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  Ultra-Kurzgeschichten (various artists)
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MattBeam Volljährigkeit geprüft
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NOKEYa - connecting couple

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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:05.04.09 20:13 IP: gespeichert Moderator melden


Fifty words XXIX

An der Uni hatte sie immer die gleichen Jeans und Turnschuhe angehabt.
Ihr Faible für den Partnerlook hatte sie – auch als seine Eheherrin – nie abgelegt.
Inzwischen suchte sie bevorzugt in Internetshops mit Übergrößen, während er
– in Pumps und Sommerkleid gleich ihrem Spiegelbild im Fenster –auf der Terrasse ein Buch las.

MfG
Matt



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Gummimike Volljährigkeit geprüft
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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:06.04.09 08:01 IP: gespeichert Moderator melden


Auch eine Möglichkeit die Tragedauer vom KG zu berechnen bei Sonja.
Aber irgendwie ganz schön gemein nur 1Euro/tag.
Don´t Dream it! BE IT!!!
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folssom Volljährigkeit geprüft
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Lieber durch Wahrheit unbeliebt, als durch Schleimerei beliebt

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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:06.04.09 23:38 IP: gespeichert Moderator melden


Mein Kompliment
an
MattBeam

für seine besonders gelungene Kurzgeschichte "Sonja..."

MfG
Sarah
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MattBeam Volljährigkeit geprüft
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NOKEYa - connecting couple

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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:07.04.09 01:08 IP: gespeichert Moderator melden


Der Kongress

Einfach mal gepflegt die Fresse halten, das war immerhin nicht zu viel verlangt, aber nein, er hatte sich mal wieder nicht daran gehalten. Nun saß er mitten in der Nacht in diesem gottseidank leeren ICE und hoffte, es bliebe dabei. Seinen Mantel hatte er sich als Decke übergelegt und auf dem heruntergeklappten Tischchen lagen zwei Zeitschriften, die er sich in seiner Verzweiflung über die ungeplante Rückreise noch schnell am 24h-Kiosk geholt hatte. Es hatte ihn etliches an Überwindung gekostet, den hell erleuchteten Laden überhaupt zu betreten, aber er hatte sich immer und immer wieder gesagt, dass er sicher die nächsten Jahre nicht wieder in diese Stadt kommen würde. Zum Glück war der Verkäufer in Anbetracht der frühen Morgenstunden ebenfalls nicht hellwach, was Thomas nur lieb war. Jetzt waren es noch knapp fünf Stunden bis zur Ankunft, es würde schon früher Morgen sein, wenn er ankäme, er rechnete nach. Wenn alles klappte, würde es zwanzig nach sieben sein, an einem Samstag eine noch recht ruhige Zeit. In Gedanken malte er sich aus, wenn es statt Samstag ein normaler Wochentag gewesen wäre, dann wäre er genau in die Rushhour gekommen, es überlief ihn kalt und so zupfte er seinen Mantel neu zurecht. Was hatte er nur Glück gehabt, das er den Mantel und nicht die Jacke für den Kongress mitgenommen hatte. Das die anderen Sachen so stressig geworden sind, dass hatte er beim besten Willen nicht absehen können. Jetzt war dem halt so und er konnte es sich, nein er wollte es sich beileibe nicht erlauben, für diesen Fehler nun tausend Euro zu zahlen. Es war natürlich glatte Erpressung, aber sie hatte es elegant eingefädelt und natürlich wusste Eugénie, dass er mitnichten zur Polizei gegangen wäre. Thomas war sich noch nicht sicher, ob er die tausend Euro nicht so oder so zahlen würde, aber sie hatte ihm stets versichert, dass sich das Etablissement für diese lächerliche Summe nicht die Finger schmutzig machen würde. Er hatte ihr seine Bankverbindung da gelassen, da er einer Geldsendung noch weniger vertraute, zumal aus dem Ausland. Sein Handy vibrierte. Ein Blick auf das Display sagte ihm, dass er wieder aufstehen musste, er tat es. Ein Blick in den Wagen verriet ihm, dass er der einzige Reisende in diesem Großraumabteil war, was ihm den Weg zur Toilette ersparte. Er legte sein Jackett ab, machte zur Sicherheit gleich zwei Bilder von sich, wie er zwischen den Sitzreihen auf dem Gang stand, bevor er wieder schnell Platz nahm, und Jackett, Mantel und Tisch in die Ausgangsposition brachte. Die Bilder waren nicht weltbewegend, aber sie zeigten das, was sie hatte sehen wollen – ihn. Sie wollte alle halbe Stunde ein Bild von ihm, egal wo er war, er nahm zur Sicherheit beide und schickte sie ihr per MMS. In Gedanken rechnete Thomas auch diesen Posten aus und kam zu dem Ergebnis, das er sich davon auch gut und gerne ein schönes Essen von hätte gönnen können. Besonders stachen im Blitzlicht die weißen Rüschen am Dekolleté und die vielen Glanzpunkte auf dem schwarzen Lack darunter hervor. Sein Halsring mit dem Ring war von Natur aus matt und jetzt wieder unter dem Schal verborgen, darüber war nur noch sein Kinn zu erkennen. Das zweite Bild, zeigte mehr das was es unterhalb des Dekolletés zu sehen gab. Allein deswegen wurde es ihm schon abwechselnd heiß und kalt. Das Kleid, vielmehr der Rock, oder noch genauer, die Uniform ging ihm nur bis zur Hälfte der Oberschenkel. Es war eine typische Maid-Uniform, die er sich vor einigen Monaten im Internet bestellt hatte. Damals hatte er nicht im Traum daran gedacht, sie außerhalb seiner bescheidenen vier Wände zu tragen. Sämtliche Säume waren mit weißer Spitze besetzt und auch der Unterrock, der für einiges an Fülle sorgte, war aus diesem Material.
Für das Photo hatte er ihn extra mit der freien Hand platt gedrückt, um auch das zu zeigen, was eine halbe handbreit darunter zu sehen war. Seine hochpolierten Beingurte, nebst Schrittkette sorgten für zahlreiche Glanzpunkte auf dem Display und für etliche Schweißperlen in seinem Nacken. Die Schrittkette hatte Eugénie bequem abgemessen, sie wollte nicht grausam sein, sondern nur seinem Wunsch entsprechen. Thomas konnte sich gar nicht mehr daran erinnern einen derart gearteten Wusch geäußert zu haben, aber sie hatte es so verstanden und nur das zählte jetzt, wenn er seine tausend Euro wiedersehen wollte. Dieser Gedanke war einer von Fünfen, die ihm zurzeit im Kopf kreisten. Ein anderer war der, endlich aus den Schuhen zu kommen, die er trug. Auf dem Bild sahen sie so unscheinbar neu und verführerisch aus, und bis vor wenigen Stunden waren sie das auch noch gewesen, aber jetzt dachte er anders darüber. Mit ihren sieben Zentimetern Absatzhöhe waren sie zum Glück nicht so hoch gewesen, wie das rote Paar in Lackleder, das daheim in dem Karton auf dem Schrank schlummerte, aber für ihn waren sie zu hoch. Ihre Sohle war fast noch jungfräulich zu nennen gewesen, da er bisher sich nur für wenige Schritte auf Teppichen genutzt hatte. Jetzt hatten sie bereits eine halbe Messestadt, einen kompletten Bahnhof und diesen Zug gesehen. Es wäre ein leichtes gewesen, sie auszuziehen, für je fünfhundert Euro das Stück, zuzüglich der knapp hundert Euro, die die gekostet hatten. Das Schweizer Taschenmesser hatte er in der Aktentasche und die kleinen Lederriemen, an denen je ein winziges Bügelschloss baumelte, hätte er zur Not auch durchreißen können. Aber, er blickte an seinem Handy vorbei auf die Fußstützen, insgeheim machte es ihn unheimlich an. Eugénie hätte ihn auch seinen Anzug anziehen lassen können, allein dieses Paar Schuhe zusammen mit dem Anzug hätte ihm bereits die Sinne geraubt, aber so war er seit dem er das Hotel verlassen hatte auf Wolke sieben hoch siebzig. In Gedanken ging Thomas noch einmal den Bahnsteig entlang, hörte zwischen den Rollgeräuschen des Trolleys das Klacken seiner Absätze auf den Platten. Ihm war es damals so vorgekommen, als wenn es der ganze Bahnhof hören würde, aber er hatte keine Alternative gesehen. Die ersten Meter aus dem Hotel, er hatte sich extra kein Taxi genommen, hatte er noch vorsichtige, leise Schritte gemacht. Aber das hatte ihn in annehmbarer Zeit keinen Meter vorwärts gebracht. Außerdem hatte er sich, nachdem Eugénie ihn in seinem Zimmer verlassen hatte, sich einen ziemlich kurzfristigen Zug ausgesucht. Die Dame am Empfang hatte sich noch gewundert, dass er die Nacht doch nicht mehr bleiben würde, aber spätestens bei seinem Verlassen der Lobby hatte sie bestimmt andere Gedanken. Die hatte er auch damals gehabt, als er sich vor vier Tagen diesen ganzen Scheiß eingebrockt hatte. Drei Tage Kongress, zwei Anzüge, den ganzen Tag in irgendwelchen Diskussionen sitzen, oder an Stehtischen mit Fingerfood die neuesten Trends mit wildfremden Menschen ausdiskutieren. Kein Wunder, dass er sich das ganze hatte ein wenig aufpeppen wollen. Den KG trug er nun schon seit gut fünf Monaten, die Schenkelbänder gelegentlich am Wochenende. Die Uniform war noch recht neu, eigentlich erst einmal richtig getragen, einen Samstag lang, wenn man den Abend, als er das Paket mit ihr ausgepackt hatte, nicht mitrechnet. Die Pumps waren nur wenige Tage älter gewesen und zusammen mit den roten gekommen, er hatte damals alles an einem Wochenende bestellt. Keine Ahnung was er sich dabei damals gedacht hatte. Jedenfalls war das etliches von den damaligen Bestellungen auf dem Hinweg zum Kongress in seinem Trolley gelandet. Er wollte es einfach mal in einer anderen Umgebung ausprobieren, wobei er darunter natürlich sein Hotelzimmer verstanden hatte. Tagsüber wäre alles schön ordentlich im Trolley geblieben, abgeschlossen natürlich, außer die Schenkelbänder, denn so aberwitzig hatte er schon sein wollen. Am Ende des ersten Tages hatte er eingesehen, dass es nicht den Effekt gebracht hatte, den er sich erhofft hatte. Gut, am Morgen, beim Eintreffen im Messe-Center hatte er etwas gespürt, hatte die Blicke der anderen studiert. Aber nach zwanzig Minuten hatte er die Erkenntnis gewonnen, dass sich niemand übermäßig für ihn interessiert hatte. Auch die angenehm gepolsterten Stühle im Saal hatten bei ihm keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass er am ersten Tag nur noch ein Highlight nennen konnte. Sie war Norwegerin, ledig, sehr attraktiv und sie hatten beim Mittagessen nebeneinander gestanden und sich für eine Schale voll Essen angenehm unterhalten. Ja, das war für ihn schon besonders gewesen, da er wusste, dass auf solchen Kongressen auch der ein oder andere außerberufliche Kontakt geknüpft wurde. Thomas versuchte sich erst gar nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn sie sich ihn auserkoren hätte, falls sie überhaupt so etwas auf Kongressen tat. Vielleicht hätte er es retten können, aber mit Sicherheit wusste er es nicht. So war sein erster Abend sang- und klanglos auf seinem Hotelzimmer zu Ende gegangen. Der nächste und letzte wäre sicherlich genauso geworden bzw. war so, aber es war halt für ihn nicht der letzte Abend im Hotel gewesen. Kurz entschlossen hatte er am zweiten Tag beim Frühstück sein Hotelzimmer um einen Tag verlängert, da er nicht einsah, nach Kongressende noch den ganzen Freitagnachmittag nach Hause zu fahren. Üblicherweise waren dann die Züge gerappelt voll und so war sein ursprünglicher zweiter Plan, früh am Samstagmorgen zu fahren. Er sah auf die Uhr, früh ja, aber nicht so früh. Abends hatte er sich wieder allein auf sein Hotelzimmer begeben, die Norwegerin hatte er an dem Tag nur kurz zu Gesicht bekommen, aber das war eh nur ein Tagtraum. So hatte er, nachdem er sich komplett aufgehübscht und ein paar Erinnerungsbilder geschossen hatte, an seinen Laptop gesetzt und gesurft. Gegen elf hatte er dann all seinen Mut zusammengerafft und für Freitagabend eine Session in einem Studio gebucht. Wenn schon nicht die Norwegerin, so hatte sich Thomas gedacht, dann halt eine Hiesige, eine die wusste, was sie erwartete. Na ja, auch das stimmte nicht so ganz, denn Thomas hielt es für eher unwahrscheinlich, dass die Kundschaft üblicherweise bereits im KG erschien.
Mit dieser Überlegung, das hatte ihm Eugénie bestätigt, lag er auch gar nicht so falsch, aber so hatte es ihr sehr gut gefallen und sie hatte es ihn spüren lassen, dass sie Männer mit KG schätzte. Da er es nicht eilig gehabt hatte, Eugénie trotz Kongress keine Mondpreise verlangt hatte, war er am letzten Kongresstag kurz nach dem offiziellen Ende bis zum frühen Abend im Studio geblieben. Sie hatte an ihm ihr ganzes Programm durchexerziert und war für eine Domina, auch wenn Thomas noch keine Vergleichsmöglichkeiten hatte, genau sein Typ. Vermutlich hatte das zu seinem verhängnisvollen Fehler geführt, als er mal streckenweise keinen Ballknebel im Mund gehabt hatte.
Eugénie hatte ihn natürlich ständig gefragt, ob das, was sie gerade praktizierte, ihm gefallen würde, und dann natürlich entsprechend entgegengesetzt gehandelt, aber sie hatte an einer Stelle dann solange gebohrt, ihn so gelöchert, dass der Abend dann ganz untypisch weiterging. Unter gezielten Hieben hatte er ihr gestanden, dass er ein komplettes Outfit im Hotelzimmer hätte, was Eugénie umgehend damit bestrafte, dass sie ihn auf einen Bock spannte und kräftig für sein Vergehen den Hintern versohlte, dass er es nicht ebenfalls mitgebracht hatte. Nun hatte er, vermutlich um seine damalige Lage zu verbessern, den hirnverbrannten Vorschlag gemacht, dass er es ja noch holen könnte. Eugénie war nicht darauf eingegangen, sondern fühlte sich so veräppelt, dass sie das Paddel gegen eine Gerte tauschte und erzürnt weitermachte.
Thomas, der nicht viel gewöhnt war, bot daraufhin umgehend an, dass er gerne bereit wäre einen extra Obolus zu zahlen, wenn Eugénie erstens von ihm abließe und ihn zweitens zwecks Kontrolle begleiten würde. Insgeheim hatte Thomas gehofft, es würde nur bei dem extra Obolus bleiben, aber Eugénie ließ sich tatsächlich auf seine Vorschlag ein und so kamen sie gegen acht in seinem Hotel an.
Eugénie, die das Hotel kannte, hatte sich etwas Unverfängliches übergezogen und ging getrennt von ihm und kurz nach ihm zum Fahrstuhl. Er durfte vor der Zimmertür auf sie warten, da sie sich natürlich vorher seine Zimmerkarte hatte aushändigen lassen. Im Zimmer war dann alles recht schnell gegangen. Sie hatte darauf bestanden, dass er ihr alles zeigte und kurz darauf auch alles anzog. Die Gerte, die sie unter ihrem langen Mantel hervorgezaubert hatte, wurde aus Diskretion nunmehr nur noch zum Dirigieren genutzt, von ein paar Schlägen abgesehen. Besondere Freude hatte Eugénie an den abschließbaren Riemchen-Pumps und der Schrittkette gehabt. Nicht, dass sie seine Maid-Uniform nicht zu schätzen wusste, aber sie fragte nur, wozu er sie denn mitgebracht hätte, da sie doch vollkommen nutzlos seien. Thomas hätte allerspätestens da seine Klappe halten sollen, anstatt ihr davon zu erzählen, wie geil er es finden würde, dieses Outfit öffentlich tragen zu müssen – jedenfalls in seinen erotischen Träumen.
Eugénie hatte blitzschnell reagiert und sich den Notizblock des Hotels geschnappt und zu Schreiben begonnen. Drei Minuten später hatte er sein letztes Paar frischer Socken im Mund und das Dokument zur Unterschrift vorliegen. Sein erstes Kopfschütteln hatte sie dann umgehend mit zehn Gertenschlägen quittiert und auch seine zweite ablehnende Bekundung führte zu solchen Schlägen. Nur dass sich die Anzahl verdoppelt hatte und sie jetzt scheinbar mit voller Kraft zuschlug. Sie hatte Thomas dann eine Minute Pause gegönnt, vermutlich auch deswegen, weil ihm vor Schmerz die Augen tränten und er nichts sah. Eine weitere Verdoppelung hatte Thomas nun augenblicklich abgelehnt und den ihm dargereichten Kugelschreiber genommen. Über seiner Unterschrift stand nun der kleine Vertrag zwischen ihm und Eugénie, der sie um tausend Euro reicher machen würde, wenn er nicht bis zu seiner Ankunft zuhause alle halbe Stunde eine MMS mit einem Beweisfoto von sich an sie schicken würde. Ihr war es egal, wann er fuhr, aber bis dahin erwartete sie alle halbe Stunde eine MMS. Auf seine Frage, wann er dann schlafen solle, meinte sie nur, das sei ihr egal, aber sie würde seine Karte umgehend mit den tausend Euro belasten, wenn er nichts mehr von sich hören ließe.
Eugénie stellte es so dar, dass es beinahe positiv klang, da sie ihm ja schließlich vertrauen würde und ihm nicht, wie sie es hätte auch machen können, die Schlüssel per Post nach zu schicken. Fünf Minuten später war sie auch schon aus seinem Zimmer verschwunden gewesen, mit dem Vertrag natürlich, und vermutlich der Hoffnung, an diesem Abend tausend Euro leicht verdientes Geld erarbeitet zu haben.
Es war wieder soweit, ein kurzer Blick, zwei Fotos, eine MMS, die nächsten Bilder würde er nicht mehr im Zug machen können. Das brachte ihn wieder zu dem anderen Gedanken, der in seinem Kopf wirbelte. Er konnte unmöglich zu Fuß nach Hause gehen, da es schlicht zu weit war. S-Bahn schien ihm völlig abwegig, da die stets hell erleuchtet und nur ganz selten fast leer war. Blieb ihm nur das Taxi, aber wie. Der Taxistand war direkt vor dem Bahnhof, so dass ihn garantiert ein Dutzend Taxifahrer sehen würden, aber – das gefiel Thomas schon besser – er konnte genauso gut den Hinterausgang nehmen, wo gewöhnlich nur ein oder zwei Taxen warteten. Wenn er sich dann noch in einem Schwung, mit seinem Trolley auf die Rückbank setzen würde, würde der Taxifahrer so gut wie nichts mitbekommen. Er schaute auf seine Uhr, die Fahrt würde nur zehn Minuten dauern, mit Einsteigen, Bezahlen, Aussteigen vermutlich fünfzehn. Dies mussten dann genau die fünfzehn Minuten sein, die er zwischen zwei MMS Zeit hatte. Also am besten direkt nach der nächsten. Thomas Herz klopfte deutlich schneller, denn nach seinen Berechnungen musste er nun fast zwanzig Minuten Zeit am Bahnhof totschlagen. Andernfalls wäre er gezwungen unter Umständen im Taxi ein Bild zu machen, was sich von selbst verbot. Für den Weg brauchte er vielleicht sieben Minuten, zwei Minuten konnte er vielleicht noch im Zug vertrödeln, nein, diesen Gedanken verwarf er gleich wieder. Immerhin hatte der Zug aktuell fünf Minuten Verspätung, machten noch acht Minuten, die Thomas sich möglichst unauffällig irgendwo herumdrücken musste. Er konnte natürlich zum Hauptausgang gehen, in den Zeitschriftenladen, wo sich acht Minuten wie im Fluge vertrödeln ließen. Aber da ging er auch sonst hin, man kannte ihn vom Sehen, und so sollte es auch bleiben. Das Kiosk fiel genauso weg, die Toiletten sowieso, der Fotofix wäre gegangen, aber es war allgemein bekannt, dass er seit zwei Wochen defekt war. Thomas griff nach dem Zugplan in der Ablage vom Nachbarsitz und sah nach den Anschlusszügen. Es kam hin, auf dem benachbarten Gleis fuhr erst eine halbe Stunde später der erste Zug ab, er konnte sich also mehr oder minder unbeobachtet auf den Bahnsteig stellen oder vielmehr setzen. Thomas blieb beim Stehen, da dies flexiblere Ausweichmöglichkeiten bot und nicht selten Pfandjäger zu den Mülltonnen an den Sitzbänken kamen. Das Problem war also gelöst, jedenfalls wenn zur besagten Zeit am Hinterausgang mindestens ein Taxi stünde. Thomas ließ es darauf nicht ankommen und bestellte eins vor. Das nächste Problem war ihm auch schon bewusst, das Ziel. Gab er einerseits seine Adresse an, konnte der Taxifahrer, wenn er etwas merkte, ihn mit dieser Adresse in Verbindung bringen. Gab er die nächste Straße an, musste Thomas den Rest des Weges zu Fuß laufen. Er wägte ab und entschied sich für das übernächste Haus auf der anderen Straßenseite. Es hatte einen Torbogen, in den sich solange stellen konnte, bis das Taxi weg war und er musste dann nur noch über die Straße.
Der Schaffner kam auf seinem letzten Kontrollgang vorbei, wünschte noch einen angenehmen Tag und machte sich ins nächste Abteil auf. Jetzt galt es. Thomas war noch einmal voll am Anschlag, seine Sinne scharf wie nur selten zuvor und das rächte sich bitterlich auf dem kalten Bahnsteig, wo er die Kälte selbst da spürte, wo er sie noch nie gespürt hatte. Sein Blick haftete an der großen Uhr, ihm zog sich alles zusammen. Normalerweise wäre er auf- und abgelaufen, aber nicht in diesen Schuhen, nicht so. Zwei Bilder gemacht und gesimst, dann setzte er sich wie geplant in Bewegung, ignorierte so gut er konnte alle anderen Reisenden oder Bahnhofsmitarbeiter und ging zügig zum Hinterausgang. Seine Schritte hallten unangenehm in der Unterführung, aber das ließ sich nicht ändern, Thomas hoffte inständig, dass niemand auf die Idee kam, sie ihm zuzuordnen.
Der Taxifahrer stand parat und beschäftigte sich offensichtlich mit seiner Butterbrotdose, Thomas hatte wirklich Glück. Er stieg völlig unüblich auf der Fahrerseite hinten ein, seinen Trolley hatte er mit einem Schwung auf die Rückbank geschoben. Die Füße unter dem Fahrersitz vergraben, den Mantel glattgestrichen wünschte er einen guten Morgen und guten Appetit und griff nach dem Gurt, während er dem Fahrer die Adresse vom Haus gegenüber nannte. Als gewissenhafter Fahrer sagte er Thomas nach seinem Morgengruß, dass er vorbestellt sei und wurde sogleich von Thomas unterbrochen, der ihm seinen Namen wiederholte und bekräftigte, dass alles bester Ordnung sei.
So fuhr oder besser schlich der Fahrer dann zufrieden los und informierte Thomas unerwünscht über die Weltereignisse der letzten vierundzwanzig Stunden und seine ganz persönliche Meinung dazu. Thomas sah es positiv, da dies den Fahrer beschäftigte und ihn davon ablenkte, dass Thomas alle Nase lang auf die Uhr blickte. Aber das half ihm nichts, denn der Fahrer hatte irgendwie ein Gespür für rote Ampeln und so dauerte die Fahrt bereits die grob geschätzten fünfzehn Minuten. Als sie endlich vor dem Torbogen standen, hatte Thomas nur noch drei Minuten. Er gab reichlich Trinkgeld, wünschte einen schönen Morgen und schloss die hintere Tür so, dass sein Trolley vor ihm zum Stehen kam. Der Taxifahrer, der mitten auf der Wohnstraße gehalten hatte, steckte die beiden Scheine noch weg, fuhr dann aber zufrieden mit dem üppigen Trinkgeld davon. Thomas hatte inzwischen wichtig auf seinem Handy herumgedrückt, so dass er hinter seinem Trolley hatte stehenbleiben können. In Wahrheit hatte er die Kamera aktiviert und machte ohne Blitzlicht zwei Fotos von sich, die nicht übermäßig gut waren, aber man erkannte ihn und sie waren noch rechtzeitig, was die Hauptsache war. Die MMS schickte er bereits im Gehen und eine knappe Minute später war er endlich in seiner Wohnung. Hier machte er direkt zwei weitere Beweisfotos, die ihn zuhause angekommen zeigten und schickte sie Eugénie gleich hinterher. Thomas betrachtete sich – ohne Mantel und Jackett – noch einmal im Spiegel und fiel dann, so wie er war, todmüde ins Bett.
Als er gegen Mittag wieder wach wurde, hatte Eugénie ihm per SMS bereits geantwortet. Sie war sehr zufrieden mit ihm und betrachtete den Vertrag als erfüllt. Darunter war noch ein Link, den Thomas sogleich in seinen Rechner eintippte. Es war ein Direktlink auf den internen Bereich des Studios, wo er alle seine Fotos als Teaser für interessierte Kunden wiederfand, zusammen mit guten Wünschen und der Bitte um eine Wiederholung. Er wusste es vom Kopf nicht sofort, erst als er sich seiner Uniform und seines KGs entledigt hatte und wieder Bodenkontakt hatte, wusste Thomas, dass es nicht der letzte Kongress war, den er auf diese Weise besuchen würde.

