Restriktive Foren

Thema:
eröffnet von Neuschreiber63 am 09.07.24 20:23
letzter Beitrag von Neuschreiber63 am 04.04.25 21:48

1. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 09.07.24 20:23

Guten Abend,
ich bin gerade dabei, nochmals eine kleine historische Geschichte zu schreiben, auch wenn meine letzte jetzt nicht soooo toll anzukommen scheint...
Die Geschichte ist zwar noch nicht ganz fertig, aber schon sehr weit gediegen.
Daher poste ich einfach mal einen kleinen teaser, mal sehen, ob noch Interesse an einem zweiten Historienschinken besteht...
Grüße
Neuschreiber
2. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 09.07.24 20:24

Inhaltsverzeichnis

Sansibar
O. Prolog
1. Rückblick
2. Verkauft
3. Ein Brief für die Freiheit?
4. Warten in Gefangenschaft
5. Eine heiße Kartoffel
6. Die da!

Auf See
7. Reise ins Ungewisse
8. Tage auf See
9. Land in Sicht

Ilha de Mocambique
10. Ankunft in einem unbekannten Hafen
11. Ein Geschenk? (Teil 1)
12. Ein Geschenk? (Teil 2)
13. Jeronimo und der Raum am Ende des Ganges
14. Jeronimo, Teil 2
15. Ein unzüchtiges Gewand
15a. Der Stuhlkreis
16. Ein schreckliches Abendessen, Teil 1: Ein unanständiger Tanz
17. Ein schreckliches Abendessen, Teil 2: die zweite Chance
18. Das Ende des schrecklichen Abends
19. Das letzte Puzzleteil, Teil 1
20. Das letzte Puzzleteil, Teil 2
21. Der erste Arbeitstag im Palast, Teil 1: Eine demütigende Inspektion
22. Der erste Arbeitstag im Palast, Teil 2: Ein unverständliches Gespräch
23. Die Übungsstunde
24. Die zweite Tanzaufführung, Teil 1
25. Die zweite Tanzaufführung, Teil 2
26. Ein Hoffnungsschimmer
27. Traurige Erzählungen
28. Nächtliche Demütigungen und ein Hoffnungsschimmer, Teil 2
29. Der Bischof als Retter in der Not?
...
43. Bin ich...
Ende.

O. Prolog

In dieser Geschichte will ich erzählen, wie es mit Isabella aus meiner zweite Geschichte „Auswanderin unter Kontrolle“ weitergeht.

Die Geschichte spielt im 18. Jahrhundert, genauer gesagt im Jahr 1724, in einer Zeit, als es in Amerika, Afrika, Arabien, Südasien und vielen anderen Regionen auf der Welt noch Sklaverei gab.
In besagter Geschichte geht es um eine junge Frau, Clara, aus Hannover, welche mit ihrer Familie nach Batavia, einer niederländischen Kolonie in Ostindien (das heutige Jakarta in Indonesien) auswandern will. Dazu buchen sie eine Seereise von Amsterdam nach Batavia. Auf dem Schiff trifft sie eine etwa gleichaltrige junge Frau, Isabella, aus den Niederlanden. Sie war zur Genesung in den Niederlanden und will zurück zu ihrem Ehemann nach Ostindien.

Die beiden werden gute Freudinnen, haben sie doch beide ihr altes Leben in Europa hinter sich gelassen um ein neues im fernen Ostindien zu beginnen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rney-1088561876
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...iz-2-1104105697
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...oast-1089097510
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...mina-1111822669
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...mina-1108607891
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...oard-1108566984

Ihr Schiff wird jedoch vor der Küste des heutigen Mosambik (Ostafrika) von Piraten überfallen und Isabella, Clara und alle anderen Passagiere werden nach Sansibar (heute Tansania, damals arabisch beherrscht) verschleppt und dort als Sklaven verkauft.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tack-1089693740
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...aved-1097508291
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ar-2-1105237907

Auf dem Sklavenmarkt in Sansibar trennen sich Claras und Isabellas Wege (Kapitel 9 von „Auswanderin und Kontrolle“).

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ibar-1089614056
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ll-1-1097822083
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ll-2-1097821994

Clara wird von einem arabischen Sklavenhändler gekauft und in eine ungewisse Zukunft weggeführt.
Isabella bleibt gefesselt in der Steinhalle zurück.

Hier beginnt diese neue Geschichte.
3. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 09.07.24 21:07

1. Rückblick


Ich habe schon viele Bilder von der Hölle gesehen. Menschen, Männer, Frauen und Kinder steckten in Kesseln mit heißem Wasser, Teufel mit Dreiecken trieben sie dort hinein und bewachten sie.

Sie lagen alle falsch.

Die Hölle sieht anders aus. In etwa wie eine kahle Steinhalle.

Und die Teufel halten keinen Dreizack, sondern Gewehre, Stöcke und Peitschen.

Man musste auch nicht sterben, um in die Hölle zu kommen.

Es genügte, eine Seereise nach Ostindien anzutreten.

Denn die Hölle, sie ist nicht irgendwo tief unter uns oder in einer anderen Dimension, es gibt sie hier auf Erden, in Sansibar. Und vermutlich vielen anderen Orten hier auf unserem Planeten.
Manche durften diese Hölle auf Erden schon zu Lebzeiten erfahren. So wie ich. Und Clara. Und all die anderen, welche das Pech gehabt hatten, auf dem Schiff zu sein, das vor Lydsaamheid gekapert wurde.


Natürlich wusste ich, dass diese Reise nicht ungefährlich war. Bereits als ich das erste Mal den weiten Weg von Amsterdam nach Batavia auf mich genommen hatte, hatten Reisende von Piraten erzählt, welche Schiffe überfielen. Die Reichtümer, die von Ostindien, China, Indien und anderswo in Asien nach Europa gebracht wurden, hatten sich schnell herumgesprochen und so zwielichtige Gestalten in den Indischen Ozean gelockt. Dazu kamen noch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Arabern, Portugiesen, Niederländer, Engländern und Franzosen. Nein, sicher war dieser Seeweg auf keinen Fall. Und doch der einzige, der nach Batavia führte. Dorthin, wo mein Mann Mats inzwischen ein kleines Handelsunternehmen aufgebaut hatte und mit gerade einmal 30 Jahren bereits einen gewissen Wohlstand erlangt hatte.
Sonst hätte er mich auch kaum zur ärztlichen Behandlung zurück in die Niederlande schicken können, kaum waren wir in Ostindien angekommen.

Das Schicksal hatte es nicht besonders gut mit mir gemeint.



Dabei hatte eigentlich alles ganz gut begonnen.

Meine Familie hatte einen guten Mann für mich gefunden, Mats, einen Niederländer, der vor 8 Jahren nach Batavia ausgewandert und dort erfolgreich ein kleines Handelsunternehmen aufgebaut hatte. Meine Familie war nicht reich, aber auch wohlangesehen in Amsterdam und so war wohl auch Mats der Meinung gewesen, dass ich eine gute Partie für ihn war. Als Mats dann vor drei Jahren wieder seine Heimat besucht hatte, hatten unsere Familien die Hochzeit organisiert. Da war ich gerade zarte neunzehn Jahre alt gewesen, was aber durchaus ein gutes Alter zum Heiraten war. Ich war auch nicht unglücklich über die Hochzeit, Mats war ein charmanter und hübscher junger Mann. Auch wenn ich eigentlich nicht weg aus Amsterdam wollte, so war ich doch gespannt auf das neue Leben mit Mats in diesem fernen Ostindien gewesen. Mats hatte oft von den Möglichkeiten dort geschwärmt, die so viel größer waren als in den kleinen Niederlanden.

So reiste ich nach der Hochzeit zusammen mit Mats in unsere neue Heimat, Batavia.

Ich war heil froh gewesen, nach der monatelangen anstrengenden und gefährlichen Reise endlich meine neue Heimat Ostindien zu erreichen. Mein Mann besaß dort tatsächlich ein großes Haus und ein Sklave und zwei Sklavinnen kümmerten sich um den Haushalt.

Mein Mann war die meiste Zeit unterwegs und meine Aufgabe bestand im Wesentlichen nur darin, unsere drei Sklaven zu beaufsichtigen. Daneben half ich auch ein wenig in seinem Unternehmen mit.
Sicherlich gab es schlimmere Schicksale. Wirklich ausgelastet war ich nicht und mein Mann kam auch erst immer spät nach Hause. So hatte ich auch Zeit, mich mit anderen niederländischen Frauen, denen es ähnlich ging, auf eine Tasse Tee zu treffen. Es gab wirklich ausgezeichneten Tee dort.
Auch wenn wir uns nicht so oft sahen, meist nur am Abend und nachts, so waren wir doch glücklich miteinander.



Doch dann verließ mich mein Glück.

Ich war gerade erst seit ein paar Monaten in Batavia, dann wurde ich krank, schwer krank. Ganz genau konnte mir das niemand sagen, aber vermutlich handelte es sich um eine Tropenkrankheit, der schon viele Europäer in Ostasien zum Opfer gefallen waren. Man nannte sie wohl „Malaria“. Zum Glück erholte ich mich wieder einigermaßen, das war alles andere als selbstverständlich. Dennoch empfahlen mir die Ärzte, erst einmal zurück nach Amsterdam zu reisen und mich dort auszukurieren. Eine erneute Ansteckung in Batavia hätte ich eventuell nicht überlebt.

Mein Mann war nicht gerade begeistert gewesen, aber die Sorge um mich war wohl doch so groß, dass er der Empfehlung der Ärzte zustimmte. So konnte ich dann auch gleich einige Waren mit nach Europa nehmen und ihm im Rückweg ein paar Dinge aus den Niederlanden mitbringen. Wir schätzten, dass es etwa 1 1/2 Jahre dauern würde, bis wir uns wiedersehen könnten, als wir uns am Hafen von Batavia verabschiedet hatten, damals im Oktober 1722.

Nun waren es bereits fast zwei Jahre geworden, es hatte doch etwas länger gedauert, bis ich mich vollständig von meiner Krankheit erholt hatte. Aber letztlich hatte ich mich doch mit einer Mischung aus Anspannung von Vorfreude auf ein Wiedersehen im März 1724 in Amsterdam eingeschifft.

Ich muss aber doch zugeben, dass ich mehr als einmal mit dem Gedanken gespielt hatte, in den Niederlanden zu bleiben. Das Leben in Ostindien war nicht unangenehm gewesen, aber irgendwie war Ostindien halt doch nicht die Heimat, wir Niederländer waren dort nur eine kleine Minderheit in einem Völkergemisch aus Chinesen, Indern und Einheimischen. Gerade mit den Chinesen gab es auch immer wieder Streitigkeiten, die oft blutig endeten. Dazu kamen die Krankheiten, von denen mich eine auch bereits erwischt hatte. Nein, ein Paradies war auch Batavia nicht. Dazu kam die lange, anstrengende und gefährliche Reise. Meine Familie war nicht reich, aber doch wohlhabend genug gewesen, dass ich auch in meiner Heimat nicht verhungern musste. Jedoch, ich hatte dem Bund der Ehe zugestimmt und so war es meine Verpflichtung, nun zu meinem Mann zurückzukehren. Daran ließ auch meine Familie keinen Zweifel, als ich sie ganz vorsichtig eines Tages darauf angesprochen hatte, ob ich nicht vielleicht doch in Amsterdam bleiben konnte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ther-1090731251

Vermutlich hätte es unserer Familie in Amsterdam große Schande eingebracht, wenn ich mich meinen ehelichen Verpflichtungen dadurch entzogen hätte, dass ich nicht mehr nach Batavia zurückgekehrt wäre.



Das alles war Vergangenheit.

Ich war in Amsterdam auf dieses Schiff gegangen, welches dann von den arabischen Piraten überfallen worden war.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rbor-1089981063
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rbor-1089981318

Nun stand ich hier in einer Steinhalle in Sansibar.

Viele meiner Mitreisenden waren bereits verschwunden. Auch Clara, eine junge Frau aus Hannover war vor ein paar Minuten von einem arabischen Sklavenhändler gekauft und mitgenommen worden. Zumindest musste sie nicht weiter hier in dieser Hölle auf Erden stehen. Allerdings erwartete sie wohl eine neue Hölle als Sklavin, irgendwo in Arabien.

Der Piratenhauptmann hatte mir gesagt, dass ich gute Chancen hätte, nicht wie Clara in die Sklaverei verkauft zu werden, sondern gegen ein Lösegeld freigekauft zu werden. Denn Niederländer hatten Geld, das hatte sich anscheinend bis nach Ostafrika herumgesprochen.

Aber ob es so kommen würde?


Momentan blieb mir nichts Anderes übrig als zu warten und diesen Horror zu ertragen.

Meine Hände waren mit Handschellen in schmerzhafter Position an den Eisenring gefesselt, den mir die Piraten nach dem Überfall um den Hals geschlossen hatten. Damit nicht genug war der Eisenring um meinen Hals mit einer Kette mit der Wand verbunden, so dass ich mich nicht von dieser wegbewegen konnte, selbst wenn die Piraten mich für einen Moment aus den Augen ließen.

Kleider hatte ich auch nicht mehr an, diese lagen gegenüber von mir auf dem Boden, nur zwei Meter vor mir und doch unerreichbar.

Ich war gezwungen, allen Männern, welche die Steinhalle betraten, meinen nackten Körper zu präsentieren.

Es sah auch so aus, dass sich viele Männer für mich und meinen nackten Körper interessierten. Viele Männer berührten mich auf obszöne Weise dort, wo mich außer meinem Mann niemand zu berühren hatte. So behandelte man doch keine junge Dame.

Leider konnte man mich kaum mehr als solche bezeichnen. In Batavia war ich eine Dame gewesen, die Frau eines durchaus wohlhabenden Händlers. Aber hier in dieser Steinhalle war ich nicht mehr als eine Sklavin. Mir schauderte.

Auch die vielen Männer, schwarze und braune, Araber, aber auch ein paar Afrikaner und Inder sahen in mir anscheinend keine Dame mehr, sondern eine Ware, die zum Verkauf stand.

Und das war ich auch, das war leider die harte Realität.

Wer mich wohl kaufen würde?

Irgendjemand, der ein Lösegeld für mich erpressen würde?
Oder doch jemand der mich als seine Sklavin halten wollte?
Würde ich Batavia und meinen Mann irgendwann wiedersehen?
Oder stand mir so wie Clara ein Leben als Sklavin in Arabien bevor?

4. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 09.07.24 21:09


Soweit fürs erste.
Ihr könnt mir gerne Bescheid geben, ob diese kleine Historiengeschichte noch fortgesetzt werden soll.
5. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von jonnyf am 10.07.24 09:55

Hallo Neuschreiber63,

ich wünsche mir eine Fortsetzung dieser Geschichte.
Der Anfang macht Lust auf mehr.

Grüße
jonny
6. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von powo01 am 10.07.24 10:26

Hallo, von mir aus darfst du gerne weiter machen
7. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Figo am 10.07.24 11:28

Ich finde den Start erstmal ganz interessant.

Die Situation einer ungeschützen nacken Frau, die zur Schau/Verkauf gestellt wird, spricht mich auf erotischer Ebene durchaus an.

Ich finde gut, dass du versucht hast ein wenig deinen Schreibstil auf den einer Dame im historischen Kontext anzupassen (oder zumindest so, wie ich mir das in etwa vorstelle. Ich hab jetzt noch nicht allzu viele historische Romane gelesen.)

Auch toll auch, dass es offensichtlich schon eine abgeschlossene Schwestergeschichte gibt, in die ich mich mal einlesen kann. Das werde ich auf jeden Fall machen

Irgendwas soll man ja als Verbesserungsvorschlag mit auf den Weg geben, daher:

Der Plot ist großteilig doppelt erzählt. Ich würde mich entscheiden, entweder zur Einleitung unter der Legende so eine kleine Einführung zu schreiben, oder die Protagonistin diese in Teil 1 erzählen zu lassen. Wenn man unbedingt möchte, dass alles das Szenario nochmal in Ich-Perspektive erzählt wird (was ich aus damaturgischen Gründen verstehen kann), würde ich das eher als Rückblick zur Auffrischung in spätere Teile einbauen, da ja beim episodenhaften Lesen immer was verloren geht.
8. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 10.07.24 13:28

@jonnyf:
Danke für die Motivationshilfe .
Da kommt auch noch mehr...



@Powo01:
Freut mich, wenn Du wieder an Bord bist. Der zweite Teil der erste Auswanderer-Geschichte scheint Dir ja nicht mehr so zugesagt zu haben.
Könnte mir tatsächlich gut vorstellen, dass Dir diese Geschichte wieder mehr zusagt.

Diesmal kein Tipp, was passieren wird?
(wobei ich auch nicht weiß, ob ich es gut fände, wenn Du wieder die halbe Geschichte verrätst…)



@Figo
Freut mich, wenn ich einen neuen Leser gewonnen habe, noch dazu einen, der selbst schöne Geschichten schreibt

Mit der Doppelung hast Du natürlich Recht.
Der Prolog war allerdings als Einführung für diejenigen gedacht, welche die „Schwestergeschichte“ nicht gelesen haben. Also mehr oder weniger als Zusammenfassung der ersten 8 Kapitel der anderen Geschichte, damit niemand gezwungen ist, diese zu lesen.

Die eigentliche Geschichte beginnt dann mit dem 1. Kapitel (logischerweise…).

Die beiden Geschichten kann man sich als eine Gabel vorstellen, bis zum Kapitel 8 sind diese gleich, danach gibt es zwei Wege. Die ganze Seereise von Amsterdam nach Sansibar (sozusagen den Stiel der Gabel) aus Isabellas Sicht nochmals zu erzählen, wäre aber langweilig und voller Wiederholungen, drum bin ich nach der kurzen Einführung direkt „in medias res“, an der Gabelung, eingestiegen.

Die andere Geschichte ist noch nicht ganz abgeschlossen, allerdings gibt es keine Berührungspunkte mehr zwischen diesen, Isabella kommt nicht nach Al Kharsun, soviel sei verraten.
Heute würden die Freundinnen vielleicht per whatsApp oder Instagram in Kontakt bleiben, damals war das eher schwierig… Daher werden Isabella und Clara auch nicht mehr erfahren, was mit der jeweils anderen passiert, nachdem sich ihre Wege in Sansibar getrennt haben. Damit sind auch die beiden Geschichten unabhängig voneinander.

Die Demütigung, nackt als Sklavin verkauft zu werden, habe ich bereits recht ausführlich in der anderen Geschichte in mehreren Kapiteln beschrieben (z.B. Kapitel 7, 8, 16-18, 21a, 22), daher habe ich das hier relativ kurzgehalten um nicht das gleiche nochmals zu erzählen.

Auf Isabella werden andere Demütigungen zukommen, auch das sei verraten…
9. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 17.07.24 06:30

2. Verkauft


Es wären unterschiedlichste Personen – allerdings ausschließlich Männer -, welche mich begutachten.
Schwarze Afrikaner, Inder, aber vor allem Araber. Der Sklavenhandel hier auf Sansibar schien fest in ihrer Hand zu sein, die Afrikaner und Inder waren eher die Ausnahme. Manche der Interessenten schienen ausschließlich an meinem Körper interessiert zu sein und begrapschten mich schamlos. Anderen schien ein gewinnbringendes Geschäft wichtiger zu sein.

So auch einem älteren arabischen Herrn, der zu mir kam und mich in schlechtem Englisch fragte:
„Do you have money? Do your family have money? “

Natürlich war mir klar, worauf er hinauswollte. Er wollte wissen, ob er für mich ein Lösegeld bekommen würde. Ein Lösegeld, das höher war als der Preis, den die Piraten für mich verlangten.

Ich überlegte. Konnte ich es meiner Familie zuhause in den Niederlanden oder meinem Mann in Batavia antun, dass sie ein Lösegeld für mich zahlten?

Meine Familie zuhause in Amsterdam hatte nicht viel Geld, daher hatte ich Zweifel, ob diese die geforderte Summe überhaupt aufbringen konnten. Sie hatten ja auch erst vor drei Jahren eine nicht ganz kleine Mitgift an Mats bezahlt. Und letztes Jahr hatten sie eine weitere Mitgift für meine kleine Schwester bezahlt. Nach allem, was ich in der letzten Stunde erleben musste, ging ich davon aus, dass die Piraten eine hohe Summe für mich forderten. Sowohl bei mir als auch bei Clara hatten sich viele „Interessenten“ wieder abgewendet, weil ihnen der geforderte Preis anscheinend zu hoch gewesen war. Also müsste jemand, der mich kaufen würde, auch ein hohes Lösegeld für mich fordern müssen. Gut möglich, dass meine Familie die Summe gar nicht aufbringen konnte, selbst wenn sie es wollte.

Meinem Mann in Batavia war dies wohl eher möglich. Sein Unternehmen dort lief nicht schlecht und er gehörte zu den wenigen Glücklichen, welchen der Ostasienhandel Wohlstand eingebracht.

Allerdings war mein Mann Mats bereits nicht glücklich gewesen, dass er die teure Schiffsreise für mich zurück nach Amsterdam bezahlen musste. Dabei hatte ich den größten Teil des Preises für die Reise sogar wieder reinverdient, indem ich ein paar Waren, vor allem Gewürze, mit nach Amsterdam genommen hatte und diese dort gewinnbringend verkauft hatte. Begeistert war er trotzdem nicht gewesen, so hatte er sich seine Ehe wohl nicht vorgestellt.

Und nun würde er statt seiner Gattin einen Brief mit einer Lösegeldforderung erhalten. Glücklich würde er darüber bestimmt nicht sein. Und all das Geld, das ich für die Gewürze in Amsterdam bekommen hatte, war natürlich genauso weg wie die Dinge, welche ich in den Niederlanden für Batavia gekauft hatte. All diese hatten sich die Piraten unter den Nagel gerissen. Bestimmt würde ihn auch das nicht erfreuen.

Aber was sollte ich machen? Ich hatte mich ja nicht freiwillig mit der Tropenkrankheit angesteckt, welche mich fast das Leben gekostet hätte. Und genauso wenig war es meine Wahl gewesen, von Piraten entführt zu werden und nun nackt hier in dieser Hölle auf Sansibar zu stehen.

Was also sollte ich anderes tun als zu hoffen, dass mein Mann erneut für mich tief in Tasche greifen würde.

Die Alternative kannte ich. Mit Schrecken erinnerte ich mich, wie Clara vor ein paar Minuten von einem arabischen Sklavenhändler gekauft und weggeführt wurde. Eine lange Seereise hinauf nach Arabien stand ihr bevor, um dort weiterverkauft zu werden. Eine Reise vermutlich ohne Wiederkehr.

Dieses schreckliche Schicksal drohte auch mir, wenn niemand für mich ein Lösegeld zahlen würde.

Ein Schicksal als Sklavin, vermutlich als Sklavin irgendeines reichen Herren in Arabien.

Was für eine Horrorvorstellung.

Das wollte ich auf keinen Fall.

So antwortete ich dem Araber:
„Ja, mein Mann hat ein kleines Unternehmen in Batavia und er hat auch ein wenig Geld.“

Der ältere Herr war anscheinend zufrieden:
„That is good. So, I will buy you. “

Tatsächlich fing der ältere Araber mit dem Piratenhauptmann zu Verhandeln an.

Es wurden zähe Verhandlungen, von denen ich nichts verstand. Mehr als einmal dachte ich, dass die Verhandlungen an den unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert wären. Aber dann begannen sie doch wieder von neuem und irgendwann, ja irgendwann waren sich die Männer doch handelseinig geworden.

Ein Säckchen mit Münzen wechselte seinen Besitzer und mir war klar, dass ich soeben verkauft worden war.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-too-1098736441

Verkauft an den älteren Herren, welcher für mich ein Lösegeld fordern würde.

Was für ein schrecklicher Tag.

Aber vermutlich immer noch das kleinere Übel als wie Clara nach Arabien gebracht und dann dort als Sklavin verkauft zu werden.

Im Gegenzug zu dem Säckchen gab der Piratenanführer dem Araber den Schlüssel zu dem Vorhängeschloss, welches mich mit dem Ring an er Wand verband.


Er kette mich jedoch nicht los, sondern steckte den Schlüssel in seine Tasche und ging weiter, um noch weitere Gefangene zu befragen, ob sie bzw. ihre Familie Geld hätten.

Stattdessen kam der Piratenanführer zu mir und malte mir weitere Zeichen auf die Stirn.
Mit einem Grinsen im Gesicht teilte er mir mit: „Das heißt verkauft.“

Ich schämte mich und hätte die Zeichen am liebsten sofort weggewischt. Wenn ich es denn irgendwie gekonnt hätte.

Zumindest entfernte der Piratenhauptmann danach die Kette zwischen meinen Handschellen und dem Halseisen, so dass ich meine Hände wieder herunternehmen und meine Scham bedeckten konnte.
Immerhin.

Das war auch bitter nötig, denn immer noch kamen Männer vorbei und betrachteten mich, wie ich gefesselt an der Wand stand. Sie schienen nicht sehr erfreut, dass ich meine Blößen so gut es ging mit meinen Händen bedeckte. Aber nachdem sie die Zeichen auf meiner Stirn gesehen hatten, gingen sie wortlos weiter zu den anderen Frauen, welche noch zum Verkauf standen.


Schreckliche weiter Minuten vergingen. Langsam lichteten sich die Reihen. Immer mehr Gefangene wurden verkauft, die meisten an arabische Männer, nur bei drei oder vier Frauen kamen die Inder zum Zug. Die schwarzen Afrikaner hatten dagegen irgendwann die Halle verlassen, nachdem sie gemerkt hatten, dass der Piratenhauptmann andere Preisvorstellungen als sie hatte. Allerdings verließen sie die Halle nicht, ohne den Piraten nochmals übelst zu beschimpfen. Dieser grinste jedoch nur genüsslich, es schien ihm egal zu sein, was die schwarzen Männer über ihn dachten. Für ihn liefen die Geschäfte nach allem, was ich sehen konnte, hervorragend.


Irgendwann kam auch der ältere Araber wieder vorbei, mein neuer Besitzer, wie ich mit einem Schaudern feststellen musste. Er hatte nunmehr zwei junge Männer im Schlepptau, vielleicht seine Söhne. Und diese zogen wiederum an einer Kette zwei Frauen hinter sich her. Ich kannte die beiden, es waren Niederländerinnen, Antje und Lieke, beide ein paar Jahre älter als ich, vielleicht Mitte 30. Wie ich waren auch sie auf Heimatbesuch in den Niederlanden gewesen und wollten nun zurück zu ihren Ehemännern in Batavia. Wollten.


Anscheinend hoffte der ältere Araber auch bei ihnen, dass ihre Ehemänner in Batavia ein Lösegeld für sie zahlten.

Sodann öffnete mein neuer Besitzer das Schloss, das mich mit der Wand verband, und übergab die Kette zu meinem Halseisen an einen der jüngeren Männer. Auch durfte ich wieder mein Kleid anziehen, was für eine Wohltat. Die beiden jüngeren Männer hatten durchaus auch einen interessierten Blick auf meinen nackten Körper geworfen und schienen fast ein wenig enttäuscht, dass ich nun mein Kleid wieder anhatte.


Dann zogen die zwei jungen Männer uns aus der Halle hinaus auf die Straße. Hier draußen war es wieder sehr heiß, vor allem in der Sonne. Im Schatten ging es noch einigermaßen.

Die Männer führten uns drei über den Marktplatz. Dort standen ein paar Palmen herum und auf der einen Seite des Marktplatzes konnte ich eine große Moschee sehen. Viele Leute sahen uns dabei zu, wie wir gefesselt über den Platz gezogen wurden. Wiederum machte niemand auch nur die geringsten Anstalten, uns zu helfen. Auch in dieser Stadt schien es viele Sklaven zu geben, ich sah jedoch ausschließlich afrikanische. Abgesehen von Lieke und Antje. Und mir selbst. Hinter dem Marktplatz führten uns die Männer in das Gassengewirr Sansibars, in dem ich schnell die Orientierung verlor.

Irgendwann hielten wir vor einem Grundstück, das von einer bestimmt drei Meter hohen Mauer umgeben war. Einer der Männer öffnete eine Tür und zog uns hinein. Wir standen in einem Innenhof. Links von uns konnte ich ein hübsches Haus im arabischen Stil erkennen, rechts von uns ein eher heruntergekommen aussehendes Gebäude.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ibar-1091374074

Meine Befürchtung, dass wir nicht nach links, sondern nach rechts gehen mussten, bestätigte sich auch schnell. Einer der Männer öffnete mit einem Schlüssel die Tür zu dem Gebäude und führte uns hinein.

Schnell musste ich erkennen, dass dies hier ein kleines Gefängnis war. Es gab eine kleine Küche und einen größeren Vorraum, in dem ein alter Tisch und ein paar wackelige Stühle standen. Hinter dem Vorraum lagen aber auch fünf kleinere Räume, welche durch ein Gitter verschlossen waren. Gefängniszellen, das sah man auf den ersten Blick.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ison-1091885182

Diese waren auch nicht besonders groß, vielleicht 4 auf 3 Meter, darin lagen ein paar alte Matratzen, ein paar Kissen und ein Nachttopf. In der ganz rechten Zelle saßen zwei Afrikanerinnen, die anderen vier Zellen waren leer.

Jedenfalls noch, denn die beiden Männer zogen uns unsanft zu der Zelle neben den Afrikanerinnen. Sie lösten die Kette von unseren Halseisen und befahlen uns dann hineinzugehen. Ohne Widerstand folgten wir diesem Befehl. Den Eisenring um unseren Hals entfernten sie jedoch ebenso wenig wie die Eisenschellen an unseren beiden Händen. Ich hätte nicht gewusst, wofür wir in dieser Zelle auch noch diese Fesseln tragen mussten. Die Männer machten jedoch keine Anstalten, uns diese abzunehmen.

Auch in Batavia war es durchaus so gewesen, dass man widerspenstigen Sklaven derartige Schellen nicht abnahm, um sie schnell wieder fesseln zu können. Aber weder hatten wir Widerstand geleistet noch hätte ich gewusst, warum man uns in nächster Zeit noch fesseln sollte. Meine Meinung interessierte die jungen Männer aber vermutlich nicht im Geringsten.

Dann schlossen die Männer wortlos das Gitter und sperrten uns so in der kleinen Zelle ein.

Vermutlich für eine sehr lange Zeit.


Wir saßen eine Weile in unserer Zelle und sahen betrübt drein. Nach Reden war momentan keinem von uns zu Mute, wir waren zu geschockt. Auch war uns irgendwie bewusst, dass wir noch Zeit zum Reden haben würden. Viel Zeit. Sehr viel Zeit.

Irgendwann würde unser Trübsal jedoch dadurch unterbrochen, dass die Tür geöffnet wurde und die zwei jungen Männer wieder hereinkamen. Diesmal in Begleitung von drei Männern, die ich ebenfalls noch vom Schiff kannte. Einem niederländischen Kaufmann, der in Batavia ein Geschäft hatte, sowie zwei jungen Brüdern, deren Vater auf Ceylon eine Plantage besaß. Sie waren nach Europa gereist, um dort die Feldfrüchte der Plantage zu verkaufen. Dann hatten auch sie die schlechte Entscheidung getroffen, mit unserem Schiff zurück nach Asien zu segeln.

Den Männern hatte man die Hände auf den Rücken gefesselt, erst hier wurden sie von diesen befreit. Die drei Männern wurden zusammen in die Zelle neben uns gesperrt.

Dabei hätte es noch zwei weitere „freie“ Zellen gegeben. Vermutlich wäre es uns aber nicht gut bekommen, wenn wir versucht hätten zu verhandeln. Vielleicht war es sogar besser so, zumindest konnten wir uns so ein wenig unterhalten in den vielen Tagen, Wochen und vermutlich Monaten, welche unsere Gefangenschaft wohl dauern würde.

Viele Monate würden vergehen, bis das Lösegeld für uns Sansibar erreichen würde.

Wenn mein Mann und die anderen potentiellen Geldgeber in Batavia und Ceylon überhaupt bereit waren ein solches zu zahlen.

Diese Frage beschäftigte uns natürlich wie keine andere.

Würde irgendwann ein Lösegeld hier in Sansibar eintreffen, sodass wir diese Stadt wieder als freie Menschen verlassen konnten?
Würde der Araber überhaupt zu seinem Wort stehen und uns dann freilassen?
Oder würde er das Lösegeld kassieren und uns danach trotzdem als Sklaven verkaufen?

10. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 24.07.24 20:36

3. Ein Brief für die Freiheit?


Während wir so nachdachten, kam der Mann wieder herein, der uns gekauft hatte. Er hatte auch wieder die beiden jungen Männer dabei, die uns vorher hierher geführt hatten.

Er stellte sich nun kurz als Uthman vor, er wäre das Oberhaupt der Familie und die zwei jungen Männer seine Söhne. Und wir nun sein Eigentum.

Dann ließen sie je zwei von uns aus unserer Zelle, zuerst die zwei Brüder, danach mich und den älteren Kaufmann.

Sie gaben uns Wasser zum Trinken und Waschen sowie ein Stück Seife, um die hässlichen Zeichen von unserer Stirn zu entfernen. Verkauft war ich jedoch noch immer, Zeichen hin oder her.

Danach gaben uns die arabischen Männer Papier und Tinte und Uthman befahl uns in schlechtem Englisch:
„Sit at the table and write to your families that they have to pay ransom for you.
If they not do we will sell you as slaves!“

Mir schauderte. Ich wusste schon längst, dass mich dieses Schicksal erwartete, wenn niemand für mich zahlte. Aber es nochmals aus dem Mund des Mannes zu hören, der mich gekauft hatte, ließ mir dennoch das Blut in den Adern gefrieren.

So setzte ich mich wie geheißen an den Tisch und schrieb einen kurzen Brief:

„Lieber Mats,
ich habe schlimme Nachrichten.
Das Schiff, auf dem ich zu Dir zurückkehren wollte, wurde von arabischen Piraten gekapert. Nun sitze ich hier in Sansibar in Gefangenschaft und harre der schrecklichen Dinge, die mit mir geschehen werden.
Ich wurde auf dem Sklavenmarkt von Sansibar an einen Mann verkauft, der nun ein Lösegeld für mich fordert.
Ich weiß nicht, wie hoch dieses ist, aber bitte bezahle dieses. Ansonsten wird er mich als Sklavin verkaufen und ich werde Dich nie mehr wiedersehen.
Es tut mir leid, bestimmt tut Dir dieses Lösegeld weh, aber ich hoffe, dass Du mich so sehr liebst, dass Du dieses bezahlen kannst. Ich möchte nicht als Sklavin irgendwo in Arabien oder Ostafrika enden, ich möchte zurück zu Dir.
Bitte hilf mir, Du bist meine einzige Hoffnung, aus diesem Albtraum zu entkommen.
Deine Dich liebende
Isabella.“


https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tter-1090053879

Ich hatte Tränen in den Augen, als ich den Brief beendet hatte. Würde mein Mann mich wirklich aus diesem Albtraum erretten?

Auch dem Geschäftsmann, der neben mir am Tisch saß, fiel es anscheinend nicht leicht, einen Bettelbrief an seine Gattin in Batavia zu schreiben.

Allerdings, in seinem Falle ging es wohl um sein eigenes Geld, nicht um das von anderen Menschen. Daher müsste seine Frau wohl „nur“ dessen eigene Ersparnisse nach Sansibar schicken. Andererseits, wenn ihr Mann nicht mehr zurückkehrte, würde wohl sein ganzes Vermögen ihr und seiner Familie gehören. Aber ob sie solch grausame Gedanken hegte?

Das lag jedoch alles außerhalb unseres Einflusses. Der Geschäftsmann, Antje, Lieke, die beiden Brüder und ich saßen wehr- und mittellos in einem Gefängnis irgendwo in Sansibar. Und das einzige, was wir tun konnten war zu hoffen, dass jemand ein Lösegeld für uns bezahlte.


Der arabische Mann, Uthman, nahm die Briefe an sich. Dann befahl er uns nochmals:
„Now you must write where we should send the letters.
If the letters do not arrive, we will sell you as slaves.“

Ich zitterte. Eigentlich war das jedoch klar. Wenn dieser Brief nicht ankam, war mein Schicksal als Sklavin besiegelt.

Mit zitternden Händen schrieb ich auf, wo mein Mann in Batavia zu finden wäre. Sein Handelsunternehmen war In Batavia bekannt, daher würde man ihn sicher finden. Wenn der Brief überhaupt Batavia erreichte.


Uthman nahm die beiden Briefe an sich und seine Söhne führten uns zurück in unsere Zellen.

Dann waren noch Antje und Lieke dran, auch sie mussten einen Bettelbrief an ihre Ehemänner in Batavia schreiben, wollten sie nicht als Sklavinnen enden.

Danach wurden auch sie in unsere Zelle zurückgeführt und eine Zeit der Ungewissheit begann.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ison-1090053821

11. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Wicki am 26.07.24 12:11

Die Arme, bin gespannt wie es weitergeht. Es gibt ja sehr viele Möglichkeiten die sich entwickeln können.
12. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 27.07.24 06:57

Zitat
Die Arme, bin gespannt wie es weitergeht. Es gibt ja sehr viele Möglichkeiten die sich entwickeln können.



Hallo Wicki,

danke für Deinen Kommentar. Ich hatte schon die Befürchtung, dass ich der einzige bin, der sich für diesen Historienschinken interessiert.

Ja, die Arme, da hast Du Recht… Die Protagonistinnen in meinen Geschichten haben es irgendwie nie leicht (aber am Ende haben sie doch alle so eine Art Happy End bekommen, was ja nicht bei allen Geschichten hier der Fall ist…).

Isabella wüsste bestimmt auch gerne, wie es mit ihr weitergeht. Aber vielleicht ist es besser für sie, dass sie es nicht weiß…

Vielleicht zahlt Isabellas Mann ja ein Lösegeld, sie reist weiter nach Batavia und alles wird gut?

Dann könnte ich mir auch den Großteil der 130 Seiten sparen, welche in dem Worddokument auf meinem PC noch folgen…

13. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von jonnyf am 27.07.24 10:53

Tja, bei 130 Seiten wird wohl ihr Mann das Lösegeld nicht bezahlen oder der Brief kommt nicht an.....

Viele Möglichkeiten, darum möchte auch ich mehr wissen

Grüße
jochenf
14. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 02.08.24 07:47

4. Warten in Gefangenschaft


Wenig überraschend wurde die folgende Zeit zäh, sehr zäh.

Wir konnten und durften nichts anderes machen als zu warten.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ison-1090053821

Wir waren anscheinend wirklich in der Hand einer arabischen Familie, dem älteren Familienhaupt Uthman, welcher den Preis für uns bezahlt hatte, sowie seinen beiden Söhnen. Es gab auch noch eine Frau des Familienoberhaupts sowie eine jüngere Tochter. Auch diese beiden kamen ab und zu in unserem Gefängnis vorbei, um nach dem Rechten zu sehen, allerdings eher selten.

Ab und zu erlaubten es uns die Besitzer, in den Hof zu gehen, dann aber maximal zu zweit. Besonders spannend war es auch dort nicht. Ein paar Palmen und Büsche standen dort herum, ansonsten erinnerte uns die hohe Mauer auch dort daran, dass wir in einem Gefängnis waren. Ich hätte nicht gewusst, wie ich über diese hohe Mauer hätte kommen sollen, dennoch ließen uns Uthmans Söhne keinen Moment aus den Augen, wenn wir im Hof waren.

Kochen mussten wir für uns selbst, auch dafür wurden maximal zwei von uns aus unseren Zellen entlassen. In der Regel bereiteten Lieke und Antje das Essen zu. Besonders abwechslungsreich war auch dieses nicht, was hauptsächlich daran lag, dass uns unsere Besitzer selten mehr als Mehl, Reis und etwas Obst und Gemüse zur Verfügung stellten. Daraus ein leckeres Mahl zu zaubern, war wohl schwer möglich. Andererseits, im Vergleich zu dem Fraß, den uns die Piraten auf dem Schiff vorgesetzt hatten, war dies sogar wieder ein kleiner Fortschritt.

Auch dass wir immer noch alle diese demütigenden Schellen um Hals und Hände (die drei Männer auch um die Füße) tragen mussten, wir aber sonst nicht mehr gefesselt waren, war zumindest ein kleiner Fortschritt zu den letzten Wochen auf See. Im Grunde galt das sogar für unsere Zelle, wo es in gewisser Weise doch angenehmer war als bei Hitze, Wind und Wetter gefesselt auf dem Deck des Segelschiffs sitzen zu müssen.

Schön war es dennoch nicht, mit Eisenschellen am Körper die meiste Zeit genau dort stehen oder zu sitzen und irgendwie die Zeit totzuschlagen.

Wir unterhielten uns ein wenig, über die Zeiten in Batavia, in Ceylon und in den Niederlanden.
Vergangene Zeiten, hoffentlich nicht für immer.

Bald wussten wir alles über jeden. Jedenfalls alles, was der- oder diejenige preisgeben wollte.

Zum Glück saßen unsere männlichen Mitgefangenen in der Nachbarzelle, so dass wir uns auch mit diesen unterhalten konnten, das war zwar etwas mühsam, aber möglich.

Sicherlich hatten wir alle einiges zu erzählen, meine Mitgefangenen, die schon länger in Batavia waren, wussten vieles über die Stadt und Ostindien, was ich in dem halben Jahr dort noch nicht mitbekommen hatte. Und von Ceylon kannte ich nur den Hafen von Colombo, wo ich zweimal Halt gemacht hatte. Auch vom Leben dort hatten die beiden Brüder durchaus interessantes zu erzählen.


Leider gingen uns die Gesprächsthemen irgendwann aus, es kamen ja keine neuen hinzu. Von der Außenwelt bekamen wir praktisch nichts mit, unsere Welt endete an der Mauer und im Innenhof.
Vermutlich hätten die Niederlande, Ceylon und die ostindischen Inseln im Meer versinken können und wir hätten es nicht mitbekommen.

Im Wesentlichen bekamen wir nur mit, ob es draußen regnete oder die Sonne schien. Das war aber auch kein besonders interessantes Gesprächsthema.


Auch wenn die Phasen des Schweigens in der Folgezeit länger wurden, so verband uns irgendwie doch auch das gleiche schreckliche Schicksal:
Wir waren dazu verdammt, hier zu warten, ob wir gegen ein Lösegeld freikamen. Oder eben nicht, was dann wohl auf ein noch schrecklicheres Leben als Sklave oder Sklavin hinauslief.

Wir hatten viel Zeit und so schickte jeder und jede von uns viele Gebete zum Himmel, dass dieses Elend hier in unserem Gefängnis irgendwann enden würde und wir wieder als freie Menschen weiter nach Batavia bzw. Ceylon reisen konnten.
Vermutlich war es furchtbar naiv darauf zu hoffen, dass wir nur genügend beten mussten, um erhört zu werden. Andererseits war beten auch das einzige, was wir für unsere Rettung tun konnten. Alles andere lag nicht in unserer Hand.


Die beiden afrikanischen Sklavinnen, welche bei unserer Ankunft in der Gefängniszelle neben uns gesessen waren, leisteten uns nicht allzu lange Gesellschaft. Bereits nach ein paar Tagen wurden diese aus ihrer Zelle geholt und mitgenommen. Wohin diese gebracht wurden, was mit diesen passierte, erfuhren wir nicht. Unsere Welt endete an der Mauer des Grundstücks und unsere Besitzerfamilie erzählte uns wenn überhaupt nur belanglose Dinge, jedenfalls nicht, was mit unseren Mitgefangenen passierte.

Diese Ungewissheit war doch sehr zermürbend.

Es kamen und gingen auch immer wieder neue Sklaven und Sklavinnen, zumeist afrikanische, selten auch indische. Im Grunde war alles dabei, Männer und Frauen, Alte und Junge. Manchmal sogar Mütter mit ihren Kindern, was mich besonders schockierte. Auch sie wurden anscheinend in die Sklaverei verkauft, irgendwohin. Wir unterhielten uns mit den anderen Gefangenen aber auch nicht allzu viel, diese sprachen weder Niederländisch noch Englisch. Und wir sprachen deren Sprache, Suaheli oder irgendetwas anderes, genauso wenig.

Im Grunde gab es auch nichts, was wir ihnen erzählen konnten. Was aus ihnen wurde, was aus uns wurde, wussten wir nicht.


Die anderen Sklaven blieben aber meist auch nicht lange, meist nur wenige Tage. In der Regel wurden diese eines Morgens ohne Vorwarnung einfach weggebracht, manchmal kamen auch andere Männer vorbei und begutachteten die Sklaven und Sklavinnen, welche die arabische Familie hier gefangen hielt.

Diese Besuche ließen mich besonders erschaudern. Wenn mein Mann kein Lösegeld bezahlen würde oder mein Brief nicht ankommen würde, wäre ich vielleicht irgendwann die nächste, die von arabischen Männern mitgenommen werden würde. Was für eine Horrorvorstellung.

Anscheinend unterhielt der Mann, der uns gekauft hatte, hier zusammen mit seiner Familie einen regen Sklavenhandel und dies hier war in gewisser Weise sein „Zwischenlager“. So wie man Gewürze von den vielen ostindischen Inseln in Batavia zwischenlagerte, bevor diese weiter nach Europa verschifft wurden.

Eine schauderhafte Vorstellung, aber letztlich waren wir nichts anderes als eine Ware für ihn und seine Familie, das ließen er uns auch fühlen. Mitleid mit uns oder seinen anderen Gefangenen schien er nicht zu verspüren.

Wie gesagt, andere Gefangene kamen und gingen, wir blieben jedoch hier, Tag für Tag für Tag.


Bis zu jenem Tag, der mein Leben auf den Kopf stellen sollte…

15. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 03.08.24 07:17

Zitat
Tja, bei 130 Seiten wird wohl ihr Mann das Lösegeld nicht bezahlen oder der Brief kommt nicht an.....

Viele Möglichkeiten, darum möchte auch ich mehr wissen

Grüße
jochenf



@jonny

Freut mich, wenn noch jemand neugierig auf den Fortgang der Geschichte ist.
Die Seereise von Sansibar nach Batavia dauert ja schon eine Weile. Wenn ich über jeden Tag eine Seite schreiben würde, könnten das schon 130 Seiten werden...
Allerdings könnten das auch ziemlich langweilige 130 Seiten werden, daher ist es doch wahrscheinlicher, dass Isabella nicht freikommt...

Im nächsten Kapitel werde ich es berichten...

16. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 11.08.24 22:00

5. Eine heiße Kartoffel


Die Tage, Wochen und Monate vergingen. Ein Tag war wie der andere.

Wir warteten auf eine Nachricht, ob für uns ein Lösegeld gezahlt wurde und ob wir dann unsere Freiheit zurückbekommen würden.

Zumindest hofften wir dies alle.

Es war immer wieder aufs Neue schockierend, wie andere Mitgefangene ohne Vorwarnung von hier weggebracht oder mitgenommen wurden. Keine und keinen von diesen sahen wir je wieder.


Eines Tages, vermutlich war bereits fast ein Jahr seit unserer Entführung vergangen, kam Uthman, das Familienoberhaupt, mit seinen beiden Söhnen herein.

Er ging zu den Männern, welche in der Zelle neben uns saßen, und verkündete:
„Your families paid ransom for you.
My sons will bring you to the harbor. “

Mit diesen Worten öffnete er das Gitter der Nachbarzelle. Zur Sicherheit fesselten die Araber den beiden Söhnen und dem Geschäftsmann nochmals die Hände auf den Rücken, dann durften sie ihre Zelle verlassen und im Vorraum warten.

Die drei sahen erleichtert aus, auch wenn sie nicht zu viele Gefühle zeigten.

Als nächstes öffnete er das Gitter zu unserer Zelle. Mein Herz hüpfte vor Freude. Endlich war dieser Leidensweg vorbei, die Freiheit wartete wieder auf mich. Anscheinend hielt sich der Sklavenhändler auch an sein Wort, uns nach Zahlung des Lösegelds freizulassen.

Das Familienoberhaupt wandte sich an Antje:
„Your husband also paid ransom for you. My sons will bring you also to the harbor. “

Auch Antje durfte die Zelle verlassen und auch ihr wurden die Handschellen nochmals mittels einer kurzen Kette zusammengebunden, damit sie bis zum Hafen keine Dummheiten machte. Ein paar Freudentränen liefen ihr über die Wangen.
Als nächstes waren wir dran, in freudiger Erwartung standen wir in der Zelle.


Jedoch, zu unserem Entsetzen ließ der Araber uns nicht heraus.

Im Gegenteil, er schloss hinter Antje das Gitter und versperrte dieses wiederum.

Lieke und ich sahen den Araber fragend an:
„Was ist mit uns?“


Die Miene des Familienoberhaupts verfinsterte sich von einem Moment auf den anderen.

Er zog einen Brief aus der Tasche und gab ihn Lieke. Der Brief war bereits geöffnet, sicherlich hatte ihn unserer Besitzer bereits gelesen.

Lieke nahm mit zitternden Händen den Brief und öffnete diesen.

Eigentlich ging mich dieser nichts an, aber ich konnte meine Neugierde nicht beherrschen und las mit:

„Liebste Lieke,

ich habe von Deinem schrecklichen Schicksal erfahren.

Es tut mir so leid.

Ein arabischer Unterhändler hat mir die Nachricht überbracht und ein hohes Lösegeld für Dich gefordert.

Ich würde alles tun, um Dich zu befreien.

Aber es tut mir leid, ich kann es nicht.

Eine schwere Krankheit hat mich erwischt und ich kann nicht mehr arbeiten. Wenn Du das liest, weile ich vielleicht schon nicht mehr auf dieser Erde. Vielleicht sehen wir uns im Himmel wieder, ich bete darum.

Dadurch, dass ich nicht mehr arbeiten kann, sind in den letzten Monaten alle unsere Ersparnisse draufgegangen. Ich kann mir nicht einmal mehr die Schiffsreise nach Europa leisten, um dort einen Arzt aufzusuchen.

Wenn ich überhaupt etwas Positives schreiben kann, dann dies, dass es unseren Kindern gut geht.
Unsere Haushälterin kümmert sich vorbildlich um sie. Aus ihnen werden sicher einmal tüchtige junge Menschen.

Ich hoffe wirklich von ganzem Herzen, dass Du sie eines Tages wiedersiehst.

Es tut mir so leid, aber ich kann das Lösegeld für Dich nicht aufbringen, möge der Herr im Himmel einen Weg finden, wie wir uns eines Tages wiedersehen können.

Es bricht mir das Herz, diese Zeilen schreiben zu müssen.

Dein Dich liebender und vermissender Ehemann
Lieven.“



Lieke hatte den Brief noch gar nicht ganz fertiggelesen, da war sie schon Tränen ausgebrochen.

Nicht nur konnte ihr Mann kein Lösegeld für sie zahlen, er war auch noch krank geworden und war vielleicht schon tot. Vermutlich würde sie ihn nie mehr wiedersehen.

Der Araber sah sie an:
„Das tut mir leid für Dich. Möge Allah seiner Seele gnädig sein.
Du weißt, was das heißt. Ich werde Dich als Sklavin verkaufen müssen.
Möge Allah auch Deiner Seele gnädig sein.“

Lieke brach erneut in Tränen aus. Natürlich wussten wir, dass uns genau dies bevorstand, wenn kein Lösegeld für uns gezahlt wurde.

Aber nun hatte Lieke die Gewissheit, dass es so kommen würde.

Welches Schicksal sie erwartete?

Weder sie noch ich noch der Araber wussten es. Aber als Sklavin irgendwo hier im Indischen Ozean zu enden war vermutlich so ziemlich das schlimmste Schicksal, das man sich ausdenken konnte.

Lieke konnte sich nicht beruhigen und weinte weiter.


Der Araber ignorierte sie kurz und wandte sich dann an mich.

Seien Miene war wieder finster, vielleicht noch finsterer als zuvor.

Das Blut gefror mir in den Adern, das hatte nicht gutes zu bedeuten.
„Isabella, auch für Dich kam ein Brief an.“

Mit diesen Worten überreichte er auch mir einen Brief.

Auch dieser war bereits geöffnet, sicherlich hatte mein Besitzer auch diesen schon gelesen.

Mit zittrigen Händen faltete ich den Brief auf.

Er war von meinem Mann.

Bestimmt stand nichts Gutes darin, sonst hätte mich der Araber wie die drei Männer und Antje freigelassen. War er auch krank geworden oder in finanzielle Schwierigkeiten geraten?

Ich las:

„Sehr geehrte Frau van de Vliet*,
(*das war mein Mädchenname)
liebe Isabella,

man hat mir mitgeteilt, dass das Schiff, auf welchem Du zurück nach Batavia wolltest, von Piraten entführt wurde und Kriminelle nun für Dich ein Lösegeld fordern.

Es tut mir sehr leid für Deine Situation und ich wünsche Dir viel Kraft, diese schwierige Lage zu überstehen.

Leider ist es mir jedoch nicht möglich, ein Lösegeld für Dich zu zahlen. Zum einen will ich keine Geschäfte mit Kriminellen machen. Diese Lösegeldzahlungen sind einer der Gründe, warum Piraten die niederländischen Handelsrouten unsicher machen. Diesen Piraten kann man nur mit Gewalt begegnen, Lösegeldzahlungen würden sie für ihre schlimmen Taten nur belohnen.

Daneben habe ich aktuell auch gar keine finanziellen Mittel, um ein solches Lösegeld zu bezahlen.

Wie Du weißt, war Deine Reise nach Amsterdam bereits sehr teuer gewesen. Darüber hinaus muss ich in nächster Zeit eine größere Summe investieren, um mein Geschäft hier in Batavia zu erweitern.

Auch werden die Geschäfte nicht einfacher.
Inzwischen ist die Piraterie im Indischen Ozean so schlimm geworden, dass wir uns gezwungen sehen, Kriegsschiffe als Eskorte für unsere Handelsschiffe anzuheuern. Das verteuert natürlich den Transport nach Europa ungemein und schmälert unsere Gewinnmargen.

In dieser Situation auch noch ein Lösegeld zu bezahlen, könnte mich in ernste finanzielle Schwierigkeiten bringen.

Vermutlich ist es auch besser für Dich, wenn Du nicht mehr nach Batavia kommst, das Klima hier hat Dir anscheinend nicht gutgetan.

Ich habe mir daher während Du in Europa warst, eine neue Sklavin zugelegt, welche den Haushalt führt und sich auch vorbildlich um mein Wohlergehen kümmert.

Sobald die Kriminellen Dich freilassen, darfst Du zurück nach Amsterdam zu Deiner Familie kehren.
Ich werde Dich in meine Gebete einschließen, dass dies bald passiert.

Aus diesem Grund habe ich auch den Bischof von Batavia gebeten, unsere Ehe zu annullieren und er ist meinem Wunsch auch nachgekommen. Eine Abschrift der Bestätigung füge ich diesem Brief bei.

Ich wünsche Dir Alles Gute, bestimmt wirst Du einen Weg finden, um aus dieser sicherlich schlimmen Situation wieder herauszukommen. Bitte grüße Deine Familie von mir, wenn Du sie das nächste Mal wiedersiehst.

Mit freundlichen Grüßen
Mats de Jonge.“



Mit zitternden Händen faltete ich noch das Papier auf, welches dem Brief beilag.

In der Tat handelte es sich hierbei um eine Urkunde des Bischofs von Batavia, in welcher unsere Ehe im Januar 1725 rechtskräftig annulliert worden war.

Zitternd legte ich den Brief zur Seite und brach in Tränen aus.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tter-1089761712

Wie konnte mein Mann, mein ehemaliger Mann, so grausam sein? Jetzt in dieser Stunde der Not bräuchte ich ihn mehr als jemals zuvor.

Stattdessen ließ er mich fallen wie eine heiße Kartoffel.

Der Brief war voller Grausamkeiten. Mats wusste vermutlich genau, dass mich meine Entführer nicht einfach so ohne Lösegeld freilassen würden. Im Gegenteil, vermutlich wusste er auch, dass von Piraten gefangenen Seereisende in die Sklaverei verkauft wurden, wenn niemand für diese zahlte.

Vermutlich wusste er auch, dass ich Amsterdam und meine Familie nie mehr wiedersehen würde, wenn kein Lösegeld gezahlt wurde.

Daher musste er auch keine Angst haben, dass jemand in Amsterdam von seinem Brief und seinem schändlichen Verhalten erfahren würde.

Vielleicht noch schlimmer waren jedoch die Andeutungen, dass er sein Geld lieber in Investitionen in seine Firmen stecken wollte als in meine Freilassung. Auch die Mitgift, die meine Familie vor 3 Jahren an ihn bezahlt hatte, würde er vermutlich behalten.

Und statt mir führte nun eine Sklavin seinen Haushalt. Ich konnte mir gut vorstellen, dass diese für ihn nicht nur kochte, sondern auch anderweitig zur Verfügung war.

Vielleicht trug diese nun auch schon meine Kleider.

Männer konnten so charmant sein, aber oft waren sie charakterliche Schweine.

Ich hatte immer gedacht, dass Mats nicht zu diesen gehören würde, aber ich hatte mich offensichtlich getäuscht.

Anscheinend war ich ihm nicht mehr wert als die Gewürze, die er von Ostindien nach Europa verkaufte.

Heute musste ich dies erfahren, heute war der schlimmste Tag meines Lebens, schlimmer noch als der Tag, an dem ich in der Steinhalle verkauft worden war.


Ich weiß nicht, wie lange ich über den Brief bzw. dessen Inhalt weinte. Es war jedenfalls der Rest des Tages.



Uthmans Söhne verließen mit den drei gefesselten Männern und der ebenfalls gefesselten Antje unser Gebäude. Vermutlich Richtung Hafen. Auch Uthman ging und ließ Lieke und mich für eine Weile mit unseren Tränen allein.



Nach ein oder zwei Stunden kam Uthman zurück in unser Gefängnis, brachte etwas frisches Wasser und sprach mich mit finsterer Miene an:

„Ihr habt es gelesen, Sklavinnen, Eure Männer können oder wollen kein Lösegeld für Euch zahlen.
Ich habe viel Geld für Euch bezahlt und Euch über Monate verpflegt.
Jetzt werde ich Euch nun verkaufen müssen, um mein Geld wieder zurückzubekommen.“


Natürlich wusste ich, dass dies die Konsequenz wäre, wenn mein Mann ein Lösegeld verweigern würde. Oft hatte ich über diese Möglichkeit und was dann passieren würde, nachgedacht.

Jedoch hatte ich die weiteren Gedanken immer verdrängt, hatte gehofft, dass dieses schlimme Szenario nie eintreten würde.

Ich hatte mich getäuscht.

Dennoch war es grausam, nun zu hören, dass ich nun – erneut – als Sklavin verkauft werden würde. So wie bereits einmal, so wie auch Clara. Vielleicht auch irgendwohin nach Arabien.

Ich brach erneut in Tränen aus, Lieke ebenso.

Soweit ich dazu noch in der Lage war, überlegte ich, wie ich diesem schlimmen Schicksal vielleicht doch noch entgehen könnte.

Das einzige, was mir einfiel, war, den Sklavenhändler anzuflehen:
„Bitte, Sir, ich könnte meiner Familie in den Niederlanden schreiben, dass diese das Lösegeld für mich aufbringen.“

Zugegebenermaßen hatte ich daran aber auch Zweifel. Meine Familie war nicht besonders reich, ich war mir nicht sicher, ob sie ein vermutlich sehr hohes Lösegeld für mich aufbringen könnten. Vermutlich würde meine Familie – im Gegensatz zu meinem Ex-Mann – ihr letztes Hemd verkaufen, um mir die Freiheit zu erkaufen. Allerdings bezweifelte ich, dass sie so viele Hemden hatte.

All das sagte ich dem arabischen Sklavenhändler aber nicht.

Dieser sah mich einen Moment mit weiterhin finsterer Miene an und meinte dann:

„Dafür ist es jetzt zu spät, Sklavin. Ich habe bereits fast ein Jahr auf eine Antwort gewartet und dich in der Zwischenzeit verpflegt. Wenn wir eine Nachricht nach Holland schicken würden, würde es nochmals fast 2 Jahre dauern, bis wir das Lösegeld oder eine Nachricht erhalten. So lange will ich nicht warten, ich will jetzt das Geld zurück, das ich in Dich investiert habe.“



Mit diesen grausamen Worten verließ der Araber uns wieder. Ich war allein mit der immer noch weinenden Lieke, dem schrecklichen Brief, der Urkunde über die Annullierung meiner Ehe sowie der Aussage des Sklavenhändlers, dass er uns nun in Kürze verkaufen würde.


Mein Albtraum, er hatte wohl gerade erst begonnen.

Ich weinte weiter, den ganzen Tag, den ganzen nächsten Tag und auch an den folgenden Tagen versiegten meine Tränen nicht. Es gab ja auch nichts, was mich irgendwie aufheitern konnte.

Kein Wunder geschah, welches mich aus diesem Jammer befreien würde und selbst konnte ich in dieser Gefängniszelle auch nichts, aber auch gar nichts tun außer zu warten was mit Lieke und mir als nächstes passieren würde. Selbst unsere vielen Gebete waren nicht erhört worden.

Die Zukunft, die vor Lieke und mir lag, sah finsterer denn je aus…

17. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von jonnyf am 12.08.24 12:49

Zu dem Mann möchte ich nicht mehr zurück kehren wenn ich an der Stelle von Isabella wäre.

Dies wäre mein erster Gedanke. Dann jedoch sich klar werden, dass die Sklaverei bevorsteht ist ein Schlag, von dem sie sich kaum erholen kann.

Was kommmt jetzt noch......?


18. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Figo am 12.08.24 21:41

Spannend,

ich mag den Brief, in den Mats ja die Häme nicht verbergen kann. Letztlich scheint es so, als ob er sich ganz gut aus der Affäre gezogen hat.

Mitgift eingesackt, Neue Sklavin die die Frau ersetzt, kein Lösegeld.

Mal sehen wie es mit Isabella weitergeht.
19. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 13.08.24 15:30

@ Jonny, Figo: Danke für Euer Feedback


@ Jonny,
Da hast Du recht, mit so einem Mann möchte man (bzw. frau) nicht zusammen sein.

Andererseits wäre es für Isabella sicherlich immer noch besser gewesen, zurück zu ihrem egoistischen Gatten zu reisen als in Sansibar zu bleiben…

Noch besser wäre es allerdings gewesen, wenn sie damals auf ihr Bauchgefühl gehört hätte und gar nicht erst auf das Schiff gestiegen wäre…

Was weiter noch passiert?
Einiges…

Denn Isabella hat recht mit ihrer Vermutung:
„Mein Albtraum, er hatte wohl gerade erst begonnen.“



@Figo
„Häme“ wollte ich Mats nicht unterstellen, das würde ja bedeuten, dass er sich über Isabellas Schicksal freut. Für eine solche Bösartigkeit hat er aber keinen Grund, ganz freiwillig hat Isabella ihn ja nicht verlassen. Aber Du hast Recht, so könnte man den Brief lesen.

Ich wollte Mats aber „nur“ Scheinheiligkeit in seine Worte legen.

Das Ergebnis ist für Isabella aber das gleiche.
Ansonsten hast Du Recht, Mats hat sich gut aus der Affäre gezogen.

Bösartig ist er m. E. wie gesagt nicht, aber ein harter Geschäftsmann, der ggf. über Leichen geht…

Ich hatte ja schon häufiger geschrieben, dass ich keine Ahnung habe, wie es im 18. Jahrhundert zuging, aber laut Dr. Google war es in Batavia damals durchaus üblich, dass sich die Niederländer dort mit Asiatinnen vergnügten, wenn sie (noch) keine europäische Frau hatten. Ebenfalls lt. Dr. Google war heiraten damals in erster Linie eine wirtschaftliche Angelegenheit, Liebesheiraten waren wohl eher selten. Und unser Mats hat wohl sehr wirtschaftlich gehandelt…

In die Rechnung von Mats muss man allerdings auch noch einbeziehen, dass er bestimmt eine kleinere oder auch größere Spende an den Bischof von Batavia geleistet hat, die Entführung der Ehefrau ist (nach meiner bescheidenen theologischen Einschätzung) eigentlich kein Grund, eine vor Gott geschlossene Ehe zu annullieren… Eine Spende für einen Kirchenneubau vielleicht schon eher…
Vermutlich war die Spende aber immer noch billiger als das Lösegeld…


Tja, wie es mit Isabella weitergeht, wüsste sie auch gerne…

Ich nehme auch gerne Tipps entgegen, wie und wo es für Isabella weitergeht…

Wie gesagt, es wird noch ein bisschen was passieren, im Gegensatz zu Dir habe ich irgendwie durchaus ein Faible für längere Geschichten…

20. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 14.08.24 20:43

6. Die da!


Ein paar Tage lang passierte nichts weiter. Ich saß nun allein mit Lieke in unserer Gefängniszelle. Die anderen vier Mitgefangenen waren weg.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ison-1089699509

Auch die anderen vier Gefängniszellen waren leer, momentan schien bei den Geschäften des Sklavenhändlers Flaute zu herrschen.

Ob das gut oder schlecht war für uns, wusste ich aber auch nicht.

Ich versuchte mir mit Lieke irgendwie Mut zuzusprechen, aber so wirklich gelang uns das auch nicht.

Wir spekulierten auch, ob uns Uthman wohl zusammen oder einzeln verkaufen würde. Obwohl Lieke mehr als zehn Jahre älter war, hoffte ich irgendwie doch, dass zumindest wir zusammenbleiben konnten, während alle anderen Leute, die ich auf dem Schiff getroffen hatte, inzwischen weg waren. Clara, Veronica und ein paar andere waren als Sklavinnen in den Oman verkauft worden, Antje und meine drei männlichen Mitgefangenen waren freigelassen worden. Was mit dem Rest der Passagiere passiert war, wusste ich nicht. Jedenfalls waren sie weg und die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese nochmals wiedersehen würde, war praktisch null.

Ich hoffte jeden Abend, am nächsten Morgen aus diesem Albtraum aufzuwachen.

Aber stattdessen wachte ich Morgen für Morgen wieder neben Lieke in der Gefängniszelle in Sansibar auf.

Eigentlich rechneten wir jeden Tag damit, dass Uthman uns zurück in die Hölle, in die Steinhalle am Marktplatz bringen würde. Aber das passierte nicht.

Stattdessen saß ich Tag für Tag zusammen mit Lieke in unserer Zelle, unterhielt mich ein wenig mit ihr und beweinte mein Schicksal. Dass unser Schiff überfallen worden war, war schlimm. Aber der Brief, mit dem mich mein Mann einfach wie eine heiße Kartoffel hatte fallen lassen, war vielleicht noch schlimmer.




Ein paar Tage vergingen, vielleicht eine Woche, nachdem mich der schreckliche Brief erreicht hatte.

Es war später Vormittag, wir hatten bereits gefrühstückt und saßen wie jeden Tag betrübt in unserer Zelle.

Da öffnete sich die Türe und Uthman kam in Begleitung von zwei arabisch aussehenden Männern, einem jüngeren und einem älteren, herein.

Mir schwante bereits böses.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ison-1089746974

Uthman kam zum Gitter unserer Zelle und befahl uns dann:

„Slaves, stand up and put off your clothes!”

Irgendwie kam mir das sehr bekannt vor. Es war nun bereits fast ein Jahr her, dass ich mich in der Steinhalle nicht weit von hier aufziehen musste und anschließend verkauft worden war. Und dennoch erinnerte ich mich an diesen schrecklichen Tag, als ob es gestern gewesen wäre. Anscheinend würde dies auch eine kleine Sklavenauktion werden, so wie damals in der Steinhalle. Nur diesmal im „privaten Kreis“. Und ohne die Hoffnung, gegen ein Lösegeld freizukommen.

Wir wollten uns nicht vor Uthman und diesen fremden Männern ausziehen. Aber Bekanntschaft mit dem Rohrstock, welchen Uthman in der Hand hatte, wollten wir auch nicht machen. Zu gut erinnerte ich mich noch an die schrecklichen Stunden in der Steinhalle, als meine Mitgefangenen geschlagen worden waren, wenn sie den Befehlen der Piraten nicht unverzüglich nachgekommen waren. Gleiches war mit meinen Mitgefangenen passiert, welche Uthmans Befehlen nicht gefolgt waren.

Ja, ich hatte ein Déjà-vu-Erlebnis. In den letzten Monaten hatte ich es bestimmt zehn- bis zwanzig Mal miterleben müssen, dass Uthman in Begleitung von einem oder mehreren Männern in unser Gefängnis gekommen war und diese sich meine afrikanischen Mitgefangenen angesehen hatte. Manchmal waren die fremden Männer danach wieder unverrichteter Dinge gegangen, meistens hatten sie dann aber einen oder mehrere meiner Mitgefangenen mitgenommen.

Nun waren wohl Lieke und ich dran.

Es war wohl soweit.

Mir schauderte.


Ich hatte fürchterliche Angst vor dem, was nun kommen würde, Lieke ging es auch nicht besser.

Aber zuvor noch ein paar Schläge mit dem Rohrstock zu bekommen, würde die Sache nicht besser machen, das wussten wir wie gesagt bereits.


So kamen wir diesem demütigenden Befehl nach und entkleideten uns vor den drei Männern.

Nur die drei Eisenschellen um unseren Hals und unsere Hände zierten noch unseren Körper. Liebend gerne hätte ich auch – oder besser gesagt nur – diese ausgezogen, aber dies war uns nicht vergönnt.


Uthman öffnete die Zellentür und wir mussten uns nackt wie wir waren in den Vorraum stellen, so dass uns die beiden Männer betrachten konnten.

Sie sahen Lieke und mich an, so wie ich es aus der Steinhalle noch in schrecklicher Erinnerung hatte.

So wie zuvor bereits etliche unserer afrikanischen Mitgefangenen begutachtet worden waren.

Die Männer betrachteten uns von oben bis unten. Der ältere der beiden befühlte uns auch, auch Im Gesicht, an den Brüsten und unseren intimen Stellen, so wie ich es noch aus der Steinhalle in schrecklicher Erinnerung hatte. Der jüngere der beiden stand dagegen nur interessiert daneben und sagte nicht viel. Dafür unterhielt sich der ältere Mann umso mehr mit Uthman. Was sie sprachen, konnte ich nicht verstehen, aber anscheinend ging es um uns. Der Araber schien nicht unzufrieden und schien auch mit Uthman über den Preis zu sprechen. Zumindest vermutete ich das. Anscheinend war dies hier tatsächlich eine Verkaufsveranstaltung. Und Lieke und ich die Ware, die zum Verkauf stand.


Vorsichtig warf ich einen Blick hinüber zu Lieke. Sie hatte auch einen schönen Körper. Die zwölf Jahre, die sie älter war als ich und die vier Kinder, welche sie auf die Welt gebracht hatte, waren an ihr natürlich nicht spurlos vorübergegangen. Aber schämen musste sie sich für ihr Aussehen bestimmt nicht. Mit einem „roten Punkt“ auf der Stirn konnte keine von uns mehr aufwarten. Ich wusste nicht, was die Männer mit uns vorhatten, daher wusste ich auch nicht, ob das eine Rolle spielte. So wie der ältere Mann unsere Brüste und uns zwischen den Beinen „begutachtete“, schien unser Körper aber auch nicht ganz unwichtig zu sein.

Mir schauderte wiederum.


Der ältere Mann befahl uns auch, unseren Mund zu öffnen und begutachtete unsere Zähne. So etwas war durchaus üblich, auch in Batavia, um zu prüfen, ob der Sklave oder die Sklavin, für den man sich interessierte, gesund war. Für mich war dies jedoch unglaublich demütigend, wie ein Tier auf dem Markt wurde ich begutachtet. Etwas anderes war ich aber wohl auch nicht mehr, jedenfalls nicht für die drei arabischen Männer vor mir.

Dann trat der ältere Araber einen Schritt zurück, betrachte uns beide nochmals von oben bis unten – und zeigte dann auf mich.

Er sagte etwas zu Uthman, das wohl hieß:

„Die da!“

Mir wurde angst und bange. Wer waren diese Menschen, was wollten sie von mir?

Obwohl ich nicht mehr klar denken konnte, hatte ich doch verstanden:

Sie wollten mich kaufen. Als Sklavin. Nur mich.


Mit dem Mut der Verzweiflung flehte ich meinen Besitzer an:

„Please, Sir, please let me write a letter to my family in Amsterdam. For sure they will pay ransom for me. “

Auf keinen Fall wollte ich an die beiden Männer verkauft werden, diese sahen nicht besonders freundlich aus. Im Gegenteil grinste mir der ältere Araber ins Gesicht, nachdem er mich „ausgewählt“ hatte. Und allein wollte ich noch weniger verkauft werden als zusammen mit Lieke.

In diesem Moment hatte ich schreckliche Angst, was diese Männer mit mir tun würden. Insbesondere die Art und Weise, wie mich der Mann zwischen den Beinen begutachtet hatte, weckte in mir schlimme Befürchtungen.


