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Thema:
eröffnet von ZdBdLa am 05.08.26 07:57
letzter Beitrag von ChasHH am 12.09.26 16:52

1. Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 05.08.26 07:57

Inhaltsverzeichnis und Liste der Protagonisten

Inhaltsverzeichnis

Abschnitt A

Teil I - Mein Internatsaufenthalt


  1. Vorwort
  2. Wie alles begann
  3. Die Internatsuniform
  4. Währenddessen im Besucherzimmer der Rektorin
  5. Der Rundgang durch das Internat
  6. Die Mitteilung
  7. Die Heimfahrt
  8. Zurück ins Internat..................................................... Seite 2
  9. Die Internatsuniform – zum Zweiten
  10. Erste Eindrücke als Internatszögling - Mein Zimmer


Die Liste wird fortgesetzt.



Liste der Protagonisten

Abschnitt A

Teil I - Mein Internatsaufenthalt


Natascha vom Hohemstein....................Hauptdarstellerin und Erzählerin
Frau und Herr vom Hohemstein.............Nataschas Eltern

Lehrkräfte und Personal des Internats
Constanze Diekmann............................Rektorin des Internats
Katja Gruber........................................Lehrkraft im Internat, zuständig für die Betreuung von Natascha
Schwester Carola.................................Angestellte/Auszubildende des Internats

Schülerinnen des Internats
Katharina Reich..................................Zimmergenossin von Natascha

Auch diese Liste wird fortgesetzt.
2. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 05.08.26 07:59

Kapitel 1: Vorwort

Vor ein paar Jahren habe ich mich der seinerzeit unfertigen Geschichte über das Mädchenpensionat bzw. über Natalie, die von ihren Eltern gegen ihren Willen in meinem sehr strengen Internat angemeldet wurde, angenommen und zu Ende geschrieben. Auch einen zweiten Teil Natalie Teil 2 (Fortsetzung von Mädchenpensionat) habe ich veröffentlicht.

Ich haben mich nun entschlossen, die Geschichte zu überarbeiten und erneut zu veröffentlichen – so zu sagen „Das Mädchenpensionat 2.0“. Dabei habe ich die Geschichte klassisch geschrieben und keine KI genutzt.

Auch diejenigen, die bereits die ursprüngliche Version gelesen haben, werden in der überarbeiteten Fassung viele neue Aspekte entdecken. Der Haupthandlungsstrang ist zwar unverändert, trotzdem sind viele neuen Kapitel hinzugekommen und etliche der vorhandenen wurden umgeschrieben. So ist die Geschichte deutlich umfangreicher geworden. Allein die Anzahl der Kapitel des erstens Teils hat sich von 39 auf über 100 erhöht. Einschließlich des zweiten Teils sind es (Stand heute) über 150 Kapitel. Aber viele der bereits in der ursprünglichen Version vorhanden Kapitel wurden überarbeitet und um weitere Aspekte ergänzt.

Denjenigen, die die ursprüngliche Version nicht kennen, sage ich ohnehin, dass es meiner Meinung nach ein sehr interessante Geschichte, die sich in mehrfacher Hinsicht von einer Vielzahl der übrigen Geschichten abgrenzt.

Die Anzahl der Protagonisten ist überschaubar.

Um die Geschichte übersichtlich zu gestalten, habe ich mich bemüht, die Anzahl der Protagonisten nicht ausufern zu lassen. Dabei habe ich nur den wichtigsten Personen einen Namen gegeben. Die restlichen Personen werden mit ihrer Funktion (z.B. mein Anwalt, (Internats-)Pfarrer, Bischof, Richter:in) bezeichnet.

Die Namen der zentralen Protagonisten habe ich geändert. Die Hauptdarstellerin heißt jetzt Natascha vom Hohemburg und ihre Widersacherin - die Leiterin der Internats - Constanze Diekmann.

Ich verzichte auf seitenlange Dialoge in wörtlicher Rede

Stattdessen wechsele ich zwischen der wörtlichen Rede, zur indirekten Rede und zur Zusammenfassung des Gesagten. Dies macht die Geschichte meiner Meinung einfacher zu lesen und interessanter.

Ich werde die Geschichte zu Ende schreiben

Meiner Meinung nach gibt es im Forum schon viele Geschichten, die sehr vielversprechend beginnen, dann aber mitten in der Geschichte aufhören. Dank mir gibt es übrigens davon eine weniger.

Allen denen, die nun anfangen wollen, die Geschichte zu lesen, verspreche ich, dass ich diese zu Ende bringen werde. Ich werde versuchen, jede Woche mindestens ein Kapitel zu veröffentlichen. Insgesamt werden es (einschließlich des zweiten Teils) über 150 Kapitel werden.

Auch wird die Geschichte kein abruptes Ende haben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Geschichten schreiben ein langwieriges Geschäft ist. Daher habe ich Respekt, vor jedem, der dies auf sich nimmt. Ich habe Verständnis dafür, dass irgendwann andere Dinge wichtiger sind und einige Autoren, die Geschichte dann völlig unerwartet und abrupt enden lassen. Ich werde die Geschichte zu einem würdigen Ende bringen.

Die Geschichte berücksichtigt weitere Aspekte

In diesem Zusammenhang gehört es für mich eindeutig dazu, auch zu beschreiben, welche Folgen der Internatsaufenthalt für die Protagonistin hatte und den Kampf mit diesen fertig zu werden.

Hierdurch hebe ich mich bewusst von den meisten anderen Geschichten (sofern diese zu Ende gebracht wurden) im Forum ab. Diese sind meist nach dem folgenden Schema aufgebaut: Der Protagonist bzw. in diesem Fall die Protagonistin gerät meist unverschuldet oder aus Unachtsamkeit sowie zumindest unerwartet in eine besondere Situation. Es folgt die Aneinanderreihung von Grausamkeiten, die sie erleben muss. Irgendwann entkommt sie der Hölle und alles ist gut.

Hinzu kommt, dass auch nach im Internatsaufenthalt immer wieder über die Erlebnisse von Natascha dort – aus unterschiedlichen Perspektiven – berichtet wird. Auch wird es wieder einen zweiten Teil geben. Teilweise sind für diesen Ausführungen im ersten Teil erforderlich. Wem es nicht gefällt, sage ich ganz deutlich, dass er/sie dann halt die Geschichte einfach nicht zu lesen braucht. Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim Lesen und freue mich schon jetzt auf Eure Kommentare.

Auch sind manche Handlungsstränge der Geschichte so lang, dass ich mich entschlossen habe, diese auf mehrere Kapitel zu verteilen. Wenn ich es als sinnvoll ansah, erfolgt zu Beginn des Kapitels ein kurzer Rückblick, was bisher geschehen ist.

Gegenüber der ersten Version sind eine Reihe von Veränderungen eingetreten. Zuerst einmal werden die Charakter der Hauptprotagonisten – der Erzählerin – ihrer Eltern und der Leiterin des Internats – und das Verhältnis zwischen diesen besser herausgearbeitet und es ist seit Abschluss der Geschichte auch schon einige Zeit vergangen.

Was hat sich gegenüber der ersten Version verändert?

Ich will nicht zu viel verraten, um Euch die Spannung nicht zu nehmen. Daher gehe ich nur auf Veränderungen von der ersten Kapitel ein.

Ich habe den Charakter von der Hauptdarstellerin deutlicher herausgearbeitet und ihr einige (wesentliche) neue Eigenschaft gegeben. Sie ist beispielsweise eine hervorragende Köchin und hatte auch ein besonderes Verhältnis zu ihrer bereits verstorbenen Urgroßmutter.

Inhaltlich sind folgende Veränderungen eingetreten:

Wie bereits gesagt, freue ich mich auf Eure Kommentare. Sofern es möglich ist, versuche ich Eure Anmerkungen zu berücksichtigen. Habt bitte Verständnis dafür, dass die Struktur der Geschichte bereits steht. Oftmals kommen bereits ein paar Kapitel vorher Andeutungen, was später passieren wird oder es werden die Grundlagen für weitere Erlebnisse gelegt.

Jetzt allen viel Spaß beim Lesen.
3. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 05.08.26 08:00

Teil I – Mein Internatsaufenthalt

Kapitel 2: Wie alles begann


Hallo, mein Name ist Natascha vom Hohemstein. Eigentlich ist mein vollständiger Name Natascha – Diana – Elisabeth vom Hohemstein – Ihre hochwohlgeborene Prinzessin und zu es folgen die ganzen Grafschaften, denen meine Familie vorsteht sowie als weitere Adelstitel Baronessen und edles Fräulein mit weiteren Ortschaften. Zugegebener Weise habe ich mir aus meinen Adelstiteln bisher nicht viel gemacht.

Bis vor kurzem führte ich ein ganz normales Leben. Ich war seinerzeit 18 Jahre alt, lebte ich einer oberbayerischen Kleinstadt und besuchte dort die Oberstufe des örtlichen Gymnasiums. Mein Leben verlief in geordneten Bahnen. Ich besuchte regelmäßig das Schützenfest, die Dorfdisco und fuhr auch regelmäßig mit meinen Freundinnen nach München. Auch traf ich mich regelmäßig mit meinen Freundinnen in der Villa meiner Eltern und gemeinsam zu kochen oder zu backen. Ich kann zu Recht mit Stolz behaupten, dass wir uns sehr anständig verhalten haben. So hinterließen wir beispielsweise die Küche immer in einem absolut aufgeräumten Zustand. Meine Mutter hat nicht einmal bemerkt, dass ihre heilige Küche überhaupt benutzt wurde.

Und dann waren da noch die regelmäßig stattfindenden Familienfestivitäten.

Ich war Einzelkind und somit der ganze Stolz meiner Eltern. Naja, der ganze Stolz neben oder besser gesagt nach unserem Familienunternehmen. Dieses hatte mein Großvater nach dem Krieg gegründet. Zwischenzeitlich führten meine Eltern das Unternehmen gemeinsam. Meine Mutter verantwortete im Unternehmen den Vertrieb sowie das komplette Rechnungswesen einschließlich des Controllings, während mein Vater für die Produktion und die Produktentwicklung zuständig war. Meine Eltern waren sehr erfolgreich. Das Unternehmen wuchs von Jahr zu Jahr und erwirtschaftete stattliche Gewinne. Zwischenzeitlich waren meine Eltern der mit Abstand größte Arbeitgeber der Region und zählten dort zu den reichsten und angesehensten Personen.