Ende

MfG
Matt


Kommentare und Kritik (Lob/Tadel) erwünscht.


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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:09.04.09 20:29 IP: gespeichert Moderator melden


Fifty words XXX

Dreißig - Julias magische Zahl – sie war die letzte in ihrer Clique.
Das Gerät fiepte – endlich das gewünschte Ergebnis, ein Datum – sie weinte.
Als er es bemerkte, weinte auch er, dreißig Tage verschlossen
nun würden noch mindestens dreißig Wochen folgen.
Sie tippte den Geburtstermin in das Zeitschloß seines Keysafes – und verriegelte.

MfG
Matt



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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:13.04.09 21:22 IP: gespeichert Moderator melden


Fifty words XXXI

Langsam glitten ihre Hände über die Oberschenkel und schoben sanft den kurzen Rock hoch.
Vorbei an den Schenkelbändern entblößte sie mehr als er je geglaubt hatte, ihr Schritt wurde
feucht und er spürte ihre unbändig vibrierende Lust. Endlich küsste er ihre Lippen, während
sie – im Evakostüm – an seinem Bauchnabelpiercing knabberte.

MfG
Matt



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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:13.04.09 21:40 IP: gespeichert Moderator melden


Fifty words XXXII

Seine Augen hielten das Handspiegelbild für eine Fata Morgana. Umweltgeräusche – ihre Worte –
verschwanden unter dem Hämmern in seinen Ohren. Ein Jahr oder mehr, dunkel erinnerte er sich.
Sein KG, den er bereits solange trug, bedeutungslos. „Der Headgear wird irgendwann notwendig“ –
Worte seiner Kieferorthopädin. Jetzt lag er da und trug ihn.

