unsere drei Trainer die Höhe der Hindernisse wie abgesprochen und als dies erledigt war, nahm Markus die Zügel von Miu auf.

"Und Trab!"

Das gesprochene Kommando versetzte uns in Bewegung. Miu lief zwar vorsichtig, aber präzise auf die Führsignale von Markus reagierend während ich seine linke Hand haltend neben ihm blieb. Da die Hindernisse mit Nummern versehen waren, fiel es mir leicht, den voraussichtlichen Weg des Pferdetrainers ohne seine direkten Signale an mich vorherzusehen. Vor uns tauchte das erste Hindernis auf und unwillkürlich drückte ich Miu's Hand etwas fester. Sofort wurde dessen Lauf unsicherer, aber meine Anwesenheit beruhigte ihn auch irgendwie. Er fing sich und hielt direkt darauf zu. Gleichzeitig mit dem Zügelsignal des Pferdetrainers drückte ich seine Hand fest und wir sprangen gemeinsam über die erste Hürde. Ich merkte sofort nach dem Aufkommen, wie der Trab von meinem Freund sicherer wurde. Auch die Hindernisse 2 , 3 und 4 bereiteten keine Probleme. Jedes Mal bekam er von mir die Hand gedrückt- bei Nummer 5 drückte ich nur noch leicht und auch da schaffte es Miu ohne Probleme. Ich hob im Lauf meine Rechte freie Hand und gab damit Markus das vorher abgesprochene Signal, dass ich Miu nun keine Signale als Hilfe mehr geben würde- wir steuerten Nummer 6 an und nur mit dem Zügelsignal unseres Trainers sprangen wir ohne Probleme über die Stangen der Barriere. Die drei restlichen stellten dann kein Problem mehr dar.

Miu war glückselig, als wir den Ausgangspunkt erreichten und zum Stillstand kamen. Er drehte seinen Kopf zu mir, nickte mehrfach und wieherte seine Freude aus sich heraus. Das gleiche Verhalten wiederholte er mit Markus, der ihn für seine gezeigte Leistung lobte und uns beide mit einem Apfelstück aus der Hand heraus fütterte. Auf seine Frage: "Noch ein Durchgang?" nickte mein Freund und Markus signalisierte, die Höhe der Hindernisse um eine Handbreit zu erhöhen. Dann bat er mich leise, nach der Hälfte der Strecke die Hand von Miu loszulassen- er sollte in dem Wissen, dass ich weiterhin neben ihm laufen würde, die halbe Runde allein schaffen.
Nach dem erneuten Start sprangen wir, ohne dass ich Miu irgendeine weitere Hilfe gab, Hand in Hand über die ersten vier Hindernisse, vor dem fünften ließ ich ihn wie abgesprochen los und tat durch mehrfaches lautes Schnauben kund, ich wäre weiter bei ihm an seiner Seite. Bei Hindernis sieben liefen wir direkt auf die Rittmeisterin und Anja zu, beide hielten ihre Smartphones vor dem Gesicht und filmten vermutlich unseren Lauf. Hindernis acht und neun scherte ich aus und Miu nahm ohne meine Anwesenheit auch diese beiden Hindernisse fehlerfrei. Ich kehrte selbstständig zu Anja zurück und meine Jockey zeigte mir voller Stolz den eingefangenen Moment, wo wir beiden über dem Hindernis zu schweben schienen.
Markus und Miu gesellten sich nach dem Ende der gelaufenen Runde zu uns anderen und die Rittmeisterin zeigte nach dem Entfernen der Sichtblende beiden ihre Filmsequenz dieses Laufes. Mein Freund wieherte erstaunt, als er sehen konnte, wie er ohne meine Anwesenheit die letzten beiden Hindernisse problemlos überwunden hatte. Auf die Frage der Rittmeisterin, ob er es nach einer Pause noch einmal versuchen möchte, nickte er und schaute mich voller Selbstvertrauen an. Ich war mir sicher, so wie gestern beim Schwimmen in dem Weiher war bei ihm erneut eine Sperre niedergerissen worden.
Wir wechselten den Standort- Miu und ich würden von unseren 'Menschen' an einen schattigen Platz geführt und dort getränkt. Leider erlaubten sie es nicht, uns Pferde abzulegen, aber dies war wohl ein Punkt des heutigen Trainingsplanes um unsere Kondition zu testen. Einige Zeit später, ich konnte inzwischen die Sonne durch meinen Lycrasuit spüren, erhob sich Anja und führte mich zurück zum Sulky, wo sie begann, mich erneut einzuspannen.
An den Zügeln führte sie mich, neben mir her gehend, zur Startposition für die nächste mir zugedachte Einheit. Bevor sie diesmal auf dem Sitz des Sulkys aufsaß, streichelte sie mich und legte mir wiederum meine Sichteinschränkung an.

"Schlachtross, wie du sicher bemerkt hast, bin ich die letzte Tour vorhin mit strenger Frequenzkontrolle deinerseits gefahren und habe dich gebremst, wenn du in den "roten" Bereich hochdrehen wolltest. Das waren insgesamt drei Runden und du hast dich dabei gut gehalten. Dieses Mal wird es anders sein- ich werde dich jetzt fünf Runden laufen lassen, das heißt du wirst die halbe Distanz des 'langen' Rennens jetzt hier auf der Bahn zurücklegen. Miu wird dabei nicht mit an deiner Seite laufen und dich unterstützen- ich werde dich streckenweise hochtreiben wie bei Phasen, wo wir den Angriff eines anderen Gespanns abwehren müssen um unsere Platzierung zu halten oder selbst angreifen um eines zu überholen. Ich werde auch mit dir abrupt vermeintlichen Hindernissen ausweichen- wie bei einem richtigen Rennen; bitte laufe so, das du noch die Kraft hättest, die andere Hälfte auch zu absolvieren..."

5000 Meter- bei der inzwischen aufgekommenen Wärme würde dies kein Zuckerschlecken sein. Ich vertraute Anja ja, aber war sie wirklich der Meinung, ich wäre nach nur einer halben Woche Regeneration von Mira's Quälereien in der Lage, dies zu schaffen?

Viel Zeit darüber zu grübeln blieb mir nicht-Anja zählte laut für mich einen Countdown von zehn herunter und dann knallte es in meinem Rücken. Ich sprintete los, da ich wusste, es wäre ein Massenstart und die Strecke beim Rennen würde sich gewöhnlich nach spätestens 200 Metern verengen. Meine Jockey ließ mich gewähren, gab mir aber nach gefühlt einer Minute ein Signal mit den Zügeln, etwas Tempo herauszunehmen und in den von mir bevorzugten Dauerlauf zu fallen. Im ersten Kurvenradius ihr mir antrainiertes Zügelsignal, zu beschleunigen- so früh hätte ich eigentlich nicht damit gerechnet, mein Tempo erneut zu steigern... ein leichter Zug nach rechts und gleich wieder nach links... ich dachte nicht weiter nach und führte aus, was ich von Anja an Signalen bekam. Erst als sie mir erneut übermittelte, wieder etwas Speed zu reduzieren, begriff ich, auf welcher Ebene ich gerade mit ihr interagiert hatte- instinktiv! Hier hatten die vergangenen Lektionen von Markus und der Rittmeisterin gegriffen und ich hatte ohne zu hinterfragen agiert! So schwer es für mich war, dies mir immer wieder einzugestehen- hier hatte das propagierte Ausbildungsziel von Rosengarten tatsächlich Vorteile, auch wenn die verwendeten Methoden mehr als 'fragwürdig' waren. Ich war gerade ein Überholmanöver gelaufen ohne dies zu hinterfragen ob es für mich sinnvoll erscheinen würde.
Diese Erkenntnis machte mich einerseits stolz und versetzte mich aber auf der anderen Seite in Wut- welche Fortschritte hätte ich bei einem vernünftigen Training hier in den vergangenen Wochen ohne die sinnlosen Demütigungen und Quälereien erreichen können? Unwillkürlich beschleunigte ich erneut, wurde aber von Anja eingebremst. Ruhig, ich hatte gerade einmal ca 10% der Strecke zurückgelegt, sagte ich mir und trabte mit gleichmäßigen Atemzügen in die zweite Gerade. Erneut gab mir meine Jockey Signale mit den Zügeln- diesmal in schneller Folge eine Reihe von rechts- links- Signalen, die wohl einen Slalomkurs ergeben müssten... Den Rest der Gerade kamen keine weiteren Signale und ich hielt mein Tempo- aber in der zweiten Kurve bekam ich zuerst die Anweisung, rechts von der gelaufenen Linie abweichen und zu beschleunigen, gefolgt von abruptem Abbremsen, links auszuscheren und erneut alles zu geben. Diese Sprinteinlage endete Mitte der folgenden Gerade- Anja gönnte mir dann eine dreiviertel Runde gleichmäßigen Trab, ehe ich von ihr erneut mit einem Sprint gefordert wurde. Ich merkte, wie mir nach der komplett gesprinteten Gerade langsam die Beine schwer wurden- und noch immer kam von Anja kein Signal, langsamer zu werden. Ich biss auf meine Trense und hielt durch- Schritt, Schritt, Schritt... - bis endlich das Ziehen der Trense mir erlaubte, wieder etwas langsamer zu werden und Atem zu schöpfen...


Schlachtross hatte jetzt knapp die Hälfte der von ihm geforderten Strecke geschafft und Anja war mit ihm sehr zufrieden- seine physischen Werte waren ansehnlich, selbst der letzte Sprint hatte ihn nicht so weit in den 'roten' Bereich getrieben wie sie befürchtet hatte. Die gelaufenen Rundenzeiten lagen etwas über den von ihm gewohnten Werten, aber die abgerufene Leistung war nach den erlittenen Qualen weit über dem von ihr erwarteten Wert. Anja entschied spontan, ihm jetzt noch einmal eine halbe Runde relative Runde zu gönnen, ehe sie noch einmal ihn bis an seine Leistungsgrenze fordern wollte.
Schlachtross merkte zu seinem Mißvergnügen, wie die ihm abverlangte Leistung es ihm mit jedem Schritt schwerer machte, das Tempo zu halten- die 'Boxsack'- Einlage von Mira begann sich im Rippenbereich bemerkbar zu machen und auch die aus der gezielten Überlastung der vergangenen Wochen resultierenden Schmerzen in den Knien meldeten sich unangenehm zurück. Entgegen besseren Wissens drosselte er aber nicht seine Geschwindigkeit... er wollte es sich im diesem Moment zeigen, er sei trotz allem in der Lage, diese Belastung zu ertragen.
Mit Beginn der vierten Runde zeigte der Blick von Anja auf Ihr Kontrollpad, die Herzfrequenz ihres Hengstes war bereits nahe des von ihr festgelegten Limits- daher gab es statt der ursprünglich angedachten Sprinteinlage von ihr erneut eine Serie von Signalen für abruptes Ausweichmanöver- abbremsen, ausweichen und erneut beschleunigen- die sie die komplette Runde über beibehielt, ehe sie mit Beginn der letzten Runde ihm das Signal gab, einen weiteren Spurt einzulegen...