Uthman sah mich jedoch nur böse an.

Ohne ein Wort zu sagen, verabreichte mir drei Schläge mit seinem Rohrstock.

Er schlug hart zu und es tat höllisch weh. Ich wimmerte, weinte, sagte aber nichts weiter.

Stattdessen sprach er mich mit bösem Blick an:
„Schweig, Sklavin. Ich habe Dir bereits gesagt, dass es dafür zu spät ist.“

Eigentlich wusste ich bereits, dass ich schweigen sollte, dennoch öffnete ich in meiner Verzweiflung erneut meinen Mund:

„Wer sind diese Männer? Was werden sie mir tun?“

Uthman wurde nun wütend und schlug mich erneut fünfmal mit seinem Rohrstock:

„Ich habe Dir gesagt, dass Du schweigen sollst, Sklavin. Was mit Dir passiert, wirst Du früh genug erfahren.“

Mehr sagte er nicht. Auch die beiden Männer, welche mich ausgesucht hatten, machten nicht die geringsten Anstalten, mir zu sagen, was sie mit mir vorhatten.

Stattdessen grinste mich der ältere Araber hämisch an:

„Don’t worry, sweety. You will like the place where we will bring you! “

Sein teuflisches Grinsen verriet mir, dass er dies ebenso wenig ernst meinte wie Mats seinen Abschiedsgruß, dass ich meine Familie von ihm grüßen sollte.


Ich weinte bitterlich, das klang nicht gut.

Mein Po tat auch fürchterlich weh, aber im Moment war das vermutlich mein kleinstes Problem.

Die beiden fremden Männer ließen sich auch nicht lange bitten. Ich durfte mir noch mein Kleid und meine Schuhe anziehen.

Ja, durfte. Der ältere Araber drohte mir noch:

„If you don’t behave well, we will take away your shoes and you can walk barefoot, as the African slaves do!”

Mir schauderte. Ich hatte mich immer schon gefragt, wie die afrikanischen Sklaven es ohne Schuhe aushielten. Der Boden Afrikas war von der Hitze glühend heiß, vermutlich hätte ich innerhalb von Minuten Brandblasen an den Füßen gehabt.

Kleinlaut gab ich zurück:
„Yes, Sir.“

Dann verband der jüngere der beiden Männer meine Handschellen mit einer kurzen Kette hinter meinem Rücken. Dann holte er eine etwas längere Kette hervor und verband diese mit dem Halseisen, das ich immer noch trug.

Wie einen Hund hatte er mich nun an der Leine, meine Hände waren nutzlos hinter meinem Rücken gefesselt, selbst meine Tränen konnte ich nicht mehr abwischen. Schlimme Erinnerungen wurden wach an den Tag, als ich das erste Mal verkauft worden war. Damals war ich auch an einer Eisenkette vom Hafen zum Sklavenmarkt geführt worden waren, zusammen mit Clara, Veronica und viele anderen.
Und auch vom Sklavenmarkt hierher hatte man mich mittels einer Eisenkette gebracht. Zusammen mit Antje, die inzwischen vermutlich die Freiheit genießen konnte. Wie gerne wäre ich jetzt an ihrer Stelle. Sie hatte anscheinend einen wirklich lieben Mann. Während mich der Mann, den ich geheiratet hatte, wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen hatte, um noch mehr Gewürze verkaufen zu können.

Ich musste an den makabren Satz denken, dass ich meine Familie von Mats grüßen sollte, wenn ich sie wiedersah. Wie ich so gefesselt in dem Vorraum stand, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich diese je wiedersehen würde.


Lieke durfte ihr Kleid ebenfalls wieder anziehen und wurde dann zurück in unsere Zelle geführt und dort eingeschlossen. Besonders glücklich sah auch sie nicht aus, obwohl ihr das Schicksal, ein zweites Mal als Sklavin verkauft zu werden, anscheinend erspart geblieben war. Vermutlich aber auch nur für eine kurze Zeit.


Mit gefesselten Händen zog mich der jüngere der beiden Männer so wie ich war aus dem Gebäude. Ich hatte aber auch nichts, was ich hätte mitnehmen können, außer vielleicht den schrecklichen Brief von Mats. Der andere blieb noch kurz zurück und besprach noch etwas mit Uthman.

Ich schaffte es gerade noch, Lieke einen traurigen Abschiedsgruß zuzurufen, bevor ich zur Tür hinausgezogen wurde. Hoffentlich würde es ihr besser ergehen als mir. Vermutlich aber nicht.

Aus den Augenwinkeln glaubte ich zu sehen, dass der ältere Mann meinem – ehemaligen - Besitzer ein paar Goldmünzen gab.

Überraschen konnte mich dies nicht. Nachdem Uthman vor rund einem Jahr viel Geld für mich bezahlt hatte, um ein noch höheres Lösegeld zu erpressen, wäre es doch sehr seltsam gewesen, wenn er mich jetzt einfach verschenkt hätte. Dass dies hier eine Verkaufsveranstaltung werden würde, war mir bereits klar gewesen, als Uthman mit den beiden Männern den Vorraum betreten hatten. Auch das Ergebnis – dass ich von den beiden Männern mitgenommen werden würde – hatte ich irgendwie bereits geahnt.
Und dennoch: Nun, da es soweit war, konnte ich mein Elend kaum begreifen. Bis vor einer Woche, noch in dem Moment, da Antje freigelassen wurde, hatte ich gehofft, dass Mats ein Lösegeld für mich zahlen würde und ich dann als freie Frau nach Batavia weiterreisen konnte.

Stattdessen wurde ich nun gefesselt in die Sklaverei geführt, wohin auch immer.


Der Mann, der die Kette zu meinem Halseisen in der Hand hielt, wartete im Innenhof noch einen Moment auf den anderen. So wie es aussah, war dieser sein Chef und hieß Rais, so sprach ihn zumindest der jüngere Mann an.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sold-1089779994

Uthman kam noch mit zum Tor und öffnete dieses. Er bedankte sich nochmals bei dem Mann, Rais, der mich anscheinend gekauft hatte, und wünschte diesen einen schönen Tag.

Wir traten hinaus in die Gasse. Um nicht gewürgt zu werden, folgte ich dem jungen Mann, welcher die Kette zu meinem Halsband hielt, ohne dass es einer Aufforderung bedurft hätte. Tatsächlich verließ ich das erste Mal seit einem Jahr dieses Gefängnis.

Besser würde mein Leben jetzt aber vermutlich nicht werden, ganz im Gegenteil. Wo mich die beiden Männer wohl hinbringen würden?

Ich sollte es schnell erfahren.


Der Helfer übergab nun seinem Chef die Kette zu meinem Halsring und dieser zog mich nun durch die Straßen der Stadt.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...eets-1090039700

Es war sehr heiß und irgendwie war ich längere Fußmärsche auch nicht mehr gewohnt, daher schwitzte ich schon nach wenigen Metern. Der Schweiß lief mir in die Augen, aber ich konnte diesen ebenso wenig abwischen wie meine Tränen.
Das interessierte Rais und seinen Helfer aber natürlich nicht im Geringsten. Zumindest hatte ich noch meine Schuhe, hoffentlich würden die beiden Männer mir diese nicht auch noch wegnehmen.

Vielleicht hatte der Araber sogar bemerkt, dass mich der Gang in der Hitze anstrengte, aber statt stehen zu bleiben, zog er nur unsanft an der Kette und rief mir zu:

„Walk, slave! We are not on holiday! “

Wie ich zuvor bereits bemerkt hatte, konnte Rais auch Englisch, sogar besser als Uthman.
Freundlicher war er aber auch nicht, im Gegenteil.
Ich hatte das dumpfe Gefühl, dass mein neuer Besitzer es nicht gut mit mir meinte. Anscheinend war ich für ihn auch nur eine Sklavin, maximal so viel wert wie die Goldstücke, die er für mich bezahlt hatte.

Vermutlich kamen harte Zeiten auf mich zu.


Wir kamen wieder an der Moschee und dem Marktplatz vorbei. Es war bereits fast ein Jahr her, dass ich diese das letzte Mal gesehen hatte, aber viel verändert hatte sich hier seitdem nicht.

Der ältere Araber, Rais, zog mich an der Kette weiter, durch eine Gasse, die mir ebenfalls noch bekannt vorkam, hin zu einem Stadttor, das ich auch noch kannte. Das Stadttor, durch das ich vor knapp einem Jahr als Gefangene diese Stadt betreten hatte. Nun war ich zweimal verkauft worden und verließ diese Stadt wieder. Wieder an einer Eisenkette. Wieder – oder besser gesagt immer noch- als Sklavin.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gate-1090039618

Ich konnte mir nun auch denken, wo mich die Männer hinbrachten: Zum Hafen.

Ich schwitzte und Durst hatte ich auch, aber Rais zog mich unbarmherzig weiter.


Vom Stadttor zum Hafen waren es auch nur wenige Meter, dennoch war es unglaublich demütigend, wie mich auch auf dem Weg dorthin wieder viele Menschen ansahen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rbor-1090039953

Auf dem Weg dorthin kamen mir einige schwarze Sklavinnen und Sklaven entgegen, bestimmt dreißig oder vierzig an der Zahl. Sie waren alle an Händen und Füßen gefesselt und darüber hinaus noch mit einer Kette an Eisenringen um ihren Hals in mehreren Gruppen zusammengebunden. Geführt wurden sie von ein paar Arabern, die Peitschen und Stöcke in der Hand hielten.

Die armen Kreaturen waren anscheinend gerade im Hafen angelandet und wurden nun in die Stadt getrieben, um dort auf dem Sklavenmarkt verkauft zu werden.

So wie ich vor knapp einem Jahr.

Irgendwie hatte ich Mitleid mit diesen armen Kreaturen, ihnen würde es vermutlich auch nicht besser ergehen als mir. Für afrikanische Sklaven zahlte niemand ein Lösegeld, sodass deren Schicksal bereits feststand.


Ich wurde dagegen in die andere Richtung getrieben, auch an einer Kette an meinem Halsring, auch von arabischen Männern, allerdings alleine.
Irgendwie war das seltsam.

Meine Leidenszeit in Sansibar war anscheinend vorbei, dafür begann eine neue Leidenszeit, wo auch immer.


Kurz darauf erreichten wir den Hafen, den ich auch noch in schrecklicher Erinnerung hatte. Das niederländische Segelschiff, auf dem ich hierhergekommen war, lag nicht mehr dort. Vermutlich war dieses längst weg. Zusammen mit meinem Geld und all den Sachen, die ich in Amsterdam für Mats gekauft hatte.

Nun hatte ich nicht mehr als das alte Kleid, das ich noch auf der Haut trug und meine Schuhe, die auch schon ziemlich abgetragen waren. Auch der Brief von Mats und die Urkunde über die Annullierung meiner Ehe waren in der Zelle zurückgeblieben. Vielleicht war es besser so, dass ich dieses schreckliche Schriftstück nie mehr zu Gesicht bekam.


Der Araber zog mich über den Hafenplatz, hin zu einem arabischen Segelschiff, welches im Hafen vor Anker lag.


https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1090039784

Ganz offensichtlich würden mich die beiden Männer von hier wegbringen.

Aber wohin?

Nach den Schlägen vorhin traute ich mich nicht mehr zu fragen, das hätte mir vermutlich nur weitere Schmerzen eingebracht. Mein Po tat auch so immer noch sehr weh von den acht Schlägen, die mir Uthman zuvor verabreicht hatte.

Aber gewusst hätte ich es schon gerne, wohin man mich brachte und was mich dort erwartete…

Dass mir dieser Ort gefallen würde, war dagegen sehr unwahrscheinlich, seinem diabolischen Grinsen nach hatte Rais das zuvor sarkastisch gemeint…

Vermutlich wusste der Araber schon, welcher Albtraum mir bevorstand…

21. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 22.08.24 22:59

Die Bilder sehen toll aus. Großes Lob dafür.
22. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 26.08.24 00:23

7. Reise ins Ungewisse


Beim Segelschiff angekommen sah ich, dass dort fünf weitere Männer mit arabischen Aussehen damit beschäftigt waren, allerlei Waren auf das Schiff zu bringen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rbor-1090039845

Weitere Sklaven oder Sklavinnen sah ich dagegen nicht.

Weiterhin hätte ich zu gern gewusst, wo dieses Schiff hinfuhr, wohin man mich brachte.

Ich vermutete, dass man mich irgendwo in Arabien hinbringen würde. Aber wohin? In den Oman, so wie Clara vor ein paar Monaten? Oder nach Ägypten? Oder vielleicht nach Bagdad? Oder vielleicht in irgendein Dorf in der arabischen Wüste?

Und vor allem, wozu? Wie würde mein Dasein als Sklavin dort aussehen? Müsste ich dort Rais dienen? Oder würde mich dieser dort weiterverkaufen?

Weiterhin sagte mit dies aber niemand.

Nicht der Kapitän, nicht sein Helfer und auch niemand der anderen fünf Männer.

Stattdessen wurde ich an der Kette wie ein Hund über eine Planke auf das Schiff gezogen. Rais, anscheinend der Anführer und auch Kapitän des Schiffs, blieb bei den anderen Männern und besprach etwas auf Arabisch. Ich wurde dagegen von seinem Helfer unter Deck geführt. Am hinteren Ende des Schiffs gab es auf der rechten Seite eine Zelle, in diese wurde ich eingesperrt. Zumindest löste der Helfer die lange Kette zu meinem Halsring und die kurze Kette, welche meine Hände hinter meinen Rücken verbunden hatte. Den Halsring und die Handschellen selbst öffnete er jedoch nicht, diese umschlossen weiter als Zeichen meines Status als Sklavin meinen Körper. Ich fragte mich, ob mir diese Eisenschellen jemals wieder abgenommen werden würden oder ob ich diese nun bis an mein Lebensende tragen müsste.

Vor allem fragte ich mich, ob ich nun bis an mein Lebensende eine Sklavin bleiben würde. In Batavia kam es manchmal vor, dass Sklaven von ihren Herren freigelassen wurden oder diese sich freikaufen konnten. Oft genug starben die Sklaven aber auch als Sklaven in Gefangenschaft. Ob mich dieses Schicksal auch erwartete?

Das würde dann nichts anderes bedeuten, als dass ich meine Familie nie mehr wiedersehen würde. Dass unser Abschied in Amsterdam letztes Jahr ein Abschied für immer gewesen war. Ein paar Tränen kullerten mir aus den Augen.


Der Raum, in dem ich eingesperrt worden war, war nicht groß, aber ich hatte recht viel Platz. Das lag vermutlich daran, dass ich ganz allein hier war. Es gab ein vergittertes Fenster, durch welches etwas frische Luft hereinkam. Ansonsten war es in diesem Raum genauso schwül-warm wie draußen. Ich hatte Durst, aber zu trinken gab es hier drin offensichtlich nichts. Auf dem Boden lagen einige Strohmatten und ein paar alte, verschlissene Kissen. Vermutlich war dieser Raum eigentlich dafür da, mehrere Sklaven zu transportieren. Man hätte bestimmt zehn bis zwanzig, vermutlich auch noch mehr Sklaven hier zusammenpferchen können. Angenehm wäre das dann nicht mehr gewesen, aber ob es die Sklaven bequem hatten, war nun wirklich das allerletzte, was einen Sklavenhändler interessierte. Außer mir war aber niemand hier, etwas seltsam war dies schon. Würden vielleicht noch weitere Sklaven dazu kommen? Mit nur einer einzigen Sklavin nach Arabien zu segeln, machte irgendwie keinen Sinn.


Ich sah mich nochmals in dem Raum um, aber im Grunde hatte ich bereits alles gesehen. Ein paar Holzwände, vermutlich zwei nach außen und zwei nach innen, ein vergittertes Fenster, ein paar Strohmatten, ein paar Kissen und eine Art Nachttopf, mehr gab es hier drin tatsächlich nicht.

Ich setze mich auf eine der Strohmatten und dachte nach.

Wo man mich wohl hinbringen würde? Warum hatte der Araber mich gekauft? Für sich selbst oder zum Weiterverkauf?


Weit kam ich mit meinen Überlegungen allerdings nicht. Ich wusste es nicht und es war niemand hier, der es mir hätte sagen können. Es war nicht einmal jemand hier, mit dem ich über das Ziel meiner Reise hätte spekulieren oder mich anderweitig unterhalten können. Selbst Lieke war weg, zurückgeblieben in unserem Gefängnis in der Stadt. Wie gerne hätte ich zumindest sie jetzt bei mir.

Oder irgendjemand anderen, irgendjemand, der mich hätte trösten können. Oder zumindest meine Tränen hätte teilen können.

Ich war so traurig. Ich war so allein.


Betrübt saß ich so da und wartete, was passieren würde.

Und es passierte – nichts. Jedenfalls nicht in den nächsten Stunden.

Ich hörte Stimmen von draußen, die sich auf Arabisch unterhielten, dazu diversen anderen Lärm. Vermutlich wurden Waren oder Proviant nach unten gebracht, vielleicht in den Nebenraum, denn auch von dort hörte ich von Zeit zu Zeit Stimmen.

Dann wurde es wieder ruhig.


Die Zeit verging, ich wusste nicht, ob es Minuten oder Stunden waren. Ich lief ab und zu in meiner Zelle herum, aber in einem Raum von vielleicht 2 auf 4 Meter war das auch nicht wir wirklich erbaulich. Ansonsten saß ich da und wartete bis die Zeit verging. Mehr konnte ich nicht tun.


Irgendwann ging dann aber doch wieder die Tür auf und ein Araber brachte mir einen Krug mit Wasser und Obst, Bananen und ein paar anderen tropischen Früchten. Er stellte die Sachen wortlos ab und war genauso schnell verschwunden, wie er gekommen war.

Er machte die Tür zu und ich konnte vernehmen, wie diese von außen wieder verschlossen wurde.

Eine Weile passierte wieder nichts, dann registrierte ich, dass sich das Schiff in Bewegung setzte.

Weiterhin war ich ganz allein hier in meiner Zelle, kein weiterer Sklave und keine weitere Sklavin war dazugekommen. Ich konnte mir weiterhin keinen Reim darauf machen, warum die Araber mit nur einer einzigen Sklavin lossegelten, aber den Grund sagte mir niemand. Im Grunde ging mich dies auch nichts an. Rais, offensichtlich mein neuer Besitzer, konnte mit mir tun, was er wollte, ob es Sinn machte oder nicht.


Ich sah aus dem vergitterten Fenster und konnte erkennen, dass wir tatsächlich Segel gesetzt hatten und den Hafen verließen.

Weiterhin hatte ich nicht die geringste Ahnung, wo man mich hinbringen würde.

Ich blickte wieder aus dem Fenster, etwas anderes konnte ich eh nicht tun.

Zunächst konnte ich noch die gewaltige Mauer dieser Stadt betrachten.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ibar-1090758854

Ich war wohl fast ein Jahr in dieser Stadt gewesen, aber gesehen von ihr hatte ich praktisch nichts. Eine Steinhalle, in der ich das erste Mal verkauft worden war und mein Gefängnis, das war‘s. Tränen weinte ich dieser Stadt nicht hinterher. Aber dass es mir dort, wo man mich hinbringen würde, besserging, war leider doch auch sehr unwahrscheinlich.


Ich wunderte mich etwas, aber anscheinend verließen wir den Hafen Richtung Süden. In die gleiche Richtung, aus der die Piraten vor knapp einem Jahr hierher gesegelt waren. Dabei lag Arabien doch nördlich von hier. Vielleicht gab es ein paar Untiefen nördlich der Stadt, so dass der Kapitän um die Insel herumsegeln würde? Ich wusste es nicht. Der Kapitän würde schon wissen, was er tat. Beeinflussen konnte ich es sowieso nicht und es war auch weiterhin niemand da, den ich hätte fragen können.

Die Stadt glitt langsam vor mir vorbei und endete irgendwann. Danach sah ich noch die Felder außerhalb der Stadt. Ein paar schwarze Sklaven arbeiten dort. Auch diese hatten wohl kein einfaches Leben. Sandstrände, Palmen und Felder zogen langsam vorbei. Ich sah viele Vögel und am Ufer sogar ein paar Krokodile. Vielleicht wäre es besser, wenn mich eines von diesen zum Abendessen verspeisen würde, dann blieb mir wenigsten mein Schicksal als Sklavin irgendwo in Afrika oder Arabien erspart.

Jedoch hätte ich auch nicht gewusst, wie ich durch das vergitterte Fenster zu den Krokodilen hätte kommen können. Diese mussten sich wohl leider ein anderes Abendessen suchen. Und mir würde mein Schicksal als Sklavin wohl auch nicht erspart bleiben.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ibar-1090338150


Die Insel wich langsam zurück, sodass ich nicht mehr viel von dieser sehen konnte.

Wir passierten noch zwei kleine Inselchen und kurz darauf konnte ich die Spitze der Insel noch im Abendrot erkennen. Soweit ich mich erinnerte, waren wir auch an diesen Inselchen und dieser Landspitze vor knapp einem Jahr vorbeigesegelt. Dies war das letzte Stückchen Land, danach konnte ich vom Fenster aus nur noch das Wasser des Indischen Ozeans erblicken. Wasser und Wellen bis zum Horizont. Ich hätte erwartet, dass wir nun eine Kurve um die Südspitze der Insel machen würden, aber soweit ich das durch das vergitterte Fenster sehen konnte, segelten wir weiterhin geradeaus. Weiter Richtung Süden?

Es wurde auch dunkel und so legte ich mich irgendwann hin. Zu sehen gab es draußen eh nichts mehr. Nur Wellen, welche in der Dunkelheit an unser Schiff brandeten.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ar-2-1090338312

Nachdem außer mir niemand hier war, stapelte ich ein paar Strohmatten aufeinander, so war der Boden etwas weniger hart. Gemütlich war das aber trotzdem nicht.

Ich dachte auch zurück an Lieke. Vermutlich würde auch sie diese Nacht alleine verbringen, alleine in der Gefängniszelle in Sansibar. Oder war sie vielleicht auch schon weg, verkauft? Was aus ihr wohl werden würde? Vermutlich würde ich es nie erfahren. So schrecklich die Zeit und insbesondere die letzten Tage in Sansibar auch waren, zumindest war ich nicht allein dort gewesen.


In dieser Nacht schlief ich sehr schlecht. Die Ungewissheit, wo man mich hinbringen würde, beschäftigte mich. Zugleich machte mich die Ohnmacht, nichts dagegen tun zu können, fast verrückt.

Ich lag die meiste Zeit wach, wälzte mich auf meinen Strohmatten hin und her und überlegte, was mit mir passieren würde.

Ein sinnloses Unterfangen.

Ich lag einsam in dieser Gefängniszelle und niemand war hier, der mir eine Antwort hätte geben können oder mit dem ich mich hätte unterhalten können.

Die Zeit in Sansibar war alles andere als schön gewesen, aber in gewisser Weise vermisste ich meine Zelle dort. Dort konnte ich zumindest von Zeit zu Zeit mit Antje, Lieke und den anderen sprechen, um nicht völlig verrückt zu werden.

Aber es half alles nichts. So lange ich auch nachdachte, so lange ich mich auch fort von hier wünschte, änderte sich nichts an meiner Ungewissheit und Einsamkeit.


Ich sah von Zeit zu Zeit aus dem vergitterten Fenster meiner Zelle, aber auch dort konnte ich weiterhin nichts als Meer sehen. Der halbe Mond erleuchte das Wasser und am Himmel standen die Sterne, nur ein paar wenige Wolken verdeckten einen Teil von diesen.

Ich vermutete, dass wir immer noch nach Süden segelten. Auf der schrecklichen Etappe von Lydsaamheid nach Sansibar hatte ich auf dem Deck viele, sehr viele Nächte Zeit gehabt, die Sterne zu betrachten. Die Sterne, welche ich aus dem Fenster erkennen konnte, waren auf der Fahrt nach Sansibar rechts von uns, also im Osten gewesen.
Nun waren sie links von unserem Schiff.

Vielleicht täuschte ich mich aber auch, schließlich war es schon viele Monate her, dass ich gefesselt auf dem Deck unseres gekaperten Segelschiffs gesessen hatte. Und Astronomie hatte mich auch noch nie besonders interessiert, ich war ja kein Kapitän und wollte auch keiner werden. Abgesehen davon, dass dies sowieso kein Beruf für Frauen war.

Vielleicht wurde ich auch einfach nur verrückt und bildete mir nur ein, dass ich die Sterne so gesehen hatte.

Arabien lag nördlich von hier, so viel stand fest.

Wirklich schlafen konnte ich nicht. Die Einsamkeit, die Ungewissheit, die Angst vor dem, was mich erwartete, ließ mich nicht einschlafen.

Ich muss aber zugeben, dass da noch ein ganz klein wenig Hoffnung war, dass wir vielleicht doch nach Süden, zu den niederländischen Kolonien, segelten.

Vielleicht hätte dort in Kapstadt oder Lydsaamheid irgendein reicher Niederländer Mitleid mit mir und würde mich gegen ein Lösegeld freikaufen?
Vielleicht irgendjemand, der meine Familie in Amsterdam kannte? Das wäre durchaus im Bereich der Möglichen. Meine Familie war nicht reich, aber der Name „van de Vliet“ war durchaus bekannt in Amsterdam. Vielleicht war dies der Plan der Araber? Vielleicht hatte Rais es doch nicht ironisch gemeint, dass ich mir der Platz gefallen würde, an den er mich brachte?

Aber warum hatten er dann Lieke nicht mitgenommen? Vielleicht hätte ein reicher Niederländer auch sie freigekauft?

Und warum hatte der Kapitän mich dann zuvor an den Brüsten und zwischen den Beinen unsittlich begrapscht?

Dennoch war dies zumindest eine theoretische Möglichkeit, dass die Araber zu einer der südlich von hier gelegenen niederländischen Kolonien segeln würden und bei dieser Gelegenheit dort ein Lösegeld für meine Freilassung erpressen würden.

Mit dieser sehr vagen Hoffnung fiel ich irgendwann dann doch in einen unruhigen Schlaf.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...leep-1090758659

23. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 16.10.24 19:30

Nundenn, noch eine kleine Fortsetzung meiner zweiten Historiengeschichte...


8. Tage auf See

Am nächsten Morgen erwachte ich, als die Tür zu meiner Zelle geöffnet wurde. Einer der Araber befahl mit „Aufstehen, Sklavin!“. Diesen Befehl verstand ich bereits, schließlich war ich über ein Jahr lang zunächst von arabischen Piraten und danach von einem arabischen Sklavenhändler als Sklavin gefangen gehalten worden.

Der Mann stellte mir ein Frühstück – Obst, Brot und Wasser – hin und fügte noch hinzu: „In 15 Minuten beginnt die Arbeit.“

Ich war müde und Hunger hatte ich auch noch nicht.

Aber es war klar, dass dies meine Bewacher nicht interessierte und ich arbeiten musste, egal ob ich etwas frühstücken würde oder nicht. So tat ich wie befohlen, wer weiß, wann ich das nächste Mal wieder etwas zu essen bekam. Ein Wunschkonzert, eine Vergnügungsreise war dies hier nicht, das war mir bewusst.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rise-1110884436

Allzu groß war das Frühstück auch nicht und so war ich schnell mit diesem fertig. Gerade rechtzeitig bevor die Tür aufging und mich der gleiche Araber wie zuvor anherrschte:

„Sklavin! Aufstehen! Mitkommen!“

In der Hand hielt er einen Rohrstock, mit welchem ich keine Bekanntschaft machen wollte. Mein Po tat immer noch etwas weh von Uthmans Schlägen gestern. So stand ich schnell auf und folgte dem Mann aufs Deck hinauf.

Es war noch früher Morgen, die Sonne war bereits aufgegangen, stand aber noch nicht sehr hoch am Himmel.

Zumindest konnte ich hier oben wieder frische Luft schnappen. Warm war es trotz der frühen Stunde auch hier an Deck, aber durch den Seewind war es nicht ganz so schwül-drückend wie unten in meiner Zelle.

Ich konnte nunmehr auch wieder auf die andere Seite des Schiffs blicken. Links von uns lag nichts als der weite Ozean, über dem die Sonne aufgegangen war. Auf der rechten Seite konnte ich dagegen die afrikanische Küste erkennen. Die gleiche Küste, an welcher ich vor ein paar Monaten gefesselt an Deck unseres Segelschiffs entlanggefahren war. Wir segelten an der afrikanischen Küste entlang nach Süden, daran gab es eigentlich keinen Zweifel.

Nur wohin, das war die Frage.

Vielleicht doch zu den niederländischen Kolonien?


Allzu viel Zeit zum Überlegen hatte ich aber auch nicht, denn erneut wurde ich von dem Araber angeherrscht:

„Du, Sklavin! Arbeiten!“

Der Rest des Tages bestand dann in der Tat aus Arbeit. Unschöner Arbeit. Die dreckigsten Arbeiten auf dem Schiff, z. B. das Ausleeren und Säubern der Nachttöpfe, das Wegputzen von Möwendreck vom Deck und vieles mehr musste ich erledigen. Ich war offensichtlich wirklich die einzige Sklavin auf dem Schiff, daher wurden mir sämtliche Arbeiten aufgetragen, welche die Araber nicht selbst erledigen wollten. Und das waren ziemlich viele.

Dabei wurde ich ständig von einem Araber überwacht, der nicht viel mehr tat als neben mir zu stehen und zu prüfen, ob ich auch schnell genug arbeitete.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ck-3-1110884712

Und vielleicht auch dafür Sorge trug, dass ich nicht über Bord sprang. Wenn ich nicht schnell genug arbeitete bekam ich schmerzhafte Schläge mit einem Stock. Dabei tat ich mein Bestes, aber in der Hitze Afrikas zu arbeiten, war wirklich hart.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...deck-1110749826

Mitleid war den Arabern aber fremd. Ich war eine Sklavin und so behandelten sie mich auch. Wie ein Tier, wie ein Stück Dreck. So wie manche grausamen Europäer ihre afrikanischen oder ostindischen Sklaven behandelten, dachte ich mit Schaudern.

Mein Mann hatte seine Sklaven nie so behandelt, aber natürlich hatte ich auch gesehen, dass dies nicht selbstverständlich war, andere Hausherren gingen wenig zimperlich mit ihren Sklaven um.

Aber immer noch besser, als die Araber mit mir umgingen.


Die Arbeit war hart, auch durch die Hitze. Am Morgen ging es noch, aber spätestens ab dem späten Vormittag wurde es unglaublich heiß. Dennoch musste ich den ganzen Tag schufften. Erst wenn die Araber merkten, dass ich kurz vor dem Zusammenbrechen war, gönnten sie mir eine Pause.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ak-1-1110810557

Anscheinend wollten sie mich doch am Leben lassen, auch wenn ich manchmal Zweifel daran hatte, so wie sie mit mir umgingen.

Am erholsamsten war es noch, wenn ich in der Küche Kartoffeln schälen oder etwas Anderes machen musste. Das war aber leider nur ein Teil meiner täglichen Arbeit.

Am Abend bekam ich durchaus noch etwas am Essen, damit auch den nächsten Tag wieder arbeiten und überleben konnte. Ich war fix und fertig und viele rote Striemen bedeckten meinen Körper, als mich die Araber am Abend wieder in meine Zelle einsperrten.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...orse-1110810816

Untertags hatte ich dafür keine Zeit, aber am Abend, allein in meiner Zelle, konnte ich meinen Tränen und meiner Trauer freien Lauf lassen. Was für ein schreckliches Schicksal hatte ich erwischt.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...days-1110810878

Ich wünschte mich zurück zu den Krokodilen, die ich vor Sansibar gesehen hatte. Oder hätte vielleicht ein Haifisch dort draußen im Meer mit mir Erbarmen?

Genau wie gestern verhinderte allerdings das Gitter an meinem Fenster, dass ich diese Überlegungen in die Tat umsetzen konnte.

Und weiterhin wusste ich nicht, wohin man mich bringen würde. Würde es mir dort bessergehen? Oder stand mir noch schlimmeres bevor?

Wobei ich nicht wusste, ob es überhaupt noch schlimmer ging.


Der zweite Tag auf See war wie der erste. Ich musste von früh bis spät in der Hitze des Tages arbeiten und wurde geschlagen, wenn die Araber nicht zufrieden waren. Und das waren sie oft nicht, obwohl ich mich in mein Schicksal ergeben hatte und alles tat, was sie mir befahlen. Etwas anderes blieb mir eh nicht übrig.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ck-1-1110884820

Mehr als einmal schielte ich auf das Meer und dachte über einen Sprung in selbiges nach. Allerdings ließen mich meine Aufpasser nicht aus den Augen, so dass ich keine Gelegenheit dazu hatte.

Schlimmer noch banden sie dann eine Kette um mein Fußgelenk und verbanden diese mit dem Mast, wenn sie keine Zeit oder Lust hatten, mich zu bewachen.


Wenn ich doch einmal Pause hatte, fesselten mich die Araber auch manchmal an meinem Halsring oder meinen Handschellen an den Mast, so dass ich auch in meinen kurzen Pausen gar nicht erst auf die Idee kam, über Bord zu springen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...oard-1110810618
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...reak-1110884533

Anscheinend war ihnen mein Schielen auf das Wasser unter uns nicht verborgen geblieben, gut möglich, dass die ein oder andere verzweifelte Sklavin in einer ähnlich aussichtslosen Situation auf diese Weise ihrem Leben ein Ende bereitet hatte.

Manchmal machten sich die Araber auch einen Spaß daraus, mich während meiner Pause in einer möglichst unbequemen Position zu fesseln. Erholung war so kaum möglich. Im Gegenteil war ich mehr als einmal froh, wenn meine „Pause“ vorbei war und ich weiterarbeiten „durfte“.


Es kam auch öfters vor, dass sich zwei oder drei Araber gemütlich in den Schatten setzen und mich mit einem Stock in der Hand dazu aufforderten, schneller zu arbeiten. Wenn ich diesem Befehl dann ihrer Meinung nach nicht genügend Folge leistete, erhob sich einer von ihnen, schlug mich drei- oder viermal und setzte sich dann wieder zurück in den Schatten.

Wie gerne wäre ich in diesen Momenten gestorben, wenn ich es nur gekonnt hätte.

Aber so schlecht sie mich behandelten, anscheinend wollten die Araber doch, dass ich das Ziel unserer Reise erreichte. Welches auch immer dies sein mochte.

Abends sank ich dann völlig erschöpft wieder auf meine Strohmatte und beweinte mein Schicksal.

Der dritte Tag war wie der zweite.
Und der vierte Tag wie der dritte.
Und der fünfte Tag wie der vierte.
Und so weiter.
Irgendwann hörte ich auf zu zählen.

Wir segelten weiter, immer weiter Richtung Süden, an der afrikanischen Küste entlang.

Ganz langsam wurde es ein bisschen weniger schwül, aber es blieb heiß. Und die Arbeit blieb hart und demütigend.

Einmal, ein einziges Mal hatte ich meinen Mut zusammengenommen und den Kapitän in meiner Verzweiflung gefragt, wo er mich hinbringen würde.
Irgendwie hoffte ich, dass er mich zurück nach Kapstadt oder Lydsaamheid bringen würde, um dort ein Lösegeld für mich zu erpressen, und mein Martyrium dort ein Ende haben würde.

Dann hätte ich zumindest einen Grund gehabt, die Qualen und Demütigungen an Bord noch ein paar Tage oder Wochen auszuhalten.

Jedoch, statt einer Antwort bekam ich nur Schläge und ein „Sklavin, schweig! Das wirst Du noch früh genug erfahren!“ zugeworfen. Ich weinte erneut und hätte meinem Leben gerne ein Ende bereitet, wenn ich nur gewusst hätte wie.

Andererseits, wohin sollten wir sonst segeln als nach Südafrika? Wir entfernten uns immer weiter von Arabien, es war unwahrscheinlich, dass der Kapitän die Orientierung verloren hatte und tagelang in die falsche Richtung segelte.

Aber wenn wir wirklich nach Kapstadt segelten, warum sagte mir dies niemand?

Weitere Tage vergingen mit Hitze, harter Arbeit, Schlägen und Demütigungen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ck-2-1110884606

Viele rote Striemen zierten meinen Körper und vor Müdigkeit und Trauer konnte ich mich kaum noch auf den Beinen halten.

Inzwischen war es mir fast egal, wohin wir segelten. Ich wollte einfach runter von diesem Schiff. Egal welches Ziel die Araber hatten und was mich dort erwartete, es konnte eigentlich nicht mehr schlimmer werden als das, was ich hier an Bord erdulden musste.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-end-1110810749

Dachte ich.
24. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 16.10.24 20:27

Schön, dass auch diese Geschichte fortgesetzt wird. Sie kann einen ja fast leid tun, andererseits hatten deine Hauptdarsteller ja meistens ein zumindest halbwegs gutes Schicksal. Bin gespannt wie es weitergeht
25. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 16.10.24 20:35

Zitat
Schön, dass auch diese Geschichte fortgesetzt wird. Sie kann einen ja fast leid tun, andererseits hatten deine Hauptdarsteller ja meistens ein zumindest halbwegs gutes Schicksal. Bin gespannt wie es weitergeht


Da kann ich Dir zweimal zustimmen.
Das bittere ist ja, dass Isabella eigentlich in Amsterdam bleiben wollte, aber wegen der "Ehre der Familie" dann doch das Schiff bestiegen hat. Ihr Ex-Mann war dann weniger zimperlich.
Vielleicht bekommt Isabella ja auch ein happy end... Aber vorher wird sie noch einiges durchmachen müssen... Ich habe ja schon mal geschrieben, diese Geschichte ist etwas härter als die letzte...
26. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Windelmeister am 17.10.24 00:32

Puh da hat es Isabell im Gegensatz zu Clara doch übel erwischt. Man kann ihr nur die Daumen drücken für ein Happy End aber im Moment spricht nicht viel dafür.

DANKESCHÖN das du uns auch an Isabella Leidensweg weiter teilhaben lässt
27. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 18.10.24 19:53

Zitat
Puh da hat es Isabell im Gegensatz zu Clara doch übel erwischt. Man kann ihr nur die Daumen drücken für ein Happy End aber im Moment spricht nicht viel dafür.

DANKESCHÖN das du uns auch an Isabella Leidensweg weiter teilhaben lässt


In der Tat macht Isabella gerade eine harte Zeit durch. Ich will aber auch nicht ausschließen, dass sie am Ende der Geschichte doch froh ist, nicht über Bord gesprungen zu sein
Zumindest geht ihr Wunsch, von diesem Schiff runterzukommen, bald in Erfüllung.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ca-2-1111496924

Aber ob es ihr am Ziel ihrer Reise besser gehen wird? Vielleicht ist es besser für sie, dass sie noch nicht weiß, was sie dort erwartet...

28. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 04.11.24 20:30


9. Land in Sicht


Es war der 14. oder 15. Morgen, seit wir Sansibar verlassen hatten, vielleicht auch der 16. oder 17., so genau wusste ich das nicht mehr. Jedenfalls war es noch gar nicht so lange her, dass ich aufgehört hatte, die Tage zu zählen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rica-1111463679

Es war noch früher Morgen, wie an jedem anderen Tag hatten mich meine Besitzer früh aufgeweckt und mich nach einem kurzen Frühstück wieder zur Arbeit getrieben. Heute durfte ich wieder bereits am frühen Morgen das Deck säubern.

Was aber am frühen Morgen immer noch angenehmer war als in der Hitze des Tages.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-1-1111132914
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-3-1111133304
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-2-1111132737

Wie ich gerade so auf dem Deck kniete und schrubbte, bemerkte ich, dass unser Schiff den Kurs änderte und nunmehr Richtung Westen, Richtung afrikanische Küste segelte. Kurz darauf sah ich direkt vor uns ein Fort, auf welches wir anscheinend zusteuerten. Dieses lag anscheinend in einer Bucht, denn rechts von uns sah ich auch eine palmenbestandene Landspitze.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ca-1-1111496681
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ca-2-1111496924
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ca-3-1111497064

Der Kapitän hatte bemerkt, dass ich das Fort erblickt hatte und meinte mit einem Grinsen:
„Wir sind fast da! Freust Du Dich schon auf Dein neues Zuhause, sweety?“

Sein Grinsen gefiel mir nicht. Dieses war genauso diabolisch wie damals in meinem Gefängnis in Sansibar. Auch der Unterton, mit dem er mich als „sweety“ bezeichnete, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

Ich konnte mir keinen Reim darauf machen, was das für ein Fort war.

Das war jedenfalls nicht Lydsaamheid.

Wir waren auch noch gar nicht so lange unterwegs gewesen, vielleicht etwas mehr als 2 Wochen. Lydsaamheid war weiter weg. Und Kapstadt sowieso.
Irgendwo in Ostafrika waren wir schon noch, nur wo?

War dies ein arabischer Außenposten, von dem ich noch nie gehört hatte? Vielleicht einer, der erst vor kurzem gegründet oder erobert worden war?


Zu gerne hätte ich gewusst, was das für ein Ort war, aber der Araber sagte es mir nicht.

Ich überlegte kurz, ob ich ihn direkt fragen könnte. Aber vermutlich hätte ich statt einer Antwort bereits am frühen Morgen wieder Schläge bekommen, daher sparte ich mir die Frage und die Hiebe.

Anscheinend war der Araber weiterhin der Meinung, dass ich das früh genug erfahren würde, daher herrschte er mich nur an:

„Sklavin, weiterputzen!“

Was ich dann auch wohl oder übel tat, wollte ich um diese Uhrzeit nicht bereits das erste Mal für heute geschlagen werden. Mein Körper tat immer noch weh von den Schlägen gestern. Und vorgestern. Und vorvorgestern.

Wir segelten weiter auf das Fort zu und dann in einem Linksbogen rechts an diesem vorbei.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rney-1111140100

Anscheinend waren wir wirklich in einer Bucht, denn links von uns lag nun das Fort und dahinter eine von einer Mauer umgebene Stadt.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ress-1111496453

Rechts von uns konnte ich in einiger Distanz die afrikanische Küste erkennen. Die Landspitze, welche ich zuvor gesehen hatte, lag bereits hinter uns, direkt vor uns erstreckte sich weiteres Meer.

Befand sich diese Stadt vielleicht auf einer Insel? Das wäre nicht unwahrscheinlich, viele europäische und arabische Außenposten in Afrika wurden auf Inseln vor der Küste errichtet, um besser vor Angriffen vom Kontinent geschützt zu sein. Ganz sicher war ich mir jedoch nicht, vielleicht erstreckte sich die Bucht auch nur noch einige Kilometer nach Süden. Ich hatte ja auch keine Ahnung, was für eine Bucht dies hier war, so genau kannte ich die afrikanische Küste nicht.

Wofür auch, Afrika war für mich nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Ostindien gewesen. Wo auch immer wir waren, auf keinen Fall wollte ich, dass dieser Ort hier irgendwo in Ostafrika mein neues „Zuhause“ werden würde.


Beim Vorbeisegeln konnte ich auch sehen, dass auf dem Fort ein paar Fahnen im leichten Wind flatterten. Als wir uns dann der Stadt näherten, konnte ich auch erkennen, welche es waren – es waren portugiesische!

Ich erinnerte mich nun, dass wir auf der schrecklichen Fahrt von Lydsaamheid nach Sansibar auch an drei oder vier portugiesischen Außenposten vorbeigesegelt waren. Vielleicht war dies einer davon?

Ich war mir nicht sicher, ob das eine gute oder eine schlechte Nachricht war. Niederländer und Portugiesen waren keine Freunde. Im Gegenteil, sie lieferten sich einen erbitterten Wettstreit um die Handelsrouten nach Indien und Ostindien, aber auch nach Amerika. Im vergangenen Jahrhundert hatten die Niederländer die Schwäche Portugals ausgenutzt und waren meist als Sieger aus dem Konflikt hervorgegangen, in Elmina genauso wie in Cochin, Ceylon oder Batavia.

Andererseits waren die Portugiesen ja auch Europäer, Christen, sodass meine Chancen, dort freigekauft zu werden deutlich größer waren als in Sansibar. Bestimmt kamen hier ab und zu Schiffe vorbei, welche mich zurück nach Europa oder weiter in eine der niederländischen Kolonien bringen würden. Zurück in die Freiheit.

Außerdem hielten Europäer keine anderen Europäer als Sklaven.

Eine leise Hoffnung stieg in mir auf.

Sollte meine Leidenszeit endlich zu Ende gehen?


Noch war meine Leidenszeit aber nicht zu Ende, im Gegenteil.

Während wir in die Bucht hineinsegelten, musste ich weiterhin das Deck schrubben. Mir schien, dass die Araber die letzte Stunde noch auszunutzen wollten, in denen ich ihnen als Sklavin auf ihrem Schiff dienen musste.

Immer wieder quälten sie mich mit erniedrigenden Kommentaren. Zum Beispiel, dass ich es hier auf dem Schiff endlich gelernt hätte, richtig zu arbeiten statt nur Asiaten für mich arbeiten zu lassen. Oder dass ich ihnen dankbar sein müsste, dass sie mir meine europäische Faulheit ausgetrieben hätten und ich nun fast genauso fleißig arbeiten würde wie eine afrikanische Sklavin. Vielleicht würde aus mir ja doch noch eine gute Sklavin werden.

Ich wusste nicht, was schlimmer war, die Arbeit oder die Kommentare, welche mich bei meiner Arbeit begleiteten.

Ich sehnte den Hafen dieser Stadt herbei, um endlich dem Albtraum hier auf diesem Schiff zu entkommen.


Ich musste weiterschrubben, meine Peiniger fanden immer noch irgendwo einen kleinen Fleck, welchen ich entfernen sollte. Dabei war das Deck eigentlich schon blitzeblank. In erster Linie ging es wohl nur noch darum, mich noch so lange es ging zu demütigen. Eine andere Wahl, als diese Demütigungen zu ertragen, hatte ich aber nicht.

Einer der Araber stand immer mit einem Rohrstock neben oder hinter mir und fuchtelte drohend mit diesem in der Luft.

Nach den Erfahrungen der vergangenen 14 oder 16 Tage wusste ich auch, dass diese kein Problem damit hatten, diesen auch zu benutzen und so ließ ich mich weiter demütigen.

Erst als wir bereits das Fort hinter uns gelassen hatten und auf die dahinterliegende Stadt und die Hafeneinfahrt zusteuerten, erlösten mich meine Peiniger und hießen mich aufzustehen. Einen Moment später kam der Kapitän mit einem Seil und einer Eisenkette zu mir. Ich hatte ein ungutes Gefühl, dass beides für mich bestimmt war.

Leider lag ich mit meiner Befürchtung auch richtig. Ich war etwas überrascht, aber der Kapitän nahm mir zunächst meine Handschellen ab.
Mehr als ein Jahr lang hatte ich diese nunmehr schon getragen und schon gedacht, dass ich diese für den Rest meines Lebens er-tragen müsste. Die Freude darüber währte aber nur kurz, denn der Kapitän band sodann meine Hände mit einem Seil hinter meinem Rücken zusammen. Angenehmer war das auch nicht.

Ich musste mich nun an den Mast stellen und der Kapitän schlang ein zweites Seil ein paar Male um meinen Bauch und den Mast hinter mir und fesselte mich so an diesen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...king-1111137361
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...mast-1111137579

Damit nicht genug befestigte er die Eisenkette mittels eines Vorhängeschlosses an meinem Halsring, schlang diese ebenfalls einmal um den Mast und befestigte das andere Ende wiederum an meinem Halsring. So gefesselt konnte ich mich auch nicht mehr setzen, sondern musste wie eine Gallionsfigur am Mast stehen bleiben.

Der Kapitän war anscheinend mit seinem Werk zufrieden, grinste mich noch einmal an und ging zurück zum Ruder, um das Schiff in den Hafen zu lenken.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-1-1117820818
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-2-1117824067
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...flag-1117813712

Es war unglaublich beschämend, so am Mast stehen müssen, während das Schiff in den Hafen einfuhr und dort vor Anker ging. Ein paar Menschen standen am Kai und beobachteten uns. Bestimmt hatten sie auch mich bemerkt. So am Mast gefesselt war ich auch kaum zu übersehen. Warum taten mir die Araber diese Demütigung an? Ich hatte ihnen doch nichts getan. Diese Frage hatte ich mir in den letzten Tagen tatsächlich schon häufiger gestellt.


Immerhin, im Gegensatz zu Sansibar sah ich auch einige Europäer am Hafen, vermutlich Portugiesen.

Das hier war immer noch Afrika, aber immerhin wieder ein europäischer Außenposten, so wie Elmina, Kapstadt oder Lydsaamheid. Und dort gab es keine europäischen Sklaven, nur afrikanische.

Also würde ich auch bald aus meinem Status als Sklavin befreit werden.

Hoffte ich.

29. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von winipu77 am 05.11.24 08:16

Dann lassen wir uns mal überraschen 😎
30. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 05.11.24 15:39

Danke für die langersehnte Fortsetzung. Es scheint ja einen kleinen Hoffnungsschimmer zu geben, aber dann wäre die Geschichte auch recht schnell zu Ende und ich denke du hast noch die ein oder andere Überraschung für Isabella geplant
31. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Windelmeister am 05.11.24 19:40

Dann schauen wir mal wie lange Isabellas Hoffnungsschimmer sie begleitet. Bisher dauerten diese ja selten lange an und ich könnt mir vorstellen der nächste Tiefschlag wartet bereits auf sie.

Bitte lass uns nicht zu lange warten su weißt doch wie sehr uns auch Sie inzwischen ans Herz gewachsen ist
32. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 06.11.24 21:21

@winipu
Jepp, mal sehen, ob Isabellas Hoffnungen wahr werden...

@Adrianna
Wäre doch nicht schlecht, wenn die Geschichte ein schnelles Happy End finden würde?
Vielleicht setzt sich ja irgendein hübscher junger Portugiese für ihre Freilassung ein, sie heiraten und alles wird gut für Isabella...
Aber ob es so kommen wird?

@Windelmeister
Wie ich sehe, kennst Du meinen Erzählstil schon
Und naja, wir sind erst auf Seite 35 von 158...
Also mal sehen, ob es noch weitere Tiefpunkte geben wird...
Vielleicht wäre es für Isabella sogar besser, wenn ich nicht weiter erzählen würde... Aber mal sehen, die nächste Fortsetzung gibt es dann bei 21k Lesungen, ob das in ein paar Tagen oder Wochen ist, weiß ich aber auch nicht.


Übrigens:
Hat einer der werten Leserinnen oder Leser schon nachgesehen, wohin die Araber mit Isabella gesegelt sind?
Isabella hatte ja leider kein Handy dabei, um ihren Standort zu orten, aber anhand der Beschreibungen dürfte es nicht so schwer zu erraten sein, in welchem Ort der Hauptteil meiner Geschichte spielt.
Ich habe versucht, die geographischen Gegebenheiten im Text halbwegs korrekt zu beschreiben und auch das Bild so halbwegs korrekt zeichnen zu lassen,
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ca-2-1111496924
jedenfalls soweit ich mir die Landschaft nach Dr. Google vorstelle, selbst war ich ja auch noch nie da...
33. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 24.11.24 08:42

10. Ankunft in einem unbekannten Hafen


https://www.deviantart.com/neuschreib63/...town-1123069940

Zunächst machten die Araber aber keinerlei Anstalten, mich vom Mast los zu binden.

Stattdessen ging der Kapitän als erstes von Bord und wurde auch freundlich von einem anderen arabisch aussehenden Mann begrüßt. Auch ein europäischer Mann mit einer feinen blauen Jacke begrüßte den Kapitän freundlich, vermutlich war dies der Hafenmeister. Es sah ganz so aus, als ob der arabische Kapitän schon häufiger in dieser Stadt der Portugiesen gewesen wäre.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ster-1123085528

Die Männer unterhielten sich eine ganze Weile. Über was konnte ich nicht verstehen, es war wohl ein Gemisch aus Portugiesisch und Arabisch.
Anscheinend kam das Gespräch auch auf mich, denn die Männer schauten zu mir herauf. Wie gerne wäre ich vor Scham im Boden versunken oder hätte mich zumindest unter Deck in meiner Zelle versteckt.
Stattdessen stand ich weiterhin wie ein Schaustück gefesselt am Mast, während die Männer mich aus der Ferne musterten. Der Portugiese schien ein wenig überrascht, aber auch nicht übermäßig. Allzu sehr schien ihn der Anblick einer gefesselten Europäerin hier im Hafen der Stadt aber nicht zu stören. Jedenfalls machte er keinerlei Anstalten, mich zu befreien oder den Araber aufzufordern, mich loszubinden.


Die Männer unterhielten sich noch ein wenig länger, dann kam der Kapitän zurück an Bord und gab seiner Mannschaft Befehle.

Ich sah, dass die Männer unter Deck gingen und kurz darauf mit allerlei verpackten Waren zurückkamen. Was für Dinge dies waren, konnte ich jedoch nicht sehen. Anscheinend hatte das Schiff in Sansibar oder bereits zuvor Waren an Bord genommen, welche hier verkauft werden sollten.

Ich war anscheinend nur ein zusätzlicher Passagier auf dieser Handelsreise gewesen, für mich allein hätte sich die Fahrt vermutlich auch nicht gelohnt.

Wie ich so gefesselt am Mast stand, fragte ich aber doch, was die Araber hier mit mir wollten. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass hier irgendjemand ein Lösegeld für mich zahlen würde.
Und dass mich die Araber hier einfach freilassen würden, konnte ich mir irgendwie auch nicht vorstellen. Ganz gering war der Preis, den der arabische Kapitän an Uthman bezahlt hatte, vermutlich nicht gewesen.

Ich hatte zwar gut zwei Wochen als Sklavin auf dem Schiff schufften müssen, aber den Kaufpreis für mich hatte ich damit wohl noch kaum abgearbeitet.
Und aus Gutherzigkeit würden mich die Araber bestimmt nicht freilassen.

Ich grübelte, mehr konnte ich gefesselt am Mast sowieso nicht tun, aber ich hatte weiterhin nicht die geringste Idee, was ich hier sollte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...is-2-1123087695


Ich sah also zu, wie die Männer Ware vom Schiff entluden. Dann schleppten sie diese durch ein Tor, das ich hinter dem Hafen sehen konnte, in die Stadt, wie auch immer diese hieß.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...wn-1-1123086155
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...wn-2-1123086445

Es waren ziemlich viele Waren, anscheinend machten die Araber hier gute Geschäfte. Und vermutlich freute sich auch die portugiesische Krone über schöne Zolleinnahmen. Mats hatte ein paar Mal mir gegenüber geklagt, wie hoch die Zölle waren, welche Engländer, Franzosen oder Spanier verlangten, wenn er seine Waren in deren Ländern oder Kolonien verkaufen wollte. Vermutlich war dies hier auch nicht anders. Es kam auch öfters vor, dass Häfen für seine Waren gesperrt wurden, wenn die Niederlande mal wieder im Konflikt mit einem anderen Land lagen. Dies schien hier aber nicht der Fall zu sein, allem Anschein nach konnten und durften die Araber hier in dieser portugiesischen Stadt ihre Waren verkaufen. Gut möglich, dass der Kapitän mit dem Hafenmeister über die Zollgebühren verhandelte.

Nur was ich hier sollte, wusste ich nach wie vor nicht.

Europäer waren keine Waren und wurden nicht verkauft. Jedenfalls nicht in Europa oder in den Kolonien der Europäer.

Zumindest dachte und hoffte ich dies.


Das erste Mal seit unserer Abfahrt musste ich nicht selbst schufften, sondern konnte anderen dabei zusehen. Wirklich angenehm war es aber auch nicht, gefesselt am Mast zu stehen und darauf zu warten, was mit mir geschehen würde.

Bestimmt stand ich schon eine oder zwei Stunden so da.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...is-3-1123087358

Vielleicht würden mich die Araber gar nicht losbinden, sondern mit mir zu ihrem nächsten Ziel weitersegeln? Zu irgendeinem anderen arabischen Vorposten, um mich dann dort als Sklavin zu verkaufen? Oder müsste ich ihnen auf der Rückfahrt nach Sansibar wieder zu Diensten sein, das Deck schrubben und alles Übrige tun, worauf sie selbst keine Lust hatten?

Auch das wäre beides durchaus im Rahmen des Möglichen gewesen, was wollten die Portugiesen in dieser Stadt mit einer entführten Niederländerin?


Allerdings blieb mir sowieso nichts Anderes übrig, als gefesselt wie ich war zu warten, was als nächstes passieren würde.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...is-1-1123086696

Ich hasste die Blicke und die Kommentare, welche die Männer mir zuwarfen, wenn sie an mir vorbeigingen, um weitere Waren von Bord zu bringen. Manche waren gehässig, manche lüstern, manche schadenfroh, nur freundlich war kein einziger von diesen.
"Das faule Weib steht nur herum" war noch der harmloseste Kommentar.
Irgendwie hoffte ich doch, dass ich diese Männer nie mehr sehen und nicht mit diesen weitersegeln musste. Die letzten 16 Tage waren wirklich ein Horror gewesen. Mein ganzer Körper tat immer noch weh von den Schlägen, welche sie mir gestern und in den Tagen zuvor verabreicht hatten.


Irgendwann hatten dann die Männer die letzten Waren vom Schiff gebracht und waren anscheinend fertig. Der Kapitän hatte in der Zwischenzeit ein paar weitere Gespräche am Hafen geführt, welche ich weder akustisch noch sprachlich verstand. Er sah im Gegensatz zu mir aber ganz zufrieden aus.


Einer seiner Helfer gab dem Kapitän ein Zeichen, dass sie mit dem Entladen fertig waren, worauf hin dieser mit einem anderen Crewmitglied aufs Schiff zurückkam und sich mir mit einem diabolischen Grinsen zuwandte:

„Sklavin, ich hoffe, Du hast unsere kleine Reise hierher genossen. Trotzdem freust Du Dich bestimmt schon, dieses Schiff zu verlassen.
Dein Wunsch wird in Erfüllung gehen. Du wirst schon erwartet.“


Ich war doch etwas überrascht. Musste ich doch nicht auf dem Schiff bleiben? Würde dieser Horror doch zu Ende gehen? Inzwischen hatte ich mich darauf eingestellt, mit den Arabern weiterzusegeln. Zurück nach Sansibar oder zu irgendeinem Sklavenmarkt, um dort weiterverkauft zu weden. Sollte ich vielleicht doch hier meine Freiheit zurückerhalten? Erneut stieg Hoffnung in mir auf.

Mit diesen Worten band mich der Kapitän vom Mast los.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...mast-1123087013
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cted-1124080650

Das Seil, das meine Hände hinter meinen Rücken fesselte, nahm er aber nicht. Ebenso wenig löste er die Eisenkette von meinem Halsring. Stattdessen nahm er die Kette in die Hand und führte mich wieder wie einen Hund von Deck, so wie er mich vor zwei Wochen auf dieses Schiff gezogen hatte. Der Zug, welchen die Kette an dem Eisenring um meinen Hals verursachte, war wieder sehr unangenehm, der Araber nahm wenig Rücksicht auf mich.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...of-1-1124081225
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...of-2-1124081621

Irgendwie fühlte sich das nicht nach baldiger Freilassung an.

Wurden auf dem Sklavenmarkt hier vielleicht doch auch Europäer verkauft?

Ich musste zurück an Sansibar denken, auch dort waren wir wie Tiere an Eisenketten in die Stadt getrieben worden, um dort wie Tiere verkauft zu werden. Stand mir dies nun erneut bevor?

Und zugegebenermaßen hatte ich es auch schon oft gesehen, wie afrikanische oder ostindische Sklaven auf diese Weise zu ihrem Bestimmungsort gebracht wurden, auch in Batavia.

Oder wohnte der Kapitän vielleicht hier in dieser Stadt und ich musste ihm hier als seine Sklavin dienen? Irgendwie konnte ich mir das auch nicht vorstellen, dass der Araber hier in dieser portugiesischen Stadt wohnte und sich hier europäische Sklaven halten durfte. Zumindest in Kapstadt oder Batavia hätten dies die niederländischen Statthalter bestimmt nicht erlaubt.


Zu gern hätte ich gewusst, wohin der Kapitän mich bringen würde. Aber die Frage sparte ich mir.
Ebenso wie die Frage, ob ich hier meine Freiheit zurückbekommen würde. Vermutlich hätten mir die Fragen nur weitere Hiebe eingebracht.

In Kürze würde ich es wohl sowieso erfahren.

Erwartete mich wirklich jemand hier? Aber wer? Hier in diesem portugiesischen Außenposten irgendwo in Ostafrika?

War mein Mann doch hierher gekommen? War der Brief nur ein schlechter Scherz gewesen?

Irgendwie konnte ich mir das nicht vorstellen.

Oder war meine Familie hierher gekommen, um ein Lösegeld zu bezahlen? Das wäre aber völlig unmöglich, seit der Ankunft des Briefs in Sansibar waren gerade einmal drei bis vier Wochen vergangen.
Und sonst kannte ich keinen einzigen Portugiesen, der mich hier erwarten könnte.

Viele Gedanken spukten in meinem Kopf herum, während mich der Araber an der Eisenkette von Bord zog.


Auf festem Grund wurde der Kapitän nochmals vom Hafenmeister aufgehalten. Sie wechselten nochmals ein paar Worte auf Portugiesisch, die ich nicht verstand. Anscheinend ging es aber nochmals um mich, denn der Hafenmeister schien mich nochmals von oben bis unten zu mustern.

Aber wofür? Warum forderte er den Araber nicht auf, mich, eine weiße Christin, eine Europäerin, sofort freizulassen?

So sehr ich es auch hoffte, der Araber machte nicht die geringsten Anstalten mich freizulassen und auch der Hafenmeister schien dies nicht zu fordern. Stattdessen beendeten die Männer ihr kurzes Gespräch und der Kapitän führte mich über den Hafenplatz in Richtung des Stadttors, durch welches seine Helfer zuvor die verpackten Waren geschleppt hatten.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...of-3-1124081940
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...r-of-1124082247

Ich hatte ein Deja-vú. Vor ein paar Monaten war ich schon einmal an der Kette zu einem Stadttor gezogen worden, zu dem von Sansibar. Damals allerdings in einer Gruppe, vor mir Clara und ihre Schwester.

Wo die beiden nun waren? Ging es ihnen gut?
Vermutlich waren die beiden nun irgendwo in Arabien und fristeten dort ein Dasein als Sklavinnen. Die armen. Für sie gab es vermutlich keine Hoffnung mehr, während ich zumindest schon einmal einen europäischen Außenposten erreicht hatte.

Wie gerne hätte ich Clara und Veronica jetzt neben mir, hätte mich nochmals mit ihnen unterhalten.
Ein unerfüllbarer Wunsch, vermutlich würde ich die beiden nie mehr wiedersehen.

Die einzigen, mit denen ich mich theoretisch hätte unterhalten können, waren der Kapitän und sein Helfer. Aber diese sprachen kein Wort mit mir. Und wenn ich es gewagt hätte, sie anzusprechen, hätte ich keine Antwort, sondern nur Hiebe erhalten.
So folgte ich dem Kapitän und dem unangenehmen Zug an meinem Hals schweigend. Der Helfer ging mit einer Reitgerte in der Hand hinter mir. Ein Fluchtversuch war aussichtslos, das war leider offensichtlich.

Bereits am Hafen betrachteten mich die Leute. Ein buntes Gemisch aus Arabern, Afrikanern und Portugiesen stand hier herum. Aber ebenso wie in Sansibar machte niemand Anstalten, mir zu helfen. Nicht die arabisch aussehenden Männern, nicht die schwarzen Afrikaner und auch die Portugiesen nicht.

Der Hafen der Stadt war auch gar nicht so klein, neben unserem lagen noch drei weitere Segelschiffe vor Anker. Dazu kamen noch ein paar Fischerboote. So groß wie der Hafen von Sansibar, Batavia oder Kapstadt war dieser nicht, aber vermutlich sogar etwas größer wie der von Elmina. Ganz unbedeutend schien diese Stadt, deren Namen mir immer noch unbekannt war, nicht zu sein. Hinter den Schiffen erstreckte sich das Meer und in einiger Entfernung konnte man auch schwach die flache Küste auf der anderen Seite der Bucht erkennen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ship-1125648983

Ich hatte aber auch nicht viel Zeit mich umzusehen, stattdessen machte mir der Zug an meinem Halseisen unmissverständlich klar, wohin ich zu gehen hatte, nämlich zu dem Stadttor vor uns.

Über diesem prangte ein portugiesisches Wappen, vor dem Tor standen zwei Wachen mit Gewehren, vermutlich Portugiesen. Sie schienen etwas verwundert über den Kapitän, bzw. das was er dabeihatte. Entsprechend hielten sie uns auf und sprachen den Kapitän an.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gate-1124082480

In mir keimte erneut Hoffnung auf.

Allerdings währte diese nur kurz.

Der Kapitän unterhielt sich mit den Wachen – erneut auf Portugiesisch. Offensichtlich konnte er diese Sprache. Wäre meine Situation nicht so elend gewesen, hätte ich den Kapitän vermutlich bewundert. Neben seiner Muttersprache Arabisch sprach er auch Englisch und Portugiesisch.
Vielleicht sogar noch ein paar andere Sprachen, wer weiß.

Was sie beredeten verstand ich nicht. Aber ganz offensichtlich waren die Wachen zufrieden, denn sie ließen den Kapitän – und damit auch mich – passieren. Mit mir sprachen sie kein Wort. Dabei war ich doch eine von ihnen, eine Europäerin.
Erneut half mir dies aber nichts, was mir ein unangenehmer Zug an meinem Halseisen aufs Neue bewies, als der Kapitän weiterging.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gate-1125164269
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...te-2-1125164744


Wir durchquerten also das Tor und kamen in die Stadt. In welche, wusste ich immer noch nicht.
Eine portugiesische Kolonie, ganz offensichtlich, irgendwo in Ostafrika, südlich von Sansibar.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...eety-1125165126
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tain-1125504631
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-2-1125505952

Wir gingen durch die Straße, welche vom Hafen in die Stadt führte. Rechts von uns tat sich ein Gewirr von Gassen auf, die Häuser waren aus Stein. Das Ganze erinnerte mich an Sansibar. Auch war es hier genauso heiß, nur nicht ganz so schwül.

Der Kapitän ging mit mir jedoch die Straße entlang, er schien sich in der Stadt auch auszukennen, jedenfalls fragte er niemanden nach dem Weg.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...town-1125444903

Nach ein paar hundert Metern endete die Straße auf einem großen gepflasterten Platz mit einer großen Bronzestatue. Die Statue zeigte einen Kapitän, vermutlich von Vasco da Gama, dem großen portugiesischen Seefahrer. Links vom Platz standen ein paar Herrenhäuser, rechts von Platz eine große Kirche.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...wn-1-1125445490
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...re-2-1125445864

Allzu lang hatte ich aber nicht Zeit, um mich zu orientieren, denn der Kapitän zog mich an der Kette an meinem Halseisen weiter, quer über den Platz. Dort stand ein zweistöckiger Palast, vermutlich die Residenz des örtlichen Statthalters. Ein großer, luxuriöser Bau, auf dem wiederum ein paar portugiesische Flaggen wehten.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...uare-1125446321

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-1-1125446742
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-2-1125447085
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-3-1125447378

Was wollte der Araber hier mit mir?
34. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 24.11.24 09:08

Jetzt bin ich aber wirklich mal gespannt was Isabella erwartet, also lass uns bitte nicht zu lange warten

Danke für die Fortsetzung! Schöne Geschichte
35. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von winipu77 am 24.11.24 18:32

Danke, es bleibt spannend 😊
36. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von m.skorpion am 25.11.24 23:36

Hi,
vielen Dank für die gelungene Fortsetzung. Bin schon ganz gespannt, wie es mit Isabella weiter geht.
Ich gehe davon aus, dass das eigentlich Teil 10 sein sollte, oder fehlt teil 10?
LG
Skorpion
37. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 26.11.24 20:31

@Adriana, winipu, scorpion:

Vielen Dank für Eure Kommentare.

Wenn Ihr gespannt seid, wie es weitergeht, habe ich wohl alles richtig gemacht...
Isabella ist ja auch gespannt, ob sie nun endlich ihre Freiheit zurückerhält (der Windelmeister wäre aber vermutlich skeptisch...)

Übrigens hat uns Isabella unbewusst einen Hinweis gegeben, warum der Araber sie in Sansibar gekauft und in diese Stadt gebracht hat. Jemand eine Idee?

Apropos, weiß wirklich niemand, wo Isabella gelandet ist? So schwierig ist das eigentlich nicht...

Danke für den Hinweis mit dem Kapitel, wir sind tatsächlich erst bei Kapitel 10. Der Fehler kam vermutlich daher, dass ich die Überschrift wegen dem Fettdruck noch manuell eintippe, der Rest ist copy-paste aus word.

Mal sehen, das nächste Kapitel gibt es dann bei 24k Lesungen, in wie vielen Wochen das sein wird, kann ich aber auch nicht sagen, das hängt vom Interesse der Lesenden*innen ab...
38. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von m.skorpion am 26.11.24 23:03

Hi,
ich würde auf Mosambik als Ziel tippen.
39. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 28.11.24 18:37

Zitat
Hi,
ich würde auf Mosambik als Ziel tippen.


Das könnte hinkommen, Gratulation!

Genauer gesagt Ilha de Mozambique, also Mosambik-Insel.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ilha_de_Mo%C3%A7ambique

100% korrekt ist meine Ortsbeschreibung sicherlich nicht, aber so ungefähr könnte das hinkommen.
40. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 30.11.24 08:52

11. Ein Geschenk?, Teil 1

Am Eingang des Palasts standen wiederum zwei Wachen mit Gewehren.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-2-1125447880
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-3-1125448140
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-1-1125448481
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-4-1125448811

Wie bereits zuvor am Stadtmauertor wechselte der Kapitän wieder einige Worte mit diesen auf Portugiesisch. Anscheinend ging es um mich. Worum auch sonst, vermutlich kam es hier nicht allzu oft vor, dass ein arabischer Geschäftsmann mit einer weißen Sklavin im Gepäck zum Palast kam.

Erneut schienen die Wachen zufrieden mit den Erläuterungen des Kapitäns. Der Helfer musste allerdings draußen bleiben, der Kapitän trat mit mir allein ein.
Vorher gab der Helfer seinem Chef aber noch die Reitgerte, welche ganz offensichtlich für mich vorgesehen war, sollte ich auch nur den geringsten Widerstand leisten. Dabei hätte ich gar nicht gewusst, wie ich mich hätte wehren sollen, mit auf dem Rücken gefesselten Händen und einem Eisenreif um den Hals. Erneut zog mich der Kapitän an der Kette an eben diesem unsanft hinter sich her ins Gebäude, was für eine Scham. Wie einen Hund behandelte der Araber mich.

Aber niemand schien sich daran zu stören, auch nicht die portugiesischen Wachen. Was der Kapitän diesen wohl erzählt hatte? Nach meiner Meinung fragte jedenfalls wieder niemand.


Wir betraten das Foyer. Ein prachtvolles Foyer. An den Wänden hingen edle Gemälde und hinter dem Foyer führten zwei geschwungene Marmortreppen hinauf in den ersten Stock.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ence-1127049601

Ich muss zugegeben, ich war beeindruckt vom Reichtum hier drin. Abgesehen von ein paar Herrenhäusern war mir die Stadt beim Weg hierher nicht besonders reich vorgekommen. Aber hier drinnen hatte man anscheinend weder Kosten noch Mühen gescheut, so ähnlich wie hier sah es vermutlich auch im Königspalast in Amsterdam aus. Jedenfalls vermutete ich das, ich hatte diesen bisher immer nur von außen gesehen.


So war ich gerade in Gedanken versunken, als mich ein schmerzhafter Ruck an meinen Halsring wieder in die traurige Realität zurückbrachte:
Der arabische Kapitän, der man der mich in Sansibar gekauft und hierhergebracht hatte, herrschte mich an:
„Zieh Deine Schuhe aus, Sklavin! Sklavinnen tragen keine Schuhe. Es war sehr großzügig von mir, dass Du bis jetzt welche tragen durftest, um Deine zarten Füße zu schonen. Aber hier in der Residenz brauchst Du wirklich keine Schuhe mehr!“

Ich sah den Araber fragend an, irgendwie hoffte ich immer noch, dass mein Dasein als Sklavin hier in dieser europäischen Kolonie in Kürze vorbei sein würde und mir der Statthalter oder wer auch immer die Freiheit schenken oder erkaufen würde. Dass ich wieder frei sein würde und irgendwann wieder nach Hause fahren könnte. Zum königlichen Palast in Amsterdam, aber vor allem nach Hause zu meiner Familie.