MfG
Matt



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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:13.04.09 21:59 IP: gespeichert Moderator melden


Fifty words XXXIII

Seine stählerne Neuanschaffung trug er noch unsicher. Ein Diskoabend in einer von heißen Rhythmen
durchzuckten, anonymen Menschenmenge sollte das ändern. Der zweite Whiskey gab ihm bereits
Entspannung – bis sie anfingen. Eine bezaubernde Sie war ihm im Thekengewühl hautnah
entgegengekommen, nun griffen nach und nach alle ihre Freundinnen zu – wissend lächelnd.

MfG
Matt



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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:13.04.09 22:18 IP: gespeichert Moderator melden


Fifty words XXXIV

Die Mitvierzigerin – angekettete Lesebrille, strenger Haarknoten – lächelte ihn an. ´Il Decamerone´
- Turiner Ausgabe, sie müsste nachsehen. Die Antiquariatswandleiter glitt nach links und sie hinauf zur
Decke. Sein Blick verfing sich in der Schrittkette unter ihrem Rock – in Gedanken las ihm das Fräulein
das Buch bereits fast nackt am Kamin vor.

MfG
Matt



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Ösiland




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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:14.04.09 04:30 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Der Kongress

[tolle Geschichte gesnipt]

Kommentare und Kritik (Lob/Tadel) erwünscht.



Bin sonst ein Kritikaster, aber hier habe ich keine Chance. Gefällt mir irre gut. Schöner, knapper, packender Stil, gut geschrieben, keine Fehler, alles realistisch nachvollziehbar. Aber Amateur (nicht gegen die Liebe gemeint, sondern als Gegensatz zum Profi) bist Du sicher keiner.

Danke für die schöne Geschichte.


whipped scream
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Ich kann allem widerstehen, nur nicht der Versuchung.

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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:14.04.09 06:36 IP: gespeichert Moderator melden


> in Gedanken las ihm das Fräulein
das Buch bereits fast nackt am Kamin vor.

Tja, wer hat die eine oder andere (Buch-) oder sonstige Verkäuferin nicht schon in Gedanken entkleidet, vernascht, verBDSMt etc.?

Wirklich schöne Stories.

VG Blue


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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:14.04.09 23:49 IP: gespeichert Moderator melden


Diler - Die Kolonne

Dieter verglich den Ausdruck mit dem Türschild, hier war er richtig. Nein, er war hier nicht richtig, denn das war nicht sein Leben, konnte es nicht sein. Er war einmal Bauleiter gewesen – Bilderfetzen jagten durch sein Hirn – er hatte ein Stadtrandhaus gehabt, eine Frau, eine schwangere Frau, eine Frau, die zusammen mit ihrem Kind, die Fehlgeburt nicht überlebt hatte. Sonderurlaub, Alkohol, Resturlaub, Einlieferung, Kündigung, Zwangsversteigerung, Nordstadt, Sozialwohnung, Billigfusel, Ausnüchterungszelle, Notaufnahme, Ausnüchterungszelle, Therapieplatz, stabilisiert, nicht geheilt, Hartz IV, Zettel in der Hand. Seine Fallbetreuerin, Frau Becker, hatte ihn ihm vor einer knappen Stunde in die Hand gedrückt. Hier sollte er sich melden, Gebäudereinigung Steiner, er öffnete die Tür. Im zweiten Stock musste er klingeln, der Chef öffnete selbst, drei Zimmer Büro, der Charme der 80er aber blitzsauber.
“Guten Tag, mein Name ist …“
Dieter nuschelte ihn verlegen, er fand die Situation zutiefst schockierend.
“… Frau Becker hat mich gebeten, mich bei Ihnen zu melden, es …“
“Ah, Frau Becker, tüchtige Frau, ich habe schon viele tüchtige Leute von ihr bekommen, allerdings alles Frauen, das sollte sie auch wissen, komisch, dass sie Sie hier hergeschickt hat.“
“… nein Frau Becker sagte klipp und klar, Firma Steiner, Gebäudereinigung. Warten Sie, ich habe hier ihren Ausdruck. Sie hat sogar noch etwas für Sie handschriftlich hinzugefügt.“
“Lassen Sie mal sehen.“
Herr Steiner nahm den Ausdruck und las die kurze Mitteilung durch, es war ein persönlicher Dank für die Lösung im Fall Zimmermann, er möge bitte genauso verfahren. Grübelnd blickte Herr Steiner auf, er konnte die beiden nicht unter einen Hut bringen. Sicher, die Zimmermann arbeitete inzwischen seit sieben Monaten bei ihm, auf Empfehlung von Gülbahar, aber das war etwas ganz anderes. Gülbahar arbeitete seit seiner Firmengründung bei ihm, sie war seine beste Kolonnenführerin, zuständig für die großen Objekte, für neue Kunden, Spezialaufträge. Wenn Gülbahar eine Frau mitbrachte, dann hatte er sie noch immer eingestellt. Gülbahar wusste schließlich genau, wann und wie viel Bedarf er hatte. Er gab Dieter den Zettel zurück.
“Tut mir leid, aber ich kann Ihnen beim besten Willen keine Stelle geben, wie gesagt, ich beschäftige nur Frauen, natürlich inoffiziell. Wenn sie mir jetzt aber mit dem AGG oder so kommen und mich verklagen wollen, dann sag ich Ihnen gleich, dann kriegen Sie mehr Ärger als Ihnen lieb ist. Ich musste im Hof schon einen kompletten Sozialraum für meine Frauen einrichten – wissen Sie, was der mich gekostet hat – und wenn ich Sie nähme, wissen Sie was ich dann machen könnte, wissen Sie es – ich könnte die eine Mauer gleich wieder einreißen und wegen Ihnen, wegen einem Mann, könnte ich ein zweites Klo dran bauen. Wissen Sie, was mich das kosten würde, also, tut mir leid für Sie, wenn Sie Frau Becker in die Irre geführt hat, aber melden Sie sich woanders. Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Glück. Auf Wiedersehen.“
“Auf Wiedersehen.“
Dieters Mundwinkel hatten sich im Laufe der Ansprache merkelesk nach unten verzogen. Seine Stimmung war auf Permafrostniveau, was ihn blitzartig an ein Bauprojekt in Archangelsk erinnerte, wo er vor langer Zeit einmal einen größeren Pfahlbau betreut hatte. Nicht einmal zum Putzen war er zu gebrauchen – Frauenarbeit – Dreck wegmachen, kein Job frei, kein Job für ihn frei. Er trottete nach draußen, die Treppe hinab und durch die Haustür hinaus in das strahlende Elend. Sie, Frau Becker, würde seinen Fall nun sicherlich aufgeben, seine Leistungen streichen, ihn sprichwörtlich vor die Tür setzen, Endstation Berber. Wie oft hatte er sie zuletzt gesehen, war ihnen auf ihrem Weg zu den Nachtquartieren begegnet. Theo, der mit dem Zottelbart, hatte seinen Stammplatz zwischen den Brückenlagern. Dort war es nicht zugig, aber tagsüber laut. Theo störte das aber nie, denn wenn er nicht gerade eine Pechsträhne hatte, konnte er seinen Pegel immer schön halten. Vielleicht lag das auch daran, dass er so kauzig aussah. Ein Penner, ja, eine bemitleidenswerte Kreatur, sicher, aber irgendwie auch nicht abschreckend, fast schon sympathisch. Ein kleiner alter Mann, gebeugt, grau, runzelig aber mit freundlichen, strahlenden Augen, einem heiteren Gesicht. Einer, der nüchtern, in einem gewaschenen Anzug, nach einem Bad und einer Rasur, als Opa auf jeder Familienfeier ein willkommener Gast gewesen wäre. Nur dass Theo, wie er selbst, keine Familie mehr hatte. Das Karussell des Lebens hatte auch ihn vor langer, langer Zeit aus der Bahn geworfen. Das Karussell des Lebens, seine Fahrt war auch hier vorbei, er ließ die Fahrkarte einfach fallen, eine neue würde Frau Becker nicht mehr ausstellen, Endstation. Hätte er einen Flachmann zur Hand gehabt, Dieter hätte keine Sekunde gezögert, ihn sich an den Hals zu setzen und ihn herunter zu stürzen. In Doppelkorn ertrinken, das wäre es gewesen, ein Meer von Doppelkorn, zur Not tat es sicherlich auch der Fluss, aber nicht nüchtern, nüchtern auf keinen Fall.
“Heh, Sie, hallo, Sie, heben Sie das auf! Hallo, Sie da, haben Sie keine Ohren, hallo, heben Sie das auf! Was glauben Sie, wo Sie hier sind.“
Verschwommen drangen die Rufe in sein Bewusstsein, sie waren nicht aufgeregt, hysterisch, sondern bestimmt und gebietend, und sie kamen näher. Dann stand sie ihm direkt im Blickfeld, ein ovales Gesicht, eingerahmt in einem vorne blaugetupften Schal, der hinten mit hellbraunen Tropfen bedruckt war. Ihre Augenbrauen waren nah an denen eines Theo Waigel und über ihren Lippen – ihre Lippen waren die Quelle der harschen Worte, die ihn jetzt direkter erreichten.
“Hier, das gehört Ihnen, da hinten ist eine Mülltonne, dann können Sie das reinwerfen.“
“Ja, und mich gleich dazu. Seien sie glücklich, dass Sie anderer Leute Müll wegmachen dürfen.“
“Ist Ihnen nicht gut?“
“Nein, nicht mal als Putze kann ich arbeiten, als Putze, als Putze, Müll wegmachen. Einfach nur Müll.“
“Hat sie der Chef rausgeschmissen?“
“Wie hätte er, er hat mich ja nicht mal eingestellt, als Putze. Ich muss weg.“
“Hier ihr Zettel!“
“Kann weg. Wertlos. Nur auf Empfehlung von Gül... Gül…irgendwas. Ein Putzjob auf Empfehlung, ohne, keine Chance, ein Putzjob, auf Empfehlung, ich habe Industrieanlagen gebaut, auf Empfehlung, ja schicken sie bitte ihn, wir kennen sein Projekt in Calais, ist noch in Istanbul, das ist schlecht, nun gut wir können vier Wochen schieben. Auf Empfehlung, damals habe ich empfohlen, der Henninger ist zu Bilfinger und Berger, durch mich, nur durch mich. Empfehlung als Putze, da kann ich mir gleich den Strick nehmen.“
“Ich bin Gülbahar.“
“Wer? Gülba …“
“Gül-ba-har. Ich kann meinem Chef Empfehlungen geben, ich, eine Putze.“
“Ich bin ein Mann, ihr Chef nimmt keine Männer.“
“Mein Chef nimmt alle, die von mir empfohlen wurden.“
“Aber keine Männer.“
“Der Chef weiß nicht alles.“
“Was soll das heißen?“
“Das heißt, der Chef weiß nicht alles. Und nun komm, wir trinken einen Tee.“
Was schadete es, Dieter hatte Durst, nicht unbedingt auf Tee, aber das war noch besser als jetzt allein durch die Straßen in seine triste Behausung zu wandern, falls er da überhaupt angekommen wäre. Gülbahar servierte ihm einen türkischen Tee mit abartig viel Zucker und nahm dabei die Gelegenheit war, den Zettel, den sie die ganze Zeit gehalten hatte, zu lesen.
“Eine kluge Frau. Eine sehr nette, kluge Frau.“
Dieter konnte ihr nicht ganz folgen.
“Erzähl mir Deine Geschichte, erzähl mir von Istanbul.“
Dieter, dem so gar nicht nach Erzählen zumute war, begann stockend, begann ganz am Anfang, als er gerade sein Diplom machte und täglich am Bahnhof, an Theos Bahnhof, vorbeikam. Er erzählte von seiner ersten Stelle, seiner Frau, der Heirat, dem Projekt in Istanbul, dem gemeinsamen Urlaub dort, von ihr, von allem. Gülbahar schenkte ihm immer wieder Tee nach, die Kanne füllte sich wie von selbst, aber es lag wohl eher daran, dass er nicht mitbekam, wie sie sie nachfüllte. Als er sie wieder im Hier und Jetzt anblickte, musste er dringend und draußen war bereits ein später, dunkler Sommerabend.
“Ich verstehe Dich jetzt, aber nur Du kannst entscheiden. Willst Du eine Putze sein oder sterben?“
Dieter schluckte, sie hatte es auf den Punkt gebracht. Das war die Wahl, die ihm noch geblieben war.
“Putze.“
“Lüg mich nicht an, wenn ich Dir helfe, dann nur, wenn Du es wirklich willst. Wenn ich Dir helfe, dann wirst Du eine Putze sein, kein Herr von und zu Bauwerkeplaner, dann bist Du nur eine Putze, wie die Zimmermann, und dann bleibst Du, ein Jahr oder zwei. Kein ‚Aber‘, bis ich sage, Du bist keine Putze mehr, dann kannst Du wieder Häuser planen. Häuser planen, die kein Mensch vernünftig putzen kann, aber wenn Du dann das machst, dann Gnade Dir der Allmächtige.“
Er blickte sie an, dieses energische Kopftuchwesen, was wusste sie schon von einem Jahr oder zweien, selbst der morgige Tag schien für Dieter ferne Fiktion. Andererseits könnte er sich auch, nachdem er den ganzen süßlichen Tee endlich entleert hätte, so zuschütten, dass er den morgigen Tag gar nicht mehr erleben bräuchte. Aber das ängstigte ihn noch mehr, zumal die Erinnerung an die schönen Zeiten durch die Erzählungen jetzt geradezu leb- und leibhaftig in seinem Kopf taumelte.
“Putze.“
Gülbahar nickte zufrieden.
“Ich wusste es. Für Dich ist es noch nicht zu spät. Kluge Frau, kluge Frau, die vom Amt. Du gehst jetzt nach Hause und wehe Du trinkst auch nur einen Schluck. Morgen sag ich dem Chef, dass ich eine neue hab, eine, die ab übermorgen mitkommen kann. Chef wird keine Einwände machen.
“Eineeee …?“
“Eineeee Putze. Du wirst eineeee Putze. Du kommst morgen Nachmittag hierher, pünktlich vier Uhr, bis dahin hab ich mit dem Chef alles klar gemacht, dann kommst Du zu mir, ich zeige Dir alles und wir fahren übermorgen früh zusammen zur Arbeit.“
“Zu Dir? Zusammen?“
“Keine Angst, Mann tot, seit sieben Jahren. Niemand wird merken.“
“Aber …“
“Nein, wir fangen sehr früh an, und erster Tag ist der wichtigste. Wenn Du auffällst, ist es auch letzter Tag. Aber das wird nicht passieren, glaub mir.“
“Ok.“
“Wann treffen wir uns?“
“Um vier.“
“Wo?“
“Hier.“
“Gut, und nun geh.“
Dieter nahm seine Jacke, die er im Laufe der Zeit den Rücken hatte runterrutschen lassen und ging in die beginnende Nacht hinein. Es war merklich kühl geworden und ihm war schlecht. Drei Häuser weit kam er, blickte sich um, und erleichterte sich um vermutlich zwanzig Tassen Tee. Sein Insulinspiegel durchschlug vermutlich gerade jede Skala, aber das ersparte ihm wenigstens das Abendessen. Zuhause angekommen warf er dennoch routinemäßig einen Blick in den fast leeren Kühlschrank. Das letzte Drittel eines Sixpacks lauerte dort, aber er war für diesen Abend bedient. Kurz vor seiner Haustür hatte er erneut einen Lattenzaun befeuchten müssen und er fühlte, dass sich in seinem Inneren immer noch Teeabbauprodukte tummelten. So ließ er vom Kühlschrank ab und schlief auf dem Sofa bis in den Nachmittag des folgenden Tags hinein. Irgendetwas hatte ihn geweckt und er hätte ihm dankbar sein müssen, denn so bestätigte ihm ein Blick auf die Uhr, dass er es noch rechtzeitig zu Gülba…dings, zu Gülbahar schaffen würde. Als er das Haus verließ, hatte er etwas alltäglichere, immerhin saubere Sachen, an, da er schließlich putzen würde und nicht zum Amt müsste. An eine Zahnbürste und einen Kamm hatte er auch gedacht, da er schließlich bei bei Gülba…har, er konnte sich diesen Namen einfach nicht merken, über Nacht bleiben würde. Eine weitere Nacht auf einem Sofa, oder vielleicht nur in einem Sessel, eine kurze Nacht, bis drei. Um halb vier würden sie am Firmentor in den Bulli steigen und ab vier das Objekt putzen, bis sieben. Dann würden sie zu einem anderen fahren und dort bis um zwei putzen. Ein großes Kino, das nachmittags wieder aufmacht. Manche aus der Firma würden da auch abends zwischen den Vorstellungen den Müll entsorgen, aber richtig geputzt würde morgens und mittags.
Dieter war überpünktlich und stand verloren hinter der Litfasssäule auf der gegenüberliegenden Straßenseite, genau da, wo er laut Gül-ba-har stehen sollte. Ein Bulli fuhr gerade weg und etliche Frauen wurden von Männern oder angehenden Männern mit soeben erworbenem Führerschein in alten, aber dicken Mercedes abgeholt. Einige Frauen machten sich zu Fuß vom Hof auf, nur eine stieg in einen alten Fiesta und fuhr selbst davon. Gül-ba-har, so langsam hatte er den Namen flüssig drauf, Gülbahar stand nun als letzte am Tor und schaute sich um bzw. schaute direkt in seine Richtung. Dieter trat zur Seite und zeigte sich ihr, sie nickte. Er schritt seitlich zwischen den eng geparkten Autos hervor auf die Straße und ging schräg darüber, um sie, die bereits den Gehweg entlang schritt, abzupassen.
“Guten Tag, Gülbahar.“
„Merhaba.“
“Oh, Entschuldigung.“
“Nein, Gülbahar war ganz richtig. ‚Merhaba‘ heißt ‚Hallo‘. Du wirst noch einige Vokabeln lernen müssen.“
“Vokabeln lernen?“
“Ja, damit Du die anderen verstehst und damit Du nicht auffällst.“
“Es hat also geklappt?“
“Natürlich, ab morgen wirst Du als Diler bei mir in der Kolonne arbeiten.“
“Dieter, ich heiße Dieter.“
“Nein, heißt Du nicht. Ab jetzt heißt Du Diler, bist meine Schwägerin und wohnst bei mir.“
“Dillller?“
“Diiii-ler.“
“Wieso Schwägerin, Du meinst Schwager.“
“Wir sind da.“
Gülbahar wohnt nur drei Straßen entfernt, öffnete die Tür des Achtparteienhauses und ging die Treppe bis zur Wohnungstür voran.
“Schuhe aus.“
Dieter gehorchte und trat durch die offene Tür auf den dicken Teppichboden. Gülbahar nahm seine Schuhe und stellte sie auf einen blauen Sack neben der Tür.
“Ich habe gestern Abend noch jemanden angerufen, sie müsste jeden Moment hier sein.“
Der Moment zog sich etwas hin und in der Zwischenzeit gab es wieder Tee. Als es endlich an der Wohnungstür klingelte, nahm Gülbahar nach einem kurzen Wortwechsel in Türkisch ein Paket entgegen und verabschiedete die Botin. Sie brachte es ins Wohnzimmer und stellte es auf den Boden.
“Ich habe Dir Kleidung besorgt, Diler. Sie wird Dir passen, ich habe meinem Mann und den Kindern immer Kleidung gekauft und sie hat immer gepasst. Welche Schuhgröße hast Du?“
“43“
“Wusste ich doch, die Schuhe sind in 44 aber die sind immer so schmal, die muss man eine Nummer größer nehmen.“
“Und jetzt?“
“Jetzt zieh sie an, damit wir sehen, ob sie passt und wie Du darin aussiehst. Ich hole noch etwas, Diler.“
Dieter konnte sich an den Namen einfach nicht gewöhnen, vorsichtig machte er den Karton auf. Eine Art Gürtel mit Ketten kam zum Vorschein, vermutlich zum Einhängen der Putzsachen. Die Arbeitssachen waren in Folie und originalverpackt, die Schuhe nicht. Es waren schwarze Clogs mit Fersenriemen, nicht das billigste Modell, das er schon im Discounter gesehen hatte, aber auch nicht viel hübscher und ganz unten ein Seidenschal und vermutlich etwas für Gülbahar. Als er alles draußen hatte und wieder zur Tür blickte stand sie dort bereits mit einem Lächeln und einer stabilen Gerte, eher einer Knute in der Hand.
“Diler, ich hatte doch eben gesagt ‚Anziehen‘, also los, steh nicht so rum.“
Dieter riss die Folie des größten Pakets ab und entfaltete den Inhalt. Es entpuppte sich als Schürzenkleid.
“Die haben das Falsche eingepackt, das hier ist ein Frauenkleid.“
“Ich weiß, Diler. Und jetzt zieh es an, immerhin bist Du meine Schwägerin.“
“Ich soll das anziehen?“
“Ja.“
“Und dann?“
“Dann wirst Du darin morgen putzen. Wie wir alle. Jede in der Firma trägt so ein Kleid, Diler.“
“Ich kann nicht.“
“Du kannst. Sofort. Zieh Dich aus, ganz.“
Ihr Ton war wieder so, wie er ihn das erste Mal von ihr gehört hatte, bestimmend. Ebenso bestimmend lag jetzt die Knute mit ihrem oberen Ende in ihre linken Handfläche, während er von ihrer rechten Hand so fest gehalten wurde, dass er ihre weißen Knöchel sehen konnte. Er fügte sich und entblößte sich bis auf die Unterhose, die nach einigen Blickwechseln dann auch fiel.
“Zuerst das hier, Diler.“
Ihr Knüppel wies auf den Putzgürtel . Dieter verstand die Welt nicht mehr und drehte und wendete das Metallding hin und her, bis er kreidebleich den eigentlichen Zweck ausmachte. Flehend sah er sie an, aber sie lächelte nur.
„Erstens bis Du meine Schwägerin, also kannst Du nicht aufs Herrenklo gehen und zweitens verbietet es mir mein Glaube, mit einem fremden Mann die Wohnung zu teilen, es sei denn, er ist ein Eunuch oder halt das da, Diler.“
Dieter verstand, jedenfalls tat er so im Anblick der Knute. Immerhin war er mehr beschämt und verängstigt als erregt und so bereitete ihm das Anlegen keine Probleme. Die Schlüssel nahm Gülbahar gleich an sich und gab ihm daraufhin noch zwei weitere Stahlringe in die Hand, die umgehend seine Oberschenkel zierten. Verbunden durch eine kurze Kette, war nun an eine Hose nicht mehr zu denken. Nun stellte sich auch heraus, dass das ganze Paket ausschließlich für ihn gedacht war und als sich anschickte, das Kopftuch zu entfalten, hielt ihm Gülbahar einen weiteren Ring hin.
“Das hier ist ein Halsring mit Deinem neuen Namen ´Diler´, Du wirst ihn erst, wie alles andere, dann wieder ablegen, wenn ich es Dir gestatte. Wenn Du Dich anständig benimmst, so wird er Dich zieren, wenn nicht, werde ich Dich daran anketten, wie einen dahergelaufenen Hund.“
“Aber …“
Nun spürte er zum ersten Mal die Knute, sein Oberschenkel brannte und er sank auf die Armlehne des Sessels hinter ihm. Gülbahar verließ das Wohnzimmer und kam mit einer Kette wieder.
“Knie Dich hin.“
Sie legte ihm den Halsring um, der hinten zuschnappte, dann kettete sie eine bestimmt zwei Meter lange, schwere Kette an den Ring, die in Kringeln vor im lag.
“Steh auf.“
Er fühlte nun fast das ganze Gewicht der Kette und musste seinen Nacken anspannen, um es auszugleichen. Sie fasste die Kette und führte ihn an das Wohnzimmerfenster zum Hinterhof.
“Ich werde jetzt Deine alten Sachen wegschmeißen, Diler. Dort unten in den großen Container, der immer abgeschlossen ist. Wenn ich zurückkomme, und Du bist nicht mehr da, dann ist das Schicksal.
Und wenn ich dann in der Zeitung lese, dass sie Dich aus dem Fluss gefischt haben, dann musste es sein. Aber wenn nicht, dann Gnade Dir, wenn ich Dich finde. Wenn ich jetzt da runter gehe und Deine Sachen wegschmeiße, und Du bist noch da, wenn ich wiederkomme, dann ist das auch Schicksal. Aber wenn ich dann von Dir noch ein einziges Mal ´Aber´ höre, dann werde ich Dir hiermit solange Deine Schlechtigkeit heraus prügeln, bis Du wünscht, Du wärst gesprungen, Diler.“