Meine Eltern stellten Zulieferteile für die Automobilindustrie her. Nicht ohne Stolz wiesen sie immer darauf hin, dass in ganz Europa nicht ein Auto von Band laufen würde, in dem nicht mindestens ein Teil von ihnen verbaut ist. Die Kehrseite der Medaille war, dass meine Eltern nur sehr wenig Zeit für mich hatten.

Zugegeben als Kind habe ich darunter schon sehr darunter gelitten. Als ich auf die Welt kam, nahm sich meine Mutter eine Auszeit. Sie begann jedoch wieder halbtags zu arbeiten, als ich in den Kindergarten kam. Wenig später entschied sie sich – auf Bitten meines Vaters - wieder Vollzeit tätig zu sein. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als 10-Jährige regelmäßig von Gymnasium nach Hause kam. Unsere Hausangestellte stellte mir mein Mittagessen hin und ging. Ich machte brav meine Hausaufgaben, ging später ins Bett, während meine Eltern regelmäßig erst spät abends heimkamen.

Sehr oft passte meine Urgroßmutter auf mich auf. Es gab Zeiten, da habe ich sie mehr gesehen als meine Eltern. Dank meiner Urgroßmutter kann ich sagen, dass ich - entgegen zu den meisten anderen Schülern in einer solchen Situation – nicht abgedriftet bin. Ich habe keinen Mist – naja nur wenig Mist – gebaut, kam nie mit dem Gesetz in Konflikt und war für mein Alter sehr anständig. Auch meine schulischen Leistungen waren durchweg gut.

Als Jugendliche lernte ich dann die Situation zu akzeptieren und mit dieser umzugehen. So konnte ich dann ein hervorragendes Verhältnis mit meinen Eltern aufbauen. Sie hatten zwar immer noch sehr wenig Zeit für mich, allerdings konnte ich mit ihnen über alles reden. Selbst bei kritischen Angelegenheiten fanden wir immer ein für beide Seiten akzeptable Lösung. Dies galt aber mit einer großen Ausnahme. Für meine Eltern stand von je her fest, dass ich nach dem Abitur BWL oder Jura studieren werde, dann in das Familienunternehmen einsteigen werde und dies schließlich irgendwann einmal ganz übernehmen werde. Mehrfach hatte ich vergebens versucht, mit meinen Eltern darüber zu reden. Beim letzten Mal hatte ich ihnen gesagt, dass ich nicht sicher bin, ob ich die Verantwortung überhaupt tragen kann.

Auch fehlte es mit materiell gesehen an nichts. Ich bekam sehr viel Taschengeld und hatte, weil die Eltern viel unterwegs waren, auch viele Freiheiten. Ist aber nicht übermäßig ausgenutzt habe.

Deshalb hätte ich mir auch nie vorstellen können, dass sich das jemals ändern könnte.

Das Unheil begann, als mein Vater im Büro eines Tages einen einem Anruf bekam. Es war eine Mitarbeiterin eines schweizerischen Internats für Töchter aus besseren Häusern. Die Dame informierte meinen Vater über das Mädchenpensionat sowie dessen Schulungskonzept. Ein Geschäftspartner meiner Eltern hatte seine Tochter selbst vor einigen Monaten dort angemeldet und mich als zukünftige Schülerin empfohlen. Mein Vater war sofort Feuer und Flamme und vereinbarte einen Termin in seinem Büro. Er informierte meine Mutter über das Telefonat, mich jedoch nicht. Wozu auch? Es betraf ja schließlich nur mich und mein Leben.

Wenig später besuchte ein Mitarbeiter des Internats meine Eltern im Büro. Zunächst zeigte er einen Film über das Internat, dessen Angebote und das Bildungskonzept. Meine Eltern waren von dem ehrwürdigen Anwesen, den puren Luxus, der herrlichen Lage und nicht zuletzt vom ausgeklügelten Bildungskonzept sofort begeistert. Die maximale Klassenstärke im Internat beträgt zehn Schülerinnen. Weiter wird der Unterricht um Lerngruppen, Projektarbeiten und ähnliches sowie das Selbststudium ergänzt. Jede Schülerin bekommt dabei einen auf ihre Verhältnisse und ihren Lernfortschritt individuell abgestimmten Lehrplan, der die von ihr zu besuchenden Veranstaltungen aufführt und zudem noch Zeiten für das Selbststudium reserviert.

Im Gespräch wies der Mitarbeiter des Internats noch darauf hin, dass sich der Unterricht nicht nur auf die klassischen Schulfächer wie Deutsch, Mathe, Englisch, die Naturwissenschaften und so weiter beschränken würde. Vielmehr stehen auch die Kompetenzen, die Ihre Tochter als spätere Leiterin Ihres Unternehmens benötigt, die aber an den staatlichen Schulen nicht vermittelt werden, ebenfalls auf dem Lehrplan. „Ich meine Durchsetzungskraft, Willensstärke aber auch vorbildliches Benehmen und standesgemäßes Auftreten.“, erläuterte der gute Mann.

Insbesondere mein Vater war hiervon sofort begeistert. Schließlich wünschte es sich nichts mehr, dass ich eines Tages in die Firma einsteige und später diese dann ganz übernehme.

Der Internatsangestellte führte weiter aus: „Da ich noch ein weiterer Aspekt. Ihre Vermögenssituation geht mich nichts an. Jedoch sieht auch ein Krimineller, was sie hier geschaffen haben und wird vermuten, dass bei Ihnen – salopp gesagt - etwas zu holen ist. Ich will den Teufel nicht an die Wand malen. Aber was ist, wenn Ihre Tochter eines Tages nicht heimkommt und Sie sich stattdessen mit einer Lösegeldforderung konfrontiert sehen. Von den psychischen Folgen für Ihre Tochter will ich gar nicht sprechen. Ich versichere Ihnen, dass das Pensionatsgelände hermetisch abgeriegelt ist. Ihre Tochter ist da absolut sicher und kann sich auf diesem frei bewegen. Wir garantieren absolute Sicherheit vor Entführungen.“

Anders als mein Vater hatte meine Mutter noch Zweifel. „Natascha hat hier ihr Leben und ihren Freundeskreis. Wenn wir sie ins Internat schicken, dann ist es ein Bruch zu ihrer bisherigen Welt.“

Der Mitarbeiter räumte ein, dass eine gewisse Strenge notwendig ist, um das Konzept des Internats und dessen Lerninhalte - wie beispielsweise das standesgemäße Benehmen - zu gewährleisten. „Für die meisten unserer neuen Schülerinnen ist es erst einmal ein Schock. Glauben Sie mir, die meisten Schülerinnen – eigentlich fast alle - gewöhnen sich dann recht schnell an die neue Welt und genießen dann den puren Luxus und die herrliche Lage unseres Hauses.“

Der Mitarbeiter schlug vor, dass meine Eltern mit mir in Internat vorbeikommen und sich dieses einfach mal ein Bild machen. „Sagen Sie Ihrer Tochter einfach, dass es eine Überraschung sei. Dann können sie gemeinsam mit Ihrer Tochter entscheiden, ob sie Internatsschülerin werden soll oder nicht. Sollte ein Zimmer frei sein, kann sie direkt dort bleiben. Aber Sie können auch mit ihr nach Hause fahren und sich alles in Ruhe überlegen.“

Der Mitarbeiter übergab meinen Eltern einige Unterlagen und verabschiedete sich mit den Worten: „Wir freuen uns schon jetzt darauf Sie und Ihre Tochter bei uns im Internat zu begrüßen.“

Drei Wochen später war ich mit meinen Eltern unterwegs. Wir unternahmen wie so oft im Sommer wieder einmal einen Kurztrip zu unsrem Ferienhaus am Comer See in Nord-Italien. Auf der Rückfahrt eröffnete mir mein Vater plötzlich, dass meine Eltern noch eine Überraschung für mich eingeplant haben. So bogen wir bei Lugano von der Autobahn ab und weiter ging es am See entlang.

Das Erste, was ich sah, war eine lange hohe Mauer mit einer Pforte und einem großen Eisentor. Eine Art Wachmann kam auf uns zu und mein Vater kündigte uns als Herr und Frau vom Hohemstein mit ihrer Tochter Natascha an. „Ich heiße Sie auf unserem Chateau herzlich willkommen. Sie werden bereits erwartet.“, war die Antwort.

Das Tor öffnete sich und wir fuhren durch einen riesigen Park. Nach geschätzten zwei Kilometern erreichten wir das Hauptgebäude. Es war ein riesiges Gelände und alles vom Feinsten. Das Gebäude erinnerte mich an einen englischen Landsitz und versprühte Luxus pur. Es lag leicht erhöht und man hatte einen schönen Blick über den Luganer See. Wir parkten vor dem Haupthaus unseren Mercedes und zwei Diener öffneten meinem Vater und meiner Mutter die Autotüren. Sie begrüßten meine Eltern mit „Sehr verehrte Frau vom Hohemstein, sehr geehrte Herr von Hohemstein, herzlich willkommen. Ich sehe, sie haben Ihre Tochter mitgebracht.“ Ich habe mich über die Begrüßung und die Tatsache, dass mir nicht die Tür geöffnet wurde, schon etwas gewundert.

Einer der Diener teilte uns mit, dass die Direktorin uns bereits erwarten würde. Er öffnete uns die große zweiflügelige Tür und bat uns hinein. Im Innern war das Haus noch luxuriöser. Es waren ausschließlich die edelsten und teuersten Materialien - wie beispielsweise Marmor - verbaut. Wir betraten eine riesige Halle an deren Wänden eine Reihe von Gemälden hingen. Ich hatte meine Eltern mehrfach auf Museumsbesichtigungen begleitet und meine Eltern hatten auch eine sehr hochwertige private Kunstsammlung. So erkannte ich sofort, dass es sich um sehr wertvolle Gemälde handelte, die von den alten Meistern bis zur Moderne reichten. Der Diener führte uns direkt ins Büro der Rektorin und bat uns auf der Sitzgruppe Platz zu nehmen. Er verließ den Raum mit den Worten, dass die Rektorin gleich zu uns kommen würde.