Aber hier und jetzt mit meinem Besitzer zu diskutieren oder dessen Befehl zu missachten, hätte mir wohl nur Hiebe mit der Gerte einbracht, daher folgte ich diesem demütigenden Befehl. Mit hinter dem Rücken gefesselten Händen war dies jedoch schwierig. Ich streifte meine Schuhe irgendwie ab und der arabische Kapitän nahm diese an sich.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...hoes-1127747250

Ich fühlte mich erneut gedemütigt. In den niederländischen Kolonien in Afrika war es die Regel, dass nur Europäer und freie Afrikaner Schuhe trugen, den schwarzen Sklaven war dies in der Regel verboten. Und nun auch mir, obwohl ich doch eine Europäerin war. Hoffentlich würde dieser Albtraum bald enden.

Dann mussten wir einige Minuten warten. Es war beschämend, mit auf den Rücken gebundenen Händen und einem Eisenreif um meinen Hals hierzustehen. Neben einem Araber der mittels einer Kette an eben jenem Halseisen dafür Sorge trug, dass ich nicht davonlief bzw. ihm folgte, wohin auch immer er wollte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ence-1127050734
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1127400289
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sion-1127400899

Zum Glück war im Foyer nicht so viel los.
Ein paar afrikanische Sklavinnen liefen herum, ab und zu ging auch ein portugiesischer Bediensteter vorbei. Die Portugiesen hatten Schuhe an, die Sklavinnen liefen barfuß herum. Vermutlich hatte man auch ihnen die Schuhe weggenommen oder sie hatten nie welche besessen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...oyer-1127051124
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...er-2-1127399230
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...er-3-1127399639
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...er-4-1127747684

Sie alle warfen mir neugierige Blicke zu. Bei jedem Blick wäre ich gerne aufs Neue gestorben.
Der arabische Kapitän stand dagegen ganz entspannt neben mir, die Warterei schien ihm nichts auszumachen. Er stand ja auch nicht barfuß und gefesselt hier.

Im Gegenteil fragte er mich nach einer Weile:
„Na, Sklavin, gefällt es Dir hier? Das ist Dein neues Zuhause. Bestimmt wirst Du viel Freude hier haben!“

Ich sah ihn fragend an. Ich verstand gar nichts.

Warum sollte die Residenz des portugiesischen Statthalters mein neues Zuhause werden?

Ich war keine Portugiesin und konnte auch kein Wort Portugiesisch, also was sollte ich hier tun?

Vermutlich war ich auch viel zu beschämt und verängstigt, als dass ich einen klaren Gedanken hätte fassen können.

Das fiese Grinsen, mit dem der Kapitän mich anblickte, gefiel mir aber gar nicht…

Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte und schwieg daher. Vielleicht hätte mich der arabische Kapitän dafür bestraft, dass ich ihm nicht antwortete, aber in diesem Moment kam ein Portugiese die Treppe herunter und sagte etwas zu dem Kapitän. Vermutlich, dass wir ihm folgen könnten. Ich wurde weiterhin nicht gefragt, auch dieser Portugiese ignorierte mich, als ob ich Luft wäre.


So folgte der Kapitän und auch ich zwangsweise dem Mann die linke Marmortreppe hinauf in den ersten Stock. Der Marmor fühlte sich unter meinen nackten Füßen kalt an, obwohl es hier in der Residenz recht warm war.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...airs-1127762943

Oben angekommen gingen wir noch ein paar Meter nach rechts einen Gang entlang. Vor einer großen Tür aus Tropenholz blieben wir stehen und der Portugiese klopfte.

Auf ein Zurufen von innen öffnete der Portugiese die Tür und der Kapitän zog mich an der Eisenkette in den Raum.

Der Raum war prachtvoll mit Tropenmöbeln und Gemälden eingerichtet. Eines davon zeigte den portugiesischen König. Ein anderes, besonders großes, zeigte den Seefahrer, den ich bereits auf der Statue vor dem Palast gesehen, vermutlich wiederum Vasco da Gama.

Die Portugiesen waren anscheinend sehr stolz auf diesen Mann, der vor ca. 200 Jahren gelebt hatte.


An einem großen Schreibtisch aus Tropenholz saß ein älterer Mann von vielleicht 55 Jahren. Er erhob sich und kam auf uns zu. Er war etwas rundlich, hatte weiße Haare und trug ein feines Gewand, eine dunkelblaue Jacke und einen schwarzen Hut. Vermutlich war dies der Gouverneur dieser Stadt.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...town-1127763661
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...room-1127763836
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1127944702

Er begrüßte den arabischen Kapitän und sah auch mich interessiert an. Sein Blick gefiel mir nicht. Mitleid war das, was ich in seinen Augen erkennen konnte, wohl nicht. Eher… mir schauderte…

Es sah so aus, als ob es ihm gefiel, dass ich so gefesselt vor ihm stand.

Zu mir sagte er jedoch nichts, keinen Gruß, kein Wort des Bedauerns.

Stattdessen bekam ich vom Kapitän plötzlich einen schmerzhaften Hieb mit der Gerte auf meinen Po.
„Knie hin vor dem Gouverneur, Sklavin!“ herrschte mich dieser an.

Um nicht noch mehr Schläge zu bekommen tat ich wie geheißen. Die Frage nach dem „Warum“ sparte ich mir. Vor dem Statthalter von Batavia hätte ich mich nicht hingekniet. So etwas taten wenn überhaupt nur Sklaven, wenn sie um Verzeihung bitten mussten.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rnor-1127940553
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nt-1-1127941289

Der Gouverneur sah zu mir herunter und streichelte mir genüsslich über die Wange, wie ich so vor ihm kniete. Er würdigte mich jedoch weiterhin keines Wortes.

Stattdessen unterhielt er sich mit dem Kapitän auf Portugiesisch.


“O que você me trouxe, meu amigo?”

“Este é um presente para o governador.”

"Um presente? Um presente muito legal.”

"Sim. Uma jovem holandesa. Recém vinda de Zanzibar."

"Holandês?"

"Sim. No nosso último encontro você me contou sobre seu tio e o quanto gosta dos holandeses.
E quando voltei a Zanzibar, descobri que um jovem escravo holandês estava à venda. Imediatamente pensei em você e comprei para você.
No entanto, se isso violar as leis cristãs aqui, posso levá-los comigo e trazer-lhe outra coisa em troca.”


Ich konnte kein Portugiesisch, aber irgendwie ging es um ein Geschenk. Und etwas Holländisches.
Ich sah allerdings nirgends ein Geschenk. Und das einzige Holländische hier im Raum war ich.
Vermutlich war ich mit dem holländischen Geschenk gemeint.

Mir schauderte noch mehr.

Der Gouverneur sah wieder zu mir herunter und musterte mich. Würde er das Geschenk – sofern wirklich ich gemeint war – annehmen und mich freilassen?


Die Art und Weise, wie mich der Gouverneur ansah, gefiel mir jedoch immer noch nicht. Er machte auch keine Anstalten, dass ich aufstehen dürfte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sion-1127940913

So musste ich weiter auf dem harten Holzboden knien, während der Gouverneur wieder zu dem Araber blickte und diesem antwortete:

"Não, não, meu amigo.
Deixe a holandesa aí.
Um rei francês disse certa vez, há algumas décadas: “L'etat c'e moi”.
É assim que me sinto aqui também, ou em português: “Minha cidade, minhas leis”!
Nunca tive uma escrava holandesa antes, e ela também não trará meu tio de volta, mas certamente poderá me desculpar de outra forma pelas ações de seu povo.
Também devo dizer que ela é realmente muito bonita, gosto especialmente do cabelo ruivo dela."

“Isso mesmo, ela é realmente muito bonita.
Ela tem um corpo lindo até por baixo do vestido, eu mesmo verifiquei isso em Zanzibar.
Ela tem alguns hematomas da viagem até aqui, mas estão cicatrizando.
Permiti que minha tripulação ensinasse obediência à escrava, mas proibi-os estritamente de machucá-la.
E é claro que ninguém tocou neles desde Zanzibar, eu também cuidei disso.”

“Maravilhosa.
Ela será uma boa mudança em relação aos meus escravos indianos e africanos.
Mas diga-me, meu amigo, o que eu fiz para merecer esse presente?“

„Isso é para nossos bons relacionamentos comerciais...”

“Obrigado.
Tenho certeza que muitos bons negócios virão...“


Die beiden Männer waren noch besser gelaunt als zuvor. Weiterhin machten die Männer keine Anstalten mir zu erlauben aufzustehen. Stattdessen musste ich weiter auf dem Boden vor dem Gouverneur knien.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nt-3-1127942427
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nt-2-1127941950

Dieser sah nochmals mit einem Grinsen zu mir herunter, dann unterhielt er sich noch mit dem arabischen Kapitän über alles Mögliche, was ich aber wiederum nur teilweise verstand. Es ging um irgendwelche Geschäfte, welche mich aber sowieso nichts angingen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...hant-1127946293

Währenddessen überlegte ich mit Schaudern, ob ich das wirklich verstanden hatte, dass ich ein Geschenk sein sollte. So etwas ging doch gar nicht, man konnte keine Menschen verschenken. Jedenfalls keine freien Europäer. Allerdings … eine Europäerin war ich noch immer, aber frei war ich schon lange nicht mehr, für die Araber war ich nicht mehr als eine Sklavin…

Aber der Gouverneur würde mich dann freilassen, im Gegensatz zu dem Araber musste er sich an die europäischen Gesetze halten. Oder etwa nicht? Bestand das Geschenk an den Gouverneur vielleicht darin, dass er mich hierhergebracht hatte, damit ich hier die Freiheit erhalten würde statt in Arabien als Sklavin dienen zu müssen?


Für den Moment blieb mir nichts weiter als kniend und gefesselt zu warten, während die Männer sich weiter unterhielten. Ich hoffte immer noch, dass ich am Ende des Gesprächs endlich meine Freiheit zurückbekommen würde.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-1-1127946839
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-2-1127947054

Die Männer unterhielten sie noch eine ganze Weile, bestimmt noch eine Stunde, dann endete das Gespräch.


„Foi um prazer reencontrá-la.“

„Inteiramente da minha parte.“

„Você gostaria de jantar comigo hoje?“

„Com muito prazer. Seria uma honra para mim.“

„Muito bom, vejo você esta noite.“

„OK vejo você mais tarde. E divirta-se com seu presente!“



P.S.: Ich kann ja kein Portugiesisch, ich verstehe den Text ebenso wenig wie Isabella Aber falls jemand der Leser*innnen dieser Sprache mächtig ist, kann er/sie mich gerne auf Fehler hinweisen...
41. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 03.12.24 17:08

Ich kann auch kein Portugiesisch und musste einen Übersetzer verwenden
Das klingt ja gar nicht gut für Isabella, es scheint als ob der Traum von der Freiheit weiterhin nur ein Traum bleiben würde und es sie schlimmer erwischt hat als Clara. Bin gespannt wie es weitergeht
42. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 07.12.24 18:40

Zitat
Ich kann auch kein Portugiesisch und musste einen Übersetzer verwenden
Das klingt ja gar nicht gut für Isabella, es scheint als ob der Traum von der Freiheit weiterhin nur ein Traum bleiben würde und es sie schlimmer erwischt hat als Clara. Bin gespannt wie es weitergeht


Hallo Adriana,
vielen Dank für Dein feedback.

Ich kann ja auch immer noch kein Portugiesisch, aber ich glaube auch, dass das, was die beiden Herrschaften beprochen haben, nicht so positiv für Isabella war...
Im nächsten Kapitel bekommt Isabella auch die Übersetzung vom Gouverneur präsentiert...

Du könntest aber durchaus Recht haben mit Deiner Vermutung, dass es Clara besser getroffen hat. Zumindest in diesem Teil der Geschichte.
Ich hatte ja schon mal angedeutet, dass diese Geschichte härter wird, weil ich diesmal weniger rosarote Farbe über die Realität der damaligen Zeit gelegt habe.
Und die Realität im 18. Jahrhundert war hart: Sklaverei, Kolonialismus, Sexismus, Rassismus, Nationalismus, all das was wir bei uns inzwischen zum Glück im Wesentlichen überwunden haben, war damals in Afrika und in den meisten anderen Teilen der Welt noch Alltag.

Also wer Isabella auf ihrer schrecklichen Reise hinein in dieses Herz der Finsternis begleiten will, ist herzlich dazu eingeladen.
Wer eher eine schöne Vorweihnachtsgeschichte lesen will, ist vielleicht bei den geschätzten Mit-Autoren besser aufgehoben...
43. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von m.skorpion am 08.12.24 16:57

Sehr gelungene Fortsetzung mit fantastischen Bildern. Bin natürlich wie immer gespannt darauf, wie es Isabella erwischt.
LG
44. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 09.12.24 20:11

Nun gut, für alle, die sich von meinem letzten Post nicht haben abschrecken lassen, hier das Kapitel, in welchem Isabella erfährt, dass diese Geschichte nicht damit endet, dass der Gouverneur ihr die Freiheit schenkt…



12. Ein Geschenk?, Teil 2


Bei den letzten Worten überreichte der Kapitän dem Gouverneur das Ende der Kette, welche immer noch an meinem Halseisen hing, und übergab diesem noch zwei Schlüssel.

Den einen Schlüssel kannte ich noch gut von heute Morgen, es war der Schlüssel zu dem Schloss, an dem die Eisenkette mit dem Eisenreif um meinen Hals befestigt war. Den anderen, größeren Schlüssel hatte ich nur noch in dunkler Erinnerung, aber letztlich wusste ich noch, dass dies der Schlüssel war, mit welchem die Piraten damals den Eisenreif um meinen Hals verschlossen hatten. Damals, an diesem unglückseligen Tag, an welchem unser Schiff Lydsaamheid verlassen und mein Martyrium begonnen hatte.

Danach verließ der Araber den Raum. Meine Schuhe stellte er neben den Eingang.

Ich hatte kaum ein Wort verstanden, aber irgendwie sah es wirklich so aus, als hätte mich der Araber an den portugiesischen Gouverneur verschenkt. Eine Zahlung hatte ich jedenfalls nicht bemerkt.

Der Araber machte die Tür hinter sich zu und ich war allein mit dem Gouverneur, immer noch neben ihm knieend.


Irgendwie fühlte es sich seltsam an. Drei Wochen lang hatte mich der Araber und seine Crew gequält und mich behandelt, als wäre ich als Europäerin ein Mensch zweiter Klasse. Als ob sie als Männer und Araber über mir stehen würden. Viele demütigende Arbeiten und noch mehr demütigende Kommentare hatte ich über mich ergehen lassen müssen. Mehr als einmal hatte ich darüber nachgedacht, von Bord zu springen, um diesen schrecklichen Menschen zu entkommen und meinem Leben ein Ende zu setzen.

Und nun war der Araber und seine Crew weg, vielleicht auf Nimmerwiedersehen.

Vermutlich war das wirklich eine gute Nachricht.

Würde mich der portugiesische Gouverneur nun freilassen?


Ich sah hinauf zu dem Statthalter, der mich immer noch wie einen Hund an der Kette hielt.

Dieser hatte offensichtlich meinen fragenden Blick bemerkt.

Er sah nochmals – wie bereits des Öfteren während seiner Unterhaltung mit dem arabischen Kapitän - grinsend auf mich herab. War ich wirklich sein Geschenk?

Plötzlich zog er ohne Vorwarnung ruckartig an der Kette, so dass ich mit einem schmerzhaften Zug zum Aufstehen gezwungen wurde.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...d-up-1130337641

Aua, das hatte weh getan. Wozu diese Demütigung?
Liebend gerne wäre ich von selbst aufgestanden, das lange Knien auf dem Holzboden war alles andere als angenehm gewesen, meine Knie schmerzten bereits sehr.

Nun stand ich mit immer noch auf dem Rücken gefesselten Händen vor dem Mann, der mir mit einem seltsamen Blick in die Augen sah.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-1-1130340024
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1130340370

Er hielt die gestraffte Eisenkette fest in seiner Hand und sprach mich zu meiner Überraschung auf Englisch an:
„What’s your name?“
Ich antwortete, dass ich Isabella hieß.
„You are Dutch?“
Ich bejahte dies.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ndly-1130393359

Der Gouverneur sah mich mit einer seltsamen Mischung aus Hass und Häme an und fuhr auf Englisch fort:

„Ich mag keine Niederländer. Seit Jahrzehnten bekriegt ihr uns und stehlt unsere Kolonien, welche rechtmäßig uns gehören.
Wir Portugiesen, insbesondere unser großer Held Vasco da Gama, haben den Seeweg nach Indien gefunden und den Seehandel dorthin etabliert.
Aber Euer gieriges Volk neidet uns den Erfolg. So wie es aussieht, bekommt ihr nie genug, viele süd- und ostindische Kolonien habt ihr uns schon gestohlen, auch in Afrika habt ihr unser Eigentum besetzt, selbst unsere brasilianischen Kolonien sind vor Eurer Gier nicht sicher.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...many-1130789627

Auch hier diese Stadt wollte Euer Volk schon stehlen, sogar zweimal vor knapp 120 Jahren. Aber das ist Euch nicht gelungen, unser Dom Estevão de Ataíde hat unsere Kolonie glorreich gegen Euer Räuberpack verteidigt. Diese Stadt ist und bleibt portugiesisch.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...quer-1130775692

Allerdings haben schon viele tapfere Portugiesen ihr Leben verloren, um die niederländischen Diebe von unseren Kolonien abzuhalten.
Sogar ein Onkel von mir ist auf Timor gestorben, als wir uns Eurer Angriffe erwehren mussten.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...imor-1130776184

Er war gerade mal 25 Jahre alt und hatte noch sein ganzes Leben vor sich. Vielleicht wäre er sogar auch Gouverneur von Timor geworden, wer weiß.“


Ich wurde blass. Ich wusste, dass viele niederländische Kolonien, auch Elmina, Cochin, Ceylon und Batavia früher portugiesisch waren. Und Timor lag gar nicht so weit weg von Batavia. Mats hatte mir einmal von der unruhigen Lage dort und den Streitigkeiten zwischen Niederländern und Portugiesen erzählt.

Aber das war Politik der Männer, die mich eigentlich nicht interessierte. Ich führte keinen Krieg gegen die Portugiesen und wollte mit diesem nichts zu tun haben. Ich wollte doch nur nach Hause, nach Amsterdam zu meiner Familie, alles andere war mir eigentlich egal.

Aber der Gouverneur sah das anscheinend anders. Für ihn war ich ein Feind.


Der Blick des Gouverneurs war noch etwas finsterer geworden.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...utch-1130395671

Dennoch nahm ich meinen Mut zusammen und brachte irgendwie heraus, dass es mir um seinen Onkel Leid tat, aber ich doch mit diesem Krieg nichts zu tun hatte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-3-1130395370


Dies beeindruckte den Gouverneur jedoch nicht besonders:

„Du magst kein Gewehr in der Hand haben, aber Du bist auch ein Teil dieses diebischen Volks. Schlimmer noch warst Du auf dem Weg nach Batavia, oder etwa nicht?
Du bist eine Kolonistin, nicht wahr?
Ostindien gehört uns, Ihr Niederländer habt dort nichts zu suchen. Der Seehandel dorthin ist unser Anrecht, ebenso die Besiedlung und der Besitz dieser Inseln.
So freue ich mich zumindest ein bisschen, denn zumindest Du wirst Ostindien nie mehr sehen.
Eine Kolonistin weniger, die sich auf unserem Land niederlässt.
Du bist meine kleine Entschädigung für all das Leid, das wir Portugiesen durch Euer verbrecherisches Volk erlitten haben, in Ostindien, in Afrika und sonst wo auf der Welt.
Es wird mir eine Freude sein, eine persönliche Sklavin aus dem verhassten Volk der Niederländer zu haben.“

Dabei sah er mich mit einem breiten Grinsen an. Das Funkeln in seinen Augen gefiel mir ganz und gar nicht.

Dieser Mann hasste Niederländer und hasste damit auch mich. Dabei hatte ich ihm doch gar nichts getan.

Der Gouverneur zog mich an der Kette zu seinem Schreibtisch und holte dort eine Gerte hervor.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ding-1131120615

Solche Gerten kannte ich gut, auch in Batavia hatten wir und die anderen Niederländer solche, um gegebenenfalls unsere Sklaven zu disziplinieren. Und auch die Araber hatten regen Gebrauch davon gemacht, an mir, wie mir mein schmerzenden Hintern immer noch bestätigte.

Ich zitterte, als der Gouverneur mich mit der Gerte in der Hand zurück zu dem Platz vor seinem Schreibtisch zog und mich umdrehte, so dass ich mit dem Gesicht zur Wand stand.


https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ch-1-1131123087

Er hob meine gefesselten Hände mit der linken Hand etwas nach oben und schlug mir dann mit der Gerte auf den Po. Nicht nur einmal, sondern fünf Mal.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ch-2-1131123410
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ch-3-1131123694

Ich schrie vor Schmerz auf und Tränen füllten meine Augen. Der Gouverneur hatte nicht mit voller Kraft, aber doch hart zugeschlagen.

Wie konnte der Mann so grausam sein, ich hatte ihm doch nichts getan.


Er drehte mich wieder zurück, blickte mich grinsend an und meinte grinsend:
„Das war meine erste kleine, ganz persönliche Revanche an Eurem Räubervolk. Aber keine Sorge, das war erst der Anfang!“

Weitere Tränen liefen mir aus den Augen, teilweise aus Schmerz, mehr jedoch noch, weil meine Hoffnung auf Freilassung in ganz, ganz weite Ferne gerückt war.

Ich war diesem Mann völlig ausgeliefert und vermutlich interessierte diesen meine Meinung nicht im Geringsten, dennoch brachte ich mit dem Mut der Verzweiflung heraus:

„Sir, es tut mir leid für alles, was Ihr Volk durch mein Volk erleiden musste. Aber ich bin doch nur eine junge Frau, die zu ihrem Mann wollte. Dieser Krieg ist nicht meiner. Ich habe auch nicht vor, Euer Land zu stehlen. Ich will in die Niederlande zurückkehren und werde für immer dortbleiben.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...om-2-1130777172

Nachdem mein Mann unsere Ehe annulliert hatte, hätte ich tatsächlich nichts lieber getan an als das. Nie mehr wollte ich einen Fuß nach Batavia setzen, in diese Stadt, die mir so viel Unglück bereitet hatte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cked-1130778560
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...om-1-1130779158

Der Gouverneur sah mich kurz an.

Jedoch beeindruckte ihn meine Verzweiflungstat nicht besonders:

„Dafür ist es jetzt zu spät. Du bist jetzt meine Sklavin und wirst mir dienen, so lange ich es will. Sozusagen als Entschädigung für die Freveltaten Deines Volkes. Aber in einem sind wir uns einig: Unsere ostindischen Inseln wirst Du nicht mehr betreten.“

Ich weiß nicht, woher ich diesen Mut nahm, hilflos mit auf den Rücken gefesselten Händen. Vermutlich war es wiederum der Mut der Verzweiflung, denn ich antwortete ihm:

„Sir, Sie dürfen mich nicht als Ihre Sklavin behandeln. Christen dürfen keine anderen Christen als Sklaven halten. Das ist gegen das Gesetz und gegen unsere Religion!“


https://www.deviantart.com/neuschreib63/...om-3-1130777512

Der Gouverneur sah mich erneut an.

Anscheinend war er überrascht von meinem Mut und meinen Widerworten.

Allerdings nur kurz, denn er fuhr fort:
„Du nennst Dich eine Christin? Dass ich nicht lache. Du bist vermutlich wie Euer gesamtes Volk vom rechten Glauben abgefallen und hängst nun dieser nordeuropäischen Ketzerei an.
Wenn es nach mir ginge, würden die heilige Inquisition alle Ketzer in die Hölle schicken. Aber das ist leider nicht möglich, so realistisch muss auch ich sein.
Aber komm mir nicht mit Christentum. Den Pfad des wahren Glaubens habt ihr Niederländer verlassen. Außerdem unterstehe ich nur einem Hirten hier auf Erden und das ist der Papst. Rom ist allerdings weit weg und ihr Protestanten habt Euch von ihm eh losgesagt. Daher wird er Dich nicht beschützen. Sei froh, dass Du nicht auf dem Scheiterhaufen landest wie so manche Ketzerin vor Dir.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tian-1131121494

Und was das Gesetz angeht: Ich sehe Dich als meine Kriegsgefangene und Kriegsgefangene haben keine Rechte. Jedenfalls nicht hier in meiner Stadt. Du darfst Dich darüber gerne bei unserem König Joao beschweren, wenn Du ihn triffst. Wir haben sogar ein Zimmer für ihn hier im Palast, sollte er uns eines Tages besuchen kommen. Bisher war er aber noch nie hier. Bis dahin gilt hier mein Wort und dieses besagt, dass gefangene Niederländerinnen meine Sklavinnen sein dürfen.“


Wiederum sah er mich mit einem Grinsen an.

Ich hatte auch meinen Mut der Verzweiflung verloren und brach in Tränen aus.

Mein Leidensweg schien noch nicht vorbei. Ganz im Gegenteil, nun stand mir ein Leben als Sklavin eines Portugiesen bevor, der mich für meine Nationalität, für die ich nichts konnte, hasste.

Der Gouverneur grinste mich an, ihm schien mein Elend zu gefallen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ding-1131120615

Anscheinend hatte er mich immer noch genug gedemütigt, denn während ich wie ein Häufchen Elend so dastand, fügte er noch hinzu:
„Außerdem, wer hat Dir erlaubt, mir zu widersprechen? Hat Dir Rais nicht gelehrt, dass einer Sklavin keine Widerrede zusteht? Dann werde ich das wohl erledigen müssen.“

Mit diesen Worten drehte er mich erneut um, hob meine gefesselten Hände wieder nach oben und schlug mir erneut auf den Po. Wieder fünfmal.

Wieder so fest, dass mir die Tränen kamen.

Wobei der physische Schmerz bei weitem nicht so schlimm war wie der Schock, dass mich der Gouverneur anscheinend nicht freilassen wollte, sondern mich im Gegenteil als seine persönliche Sklavin hierbehalten wollte.

Ich hatte so sehr gehofft, dass mein Martyrium hier enden würde und mir der europäische Gouverneur die Freiheit verschaffen würde. Aber wie es aussah war ich nur vom Regen in die Traufe gekommen, der Portugiese behandelte mich genauso brutal und herablassend wie die Araber vor ihm.


Nach dem fünften Hieb mit der Gerte meinte er dann:

„Ich muss jetzt weiterarbeiten.
Aber ein hübsches Geschenk bist Du schon, eine hübsche niederländische Sklavin.
Daher darfst Du noch ein bisschen in meinem Arbeitszimmer bleiben und mir Gesellschaft leisten.“

Mit diesen Worten nahm er die Eisenkette in die Hand und zog mich daran zwei Meter weiter.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...owed-1131520963

An der Wand direkt gegenüber von seinem Schreibtisch waren mehrere Metallhaken in der Wand eingelassen.
Ähnlich den Haken in der Steinhalle in Sansibar.
Mir schauderte bei der Erinnerung an diesen schrecklichen Tag.

Er nahm die Kette an meinem Halsring und fixierte diese mittels eines Vorhängeschlosses mit einem der Haken an der Wand über mir.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-1-1131522497

Ähnlich wie damals in Sansibar, nur hatte der Gouverneur die Kette so kurz angebunden, dass ich mich auch nicht mehr setzen konnte, sondern stehenbleiben musste.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-2-1131522925
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-4-1131523718

Dann setzte sich der Gouverneur wieder an seinen Schreibtisch und begann mit irgendwelchen Arbeiten, während ich ihm gegenüber an der Wand stand.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pany-1131522080
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-3-1131523325

Das Einzige, was ich tun konnte, war dem Mann beim Arbeiten zuzusehen. Oder meine Augen zu schließen, was meine Lage aber auch keinen Deut besser machte.

Ich war deprimiert wie vielleicht noch nie in meinem Leben und weinte bitterlich.

Ich weiß nicht, wie der Mann so arbeiten konnte, ihm schien mein Schluchzen nichts auszumachen. Im Gegenteil blickte er immer wieder grinsend zu mir herüber. Was für ein Monster.


Schreckliche Erkenntnisse gingen mir durch den Kopf, während ich so gefesselt an der Wand stand.

Nein, Mats‘ Brief war kein böser Scherz gewesen. Er hatte mich wirklich allein gelassen.

Nein, meine Familie war nicht hierhergekommen, um mich freizukaufen.

Niemand war hierhergekommen, um mich freizukaufen.

Die Araber hatten mich hiergebracht, um mich als Sklavin zu verschenken, vermutlich als Gegenleistung für irgendwelche Geschäfte.

Und nun stand mir ein Leben als Sklavin bevor, irgendwo am Ende der Welt, in einer portugiesischen Kolonie in Ostafrika.

Ein Leben als Sklavin des Monsters, das erneut grinsend zu mir herüberblickte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...joys-1131807685

Was für ein schrecklicher Tag. Was für ein schreckliches Schicksal.
45. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 09.12.24 20:22

Hat einer die Adresse von diesem Gouverneur?
Ich würde ihm gerne eine "Fist-in-the-box" schicken...
46. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 09.12.24 20:31

Zitat
Hat einer die Adresse von diesem Gouverneur?
Ich würde ihm gerne eine \"Fist-in-the-box\" schicken...


Probiere es mal hier:
"Governador
Francisco de Noronha
rua residencial 1
Ilha de Mocambique
Reino de Portugal"
47. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 10.12.24 19:21

Zitat
Zitat
Hat einer die Adresse von diesem Gouverneur?
Ich würde ihm gerne eine \"Fist-in-the-box\" schicken...


Probiere es mal hier:
"Governador
Francisco de Noronha
rua residencial 1
Ilha de Mocambique
Reino de Portugal"


Müsste man echt mal ausprobieren
Danke für den neuen Teil, wäre aber ein ziemlich schlimmes Ende, ich hoffe da kommt noch was
48. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Windelmeister am 12.12.24 00:10

Arme Isabella sie tut mir ein wenig leid. Die Hoffnung das es doch noch ein gutes Ende für Sie gibt dürfte so langsam bei unter 10% liegen. Da hilft nur beten und auf ein Wunder warten
49. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 14.12.24 15:28

@m.scorpion, chas-hh, adriana, windelmeister
Vielen Dank für Eure Kommentare.

@m.scorpion
Ich hoffe auch, dass es spannend bleibt. WARUM sie nach Ilha de Mocambique gebracht wurde, weiß Isabella ja nun. WAS ihr noch alles bevorsteht, wird sie im Lauf der Geschichte erfahren...

@chas-hh, adriana
Ich bin etwas verwundert, dass Ihr Euch so auf den Gouverneur eingeschossen habt.
Dieser ist sicher kein Sympathieträger. Ich glaube aber auch, dass ich die Figur nicht überzeichnet habe.
Vor gar nicht allzu langer Zeit war es – auch in Deutschland – normal, seine Untergebenen zu schlagen, nicht nur seine Mägde und Knechte, sondern auch seine Frau und seine Kinder. Heute käme die Kripo, der Scheidungsanwalt und das Jugendamt. Aber damals war das wohl genauso legal wie normal.

Nein, früher war nicht alles besser...

Auch der angedeutete Nationalismus war wohl normal.
Und selbstverständlich hätte kein Herr mit seiner Sklavin etwas ausdiskutiert oder Widerworte geduldet.

Nein, früher war nicht alles besser...

Von daher müsstet Ihr die Jack-in-the-box wohl an sehr viele Leute schicken, geschätzt ¾ der damaligen Hausherren und Fürsten…

Und das was Isabella bevorsteht, war leider für hunderttausende Sklavinnen wohl bittere Realität. Wenn ich die „Niederländerin“ in der Geschichte durch eine „amerikanische Indigene“, „Afrikanerin“ oder „Süd(ost)asiatin“ ersetzen würde, wären wir vermutlich nicht mehr im Bereich einer Geschichte, sondern bei einer Biographie…
(jetzt wisst Ihr vielleicht auch, wie diese Geschichte in meinem kranken Kopf entstanden ist)

Nein, früher war nicht alles besser…

@Adriana:
Ja, da kommt noch etwas... Lass mal nachsehen... Aktuell sind wir in meinem word-Dokument auf Seite 50. Und die Geschichte hat aktuell 180 Seiten. Also irgendetwas wird vermutlich noch kommen...
Für Isabella habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht:
Die gute: Diese Geschichte ist noch nicht vorbei, sie hat gerade erst angefangen.
Die schlechte: Diese Geschichte ist noch nicht vorbei, sie hat gerade erst angefangen…

@Windelmeister:
Wäre diese Geschichte tatsächlich eine Biographie einer afrikanischen oder indischen Sklavin, wären ihre Chancen auf ein "gutes Ende" (was auch immer das sein mag...) wohl wirklich unter 10%. So wie ich für Clara momentan auch wenig Chancen auf Heimaturlaub sehe.
Für Isabella bin ich optimistischer, schon aus dem Grund, dass ich nicht dreimal das gleiche erzählen wollte.
Letztlich ist das hier doch eine Geschichte und nicht die Realität und der Autor hat immer noch ein gewisses Faible für Happy Ends...
Aber mal sehen, wie gesagt, diese Geschichte hat eigentlich erst angefangen...
50. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Windelmeister am 14.12.24 15:42

Da ich ein großer Fan deiner Geschichten bin ist dies eine gute Nachricht denn das steigert die Chance auf viele Fortsetzungen
51. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 16.12.24 20:43


13.Jeronimo und das Zimmer am Ende des Korridors


Die Zeit verging, ich weiß nicht, wie lange ich so an der Wand stand. Vielleicht zwei Stunden, vielleicht auch drei. Meine Füße taten mir auch schon weh vom langen Stehen. Auch meine Hände und Schultern schmerzten von der Fesselung, aber ich konnte nichts dagegen tun. Jedenfalls nichts außer hoffen und beten, dass dieser Albtraum irgendwann vorbeigehen würde.

Irgendwann schien das Monster vor mir doch noch ein menschliches Rühren zu spüren. Oder vielleicht wurde ihm mein Schluchzen doch zu viel.

Der Gouverneur hatte mir zwar öfters gedroht, dass er mir ein paar weitere Schläge mit seiner Gerte verpassen würde, wenn ich nicht bald ruhig wäre.
Ich hatte auch versucht, mich zusammenzureißen, aber kurz nach den Drohungen konnte ich die Tränen dann doch wieder nicht zurückhalten, zu schlimm war das heute erlebte und die Zukunft, die mir hier bevorstand. So schlimm wie dieser Tag bereits war, kam es auf ein paar Hiebe mehr oder weniger eigentlich auch nicht mehr an. Vermutlich würde mich dieser grausame Mensch so oder so noch oft schlagen, das hatte er ja bereits angedeutet.

Aber anscheinend hatte er mich für heute genug verprügelt, denn der Gouverneur beließ es dann doch bei den Drohungen.

Jedenfalls löste er mich von dem Haken an der Wand und meinte:
„Ok, Isabella, ich denke für den Moment habe ich meine niederländische Sklavin genug betrachtet. Wir sehen uns dann heute beim Abendessen, ich freue mich schon!“

Mir schauderte. Was meinte er damit?

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ll-1-1133364841
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ll-2-1133365259
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ll-3-1133530076

Für den Moment konnte ich aber nicht weiter nachdenken, denn der Gouverneur zog mich an der Eisenkette zur Tür. Dort rief nach einem Jeronimo.

Kurz darauf erschien auch ein junger Mann mit braunen Haaren, vermutlich ein Portugiese. Dieser dürfte in etwa genauso alt wie ich gewesen sein und war auch nur ein paar Zentimeter größer als ich.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nimo-1133365790
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nimo-1133365478

Der Gouverneur überreichte dem jungen Bediensteten das Ende der Kette sowie meine Schuhe und einen Schlüssel. Er sagte ihm noch ein paar Dinge auf Portugiesisch, die ich aber nicht verstand.

Der Bedienstete zog mich an der Kette auf den Gang hinaus und der Gouverneur schloss die Tür hinter sich.
Der junge Mann schien etwas überrascht, dass er auf einmal eine weiße Sklavin vor sich hatte und sah mich mit einem seltsamen Blick an.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...lave-1133366001

Es schien fast, als ob er mich bedauern würde.
Tatsächlich kannte ich solche Blicke fast gar nicht mehr, dies war der erste mitleidige Blick seit langem. Vielleicht hatte ich mich aber auch getäuscht. Der junge Mann hatte zwar einen etwas helleren Hautton als der Gouverneur, war aber vermutlich genauso ein Portugiese und hasste mich vermutlich genauso wie all die anderen Portugiesen, denen ich bisher hier begegnet war.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...etty-1133787582
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...appy-1133797341

Umso mehr war ich überrascht, als mich der junge Mann nochmals ansah und mich fragte:
„Devo tirar suas algemas?“

Ich hatte keine Ahnung, was der Mann gesagt hatte. Daher sah ich ihm nur fragend in die Augen und zuckte mit den Schultern.

Der junge Mann hatte anscheinend verstanden, dass ich nichts verstanden hatte und wiederholte seine Frage auf Englisch:

„Should I take off the ropes?”

Das war wohl eine rhetorische Frage und so antwortete ich mich einer Träne im Auge:
„Yes, please.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...opes-1133787913

Ich war so am Boden, dass ich mich selbst über diese Kleinigkeit freute. Vermutlich freute ich mich über die freundlichen Worte und die kleine Empathie noch mehr als über das Lösen der Fesseln. Freundliche Worte hatte ich schon lange nicht mehr gehört, seit Lydsaamheid war ich wie ein Tier, wie eine Sklavin behandelt worden.

Von den Piraten, von meinen Käufern in Sansibar, von den arabischen Kaufleuten auf dem Weg hierher und nun auch und vor allem von dem portugiesischen Gouverneur.

Wobei dieser noch längst nicht mit mir fertig war, soviel war klar. Was auch immer „heute beim Abendessen“ bedeuten sollte.


Zumindest war es eine Wohltat wie Jeronimo die Knoten löste, die meine Hände hinter meinem Rücken gefesselt hatten. Endlich konnte ich diese wieder frei bewegen. Meine Schultern und meine Hände schmerzten doch sehr, nachdem diese stundenlang, seit heute Morgen, hinter meinem Rücken gefesselt gewesen waren.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...reed-1133788136

Allerdings war ich immer noch gefangen, der junge Mann hielt die Kette zu meinem Halsband fest in der Hand.

Wenn ich mich jetzt losreißen und fliehen würde…?

Allerdings, wohin sollte ich fliehen? Und wie weit würde ich kommen? Vermutlich nicht weit.

Spätestens unten an der Tür bei den beiden Wachen würde meine Flucht wohl enden. Und dann…? Das wollte ich mir dann lieber nicht vorstellen.

In Batavia erging es Sklaven, die versuchten zu fliehen, sehr, sehr schlecht.

In gewisser Weise wäre es auch unfair gegenüber dem jungen Mann gewesen, seine Gutmütigkeit, mir die Fesseln abzunehmen, mit einem aussichtslosen Fluchtversuch zu danken.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ve-2-1133862076

Der junge Portugiese schien wirklich etwas Mitleid mit mir zu haben, denn er fragte weiter, ob ich etwas zu trinken wollte. Dieses Angebot nahm ich auch dankbar an, schon seit Stunden hatte ich nichts mehr zu trinken bekommen, obwohl es auch hier im Palast sehr warm war.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ve-1-1133859092

Der junge Mann gab mir auch tatsächlich etwas Wasser, das ich ohne gefesselte Hände auch wieder trinken konnte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...er-1-1134210917
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...er-2-1134211243
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...er-3-1134211706

Ich fühlte mich etwas besser und hatte auch das Gefühl, dass mich der junge Portugiese auch nicht so hasste, wie sein Gouverneur. Vermutlich war der Krieg zwischen den Niederlanden und den Portugiesen auch nicht der seine.

Ich war mir nicht sicher, ob es mir als Sklavin, die ich immer noch war, erlaubt war, Fragen zu stellen. Ein ganz klein wenig Hoffnung hatte ich aber doch, dass mich der junge Mann nicht gleich schlagen würde, so wie es die Araber getan hatten.

So fragte ich ihn, was mich schon beschäftigte, seit ich das erste Mal das Fort erblickt hatte:
„Wo bin ich hier?“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...hain-1134212168

Der junge Bedienstete sah mich etwas überrascht an:
„Das weißt Du nicht? Du bist hier in Ilha de Moçambique, dem Hauptort der portugiesischen Niederlassungen in Ostafrika. Geleitet wird diese Kolonie von unserem Gouverneur Francisco de Noronha. Diesen hast Du ja bereits kennengelernt.“

Ja, das hatte ich. Mehr als mir lieb war.

Der junge Mann sprach sogar sehr gut Englisch, mit einem englischen Akzent, sein Englisch war gefühlt sogar besser als das des Gouverneurs.

Anscheinend war der junge Mann jetzt neugierig geworden, denn er fragte mich:
„Where are you from? What’s your name? “

Ich tat mich etwas schwer mit einer Erklärung, warum ich als weiße Europäerin jetzt als Sklavin vor ihm stand. Dennoch versuchte ich es mit einer kurzen Erklärung.
„Ich bin Isabella und komme aus Amsterdam in den Niederlanden. Eigentlich wollte ich nach Batavia … zu meinem … Mann. Aber dann … wurde unser Schiff … von arabischen Piraten gekapert und nach Sansibar entführt. Und dann… hat mich ein arabischer Kaufmann dort gekauft … und hierhergebracht. … Ich habe keine Ahnung warum und was ich hier soll.“

Dabei brach ich erneut in Tränen aus.

Der junge Mann gab mir ein Taschentuch.

„Ich bin Jeronimo. Ich weiß auch nicht, warum Du hier bist und was unser Gouverneur mit Dir vorhat.
Aber ich werde Dich in mein Abendgebet miteinschließen.“


Das klang süß und schmeichelte mir ein wenig, machte meine Situation aber auch nicht besser. Zumindest nicht viel. Aber bestimmt konnte es nicht schaden, wenn zumindest eine Person im Palast mich nicht hasste oder in mir nur eine wertlose Sklavin sah.


Damit war unsere kurze Konversation auch beendet.
Ich fühlte mich viel zu elend, als dass mir nach einer Unterhaltung zu Mute gewesen wäre. Auch der junge Mann schien nicht so recht zu wissen, was er noch sagen sollte.

Ich wusste nun also, dass ich mich in einer portugiesischen Kolonie namens „Ilha de Mocambique“ befand. Den Namen hatte ich noch nie zuvor gehört, allerdings hatte ich mich auch noch nie für portugiesische Kolonien in Afrika interessiert. Diese waren weit weg, sowohl von Amsterdam als auch von Batavia. Ich hatte auch nie vorgehabt, eine solche zu besuchen. Und als Sklavin in einer solchen zu leben, war nun wirklich das allerletzte, was ich wollte. Das interessierte aber natürlich niemanden. Seit ich vor Lydsaamheid entführt worden war, war ich nicht mehr als eine Ware gewesen, die man gewinnbringend weiterverkaufen wollte.


Jeronimo führte mich wie einen Hund an der Kette den Gang entlang. Wiederum fühlte mich gedemütigt, auch wenn dies seit Monaten schon fast ein Normalzustand war.

Zumindest schritt Jeronimo gemächlich, so dass ich ihm ohne Problem folgen konnte. Wir gingen auch nur ein paar Meter, bis zum Ende des Korridors.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-1-1134212576

Dort war eine verschlossene Tür, welche Jeronimo mit einem Schlüssel öffnete.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-2-1134212969

Zu mir gewandt sagte:
„Dort ist Dein neuer Schlafplatz.
Erhol Dich, bestimmt hast Du anstrengende Stunden und Tage hinter Dir.“


Etwas traurig sah mir Jeronimo und die Augen und ich blickte ebenso traurig zurück und antwortete nur kurz mit „Ja.“

Dann öffnete Jeronimo das Vorhängeschloss an meinem Halsreif und nahm mir die Eisenkette ab.

Zumindest das.

Ganz vorsichtig fragte ich ihn, ob er mir vielleicht auch den Halsreif selbst abnehmen könnte.

Jedoch wurde ich enttäuscht:
„Tut mir leid, Isabella. Aber das dürfte ich nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Gouverneurs. Momentan könnte ich es auch gar nicht, ich habe nur den einen Schlüssel bekommen.
Ich fürchte, Du wirst den Eisenreif weiterhin tragen müssen, bis der Gouverneur etwas anderes befiehlt.“


Die Enttäuschung war mir vermutlich ins Gesicht geschrieben, auch wenn ich nichts anderes erwartet hätte. Der schwere Eisenring hing weiterhin um meinen Hals, wie bereits seit vielen Monaten. Irgendwie war dieser bereits ein Teil von mir geworden, aber ich hasste diesen immer noch genauso wie am ersten Tag, als die Piraten mir diesen angelegt hatten.

Ich betrat den Raum und sah mich um. Auf dem Boden lagen acht einfache dünne Matratzen. Ansonsten war der Raum fast leer, ein paar Kleidungsstücke lagen auf den Matratzen, aber außer mir war niemand hier.

Mir gefiel dieser Raum nicht. Aber natürlich fragte niemand, ob ich hierbleiben wollte, auch Jeronimo nicht.

Stattdessen deutete er auf eine der Matratzen auf der rechten Seite, auf der keine Kleidungsstücke lagen, und meinte:
„That one is free.“

Dann wandte er sich ab und sagte zum Abschied leise „Adeus“.

Meine Schuhe nahm er auch mit.

Vorsichtig fragte ich ihn:
„Can I have back my shoes?“

Er drehte sich nochmals um und sah mich an. Die Schuhe gab er mir jedoch nicht zurück und meinte stattdessen:

„I am afraid you are not allowed to wear them. But I will store them for you.”

Ich bekam etwas Angst, mir die Füße zu verbrennen. Hier drinnen im Gebäude ging es, der Marmorboden war sogar recht kühl, aber draußen war der Boden auf den Straßen genauso heiß wie auf Sansibar, das hatte ich auf dem Weg vom Hafen hierher schon registriert.

Daher fragte ich ihn vorsichtig:
„But if I have to go outside? Do I have to walk barefoot outside? I will burn my feet. “

Jeronimo sah mich einen Moment lang mit einem seltsamen, fast traurigen Blick an und schwieg.

Erst dann sagte er:
„You don’t have to go outside, Isabella. “

Ich war etwas verwirrt, aber einen klaren Gedanken konnte ich nach dem Erlebten sowieso nicht fassen.
Daher sparte ich mir auch die Frage, ob ich denn bis an mein Lebensende hier drin bleiben sollte.
Zumindest hatte mich Jeronimo erneut nicht geschlagen, wenn ich ihn etwas gefragt hatte, das war doch schon ein kleiner Fortschritt. Im Gegenteil, er hatte mir sogar eine Antwort gegeben, wenn auch eine, die ich nicht verstand.

Jeronimo verabschiedete sich nochmals:
„Adeus, Isabella. See you later.“

Ich erwiderte den Gruß und fügte in meiner Verzweiflung noch leise mit Tränen in den Augen hinzu:
„Can you help me?“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...me-1-1134735117
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...me-2-1134735619
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...me-3-1134736465
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...me-4-1134737261

Jeronimo sah mir in die Augen und schien erneut etwas traurig.
Leise flüsterte er:
„I don’t know. Not today. I am sorry, Isabella. Maybe one day in the future. I don’t know. “

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...me-5-1134737749

Mit diesen Worten drehte sich der junge Mann erneut um und ging. Wenn ich einen ganz kleinen Funken Hoffnung gehabt hatte, dass mir der freundliche junge Mann helfen würde, aus der Sklaverei zu entkommen, so war dieser schon wieder erloschen.

Fast in Trance sah ich dabei zu, wie er die Tür hinter sich zuzog. Dann vernahm ich noch ein leises „Klick“, als er die Tür von außen verschloss.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sive-1134738228

Da stand ich nun, allein und eingesperrt, irgendwo in Afrika. So wie jeden Abend in den letzten zwei oder drei Wochen. Immer noch mit einem Eisenreif um den Hals, immer noch als eine Sklavin.

Allerdings nicht mehr auf dem Schiff eines arabischen Kaufmanns, sondern in der Residenz eines portugiesischen Gouverneurs, der mich nun als sein Eigentum betrachte.

Ich fühlte mich elend und einsam, auch wenn ich irgendwie auch froh war, den Statthalter nicht mehr sehen zu müssen und nicht mehr in seinem Büro als Schauobjekt stehen zu müssen. Zumindest für ein paar Stunden bis zum Abend.


Ich sah mich in dem Raum um. Viel gab es nicht zu sehen. Durch ein vergittertes Fenster kam warme Luft herein, Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände gab es hier drin – bis auf die acht Matratzen - nicht. Letztlich war auch diese eine Gefängniszelle für Sklaven oder Sklavinnen, so wie der Raum, in dem ich die letzten Nächte verbringen musste. Oder wie der Raum, in welchem ich zuvor in Sansibar eingesperrt worden war.

Auf dem Boden lagen wie bereits erwähnt ein paar Matratzen herum und auf diesen ein paar wenige persönliche Kleider und persönliche Gegenstände.
Einfache Kleider für Sklavinnen, wie ich sie aus Batavia kannte. Kleider, wie ich sie bereits bei den afrikanischen Sklavinnen im Foyer gesehen hatte. Ich hatte eine Vermutung, wer wohl meine sieben neuen Zimmergenossinnen sein würden.
Vermutlich waren diese gerade irgendwo im Palast oder in der Stadt beim Arbeiten.


Da es hier sowieso nichts zu tun gab und ich hundemüde nach all den Demütigungen war, legte ich mich wie von Jeronimo vorgeschlagen hin und ruhte mich aus. Die Matratze war dünn, aber zumindest deutlich bequemer als die dünnen Strohmatten auf dem Schiff.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ry-1-1134738583

Schlafen konnte ich jedoch nicht, zu sehr quälten mich die Gedanken an das, was mir demnächst, vermutlich bereits heute Abend, bevorstand.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ry-2-1134739119

52. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 17.12.24 19:52

Das erscheint mir jetzt doch wie ein erster Hoffnungsschimmer, vor allem die Andeutung, dass er ihr nicht heute helfen kann. Was das wohl bedeutet? Vielleicht in der Zukunft? Man darf gespannt bleiben. Danke für die weitere Veröffentlichung
53. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von winipu77 am 17.12.24 23:59

Wieder eine schöne Fortsetzung, die das,Spannungsspektrum erweitert! Danke...
54. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 19.12.24 21:49

@Adriana:
Oh, da hast Du wirklich gut aufgepasst.
So könnte man die kleine Andeutung tatsächlich verstehen.
Vielleicht versucht der junge Mann aber auch nur, Isabella irgendwie Mut zuzusprechen.
Zumindest hat er Empathie. Manchmal sagt ein Bild ja mehr als tausend Worte...
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sive-1134738228
So könnte ich mir Jeronimo tatsachlich vorstellen, als er das Zimmer verließ...


@winipu:
Ja, ja, die Spannung...
Versucht habe ich ja schon, eine Spannungskurve aufzubauen, wenn auch vielleicht mit mäßigem Erfolg...
Bei meiner ersten Geschichte habe ich die Kritik bekommen, dass diese (zunächst) irgendwo im nirgendwo geendet hat und dass sich der Leser lieber ein klassisches Drama gewünscht hätte.
Wer weiß, vielleicht wird es ja diesmal ein Drama in 5 Akten?
Falls ja wären wir jetzt im 2. Akt...

Kleiner Spoiler am Rande: Isabella weiß vermutlich noch nicht, welche Hölle sie betreten hat, als die zwei Wachen am Eingang sie in die Residenz gelassen haben. Das wird sie in den nächsten Kapiteln Stück für Stück erfahren...

Jeronimo weiß es dagegen bereits, vielleicht sieht er deswegen so drein...

55. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 23.12.24 22:34

14. Jeronimo, Teil 2


Ich lag vielleicht eine oder zwei Stunden da, dann wurde die Türe wieder geöffnet.

War es bereits soweit? Draußen war es noch hell, eigentlich zu früh zum Abendessen.

Ich wollte nicht mit dem Gouverneur zu Abend essen. Was auch immer er mit mir vorhatte, es war bestimmt nichts Gutes.

Aber davonlaufen konnte ich nicht, hier in meiner Gefängniszelle. Und zum Verstecken gab es hier in diesem leeren Raum auch keinen Platz. Noch nicht einmal eine Standuhr.

So harrte ich mit Schaudern, was nun auf mich zukam.


Es war wieder Jeronimo.
Er hatte auch eine Gerte dabei, ähnlich derer, mit der mich der Gouverneur zuvor geschlagen hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...back-1136319872

Ich bekam Angst, würde ich jetzt meine nächsten Hiebe dafür erhalten, als Niederländerin geboren zu sein? Ich sah ihn angsterfüllt an, aber der junge Mann blickte eigentlich recht freundlich zurück.

Jeronimo hatte auch bemerkt, dass ich nicht schlief und sprach mich dann an:
„Isabella, kommst Du mit?“

Das war vermutlich nur eine rhetorische Frage und so stand ich auf. Ohne geschlagen zu werden.

Dennoch war mir mulmig bei dem Gedanken, was mir nun als nächstes bevorstand. Bestimmt nichts Gutes.


Zunächst fragte er mich aber noch:
„Wirst Du mir freiwillig folgen? Wenn nicht müsste ich Dich fesseln und anbinden. Und gegebenenfalls müsste ich Dich auch mit meiner Gerte bestrafen, wenn Du nicht gehorchst. Das will ich aber eigentlich nicht.“

Ich wusste natürlich, was er meinte.

Wir hatten in Batavia ja selbst Sklaven gehabt und ich wusste, dass es für diese nur zwei Möglichkeiten gab: Zu gehorchen- oder solange bestraft zu werden, bis sie gehorchten. Und in den letzten Wochen und Monaten hatte ich diese Lektion auch am eigenen Leib erfahren müssen. Die Hiebe mit den Gerten taten wirklich weh, vor allem wenn jemand so fest zuschlug wie der Gouverneur vorhin.

So antwortete ich ihm kurz:
„Nein, das ist ich nötig, ich komme auch so mit.“

Jeronimo war anscheinend erfreut und ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht.
Ganz leise sagte er: „obrigado“.

So folgte ich ihm, Gott sei es gedankt ohne gefesselte Hände und ohne eine demütigende Kette.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ence-1136320191

Vermutlich wusste Jeronimo auch, dass meine Chancen zu fliehen auch so bei praktisch null lagen. Die Wachen am Eingang des Palastes sorgten vermutlich nicht nur dafür, dass niemand ungebetenes hereinkam, sondern auch dafür, dass niemand unerlaubt den Palast verließ.

Wir passierten wieder das Büro des Gouverneurs. Gegenüber und neben dem Büro lagen ein großer Salon ("grande salão"), ein kleiner Salon ("pequeno salão") und ein Konferenzsaal ("sala de conferências"), welche mir Jeronimo zeigte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-1-1136329873
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...on-2-1136330494

Dann gingen wir eine der großen Marmortreppen hinunter ins Erdgeschoss. Wiederum fühlte ich den kalten Stein unter meinen nackten Füßen. Ich war immer noch eine Sklavin, auch ohne Eisenkette an meinem Halseisen.

Erneut fiel mir auf, dass der Palast prunkvoll eingerichtet war. Wie auch in anderen Kolonien in Afrika stand dieser in krassem Gegensatz zur Armut, die in großen Teilen des Kontinents herrschte.

Aber für diese Residenz hatte man anscheinend weder Kosten noch Mühen gescheut.


Jeronimo zeigte mir die Räume im Grundgeschoss und sagte auch hier die portugiesischen Namen dazu – das Speisezimmer („Sala de jantar“), die Küche („cozinha“), die Waschküche („lavandaria“) und ein paar andere Räume.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ence-1136331088

In den meisten Räumen sah ich auch schwarze Sklaven und Sklavinnen arbeiten, manche waren älter, manche dürften gerade volljährig gewesen sein. In Summe waren es sicher deutlich mehr Sklavinnen als die 7 Matratzen, welche ich in „meinem“ Schlafraum gesehen hatte. Die Einheitskleidung der Sklaven hier im Palast hatte ich zuvor ja bereits gesehen, als ich mit dem arabischen Kapitän im Foyer warten musste: Die wenigen männlichen Sklaven, die ich sah, trugen eine einfache weiße Hose und ein ebenso einfaches Hemd mit einem portugiesischen Symbol. Die Sklavinnen trugen ein langes weißes Kleid, ebenfalls mit einem portugiesischen Symbol über der Brust. Sie alle mussten auch ein Metallband um den Hals tragen, vielleicht als Erkennungszeichen für ihren Status als Sklaven. Und Schuhe trug natürlich auch keiner und keine von ihnen. So wie ich auch nicht.

Es war nicht zu übersehen, dass mich die Sklaven und Sklavinnen neugierig musterten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-1-1136331728
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-2-1136332121

Jeronimo sagte es mir nicht direkt, aber irgendwie war es doch klar, was er mir zeigte: Meine neue Arbeitsstätte als Bedienstete oder besser gesagt als Sklavin des Gouverneurs. Bei dieser Erkenntnis kullerten mir ein paar Tränen aus den Augen.

Jeronimo unterhielt sich noch ein wenig mit ein paar Sklavinnen auf Portugiesisch, über was konnte ich nicht verstehen, dann gingen wir weiter.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...lave-1136522978

Als er mir den Speisesaal zeigte fügte er mit einem Blick auf den großen rechteckigen Tisch noch hinzu:
„Hier pflegt der Gouverneur zu speisen.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...room-1137552193

Dabei hatte er einen traurigen Unterton in der Stimme, den ich nicht verstand. Auch sah er mich mit einem seltsamen mitleidigen Blick an. Was war so schlimm daran, dass der Gouverneur hier sein Essen einnahm?

Ich würde es bald erfahren.


Zum Schluss betraten wir noch ein kleines Büro, welches mit einem einfachen Schreibtisch und einem ebenfalls einfachen Schrank eingerichtet war. Kein Vergleich mit dem Büro des Gouverneurs. Dieser prachtvolle Raum war trotzdem so ziemlich der letzte gewesen, wo ich nochmals hinwollte.

Jeronimo bot mir einen Stuhl an und teilte mir mit:
„Das ist mein Büro. Ich bin für die Organisation der Sklavinnen und Sklaven hier im Palast zuständig. Somit auch für Dich.
Ich muss zugeben, eine weiße Sklavin hatten wir hier noch nie. Ich dachte eigentlich, dass das für uns Europäer gar nicht erlaubt ist.
Aber der Gouverneur hat mir mitgeteilt, dass dies bei Dir so sei, schließlich wärest Du eine Niederländerin und damit eine Kriegsgefangene.“

Ich sah dem jungen Mann traurig in die Augen. Es tat weh, nochmals an meinen Status als Sklavin erinnert zu werden. Meine Hoffnung, hier in diesem europäischen Außenposten endlich meine Freiheit zurückzuerlangen, hatte sich wie eine Seifenblase in Luft aufgelöst.

Dennoch fand ich irgendwie den Mut, ihm zu antworten, vielleicht, weil ich merkte, dass er mich trotz meiner Nationalität ein klein wenig mochte:
„Ich dachte bisher auch, dass Europäer keine anderen Europäer als Sklaven halten dürfen. Ich dachte, das ist sowohl gegen unser Gesetz als auch unsere Religion.“

Jeronimo entgegnete mir:
„Ich muss zugegeben, das war bisher auch meine Vermutung. Aber hier gilt das Gesetz des Gouverneurs. Der König in Lissabon und der Vizekönig in Goa sind beide weit weg, Zugegebenermaßen interessieren sich beide auch nicht so viel dafür, was hier passiert, wenn sie nur genügend Steuern von hier erhalten. Und das tun sie, die Geschäfte laufen aktuell gut, vor allem seit unser König in Europa sich wieder mit Spaniern, Franzosen und Engländern versöhnt hat. Selbst mit den Niederlanden gibt es nach meiner Kenntnis aktuell keinen größeren Konflikt.“

Mir war tatsächlich auch nicht bekannt, dass die Niederlande aktuell gegen Portugal Krieg führten.
Also könnte ich doch eigentlich keine Kriegsgefangene sein?

Das half mir aber auch nicht weiter, sein Wort galt, egal wie falsch oder richtig dieses war. So viel hatte ich bereits verstanden.

Etwas neugierig war ich doch geworden und irgendwie war es auch schön gewesen, mit jemandem zu sprechen, ohne beim ersten Wort gleich geschlagen zu werden:
„Was sind das denn für Geschäfte?“

„Nun, in erster Linie ist das der Verkauf von Sklaven aus dem Afrikanischen Hinterland. Die englischen Kolonien haben großen Bedarf an diesen, aber auch Franzosen und Araber kaufen hier ein. Daneben werden auch Gold und andere Bodenschätze sowie Elfenbein und Gewürze vom afrikanischen Kontinent hier gehandelt. Ganz unlukrativ ist das nicht, wie Du sicher schon bemerkt hast.“

Das hatte ich tatsächlich, die Geschäfte schienen sich zu lohnen, vor allem für den Gouverneur, wenn ich dessen Palast betrachtete.
Für die Sklaven und das gemeine Volk dagegen wohl weniger, aber das war in den meisten Kolonien in Afrika und Asien so.

Jeronimo erwähnte auch noch, dass es hier in Ilha de Moçambique auch einen Bischof gab. Vielleicht könnte ich ja diesen um Gnade bitten.

Allzu viel Hoffnung machte er mir aber nicht, der Bischof war wohl ein guter Freund des Gouverneurs. Aber vielleicht war dies ein ganz kleiner Hoffnungsschimmer? Vielleicht wollte mir Jeronimo ein ganz klein wenig Hoffnung einhauchen, hier in meiner misslichen Lage?


Wir unterhielten uns kurz, dann klopfte es an der Tür und ein Mann von vielleicht 40 Jahren trat ein.

Jeronimo begrüßte den Mann und wandte sich dann an mich:
„Isabella, das ist unser Hofschneider Duarte. Er wird ein paar Maße von Dir nehmen.“

Und ganz leise fügte er noch hinzu:
„Tut mir leid, aber das muss sein.“

Danach wandte er sich nochmals an den Mann:
„Duarte, esta é Isabella, a nova escrava do governador.“

Jeronimo sah nicht besonders glücklich drein. Auch ich musste erneut mit meinen Tränen kämpfen, hatte ich doch bereits verstanden, was Jeronimo zu dem Schneider gesagt hatte.

Der Schneider sah einen Moment lang verwundert aus, dann warf er mir ein „Ola, Isabella“ zu.

Er zog ein Maßband aus seiner Tasche und nahm einige Maße von mir. Zunächst meine Größe, dann Halsumfang, die Maße an meinen Schultern, über meinen Brüsten und an meiner Hüfte. Wofür er diese alle brauchte, fragte ich mich schon, aber diese Frage sparte ich mir. Genauso wie die Frage, warum es Jeronimo leid tat, dass der Schneider meine Maße nahm. Eine leise, schlimme Vorahnung hatte ich ja schon.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1137552577

Wäre Jeronimo der Gouverneur gewesen, hätte ich mir wohl berechtigte Hoffnungen auf ein Ende dieses Albtraums machen können, er schien mein Schicksal zu bedauern.

Jedoch war er nur ein kleiner Bediensteter und sein Chef hasste mich vermutlich immer noch wie eh und je. Blieb vielleicht noch der Bischof als kleiner Strohhalm? Irgendwie war ich momentan um jeden Strohhalm froh, wie dünn er auch war. Ich wollte mein Leben nicht hier in Ostafrika als Sklavin beenden. Ich wollte zurück nach Amsterdam, zu meiner Familie. Hier in Ilha de Moçambique wollte ich auf gar keinen Fall bleiben, nicht für alles Geld der Welt.

Momentan sah es jedoch so aus, als ob mir genau dies bevorstand, für eine lange, lange Zeit, vielleicht für den Rest meines traurigen Daseins.
Ich konnte mir momentan nicht vorstellen, dass mich der Gouverneur lebend diese Stadt verlassen ließ, er hatte ja zuvor bereits angedroht, dass ich Batavia nie mehr sehen würde. Das gleiche galt vermutlich auch für Amsterdam und jeden anderen Ort außerhalb dieser Mauern.
Mir schauderte.


Der Schneider brauchte auch nicht allzu lange, um meine Maße zu nehmen.

Er unterhielt sich noch ein wenig mit Jeronimo und verabschiedete sich nach ein paar Minuten wieder.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ilor-1137553121


Jeronimo stand auf und sagte:
„Du kannst Dich noch ein wenig erholen, der Gouverneur wünscht Dich erst beim Abendessen zu sehen.
Komm, Isabella, ich bringe Dich zurück.“

Ich wollte nicht zurück in die Gefängniszelle im ersten Stock, aber ich hätte auch nicht gewusst, wo ich momentan sonst hinwollte. Weg von hier, soweit weg wie irgendwie möglich. Nach Amsterdam zu meiner Familie. Aber das war offensichtlich nicht vorgesehen. Und dass mich der Gouverneur zum Abendessen sehen wollte, bereitete mir auch Angst.
So wie er mich und mein Volk hasste, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich zum Abendessen sein Gast sein sollte.

Würde er mich vielleicht als Statue wieder irgendwo anketten, damit er mich während seines Abendmahls betrachten konnte?

Ich hatte wieder Zeit, darüber nachzudenken, nachdem mich Jeronimo wieder zurückgebracht hatte und ich wieder eingesperrt und allein auf meiner Matratze saß.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ry-1-1137553510

Allerdings war es bereits später Nachmittag, vermutlich würde ich es bald erfahren…

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...mare-1137553985
56. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 24.12.24 11:25

Danke für die Fortsetzung. Eigentlich dürfte Isabella ja keine Kriegsgefangene mehr sein, wenn es aktuell keinen Krieg gibt, aber auf der anderen Seite war klar, dass es nur ein Vorwand vom Gouverneur ist um Isabella zu behalten. Bin nur gespannt ob sein hinterlistiges Spiel rauskommt. Bis dahin wird aber sicher noch Zeit vergehen und Isabella einiges erdulden müssen
57. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 27.12.24 21:50

Zitat
Danke für die Fortsetzung. Eigentlich dürfte Isabella ja keine Kriegsgefangene mehr sein, wenn es aktuell keinen Krieg gibt, aber auf der anderen Seite war klar, dass es nur ein Vorwand vom Gouverneur ist um Isabella zu behalten. Bin nur gespannt ob sein hinterlistiges Spiel rauskommt. Bis dahin wird aber sicher noch Zeit vergehen und Isabella einiges erdulden müssen


Hallo Adriana,

vielen Dank für Deinen erneuten Kommentar.

Sagen wir mal so, der Hass des Gouverneurs auf die Niederländer ist schon echt.

Der historische Hintergrund wird vermutlich die wenigsten interessieren, aber für diese wenigen will ich doch ein paar Worte schreiben:
Die Geschichte spielt ja im Jahr 1725, Malakka (heute Malaysia) wurde ca. 80 Jahre zuvor, Colombo (Sri Lanka) und Cochin (Indien) ca. 60 Jahre zuvor von den Niederländern erobert. Einerseits sind das schon ein paar Jahre, andererseits heilen die Wunden der Vergangenheit nur langsam. Die deutsch-französische Feindschaft, z. B. bzgl. des Elsass hat Jahrhunderte gehalten, auch gibt es leider auch heute wohl noch sehr viele Menschen, die der Meinung sind, dass Israel 76 Jahre nach der Staatsgründung wieder von der Landkarte verschwinden müsste oder den amerikanischen Südstaaten, längst vergangenen Kolonialreichen oder dem Königreich Bayern nachtrauern... (letzteres wohl nicht ganz bierernst... )
Der Verlust der indischen und ostindischen Niederlassungen hat den Portugiesen sicher wehgetan, das verzeiht so ein nationalistischer Gouverneur nicht so schnell. Und nachtragend ist er auch:
Ich weiß nicht, wer das registriert hat, aber der Gouverneur ist ca. 55 Jahre, wenn sein Onkel mit 25 Jahren im Krieg gefallen ist, muss das schon ziemlich lange her sein...

Nur weil der Gouverneur Niederländer nicht mag, gibt ihm das aber natürlich noch lange nicht das Recht, sich über alle Gesetze hinwegzusetzen... Aber unser Gouverneur sieht sich als kleiner Sonnenkönig (vielleicht hat jemand den kleinen Hinweis in Kapitel 11 gelesen?), was dann auf jeden Fall gut in die Zeit des Absolutismus passen würde. Wenn man schon irgendwo am Ende der Welt auf einem Gouverneursposten sitzt, muss man das schließlich auch ausnutzen und das tut unser Gouverneurchen anscheinend ausgiebig...

Tja, ob irgendwann jemand von dem Treiben des Gouverneurs erfährt? Wir werden sehen...

Auf jeden Fall hast Du Recht, dass Isabella erst noch einiges erdulden muss, die nächsten Kapitel werden ihr ganz bestimmt nicht gefallen...

58. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 01.01.25 15:54

15. Ein unzüchtiges Gewand


Der Rest des Nachmittags verging, während ich auf meiner Matratze saß und nachdachte, was mir als nächstes bevorstehen würde. Vermutlich nichts Gutes.

Ich hatte Zeit und zu tun gab es hier drin auch nichts, kein Buch, nicht einmal eine Bibel gab es hier und auch niemanden, mit dem ich mich hätte unterhalten können, wenn ich es denn gewollt hätte. So sandte ich ein paar Gebete zum Himmel, auch wenn all meine Gebete in Sansibar und auf dem Schiff letztlich erfolglos gewesen waren. Zu dem Gott, der doch sowohl meiner als auch der der Portugiesen war?

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...mare-1137553985

Würde dieser Gott den Gouverneur eines Tages bestrafen für die frevelnden Worte und Taten, welche er gegenüber einer Glaubensschwester gebraucht hatte?

Dafür, dass er mich als Kriegsgefangene behandelte, obwohl es gar keinen Krieg mehr zwischen Niederländern und Portugiesen gab?

Momentan fragte ich mich aber eher, womit ich dies alles verdient hatte. Mein Name war nicht Hiob und ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass mir ein Engel erscheinen und mich aus diesem Martyrium befreien würde.

Allerdings, niemand gab mir eine Antwort und so blieb mir nichts Anderes übrig als zu warten.


Draußen wurde es bereits dunkel, wie überall in den Tropen ging das hier sehr schnell.

Ich war immer noch allein hier in diesem Raum und schlug die Zeit mit sinnlosen Fragen nach dem „warum?“ und „was wäre gewesen wenn?“ tot, als ich plötzlich wieder vernahm, wie die Tür aufgesperrt und geöffnet wurde.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1139467682

Es war wieder Jeronimo.

Würde er mich jetzt zum Abendessen mit dem Gouverneur abholen?

Vermutlich ja. Vermutlich war es nun so weit.
Mir schauderte.


Ich warf Jeronimo einen flehentlichen Blick zu, der sagen sollte, dass ich nicht mitkommen wollte.
Allzu gerne würde ich auf dieses Abendessen verzichten und hier drin in meiner Gefängniszelle bleiben.

Eventuell hatte der junge Mann meinen Blick bemerkt, aber er ignorierte ihn. Er sah auch weniger freundlich drein als zuvor.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-him-1139468971

In der Hand hielt er zwei Kleidungsstücke, auch seine Gerte hatte er wieder dabei.

Er sah mich ernst an und überreichte mir den Stoff:
„Bitte zieh das bitte an, Isabella.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...t-on-1139469720

Ich breitete die zwei Sachen aus und erschrak – es handelte sich um einen kurzen, sehr kurzen weißen Rock und ein ebenfalls sehr kurzes weißes Oberteil mit einem portugiesischen Wappen.

Ich blickte schockiert zu Jeronimo:
„Das ist nicht Dein Ernst?“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ress-1139470232

Er sah mich erneut mit ernstem Blick an und entgegnete mir:

„Du bist doch eine kluge Frau, Isabella. Du weißt, dass Du das anziehen musst. Das ist ein Befehl des Gouverneurs. Und bestimmt weißt Du auch, dass ich Dich dazu zwingen müsste, wenn Du es nicht freiwillig machst.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/1139470726

Die Worte schienen ihm keinen Spaß zu machen, aber natürlich wusste ich, dass er Recht hatte.

Vermutlich hatte er seine Gerte auch nicht zufällig dabei. Unseren Sklavinnen in Batavia hätte ich niemals so etwas zum Anziehen gegeben. Aber wenn ich es doch getan hätte, hätte ich keine Widerrede geduldet.

So war denn auch meine Antwort:
„Du hast Recht, leider weiß ich das.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ress-1139471478

Mit Schaudern sah ich die seltsamen Kleidungsstücke erneut an und gab ihm zu Verstehen, dass ich mich seinem Befehl beugen würde.