Gülbahar raffte seine Sachen, leerte sie sorgfältig und steckte sie in den großen Sack im Flur, auf dem schon seine Schuhe standen. Sie blickte am Container nicht hoch, als sie ihn aufschloss, sie war sich in diesem Moment einfach nicht mehr sicher, ob sie ihn nicht zu hart angefasst hatte. Hatte sie es übertrieben, hatte sie ihn zu weit getrieben, hatte sie eine andere Wahl gehabt. Sie hatte es ihm alles erklärt, sie hatte sich wieder darauf eingelassen, sie hatte ein zu weiches Herz. Die Zimmermann, die hatte sie auch so behandelt, nein, ungeschickter. Damals hatte sie nicht alles so schnell organisieren können, hatte eine Woche gebraucht, bis sie aus dem SM-Studio einen KG für ihn besorgen konnte. Hatte ihn dann sechs Wochen bei sich, bis sie ihn als Putze allein in die seine Wohnung gehen lassen konnte. Inzwischen war die Zimmermann ganz und gar eine von ihnen, auch nach der Arbeit. Sie hatte sie neulich abends gesehen, aber bei Diler war sie sich nun nicht so sicher, allen Worten zum Trotz. Außerdem würde Diler, labil wie sie war, nun tagtäglich mit jemandem zusammenarbeiten, der vor kurzem noch genauso labil war. Andererseits würden die anderen Frauen jetzt weniger Schwierigkeiten machen, da sie noch jemanden hatten, der für sie die schweren Arbeiten machen konnte. Diler würde in den ersten Wochen ab sofort die Bohnermaschinen rauf- und runtertragen, eine erhebliche Erleichterung, auch für ihre andere, die Zimmermann. Gülbahar schloss den Container und ihre Gedanken ab, sie würde sehen, ob Diler ein Teil der Kolonne würde oder bereits wie ein Windhauch verschwunden war.


MfG
Matt


Kritik, Anregungen, (Fortsetzungs-)Wünsche erbeten.