Ich fragte meine Eltern, was dies hier alles bedeuten sollte. Mein Vater antwortete: „Gefällt es Dir nicht? Warte ab, es ist, wie gesagt, eine Überraschung für Dich.“

Wenig später betrat dann auch die Rektorin den Raum.

Ich schätze die Frau auf so um die 50 Jahre. Sie war ein elegantes Erscheinungsbild, jedoch strahlte sie auch eine gewisse Strenge aus. Ich weiß nicht wieso, aber die Dame war mir von Anfang an unsympathisch.

Wir standen wieder auf. Die Rektorin stellte sich vor und begrüßte uns und gab uns nacheinander die Hand. Erst meinem Vater, dann meiner Mutter und schließlich mir. Als sie mir die Hand gab, empfing sie mich mit den Worten: „Du bist also die Natascha, lass dich mal ansehen.“ Sie ließ meine Hand nicht los sondern zog mich leicht ins Licht in die Raummitte und musterte mich da. Sie ging einmal um mich herum und meinte dann zu meinen Eltern. „Natascha ist aber wirklich sehr leicht gekleidet!“ Ich konnte mit der Aussage nichts anfangen. Schließlich trug meine Mutter ein vergleichbares Kleid. Wir hatten die beiden Kleider sogar zusammen gekauft. Meine Mutter hatte mich seinerzeit zu diesem sündhaft teuren Designer in München geschleppt. Während meine Mutter sich für gesetzte Farben entschieden hatte, war mein Kleid in leuchtenden Sommerfarben gehalten und war zusätzlich ärmellos. In meinen Augen war das gute Stück deutlich überteuert, aber ich habe es meiner Mutter zu Liebe genommen. Zusätzlich trug ich ganz normale Marken-Sneakers. Mein Vater wendet auch gleich für mich ein: „Es ist doch mit 35 Grad draußen ziemlich warm, da kann doch etwas sommerliche Kleidung nicht schaden und so sind doch heute alle Mädchen gekleidet!“ Die Rektorin entgegnete sofort: „Es kann und es schadet, wenn periphere Sachen wie zum Beispiel Kleidung an so Nebensächlichkeiten wie Mode oder Wetter festgemacht werden.“
Ich wies darauf hin, dass es sich bei meinem Kleid um ein sehr exklusives Einzelstück handeln würde und nannte auch den Namen des Designer und den Preis, den wir seinerzeit bezahlt hatten. Auch fügte ich an, dass ich davon ausgehe, dass Frau Diekmann der Name des Designers nichts sagen würde, da sie sicherlich keine Kleider in dieser Preisklasse kaufen würde.

Frau Diekmann antwortete freundlich aber bestimmt. Zuerst führte sie aus, dass Informationen und Anweisungen im Internat nur einmal gegeben werden und ich daher gut zuhören soll.
Wenn sich Erwachsene unterhalten habe ich mich ruhig zu verhalten und diese Unterhaltungen nicht zu unterbrechen oder in anderer Weise zu stören. Im Übrigen habe ich, wenn ich etwas mitteilen möchte, vorher um die Erlaubnis zu ersuchen. Es würde mir ohnehin nicht zustehen, Sie zu kritisieren und ich brächte mir weder keine Gedanken über ihre finanziellen Verhältnisse noch über ihre Kleider zu machen.
Dann wandte sie sich direkt an meine Eltern: „Frau vom Hohemstein, Herr von Hohemstein, sämtliche unserer Schülerinnen haben durchaus vermögende - wenn nicht sogar äußerst reiche Eltern. Uns ist wichtig, dass sich unsere Schülerinnen durch ihre schulischen und persönlichen Leistungen sowie über ihren Beitrag zur Gemeinschaft und nicht über irgendwelche äußerst teuren Kleidungsstücke definieren. Mit einer einheitlichen Kleidung verhindern wir somit ein Schaulaufen und stärken zusätzlich das Gemeinschaftsgefühl unter den Schülerinnen. Auch versinnbildlicht unsere Internatsuniform die hohen Ansprüche unseres Hauses.

Ich dachte mir, die spinnt doch, die Alte. Sie fuhr aber auch gleich fort: „In unserem Institut, tragen deshalb auch alle Mädchen angemessene Schulkleidung.“ Ich wusste immer noch nicht, was dieser Besuch bedeuten sollte. Sollten meine Eltern für mich einen Aufenthalt hier in Erwägung gezogen haben, so war das Thema für mich bereits jetzt endgültig gestorben. Aber mein Vater fragte leichtsinnigerweise: „Wie sieht den diese angemessene Schulkleidung aus?“ Die Rektorin reagierte prompt: „Herr vom Hohemstein, ich würde vorschlagen, bevor ich Ihnen die Standardkleidung auf einem Foto oder Bügel zeige, ist es doch sinnvoller, da Natascha Sie sowieso begleitet, wenn sie Ihnen die Kleidung direkt präsentiert.“ Bevor er und vor allem ich noch was sagen konnte, stand schon eine Angestellte wieder bereit und die Rektorin bat sie: „Bringen Sie bitte Natascha zur Probeankleidung.“
4. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von Glatzkopf am 06.08.26 07:30


Das kann durchaus ganz interessant werden.
5. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von wisa am 06.08.26 13:45

Hallo
Na da bin ich mal gespannt, wie das weitergeht. Ich habe nämlich auch mal einen ganz ähnliche Geschichte geschrieben. Ich hoffe, dass Natascha in Windeln gesteckt und im Gitterbett schlafen wird. Ich lass mich mal überraschen.
Gruss
wisa
6. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von marpsp am 07.08.26 07:52

Du hast eine ausführliche Einleitung/Erklärung an den Anfang gestellt.
Wenn schon das, könntest du bitte auch noch "Story Codes" hinzufügen?
7. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 07.08.26 08:34

Zitat
Das kann durchaus ganz interessant werden.
@Glatzkopf: Ich kann Dir versichern, dass es interessant werden wird.

Zitat
Ich hoffe, dass Natascha in Windeln gesteckt und im Gitterbett schlafen wird. Ich lass mich mal überraschen.
@wisa: Lass Dich einfach überraschen. Die nächste Folge werde ich voraussichtlich am nächsten Wochenende veröffentlichen.

Zitat
Du hast eine ausführliche Einleitung/Erklärung an den Anfang gestellt.
Wenn schon das, könntest du bitte auch noch \"Story Codes\" hinzufügen?
@marpsp: Auch, wenn ich mich jetzt blamiere - ich kann mit dem Begriff "Story Codes" nichts anfangen. Wenn es etwas technisches ist, kann ich dieses gerne hinzufügen. Inhaltlich werde ich Euch die Informationen über die einzelnen Kapitel geben. Ich will jetzt noch nicht zu viel verraten, um die Spannung zu erhalten. Es lohnt sich auf jeden Fall, weiter zu lesen.
8. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von Fazer-Tom am 08.08.26 16:02

Ich habe schon die ersten Teil gelesen und war angenehm überrascht. Die Story war gut und übersichtlich gegliedert und man konnte sich gut in die Charaktere hineinversetzen. Ich hoffe deine Überarbeitung liest sich noch besser.

Ciao Tom
9. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von marpsp am 08.08.26 20:20

Zitat
Zitat
Du hast eine ausführliche Einleitung/Erklärung an den Anfang gestellt.
Wenn schon das, könntest du bitte auch noch \"Story Codes\" hinzufügen?
@marpsp: Auch, wenn ich mich jetzt blamiere - ich kann mit dem Begriff "Story Codes" nichts anfangen. Wenn es etwas technisches ist, kann ich dieses gerne hinzufügen. Inhaltlich werde ich Euch die Informationen über die einzelnen Kapitel geben. Ich will jetzt noch nicht zu viel verraten, um die Spannung zu erhalten. Es lohnt sich auf jeden Fall, weiter zu lesen.

"Story Codes/Tags" geben Anhaltspunkte auf den Inhalt.
Es gibt keinen harten Standard, aber im Erotik und auch im Fetisch-Bereich haben sich einige Codes etabliert.

Zum Beispiel:

Teilnehmer:
"FF/m" - zwei Frauen dominieren einen Mann
-> "M/f", "F/other", etc.

Szenario, grob:
cons - consensual
non-cons - non-consensual
reluct - reluctant/zögerlich

Situationen
rope, cuffs, armbinder, gag, blindfold, leash, ponygirl, ponyboy, outdoor, exhibit, usw.

plus viele viele mehr - es wird angegeben, was zutrifft.
"cons, reluct, non-cons" kann also alles zusammen vorkommen, wenn alle drei im Laufe einer Geschichte irgendwann zutreffen.
Geht natürlich auch in Deutsch.
Kannst du auch Googlen, wenn auch nicht gleich der oberste Treffer alles beantworten wird.
10. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 09.08.26 00:17

Zitat
Ich habe schon die ersten Teil gelesen und war angenehm überrascht. Die Story war gut und übersichtlich gegliedert und man konnte sich gut in die Charaktere hineinversetzen. Ich hoffe deine Überarbeitung liest sich noch besser.

Ciao Tom
Hallo Tom, es freut mich, dass Dir die erste Version gefallen hat. Ich habe versucht, die Geschichte noch besser zu machen, indem ich insbesondere die Charaktereigenschaften der Protagonisten und deren Verhältnis geschärft habe.

@marpsp: Ich werde mir überlegen ob und ggf. welche Informationen ich bezüglich der Story-Line geben möchte.
11. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 09.08.26 00:18

Kapitel 3: Die Internatsuniform

Die Angestellte öffnete die Tür und fordert mich freundlich aber bestimmt auf, ihr zu folgen. Ich wollte keinen großen Aufstand proben und eine Szene machen. Also folgte ich der Angestellten. Diese stellte sich mir als Schwester Carola vor.

Ihre Kleidung war für meinen Geschmack sehr altmodisch und für die Jahreszeit – es war schließlich Hochsommer – deutlich zu warm. Ich sprach Sie darauf an, sie entgegnete, dass sie mich lediglich zum Ankleidezimmer bringen sollte und es ihr darüber hinaus nicht gestattet ist, sich mit mir zu unterhalten.