Jeronimo verließ den Raum und zog die Tür zu. Das war wirklich sehr freundlich von ihm. Genauso gut hätte er mir beim Umziehen zusehen können. So etwas geziemte sich zwar nicht für einen jungen Mann, aber von allem was ich an Ehre und Anstand gelernt hatte, hatte ich mich bereits in Sansibar verabschieden müssen. Ehre und Anstand gab es nur für freie Männer und Frauen, nicht für Sklaven und Sklavinnen.

Dies galt auch für diese seltsamen Kleidungsstücke, gegen welche ich mein grün-weißes Kleid tauschen sollte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rt-1-1139471909
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rt-2-1139472338

Ich überlegte kurz, ob es nicht doch irgendeine Möglichkeit gab, diese Demütigung zu verhindern.

Aber mir fiel keine ein. Ich saß hier irgendwo in Ostafrika in einer Gefängniszelle und gleich würde wieder der junge Mann mit seiner Gerte hereinkommen und mich vermutlich verprügeln, wenn ich seinen bzw. den Befehl des Gouverneurs missachten würde. Vermutlich solange, bis ich die zwei Sachen doch anzog.

Und jemand, der mir zu Hilfe kommen würde, war weit und breit nicht zu sehen.

Erbärmliche Aussichten waren das.


So sprang ich widerwillig und missmutig doch über meinen Schatten, streifte mein grün-weißes Kleid ab und zog stattdessen das kleine Hemdchen und das kurze Röckchen an.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ss-1-1139472648
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ss-2-1139473106
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ss-3-1139473306

Als ich die Sachen anhatte und an mir heruntersah, schauderte mir noch mehr:

Das Oberteil bedeckte gerade einmal meine Brüste, jedenfalls so halbwegs, in der Mitte war das Oberteil so ausgeschnitten, dass man mein Dekolleté noch erkennen konnte. Sogar meine Brustwarzen waren durch den dünnen weißen Stoff erkennbar. Am Rücken war das Oberteil kaum mehr als ein dünnes Stoffband. Gehalten wurde das Ganze von zwei ebenfalls sehr dünnen Stoffstreifen über meinen Schultern. Auch diese lagen zum größten Teil frei. Auch war das Oberteil so kurz, dass es kurz unterhalb meiner Brüste endete und damit meinen Bauch und meinen Bauchnabel ebenfalls freiließ. Im Grunde war mein Oberkörper bis auf ein bisschen Stoff über meinen Brüsten nackt.

Der Rock war jedoch noch schlimmer, er reichte mir nicht einmal bis zu den Knien und bedeckte kaum die Hälfte meiner Oberschenkel. Dazu hatte der Rock an beiden Seiten bis nach oben zur Taille einen Schlitz, durch welchen man die nackte Haut meiner Hüfte sehen konnte. Dazu war der Rock sehr weit und luftig geschnitten, ein kleiner Windhauch, eine falsche Bewegung und man konnte nicht nur meine gesamten Beine, sondern auch den Rest meines Unterleibs inklusive meiner privatesten Stellen sehen…

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ss-1-1139473492
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ss-2-1139474073

Ich schämte mich fast zu Tode, so etwas konnte man doch nicht tragen.

Ich war doch eine Frau aus gutem Hause und keine dieser armen Kreaturen, die für Geld ihren Körper verkauften.

Wer kam auf die Idee, solch ein unzüchtiges Gewand zu schneidern? Der- oder diejenige musste wirklich von allen guten Geistern verlassen sein.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ress-1139766354
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ss-2-1139766569

Wiederum war ich aber klug genug zu wissen, dass all dies keine Rolle spielte. Eine Sklavin hatte die Befehle Ihrer Herren durchzuführen, wie demütigend diese auch waren.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tory-1139767087

Wie ich fassungslos so dastand, klopfte es an der Tür und Jeronimo spähte vorsichtig herein:
„Can I come in?“

Ich wunderte mich tatsächlich ein wenig, dass dieser „Sklaven-Verwalter“ noch so höflich und schüchtern geblieben war. Andere genossen wie ich wusste ihre Herrscher-Position und ließen dies die Sklaven und Sklavinnen auch wissen. Aber dieser junge Mann schien sich wirklich seinen christlichen Anstand bewahrt zu haben. Irgendwie mochte ich ihn, obwohl er die Befehle seines grausamen Chefs ausführte und keinen Zweifel daran ließ, dass er diese auch mit Gewalt durchsetzen würde.

Eigentlich wollte ich, dass mich niemand in diesem demütigenden Outfit sah, schon gar kein Mann. Andererseits war mir bewusst, dass ich genau dafür dieses bekommen hatte. Mir war auch klar, wer mich in diesem demütigenden Gewand sehen wollte – der Gouverneur. Zum Abendessen.


Am liebsten hätte ich Jeronimo weggeschickt, aber das war wohl keine Option. Daher antwortete ich ihm doch:
„Yes, you can come in.“


Jeronimo staunte nicht schlecht, als er mich in diesem knappen Outfit sah.

Für mich war dieses beschämend, für einen Mann dagegen vermutlich sehr erotisch. Meine Figur war sicher nicht die schlechteste und das Gewand war wohl genau dafür da, meine weiblichen Rundungen noch zu betonen. Im Grunde entblößte das Gewand mehr als es verdeckte. Es geziemte sich für einen Mann eigentlich nicht, die nackten Schultern, den nackten Bauch und die Knie einer Frau zu sehen, mit der er nicht verheiratet war. Jedenfalls nicht in Europa. Aber dort war ich leider nicht mehr.


Jeronimo war erst einmal einen Moment sprachlos, der Arme.

Der junge Mann brauchte ein paar Augenblicke, bis er wieder Worte fand, dann meinte er:
„You look… nice.“

Vermutlich war das nur die Hälfte dessen, was er dachte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nice-1140381385

Dann sah er mich an und sagte:
„We have to go downstairs.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...airs-1140390356

Nur höchst ungern folgte ich dieser Anweisung. In diesem Aufzug wollte ich auf keinen Fall vor die Tür treten. Ich wollte nicht, dass mich der Gouverneur oder irgendjemand sonst mich in diesem peinlichen Outfit sah. Und in diesem Gewand mit dem Gouverneur zu Abend essen wollte ich erst recht nicht.

Andererseits hätte jede Widerrede mit Sicherheit nur dazu geführt, dass mir Jeronimo wieder mit seiner Gerte hätte drohen müssen. Dies konnte ich uns beiden ersparen.

Mulmig war mir dennoch zu Mute, als ich auf den Gang hinaustrat und Jeronimo wieder über die edle Marmortreppe nach unten folgte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ress-1140391654
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ress-1140393001

Irgendwie hoffte ich immer noch, dass mich niemand in diesem demütigenden Aufzug sah, aber so ganz erfüllte sich dieser Wunsch nicht. Männliche Sklaven sah ich zum Glück keine mehr, aber ein paar schwarze Sklavinnen liefen noch herum. Auch die Wachen am Eingang vernachlässigten ihre Aufgabe für einen Moment und betrachteten mich, wie ich in dem kurzen Röckchen und dem bauchfreien Oberteil die Treppe hinunterging. Dazu noch mit einem Eisenreif um den Hals.
Wie peinlich.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ss-1-1140392175
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ss-2-1140392483

Wie gerne hätte ich mich in Luft aufgelöst. Aber stattdessen konnte ich nur beschämt zu Boden blicken und versuchen, die Blicke der beiden Männer am Eingang irgendwie zu ignorieren.


Ich folgte Jeronimo gehorsam den Gang im Grundgeschoss entlang bis wir zur Tür des Speisesaals kamen. Mit seiner Gerte wollte ich keine Bekanntschaft machen. Ich hörte Musik aus diesem. Jeronimo klopfte und öffnete einen Moment später die Türe.


Ich staunte nicht schlecht.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...room-1141000247

An der großen Tafel, die ich zuvor gesehen hatte, saßen lediglich zwei Personen – der Gouverneur und der arabische Kaufmann, der mich heute Morgen „verschenkt“ hatte. Anscheinend war er zum Abendessen gekommen.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...hant-1141001288

Ich schluckte. Ich hatte gehofft, diesen grausamen Mensch nie mehr wiederzusehen.

Und nun stand ich im peinlichsten Outfit, das man sich vorstellen konnte, wieder vor ihm.


Die beiden Männer waren gerade dabei sich zu unterhalten. Es sah fast so aus, als wären der portugiesische Gouverneur und der arabische Händler gute Kumpels. Dabei trennte sie doch die Religion, welche dem Gouverneur anscheinend so wichtig war, wesentlich mehr als Portugiesen und Niederländer. Auch waren Portugiesen und Araber eigentlich keine Freunde. Uthman hatte uns einmal stolz erzählt, dass die Araber die portugiesische Festung von Mombasa erobert hatten. Der Gouverneur schien dem Kapitän die kriegerischen Akte seines Volkes jedoch nicht übel zu nehmen, im Gegensatz zu mir. Oder war das alles nur Vorwand, um einen Grund zu haben, mich zu demütigen?

Auch das wäre durchaus im Bereich des Möglichen, im Grunde war es völlig widersinnig, mich für Eroberungen zu bestrafen, welche die niederländische Ostindien-Kompanie schon vor Jahrzehnten gemacht hatte. Und als die Niederländer angeblich vor knapp 120 Jahren zweimal erfolglos die Festung hier belagert hatten, waren noch nicht einmal meine Urgroßeltern auf der Welt gewesen.

Eigentlich war das auch einerlei, der Gouverneur wollte und konnte mich demütigen, aus welchem Grund auch immer.


So war es zutiefst beschämend, wie der Gouverneur und der arabische Kapitän mich in diesem Outfit sahen.

Die beiden stoppten kurz ihre Unterhaltung und sahen interessiert zu mir herüber. Ich konnte ein Grinsen in ihrem Gesicht erkennen.

Dann unterhielten sie sich angeregt:

“Eles trouxeram um presente muito legal.”

“É verdade, mas você também a colocou com um vestido muito erótico.”

“Esses vestidos curtos foram sugestão sua, minha querida amiga.”

“Está correto. Vocês, europeus, são por vezes terrivelmente pudicos. O corpo feminino é tão bonito de se olhar.”

“Não só para olhar...
Mas vamos ver se a nossa pequena holandesa também sabe dançar...”


Ich hatte das ungute Gefühl, dass es wieder um mich gegangen war, irgendetwas von einem Geschenk und niederländisch hatte ich jedenfalls aufgeschnappt. Mit niederländisch konnte wohl nur ich gemeint sein.

Danach sagte der Gouverneur auch noch ein paar Worte zu Jeronimo, welche ich aber ebenfalls nicht verstand. Mich sah er wieder interessiert an, würdigte mich aber wiederum keines Wortes, nur hämischer Blicke.

Der junge Mann stellte sich an die Wand neben der Eingangstür und befahl mir, mich neben ihn zu stellen.

Dann klatschte der Gouverneur in die Hände und die Musik begann von neuem.

Ich sah mich um.

Vier afrikanische Sklavinnen spielten auf einer Art Laute und sangen dazu, während vier weitere Sklavinnen dazu tanzten.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...usic-1141003780
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...usic-1141004794

Zwei der Tänzerinnen waren Afrikanerinnen, die anderen beiden sahen indisch aus. Sie alle trugen ein Metallband oder einen Eisenring um den Hals, sodass auf den ersten Blick ersichtlich war, dass alle vier Tänzerinnen und alle vier Musikerinnen Sklavinnen waren. Wie auch die anderen Sklaven und Sklavinnen, die ich bisher im Palast gesehen hatte, trugen auch sie keine Schuhe, sie tanzten bzw. musizierten barfuß.

Sie trugen auch alle ein ähnliches knappes Gewand wie ich. Vermutlich war es kein Zufall, dass man mich in ein solches gesteckt hatte.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1141002635
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cing-1141002967
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cing-1141003222
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...usic-1141005131
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1141005741
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1141005446

Ich hatte bereits eine böse Vorahnung, was gleich kommen würde.

Ich muss zugeben, die zwei Afrikanerinnen und die zwei Inderinnen tanzten auch sehr sinnlich, ließen ihren freien Bauch und die Hüften kreisen. Solche Körperbewegungen hatte ich noch nie bei einer Europäerin gesehen. Und wenn sie sich schnell bewegten, flog auch ihr Rock ein wenig hoch und man konnte… wie unanständig, so genau wollte ich gar nicht hinsehen.


So einen unanständigen Tanz hatte ich noch nie gesehen. Nie im Leben hätte ich mich vor einem Mann so bewegt. Jedenfalls nicht in meinem freien Leben.

Die Kleider, welche ich anhatte, gaben mir das unangenehme Gefühl, dass ich auch als Tänzerin vorgesehen war.

Meine Befürchtung schien sich auch zu bewahrheiten, denn Jeronimo flüsterte mir zu:

„Please look at them, you are supposed to be next. “

In einer Mischung aus Bewunderung für die grazilen Bewegungen und Horror über die Schamlosigkeit des Tanzes sah ich den vier Tänzerinnen zu. So konnte und würde ich auf keinen Fall tanzen, schon gar nicht vor diesen zwei Männern.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cked-1141007905

Nach etwa zehn Minuten endete das Lied und die Musikantinnen und die Tänzerinnen durften eine kleine Pause machen. Ich fragte mich schon, wie die Sklavinnen so einen unanständig Tanz für den Gouverneur und seinen Gast ausführen konnten, ohne vor Scham im Boden zu versinken.

Zwei weitere Sklavinnen brachten den nächsten Gang herein, einen gebratenen Fisch.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...iner-1141006013
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...iner-1141006366

Ich muss zugeben, dieser sah äußerst lecker aus, seit Amsterdam hatte ich kein solches Festmahl mehr genießen dürfen. Vermutlich würde dies auch so bleiben.

Trotz meiner Schockstarre hatte ich bereits erkannt, dass der Gouverneur mich nicht geholt hatte, um mit ihm zusammen zu speisen.


Der Gouverneur und sein Gast machten sich über den Fisch her.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...er-2-1141006932
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nner-1141006667

Wenn der Statthalter sich jetzt an einer Gräte verschlucken würde und … wäre dann mein Leiden hier vorbei?

Aber so viel Glück war mir nicht vergönnt, natürlich verschluckte sich weder der Statthalter noch sein Gast.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1141007197
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-2-1141007454

Stattdessen fragte der Gouverneur gut gelaunt seinen Gast:

“Agora vamos ver se a nossa pequena holandesa também sabe dançar...”

“Tenho certeza que ela consegue, é tudo uma questão de motivação...”

“Você tem razão! Até agora consegui motivar todos os escravos a dançar, mesmo que nem todos estivessem convencidos no início.
Jeronimo, diga à minha nova escrava que ela pode dançar agora!"”

Ich hatte mal wieder nicht verstanden, was die beiden Männer gesprochen hatten, aber nachdem sie wieder eine Niederländerin erwähnt hatten, war es vermutlich wieder um mich gegangen.

Ich hatte auch eine Vermutung, was sie gesprochen hatten.

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ed-2-1141008085
www.deviantart.com/neuschreib63/art/Isab...rait-1141008705

Diese bestätigte sich auch schnell, denn Jeronimo flüsterte mir zu:
„You have to dance now. “

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-now-1141009011

Ich sah ihn kurz an, blickte dann an meinem demütigenden Aufzug herunter und flüsterte ihm dann zu:
„I don’t want to.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1141009347
59. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 01.01.25 16:17

Moin und frohes neues Jahr.

Oje, für die Weigerung wird sie erst recht tanzen - unter dem "Gesang" der Gerte...
60. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 02.01.25 06:48

Zitat
Moin und frohes neues Jahr.

Oje, für die Weigerung wird sie erst recht tanzen - unter dem \"Gesang\" der Gerte...



Danke schön, Dir (und allen anderen Lesern) ebenfalls ein frohes neues Jahr!

Tja, im 21. Jahrhundert würde man wohl erstmal einen Stuhlkreis bilden und über Isabellas Befindlichkeiten sowie das Für und Wider des Tanzens diskutieren.
Aber soweit ich weiß, waren Stuhlkreise im 18. Jahrhundert noch nicht so weit verbreitet, daher könnte es schon sein, dass die Gerte die Diskussionsrunde ersetzen wird...
61. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 02.01.25 17:24

Ich finde das tanzen ja eigentlich noch harmlos, wenn sie sich jetzt schon so schämt und weigern will, dann möchte ich gar nicht wissen wie sie bei "wirklich schlimmen Sachen" drauf ist, das kann noch lustig werden.
Jedenfalls danke für die erneute Fortsetzung, ich freue mich bereits auf den nächsten Teil
62. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 02.01.25 19:22

Zitat
Ich finde das tanzen ja eigentlich noch harmlos, wenn sie sich jetzt schon so schämt und weigern will, dann möchte ich gar nicht wissen wie sie bei \"wirklich schlimmen Sachen\" drauf ist, das kann noch lustig werden.


Hallo Adriana,
meinst Du, ich habe Isabellas Scham überzeichnet? Als Mann kann ich mich ja nur begrenzt in die weibliche Psyche hineinversetzen...
Aus meiner Sicht war das realistisch. Heute wäre so ein Gewand ganz normal (auch wenn man natürlich bedenken muss, dass Frauen im 18. Jahrhundert noch keine Unterwäsche trugen...) - im Gegenteil, viele Mädels laufen heute mit noch deutlich kürzeren Sachen herum. Aber vor 300 Jahren wäre meiner Meinung nach im christlichen Europa niemand freiwillig so herumgelaufen. Es ist ja auch bei uns noch gar nicht so lange her, dass ein Bikini verboten war und ein Minirock ein Skandal war.
Übermäßig prüde wollte ich unsere Isabella eigentlich nicht hinstellen, aber immerhin kommt sie aus gutem/gehobenen Hause und dort galten wohl noch die guten alten christlichen Moralvorstellungen. Sitten, heute wie aus einer anderen Welt wirken.
So jedenfalls meine Vorstellung, ich kann mich aber natürlich auch täuschen, wie schon häufiger geschrieben, war ich ja nicht dabei...

P.S.: Kleiner fun-fact am Rande: Ich kämpfe bei meinen Bildern ja immer mit den nsfw-Einstellungen der AI. Aber so ein kurzes Röckchen ist für die AI im 21. Jahrhundert kein Problem mehr. Vor 300 Jahren oder vermutlich auch noch vor 80 Jahren wären die Bilder wohl alle zensiert worden
63. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 02.01.25 19:57

Nein, du hast den Scham nicht überzeichnet, habe kurz vergessen, dass Iabella ja eigentlich ein konservatives Mädchen ist und die Geschichte aus einer anderen Zeit spielt. Vermutlich war das damals eine ähnliche Demütigung wie wenn heute jemand zur Prostitution gezwungen wird, auch wenn es "nur" tanzen in knappen Outfits ist
64. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 03.01.25 07:01

Zitat
Nein, du hast den Scham nicht überzeichnet, habe kurz vergessen, dass Iabella ja eigentlich ein konservatives Mädchen ist und die Geschichte aus einer anderen Zeit spielt. Vermutlich war das damals eine ähnliche Demütigung wie wenn heute jemand zur Prostitution gezwungen wird, auch wenn es \"nur\" tanzen in knappen Outfits ist


Danke Dir für das Feedback.
Dann bin ich ja beruhigt, ich hatte schon befürchtet, dass ich die nächsten beiden Kapitel in die Tonne treten muss

Wobei die Scham ja nicht nur daher rührt, in welchem Outfit Isabella tanzen soll, sondern vor allem daher, WAS sie da tanzen soll. Der Tanz, den die anderen Sklavinnen dort aufführen, hat mit den Tänzen, die man im christlichen Europa des 18. Jahrhundert aufführt, vermutlich ungefähr genauso viel zu tun wie das Nachtprogramm auf RTL2 mit dem 20.15-Samstagsabendprogramm im ZDF...
Auch hier ist es - nach meiner Vorstellung - so, dass das was heute normal ist, vor 300 Jahren undenkbar unanständig war.
Heute räkeln sich Popstars, Faschingsgesellschaften, Gogo-Tänzerinnen etc. im knappen Outfit ohne große Schamgefühle "sexy" vor Publikum.
Dabei geht es bei den Tänzen ja auch und manchmal in erster Linie darum, dem Gegenüber seinen Körper zu zeigen und diesen in erotische Stimmung zu bringen.
Von daher könnte ich mir schon vorstellen, dass eine konservative Frau mit christlichen Moralvorstellungen so einen Tanz im 18. Jahrhundert schon als Vorstufe zur Prostitution gesehen hat.
Wobei die heutigen Mädels natürlich nicht vorhaben, mit jedem, dem sie so einheizen, ins Bett zu gehen. "For-your-eyes-only"...
Diese "Trennscheibe" war den Sklavinnen im 18. Jahrhundert nicht vergönnt...
65. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 06.01.25 20:51

15a. Der Stuhlkreis


Jeronimo sah mich mit großen Augen an:
„Wie, Du möchtest nicht tanzen, Isabella? Tanzen macht doch Spaß und Bewegung ist gesund! Und sieh mal, was Du für nette Tanzpartnerinnen hast, ihr werdet bestimmt eine tolle multi-kulturelle Tanztruppe!“

Ich antwortete ihm:
"Das mag alles sein, aber dieser Tanz ist einfach nur obszön. Ich bin doch keine Bordsteinschwalbe, die jemanden ihren Körper anbieten müsste. Meine christliche Erziehung verbietet mir, so etwas zu tanzen. Wir können gerne einen niederländischen Volkstanz oder einen Wiener Walzer tanzen, aber doch nicht so einen unanständigen Tanz!
Außerdem ist dieses Gewand, das ich da anziehen musste, zutiefst entwürdigend. So laufen doch nur Frauen aus dem horizontalen Gewerbe herum, aber doch keine christliche Frau im 18. Jahrhundert! Es geziemt sich für eine Frau nicht, einem Mann ihre nackten Schultern, ihre Knie oder gar ihren Bauchnabel zu zeigen. In so einem Gewand möchte ich auf gar keinen Fall tanzen!“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144251356

Jeronimo sah mich mit großen Augen an und dachte nach. Vermutlich hatten sich die indischen und afrikanischen Sklavinnen noch nie beschwert.


In diesem Moment rief der Gouverneur herüber:
„Jeronimo, was ist los? Meine neue Sklavin soll jetzt tanzen, was dauert da so lange?“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144263684

Woraufhin Jeronimo seinem Chef antwortete:
„Senhor de Noronha, die niederländische Sklavin will nicht tanzen. Sie sieht sich durch den Tanz und das Gewand in ihren Gefühlen als Frau und Christin verletzt!“

„Und nun, Jeronimo? Was sollen wir jetzt machen?“

„Senhor, ich schlage vor, dass wir erst einmal einen Stuhlkreis zu bilden und über die Gefühle der Sklavin zu sprechen. Vielleicht können wir ja eine Lösung finden, damit sie doch noch tanzt!
Außerdem lernen wir so vielleicht noch etwas über die Befindlichkeiten einer Sklavin, sodass wir zukünftig besser auf diese eingehen können.“

Der Gouverneur schien noch nicht überzeugt:
„Wie bitte? Einen was? Ein Stuhlkreisel? Nie gehört!
Bisher konnte ich noch jede Sklavin mit der Gerte ausreichend motivieren, auch ohne Stuhlkreisel!“

„Senhor, ein Stuhlkreis ist eine Erfindung aus dem 20. Jahrhundert, um in einer gemeinsamen Diskussion zu einem Ergebnis zu kommen, das für alle Seiten akzeptabel ist.
Und was die Gerte angeht: Gewalt ist keine Lösung. Das sind doch Methoden aus dem 18. Jahrhundert! Und Gewalt gegen Frauen ist sowas von out, das geht gar nicht!“


Da warf der arabische Kaufmann Rais ein:
„Aber wir sind doch im 18. Jahrhundert! Außerdem hat sich die Gerte über Jahrhunderte gut bewährt, in Arabien, in Europa und auch hier in Afrika. Ich sehe keinen Grund, daran etwas zu ändern. Und eine Sklavin hat sich ein paar Hiebe mit der Gerte immer verdient, wenn sie ihre Aufgaben nicht zufriedenstellend erledigt oder sich wie diese Sklavin den Befehlen ihres Herrn verweigert!“

Jeronimo ließ sich jedoch nicht beeindrucken:
„Mag sein, dass wir noch im 18. Jahrhundert sind, aber man muss mit der Zeit gehen bzw. manchmal auch seiner Zeit voraus sein! Sonst endet man irgendwann als Dinosaurier im Museum!
Außerdem haben Studien aus dem 20. und 21. Jahrhundert ergeben, dass Bedienstete viel besser arbeiten, wenn man auf ihre Bedürfnisse eingeht, als wenn man sie nur zur Arbeit zwingt!“


Der Gouverneur sah immer noch nicht besonders überzeugt aus, aber er gab letztlich nach:
„Ok, Jeronimo, dann versuchen wir es mit diesem Stuhlkreisel, Hauptsache die Sklavin tanzt danach!“

Mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen und auch Jeronimo schien erleichtert, dass er mich nicht mit der Gerte zu diesem demütigenden Tanz zwingen musste.


So kam es, dass wir und kurz darauf im Konferenzraum zu einem Stuhlkreis zusammenfanden: Der Gouverneur, sein Gast Rais, Jeronimo, die vier Tänzerinnen, die vier Musikerinnen, die zwei afrikanischen Sklavinnen, welche zuvor bedient hatten, und ich, insgesamt also 14 Personen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143411217

Ein sehr großer Stuhlkreis war das.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143411050

Besonders angenehm war es nicht, mit einem so kurzen Röckchen und ohne Unterwäsche in einem Stuhlkreis zu sitzen. Aber immer noch angenehmer als obszön zu tanzen. So taten ich und die anderen Sklavinnen unser bestes, den drei Männern im Kreis nicht mehr zu zeigen als notwendig.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143411418

Jeronimo wurde zum Diskussionsleiter ernannt und eröffnete die Runde:
„Also, Isabella, Du möchtest also nicht tanzen. Willst Du uns erklären, warum nicht und was wir tun können, um Dein Wohlbefinden zu verbessern und Dich doch zum Tanzen zu bewegen?“

Der arabische Händler warf ein:
„Zehn Hiebe mit der Gerte und sie wird sich bewegen, wetten?“

Ich wurde blass, Jeronimo ermahnte den Araber jedoch:
„Rais, Du bist jetzt nicht dran. Bitte warte, bis Du an der Reihe bist! Eine gute Diskussion kann nur gelingen, wenn sich alle an die Regeln halten und man sein Gegenüber zu Wort kommen lässt! Isabella, bitte.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144266100

Dann durfte ich etwas sagen:
„Wie ich bereits zuvor gesagt habe, halte ich sowohl dieses Gewand als auch diesen Tanz für obszön. So etwas trägt und tanzt man nicht als gläubige Christin im 18. Jahrhundert!
Und was mein Wohlbefinden angeht: Diese ganze Geschichte ist schrecklich. Sie ist sexistisch, rassistisch, nationalistisch, kolonialistisch und brutal! Solange das so bleibt, werde ich nicht tanzen!
Basta!“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144251768

Jeronimo sah mich an uns sagte:
„Ich verstehe, was Du sagst, Isabella, und Du hast ja auch Recht. Diese Geschichte ist nicht schön, jedenfalls nicht für Dich.
Aber so war es im 18. Jahrhundert nun mal.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144265183

Ich erwiderte:
„Mag sein, dass das im 18. Jahrhundert so war, aber diese Geschichte hat dringend eine Auffrischung, eine Modernisierung nötig! Diese alten Historienschinken über Sklavinnen im 18. Jahrhundert will doch sowieso kein Mensch mehr lesen!
Also bevor ich tanze, müssen dringend die Rechte der Frauen in dieser Geschichte verbessert werden! In den letzten Kapiteln waren die Frauen ausschließlich Sklavinnen, während die Männer Gouverneure, Händler oder Sklavenverwalter sein durften. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit! Frauen sollten zu den gleichen Berufen Zugang erhalten wie Männer!“


Jeronimo antwortete mir wiederum:
„Ok, Isabella, da hast Du einen guten Punkt vorgebracht. Mit der Emanzipation ist es hier in dieser Geschichte noch nicht weit her. Dann würde ich vorschlagen, dass wir eine Frauenbeauftragte ernennen, um die Situation der Frauen in dieser Geschichte zu verbessern!“

Ich und die anderen Sklavinnen waren sofort begeistert, was man vom Gouverneur nicht sagen konnte:
„Eine Frauen-was? So etwas brauchen wir hier nicht!
Aber ok, man soll ja mit Zeit gehen, wie Du vorher gesagt hast. Ich bin ja auch ein sehr moderner Mensch. Also wir stimmen demokratisch ab!
Ich bin dagegen.
Du, Jeronimo?“

„Also ich finde schon, dass eine Frauenbeauftragte…“


Weiter kam Jeronimo nicht, denn der Gouverneur fiel ihm ins Wort:
„Jeronimo, Du weißt schon, wer Dein Gehalt bezahlt?“

Jeronimo wurde rot und setzte nochmals an:
„Also ich finde schon, dass eine Frauenbeauftragte bei uns nicht notwendig ist, schließlich behandelt unser Gouverneur seine Sklavinnen ja sehr gut…“

Der Gouverneur war nun zufrieden und grinste:
„Und Du Rais, glaubst Du, dass wir hier eine Frauenbeauftragte brauchen?“

„Bestimmt nicht. Männer wissen immer noch am besten, was gut für ihre Frauen ist. Im Zweifel ein paar Hiebe mit der Gerte!“


Der Gouverneur grinste nochmals zufrieden:
„Ok, dann wäre das ja geklärt. Die demokratische Mehrheit hat sich mit 3:0 Stimmen gegen die Einführung einer Frauenbeauftragten ausgesprochen.“

Ich blickte betreten drein und meinte dann:
„Moment, aber ich und die anderen Frauen hier sind vielleicht anderer Meinung, wir wurden noch nicht gefragt!“

Woraufhin der Gouverneur wieder grinste:
„Tut mir leid, Isabella, aber Sklav*Innen haben kein Stimmrecht. Noch nie gehabt in der Geschichte der Menschheit. Und Frauen haben auch kein Stimmrecht. Das Wahlrecht für Frauen wird in Portugal erst in 207 Jahren eingeführt werden, solange musst Du noch warten. Sorry…“

Erneut blickte ich betreten drein. Würde sich an dieser Geschichte und an meiner Situation doch nichts ändern und alles beim Alten bleiben? Würde diese Geschichte einfach so weitergehen wie bisher?



Dann passierte jedoch ein kleines Wunder:

Eine der afrikanischen Sklavinnen erhob sich von ihrem Stuhl und sagte:
„Wenn wir kein Stimmrecht erhalten, treten wir in Streik!
Das heißt dann, dass wir Dir ab sofort nichts mehr kochen werden, keinen Fisch, keinen Braten, keinen Pudding und auch sonst nichts mehr!“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1142746521
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1142746454

Der Gouverneur wurde blass. Das war eine ernstzunehmende Drohung. In Ilha de Moçambique gab es im Jahr 1725 noch keinen Pizzaservice und auch keinen Dönerstand.

Wenn die Sklavinnen nicht mehr für ihn kochen würden, müsste sich der Gouverneur zukünftig von Bananen ernähren. Weiß Gott keine schönen Aussichten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144258104

Die Sklavinnen waren jedoch noch nicht fertig.
Eine andere indische Sklavin erhob sich von ihrem Stuhl:
„Solange wir kein Stimmrecht bekommen, werden wir auch nicht mehr für Dich musizieren und tanzen, Franci!“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1142745646
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1142745958

Der Gouverneur wurde noch blasser. Viel war abends nicht los, hier in diesem kleinen Provinzstädtchen am Rande der Welt. Und netflix gab es noch ebenso wenig wie eine Playstation, um sich den Abend zu vertreiben. Das könnte wirklich sehr langweilige Abende für den Gouverneur werden, wenn seine Sklavinnen nicht mehr für ihn tanzen und musizieren würden.

Der Gouverneur war blass und überlegte.

Während der Statthalter noch grummelnd nachdachte, erhob sich auch die andere indische Sklavin aus dem Stuhlkreis und ergriff das Wort:
„Ach ja, Gouverneurchen, nachts treten wir dann auch in Streik. Nächtliche Zärtlichkeiten gibt es erst wieder, wenn wir ein Stimmrecht haben…“

Dabei warf sie dem Gouverneur noch einen vielsagenden Blick zu.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1142744605

Das war dann wohl der Moment, in dem der Gouverneur endgültig kapitulierte. Seine Sklavinnen waren schon sehr hübsch und die nächtlichen Zärtlichkeiten eines der Dinge, die das Leben hier in der Provinz am Ende der Welt lebenswert machten. Wie gesagt, viel gab es hier in diesem Städtchen nicht zu tun, nicht einmal tinder gab es hier im Jahre 1725.


So stimmte der Statthalter dann doch zu:
„Ok, ich habe meine Meinung geändert. Das Wahlrecht für Frauen ist eine tolle Sache, die wir hier in meiner Kolonie unbedingt sofort einführen sollten. Zumindest für meine Sklavinnen.
Daher verfüge ich, dass ihr ab sofort auch mitwählen dürft!“


Die zehn afrikanischen und indischen Sklavinnen erhoben sich von ihren Stühlen und klatschten Applaus.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143244446
Auch ich erhob mich und tat es ihnen gleich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/1143889597

Eine der indischen Sklavinnen warf dem Gouverneur auch noch einen Handkuss zu:
„Danke, Franci, Du bist echt der Beste!“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143409947


Dann setzten wir uns wieder und Jeronimo fuhr fort:
„Toll, dass wir uns in diesem Stuhlkreis bereits auf eine erste Sache einigen konnten.
Nun brauchen wir nur noch eine Kandidatin oder ggf. einen Kandidaten für die Position des oder der Frauenbeauftragten.“


Als erstes erhob der arabische Kaufmann die Hand:
„Ich werde diesen Job übernehmen!“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/1143879444

Der Gouverneur sah seinen Gast verwundert an:
„Du, Rais? Seit wann interessierst Du Dich für Frauenrechte?“

„Naja, für Frauen habe ich mich ja schon immer interessiert und ich bin wirklich gut darin, Frauen zu beauftragen. Daher wäre ich ohne Zweifel der beste Mann für diese Position!“


Ich warf ein:
„Ich bin mir nicht sicher, ob Du wirklich etwas für uns Frauen tun willst. Auf Deinem Schiff durfte ich von früh bis spät das Deck schrubben und alle anderen Drecksarbeiten ausführen!“

Der Araber erwiderte:
„Ach, Isabella, das ist lange her. Das war in einem frühen Leben. Ich bereue zutiefst, dass ich Dich so herablassend behandelt habe. Man muss doch Menschen eine zweite Chance geben können. Ich jedenfalls bin bereit für diese neue Aufgabe!“

Das überzeugte mich jedoch nicht. So lange war das noch gar nicht her, dass mich der arabische Kaufmann nur zum Spaß an den Mast angebunden hatte oder mich mit seiner Gerte geschlagen hatte. Daher sagte ich:
„In Ordnung, aber ich trete als Gegenkandidatin an! Schließlich bin ich diejenige, die unter dieser schrecklichen Geschichte am meisten leiden musste, daher werde ich nun alles tun, um diese Geschichte für mich und die anderen Sklavinnen zu einem guten Ende zu bringen!“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144254551

Da klatschte der ganze Stuhlkreis.
Naja, fast, alle bis auf den Gouverneur und den Araber. Auch Jeronimo hörte auf zu Klatschen, nachdem sein Chef ihm einen bösen Blick zugeworfen hatte.

Dann kam es zur Abstimmung. Und die war dann noch eindeutig:

Elf Stimmen für mich, zwei für den arabischen Kaufmann und eine Enthaltung. Jeronimo wollte ja eigentlich auch für mich stimmen, aber ganz wollte er es sich mit seinem Chef dann doch nicht verscherzen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143244021


Mit Tränen in den Augen nahm ich die Wahl an.
Woraufhin dann der Gouverneur dann zu Jeronimo sagte:
„Ok, wir haben jetzt eine Frauenbeauftragte, wofür auch immer. Kann meine niederländische Sklavin jetzt endlich zu tanzen beginnen?“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144263397

Ich antwortete:
„Nein, so schnell noch nicht.
Als Sklavin zu tanzen ist zutiefst entwürdigend. Wenn ich und die anderen tanzen sollen, dann nur als freie Künstlerinnen ohne Weisungsgebundenheit. Das heißt, wir wollen zukünftig selbst über unsere Kleidung und unseren Tanz entscheiden dürfen.
Daher stelle ich als neue Frauenbeauftragte von Ilha de Moçambique den Antrag, dass ich und die anderen Sklavinnen hier sofort freigelassen werden!“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144255710

Der Gouverneur war empört:
„Kommt gar nicht in Frage: Ihr seid und bleibt meine Sklavinnen!“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144262020

Da erhob sich wieder die afrikanische Sklavin:
„Gouverneurchen, denk an Dein Abendessen…“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1142746354
und die eine Inderin fügte hinzu:
"und an Deine Abendunterhaltung…“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1142745287
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143409610
und die andere Inderin:
„und an die nächtlichen Zärtlichkeiten…“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1142744997

Der Gouverneur war nun stinksauer:
„Das ist Erpressung!
Aber gut, ich lasse mit mir reden. Unter der Maßgabe, dass ihr weiterhin für mich kocht, tanzt und des Nachts verwöhnt, will ich dem Vorschlag von Isabella zustimmen und Euch aus dem Sklavenstatus entlassen! Ihr seid frei!“


Erneut ging größer Jubel durch den Stuhlkreis und alle bis auf die drei Männer klatschten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143412420
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143409392
Jeronimo wollte eigentlich auch mitklatschen, aber ein böser Blick von der Seite erinnerte ihn daran, dass dies wohl keine so gute Idee war.

Auch beschlich ihn ein mulmiges Gefühl, wenn es keine Sklavinnen mehr im Palast gab, brauchte der Gouverneur auch keinen Sklavenverwalter mehr. Und etwas anderes hatte er nie gelernt. Daher drohte ihm nun ein Leben mit Bürgergeld. Dieses gab es aber 1725 noch nicht. Vielleicht müsste er in Kürze die erste Dönerbude in Ilha de Moçambique eröffnen, um irgendwie über die Runden zu kommen.


Jeronimo ging kurz nach draußen und kam mit 11 Schlüsseln zurück, mit welchen er mich und die anderen Ex-Sklavinnen von ihren Halseisen befreite. Ich war wirklich frei! Was für ein schöner Tag! Ich konnte nun wieder tun und lassen, was ich wollte, vielleicht könnte ich sogar bald zurück nach Amsterdam zu meiner Familie fahren!
Auch die anderen Ex-Sklavinnen freuten sich riesig über ihre Freilassung und bedankten sich auch artig bei ihrem „Franci“.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143410406


Der Gouverneur wurde jedoch langsam ungeduldig:
„Jetzt sitzen wir schon über 2 Stunden hier und die Sklavin, ich meine die freie Künstlerin, tanzt immer noch nicht! Kann sie jetzt endlich anfangen?“

Ich entgegnete:
„Jaja, gleich. Vorher aber noch eine Kleinigkeit, wo wir schon hier so schön zusammensitzen: Wir müssen dringend über das Geschäftsmodell dieser Kolonie sprechen!
Jeronimo hat mir erzählt, dass diese Stadt ihre Einnahmen hauptsächlich aus dem Handel mit Sklaven, Gold und Elfenbein bezieht.
In einer Stadt mit so einem antiquierten Geschäftsmodell will doch keine freie Künstlerin auftreten! Was sollen die Leute von ihr denken? Das wäre wirklich eine ganz schlechte Publicity.
Sklavenhandel geht gar nicht, jeder Mensch ist gleich viel wert und hat ein Recht auf ein freies und selbstbestimmtes Leben!
Den Goldhandel sollte man auch nicht fördern, solange nicht klar ist, ob das Gold nicht durch Kinderarbeit aus dem Berg geholt wurde. Außerdem zerstört der Goldabbau unweigerlich die Natur!
Und Elfenbeinhandel ist natürlich auch ein absolutes no-go, habt ihr noch nie etwas von Tierschutz gehört?
Diese Kolonie muss dringend in zukunftsträchtige, nachhaltige und ethisch einwandfreie Wirtschaftszweige investieren!“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144253669

Der Gouverneur sah mich erschüttert an:
„Wie soll das gehen? Die Sklaverei wird in Portugal erst in 124 Jahren abgeschafft, in Arabien noch später, bis dahin muss doch jemand die große Nachfrage nach Sklaven bedienen. Wenn wir es nicht tun, dann die Konkurrenz in Sansibar oder Mombasa.
Außerdem: Wovon sollen wir leben, wenn wir den Ast, auf dem wir sitzen, absägen?
Wie Du Dir sicher denken kannst, war diese Residenz nicht ganz billig und der Kredit dafür ist noch nicht abbezahlt.
Und wenn ich dann zukünftig auch noch meine Sklavinnen – ich meine, meine freien Künstlerinnen – auch noch bezahlen soll, wäre diese Kolonie in kürzester Zeit pleite. Es gibt auch noch keine EZB oder einen Weltwährungsfonds, die uns einen Notkredit geben würden. Wir könnten höchstens versuchen, unseren Hafen an die Chinesen zu verpfänden. Aber wenn wir keine Bodenschätze mehr exportieren, haben vermutlich nicht einmal die mehr Interesse!“


Ich überlegte, kam jedoch zu einer Lösung:
„Da hast Du nicht ganz unrecht. Aber ich weiß etwas Besseres: Wir satteln auf Tourismus um!
Diese Insel hat ideale Voraussetzungen, um eine der weltweiten Top-Destination zu werden:
Es ist hier schön warm, es gibt Strände, die Insel ist umgeben vom warmen Indischen Ozean. Außerdem gibt es hier frischen Fisch und gute Küche sowie hübsches und fleißiges Servicepersonal! Daneben liegt die Insel perfekt an der wichtigen Handelsroute von Europa nach Asien.“


Die anderen sahen mich verwundert an, dann erkannten sie jedoch, dass meine Idee genial war.
Nur Rais hatte noch Bedenken:
„Ich bin dagegen, den Sklavenhandel abzuschaffen. Er hat sich bewährt und insbesondere hübsche europäische Sklavinnen sollte es weiterhin geben! Ein Cousin von mir hat erst letztes Jahr ein paar hübsche europäische Sklavinnen in Sansibar erworben und in seiner arabischen Heimat verkauft und dabei ein tolles Geschäft gemacht! Innerhalb von zwei Stunden waren alle verkauft. Und soweit ich gehört habe, waren alle seine Kunden sehr zufrieden mit den Sklavinnen. Und selbst in 300 Jahren werden europäische Sklavinnen in manchem Emirat Arabiens immer noch gerne gesehen, selbst wenn sie dann nicht mehr Sklavinnen genannt werden dürfen!“

Sein Faible für Frauenrechte hatte der arabische Händler anscheinend inzwischen wieder vergessen, aber das war ja auch in einem früheren Leben gewesen.

Als fortschrittlicher Stuhlkreis stimmten wir demokratisch ab und tatsächlich bekam mein Vorschlag eine 13:1 Mehrheit. Selbst der Gouverneur stimmte meinem Vorschlag zu, nachdem seine Ex-Sklavinnen erneut mit abendlichem und nächtlichem Streik gedroht hatten.


Nachdem das geklärt war, erklärte ich mich dann auch bereit zu tanzen. Allerdings natürlich nicht in diesem unzüchtigen Gewand und nicht diesen obszönen Tanz.

Vielmehr beschloss unsere Gruppe aus nunmehr freien Künstlerinnen, dass wir einen züchtigen niederländischen Volkstanz aufführen würden.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143370064
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143413132
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143412881

Der Gouverneur war anfangs nicht besonders begeistert. Weder von dem Tanz noch von den langen Kleidern, die wir zum Tanzen trugen. Nachdem wir ihn allerdings zum Mittanzen aufgefordert hatten, fand auch er Spaß an dem Tanz. Gerade in seinem fortgeschrittenen Alter ist etwas Bewegung ja gesund, auch hatte er vom vielen Rotwein, Schweinebraten und Pudding inzwischen einen kleinen Bauchansatz. Also war für ihn Mittanzen definitiv besser als nur zuzusehen. Das sah er auch schnell ein. Und nach einer Weile machte es ihm sogar Spaß, zusammen mit seinen hübschen jungen freien Künstlerinnen zu tanzen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143413320
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143413699
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1143865004

Der arabische Händler weigerte sich dagegen mitzutanzen, für so einen neumodischen Mist sei er nicht den ganzen Weg von Sansibar bis hierher gesegelt.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143398925


Kurze Zeit später begannen dann auch die Bauarbeiten. Gleich hinter der Residenz wurde ein großes Hotel gebaut und der Ruf von Ilha de Moçambique als Top-Tourismus-Destination verbreitete sich schnell in ganz Europa, Afrika und Asien.

Viele Engländer, Niederländer, Portugiesen, Franzosen und Spanier kamen hier auf dem Weg nach Indien und Ostindien vorbei und verbrachten ein paar Nächte oder manchmal auch ein paar Wochen hier auf dieser sonnigen Insel mit dem schönen Wetter, dem guten Essen und dem hübschen Servicepersonal. Auch Araber und Inder kamen zu Besuch genossen die Zeit hier.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1143866146

Sie waren auch durchaus neugierig auf die fortschrittlichen Strukturen hier mit Mitbestimmung und Frauenrechten. Aber weiterverbreiten wollte sie dann doch niemand, weder in Europa noch in Indien oder Arabien.

Ein paar Franzosen waren durchaus an dem Konzept von Freiheit und Gleichheit interessiert, aber selbst diese meinten, dass die Zeit dafür in Europa noch nicht reif sei. Das wäre eher etwas für ihre Enkel oder Urenkel.


Jedenfalls boomte der Tourismus und ich wurde für diese tolle Idee neben meinem Job als Frauenbeauftragte auch noch zur Tourismusmanagerin der Insel berufen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143411939
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143412257
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143416041
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143415883

Auch Jeronimo musste keine Dönerbude eröffnen, sondern erhielt eine Stelle als Personalleiter, Head of Human Ressources, wie die Stelle offiziell hieß. Hier konnte er seine Erfahrungen als Sklavenverwalter voll einbringen.

Der Gouverneur war am Anfang etwas skeptisch und fürchte, dass seine ehemaligen Sklavinnen ihm nicht mehr folgen würden, nachdem er diese freigelassen hatte und jegliche Gewaltanwendung in der Kolonie verboten wurde.

Aber diese Sorge war unbegründet: Seine ehemaligen afrikanischen und indischen Sklavinnen waren dem Gouverneur sehr dankbar, blieben ihm treue Mitarbeiterinnen und verwöhnten ihn weiterhin sowohl kulinarisch als auch anderweitig.
Vielleicht sogar noch mehr als zuvor.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144659566
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144659211

Vermutlich wussten sie auch, dass sie es hier besser hatten als an den meisten anderen Plätzen auf der Welt im 18. Jahrhundert. Dafür waren sie dem Gouverneur sehr dankbar.
Dazu kam, dass aus dem Gouverneur inzwischen ein begnadeter Tänzer geworden war. Von seinem Bauchansatz war nichts mehr zu sehen, stattdessen konnte der Gouverneur inzwischen einen durchtrainierten Körper vorweisen, bei dem jede Ex-Sklavin schwach wurde.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1143865417
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1143863796
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1143865787

Dank der sprudelnden Einnahmen aus dem Tourismus konnte der Gouverneur auch bald den Kredit für die Residenz abbezahlen und sich sogar noch ein Ferienhaus in den Bergen auf dem Festland gönnen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1143866458
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1143866804

Der Einzige, der nicht so zufrieden war, war Rais.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1143398925
Er meinte, dass dieses ganze neumodische Zeugs nichts für ihn sei. Daher segelte er wieder zurück nach Sansibar, dorthin „wo die Welt noch in Ordnung war“.


Am allerglücklichsten war jedoch ich. Vor allem, als mir Jeronimo eines Tages einen Heiratsantrag machte.

Der Bischof persönlich erklärte sich dazu bereit, uns zu vermählen.

So standen kurz darauf Jeronimo und ich vor dem Bischof am Traualtar.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...pick-1142746864

Der Bischof fragte Jeronimo:
„Willst Du, Jeronimo, die hier anwesende Isabella zu Deiner Frau nehmen, sie lieben und ehren, bis dass der Tod Euch scheidet?“

Jeronimo sah mir tief in die Augen und sagte dann…:
„ISABELLA, YOU HAVE TO DANCE NOW!”

Ich erschrak fürchterlich und wachte auf meinem Tagtraum auf.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...loon-1142747157

Ich stand nicht in der Kirche vor dem Altar, sondern immer noch im Speisesaal des Gouverneurs.
Ich trug immer noch den schweren Eisenring um den Hals und das demütigende kurze Tanzgewand.

Jeronimo sah mich ernst an und fügte dann noch hinzu:
„I guess the governor doesn’t care whether you want to dance or not!”

https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/1143481775
66. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von windelfohlen am 06.01.25 21:39

Ok der teil hat mich sehr zum lachen gebracht.
Dachte auch du willst dich bei der Protagonistin ein wenig gut machen das Sie die nicht allzu hart bestraft, falls Sie dich mal treffen sollte.

Ja kurz war ich irritiert, aber beim lesen sind mir deine anderen Geschichten in sinn gekommen und da war mir es klar.
67. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von winipu77 am 06.01.25 21:46


Du willst wohl wissen, ob wir das wirklich lesen was du schreibst.... naja, der Trsum ist wohl zu schön um wahr zu sein. Gleich kneift doch wer ordentlich und der Traum von einer besseren Zukunft ist vorbei 😅

Aber ja, das war mal eine echt überraschende und lustige Wendung 🤣
68. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 06.01.25 22:10

Fast schon schade, dass das nicht das Finale der Story war, das war einfach zu gut, hab gedacht ich werd nicht mehr
Aber so gibt es zumindest noch ein paar Fortsetzungen
69. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von jonnyf am 07.01.25 10:56

Wow, war ich überrascht von diesem Teil der Story.

Da hat der Verfasser wohl einen Tagtraum gehabt?

Schreib bitte lange noch weiter.

70. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Windelmeister am 08.01.25 18:37

Dachte echt es gibt ein Happyend für Isabella. WIEDER gut gelungen diese Fortsetzung
71. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 09.01.25 21:20

Oh, so viel Lob, ich fühle mich geehrt 😊
Vielen Dank dafür

Tatsächlich kam mir die Idee zu diesem Kapitel sehr spontan erst vor 5 Tagen, als ich salopp den Stuhlkreis als Alternative zur Gerte erwähnt hatte… Aber manchmal sind die spontanen Einfälle ja die besten…

Zumindest ich selbst fand den Schmarrn, den ich verzapft habe, durchaus witzig, freut mich, wenn ich nicht der Einzige bin, der über diesen Unsinn lachen konnte 😊

Das ganze war so spontan, dass sich noch einige Rechtsschreibfehler eingeschlichen haben.
Auch habe ich inzwischen noch ein paar lustige Bildchen hinzugefügt, also nochmals lesen lohnt sich vielleicht (?).


@windelfohlen:
Ich weiß, in meiner ersten Geschichte hatte ich auch schon mal so einen Unsinn mit der 4. Wand geschrieben. Angst vor Isabella habe ich aber nicht – ähnlich wie bei Clara ist die Geschichte ja schon 300 Jahre her, sodass ich hier nichts mehr befürchten muss… 😊

@winipu:
Du meinst also, dass Isabella Unrecht hatte und doch jemand diesen Historienschinken über Sklavinnen im 18. Jahrhundert liest?
Ja, ihr Traum ist schon wieder vorbei und sie – und die Geschichte – ist wieder zurück in der harten Realität des 18. Jahrhunderts…

@Adriana:
Das wäre wirklich ein schönes Ende für die Geschichte gewesen. Etwas unsinnig, dafür umso glücklicher… Aber nein, diese Geschichte endet anders… Und ja, ein paar Kapitel folgen noch, nach aktuellem Stand 27, um genau zu sein. Isabella ist ja gerade erst in Mozambique angekommen…

@jonny:
Durchaus möglich, dass nicht nur Isabella, sondern auch der Schreiber einen Tagtraum hatte… In der Tat wäre das doch eine wunderbare Geschichte, wenn es so gewesen wäre… 😊
War es aber nicht, weder in der Realität noch in meiner Geschichte…
Daher ist die Fallhöhe nun auch sehr hoch. Für Isabella, von der Tourismusbeauftragten vor dem Traualtar zurück zur Sklavin im Speisesaal des Gouverneurs. Und auch für diese Geschichte, von der heiteren Komödie wieder mitten hinein in den harten humorfreien Historienroman…
Vermutlich müssen wir das ganze erst mal kurz sacken lassen, bevor es weitergeht…
Mal sehen, ein bisschen schreibe ich noch weiter, jedenfalls so lange wie meine Kreativität noch reicht und Isabella mit ihrer Feststellung Unrecht hat, dass niemand Historienschinken über Sklavinnen im 18. Jahrhundert lesen will…

@Windelmeister:
Tja, wirklich schade für Isabella, dass dies nicht der Geschichte war.
Aber vielleicht bekommt sie ja noch ihr happy end… irgendwann… später… vielleicht?
72. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 17.01.25 06:40

16. Ein schreckliches Abendessen – Teil 1: Ein unanständiger Tanz


Keine Ahnung, wo ich diesen Mut oder besser gesagt diese Dummheit herhatte, mich zu weigern zu tanzen.

Ich stand benommen im Speisesaal herum, einen klaren Gedanken konnte ich nicht fassen.
Etwas in mir sagte, dass ich einfach davonlaufen sollte. Jetzt, sofort. So wie ich war, barfuß, im kurzen Röckchen und mit einem Eisenreif um den Hals. Egal wohin, Hauptsache weg von diesem schrecklichen Ort. Aber selbst dazu war ich in meiner Schockstarre nicht fähig.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cked-1146122034

Mir war nur klar, dass ich nicht tanzen wollte, nicht so, nicht hier, diese Demütigung war einfach zu viel.

So starrte ich nur ungläubig auf das bizarre Bild vor mir: Ein grausamer portugiesischer Gouverneur, der mit einem genauso grausamen arabischen Händler gut gelaunt beim Abendessen saß und mich erwartungsfroh angrinste. Vier afrikanische Sklavinnen mit einer Laute im kurzen Röckchen und bauchfreiem Hemdchen und vier weitere Sklavinnen im gleichen Dress, die bereit waren zu tanzen. Und neben mir ein junger Mann, der mich aufforderte, zusammen mit diesen einen obszönen Tanz auszuführen.

Was für ein Albtraum.


Jeronimo sah mich nochmals kurz mit ernster Miene an.

Dann blickte er hinüber zu seinem Chef - und schlug mir ohne Vorwarnung mit seiner Gerte auf den Hintern.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ties-1145300787

Autsch, das hatte weh getan. Dabei hatte Jeronimo noch nicht einmal besonders fest zugeschlagen. Aber das dünne Röckchen federte den Schlag kaum ab und mein Po war sowieso noch malträtiert von den Schlägen des Gouverneurs zuvor.

Ich fasste mir mit den Händen an mein schmerzendes Hinterteil und sah wohl noch betretener und fassungsloser drein als zuvor.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nder-1145301045
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sion-1145301430

Dann wiederholte Jeronimo etwas lauter, so dass es alle verstehen konnten:
„You have to dance now!“

Er sah mir nochmals in die Augen, in seinem Blick meinte ich Strenge und Mitleid gleichzeitig zu erkennen. Diskussionsbereitschaft sah ich in diesen dagegen nicht.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-now-1145301903

Diesen schmerzhaften Hieb hätte ich mir sparen können, ich wusste doch zu Genüge, dass Sklaven die Befehle ihrer Besitzer auszuführen hatten. Und wenn sie nicht bestraft werden wollten, sollten sie die Befehle besser ohne Widerrede ausführen.
Jeronimo sprach es nicht aus, aber sein Blick sagte doch eindeutig, dass er mich gleich nochmals schlagen würde, wenn ich nicht tanzen würde. Dann aber vermutlich noch fester. Vermutlich so lange, bis ich doch tanzen würde.

Dieser Albtraum wurde immer schlimmer.


So schlich ich dann tatsächlich mit schmerzendem Po hinüber zu den vier Tänzerinnen und stellte mich beschämt neben sie.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1145692046
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-2-1145692313

Vermutlich hatten sie auch gesehen, wie Jeronimo mich ermahnt und geschlagen hatte.

Der Gouverneur warf mir erneut einen hämischen Blick zu, den ich aufgrund meines Schocks aber nur so halb registrierte.

Ganz zufrieden schien er jedoch nicht zu sein, denn er sagte noch etwas zu den Tänzerinnen:
„Manju, Malaika, levem minha nova escrava entre vocês. Eu quero que ela dance bem na minha frente!“

Im Gegensatz zu mir hatten diese offensichtlich verstanden, was der Statthalter gesagt hatte.

Eine der indischen Sklavinnen kam zu mir, nahm mich an der Hand und führte mich in die Mitte der Gruppe, rechts neben sich. Die junge afrikanische Sklavin, die zuvor dort gestanden hatte, rückte etwas zur Seite und machte Platz für mich. Auch sie sah mich mit einem halb mitleidigen, halb neugierigem Blick an.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1145693080
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1145695113

Ich befand mich nun direkt vor dem Gouverneur und seinem Gast. Links von mir standen die zwei jungen Inderinnen, rechts von mir die zwei jungen afrikanischen Sklavinnen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1145959614

Mir graute jetzt schon, wie ich in dem kurzen Röckchen und dem knappen Oberteil so vor dem Gouverneur und dem arabischen Händler stand. Beide grinsten mich zufrieden und erwartungsvoll an.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...hers-1146796077

Dann klatschte der Statthalter zweimal in die Hände und die Musikerinnen begannen erneut zu spielen und zu singen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1145960487
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ns-2-1145961219
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ians-1145960943

Die Inderin neben mir flüsterte „um, dois, três“ und auf „três“ setzten die anderen Sklavinnen links und rechts von mir ihren obszönen Tanz fort.

Einen kurzen Moment lang überlegte ich, ob ich nicht einfach so stehenbleiben könnte und warten, bis das Lied vorbei war. Dann hätte ich aber mit Sicherheit auch gleich zu Jeronimo gehen können und mich verprügeln lassen. Auch keine bessere Alternative, gerade eben hatte ich wieder erfahren müssen, wie schmerzhaft die Hiebe mit der Gerte waren. Dann vielleicht doch lieber tanzen.

So überwand ich irgendwie meine Schockstarre und versuchte, die Bewegungen der anderen Tänzerinnen nachzuahmen, meinen Bauch und meine Hüften kreisen zu lassen und auch meine Brüste von Zeit zu Zeit zu schütteln, so wie es die Inderin links und die Afrikanerin rechts von mir taten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...roup-1145961635
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...up-2-1145962220

Toll sah das bestimmt nicht aus. Dadurch, dass ich die Bewegungen nur mit Verzögerung nachahmen konnte, „tanzte“ ich nie im Rhythmus des Lieds.
Während die vier Sklavinnen neben mir bewundernswert synchron tanzten, hinkte ich mit meinen unbeholfenen Bewegungen diesen immer um ein paar Sekunden hinterher.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1146544755
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-2-1146545129

Solche obszönen Bewegungen hatte ich noch nie in meinem ganzen Leben gemacht und wäre auch nicht im Traum darauf gekommen, jemals solche zu machen. Ich war doch kein Flittchen, das mit ihren Brüsten wackelte oder einem Mann mit ihrem Unterkörper imponieren wollte. Und mein nackter Bauch ging die zwei Männer vor mir eigentlich auch nichts an.

Alles in mir sträubte sich gegen diese unanständigen Bewegungen, aber ich wollte auch nicht erneut geschlagen werden. Mein Po hatte sich von dem vorherigen Hieb mit der Gerte noch nicht erholt und tat immer noch weh.

Was für ein demütigender, unzüchtiger Tanz, welchen die Sklavinnen hier aufführten. Wie gerne hätte ich mich jetzt in Luft aufgelöst. Zum Glück konnte mich meine Familie nicht bei dieser Demütigung sehen. Vermutlich hätte ich diesen nie mehr unter die Augen treten können. Aber vermutlich würde ich diese sowieso nie mehr wiedersehen.

Eigentlich sangen und spielten die Musikerinnen ja sehr schön. Was sie sangen, konnte ich nicht verstehen. Der Text war wohl Portugiesisch, die Melodie und der Rhythmus klangen dagegen afrikanisch. Jedenfalls vermutet ich das. Ich hatte aber auch keine Zeit, mich näher mit dem Lied zu beschäftigen, denn ich musste ja irgendwie zu diesem Lied tanzen. Ob ich wollte oder nicht.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-3-1146545278
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-4-1146545642

Wenn meine Position in der Mitte überhaupt irgendetwas Gutes hatte, dann dies, dass ich nach links und rechts sehen konnte, wie die afrikanischen und indischen Sklavinnen tanzten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-2-1146796527
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-3-1146797119
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-4-1146797477
Ganz im Gegensatz zu mir hatten sie ein gutes Gefühl für den Rhythmus und anscheinend auch weniger Scham, diesen Tanz durchzuführen, dessen Hauptzweck es ganz offensichtlich war, mit den weiblichen Reizen zu spielen, um den männlichen Zuschauern zu gefallen. Immer wieder ließen sie ihre Brüste, ihren Bauch und ihre Hüften zur Musik kreisen, immer wieder drehten sie sich auch um und wackelten vor den Männern mit ihrem Po.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cing-1146796325
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-5-1146797683
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ion2-1146964602
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-6-1146797937
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-7-1146798389

Erotisch sah das schon aus.

Zumindest für die männlichen Zuschauer.

Auch mich sahen die Männer trotz meiner unbeholfenen Darbietung immer wieder an. Ich hatte ja eh fast nichts mehr an, aber gefühlt zogen mir der Gouverneur und der arabische Kapitän mit ihren Augen auch das wenige noch aus. Es war wirklich kaum erträglich, wie die beiden Männer kaum zwei Meter vor mir genüsslich auf den Eisenring um meinen Hals, meine Brüste, meinen nackten Bauchnabel, mein kurzes Röckchen und meine ebenfalls nackten Beine starrten.

Mein Schamgefühl wurde leider auch nach ein paar Minuten nicht besser, im Gegenteil. Dieser Tanz war zutiefst unanständig, man hätte meinen können, dass ich meinen Körper dem Gegenüber anbieten würde, so wie es die ärmsten der armen Mädchen in Europa manchmal tun mussten, wenn sie gar keine andere Möglichkeit mehr sahen zu überleben. Was bei den beiden grausamen Zuschauern vor mir so ziemlich das Letzte war, was ich wollte. Lieber wäre ich verhungert. In Europa wäre so ein Tanz sofort verboten worden. Allerdings kümmerte sich der Statthalter wenig um europäische Gepflogenheiten, das hatte ich bereits mitbekommen. Ganz im Gegenteil, er schien seine Position als kleiner Kaiser weit weg von Europa richtig zu genießen. Eigentlich hatte ich immer gedacht, dass Portugiesen strenggläubige Christen wären. Aber das hier hatte mit den christlichen Anstandsregeln wirklich gar nichts mehr tun. Was wohl der Bischof, den es hier angeblich gab, zu diesem schamlosen Treiben sagte? Das half mir aber auch nicht weiter, hier im Saal gab es keinen Bischof oder sonst jemanden, der diesen unzüchtigen Tanz verbieten und mich damit aus dieser Demütigung befreien würde.


Ich hatte auch schnell verstanden, dass ich mich vorsichtig bewegen musste, damit mein kurzes Röckchen nicht hochflog und vor den Männern meinen Unterleib entblößte.

Ein schwieriges Unterfangen, das Röckchen war anscheinend so geschneidert, dass es bei der kleinsten Bewegung bereits herumflatterte. Wenn ich meinen Oberkörper bewegte und mit meinen Brüsten wackelte, ging es noch. Aber wenn ich meine Hüften und meinen Bauch kreisen lassen sollte, so wie es die Sklavinnen neben mir taten, machte mein Röckchen alles außer an Ort und Stelle zu bleiben und meine Scham zu bedecken. Und sobald ich meinen Oberkörper nur ein bisschen nach vorne beugte, rutschte das Röckchen nach oben und gab den Blick auf meinen nackten Po frei. Ich lief wohl rot wie eine Tomate an, als ich dies das erste Mal bemerkte. Am schlimmsten waren jedoch die schnellen Drehungen, welche die anderen Sklavinnen viel zu häufig machten. Bei diesen flog das Röckchen von mir und den anderen Sklavinnen unwillkürlich nach oben und man konnte wirklich „alles“ sehen.

Ich versuchte, mich nicht zu tief zu beugen und mit meinen Händen mein Röckchen festzuhalten, vor allem bei den Drehungen, damit zumindest das Bisschen Stoff doch über meinen intimsten Stellen blieb und keine unzüchtigen Blicke freigab. Diese Blöße wollte ich mir nicht auch noch geben, die Männer vor mir sahen auch so schon viel zu viel von meinem Körper. Und die Art und Weise, wie ich mich bewegen sollte, war auch so schon beschämend genug. Insbesondere das Wackeln mit dem Po war einfach nur obszön, daher versuchte ich auch, diese Bewegungen nur anzudeuten. Eine christliche Frau aus gutem Hause wackelte doch nicht vor fremden Männern mit dem Po, soweit reichte mein Anstandsgefühl trotz meiner misslichen Lage dann doch noch.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sion-1146963741
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sion-1146963893

Immer wieder sah ich nach links zu den beiden indischen und nach rechts zu den afrikanischen Sklavinnen. Ich war erstaunt und schockiert zu gleich, wie elegant sich diese bewegten ohne darauf zu achten, was ihr ebenfalls viel zu kurzes Röckchen so machte. Es schien diesen nichts auszumachen, dass dieses beim Tanzen, vor allem bei den Drehungen, immer wieder nach oben flog oder bei ihren Beugungen weit nach oben rutschte.
Mehr als einmal konnte ich von der Seite die nackten braunen und schwarzen Pos und Unterleibe meiner Tanzpartnerinnen sehen. Zumindest nur von der Seite, während die beiden Männer von vorne wohl noch andere „Einblicke“ bekamen. Schämten sich die vier Tänzerinnen gar nicht? Sie mussten doch auch bemerken wie die beiden Männer sie äußerst interessiert ansahen, wenn deren Röckchen immer wieder nach oben flog. Auch das obszöne Wackeln mit dem Po schien den beiden Zuschauern gut zu gefallen, soweit ich das aus den Augenwinkeln erkennen konnte.

Ja, es war wirklich nicht zu übersehen, dass die beiden Männer im Gegensatz zu mir großen Gefallen an diesem demütigenden und unanständigen Tanz hatten.

Ich kann kaum beschreiben, wie froh ich war, als endlich die Musik endete und ich zum Tanzen aufhören konnte. Gut war mein Tanz bestimmt nicht gewesen, aber ich hatte mich überwunden und getanzt, so wie es das Monster am Tisch vor mir von mir verlangt hatte. Und irgendwie hatte ich es zumindest so halbwegs geschafft, diesen Tanz durchzustehen, ohne den beiden Männern ständig meine intimsten Stellen zu zeigen. Hoffentlich konnte ich nun gehen.

Auch war ich ziemlich k.o., diese ungewohnten Bewegungen war doch ziemlich ermüdend, vor allem weil es auch hier drin trotz der späten Stunde sehr warm war. Zumindest durften wir uns auf den Boden setzen und uns mit etwas Wasser von der Anstrengung erfrischen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1146964919

Ich hoffte, dass Jeronimo nun zu mir kommen und mich wieder mitnehmen würde.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ow-1-1147617069
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ow-2-1147617433

Aber das tat er nicht.

Er blieb dort stehen, wo er zuvor gestanden hatte und warf mir nur einen kurzen Blick zu. Einen Blick, der mir irgendwie nicht gefiel.


Der Statthalter sah auch zu mir, allerdings mit einem hämischen Grinsen. Wie konnte dieses Monster so einen Tanz von mir verlangen und sich dann noch über meine Erniedrigung freuen?

Dann wandte er sich an seinen Gast und unterhielt sich erneut mit seinem Gast auf Portugiesisch:
„O que você acha, amigo, não é tão ruim para começar?“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1146965226

Worauf dieser antwortete:
“Bem, devo dizer que sua pequena escrava loira está provocativamente bonita nesse vestido.
Mas ela ainda dança muito rigidamente.”

“Você está certo, amigo.
Ela provavelmente precisa de mais prática.
E mais motivação.”


Daraufhin wandte sich der Gouverneur an Jeronimo und sprach ihn überraschend auf Englisch an, vermutlich deswegen, damit auch ich es verstehen konnte:

„Du hast es gehört, Jeronimo. Unser Gast ist noch nicht zufrieden mit der Darbietung unserer neuen Sklavin. Er sagt, sie tanzt zu steif. Und er hat Recht. Teilweise war die Sklavin mehr damit beschäftigt, ihr Gewand festzuhalten als zu tanzen. Vermutlich fehlt ihr noch die richtige Motivation.
Ich denke, für diese steife und uninspirierte Darbietung hat sie sich 10 Gertenhiebe redlich verdient. Und schlag nicht zu sanft zu, sie ist nur eine Sklavin, genau wie die anderen Afrikanerinnen und Inderinnen hier im Palast!“


Jeronimo nickte und antwortete nur kurz:
„Sim, senhor de Noronha.“

Ich hatte diese Worte mitanhören können bzw. müssen und so sah ich mit Schrecken in den Augen, wie Jeronimo mit seiner Gerte zu mir herüberkam.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1147760121

Ganz, ganz leise flüsterte er mir zu:
„I am sorry.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...appy-1147760283
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ties-1147760367

Das glaubte ich ihm sogar, jedoch hatte er die Befehle seines Chefs auszuführen. Vielleicht hatte ihn dieser sogar angewiesen, nicht zu gnädig zu sein, weil er schon mitbekommen hatte, dass Jeronimo mich bei weitem nicht so schlecht behandelte wie er selbst. Im Gegensatz zu seinem Chef schien Jeronimo ein gutes Herz zu haben.

Was die Sache für mich aber auch nicht besser machte.

Jeronimo nahm meine Hand und zog mich daran zum Speisetisch, direkt vor den Gouverneur und seinen Gast.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...orry-1147760470
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ting-1147760656

Dann sagte er zu mir:
„Please bow down!“

Und ganz leise fügte er noch hinzu:
„If you don’t obey, the governor will double the number of strokes.”

Ich war bereits auf dem Weg in Tränen ausgebrochen. Ich hatte doch für dieses Monster schon getanzt und nun wurde ich dafür auch noch geschlagen?

Allerdings waren zehn Schläge immer noch besser als zwanzig Schläge, so viel war mir auch klar.

Dieser Albtraum war bereits schlimm, aber er konnte noch schlimmer werden. So gehorchte ich Jeronimo und beugte meinen Oberkörper nach vorne und präsentierte ihm meinen Hintern. Natürlich rutschte dabei mein Röckchen wieder nach oben, sodass er meinen nackten Po sehen konnte. Ich schämte mich so, so vor ihm zu stehen.

Eigentlich kannte ich diese Position bereits – in seltenen, sehr seltenen Fällen hatten auch unsere Sklaven in Batavia so stehen müssen, wenn ich nicht darum herumkam, sie für größere Verfehlungen zu bestrafen. Das war aber tatsächlich nicht so oft vorgekommen. Ein paar Mal vielleicht.

Nun stand ich selbst so da. Weil ich nicht gut genug getanzt hatte.

Es wurde aber noch schlimmer, denn Jeronimo streifte auch den Rest des Röckchens noch nach oben, so dass mein Hintern nun wirklich frei vor ihm lag.

Damit nicht genug musste ich mich auch noch so drehen, dass auch der Gouverneur und sein Gast diesen direkt ansehen konnten. Was die Männer noch alles sehen konnten, daran wollte ich gar nicht denken.

Ich hatte während des Tanzens immer versucht, meine Blöße zu bedecken. Und nun stand ich direkt vor diesem Monster und musste diesem meinen nackten Po aus nächster Nähe präsentieren.
Wie gerne wäre ich jetzt einfach gestorben.

Dann begann Jeronimo sein grausiges Werk, zehn Schläge auf meinen nackten Po, einer tat mehr weh wie der andere. Ich versuchte, mich einigermaßen zu beherrschen, aber meine Tränen konnte ich nicht unterdrücken. Ich hatte das Gefühl, dass Jeronimo nicht ganz so fest zuschlug wie der Gouverneur zuvor, aber doch stärker als zuvor. Jedenfalls so stark, dass jeder Hieb höllisch schmerzte.


Nach dem fünften Hieb hielt Jeronimo kurz inne. Ich durfte mich kurz aufrichten, musste mich dabei jedoch zu den beiden grausamen Männern umdrehen. Wieder grinsten mich diese an.