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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:15.04.09 09:11 IP: gespeichert Moderator melden


Mann-O-Mann, MattBeam, jetzt hast du mich soweite, dass ich jede ´Putze´ sehr genau betrachten werde. Tolle Story, viel Stoff zum Grübeln, weil gar nicht so unrealistisch. Glückwunsch zu dieser Idee

LG Zauberdrachen
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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:15.04.09 23:29 IP: gespeichert Moderator melden


Die Kur

Lutz fühlte sich zugleich albern und geil. Drei Wochen grenzenlose Lust in seinem KG, das hatte er noch nie gehabt. Zum einen hatte er den KG erst seit einem halben Jahr, zum anderen hatte er ihn dann höchstens einmal über Nacht tragen können. Entweder war sie dann mit Bekannten weg gewesen oder er hatte geschäftlich auswärts schlafen müssen. Die Zeit war nun vorbei, sein Navi sagte ihm, dass es weniger als eine halbe Stunde sein würde und das Autobahnschild sagte ihm, dass es nur noch tausend Meter sein würden. Ein lustvolles Stöhnen und Lutz setzte den Blinker. Es war eine kleine Rastanlage, keine Gastronomie aber dafür ein großes Klohäuschen. Schlüssel und Jutetasche hatte er zur Hand, ein Druck auf die Fernbedienung, immerhin nichts los. Der LKW hatte zugezogene Gardinen und die Familie mit den gelben Kennzeichen setzte das Wagengespann gerade in Bewegung. Mein Gott, was würde er gleich von sich geben, er fühlte sich bis unter das Kinn geladen. Er hatte es tatsächlich eisern durchgehalten, kein einziger Aufschluss, kein Eincremen, nur täglich zweimal duschen und wenn ihm danach war, ein Entspannungsbad. Den Jutesack würde er dann hinter dem Reserverad verstauen, wie er es sonst tat, aber eins nach dem anderen. Seine Gedanken sprangen, hoffentlich hatte Eva die Kur gut überstanden. Sie war in letzter Zeit so abweisend gewesen, hatte auf alles verzichtet, weil sie es doch nicht genießen konnte. Wenn sie nun bloß nicht mehr so zerbrechlich war, ja dann wäre die Kur ein voller Erfolg. Insgeheim freute er sich schon darauf, hoffte, dass er sie mal wieder richtig – aber so ging das natürlich nicht. Lutz zweifelte, ob er sich nicht besser setzen sollte, aber der Anblick widerte ihn an. Einen Klodeckel gab es nicht, er würde besser stehen bleiben, nein, anders herum, ja so passte es. Langsam führte er den Schlüssel in das Bügelschloss, es hakte, er versuchte es nochmal, jetzt ging es besser. Er drückte den winzigen Schlüssel mit Daumen und Zeigefinger nach oben, so dass er das Weiße unter den Fingernägeln sehen konnte. Es passierte nichts, Lutz´ Herz beschleunigte sich. Er zog den Schlüssel heraus, jetzt hakte er auch schon dabei. Wieder und wieder versuchte er es, so langsam machte sich Verzweiflung breit. Lutz nahm den Schlüssel und hielt ihn hoch, so dass er ihn durch das Deckenlicht genau sehen konnte, rötlich, braunrötlich, die Spitze und feucht. Er tastete die Spitze ab, an seinen Händen blieb die braunrote Flüssigkeit haften und färbte sie stark. Er kannte diese Farbe, er war ein Idiot, ein hirnverbrannter Idiot, verzweifelt steckte er den nun sauberen, trockenen Schlüssel erneut in das Schloss. Er rührte sich keinen Millimeter weiter, das Schaumbad. Die Schaumbäder, entspannend und entfettend, Edelstahl, der Gürtel, ja, das Bügelschloß, nein, vier Euro aus dem Baumarkt, made in Billiglohnland, wo keinen interessiert, ob funktioniert oder man Bolzenschneider nimmt. In seinem Kopf konnte er die Mechanik im Inneren sehen, wie sich die Oxidschichten um all die kleinen, wichtigen Winzigkeiten ausgebreitet hatten. Kleine schmierige, glitschige Polster, die sich zusammenschoben und so fest wurden, dass sie einem Schlüssel wiederstanden, der sie bewegen sollte. Ihm half nun auch kein Bolzenschneider, er brauchte eine Bügelsäge oder eine Flex. Und er brauchte Zeit, die Tür rappelte, Zeit um – er blickte auf die Uhr – um noch vorher, die Tür rappelte wieder, er zog sich hastig an. Die Frau schaute ihn gestresst an und schon ihren quengelnden Racker eiligst in die Kabine, als er diese irritiert verließ. Sein Navi kündete ihm bereits von einer geplanten Ankunftszeit nach dem mit Eva abgesprochenen Termin, sein Navi lag falsch, er trat einfach drauf.
In seinem Kopf rasten die Gedanken, es war noch nicht alles verloren, er würde sie ja nur abholen, vielleicht ein Kaffee vor der Abfahrt. Dann die Rückfahrt, ein wenig Palaver im Haus, er würde sich für zwanzig Minuten verabschieden, oder besser sie würde sich Zeit erbitten. Bestimmt, sie würde ganz sicher ihre Kleider sofort auspacken wollen, damit sie nicht unnötig verknittern. Am schnellsten und leisesten war sicher die Bohrmaschine, einfach den Zylinder ausbohren, wie im Fernsehen die Türdienste. Fünf Minuten, die Reste dann einfach in die Ecke und das Problem war halt auf eine andere Weise gelöst, Lutz war mit seinem Plan B zufrieden.
Der Kies spritze ein wenig, es war eine exklusive Kurklinik, die Rezeptionsdame nannte ihm zuvorkommend die Zimmernummer und Eva strahlte nur so vor Zufriedenheit. Er ließ sich anschauen, ja dünner war er geworden, das war er tatsächlich, dank KG, und so erschlagen wie immer, er würde auch eine Kur gebrauchen können. Ach es sei herrlich gewesen, drei Wochen nur für sich und Energie tanken, sie würde sich schon so – ihre Hände lagen nun auf seiner Hüfte. Eva hatte sie da wohlwissend platziert, um ihren Worten, Wünschen Nachdruck zu geben, aber was sie fühlte war ihr fremd. Nun kam Lutz um eine Erklärung nicht mehr herum, ihre Hände waren schneller als seine Worte und noch bevor er alles heraus gestammelt hatte, hatte sie seine Hose schon auf Kniehöhe. Eva schien nicht im geringsten entsetzt zu sein, nur als die Zeit, die er das schon so machen würde, zur Sprache kam, schien sie gekränkt. Aber nur kurz, wie er fälschlicherweise in dem Moment glaubte, denn ihr Pragmatismus kam zum Vorschein. Eva ließ sich von ihm die Schlüssel geben und prockelte, nachdem er sich auf das Bett gelegt hatte, selbst an dem vermaledeiten Schloss herum. Lutz gab ihr keine Chance, aber er kannte nicht die Wässerchen, die Eva in petto hatte. Ihr Schminkkoffer stand neben all dem anderen Gepäck auf dem Boden, sie hob ihn auf und kramte, bis sie den Inhalt eines Fläschchens langsam über den Schlüssel tröpfelte. Danach prockelte sie weiter und beim dritten Versuch, sie hatte zwischenzeitlich vergeblich versucht, den Fläschcheninhalt direkt in das Schloss zu kippen, steckte der Schlüssel schon mal ganz drin. Nach zwei weiteren Benetzungen konnte sie den Schlüssel soweit drehen, dass das Schloss sich wiederwillig aufziehen ließ. Lutz war nun zu Bruchteilen eines Prozents erleichtert, wenigstens konnte er auf der Rückfahrt. Eva gebot ihm so liegen zu bleiben, überlegte es sich dann anders und blieb einfach auf ihm sitzen, wie sie es zur Öffnung getan hatte. Die Minuten verstrichen und auf dem Bettbezug türmten sich zerknüllte, stark ätzend riechende Kleenex, die abnehmend weniger rostrote Anhaftungen hatten. In den Händen von Eva hatte sich auf das kleine Bügelschloss wieder zu einem fast fabrikneuen Exemplar gemausert, dass sie nun exakt wieder dort platzierte, wo sie es eben noch mühsam aufgemacht hatte. Ihrer Meinung nach würde das nun so halten, bis sie ein neues Schloss besorgt haben würde, ein gutes, wetterfestes aus dem Fachmarkt, besser noch ein seefestes aus dem Bootszubehörmarkt im Nachbarort, Geld würde ja keine Rolle spielen, wenn es denn nur funktionieren würde. Lutz traute seinen Ohren nicht, so sprach sie sonst nur von Once-in-your-Lifetime-Anschaffungen, wie den Gartenmöbeln von vor fünfzehn Jahren, die sie satte sechstausend Mark gekostet hatten, ihm wurde flau im Magen.
Die Dame an der Rezeption verabschiedete sie noch freundlicher, als bei seiner Ankunft die Begrüßung ausgefallen war und dachte sich insgeheim, dass der Mann besser früher als später durch einen eigenen Aufenthalt zu ihrer Arbeitsplatzsicherung betragen sollte. Während der Rückfahrt konnte Eva dann, abgesehen davon, dass sie parallel pausenlos redete, kaum ihre Finger von seinem Taillengurt lassen. Seine weitere Planung bei ihrer Ankunft entpuppte sich erstens als hinfällig und zweitens als völlig verkehrt. Kaum hatte er den letzten Koffer im Schlafzimmer verstaut, lag er bereits zum zweiten Mal unter ihr auf einem Bett. Sie hatte sich bereits im Bad völlig entkleidet und vermutlich auch enthemmt, denn keine zwei Minuten später war auch er völlig nackt. Natürlich mit Ausnahme seines KGs, den sie nun noch einmal ausgiebig inspizierte, wobei sie stets eine Hand zu ihrer eigenen Erbauung nutze. Eva war scharf wie zuletzt, es muss in den frühen Neunzigern gewesen sein, aber es war ihr in diesem Moment egal. Vorsichtig steckte sie den vorhin behandelten Schlüssel wieder in das Schlüsselloch und das Bügelschloss sprang auf wie eine Überraschungskiste. Lutz half bei der Entsorgung des sperrigen Etwas gerne mit und beließ es dabei zu fühlen, was sich da in diesem Moment entfaltete. Eva schaute lieber genau hin, alles war prall, rot, hart, die göttlichen Hüter des Jungbrunnens mussten sie erhört haben. All die Jahre hatte sie sich so etwas gewünscht, sie presste mit Daumen und Zeigefinger das pralle Etwas zusammen, es war unnachgiebig. Minuten vergingen in purer Verzauberung, Minuten, die vor Monaten bereits schon nicht mal mehr der Anfang vom Ende sondern das Ende vom Ende gewesen wären. Endlich erhob sie sich und teste die Pracht ganz aus. Leichter Schritt, in den leichten Trab wechselnd, in Gedanken passierte die das Tor des Gestüts ihrer Jugend. Vor ihrem inneren Auge schwenkte sie in die Allee, eine endlose Allee, ein Meer aus Licht und Schatten, Hufe donnerten, eine große Runde, im Trab, nein, im fliegenden Galopp, um den See. Sie ließ die imaginären Zügel schießen und ihre Hände krallten sich in das, was sie für eine Pferdemähne hielt. Die Landschaft raste vorbei, der See, der Park, die Stallungen, in Evas Hirn explodierten die Farben dieser Erinnerung und als sie erschöpft die Augen öffnete, war Lutz gezeichnet. Nur langsam realisierte Eva, dass sie etwas anderes als eine Mähne zwischen ihren Fingern samt Fingernägeln gehabt hatte, aber das war ihr egal. Viel wichtiger war, was Lutz noch immer konnte. Ein leichter Trab zum Sattelplatz oder sie gab ihm die imaginäre Gerte und ritt im gestreckten Galopp einmal um die kurze Galoppstrecke auf der anderen Straßenseite. In der hinteren Bahnkurve zerriss es Eva erneut und sie fühlte sich, als ritt sie auf der Fontäne eines Geysirs.
Zwanzig Minuten später war Lutz wieder komplett in sein Stahlhöschen eingepackt. Zwei Stunden darauf hatte sie auch das letzte Quäntchen Information über die Zeit vor und nach dem Kauf erhalten und sich ihre abschließende Meinung gebildet. Ab sofort war sein Privatspielzeug ihr Privatspielzeug und die Mindesttragezeit drei Wochen. Dazwischen würde er sie anderweitig beglücken dürfen und Eva wusste schon genau womit. Das besagte Bügelschloss hing sie kurze Zeit später gerahmt ins Wohnzimmer, um ihn zu erinnern, keine Geheimnisse vor ihr zu haben, aber das bezog er irgendwie nicht auf die Dinge auf dem Dachboden. Eva fand das erst zwei Jahre später heraus, aber das ist eine andere Geschichte.

MfG
Matt

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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:16.04.09 00:23 IP: gespeichert Moderator melden


Fifty words XXXV

Er nippte grübelnd seinen Whiskey an der Hotelbar – sie sprach ihn an.
Sie sagte, ihr gefielen verschlossene Männer und Männer, die sie nicht anbaggerten.
Als er sie nachts nach einem heißen Intermezzo – in ihren KG gezwungen – verließ, wusste er,
dass seine neue Herrin ihren Spruch wörtlich gemeint hatte – verschlossene Männer.

MfG
Matt




[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von MattBeam am 17.04.09 um 21:21 geändert
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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:16.04.09 01:34 IP: gespeichert Moderator melden


Als Hommage an den Photographen gedacht in der Annahme, dass ihr alle wißt, welches Photo gemeint ist .

Kroll

Isolde kam aus dem Schlafzimmer zurück, in das sie das große, flache Paket gebracht hatte. In der Hand hielt sie nun einen schwarzen Pulli.
„Los zieh Dich ganz aus.“
Gunnar gehorchte, wobei er ihrem Wunsch natürlich nicht ganz nachkommen konnte, da sie den Schlüssel zu seinem Hüft-KG hatte.
„Gunnar, es ist jetzt ein Jahr her, dass Du mir das Bild gezeigt hast, mit dem alles anfing. Aus diesem Grund will ich, dass sich ab heute, ab unserem speziellen Jahrestag, einiges ändert.“
„Ja, Herrin.“
„Zieh den an. Die Clogs kannst Du anlassen, die spielen keine Rolle.“
„Ja, Herrin.“
Gunnar streifte sich den schwarzen Pulli über, der ein wenig knapp war. Sie hielt ihm nun einen Halsreif entgegen, den er ebenfalls bereitwillig anlegte. Isolde betrachtete ihr Werk und war zufrieden.
„Prima. Ab sofort wirst Du im Haus nur noch so herumlaufen, verstanden? Ich mache nachher ein Bild von Dir, damit Du das nicht vergisst und aus Versehen etwas anderes oder sogar mehr anziehst.“
„Ja, Herrin.“
„Geh ins Schlafzimmer, ich hab da das Bild von Eric Kroll – Dein Lieblingsbild – in Öl nachgemalt aufgehängt. Das Buch auf dem Photo hab ich für ein Schweinegeld bei einem US-Internet-Antiquariat gekauft, also sei vorsichtig. Ich mache dann das gleiche Photo von Dir, verstanden! Das hängen wir dann in Öl neben das Original. Ach, und hier ist noch die Brille, die brauchst Du auch.“
Gunnar lief, trotz dickem Pulli, bei dem Gedanken der kalte Schweiß bis zu den Clogs hinunter, dass er als Pin-Up in seinem eigenen Schlafzimmer enden würde. Original und Fälschung, ihrer Putzfrau würde sicherlich vor Scham das Gesicht rot anlaufen oder schlimmer vor Gelächter ein Hirnödem platzen. Und erst der Maler, der es stundenlang würde betrachten müssen. Dieses vermaledeite Bild – aber als Gunnar es sah, war es wie damals, nur diesmal steckte er selbst in einem solchen KG, vermutlich solange wie dieses Bild an der Wand hängen würde. Ewig - ihm wurde eng.