Mit jedem Schritt rang ich mehr nach Luft und hatte arg zu kämpfen, die Schmerzen zu ignorieren, die mir zu verstehen gaben, ich sollte eigentlich aufhören diesen Scheiß von meinem Körper zu verlangen. Ich dankte auch meiner Jockey im stillen dafür, dass sie mir nicht mit extra Zwischensprints auch das letzte Quentchen Kraft abverlangt hatte- bei einem 'Training' mit der 'Baroness' oder Jens wäre dies der Fall gewesen. Die Richtungswechsel mit abbremsen und erneutem Anziehen waren im Moment anstrengend genug gewesen und ich hatte noch eine Runde, die ich laufen musste. Anja würde von mir ganz sicher noch einen Endspurt fordern- ich hoffte, sie würde ihn recht spät ansetzen. Daher dachte ich zuerst, dies wäre ein weiterer Zwischensprint, den ich zu absolvieren hätte. In meinem Blickfeld tauchte vor mir aber schemenhaft ein zweites Pferd auf, was meine Geschwindigkeit hielt... Ich spürte, wie ich von Anja über die Zügel die Weisung bekam, es einzuholen. War das Miu, der da vor mir war? Es musste so sein- seine Trainingseinheit im Springen war beendet und jetzt war er der 'Hase', den ich fangen sollte. Meine Jockey würde mich, dies war jetzt mir klar, bis an meine mögliche Leistungsgrenze fordern; ich konnte nur hoffen, sie würde mich nicht überlasten.
Ich versuchte, noch ein weiteres Quentchen meiner Kräfte zu aktivieren und mir gelang es bis zum Ende der Gerade, den Abstand auf gefühlte drei Sulkylängen zu verkürzen; mein Atem flog und ich spürt, wie meine Muskeln sich verkrampfen wollten. Egal- weiter! Noch eine dreiviertel Runde und ich würde Ruhe haben...
In der langgezogenen Kurve war es mir nicht möglich, weiter aufzuschließen, mein Freund hatte bestimmt die Anweisung bekommen, sich von mir nicht zu früh einholen zu lassen. Ich fiel aber trotz meiner Schmerzen auch nicht weiter zurück und schob mich zu Beginn der Gerade in Angriffsposition. Wie erwartet fühlte ich meine Trense-gab mir meine Jockey das Signal zur Attacke?- mein Keuchen dürfte wohl bis in die Stallungen zu hören gewesen sein. Ich weiß nicht, ob ich tatsächlich noch einmal etwas schneller wurde oder Miu langsamer, ich verlor ihn aus meinem direkten Blickfeld und glaubte von Anja zu hören:

"Hol ihn dir!"

Mit brennenden Lungen zog ich auf der Außenbahn in die letzte Kurve- ich hatte das Gefühl, mir würden die Lungen platzen und mit jedem vor mir liegenden Schritt glaubte ich, die Beine würden unter mir wegbrechen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich die noch fehlenden Meter bis in das 'Ziel' schaffte- ich spürte in meinem Mundwinkel nur die Aufforderung, mein Tempo zu drosseln und nach einer kleinen Strecke im Schritt durfte ich dann endlich stehenbleiben. Mich würgte es, ich brach in die Knie und alles, was ich heute bereits zu mir genommen hatte, kam mir wieder hoch.
Anja, die Rittmeisterin , Markus und Miu halfen mir auf meine Beine, hakten mich unter und spannten mich aus.

Die erste was ich wieder mitbekam war kollektives Kopfschütteln meiner 'Trainer', die auf das Pad mit meinen Vitaldaten starrten und der Geschmack von Wasser, das Anja mir aus einer Trinkflasche zwischen meinen Zähnen im meinen Mund drückte. Ich fühlte mich wie von einem Truck überfahren- mein Muskelzittern war wohl im Moment das geringste meiner Probleme... Auch Miu erkannte, in welchem Zustand ich mich befand, wortlos führte er mich ohne auf alle anderen zu achten, von der Rennbahn zurück in Richtung unserer Box. Bevor mein Körper das Notaus aktivierte, bekam ich noch mit, wie Anja zu mir sagte:

"Ruh dich aus du Irrer, wir passen auf dich auf!"


@Pub_Fl- wie du siehst, hat der von dir vermutete Rückschlag nicht lange auf sich warten lassen...


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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:25.12.21 18:45 IP: gespeichert Moderator melden


Wow, ja, ich hatte sowas erwartet, oder sollte ich sagen, befürchtet? Wobei das Training ja gut vorbereitet und überwacht schien. Schlachtross wird wohl noch einige Einheiten brauchen um zu regenerieren und wieder zu lernen, sich einschätzen zu können. Ich bin gespannt, wie sie das schaffen werden! 😊 Danke für diese Fortsetzung!
LG Rico
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Blackrubberhorse
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:31.12.21 14:01 IP: gespeichert Moderator melden


Ein Jahr ist vorüber- wie schnell doch die Zeit vergeht...
Vor einem Jahr habe ich begonnen, die Geschichte rund um Schlachtross und seine Erlebnisse in 'Rosengarten' fortzusetzen- und ich möchte mich hiermit bei allen Lesern, die seitdem dieser Geschichte folgen, für ihre Treue- und natürlich auch Geduld beim warten auf die neuen Kapitel- bedanken.
Hier nun ein weiteres Kapitel- wenn auch ein wenig später als sonst...- doch Witnere hat noch seinen Silvesterspaziergang absolviert, ist erst jetzt wieder in seiner Box und so ist erst jetzt Zeit dafür. Viel Spaß euch allen beim lesen- und kommt gut rüber in das neue Jahr!



Tag 28; Woche vier- Samstag (Part 2)


Nachmittag...


Die erste bewusste Wahrnehmung war der mir vertraute Anblick der Boxendecke und der Geruch von Stroh. Danach tauchte Miu in meinem Gesichtsfeld auf und ich hörte von ihm die Anweisung, mich nicht zu bewegen. Das Piepen einer Pulsmessung drang in mein Bewusstsein und diese klang vertrauenerweckend gleichmäßig- wenn es meiner war, warum war ich dann weggedreht? Das Piepen näherte sich und mit ihm tauchte Anja vor mir auf.

"Dominic, richte dich bitte langsam auf, damit du dir nicht aus Versehen die Infusionsnadel aus dem Arm ziehst. Du bist nach der Rennsimulation hier im Stall zusammengeklappt und wir haben dir neben einem Liter Flüssigkeit IV auch ein leichtes Sedativum verabreicht- du hast jetzt zwei Stunden hier geschlafen."

Ihr Gesichtsausdruck wechselte danach von Erleichterung zu Unzufriedenheit-

"Erinnerst du dich daran, was ich dir vor dem Start gesagt hatte- du solltest die Strecke so laufen, dass du auch noch die anderen 5000 Meter des Rennens geschafft hättest! Du bist aber die letzte Runde losgerannt, als gäbe es kein Morgen! Du warst von deinen Werten her die letzten 1000 Meter ständig im tiefroten Bereich! Wolltest du dich mit aller Gewalt umbringen?!"

Den letzten Satz schleuderte sie mir regelrecht entgegen.

Ich war wie vor den Kopf geschlagen- und verstand gar nichts mehr. Hatte ich es vielleicht geträumt, dass Miu als 'Hase' von mir gejagt wurde? Aber noch bevor ich etwas entgegen konnte, hielt mir Anja das Pad vor die Nase.
Ich konnte selbst kaum glauben, was dort graphisch dargestellt war. Die ersten vier Runden war ich knapp am roten Bereich, aber nie signifikant darüber. Jeder Zwischenspurt trieb meine Herz- und Atemfrequenz über die 'magische Linie', jede Trabeinlage sorgte dafür, dass ich wieder darunter fiel. Aber die fünfte Runde war komplett anders- da war dargestellt, wie ich versuchte, meinen Leistungseinbruch zu kompensieren. Dazu behauptete meine Jockey, sie hätte über die Zügel versucht, mich zu bremsen, aber ich sei wie im Rausch gerannt, bis ich an dem Platz, wo die Rittmeisterin stand, vorbei gewesen wäre. Erst dann hätte ich abgebremst und alles aus mir heraus gekotzt...

'Was war mit mir los gewesen- ich hatte doch Miu gesehen. Ich bin mir sicher, Anja hat mich aufgefordert, an ihm vorbei zu ziehen. Was das alles nur Einbildung von mir?'

Miu hielt meine Hand und erschütterte mein Vertrauen in meine eigene Wahrnehmung nachhaltig, als er mir versicherte, er wäre erst losgespurtet, als klar erkennbar war, ich wäre durchgegangen. Er hätte versucht, sich vor mich zusetzen und mich dann an dem Gurtzeug zu halten, aber ich sei ausgewichen und wie ein Wahnsinniger an ihm vorbeigezogen!
Langsam realisierte ich, es war genau der Fall eingetreten, über den ich mit meinem Freund hier gestern gesprochen hatte. Ich hatte mich selbst ins Aus geschossen... Aber ich war mir doch sicher- ich hatte ein anderes Pferd auf der Bahn gesehen! Wider Erwarten wurde dies mir sogar bestätigt- einer der 'Einsteller' war auf einer Außenbahn einen Sprint gelaufen.

Für alle in der Box fügten sich langsam die Puzzleteile meiner Wahrnehmungen zu einem Bild zusammen, was in seiner Gesamtheit wie ein Brennglas die Probleme hier in Rosengarten hervortreten ließ. Meine Versagensängste, der bisher hier herrschende Druck auf uns Pferden, die Angst vor den praktizierten Strafen und auch mein Ehrgeiz hatten mich Dinge sehen lassen, die nicht real waren. Es war der beste Beweis dafür, wie fertig mich die vergangenen vier Wochen gemacht hatten...
Mein Freund wechselte vom 'Händchen halten' zur Umarmung, als ich erneut völlig unkontrolliert zu zittern anfing. Mein Nervensystem kompensierte damit wohl als Reaktion auf all die Ereignisse die Selbstausbeutung meiner Körperreserven...- die Berührung von Miu beruhigte mich und gab mir jene Sicherheit, die selbst Anja in diesem Moment mir nicht geben konnte. Ich erkannte in seinen Augen, wie tief seine Selbstvorwürfe, sein gegebenes Versprechen, auf mich aufzupassen, nicht eingehalten zu haben, gingen.