Wir gingen über die Gänge und kamen schließlich in einem ziemlich großen Raum – besser gesagt Saal - an, der ein bisschen an einen Ballsaal erinnerte. Ich brauche nicht extra zu erwähnen, dass sowohl die Gänge als auch dieser Raum sehr luxuriös ausgestaltet und eingerichtet waren. Der Raum hatte eine Höhe von bestimmt fünf Metern, an der Decke befand sich ein riesiges Gemälde und in der Mitte des Raumes plätscherte ein sehr aufwendig gestalteter Brunnen. Um diesen herum, waren kleine Abteile mit verschieden Paravents abgeteilt, so dass ich nicht gleich den ganzen Raum überblicken konnte. So wirkte der Raum ein wenig wie eine Mischung aus Badezimmer und Umkleideraum im Fitnessstudio. Wir hatten gerade den Raum betreten, da kam auch schon aus einer Ecke des Raumes eine Dame auf uns zu. „Guten Tag Natascha, mein Name ist Katja Gruber. Ich bin Erzieherin hier im Pensionat. Und Du bist also unsere neuste Novizin?“ Ich gab Frau Gruber die Hand und antworte Ihr: „Nein, meinen Eltern sind nur auf einen Kurzbesuch hier und im Gespräch mit der Rektorin kam wir auf die Schulkleidung. Die Rektorin möchte unbedingt, dass ich diese meinen Eltern präsentieren.“ Ich wusste immer noch nicht, was der Sinn und Zweck unseres Besuches war. Allerdings war ich schon ein bisschen genervt und denke, dass Frau Gruber dies auch an meinem Verhalten gemerkt hat. Sie ließ sich aber nichts anmerken, sondern blieb weiterhin sehr freundlich „Na dann wollen wir dich halt mal zur Probe ankleiden.“

Sie bot mir an, vorher zu duschen. Es war an jenem Tag sehr heiß und ich war schon verschwitzt. So fand ich das Angebot sehr angenehm und nahm es dankend an. Frau Gruber führte mich um einen der Paravents herum. Sie deutete auf die Tür und ich ging hindurch. Die Dusche ließ ebenfalls keine Wünsche offen. Die Duschkabine war ca. 2 x 2 Meter groß und hatte eine Regendusche. Davor standen eine Bank mit einem Tisch sowie ein Kleiderständer. „Ich hole Dir Handtücher. Du kannst ja inzwischen schon mal duschen.“, meinte Frau Gruber. Ich zog mein Kleid aus, faltet es ordnungsgemäß und legte es auf die Bank. Meine Unterwäsche versteckte ich im Kleid. Meine Sneekers stellte unter die Bank und stopfte meine Socken hinein. Meine Halskette und meine Armbanduhr nahm ich ab und legte beides fein säuberlich auf mein Kleid. Meine Handtasche stellte ich neben mein Kleid auf die Bank.

Die Dusche war wirklich mit allen Schikanen ausgestattet. So hatte sie beispielsweise Brausen an den Seiten und es bestand die Möglichkeit, die Dusche in verschiedenen Farben auszuleuchten. Leider konnte ich nicht alle Funktionen ausprobieren und das Duschen auch nicht richtig genießen. Nach 3 – 5 Minuten hörte ich schon, dass Frau Gruber zurück gekommen ist. Sie rief mir in die Dusche zu: „Natascha, hier sind die Handtücher, kommst Du dann bitte aus der Dusche, wir müssen weitermachen.“ Ich stellte das Wasser ab und ging aus der Dusche. Frau Gruber betrachte mich, als ich aus der Dusche stieg, und reichte mir ein Handtuch. „Gut, dass Du rasiert bist Natascha, dann brauchen wir das nicht machen“ meinte Frau Gruber zu mir. Ich muss etwas verwirrt geschaut haben. Naja, ich war es auch, weil ich mir keinen Reim drauf machen konnte. Aber Frau Gruber erklärte mir sofort – wahrscheinlich aufgrund meines Blickes „Für eine Dame von Welt gehört es sich einfach, immer am Körper enthaart zu sein. Deshalb gehört bei uns das Rasieren zur täglichen Körperpflege, aber Du bist ja schon.“ Ich hatte mich inzwischen abgetrocknet und das Handtuch um meinen Körper gewickelt.

Dann suchte ich meine Klamotten. Die waren aber verschwunden. „Wo sind denn meine Sachen?“ fragte ich sofort. „Ich habe sie Dir schon zusammengepackt. Unsere Schulkleidung ist komplett und beinhaltet auch Unterbekleidung. Du bekommst Sie natürlich auch komplett zur Anprobe. Wir haben die Zeit, während Du geduscht hast, dazu genutzt, die Kleidung in Deiner Konfektionsgröße herauszusuchen. Bitte, komme mit hinter den anderen Paravent.“ Ich folgte Ihr.

Als erstes bekam ich einen Body. Dieser war auf den ersten Blick nicht besonderes chic. Weiß, ganz einfach aus einer Art Baumwolle und schmucklos. Beim näheren Hinsehen erkannte ich, dass im dezenten Weiß das Internatswappen auf der Brust aufgestickt war. Ich zog es an, weil ich mich echt dringend bedecken wollte. Dabei sah ich kurz auf das Etikett. Dort war ebenfalls das Wappen angebracht und es stand dort „Kollektion des Pensionats zu Lugano“. Beim weiteren Anziehen achtete ich besonders darauf, ob auf diesen auf das Internat Bezug genommen wurde. Ein sogenanntes „Branding“ war auf allen Kleidungstücken vorhanden.

Die Angestellte, Schwester Carola, war auch wieder hinzugekommen. „Komm setz dich hin, dann helfen wir Dir bei den Strümpfen.“ sagte Frau Gruber. Ich setzte mich auf einen Stuhl, der dort bereit stand. Die Angestellte hatte inzwischen die Strümpfe in der Hand. Sie kniete sich vor mich und begann mir den ersten Strumpf über den rechten Fuß zu ziehen. Ich hatte bis dahin eigentlich nie Strümpfe oder Strumpfhosen getragen. Ich mochte diese einfach nicht. Jetzt sah ich das es weiße Nylons sind mit einem ca. 7 cm Spitzenrand oben waren. Die Angestellte rollte die Strümpfe an beiden Beinen bis zu den Oberschenkeln hoch und streifte diese Glatt. Sofort merkte ich, dass die Dinger sehr eng und nicht unbedingt bequem waren. So sagte ich: „Frau Gruber, ich glaub die Strümpfe sind mindesten eine oder zwei Nummern zu klein für mich, sie fühlen sich so eng an.“ „Steh mal auf Natascha und schau in den Spiegel, da siehst Du das sie perfekt sitzen und passen.“ Ich stellte mich vor den Spiegel und sah, dass meine Beine wirklich ziemlich perfekt bestrumpft waren. Bevor ich was sagen konnte, erklärte mir Frau Gruber: „Die Strümpfe haben eine Kompressionsfunktion, da gewöhnt man sich schnell dran. Genau das ist es, was Dir nun so unangenehm vorkommt.“ Ich dachte nur an die armen Internatsschülerinnen, die diese Dinger immer tragen müssen. Damals wusste ich noch nicht, dass ich wenige Wochen später auch zu den Internatsschülerinnen gehören sollte.

Die Angestellte kam wieder hinter einem weiteren Paravent hervor und berichtet Frau Gruber, dass alles vorbereitet ist. „Komm Natascha, wir machen weiter, damit Deine Eltern nicht unnötig lange warten müssen.“ Sie ging um den Paravent herum und ich folgte ihr. Schwester Carola ging hinter uns. In diesem kleinen abgeteilten Teil des Raumes, hing eine Stange wie ein Trapez von der Decke. Ich schaute ungläubig das Teil an und fragte „Was zum Teufel ist das?“ „Das wirst Du gleich verstehen, Natascha. Stell dich mal unter die Stange und lege Deine Hände auf Sie.“ Ich stellte mich direkt drunter. Damit ich die Stange greifen konnte, musste ich mich ganz schön strecken. So stand ich fast auf den Zehenspitzen. Die Angestellte hatte nun ein weißes Teil in der Hand und legte es um meinen Körper. Erst jetzt sah ich, dass es eine Korsage - nein um ein richtiges steifes Korsett handelte. Sie war beim Anlegen extrem geübt und geschickt. Bevor ich es richtig erkannt hatte, lag es schon um meine Körper und war vorne zu gehackt. „Hey, was ist denn das“, schrie ich erschrocken. Aber Frau Gruber blieb ganz ruhig und freundlich. „Natascha, alle Mädchen bei uns im Pensionat tragen Korsett. Es ist ein richtiger und wichtiger Teil der Erziehung zur Dame. Wir sind eines der wenigen Institute in Europa, die diese - für Euch Mädchen sehr wertvolle - Korsettgewöhnung konsequent durchführen. Bleib bitte ruhig so gestreckt stehen, damit Du Dir nicht weh tust, wenn ich Dir das Korsett jetzt schnüre.“ Mir war das alles zu viel, ich wollte das alles nur noch hinter mich bringen. Ich dachte, jetzt schnell die verdammte Uniform meinen Eltern vorführen und dann nichts wie ab zurück nach Hause in Bayern. So langsam begann ich am Geisteszustand von Frau Gruber und der Direktorin zu zweifeln. Die haben ja einen Klopfer hier, schoss es mir durch den Kopf. Wenige Sekunden später fing auch schon das Zerren an meinem Korsett an. Frau Gruber schnürte es mir echt eng und dies ohne Gnade. Meine Taille wurde extrem schlank geformt und mein Busen in dem in Korsett eingearbeiteten Schalen nach oben gedrückt. Ich steckte nun voll steif in diesem Panzer und konnte nur noch ganz schwer Luft bekommen. Ich war auch in diesem Moment vollkommen geschwächt. Mir war von jetzt an fast alles egal. Tränen liefen mir übers Gesicht. Fräulein Carola trocknet mir diese mit einem Taschentuch.