Beschämt senkte ich die Augen, der Blick der beiden Männer war fast genauso schlimm wie die Schmerzen, die mir Jeronimo mit seiner Gerte bereitet hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1147761137

Der Gouverneur sah mich wieder an und sagte dann zu seinem Gast:
„My present has a really nice butt. What a pity that she didn’t want to show it to us before. Maybe she didn’t understand that her sweet butt belongs to me now, so there is no reason to hide it from me. But so she has to show it to us for her punishment. My new Dutch slave still has to learn a lot! “

Woraufhin der Gast antwortete:
„I told you that she has a really nice body. I have inspected it in Zanzibar and I immediately thought that this is something for you, my friend! I have to confess, your African and Indian slaves also have a really nice body, but having a white European girl with a pretty body dancing for you is really something special! Arab people pay a lot of money to have this pleasure.”

“You are completely right. Indeed, it’s the first time that a white girl dances for me. And that she is Dutch gives a special pleasure to me! I also like her red hair flying around when she dances. Though, if she would dance less stiff, like my other slaves do, it would be even nicer to watch her. But I am quite sure she will do so soon. Maybe she will learn her lesson after five more strokes with the crop.
Jeronimo, please continue! And don’t hit too soft, my Dutch slave has to learn what happens if she does not carry out my orders to my full satisfaction!”


Mir schauderte wie die beiden Männer so über mich sprachen. Als sei ich irgendeine Puppe, die nur zu ihrem Vergnügen da sei.

Jeronimo sah mich mit einem mitleidigen Blick an, er musste auch nichts sagen, ich wusste auch so, was von mir erwartet wurde. Auch hatte ich trotz meiner Schmerzen seinen Hinweis nicht vergessen, dass der Gouverneur die Anzahl der Hiebe verdoppeln würde, wenn ich mich widersetzen würde.


So drehte ich mich wieder um, beugte mich nach vorne und streckte den beiden Männern wieder meinen nackten und schmerzenden Hintern entgegen. Zum Glück konnte ich selbst diesen nicht sehen, vermutlich zierten diesen inzwischen fünf rote Striemen, zusätzlich zu der von vorhin. Und denen von heute Mittag. Und von heute Vormittag. Und von gestern. Und von vorgestern.

Seit dem schrecklichen Tag in Sansibar, an dem mich Uthman an den arabischen Händler verkauft hatte, war es schon fast so etwas wie eine schlimme Gewohnheit geworden, dass ich für jeden Fehler – und manchmal auch ohne, dass ich etwas falsch gemacht hätte – verprügelt wurde.
Vermutlich würde das auch so bleiben.

Mir schauderte, während ich mich wieder nach vorne beugte und den zweiten Teil meiner Bestrafung erwartete.


Die zweiten fünf Schläge waren noch schmerzhafter als die davor, schließlich gingen diese auf meinen sowieso schon brennenden Po. Aber das Einzige was ich tun konnte, war, ein paar weitere Tränen zu vergießen und zu beten, dass diese Demütigung und der Schmerz bald vorbei waren.

Nach dem zehnten Hieb durfte ich mich wieder gerade hinstellen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ed-1-1147760797
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nful-1147760999
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ul-2-1147761368
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sion-1147761521

Der Gouverneur und der arabische Kapitän grinsten, ihnen schien diese Aufführung gefallen zu haben. Jeronimo sah dagegen betreten drein und warf mir einen fast entschuldigenden Blick zu.

Nach einer kurzen Unterhaltung mit seinem Gast sprach der Statthalter dann wieder Jeronimo an. Wieder auf Englisch, damit ich es auch verstehen konnte, ohne dass er mit mir reden musste:
„Bem. I think our pretty Dutch slave girl deserves a second chance.
She will dance in the next round again.
Maybe she has learned her lesson and will do better that time and make more effort.
Otherwise, she will get ten more strokes with the crop for further motivation afterwards.”


73. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Falciformis am 17.01.25 10:15

Hallo Neuschreiber,

Spannende Geschichte, di du schreibst und tolle Bilder dazu. freue mich auf mehr.

74. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 17.01.25 11:04

Danke für den neuen Teil, ich bin nun wirklich gespannt, wie sich die Situation für Isabelle noch verbessern könnte, scheinbar haben die Herren doch kein Interesse an einem Stuhlkreis
75. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von winipu77 am 17.01.25 22:12

DiecHerren haben ja schon zum Austruck gebracht, dass sie erst einmal Interesse an mehr Motivation haben. Mal sehen, ob sie noch eine gute Tänzerin wird....
76. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 19.01.25 07:42

Vielen Dank für Eure Kommentare.

@Falciformis
Ja, es gibt noch ein paar Kapitel und auch noch ein paar mehr Bildchen dazu. Und natürlich hoffe ich auch, dass es spannend bleibt...

@Adriana0306
Nein, leider sind wir zurück im 18. Jahrhundert und dort waren Stuhlkreise meines Wissens noch nicht so weit verbreitet.
Der gute ChasHH hatte es ja schon an Neujahr vermutet:
Oje, für die Weigerung wird sie erst recht tanzen - unter dem "Gesang" der Gerte...
Momentan ist die Frage wohl weniger wie, sondern ob sich Isabellas Situation nochmals verbessern wird...
(Aber) wie ich früher schon geschrieben habe, diese Geschichte ist noch lange nicht zu Ende, Isabella ist ja gerade erst vor ein paar Stunden in Ilha de Mocambique angekommen...

@winipu77
Sicherlich will der Gouverneur, dass Isabella eine gute Tänzerin wird. Allerdings geht es auch und vor allem (wie in SM-Geschichten/Herr-Sklave-Beziehungen so üblich) um etwas anderes: Um absoluten Gehorsam und totale Unterwerfung. Dafür ist dann "Motivation" nur eine euphemistische Umschreibung...



Zum Schluss noch ein kleines Addon, das mir ein "watcher" bei deviantart geschickt hat. Hat mir so gut gefallen, dass ich es noch etwas angepasst habe und hier noch posten will:


„Jeronimo, weise sie in ihre Aufgaben ein!“ hallte die strenge Stimme des Gouverneurs durch die staubigen Gänge des kolonialen Verwaltungsgebäudes.

Jeronimo nickte feierlich, sein Herz war schwer von einer Mischung aus Beklemmung und einer seltsamen, beunruhigenden Neugierde. Isabella, die neue weiße, rothaarige Sklavin, war an diesem Morgen eingetroffen, ihre feurigen langen Haare bildeten einen starken Kontrast zu den düsteren Schatten, die das Gelände umgaben. Ihre müden, aber doch wachsamen Augen hatten sich kurz mit seinen getroffen, als er sie in Empfang genommen hatte, und in diesem Moment hatte er eine unerklärliche Verbindung gespürt, als ob ihre bloße Anwesenheit die Luft um ihn herum gestört hätte.

Er kannte die Regeln, den unausgesprochenen Kodex, der den Umgang zwischen Angestellten und dem Eigentum des portugiesischen Gouverneurs regelte. Doch während er sie beobachtete, schienen seine Pflichten in den Hintergrund zu treten, verdunkelt von einem wachsenden Gefühl der Empathie. Ihre trotzige Haltung zeugte von einem Geist, der sich nicht so leicht brechen ließ. Der Konflikt in ihm wuchs, als er mit der harten Realität seiner Position und der aufkeimenden Menschlichkeit, die sie in ihm weckte, rang. Er war hin- und hergerissen zwischen dem Bedürfnis, die Ordnung aufrechtzuerhalten, und der leisen Stimme in seinem Inneren, die von Ungerechtigkeit, Verrat flüsterte.

Oft gönnte er ihr eine längere Pause als nötig, bestrafte sie etwas milder als angebracht, oder gab ihr einen Tipp, wie sie das Beste aus ihrer Situation machen konnte. Bei diesen kurzen Gesprächen nickte sie ihm anerkennend zu, lächelte aber nie. Der Ernst ihrer Lage war in die Züge ihres jungen Gesichts eingebrannt, und er belastete Jeronimos Gewissen mit jedem Tag mehr. Doch trotz seines Mitgefühls wusste er, dass es ihn alles kosten könnte, wenn er seinen Gefühlen nachgäbe. Nicht unwahrscheinlich, dass er sein Leben im Kerker der nahegelegenen Festung beenden würde.


77. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 24.01.25 20:15

17. Ein schreckliches Abendessen – Teil 2: die zweite Chance


Noch bleicher konnte man wohl gar nicht werden, vermutlich gelang mir dies trotzdem.

Weitere Tränen kullerten aus meinen Augen, als ich diese Worte vernahm. Ich sollte erneut tanzen, in diesem demütigenden Outfit, diesen schamlosen Tanz.

Dabei hatte ich wirklich gehofft, dass ich es überstanden hatte und nach dieser schrecklichen Demütigung wieder gehen könnte.

Ich war wohl furchtbar naiv gewesen.

Ich war mit den Nerven am Ende, dennoch war mir klar, was der Gouverneur mir sagen wollte:

Ich sollte noch schamloser und obszöner tanzen als zuvor. Genauso schamlos und obszön wie es die indischen und afrikanischen Tänzerinnen taten.
Ansonsten würde ich nochmals zehn Hiebe mit der Gerte erhalten.

Vermutlich musste ich meinen letzten Rest Stolz und Scham über Bord werfen, wenn ich hier nicht zu Tode geprügelt werden wollte.

Gut möglich, dass sich auch die afrikanischen und indischen Sklavinnen längst von diesen verabschiedet hatten, dass sie so schamlos für dieses Monster auf der anderen Seite des Tisches tanzten. Vielleicht waren sie auch schon genauso verprügelt worden wie ich.


Jeronimo führte mich zurück in die Mitte der Tänzerinnen, sah mir nochmals mit einem mitleidigen Blick in die Augen und flüsterte mir noch zu:
“You heard what the governor said. You'd better keep your hands off your skirt and dance like the other girls.”

Dann trat er wieder zur Seite.

Ich setzte mich auf den Boden zu den anderen Sklavinnen und sah vermutlich ziemlich betreten drein.

Mein Po tat unglaublich weh, ich konnte mich kaum setzen.

Die indische Sklavin, die zuvor neben mir getanzt hatte, legte ihren Arm um mich und flüsterte mir ebenfalls etwas zu, allerdings auf Portugiesisch:
“Nosso governador pode ser muito cruel quando não está feliz. Sinto muito, a surra provavelmente doeu. Mas a dor desaparece novamente.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-2-1148601565
Leider verstand ich nicht, was sie sagte. Dennoch tat mir diese kleine Umarmung gut.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1148600306

Erneut wurde mir schmerzhaft bewusst, dass ich ganz unten angekommen war. In Batavia hatte ich noch unsere asiatischen Sklavinnen befehligt, nun saß ich als Sklavin mitten unter ihnen und musste die Befehle befolgen, die mir andere erteilten. Egal wie erniedrigend diese auch waren.

Der Statthalter und der arabische Händler waren inzwischen mit ihrem Fisch fertig und die beiden afrikanischen Sklavinnen, welche vorher den Fisch serviert hatten, räumten nun die Teller wieder ab.
Ich saß neben den zwei afrikanischen und den zwei indischen Tänzerinnen auf dem Boden und sah ihnen dabei zu. Ich sagte nichts, sondern versuchte lediglich, meine Tränen und meine Trauer irgendwie in den Griff zu bekommen. Da half es vielleicht ein wenig, dass die indische Sklavin neben mir ein paar Tränen aus meinem Gesicht wischte und mir nochmals freundlich irgendetwas zuflüsterte.
„Tente dançar como eu, então talvez o governador fique satisfeito e não o castigue novamente.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-3-1148601732

So hatte ich kurz Zeit, mich von den Schmerzen zu erholen, viel besser wurden diese in der Kürze der Zeit aber nicht, mein Hintern brannte wie Feuer. Und die Aussicht darauf, gleich wieder zu tanzen zu müssen und danach zehn weitere Hiebe auf meinen sowieso schon schmerzenden Hintern zu bekommen, hellte meine Stimmung auch nicht auf, im Gegenteil.


So registrierte ich mit Schaudern, dass der Gouverneur nach ein paar Minuten in die Hände klatschte und damit das Zeichen für die nächste Tanzrunde gab.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ound-1148600862

Die anderen Sklavinnen erhoben sich. Die junge Inderin reichte mir die Hand und half mir aufzustehen, was ich wohl oder übel auch tat.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1148875158

Wiederum musste ich in die Mitte, eingerahmt von jeweils zwei schwarzen und zwei indischen Sklavinnen, welche genauso demütigend wie ich gekleidet waren, aber zumindest deutlich besser tanzen konnten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ound-1148875619

Die Musikantinnen begannen wieder zu spielen und einen kurzen Moment später begannen auch die Tänzerinnen links und rechts von mir wieder mit ihren rhythmischen Bewegungen. Mein Po tat immer noch höllisch weh, aber das interessierte niemanden. Ganz im Gegenteil, vermutlich würde mein Hintern gleich noch viel mehr weh tun, wenn ich nicht mittanzte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1148874685

Eine Wahl hatte ich nicht, ich war genauso eine Sklavin wie die Afrikanerinnen und Inderinnen links und rechts von mir.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1149334123
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-2-1146798246
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-3-1149334481

Irgendwie musste ich diese Hölle – diese neue Hölle auf Erden – überstehen.

So tat ich trotz meines schmerzenden Pos und der demütigenden Umstände mein Bestes, mich wie die zwei Afrikanerinnen und die zwei Inderinnen zu bewegen. So, dass es diesem perversen Monster gefiel, das mich angrinste und interessiert meine Bewegungen verfolgte. Bestimmt war das für ihn ein Genuss, meinem Mann bzw. Ex-Mann im fernen Batavia hätte so etwas bestimmt auch gefallen. Allerdings hätte ich nie im Leben so für ihn getanzt und er hätte so etwas niemals von mir gefordert.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1149334828
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-2-1149696248

Ich versuchte es irgendwie zu ignorieren, wenn beim Tanzen mein kurzes Röckchen verrutschte und Blicke freigab, welche außer meinen Ex-Mann (und nunmehr nicht einmal mehr diesen) eigentlich niemanden etwas angingen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-5-1149697112

Es war jedoch offensichtlich, dass der Gouverneur und sein Gast sogar besonders interessiert meinem „Tanz“ folgten, wenn sich mein Röckchen aufgrund meiner Bewegungen hob und senkte. Die hämischen Blicke der beiden Männer waren wirklich nicht zu übersehen.

Insbesondere die Drehungen waren wieder der Horror. Ich musste einsehen, dass ich die Wahl hatte, entweder zu versuchen, mein kurzes Röckchen festzuhalten und anschließend für meinen steifen Tanz verprügelt zu werden oder den Männern „alles“ zu zeigen.
Die anderen vier tanzenden Sklavinnen hatten sich anscheinend für die zweite Alternative entschieden.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1150074278
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rnor-1150072901
Vermutlich hatten sie schon genug Erfahrung, dass dies die bessere, zumindest die weniger schmerzhafte Wahl war. So versuchte auch ich, die Hände von meinem Röckchen zu lassen, auch wenn ich mich drehen oder musste, egal wie sich dieses bewegte und egal welche unanständigen Blicke dieses freigab.

Einfach war dies nicht, instinktiv griff ich immer wieder hinab an mein kurzes Röckchen, um dieses festzuhalten. Nur um dieses kurz darauf aus Angst vor den mir drohenden Hieben wieder loszulassen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-3-1149696552

Das gleiche galt, wenn ich mich mit den Sklavinnen links und rechts von mir nach vorne beugen musste. Auch da konnte ich fühlen, wie mein Röckchen nach oben rutschte, sodass nicht nur die Sklavinnen links und rechts von mir, sondern auch die Zuschauer meinen nackten und geschundenen Po sehen konnten.

Ich wäre vor Scham am liebsten gestorben, dennoch machte ich weiter, als tanzte ich um mein Leben. Vielleicht tat ich das ja sogar.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-4-1149696866

Jedenfalls würde mein Leben sicher nicht besser werden, wenn ich mich den Befehlen des Gouverneurs – dieses grausamen Mannes, der mich als seinen Besitz betrachtete – verweigerte.

Nachdem ich es irgendwie geschafft hatte, meinen Verstand und meinen letzten Rest Schamgefühl auszuschalten, ging es etwas besser.

Ja, ich wackelte für diese beiden Monster sogar mit meinem Po, so wie es die anderen Sklavinnen taten. Vermutlich tun mussten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rnor-1150074582
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1150075003
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-3-1150075371

Ich fühlte mich wie ein Flittchen. Tiefer konnte man vermutlich nicht mehr sinken.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-2-1150253264
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tain-1150252969

Ein Gefühl für den Rhythmus des afrikanischen Lieds hatte ich immer noch nicht, aber zumindest hatte ich verstanden, welche Bewegungen dem Gouverneur gefielen. Natürlich die erotischsten, obszönsten und demütigendsten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cing-1150252345
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-2-1150252541
Das Wackeln mit dem Po, das präsentieren meiner langen Beine und meiner Brüste. Und natürlich alle Bewegungen, bei denen mein Röckchen nach oben flog und Blicke auf meinen Unterleib freigab. Vermutlich waren diese dem Statthalter sogar lieber als wenn ich perfekt im Rhythmus einen europäischen Tanz aufgeführt hätte. Das Ganze war eigentlich kein Tanz, sondern eine einzige Obszönität. Ich glaube, inzwischen hasste ich dieses Monster schon genauso sehr wie er mich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sion-1150252808

Leider spielte es aber keine Rolle, ob ich ihn hasste, ich war seine Sklavin und er war mein Herr. Daher konnte er seinen Hass an mir ausleben, während ich meinen Hass nur in mich hineinfressen konnte.


Ich tanzte weiter, fast wie in Trance, so dass ich einen Moment lang gar nicht bemerkte, dass die Musikantinnen aufgehört hatten zu spielen und auch die beiden Inderinnen und die Afrikanerinnen neben mir ihren Tanz beendet hatten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1150640394

Ich war fix und fertig und sank auf den Boden.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-2-1150640772

Dabei bemerkte ich auch wieder meinen schmerzenden Po, auch diesen hatte ich in den letzten Minuten erfolgreich ignoriert.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-3-1150641048

Welche Demütigung würde nun folgen? Dieses Monster war vermutlich noch nicht fertig mit mir, mein Martyrium hier in Moçambique hatte gerade erst begonnen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tion-1150641269

Ich saß ein oder zwei Minuten auf dem Boden, dann rief der Gouverneur Jeronimo etwas zu. Der junge Mann kam zu mir, reichte mir seine Hand und zog mich hoch. Ich konnte kaum mehr stehen, geschweige denn laufen, aber Jeronimo zog mich erneut vor den Gouverneur, zum Glück waren dies nur wenige Schritte.

Dann flüsterte er mir zu:
"Make a curtsy and bow to the governor, it will probably be better for you."

Ich war eigentlich viel zu kaputt, um mich noch irgendwie zu bewegen und vor diesem Monster verbeugen wollte ich mich eigentlich auch nicht.
Aber sicherlich hatte Jeronimo recht. Wenn es jemand in dieser Stadt gut mit mir meinte, dann er.

So nahm ich nochmals all meine verbliebene Kraft zusammen und machte vor dem Gouverneur eine Verbeugung und anschließend einen Knicks. Im Grunde hatte ich meinen letzten Rest Selbstachtung beim Tanz zuvor eh schon über Bord geworfen, da kam es auf einen demütigenden Knicks wirklich nicht mehr an.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rnor-1150641774
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...dict-1150642435

Der Gouverneur schien sehr erfreut über meine unterwürfige Geste, auch wenn klar war, dass er mich deswegen immer noch nicht mochte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ct-2-1150642666

Er wandte sich erneut an seinen Gast und sprach mit ihm auf Englisch, vermutlich wiederum, damit ich es verstehen konnte:

„Was meinst Du Freund, hat unsere kleine niederländische Sklavin diesmal besser getanzt?“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cing-1150642025
„Ich würde sagen: ja. Ein Rhythmus-Gefühl hat sie noch nicht, aber man konnte sehen, dass sie sich zumindest bemüht hat. Auch hat sie anscheinend verstanden, dass sie ihren süßen Po vor uns nicht verstecken sollte. Die vorherige Motivation hat offensichtlich geholfen!“

„Ja, das glaube ich auch. Aber im Vergleich zu meinen anderen Tänzerinnen ist da immer noch viel Verbesserungspotential da.“

„Da hast Du Recht, Francisco. Aber dafür, dass es ihr erster ägyptischer Tanz war, war es gar nicht so schlecht. Auch die afrikanischen Sklavinnen brauchen eine Weile, bis sie richtig gut werden, so wie Deine Tanzsklavinnen. Und Ihr Europäer seit eh von Haus aus so stocksteif, dafür war es meines Erachtens durchaus ok.
Ich glaube, sie hat durchaus Talent, ein paar Abende und sie wird zu Deiner Zufriedenheit tanzen, da bin ich mir ganz sicher.
Außerdem, ihr weißer Bauch und ihr weißer Hintern waren durchaus hübsch anzusehen, meinst Du nicht? Das hat dann schon dafür entschädigt, dass sie ein paar Mal aus dem Rhythmus gefallen ist.
Ich hätte einen Vorschlag: Ich nehme sie zurück nach Sansibar und auf dem Weg dorthin lasse ich sie noch ein wenig üben. Meine Mannschaft hat bestimmt auch Gefallen daran, von einer hübschen niederländischen Tänzerin im knappen Dress am Abend unterhalten zu werden. Fast bereue ich es, dass ich daran auf dem Weg hierher nicht gedacht habe.
Und wenn ich dann von Sansibar wieder zurückkomme, bringe ich Euch die kleine Niederländerin wieder. Bis dahin kann sie bestimmt super tanzen!“

Der arabische Kapitän grinste, während ich wiederum leichenblass geworden war. Dieser Vorschlag gefiel mir ganz und gar nicht.
Zugegebenermaßen wusste ich aber auch nicht, was schlimmer war: Hierzubleiben oder einen weiteren Horrortrip nach Sansibar und zurück zu machen. Als Sklavin für alle Drecksarbeiten an Bord und dann noch zusätzlich als unsittliche abendliche „Unterhaltung“.


Auch dem Gouverneur schien dieser Vorschlag nicht zu gefallen, denn seine Miene verdunkelte sich sichtlich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...osal-1150831225

Dies war anscheinend auch dem arabischen Gast nicht entgangen, denn er klopfte dem Statthalter auf die Schultern:
„Das war nur ein Scherz, Amigo.
Ein Geschenk ist ein Geschenk. Und ein Geschenk nimmt man nicht zurück.
Das gilt für uns Araber wie für Euch Europäer.“


Die Miene des Statthalters entspannte sich sichtlich. Offenbar hatte er den Vorschlag nicht als Scherz aufgefasst. Aber so schnell sich seine Stimmung verfinstert hatte, so schnell heiterte sich diese auch wieder auf.

Vielleicht wollte er auch nicht zugeben, dass er den Scherz nicht verstanden hatte.

Jedenfalls lachte nun auch der Gouverneur und klopfte auch seinem Gast auf die Schulter:
„Da hast Du Recht, Amigo. Das Tanzen müssen wir noch üben, aber ihr hübscher weißer Bauch gefällt auch mir. Ebenso wie ihre langen Oberschenkel und ihr Po, auch wenn dieser jetzt durch ein paar rote Streifen verunstaltet ist. Aber die gehen wieder weg.
Auf jeden Fall habe ich da ein sehr schönes Geschenk bekommen, dass ich ganz bestimmt nicht zurückgeben werde, selbst wenn es die Sitte erlauben würde.
Ich darf mich nochmals ganz herzlich bedanken und freue mich schon auf viele weitere gute Geschäfte.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...joke-1150829471

Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich schämte, wie die Männer so über mich sprachen.
Vermutlich war ich nicht nur ein Geschenk, sondern eine Art Schmiergeldzahlung, damit der Gouverneur dem arabischen Händler weiterhin gewogen war. So liefen die Geschäfte, hier in Afrika, in Indien und vermutlich auch in Arabien.


Jedenfalls waren beide Männer wieder gut gelaunt und so sagte der Gouverneur zu Jeronimo:
„Du hast es gehört Jeronimo. Die Darbietung meiner neuen Sklavin war noch alles andere als gut. Aber sie hat sich bemüht und hat verstanden, dass ich von ihr hundertprozentige Einsatz verlange.
Daher belassen wir es bei nur fünf Gertenhieben. Ich hoffe, die Sklavin weiß meine Großzügigkeit zu schätzen.
Ich will ja auch kein Unmensch sein. Dafür, dass meine Sklavin anscheinend bereits Gehorsam gelernt und verstanden hat, dass ich ihr neuer Herr bin, darf sie die nächste Tanzrunde ausfallen lassen und Amani beim Servieren helfen. Die Kleine hat anscheinend noch keine Kondition, daran werden wir noch arbeiten müssen.
Morgen darf sie wieder mittanzen, mal sehen, wieviel Motivation sie dann braucht.“


Der Statthalter sah mich grinsend an. Er wusste natürlich genau, wie demütigend diese Worte für mich waren. Allein die Aussicht, dass sich dieser Horror morgen wiederholen würde, trieb mir die Tränen in die Augen. Und dass ich trotz all meiner Bemühungen noch fünf Hiebe bekommen sollte, machte die Sache auch nicht besser.

Eigentlich konnte mich das aber nicht überraschen, so schnell würde der Hass des Gouverneurs auf Niederländer und auch auf mich nicht verfliegen. Wer weiß, wie lang er schon darauf gewartet hatte, seinen ganzen Hass an einem unschuldigen Bürger unseres Landes auszulassen. Und ich war nun die Unglückliche, welcher dieses schlimme Los zugefallen war.

Bevor ich weiter nachdenken konnte, fasste mich Jeronimo an meiner nackten Schulter an und sagte nur: „Please…“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1150832044
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-ago-1150832299

Mehr musste er auch nicht sagen, ich wusste was er meinte. Auch die Warnung vor der Verdoppelung hatte ich nicht vergessen und so beugte ich erneut meinen Oberkörper herab. Zumindest hatte ich mich wieder soweit erholt, dass ich wieder stehen konnte.


Ich wusste auch bereits was zu tun war und so beugte ich mich wieder nach vorne und präsentierte dem Gouverneur und seinem Gast meinen nackten und geschundenen Hintern.

Meine Scham wurde nicht kleiner, meine Angst vor dem, was mir blühen würde, wenn ich mich widersetzte, war dennoch größer. Im Gegenteil, immer mehr wurde mir klar, welche schmerzhaften Bestrafungen mich hier erwarteten, wenn ich dem Gouverneur nicht gehorchen würde.


Jeronimo nahm wieder seine Gerte und schlug mich vor den Augen des Gouverneurs und des Kapitäns fünfmal auf meinen eh schon schmerzenden Po.
Wieder tat jeder Schlag höllisch weh. Zum Glück waren es nur fünf, allerdings fünf zu viel.

Wieder konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten, was meine beiden Zuschauer aber nicht im Geringsten störte, ganz im Gegenteil genossen sie offensichtlich das Schauspiel.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1150832647
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-2-1150833115

Nach dem fünften Schlag flüsterte mir Jeronimo wieder zu:
„Ich glaube es wäre das Beste, wenn Du Dich jetzt vor dem Gouverneur verbeugst und Dich dafür bedankst, dass Du gehen darfst.“

Viel lieber hätte ich diesem Scheusal ins Gesicht gespuckt, aber tatsächlich war ich wirklich froh, diesen Saal verlassen zu können und keine weitere Tanzaufführung darreichen zu müssen.

Vermutlich wäre ich bei dieser zusammengebrochen. Oder hätte diese mit mindestens fünf weiteren Gertenhieben bezahlt.

So befolgte ich tatsächlich Jeronimos Ratschlag und bedankte mich mit einer Verbeugung bei dem Scheusal. Was für eine Demütigung.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-sir-1150833376
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ir-2-1150833644

Zu mir sagte der Gouverneur nichts weiter, aber er schien sehr zufrieden über meine Unterwerfung. Nur an Jeronimo richtete er noch ein paar Worte auf Portugiesisch, welche ich nicht verstand.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-now-1150833968

Ich folgte dem jungen Mann aus dem Raum, was ich auch gerne tat, obwohl er mich gerade insgesamt 16mal geschlagen hatte und mein Hintern davon unglaublich weh tat.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...eave-1150834187
Aber Jeronimo war nur derjenige gewesen, der die Befehle seines grausamen Chefs ausführte, das war offensichtlich gewesen. Ich hatte nicht das Gefühl gehabt, dass es Jeronimo Spaß gemacht hatte, mich zu schlagen.
Dabei kam so etwas gar nicht so selten vor, dass Herren Freude daran hatten, ihre Sklavinnen und Sklaven zu schlagen. Auch ich hatte unsere Sklaven in Batavia nur bestraft, wenn es wirklich notwendig war und das war zum Glück nicht so oft vorgekommen. In den Haushalten von anderen Niederländern war dies aber anders gewesen, daran erinnerte ich mich.

Und ganz offensichtlich bereitete es auch dem Gouverneur Freude, seine Sklaven zu verprügeln oder verprügeln zu lassen, insbesondere wenn sie ihm nicht aufs Wort gehorchten. Mir schauderte. Bestimmt waren dies nicht die letzten Hiebe gewesen, welche ich hier in Moçambique erhalten würde. Bei weitem nicht.

Auch Jeronimo, der mir noch halbwegs gewogen schien, würde mich sicher noch oft mit seiner Gerte schlagen. Mir schauderte wiederum, als ich vor der Tür in sein Gesicht sah.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/1150870429

Gut möglich, dass Jeronimo meinen ängstlichen Blick bemerkt hatte, denn er streichelte mir über die Wange:
„Es tut mir leid, Isabella. Du hast Dich wirklich tapfer geschlagen, aber es war von vorneherein klar, dass Du die Ansprüche des Gouverneurs nicht erfüllen kannst und ich Dir einige Schläge verabreichen muss.
Ich hätte Dir diese wirklich gerne erspart, wenn ich nur irgendwie gekonnt hätte.“

Ich weiß nicht, warum Jeronimo mir dies überhaupt sagte. Er war nicht in der Situation, sich für irgendetwas entschuldigen zu müssen. Im Gegenteil hatte er treu die Befehle ausgeführt, welche man ihm gegeben hatte. Alles andere wäre vermutlich nicht förderlich für ihn gewesen. Vermutlich sollte man sich mit dem Gouverneur besser nicht anlegen, weder als Sklavin noch als Bediensteter, vor allem nicht hier in Afrika, tausende Seemeilen von Europa entfernt.

So antwortete ich ihm auch nur kurz:
„Es ist ok. Du hast vermutlich nur Deinen Job gemacht.
Vermutlich hast Du mich mit Deinen Ratschlägen sogar noch vor schlimmerem bewahrt.“

Ich hatte wieder Tränen in den Augen und fügte nach einer kleinen Pause noch hinzu:
„Thank you.“

Jeronimo sah mich an und meinte nur kurz:
„You ‘re welcome. I am sorry that I could not do more for you. “
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-you-1150851570
78. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 24.01.25 21:11

Erneut vielen Dank für die Fortsetzung und die schönen Bilder dazu. Ich denke Isabella muss da wirklich aktuell einiges mitmachen, aber irgendwo im Hintergrund merkt man auch, dass Jeremino Gefühle für sie hat. Sicher noch ein weiter und demütigender Weg, aber ich denke es wird irgendwann so wie in deinen anderen Storys ein Happy End mit Einschränkungen geben
79. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 26.01.25 07:58

Hallo Adriana,
Vielen Dank für Deinen neuerlichen Kommentar. Ich fühle mich geehrt, dass meine Geschichten so einen treuen Fan haben, selbstverständlich ist das nicht.
Ich denke, so langsam kristallisiert sich heraus, wo die Reise hingeht.
Um über ein Ende der Geschichte nachzudenken, ist es aber eigentlich noch zu früh. Ich will aber doch verraten, dass es diesmal kein "happy end mit Einschränkungen" geben wird.
Aber wie gesagt, das Ende ist noch ein gutes Stück weg.
Zumindest hat Isabella mit dem nächsten Kapitel dann den ersten Tag in Moçambique geschafft.
Ob ihr zweiter Tag dort besser werden wird, ist aber doch eher fraglich...
80. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 05.02.25 17:29

Übt Isabella weiterhin fleißig ihre Tänze? Würde mich freuen wenn es hier wieder etwas zu lesen gibt
81. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 05.02.25 17:51

Sie wird tanzen müssen, ansonsten die Gerte ihr einen Takt vor gibt, den bestenfalls die Leute von Riverdance halten können.
82. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 05.02.25 18:25

@Adriana,ChasHH:
Vielen Dank für die Erinnerung.
Nachdem das Interesse in letzter Zeit nicht so groß war, habe ich mir Zeit gelassen.
Morgen geht es aber weiter

Aber nein, Isabella wird im nächsten Kapitel nicht mehr tanzen. Sie wurde wegen ihrer Bemühungen und der anschließenden Gehorsamsbekundung von der nächsten Tanzrunde befreit.
Der Gouverneur hat ihr aber ja bereits angedroht, dass sie am nächsten Tag wieder tanzen darf...
Von daher wird unsere Isabella bestimmt noch öfters in den Genuss kommen zu tanzen...
83. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 06.02.25 18:08


18. Das Ende des schrecklichen Abends


Jeronimo nahm meine Hand und führte mich zwei Türen weiter. Irgendwie fühlte sich seine Hand gut an. Eine kleine, ganz kleine menschliche Nähe, die nicht auf Demütigung und Gewalt basierte.

Am Geruch unschwer zu erkennen war zwei Türen weiter die Küche.

Ein europäischer Koch stand an der Feuerstelle und gab Kommandos.
Um ihn herum schwirrten sechs oder sieben dunkelhäutige Sklavinnen, zwei von ihnen hatte ich bereits vorher im Speisesaal gesehen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rnor-1152134215
Außer dem Koch sah ich keine weiteren Männer, auch keine männlichen Sklaven. Einige der Sklavinnen trugen einen Eisenring um den Hals so wie ich auch. Die zwei Sklavinnen, die zuvor das Essen serviert hatten, trugen dagegen ein breites Band aus poliertem Metall um den Hals, auf welchem ein Wappen prangte. Vermutlich war dies ein portugiesisches Wappen, das Wappen des portugiesischen Königs oder vielleicht der hiesigen Kolonie. Vermutlich war dieses Band genauso schwer wie der Eisenring, den ich um den Hals trug.

Erst jetzt fiel mir ein, dass auch drei der Tänzerinnen, die beiden indischen und eine afrikanische, und zwei Musikerinnen ein solches Metallband um den Hals getragen hatten. Jedoch hatte ich dafür zuvor keinen Blick gehabt, als ich verzweifelt versucht hatte, deren Bewegungen nachzuahmen.

Die Sklavinnen hier in der Küche trugen alle ein normales, langes, einfaches Sklavenkleid. Ich war die einzige in diesem unzüchtig-kurzen Tänzerinnenkleid. Wie gerne hätte ich jetzt mit einer der afrikanischen Sklavinnen das Gewand getauscht.


Jeronimo sprach ein paar Worte auf Portugiesisch mit dem Koch und dann mit den schwarzen Sklavinnen. Dann wandte er sich nochmals mir zu und sagte auf Englisch:
„Für den Rest des Abends hilfst Du Amani beim Servieren. Wir sehen uns dann später. Bitte mache keinen Ärger, Du weißt, dass Dir das nicht gut bekommen würde.“

Das war mir auch klar und so versprach ich ihm, dass ich mein Bestes tun würde. Trotz meines immer noch sehr schmerzenden Pos.

Jeronimo bekam von einer der Sklavinnen einen Teller mit seinem Abendessen. Danach verabschiedete er sich von mir und den anderen Sklavinnen mit einem „Adeus“ und ließ mich allein zurück. Ein anderes Kleid hatte er anscheinend nicht für mich, ich schämte mich immer noch, wie ich in dem unanständig-kurzen Tänzerinnenkleid hier in der Küche herumstand.


Einen Augenblick lang stand ich wie bestellt und nicht abgeholt in der Küche.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...chen-1152476971

Wenn ich jetzt einfach zur Tür hinausgehen würde und … vermutlich war das immer noch keine gute Idee, weit würde ich in diesem Aufzug bestimmt nicht kommen.

Der Koch und die anderen Sklavinnen betrachteten mich neugierig. Eine weiße Kollegin hatten sie vermutlich noch nie gehabt.

Auch ich konnte mich nicht daran erinnern, in Afrika, Batavia oder anderswo schon mal eine weiße Sklavin gesehen zu haben.

Ich war allerdings noch nie in Arabien gewesen. Dort gab es vermutlich europäische Sklavinnen.
Spätestens seit ein paar Monaten, so wie beispielsweise die arme Clara, mit der ich in einer glücklicheren Zeit den ein oder anderen Tag verbracht hatte, bevor sie in Sansibar vor meinen Augen verkauft worden war. Wie es ihr wohl ging?
War sie nun wirklich in Arabien und musste dort irgendjemandem als Sklavin dienen?

Auch wenn es mir selbst nicht besser ging, betrübte mich ihr Schicksal noch immer.


Die schwarzen Sklavinnen begrüßten mich mit einem freundlichen „Olá“, welches ich peinlich berührt auch erwiderte. Eine der Sklavinnen gab mir auch etwas zu trinken, einen Fruchtsaft, der sogar sehr gut schmeckte. Zu essen bekam ich jedoch nichts. Was insoweit auch nicht schlimm war, als ich nach den Erlebnissen der letzten Stunde eh keinen großen Hunger mehr verspürte. Es wäre wirklich besser für mich gewesen, oben in meiner Gefängniszelle zu bleiben. Wenn ich es denn gedurft hätte.


Der Koch war gerade dabei, ein Dessert, so eine Art Pudding, vielleicht einen flan parisien, zuzubereiten.

Ich stand immer noch nutzlos herum und sah ihm dabei zu. Das Dessert duftete auch gut, nach Vanille. Trotz meiner Niedergeschlagenheit bekam ich etwas Appetit, hatte ich doch schon seit Stunden nichts mehr gegessen. Das Dessert war aber kaum für mich oder die anderen Sklavinnen bestimmt, so naiv war ich nicht.

Der Koch war auch kurz darauf mit diesem fertig, verteilte es auf zwei große Teller und garnierte das Ganze noch mit einer roten Soße. Der Puddingkuchen sah tatsächlich sehr lecker aus und roch auch gut. Dem Gouverneur ging es anscheinend nicht schlecht. Der Koch rief nach einer Amani, woraufhin eine kleinere afrikanische Sklavin herbeikam und ihm die zwei Teller abnahm. Sie war eine der beiden Sklavinnen, welchen den Gouverneur und seinen Gast zuvor im Speisesaal bedient hatten. Sie war sehr hübsch und vermutlich ein oder zwei Jahre jünger als ich. Das war anscheinend die junge Frau, der ich beim Servieren helfen sollte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rnor-1152477491

Daher konnte es mich auch nicht groß überraschen, dass sie kurz darauf einen der beiden Teller mir in die Hand drückte. Dazu sagte sie noch:
“Você deveria servir ao governador.”

Auch ohne portugiesisch zu können, konnte ich mir denken, was sie meinte.

Die afrikanische Sklavin, Amani, wie sie wohl hieß, ging mit dem anderen Nachtisch voraus und öffnete uns die Tür.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...view-1152478526
Ich folgte ihr und wusste natürlich, wohin wir gingen. Zurück in den Speisesaal, zurück in die Hölle zu dem schrecklichen Gouverneur und seinem nicht minder schrecklichen Gast. Zu meinem neuen und zu meinem ehemaligen Besitzer.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-1-1153282826

So mussten sich wohl die Menschen fühlen, welche auf Erden ein frevelhaftes Leben geführt hatten und danach vor Luzifer persönlich standen.

Ich konnte den Anblick kaum ertragen, als ich den Gouverneur und den arabischen Kapitän erneut sehen musste.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-4-1153284016

Die afrikanische Sklavin servierte dem Gast mit einem tiefen Knicks und einer ebenso tiefen Verbeugung den Nachtisch und sagte dazu noch „Bom apetite“.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1152478026

Ich folgte ihrem Beispiel und tat das gleiche vor dem Gouverneur.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1153283346
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1154541439

Die Worte kamen mir nur schwer über die Lippen, vermutlich stotterte ich auch, aber der Gouverneur verstand vermutlich trotzdem, was gemeint war. Jedenfalls grinste er zufrieden, ein „danke“ kam ihm jedoch nicht über die Lippen.

Wesentlich demütigender als die Worte war jedoch der tiefe Knicks mit dem kurzen Röckchen. Ich weiß nicht, welche Blicke mein Knicks wieder freigab, ich versuchte nicht daran zu denken. Vermutlich hatten die beiden Scheusale eh schon „alles“ gesehen.

Oh, wie ich diese Demütigung hasste.

Viel lieber hätte ich ihm den Pudding ins Gesicht geworfen. Aber zum einen geziemte sich das nicht für eine Dame, zum anderen wären die Hiebe, die ich zuvor erhalten hatte, dann wohl nur eine Streicheleinheit gewesen gegen meine Bestrafung. Noch mehr Hiebe wollte ich heute nicht mehr bekommen.

Es war nicht zu übersehen, wie der Gouverneur wieder meinen Anblick in dem kurzen bauchfreien Kleid und dem viel zu kurzen Röckchen genoss.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sert-1154543962

Vielleicht erahnte er sogar meine Gedanken?

Der arabische Kapitän sah grinsend zu seinem Gastgeber hinüber und meinte:
“É uma pena que a pequena escrava holandesa não dance mais para nós.
Mas ela também é bonita de se ver como garçonete!”

“Isso está correto. Ela parece quase tão fofa quanto a sobremesa que está segurando.
Você deveria voltar amanhã e haverá outra apresentação de dança.
Nossa pequena escrava holandesa pode participar novamente, tenho certeza que ela está ansiosa por isso...”

“Com o maior prazer, quis ficar mais um dia na sua cidade antes de embarcarmos de volta a Zanzibar.”


Vermutlich war es besser, dass ich nicht verstand, was die beiden Männer da sprachen, vermutlich war es nicht gerade positiv für mich.

Ich folgte der anderen Sklavin, in dem ich die Herrschaften nochmals einen guten Appetit wünschte und mich mit einem weiteren tiefen Knicks und einer weiteren tiefen Verbeugung verabschiedete.
Die Blicke der beiden Männer will ich lieber nicht beschreiben.

Beim Hinausgehen bekam ich noch mit, dass die Musikerinnen erneut zu spielen und singen begannen. Ich war heilfroh, nicht mehr mittanzen zu müssen, sondern stattdessen diesen Raum wieder verlassen zu können.

Leider nicht für immer, denn zum Abschluss musste ich den Herrschaften noch einen Portwein servieren.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-4-1155042855
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-5-1155043273
Ich dachte immer, Araber würden keinen Alkohol trinken, aber da hatte ich mich wohl getäuscht. Genauso wie ich mich darin getäuscht hatte, dass Europäer keine anderen Europäer als Sklaven halten durften.

Lissabon war weit weg. Rom war weit weg. Und auch Mekka und Medina, die heiligen Stätten der Moslems, waren weit weg von hier.

Es war nicht zu übersehen, dass der Gouverneur und sein Gast wieder sehr genossen, wie ich ihnen als weiße Sklavin den Portwein servierte. Insbesondere mein tiefer Knicks schien ihnen wiederum sehr zu gefallen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-6-1155043468

Sie schäkerten auch wieder etwas auf Portugiesisch, ich versuchte, nicht hinzuhören, garantiert waren dies wieder irgendwelche demütigenden Kommentare über mich gewesen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...wine-1155434419


Es war schon ziemlich spät geworden, aber irgendwann endete das Festmahl dann doch. Erst dann bekamen ich und die anderen Sklavinnen auch noch etwas zu Essen. Natürlich keinen Fisch, keinen Pudding und keinen Portwein, sondern Gemüse mit Reis und Kartoffeln, welches der Koch mit Hilfe von zwei afrikanischen Sklavinnen zubereitet hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nner-1155434768

Dazu durften oder mussten wir alle in ein Zimmer gehen, welches sich am Ende des Gangs befand, vermutlich genau unterhalb unserer Gefängniszelle.

Es handelte sich anscheinend um so eine Art Versammlungsraum, denn es standen einige einfache Stühle und Tische herum. In Summe dürften es wohl ca. 20 Sklavinnen gewesen sein, welche sich zu der späten Stunde noch dort einfanden. Natürlich fast alles schwarze Sklavinnen, ein paar hatten einen helleren Hautton, manche auch ein indisches Aussehen. Wiederum konnte ich sehen, dass einige Frauen ein breites Metallband mit dem portugiesischen Wappen um den Hals trugen, andere nur einen schmucklosen Eisenring. Ein paar der Sklavinnen trugen auch Hand- und Fußfesseln, jedoch ohne Kette dazwischen. Was man aber natürlich jederzeit ändern konnte.


Man konnte den Sklavinnen ansehen, dass sie nach einem langen und anstrengenden Tag müde waren. Die meisten unterhielten sich dennoch beim Essen ein wenig in kleinen Grüppchen, die einen auf Portugiesisch, andere in einer mir völlig fremden Sprache, vermutlich ihrer afrikanischen Muttersprache, Bantu, Suaheli oder so ähnlich hießen wohl die meistgesprochenen Sprachen in Ostafrika.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...er-3-1155436288
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...er-2-1155435959

Ich konnte weder die eine noch die andere Sprache und so verstand ich von den Unterhaltungen auch nicht viel.

Ich stand vermutlich ziemlich bedröppelt mit meinem Teller in der Hand da. Allein als einzige Europäerin in diesem Raum voller indischer und vor allem afrikanischer Sklavinnen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...st-3-1155437270
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...st-2-1155436925

Vermutlich hatte die junge Inderin, welche zuvor neben mir getanzt und mich getröstet hatte, bemerkt, wie ich so verunsichert am Eingang des Raumes stand und bot mir auf Portugiesisch einen Stuhl neben sich an.
„Venha sentar conosco.“

Die Worte verstand ich nicht, aber die Geste, wie sie den freien Stuhl neben sich hielt, war doch eindeutig.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1155866989
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-2-1155867511
Sie saß am Tisch zusammen mit der anderen jungen Inderin, welche ebenfalls getanzt hatte, und noch zwei weiteren afrikanischen Sklavinnen, einer der Tänzerinnen und einer der Musikantinnen. Sie alle trugen das Halsband mit dem portugiesischen Wappen.

Ich wusste weiterhin nicht wohin und so nahm ich das Angebot doch gerne an und setzte mich neben die indische Frau. Sie dürfte etwas, vielleicht ein oder zwei Jahre jünger als ich sein und sah mich freundlich an. Vermutlich huschte ein ganz kleines Lächeln über mein Gesicht.

Die junge Frau stellte sich vor
„Olá, meu nome é Manju. Qual o seu nome?“
Ich vermutete, dass sie nach meinem Namen gefragt hatte und so antwortete ich ihr:
„Hi, nice to meet you. I am Isabella.”

Viel mehr sagte aber nicht, ich hätte auch nicht gewusst was und wie und nahm mein Abendessen zu mir. Vermutlich war es mir auch immer noch peinlich, dass sie – und die anderen jungen Frauen am Tisch - mich zuvor tanzen gesehen hatten und danach auch mitbekommen hatten, wie ich zweimal geschlagen worden war.

Das Gemüse mit dem Reis und Kartoffeln war auch nicht schlecht, besser als das Essen, das ich in den letzten zwei Wochen auf See bekommen hatte. Aber natürlich auch kein Vergleich mit dem Fisch und dem Pudding, welche der Gouverneur und sein Gast gespeist hatten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nner-1155868424

Meine Gedanken schweiften ab, ich hatte auch gerne Fisch gegessen, damals. In Batavia hatte es wirklich ausgezeichneten exotischen Fisch gegeben. Und auch in Amsterdam hatten wir öfters frischen Fisch aus der Nordsee gegessen. Damals. Das letzte Mal am Tag vor meiner Abreise, als Abschiedsessen für mich. Wir waren alle zusammen am Tisch bis spät in die Nacht am Tisch gesessen, hatten den guten Fisch genossen und uns über Batavia und alles Mögliche andere unterhalten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-ago-1155869021
Einmal mehr hatte ich daran gedacht, ob es wirklich eine gute Idee war, Amsterdam für diese Reise ins ferne Ostindien zu verlassen. Aber die Entscheidung war bereits gefallen.
Oh, wie vermisste ich Amsterdam und meine Familie.
Vermutlich würde ich diese nie mehr wiedersehen.
Bei diesen Gedanken brach ich in Tränen aus und weinte bitterlich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...imes-1155868787
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...home-1155869357

Die junge Inderin neben mir bemerkte natürlich meine Tränen und legte wieder ihren Arm um mich, so wie zuvor im Speisesaal. Sie sagte auch nicht viel, vermutlich hatte sie keine Ahnung, warum ich auf einmal in Tränen ausgebrochen war. Aber irgendwie tat diese kleine Zuneigung gut. Eine Zuneigung von einer Sklavin zu einer anderen.
Dennoch weinte ich noch eine ganze Weile weiter, bis ich mich endlich beruhigen konnte.

Der Rest meines Essens war inzwischen kalt geworden, aber nachdem ich trotz meiner Traurigkeit etwas Hunger verspürte, aß ich dieses dennoch auf.


Als ich wieder bei halbwegs klarem Verstand war, blieb es auch nicht aus, dass mich meine Tischnachbarinnen vorsichtig ansprachen. Die Inderin neben mir hieß Manju, das wusste ich ja bereits, die andere Inderin stellte sich als Yuva, die beiden Afrikanerinnen als Jamila und Malaika vor. Trotz meiner weißen Hautfarbe war es offensichtlich, dass ich nun zu ihnen gehörte.
Nachdem sie mich auf Portugiesisch ansprachen, verstand ich noch nicht allzu viel, dennoch war es irgendwie schön, mit anderen Menschen zu sprechen, die auf einen nicht herabsahen wie auf ein Stück Vieh.

In der Tat hellten diese kleinen, wenn auch mühsamen und oberflächlichen Gespräche meine Stimmung zumindest ein ganz klein wenig auf.

Etwas gewöhnungsbedürftig war die Situation dennoch. Es war gerade mal zwei Jahre her gewesen, dass ich als Hausherrin über meinen Sklavinnen stand, welche mir ganz selbstverständlich zu gehorchen hatten. Und nun war ich mitten unter ihnen, auf der gleichen untersten Stufe der Gesellschaft. Ein wenig erinnerten mich die beiden Inderinnen auch an Halida und Melati, so hatten die beiden ostindischen Sklavinnen meines Mannes geheißen.

Aber wie gesagt, jedes freundliche Wort einer afrikanischen oder indischen Sklavin war mir lieber als die barschen Befehle des portugiesischen Gouverneurs, der mich nun als seine Sklavin, als seinen Besitz ansah.


So verging vielleicht noch eine halbe Stunde, dann kamen Jeronimo und drei andere Männer in den Speisesaal. Alle hatten sie eine Reitgerte dabei, mit welcher ich schon schmerzhafte Bekanntschaft machen musste. Tatsächlich tat mein Po immer noch sehr weh.

Die Sklavinnen wussten anscheinend schon, was dies bedeutete, denn sie standen auf und bildeten 3 Gruppen, ohne dass es besonderer Befehle oder Bestrafungen bedurft hätte. Die beiden Inderinnen und die zwei Afrikanerinnen, welche bei mir am Tisch gesessen hatten, stellten sich zusammen mit drei weiteren jungen afrikanischen Sklavinnen in einer Gruppe auf.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-bed-1156136677

Ich dagegen hatte keine Ahnung, was ich tun sollte und so stand ich ebenfalls auf und stellte mich an den Rand der Reihe neben meine Tischnachbarinnen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ed-2-1156137091

Dann musste ich mitansehen, wie die drei anderen Männer die Sklavinnen in zwei der Gruppen von je sechs Sklavinnen mit einer langen Kette an ihren Halseisen aneinander ketteten. Was für eine Demütigung. Auch einer afrikanischen Tänzerin und zwei der Musikantinnen blieb dies nicht erspart. Ich stand währenddessen einfach da und sah dem Schauspiel zu.

Nur die dritte Gruppe, die mit meinen Tischnachbarinnen, wurde nicht zusammengekettet.
Auch mir legte niemand eine Kette an.

Erst jetzt fiel mir auf, dass die Frauen in der dritten Gruppe alle dieses breite Halsband mit dem portugiesischen Wappen trugen, die Frauen in den anderen beiden Gruppen dagegen nicht. Anscheinend war dies ein Unterscheidungsmerkmal.

Das Ganze dauerte auch nicht allzu lange, offensichtlich hatten sowohl die Männer als auch die Sklavinnen schon Erfahrung in diesem demütigenden Ritual. Es leistete auch keine der Frauen Widerstand, alle ließen es über sich ergehen. Inzwischen wusste ich ja bereits aus eigener Erfahrung, dass Widerstand die Sache auch nicht besser machen würde, im Gegenteil.

Ich stand dagegen immer noch unschlüssig herum, als Jeronimo mich kurz ansprach:
„Isabella, you come with me.“

Dann verließen wir alle den Raum.

Die dritte Gruppe mit den besonderen Halsbändern folgte ebenfalls Jeronimo, ohne dass diese angekettet worden waren. Dabei gab es auch an ihren Halsbändern vorne einen Ring, an welchem man eine Kette hätte verbinden können.


Wir liefen den Gang entlang zurück zum Eingang des Palasts, dort trennten sich unsere Wege:
Den zwei Gruppen, welche als Sklavenkarawane verbunden worden waren, öffneten die Wachen die Tür des Palasts und sie verließen diesen.
Widerstand leistete wiederum keine der Frauen, alles sah irgendwie nach Routine aus.

Unsere Gruppe – neben mir sieben weitere Sklavinnen – folgte dagegen Jeronimo die Marmortreppe hinauf.

Inzwischen war bei mir auch der Groschen gefallen – sieben, mit mir acht – Sklavinnen mit einem besonderen Halsband, acht Matratzen in der Gefängniszelle im oberen Stock. Offensichtlich waren die sieben Sklavinnen mit dem Wappen im Halsband meine Zimmergenossinnen.

Daher konnte es mich auch nicht groß überraschen, als Jeronimo uns genau dorthin führte, die Tür öffnete und uns eintreten ließ.

Die sieben Frauen setzten sich jeweils auf ihre Matratze und unterhielten sich noch ein wenig.

Auch ich war müde zu meiner Matratze gegangen und hatte mich auf dieser niedergelassen. Ein schrecklicher Tag ging zu Ende, ein paar Stunden Ruhe würden mir sicher guttun.


Jedoch – dieser Tag bzw. diese Nacht war noch nicht zu Ende, denn Jeronimo flüsterte mir zu:
„Isabella, please come to me!“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...h-me-1156268283

Ich bemerkte, wie die Blicke der anderen sieben Sklavinnen auf mich fielen, konnte mir aber noch keinen Reim darauf machen.

Jeronimo zog mich an der Hand aus dem Raum und verschloss dann die Tür von außen.

Dann griff er nach einer kurzen Kette, die neben der Tür hing, und befestigte diese mittels eines Vorhängeschlosses an dem Eisenring, der meinen Hals umschloss.

Ich sah ihn fragend an:
„Warum? Ist das notwendig?“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sary-1156268735
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ry-2-1156269168

„Naja, eigentlich nicht, aber der Gouverneur möchte es so.“

Ich wurde kreidebleich.

In diesem Moment schwante mir bereits, dass mir der schlimmste Teil dieses Tages bzw. dieser Nacht erst noch bevorstand.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ns-1-1156269403
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ns-2-1156269673


Obwohl ich schreckliche Angst vor dem hatte, was nun kam, folgte ich Jeronimo an der Kette wohl oder übel wenige Meter den Flur zurück. Für heute hatte ich wirklich schon genug Hiebe erhalten. Und Kraft, um mich zu widersetzen, hätte ich nach diesem langen, schrecklichen Tag auch keine mehr gehabt.

Dann blieb Jeronimo vor einer Tür stehen klopfte.
Die Tür war aus edlem Tropenholz und am Türrahmen prangte ein portugiesisches Emblem, ähnlich dem auf meinem weißen Hemdchen.

Er sah mir mit einem traurigen Blick in die Augen und meinte:
„Du musst sehr stark sein.“

Hatte er sogar eine Träne im Auge? Lange konnte ich aber nicht über seine Worte nachdenken, denn nach einem Zeichen von innen trat er ein und zog mich langsam, aber bestimmt hinter sich her.


Meine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich: Wir standen im Schlafgemach des Gouverneurs.

Ein riesiges Zimmer, vermutlich doppelt so groß wie der Schlafsaal, welcher für uns acht Sklavinnen vorgesehen war. An den Wänden hingen Gemälde mit leicht bekleideten oder nackten Frauen unter anderem eine Nachbildung der Geburt der Venus. Die Einrichtung bestand aus edlen Möbel aus Tropenholz und auch ein riesiges Himmelbett, ebenfalls aus Tropenholz, konnte ich erkennen.

So ein luxuriöses Schlafzimmer hatte ich noch nie zuvor gesehen.

Ich sah allerdings auch einige Dinge, die mich erschaudern ließen:
Auf einer großen Kommode in der Mitte des Raumes lagen allerlei Eisenschellen, Eisenketten, Vorhängeschlösser und Seile. Daneben lagen feinsäuberlich aufgereiht eine Gerte, ein Rohrstock und eine Peitsche.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ests-1156269999

Lagen all diese Sachen für mich bereit?

Wollte mich der Gouverneur heute Nacht noch foltern? Oder lagen all diese Dinge „nur“ als Warnung für ungehorsame „Gäste“ bereit?

Ebenfalls erschaudern ließen mich die Metallhaken, von denen einige in den Wänden eingelassen waren, ein paar sogar an der Stirnseite des Himmelbetts.
Auch diese Metallhaken hatte ich noch in schlimmer Erinnerung. Aus der Steinhalle in Sansibar und auch aus dem Büro des Gouverneurs.

Musste ich mit diesen hier auch Bekanntschaft machen? Mit der Kette, die an meinem Halsring hing, konnte man mich an jeden beliebigen dieser Metallhaken anbinden, das war mir sofort klar.


Ich war kreidebleich. So ein Schlafzimmer hatte ich noch nie gesehen.

Dieses Schlafzimmer war Himmel und Hölle zugleich. Himmel für den Besitzer und Hölle für die „Gäste“, jedenfalls wenn der Gouverneur es wollte.

In diesem Moment wünschte ich mich tatsächlich zurück in meine Gefängniszelle auf dem Schiff der arabischen Händler, wo ich die letzte Nacht verbracht hatte. Vielleicht könnte ich doch mit ihm zurück nach Sansibar reisen?

Ein Wunsch, der sich aber natürlich nicht erfüllte.


Der Gouverneur trug soweit ich das sehen konnte nur noch einen Banyan, einen Morgenmantel aus Seide. Er begrüßte Jeronimo höflich und war offensichtlich sehr erfreut, ihn mit mir im Schlepptau zu sehen. Er warf mir einen lüsternen Blick zu, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ment-1156270424

Ich stand nur kreidebleich und zitternd da und harrte des Albtraums, der mir heute Nacht noch bevorstand.


Jeronimo übergab dem Gouverneur das Ende der Kette und wünschte diesem eine gute Nacht.

Der Horror, im kurzen Tanzdress vor dem grinsenden Gouverneur im Morgenmantel zu stehen, während dieser die Kette zu dem Eisenring um meinen Hals fest in der Hand hielt, lässt sich wohl nicht in Worten beschreiben.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...mare-1156270703

Ich hatte ja schon viel erleben müssen in den letzten Monaten, aber dieser Horror übertraf tatsächlich noch meine schlimmsten Albträume.

Selbst heute, viele Jahre später, läuft mir immer noch ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich an diesen Moment zurückdenke.


Jeronimo wünschte auch mir eine gute Nacht und sah mir dabei kurz in die Augen. An seinem Blick konnte ich jedoch erkennen, dass er dies mehr aus Höflichkeit gesagt hatte.

Ganz leise flüsterte er mir nochmals zu:
„Du musst sehr stark sein. Gib dem Gouverneur seinen Willen, vermutlich ist das besser für Dich.“

Auch diesen Moment, diese Worte werde ich nie vergessen.


Jeronimo warf mir noch einen ganz kurzen, aber doch eindringlichen Blick zu und ließ mich mit dem Gouverneur allein. Ich wollte ihm noch einen Blick nachwerfen, aber ein plötzlicher strammer Zug an der Kette zu meinem Halsring belehrte mich, dass dies nicht erwünscht war. Stattdessen musste ich in das grinsende Gesicht des Gouverneurs blicken.
„Wo willst Du denn hinsehen? Sieh Deinen neuen Herrn an, Sklavin! Andere Männer haben Dich nicht zu interessieren!“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...re-2-1156271164

Das Knacken, mit dem Jeronimo hinter meinem Rücken die Tür schloss, hallte mir noch lange in den Ohren.

Auch ich schließe die Tür der Erzählung an dieser Stelle.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-day-1156272137

Was danach passierte, habe ich bereits vergessen. Oder wünschte zumindest, dass ich es vollständig vergessen hätte.

84. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 06.02.25 22:26

Das hört sich nicht gut an. Aber dass der Gouverneur ein Sadist ist, wissen wir ja. Die "Werkzeuge" auf dem Tisch sagen eigentlich alles.
Spannend erzählt.
Gruß aus dem hohen Norden.
85. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 07.02.25 12:47

Zitat
Das hört sich nicht gut an. Aber dass der Gouverneur ein Sadist ist, wissen wir ja. Die \"Werkzeuge\" auf dem Tisch sagen eigentlich alles.
Spannend erzählt.
Gruß aus dem hohen Norden.


Danke schön.

Nein, das war kein schönes Ende des ersten Tages in Ilha de Mocambique für Isabella.
Wobei seit der Übergabe des "Geschenks" im Büro des Gouverneurs klar gewesen sein dürfte, worauf es hinauslaufen wird...

Ja, unser Gouverneur ist ein Sadist, ohne Zweifel.
Allerdings muss man das auch insoweit einordnen, dass es früher - leider - absolut normal war, dass Männer ihre Frauen, Eltern ihre Kinder, Lehrer ihre Schüler, Gutsbesitzer ihre Knechte und Mägde und natürlich auch Herren ihre Sklavinnen und Sklaven schlugen. Was aus heutiger Sicht ein Sadist, ein Verbrecher ist, war damals leider Normalzustand...
Zumindest scheint der Gouverneur halbwegs milde stimmbar zu sein, wenn er Gehorsam und seinen Willen bekommt (diese Eigenschaft soll auch im 21. Jahrhundert bei den "alten weißen Männern" noch weitverbreitet sein...).
Jeronimo kennt seinen Dienstherren ja sehr gut und flüstert Isabella daher immer wieder einen gut gemeinten Ratschlag zu...
(vielleicht macht das die Geschichte etwas langweilig, wenn Isabella immer gehorcht, aber eine Gewaltorgie, welche eine Weigerung wohl zur Folge hätte, will ich auch in dieser Geschichte nicht beschreiben)

Von daher kann ich vorweggreifen, dass Isabella diese Nacht ohne größere Schäden überstehen wird.
Schließlich will der Gouverneur (und vielleicht auch der eine oder andere Leser...), dass sie am nächsten Tag wieder tanzen kann...

Schöne Grüße zurück aus dem tiefen Süden
86. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 07.02.25 16:13

Danke für die Fortsetzung und gut, dass du es nicht zum äußersten erzählt hast, sonst wäre es wahrscheinlich im FSK18 Bereich gelandet. Sagen wir es ganz klar, sie wurde vielleicht nicht gefoltert weil sie noch tanzen soll, aber sie wurde ganz klar verge***tigt, denn anders als Clara hat sie keine, aber auch wirklich gar keine Sympathie für ihren neuen Besitzer. Dennoch freue ich mich mehr zu lesen
87. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 07.02.25 17:18

Zitat
Danke für die Fortsetzung und gut, dass du es nicht zum äußersten erzählt hast, sonst wäre es wahrscheinlich im FSK18 Bereich gelandet. Sagen wir es ganz klar, sie wurde vielleicht nicht gefoltert weil sie noch tanzen soll, aber sie wurde ganz klar verge***tigt, denn anders als Clara hat sie keine, aber auch wirklich gar keine Sympathie für ihren neuen Besitzer. Dennoch freue ich mich mehr zu lesen


Hallo Adriana,

danke für Deinen Kommentar.

Was Du schreibst ist größtenteils korrekt.

Nachdem das doch ein wichtiger Punkt ist, will ich auch ein wenig ausholen.

Ohne Zweifel wäre eine weitere Beschreibung dann ein Fall für den Ü18-Bereich gewesen. Der Hauptgrund, warum ich es dabei belassen habe, war aber tatsächlich der, dass ich keinen gewaltsamen sexuellen Missbrauch beschreiben will. Das würde ich tatsächlich nicht über die Finger bringen, selbst wenn ich es wollte.

Bzgl. Clara würde ich Dir aber widersprechen, nachdem auch sie nicht freiwillig mit Muhammed ist Bett gegangen ist, würde ich aus heutiger Sicht den Straftatbestand des §177 StrGB auch bei ihr als erfüllt ansehen, selbst wenn sie ein paar kleine Sympathien gepflegt hat. Darauf kommt es strafrechtlich nicht an.

Vielleicht habe ich mich in meinem letzten Post unglücklich ausgedrückt:
Der Gouverneur hat Isabella nicht nur deswegen nicht gefoltert, damit sie wieder tanzen kann. So ein Monster ist er dann auch nicht. Wenn er seinen Willen bekommt, belässt er es dann doch meistens bei Drohungen.

Aber ansonsten ist es eindeutig, dass wir hier von sexuellem Missbrauch sprechen (um das V-Wort hier außen vor zu lassen, welches absolut zutreffend ist).

Das Thema wollte ich nicht aussparen.

Diese Geschichte sollte halbwegs realistisch sein. Und der sexuelle Missbrauch von Sklavinnen war leider Normalität.

Das Wegzulassen hätte die ganze Geschichte ins zu Positive verzerrt. Es wäre absolut unrealistisch, dass der arabische Kaufmann unsere - vermutlich immer noch recht teure - Sklavin nur als Tänzerin und Bedienung "verschenkt" hätte.

Beispielsweise schreibt Wikipedia zur Geschichte von Kapstadt (damals Kolonie von "Isabellas" Niederländern)

Das Gebiet, das heute als Kapstadt bekannt ist, war ursprünglich von den San und Khoikhoi besiedelt. Im Jahre 1652 ging der Niederländer Jan van Riebeeck in der Tafelbucht an Land und gründete dort eine Versorgungsstation für die Handelsschiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie (Vereenigde Oost-Indische Compagnie; kurz: VOC) auf dem Seeweg nach Indien. Der Ort war gewählt worden, weil sich eine geschützte Bucht als natürlicher Hafen anbot. Die Niederländer vertrieben die Ureinwohner, die bisher das Gebiet besiedelt hatten, und erbauten umgehend zu ihrem eigenen Schutz das Fort de Goede Hoop (heute Castle of Good Hope). Da sich die Ureinwohner weigerten, mit den Eroberern Handel zu treiben und für sie zu arbeiten, importierte die VOC Menschen aus ihren Handelsgebieten in Madagaskar, Indien, Malaysia und Indonesien, um sie als Sklaven zu halten. Da nicht nur ein Mangel an Arbeitskräften, sondern auch an Frauen in der noch jungen Kolonie herrschte, wurden die Sklavinnen in doppelter Hinsicht ausgebeutet: für Arbeit und sexuelle Beziehungen. Die daraus resultierende Durchmischung von Europäern, Sklaven und den afrikanischen Ureinwohnern ist der Ursprung der heutigen farbigen Bevölkerungsschicht (Cape Coloureds).

In anderen europäischen Kolonien dürfte es nicht anders gewesen sein. Einfach mal "Kreolen" googeln..
(In Mosambik gibt es heute übrigens auch noch Kreolen, man kann sich vorstellen, wo diese herkommen...)

Der geschätzte ZdBdLa hat in seiner Geschichte mit dem Sträflingscamp das "Problem" dahingehend umschifft, dass es der Akteurin damals Spaß gemacht hat, mit dem Campleiter zu schlafen.
Das wollte ich aber auch nicht, weil es historisch verfälschend wäre, den Sklavinnen Spaß zu unterstellen. Das mag in einzelnen Fällen der Fall gewesen sein, in der Masse eher nicht...

(Vielleicht hinkt der Vergleich etwas, aber eine Geschichte über den Holocaust zu schreiben, bei der am Ende alle happy sind, keiner zu etwas gezwungen wird und keiner stirbt, würde m. E. auch nur zu einer Beschönigung der Verbrechen beitragen.)

Dies gesagt kann ich aber alle beruhigen, dass der sexuelle Missbrauch in dieser Geschichte ein Randthema bleiben wird und es auch keine näheren Beschreibungen dazu geben wird.
Aber wie gesagt, der sexuelle Missbrauch von Sklavinnen war leider Normalität, daher wollte ich dieses Thema dann nicht völlig aussparen.

Die Geschichte wird sich aber - weiterhin - um andere Themen drehen, um Dominanz, Unterwerfung, Sklaverei, Sehnsucht, Hoffnungsschimmer in der Dunkelheit.

Daher hoffe ich doch, dass Du trotz des harten Tobaks am Ende des letzten Kapitels dabeibleibst...
88. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 07.02.25 17:46

Natürlich bleibe ich weiter bei deiner Geschichte. Ich verstehe auch was du aussagen willst und stimme dir zu. Ich musste nur etwas schlucken, aber ansonsten genieße ich weiter die gute Unterhaltung die mir durch die Story geboten wird
89. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 07.02.25 22:06

Zitat
Natürlich bleibe ich weiter bei deiner Geschichte.


Das freut mich

Zitat
Ich musste nur etwas schlucken,


In diesem Fall habe ich vielleicht einiges richtig gemacht?
Denn ein Ziel meiner Geschichte ist es durchaus, Isabellas Geschichte so zu erzählen, dass man/frau sich in ihre Situation hineinversetzen kann und vielleicht das eine oder andere Bild selbst vor Augen hat...
die Geschichte so zu erzählen, dass ich vielleicht den ein oder anderen Leser*in mitnehmen kann auf einen Horrortrip ins koloniale Ostafrika das 18. Jahrhunders mit ungewissem Ausgang...

Ja, wenn mir das gelingen würde, hätte ich mein Ziel als Geschichtenerzähler erreicht...
90. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Windelmeister am 09.02.25 20:58

Halt durch Isabella in Gedanken bin ich bei ihr wenns eine zeitmaschine gäbe würd ich ihr sicherlich helfen
91. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 10.02.25 19:10

Zitat
Halt durch Isabella in Gedanken bin ich bei ihr wenns eine zeitmaschine gäbe würd ich ihr sicherlich helfen


Das ist sehr nett von Dir. Ich werde es an Isabella weitergeben, dass sie die Hoffnung auf ein happy end nicht aufgeben soll...
92. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 11.02.25 21:19

19.Das letzte Puzzleteil, Teil 1


Ich weiß nicht, wie ich diese Nacht überlebte, aber sterben war für mich anscheinend nicht vorgesehen.

Leider.

Jedenfalls noch nicht.


Nein, der Gouverneur hatte mich nicht gefoltert. Er hatte es dabei belassen, mir seine „Erziehungswerkzeuge“, wie er es nannte, zu zeigen, verbunden mit der Drohung, dass die eine oder andere aufsässige Sklavin diese schon kennengelernt hätte. Vielleicht hatte er sein Sammelsurium des Schreckens auch deswegen nicht an mir ausprobiert, weil ich Jeronimos Rat befolgt hatte und dem Gouverneur gegeben hatte, was er wollte. Das war auch schon das einzig Positive, was ich über diese schreckliche Nacht sagen konnte. Aber wie geschrieben, an mehr kann und will ich mich nicht erinnern.


Es war bereits später Morgen, als der Gouverneur mich zurück in den Schlafsaal brachte - so wie mich Jeronimo gestern von dort weggeführt hatte: An der demütigenden kurzen Eisenkette an meinem Halsring und in dem noch demütigenderen Tanzoutfit.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-1-1157428147
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-2-1157428389

Im Gegensatz zu Jeronimo schien der Gouverneur jedoch Freude daran zu haben, mich an der Eisenkette über den Flur zu ziehen. Zum Glück waren es kaum mehr als zehn Meter von seinem Schlafgemach zum Schlafsaal seiner Sklavinnen.
Dort entfernte er die Kette wieder von meinem Halsring.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-3-1157495323

Warum tat der Gouverneur mir diese Erniedrigung an? Was konnte ich dafür, als Niederländerin geboren worden zu sein? Bisher hatte ich mir nie Gedanken über meine Nationalität gemacht, aber seit gestern gab es wirklich den ein oder anderen Moment, in dem ich wünschte, als Portugiesin oder vielleicht Spanierin geboren worden zu sein. Vielleicht wäre mir dann vieles erspart geblieben, was ich seit Sansibar erleiden musste. Und vermutlich vieles mehr, was mir noch im Rest meines traurigen Daseins bevorstand.