"Alles ist gut- dich trifft keine Schuld..."

Ich wiederholte diese Worte immer wieder, bis ich zu ihm durchgedrungen war und es auch selbst glaubte...


'Abbitte...'


Anja war so rücksichtsvoll, sich selbst zurückzunehmen, da sie erkannte, die beiden Hengste benötigten sie in dem Moment nicht und ließ sie gewähren. Sie bedauerte nur zutiefst, dass ihr das Pad keine psychische Einschätzung ihres Hengstes liefern konnte- und fragte sich, wieviel, so wie ihr von Schlachtross vorgeworfen, Schuld sie an seinem derzeitigen Zustand hatte. Wäre er, selbst wenn er sich wieder gefangen hatte, in der Lage, der Bitte nachzukommen, die sie gleich an ihn richten musste? Sie hatte zwar fast jedes Wochenende mit ihm in den letzten vier Jahren trainiert und so sein 'PferdSein' sehr gut einzuschätzen gelernt- aber die vier Wochen Rosengarten hatten zu viel verändert, als dass sie diese Erfahrungen mit ihm zugrunde legen konnte...
Zaghaft fokussierte sie ihn und begann ihn leise, abwechselnd mit seinem Pferde- und "menschlichen" Namen anzusprechen. "Dominic... Schlachtross..." Dies wiederholte sie gefühlt mehrere Minuten lang, bis sie seine ungeteilte Aufmerksamkeit errungen hatte.

"Dominic- ich hatte dich heute morgen gebeten, auch hier in der Box nicht aus deinem PferdSein zu fallen... Ich muss diese Bitte an dich jetzt selbst korrigieren. Die Baronin, Markus und die Rittmeisterin hatten vorhin, während du hier in der Box gelegen hast, mit mir gesprochen- und die Bitte geäußert, daß ich, mit Bea und dir, du in deinem kompletten Latexoutfit, hier auf sie warten mögen.. Ich weiß nicht genau was sie von uns wollen- aber es scheint extrem wichtig zu sein...- und alle drei haben mir versichert, es ist kein Training, keine Schinderei, damit verbunden. Sie möchten mit uns beiden- mit mir als dein Jockey und mit dir als mein Hengst und Mensch- sprechen... Bitte willige ein..."


Schlachtross:

'Was soll der Scheiß' war mein erster Gedanke- ich war mittlerweile soweit wieder bei mir, um zu erkennen, wie tief in meine Psyche dieser erneute Einbruch reichte. Aber ich sah auch in den Augen meiner Jockey und Eigentümerin über mich als ihr Pferd, wie wichtig ihr dieses Anliegen war. Hier in der Box befanden sich die derzeit einzigen beiden Personen, denen ich inzwischen wieder uneingeschränkt vertraute. Markus und die Rittmeisterin waren erneut auf dem Weg, sich dieses Vertrauen zu erarbeiten, daher hatten sie die Chance verdient...
Spontan entschied ich und diktierte meine Bedingung:

"Einverstanden- aber Miu ist auch dabei!"

Ich war neugierig, wie die Baronin auf diese Forderung reagieren würde. Was ich bisher nicht bemerkt hatte, Markus hatte wohl schon eine Weile vor der Box gestanden und einen Teil mitbekommen. Durch ein Räuspern machte er auf sich aufmerksam, nickte kurz und verschwand. Ich war mir sicher, er würde der Herrin des Gestüts meine Bedingung zur Kenntnis bringen.
Es dauerte nicht lange, bis er wieder zurück war und mir die Kiste mit meinem Outfit in die Box schob- dies war die Antwort auf meine Bedingung und die Baronin war darauf eingegangen.
Ich hatte ja bisher das Gespräch im Liegen bzw. Sitzen in der Box geführt, seit ich aufgewacht war- nun aber fragte ich mich, wer hatte mir eigentlich den Zugang gelegt? Weder Markus noch meine Jockey verfügten über die Kenntnisse dafür und hatte Anja nicht auch gesagt, ich hätte die beiden Stunden hier in der Box verbracht? Interessiert schaute ich Miu an- er folgte meinem Blick zu der Braunüle in meinem Arm und setzte mich in Kenntnis, daß Oberschwester Natascha dafür verantwortlich wäre. Sie wäre, was für mich in diesem Moment auch neu war, für die Behandlung vor zwei Tagen nach meinem Blackout im Zimmer der Baronin zuständig gewesen...
Ich verstand die Welt nicht mehr- das Urviech hatte mich zusammengeflickt? War ich verrückt oder was ging hier vor? Diese Sadistin hatte mir unter der Aufsicht von Augustine mit einer Gleichgültigkeit Schmerzen zugefügt, daß sich unwillkürlich meine Nackenhaare aufrichteten...
Markus riss mich aus meiner momentanen Grübelei, indem er mich fragte, ob er den Zugang aus meinem Arm entfernen dürfte. Da er dies bei mir schon einmal praktiziert hatte, willigte ich ohne Zögern ein. Etwas Desinfektionsmittel und ein neues Pflaster über der Einstichstelle sorgte für die notwendige Hygiene und dann halfen mir der Trainer und meine Ownerin beim Anlegen meines Outfits, bis Schlachtross vor ihnen stand. Miu wurde von Markus im Ausgang zur Weide positioniert, danach drückte er auf seinem Smartphone eine Art Kurzwahl und begab sich in die Stallgasse. Anja führte mich so in der Box, bis wir beide vor Miu mit Blick zur Stallgasse standen und dann warteten wir.

Es dauerte nicht lange und zusammen mit der Baronin erschienen Bea und die Rittmeisterin. Markus öffnete ihnen die Tür zu unserem 'Heim' und stellte sich wie auch die Rittmeisterin seitlich hinter die Baronin, während sich Bea an meiner freien Seite positionierte und mich damit in die Mitte nahm.

"Lady Bea, Anja- ich habe erneut Grund, mich bei euch zu entschuldigen-" eröffnete die Baronin das Gespräch. "Die Überprüfung der Trainingspläne für euren Hengst haben seinen geäußerten Vorwurf bestätigt- Schlachtross wurde wissentlich falsch trainiert und hat nur dank seiner robusten Konstitution dies vermutlich körperlich ohne Schäden überstanden. Jens hat zugegeben, der Initiator dafür gewesen zu sein- aber in der Kompexität dieser... Böswilligkeit... waren noch weitere Personen involviert. Meine beiden 'Töchter' brauche ich da wohl nicht zu erwähnen- aber offenbar war auch die 'Schwester Annika' mit eingebunden.
Anja, meine beiden Trainer hatten für deinen Hengst ein detailliertes Programm erarbeitet, was bei dessen korrekter Umsetzung eine Gewichtsreduktion verbunden mit Muskelaufbau und Leistungsanstieg bedeutet hätte. Durch die zusätzliche... ja Schinderei... wurde dies alles in sein Gegenteil verkehrt. Durch Überlastung und absichtlich herbeigeführten Mineralstoffmangel konnte er... die gesteckten Ziele nicht erreichen... was ihm neben den ohnehin schon dadurch hervorgerufenen Schmerzen und Krämpfen auch noch zusätzlich Prügel als 'Motivation' eingebracht hat...
Ich schäme mich dafür..."

Mir war irgendwie klar, auch wenn die Baronin sich bei meiner Jockey entschuldigte, so galt dies doch eigentlich mir- schade, daß sie offenbar immer noch noch nicht soweit war, über ihren eigenen Schatten zu springen und dies mir direkt zu sagen. Aber da hatte ich mich wohl getäuscht- die 'Herrin von Rosengarten' machte einen Schritt auf mich zu, nahm mich in ihre Arme und begann mich über meinen Pferdekopf zu streicheln während Markus und die Rittmeisterin gleichzeitig abknieten, ihre Köpfe beugten und so mir gegenüber eine Unterwerfungsgeste zeigten. Die Baronin ließ mich los, trat einen Schritt zurück zwischen ihre beiden Trainer und beugte nach einem kurzen Moment des Zögerns ebenfalls ihren Kopf, ohne aber in die Knie zu gehen. Durch die Linsen meiner Maske konnte ich sehen, was für einen großen Schritt die Baronin in diesem Moment gegangen war- ich hatte die Vermutung, dies wäre das erste Mal für sie, daß sie vor einem 'Pferd' diese Geste der 'Unterwerfung' vollführte...

Nachdem die Baronin wieder ihren Kopf gehoben hatte, tat sie mit einer knappen Handbewegung kund, alle Personen / Pferde sollten sich aus der Box entfernen- außer mir. Während alle 'Menschen' die Box in Richtung Stallgasse verließen, drehte ich mich kurz in zum Ausgang auf die Weide- aber Miu hatte sich gleichfalls schon zurück gezogen, daß nur noch sie und ich uns in der Box aufhielten. Vorsichtig entfernte die Baronin meinen Pferdekopf und legte ihn im Stroh ab. Ihr Zeigefinger berührte meine Mund und signalisierte mir, ich solle weiterhin als Hengst agieren und ihre sicher folgenden Ausführungen nicht stören...

"Schlachtross- wie du sicher vermutest, es ist das erste Mal, dass ich so direkt mit einem mir unterstellten 'Pferd' rede... Die Rittmeisterin und ich hatten gestern Abend noch ein langes Gespräch über die Zustände hier auf dem Gestüt, die ich viel zu lange tolerierte. Dabei waren deine Ausführungen über unser 'Selbstverständnis', wie wir euch 'Pferde' sehen, zentrales Thema..."

Ein Moment des Schweigens machte sich breit- im Gesicht der Baronin sah ich aber ihren Kampf mit sich selbst... Sie wollte mir etwas sagen- war sich aber nicht sicher, ob ich bereit dafür wäre...

"Ich... muss dir noch etwas zu deiner Behandlung und Einstufung hier auf Rosengarten sagen...
Die Rittmeisterin hat mehrfach mir in Gesprächen deine Einsatzbereitschaft und den von dir gezeigten Willen, für das Gestüt extra Aufgaben zu übernehmen, hervorgehoben und vorgeschlagen, dich auch entsprechend dafür zu belohnen... besseres Futter und Unterbringung in einer Einzelbox...
Es war meine Entscheidung... dies dir nicht zuzugestehen...- ich weiß auch, sie hat... in eigener Entscheidung... zumindest ein paar Mal gegen diese, meine, Vorgabe verstoßen und dir zumindest extra Futter zukommen lassen..."