MfG
Matt




[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von MattBeam am 16.04.09 um 01:35 geändert
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NOKEYa - connecting couple

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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:17.04.09 20:25 IP: gespeichert Moderator melden


Think positive

Ralf erfuhr davon zufällig in der Kaffeepause am Automaten. Nadine aus dem Marketing wäre morgens nicht gekommen und würde wohl auch demnächst nicht mehr kommen. Der Kollege grinste und setzte die letzten Worte mit den Fingern in Anführungsstriche. Der Kaffeeautomat gab nun zum wiederholten Male Zischlaute von sich, aber Ralf verpasste nur die überraschte Antwort des Kollegen aus dem Call-Center. Sie sei eine Pozzerin und morgens im Bett verhaftet worden, die Nachbarin wäre eine Freundin der Mutter des Kollegen, der es erzählt habe. Nadine hätte das ganze Mietshaus zusammengeschrien, sie hätte es genossen, alle anzustecken, alle hätten es verdient gehabt. Ralf nickte freundlich und verließ den Raum um sich auf den langen Weg zurück zu seinem Arbeitsplatz zu machen, aus diesem Grund passten auch drei große Tassen Kaffee in seine Spezialtasse, die eher einem Nachttopf glich. Nadine aus dem Marketing, ihm wurde ganz heiß, kannte er, die Betriebsfeier im Sommer, ihm wurde immer heißer. Sie galt damals als mannstoll und Gerüchte behaupteten, sie habe bereits die halbe Firma … wann genau im Sommer. Nach dem Maifeiertag und vor den Schulferien war das Fest gewesen. Unten in der großen Werkshalle, freie Getränke, Buffet, Grill nach Wunsch umsonst. Genau, es war damals alles ganz schnell gegangen. Das Paket, sein Entschluss ihn sofort zu tragen, das Wochenende darauf – die Feier, es war damals sein unerwartetes Coming-Out, durch sie. Sie hatte glücklicherweise über den Zwischenfall in der Werkstatt geschwiegen, in die sie ihn gedrängt hatte, abgesehen von kleinen Andeutungen und leichten Anspielungen im Beisein von Kollegen. Ihm war dann immer heiß geworden, aber das hatte ihr dann besonderen Spaß gemacht. Damals war sie so heiß gewesen, dass sie ihn sofort in einem sinnfreien Quickie vernaschen wollte, dass sie ihn beinahe mit dem Hammer, der auf der Werkbank gelegen hatte, malträtiert hätte. Aber dann war es bei ein paar Küssen und groben Handgriffen geblieben, so schnell ihre Hitzewallungen gekommen waren, so rasch war sie auch wieder so abweisend wie sonst. Dämliche Ziege, Betriebsmatratze, Pozzer – der Kelch war an ihm gottseidank vorbeigegangen, trotzdem, er würde sicherheitshalber einen Schnelltest machen lassen – diskret.

MfG
Matt

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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:19.04.09 00:10 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo, auf Wunsch von randy_ bzw. Lisa|Achim aus dem Chat poste ich hiermit eine Geschichte
rund um das Spiel „Twister“, die 3-4 Doms & Subs sowie die ein oder anderen Gemeinheiten
beinhaltet. Viel Vergnügen und vorab Danke fürs Feedback.