Der Schlafsaal war leer, alle anderen Sklavinnen waren schon weg, vermutlich bereits beim Arbeiten. Mein grün-weißes Kleid lag noch zusammengefaltet auf meiner Matratze, so wie ich es gestern Abend dort zurückgelassen hatte. Im Grunde war es einerlei, dennoch freute ich mich zumindest ein bisschen, endlich dieses demütigende Tanzoutfit wieder gegen ein normales Kleid tauschen zu können.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tory-1157582742

Leider hatte ich mich zu früh gefreut.

Der Gouverneur hatte anscheinend bemerkt, dass ich mich auf meine Matratze gesetzt hatte und mein Kleid wieder in die Hand genommen hatte. Barsch herrschte er mich an:
„Give me your dress, slave, you don’t need it anymore!“

Ich sah den Gouverneur erschrocken an, Tränen stiegen mir erneut in die Augen. Wollte er mir tatsächlich auch das letzte nehmen, was mir noch aus meiner Heimat, aus meinem alten Leben geblieben war?


Ja, er wollte, ganz offensichtlich.

Sein strenger Blick ließ keinen Zweifel daran aufkommen.

Ich war verzweifelt, aber erneute Bekanntschaft mit seiner Reitgerte oder den anderen Dingen, welche ich in seinem Schlafzimmer gesehen hatte, wollte ich auch nicht machen. Meine Schmerzen von gestern Abend waren zwar fast weg, aber ich erinnerte mich noch allzu gut an diese. Und eine Wahl hatte ich sowieso nicht.

Die Demütigung ist kaum in Worte zu fassen, wie ich mit meinem grün-weißes Kleid aufstand und es dem Gouverneur übergeben musste. Das letzte, das ich noch besessen hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...lave-1157583189
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ve-2-1157583682

Dieser grinste und sagte:
„You are a good obedient slave! Since you behaved well yesterday and last night, you will get a new dress today. One that fits your status as my personal slave girl. I hope you will appreciate my generosity. If you disobey, you will wear your dance costume all day long!”

Ich sah den Gouverneur fragend an, ich verstand nichts bzw. nur, dass er mir damit drohte, dass ich dieses demütigende Tanzoutfit dauerhaft tragen müsste.

Mehr sagte der Gouverneur aber auch nicht, sondern verließ den Raum und sperrte die Türe hinter sich zu. Zum Abschied warf er mir mit einem Grinsen allerdings noch zu:
„See you later, my lovely slave girl!“


Da saß ich nun. Wieder allein in dem Raum mit den 8 Matratzen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1158002745

Ich hatte nun wirklich alles verloren, sogar mein grün-weißes Kleid, das letzte, was ich noch am Leib gehabt hatte. Ich sah mich um, nur um bestätigt zu bekommen, was ich schon wusste: Ich hatte nichts mehr, gar nichts. Und am Leib hatte ich auch nur noch die paar Stofffetzen des demütigenden Tanzgewands. Wohl oder übel musste ich diese anbehalten, wenn ich nicht nackt hier herumsitzen wollte. Meine Hoffnung auf ein Ende meines Martyriums hier in dieser europäischen Kolonie hatte ich ebenfalls verloren. Stattdessen gingen mir die grausamen Worte des Gouverneurs nicht mehr aus dem Kopf, dass ich nun seine persönliche Sklavin wäre. Auch meine Ehre, meine Selbstachtung hatte mir der Gouverneur gestern Abend bei dem obszönen Tanz und gestern Nacht genommen. Stattdessen hatte er mir klar gemacht, dass er nichts weniger als absoluten Gehorsam und die totale Unterwerfung als Sklavin von mir verlangte, wenn ich nicht zu Tode geprügelt werden wollte.


Ich setzte mich auf meine Matratze und weinte bitterlich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-2-1158003310
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-3-1158003728

Wie sollte ich diesen Horror hier auch nur einen weiteren Tag lang aushalten?

Der gestrige Tag war der schlimmste meines Lebens gewesen, dabei hatte ich in den letzten Monaten als Sklavin schon sehr viele schlimme Tage gehabt, aber der gestrige hatte tatsächlich alle vorherigen in den Schatten gestellt.

Die Hölle auf Erden, sie war nicht nur in Sansibar, sie war auch hier in Ilha de Moçambique. Vielleicht war hier sogar die noch schlimmere Hölle.

Als ob der gestrige Tag nicht schon schlimm genug gewesen wäre, bestand auch keine Aussicht auf Besserung. Der heutige Tag würde vermutlich genauso schrecklich werden wir der gestrige. Und der morgige ebenso. Und vielleicht auch die restlichen Tage meines Lebens. Hoffentlich würden es nicht mehr allzu viele werden.

Zumindest war niemand mehr da, der mir beim Weinen zugesehen hätte. Vermutlich hätte ich mich zu Tode geschämt, wenn mich die anderen Sklavinnen so gesehen hätten.

Dabei hatte ich den bösen Verdacht, dass meine Zimmergenossinnen nur allzu genau wussten, was ich gestern durchgemacht hatte.

Vermutlich hatte der Gouverneur ihnen auch bereits klar gemacht, was passieren würde, wenn sie nicht für ihn tanzen würden. Ganz freiwillig hatten sie diesen erotischen, obszönen, demütigenden Tanz bestimmt auch nicht aufgeführt.

Und bestimmt war es kein Zufall, dass wir alle hier im Palast übernachteten, nur ein paar Meter vom Schlafgemach des Gouverneurs entfernt.

Die Blicke, die sie mir gestern Abend zugeworfen hatten, hatten wohl so etwas wie „wir beneiden Dich nicht“ oder auch „wir wissen, was Dir bevorsteht“ geheißen.

Ich war auch nicht naiv. Natürlich wusste ich, woher all die hell- und dunkelbraunen Mischlingskinder kamen, welche man vor allem in Kapstadt, aber auch in anderen niederländischen Kolonien, auch in Batavia, zuhauf sehen konnte. Aus ehelichen Beziehungen kamen vermutlich die wenigsten. Den Sklavinnen in den portugiesischen Kolonien ging es vermutlich nicht anders.

Die Puzzleteile setzten sich zu einem schrecklichen Bild zusammen, in dem ich mittendrin war.



Ich weiß nicht, wie lange ich schon weinend auf meiner Matratze gesessen hatte, als die Tür aufgeschlossen und geöffnet wurde.

Es war Jeronimo.

Er sah mich an und wusste natürlich, was los war.

Er setzte sich zu mir auf die Matratze und fing tatsächlich an, mich zu trösten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1158004169

Dabei zählte das vermutlich nicht zu seinen Aufgaben. Sein Job war es vermutlich eher, Sklavinnen zur Arbeit anzutreiben, vermutlich war er deswegen auch gekommen.

Und ein Sklave oder eine Sklavin hatte immer zu arbeiten, egal wie schlecht er oder sie sich fühlte, egal wie traurig er oder sie war, egal was sein oder ihr Besitzer zuvor gemacht hatte.


Natürlich hatte Jeronimo keine Worte, welche meine Situation in irgendeiner Weise verbessert hätten.
Ich schämte mich auch, dass er mich wieder in dieser obszönen „Bekleidung“ – eigentlich konnte man die paar Fetzen Stoff kaum als solche bezeichnen - sah.

Dennoch tat es gut, wie ich mich an seiner Schulter ausweinen konnte. Und das tat ich ausgiebig, obwohl ich den jungen Mann eigentlich kaum kannte. Eigentlich war es völlig widersinnig, dass ich mich ausgerechnet an dem Mann ausweinte, dessen Aufgabe es war, mich als Sklavin zu beaufsichtigen und zu bestrafen, wenn ich nicht gehorsam war. An dem Mann, der mich daher gestern auch insgesamt 16mal mit seiner Gerte geschlagen hatte. Irgendwie war mir dies in diesem Moment aber auch egal. Viele einsame Nächte auf dem Schiff hatte ich mir vergeblich jemanden gewünscht, an dem ich mich ausweinen konnte. Und dem Gouverneur waren meine Gefühle letzte Nacht sowieso egal gewesen. Ganz im Gegenteil, er hatte große Freude daran gehabt, mich zu demütigen.

Vermutlich hätte ich mich bei jedem ausgeheult, der dies zugelassen hätte. Und Jeronimo ließ es zu, obwohl er mein Aufseher war. Irgendwie war ich Jeronimo tatsächlich dankbar dafür, dass er einfach da war, auch wenn dies nichts an meiner Situation und dem schrecklichen Puzzle änderte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-2-1158004805

Auch wenn es hoffnungslos war, so versuchte er zumindest, mich ein bisschen aufzurichten:
„Du musst stark sein, Isabella.
Ich glaube, irgendwann wird dieser Horror für Dich enden und dann wirst Du auch wieder schönere Tage erleben dürfen. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber selbst der schlimmste Albtraum hat irgendwann ein Ende.
Die Zeiten ändern sich momentan sehr schnell, was heute selbstverständlich ist, wird morgen vielleicht schon vom Wind der Zeit hinweggeweht werden.“


Das war wirklich sehr lieb von ihm, dass er versuchte, mich aufzumuntern. Dennoch brach ich erneut in Tränen aus.

Ja, der Wind der Zeit weht sichergeglaubte Dinge manchmal sehr schnell weg.

Wie meine Freiheit. Oder meine Ehe. Oder mein grün-weißes Kleid. Oder alles andere, was ich je besessen hatte. Oder den Glauben an das Gute im Menschen.

Wenn mein Leben eine Stadt war, dann sah diese nun aus wie Rom nach der Plünderung durch die Germanen. Kein Stein lag mehr auf dem anderen, nur noch Ruinen standen herum.

Vielleicht waren Jeronimos freundliche Worte zumindest so etwas wie ein kleines Blümchen inmitten dieser Ruinenlandschaft. Mehr aber auch nicht, an meinem Schicksal als Sklavin des grausamen Gouverneurs konnte auch er nichts ändern.


Vielleicht hatte Jeronimo bemerkt, dass er gerade etwas Falsches gesagt hatte, denn er streichelte mir nochmals über die Wange und meinte:
„Alles wird gut, irgendwann. Aber Du musst stark sein.“

Irgendwie beruhigte ich mich dann doch. Vielleicht würde sich doch irgendwann eine Gelegenheit ergeben, aus diesem Albtraum zu entkommen, wenn Jeronimo mir gewogen war.

Eines war mir klar: Ich musste aus dieser Hölle fliehen, wie und wohin auch immer.

Wann auch immer, aber so schnell wie möglich.

Hatte Jeronimo meine Gedanken durchschaut?

Vielleicht, denn er warnte mich:
„Isabella, ich kann mir vorstellen, dass Du weg von hier möchtest.
Aber Du brauchst Geduld, es ist schwierig bis unmöglich von hier zu fliehen. Wir befinden uns auf einer kleinen Insel, ohne Boot kommt man nicht von hier weg. Bis zum Festland sind es bestimmt drei Kilometer, zum Schwimmen ist das zu weit. Abgesehen davon, dass Dich unterwegs ein Krokodil als Mittagessen verspeisen könnte. Und selbst wenn Du das Festland erreichen solltest: Dort warten tropische Krankheiten, wilde Tiere und arabische Sklavenjäger. Glaube mir, Du willst mit keinem davon Bekanntschaft machen.
Die nächste Siedlung der Niederländer, Lydsaamheid, ist mehr als 1.000 Kilometer südlich von uns, alleine und zu Fuß unmöglich zu erreichen.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...here-1158005160

Nach einer Pause fügte er noch hinzu:
„Bleib noch ein bisschen hier. Wenn Du erst mal wegen eines gescheiterten Fluchtversuchs im Kerker von São Sebastião sitzt, kann ich nichts mehr für Dich tun.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1158006767

Vermutlich hatte Jeronimo mal wieder recht.

Er kannte die Begebenheiten besser als ich. Ich hatte bisher nicht einmal sicher gewusst, dass ich hier auf einer Insel war, auch wenn ich es aufgrund des Namens der Stadt schon vermutet hatte. Und wo genau diese Stadt lag, in die man mich gebracht hatte, wusste ich auch nicht.
Anscheinend irgendwo zwischen Sansibar und Lydsaamheid. Mehr als 1.000 Kilometer nördlich von meinen niederländischen Landsleuten.

Irgendwie war es immer noch süß, dass Jeronimo mir helfen wollte. Zugleich betrübte mich die Aussicht, auf unbestimmte, vielleicht sehr lange Zeit hier an diesem schrecklichen Ort bleiben zu müssen, doch sehr. Ohne Zweifel, wenn ich alle Puzzleteile zusammensetzte, ergab sich eine Hölle, in der ich nun gefangen war.

Daran konnten auch Jeronimos kleine Zuneigungen nichts ändern.


Ich hatte meine Tränen langsam getrocknet, Jeronimos freundliche Worte taten mir doch gut. Hatte er wirklich sogar angedeutet, dass er mir in diesen schweren Stunden helfen würde, irgendwie?
Oder hatte ich nur verstanden, was ich hören wollte?

Für den Moment blieb mir jedenfalls nichts Anderes übrig, als mich in mein trauriges Schicksal zu fügen und zu hoffen, dass zumindest Jeronimo mir gewogen war.

Der junge Mann hatte anscheinend auch bemerkt, dass ich mich wieder halbwegs beruhigt hatte und meinte dann:
„Isabella, please follow me. “
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...h-me-1158401454

Das tat ich dann auch, trotz des „Please“ war dies ein Befehl, er immer noch mein Aufseher und ich immer noch eine Sklavin.

Ich folgte Jeronimo die Marmortreppe hinunter ins Erdgeschoss und dort in den Speisesaal des Personals, den ich schon von gestern Abend kannte.
Die neugierigen Blicke, welche mir die Wachen an der Tür und der ein oder andere afrikanische Sklave unterwegs zuwarfen, konnte ich kaum ertragen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ss-2-1140392483

Der Speisesaal war genauso leer wie der Schlafsaal zuvor. Ich setzte mich an einen der Tische, immer noch deprimiert. Jeronimo verließ kurz den Raum und kam kurz darauf mit einer afrikanischen Sklavin zurück. Die Sklavin hatte ein kleines Frühstück für uns beide dabei, Brot, tropische Früchte, Saft und sogar etwas Tee und Kaffee. Sie stellte die Sachen ab, warf mir einen freundlichen Blick zu und verabschiedete sich wieder.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...fast-1158403870

Jeronimo setzte sich neben mich und aß auch eine Kleinigkeit. Die Sachen sahen auch durchaus lecker aus, viel besser als das, was ich in den letzten Tagen auf See bekommen hatte.

Jeronimo versuchte es mit etwas small talk und erklärte mir, wo der Tee, der Kaffee und die Früchte, die wir da auf dem Teller hatten, herkamen. Allzu viel sprachen wir aber nicht, die letzte Nacht und mein trauriges Schicksal betrübten mich sehr. Da munteren mich ein paar frische Früchte auch nicht auf.

Appetit hatte ich eigentlich auch keinen, aber ich zwang mich trotzdem etwas zu essen, bestimmt würde heute wieder ein harter Tag. Und ein schrecklicher noch dazu.


Ich war gerade mit dem Frühstück fertig, als der Scheider wieder hereinkam, der mir gestern in Jeronimos Büro meine Maße genommen hatte.

Er begrüßte Jeronimo freundlich:
„Bom dia Jerónimo, aqui está.
Tenho as roupas e a “bugiganga” para o novo escravo do governador.“


Auch er warf mir zwei, drei neugierige Blicke zu, sagte aber nichts weiter. Er war auch nur ein Mann. Wiederum schämte ich mich für diese demütigende Aufmachung.


Der Schneider hatte zwei Kleidungsstücke dabei, meine neuen Kleider als persönliche Sklavin des Gouverneurs. Vermutlich die Kleider, welche der Statthalter zuvor erwähnt hatte.

Es handelte sich um einfache Kleider, so wie sie auch die anderen Sklavinnen trugen. Der einzige Schmuck darauf war das grün-rote portugiesische Emblem, welches auf Höhe der Brust dort aufgenäht war.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1158404271

Auch wenn dies eindeutig die Kleider einer Sklavin waren, so war ich doch zumindest froh, diese gegen meine demütigende Tanzaufmachung tauschen zu können. Gleichzeitig hatte ich die Drohung des Gouverneurs nicht vergessen, dass ich letztere wieder tragen müsste, wenn ich nicht gehorsam wäre. Mir schauderte.

Ich musste aufstehen und mich vor den Schneider stellen, was mir wiederum die Schamesröte ins Gesicht steigen ließ.

Der Schneider hielt eines der neuen Kleider vor mich und schien ganz zufrieden.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-2-1158404461

Dann ließen mich die beiden Männer kurz allein, so dass ich mir eines der neuen Kleider anziehen konnte. Das ging auch recht schnell, im Grunde musste ich mir dieses nur überwerfen und den einfachen braunen Gürtel zuziehen.

Gestern hatte ich noch Angst gehabt, nun auch so herumzulaufen wie die anderen Sklavinnen im Palast. Aber in diesem Moment war ich tatsächlich froh um das lange Kleid. Zumindest war dieses züchtig geschnitten und bedeckte meine Schultern, meinen Bauch und meine Knie. Vor allem musste ich nicht bei jedem Schritt Angst haben, dass jemand meine intimen Stellen sehen konnte.

Dennoch vermisste ich mein altes grün-weißes Kleid schon jetzt. Vermutlich würde ich dieses nie mehr wiedersehen.


Kurz darauf kamen die beiden Männer wieder herein. Die beiden betrachteten mich einen Moment und schienen zufrieden.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-3-1158404838
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-4-1158405116

Auch ich fühlte mich tatsächlich etwas besser, nun nicht mehr im kurzen Röckchen vor den beiden Männern stehen zu müssen.

Der Schneider war aber noch nicht fertig, denn er zog noch eine Schachtel aus seiner Manteltasche.

Ich hatte bereits eine böse Vermutung, was sich darin befand.

93. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 13.02.25 19:02

Ich habe erst jetzt bemerkt, dass du einen neuen Part gepostet hast und ich Trottel frage mich schon seit Tagen wann es endlich weiter geht, Schande über mich

Wie auch immer, der Teil hat mir sehr gut gefallen und ich warte sehnsüchtig nach mehr, auch wenn ich nicht ganz sicher bin was in der Schachtel ist. Ich habe aber eine bzw. zwei Vermutungen
94. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 15.02.25 08:30

Zitat
Ich habe erst jetzt bemerkt, dass du einen neuen Part gepostet hast und ich Trottel frage mich schon seit Tagen wann es endlich weiter geht, Schande über mich

Wie auch immer, der Teil hat mir sehr gut gefallen und ich warte sehnsüchtig nach mehr, auch wenn ich nicht ganz sicher bin was in der Schachtel ist. Ich habe aber eine bzw. zwei Vermutungen



Hallo Adriana,
dann freut es mich, dass Du das jüngste Kapitel doch gefunden hast
Es ist auch keine große Überraschung, was in der Schachtel ist - das letzte Puzzleteil.
(wer es immer noch nicht weiß - in Kapitel 18 steht die Auflösung...)

95. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 15.02.25 13:51

Dann gebe ich doch mal einen Tipp ab: ein Halsband mit portugiesischen Wappen?
96. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 16.02.25 19:45

Zitat
Dann gebe ich doch mal einen Tipp ab: ein Halsband mit portugiesischen Wappen?


Sehr gut aufgepasst, ChasHH, dass gleiche vermutet/befürchtet Isabella auch

Ich kann ja genauso wenig Portugiesisch wie Isabella (im Gegensatz zu mir wird sie es aber wohl bald lernen...), aber mal sehen, was der Schneider mit dem "bugiganga" gemeint hat...
Ich werde es berichten...
97. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 16.02.25 20:00

Eine Ex-Kollegin kommt aus Brasilien, kann also portugiesisch. Aber wenn die wüsste, dass ich mich auf Fetischseiten rumtreibe, oh oh... *grins*
98. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 16.02.25 20:11

Zitat
Eine Ex-Kollegin kommt aus Brasilien, kann also portugiesisch. Aber wenn die wüsste, dass ich mich auf Fetischseiten rumtreibe, oh oh... *grins*


Das heißt, du gibst ihr meinen Text nicht zum übersetzen?

Naja, google-translate macht es auch - und frägt nicht, woher der Text kommt

Im Gegensatz zu Deiner Ex-Kollegin weiß Google allerdings, auf welchen Fetisch-Seiten wir uns rumtreiben...
99. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 17.02.25 20:56

20. Das letzte Puzzleteil, Teil 2


Der Schneider öffnete diese Schachtel und bestätigte meine Befürchtungen:

Ich sah ein silberfarbenes Metallband sowie einen kleinen Schlüssel. Er nahm beides heraus und gab es Jeronimo.
„Aqui está, aqui está a jóia para o escravo. Acho que o governador ficará contente.“

Dieser antwortete nur kurz:
„Sim, também acredito nisso.“

Ich erkannte das, was Jeronimo nun in der Hand hielt, sofort:
Ein breites Halsband mit einem stabilen Eisenring an der Vorderseite. Oberhalb des Eisenrings war ein portugiesisches Wappen eingraviert.

Das Metallband glänzte silbern, anscheinend war dieses nagelneu.

Dennoch kam mir dieses sehr bekannt vor: Amani, Manju, Yuva, Malaika, Jamila und die anderen zwei Sklavinnen, welche mit mir gestern Nacht hinauf zum Schlafsaal gegangen waren, hatten ein Halsband getragen, welches genauso aussah. Das gleiche Metall, das gleiche portugiesische Wappen, der gleiche Eisenring an der Vorderseite. Auch das Schloss an der Rückseite des Halsbands, welches dafür Sorge trug, dass Manju, Amani und die anderen dieses nicht abnehmen konnten, hatte ich gestern Abend bereits des Öfteren gesehen. Das einzige, was ich nicht gesehen hatte, war ein Schlüssel.

Alle sieben Sklavinnen, welche auch im Schlafsaal im ersten Stock übernachten mussten, hatten gestern ein solches Halsband getragen. Daher war es auch nicht so überraschend, dass auch die achte Sklavin dort – also ich - ein solches bekam.
In gewisser Weise war dieses Halsband das letzte Puzzleteil gewesen, das gestern noch gefehlt hatte.

Dieses Halsband war das Zeichen einer „Premiumsklavin“ oder wie auch immer man die Sklavinnen nennen wollte, welche die „Ehre“ hatten, in der Residenz übernachten zu „dürfen“.

Das Zeichen der persönlichen Sklavinnen des Gouverneurs.


Obwohl ich wie gesagt nicht besonders überrascht war, stiegen mir wieder Tränen in die Augen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-sad-1160817656
Der Gouverneur hatte mich zu seiner persönlichen Sklavin gemacht, daher würde ich nun auch ein solches Halsband bekommen wie seine anderen sieben Sklavinnen. Ich war seine Gefangene, hier in dieser portugiesischen Provinz, irgendwo in Ostafrika. Dabei hatte ich gestern in meiner Naivität noch gehofft, hier freigelassen zu werden und irgendwann meine Heimat, meine Familie wiederzusehen.


Vermutlich hatten die beiden Männer meine Traurigkeit bemerkt. Jeronimo warf mir auch einen empathischen Blick zu, aber dieser änderte auch nichts an meinem Schicksal.

Ich fragte Jeronimo auch nicht, ob er mir das Halsband nicht ersparen konnte, denn die Antwort war klar. Er hatte seine Befehle auszuführen, egal ob mir oder ihm diese gefielen oder nicht.
Entsprechend erkundigte er sich auch nicht, ob ich das neue Halsband tragen wollte. Vermutlich hatte er schon bemerkt, dass ich das nicht wollte. Das spielte aber natürlich keine Rolle.

Befehl ist Befehl, das galt für ihn genauso wie für mich.


Das Ganze ging dann auch sehr schnell.

Jeronimo zog aus seiner Jacke einen Schlüssel: Den Schlüssel zu dem Eisenreif um meinen Hals.
Anscheinend hatte der Gouverneur Jeronimo diesen nun doch gegeben.

Ich musste mich auf einen der Stühle setzen und Jeronimo trat hinter mich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ge-1-1160353578
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ge-2-1160354567
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ge-4-1160355243

Er hob meine Haare nach oben, schloss den Eisenreif auf und legte diesen auf den Tisch.

Einen kurzen Moment fühlte ich mich befreit, das erste Mal seit fast einem Jahr. An dieses Gefühl hätte ich mich gewöhnen können.

Leider konnte ich diese Befreiung wirklich nur für einen kurzen Moment genießen, denn Jeronimo nahm das neue Halsband und legte mir dieses sodann ohne viele Worte um den Hals. Auf der Rückseite des Halsbands war ein kleines Schloss angebracht, dieses verschloss Jeronimo mit dem Schlüssel, den ich zuvor gesehen hatte, und zog diesen ab.

Meine Befreiung war wirklich kurz gewesen, vermutlich kaum länger als 5 Minuten.

Das Metallband war wie vermutet ziemlich schwer, vermutlich aber doch etwas leichter als der Eisenreif, den mir Jeronimo gerade abgenommen hatte. Im Gegensatz zu dem Eisenreif, der nur lose um meinen Hals gehangen war, lag das Metallband eng und fest um den Hals. Nicht so, dass es mich gewürgt hätte, aber doch so fest, dass ich es deutlich auf meiner Haut spüren konnte. Nun wusste ich auch, wofür der Schneider gestern die Maße von meinem Halsumfang genommen hatte, vermutlich war das Halsband eine Maßanfertigung für mich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/1160834501

Ich fühlte auch das Gewicht des stabilen Eisenrings, der vorne an dem Metallband befestigt war. Aus leidiger Erfahrung wusste ich ja bereits, dass dieser der wichtigste Bestandteil des Halsbands war, der Punkt, an dem man jederzeit eine Kette befestigen konnte, um mich irgendwo anzubinden oder hinzuziehen.

Auch mit dem neuen Halsband durfte ich meine Fesselungsmöglichkeit jederzeit mit mir herumtragen. Umso unangenehmer war dessen Gewicht, welches ich kaum ignorieren konnte.

So fühlte ich mich zutiefst gedemütigt, dass man mir solch ein Halsband umgelegt hatte. Ich wollte keine „Premiumsklavin“ sein. Ich wollte nach Hause in die Niederlande, weg von hier, weg von diesem schrecklichen Ort.
Ein Traum, unerfüllbar weit weg.

Schlimmer noch: Der Eisenreif war immer so etwas wie ein Provisorium gewesen, um mich zu fesseln.
Ein Provisorium, das zugegebenermaßen lange dauerte. Aber irgendwie hatte ich doch immer die Hoffnung gehabt, diesen abzubekommen, sobald Mats das Lösegeld für mich zahlen würde.

Aber dieses Metallband hatte einen anderen Zweck: Es war nicht nur eine Fesselung, sondern auch ein Besitzanspruch auf mich. Ein demütigendes Zeichen, dass ich eine Sklavin und nun Eigentum des Gouverneurs war. Vielleicht für den Rest meiner Tage.

Ich fühlte mich elend.

Vermutlich konnte ich mich meinen Traum begraben, Amsterdam jemals wiederzusehen. Erneut kullerte mir eine Träne aus den Augen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...home-1160356363

Ich sah nun aus wie die sieben Sklavinnen bei mir im Schlafsaal. Das Einzige, was mich von diesen unterschied waren meine rotblonden Haare und meine weiße Haut. Und natürlich meine Nationalität, für welche mich der Gouverneur so hasste.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sion-1159965981
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...work-1160819209

Bzw., ich sah nicht nur aus wie die anderen Sklavinnen des Gouverneurs – ich war nun eine von ihnen. An diese traurige Feststellung musste ich mich wohl gewöhnen. All meine gestrigen Hoffnungen, hier in dieser portugiesischen Kolonie meine Freiheit wiederzubekommen, hatten sich in Luft aufgelöst.

Ich konnte mir nun auch vorstellen, wie sich Amani, Manju und die anderen fühlen mussten – genauso gedemütigt wie ich. Auch sie durften ständig ein Zeichen mit sich herumtragen, dass sie das Eigentum des Gouverneurs waren. Auch für sie gab es wohl keine Hoffnung, ihre Heimat je wiederzusehen.


Jeronimo prüfte nochmals den Sitz des Halsbands.
Offensichtlich war er zufrieden und sprach den Schneider an:
„A gola se ajusta bem. O ferreiro fez um bom trabalho.“

Dieser antwortete:
“Sim, o ferreiro realmente conhece o seu ofício.
A propósito: é realmente legal manter uma mulher europeia como escrava?”

“Não faço ideia. Na verdade, pensei que não.
Mas o nosso governador diz que uma mulher holandesa pode ser mantida como escrava como compensação pelos crimes do seu povo.
E você sabe, se o nosso governador diz isso, então é lei...“

„Sim eu sei. Conheço nosso governador há bastante tempo...“

Alles hatte ich nicht verstanden, was die beiden Männer gesprochen hatten, es ging wohl irgendwie um den Gouverneur und um mich.


Die beiden Männer unterhielten sich noch ein paar Minuten, dann ging der Schneider wieder und ließ mich mit Jeronimo allein im Raum zurück.

Ich blickte Jeronimo mit traurigem Blick an.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-now-1160818644

Und nun? Der junge Mann hatte den Blick anscheinend bemerkt und erklärte mir, was ich mehr oder weniger schon wusste:
„Dieses Halsband müssen die persönlichen Sklavinnen des Gouverneurs tragen. Das ist ihr Erkennungszeichen. Bestimmt hast Du dieses schon bei Amani, Manju und den anderen fünf Mädchen gesehen. Den Schlüssel dafür muss ich später dem Gouverneur geben, nur dieser hat die Möglichkeit, dieses zu öffnen. Auch mir ist dies strengstens verboten.
Wie Du gestern ja bereits mitbekommen hast, schlafen die persönlichen Sklavinnen des Gouverneurs hier im Palast, während den anderen Sklaven und Sklavinnen eine Unterkunft außerhalb des Palasts zugewiesen ist.
Der Gouverneur hat beschlossen, dass Du nun seine persönliche Sklavin bist, auch das weißt Du ja bereits.

Der Status als persönliche Sklavin des Gouverneurs hat vermutlich Vor- und Nachteile.
Ein paar der Nachteile musstest Du gestern ja bereits kennenlernen. Andererseits gibt es auch ein paar Vorteile. Zum Beispiel dürfen diese nicht ohne ausdrückliche Genehmigung des Statthalters geschlagen werden. Auch sonst würde es niemand im Palast wagen, einer persönlichen Sklavin des Gouverneurs auch nur ein Haar zu krümmen, geschweige denn eine solche unsittlich zu berühren. Den Zorn des Gouverneurs, den das zur Folge hätte, möchte sich niemand zuziehen. Auch hat der Gouverneur ein Auge darauf, dass es seinen Sklavinnen zumindest so halbwegs gutgeht. Jedenfalls solange sie ihm gehorsam sind. Wenn auch sicherlich nicht nur aus Nächstenliebe, sondern auch aus reinem Eigeninteresse.
Den Sklavinnen des Gouverneurs ist es auch nicht erlaubt, den Palast zu verlassen, die Wachen am Eingang haben strikte Anweisung, dies zu verhindern. Anhand des Halsbandes als Erkennungszeichen ist es für die Wachen auch ein leichtes, die Sklavinnen des Gouverneurs von den anderen zu unterscheiden.
Das kann aber auch ein Vorteil sein, denn so bleiben die Arbeiten außerhalb des Palasts, in den Gärten und den Feldern des Gouverneurs den anderen Sklavinnen vorbehalten. In der Hitze des afrikanischen Tages dort zu arbeiten ist auch kein Vergnügen, glaube mir.“


Das glaubte ich gerne, zwei Wochen lang hatte ich auf dem Schiff unter der sengenden Sonne Afrikas das Deck putzen oder andere harte Arbeiten erledigen müssen. Zumindest dies würde mir zukünftig anscheinend erspart bleiben.

„Die Sklavinnen des Gouverneurs müssen allerdings genauso arbeiten wie alle anderen Sklavinnen auch, aber eben hier in der Residenz, in der Wäscherei oder in der Küche. Auch das Reinigen der Räume oder das Servieren muss von diesen erledigt werden. Ich glaube aber doch, dass diese Arbeiten leichter sind als die der meisten anderen Sklaven und Sklavinnen außerhalb der Residenz.“

Das alles war keine zu große Überraschung, Jeronimo hatte mir ja gestern schon meine Arbeitsstätten gezeigt. Ich erinnerte mich, dass ich auch die ein oder andere meiner – wie ich nun wusste – Kolleginnen dort arbeiten gesehen hatte.

Nur eines hatte Jeronimo nicht erwähnt – ob ich überhaupt als dessen persönliche Sklavin für den Gouverneur arbeiten wollte, hier am Ende der Welt.
Aber das stand ganz offensichtlich nicht zur Disposition.

Im Gegenteil, das Ding, das ich nun um meinen Hals spürte, war wohl von nun an meine ständige Erinnerung an diese neue traurige Realität.


Ich war nun als Sklavin ausstaffiert und wusste auch, was mich erwartete. So konnte dann auch mein erster Arbeitstag hier im Palast beginnen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rk-2-1160819888
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ss-3-1159966591

Jeronimo geleitete mich hinüber zur Küche und übergab mich einer etwas älteren Sklavin namens Thasima, welche in der Hierarchie der Sklavinnen anscheinend weiter oben stand. Sie trug auch ein Gewand mit einem portugiesischen Emblem, allerdings kein weißes wie die anderen Sklavinnen, sondern ein gelbes. Auch ihr hatte man ein Halsband nicht erspart, ein Wappen wie auf meinem konnte ich auf dem ihren jedoch nicht erkennen.

Ich schämte mich so, vor ihr als Sklavin zu stehen, mit einem weißen Sklavinnenkleid und dem Halsband für die persönlichen Sklavinnen des Gouverneurs. Wie gerne wäre ich erneut einfach gestorben.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ma-2-1160821835

Jeronimo stellte uns gegenseitig vor
„Thasima, esta é Isabella, a nova escrava do governador“,

„Isabella, that’s Thasima, she will tell you what to do”.


Dann wechselte er mit Thasima noch ein paar Worte auf Portugiesisch und verabschiedete sich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ma-1-1160820274
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ma-2-1160820615

Freundlich, aber doch bestimmt begrüßte mich Thasima.
„Bom dia, Isabella.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ma-1-1160821296
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ma-3-1160823013

Sie war offensichtlich keine persönliche Sklavin des Gouverneurs, aber anscheinend trotzdem befugt, mir Befehle zu erteilen.

So war anscheinend die Hierarchie hier im Palast: Ganz oben thronte der Gouverneur, der tun und lassen konnte, was er wollte. Theoretisch gab es noch den König João in Lissabon und den Vizekönig in Goa, die über dem Gouverneur standen.
Theoretisch. Aber praktisch waren diese weit weg. Dann kam Jeronimo, sein Verwalter, und die anderen portugiesischen Bediensteten, dann Thasima als Obersklavin. Und ganz unten ich und die anderen Sklavinnen.

Was für ein Elend, in das ich da geraten war.

100. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 19.02.25 15:26

Danke für die Fortsetzung, es bleibt weiter spannend
101. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 21.02.25 09:51

Zitat
Danke für die Fortsetzung, es bleibt weiter spannend


Hallo Adriana,
Freut mich, wenn Du weiterhin mit Isabella mitfieberst.
Leider hat das Interesse an der Geschichte doch wieder stark nachgelassen, daher weiß ich das zu schätzen.
Ohne die Motivation von Dir, ChasHH und ein, zwei anderen hätte ich diese Geschichte vermutlich schon vorzeitig beendet.

102. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 21.02.25 18:48

Hi, danke.
Ja, ich hatte auch überlegt, meine Julia- Story nicht weiter zu posten, weil es kaum Reaktionen gab.
Doch ich hatte bereits alles fertig, also dachte ich: poste alles.

Grüße aus Hamburg.
103. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Figo am 21.02.25 21:33

Ich hatte bei meiner letzten Story die Situation, es wie hier üblich die 3-4 Mitleser gab die auch hin und wieder mal Feedback geben. Dann ist ein neuer Teil verschwunden (entweder durch einen Fehler oder weil ich ihn beim Bearbeiten versehentlich gelöscht habe) und prompt kamen 3 mir völlig unbekannte User und haben sich beschwert, dass er fehlt.

Daher kannst du davon ausgehen, dass mehr Leute deine Story mitlesen und gleichzeitig kann es ein Appell an die stillen Mitleser sein, auch mal zumindest einen Einzeiler dazulassen, wenn man nicht rezensieren mag. Das motiviert denke ich einige Autoren hier.

Mein Stil ist es einfach, wenn ich viel zu loben oder kritisieren habe, mal nen ausführlichen Text zu schreiben, weshalb ich jetzt noch nicht so detailliert auf die Story eingehe.

Mitlesen tue ich aber auch um mal selbst mit guten Beispiel voran zu gehen und mal Meldung abgehen, dass ich noch dabei bin.
104. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Windelmeister am 22.02.25 14:03

Ich oute mich gern als Mitglied des Isabella Fanclubs und hoffe sehr das du trotz weniger y Kommentare nicht die Lust an der Story verlierst
105. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 22.02.25 16:39

@ChasHH, Figo Windelmeister

Vielen Dank für Euer Feedback.
Ich wollte hier eigentlich keinen Stuhlkreis für frustrierte Autoren gründen, aber natürlich weiß ich, dass ich nicht der einzige bin, dem es so geht.
@ChasHH: Ich bin auf jeden Fall froh, dass Du die Geschichte beendet hast, unvollendete Geschichten stehen hier im Forum bereits zu viele herum.
Einerseits beschweren sich viele Nutzer über unvollendete Geschichten, tun dann aber selbst wenig dafür, dies zu ändern...
(und zur Wahrheit gehört dann auch, dass mancher Autor, der über wenige Kommentare jammert, selbst auch nicht viel kommentiert...)

Klar, es gibt Geschichten, die treffen den Geschmack der User, andere nicht so sehr (was deswegen nicht heißt, dass die Geschichte deswegen schlechter ist), was auch ok ist, an dieser Stelle kann das Forum auch gnadenlos sein. Mir persönlich gefällt meine Geschichte ja schon, aber ich bin schon lang genug dabei um zu wissen, dass das noch lange nicht heißen muss, dass andere die Geschichte auch toll finden (selbstverständlich meint jeder Autor, dass seine Geschichte den Literaturnobelpreis verdient hätte, mindestens ). Daher ist es schon so, dass ich froh bin, ab und zu feedback zu bekommen, dass ich nicht allein mit meiner Geschichte bin (denn dann könnte ich mir das Posten wirklich sparen).

Auf jeden Fall schadet es m. E. nicht, von Zeit zu Zeit darauf hinzuweisen, dass es nicht so selbstverständlich ist, dass wir hier im Forum so viele schöne Geschichten lesen können, noch dazu gratis. Ich behaupte einfach mal, dass so manche Geschichte hier besser ist als manches, was man so käuflich erwerben kann. Aber wie gesagt, selbstverständlich ist das nicht...

@Figo: Freut mich, wenn Du auch noch mit an Bord bist. Das Thema mit der Kritik hatten wir ja schon mal an anderer Stelle, daher will ich darauf nicht weiter eingehen.

@Windelmeister: Ja, ich weiß, Du gehörst auch zum Isabella-Fanclub.
Von daher habe ich auch eine gute Nachricht, dass es morgen wieder ein Kapitel gibt, vorher muss ich aber noch ein paar Bilder bei da hochladen.

106. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 23.02.25 21:38

21. Der erste Arbeitstag im Palast, Teil 1: Eine demütigende Inspektion


So stand ich nun in der Küche der Residenz.

Ausstaffiert wie eine Sklavin, wie die anderen persönlichen Sklavinnen des Gouverneurs mit einem demütigenden Halsband, barfuß und einem einfachen Kleid, welches mich ebenfalls als Sklavin des Gouverneurs kenntlich machte.

Dazu hatte man mir auch klargemacht, wo ich stand, nämlich ganz unten.


Thasima blickte mich nochmals an und befahl mir dann:
„Bem vinda, Isabella.
Você deveria trabalhar na cozinha e servir o governador hoje e nos próximos dias.
Hoje estamos cozinhando polenta, você já fez isso?
Caso contrário, Keeja e Amani mostrarão como.”

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1161616593
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-2-1161617403

Und nachdem sie gemerkt hatte, dass ich ihre Befehle nicht oder nur teilweise verstand, half sie mit etwas mit Händen und Füssen nach.

Offensichtlich war ich heute für den Küchendienst und Bedienen eingeteilt, vermutlich zusammen mit Amani, die ich schon von gestern Abend kannte.


Daher überraschte es mich dann auch nicht, als Thasima nach Amani rief und diese kurz darauf kam.
“Amani, Isabella vai te ajudar com a polenta e depois com o serviço.”


Die junge afrikanische Sklavin lächelte mich freundlich an. Trotz der Tatsache, dass ihr Schicksal wohl auch nicht besser war als meines, schien sie ihren Optimismus nicht verloren zu haben:
“Olá Isabella, que bom ver você novamente!
Vamos, vamos fazer polenta para nós e para as outras meninas.”

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sion-1161623862
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-2-1161624177

Ich folgte ihr hinüber zu einem Arbeitsplatz in der Küche, wo sie zusammen mit einer anderen afrikanischen Sklavin bereits damit begonnen hatte, einen Maisbrei für eine Polenta herzustellen.

Tatsächlich hatte ich einen solchen auch schon öfters zubereitet, in den langen, quälenden Wochen und Monaten in unserem Gefängnis auf Sansibar, während ich – vergeblich – darauf gehofft hatte, von Mats freigekauft zu werden.

Amani erklärte mir, was ich tun sollte. So wirklich verstand ich es nicht, aber wie gesagt, im Wesentlichen wusste ich auch so, was zu tun war. Die Herstellung einer Polenta war nicht schwierig, nur etwas mühsam. Auch brauchten wir ziemlich viel Maisbrei, wie ich gestern Abend bereits gesehen hatte, gab es viele Sklaven und Sklavinnen hier in der Residenz des Gouverneurs.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...unch-1161994248
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ch-2-1161994694
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ch-4-1161995412

Thasima kam auch ab und zu vorbei und überprüfte meine Arbeit.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...work-1161995739

Sie behandelte mich nicht schlechter, aber auch nicht besser als die afrikanischen Sklavinnen, welche hier im Palast arbeiteten.

Allerdings behandelte sie mich doch deutlich besser als die Araber auf dem Schiff. Für diese war ich wirklich nur ein Stück Dreck gewesen, das man von früh bis spät schlagen und demütigen konnte, oft genug zur eigenen Belustigung.

Ich glaube, Thasima behandelte mich ähnlich wie ich die Sklavinnen meines Ex-Mannes damals in Batavia: Freundlich, aber doch bestimmt.


Etwas gewöhnungsbedürftig war es schon, als Sklavin hier in einer portugiesischen Kolonie am Ende der Welt in einer Küche zu stehen und mit zwei afrikanischen Sklavinnen zusammen einen Maisbrei zu kochen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...chen-1162335256
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...en-2-1162335526

Vor rund eineinhalb Jahren, als ich aus Amsterdam abgereist war, wäre mir nicht im Traum eingefallen, dass diese Seereise so enden würde.

Auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass die Arbeit hier in der Küche immer noch deutlich angenehmer war als die letzten zweieinhalb Wochen auf dem Schiff. In der Hitze Afrikas das Deck zu schrubben, während mir ein oder zwei Araber mit einem Stock in der Hand mir dabei zugesehen hatten, war wirklich die Hölle gewesen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ck-2-1110884606
Zumindest dies blieb mir heute erspart. Und natürlich war es auch deutlich angenehmer, eine Polenta zu kochen, als für den Gouverneur einen obszönen Tanz aufzuführen oder ihm nachts zur Verfügung zu stehen.

Allerdings hatte mir der Statthalter ja gestern bereits angekündigt, dass ich heute wieder tanzen müsste. Und wie der heutige Tag enden würde, wollte ich momentan auch nicht wissen.

Mir graute jetzt schon vor dem Abend.


Zumindest blieb es nicht aus, dass ich mit Amani und der anderen afrikanischen Sklavin das eine oder andere freundliche Wort wechselte.

Wie bereits gestern Abend war die Kommunikation nicht ganz einfach, Amani und die anderen sprachen kein Englisch oder Niederländisch, ich kein Portugiesisch.

Irgendwie war mir aber doch klar, dass für mich kein Weg daran vorbeiführen würde, Portugiesisch zu lernen.

Aufgrund meines Martyriums mochte diese Sprache nicht, insbesondere wenn sie aus dem Mund des Gouverneurs kam.

Aber zum einen spielte das keine Rolle, was mir gefiel, zum anderen konnten Amani, Manju und meine anderen Mitsklavinnen ja auch nichts dafür.
Vermutlich hatten sie diese Sprache genauso wenig freiwillig gelernt wie ich es nun tun musste.


Wir sprachen uns mit dem Vornamen an, auch die Aufseherin nannte mich einfach „Isa“, das kam Amani und den anderen Afrikanerinnen doch deutlich einfacher über die Lippen. Die Koseform erinnerte mich unwillkürlich an meine Kindheit und Jugend in Amsterdam, als mich viele Freundinnen auch so genannt hatten. An die schöne, glückliche Zeit zuhause.

Dennoch war es deutlich angenehmer, so angesprochen zu werden und nicht als „Sklavin“, wie mich die Araber oder auch der Gouverneur gerufen hatten. Inzwischen wusste ich aus leidiger Erfahrung bereits, dass Sklavin „eabd“ auf Arabisch und „escravo“ auf Portugiesisch hieß.


Ich tat meine Arbeit auch so gut ich konnte, sodass ich keine Schläge bekam, selbst wenn etwas nicht perfekt war. In gewisser Weise ein fast ungewohntes Gefühl nach den schrecklichen Tagen auf See und dem nicht minder schrecklichen Abend gestern im Speisesaal.

Auch die anderen Sklavinnen arbeiteten fleißig und wurden nicht geschlagen. Alles lief, soweit ich sehen konnte, seinen gewohnten Gang.

Jeronimo kam auch einmal vorbei und fragte mich, ob alles in Ordnung sei. Er blieb aber nur kurz und hielt dabei noch mit Thasima Rücksprache. Da sie portugiesisch miteinander sprachen, verstand ich aber das meiste nicht. Irgendwie ging es wohl auch um mich. Vermutlich wollte er auch von ihr wissen, ob ich meine Arbeiten zufriedenstellend erledigte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sima-1160820274
Ich hatte das Gefühl, dass Jeronimo doch etwas erleichtert war, als wir ihm beide bestätigen konnte, dass alles in Ordnung war.

Soweit man es überhaupt als „in Ordnung“ bezeichnen konnte, am Ende der Welt als Sklavin einem sadistischen portugiesischen Gouverneur dienen zu müssen.



Apropos, leider blieb es mir nicht erspart, diesen wieder zu sehen.

Es war bereits Mittag und wir waren mit der Polenta schon fast fertig. Diese war jedoch anscheinend nicht für den Gouverneur.

Stattdessen rief Javier, der Koch, nach Amani und mir und drückte mir einen großen Teller in die Hand. Auf dem Teller befand sich ein großes Stück Braten, welches der Koch extra für den Gouverneur zubereitet hatte, dazu Kartoffeln und Gemüse.

Ich muss zugeben, der Braten roch sehr gut und sah auch lecker aus. Etwas Hunger bekam ich auch.
Gleichzeitig war jedoch klar, dass ich dieses Festessen nur ansehen und servieren durfte.

Daher war es auch wenig überraschend, dass Amani mir sagte:
“A placa é para o governador. ”
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rnor-1162335894
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1162336344
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-3-1162336664

Sie fügte auch noch vorsichtig hinzu:
“O governador ordenou que você servisse almoço para ele hoje.”

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...vers-1162337036

Sie kam mit mir und hielt mir zunächst die Türe zur Küche und dann zum Speisesaal auf. Bevor ich eintrat flüsterte sie mir noch mit ernstem Blick zu:
“Você deve se curvar e fazer uma profunda reverência ao governador ou ele irá puni-lo.”

Ich hatte nur so halb verstanden, was Amani mir zugeflüstert hatte. Aber als sie dann vor mir noch einen tiefen Knicks und eine tiefe Verbeugung ausführte, wusste ich doch was sie mir sagen wollte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-bow-1162555983

So betrat ich den Speisesaal, den ich von gestern Abend noch in schlimmer Erinnerung hatte. Amani blieb an der Türe stehen. Der Gouverneur saß heute allein am Tisch und sah mich interessiert und grinsend an, als ich eintrat.

Oh, wie ich es hasste, diesen als Sklavin zu bedienen.

Noch dazu in diesem Gewand und dem Halsband mit dem Eisenring, welches ich als Zeichen dafür tragen musste, dass ich nun seine persönliche Sklavin war.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ared-1162557082

Vermutlich wusste dies der Gouverneur auch und genoss es daher umso mehr, wie ich mit dem großen Teller in der Hand zu ihm kam und diesen vor ihm abstellte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-1-1162557731
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1162558098
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-3-1162559957

Ich befolgte auch Amanis Rat und verbeugte mich vor ihm und wünschte ihm mit einem tiefen Knicks einen guten Appetit. Ganz so, wie es Amani mir gestern Abend und zuvor nochmals vor der Türe gezeigt hatte.


Erneut fühlte ich mich zutiefst gedemütigt, mich dem Gouverneur so zu unterwerfen.

Aber eine andere Wahl blieb mir vermutlich nicht, ganz allein, hier in dieser portugiesischen Kolonie am Ende der Welt.

Es war auch nicht zu übersehen, wie er mich zufrieden in meinem neuen Kleid und meinem neuen Halsband musterte. Im Gegensatz zu mir schien ihm mein Outfit zu gefallen.

Wie gerne wäre ich ob dieser Scham davongelaufen statt ihm einen guten Appetit zu wünschen und nun die hämischen Blicke des Gouverneurs zu ertragen.

Aber vermutlich wäre ich dann maximal bis zu den Wachen an der Tür gekommen und hätte danach wieder Bekanntschaft mit seiner Gerte gemacht. Vermutlich war es besser für mich, diese Demütigungen über mich ergehen zu lassen.


Ich stand ein paar Sekunden vor dem Statthalter und ließ mich mustern.

Der Gouverneur grinste nochmals und sagte dann nur:
„You can go now, my pretty Dutch slave.”

Es war erniedrigend, wieder als Sklavin angesprochen zu werden, aber letztlich war ich froh, den schrecklichen Raum schnell verlassen zu können ohne tanzen zu müssen oder geschlagen zu werden.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1162561144

Beim Hinausgehen rief der Gouverneur noch:
“Amani, Isabella deveria vir limpar sozinha!”

Die afrikanische Sklavin verbeugte sich ebenfalls und bestätigte:
„Sim, senhor, eu entendo.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...door-1162560966

Wir gingen zurück in die Küche, wo inzwischen auch das Essen für die portugiesischen Bediensteten fertig war. Diese bekamen keinen Braten wie der Gouverneur, sondern mussten sich mit Hühnchen, Kartoffeln und Gemüse zufriedengeben.

Thasima stand in der Küche und dirigierte. Auch Amani und ich bekamen jeweils zwei Teller in die Hand gedrückt. Wiederum bekam ich Hunger bei dem Essen vor mir, aber wiederum wusste ich, dass dieses nicht für mich bestimmt war.

Amani teilte mir mit:
„Isto é para os servos. Você come na sala de conferências no andar superior.”

Was ich verstanden hatte war „Konferenzsaal“, den Rest konnte ich mir denken. Den Konferenzsaal hatte mir Jeronimo gestern ebenfalls gezeigt, dieser lag gegenüber dem Büro des Gouverneurs.

Neben mir und Amani hatten noch vier weitere Sklavinnen je 2 Teller in der Hand, also gab es wohl 12 Bedienstete, welche ein Mittagessen bekamen. Etwas beschämt folgte ich den anderen, den Gang entlang zum Foyer, die Marmortreppe hinauf in den ersten Stock. Vermutlich sah es etwas komisch aus, wie fünf schwarze und eine weiße Sklavin in einer Reihe dort hinaufgingen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...yees-1162765333
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...yees-1162766306
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...yees-1162766731

Die beiden Wachen, welche gerade am Eingang des Palasts standen, sahen uns jedenfalls interessiert zu.

Oben angekommen öffnete eine meiner Mitsklavinnen die Tür.

Amani teilte mir vor dem Eintreten noch mit:
“Fazemos apenas uma reverência aos criados portugueses, mas não fazemos reverência.”

Was auch immer das heißen mochte, ich würde einfach das tun, was Amani auch tat.


Wenig überraschend saßen in dem Konferenzsaal zwölf Portugiesen unterschiedlichen Alters und warteten auf ihr Mittagessen. Nur Männer, Frauen sah ich keine. Ein paar Gesichter kannte ich bereits, zum Beispiel des Bediensteten, der den arabischen Kaufmann gestern zum Gouverneur geführt hatte oder zwei Wachen, die gestern Abend Dienst hatten. Auch Jeronimo saß am Tisch und war gerade dabei, sich mit einem anderen Mann zu unterhalten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...unch-1162766969

Als er mich sah, warf er mir ein kleines dezentes Lächeln zu, welches mich peinlich berührte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...mo-2-1162767803

Erneut fühlte ich mich elend, wie ich so im Sklavinnenoutfit vor ihm und den anderen Männern stand. Irgendwie war es auch nicht zu übersehen, dass fast alle Blicke der Männer auf mich fielen.
Obwohl ich nicht anders gekleidet war als die fünf Afrikanerinnen. Aber auch die anderen portugiesischen Bediensteten hatten vermutlich noch nie eine weiße Sklavin gewesen. Ich schämte mich so.

Jede von uns servierte zwei Männern das Essen.
Amani verbeugte sich vor den beiden Männern, welchen sie das Mittagessen gebracht hatte und ich tat es ihr nach.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nimo-1162767499

Ich registrierte auch, dass seine Tischnachbarn Jeronimo neugierig fragten:
„O governador tem um novo escravo?“

Und Jeronimo dies beantwortete:
“Sim, é verdade, desde ontem.”

Viel mehr bekam ich von der Unterhaltung allerdings nicht mit, denn wir wünschten den Portugiesen einen guten Appetit und gingen dann wieder.


Zugegebenermaßen hatte ich auch Hunger bekommen, auch das Essen der Sklavinnen war inzwischen fertig – Polenta mit Gemüse. Kein Hühnchen, kein Braten. Naja, nach den Erfahrungen von gestern Abend hätte ich es auch nicht anders erwartet.

Allerdings befahl mir Thasima noch:
“Antes de comer é preciso limpar o prato do governador.”

Und Javier, der Koch, fügte noch hinzu:
“Pergunte ao governador se ele gostou do assado.”

Amani versuchte mir mit Händen und Füssen zu erklären, was mir die beiden aufgetragen hatten.

Ich hoffte, dass Amani mich wieder begleiten würde, jedoch wurde ich enttäuscht:
“Sinto muito, Isabella, mas o governador quer que você venha sozinha.”
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1162776123

Anscheinend sollte ich alleine gehen. Aus welchem Grund auch immer beschlich mich ein mulmiges Gefühl.

Ja, ich hatte Angst vor dem Gouverneur, daran gab es keine Zweifel.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...late-1162772619

So ging ich mit einem flauen Gefühl im Magen zurück zum Speisesaal, allein, um den Teller des Gouverneurs wieder abzuräumen und ihn im Namen des Kochs zu fragen, ob ihm der Braten gemundete hatte.
„Did you like the roast, senhor de Noronha?”
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...late-1162948128

Dazu machte ich wiederum einen Knicks und eine tiefe Verbeugung, so wie es Amani mir erneut geraten hatte. Sie schien wirklich um mich besorgt, obwohl sie mich doch erst seit ein paar Stunden kannte. Vermutlich wusste sie aus eigener Erfahrung, was passieren konnte, wenn der Gouverneur unzufrieden war.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-sir-1162948535

Der Gouverneur musterte mich erneut von oben bis unten, von meinen rotblonden Haaren, über das Metallband an meinem Hals, das weiße Sklavinnenkleid bis hinunter zu meinen nackten Füßen.

Aber statt mir eine Antwort auf die Frage zu geben, erhob er sich von seinem Stuhl, nahm eine Reitgerte, welche auf dem Tisch lag, zur Hand und befahl mir in strengem Ton:
„Kneel down in front of the table, my pretty Dutch slave! “
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...lave-1162948819

Ich befürchtete das schlimmste. https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ared-1162949124

Hatte ihm sein Mittagessen nicht geschmeckt und würde er mich nun dafür bestrafen? Hatte ich deswegen allein kommen müssen?

Ich wollte nicht erneut geschlagen werden, zu gut erinnerte ich mich noch an die Schmerzen von gestern Abend. Ich konnte ja auch nichts dafür, wenn der Braten ihm nicht geschmeckt hatte, ich hatte diesen ja nur wie mir befohlen ins Speisezimmer gebracht.

Oder hatte ich beim Servieren irgendeinen Fehler gemacht? Hatte ihm mein Knicks oder meine Verbeugung nicht gefallen? Ich hatte beides doch genau so gemacht, wie Amani es mir gezeigt hatte. Allerdings wusste ich ja bereits, dass es nicht viel brauchte, um den Zorn des Gouverneurs auf sich zu ziehen. Es genügte bereits, einfach Niederländerin zu sein oder nicht obszön genug zu tanzen.

Ängstlich kniete ich mich wie geheißen mich vor seinen Tisch und erwartete meine Bestrafung.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-1-1162949336
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1162949630
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-4-1163104636
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-5-1163104955
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ic-v-1163105193

Der Statthalter kam zu mir, seine Reitgerte hielt er so in der Hand, dass ich diese auch gut sehen konnte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-1-1163105612
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1163105976
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ared-1163106316

Er stellte sich direkt vor mich und klopfte mir mit seiner Gerte auf die linke Schulter:
„So ist es gut. Du lernst schnell, Sklavin. Jeronimo hat Dir anscheinend schon beigebracht, dass es besser für Dich ist, mir zu gehorchen.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...girl-1163182794

Ohne eine Antwort abzuwarten ging der Gouverneur genüsslich um mich herum und betrachtete mich von allen Seiten.

Als er hinter mir stand, hob er meine langen rotblonden Haare hoch und griff mir an das demütigende neue Halsband. Er prüfte das Schloss auf der Rückseite und rüttelte kurz an diesem, was sehr unangenehm war.

Er stellte sich wieder vor mich und griff dann auch an den Ring an der Vorderseite meines Halsbands und spielte mit diesem kurz herum. Er zog auch ein paar Mal fest an diesem, um zu überprüfen, ob der Ring auch fest mit dem Band verbunden war, was natürlich der Fall war. Jede Bewegung an dem Ring übertrug sich auf unangenehme Weise auf das Metallband und auf meinen Hals, welchen das Band eng und fest umschloss.

Zu „guter“ Letzt streichelte er noch mit seiner Gerte über meine Schultern und dann ganz langsam über meine linke, dann über meine rechte Brust. Direkt über meiner rechten Brustwarze hielt er inne, streichelte mit seiner Gerte ein paar Mal über diese, schlug jedoch nicht zu. Jedenfalls noch nicht.

Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken.

Der Gouverneur schien Gefallen an meiner Angst zu haben und grinste mich an. Er entfernte seine Gerte wieder von meiner Brustwarze und griff stattdessen erneut an den Eisenring an meinem Halsband und zog ein wenig an diesem, sodass ich mich nach oben strecken musste:
„Sehr schön. Dein neues Halsband steht Dir wirklich gut, meine kleine hübsche niederländische Sklavin. Viel besser als der unförmige Eisenreif, den Du gestern getragen hast. Ein hübsches Halsband für eine hübsche Sklavin. Ein Sklavinnenhalsband, das Dich als meinen persönlichen Besitz kennzeichnet.
Kennst Du das Wappen, das vorne in dem Halsband eingraviert ist? Vermutlich nicht.
Das ist das stolze Wappen meiner Familie, der de Noronjas. Ein stolzes portugiesisches Adelsgeschlecht, das auf mehr als 500 Jahre Geschichte zurückblickt. Einer meiner Vorfahren war sogar in der Schlacht von Ourique dabei, in der wir die Mauren aus unserem Land vertrieben haben. So wie wir hoffentlich die Niederländer auch irgendwann wieder von unseren ostindischen Inseln vertreiben werden! Daher tragen wir auch die Symbole Portugals, den Globus, die Kastelle und die Schilde stolz in unserem Familienwappen.
Du darfst Dich geehrt fühlen, nun die Sklavin und das Eigentum eines de Noronjas sein zu dürfen! Du gehörst jetzt mir und wirst mir Entschädigung leisten für die Verbrechen Deines Volkes an meiner Familie und der portugiesischen Nation, bei Tag und bei Nacht.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...neck-1163183980

Der Gouverneur ließ mein Halsband los, streichelte erneut genüsslich mit seiner Gerte über meinen Oberkörper und hielt direkt über meiner linken Brustwarze inne.

Mir schauderte, während der Mann fortfuhr:
„Auch das Sklavinnenkleid steht Dir ganz ausgezeichnet. Alle meine süßen kleinen Sklavinnen tragen ein solches Kleid als Erkennungszeichen. Dein grünes Kleid brauchst Du nicht mehr, Dein Leben als niederländische Kolonistin auf unseren ostindischen Inseln ist Geschichte. Du wirst mir nun als Sklavin dienen, hier in Ilha de Moçambique in meiner Residenz. Unnötig zu sagen, dass solche bunten Kleider für Sklavinnen nicht angemessen sind. Mein Schneider wird daraus ein Kissen für mich nähen. Im Tanzoutfit gestern hast Du mir zwar noch besser als in Deinem neuen Sklavinnenkleid gefallen, aber keine Sorge: Heute Abend bekommst Du wieder ein Tanzgewand und darfst darin für mich tanzen und mir Deinen hübschen Körper präsentieren.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ress-1163184562
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...r-me-1163187870
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...body-1163188264
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ight-1163188658

Dabei führte er seine Gerte hinunter zu meinem Bauchnabel und umkreiste diesen zweimal mit seiner Gerte.
„Bestimmt freust Du Dich schon darauf.
Bis dahin bist Du hoffentlich dankbar für das züchtige Kleid, das ich Dir gegeben habe.
Obwohl Du es als Angehörige dieses verbrecherischen Volkes eigentlich nicht verdient hättest, werde ich Dich anständig behandeln, solange Du mir als Sklavin gehorsam bist!
Wenn nicht… meine kleine Sammlung von Erziehungsinstrumenten habe ich Dir ja bereits gezeigt… und wenn diese immer noch nicht helfen, dann … nein, das willst Du nicht wissen. Das wäre doch sehr schade um Dein süßes junges Leben.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...o-me-1163185803
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...know-1163186305

Einmal mehr streichelte er mich mit seiner Gerte über meine Schultern und meine Brüste und hob mit seiner Gerte auch kurz mein gesenktes Kinn nach oben, sodass ich dem Gouverneur, meinem neuen Besitzer, in die Augen sehen musste.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...eyes-1163187226

Ich konnte seinem strengen und hämischen Blick nicht standhalten und schloss instinktiv meine Augen. Auch zitterte ich inzwischen vermutlich wie Espenlaub. Wenn es das Ziel des Gouverneurs gewesen war, mir Angst einzujagen, hatte er dieses Ziel vollkommen erreicht.

Ich versuchte stark zu sein, aber ein paar Tränen füllten erneut meine Augen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ared-1163186726

Ich schwieg und schämte mich. Was sollte ich auf so einen Kommentar, auf so eine Drohung antworten?

Ich fühlte mich elend, so vor diesem Monster zu knien. Ich vermisste mein grün-weißes Kleid und ich hasste das Metallband mit dem Familienwappen des Gouverneurs, das mitsamt des Eisenrings fest verschlossen um meinen Hals hing. Vor allem aber vermisste ich meine Familie, meine Freiheit, mein altes Leben. Dieses Scheusal als Sklavin bedienen zu müssen, war wirklich deprimierend. Dessen ach so tolle Familiengeschichte war mir auch egal, so wie der Gouverneur sich ganz offensichtlich auch nicht im geringsten dafür interessierte, dass ich auch aus einer angesehenen Amsterdamer Familie kam. Er hatte mich noch nicht einmal nach meinem Familiennamen gefragt. Und die Tatsache, dass mich dieser schreckliche Mann nun als sein Eigentum betrachtete und mit mir tun und lassen konnte, was er wollte, war einfach nur ein schrecklicher Albtraum.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ared-1163189411

Und ja, ich hatte Angst, große Angst davor, was der Gouverneur mit mir tun würde, wenn ich ihm nicht gehorsam war. Ich hatte auch seine gestrigen Drohungen nicht vergessen, dass er mich als Ketzerin auf einem Scheiterhaufen verbrennen lassen könnte. Vermutlich war dieser grausame Mensch zu vielem fähig, zu wesentlich mehr als mich nur mit seiner Gerte oder den anderen Utensilien in seinem Schlafzimmer zu verprügeln.
(Wie Recht ich mit dieser Vermutung hatte, würde ich zum Glück erst später erfahren.)


Der Gouverneur fasste erneut an den Eisenring an meinem Halsband und zog mich grinsend daran hoch.
„Du darfst jetzt die Sachen abräumen und gehen, meine hübsche Sklavin!“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...late-1163189800

Dabei gab er mir mit seiner Gerte noch einen leichten, aber doch demütigenden Klaps auf meinen Po.

Ich brachte irgendwie noch ein zittriges „obrigada, senhor“ heraus und räumte mit einer Verbeugung seinen Teller ab. Zum Glück ließ ich diesen mit meinen zitternden Händen nicht fallen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...late-1163190494
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...te-2-1163191166
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...te-3-1163191440


Erst als ich wieder in der Küche war und den Teller abgestellt hatte, konnte ich meine Trauer nicht mehr beherrschen und brach in Tränen aus.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...chen-1163191671

Der Koch sagte nichts und sah mich nur verständnislos an. Thasima und Amani kamen dagegen zu mir, streichelten mir über die Schulter und flüsterten mir irgendetwas auf Portugiesisch zu.
Vermutlich irgendetwas, das mich aufmuntern sollte, was es aber nicht wirklich tat.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1163192058

Was auch immer sie gesagt hatten, es änderte nichts, gar nichts daran, dass ich nun die Sklavin dieses Monsters war und diesem wie er es nannte Tag und Nacht dienen musste.

Zumindest gestand mir Thasima eine Pause zu, bis ich mich wieder halbwegs beruhigt und meine Nerven wieder im Griff hatte. Amani ließ ihre Arbeit ebenfalls für einen Moment ruhen und setzte sich eine Weile zu mir und legte ihren Arm um mich, ohne dass Thasima sie zum Weiterarbeiten ermahnt hätte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-2-1163192485
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-3-1163192834
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-4-1163193118
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...la-5-1163193448
107. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 25.02.25 19:29

Danke für den neuen Teil. Das klingt als ob auf Isabella noch schwierige Zeiten zu kommen, aber ich denke es wird auch wieder aufwärts gehen. Vielleicht kann sie ja sobald sie die Sprache besser beherrscht mit Jeremino und ein paar anderen Sklavinnen eine Meuterei planen
108. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 25.02.25 20:41

Hm, könnte auch nach hinten losgehen.

Wie wär's stattdessen mit einem Pilzgericht a la Agatha Christie .
109. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 26.02.25 19:22

Liebe Adriana, Lieber ChasHH,

vielen Dank für Eure Kommentare, aber ich bin schockiert! 😊

Die eine möchte eine Meuterei anzetteln, der andere sogar den Gouverneur vergiften!

Der arme Gouverneur…
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-pic-1164369956

Ihr seid wohl beide der Meinung, dass Isabella ihren Verpflichtungen als Sklavin nicht nachkommen sollte??

Wisst Ihr, wie schwierig es ist, gutes Servicepersonal zu finden, noch dazu mit einer vernünftigen Arbeitseinstellung, das nicht schon beim Vorstellungsgespräch nach Sabbatical und Work-Life-Balance frägt und ein fürstliches Gehalt verlangt, um die Stelle überhaupt anzutreten?

Außerdem hat der Gouverneur Isabella doch ehrlich erworben!
(Naja, fast… So ganz legal war die Schmiergeldzahlung vermutlich nicht, aber hey, auch in deutschen DAX-Konzernen und deutschen Parteien gab es (mindestens) bis Ende des 20. Jahrhunderts schwarze Kassen, daher kann man ihm das m. E. schon nachsehen).

Außerdem hat unser Gouverneur ja angekündigt, dass er Isabella gut behandeln wird (jedenfalls soweit sie ihm gehorsam ist, keine Meuterei anzettelt oder ihn zu vergiften versucht…).
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...lave-1164370452

Daneben eilt dem Gouverneur der Ruf voraus, der beste Tanztrainer zwischen Kapstadt und Kairo zu sein!

Nein, so einen Sympathieträger können wir doch nicht aus der Geschichte entfernen!
(Vielleicht brauchen wir ihn ja auch noch für die 2.-7. Fortsetzung…)


Das mit dem Pilzgericht wird auch schwierig, da Isabella und die anderen Leibsklavinnen ja die Residenz nicht verlassen dürfen und in der Residenz nicht so viele Pilze wachsen dürften. 😊

Vielleicht muss sie mal mit Jeronimo reden, ob der ein paar Pilze organisieren kann. Allerdings müsste er die Pilze dann immer noch dem Koch unterjubeln, vermutlich auch nicht so einfach… Es sei denn, er würde dem Koch dann eine Stelle als Vizegouverneur anbieten…? Ich glaube aber tatsächlich, dass der Koch gar nicht so unzufrieden ist mit so vielen hübschen Helferinnen und daher wenig Grund hat, bei der Vergiftung seines Dienstherrn mitzumachen…
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...iner-1164370192

Und ja, so eine Meuterei könnte auch ins Auge gehen.

Mal abgesehen, dass wir ja bei Claras Traum damals schon gesehen haben, dass nach einer erfolgreichen Meuterei nicht unbedingt alles besser wird,
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...re-2-1099139794
würde diese Geschichte bei einer misslungenen Meuterei in Sao Sebastiao enden. Bei einem lebenslangen Inselurlaub in Ostafrika…

Ich habe mir allerdings sagen lassen, dass die Zimmer dort recht klein sind und keine schöne Aussicht haben, das Essen eher mittelmäßig ist und der Komfort auch nicht dem entspricht, was der/die anspruchsvolle deutsche oder niederländische Tourist*in so von einer Unterkunft am Meer (noch dazu auf einer tropischen Insel im Indischen Ozean) erwartet…
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1158006767

Daher könnte ich mir durchaus vorstellen, dass Isabella noch eine Weile länger auf ihre Work-Life-Balance und ihre Gehaltsforderungen verzichten wird…
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...npic-1144254551
110. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 26.02.25 21:47

Ok, nach dem Stuhlkreis das lustigste was ich von dir gelesen habe, ich liebe es wie du aus einzelnen Kommentaren direkt verrückte Ideen weiterspinnst. Ok, dann halt kein Meuterei, aber irgendwas muss doch getan werden. Vielleicht findet Gouverneur auf Tinder die Liebe seines Lebens und reist in ein anderes Land und Jeremino wird neuer Gouverneur
111. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 27.02.25 19:08

Zitat
Ok, nach dem Stuhlkreis das lustigste was ich von dir gelesen habe, ich liebe es wie du aus einzelnen Kommentaren direkt verrückte Ideen weiterspinnst. Ok, dann halt kein Meuterei, aber irgendwas muss doch getan werden. Vielleicht findet Gouverneur auf Tinder die Liebe seines Lebens und reist in ein anderes Land und Jeremino wird neuer Gouverneur



Hallo Adriana,
grds. schreibe ich ja gerne etwas mit Humor. Wobei sicherlich auch nicht jeder meinen Humor mag.

In meiner ersten Geschichte (Studentin) waren einige Kapitel dabei, welche zumindest ich ganz witzig fand (z. B. Kapitel 28, 57 oder 70-77 und natürlich ein paar Stellen dazwischen). Die zweite Geschichte (Prinzessin Bella) war – inkl. der nicht veröffentlichten Kapitel – von Anfang bis Ende humorvoll bis doof (je nach Sichtweise). In der dritten und vierten Geschichte habe ich dagegen tatsächlich wenig Lustiges geschrieben. Vor allem aus dem Grund, weil das Thema Menschenhandel und Sklaverei alles andere als lustig ist, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Millionen Männer und Frauen ein ähnliches oder noch schlimmeres Martyrium als meine beiden Protagonistinnen tatsächlich durchleiden mussten. Darüber sollte man keine Witze machen und wie vor kurzem geschrieben will ich diese Zeit auch nicht schönreden.