Das sich jetzt auf diese Aussage hin ausbreitende Schweigen in der Box war richtig unangenehm- aber in ihrem Gesicht stand auch Erleichterung über die mir von ihr mitgeteilte Wahrheit.
Endlich fand sie die Kraft weiter mit mir zu sprechen...

"Du hast gestern zu meinen Angestellten sehr wahre Worte gesagt- du hast recht, ich habe euch nicht als Menschen gesehen sondern als Pferde. Das war hier meine Linie in Rosengarten, meine Vorgabe und sowohl die Rittmeisterin, Markus und alle anderen hatten sich daran zu halten.
Frage dich aber bitte selbst- was stellst du hier dar bzw. was willst du hier sein? Ich möchte nicht, daß du dir sofort darauf antwortest... Ihr seid Fetischisten mit einer primär ausgeprägten Neigung zu Tierrollenspielen- hier speziell zu Pferden- bei dem einem oder anderen kombiniert mit einem Materialfetisch; und genau das biete ich den 'Einstellern'. Ich behandele sie wie das von Ihnen verkörperte Tier- mit allen Konsequenzen... diese Sichtweise habe ich auch auf die sich mir anvertrauenden 'Gestütpferde' übertragen. Brutus, Miu, Steel, Blacky, Kara, Lion,...- sie alle waren nur die extreme 24/7 Variante davon. Was für mich wirklich schlimm ist"- dabei schaute die Baronin mir fest in die Augen- "ich kann dir nicht einmal mehr auf Anhieb ihre menschlichen Namen nennen... Ich habe sie- und dich auch!- nur noch als Pferde angesehen und wie solche auch behandelt. Wenn Ihr Leistung zeigtet gab es Lob, wenn diese zu wünschen übrig ließ, die Gerte... Ich wollte erreichen, daß sie sich selbst aufgaben und nur noch für mich lebten- wie BioPferde eben. Diesen Standpunkt habe ich sogar noch nach der ersten Woche deines Aufenthalts hier gegenüber meiner Tochter Mira und der Rittmeisterin vertreten. Mein Wunschziel war es gewesen, ihr 'Pferde' solltet euch auch geistig den 'Bio's' angleichen...- was für eine Vermessenheit von mir!
Ich möchte nicht den Teil meiner Schuld auf meine Töchter abwälzen- die beide von mir letzte Nacht noch einmal, getrennt, gründlich zu allem hier befragt wurden- aber ihre Anwesenheit machte es mir Ihnen gegenüber nicht möglich, Änderung an diesem System vorzunehmen, ohne als führungsschwach in ihren Augen dazustehen. Zudem- das Gestüt funktionierte... trotz des auch mir bekannten zweifelhaften Rufes unter euch Pferden. Aber was interessierte es mich, was ihr über mich dachtet- ich habe dies alles aus dem Nichts aufgebaut und ihr seid bisher nur Pferde in meinen Augen gewesen... das 'MenschSein' hattet ihr mit eurer Pferdeidentität für mich aufgegeben. Können Pferde ihre Besitzer kritisieren? Selbst wenn- würde es diese kümmern?
Du... Dominic... oder Schlachtross...- es sind nur zwei Bezeichnungen der gleichen Persönlichkeit- hast mir die Augen geöffnet, wie selbstherrlich ich in der Vergangenheit gehandelt habe. Ich kann und werde mich bei dir nicht entschuldigen, denn mit einer simplen Entschuldigung dir- und auch allen anderen 'Pferden' gegenüber ist es nicht getan. Ich könnte dich auch um Vergebung bitten, aber ich bin mir nicht sicher, ob du, dank dessen, was du an Erfahrungen dein Leben lang in deiner Erinnerung an die Wochen hier mit dir tragen wirst, mir vergeben kannst. Ich kann dich nur bitten, mir zu vertrauen ,daß ich hier vieles ändern möchte- zum besseren... Mit deiner Teilnahme am Rennen kannst du mir dabei helfen- daher möchte ich an dich noch einmal appellieren, dies bei deiner Entscheidung, ob du weitermachen möchtest, heute Abend mit zu berücksichtigen."

Was sollte ich darauf antworten? Die Baronin hatte mit ihrer Geste und diesen Worten mir verdeutlicht, sie war ehrlich zu mir und ihr Wille zu Veränderungen war ernst gemeint. Wie vor drei Tagen hatte ich aber auch das Gefühl, zu etwas gedrängt zu werden, von dem ich mir nicht sicher war, ob ICH dies wollte. Wie oft hatte ich in den vergangenen Tagen der Baronin als Hauptverantwortliche schlimmeres als den Tod für meine erlittenen Quälereien gewünscht- niedergebrannt, von der Oberfläche dieser Welt getilgt- aber hier lebten einige Menschen, die mir wichtig geworden waren und die den Willen zur Veränderung hatten...
Ich packte die Baronin daher mit meinen Vorderhufen an den Schultern, zuckte mit den meinigen um damit auszudrücken, ich hätte noch keine Entscheidung gefällt, wieherte mit einen Blickkontakt und trat dann aus der Box in die Stallgasse. Ich suchte die Rittmeisterin mit meinem Blick und als ich sie gefunden hatte, trat ich auf sie zu und forderte sie mit einem Schnauben und Hufscharren auf, die noch ausstehende Trainingseinheit mit mir durchzuführen...

Erstaunt über mein selbstständiges Erscheinen streifte sie mir mein Halfter, was sie bereits in ihren Händen gehalten hatte, über, griff nach den herabhängenden Führzügel und zog mich hinter sich her in die Sattelkammer. Sie bedeutete mir, ich solle mein Outfit ablegen und dafür einen der leichteren Lycra-Suit's überstreifen. Nachdem sie den Reißverschluss des Anzugs geöffnet hatte und ich meinen 'Fellwechsel' vornahm, holte die Rittmeisterin noch meinen Pferdekopf aus der Box und legte ihn zu den anderen Teilen meines Outfits- im Anschluss half sie mir in das gepolsterte Zuggeschirr und führte mich danach aus der Stallgasse heraus. Auf dem Vorplatz wartete bereits Miu, so ausstaffiert wie ich auch, im Schatten vor einer leichten Zweispänner-Kutsche eingeschirrt und betreut von Anja, auf uns.
Mir war bei dem Anblick des Kutschentyps klar, es würden keine weiteren Trab-oder gar Galloppeinlagen folgen, aber es wäre sicher eine längere Ausfahrt. Das Einspannen durch die Rittmeisterin nahm nur kurze Zeit in Anspruch- während sie dies erledigte, sagte sie zu meiner Jockey, diese soll doch bitte aus der Kiste die grüne Flasche herausnehmen und mich damit füttern. Den Saugstutzen der Flasche in meinem Maul nuckelte ich daran und schmeckte einen Smoothie, dessen Hauptbestandteil wohl Karotten gewesen waren. Anja flüsterte mir zu, ich solle es mir schmecken lassen und nicht so schlingen, mir würde niemand etwas wegfuttern wollen und es würde noch eine Flasche für mich vorhanden sein, die ich nach der Rückkehr bekommen würde. Es würde zudem vom Nährwert das ersetzen, was ich vorhin von mir gegeben hätte...
Nachdem ich so rundum versorgt war und meine beiden Trainerinnen hinter uns auf der Kutsche Platz genommen hatten, gab uns ein Zügelschlag das Startsignal. Im Schritt wurden wir aus Rosengarten herausgelegt und folgten vorerst dem von gestern Nachmittag bekannten Weg.


Ausfahrt


Miu legte sich trotz des von ihm absolvierten Vormittagstrainings derart ins Zeug, daß ich den Eindruck bekam, er wolle diese Ausfahrt allein die Kutsche ziehen und mich so schonen. Bei seinem Leistungsstand war dies natürlich illusorisch und vielleicht wollte er dies als 'Entschuldigung' mir gegenüber verstanden wissen, weil er in seiner mir versprochenen Aufgabe, auf mich aufzupassen, vor sich selbst versagt hatte. Dies war genau betrachtet zwar Unsinn, aber würde zu seinem Charakter passen...
Undeutlich hörte ich, wie sich hinter mir die Rittmeisterin mit meiner Jockey unterhielt und noch vor einem Monat hätte ich wahrscheinlich die Ohren gespitzt um mitzubekommen, ob sie über mich sprachen- jetzt war mir dies egal. Ich vertraute Anja, sie würde keinerlei sinnlose Schinderein zulassen, die Rittmeisterin würde dies- so flüsterte mein unterbewusstes PferdSein- auch nicht mit mir machen. Einzig vor mir selbst hatte ich Angst- nach der Aktion vom Vormittag traute ich meiner eigenen Leistungseinschätzung nicht mehr. Mein Freund neben mir hätte dieses Mal wesentlich bessere Möglichkeiten, auf mich einzuwirken und auch die beiden 'Menschen' hinter mir würden dies nicht noch einmal zulassen....
Ein Trabsignal gab uns nach einiger Zeit zu verstehen, unser Tempo etwas zu steigern. Ich hatte natürlich auf den Weg vor uns geachtet, aber gleichzeitig so weit abgeschaltet- auf die Frage, wie ich genau bis zu diesem Punkt gelaufen wäre, hätte ich keine befriedigende Antwort geben können. Einem 'richtigen' Pferd wäre es vermutlich genau so ergangen und ich musste, wenn auch widerwillig, erneut zugeben, hier hatte Rosengarten mich dem PferdSein wesentlich näher gebracht als alles Training vorher.
Ich stemmte mich zusammen mit Miu stärker in das Geschirr, spürte den vertrauten Widerstand der Gurte und wir steigerten das Tempo. Die Zugketten tönten mit ihrem beruhigenden, monotonen Singsang und wir machten Strecke. Dabei begann ich erneut, ohne es zu bemerken, immer schneller zu werden- ein Zügelrucken von Anja sorgte daher für meine Rückkehr in das Jetzt. Aus den Augenwinkeln erkannte ich auch, Miu war im Verhältnis zu mir etwas zurück gefallen und wohl eine Zeit lang ohne große Zugleistung neben mir einfach hergetrabt- was mir in mein Bewusstsein zurückrief ich würde hier getestet!
Sofort war meine volle Konzentration wieder vorhanden und ich versuchte auf meinen Puls zu achten- aber der monotone Trab lullte mich erneut ein. Ich reagierte instinktiv auf die Zügelsignale, auch als die Rittmeisterin das Tempo noch einmal leicht anzog und ich nach einiger Zeit merkte, Miu zog jetzt nicht mehr so stark mit... Oder war ich dabei, erneut mir unbewusst mehr abzuverlangen, als mir gut tat? Da kein Zügelsignal von hinten kam, behielt ich meine Leistung bei, auch weil Miu sich dadurch eine kleine Pause gönnen konnte. Weder von Anja noch der Rittmeisterin kam irgendeine Ansage- dies verunsicherte mich genau so wie bei unserem ersten Zusammentreffen mit ihr hier in Rosengarten vor knapp vier Wochen. Vom Gefühl er waren wir bereits eine Stunde unterwegs und nach dem Vormittagstraining spürte ich, wie meine Beine anfingen, schwerer zu werden. Täuschte mich mein Eindruck, oder was es das Ziel dieses Tests, mich über die volle Renndistanz von 10 km traben zu lassen? So, wie wir bisher unterwegs waren, schien dies im Bereich des möglichen. Würde Miu dies neben mir durchhalten? Ich machte mir komischerweise mehr Sorgen um meinen Freund als um mich...
Ein Zügelschlag von hinten gab uns das Signal für einen Gallopp auf ebener Strecke- ich beherrschte mich und stürmte nicht wie wild los, sondern versuchte erneut, auf meinen Puls zu achten. Miu hielt Schritt neben mir und auch seine Zugleistung sank dabei nur unwesentlich ab, die Trainingseinheiten mit ihm zeigten erste Erfolge, was mich unheimlich freute...- ich sah, wie mein Mithengst in den letzten beiden Tagen anfing aufzublühen.
Nach vielleicht 300 Metern wurde das Tempo gedrosselt und wir fielen in den Trab zurück. Die Rittmeisterin und meine Jockey wiederholten dies noch mehrere Male, bis wir wieder auf dem Gestüt ankamen- mein Freund und Mitpferd hatte die letzten Kilometer zu tun gehabt, das geforderte Tempo zu halten... Mein Eindruck war es gewesen, zumindest den letzten Abschnitt von einer Stunde vor Eintreffen auf Rosengarten hätte ich die Kutsche allein gezogen. Ich war Miu deswegen nicht böse, er war mindestens genau so fertig nach dieser Runde wie ich auch.
Anja und die Rittmeisterin hielten mit ihrer Einschätzung meinerseits hinter dem Berg zurück- ich hätte mich heute morgen nicht darauf einlassen und meiner Jockey versprechen sollen, die Einschätzung und Nachbesprechung meiner gezeigten Leistung zu übernehmen. Jetzt aber dagegen zu opponieren würde Anja kränken dachte ich bei mir- zumal sie sich sofort nach unserer Ankunft intensiv um uns beiden Pferde kümmerte. Das einzige, was sie dabei von sich gab, war eine Information über die gelaufene Streckenlänge- 11 km, davon etwa zwei Drittel der geplanten Rennstrecke. Dabei rieb sie uns Kopf und Nacken ab, spannte uns aus- übernahm alle anfallenden Arbeiten bis hin zu unserer Fütterung, während die Rittmeisterin ein wenig abseits stehend die Trainingsauswertung für sich durchführte. Als dies alles abgeschlossen war, kam sie zu uns und streichelte uns Pferde ebenfalls, während sie mitteilte, wir hätten anschließend zwei Stunden Pause. Zum Abschluss des Tages wolle sie noch ein leichtes Belastungstraining mit mir allein durchführen- nichts wildes, nur vielleicht 30-45 min an der Longe... Unsere beiden 'Menschen' führten Miu und mich in die Box und während wir allein blieben, würden sie sicher mein gezeigtes Leistungsbild auswerten.