Als ich mich wieder etwas beruhigt hatte, führte mich nun Fräulein Carola wiederum um einen Paravent herum. Nun ging es hier weiter. Frau Gruber half mir eine Bluse anzuziehen. In diese musste ich von vorne herein schlüpfen, weil diese hinten geknöpft wurde. Ich sah schon das sie vorne mit reichlich Rüschen und einem Jabot verziert war. So etwas würde ich mir nie aussuchen, bäh! Fräulein Carola fing nun an mir die Bluse zu zuknöpfen. Als Sie am Kragen ankam, merke ich, wie sich der enge – wie ich fand sehr hohe - Stehkragen sich eng um meinen Hals schloss. Ich fand es schrecklich. An dem Kragen waren rechts und links im Blusenstoff in fast der breite des Kragens zwei Bänder angebracht. Diese wickelte nun Frau Gruber um den Kargen und band sie zu einer großen Schleife. Fräulein Carola schloss mir zeitgleich die Manschetten, die auch sehr steif und mit ca. 10 cm ziemlich breit sind.

Nun steckte ich in dieser besch… unbequemen Bluse. Fräulein Carola hatte auch schon einen Rock parat. Frau Gruber fordert mich auf in den Rock zu steigen. Was ich auch tat. Aber ich fühlte mich in den Strümpfen schon komisch. Fräulein Carola zog mir den Rock hoch, steckte die Bluse in diesen rein und macht ihn zu. Der Rock war schwarz mit Falten und in einer leichten Glockenform. Als er an der richtigen Stelle der Hüfte saß endete er kurz über meinem Knie.

Zu dem Rock passend streifte mir Fräulein Carola nun eine Weste drüber. Diese war so gemacht, dass sie an den Bund des Rockes geknöpft werden konnte. So waren der Rock mit der Weste verbunden und beides wurde quasi zum Trägerrock. Frau Gruber schloss nun die Weste. „So Natascha, komm mit dann machen wir dir die Haare und Make-Up.“ Frau Gruber führte mich um einen weiteren Paravent herum. Hier sah es nun aus wie in einem Friseursalon. Ich nahm auf den Frisierstuhl Platz. Jetzt merkte ich beim Hinsetzen wie extrem scheiße das Korsett drückte. Es tat total weh. Frau Gruber sah es mir bestimmt an, denn sie meinte „Man gewöhnt sich relativ schnell dran.“ Fräulein Carola machte mir nun die Haare. Die kämmte sie streng nach hinten und formte diese dann zu einem Dutt. Sie schminkte mich ganz dezent. Schließlich manikürte sie mir die Fingernägel und brachte einen ebenfalls dezenten rosafarbenen Nagellack auf.

Als ich nun im „Salon“ fertig war, hatte Frau Gruber auch schon meinen Schulblazer gebracht. Der war passten zu Rock und Weste in Schwarz. Relativ auffällig prangte das Schulwappen auf der Brust. Mir war schon warm, aber musste den noch drüber ziehen. Ich meinte: „Die Jacke jetzt noch ist mir echt zu warm, die kann ich doch so mitnehmen.“ „Natascha, bitte bei uns im Pensionat gibt es keine Ausnahmen, der Schulblazer ist zur Standardkleidung. Diese ist immer zu tragen“ mit diesem Wort zog mir Frau Gruber den Blazer über. Ich schwitze nun echt extrem.

Ich dachte, es kann nicht mehr schlimmer werden. Aber ich sollte eines Besseren belehrt werden. Hinter dem letzten Paravent standen zwei schwarze Stiefel bereit. Ich erschrak, als ich diese sah. Sie hatten einen total hohen Absatz. Frau Gruber erkannte schon wieder meine Bedenken und meinte sofort: „Natascha, auch das ist nicht schlimm; es sind nur 8 cm und alle Mädchen haben schnell gelernt sich darin, wie eine Dame zu bewegen bzw. zu stehen.“ Ich musste mich setzten und Fräulein Carola zog mir die Stiefel an und band sie hinten zu. Als ich nun aufstehen musste, stand ich auf Zehenspitzen fast senkrecht. Ich war schon wieder den Tränen nahe.

Zum Abschluss reichte mir Frau Gruber nun noch ein Paar weiße Seidenhandschuhe, die ich anziehen musste. „So dann führen wir Dich mal Deinen Eltern vor“ meinte sie und öffnete die Tür. Ich konnte in den Schuhen mit den megahohen Absätzen kaum laufen und stöckelte extrem unsicher los. Ich wollte nur noch den Horrortrip so schnell wie möglich hinter mich bringen.

Zum Ende reichte mir Fräulein Carola eine Halskette, ein Armreif, ein Ring und eine Armbanduhr auf einem Samtkissen. Frau Gruber erklärte mir, dass dies gesamte Kollektion aus Weißgold sei und von einem der angesehensten Juweliere der Schweiz hergestellt wird. Allerdings muss ich sagen, dass sie alles andere als mein Geschmack war. Ich wollte nur noch diese blöde Uniform meinen Eltern vorführen und legte den Schmuck an.

Als ich mich gerade auf den Weg zu meinen Eltern machen wollte, hielt mich Frau Gruber mit den Worten „Einen Moment noch, Natascha“ zurück. „Wir haben noch etwas vergessen.“ Mit diesen Worten griff sie nach einem weißen Stück Stoff. Ich glaubte nicht, was ich da zu Gesicht bekam. Es handelte sich um eine weiße Haube wie sie noch im 19. Jahrhundert von den Landfrauen getragen wurde. Ein breites steifes Band bildete den vorderen Teil der Haube. Der Hinterkopf samt Dutt wurde vom restlichen Stoff verdeckt. Auch im Nacken wurde die Haube mit einem steifen Band abgeschlossen und legte sich satt um meinen Nacken. Frau Gruber schloss mir die Haube unter dem Kinn, indem sie das Band, welches an einem Ende baumelte, unter meinem Kinn hindurchführte und am anderen Ende irgendwo einknöpfte. Ich fühlte mich schon in dieser ätzenden Schuluniform grässlich, vom Korsett und den Strümpfen ganz zu schweigen. Doch diese Haube hätte ich mir am liebsten gleich wieder vom Kopf gezerrt.

Frau Gruber schien meine Gedanken lesen zu können. „Leg deine Hände auf den Rücken Natascha. Ja, genau, so ist es richtig. Wenn Deine Hände nicht beschäftigt sind, dann legst du sie entweder auf den Rücken, wenn Du stehst oder du trägst sie ineinander gefaltet vor deinem Körper, wenn du gehst. Achte darauf, dass du den Kopf leicht gesenkt hältst, niemals darfst du ihn erhoben oder gar in den Nacken gelegt tragen. Merke dir das. So und nun geh mal den Gang rauf und runter.“ Ich tat, wie mir befohlen und musste schon die nächste Kritik von Frau Gruber einstecken. „Deine Schritte sind zu groß, Natascha, das passt nicht zu dem Rock. Versuch es nochmals und achte auf kleine Schritte.“ Ich schwitzte in dem Zeug schon jetzt und dachte eigentlich gar nicht daran, mich herumkommandieren zu lassen. Aber diese Gruber hatte so eine Art zu reden und Anweisungen zu erteilen, dass ich irgendwie einfach gehorchte, auch wenn ich es gar nicht wollte. Schließlich wurde ich noch in der korrekten Körperhaltung und einer angemessenen Sitzhaltung geschult. Dann endlich führte mich Fräulein Carola zurück ins Büro der Rektorin.

Unterwegs begegneten wir zweimal Lehrkräften des Internats. Sofort ging die Fräulein Carola zur Seite und knickste. Die Lehrkräfte blieben jedes Mal stehen und musterten mich. „Du bist wohl eine Neue, wie?“ „Nein, meine Dame, ich besichtige mit meinen Eltern nur das Internat.“ klärte ich die Lehrkräfte höflich aber mit einer gewissen Zurückhaltung über den Sachverhalt auf. „Und du meinst, du würdest nicht hierbleiben?“ „Nein, meine Dame, niemals! Dieses Internat ist nichts für mich. Das eine Mal lächelte die Lehrkraft hintergründig und murmelte etwas undeutlich: „So, so, na dann werden wir ja sehen, ob das wirklich nichts für Dich ist.“ Im Nachhinein hätte ich spätestens jetzt stutzig werden müssen. Aber ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass meine Eltern, die Prinzipien, die über Jahre hinweg unser Zusammenleben geprägt hatten, einfach über Bord werfen könnten.

Schwester Carola wurde noch gemaßregelt, weil sie keine Haube trug.

Ich wollte eigentlich nur noch in das Zimmer der Direktorin, die Internatsuniform meinen Eltern vorführen, dann wieder in meine normalen Klamotten und schließlich nichts wie weg aus diesem Horrorladen.
12. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von kurtbauer am 09.08.26 08:08

Sehr schön diese Internatskleidung, allerdings wundert mich dass die Mädchen da halterlose Strümpfe tragen dürfen. Das ist doch schon sehr modern.
Besser wären entweder Strümpfe mit Haltern am Korsett oder richtig dicke Strumpfhosen
13. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 09.08.26 19:00

Zitat
Sehr schön diese Internatskleidung, allerdings wundert mich dass die Mädchen da halterlose Strümpfe tragen dürfen. Das ist doch schon sehr modern.
Besser wären entweder Strümpfe mit Haltern am Korsett oder richtig dicke Strumpfhosen
Ich muss Dich noch um etwas Geduld bitten - bis zu den Kapitel 9 und 13.
14. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 12.08.26 07:49

Kapitel Teil 4: Währenddessen im Besucherzimmer der Rektorin

Während ich in die Internatsuniform gesteckt wurde, unterhielt sich die Rektorin Frau Diekmann mit meinen Eltern. Sie begann: „Sie konnten sich sicherlich schon einmal einen ersten Eindruck von uns machen. Ich garantiere Ihnen, dass Ihre Tochter bei uns in den besten Händen ist.“

Frau Diekmann wies zuerst darauf hin, dass meine Eltern die wunderschöne Lage und das herrliche Anwesen ja bereits mir eigenen Augen gesehen hätten. Dann führte sie aus, dass ein schönes Umfeld sich sicherlich positiv auf mein Wohlbefinden auswirkt und somit letztendlich auch zum Lernerfolg beiträgt.