Kategorien: Fm/Ff/CD/Chastity/Spanking/Branding




Twisted Twister

Zufall, Vorsehung, Verschwörung, Masterplan, Lebenslüge. Im Nachhinein kriegte Thomas Angst, zog sich seine Bettdecke noch etwas über die Schulter und kämpfte mit seiner Ohnmacht, seiner Lust und seinen abstrusen Phantasiefetzen über den kommenden Freitag. Neben ihm schlief Irene den Schlaf der Gerechten, obwohl Thomas sie inzwischen nicht mehr dazuzählte. Ihr hatte er seine augenblickliche Lage zu verdanken, wobei er das Wort „Danken“ eigentlich lieber nicht in den Mund nehmen wollte. Irgendwie schon, ja, er hatte es gewollt, vor zwei Monaten, ein neues Spielzeug, harmlos, einfach dranmachen und genauso gut und schnell war es wieder ab, buntes Plastik. Es hatte ihre Beziehung weitergebracht, offener gemacht, welch ein dämlicher Vergleich in seiner Situation, aber so war es. Endlich lebten sie auf der „dark edge of life“, keine lahme Vanillesoße mehr, rein, rauf, runter, raus oder in einer ähnlichen Reihenfolge rumstochern. Aber das war jetzt doch radikaler, als er sich das gewünscht hatte. Irene hatte ihn ausgelacht, als er ihr das am Nachmittag gestanden hatte. Solange hatte er gebraucht, seine neue Situation zu verstehen und in Worte zu fassen. Ihrer Meinung hätte sie ihm das gleich am ersten Tag zumuten sollen, als er damals sein bestes Stück in diesem durchsichtigen Glasdingen präsentiert hatte. Irene hatte ihm damals direkt gesagt, natürlich nachdem sie sich von ihm alle Schlüssel hatte aushändigen lassen, dass sie in ihrem Leben vor ihrer Ehe kein unbelecktes Landei geblieben sei und auch mal in die SM-Szene eingetaucht ist. Irgendwie schien sie damals in Stimmung, eine Generalbeichte ablegen zu können bzw. zu müssen, was ihr in dem Moment besonders leicht viel, da er nackt und nur mit dem Plastikkäfig bestückt vor ihr kniete. Ja, sie habe ihm manches nicht oder mit Abweichungen erzählt – sprich gelogen – unter anderen woher sie Sabine kennen würde. Sabine, die hatte er gestern Abend tatsächlich kennengelernt, auf eine neue Art, denn sie kannten sich jetzt schon vanillemäßig seit drei Jahren, Freunde seiner Frau, ein Stadtteil weiter, gut situiert, Häuschen im Grünen, geeignet für kleine Grillfeste unter Freunden, wie gestern Abend. Ja, der gestrige Abend, er würde ihn sein Lebtag nicht vergessen, wie sollte er auch, ein Blick in den Spiegel würde genügen. Er hatte es tatsächlich noch zugelassen, ein kurzer Augenblick, geübte Hände, die richtige Temperatur. In Gedanken mutierte er in ein kleines flauschiges Etwas mit großen ängstlichen Kulleraugen, beißender Qualm steigt auf und schon ist es im gestreckten Galopp hakenschlagend davon. Seine linke Hand glitt an die Stelle, er fühlte, was sein Verstand nicht glauben konnte. War sie das wirklich, Irene, war das die Frau, die er im Brautkleid über die Schwelle ihrer damaligen Wohnung getragen hatte. Eine Woche sollte es dauern, gut gepflegt würde es keine Infektionen oder sonstigen Komplikationen geben, Asche sei keimfrei, ein dutzendmal bereits vollzogen, kein Problem. Mein Gott, dieser Abend, wie hatte er so dämlich sein können, das ganze Spiel nicht zu durchschauen, das Lachen, das falsche Lachen, wie sie ihn anstarrten. Ja, er war sicherlich schon vorher auserkoren worden, nicht als Sieger, als Verlierer. Er hatte von dem Spiel schon gehört, aber es nie gespielt. Zu seiner Seit hatte man es nicht gespielt, jedenfalls nicht in seiner Jugendclique. Dunkel konnte sich Thomas sogar noch an die TV-Werbung für „Twister“ erinnern und es waren alles keine gut situierten Erwachsenen, die sich dabei die Knochen verbogen. Gut situiert, anerkannte Bürger der Gesellschaft, gern und häufig gesehen bei Theaterpremieren und auf den Golfplätzen der näheren Umgebung. Er hatte diese Bürger gestern Abend anders kennengelernt, hautnah, näher als nah. Es gibt Körperstellen, da presst man seine Nase besser nicht drauf, zumal sie selten mit Eau de Cologne in Berührung kommen, er hatte gekämpft, vergebens. Leise stand Thomas auf und ging ins Wohnzimmer, wo sein Laptop stand. Der Wetterbericht für den gestrigen Abend wollte er sich ansehen, mit Freunden grillen, einen schönen Abend auf der Terrasse haben und bei einem Glas Wein den Grillen zuhören. Arschlecken, die Regenwahrscheinlichkeit hatte 95% betragen – Zufall. Er schaute sich die 10-Tagesvorhersage von vor zehn Tagen an, damals waren sie eingeladen worden, 90% - kein Zufall. Sabine hatte also genau gewusst, dass ihre schöne Grillparty ins Wasser fallen würde, keine Grillen, keine Sternennacht. Thomas schmiss Google an und forschte weiter. Der Reihe nach. Er und Sabine waren pünktlich gekommen, zusammen mit Lisa und Achim hatten sie vor der Tür gestanden und sich schon mal bekannt gemacht. Stefanie und Karin waren zwei Minuten nach gekommen. Stefanie, nun ja, er war tolerant – wo die Liebe hinfiel – aber er hätte sie, wenn er Irene nicht hätte, sofort genommen, schon gar aus den Händen dieser burschikosen Karin. Es war nicht an ihm und momentan war ihm eher danach, dass jemand ihn hätte retten sollen.
Der Beginn des Abends war unspektakulär, man machte sich bekannt, schwatzte ein wenig über Triviales und genoss die leckeren Spieße, die Frank auf den Grill gelegt hatte. Das alles im Stehen, da Sabine drauf gedrängt hatte, nicht erst umständlich Platz zu nehmen, sondern sich gleich an den angerichteten Speisen zu laben. Bestimmt hatte sich das diabolische Quartett das so alles ganz fein ausgedacht. Ein Puzzlestückchen Erinnerung blitzte für einen Moment vor seinem inneren Auge auf und war auch schon wieder als Bild weg. Etikettenreste. Etikettenreste an der Glasschüssel, keine ordentliche Hausfrau hätte das an einer guten Glasschüssel voll Nudelsalat gelassen. Teil des Plans, wie der Sonnenschirm. Alles war plötzlich innerhalb Minuten auf sie hereingebrochen, einschließlich Stefanie, die mit Sicherheit auch nicht durch Zufall nass geworden war. Eine Böenwalze war über sie hinweg gezogen, die dem Nudelsalat samt der Billigschüssel ein vorzeitiges Ende bereitete. Stefanie hatte glücklicherweise nicht nach den vom umkippenden Tisch fallenden Schüsseln gegriffen, aber sie stand gerade günstig im Epizentrum der Einschläge und bekam aus allen Richtungen alle Schüsselinhalte voll ab. Sabine hatte Frank zugerufen, er möge dringendst den Schirm und die Liegenbezüge aus dem Garten ins Haus holen, wobei ihn Achim sofort unterstützte. Gottlob passiert in der Natur alles nach einem festen Schema und so war die Böenwalze gerade vorbei, als die beiden krampfhaft versuchten, den Schirm aus dem Ständer zu ziehen. Irene erzählte ihm nachher mit einem diabolischen Grinsen, dass Sabine ihn extra mit einem Schraubenschlüssel fest angezogen hatte. So standen die beiden also wie auf dem Präsentierteller, als der Wolkenbruch über ihen niederging. Irene hatte ihn noch sinnloserweise zu ihnen geschickt, um wenigstens die imprägnierte Liege ins Haus zu holen, damit die beiden das nicht auch noch machen müssten, aber im Endeffekt zählte nur, dass sie alle drei klitschnass waren. Die vier Frauen konnten bequem vom überdachten Teil der Terrasse sehen, wie ihnen drei das Wasser zu den Kragen reinlief und zu den Hosenbeinen wieder raus. Also sie keinen trockenen Fetzen Stoff mehr am Leibe hatten, hatten sie den Schirm endlich soweit rausgezogen, dass sie ihn kippen und abtransportieren konnten, was sie dann auch eiligst taten. Inzwischen, so dachte sich Thomas, stand er bestimmt wieder an Ort und Stelle um zu trocknen. Sabine zog, nachdem sie sich von der ordnungsgemäßen Lagerung des Schirms überzeugt hatte, umgehend Stefanie zur Seite und nahm sie mit in ihr Bad, wo sie die Essensreste zu entfernen gedachte. Stefanie war das sichtlich unangenehm, aber gegen Sabines bestimmende Art war sie machtlos. Lisa hingegen fühlte sich derart heimisch, dass sie ohne viel Aufhebens Scheite in den Wohnzimmerkamin aufschichtete und die kleine Pyromanin in ihr herausließ. Die anderen versuchten, je nach Feuchtigkeitsgrad, ohne viel weiteren Schaden durch das Salatinferno auf dem Terrassenboden, das an einigen Stellen bereits von Sturzbächen hinweggeschwemmt wurde, ins Wohnzimmer zu kommen. Die Situation strebte auf ihren ersten Höhepunkt zu. Thomas schmerzte allein der Gedanke an das unerwartete Bild von Stefanie bei ihrer Rückkehr. Ja, dass war ein schöner Gedanke an den gestrigen Abend – Stefanie – mit feuchten Haaren und nahezu nackt in einem Hüft-KG mit einer Wolldecke über ihren Schultern. In dem Moment knöpfte ihm seine Frau bereits sein Hemd auf und er musste feststellen, dass sie sich mit einer Hand auch an seiner Gürtelschnalle zu schaffen machte. Sabine schien nur ein Blick zu reichen, denn Frank zog sich von allein den Reißverschluss auf. Nur Achim schien unbeteiligt, bis er von Lisa den gut gewärmten Schürhaken auf den Arsch geschlagen bekam. Dafür war er dann von den dreien am schnellsten nackt, jedenfalls fast. Zu Thomas Überraschung, trug er den gleichen Keuschheitsgürtel wie Stefanie, jedenfalls vom Hersteller und Typus her, die Herrenversion. Frank trug ebenfalls einen, einen, der rein gar nichts mehr sehen ließ und wie ein wulstiger Metallslip aussah. So war es an ihm – an ihm, Thomas – noch das meiste zu zeigen, nachdem seine Boxershort inzwischen gefallen war. Es war ihm im höchsten Maße peinlich gewesen, sein von Stefanie inspiriertes bestes Stück, knallrot aus allen Ritzen gequollen, allen Anwesenden präsentieren zu müssen. Aber da war es dann auch zu spät. Offziell wurde das ganze dann später als gemütliche Runde am Kamin tituliert, bei denen sich die Helden im Kampf gegen das Unwetter hatten aufwärmen und trocken sollen. Er selbst hatte es eher als misslungene Kombination aus FFK, Sauna und Swingerclub gesehen, aber es kam noch schlimmer.
Sabine, ganz die aufmerksame Gastgeberin, verteilte nun jetzt die ersten harten Drinks des Abends, die rundenweise mit Toasts und sonstigen Hipp-Hipp-Hurrarufen geleert wurden. Thomas war sich inzwischen sicher, dass auch das zu dem ausgekochten Plan gehört hatte, harter Stoff auf nüchternen Magen. Ein weiteres Indiz waren die Sandwiches, die sie nach der dritten oder vierten Runde plötzlich aus der Küche hervorgezaubert hatte. Damals hatte die Situation für Thomas bereits so groteske Züge angenommen, dass er sich das ganze schon gar nicht mehr vorstellen wollte. Drei Männer und eine Frau in verschlossenen Sexspielzeugen essen nackt vor und mit vier Frauen Sandwiches vor einem Kamin, der noch eine gute halbe Stunde brauchte, bis er endlich maximale, wohlige Wärme spendieren würde und an dem ringsherum die Tarnklamotten der besagten Nackten zum Trocknen respektive Räuchern hingen. Inzwischen war das Gewitter vor Ort und abwechselnd zuckten Blitze oder krachender Donner ließ die riesigen Fensterflächen vibrieren. Zufall – nein, diesmal war der Fuß Gottes im Spiel – Sabines Fuß, ein böses Foul, wie sich später herausstellen sollte. Der Fuß Gottes hatte, während der Donner die Luft im Wohnzimmer dröhnen ließ, ganz nebenbei gegen eine Teppichrolle gestoßen, die in einer Ecke neben dem Schrank am Kamin gestanden hatte. Diese Rolle schlug nun der Länge nach hin und entrollte sich auf einen knappen Meter. Nach einigen kleinen Schrecken drehte sich das Gesprächsthema bereits um das, was auf dem Teppich zu sehen war und wie durch ein Wunder war sich die Hälfte der Anwesenden – die bekleidete Hälfte – einig, dass man das doch glatt zum Aufwärmen spielen könne. Sabine fand auch – ebenfalls rein zufällig sofort die zugehörige Drehscheibe, die ihre kleinen Nichten im zarten Unterstufenalter natürlich auf den knapp raumhohen Schrank gelegt hatten. Über tausend Euro und die Extras, die er trug waren auch nicht ganz ohne, Thomas hatte inzwischen mal eine kleine Excel-Tabelle mit den Preisen seines aktuellen Outfits zusammengestellt. Das war eine Zehnerpotenz über dem, was sein Plastikkäfig gekostet hatte. Der Keuschheitsgürtel saß wie angegossen, offiziell war es der alte von Frank, aber auch daran hatte Thomas seine Zweifel. Irene hatte – er erinnerte sich undeutlich – einmal vor Wochen genau Maß genommen. Kurz nachdem er sich den Plastikkäfig zugelegt hatte, hatte sie seine Fortschritte in Bezug auf Gewichtsreduktion dokumentieren wollen – also da hatte alles schon begonnen, teuflisch ausgefuchst.
Da lag nun der Teppich und er, Frank, Achim und Stefanie waren nun aufgefordert, zu spielen. Sie alle ließen sich die recht simplen Spielregeln noch einmal erklären - den Zufallszeiger, der bestimmte wo sie welche Extremitäten hinsetzen sollten, dass jeder nur ein Feld belegen konnte, und der oder die, die umfiele oder kein Feld mehr erreichen würde verloren hätte. Lisa gab noch zum besten, dass sie es damals, als sie etwas älter gewesen sei, so gespielt hätten, dass die Verlierer sich nach und nach hätten ausziehen müssen, dies hier aber ja nicht mehr ginge. Darauf war Sabine angesprungen und hatte felsenfest behauptet, Thomas sei der einzige, der noch etwas ausziehen könne, da man seinen Plastik-KG ja unmöglich mit den anderen KGs vergleichen könne. Nach einem kurzen Aufruhr war die bekleidete Hälfte der gleichen Meinung und bestimmte, dass Thomas ihn im Falle einer Niederlage als erstes ablegen müsse. Da man damit automatisch zu dem Punkt gekommen war, dass dann tatsächlich niemand mehr etwas ausziehen könne, schlug Irene vor, man könne den Verlierer ja, wie vorhin Lisa bereits praktiziert hatte, mit dem Schürhaken fünf Schläge verabreichen. Dies stieß allgemein auf Protest, wurde aber nicht gänzlich abgetan. Karin warf ein, dass man mit dem richtigen – Thomas sollte später rausfinden, was sie mit richtig gemeint hatte – Schürhaken ja den Gesamtverlierer bestrafen könne, ein Vorschlag, der zu der weiteren Diskussionsebene führte, wer oder was denn den Gesamtverlierer kennzeichnen würde. Damit war zunächst die Ermittlung des- oder derselben gemeint und nicht die Sache mit dem Schürhaken. Schließlich einigte sich die bestimmende Hälfte auf sechszehn Runden, viermal vier, also für jeden genug Chancen, nicht zu verlieren. Pro Runde sollte es kleine Strafen geben, fünf Stockhiebe. An dieser Stelle hatte sich Sabine kurz entschuldigt und um eine kurze Unterbrechung gebeten. Als sie dann wiederkam, hatte sie eine große Kiste dabei, die sie auf einen Getränkekastenroller gewuchtet hatte. Nach kurzem kramen, kam dann eine zerschlissene Reitgerte zum Vorschein, die man als Stockersatz genehmigte.
Viel interessanter waren jedoch die anderen Utensilien, die noch in der Kiste schlummerten, und die laut Sabine zum Wühlen freigegeben war. Wie auf einen Schlußverkaufgrabbeltisch stürzten sich die Frauen und holten unaussprechliche Dinge aus einer Zeit hervor, als Sabine sie hauptberuflich gebraucht hatte. Die Herren einschließlich Stefanie sahen dann von den Fundstücken nur hier und da mal Einzelteile und bekamen nach diesem Rush mitgeteilt, dass man für jeden etwas Passendes gefunden habe. Nach jedem Viererblock würden die Verlierer umgehend bestraft und dann sähe man weiter. Thomas hätte eigentlich schon da das Ende sehen können, denn die Art der Bestrafung war an die Formel 1 angelehnt, sprich individuell angepasst. Gleiche Strafe für gleiches Vergehen, weit gefehlt, Runde 1 brachte ihn deshalb gleich ganz nach vorn. Drei weitere Runden ergaben, dass er zweimal verloren hatte, Achim und Stefanie je einmal. Frank schien, dank seiner Nichten, gut
geübt zu sein. Glück im Unglück hatte er nur, wenn man es so auslegte, dass er um fünf Hiebe mit der Gerte drum herum kam, denn seine erste Strafe bestand – vermutlich für die anderen ungerechter Weise – darin, dass Irene ihm seinen Plastik-KG abnahm. Das freute ihn nicht sehr, dachte er, denn sein bestes Stück war anderer Meinung – Thomas versuchte, in die von Stefanie verschiedene Richtung zu schauen, er half nichts. Das Spanking á fünf Hiebe für Achim und Stefanie, vor allem für letzt genannte, führte dazu, dass sich seine Freiheit so verfestigte, dass er sie als reguläre Extremität hätte einsetzen können. Allerdings war besagte Spielscheibe jugendfrei und so war dies kein wirklicher Wettbewerbsvorteil für ihn.
Die nächsten vier Runden wurden eingeläutet, von denen die erste Stefanie klar gewann, da sie hochmotiviert die für ihren zierlichen Körper günstigsten Felder blitzschnell ansteuerte. Runde zwei und drei wurden für sie zum Fiasko und Runde vier für Thomas, aus dem gleichen Grund. Irgendwie hatten sie es dreimal geschafft, sich so zueinander zu biegen, dass Stefanie seine ganze Pracht dort hatte, wo sie es äußert schamhaft empfand. Gelinde gesagt, er hatte ihr einmal damit die Pobacken gespalten und beim zweiten Mal damit die Nasenspitze gerieben. Beim dritten Mal besprang er sie förmlich wie ein Hündchen, wobei ihr Bauchnabelpiercing, ein Glöckchen so auf ihm zu liegen kam, dass ihm vor Stimulation seiner purpurnen Spitze, ganz einfach die Knie versagten. Die umstehenden Damen lachten und rechneten ab.
Achim war der Glückliche, dessen Hinterteil verschont blieb, Stefanie bekam gleich zwei Hände voll Hiebe, die sich Frank und Thomas immerhin teilen konnten. Zusätzlich bekam jeder noch seine individuelle Strafe, abgesehen von Achim. Für Frank war dies ein Plug, den er in sein Stahlmonster eingeführt bekam und ihn nicht gerade gelenkiger machte. Stefanie, die ohnehin ganz außer Atem war, bekam einen Ball-Knebel und Thomas, Thomas bekam wieder etwas anzuziehen. Das freute Stefanie aus zweierlei Gründen, erstens würde sie seine Pracht nun nicht mehr zu Gesicht bekommen und zweitens bescherte ihr die Prozedur einiges an Zeit um wieder Luft zu holen. Der Anblick ihrer sich schnell hebenden und senkenden Brüste war äußerst kontraproduktiv zu dem was, Irene und ihre Freundinnen vorhatten. Schließlich wurde Thomas in die Küche auf die Spüle befördert, wo man exzessiv das kalte Wasser aus dem Brauseschlauch und griffbereite Eiswürfel einsetzte, um ihn in seinen neuen KG zu stecken. Es war der besagte KG, in dem er jetzt immer noch steckte und der im Laufe der nächsten Runden noch Add-ons erhalten hatte. Im dritten Viertel hatte er sogenannte Schenkelbänder erstehen dürfen, die er im letzten Viertel noch durch eine Schrittkette verfeinert bekommen hatte. Da er sie aber nicht würde ständig tragen können, hatte man ihm zusätzlich noch einen Halsring verpasst, bei dem er das konnte. Allein der Gedanke, ihn ständig tragen zu müssen, verursachte bei ihm, so wie er da vor dem Laptop saß, schon wieder ein Gefühl höchster Enge.
Irene hatte ihm klar mitgeteilt, entweder Schrittkette oder Halsring oder beides – wenn ihr danach war, und im Augenblick war ihr danach. Er würde nach dieser Nacht und dem ganzen Sonntag immerhin am Montagmorgen die beschissene Schrittkette wieder los sein – hoffentlich funktionierte das mit der Krawatte tatsächlich, instinktiv griff sich Thomas an den Ring und zog und drehte ihn.
Runde drei hatte Achim verloren, obwohl Thomas mit seinem neuen KG zu kämpfen hatte, Stefanie zog sich, wie er selbst, erneut fünf Gertenschläge zu und präsentierte nun einen ziemlich farbenfrohen Po. Achim bekam seinen KG, genauso wie Thomas, mit Schenkelbändern verziert und sein Gesicht zeigte deutlich seinen Missmut, der auf Erfahrung mit diesen Dingern beruhte. Weitere Bonus-Dreingaben wurden nicht verteilt.
Die letzte Runde gewann Achim derart motiviert und stach somit Stefanie und Frank aus, die jeweils fünf Gertenschläge kassieren durften. Thomas kassierte ebenfalls fünf Gertenschläge und zusätzlich noch die bereits erwähnten Add-Ons Schrittkette und Halsring.
Die Kontrahenten durften Platz nehmen, außer Stefanie, die – zwecks gemütlicher Kommunikation –
ihren Knebel gegen einen Plug tauschen durfte. Da dies bei ihr einen Aufschluss erforderte, hatte Karin damit bis zum Spielende gewartet und sich dann mit ihrer Liebsten kurz ins Bad zurückgezogen. Thomas hatte noch einen kurzen Blick auf den Plug erheischen können und hatte bereits Mitleid mit Stefanie, als diese vor ihrer Herrin her spazierend, das Zimmer verließ. Spazierend war allerdings die falsche Bezeichnung, es war eher ein Trippeln, denn ihr tat alles weh und ihr Arsch leuchtete wie der eines paarungswilligen Pavianweibchens.
Irene kümmerte sich indessen um seinen neuen KG, befühlte alle Ecken und Enden und war rundum zufrieden mit ihrem Kauf, was Thomas allerdings zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste. Dass es eine zukunftsträchtige Investition ihrerseits war, wusste er immer noch nicht, aber sie hatte ihn auch nicht erschrecken wollen. Achim, der mit seinen Schenkelbändern mehr als unglücklich war, stellte nach einer weiteren Getränkerunde die höchst sinnlose Frage, wann er sie den wieder abmachen könnte, da das Spiel ja schließlich vorbei sei. Er, wie die anderen auch, bekam dann mit Gluckslauten unterbrochen zur Antwort, dass es erstens kein Spiel gewesen sei, zweitens der Hauptpreis an den Verlierer ja noch gar nicht vergeben worden sei und drittens, dass er weder jetzt noch zu irgendeinem künftigen Zeitpunkt überhaupt etwas selbst abmachen würde.
Frank hatte bei den Worten „Hauptpreis an den Verlierer“ kurz die Luft angehalten, da er diesen Punkt glatt wieder verdrängt hatte, aber dann hatte er wohl schnell im Kopf zusammengerechnet, dass er es unmöglich sein würde. Etwas, was Thomas, der ein wenig langsamer in Kopfrechnen war und zudem durch seinen neuen KG stark abgelenkt war, nicht berechnete, nichtahnend, dass er da zu unschönen Ergebnissen gelangen würde.
Sabine hob das Glas uns sprach einen Toast aus, in etwa auf den schönen Abend, auf die Abende, die da kommen würden und auf den tapferen Verlierer – Thomas.
Er hatte sich, wie im Laufe des gesamten Abends, brav an die Gepflogenheiten gehalten und war aufgestanden, um das Cognacglas hochzuhalten. Das gemeine Quartett hatte das wohl kalkuliert, ebenso seinen bereits fortgeschrittenen Alkoholkonsum und die Tatsache, dass er in dem Moment überaus günstig zum Kamin stand. So kam es dann, dass der Inhalt des Schwenkers nicht in seinem Mund landete, sondern im hohen Bogen, als feiner Nebel auf den Großteil der Anwesenden herniederging. Sein Schrei kam, wie Blitz und Donner, zeitlich versetzt zu dem Zischlaut und dem Qualm, der von seiner linken Pobacke aufstieg. Das nächste was Thomas akustisch außer seinem eigenen Schreien vernahm, war das Zischen aus der Eisspraydose, deren Inhalt von Lisa großzügig über seinem Hinterteil verteilt wurde. Das Ergebnis sah er gerade vor sich, Irene war den Morgen über fleißig gewesen und hatte mehrere Detailbilder in sein Profil gestellt, das sie bei der Sklavenzentrale für sie und ihn eingerichtet hatte. Das abgebildete Kunstwerk war ihr persönliches Logo, dass sie seit ihrer frühesten Jugend dazu benutzt hatte, um Bücher, Vasen, Kleider und was auch immer ihres war, als solches zu kennzeichnen. Jetzt prangte es, noch immer schmerzhaft, auf ihm und er war auch durch diesen Umstand mehr als schockiert. Er hatte ein bisschen Pepp in die Beziehung bringen wollen und jetzt hatte es diese Ausmaße angenommen, dass er samstagnachts vor dem Laptop saß, sich sein SZ-Profil ansaß und komplett in einem Monstrum von KG verschlossen sich seinen schmerzhaften Allerwertesten rieb.
Thomas machte einen Abstecher in die Küche zum Gefrierschrank und fügte sich danach dem Unvermeidlichen, seinem inzwischen kaum überwindbaren Schlafbedürfnis. Der Sonntag brachte leichte Verbesserungen, die erste Woche im neuen KG – mit Halsring – brachte unzählige Momente voll höchster nervlicher Anspannung und der Freitag … . Der Freitag brachte etwas Unvorhergesehenes, abgesehen davon, dass es diesmal tatsächlich trocken blieb und der Sonnenschirm wie zu erwarten Feuchtigkeitsflecke aufwies. Diesmal spielten die Damen, die Herrinnen ihrer Schöpfungen, „Twister“. Bestraft wurde wieder nach jeder Runde und zwar die Zuschauer, die aus ihrer Sicht zu frech gegrinst hatten. Aber es gab auch einen Hauptpreis – Melanie.
Melanie war eine Zofe aus einem professionellen Studio, die aus nicht näher genannten Gründen, dort besser zwei Wochen abwesend sein sollte. Man nannte es euphemistisch Urlaub und die Gewinnerin des „Twister“-Wettbewerbs würde sie für diese Zeit haben dürfen. Vermutlich lag es daran, dass der Teppich diesmal auf dem trockenen Rasen, der die Konsistenz eines Golfgrüns hatte, ausgetragen wurde, dass sich die vier energischen Damen nichts schenkten. Eine halbe Stunde nach Spielende hatten sie dann endlich das Ergebnis so lange ausdiskutiert, dass Melanie wusste, wohin sie gehen würde. Frank und Achim, die sich zwischenzeitlich mit Einwürfen an dem Disput beteiligt hatten, wussten auch, wohin sie nach dem Grillen gehen würden, Sabine hatte einen als Kunstwerk getarnten Strafbock bereits zwei Tage zuvor in eine Gartenecke gestellt. Jedenfalls kam Melanie zu Irene und Thomas nach Hause und schien darüber sehr erfreut, da sie gehört hatte, dass Irene noch relativ neu wieder dabei war. Insgeheim hoffte sie, wirklich eine Art Urlaub machen zu können, aber da hatte Irene andere Pläne mit ihr. Sie hatte schon längst den Plan gefasst, dass Melanie ihr Wissen um das angemessene Zofendasein an Thomas weitergehen könnte, aber das war noch Zukunftsmusik. Sie alle hingegen genossen noch bis in die tiefe Nacht hinein das gemütliche Beisammensein auf der Terrasse, den Blick in die Sterne und der bzw. die ein oder andere auch den Blick auf das nächstliegende, z.B. auf die glitzernde Schrittkette unter Thomas´ luftigen Sommerkleidchen.