Die Worte der Baronin von vorhin beschäftigten mich, nachdem ich jetzt ein wenig Ruhe hatte, erneut- ich signalisierte Miu, er möge mich für den Moment bitte in Ruhe lassen. Mein Gesicht und auch die ganze Körpersprache schienen ihm dies auch so zu vermitteln- er beobachtete mich von seinem Platz aus mit Neugier und ein wenig Besorgnis... er passte auf mich auf!
Ihm war sicher klar, die Entscheidung über gehen oder bleiben rückte mit jeder Sekunde näher...- und doch hatte ich diese für mich noch nicht getroffen... Nichts hielt mich wirklich hier...- selbst mein Freund hier in der Box wäre jetzt in diesem Moment nicht ausreichend um weiter zu machen! Das Rennen? Mira? Sollen sie es laufen...- ich hätte genug zu tun um mich psychisch wieder in Ordnung zu bringen! Das wäre mein wirklicher Kampf... den ich gewinnen muss!
Auf der anderen Seite...- Miu hatte mir gestern noch einmal seine Hilfe zugesagt und er hatte diese mir auch schon vorher völlig uneigennützig gegeben... auch wenn diese ihm bereits vor meiner Folterung Nachteile eingebracht hatten und auch jetzt für mich noch nicht sicher war, ob sein Eintreten und die Unterstützung für mich ihm doch noch Ärger oder schlimmeres verursachen könnte. Er war die einzige Person hier mit 'Rosengarten'-Hintergrund der ich voll und ganz vertraute...
Die Baronin hatte mir mit ihrem... Geständnis... bezüglich meiner Haltung in den vergangenen Wochen auf dem Hofgut und den Worten, die Rittmeisterin hätte sich für eine adäquate Belohnung von mir für meine gezeigte Leistung bei ihr stark gemacht... dafür gesorgt, daß ich Vanessa als meiner 'Cheftrainerin' wieder mehr Vertrauen einräumte... doch ihre Sichtweise auf uns 'Pferde' würde sich garantiert nicht über Nacht verändern...
Aber im Verbund mit Markus und Miu an meiner Seite wäre es eine Chance für mich, das erlebte hier vor Ort soweit unter Kontrolle zu bekommen, daß ich wieder mit einem stabilen psychischen Gleichgewicht dieses Hofgut nach dem Rennen verlassen könnte...- auch da hatte Miu gestern recht gehabt...
Dies war aber der einzige Punkt, der für einen Verbleib hier sprach...- gehen oder bleiben? Ich könnte es wieder und wieder abwägen...- doch sollte ich diese Entscheidung aus meiner Hand geben und Anja oder Bea darüber befinden lassen? So ein Handeln hatte mich schließlich hier her gebracht...- was sollte ich nur machen?
Ich war nicht in der Verfassung meine Gedanken zu strukturieren- vielleicht würde aber meine Pferdeseite instinktiv die richtige Entscheidung für mich treffen...


Die Pausenzeit war viel zu schnell vorüber und die Rittmeisterin machte sich mit einem Klopfen an der Boxentür bemerkbar. Nachdem sie so Miu's und meine Aufmerksamkeit hatte, öffnete sie diese und trat ein. Mit einem Handbewegung winkte sie mich zu sich heran, hakte die Führzügel ein und zog mich in die Boxengasse. Anja hatte außer Sichtweite gewartet, daher erschrak ich einen Moment und zeigte meine Überraschung in einem leichten Tänzeln, was die Rittmeisterin mit einem "Ruhig- niemand will dir etwas Böses..." quittierte. Beim Hören dieses Satzes biß ich die Zähne zusammen und wünschte mir, in diesem Moment die Gummitrense zwischen diesen zu haben, damit ich nicht laut loslachte. Ich schaffte es irgendwie, ein Wiehern zu formen, ehe ich auf diese Ansage etwas aus mir heraus lassen musste- die Rittmeisterin merkte unmittelbar, wie unsensibel ihre Worte mir gegenüber nach all meinen Erlebnissen hier gewesen waren und strich mit ihrer freien Hand über meine Schulter.
"Ruhig..." wiederholte sie und "Steh!", damit sie mich an einer der Halteösen festmachen konnte. Ihre Stimme beruhigte mich, während Anja den Zipper des Catsuits öffnete und mich aus meinem 'Lycrafell' befreite. Dann strich auch meine Jockey mir sanft über Schultern und Rücken- der Schmerz der verheilenden Verletzungen hielt sich in Grenzen. Ich zuckte ein bisschen, aber wesentlich weniger als noch gestern Morgen. Dann flüsterte Anja mir in mein Ohr, sie würde mit Miu noch ein leichtes Sprungtraining durchführen während sie mich wie angekündigt in der Obhut der Rittmeisterin lassen wollte.
Nackt, wie ich es von Rosengarten bisher gewohnt war, zog mich die Rittmeisterin mit einer Longierleine hinter sich aus der Boxengasse auf den Hof. Im Gegensatz zu den vorherigen Übungen an diesem Tag gab sie mir vor dem Signal zum loslaufen eine kurze Erklärung zu dem, was sie jetzt von mir erwartete- ich solle einfach so schnell beschleunigen, bis ich einen Pulswert von 160/min erreicht hätte. Dann würde ich weitere Kommandos von ihr erhalten...

'Klingt ziemlich leicht'- dachte ich bei mir, ehe mir mein Durchgehen am Vormittag dazu wieder in den Sinn kam.

Mit einem verbalen "Und los!" wurde ich aufgefordert anzutraben- ich beschleunigte, bis mir die Rittmeisterin mit einem "Gut..." signalisierte, ich hätte meine geforderte Pulsfrequenz erreicht und sollte diese nun halten. Gleichmäßig drehte ich an der Longe meine Runden, während sie sowohl mich als auch meine Daten auf ihrem Pad beobachtete. Danach begann sie unvermittelt mit einem Tempo- Wechseltraining und richtete an mich die Aufforderung, ich solle versuchen, selbstständig die vorher vereinbarte Herzfrequenz in jeder von ihr verlangten Gangart zu erreichen und dann halten. So pendelte ich zwischen scheinbar schnellen Trab und Gallopp hin und her- immer wieder unterbrochen von mehreren Runden im Schritt um meinen Puls abzusenken.
Die Pause nach der Ausfahrt hatte mir zwar gut getan, ich verspürte aber trotz allem, was ich heute bereits alles geleistet hatte und mir fiel es zunehmend schwerer abzuschätzen, wann die gewünschte Frequenz erreicht war. Mich irritierte, vom Gefühl her gab ich in jedem Abschnitt mehr "Gas"- redete mir aber ein, ich zöge ab einem von mir definierten Punkt an gleichmäßig meine Runden... Was mir in dem Moment nicht in den Sinn kam- ich versuchte unbewusst eine Geschwindigkeit zu erreichen und halten, nicht aber meine Herzfrequenz. (Einige Tage später erklärte mir Anja anhand der Daten meinen Irrtum...)



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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:31.12.21 18:42 IP: gespeichert Moderator melden


Wow!
Die Baronin scheint ja wirklich zu begreifen! Oder sich zumindest so darzustellen! Auch die Trainings folgen einem ausgeklügelten Konzept! Bin gespannt, ob das von Erfolg gekrönt sein wird!