Anschließend ging sie ausführlich auf das ein, was mich in Internat erwarten würde: „Unsere Unterrichtskonzepte entsprechen den neusten Stand der Lehre und meine Lehrkräfte sind Hand verlesen und haben ausnahmslos nur die besten Referenzen. Zudem legen wir in unserem Institut nicht nur großen Wert auf hervorragende Schulleistungen, sondern auch auf die Erziehung zu einer jungen Dame. Wir erreichen dies einerseits durch die Kleidung, die ihre Tochter gerade anzieht und andererseits auch durch ein durchdachtes Regelwerk, welches genauso strikte einzuhalten ist, wie unsere Hausordnung.“ Frau Diekmann schilderte meinen Eltern einzelne Punkte im Detail und beobachtete mit einiger Genugtuung, wie mein Vater einige Male anerkennend nickte.

Dabei begann sie mit dem Bildungskonzept. Sie erläuterte, dass dieses dem Prinzip „Optimal fördern – aber auch das Optimum fordern“ folgen würde. Grundlage seien zunächst einmal unsere optimale Lehrmaterialien, welche ausnahmslos von den Professoren der nahen Universität entwickelt wurden. Auf das sehr erfahrene und exzellente Lehrpersonal habe sie bereits hingewiesen. Hinzu kommt, dass man in Internat sehr kleine Schulklassen habe – meist fünf bis acht Schülerinnen – maximal zehn. Dadurch ist es möglich, auf die Schülerinnen im Unterricht besonders einzugehen. Auch haben wir einen praxisorientierten Lernansatz. So führen unsere Schülerinnen in den Naturwissenschaften beispielsweise alle Experimente selber durch. Frau Diekmann wies darauf hin, dass ein selbst durchgeführtes Experiment für den Lernerfolg deutlich besser ist, als wenn man nur zusieht.

Sie erläuterte weiter, dass ein zusätzlicher wesentlicher Baustein ist, dass Schülerinnen des Internats durch ein ausgeklügeltes und zudem effektives und effizientes Lernsystem, welches aus der Kombination von mehreren Lernmethoden besteht, unterstützt werden. So wird ihre Tochter das Experiment noch einmal in Eigenarbeit nachvollziehen. Auch wenden unsere Schülerinnen das Erlernte auch gleich im Alltagsleben an.
Sie unterhalten sich nicht nur auf deutsch - sondern sprechen unter einander auch die Fremdsprachen, die bei uns unterrichtet werden, wie Englisch, Französisch, Latein oder Italienisch.

Frau Diekmann führte aus, dass es sich statistisch nachweisen lässt, dass sich die Schülerinnen dieses Internats durchschnittlich um nahezu eine ganze Note verbessert haben. Mein Vater erklärte, dass dies kein Wunder sei, wenn die Klausuren von der Schule selbst gestellt und korrigiert werden und dass ich bereits jetzt einen Notenschnitt von 1,8 hätte. Eine Verbesserung um eine ganze Note sei somit gar nicht mehr möglich.

Frau Diekmann antwortete, dass in den wichtigsten Fächern in der Schweiz zentrale Leistungsnachweise zu erbringen seien. Das Internat könne weder auf die Aufgabenstellung noch auf die Korrektur bzw. Benotung einen Einfluss nehmen. Für den relevanten Notenschnitt werden ausschließlich die Noten aus diesen Leistungsnachweisen berücksichtigt.

Dann zeigte Frau Diekmann meinen Eltern eine Auswertung, wie ihre Schützlinge bei den letzten zentralen Abschlussprüfungen abgeschnitten hatten. In den meisten Fächern kamen drei bis fünf der zehn besten Schülerinnen in der ganzen Schweiz vom Internat und auch die Leistungen der übrigen Schülerinnen waren ansprechend. Meine Eltern waren beeindruckt und Frau Diekmann erläuterte: "Wir garantieren eine signifikante Verbesserung der schulischen Leistungen – auch bei derart guten Schülerinnen wie bei Ihrer Tochter. Sollte sich Ihre Tochter nicht um mindestens 0,3 im Notenschnitt verbessern, erfolgt eine Rückerstattung von 10 % des Schulgeldes. Verschlechtert sich ihre Tochter gar um mehr als 0,3, sind es sogar 25%, es sei denn Ihre Tochter hat beispielsweise krankheitsbedingt im großen Umfang Unterricht verpasst. Frau Diekmann versicherte, dass dies seit Bestehen des Internats noch nie vorgekommen sei.

Dann sagte Frau Diekmann: „Ich will die bisherigen Leistungen Ihrer Tochter nicht klein reden. Aber es besteht noch ein Steigerungspotenzial, welches – was leider die Erfahrung zeigt – an den staatlichen Schulen nicht gehoben werden kann. Wir habe jedoch ganz andere Möglichkeiten und er wäre schaden, wenn diese Ihrer Tochter nicht zu teil werden.“ Dann wies Frau Diekmann darauf hin, dass bei einer Verbesserung um 0,5 eine zusätzliche Honorierung in Höhe von 10 % fällig werden wird. Mit diesen Ausführungen war es Frau Diekmann endgültig gelungen, meine Eltern vom Internat und dass dieses das Richtige für mich ist, zu überzeugen.

Es folgten weitere Ausführungen zum Regelwerk. „Was geschieht, wenn eines der Mädchen gegen die Regeln verstößt?“, wollte schließlich meine Mutter wissen. Frau Diekmann erläuterte: „Wir sehen zunächst einmal von Strafen ab, sondern geben der betreffenden Schülerin erst einmal die Gelegenheit in aller Ruhe über ihr Verhalten nachzudenken. Die meisten unserer Schülerinnen sehen dann ein, dass sie sich falsch verhalten haben, entschuldigen sich für ihr Fehlverhalten und geloben Besserung. Uns ist es wichtig, dass unsere Schülerinnen ihr Verhalten aus eigener Überzeugung ändern und nicht, um eine mögliche Strafe zu verhindern. Wenn wir den Eindruck haben, dass das Verhalten die Folge von Wissensdefiziten ist, bauen wir selbstverständlich entsprechende Lerneinheiten in den Stundenplan der betreffenden Schülerin ein.

Sollte auch dies keinen Erfolg haben, gäbe es noch die Möglichkeit, dass die Schülerin einen intensiven Einzelunterricht bekommt. Hierzu wird die Schülerin in ein Kloster gebracht. Dort kümmert sich eine Ordensfrau und einige Nonnen um sie. Sie würden sich eingehend mit den Verfehlungen der Schülerin auseinandersetzen und sie intensiv in den Unterrichtsfächern unterrichten. Natürlich nimmt die betreffende Schülerin auch an den Gottesdiensten des Klosters teil. Frau Diekmann wies darauf hin, dass die Arbeit der Nonnen von unschätzbarem Wert sei. Derartige Maßnahmen kommen – sagen wir mal – nur bei äußerst renitenten Zöglingen in Betracht.

Vergleichbar verfahren wir übrigens, wenn sich bei einer Schülerin erhebliche Lerndefizite herausstellen sollten. Durch den intensiven Unterricht gelinkt es Schülerinnen meist ziemlich schnell, wieder Anschluss an das Lernniveau der Klasse zu finden. Die Erfahrung zeigt, dass dies öfters bei Schülerinnen erforderlich wird, die neu zu uns kommen oder die beispielsweise als Folge von Krankheiten einige Unterrichtseinheiten verpasst haben.

Mein Vater wollte wissen, ob er den Intensivunterricht nicht generell für mich dazu buchen kann. Frau Diekmann erläuterte, dass das Internat bzw. die Ordensfrauen dies für alle oder eine größere Anzahl von Schülerinnen nicht leisten können. Außerdem stellt der der Spezialunterricht für die betreffende Schülerin eine erhebliche Belastung dar. Daher greifen wir nur in äußersten Notfällen und nur, wenn die Eltern vorher ihre Erlaubnis für die Umsiedlung ihrer Tochter gegeben haben, auf die vorgenannte Möglichkeit zurück. Aber seinen Sie gewiss, dass wir auch durch den normalen Unterricht eine bestmögliche Ausbildung Ihrer Tochter gewährleisten.“

Das, was Frau Diekmann so harmlos beschrieben hatte, sollte während meines Aufenthaltes für mich die Hölle auf Erden werden. Aber dazu später mehr.

Frau Diekmann wählte ihre Worte ohnehin sehr geschickt. Sie verstand es sogar meinen Eltern aufzuzeigen, wie wichtig es für ein Mädchen in meinem Alter ist, regelmäßig an der heiligen Messe teilzunehmen und wie wichtig auch die übrigen religiösen Rituale sind, zu welchen die Mädchen im Pensionat eingeladen würden. Auch den Einwand meiner Mutter, dass ich bisher nicht viel mit der Kirche und Gott zu tun hatte, konterte sie souverän. „Das ist bei vielen unserer Schülerinnen der Fall. Glauben sie mir, uns gelingt es, fast allen von ihnen den Weg zu Gott aufzuzeigen.“ Mit dieser Aussage sollte Frau Diekmann bei mir übrigens recht behalten.

Ihr war es auch nicht entgangen, dass sich mehrfach die Blicke meiner Eltern getroffen hatten und ihr aufmerksamer Blick verriet ihr, dass sie auf bestem Weg war, mich als neue Schülerin – im Internat übrigens mit 'Zögling' bezeichnet - für ihr Pensionat zu gewinnen.

Schließlich war es meine Mutter, die vorsichtig nach den Konditionen und den Aufnahmemodalitäten fragte. Sehr zum Erstaunen meiner Eltern war es möglich, dass ich gleich im Internat bleiben kann. Die Kosten waren zwar nicht gerade billig, schienen aber den Leistungen angemessen zu sein.

„Es ist so“, begann mein Vater etwas verlegen. „Wir haben ein eigenes, sehr gut gehendes Geschäft, welches wir beide zusammen leiten und welches sich seit Generationen im Familienbesitz befindet. Unser Traum ist es, dass Natascha nach ihrem Studium bei uns einsteigt und dann später das Unternehmen komplett übernimmt. Nur leider hat sie uns vor Kurzen eröffnet, dass sie sich nicht sicher ist, ob sie die ganze Verantwortung tragen kann.

Frau Diekmann wies darauf hin, dass die meisten ihrer Absolventinnen zwischenzeitlich Führungspositionen bekleiden würden. „Glauben Sie mir, anders als in den staatlichen Schulen, vermitteln wir unseren Schülerinnen auch die Kompetenzen, die notwendig sind, um Führungspositionen zu bekleiden oder – wie in Ihrem Fall - ein Unternehmen erfolgreich zu leiten.“, fügte sie hinzu.