Um Isabellas Geschichte dennoch etwas aufzulockern, nehme ich dann aber doch die Gelegenheit gerne wahr, außerhalb der eigentlichen Geschichte ein paar heitere Kommentare einzustreuen.

Allgemein gehe ich ja auch gerne auf Anregungen meiner Leser*innen ein, wenn mir etwas zu einfällt. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn ich überhaupt entsprechende Anregungen bekomme… Ich fände es ja durchaus spannend, noch ein Zusatzkapitel über eine Meuterei oder einen Mordkomplott einzustreuen. Auf die Schnelle ist mir aber nichts qualitativ vernünftiges eingefallen. Mal sehen, falls mich die Muße irgendwann noch küsst, hole ich das vielleicht noch nach.

Bis dahin geht es weiter mit Isabellas wenig erheiternden Schicksal.

Ich weiß aber, was Du meinst, es muss sich etwas ändern für unsere arme Isabella.

Der Gouverneur würde dem nicht zustimmen, er ist mit der aktuellen Situation in Ilha de Moçambique eigentlich ganz zufrieden. Bei fünf hübschen afrikanischen, zwei indischen und einer niederländischen Sklavin ist sein Bedarf an noch einer Ehefrau tatsächlich momentan gar nicht so groß… Wobei so ein Stammhalter für die stolze Familie der de Noronjas vermutlich auch nicht verkehrt wäre (uneheliche Kinder mit Sklavinnen waren damals meines Wissens nicht erbberechtigt), sonst wird das nix mit nochmals 500 Jahren Familiengeschichte…

Isabella stimmt Dir dagegen natürlich vollkommen zu, dass es so nicht bleiben kann.

Jeronimo insgeheim auch, allerdings traut sich dieser momentan noch nicht, dies zu sagen…

Und der Autor? Der spoilert auch, dass es so nicht bleiben wird und noch etwas passieren wird, schließlich ist diese Geschichte noch nicht zu Ende…
112. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 27.02.25 20:04

Humor ist immer gut.
Das peppt die Story etwas auf, als wenn man stur nüchtern seinen Text runterrattert.
In meiner Julia-Story gibt es ja auch einige Stellen mit "Augenzwinkern", wie etwa die Anspielungen auf "Fackeln im Sturm."
Gruß aus Hamburg.
113. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 01.03.25 13:07

22. Der erste Arbeitstag im Palast, Teil 2: Ein unverständliches Gespräch


Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich wieder erholt hatte.

Ich bekam auch noch mein Mittagessen, Polenta mit Gemüse. Allerdings war diese inzwischen kalt und der Appetit war mir auch vergangen. Dennoch versuchte ich, noch ein bisschen etwas zu essen und sei es nur aus Höflichkeit gegenüber Amani, welche diese ja zubereitet hatte.

Wie ich so vor meiner Polenta saß, kam auch Jeronimo wieder vorbei und fragte, ob alles in Ordnung sei.

Ich log ihm vor, dass es mir gut ginge.

Dabei konnte vermutlich ein Blinder sehen, dass dies nicht der Fall war.

Auch Jeronimo hatte dies offensichtlich erkannt, denn er ignorierte meine Antwort und meinte stattdessen:
„I know, Isabella, … all this … is probably not easy for you.”
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1164815664

„All this…“ - was für eine schöne Umschreibung für den Horror, als Sklavin einem sadistischen Gouverneur dienen zu müssen.

Ich schwieg und weinte stattdessen ein paar weitere Tränen.

Jeronimo sah etwas betreten drein. Anscheinend wusste er auch nicht, was er sagen sollte.

Nachdem er keine Antwort bekam versuchte er es vorsichtig noch mit einem
„You will get used to it.”

Das munterte mich auch nicht auf.

Ich wollte mich nicht an diesen Horror gewöhnen, ich wollte einfach nach Hause.


Es dauerte eine ganze Weile, bis ich weiterarbeiten konnte. Jeronimo war längst wieder gegangen und auch Amani war irgendwann wieder von Thasima aufgefordert worden, weiterzuarbeiten. Nur mir gab sie aus welchem Grund auch immer noch etwas mehr Zeit, mich von der Demütigung zu erholen. Vielleicht hatte sie mitbekommen, dass ich in diesem Zustand eh zu nichts fähig war, vielleicht hatte Jeronimo beim Gehen auch ein gutes Wort für mich eingelegt.


Leider war es bereits Nachmittag und irgendwann sprach mich Amani vorsichtig an:
“Isa, temos que levar o café ao governador agora.”

Ich hatte so halbwegs verstanden, dass der Gouverneur nun einen Kaffee bekam.

Mir graute davor, diesem Monster wieder unter die Augen treten zu müssen.

Daher fragte ich Thasima ganz vorsichtig mit Tränen in den Augen, ob das wirklich sein musste.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ared-1163186726

Aber sie ließ keine Zweifel:
“Esta é uma ordem do governador.”

Viel mehr musste sie nicht sagen, ich hatte verstanden.


Kurz darauf überreichte eine afrikanische Sklavin Amani und mir je ein kleines Tablett mit einer kleinen Kaffeekanne, einer Kaffeetasse und einem kleinen Teller mit Gebäck. Zumindest musste ich diesmal nicht alleine gehen, das linderte meine Angst zumindest ein bisschen.

Dazu sagte sie noch:
„O comandante está visitando hoje. O governador está sentado com ele na grande sala de estar.”

Amani ging voraus und hinauf in den großen Salon, welchen mir Jeronimo gestern ebenfalls gezeigt hatte. Wieder warfen uns die Wachen am Eingang neugierige Blicke zu, welche ich zu gerne ignoriert hätte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ee-1-1164820461

Vor der Tür des Salons ermahnte mich Amani nochmals:
“Devemos fazer uma reverência e reverência ao povo, caso contrário seremos punidos.”

Dazu deutete sie erneut einen Knicks an, so wie zuvor vor dem Speisesaal.

Ich nickte und gab ihr damit zu verstehen, dass ich verstanden hatte, was sie mir sagen wollte.

Amani klopfte an der Tür des Salons und trat auf ein Zurufen von innen ein.


Drinnen saßen der Gouverneur und ein etwa 45jähriger Militär in bequemen Sesseln und unterhielten sich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...itor-1165181724

Der Jacke nach zu urteilen handelte es sich um einen hohen Militär, vielleicht um den Kommandanten der Festung, welche ich gestern auf dem Weg hierher gesehen hatte.

Amani stellte ihr Tablet auf einem Tischchen vor dem Kommandanten ab und machte dazu einen Knicks und eine tiefe Verbeugung.

Ich tat das gleiche vor dem Gouverneur, dieses demütige Ritual war mir inzwischen leider wohlbekannt.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1165185712
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-3-1165186111
Meine Scham wurde aber leider nicht besser, ebenso wenig wie meine Angst vor dem Mann, dem ich nun als Sklavin dienen musste. Das Grinsen, das mir der Gouverneur zuwarf, ließ mich erneut erschaudern. Natürlich hatte der Statthalter meine vorherige Demütigung ebenso wenig vergessen wie ich.

Der Kommandant warf mir einen neugierigen Blick zu und wandte sich dann an den Gouverneur:
„Você tem um novo escravo, Francisco?
Um branco?“


Der Gouverneur stand auf und kam zu uns.

Erst dann antwortete er dem Kommandanten:
“Sim, isso está correto. Ela não é fofa, minha nova escrava? E ela também é obediente, tão obediente quanto os meus escravos africanos.“

Dann wandte er sich an uns:
„Amani, ajoelhe-se!
Isabella, kneel down! Otherwise, you will spend the rest of the afternoon at the wall of my office and I will show you my ‘education equipment’ there!”

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...etty-1165188727

Amani folgte dem Befehl gehorsam und kniete sich vor den Gouverneur.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...se-2-1165190500

Es widerstrebte mir zutiefst, dem Gouverneur wie ein Hund zu gehorchen und schon wieder vor ihm zu knien. Aber die Aussicht darauf, so wie gestern angekettet in seinem Büro stehen zu müssen und dort mit den Dingen verprügelt zu werden, die ich gestern im Schlafzimmer des Gouverneurs gesehen hatte, war auch nicht besser.

Bereits gestern Abend hatte ich erfahren müssen, dass meine Selbstachtung mir nur Schmerzen einbringen würde, meine Situation aber keinen Deut verbessern würde.

Und ja, meine Angst vor dem Gouverneur und dem, was er mit mir tun konnte, war nicht kleiner geworden, im Gegenteil.

So folgte ich dann auch schnell Amani und kniete mich neben sie.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...wn-2-1165192245

Erneut fühlte ich mich zutiefst gedemütigt.

Der armen Amani neben mir ging es wohl auch nicht besser, vielleicht war sie diese Demütigungen aber auch schon gewohnt.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...irls-1165192592


Zumindest war der Gouverneur anscheinend zufrieden. Er sah grinsend zu uns herunter und wandte sich dann an seinen Gast:
„Veja, Colombo, minha nova escrava não é apenas bonita, ela também é inteligente. Ela já entendeu que se desobedecesse às minhas ordens, as coisas iriam muito mal para ela.”

“Seu novo escravo é inglês?”

„Não, ela é holandesa. Ela é minha prisioneira de guerra.”

“Mas já não estamos em guerra com a Holanda? Há paz entre nós há 60 ou 70 anos. Pelo contrário, na última guerra contra a Espanha, os Países Baixos até se aliaram a nós.”

“Papperlapapp, só haverá paz verdadeira quando os holandeses nos devolverem as nossas colónias roubadas em Malaca, Ceilão, Índia e África Ocidental.”

“Você não acha que haverá complicações diplomáticas? Os holandeses definitivamente não ficarão felizes quando descobrirem que você mantém uma holandesa como escrava aqui!”

“Não se preocupe, além da minha amiga Rais e da minha equipe, ninguém sabe que ela está aqui.
Ninguém jamais saberá, ela nunca mais verá a Holanda para contar a ninguém.
Se algum dia ela sair desta colônia, será apenas porque vou vendê-la a um traficante de escravos árabe, indiano ou africano. Nesse ponto, ninguém jamais saberá o que aconteceu com ela.”

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...t-if-1165193860

Amani warf mir einen ängstlichen Blick zu, den ich aber nicht so recht einordnen konnte. Sie sagte aber auch nichts, sicherlich war es ihr in dieser Position auch nicht erlaubt, ohne Genehmigung zu sprechen.

Vermutlich hatten die beiden Männer über mich gesprochen, denn sie hatten ein paar mal die Niederlande erwähnt und immer wieder zu mir herübergesehen. Nur was, das hatte ich nicht verstanden.

Die beiden Männer fuhren mit ihrer Unterhaltung fort, wieder verstand ich nur sehr wenig.

„E se ela fugir daqui?“

„Não se preocupe, isso não vai acontecer.
Desde que sou governador aqui, nenhum escravo conseguiu escapar daqui.
E assim continuará a ser.”


Der Gouverneur streichelte Amani über die Haare und wandte sich an sie:
“Amani, você se lembra do que aconteceu com o último escravo que tentou escapar?”

Anscheinend hatte der Gouverneur Amani eine Frage gestellt, welche sie im Gegensatz zu mir auch verstanden hatte.

Vermutlich war es keine schöne Frage gewesen, denn Amani war etwas blass geworden und stotterte nur leise, kaum hörbar:
„Sim, senhor.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...mber-1165194841

Amani hatte inzwischen anscheinend fast genauso viel Angst wie ich, das konnte ich am Gesicht des sonst so fröhlichen Mädchens erkennen. Anscheinend war das, was der Gouverneur gesagt hatte, nicht erfreulich gewesen, vielleicht war es besser gewesen, dass ich es nicht verstanden hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-sad-1165195439
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ad-2-1165381151

Der Gouverneur schien dagegen gut gelaunt. Er klatschte in die Hände und sagte noch:
“Vocês podem ir agora, minhas lindas escravas.”

Vermutlich hieß dies, dass wir gehen könnten, denn Amani erhob sich und verbeugte sich nochmals vor dem Gouverneur und dem Kommandanten.

Ich folgte ihrem Beispiel, auch wenn mir die Verbeugung wiederum schwerfiel.


Wir gingen und Amani schloss die Tür hinter uns. Sie war immer noch etwas blass um die Nase, aber ich wollte und konnte sie nicht fragen, was der Gouverneur gesagt hatte.

Stattdessen streichelte ich ihr über die Schulter, so wie sie es bei mir zuvor getan hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ni-1-1165381469

Ja, wir waren nun trotz unserer unterschiedlichen Hautfarbe, unserer unterschiedlichen Herkunft und unserer unterschiedlichen Sprache wirklich Kolleginnen, Sklavinnen, die das gleiche traurige Schicksal teilten.

Wir gingen zurück in die Küche, wo der Koch und die anderen Sklavinnen bereits dabei waren, das Abendessen vorzubereiten.

Mir schauderte, als ich daran zurückdachte, dass der Gouverneur mir am Mittag angekündigt hatte, dass ich heute bei eben jenem Abendessen wieder für ihn tanzen dürfte.

114. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 06.03.25 18:41

Schöner neuer Teil, ich habe jetzt aber echt mal wieder das portugiesische übersetzen lassen und glaube einen Hinweis gefunden zu haben. Der Gouverneur behauptet, dass nur der Händler und die Angestellten von Isabella wissen, das stimmt ja so nicht. Es weiß jetzt auch ein hochrangiger Militär, ich wage zu bezweifeln ob er wirklich für den Gouverneur arbeitet und vielleicht wird dieses Gespräch für Isabellas Schicksal noch wichtig
115. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 07.03.25 22:09

Zitat
Schöner neuer Teil, ich habe jetzt aber echt mal wieder das portugiesische übersetzen lassen und glaube einen Hinweis gefunden zu haben. Der Gouverneur behauptet, dass nur der Händler und die Angestellten von Isabella wissen, das stimmt ja so nicht. Es weiß jetzt auch ein hochrangiger Militär, ich wage zu bezweifeln ob er wirklich für den Gouverneur arbeitet und vielleicht wird dieses Gespräch für Isabellas Schicksal noch wichtig



Hallo Adriana,

vermutlich ist es schon etwas mühsam, das Portugiesisch übersetzen zu lassen. Andere Geschichten sind vermutlich deutlich leichter zu lesen.

Andererseits wird die Geschichte dadurch vielleicht etwas authentischer und man sich etwas besser in Isabellas Lage hineinversetzen. Bitter ist das schon, überfallen, verschleppt, verkauft, versklavt und dann landet man in einem Land, dessen Sprache man nicht versteht. Andererseits ging es Clara und tausenden Opfern von Piratenüberfällen in der Realität auch nicht besser… Von den Millionen versklavten Afrikaner*innen und Asiat*innen, für die Amani, Malaika, Manju und die anderen symbolisch stehen, ganz zu schweigen…

Jedenfalls glaube/hoffe ich schon, dass es sich gelohnt hat, den portugiesischen Teil des Kapitels zu übersetzen?

Zum einen kann man ganz gut erkennen, wie der Gouverneur tickt, zum anderen habe ich tatsächlich ein paar Hinweise auf die nächsten Kapitel versteckt. Z.B. warum Amani traurig geworden ist.

Tatsächlich finde ich dieses asymmetrische Wissen ganz spannend. Isabella (und der/die interessierte Leser/in) weiß zwar nach 2 Tagen in Mocambique bereits viel, aber bei weitem noch nicht alles…

Ob der Kommandant Isabellas Rettung ist?

Du hast auf jeden Fall richtig gelesen, dass dieser nicht besonders begeistert ist, dass der Gouverneur jetzt eine niederländische Sklavin hat. Im Konfliktfall müsste er mit seiner Truppe den Kopf hinhalten. Vermutlich ohnehin schon ein schweres Unterfangen, mit begrenzten Mitteln am Ende der Welt. Auf amerikanische Militärhilfe oder ein milliardenschweres Sondervermögen braucht er da nicht zu hoffen. Im Zweifel müsste er mit ein paar Dutzend Portugiesen und ein paar einheimischen Hilfstruppen einen Überfall abwehren. Da hat er vermutlich wenig Interesse an einem neuen Konflikt, nur weil der Gouverneur seine persönlichen Animositäten mit den Niederlanden ausleben will und gerne eine weiße Sklavin hätte. Aber ob er deswegen Isabella befreien wird?

Wir werden sehen…

Wie Du dann vermutlich auch gelesen hast, ficht das den Gouverneur nicht besonders an. Vielleicht leidet er auch etwas unter dem Pippi-Langstrumpf-Syndrom. Du hast völlig Recht, die niederländische Sklavin wird sich herumsprechen. Der Kommandant weiß es nun auch. Auch die Bediensteten werden es vermutlich weitererzählen und irgendwann weiß es die ganze Stadt. Vielleicht ist das ja Isabellas Chance?

Wir werden sehen…

Zunächst einmal muss sie aber erst mal den zweiten Abend überstehen, das wird hart genug für sie…

116. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 08.03.25 05:19

Na, das sind ja interessante Aussichten.
Bin gespannt.
117. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 09.03.25 20:49

23. Die Übungsstunde


Ich half wiederum Amani und den anderen Sklavinnen in der Küche bei der Vorbereitung des Abendessens.

Inzwischen hatte ich meine Nerven auch wieder halbwegs im Griff, sodass ich wieder arbeiten konnte bzw. musste.

Aber leider war der Tag noch nicht vorbei.


Es wurde langsam Abend als Jeronimo wieder vorbeikam. In der Hand hielt er zwei Kleidungsstücke, welche ich noch in unschöner Erinnerung hatte.

Er sah ernst drein, was wohl nichts Gutes zu bedeuten hatte:
„Isabella, der Gouverneur hat heute nochmals den arabischen Händler zum Abendessen eingeladen.
Und er möchte wieder eine Tanzaufführung. Mit Dir als Tänzerin.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1168859543

Ich sah betreten drein und ein paar Tränen füllten wieder meine Augen, als ich an den schrecklichen Abend gestern zurückdachte.
Am liebsten hätte ich gleich losgeheult, aber irgendwie wollte ich das dann doch nicht. Es war es schon peinlich genug gewesen, wie er mich heute Morgen und zuvor in der Küche trösten musste. Zweimal mit mäßigem Erfolg.

Dabei wusste ich ja schon längst, was mir bevorstand. Der Gouverneur hatte heute Mittag bereits angekündigt, dass ich heute wieder für ihn tanzen müsste. Dass sein arabischer Geschäftsfreund, der Mann der mich als Sklavin hierhergebracht und anschließend „verschenkt“ hatte, wieder dabei war, machte die Sache aber auch nicht besser. Zwei Monster waren schlimmer als eins, das hatte ich gestern bereits erfahren müssen.


Jeronimo waren meine feuchten Augen vermutlich dennoch nicht entgangen:
„Ich weiß, der gestrige Abend war schlimm für Dich. Ich will Dir auch gar nicht vorgaukeln, dass der heutige besser werden würde. Aber Du weißt, dass Du keine Wahl hast.“

Ja, das wusste ich. Das Wahlrecht für Sklavinnen war mir bekannt: Entweder zu gehorchen - oder bestraft zu werden und danach zu gehorchen.

So antwortete ich im traurig:
„Ja, ich weiß.“

„Zumindest kannst Du heute noch ein bisschen üben. Du kannst Dich schon mal umziehen und dann in den Speisesaal gehen und dort warten.“


Mit diesen Worten überreichte er mir die beiden unzüchtigen Kleidungsstücke, welche ich noch allzu gut kannte: Das kurze schulterfreie Oberteil mit dem portugiesischen Emblem und das viel zu kurze Röckchen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1168860283
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...8862248#image-1

Mir schauderte, diese Sachen wieder anzuziehen, um darin dem Gouverneur meinen Körper zu „präsentieren“, so wie es mit dieser heute Mittag angekündigt hatte.
Jedoch klangen mir auch Jeronimos Worte noch in den Ohren.
Vermutlich hätte ich meine ersten Hiebe schon bekommen, bevor diese entwürdigende Aufführung überhaupt begonnen hatte.

Und ob ich diesen demütigenden, unanständigen Tanz auch noch üben wollte, war ich mir auch nicht sicher. Auf der anderen Seite würde es mir vielleicht später ein paar Hiebe ersparen.
Jeronimo meinte es irgendwie gut mit mir, bestimmt hatte er mich nicht ohne Grund von der Arbeit freigestellt und noch eine Übungsstunde für mich organisiert.
Thasima schien jedenfalls nicht sonderlich begeistert, jedoch war auch ihr die Hierarchie im Palast zweifellos bekannt. Sie hatte Jeronimos Befehle genauso zu befolgen wie ich ihre.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...8862827#image-1

Ich konnte mich in Jeronimos Büro umziehen, danach geleitete er mich in den Speisesaal und verabschiedete sich dort von mir.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1168863260
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...om-1-1168863869
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...om-2-1168864276

Kurz darauf kamen auch vier Sklavinnen herein, zwei Mädchen, die gestern getanzt hatten und noch zwei der Musikerinnen.

Manju, Malaika und Jamila kannte ich bereits von gestern Abend. Auch wenn der Anlass sicher nicht der schönste war, so freute ich mich doch, sie zu sehen. Die zweite Musikerin stellte sich als Habiba vor. Auch sie war eine persönliche Sklavin, wie man an ihrem Halsband unschwer erkennen konnte.

Ja, alle vier waren meine Leidensgenossinnen, daher trugen sie das gleiche Halsband wie ich mit dem portugiesischen Wappen der Familie de Noronja. Die vier trugen ebenfalls bereits ihr demütigendes Tanzgewand – den an den Seiten aufgeschlitzten kurzen Rock, der nicht mal bis zu den Knien reichte und das Oberteil, das weder Schultern noch Bauch bedeckte und noch dazu Blicke auf deren Dekolletee freigab. Sie sahen wieder genauso aus wie gestern Nacht, als mich Jeronimo mitgenommen hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sson-1168864802
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...hing-1168866770

Vorsichtig gesagt sahen sie auch nicht wie züchtige junge Damen aus, eher wie… Naja, so sah ich selbst ja auch aus.

Ich weiß nicht, ob sich meine vier Mitsklavinnen genauso schämten wie ich, es hatte jedoch nicht den Anschein. Vermutlich hatten sie schon sehr oft dieses Gewand angehabt und darin für den Gouverneur getanzt.


So begannen wir dann kurze Zeit später mit unserer Übung, fünf junge Frauen im unzüchtig kurzen Dress, vermutlich hätte jeder Mann gerne dieser Aufführung beigewohnt. Allerdings waren diese anscheinend dem Gouverneur und seinen Gästen vorbehalten.

Während Jamila und Habiba auf der Laute spielten, versuchten mir Manju und Malaika beizubringen, wie ich mich zu bewegen hätte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...usic-1168867313

Das war gar nicht so einfach, ich hatte zwar in Europa auch schon getanzt, aber dort tanzte man gediegen und pietätvoll.

Während es in diesem „Tanz“ gefühlt nur darum ging, die weiblichen Reize möglichst offensichtlich zu zeigen und die männlichen Zuschauer mit obszönen Bewegungen zu erregen.
In meinen Augen war das kein Tanz, sondern mehr oder weniger nur Pornographie.

Vermutlich gefiel dieser „Tanz“ dem Gouverneur und seinem Gast deswegen so gut.

Leider spielte meine Meinung über diesen „Tanz“ jedoch keine Rolle. Ich würde an diesem heute Abend wieder teilnehmen, ob ich wollte oder nicht. Dafür würde Jeronimo mit seiner Gerte ohne Zweifel wieder sorgen.


Malaika und Manju taten wirklich ihr Bestes, mir die Bewegungen immer und immer wieder zu zeigen, aus welchen der Tanz im Wesentlichen bestand. Ganz langsam ließen sie ihren Bauch und ihre Hüften kreisen und ich versuchte, diese Bewegungen nachzumachen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...hips-1168867910
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...hips-1168868851

Leider hatte ich nicht das Gefühl, dass mir dies auch gelang. Malaika und Manju gaben jedoch nicht auf und wiederholten die Bewegungen auch ein zehntes und zwanzigstes Mal.
Es hatte den Anschein, dass sie auch nicht wollten, dass ich heute Abend wieder Hiebe bekam. Sie hatten meine Bestrafung gestern ja auch mitbekommen.

Es war anscheinend durchaus so, dass die Sklavinnen hier zusammenhielten, soweit sie es eben in ihrer machtlosen Position konnten. Da spielte es dann anscheinend auch keine Rolle, dass ich weiß war und kaum etwas von dem verstand, was sie sagten. Ich sprach sowieso kein portugiesisch, aber ihr portugiesisch mit afrikanischem bzw. indischem Akzent war mir noch unverständlicher als beispielsweise Jeronimos Worte. Vermutlich würde sich das aber auch irgendwann ändern.


Nachdem Manju und Malaika mit meinen steifen Bewegungen auch nach der zwanzigsten Wiederholung noch nicht so recht zufrieden war, griff mir Manju mit beiden Händen an die Hüfte und bewegte diese zum Takt der Musik.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/1168869223

Ich glaube, ich lief rot an.

Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass mich eine Frau schon einmal so berührt hatte. Unsere Sklavinnen in Batavia hätten es nicht gewagt, mich so an meinen Hüften anzufassen. Allerdings waren Manju und Malaika zwar auch Sklavinnen, aber nicht meine Sklavinnen. Viel mehr waren sie meine Kolleginnen, oder in diesem Falle sogar meine Lehrerinnen. Vermutlich war es besser für mich, wenn ich ihre Ratschläge befolgte.

Und für Schamgefühle war hier sowieso der falsche Platz. Im Gegenteil, je weniger Schamgefühle man als Tänzerin zeigte, desto weniger Hiebe würde man bekommen. Das war wohl die Lektion, die ich gestern schmerzhaft lernen musste.


Apropos Schamgefühle, natürlich übten wir auch meine ungeliebtesten Bewegungen- die schnellen Drehungen, bei denen unwillkürlich mein Röckchen nach oben flatterte. Bereits als Manju und Malaika mir diese wieder vortanzten, konnte ich mehr von ihren Unterkörpern sehen als mir lieb war. Und als mich Manju bei der Hand nahm und mich ein paar Mal zum Takt der Musik herumkreiseln ließ, hatten sie und die anderen vermutlich auch bei mir schon „alles“ gesehen.

Aber wie gesagt, Schamgefühle brachten mich leider nicht weiter, daher versuchte ich diese so gut es ging zu ignorieren.


Jedenfalls war es rührend, wie sich meine Mitsklavinnen um ihren scheinbar hoffnungslosen Fall kümmerten. Zum einen hatte ich nicht ihre Beweglichkeit, zum anderen kämpfte ich immer noch bei jeder Bewegung mit meinen christlichen Moralvorstellungen. Dass die anderen Tänzerinnen auch noch zwei oder drei Jahre jünger waren als ich, machte die Sache auch nicht leichter. In gewisser Weise bewunderte ich sie schon für ihre grazilen Bewegungen, welche unzweifelhaft jedes Männerherz höherschlagen ließen.

So gut wie Manju oder Malaika würde ich sicher nie tanzen können. Aber vielleicht konnte ich den Gouverneur zumindest soweit zufrieden stellen, dass mich dieser nicht jeden Abend verprügeln ließ. Das wäre zumindest ein kleiner Fortschritt in dieser Hölle am Ende der Welt.

Auch diese Lektion hatte ich gestern und heute bereits lernen müssen: Wenn der Gouverneur zufrieden war und man sich seinen Befehlen bedingungslos unterwarf, beließ er es doch in der Regel bei Drohungen und ersparte einem die schmerzhaften Hiebe.

Ich weiß nicht, ob meine Bewegungen wirklich besser wurden oder ob Malaika und Manju mich nur motivieren wollten, aber nach einer Weile sagten sie wirklich „Bom, Isa!“ und manchmal sogar „Muito bom, Isa!“.
Ich glaube, sie logen. Aber relevant war sowieso nur, was mein grausamer Besitzer von meinen obszönen Bewegungen hielt.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tice-1168869946
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...8871093#image-1
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ce-3-1168871671



Während wir immer noch fleißig übten, kamen irgendwann ein paar andere afrikanische Sklavinnen herein, um den Tisch zu decken und den Raum nochmals zu säubern.

Kurze Zeit später erschienen dann auch der Gouverneur und sein arabischer Gast.

Die Musikantinnen hörten auf zu spielen und auch wir beendeten unsere Tanzübungen.

Stattdessen verbeugten Manju und die anderen sich tief vor dem Gouverneur und seinem Gast und sprachen fast synchron:
„Boa tarde, senhor de Noronha, boa tarde senhor!“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rnor-1168872090
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-2-1168872580
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...or-4-1168874063

Ich reihte mich in den unterwürfigen Chor ein, schließlich hatte mir Amani heute schon oft genug geraten, dies zu tun.

Sie und die anderen Sklavinnen wussten sicherlich warum, vermutlich waren sie schon länger in dieser Hölle gefangen.

Zumindest war der Gouverneur anscheinend wieder erfreut, denn er grüßte sogar zurück:
„Boa tarde, minhas lindas escravas, estou feliz em vê-las novamente!“

Danach setzten er und der arabische Händler sich an den gedeckten Tisch.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nner-1168874672

Die beiden Männer warfen auch mir nochmals einen interessierten Blick zu, den ich kaum ertragen konnte.

Oh, wie ich diese beiden Männer hasste.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-gov-1168874968
118. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 09.03.25 21:31

Ich hoffe ja immer noch, dass es irgendwann bergauf geht für Isabella, aber jetzt interessiert mich natürlich schon, ob die Tanzstunde Wirkung gezeigt hat
119. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 10.03.25 18:34

Irgendwie gehen die Bilder nicht aus, ich kriege eine Fehlermeldung.
Doch die Story geht ans Herz.

Nachtrag: jetzt sind die Bilder sichtbar. War wohl ein Serverfehler.
120. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 12.03.25 21:05

@ Adriana,
bzgl. des „bergaufs“:
Ein paar Verbesserungen gab es für unsere Isabella ja bereits.
- Sie muss nicht mehr unter der sengenden Sonne Afrikas das Deck schrubben,
- sie wird zumindest untertags nicht mehr geschlagen,
- sie hat jetzt 7 freundliche Kolleginnen bekommen, welche sie unterstützen
- außerdem ist ihr ein junger Mann anscheinend freundlich gesinnt
- das Essen in der Residenz ist auch besser als auf See.

Aber klar, dafür hat das Leben als Sklavin des Gouverneurs ein paar andere Nachteile, von daher ist sicherlich noch Luft nach oben…

Allerdings auch nach unten, meines Wissens hat niemand behauptet, dass der Tiefpunkt der Geschichte für Isabella schon erreicht wäre…

Aber wie hat Jeronimo gesagt:
„Isabella, ich kann mir vorstellen, dass Du weg von hier möchtest.
Aber Du brauchst Geduld, es ist schwierig bis unmöglich von hier zu fliehen (…)
Bleib noch ein bisschen hier. Wenn Du erst mal wegen eines gescheiterten Fluchtversuchs im Kerker von São Sebastião sitzt, kann ich nichts mehr für Dich tun.“


Nein, diese Geschichte ist nichts für ungeduldige Sklavinnen – und für ungeduldige Leser*innen auch nicht 😊

Zumindest auf die Frage, ob sich die Tanzstunde gelohnt hat, musst Du nicht so lange warten, diese wird in den nächsten zwei Kapiteln beantwortet.


@chasHH:
Ja, diese Geschichte sollte durchaus ein bisschen ans Herz gehen, unsere Isabella ist wirklich bemitleidenswert…
Von daher wünschen sich vermutlich viele ein happy end für sie, das ich aber leider noch nicht versprechen kann… (s.o.)



Übrigens habe ich bei den Planungen für meinen nächsten Urlaub bei Holidaycheck eine seltsame Bewertung befunden:

Bewertung zu:
East African slave tours Inc.
von
Isabella (Alter: 24)
Alleinreisend – März 1724 bis ?? (offen)
Kein Strandzugang, schlechter Service, aufdringliche Animation, schöne Zimmer und Wein nur für VIP-Gäste
Nicht empfehlenswert! * (1,0/6 Sonnen)


Allgemein
Nie mehr buche ich bei diesem Reiseveranstalter!

Etwas suspekt kam mir der Name des Veranstalters ja schon vor, aber der Preis war unschlagbar, bei der Tui hätte ich bestimmt das doppelte bezahlt!

Ich hatte eine schöne koloniale Villa auf Java/Indonesien reserviert. Noch während meiner Hinreise teilte mir der Veranstalter jedoch mit, dass die Villa schon anderweitig vergeben sei.

Ohne meine Zustimmung hat mich der Reiseveranstalter dann in eine Unterkunft auf Sansibar umgebucht.

Zu allem Überfluss wurde ich auf der Hinreise auch noch überfallen, der Reiseveranstalter hat jedoch jegliche Verantwortung abgelehnt.

Zunächst dachte ich ja, dass Sansibar als Ersatz ok wäre, dort gibt es auch schöne Strände, nette Bars und gute Hotels. Ich hatte mir in Amsterdam extra noch drei schicke Bikinis und eine Taucherbrille gekauft. Sicherlich würde ich für diese auch in Sansibar eine Verwendung finden.

Vor Ort war die Unterkunft auf Sansibar dann aber eine einzige Enttäuschung. Kein Vergleich mit den Fünf-Sterne-Hotels im Reiseprospekt! Es gab nur Dreibettzimmer und diese waren sehr klein. Ich musste mir ein kleines Zimmer mit noch zwei anderen Niederländerinnen teilen, die auch den Fehler gemacht hatten, bei diesem Reiseveranstalter das scheinbar günstige Angebot zu buchen.

Wir konnten auch nicht an den Strand gehen, angeblich war dieser wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Zu den Bars in der Stadt konnten wir auch nicht gehen, angeblich war die Straße dorthin wegen Bauarbeiten gesperrt. So konnte ich die ganze Zeit dort nur in der Unterkunft verbringen. Dort war aber total tote Hose. Kein Schwimmbad, keine Disko, nicht einmal eine Hotelbar gab es!

Ich habe mich dann mehrmals beschwert.

Ich bekam aber kein Geld zurück, einen Reisemangel konnte der Veranstalter angeblich nicht feststellen. Laut Veranstalter hätte ich das Kleingedruckte lesen sollen, dort stand angeblich, dass ich mir nach Wahl des Veranstalters jederzeit eine andere Unterkunft zugewiesen werden könnte. Und ich auch sonst alle meine Rechte an den Veranstalter abgegeben hätte. So etwas ist rechtlich doch gar nicht zulässig??

Hätte ich doch eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen, aber die 200 Euro hatte ich mir sparen wollen. Das war wohl ein großer Fehler gewesen.

Nach fünf weiteren Beschwerden konnte ich dann zumindest erreichen, dass mich der Reiseveranstalter erneut umbuchte, diesmal auf eine Unterkunft in „Ilha de Moçambique“. Nie gehört von diesem Ort.

Es wurde mir jedoch von der Reiseleitung vor Ort versprochen, dass dies eine schöne Insel im Indischen Ozean unweit südlich von Sansibar sei, es dort schöne Strände gäbe und die Unterkunft im Vergleich zur letzten geradezu luxuriös wäre.

Naja, die Unterkunft war tatsächlich luxuriös, das war aber auch schon das einzig Positive an dieser.
Der Strand war angeblich erneut gesperrt, meinen Bikinis und meine Taucherbrille hätte ich auch zuhause lassen können!

Das Essen für die „normalen“ Gäste wie mich war auch nichts Besonderes, es gab meistens Polenta oder Reis mit Gemüse. Es gab nur ein Gericht, keine Auswahl, auch nicht bei den Getränken. Keine Cola, keine Cocktails, noch nicht einmal Aperol Spritz gab es! Selbst der Wein war den VIP-Gästen vorbehalten. Diese bekamen auch besseres Essen, sowohl zu Mittag wie zum Abend. Leider konnte ich mir ein Upgrade nicht leisten, nachdem ich ja auf der Hinreise ausgeraubt worden war. Der Reiseveranstalter war auch nicht bereit, mir aus Kulanz für die erneute Umbuchung ein Upgrade zukommen zu lassen. Solche Knauser! Das Essen war jedenfalls eine einzige Enttäuschung. Schlimmer noch: Angeblich gab es einen Personalengpass in der Unterkunft, weswegen ich und die anderen normalen Gäste auch noch selbst kochen und abwaschen mussten. Ja, ABWASCHEN! In dieser Unterkunft gab es noch nicht einmal eine Spülmaschine!

Zumindest gab es in der neuen Unterkunft Abendunterhaltung, Livemusik einer afrikanischen Band. Zwar auf Portugiesisch, aber immerhin.
Allerdings forderte der – eigentlich ganz attraktive – Animateur die Gäste doch sehr aufdringlich zum Mittanzen auf und wurde dann auch sehr schnell pampig, wenn jemand nicht mittanzen wollte. Dabei hätte ich gerade am ersten Abend nach der anstrengenden Anreise gerne meine Ruhe gehabt.

Noch schlimmer war aber das Zimmer. Ich war von dem Drei-Bett-Zimmer auf Sansibar ja schon einiges gewöhnt. Aber hier wurde ich doch tatsächlich in einem Acht-Bett-Zimmer einquartiert. Ein ACHT-BETT-ZIMMER! Ich hatte eine Villa gebucht und keine Jugendherberge! Neben mir übernachteten dort noch zwei junge Studentinnen aus Indien und fünf afrikanische Studentinnen aus Mozambique, Tansania, Malawi, Sambia oder Zimbabwe, so ganz genau konnte ich das nicht feststellen. Auch diese hatten anscheinend beim falschen Reiseveranstalter gebucht! Jedoch schien diesen die miserable Unterkunft nichts auszumachen, im Gegenteil feierten diese bis spät in die Nacht! Könnt ihr Euch vorstellen, wie schrecklich das ist, mit sieben laut feiernden und danach fast genauso laut schnarchenden Inderinnen und Afrikanerinnen in einem Zimmer zu schlafen? Soweit man überhaupt von schlafen sprechen konnte…

Zum Glück habe ich mir dann gleich am ersten Tag einen vermögenden älteren Herrn angelacht. Dieser hatte anscheinend das schönste Zimmer im ganzen Haus, die Executive-Suite gebucht, und so… naja, ließ ich die sieben Studentinnen in ihrem Mehrbettzimmer feiern/schnarchen und verbrachte die Nacht dann lieber in der Luxus-Suite.

Der ältere Herr hatte anscheinend ein VIP-Arrangement und jede Menge Geld. Daher hatte ich ja eigentlich gehofft, dass er mich am nächsten Abend auf ein Glas Wein einladen würde, welches in meinem Low-budget-Buchungspaket leider nicht enthalten war.

Leider stellte sich der ältere Herr am nächsten Morgen aber als ziemliches A… heraus und setzte mich nach unserem One-Night-Stand wieder vor die Tür. Nicht einmal einen Guten-Morgen-Kuss hatte er für mich übrig. Dazu meinte er noch, dass es ja noch sieben hübsche Studentinnen hier im Hotel gäbe, vielleicht würde er eine von diesen heute Abend in seine Suite einladen. Was für ein perverses Schwein!

Aber irgendwie passte das zum Gesamtbild dieser furchtbaren Reise!

Ich habe beschlossen, so schnell wie möglich nach Hause zu fahren, allerdings hat dieser planlose Reiseveranstalter anscheinend vergessen, meinen Rückflug zu buchen. Die Reiseleitung vor Ort meinte, ich müsste mich selbst um die Rückreise kümmern. Was für ein miserabler Service!

Ich kann daher nur dringend von diesem Reiseveranstalter abraten. Das nächste Mal buche ich wieder bei der Tui, da weiß man zumindest, was man hat!


121. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 12.03.25 21:48

Dann warte ich mal weiter geduldig. Ich genieße ja auch die Tiefs von Isabella, sonst wäre die Geschichte hier wohl auch fehl am Platz und ich könnte einen Kitsch Roman lesen.

Danke für den Reisebericht, ich hätte ja fast auch dort gebucht, jetzt wird es wohl doch für den nächsten Urlaub eine Reise mit Tui werden
122. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von winipu77 am 13.03.25 06:05

Ja, beim Reisen kann man so einiges erleben 😁. Immerhin war Uröaub nicht langweilig 😉
Deine Protagonistin kann von Urlaub wohl nur träumen... ich bin schon auf die nächsten Höhen und Tiefen ihres Schicksals gespannt.
123. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 15.03.25 06:37

@Adriana:
Vielleicht besser so, dass Du dort nicht gebucht hast
Kitschige Stellen, vor allem ein kitschigen Ende gab es bei meinen vorherigen Geschichten aber auch

@winipu:
Ja, "erlebnisreich" war Isabellas Reise auf jeden Fall
Und nein, einen gesetzlichen oder vertraglichen Urlaubsanspruch hatten Sklaven im 18. Jahrhundert meines Wissens nicht...

124. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 15.03.25 09:14

Nachtrag:


Ich habe gesehen, dass der Reiseveranstalter inzwischen auf Isabellas Bewertung bei Holidaycheck geantwortet hat.


Antwort des Anbieters

Sehr geehrte Isabella,

vielen Dank, dass Sie Ihre Reise bei East African slave tours Inc. gebucht haben.

Wir bedauern, dass wir Sie mit unseren Leistungen noch nicht 100% zufriedenstellen konnten.

Als international und seit Jahrhunderten tätiges Unternehmen liegt uns die Zufriedenheit unserer Kunden sehr am Herzen, daher nehmen wir Ihre Kritik als Ansporn, noch besser zu werden.

Bitte erlauben Sie uns dennoch, ein paar Punkte richtig zu stellen:

Sie haben Recht, wir sind kein Pauschalreiseveranstalter wie die TUI, dem es nur darum geht, Menschen irgendwo einzuquartieren und zu mästen.

Bei uns erhalten Sie spannende Erlebnisreisen, an welche Sie sich sicher auch nach Jahren noch erinnern werden.

Es ist korrekt, dass wir uns die Auswahl der Unterkünfte vorbehalten, um ein individuelles Reiseerlebnis sicherzustellen.

Bei uns erhalten Sie nicht einfach irgendein 08/15-Hotel, in dem vom Kellner bis zum Zimmerservice jeder deutsch oder niederländisch spricht.

Nein, bei uns erleben Sie Abenteuer und lernen neue Leute und fremde Länder kennen, von denen Sie vielleicht noch nie zuvor gehört haben.

Auch achten wir zusammen mit unseren Partnerbetrieben vor Ort auf Ihr Wohlergehen. Zu viel Alkohol und Fleisch ist bekanntermaßen ungesund, daher bieten wir selbst in den unteren Preiskategorien gesunde, vegetarische Kost an. Bei der TUI werden Sie während Ihres Urlaub von früh bis spät gemästet, sodass Sie nach Ihrem Urlaub erst mal eine Diät und/oder eine Leberentgiftungskur machen müssen.

Dies kann Ihnen bei uns nicht passieren. Zusammen mit unserem allabendlichen Sportprogramm sorgen wie dafür, dass Sie auch nach zwei oder drei Wochen in unseren Partnerbetrieben noch eine Bikinifigur haben!

Wir bedauern daher auch, dass Sie Ihre Reise vorzeitig beenden wollen.

Wir möchten, dass unsere Gäste ihre Reise mit uns so lange wie möglich genießen.

Wir sind uns sicher, dass Sie noch viele spannende Erlebnisse mit uns haben werden und hoffen daher, dass Sie uns doch noch eine Weile treu bleiben und mit Ihrer Abreise noch abwarten.

Der guten Ordnung halber weisen wir darauf hin, dass unser Reisevertrag und die darin enthaltenen AGBs keinen vorzeitigen Abbruch der Reise vorsehen, weswegen wir diesem auch nicht zustimmen können.

Ihr

East African slave tours Inc.

125. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Figo am 15.03.25 13:08

Also, ich habe mir die Geschichte nochmals in Ruhe durchgelesen. Zunächst einmal finde ich sie deutlich besser als die von Clara, in der du ja in diesen Steigerungsloop verfallen bist, der eigentlich nach so kurzer Zeit keiner sein kann, weshalb viel wiederholt wurde.

Ich nehme mal als Beispiel die Sprachproblematik. Ich spreche Deutsch und Englisch recht fließend, aber kein Portugiesisch. Ich habe bewusst keinen Übersetzer benutzt, sondern das Besprochene aufmerksam gelesen – sodass man in einer ähnlichen Situation wie Isabella ist, also etwas aus den Wortstämmen herleiten kann, aber nicht zu viel mitbekommt. Diese Problematik hast du viel lebhafter als zum Beispiel bei den Gesprächen mit Suri beschreiben können – das hat mir Spaß gemacht.

Da das Ganze, wie gesagt, auf relativ kurzen Zeiträumen stattfindet, ist auch keine eklatante Entwicklung bei Isabella zu erkennen. Sie gewöhnt sich also kaum an das Halseisen oder die kurzen Klamotten, und du kannst dauerhaft mit der Scham spielen, was du auch machst. Finde ich soweit auch recht gelungen.

Was mich am meisten an der Geschichte begeistert, ist Jeronimo, der ja als eine Art Zofe da ist und bei dem man nicht so richtig sagen kann, auf wessen Seite er sich schlagen wird. Da hätte ich vier bis fünf mögliche Szenarien im Kopf, die alle gut eintreten könnten. Ich will jetzt nicht zu viel mutmaßen, weil ich Angst habe, dass ich dir deinen Plot kaputt mache.

So ganz konkrete Verbesserungsvorschläge habe ich nicht. Vermutlich ist meine Kritik eher Meinung oder Geschmack. Ich finde, die KI-Bilder dazwischen machen die Geschichte beim Lesen kaputt. Ich habe es mal mit ein paar Teilen probiert, die Experience so zu genießen, wie der Autor es möchte, und mir die Bilder angeschaut, aber habe es dann gelassen. Zum Glück liest sich die Story auch so ganz gut.

Was mir nicht so gefallen hat, war, dass mit dem Humor zwei- bis dreimal die vierte Wand durchbrochen wurde – wie bei deiner letzten Reiseveranstalter-Parodie oder als Jeronimo mit Studien aus dem 21. Jahrhundert argumentiert. Das kann man zwar machen, aber wenn ansonsten eine Geschichte sehr ernst und, soweit ich es beurteilen kann, so historisch korrekt wie möglich erzählt wird, macht es die Stimmung ein wenig kaputt. Da hätte ich mir eher lustige Anekdoten oder Vorschläge gewünscht, die im geschichtlichen Kontext möglich wären.

Aber wie gesagt: Anders als bei deiner ersten Geschichte sind meine Verbesserungsvorschläge eher subjektiv und du bewegst dich hier auf ganz hohen Niveau.
126. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 15.03.25 14:58

Hallo Figo,

vielen Dank für Deine ausführlichen und fundierten Worte. Vermutlich ist es das allergrößte Lob für einen Autor, wenn jemand seine Geschichte aufmerksam liest und diese nicht nur "zwischen Tagesschau und Wetterbericht" überfliegt.

Eigentlich könnte ich diese auch so stehen lassen, aber nachdem Du Dir schon die Mühe gemacht hast, diese zu schreiben und Du wohl ebenso gerne wie ich diskutierst, will ich noch ein paar Worte aus meiner Sicht dazu verlieren:

Zitat
Also, ich habe mir die Geschichte nochmals in Ruhe durchgelesen. Zunächst einmal finde ich sie deutlich besser als die von Clara, in der du ja in diesen Steigerungsloop verfallen bist, der eigentlich nach so kurzer Zeit keiner sein kann, weshalb viel wiederholt wurde.


Bei Claras Geschichte war es eigentlich gar nicht mein Ziel, einen Steigerungsloop zu machen.
Vielmehr hatte ich mit Claras Geschichte zwei Ziele:
1. Meine erste Geschichte in die Historie zu setzen.
2. Eine lineare Erzählung über ihren Weg zur "richtigen" Sklavin zu erzählen.
Die vielen Wiederholungen waren - meines Erachtens - dem geschuldet, dass ich bei meinen ersten beiden Geschichten den Fokus auf die Gefühlslage einer Quasi-Sklavin und dann einer tatsächlichen Sklavin gelegt hatte. Und diese Gefühlslage wiederholt sich natürlich immer wieder...

Nachdem ich dieses Thema jetzt in zwei Geschichten breit getreten habe, war/ist der Fokus dieser dritten Geschichte ein anderer:
Nämlich tatsächlich eine Geschichte im historischen Kontext zu erzählen.
Eine Kritik zum (ersten) Ende meiner ersten Story war, dass es keine abgeschlossene Story war und diese im Nirwana endete. Der Kommentator wünschte sich damals ein Drama in 3 Akten. Vielleicht hole ich das nach knapp 2 Jahren nach...

Zitat

Ich nehme mal als Beispiel die Sprachproblematik. Ich spreche Deutsch und Englisch recht fließend, aber kein Portugiesisch. Ich habe bewusst keinen Übersetzer benutzt, sondern das Besprochene aufmerksam gelesen – sodass man in einer ähnlichen Situation wie Isabella ist, also etwas aus den Wortstämmen herleiten kann, aber nicht zu viel mitbekommt. Diese Problematik hast du viel lebhafter als zum Beispiel bei den Gesprächen mit Suri beschreiben können – das hat mir Spaß gemacht.


So war es tatsächlich auch gedacht. Ich spreche selbst auch kein Portugiesisch (allerdings verstehe ich seit ein paar Wochen zumindest ein bisschen etwas...). Englisch und deutsch sollten tatsächlich auch die Textteile sein, die Isabella versteht, der Portugiesische Teil ist der Teil den sie nicht versteht. Aber wenn man Latein, Französisch, Italienisch oder Spanisch kann, kann man tatsächlich einiges vermuten.
Man muss den portugiesischen Teil auch nicht verstehen, wenn man sich mit Isabellas Perspektive zufriedengibt. Uninteressant ist es aber auch nicht, was der Gouverneur so spricht

Übrigens kam das Thema mit der Sprachproblematik ganz am Anfang meiner ersten Geschichte auf, als mir ein Leser schrieb, dass er es toll gefunden hätte, wenn Frau Dr. Kumar (erinnert sich noch jemand an diese?) mit Ahmed auf Arabisch reden würde und Caro nichts verstehen würde. Damals hatte ich das Thema noch nicht auf dem Schirm, das kam dann peu-a-peu.
Wobei Portugiesisch sicherlich auch deutlich einfacher zu googeln ist als arabisch.

Zitat

Da das Ganze, wie gesagt, auf relativ kurzen Zeiträumen stattfindet, ist auch keine eklatante Entwicklung bei Isabella zu erkennen. Sie gewöhnt sich also kaum an das Halseisen oder die kurzen Klamotten, und du kannst dauerhaft mit der Scham spielen, was du auch machst. Finde ich soweit auch recht gelungen.


Naja, noch ist die Geschichte nicht vorbei. Aber wie oben geschrieben sind die Gefühle der Protagonistin auch nicht der Hauptfokus, daher ist auch des Thema Entwicklung diesmal nicht vordergründig.

Zitat

Was mich am meisten an der Geschichte begeistert, ist Jeronimo, der ja als eine Art Zofe da ist und bei dem man nicht so richtig sagen kann, auf wessen Seite er sich schlagen wird. Da hätte ich vier bis fünf mögliche Szenarien im Kopf, die alle gut eintreten könnten. Ich will jetzt nicht zu viel mutmaßen, weil ich Angst habe, dass ich dir deinen Plot kaputt mache.


Mir gefällt die Figur des Jeronimo auch sehr gut. Aktuell weiß er selbst noch nicht was er will. Ein Revoluzzer ist er sicher nicht, eher ein schüchterner Typ, aber ein gutes Herz hat er schon. Vermutlich hat er deswegen auch den Job bekommen, der Gouverneur hätte bestimmt keinen selbstbewussten, charmanten Latin-Lover mit der "Verwaltung" seiner Sklavinnen beauftragt.
Man darf auch nicht vergessen, dass er genau wie Isabella am Ende der Welt, fern der Heimat arbeitet. Einfach mal Job kündigen und nach Hause fahren ist da nicht drin. Im Gegenteil würde er ein hohes persönliches Risiko eingehen, wenn er sich gegen seinen Chef stellt.
Und ja, ich finde es auch super-spannend, wie er mit sich selbst kämpft.

Zitat

So ganz konkrete Verbesserungsvorschläge habe ich nicht. Vermutlich ist meine Kritik eher Meinung oder Geschmack. Ich finde, die KI-Bilder dazwischen machen die Geschichte beim Lesen kaputt. Ich habe es mal mit ein paar Teilen probiert, die Experience so zu genießen, wie der Autor es möchte, und mir die Bilder angeschaut, aber habe es dann gelassen. Zum Glück liest sich die Story auch so ganz gut.


Das habe ich tatsächlich auch schon von anderer Seite gehört bekommen und ich weiß, was Du meinst. Im Kopfkino hat man vielleicht etwas anderes im Bild und dann zerstört das vorgegebene Bild dieses Kopfkino.
In diesem Sinne ist es vielleicht gut, dass die Bilder extern sind und man diese nicht anklicken muss (auch wenn es vielleicht schwer fällt).
Denn es ist auf jeden Fall so, dass man die Bilder nicht sehen muss, um die Geschichte zu verstehen, ganz im Gegenteil, kein Bild ist so gut wie das eigene Kopfkino. Ohne den Text ist es schwer, die Bilder zu verstehen, aber um den Text zu verstehen, braucht man die Bilder nicht. Ich würde es so sehen: Die Bilder sind die "leichte Kost", aber der Text und das Kopfkino das deutlich intensivere Erlebnis. So wie man sich einen Film in eineinhalb Stunden reinziehen kann oder sich tagelang in ein Buch vertiefen kann...

Zitat

Was mir nicht so gefallen hat, war, dass mit dem Humor zwei- bis dreimal die vierte Wand durchbrochen wurde – wie bei deiner letzten Reiseveranstalter-Parodie oder als Jeronimo mit Studien aus dem 21. Jahrhundert argumentiert. Das kann man zwar machen, aber wenn ansonsten eine Geschichte sehr ernst und, soweit ich es beurteilen kann, so historisch korrekt wie möglich erzählt wird, macht es die Stimmung ein wenig kaputt. Da hätte ich mir eher lustige Anekdoten oder Vorschläge gewünscht, die im geschichtlichen Kontext möglich wären.


Ich weiß, ich bin da inkonsequent: Einerseits schreibe ich, dass man über Sklaverei keine Witze machen sollte und tue es dann - außerhalb der Geschichte - dann doch.
Ich hatte schon das Gefühl, dass die Parodie mit meinem seltsamen Humor ganz gut ankam, so jedenfalls die (wenigen...) Kommentare. Daher würde ich das auch so beibehalten, wenn mir etwas einfällt.
Wie gesagt, alles außerhalb der eigentlichen Geschichte.
Aber klar, man kann das auch als störend empfinden in/zu einer Geschichte, die wie Du richtig schreibst, historisch möglichst korrekt sein soll.

Was meinst Du mit lustigen Anekdoten oder Vorschlägen? Das habe ich nicht ganz verstanden, wie das in die Geschichte passen soll.

Zitat

Aber wie gesagt: Anders als bei deiner ersten Geschichte sind meine Verbesserungsvorschläge eher subjektiv und du bewegst dich hier auf ganz hohen Niveau.


Nochmals herzlichen Dank. Erzähltechnisch finde ich diese Geschichte auch nicht so schlecht, leider spiegelt sich das nicht wirklich in den Klickzahlen oder Kommentaren wieder, diese waren bei den anderen Geschichten deutlich höher.
Aber was soll`s, mir gefällt die Geschichte und wenn sie Dir und noch zwei, drei anderen auch gefällt, teile ich auch den Rest der Geschichte noch gerne mit Euch

127. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 15.03.25 18:40

Ist doch okay. Bei Julia gab es ja auch Anspielungen auf Heidi Klum, als Julia feststellte, dass sie zugenommen hatte und ihr der Keuschheitsgürtel nicht mehr richtig passte.
128. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 16.03.25 08:11

24. Die zweite Tanzaufführung, Teil 1


Die beiden warfen mir nochmals einen genüsslichen Blick zu und der Gouverneur sagte zu seinem Gast:

“Ah, que bom, nosso pequeno escravo holandês está nos agraciando novamente.
O que você acha, meu amigo, ela também está ansiosa para esta noite?”

“Não tenho certeza, ela não parece muito feliz.
Mas ela definitivamente fica muito bonita em sua saia curta. Você tem uma escrava muito linda aí, quase te invejo um pouco!”

“Você está certo, ela parece bonita, mas não muito feliz.
Mas esperemos, para o bem dela, que ela dance melhor hoje do que ontem..."

“Isso definitivamente seria melhor para eles. Eu sei que você não gosta de desempenho desmotivado ou ruim.
Vejo que seu novo escravo também tem uma coleira combinando?
Muito linda, acho que a gola combina muito com ela!”

“Obrigado, eu também acho. Como você sabe, todos os meus escravos pessoais usam uma coleira como esta com o brasão da minha família como marca de identificação.
Como minha escrava, ela certamente ficará feliz com isso, assim como meus outros escravos.
Acho que o anel na frente é do tamanho certo: pequeno o suficiente para ficar fora do caminho enquanto trabalha ou dança, mas grande o suficiente para sempre lembrar a escrava de seu status."

Ich verstand nicht, was die beiden sprachen, aber vermutlich war das auch besser so.

Jedenfalls fühlte ich mich schon jetzt unwohl.
Zusammen mit meinen Leidensgenossinnen im kurzen Röckchen zu tanzen war bereits eine Überwindung gewesen. Aber nun stand ich in diesem unzüchtigen Gewand vor dem Gouverneur und seinem Gast und musste mich von diesen begutachten lassen. Dabei war dies natürlich erst der Anfang dieses Abends.


Kurz darauf kam auch Jeronimo wieder herein, in der Hand trug er wieder seine Gerte. Er kam in Begleitung von vier Sklavinnen, den zwei Musikerinnen mit ihrer Laute und den zwei Tänzerinnen, die gestern Abend ebenfalls getanzt bzw. gespielt hatten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...lute-1170187149

Sie alle im gleichen kurzen Dress wie wir, sodass unsere Musik- und Tanzgruppe vollständig war. Die eine Tänzerin war Yuva, die zweite indische Leibsklavin des Gouverneurs, die andere Tänzerin und die anderen beiden Musikerinnen waren „normale“ Sklavinnen, die ich noch nicht so gut kannte. Die andere Tänzerin konnte im Gegensatz zu mir gut tanzen, daran erinnerte ich mich noch.

Jedenfalls war unsere Tanzgruppe von gestern Abend wieder komplett, vier Musikantinnen und fünf Tänzerinnen. Und ich mittendrin.


Die vier Sklavinnen gesellten sich zu uns, Jeronimo blieb dagegen so wie gestern neben der Tür stehen. Ich war mir nicht sicher, ob ich wollte, dass er auch wieder da war.

Einerseits schämte ich mich, dass er mich so tanzen sah. Andererseits gab er mir auch ein klein wenig Halt, hier in diesem schrecklichen Albtraum. Allerdings war er vermutlich auch wieder dafür zuständig, mich zu schlagen, wenn dem Gouverneur mein „Tanz“ nicht gefiel. Zu diesem Zweck hatte er vermutlich auch wieder seine Gerte dabei.

Mir schauderte.

Ich warf Jeronimo einen kurzen ängstlichen Blick zu. Dieser hatte meinen Blick anscheinend bemerkt und machte mir mit einer kleinen Geste Mut. Er hatte auch noch ein kleines Lächeln für mich übrig.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...0194979#image-1

Meine Angst vor dem Abend wurde dadurch aber auch nicht kleiner.


Kurze Zeit später kamen zwei afrikanische Sklavinnen herein und servierten dem Gouverneur und seinem Gast die Vorspeise, eine Gemüsesuppe.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...0738994#image-1

Inzwischen kannte ich die beiden, es waren Keeya und Amani. Wie ich waren sie persönliche Sklavinnen des Gouverneurs und fürs Bedienen ihres Herrn zuständig. Jedenfalls soweit ich neuerdings diese Aufgabe nicht erledigen musste, so wie heute Mittag und heute Nachmittag. Die beiden hatten mich natürlich auch erkannt und warfen mir – ebenso wie meinen anderen Leidensgenossinnen – einen wortlosen Gruß und ein kleines Lächeln zu.

Zugegebenermaßen hätte ich gerne mit Amani getauscht, die zum einen nicht dieses obszöne Gewand tragen musste und zum anderen den Raum nach dem mir bereits wohlbekannten Knicks und der tiefen Verbeugung wieder verlassen durfte.


Der Gouverneur ordnete an, dass ich wieder in der Mitte tanzen müsste, so wie gestern zwischen Manju und Malaika. Kurz darauf klatschte der Statthalter in die Hände, was unzweifelhaft hieß, dass wir mit unserer ersten Tanzeinlage beginnen mussten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...0962105#image-1

Die vier Musikerinnen und begannen zu spielen und Manju flüsterte wie gestern Abend:
„Um, dois, três.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...te-2-1170963467
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cans-1170963821

Zumindest war mir heute bereits bewusst, was kam, auch wenn dies die Sache nicht besser machte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1170966462
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1170966798
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1170967611

Manju und die anderen begannen zu tanzen und ich versuchte, es ihnen gleichzutun. Wie gesagt, „tanzen“ war das in meinen Augen nicht, mehr ein obszönes Erregen der männlichen Zuschauer.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...aves-1170967904
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cing-1170980872
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-2-1170981463
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-3-1170981708
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cing-1170981999

Die Musikantinnen spielten heute ein anderes Lied als gestern, aber die obszönen Bewegungen waren die gleichen. Auch wenn ich den Text nicht verstand, so half es doch ein wenig, dass ich das Lied zuvor bei der Übungsstunde schon zwei- oder dreimal gehört hatte.

So musste ich dann auch nicht abwarten, was Manju und Malaika neben mir taten, sondern wusste bereits, welche Bewegung als nächstes kam. Aber wie gesagt, besser machte das die Sache eigentlich auch nicht.

Ich glaube, es ging in dem Lied um eine Prinzessin Nzinga, welche sich in einen Prinz Pedro verliebte und diesen mit unanständigen Posen zu verführen suchte. Jedenfalls vermutete ich das, immer wieder sangen die Musikerinnen etwas von einer „princesa Nzinga“ und „Príncipe Pedro, eu te amo.“ Ich glaube, zuvor bei der Übungsstunde hieß die Prinzessin noch Joana und der Prinz Punda, aber der Rest des Texts und die Melodie waren gleich.

Der Text wiederholte sich gefühlt auch hundert Mal, was für ein schwachsinniges Lied. Natürlich würde auch keine Prinzessin jemals auf die Idee kommen, so um die Hand eines Prinzen zu werben, egal ob sie Joana oder Nzinga und der Prinz Punda oder Pedro hieß. Höchstens vielleicht in den unanständigsten Träumen des Prinzen. Aber vermutlich hätten die Musikerinnen genauso gut übers Wetter oder die Gemüsesuppe des Gouverneurs singen können, es ging vermutlich sowieso nur um unsere obszönen Bewegungen und darum, dem Gouverneur unseren Körper zu „präsentieren“, wie er es heute Mittag genannt hatte.


Wie bereits gestern war es am demütigendsten, wenn mein kurzer Rock bei den Drehungen nach oben flog und damit für ein paar Momente den Blick auf meinen Unterleib freigab.

Nicht viel besser war es, wenn wir den beiden Zuschauern unseren Rücken zudrehten, unanständig mit dem Po wackelten und uns dann zum Takt der Musik nach vorne beugten.
Wer auch immer sich diese Bewegungen ausgedacht hatte, er hatte es vermutlich nur aus dem einen Grund getan, damit unser Röckchen garantiert nicht über unserem Po blieb und die Zuschauer diesen zu sehen bekamen.
Von der Übungsstunde zuvor war ich das ja bereits gewohnt, aber das hier war doch anders, viel beschämender. Manju und Malaika hatten die intimen Teile meines Körpers zuvor auch gesehen, aber sich nicht soweit ich sehen konnte nicht besonders dafür interessiert.

Der Gouverneur und sein Gast schienen besonders genüsslich hinzusehen, wenn ich mich drehen oder nach vorne beugen musste. Vielleicht bildete ich mir das nur ein, aber in den Augen des Gouverneurs und seines Gastes meinte ich zu erkennen, dass ihnen genau diese Bewegungen am besten gefielen.

Nicht nur, aber besonders bei mir.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1171149248
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...hers-1171149408

Ich tanzte immer noch sehr steif und Angst vor dem Gouverneur und seinem „Urteil“ über meinen Tanz hatte ich auch. Zumindest konnte ich die Bewegungen nach der vorherigen Übung ein wenig besser. Irgendwie hoffte ich doch, dass Manju zuvor das „bom, Isa“ nicht nur zum Spaß gesagt hatte. Es widerstrebte mir nach wie vor zutiefst, für den grausamen Gouverneur zu tanzen, aber irgendwie hatte ich doch die verzweifelte Hoffnung, mir die gestrigen Hiebe heute zu ersparen.

Auch hatte ich gestern bereits gelernt, dass ich meine Schamgefühle besser ignorieren sollte, wenn ich nicht mehr Hiebe als nötig bekommen wollte. So widerstand ich auch dem natürlichen Drang, mein Röckchen mit den Händen festzuhalten; so konnte man nicht richtig tanzen, das hatte ich gestern bereits einsehen müssen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-1-1171149600
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-3-1171150613

Mit dieser Kombination aus etwas Übung und unterdrücktem Schamgefühl „tanzte“ ich vermutlich etwas besser als gestern. Dennoch war ich bereits nach der ersten Tanzrunde bereits fix und fertig.
Wir setzten uns auf den Boden und Jeronimo brachte uns zur Erfrischung etwas Wasser.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ound-1171275303

Der Gouverneur wandte sich wieder seinem Gast zu:
“O que você acha, meu amigo, minha pequena escrava holandesa dançou melhor hoje do que ontem?
Acho que ela ainda não gostava muito de dançar para nós.
Mas na minha opinião não foi tão ruim assim.
Acho que ela realmente se esforçou hoje…”

“Você está certo, o pequeno aprende muito rápido, isso também me surpreendeu.
Se eu soubesse disso, eu a teria deixado dançar no navio todas as noites; Minha equipe definitivamente ficaria feliz…
Mas estou muito feliz por você, meu amigo, que você tenha uma escrava branca tão bonita que consegue dançar - pelo menos um pouco - no segundo dia.
Se você continuar a motivá-la tão bem quanto fez ontem, talvez um dia ela consiga dançar tão bem quanto seus escravos indianos e africanos!"

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1171282961

Dann wandte sich der Gouverneur wieder in Englisch an Jeronimo:
„So wie es aussieht, ist unser Gast heute zufrieden. Und auch ich bin sehr erfreut darüber, dass meine hübsche niederländische Sklavin ihre Lektion gestern gelernt hat. Als Belohnung bekommt sie nur fünf leichte Schläge, damit sie es auch nicht vergisst, sich in der nächsten Tanzrunde wieder anzustrengen!“

Ich sah erschrocken zum Gouverneur und Jeronimo hinüber.

Ich hatte mein Bestes gegeben und diesen obszönen Tanz anscheinend gar nicht so schlecht ausgeführt und zum Dank, „zur Belohnung“ wurde ich trotzdem geschlagen? Fünf Hiebe als „Belohnung“?
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ward-1171286700

Der Gouverneur hatte ein hämisches Grinsen im Gesicht.


Vermutlich ließ mich dieser grausame Mensch nicht dafür schlagen, dass ich so schlecht getanzt hatte, sondern nur deswegen, weil er mich vor seinem Gast demütigen wollte. Oder weil er immer noch keine Niederländer mochte, auch das war im Rahmen des Möglichen.

Jeronimo warf mir einen entschuldigenden Blick zu, nahm meine Hand und führte mich dann vor den Statthalter und seinen Gast.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ward-1171283890
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rd-2-1171284089

Vor dem Gouverneur blickte mir Jeronimo nochmal eindringlich in die Augen. Ich konnte mir denken, was er mir mit dem Blick sagen wollte und so verbeugte ich mich wiederum vor dem Gouverneur.
Ich hatte ich meine „Lektion“ gestern gelernt, dass es besser für mich war, meine Selbstachtung über Bord zu werfen und mich dem Monster zu unterwerfen. Selbst wenn man grundlos geschlagen wurde.

Aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen, dass der Gouverneur wiederum über die unterwürfige Geste freute. Dieser Mann war ein Monster, aber zumindest war klar, wie man dieses halbwegs milde stimmen konnte: Man musste sich nur ausreichend demütigen lassen und ihm bedingungslos gehorsam sein. Dann würde er einen zumindest am Leben lassen.


Wie schon gestern musste ich mich nach vorne beugen und dem Gouverneur wieder meinen nackten Po präsentieren. Dann gab mir Jeronimo mit seiner Gerte fünf Schläge auf meinen nackten Hintern.

Immerhin schlug er wirklich nur sehr sanft zu, weh tat es trotzdem. So sanft, dass der Gouverneur nach den fünf Schlängen meinte:
„Ein bisschen fester hättest Du schon zuschlagen können, Jeronimo. Wenn Du die Sklavin streicheln solltest, hätte ich Dir das auch so gesagt. Gib der Sklavin noch einen festen Hieb, der sie für die nächste Tanzrunde ausreichend motiviert.“

Jeronimo folgte dem Befehl und schlug noch einmal fest zu. Der letzte Hieb war doch sehr schmerzhaft und ich konnte einen kurzen Schmerzensschrei nicht unterdrücken.

Der Gouverneur grinste:
„Jeronimo, sag der Sklavin noch, dass sie das nächste Mal noch drei extra Hiebe bekommt, wenn sie wieder so schreit.“

Dem jungen Mann war die Weitergabe anscheinend peinlich und so sagte er nur leise:
„Du hast es gehört, Isabella.“

Ich war erneut fix und fertig. Diesmal nicht vom Tanzen, sondern von den Demütigungen des Gouverneurs.

Ich hatte wirklich gehofft, dass ich mir die Hiebe heute Abend ersparen konnte, wenn ich nur obszön genug für meinen grausamen Besitzer tanzen würde. Aber ich hatte mich getäuscht, der Gouverneur brauchte keinen Grund, um mich schlagen zu lassen, es genügte völlig, wenn ihm und seinem Gast dies Vergnügen bereitete.

Ich wünschte mich weg von hier, irgendwohin. Gerne auch zurück in meine Gefängniszelle in Sansibar.
Aber eigentlich wollte ich nach Hause, nach Amsterdam zu meiner Familie. Wie wäre das schön. Unglaublich schön. Und doch so unerreichbar weit weg.

Ich war so verzweifelt. Ich hätte alles getan, um von hier wegzukommen. Und konnte genau genommen überhaupt nichts tun, um diesem Elend, diesem grausamen Gouverneur zu entkommen.


Nach dem letzten Hieb hatte ich noch ein paar Minuten, um mich von dieser „Belohnung“ zu erholen, geistig und körperlich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rd-1-1171284524
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...1285095#image-1

Aber wenn ich ehrlich war, schmerzte mein Hintern zwar, aber noch bei weitem nicht so wie gestern Abend.

Es konnte also durchaus noch schlimmer kommen.
Und es würde vermutlich noch schlimmer kommen, schließlich war dies erst die erste Tanzrunde gewesen und der Gouverneur und sein Gast hatten gerade einmal die Vorspeise genossen.

Ich setzte mich zu meinen Leidensgenossinnen, diese sahen mich mitleidig an. Manju und Malaika streichelten mir auch wieder vorsichtig über die Schulter, so wie sie es bereits gestern getan hatten. Eine ganz kleine Zuneigung unter Sklavinnen, die nichts besser machte, aber zumindest ein ganz klein wenig tröstete.


Dann war unsere Pause leider auch schon wieder vorbei. Der Gouverneur und sein Gast bekamen von Amani und Keeya ihren Hauptgang serviert und wir mussten weitertanzen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...1525980#image-1
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...1526414#image-1
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1171526737

Der Schmerz an meinem Po von dem letzten Schlag erinnerte mich unweigerlich daran, dass ich erneut mein Bestes geben musste, um nicht noch mehr Schmerzen zugefügt zu bekommen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1171527017

Das frustrierende war jedoch auch, dass ich wusste, dass ich sowieso geschlagen wurde. Wenn ich gut „tanzen“ würde, ein bisschen weniger, wenn der Gouverneur nicht zufrieden war, umso mehr.
Ein bisschen weniger war mir dann doch lieber, im Grunde war es eh schon egal, ob ich mich wieder bis auf die Knochen blamierte, das hatte ich schon dreimal getan. Und weitere Male würden folgen.
So tanzte ich wieder, als ob ich den Gouverneur dazu auffordern wollte, mit mir wieder intim zu werden. Dabei war dies tatsächlich das allerletzte, was ich wollte. Aber auch dies interessierte den grausamen Gouverneur nicht im Geringsten.