Dir vielen vielen Dank für deine Mühen und die regelmäßigen Fortsetzungen! Ich freue mich auf ein weiteres Jahr! (oder eben bis die Geschichte zu Ende ist! 😊

Allen einen guten Rutsch und ein schönes neues Jahr!
LG Rico
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Blackrubberhorse
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:02.01.22 19:36 IP: gespeichert Moderator melden


Naja- ob die Baronin dies wirklich ernst meint oder ihr eigenes 'Spiel' spielt...- ich erinnere nur an das Gespräch zwischen ihr und ihrer Tochter Mira...
Das Training ist- dank der Rittmeisterin und dem Pferdetrainer auf jenem professionellen Level, wie es hätte sein sollen ohne der Einmischungen durch seine Feindinnen und deren Helfer- da sollten auch Ergebnisse zu sehen sein. Zumal Schlachtross ja kein 'Anfänger' ist...

Es wird- wenn das Leben keine Knüppel zwischen die Hufe wirft- auch jeden weiteren Freitag ein Kapitel veröffentlicht...- und es ist noch genügend Lesestoff bis ca. August vorhanden. Und versprochen- es kommen noch einige Überraschungen!
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Blackrubberhorse
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:07.01.22 12:36 IP: gespeichert Moderator melden


Neues Jahr... neuer Freitag...- neues Kapitel!

Schlachtross muss eine Entscheidung treffen- und hat den Mut, sich einer seiner Ängste zu stellen...


Tag 28; Woche vier- Samstag (Part 3)


"Entscheidungen"


So kam es, daß die Rittmeisterin nach dem Ende der letzten Trainingseinheit an diesem Tag erneut unzufrieden blickte, aber kein Wort darüber verlauten ließ. Statt dessen kam nur ein kurzes: "Abknien!" über ihre Lippen- in ihrer gewohnten Tonlage, aber nicht unfreundlich. Ich sank sofort auf die Knie- und wunderte mich nur kurz über das nächste Kommando von ihr.

"Augen schließen und Vorderhufe ausstrecken..."

Kaum hatte ich auch dieser Weisung Folge geleistet, spürte ich, wie eine Art Sack über meinen Kopf gezogen wurde, danach machte sich die Rittmeisterin auch noch an mir mit Handgelenksbändern zu schaffen. Als diese Berührungen endeten, hörte Schlachtross erneut ihre, diesmal ruhige Stimme:

"Selbst wenn du dich entscheiden solltest, mit Bea und Anja nachher zu fahren... du musst uns jetzt noch einmal einfach vertrauen...- willst du dies?"

Wollte ich es wirklich? Ich ahnte, was jetzt mit mir geschah...- es waren die Vorbereitungen für die Entscheidung, die ich über mein weiteres Sein als Hengst jetzt treffen musste. Entgegen der meisten in den letzten vier Wochen hier gemachten Erfahrungen nickte ich mit meinem Kopf- noch hatte ich diese nicht getroffen und könnte ja immer noch mich gegen einen weiteren Aufenthalt hier aussprechen.

"Auf!"

Gleichzeitig mit dem Kommando spürte ich ein zweites Händepaar, was mich auf meine Hinterhand half- Männerhände... vermutlich jene von Markus sagte ich mir. Wortlos sanken meine Arme nach unten und plötzlich spürte ich, was die Rittmeisterin an den Handgelenksbändern befestigt hatte. Die Berührung mit den kalten Kettengliedern riefen in mir jene Angst hervor, die vergangenen vier Tage wären nur ein Traum, ich müsste gleich aufwachen und wäre wieder Mira ausgeliefert... Sollte dies so sein, dann wüsste ich nicht, wie lange ich noch durchhalten könnte- aber alles, was ich gerade erlebte, fühlte sich zu real an um ein Traum zu sein.

Während der folgenden gefühlten 10 min waren wir zumeist wortlos unterwegs, nur die letzten beiden Minuten kamen von der Rittmeisterin Anweisung wie "Kopf einziehen" oder "Stufe". Dabei wurde mir stets geholfen, diese Hindernisse ohne anzuecken oder zu stolpern zu überwinden. Irgendwann glaubte ich, wir wären in einem der Gebäude unterwegs...- nur in welchem war unklar. Das geführt werden endete nach einigen Wendungen mit dem Kommando: "Steh", gefolgt von einem erneuten: "Abknien und Augen schließen." Da war eine Metallplatte... ich spürte, wie eine weitere Kette an der bereits zwischen meinen Händen vorhandenen befestigt und mir der Sack von seinem Kopf gezogen wurde- dann hörte ich die Baronin sagen:

"Steh bitte auf und öffne langsam die Augen..."

Bei dem sich mir bietenden Anblick hätte ich am liebsten geschrien- seitlich von mir waren die Tische, die ich aus der Folterkammer kannte und vor mir erblickte ich das 'Spanische Pferd', auf dem er auch während seiner Folter hatte ausharren dürfen. Aber im gleichen Moment spürte ich den Sand unter meinen Hufschuhen und auch die Größe und Form des Raumes stimmten nicht. Mein Verstand realisierte, ich war im RoundPen...- und die Aufstellung der Möbel war nur der in der Kammer nachempfunden.
Auf dem Tisch rechts neben mir... in Reichweite meiner Hände... lag meine Kleidung, die ich zuletzt auf dem Gestüt bei Bea angehabt hatte... und ein Schlüssel... - auf dem entfernter stehenden Tisch links von mir... außer Reichweite der mich begrenzenden, im Boden verankerten Kette... befand sich meine Pferdemaske...
Vor mir stand das 'Spanische Pferd'- dieses Mal mit der von Mira angedrohten scharfen Metallkante versehen, die etwa zwei cm aus dem hölzernen Rücken herausragte... dahinter standen neben der Rittmeisterin, der Baronin und, wie ich richtig vermutet hatte, Markus... aber auch Bea, Anja- und Brutus sowie Miu.

"Schlachtross oder Dominic"- hörte ich, noch reichlich verwirrt von diesem ersten Eindruck, die Baronin sprechen, "es ist Zeit, sich zu entscheiden. Vor drei Tagen haben wir einen Deal geschlossen und es ist jetzt an dir, deine Wahl zu treffen. Ich kann es dir nicht verdenken, wenn du- vor allem auch nach deinen Zusammenbrüchen in diesen drei Tagen- dich dafür entscheiden solltest, einen Schlußstrich zu ziehen...
Du hast rechts neben dir auf dem Tisch deine Bekleidung liegen- und den Schlüssel für die Schlösser, um die Ketten zu entfernen. Du kannst dies tun, dich anziehen und mit Lady Bea und Anja zurück auf euer Gestüt fahren. Niemand wird dich hindern! Du bleibst auch weiterhin für das Rennen hier in zwei Wochen gemeldet, falls du dies mitlaufen möchtest... und wie besprochen werden wir für deine physische UND psychische Nachsorge alles in die Wege leiten...
Oder- du versuchst die Kette zwischen deinen Händen zu zerbrechen und zeigst uns-und vor allem dir selbst- dass du den Namen 'Schlachtross' zu Recht trägst. Das rot gekennzeichnete Kettenglied ist so präpariert, dass du es auf der Metallkante vor dir zerbrechen kannst. Es ist an dir, deinen Weg zu bestimmen..."

Nach diesen Worten machten alle Anwesenden ein paar Schritte und sammelten sich hinter dem Tisch mit der Pferdemaske. Wortlos hob jeder von ihnen seine rechte Hand hüfthoch in Richtung des Mannes und signalisierten damit, daß sie alle mir die Kraft und den Willen wünschten, weiter zu machen...


Ich stand unschlüssig da und spürte die Blicke der Anwesenden auf mir ruhen- schon wieder wollten alle mich irgendwie nötigen etwas weiter zu machen, worauf ich keine Lust mehr hatte, was förmlich aus mir hier in Rosengarten herausgepresst worden war. Einzig der Gedanke, Mira und Jens zu zeigen, daß sie verloren hatten, was ihr Ziel, mich zu brechen, angeht, wäre ein Fakt, der für einen Verbleib spräche... Doch selbst wenn ich mich dafür entscheiden sollte, hier zu bleiben- würden solche 'Ausraster' wie heute Mittag mich nicht weiter verfolgen? Der Schlüssel lag greifbar nahe und lockte mich- wie unter Zwang streckte ich meine Hand danach aus und nahm ihn an dem daran befestigten Band vom Tisch. Es wäre ein leichtes, mit ihm die drei Schlösser zu öffnen, die Kette abzulegen und meine Kleidungsstücke anzuziehen.
Versonnen strich ich über den Stoff, der mir von einem 'normalen' Leben mit genug Schlaf, regelmäßigen Mahlzeiten die mich sättigten und ohne Schmerzen zuflüsterte- als ich wie aus weiter Ferne ein Wiehern zu vernehmen glaubte.

'Pure Einbildung...' flüsterten der Schlüssel und der Stoff mir zu- doch ich vernahm es erneut und merkte, dass es den Klang von Miu hatte. Wie in Trance wendete ich ihm meinen Kopf zu, für mich existierte er in diesem Moment ganz allein- und unsere Blicke ruhten ineinander. Ohne etwas zu sagen verstand ich die beiden Worte, welche er mir stumm zurief:

"Bitte bleib!"

Keine Ahnung, wie lang dieser Moment andauerte, eine Zehntelsekunde oder Stunden... es war auch egal- dieser junge Hengst schaffte es, mich aus meinem erneut aufwallenden Selbstmitleid zu reißen und mir Schlachtross endgültig zurück zu geben.
Die nächste bewusst wahrgenommene Person war Brutus- Leithengst hier in Rosengarten, Gegner bei dem anstehenden Rennen und mittlerweile... Freund...
Mein Gehirn selektierte die anwesenden Personen, führte sie einzeln in mein Bewusstsein und schützte mich so vermutlich vor einer Überlastung dessen, was ich ertragen konnte. Ich erkannte zudem, alle hier im Raum glaubten an mich- an den Menschen Dominic UND an den Hengst Schlachtross- und sie trauten mir zu, auch weiterhin beides zu sein. Ich war körperlich völlig fertig, aber dieses Vertrauen legte jene Kraftquellen frei, die mich die Behandlung von Mira und Augustine haben durchhalten lassen! Bewusst legte ich den Schlüssel zurück auf den Tisch, fühlte die Fräßstelle in dem gekennzeichneten Kettenglied, legte dieses auf die Metallkante und begann mit meinen Händen die Kette links und rechts davon zu umklammern.
Mir wurde bewusst, auch wenn dies nur das Glied einer gewöhnliche Baumarktkette war, welches zudem noch mit einer Nut versehen worden war- leicht würde man es mir nicht machen...
Zuerst zog ich ruckartig und stemmte mich mit meinem ganzen Gewicht auf den einen Punkt in der Hoffnung, die Kette so zu brechen. Als dies nicht gelang, hing ich mich, soweit dies möglich war, unter das Gestell und zog mit aller Kraft, die ich aufzubringen vermochte. Trotzdem wollte die Kette nicht nachgeben- und ein leiser Zweifel begann in mir zu nagen. Wollte man mich ein letztes Mal vorführen? Die Anwesenheit von Anja und Bea sprachen zwar gegen diese These, aber hatten sie mich nicht auch dieser Hölle hier überantwortet?