Ende


MfG
Matt




[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von MattBeam am 19.04.09 um 00:12 geändert
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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:20.04.09 20:59 IP: gespeichert Moderator melden


Spielfrei – Der Geburtstagsstrip

Thomas feierte seinen 25. Geburtstag relativ groß im erweiterten Freundeskreis, sogar seine Vereinskollegen aus der unteren Bezirksliga waren fast vollzählig da. Sie sahen das auch als eine Art Abschiedsparty, da Thomas mit dem zurückliegenden Saisonende auch seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte. Die Party lief gut, abgesehen davon, dass sich Thomas hier und da mal gezielt in den Schritt fassen musste, da er immer noch Birgits Valentinsgeschenk trug, schließlich stand er nicht auf dem Platz. Sie hatte ihm einen pinken Plastik-KG geschenkt und es geschafft – mit Ausnahme der Fußballtrainings und der Pokalspiele, dass Thomas ihn sonst ständig trug. Ihrer Ansicht nach hatte er sie ja förmlich darum angebettelt, wenn auch er das – offiziell – anders darstellte, als habe er das noch nicht einmal im Entferntesten angedeutet. Nun gut, es war sein großer Geburtstag und schließlich war sie kein Unmensch – offiziell. Gegen kurz vor elf gab sie ihm gezielt einen Kuss und meinte, er bekäme jetzt sein Geburtstagsgeschenk von ihr. Thomas war gespannt und noch mehr sogar, als Birgit plötzlich die Musik runter drehte und um Aufmerksamkeit bat. Sie, so sprach sie, nachdem ihr alle zuhörten, und ein paar Spielerfrauen, wie sie sie titulierte, hätten zusammengelegt und ihren Männern zum bevorstehenden Pokalgewinn eine Überraschung der besonderen Art organisiert. Musik setzte ein und irgendwo schlug ein Bierglas krachend auf den Boden auf. Drei wunderhübsche Frauen um die Zwanzig kamen katzengleich zur Tür herein und elektrisierten die Männer bereits beim ersten Anblick durch ihre spärliche Bekleidung. Sie bahnten sich ohne Mühe ihren Weg in die hintere linke Ecke des Raumes, in der schon den ganzen Abend drei Stangen standen. Bis zu diesem Augenblick waren sie als Stehtische getarnt, aber die Platten wurden durch einen Helfer, den Fahrer bzw. den sogenannten Manager des Trios, just in diesem Moment schon entfernt. Damit war nun sicherlich dem und der letzten Anwenden klar, dass das ein professionelles Table-Dance-Trio war, was die nächste halbe Stunde performen sollte.
Thomas und die Fußballerkollegen waren außer sich vor Begeisterung, vor allem die Junggesellen unter den Spielern, wovon es einige gab. Diejenigen, die in Begleitung dar waren, hatten nach dem Auftritt alle Hände voll zu tun, angeblich aufkommende Risse in der Beziehung umgehend zu beheben. Natürlich war das Blödsinn, aber das gehörte – aus Sicht der Frauen – einfach dazu.
Die letzten, die sich mit der Verlagerung der Reparaturversuche von der Tanzfläche in andere Gefilde Zeit ließen, verließen gegen halb vier die Party. Und so kam es, dass Thomas um Vier glückselig neben Birgit einschlief. Vermutlich hatte dazu auch beigetragen, dass ihn Birgit aus seinem Plastik-KG befreit und sich selbst eine Runde mit ihm gegönnt hatte. Gegen Mittag wurden sie wieder munter und Thomas war glücklicher denn je, denn seine Morgenlatte schmerzte ausnahmsweise nicht. Völlig sprachlos war er, als sich Birgit erneut über ihn hermachte, wenn auch, wie sie sagte, nur als präventive Maßnahme – was er jedoch nicht verstand.
Als sie danach frisch geduscht und in ebensolchen Klamotten in die Tenne kamen, wussten sie, mit was sie sich den restlichen Tag befassen durften. Der Anhänger mit dem Bier, der Musik- und Zapfanlage sowie dem Partymobiliar würde gegen 18 Uhr abgeholt werden, der Rest bedurfte eines Besens bzw. eines Hochdruckreinigers. Thomas Blick in die Gogo-Ecke machte ihn jedoch stutzig, da von den drei Stangen die mittlere samt Tischmechanik, auf der ein großes Paket lag, stehen geblieben war, obwohl der selbsternannte Manager nach dem Auftritt alles penibel eingesammelt hatte. Seine Frage, wieso da plötzlich wieder diese Stange stünde, beantwortete Birgit mit einem Lachen. Sie wickelte gerade den Schlauch vom Hochdruckreiniger ab, obwohl es Thomas‘ Meinung nach, dazu noch zu früh war. Sie antwortet ihm, das habe schon seine Richtigkeit und er solle noch das Paket, ihr Geburtstagsgeschenk für ihn, aufmachen. Thomas war verdutzt, da er von ihr bereits eine Kleinigkeit und den phantastischen Auftritt geschenkt bekommen hatte. Mit einem Danke begann er das Paket zu öffnen und erblickte – feinste Wäsche, Pumps und zu guter Letzt einen Herren-KG. Seinen sprachlosen Blick kommentierte sie mit dem Hinweis, dass, die ebenso die Stange mit dem Tisch Teil des Geschenks sei, das er nun doch mal anprobieren solle. Thomas war wie vor den Kopf gestoßen, sein bestes Stück hingegen begann sich wieder zu regen, was so gar nicht mit seinem Kopfschütteln in Einklang bringen ließ. Als er Birgit dann anblickte und immer noch den Kopf schüttelte, drückte sie den Anlasser des landwirtschaftlichen Reinigers und richtete die mannshohe Lanze auf seinen Lendenbereich. Ihre funkelnden Augen, ihr gerauntes ‚Sofort und zwar alles‘ verbunden mit dem feinen Sprühnebel, der immer dann entstand, wenn jemand den Abzug nur leicht betätigte, überzeugten Thomas, dass er sich wohl besser fügen sollte. Es dauerte und dauerte, bis er, noch immer leicht beschwipst, alle alten Klamotten aus und dann alle Inhalte der Kiste in der richtigen Reihenfolge wieder an hatte. Im groben entsprach dies dem Outfit der blonden Gogo-Tänzerin, wenn man den KG, die Schenkelringe und das Schrittband, sowie die kleinen Vorhängeschlösser an den Pumps außen vor nahm. Am meisten hatte er mit seiner Erregung zu kämpfen gehabt, bei der ihm auch Birgit nicht hatte helfen können oder wollen. Als er endlich alles dran hatte, war er erregter und peinlicher berührt als zuvor und lief unter Birgits breitem Grinsen sogar rot an. Aber sie legte nur die Lanze zur Seite, griff im zärtlich in den Schritt und gab ihm einen Kuss. Das würde ab sofort sein Trikot fürs Wochenende und er würde künftig an seinen spielfreien Tagen nur noch für sie da sein und an der Stange für sie Strippen. Aber jetzt und bevor er abends seinen Spaß an der Stange haben könne, solle er als gute Stripperin und ihre zukünftige persönliche Maid erst einmal den ganzen Kram aufräumen. Und wenn, so stellte sie ihm in Aussicht, er sich dabei anstrengen würde, so dass sie abends noch vor dem Hauptfilm entspannt in die Wanne könne, dann würde sie auch die Rückgabe der Partysachen übernehmen. Thomas überkam ein Schauer, was sie gleichzeitig mit dem „Wenn nicht“ andeutete … und legte sofort kräftig los. Frauen und Andeutungen – irgendwie war dieses Missverhältnis sein Schicksal.

Ende

MfG
Matt

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  RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists) Datum:20.04.09 22:56 IP: gespeichert Moderator melden


MattBeam, deine Partys sind immer für Überraschungen gut. Tolle short storys mit sehr viel Kopfkinopotential.
Aber damit du nicht abhebst auch ein bisschen Kritik: Dein twisted twsiter wäre mit ein paar mehr Absätzen besser zu lesen gewesen. (Was für ein Deutsch, aber ich lass es so stehen.)

LG Zauberdrachen
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