Dabei verschwieg Frau Diekmann, dass seitens der Internats im Vorfeld Erkundigungen über den finanziellen Hintergrund meiner Eltern eingeholt wurde. Somit wusste Frau Diekmann genaustens Bescheid, dass unser Familienunternehmen von Jahr zu Jahr wuchs und stattliche Gewinne erwirtschaftete.

Dann wies mein Vater zu allem Überfluss noch darauf hin, dass meine Eltern zwei alteingesessene Adelsfamilien vereinen würden. Weiter erläuterte er „Wir zählen seit Jahrhunderten zum bayerischen und somit zum deutschen Hochadel und haben Natascha als unsere Tochter von sog. 'Deutschen Adelsrechtsausschuss' anerkennen lassen. Selbst wenn die Privilegien des deutschen Adels 1919 abgeschafft wurde, so ist meiner Frau und mir besonders wichtig, dass Natascha eine Ausbildung bekommt, die es ihr ermöglicht selbstsicher und entsprechend dem dort herrschenden Gegebenheiten aufzutreten.“

Frau Diekmann nahm den Ball sofort auf: „Seien sie unbesorgt. Wir sind eine der wenigen Internate in ganz Europa, bei denen ihrer Tochter das erforderliche Wissen vermittelt wird. Es beginnt mit der Kleidung, wie Sie sich sicher bald überzeugen können. Und auch das entsprechende Auftreten nach Etikette steht bei uns auf dem Lehrplan. Wir können Ihrer Tochter auch speziell die in Adelskreisen üblichen Gepflogenheiten unterrichten.“ Mit dieser Bemerkung hatte Frau Diekmann meinen Vater vollkommen überzeugt und auch die Zweifeln meiner Mutter schwanden.

Letztendlich war man sich rasch einig, dass ich gleich heute ins Internat eintreten soll. Je länger man noch darüber beriet, umso schwerer würde der Entscheid für alle Betroffenen werden. Mein Vater buchte für mich dann gleich zwei Pakte hinzu: Unternehmensführung und standesgemäßes Verhalten.

Auch hatte Frau Diekmann geschickt – wie sie vorging - darauf hingewiesen, dass im Internat gerade nur ein passender Platz für mich frei sei. „Sollten Sie sich in ein paar Wochen, entschließen, Natascha bei uns anzumelden, kann es schon wieder anders aussehen. Im Vertrauen sage ich Ihnen, dass ich für diesen Platz bereits eine Reihe von Anfragen habe.“
15. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 15.08.26 16:43

Kapitel 5: Der Rundgang durch das Internat

Endlich betrat ich das Büro der Rektorin, um mich in meinem braven Internatszögling-Outfit präsentieren zu dürfen. Ich stellte mich vor meine Eltern, zog den Rock seitlich etwas von den Beinen weg, legte den Kopf schief und deutete einen Knicks an. „Na? Wie gefalle ich Euch?“ Ich drehte mich um die eigene Achse und wäre dabei wegen der hohen Absätze beinahe gestolpert. Ich konnte mich gerade noch rechtzeitig auffangen und mich wie ein Mehlsack in den bequemen Sessel fallen lassen, auf dem ich zuvor gesessen hatte. Unverhofft hat sich das Korsett wieder in mein Bewusstsein gerufen und ich musste mich gerade hinsetzen. Lässig schlug ich die Beine übereinander und versuchte dem Druck des Korsetts zu widerstehen, um mich in den Sessel lümmeln zu können. Es gelang mir zwar, aber es war alles andere als bequem.

Frau Diekmann hatte meinen Auftritt schweigend hinter ihrem Pult verfolgt. Zu ihrer Angestellten sagte sie: „Danke Fräulein Carola, Sie können gehen. Wenn ich etwas brauchen rufe ich Sie. Ach, noch etwas. Wer hat Ihnen eigentlich erlaubt die Haube abzulegen?“ „Frau Gruber, gnädige Frau Rektorin Diekmann. Weil sie während der gesamten Woche sehr zufrieden mit mir war, hat sie mir erlaubt die Haube für zwei Stunden abzulegen.“ „So, war sie das. Nun, da sind mir aber anderslautende Informationen zu Ohren gekommen. Ich muss Sie jedenfalls darauf hinweisen, dass es Ihnen noch nicht gestattet ist ihre Kopfbedeckung abzulegen.“ Die Angestellte wurde rot bis über beide Ohren. „Ja, gnädige Frau Rektorin Diekmann. Ich bitte vielmals um Verzeihung.“ „Marsch! Haube anziehen! Welche Konsequenzen Deine Verfehlung hat, werde ich noch mit Frau Gruber persönlich absprechen. Haben wir uns verstanden?!“ „Ja gnädige Frau Rektorin Diekmann, vielen Dank.“ Die Angestellte knickste und wartete mit den Händen auf dem Rücken auf die Erlaubnis den Raum zu verlassen. „Und merke Dir, ich erwarte von angehenden Erzieherinnen, dass sie mit dem guten Beispiel vorangehen. Disziplin und Gehorsam gelten auch für Auszubildende. Nur wenn Ihr bereit seid, für Eure Fehler die Konsequenzen zu tragen, werdet Ihr zu dem, was ich hier brauche. Fähige, umsichtige Erzieherinnen, auf die ich mich in jeder Situation verlassen kann. Du kannst jetzt gehen.“ Wieder knickste die Angestellte und bedankte sich erneut, bevor sie dann den Raum verließ.

Die Unterhaltung bestärkte mich in meiner ablehnenden Haltung gegenüber diesen fürchterlichen Laden. Nein, hier wollte ich auf keinen Fall bleiben. Das war mir zwar schon klar als ich diese dämliche Schuluniform verpasst bekommen habe. Aber das Auftreten von Frau Diekmann und die Reaktion vor diesem Dienstmädchen gaben mir den Rest. Nein! Wie musste man sich denn als Schüler in diesem Internat verhalten, wenn die Auszubildenden schon sich derart unterwürfig verhalten müssen. Mir wurde spätestens jetzt klar, dass mein erster Eindruck bezüglich von Frau Diekmann der richtige war.

„So, und nun zu dir, Natascha“, riss mich die Stimme der Diekmann aus meinen Gedanken. „Bitte steh auf. Erstens habe ich Dir noch nicht erlaubt, Dich zu setzen, zweitens ziemt es sich für Dich als Zögling in diesem Internat nicht, sitzenzubleiben, wenn eine erwachsene Person mit ihm spricht und drittens musst Du noch die Internatsuniform richtig vorführen. Ich muss Dir sicher nicht erklären, was ich von Deinem Gehopse eben halte?“ Ich schnappte nach Luft. „Ich bin kein Zögling in diesem Internat und werde es auch niemals werden. Damit das hier im vornherein klar ist!“, dachte ich so bei mir. Ich biss mir aber auf die Zunge. Ich war aus meinem Sessel hochgesprungen und zum Pult der Rektorin getreten. Dort stützte ich mich an der Pultkante auf und bog mich leicht über den Tisch. „Steh gerade hin und schweig, Natascha.“ Die Anweisung kam zwar ruhig und freundlich, doch in der Stimme lag eine gewisse Schärfe, die mich stutzig machte.

Nachdem ich mir auch von der Diekmann noch einige weitere Maßregelungen anhören musste, forderte sie mich auf, auf das Podest zu gehen und von dort die Internatsuniform vorzuführen. Als ich ober war, sagte sie lächelnd „Prima, dann wollen wir Dich doch mal etwas ausleuchten, damit Du besser zur Geltung kommst.“ Im selben Moment wurde das Podest von einer Reihe von grellen Scheinwerfern ausgeleuchtet. Es war sowieso schon ein heißer Tag und die Scheinwerfer machten es nicht besser. Hinzu kam die viel zu warme Internatsuniform. Ich schwitzte aus allen Poren und der Schweiß lief nur so in Strömen an mir herab. „Natascha, dies stehst Du auch noch durch und dann nichts wie raus aus diesem Irrenhaus!“, dachte ich so bei mir.

Nachdem ich einige Male auf dem Podest hin und her gegangen war und Frau Diekmann immer wieder etwas an meinem Gang korrigiert hatte, erlaubte sie mir endlich, mich hinzusetzen. Geradewegs steuerte ich wieder auf den Besuchersessel zu, als sie mich aufhielt. „Natascha, dein Platz ist da oben. Sie stellte einen einfachen Holzhocker ohne Arm- und Rückenlehne auf das Podest. Als ich zögerte, forderte sie mich freundlich auf, doch Platz zu nehmen. Sie schaltete einige der Scheinwerfer aus, sodass nur noch der Hocker ausgeleuchtet wurde. Die Scheinwerfer waren sehr grell und blendeten mich total. Ich versuchte mit den Händen meine Augen abzuschirmen und erntete gleich wieder einen Rüffel von der Diekmann über meine Haltung. Murrend folgte ich der Anweisung. Während ich dem Gespräch zwischen meinen Eltern und Frau Diekmann lauschte, begann ich wegen der Scheinwerfer immer mehr zu schwitzen und ich dachte auch nicht daran, die geforderte aufrechte Körperhaltung, die mir das Korsett aufzwang, zu halten. Doch sobald ich auch nur versuchte, mich etwas bequemer hinzusetzen, rüffelte mich Frau Diekmann sofort wieder.

„So nun schlage ich vor, wir machen noch einen Rundgang durch das Haus bevor, sie uns dann wieder verlassen.“ „Prima Idee, dann kann ich mich ja endlich wieder ausziehen und meine eigenen Sachen wieder anziehen.“ „Natascha, ich wünsche, dass du uns auf diesem Rundgang begleitest.“ „Mmhh, muss das sein? Ich habe echt keine Lust.“ Dann fügte ich hinzu, dass die Internatskleidung sehr unbequem und zudem zu warm ist und ich diese möglichst schnell wieder loswerden will. Ich schlug vor, an dem Rundgang in meiner Kleidung teilzunehmen. Schließlich hatte ich diese jetzt meinen Eltern vorgeführt. Auch bat ich darum, noch einmal die Dusche benutzen zu dürfen, da ich zwischenzeitlich aufgrund der deutlich zu warmen Internatsuniform verschwitzt war. Doch Frau Diekmann bestand darauf, dass ich in der Internatskleidung am Rundgang teilnehme und so musste ich mit. „Du siehst sehr hübsch und adrett aus, mein Liebes“, raunte mir mein Vater ins Ohr und erntete von mir einen vernichtenden Blick.