'...oder mache ich etwas falsch?'

Ehe dieser Zweifel aber sich wie ein Virus in meinem Denken ausbreiten konnte, nahm ich im Augenwinkel die Bewegung von zwei Personen wahr. Brutus und Miu hatten ihre Plätze verlassen und waren dabei, links und rechts mit ihrer Kraft meinen Zug zu verstärken. Markus und Anja wollten offenbar gleichfalls eine Bewegung unternehmen, wurde aber mit je einem ausgestreckten Arm von Bea und der Baronin zurück gehalten. Ihre Hilfe war auch nicht mehr notwendig, da mit einem scharfen Knacken das Kettenglied nachgab und wir drei Hengste unter bzw neben dem Spanischen Pferd im Sand zum Liegen kamen.

Es gab keinen Applaus, nicht einmal ein Wort fiel, aber alle Augenpaare, die auf den drei Hengsten ruhten, drückten Stolz und Dankbarkeit aus. Anja, Markus und die Rittmeisterin halfen je einem der Hengste wieder auf die Hinterhand und während Anja mich zu Tisch mit meiner Pferdekopfmaske führte, nahmen die beiden anderen Paare ihren Platz links bzw rechts davon wieder ein.
Als Anja die Maske in ihre Hände nahm in der Absicht, sie mir über den Kopf zu ziehen, schüttelte ich diesen- trat einen Schritt vom Tisch zurück und sprach leise:

"...es ist nicht notwendig...- Schlachtross ist auch ohne diese Äußerlichkeit wieder zurück. Er ist wieder in mir...-Baronin?"

Ich bekam ihre sofortige Aufmerksamkeit.

"Können Sie veranlassen, das Brutus draußen an Mira übergeben wird bzw. sie am Weg steht und uns sehen kann, wenn wir zurück in die Boxen gebracht werden?"

Erstaunt schauten mich alle an...- Markus und Anja fragten gleichzeitig:

"Du willst dich ihr jetzt noch stellen? Bist du dir ganz sicher?"

"Ja," entgegnete ich, " jetzt...- ich muss dies spätestens zum Rennen, da kann ich es auch jetzt erledigen. Ich bin mir im Moment sicher, dies auch mental durchzustehen...- Bitte?"

"Dir ist klar, Bea und ich fahren morgen zurück und du wärst bis kurz vor dem Rennen ohne unsere Unterstützung, falls du wieder ein Problem bekommst- wir können dir nicht sofort helfen... " kam es von Anja.

Ich nickte nur. Der Blick, den meine Jockey daraufhin sowohl der Baronin als auch der Rittmeisterin zuwarf, beinhaltete ein Versprechen- nur eine weitere Schramme an 'Ihrem' Hengst und sie würde wortwörtlich Rosengarten in Flammen aufgehen lassen. Beide verstanden ohne Worte, was Anja damit ausdrückte und nickten ebenfalls ihr leicht zu- ich war mir sicher, sie würden dieses Mal ihr Versprechen halten.
Während Anja ihren Führzügel in mein Kopfhalfter einhakte, flüsterte sie mir zu:

"Wenn wir aus der Tür des Gebäudes treten, bist du wieder Schlachtross- bitte benimm dich dann auch wieder so..."

Ich nickte und schob meinen Mund nah an ihr Ohr:

"Sei bitte jetzt bei mir- ich habe... trotzdem... vor dieser Begegnung... Angst... auch wenn ich diese Konfrontation suche."

Statt eines gesprochenen Wortes umarmte sie mich völlig unpferdig, wobei meine losen Kettenenden um sie herum schlackerten. Nachdem ich wieder losgelassen wurde, verschränkte ich meine Hände auf dem Rücken und folgte ihr als braver Hengst.

Unmittelbar vor dem Verlassen des RoundPen's gab mir die Baronin, die hinter mir lief, die Info, alles wäre veranlasst- ihre Tochter würde in Stallnähe auf uns warten, damit sie- vorgeblich- die Möglichkeit hätte, mit Brutus unter der Oberaufsicht der Rittmeisterin noch etwas Bodenarbeit durchzuführen. Ich hatte wieder in meinen Modus als Schlachtross zurück gefunden und schnaubte leise, was sie mit einem "tapferer Hengst" kommentierte. Mir war, als wir das Gebäude hinter uns ließen und ich mich mit jedem Schritt meiner bisherigen ultimativen Herausforderung näherte, nicht mehr so wohl- erneut nagte der Selbstzweifel an mir. War ich wirklich soweit, diese Begegnung mit meiner schlimmsten Peinigerin zu überstehen? Würde ich mich in ihrer Nähe unter Kontrolle halten können? Aber viel Zeit blieb nicht- zuerst sah ich in der Dämmerung nur eine Person, aber mit jedem Meter des Näherkommens wurde mehr und mehr Mira daraus. Mein Schritt wurde unwillkürlich langsamer und ich konnte meinen Wunsch, bei ihrer Präsenz unter mich zu machen, nur mit aller Willenskraft unterdrücken.
Aber bei genauerem Hinsehen stellte ich fest, dass ihr ein wichtiges Utensil fehlte- ihre geliebte Peitsche. Ich hatte dies ja so gefordert...- und bei dem sich mir bietenden Anblick... mit diesem Moment... verlor sie für mich ihren einstigen Schrecken!
Meine Haltung straffte sich unwillkürlich, ihre nur zum Teil versteckte Wut in ihren Augen stellte eine zusätzliche Motivation dar- ich fing bei ihrem Anblick an zu lachen! Es war zwar eher eine Mischung aus Wiehern und Lachen, aber ich hatte die Kraft gefunden, ihr damit zu zeigen, sie hatte mich nicht brechen können- sie war gescheitert und ohne ihr vermeintliches Machtsymbol stellte sie für mich ein Nichts dar. Ich hatte keine Angst mehr vor ihr!

Anja glaubte wohl im ersten Moment, ich würde durchdrehen und versuchte mich weiter in Richtung des Stalles zu ziehen, aber ich tänzelte etwas, gewann dadurch Zeit und lachte sie weiter einfach aus. Während Brutus von der Rittmeisterin zu Mira geführt wurde, gelang es Anja endlich, weiter in Richtung Stall und der Box für Miu und mich voran zu kommen. Bevor Mira sich abwandte erhaschte ich noch einen letzten Blick ihrer Augen... der Wut über ihre Niederlage mir gegenüber war blankem Hass gewichen...-aber dies interessierte mich im Moment nicht. Ich legte keinen Wert mehr auf Verstellung sondern lachte sie einfach nur aus- das war mein Sieg über sie nach diesen vier Wochen...- und sie wusste darum!


Mira hielt 'ihren' Hengst am Führstrick und kam sich zutiefst gedemütigt vor. Das letzte Mal, dass Sie von jemandem derart ausgelacht worden war, lag über zehn Jahre zurück, hatte für diesen Internatsabschaum physische Konsequenzen gehabt- doch hier lachte sie ein aufsässiger Gaul vor aller Augen aus und sie konnte nicht entsprechend reagieren da ihr durch ihre Mutter untersagt war, ihre liebste 'Disziplinarhilfe' bis zum Rennen auch nur mit sich zu führen. Dazu noch die Blicke dieser aufgeblasenen Bea- keine Ahnung, was ihre Mutter mit dieser Ex-Hure verband. Sie würde ihre Wut noch nicht einmal an Brutus auslassen können, da diese Hilfskraft von Rittmeisterin sie zu kontrollieren hatte- was hatte sich die Baronin nur bei dieser Anweisung gedacht? Mühsam brachte die Baroness ihre Gefühle unter Kontrolle und sagte sich, nach dem Rennen wäre dies alles ihr Eigentum- sie musste nur die zwei Wochen mitspielen und... wie ihre Mutter... zu den aktuellen Verhältnissen lächeln.

'Hatte sie dies in dem Gespräch mit mir nicht vorausgesehen? Ja- lacht nur... wir sehen uns bei den Wettkämpfen...'

Für Mira stand es außer Frage, dass sie etwas anderes als den ersten Platz bei 'dem Rennen' belegen würde- und wenn sie Brutus dafür notfalls zu Tode prügeln müsste. Sie sagte sich, dieses Rennen würde die Rache an der ihr zutiefst unsympathischen Anja und ihrem aufgeblasenen Drecksgaul sein- das Tempo, was sie Brutus abverlangen würde, könnte dieses sie im Moment auslachende Schlachtvieh niemals das gesamte Rennen durchhalten. Mit diesem Gedanken drehte sie sich weg und zog Brutus hinter sich her zurück zum Dressurviereck.


Ich lachte noch immer, als Miu und ich in die Box geführt wurden und Anja mir meine Armfesseln abnahm. Bea und meine Jockey umarmten mich und Anja flüsterte in mein Ohr:

"Ich bin so stolz... Doch hüte dich jetzt erst recht vor ihr- du hast ihr richtig weh getan. Das hat jeder sehen können..."

Bea hatte den Satz wohl auch mitbekommen, nickte dazu und bevor die beiden mich umarmten, die Box verließen und ich mit Miu allein war, entgegnete ich:

"Ja... vor allem Brutus konnte es auch sehen...- und glaube mir... ich habe es genossen!"



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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:07.01.22 15:54 IP: gespeichert Moderator melden


Uiuiui...
Ich hoffe, Schlachtross ist nicht zu weit gegangen, ich zweifle dann doch daran, dass er die nächsten zwei Wochen, ohne die Anwesenheit von Anja und Bea, immer zu 100% sicher sein wird..
Andererseits hat er durch diese Aktion auch mental an Stärke gewonnen.
Nun hat er seine Entscheidung getroffen, ich freue mich gespannt auf die weiteren Folgen!
Schönes Wochenende an alle!
LG Rico
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Blackrubberhorse
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Datum:14.01.22 12:26 IP: gespeichert Moderator melden


Heute nur ein kurzes Kapitel- in dem Blacky etwas mit Schlachtross zu klären hat...