Ich musste auch feststellen, dass es den beiden Scheusalen vor mir gefiel, wenn ich mir an das Röckchen griff und dieses nicht an meine Hüfte presste, sondern dieses im Gegenteil ab und zu beim Tanzen etwas anhob. Warum könnt ihr Euch ja denken. Von alleine wäre ich natürlich nie auf die Idee gekommen, aber Manju und Malaika neben mir taten dies immer wieder und setzten dazu eine laszive Mine auf.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ng-2-1146796527

Mein gesamter Verstand sträubte sich gegen diese Obszönität, aber ein anderer Teil meines Verstands sagte mir auch, dass die lüsternen Blicke des Gouverneurs und seines Gastes vielleicht immer noch besser waren als die Hiebe, welche ich bekommen würde, wenn die beiden nicht zufrieden wären. Fünf leichte Hiebe waren besser als zehn normale, auch das hatte ich gestern bereits gelernt.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nd-1-1171528929
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nd-2-1171529149
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sion-1171529512
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...1529900#image-1

Das zweite Lied hatte einen afrikanischen Text, den ich noch weniger verstand als den des ersten. Vermutlich spielte der Text aber auch bei diesem Lied keine Rolle. Ich glaube, es war in irgendeiner Weise ein afrikanisches Kriegslied. Genauso gut hätte es aber in dem Text um Gemüsesuppe gehen können, das war dem Gouverneur und seinem Gast vermutlich völlig egal, solange ich und die anderen Sklavinnen ihnen dazu unseren Körper in unanständiger Weise präsentierten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ve-1-1171527525
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...1528008#image-1
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...1530277#image-1

Immer wieder blickte ich hinüber zu den Musikerinnen und hoffte, dass sie bald mit dem Spielen und Singen aufhören würden. Leider taten sie das nicht, gefühlt spielten und sangen sie eine halbe Ewigkeit und ich musste meine obszönen Bewegungen immer weiter fortsetzen.


Auch die zweite Tanzrunde endete irgendwann aber doch und ich fragte mich eigentlich nur noch, wie viele Hiebe ich diesmal bekommen würde.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...dict-1171530857

Der Gouverneur schien mit seinem Gast wieder zu diskutieren:
„O que você acha, amigo, quantas chicotadas nosso escrava holandês mereceu desta vez?”

“Mmm, acho que ela está dançando cada vez melhor. Na verdade, ela não merecia nenhum golpe.
Exceto talvez como um pouco de motivação para a próxima rodada, para que ela não fique convencida.
Mas desta vez o escrava da extrema esquerda dançou um pouco indiferente.
Será que eles se sentem um pouco seguros porque estamos apenas olhando para a nossa garotinha holandesa o tempo todo?”

“Você está certo, meu amigo. Agora que você diz, também acho que o escrava não dançava com tanta motivação.
Ela pode fazer isso muito melhor!”

Der Gouverneur und sein Gast waren anscheinend mit seinen Beratungen fertig. Verstanden hatte ich mal wieder nichts, aber das Ergebnis würde ich gleich schmerzhaft mitbekommen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1171530533

An Jeronimo gerichtet verkündete er zunächst auf Portugiesisch und dann nochmals – vermutlich extra für mich – auf Englisch seinen Beschluss:
„Also Jeronimo: Wir haben beide erfreut zur Kenntnis genommen, dass sich meine niederländische Sklavin zumindest bemüht hat. Damit das auch so bleibt, erhält sie als Motivation für die dritte Tanzrunde daher nochmals nur fünf leichte und einen normalen Hieb. Ach ja: Hiebe und keine Streicheleinheiten!
Aber Malaika bekommt für ihre unmotivierte Darbietung zehn richtige Hiebe. Sie kann deutlich besser tanzen. Vielleicht meint sie ja, dass sie sich nicht mehr anstrengen müsste, nur weil wir eine neue Tänzerin haben, die noch nicht so gut tanzen kann wie sie. Da hat sie sich aber getäuscht. Selbstverständlich erwarte ich auch von meinen anderen vier Tänzerinnen vollen Einsatz, jederzeit.
Jeronimo, bitte walte Deines Amts.“


Ich war – halbwegs – erleichtert, ich hatte schlimmeres erwartet.

Das konnte man von Malaika dagegen nicht behaupten. Das arme Mädchen war erschrocken, als sie das Urteil vernahm.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cked-1171531145

Ich hatte sie nur aus den Augenwinkeln von Zeit zu Zeit gesehen, die meiste Zeit hatte ich mich auf meine eigene Demütigung konzentrieren müssen. Ich hatte aber nicht das Gefühl gehabt, dass Malaika in irgendeiner Weise schlecht getanzt hatte.
Definitiv hatte sie viel besser getanzt als ich.
Das spielte aber auch keine Rolle, der Gouverneur hatte es so entschieden und ob die Strafe gerechtfertigt war oder ob er das arme Mädchen nur zu seinem persönlichen Vergnügen bestrafte, interessierte hier am Ende der Welt niemanden.

Bis vorhin hatte ich wirklich geglaubt, dass der Gouverneur seine Sklavinnen nur bestrafen würde, wenn sie sich seinen Befehlen widersetzten. Aber heute Abend mussten wir noch einen anderen Herrn kennenlernen: Einen, der seine Sklavinnen nur zu seiner Belustigung und der des Gastes verprügeln ließ.

Dieses Monster war zu vielem fähig, einmal mehr wurde mir dies deutlich.

Und mir und den anderen Mädchen blieb nichts anderes übrig, als diesem Monster zu dienen und darauf zu hoffen, dass er uns nicht zu oft zum Spaß verprügeln ließ.


Als erstes führte Jeronimo mich vor den Gouverneur. Dabei flüsterte er mir noch zu:
„Denk dran, Isabella, Du darfst nicht so laut schreien, sonst ordnet der Gouverneur noch Zusatzschläge an.“

Das demütigende Prozedere, wie ich vor dem Gouverneur meinen Po entblößen musste und dann geschlagen wurde, kannte ich ja bereits. Jeronimo schlug wie befohlen auch etwas fester zu als vorhin, der letzte Schlag war aber noch deutlich härter. Und schmerzhafter. Ich biss mir auf die Zähne, so dass es immerhin bei dem einen festeren Hieb blieb. Auch diesen hatte ich aber eigentlich nicht verdient.

Ich war froh, als ich diese erneute „Bestrafung“ (eigentlich war dies das falsche Wort, ich hatte ja gar nichts falsch gemacht) vorbei war und ich zurück zu den anderen Tänzerinnen gehen konnte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-1-1171531760
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-2-1171532227
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...in-3-1171532361

Aber nun war die arme Malaika dran. Die arme Frau zitterte bereits, als Jeronimo sie vor den Gouverneur führte. Auch ihr flüsterte er ein paar Worte zu, welche ich allerdings nicht verstand.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...go-1-1171533549
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...go-2-1171533890

Ich hatte das Gefühl, dass Jeronimo diese Bestrafungen keinen Spaß machten. Weder von mir noch von Malaika. Vermutlich auch keiner anderen Sklavin, irgendwie hatte ich immer noch das Gefühl, dass dieser junge Mann ein gutes Herz hatte, obwohl mein Po wieder schmerzte von den Hieben, die er mir gerade verabreicht hatte.

Das traf für den Gouverneur nicht zu. Im Gegenteil wurde ich das Gefühl nicht los, dass er Malaikas Bestrafung nur zu seinem Vergnügen angeordnet hatte.


Das arme Mädchen musste sich ebenso wie ich umdrehen und nach vorne beugen, sodass sie dem Gouverneur und seinem Gast ihren nackten Po präsentieren musste.

Dann bekam auch die schwarze Sklavin Schläge mit der Gerte, sogar noch vier mehr als ich.

Diese taten bestimmt sehr weh, Jeronimo schlug fester zu als bei mir vorhin. Aber auch Malaika biss sich auf die Zähne und wimmerte nur leise in ihrem Unglück. Sicherlich kannte auch sie die Regel bereits, dass zu laute Schreie weitere Hiebe nach sich zogen. Bestimmt waren dies auch nicht die ersten Hiebe gewesen, die sie erhalten hatte, vermutlich war der Gouverneur nicht erst seit gestern so grausam.

Ich konnte kaum hinsehen, wie Jeronimo das arme Mädchen schlug, für nichts.

Malaika hielt sich wirklich tapfer, dennoch hatte sie Tränen in den Augen, als Jeronimo sie zu unserer „Tanzgruppe“ zurückbrachte. Sie tat mir leid.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...1534742#image-1
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ance-1171535072

So grausam hatten wir unsere Sklavinnen in Batavia nie behandelt. Sie waren zwar unsere Diener, aber sie gehörten doch zum Haushalt.
So wie ein Sklave sich um das Wohl des Hausherrn kümmern musste, so kümmerte sich ein guter Hausherr doch umgekehrt auch um das Wohlergehen des Sklaven. Aber so dachte der Gouverneur ganz offensichtlich nicht. Für ihn waren wir Sklavinnen heute Abend und vermutlich auch sonst nicht mehr als Belustigungsobjekte, deren Wohlergehen ihm komplett egal zu sein schien.

Schwere Zeiten standen mir bevor.


Die ganze grausame Prozedur dauerte ein paar Minuten, sodass wir danach auch nicht mehr als zu lange Pause hatten, bis die nächste demütigende Tanzrunde begann.

Gestern konnte ich nach der zweiten Tanzrunde gehen. Heute war mir dies anscheinend nicht vergönnt. Weder Jeronimo noch der Gouverneur machten irgendwelche Anstalten, mir eine dritte Tanzrunde zu ersparen.

Das galt auch für die arme Malaika, die sich erst mal von dem Schock und den Schmerzen erholen musste.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ad-1-1171535641
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ad-2-1171536177

Da half es ihr vermutlich auch nicht viel, dass diesmal ich den Arm um sie legte, so wie sie es zuvor bei mir getan hatte. Leider fehlten mir aber die Worte, ihr etwas Schönes oder Aufmunterndes zuzuflüstern, ich hätte nicht gewusst was.
So streichelte ich ihr nur schweigend ein wenig über die Schulter und wischte ein paar Tränen aus ihrem Gesicht.
Aber etwas froh schien auch Malaika über die kleine Zuneigung zu sein, obwohl sie immer noch Schmerzen und Tränen in den Augen hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ka-1-1171537644
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ka-2-1171538611
129. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 17.03.25 18:11

Danke, dass du am Ball bleibst und weiter uns deine Geschichte präsentierst, ich lese jeden Teil mit Genuss

130. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 18.03.25 21:51

@chasHH:
Zitat

Ist doch okay. Bei Julia gab es ja auch Anspielungen auf Heidi Klum, als Julia feststellte, dass sie zugenommen hatte und ihr der Keuschheitsgürtel nicht mehr richtig passte.

Vielleicht sollte Julia mal Isabella besuchen kommen.
So ein Bauchtanz soll ja sehr gesund für Rücken, Bauch, Beine und Po sein. Und nach einem langen Arbeitstag noch vier Runden davon – mit vollem Einsatz, um nicht von Jeronimo an der Hand genommen zu werden – zu tanzen, ist bestimmt ziemlich anstrengend. Da wäre es Julia bestimmt nicht passiert, dass ihr der Keuschheitsgürtel nicht mehr passt. Bzw., nach vier Wochen in Ilha de Moçambique passt ihr der Gürtel bestimmt wieder… 😊


@Adriana:
Zitat
Danke, dass du am Ball bleibst und weiter uns deine Geschichte präsentierst, ich lese jeden Teil mit Genuss

Auch Dir vielen Dank fürs Am-Ball-Bleiben. Ich glaube, wir motivieren uns gegenseitig 😊


@alle interessierten Leser.
Dem Wunsch des geschätzten @Figo
Zitat
Da hätte ich mir eher lustige Anekdoten oder Vorschläge gewünscht, die im geschichtlichen Kontext möglich wären

nachkommend zur Überbrückung bis zur nächsten Folge diesmal keine doofe Parodie, sondern ein Rätsel zur Geschichte:
Hat irgendjemand verstanden, warum die Musikerinnen das erste Lied in zwei Versionen gesungen haben?

Zitat
Ich glaube, es ging in dem Lied um eine Prinzessin Nzinga, welche sich in einen Prinz Pedro verliebte und diesen mit unanständigen Posen zu verführen suchte. Jedenfalls vermutete ich das, immer wieder sangen die Musikerinnen etwas von einer „princesa Nzinga“ und „Príncipe Pedro, eu te amo.“ Ich glaube, zuvor bei der Übungsstunde hieß die Prinzessin noch Joana und der Prinz Punda, aber der Rest des Texts und die Melodie waren gleich.


Isabella hat meine kleine Tiefgründigkeit nicht verstanden, konnte sie auch nicht, und mindestens 95% der Leser vermutlich auch nicht (auch ich hätte mit Sicherheit darüber hinweggelesen, wenn ich die kleine Passage nicht selbst geschrieben hätte…).

Hat jemand eine Idee? Der erste Teil der Lösung ist m. E. noch relativ einfach, für den zweiten Teil braucht man entweder Google oder Kenntnisse in „exotischen“ Sprachen.

131. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 23.03.25 21:33

Zitat

Hat irgendjemand verstanden, warum die Musikerinnen das erste Lied in zwei Versionen gesungen haben?


Schade, dass niemand mitraten wollte. Dann werde ich diese kleine Tiefgründigkeit für mich behalten.
132. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 23.03.25 22:13

25. Die zweite Tanzaufführung, Teil 2


Zumindest bekamen der Gouverneur und sein Gast bereits den Nachtisch serviert, was in mir die Hoffnung aufkeimen ließ, dass dieser Horror bald vorbei wäre. Zumindest für heute Abend.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sert-1172951541
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rt-2-1172952209

Eigentlich war ich mit den Kräften bereits am Ende. Gestern durfte ich nach zwei Runden gehen.
Diese Erleichterung gönnte mir der Gouverneur heute aber nicht. Ich musste weitertanzen, so müde ich auch war. Im Gegenteil, der letzte schmerzhafte Hieb erinnerte mich daran, dass ich auch in der dritten Runde alles geben musste, wollte ich nicht noch schlimmer bestraft werden. So wie Malaika beispielsweise. Den „vollen Einsatz“ verlangte unser grausamer Herr sicherlich nicht nur von Malaika, sondern auch von mir.

Mir schauderte, als der Gouverneur wieder grinsend in die Hände klatschte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ound-1172953724

Irgendwie hasste ich die Musikerinnen einen Moment lang dafür, dass sie wieder zuspielen begannen.
Aber es war natürlich auch nicht ihre Entscheidung. Sie spielten vermutlich ebenso wenig freiwillig vor diesem Monster wie wir für dieses tanzten. Ebenso wenig konnte ich Manju dafür hassen, dass sie wieder „um, dois, três“ flüsterte…
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ound-1172955295


Jedenfalls tat ich auch in dieser dritten Runde wieder mein Bestes, um den Gouverneur mit allerlei obszönen Bewegungen zufrieden zu stellen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...cing-1172955659

Wenn es überhaupt etwas Gutes daran gab, dass ich hier in Ilha de Moçambique gelandet war, dann das, das mich niemand hier kannte. In Amsterdam hätte ich mich nach diesem „Tanz“ wohl nicht mehr auf die Straße getraut, vermutlich hätte ich die Stadt am nächsten Tag aus Scham verlassen. Das hätte ich hier auch gerne gemacht, wenn ich es denn nur irgendwie gekonnt hätte.

So langsam hatte ich mich auch tatsächlich an die Bewegungen gewöhnt und bekam so langsam etwas Routine darin. Das Lied war ein anderes, aber die Bewegungen wiederholten sich ständig. Es ging eigentlich immer ums gleiche: Die Beine zeigen, die Hüften schwingen, den Bauchnabel präsentieren, die Oberweite erotisch in Szene setzen, mit den Augen einen verführerischen Blick aufsetzen, mit dem Po wackeln und sich so zu bewegen, dass das Röckchen möglichst oft davonflog und die Gäste meinen nackten Unterleib sehen konnten.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nd-1-1172956234
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nd-3-1172957054

Je lüsterner die Blicke der Zuschauer auf mich, desto besser gelang mir das wohl.


Allerdings merkte ich auch, wie ich langsam müde wurde, der Tag war lang und anstrengend gewesen.

So war ich denn auch heilfroh, als zwei Sklavinnen hereinkamen, um den Nachtisch abzuräumen. Dies bedeutete dann auch, dass wir zum Tanzen aufhören durften.

Ich war hundemüde und setzte mich auf den Boden des Saals. Zumindest Jeronimo hatte wieder etwas Mitleid mit uns und gab uns Wasser, damit wir uns erfrischen konnten.

Allerdings kam nun auch zum dritten Mal der Teil, der im Grunde genauso schlimm war wie der Tanz: Nämlich die Bewertung meiner Tanzdarbietung und die anschließende praktisch unausweichliche Bestrafung.

So denn auch diesmal.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ound-1173339577

Der Gouverneur wandte sich wieder an seinen Gast:
„A segunda rodada de dança foi melhor, o que você acha meu amigo?”

“Sim. A nossa pequena holandesa, em particular, parece estar a ficar cansada.
Acho que ela precisa de mais prática para ficar em melhores condições.”

“Devemos puni-los?”

“Na verdade já. Mas ela fez um esforço, você podia ver isso.
Talvez queiramos conceder misericórdia novamente?
Somos pessoas tão generosas, mas infelizmente às vezes somos muito gentis com nossos escravas...”
“Você também está certo. Espero que meus escravas me agradeçam por minha generosidade. Mas tenho mais dúvidas sobre isso...
Bom. Eu tenho uma ideia. Desta vez não vamos castigá-la, e a nossa pequena holandesa também deverá ficar impune desta vez.
É por isso que teremos uma competição para a última rodada!”


Ich hatte mal wieder nichts von dem verstanden, was der Gouverneur und der arabische Händler gesprochen hatten. Vermutlich war dies wieder einmal besser so gewesen.

Dann verkündete der Statthalter jedoch sowohl auf Portugiesisch als auch auf Englisch das Ergebnis seiner Beratungen:
„Sklavinnen! Eure Leistungen haben in der dritten Runde doch nachgelassen.
Da ich jedoch so ein gutmütiger Mensch bin, verzichte ich diesmal auf eine Bestrafung.
Damit Ihr Euch in der vierten Runde aber nochmals anstrengend, erhält diejenige, die meiner Meinung nach am schlechtesten tanzt, 10 Gertenhiebe. Und die Sklavin, die nach Meinung meines Gastes am schlechtesten tanzt, ebenfalls. Wenn wir der gleichen Meinung sind, werden es 20 Hiebe für die Tänzerin mit der schlechtesten Darbietung. Jetzt erholt Euch noch ein bisschen, damit ihr fit seid für das Finale!“

Ich wurde kreidebleich. Ich wusste schon, wer die 20 Hiebe kassieren würde – ich. Ich konnte bei weitem nicht so gut tanzen wie die Afrikanerinnen oder Inderinnen, selbst wenn ich mich noch so sehr bemühte. Diese schienen die Melodien im Blut zu haben, während ich mich trotz der vorherigen Übungsstunde immer noch steif bewegte.

Ich sah hilfesuchend zu Jeronimo, aber auch er zuckte nur mit den Schultern. Gegen die Befehle seinen Chefs konnte er auch nichts machen. Und die 20 Schläge würde er mir auch verabreichen – müssen, auch wenn er das vielleicht nicht gerne tat. Deswegen taten die Hiebe aber auch nicht weniger weh.

Ich sah auch meine Mittänzerinnen an. Diese waren auch blass geworden, soweit man das bei ihrer schwarzen Haut sagen konnte. Wir sahen uns gegenseitig an, niemand von uns wollte an diesem demütigenden Wettbewerb teilnehmen, dass man besonders gut tanzen sollte, damit man nicht selbst, sondern eine Mitsklavin die Hiebe bekam.

Diese Idee war wirklich krank.

Ich überlegte kurz, ob wir uns nicht einfach gemeinsam weigern könnten, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Dann würden wir aber vermutlich alle die 20 – oder noch mehr – Hiebe erhalten.

Einerseits war dies ein Dilemma, andererseits stand die Verliererin, also ich, eigentlich bereits fest.

Die anderen Tänzerinnen machten aber nicht den Eindruck, als ob sich ihrer Sache so sicher wären.
Insbesondere Malaika machte doch einen eingeschüchterten Eindruck. Die zehn Schläge zuvor hatten vermutlich ihre Spuren hinterlassen.


Ein paar Minuten später brachten Amani und Keeya dem Gouverneur und seinem Gast dann jeweils ein Glas Portwein, was für uns dann das Zeichen dafür war, dass die letzte Tanzrunde zu beginnen hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ound-1173340039

Der Gouverneur wandte sich nochmals auf Portugiesisch an die Musikerinnen:
„Jamila, Habiba, quero ouvir a primeira música novamente. No entanto, a Princesa Nzinga agora se chama Princesa Amilia. A-mi-li-a. Você entendeu isso?“

Die vier Musikerinnen nickten gehorsam:
„Sim, senhor, nós entendemos.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1173340782

Die vier Sklavinnen spielten wieder auf ihren Lauten auf und wir – also zumindest ich – versuchte nochmals die letzten Kräfte zu sammeln, um diese Runde noch irgendwie zu überstehen. Viel lieber hätte ich mich aber auf den Boden gelegt und geweint.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ound-1173341471

Die Musikerinnen spielten nochmals das gleiche Lied wie am Anfang, allerdings sangen sie nicht mehr von einer Prinzessin Nzinga, sondern von einer Prinzessin Amilia, welche sich nun anscheinend in Prinz Pedro verliebt hatte und diesen verführen wollte.

Irgendwie fühlte sich das sehr seltsam an, zu diesem Text zu tanzen. Ich hatte das ungute Gefühl, dass dies eine Anspielung speziell für mich sein sollte. Ich kannte keine Prinzessin Amilia, aber der Name war eindeutig nicht afrikanisch oder portugiesisch, sondern niederländisch. Auch eine Tante und eine Freundin aus Kindheitstagen hießen so.
Diese waren allerdings bestimmt auch nicht gemeint… Aber weigern konnte ich mich natürlich auch nicht, zu dieser Demütigung zu tanzen. Vermutlich hätte ich dann noch deutlich mehr als die 20 Gertenhiebe erhalten.


Es wurde eine lange und zähe Runde. Ich wusste ja bereits, dass 20 Hiebe auf mich warteten, dennoch tat ich nochmals mein Bestes, den Gouverneur mit meinen weiblichen Reizen zu becircen, um nichts anderes ging es in diesem obszönen „Tanz“. Um Prinzessin Amilia, die - aus welchem Grund auch immer - ihren Prinz Pedro mit unanständigen Bewegungen verführen wollte.

Aber auch hier hatte ich wohl keine Chance gegen die vier bildhübschen Afrikanerinnen und Inderinnen links und rechts neben mir. Vermutlich hätte nicht nur Prinz Pedro, sondern auch jeder andere Mann diese nach deren Tanz direkt mit in sein Schlafgemach genommen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ound-1173342210

Letzteres stand einer von uns auch noch bevor, wie ich mit Schaudern dachte. Gut möglich, dass der Gouverneur während unseres Tanzes schon überlegte, wer die heutige Nacht bei ihm verbringen durfte. Oder - vielleicht hatte er sich aber auch bereits entschieden und ließ daher Prinzessin Amilia statt Prinzessin Nzinga tanzen.

Mir schauderte.

Trotz des flauen Gefühls im Magen blieb mir aber nichts anderes übrig als weiterzutanzen, bis auch dieses vierte obszöne Stück irgendwann endete.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ound-1173342943
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nd-2-1173343392


Ich hatte mein letztes gegeben und setze ich mich erschöpft auf den Boden, um das „Urteil“ zu hören.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...dict-1173489641

In den Theatern von Amsterdam oder Batavia bekamen die Künstler am Ende der Vorstellung Applaus.

Bei den Privataufführungen hier in Ilha de Moçambique ab es keinen Applaus, nur Hiebe für die „Künstlerinnen“ zur weiteren Belustigung der Zuschauer.


Erwartungsgemäß beriet sich der Gouverneur wieder mit seinem Gast, welche von uns diesmal die Unglückliche sein sollte, diesmal sogar auf Englisch, vermutlich damit ich es auch mitbekam:
„Also mein Freund, was meinst Du, wer hat Deiner Meinung nach die schlechteste Performance abgelegt, wer hat sich Deine 10 Hiebe verdient?“

„Naja, objektiv betrachtet ist die Sache klar. Unsere kleine Niederländerin bemüht sich zwar, tanzt aber immer noch sehr steif. Die afrikanischen Sklavinnen bewegen sich da deutlich geschmeidiger.
Ich will es aber nicht verleugnen, es sah trotzdem nicht schlecht aus, wie sie ihren weißen Körper bewegt hat. So eine weiße Sklavin hat schon etwas. Kein Wunder, dass meine Landsleute das vier- oder fünffache für eine weiße Sklavin gegenüber einer afrikanischen Sklavin bezahlen.“

Vermutlich war das ein kaum versteckter Hinweis, wie wertvoll das „Geschenk“ bzw. das Schmiergeld war, welches er gestern dem Gouverneur übergeben hatte. Bestimmt hatte es sich der Araber einiges kosten lassen, mich in Sansibar zu kaufen.
Vermutlich machte er wirklich viele lukrative Geschäfte mit den Portugiesen, damit sich diese teure Gefälligkeit lohnte.

„Ich denke dennoch, dass meine Wahl auf die Niederländerin fällt. Allein schon deswegen, damit sie nicht vergisst, dass sie sich trotz ihres schönen Körpers und ihres hohen Werts noch verbessern muss, um eine genauso gute Tänzerin zu werden wie Deine anderen Sklavinnen.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...dict-1174507585

Der Gouverneur hatte diesen Wink mit dem Zaunpfahl offensichtlich verstanden:
„Ja, ich weiß mein Freund. Ich kenne die Preise für Sklaven und Sklavinnen auch, schließlich ist der Handel mit ihnen hier unsere Haupteinnahmequelle. Weiße Sklavinnen gibt es hier in Moçambique nicht zu kaufen, aber ich habe auch schon gehört, dass für diese oben in Sansibar oder Mombasa hohe Preise verlangt werden, gerade weil sie so selten sind.
Daher weiß ich das teure Geschenk auch zu schätzen. Eine weiße Sklavin hatte ich tatsächlich auch noch nie. Ich bin mir auch nicht sicher was der Bischof, unser Vizekönig und unser König dazu sagen würden. Aber die letzten beiden sind weit weg und für den Bischof werde ich mir schon etwas einfallen lassen.
Dann sei es so, mein Freund, extra für Dich soll mein Geschenk, unsere niederländische Sklavin noch zehn Hiebe bekommen.
Vielleicht weiß sie dann auch meine Großherzigkeit besser zu schätzen, wenn Du morgen abgereist bist.“


Ich hatte alles mitanhören müssen. Ich fragte mich erneut, wer das größere Scheusal war, mein alter oder mein neuer Besitzer.

Eine Wahl stand mir aber natürlich nicht zu, die Männer sprachen über mich wie über eine Kuh, die man nach Belieben verschenken konnte. Genau das hatte der arabische Händler auch getan, wenn auch bestimmt nicht ohne Hintergedanken. Und nun war es mein trauriges Schicksal, meinem neuen Besitzer, dem Gouverneur, zu dienen und dessen Launen zu ertragen.

Die ersten zehn Hiebe hatte man mir schon zugeteilt, im Grunde weniger für meine Leistung denn um mich zu demütigen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...dict-1174508140

Vermutlich würde es gleich noch mehr werden, denn das Gespräch war ja noch nicht zu Ende.

Der arabische Händler ergriff wieder das Wort:

„Und was meinst Du, Gouverneur? Wer soll Deine zehn Hiebe bekommen?“

„Also eigentlich bin ich bei Dir, mein Freund, dass unsere weiße Sklavin am schlechtesten getanzt hat. Aber sie bekommt ja schon Deine zehn Hiebe, das sollte für heute genug sein. Ich möchte mich ja heute noch an ihr erfreuen. Wie Du richtig gesagt hast, sieht ihr weißer Körper schon sehr hübsch aus, zu sehr will ich diesen auch nicht verunstalten.
Die anderen Sklavinnen haben diesmal auch ganz ordentlich getanzt, auch Malaika hat sich wieder mehr angestrengt, anscheinend hat die Motivation vorher gewirkt.
Von daher habe ich mich entschieden, dass Jamila meine zehn Hiebe bekommen soll. Das ist die zweite Musikerin von links. Ich finde, sie kann besser singen als sie es heute getan hat. Mir fehlten da ein paar Emotionen, um auszudrücken, wie sehr Amilia in ihren Pedro verliebt ist und wie sehr sie diesen begehrt.
Außerdem hat die kleine Sklavin einen wirklich sehr hübschen Hintern, den solltest Du sehen, bevor Du uns morgen wieder verlässt.“

Dann rief er der Sklavin zu:
„Jamila, você não jogou tão bem hoje, então recebeu dez tacadas hoje.“

Man konnte dem armen Mädchen ansehen, wie überrascht und erschrocken diese war.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-too-1174508542

Vermutlich hatte sie damit nicht gerechnet. Auch mir war nicht aufgefallen, dass sie schlecht gespielt oder gesungen hätte.

Im Grunde spielte das aber auch keine Rolle. Immer mehr bekam ich den Eindruck, dass der Gouverneur die Strafen mehr zu seiner Belustigung verteilte als zur Rüge einer Verfehlung.

Was für ein sadistisches Monster.

Für mich bedeutete dies immerhin, dass es bei den zehn Hieben blieb, jedenfalls soweit ich dann noch meine Stimme im Griff hatte.


Der Gouverneur war anscheinend gut gelaunt, so dass er nochmals das Wort erhob:
„Also das Urteil ist gefallen.
Allerdings ist heute ein wunderbarer Tag und ich bin großherziger Mensch, daher erlaube ich Euch beiden, mich um Gnade anzuflehen.“


Vermutlich für Jamila wiederholte er das ganze nochmals auf Portugiesisch.

Ich sah den Gouverneur verwundert an, ich hatte keine Ahnung, was er meinte.

Jeronimo kam zu mir und flüsterte:
„Du musst Dich vor den Gouverneur hinknien und ihn um Vergebung Deiner Fehler bitten. Dann erlässt er Dir vielleicht einen Teil der Strafe.
Ich denke, es ist besser, wenn Du es versuchst. Wenn Du es nicht machst, könnte es sein, dass er verärgert wird und Deine Strafe nicht nur nicht reduziert, sondern kurzfristig noch verdoppelt.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...sper-1174540539

Ich hätte nicht gewusst, für welche Fehler ich mich hätte entschuldigen sollen.

Allerdings kannte ich den Gouverneur inzwischen gut genug, dass ich wusste, was Jeronimo meinte. Eigentlich ging es dem Gouverneur nur um eine weitere Demütigung seiner Sklavinnen.

Zum Glück hatte ich den letzten Rest Selbstachtung bereits bei den vorherigen Tanzrunden über Bord geworfen und so tat ich diesem sadistischen Monster auch noch diesen Gefallen und entschuldigte mich kniend dafür, dass ich so schlecht getanzt hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...on-1-1174508907

Dabei hatte ich ja zuvor bereits gehört, dass ich die zehn Hiebe nicht für meine schlechte tänzerische Darbietung bekommen sollte, sondern einfach dafür, um genauso schlecht behandelt zu werden wie die afrikanischen Sklavinnen.

Jamila tat das gleiche, auch sie bat den Gouverneur auf Knien um Verzeihung. Für was auch immer.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-too-1174509573

Dabei wäre der Gouverneur eigentlich der einzige gewesen, der um Entschuldigung für etwas hätte bitten müssen.


Der Statthalter war immer noch gut gelaunt und so verkündete er:
„In Ordnung, da ihr um Gnade gebeten habt und ich ein großherziger Mensch bin, werde ich die Strafe wie folgt abmildern:
Ich habe hier eine Münze, welche ich je zehnmal werfen werde. Bei Kopf bekommt ihr nur einen leichten Hieb, bei Zahl einen normalen.
Das ist doch großzügig von mir?“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...game-1174510026

Jamila, die neben mir kniete, brachte irgendwie ein „Obrigada, senhor.“ heraus.
Ich verstand schnell, dass es besser wäre, wenn ich dieser Demütigung folgen würde und stotterte ebenfalls ein „Origada, senhor.“ hervor.

Jeronimo kam mit seiner Gerte und führte den Befehl seines Chefs aus. Wiederum hätte ich seinen Blick so gedeutet, dass es ihm missfiel, die sadistischen Spiele seines Herren mitzuspielen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...me-1-1174510386
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...appy-1174517951

Eine Wahl hatte er aber vermutlich nicht, jedenfalls soweit er seinen Job nicht verlieren wollte.

Ich war als erstes dran und musste dem Gouverneur und seinem Gast wieder meinen weißen Po mit ein paar roten Streifen präsentieren. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie ersterer tatsächlich eine Münze hochwarf.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...coin-1174511621

Das Ergebnis konnte ich nicht sehen, ich vernahm lediglich die Stimme meines „Besitzers“:
„Coroa“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/cara-1174512572

Das hieß wohl Zahl, wie mir ein schmerzhafter Schlag auf meinen Po bestätigte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...luck-1174512066

Ich wimmerte, versuchte aber nicht zu schreien, um dieses Martyrium nicht auch noch zu verlängern.

Der Gouverneur warf die Münze erneut.

„Cara.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/coroa-1174511839

Diesmal war der Hieb weniger fest, weh tat aber auch dieser.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...luck-1174512789

"Cara."

Wieder Glück gehabt. Soweit man einen nicht ganz so schmerzhaften Hieb als Glück bezeichnen konnte.

"Coroa."

Mir schwante böses und kurze Zeit später bestätigte mein schmerzender Po, dass ich richtig gehört hatte.

"Coroa."

Es folgte ein weiterer fester Hieb auf meinen armen, schmerzenden Po. Ich wimmerte leise, mehr traute ich mich nicht.

"Cara."

Eine kleine „Erholung“.

"Coroa."

Inzwischen wusste ich, was kam, besser machte dies die Sache aber auch nicht.

"Cara."

Eine kleine Erholung. Bei wie vielen Schlägen wären wir bereits? Irgendwann musste dieser Horror doch vorbei sein?

"Cara."

Immer noch nicht, zumindest nochmals ein weniger schmerzhafter Hieb.

"Cara.

Autsch. Waren dies jetzt nicht zehn Hiebe?
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...me-3-1174514375

Tatsächlich flüsterte Jeronimo mir zu:
„Du hast es überstanden, Isabella. Am besten bedankst Du Dich nochmals beim Gouverneur.“

Was für ein Hohn.

Aber natürlich wusste ich, dass Jeronimo recht hatte. So wie ich die Unterhaltung verstanden hatte, hätte ich genauso gut 20 feste Hiebe bekommen können, wenn der Gouverneur dies angeordnet hätte. In Summe hatte ich noch das Glück gehabt, sechsmal Kopf erwischt zu haben.
Vier harte und sechs nicht so harte Schläge waren aber auch schon viel zu viel dafür, dass ich bis zur Erschöpfung getanzt hatte.

So sprang ich einmal mehr über meinen Schatten und verbeugte mich vor dem Gouverneur.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ir-1-1174513439

Dem Statthalter und seinem Gast hatte dieses Schauspiel anscheinend gefallen, denn sie unterhielten sich nochmals süffisant, ohne dass ich etwas verstand:
„Nosso pequeno escrava holandês é realmente uma criança de sorte, o que você acha?
Seis caras e apenas quatro coroas.”

“Sim, ela realmente é uma criança de sorte. Acima de tudo, ela tem sorte de ter um novo dono tão generoso!”



Dann war ich erlöst und durfte zurück zu meinem Platz gehen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...me-2-1174516404

Nun war die arme Jamila an Reihe, welche das grausige Schauspiel zuvor mitansehen musste. Tränen standen ihr in den Augen, als Jeronimo sie vor den Gouverneur führte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...h-me-1174517704

Nun war sie an der Reihe und ich musste mitansehen bzw. anhören, wie Jamila bestraft bzw. grundlos geschlagen wurde.

“Talvez você queira jogar a moeda desta vez, amigo?”

“Com prazer, Governador!”


Nun war es der arabische Gast, der zehnmal die Münze war und jedes Mal verkündete:
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...coin-1174518186

„Coroa.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/coroa-1174512572

Ich musste mitansehen, wie Jeronimo der arme Jamila auf den nackten Po schlug. Sie wimmerte nur leise, so wie Malaika zuvor.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...luck-1174518977

„Cara.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/art/cara-1174511839

Auch über diesen leichten Schlag war das Mädchen nicht glücklich.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1174518804

„Cara.“

„Coroa.“


Ich konnte nicht mehr hinsehen und blickte zu Boden.

Die Worte des schrecklichen arabischen Gastes und das Klatschen der Gerte auf Jamilas Po hörte ich aber trotzdem, nicht zuletzt deshalb, weil es mucks Mäuschen still im Saal war. Auch Manju, Malaika und die anderen blickten betreten zu Boden und gaben keinen Ton von sich. Nein, keine von ihnen freute sich darüber, dass sie „gewonnen“ hatte und eine andere statt ihrer geschlagen wurde.

„Cara.“

„Coroa.“

„Coroa.“

„Coroa.“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1174518804

Die arme Jamila hatte anscheinend eine Pechsträhne.
Ich sah weiterhin nur betreten auf den Boden, es war schlimm genug, die Schläge und das leise Wimmern der afrikanischen Sklavin zu hören.

„Coroa.“

„Coroa.“


Ein letztes Klatschen, ein letztes Wimmern, dann war auch Jamila erlöst.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...game-1174519413

Die arme hatte etwas weniger Glück als ich.
Während sie bei den ersten 5 Hieben noch drei sanfte dabeihatte, waren die letzten fünf alle hart. Ob sie wirklich so viel Pech beim Münzwurf hatte oder ob der Araber einfach immer auf die harten Schläge plädierte, konnte niemand nachprüfen. Eine Kontrollinstanz gab es nicht, selbstverständlich stand der Sklavin auch kein Protest zu. Sie musste die Schläge über sich ergehen lassen, egal wie fair oder unfair diese auch waren.

Obwohl sie meines Erachtens nicht den geringsten Grund dazu hatte, verbeugte sich auch Jamila nochmals mit Tränen in den Augen vor dem Gouverneur.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...4519693#image-1

Mit diesem grausamen Schauspiel endete das schreckliche Abendessen. Jeronimo führte uns neun Musikerinnen und Tänzerinnen in die Küche.

Er warf auch mir einen kurzen Blick zu und meinte:
„Du hast Dich wirklich wacker gehalten heute Abend. Vermutlich hast Du noch das Beste draus gemacht. Morgen kommt meines Wissens kein Gast, dann wird der Abend etwas einfacher. Wenn der Gouverneur allein zu Abend isst, verzichtet er meistens auf solche Spielchen.“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...best-1174520255

Das Wort „Spielchen“ hätte ich zu gerne überhört. Eine Sklavin verprügeln zu lassen war doch kein Spiel. Schon gar nicht für die Sklavin.

Andererseits hatte Jeronimo leider durchaus Recht, für den Gouverneur und seinen Gast war dies ein Spielchen gewesen, dass ihnen anscheinend große Freude bereitet hatte.

Jeronimo machte eine kurze Pause und fügte noch hinzu:
„Es tut mir leid, was Du hier durchmachen musst. Unser Gouverneur kann wirklich grausam sein. Ich hoffe, eines Tages wird das hier ein Ende haben.“

Genaueres sagte er nicht. Ich wusste auch nicht, was er mit dem letzten Satz meinte. Aber ja, wenn mich irgendetwas noch am Leben hielt dann die Hoffnung, dass dieses Elend irgendwann ein Ende haben würde. Eine kleine Träne lief mir über die Wangen.


In der Küche bekamen auch wir noch unser spätes Abendessen und gingen damit hinüber in den Speisesaal.

Manju bot mir wieder einen Platz neben sich an, was ich auch heute gerne annahm.

Natürlich bekamen wir kein Festmahl wie der Gouverneur, sondern einen Maniokbrei mit Gemüse.

Zumindest hatte der Koch bzw. meine Mitsklavinnen nicht schlecht gekocht, schmackhaft war dies durchaus. Ich hatte ja auch schon seit Stunden nichts mehr gegessen.

Trotz meiner Trauer und meiner Müdigkeit aß ich mein Abendessen auf, um wieder zu Kräften zu kommen. Auch morgen würde sicher wieder ein anstrengender Tag werden, Erholung war für Sklavinnen wohl nicht vorgesehen.

Auch meine Mitsklavinnen waren müde, das konnte man ihnen ansehen. Und geknickt waren sie teilweise auch, vor allem Jamila und Malaika, welche heute das Pech gehabt hatten, für die sadistischen Neigungen des Gouverneurs herhalten zu müssen.

Auch die anderen Sklavinnen, welche noch abräumen mussten, waren inzwischen gekommen und hatten noch ihr Nachtmahl erhalten.

Inzwischen wusste ich auch, dass es zwei Gruppen von Sklavinnen gab: Die Leibsklavinnen des Gouverneurs, zu denen nun auch ich gehörte, und die „anderen“ „normalen“ Sklavinnen. An unseren Halsbändern konnte man uns auf den ersten Blick von den anderen unterscheiden.

Ich bekam auch schon die Namen meiner sieben Leidensgenossinnen zusammen, die fünf Afrikanerinnen hießen Jamila, Amani, Malaika, Keeya und Habiba, die beiden Inderinnen hießen Manju und Yuva. Dazu gesellte sich dann noch eine Niederländerin, Isabella.

Wir unterhielten uns noch ein wenig, so gut es ging, also soweit es meine wenigen Wörter zuließen, die ich auf Portugiesisch kannte.
Zumindest waren es schon ein paar Worte mehr als gestern Abend.


Es war schon sehr spät als wieder Jeronimo und die beiden anderen Männer kamen, welche ich gestern schon gesehen hatte.

Jeder wusste, was dies bedeutete und so stellten sich die Sklavinnen wieder in drei Gruppen auf.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-end-1174520721

Auch ich wusste es seit gestern und so stellte ich mich wieder neben Manju und die anderen sechs Sklavinnen, welche ebenfalls das Halsband mit dem Wappen der de Noronjas trugen. Ich war erst einen Tag hier, aber ich kannte meinen Platz bereits.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...nd-2-1174520972

Die anderen Sklavinnen wurden wieder an zwei Ketten zusammengebunden und von den anderen beiden Männern aus dem Palast geführt. Jeronimo brachte uns wieder – ohne Kette – hinauf zu unserem Schlafsaal.

Er öffnete die Tür und ließ uns eintreten.

Dann wandte er sich jedoch mir zu und meinte:
„Isabella, es tut mir leid, aber du musst wieder mit mir kommen …“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...news-1174521696

Ich konnte mir schon denken, was dies hieß. Der Gouverneur hatte zuvor bereits eine Andeutung gemacht, welche ich zu gerne überhört hätte.
Prinzessin Amilia durfte bzw. musste zu ihrem Prinz Pedro.

Ich weinte wieder einige bittere Tränen. Diese änderten aber auch nichts daran, dass ich zu Jeronimo kommen musste.

Die anderen sieben Sklavinnen warfen mir wieder einige mitleidige Blicke zu. Gestern hatte ich diese noch nicht einordnen können, heute wusste ich bereits, was diese hießen.

Jeronimo streichelte mir über die Wange und wischte ein paar Tränen ab. Dann nahm er mich an der Hand und führte mich so wie ich war wieder aus dem Raum und schloss die anderen sieben Sklavinnen darin ein.


Was als nächstes passieren würde, war mir auch klar.

Er nahm wieder die Eisenkette, welche außen neben der Türe an der Wand hing und befestigte diese mittels eines Vorhängeschlosses an dem Eisenring an meinem neuen Halsband. An dem Eisenring, den ich nun ständig mit mir herumtragen durfte, damit man mich jederzeit daran anbinden konnte. Heute war das erste, aber vermutlich auch nicht das letzte Mal.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ws-2-1174521937

Mir schauderte, als ich das „klick“ vernahm, mit welchem Jeronimo das Vorhängeschloss zuschnappen ließ und den Schlüssel abzog.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ws-3-1174522291

Wie eine Kuh hing ich an der Eisenkette und musste Jeronimo folgen. Oder demjenigen, dem er vermutlich gleich das Ende der Eisenkette übergeben würde.

Auch Jeronimo warf mir einen mitleidigen Blick zu, wiederum schien er keinen Gefallen daran zu haben, dass er völlige Kontrolle über mich hatte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...s-3a-1174522593

Er musste es nicht sagen, wir wussten beide, wohin wir gingen. Wir wussten beide, dass er seine Pflichten zu erfüllen hatte. Und dass ich mein Leben auch nicht verbessern würde, wenn ich versuchen würde, mich ihm zu widersetzen.


Ich glaube, Jeronimo sah fast genauso betrübt drein wie ich, während er mich zwei Türen weiterführte.

Vor der Tür mit dem portugiesischen Wappen sah er mir nochmals kurz in die Augen und flüsterte mir leise ins Ohr:

„Du musst stark sein Isabella. Ich glaube fest daran, dass Deine Zeit als Sklavin auch wieder enden wird und Du eines Tages wieder ein freies Leben führen kannst. Gib den Glauben und die Hoffnung nicht auf!“

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...rong-1174523050

https://www.deviantart.com/neuschreib63/...-day-1156272137
133. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 24.03.25 17:34

Danke für den neuen Teil. Auch wenn es ein weiterer Tiefpunkt für Isabella ist, gibt es ja gewisse Andeutungen von Jeronimo, dass sich bald etwas ändern könnte. Was? Das weißt nur du als Autor, aber es macht mir wirklich Spaß darüber nachzudenken. Ich denke ich werde mich noch ein wenig gedulden und solange Isabellas "Abenteuer" genießen

An deinen Rätsel habe ich mich nicht beteiligt, ich gebe offen zu, dass ich keine Ahnung habe.
134. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von jonnyf am 26.03.25 16:30

"Ich hoffe, eines Tages wird das hier ein Ende haben"

Diese Aussage lässt meine Phantasie in Richtung Aufstand driften. Vielleicht ist es auch "nur" eine geheime Nachricht an den Bischof oder den Vizekönig.

Ich wünsche mir dann, dass der Gouverneur selbst mal den Ar... voll bekommt.


135. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 27.03.25 22:34

@Adriana:
Ja, es darf gerätselt werden, ob und falls ja von wem Isabella gerettet werden kann.
Wir hätten ja schon mal den Kommandant und Jeronimo im Angebot. Oder vielleicht doch jemand anderes? Oder wird sie für immer eine Sklavin bleiben?
Im nächsten Kapitel erfahren wir vielleicht mehr, aber mehr will ich dann auch nicht spoilern…

Naja, falls Du oder jemand anders doch noch Lust zum Rätseln hast:
Die „Handlung“ des Lieds ist ja immer die gleiche, nur die Namen der „handelnden“ Personen sind unterschiedlich. In der vierten Tanzrunde gab es ja noch eine dritte Version und Isabella hat ja zumindest ein Viertel des Rätsels schon erkannt/verraten, nämlich für wen die Namen in der dritten Version (4. Tanzrunde) symbolisch stehen… Die zweite Version (1. Tanzrunde) sollte dann auch nicht so schwierig sein, nur die erste Version (Übungsstunde) ist etwas mehr tricky, vor allem wer dieser Prinz Punda sein soll…


@JonnyF:
Ok, dann nehmen wir einen möglichen Aufstand, den Vizekönig und den Bischof auch in die Liste der möglichen Retter Isabellas auf. Irgendeiner von denen muss doch unsere arme Isabella retten! 😊
Andererseits, Du weißt aber schon, was der Gouverneur in Kapitel 22 gesagt hat?
„Desde que sou governador aqui, nenhum escravo conseguiu escapar daqui. E assim continuará a ser.”

Aktuell findet es der Gouverneur ja eher schön, wenn jemand anders, also eine seine Sklavinnen den A… versohlt bekommt. Aber vielleicht entdeckt der Gouverneur ja auch noch seine masochistische Seite…?
Das wäre vielleicht auch noch ein Thema für eine Parodie, auch wenn Figo diese nicht so gerne hat… Mit dem Rätsel sind wir mangels Beteiligung aber auch nicht wirklich weitergekommen…
136. Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 30.03.25 09:29

26. Ein Hoffnungsschimmer


Die zweite Nacht beim Gouverneur wurde auch nicht besser als die erste.

Für ihn war ich nicht mehr als eine wertlose Sklavin, dies ließ er mich deutlich spüren.

Mehr noch, dadurch, dass ich eine Niederländerin war, schien er besondere Freude daran zu haben, mich zu demütigen. Immer wieder erklärte er mir, dass alle Niederländer ein Leben als Sklaven verdient hätten für das, was sie den Portugiesen angetan hatten.

Dabei hatte ich in meinem ganzen Leben noch nie einem Portugiesen ein Haar gekrümmt, ich konnte mich nicht einmal daran erinnern, schon mal einen Portugiesen getroffen zu haben, bevor ich hierhergebracht worden war. Das war dem Gouverneur aber offensichtlich egal.

Ich versuchte mich an Jeronimos warme Worte zu klammern, dass ich stark sein müsste und den Glauben an ein Ende dieser Hölle nicht verlieren dürfte.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...hite-1176954012
Aber ganz ehrlich, so wirklich gelang mir dies nicht. Die Angst vor dem Gouverneur und dem, was er mit mir tun könnte, raubte mir jeden Mut.

Besonders schlimm war der Moment, als mir der Gouverneur ein neues Kissen in seinem Bett präsentierte. Ein grün-weißes Kissen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...llow-1175813838

Ich konnte mir denken, woher der Stoff für dieses Kissen kam und weinte einmal mehr bittere Tränen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ow-5-1175815036

Der Gouverneur schien dagegen große Freude daran zu haben mir zu zeigen, dass mein altes Leben vorbei war und mein neues Leben nun darin bestand, ihm als persönliche Sklavin zu dienen, Tag und Nacht.

Mehr als einmal erklärte er mir, dass dies von nun an meine Bestimmung sei.

Ich muss zugeben, dass es Momente gab, in denen ich mir wünschte, dass diese Nacht meine letzte sei. Hier in Ilha de Moçambique und überhaupt auf Erden. Vielleicht hätte ja ein Engel mit mir Erbarmen und würde mich mit in ein besseres Leben im Jenseits nehmen. Aber leider ließ mich der Gouverneur auch diese Nacht überleben, vermutlich hauptsächlich deswegen, um mich auch am nächsten Tag und in der nächsten Nacht wieder demütigen zu können.

Mehr will ich über diese schreckliche Nacht auch nicht erzählen.


Zumindest nahm mir der Gouverneur am nächsten Morgen nichts weg. Ich hatte auch nichts mehr, was er mir hätte wegnehmen können. Keinen Besitz, auch keine Freiheit, keine Ehre und keinen Stolz. Vielleicht noch mein Leben, aber vielleicht wäre es besser für mich, wenn er mir dieses auch noch nehmen würde und mich ein Engel von diesem schrecklichen Ort forttragen würde.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1176063001

Ich war gerade einmal seit zwei Tagen hier und war nur noch ein Häufchen Elend.

Das Puzzle hatte sich zu einem schrecklichen Bild zusammengesetzt. Statt hier in dieser europäischen Kolonie meine Freiheit zurückzuerlangen, wie ich es gehofft hatte, war ich mitten in der Hölle gelandet. Mit Schaudern dachte ich zurück an die hämischen Worte des arabischen Kaufmanns, als dieser mir vor zwei Tagen erklärt hatte, dass es mir hier bestimmt gefallen würde. Nun wusste ich, was er gemeint hatte.

Entsprechend musste mich Jeronimo wieder trösten, als er am nächsten Morgen gegen 9 Uhr wieder in unseren Schlafsaal kam, um mich zum Arbeiten abzuholen.

Zumindest er hasste mich nicht so wie sein Chef.
Er versuchte wieder mich ein bisschen aufzumuntern, was ihm aber wieder nicht wirklich gelang. Wie bereits gestern gab er mir wieder Zeit, mich an seiner Schulter auszuweinen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...6565967#image-1

Ein bisschen peinlich war mir das schon, er war doch auch ein Mann, ein Portugiese und dazu so etwas wie mein Aufseher. In den letzten Monaten hatte ich von den meisten Männern nichts Anderes als Gewalt und Demütigungen erfahren. Die schlimmste Demütigung von dem Mann, von dem ich gedacht hatte, dass er mich liebt. Aber ich hätte in meiner Verzweiflung immer noch nicht gewusst, wo ich meine Trauer sonst hätte loswerden können als bei diesem jungen Mann, den ich erst seit zwei Tagen kannte. Vielleicht eines Tages bei meinen Mitsklavinnen, wenn mich mit diesen besser verständigen konnte.

Allerdings verstanden die Afrikanerinnen und Inderinnen vermutlich auch nicht, wie es war, als eine freie weiße Frau von einem Tag auf den anderen versklavt zu werden und den schlimmsten Horror auf Erden zu erleben.

Vielleicht täuschte ich mich, vielleicht tat ich ihnen unrecht, aber manchmal hatte ich wirklich das Gefühl, dass die Unfreiheit, das Leid, das sie als Sklavinnen ertragen mussten, für sie normal war. Ja, Malaika und Jamila hatten gestern auch Tränen in den Augen gehabt, als sie grundlos geschlagen worden waren, aber so ein psychisches Wrack wie ich war keine von ihnen.

Dabei waren sie schon länger wie ich da und hatten bestimmt schon viel, viel mehr über sich ergehen lassen müssen wie ich.

Oder ertrugen sie deswegen ihr Schicksal so standhaft? Weil sie sich schon so an das Martyrium hier gewöhnt hatten?

Der Gedanke munterte mich auch nicht auf, aber nach der hundertsten Nacht beim Gouverneur, nach der hundertsten grundlosen Bestrafung würde ich diese vielleicht einfacher ertragen als jetzt.
Schöne Aussichten waren das nicht…


Jeronimo war zwar sehr nett zu mir und versuchte mich zu trösten, obwohl das bestimmt nicht seine Aufgabe war. Aber außer freundlicher Worte konnte er mir leider wenig anbieten. In meiner Verzweiflung fragte ich ihn, ob er wirklich nichts tun könne, um mich zu befreien.

Eigentlich erwartete ich auch keine Antwort, was sollte er als kleiner Bediensteter schon tun. Ich wusste ja bereits, wie die Dinge hier liefen: Der Gouverneur befahl, alle anderen hatten seinen Befehlen zu folgen.

Dennoch überlegte Jeronimo:
„Tut mir leid, Isabella, ich wüsste leider nicht, wie ich Dich befreien sollte. Für mich sind die niederländischen Kolonien genauso weit weg wie für Dich. Ich habe auch kein Boot, um Dich von hier wegzubringen.
Und ganz ehrlich: Auf dem Festland wollte ich auch nicht alleine herumlaufen. Wenn ein arabischer Sklavenhändler mich sehen würde, bin ich mir nicht sicher, ob er mich nicht gefangen nehmen und auf dem nächsten Sklavenmarkt verkaufen würde. Diese Leute kennen keine Skrupel, ein Menschenleben bedeutet ihnen nichts. Der einzige Unterschied zwischen einem Europäer und einem Afrikaner ist für sie, dass man für einen Europäer mehr Geld auf einem Sklavenmarkt bekommt!“


Mir schauderte. Ja, das wusste ich aus leidvoller Erfahrung aus Sansibar. Schreckliche Erinnerungen kamen in mir hoch als ich an die Steinhalle dort zurückdachte und die Händler, die über Clara, Veronica, mich und die anderen wie um Kühe gefeilscht hatten.

„Wie Du Dir denken kannst, hat mein Wort beim Gouverneur auch kein Gewicht, ich bin nur ein unbedeutender Bediensteter, der froh sein muss, dass er überhaupt eine Arbeit hat.
Unser König in Lissabon oder unser Vizekönig in Goa könnten Francisco befehlen, Dich freizulassen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...away-1176945086
Ich kann mich aber nicht erinnern, dass einer der beiden schon mal hier war und kann mir auch nicht vorstellen, dass einer der beiden uns in den nächsten Monaten besuchen wird.

Hier in Ilha de Moçambique gibt es nur drei Leute, auf deren Wort unser Statthalter hört:
Da wäre zum einen der arabische Imam.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1176567786
Ein nicht geringer Teil der Bevölkerung hier ist muslimisch und einen Aufstand von diesen kann niemand brauchen. Daher versucht sich unser Gouverneur mit dem Imam gutzustellen. Ich wüsste aber nicht, warum der Imam Dir helfen sollte. Ich glaube eher nicht, dass dieser ein Problem mit europäischen Sklavinnen hat, meines Wissens erlaubt es der Islam durchaus, christliche Sklaven zu halten.“


Das hatte ich tatsächlich schon am eigenen Leib erfahren müssen.

„Dann wäre da der Kommandant unser Festung Sao Sebastião.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...6568233#image-1
Diesen hast Du ja gestern bereits gesehen. Ein guter und tapferer Mann, von dem unser Wohl und Wehe abhängen würde, sollten Araber, Piraten, Niederländer, Franzosen, Spanier oder irgendjemand anders uns überfallen wollen oder sollte es doch einen Aufstand der einheimischen Bevölkerung geben. Ich kenne ihn nicht so gut, aber anders als man bei einem Militär vermuten könnte, ist er niemand, der unnötig Streit sucht. Im Gegensatz zu unserem Gouverneur habe ich von ihm noch nie ein böses Wort über Niederländer gehört. Mit den wenigen Soldaten, die er hier zur Verfügung hat, wäre es wohl reine Glückssache, ob wir einen Angriff Deiner Landsleute oder einer anderen Nation abwehren könnten. Aber auch bei dem Kommandanten wüsste ich nicht, warum er Dir helfen sollte. Aus der Politik der Stadt hält er sich heraus, so wie der Gouverneur umgekehrt auch dem Kommandanten freie Hand auf dem Fort lässt. Ich glaube, der Gouverneur weiß das auch zu schätzen und lässt der Garnison auf Sao Sebastião immer mal wieder ein paar Aufmerksamkeiten wie z. B. Wein aus Portugal oder eine Gazelle vom Festland für ein Grillfest zukommen.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...tiao-1176957882
Dank des aktuell blühenden Sklaven-, Gold- und Elfenbeinhandels kann sich der Gouverneur diese Gefälligkeiten leisten und ist beim Kommandanten und seinen Soldaten durchaus nicht unbeliebt.

Zu guter Letzt wäre da noch der Bischof Manuel Antonio.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1176568462
Er ist mit dem Gouverneur befreundet, daher glaube ich auch nicht, dass er Dir helfen würde. Andererseits…“


Jeronimo stoppte einen kurzen Moment und überlegte.

„Andererseits gehört er dem Jesuitenorden an, daher ist ihm auch sehr an der Mission des katholischen Glaubens gelegen. Vielleicht wäre das eine kleine Chance. Wenn ich das recht verstanden habe, bist Du nicht katholisch?“

„Nein, ich bin anglikanische Christin.“


Dass mir der Gouverneur bereits angedroht hatte, mich als Ketzerin auf dem Scheiterhaufen verbrennen zu lassen, verschwieg ich dagegen.

„Ich weiß es nicht, aber vielleicht würde der Bischof ein gutes Wort beim Gouverneur für Dich einlegen, wenn Du zum katholischen Glauben übertrittst und er ein neues Schäfchen in seiner katholischen Gemeinde aufnehmen könnt. Soweit ich weiß, hat der Jesuitenorden in Mitteleuropa auch lange dafür gekämpft, Protestanten zurück zum katholischen Glauben zu führen oder diese zumindest vom Übertritt abzuhalten.

Ich bin mir nicht sicher, ob das funktionieren würde, aber vielleicht wäre das eine Möglichkeit.

Eine bessere fällt mir leider momentan auch nicht ein.

Du kannst ja darüber nachdenken, sicherlich wäre zu konvertieren kein einfacher Schritt für Dich.“


Ein ganz kleines Fünkchen Hoffnung keimte in mir auf. Wenn das der Preis war, den ich zahlen müsste, um meine Freiheit wiederzuerlangen, würde ich gerne zur katholischen Kirche übertreten. Ich hatte nie ein Problem mit meinem anglikanischen Glauben gehabt, aber so religiös war ich dann auch nicht, dass ich für meine religiösen Ansichten den Rest meines Lebens in der Sklaverei verbringen oder gar für diese auf dem Scheiterhaufen sterben wollte.

So musste ich auch nicht lange überlegen und antwortete Jeronimo vorsichtig:

„Ja, das will ich gerne tun, wenn mir der Bischof dann gewogen wäre und den Gouverneur überreden würde, mich freizulassen. Könntest Du den Bischof fragen, ob er das tun würde?“

Jeronimo sah mich ein paar Sekunden lang an. Dann antwortete er mir:

„Ok, Isabella, ich kann nichts versprechen, ich will es aber versuchen. Ich sehe den Bischof auch nicht jeden Tag, meist nur am Sonntag. Aber sobald ich die Gelegenheit habe, werde ich ihn darauf ansprechen.
Vielleicht legt er ja wirklich ein gutes Wort für Dich beim Gouverneur für Deine Freilassung ein, wenn er dafür ein neues Schäfchen in seiner Gemeinde erhält.“


Das klang fast zu schön um wahr zu sein. Gab es doch ein Licht am Ende dieses langen, finsteren Tunnels? War es vielleicht doch gut, dass ich zumindest noch mein Leben hatte?

Aber zuvor musste ich es irgendwie schaffen, bis Sonntag diese Hölle noch zu überstehen.

Ich wusste nicht einmal, welcher Tag heute war, für eine Sklavin spielte das auch keine Rolle, denn jeder Tag war Arbeitstag.

Jeronimo erklärte mir, dass heute Donnerstag wäre.
Also vielleicht könnte er den Bischof schon in drei Tagen fragen. Hoffentlich…


Der dritte Tag, Donnerstag, als Sklavin ähnelte dem gestrigen.

Nachdem ich ein kleines Frühstück bekommen hatte, musste ich wieder in der Küche helfen.

Die anderen Sklavinnen waren schon längst beim Arbeiten und bereiteten das Mittagessen vor. Amani begrüßte mich mit einem freundlichen:
"Bom dia, Isabela, que bom voltar a vê-la!“
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ella-1176568659

Zumindest für einen kurzen Moment ließ mich ihr freundliches Lächeln mein schlimmes Schicksal vergessen.

Thasima dirigierte uns bei der Arbeit, wobei sie nicht allzu viel tun musste, jede der Sklavinnen kannte ihre Aufgaben. Nur ich stand das eine oder andere Mal immer noch dumm herum und wusste nicht, was ich als nächstes tun sollte. Zumindest war Amani wieder sehr freundlich zu mir und versuchte mir mit Händen und Füßen zu erklären, was ich mal wieder nicht verstanden hatte.

Im Vergleich zu dem schrecklichen Abend und der schrecklichen Nacht war die Arbeit hier in der Küche auch fast so etwas wie Erholung.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...en-1-1176948363
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...en-3-1176949433
Jeronimo und Thasima waren beide zufrieden, dass ich meiner Arbeit nachkam, mehr verlangten sie nicht. Daher hatten sie auch keinen Grund, mich zu schlagen oder anderweitig zu bestrafen. Im Gegensatz zum Gouverneur oder den Arabern hatten sie auch kein Interesse, Sklavinnen nur zum Vergnügen oder zur Demütigung zu schlagen bzw. schlagen zu lassen. Ich muss zugeben, im Vergleich zu den zwei Wochen auf dem Schiff war die Arbeit hier fast angenehm. Ich musste nicht in der Hitze des Tages das Deck schrubben, keine Nachttöpfe leeren, niemand schlug mich oder kettete mich während meiner Pausen zum Vergnügen irgendwo an.


Die einzigen Demütigungen, die ich über mich ergehen lassen musste, waren die des Gouverneurs.
Auch heute war es wohl ein ausdrücklicher Befehl von ihm gewesen, dass ich ihm zusammen mit Amani sein Mittagessen und seinen Kaffee servieren musste.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ch-1-1176950480
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...ch-2-1176950649
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...6951552#image-1

Und auch heute musste ich mich vor ihm hinknien und ihm versichern, dass ich ihm eine gehorsame Sklavin wäre. Für den Rest meines Lebens.
https://www.deviantart.com/neuschreib63/...gain-1176957837

Dabei hoffte ich vielmehr, dass mich der Bischof irgendwie und irgendwann, vielleicht in drei Tagen, befreien würde, wenn ich nur seinen katholischen Glauben annehmen würde.

Aber das sagte ich dem Gouverneur nicht.

137. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 30.03.25 16:16

Gibt es jetzt doch ein Fünkchen Hoffnung für Isabella? Ich bin gespannt wie der Bischof reagieren wird. Falls er sich überhaupt darauf einlässt wird es die Freiheit sicherlich nicht zum Nulltarif geben. Ich denke nicht, dass es reicht einfach den Glauben zu wechseln und dann muss Isabella aufpassen nicht von einer Falle in die nächste zu tappen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass etwas passieren wird, einfach weil sonst die Geschichte sehr monoton weitergehen würde und sicherlich mit Selbstmord enden würde.
138. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 30.03.25 18:25

Ich habe da einige radikale Gedanken, wie sie sich am Gouverneur rächen könnte.
Doch die behalte ich lieber für mich...

Und ja, wer weiß was noch auf Isabella wartet oder warten könnte.
139. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 02.04.25 10:03

@Adriana:

Also zunächst kann ich versprechen, dass diese Geschichte nicht mit einem Selbstmord enden wird. Dafür, wie schlecht es Sklav*innen teilweise ging, passierte das wohl gar nicht so oft.

Nichtsdestotrotz sollten wir unserer Isabella im nächsten Kapitel vielleicht etwas Freude gönnen, damit sie nicht zu depressiv wird…

Das stimmt, das wäre schon sehr einfach, einfach die Religion wechseln und schon wird man freigelassen… Irgendwo habe ich aber tatsächlich gelesen, dass die Ziele der Kirche (Missionierung der heidnischen Ureinwohner) nicht unbedingt mit den Zielen der Kolonialmächte (Ausbeutung eben jener Ureinwohner) zusammengepasst haben und es dann auch schon mal Knatsch gegeben hat. Mal sehen, was der Bischof in unserer Geschichte so meint…

An was für eine Falle denkst Du denn?

Oder hast Du einen besseren Vorschlag?

Vermutlich ist es auch etwas der Mut der Verzweiflung, der unsere beiden Turteltäubchen zu dieser Aktion treibt, wie Jeronimo gesagt hat, etwas besser ist ihm (und auch dem Autor…) nicht eingefallen, die anderen Optionen sind noch weniger erfolgversprechend. Also vielleicht klappt der Plan ja sogar…? Außerdem sind wir ja bereits auf Seite 150 dieser Geschichte, irgendwann muss diese ja mal zu Ende gehen…




@ChasHH:

Ich bin immer offen für Anregungen, was man mit dem Gouverneur machen könnte, zumindest in der nächsten Parodie. Hintern versohlen steht ja bereits auf der Liste…

Das Problem ist, dass ich diese Geschichte halbwegs realistisch schreiben wollte. Und in der Realität war das mit der Rache nicht so einfach.
Meutereien soll es in der Geschichte der Menschheit immer wieder gegeben haben, aber wenn die Meuterei schief ging, passierten mit den Aufständischen dann in der Regel Dinge, die ich hier nicht beschreiben wollte… Und so wie es aussieht, hat der Gouverneur die Lage in seiner Kolonie durchaus im Griff, sodass ich fürchte, dass Jeronimo und Isabella mit eventuellen Umsturzplänen ziemlich alleine dastehen würden….

Tatsächlich gefällt es mir nur bedingt, dass Isabella so passiv und gehorsam ist. Ein bisschen mehr Rebellion würden ihr sicher gut zu Gesicht stehen. Andererseits ist es vermutlich schwer, mutig zu sein, wenn man keine Chance hat, man bei der kleinsten Verfehlung verprügelt wird und einem unentwegt mit schlimmsten Konsequenzen gedroht wird (die wenigsten Menschen sind so mutig, sonst würden sich selbst die schlimmsten Diktaturen nicht über Jahre oder Jahrzehnte mit Gewalt und Einschüchterung an der Macht halten können, auch die Sklaverei hat über Jahrtausende mit diesen Methoden ziemlich „erfolgreich“ funktioniert…). Im Deutschland des 21. Jahrhunderts kommt man bei Aufstand gegen die Staatsmacht maximal in einen Knast mit Fernseher auf dem Zimmer, aber die Drohungen des Gouverneurs sind m. E. nicht unrealistisch:
In den portugiesischen Kolonien (und auch in den deutschen Landen) wurden wohl noch im 18. Jahrhundert Frauen als Hexen verbrannt

Und die Inquisition mit Folter und allem was dazu gehört endete z. B. in Portugiesisch-Indien erst 1812…

Und in einem 18.-Jahrhundert-Kerker möchte wohl auch niemand von uns landen, dagegen ist ein chinesisches „Umerziehungslager“ vermutlich noch ein 4-Sterne-Hotel…

Von daher ist es m. E. nicht ganz unrealistisch, dass Isabella im wahrsten Sinn des Wortes Todesängste hat, wenn der Gouverneur ihr mal wieder droht, dass es ihr schlecht ergehen wird, wenn sie ihm nicht gehorcht…

Ich weiß, diese Geschichte ist teilweise harter Tobak, so war leider die Zeit, heute kaum mehr vorstellbar…

P.S.: Eventuell ist das nächste Kapitel etwas für Dich…
140. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Adriana0306 am 02.04.25 16:35

Nein, ich habe keinen besseren Vorschlag, aber ich glaube so einfach wird das nicht, sonst hätten sicherlich andere Sklaven schon über diese Option nachgedacht. Falls der Bischof sich auf etwas einlässt, wird das sicherlich einen Haken haben, denn der Gouverneur wird sie sicherlich nicht freiwillig/umsonst gehen lassen.

Ich bin gespannt was du dir noch ausgedacht hast
141. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von ChasHH am 02.04.25 18:27

Sie könnte dem Gouverneur den heißen Kaffee ins Gesicht schütten. Und während der Gouverneur noch versucht, den Kaffee wegzuwischen, nimmt sie seinen Kopf und knallt ihn mit voller Wucht auf den Tisch.
Und schon war es das mit ihm ..
142. RE: Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)

geschrieben von Neuschreiber63 am 04.04.25 21:48

Zitat
Nein, ich habe keinen besseren Vorschlag, aber ich glaube so einfach wird das nicht, sonst hätten sicherlich andere Sklaven schon über diese Option nachgedacht. Falls der Bischof sich auf etwas einlässt, wird das sicherlich einen Haken haben, denn der Gouverneur wird sie sicherlich nicht freiwillig/umsonst gehen lassen.

Ich bin gespannt was du dir noch ausgedacht hast


Mmh, da hast Du Recht, das wäre schon sehr einfach. Einfach Katholikin werden und schon ist man der Sklaverei entkommen...
Wenn sich das rumspricht, würden die Sklaven vermutlich zu Tausenden zum Bischof nach Ilha de Mosambique pilgern...
Andererseits hat auch nicht jede*r Sklav*in (m/w/d) so einen guten Fürsprecher wie Jeronimo...

Aber etwas ausgedacht habe ich auf jeden Fall, etwas das entweder dem Gouverneur oder Isabella nicht gefallen wird


Zitat
Sie könnte dem Gouverneur den heißen Kaffee ins Gesicht schütten. Und während der Gouverneur noch versucht, den Kaffee wegzuwischen, nimmt sie seinen Kopf und knallt ihn mit voller Wucht auf den Tisch.
Und schon war es das mit ihm ..


Ein Vorschlag von wirklich bestechender Einfachheit

Aber wenn ich Adriana sinngemäß zitieren darf:
Wenn es so einfach wäre, hätten das andere Sklaven vorher auch schon gemacht...
Selbst wenn Isabella den Mut dazu hätte, glaube ich aber tatsächlich nicht, dass sie die Kraft hätte, den Gouverneur ernsthaft zu verletzen.

Nach der Aktion wäre auf jeden Fall eines der kleinen Zimmer in Sao Sebastiao mit wenig Aussicht und eher mittelmäßigem Essen für sie reserviert.

Aktuell äußern die Sklavinnen ihren Unmut eher musikalisch, allerdings auch nicht so durchschlagend, dass sich an ihrer Situation etwas ändern würde...


Impressum
© all rights reserved, 2025