Tag 29- Sonntag, Woche 4 (Part 1)



Vormittag- Koppel


Schlachtross:

Miu hatte nach dem munter werden in der Box zu mir gemeint, ich hätte in der Nacht einmal geschrien- ob mit mir alles in Ordnung wäre und ich vielleicht mit ihm über meinen Albtraum reden möchte. Ich muss ihn wohl einigermaßen verwirrt angesehen haben, denn wenn dies so gewesen ist, was ich nicht bezweifelte...-ich erinnerte mich an nichts. Da ich dies so meinem Freund auch kundtat, bohrte er nicht weiter nach... er wäre durch meinen Schrei halt munter geworden, ich hätte mich kurz hin und her gewälzt und dann wäre ich auch wieder ruhig gewesen...

'...gut so...- mein Gehirn beginnt Erinnerungen abzuschirmen... Aber die ohnmächtige Wut in den Augen der Baroness... gestern Abend...- die werde ich mein Leben nicht vergessen! Ein Pferd triumphiert... vor Zeugen... über dich- Mira...
Und glaube mir- da kommt noch mehr! Ich freue mich so sehr darauf, dich auf der Rennbahn und bei dem Überlandrennen fertig zu machen...- auch wenn ich jetzt noch eine Menge aufholen muss. Aber auch Rachegelüste können eine mächtige Kraftquelle darstellen. Es ist gut, daß ich mich für ein weitermachen entschieden habe...'

Miu schien zu verstehen, was mich zu bewegen schien...

"Gestern Abend?"

Mit einem verträumten Blick nickte ich seine Frage ab...- er nahm sich zurück und ohne Worte genossen wir beide diesen 'Sieg' über meine Widersacherin, bis die Geräusche in der Stallgasse unser Frühstück ankündigte...


Nach der Fütterung durch Markus brachte uns der Pferdetrainer gemeinsam mit Blacky und Lion auf die Koppel, wo ich von der Rittmeisterin schon einmal außer der Reihe versorgt worden war und gab uns bekannt, die erste Einheit hätten wir frei- die Rittmeisterin und er müssten sich um ein paar Einsteller kümmern. An mich gerichtet kam die Info, Anja und Bea würden auf Bitte der Baronin mit dieser gemeinsam frühstücken. Meine Jockey hätte danach eine Einheit Bodenarbeit mit mir geplant und am Nachmittag gäbe es mit ihr noch einmal eine Ausfahrt zu Trainingszwecken- aber mit einem Jagdwagen. Den Abschluss würde zudem eine Einheit Intervalltraining auf der Rennbahn bilden...

"Steel wird mit dir gemeinsam bei der Ausfahrt eingeschirrt sein- doch du, Schlachtross, wirst in allen drei Gangarten das Tempo vorgeben. Das wird harte Arbeit für dich... aber wir wollen sehen, wie du dich unter Kontrolle hast. Gestern auf der Rennbahn...- das hat nicht so gut geklappt..., doch das weißt du selbst am besten...
Miu wird dich daher neben der Kutsche begleiten...- und beim Intervalltraining dieses Mal angeleint neben dir laufen..."

'Klar- mit diesem Wagen hinter mir bei der Ausfahrt und meinen Begleitern würde ich nicht mehr durchgehen können...'

"Schlachtross... ich bin so froh über deine Entscheidung... Danke, daß du nicht aufgibst und weiter machst..."

Da von Markus danach aber nichts mehr kam und er uns allein ließ, wollte ich mich mit Miu in das Gehölz zurück ziehen- doch auf dem Weg dahin begannen Lion und Blacky ihn von mir wegzudrängen...- erst mit Gesten aufgefordert, sich von mir zu entfernen... dann mit leichtem Geschubse. Es war aber erkennbar- sie wollten ihn nicht verletzen und suchten auch nicht wirklich eine ernsthafte Konfrontation... und endlich begriff ich:

'... die wollen was von dir- Schlachtross...'

Schnauben... meinem Freund zunicken als Zeichen, er soll darauf eingehen...- ich war neugierig, wer von den beiden etwas von mir wollte...- beide zusammen schloss ich deren Verhalten nach aus. Miu trollte sich daher ein Stück- von Lion eskortiert, während Blacky mich mit einer Kopfbewegung aufforderte ihm in das Gehölz zu folgen. Da er voran ging und Lion keine Anstalten machte uns zu folgen und somit bei einer möglichen Auseinandersetzung zu Gunsten von Blacky einzugreifen, folgte ich diesem...
Ein sichernder Rundumblick von Blacky und eine leicht angedeutete Geste der Unterwerfung als Eröffnung dessen, was folgen sollte, war für mich als Signal seiner friedlichen Absicht gedacht...

"Lion und ich haben Fehler gemacht...- du bist kein Gestütpferd und solltest hier auch nie eines werden..."

Völlig baff über die Tatsache, daß Blacky verbal mit mir redete, dauerte es einen Moment bei mir, eh ich den Inhalt der Botschaft begriff...

"Augustine hatte mir gesagt, ein 'Neuer' würde zu uns in die Box kommen...- und wir sollten die Rangordnung unter uns klären. Sie würde den... 'Neuen'... also dich... gern auch etwas gründlicher untersuchen wollen...
Erinnerst du dich an den Stutentest... den die Rittmeisterin unterbunden hat? Da musste ich noch bei ihr bleiben... und wurde vor die Wahl gestellt... du oder ich. Deswegen auch der Kampf danach in der Box...
Du hast auch gesehen, wie ich darauf reagiere, wenn ich so ein Gummifell mit einer Maske anziehen muss... Mein Hintern war... und ist mir immer noch näher als jeder andere...- aber die Rangordnung ist geklärt und bleibt es auch bis zu deinem Verschwinden. Das schließt auch Miu mit ein... Was danach kommt...- hängt nicht nur von uns ab.
Versteh das hier nicht falsch- das ist keine Entschuldigung bei dir...- garantiert nicht! Ich habe getan, was ich getan habe... und die beiden 'Ritte' mit dir haben mir Spaß gemacht... auch wenn dieser garantiert nur einseitig war... Ich steh halt auf diese Form des aufreitens...- du verstehst schon...
Wir waren... und sind keine Freunde...- werden es sicher... wegen dem allen... auch nie sein... du bist aber eines der wenigen 'auswärtigen' Pferde, die ich respektieren kann... Ich hoffe nicht, gegen dich irgendwann in einem Rennen antreten zu müssen- da würde ich klar verlieren... Du bist ein verdammt guter und sehr zäher Kämpfer..."

Danach nickte er mir erneut zu... sollte dies erneut eine angedeutete Geste seiner Anerkennung der Rangordnung sein?... schaute sich sichernd- seines Verstoßes gegen das Redeverbot für uns Pferde bewusst- erneut um, drehte sich weg und ließ mich stehen...
Ich war gelinde verblüfft!

'... keine Entschuldigung...- was war das denn sonst? Du wolltest damit vor dir selbst doch nur den Schein wahren...
In einem hast du aber auf alle Fälle recht- wir werden garantiert keine Freunde mehr...'

Die Tatsache, daß Miu und ich nicht mehr in der Hengstbox nächtigten, trug ganz sicher zu diesem... 'wir lassen uns in Ruhe'...- Friedensangebot bei. Doch es war aus seiner Sicht der Dinge- so wie ich ihn bisher kennengelernt hatte- völlig natürlich, daß er Miu mit einbezog. Ich hatte ihn besiegt... damit war mein Freund für ihn... und sicher auch für Lion... bis zu meinem 'Verschwinden' nach dem Rennen tabu!

'Du hast auch recht- was nach dem Rennen kommt... hängt nicht nur von uns Pferden ab! Aber ich werde ganz sicher dafür sorgen- für dich und Lion wird Miu nur noch den Arsch hinhalten, wenn ER dies will...'

Mit einem Lächeln leerte ich meine Blase an einem Baum... verließ das Gehölz und begab mich zu meinem Freund...


später Nachmittag...


Miu:

'...das ist jetzt das vierte Mal, daß mich seine Jockey hier auf der Bahn nach vorn schickt, damit ich ihm als 'Taktgeber' helfe seine Geschwindigkeit beim Trab zu halten... Die Baroness und der Knecht haben es bei meinem Freund wohl doch geschafft mehr kaputt zu machen als ich anfangs vermutete... Ich werde dir aber helfen... das... was dir genommen wurde... wiederzufinden...'

Ein paar schnelle Schritte nach vorn...- ein aufmunterndes Schnauben und dann gab mein bewußt betontes Ausatmen die Schrittfrequenz vor, in die Schlachtross einfallen sollte. Beim ersten Mal... vorhin bei der Ausfahrt mit Steel... gab er mir einen verunsicherten Blick zurück- begriff aber augenblicklich, nachdem die Stute anzog, seine Jockey war der Meinung, der von ihm gelaufene Trab wäre zu langsam...- nein, eher zu zögerlich... und jetzt zog er sofort mit diesem an.
Eine Berührung mit der Langgerte war das Signal von Anja, ich könnte mich wieder auf ihre Höhe neben sie zurückfallen lassen...- doch blieb ich noch eine Weile neben Schlachtross.

'Lauf einfach gleichmäßig neben mir...- ich bleibe an deiner Seite bis du wieder zum Galopp aufgefordert wirst.'

Anja akzeptierte meine Entscheidung... zumal wir gerade in einer Kurve der Rennbahn unterwegs waren und ich auf der Innenseite lief. Sie hatte mir bewusst diese Seite zugewiesen damit mir einige Meter der Laufstrecke erspart blieben- dafür vertraute sie mir, ihren Hengst, wann immer sie es von mir einforderte, im Notfall wieder einzufangen!
Gestern war ich dabei gescheitert- doch dieses eine Mal waren ihr und mir Lehre genug! Auch wenn ich der Jockey von Schlachtross auf diese von ihr vor dem Trainingsbeginn an mich gerichtete Bitte natürlich nur mit einem Schnauben antwortete- sie setzte erneut ihr Vertrauen in mich und ich würde sie nicht noch einmal enttäuschen! Bei der Ausfahrt vorhin hatte dies sehr gut funktioniert...- ich durfte 'frei', das heißt ohne eine Leine oder ähnliches laufen...- und meine Vorderhand war frei, damit ich ihm im Notfall an seinem Zuggeschirr packen könnte! Der Pferdetrainer hatte zumindest verwundert geschaut, während seine Jockey mir diese übliche Fesselung hier im Training löste und mir ihre Vorstellung von dem, was sie damit beabsichtigte, zur Kenntnis brachte...- aber... auch wenn ich bisher nicht zugreifen musste... alle sahen den Nutzen darin. Anja behielt daher das 'System' auch in der jetzigen Einheit bei...

'Danke für dein Vertrauen in mich...- auch wenn die Einheit langsam beendet werden könnte. Ich bin echt am Limit- und mein Freund auch!


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