In diesem Haus schien alles genau geregelt zu sein. Ein jedes Ding hatte seinen Platz und alles wirkte irgendwie steril und kalt. Im Speisesaal standen die Vierertische wie Soldaten in Reih und Glied und sogar die Stühle waren scheinbar Millimeter genau ausgerichtet. Im Aufenthaltsraum herrschte tiptop Ordnung. Nirgends lag auch nur ein Buch oder ein Spiel herum. Selbstverständlich versprühten alle Räume einen überwältigen Luxus. Es kamen nur sehr edle Materialien zum Einsatz. Sowohl beim Gebäude als auch bei der Möblierung. Trotzdem wirkten sie auf mich kalt und alles andere als einladend.

Frau Diekmann öffnete eine Tür ohne zuvor anzuklopfen. Im Raum saßen etwa zehn Mädchen. Alle so gekleidet wie ich. Als sie uns sahen, erhoben sie sich wie auf Kommando. „Guten Tag, gnädige Frau Rektorin Diekmann. Guten Tag, die Herrschaften“, tönte es im Chor. Widerlich, wie Marionetten kamen mir die Mädchen vor. Frau Diekmann erwiderte den Gruß nicht sondern wandte sich direkt an die ebenfalls im Raum befindliche Lehrkraft: „Entschuldige die Störung, ich wollte unseren Gästen nur zeigen, wie wir unseren Zöglingen helfen, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Woran seid ihr denn gerade?“ „Weitermachen!“ und die Mädchen setzten sich wieder, um sich mit geradem Rücken weiter in ihre Strickarbeiten zu vertieften. „Wir stricken gerade an der Winterkollektion und unterhalten uns dabei. Heute in Französisch.“ „Fein, dann weiterhin viel Spaß.“ Die Diekmann schloss die Türe wieder und ging weiter. Im nächsten Zimmer war man gerade mit Nähen beschäftigt und unterhielt sich, ich konnte es kaum glauben, in Latein.

Dann ging es weiter in die Bibliothek. Frau Diekmann erklärte, dass diese allen Schülerinnen offen stehen würde. Viele würden sich hier Bücher ausleihen, um diese in ihrer Freizeit zu lesen. Es sei ausschließlich hochwertige Literatur vorhanden. Ein Großteil sogar in Fremdsprachen, was für die schulischen Bildung unserer Schülerinnen sehr förderlich sei. Lediglich ein kleiner Teil der Fachliteratur sei auf Deutsch. Mich bestärkte es in meiner Meinung hinsichtlich des Geisteszustandes von der Direktorin und hinsichtlich der Tatsache, dass ich auf gar keinen Fall Schülerin dieses Internats werden will.

Anschließend besichtigten wir die Unterrichtsräume. Frau Diekmann wies darauf hin, dass die Klassen im Internat in der Regel aus sechs bis acht, maximal zehn Schülerinnen bestehen würden. In den Naturwissenschaften, Informatik und Hauswirtschaft seien es oft nur fünf Schülerinnen. Dann erläuterte sie das Unterrichtskonzept, welches für jede Schülerin individuell entsprechend der Lernziele und des Wissensstandes erstellt wird und aus einer Kombination von verschiedenen Unterrichtsarten besteht. So würde der Unterricht beispielsweise um die Arbeit in Lerngruppen, eigenständiges Erarbeiten von Themen und Vortrag vor der Klasse und mein Selbststudium – einschließlich des Vor- und Nachbereiten des Unterrichtes ergänzt. Dass Frau Diekmann von meinem Selbststudium gesprochen hatte, beachtete ich seinerzeit nicht. Sie vergaß es auch nicht erneut zu erwähnen, dass die Konzepte der Wissensvermittlung dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen und ihre Lehrkräfte handverlesen seien und ausschließlich nur die besten Referenzen vorweisen können. Anschließend erläuterte sie, dass ich im Internat auch der Rüstzeug bekommen würde, um später das Familienunternehmen erfolgreich weiter zu führen und um in der Öffentlichkeit entsprechend meines gesellschaftlichen Standes auftreten zu können. Mein Vater nahm die Ausführungen sehr wohlwollend zur Kenntnis, während ich meine Ohren längst auf Durchzug geschaltet hatte.

Nachdem wir auch noch die Schulräume besichtigt hatten, kamen wir schließlich zu den persönlichen Räumen der Schülerinnen. „Immer zwei Mädchen teilten sich ein Zimmer. Eine Ältere und eine Jüngere. So können die Ältere, welche schon länger im Internat lebten, den jüngere Schülerinnen in allem unterweisen, was das Leben im Internat anbelangte.“, erklärte Frau Diekmann.

Sie öffnete eine der Türen, wieder ohne zuvor anzuklopfen. Wir betraten eines der Zimmer, wobei es Suite wohl besser beschrieben hätte. Im Urlaub hatten meine Eltern meistens eine Suite gebucht. Ich wurde meistens im zweiten Schlafzimmer der Suite oder in einem normalen Zimmer einquartiert. Auch waren wir mehrfach in Luxushotels abgestiegen.

Diese Räume konnten mit dem Luxus von den besten Hotels, die ich kennen gelernt hatte, durchaus mithalten. Auf dem Boden lag aufwendig gearbeitetes Parkett, die Decke war mit aufwendigen Ornamenten verziert und auch die Einrichtung war durchaus luxuriös, wenn auch in meinen Augen etwas altmodisch.

Neben dem Luxus versprühten die Räumlichkeiten auch irgendwie eine gewisse Kälte. Alles war akkurat. Jeder Einrichtungsgegenstand schien genau seinen Platz zu haben. Sofort fiel mir auf, dass es keine persönlichen Noten von den Schülerinnen gab. Kein Poster von der Lieblings-Popband und noch nicht einmal ein Foto von den Eltern und Geschwistern auf dem Nachttisch.

Im Schlafzimmer standen zwei aufwendig gestaltete Himmelbetten, zwei Schminktische mit Spiegel sowie ein Tisch mit Stühlen. Die Stühle waren ebenfalls sehr aufwendig gestaltet, aber eher als Hocker zu bezeichnen, da sie keine Arm- oder Rückenlehnen hatten.
Weiter gab es noch eine Art Arbeitszimmer. Ein Raum mit zwei Schreibtischen, die so gestellt waren, dass das Fenster im Rücken lag, man also während des Arbeitens nicht aus dem Fenster gucken konnte. Auch dieses Zimmer wirke aufgeräumt, ordentlich, ja gerade steril.
Vom Flur gingen zwei Türen ab, die Badezimmer und Ankleidezimmern beschriftet waren. Allerdings waren die Türen verschlossen, sodass ich nicht in die Räumlichkeiten hineinsehen konnte.

Ein Mädchen saß an Schreibtisch und war offensichtlich noch mit ihren Hausaufgaben beschäftigt, als wir eintraten. Sofort erhob sie sich knickste und laberte denselben Gruß herunter, wie die zwei Gruppen vorher. Wie schon vorher erwiderte Frau Diekmann den höflichen Gruß nicht. Diesmal trat sie an den Schreibtisch, auf welchem noch Bücher und Hefte aufgeschlagen waren und unterzog ein Heft einer genauen Inspektion. „Dein Schriftbild muss unbedingt besser werden. Ich werde deine Erzieherin bitten dir ein paar Schönschreibübungen auszuhändigen, die ich nachher begutachten werde. Und nun an die Arbeit mit Dir.“ „Ja, gnädige Frau Rektorin Diekmann, vielen Dank.“ Wieder knicksen, dann setzte sich das Mädchen wieder kerzengerade an den Schreibtisch und vertiefte sich augenblicklich in ihre Arbeit.

Ich sah mich weiter um, suchte nach einem Fernseher, Radio oder Stereoanlage. „Wo befindet sich hier eigentlich die Glotze? Und die Stereoanlage? Gibt es einen Aufenthaltsraum?“ Die Rektorin Diekmann sah mich mit schneidendem Blick an. „Natascha, erstens hast du zu schweigen, wenn Erwachsene sich miteinander unterhalten. Zweitens hast Du, um eine Sprecherlaubnis zu ersuchen und nicht einfach los zu reden. Drittens hat deine Sprache gewählt und höflich zu sein, sprich das Wort „Glotze“ entspricht mit Nichten diesem Gebot. Viertens und letztens in diesem Haus gibt es weder Fernsehgeräte noch Stereoanlagen oder Radiogeräte. Es ist den Zöglingen auch untersagt mobile Geräte wie Walkman und dergleichen unsinniges Zeug zu besitzen oder auch nur zu gebrauchen.“ Die Diekmann hielt mir nun eine ganze Moralpredigt, wie schädlich diese Geräte für meine Entwicklung seien, wie es absolut unpassend für meine Erziehung sei und was weiß ich noch alles. Ich hatte meine Ohren längst wieder auf Durchzug geschaltet. „Hast du verstanden, Natascha?!“, drang die Stimme der Diekmann schließlich wieder in mein Bewusstsein. „Ja, ja, meinetwegen. Gibt ja zum Glück noch Internet. Oder ist das auch schädlich?“, fragte ich provokativ. „Natascha! Schweig! Deine Worte und vor allem dein Tonfall sind absolut unpassend. Eigentlich sollte ich dich für dein Verhalten streng zur Rechenschaft ziehen. Aber da du deine Regeln noch nicht bekommen hast und somit noch nicht weißt, wie du dich zu benehmen hast und vor allem in welchem Tonfall Du mir gegenüber zu sprechen hast, belasse ich es vorläufig bei einer Ermahnung. Aber ich warne Dich, glaub nur nicht, dass Du mit deinem Benehmen hier durchkommst. Strafen können auch noch im Nachhinein ausgesprochen werden. Computer sind wie alle anderen diskutierten Geräte für die Gesundheit und Erziehung von jungen Mädchen schädlich und deshalb nur in einem sehr eingeschränkten Maß Bestandteil des Unterrichts. Außerhalb des Unterrichts ist die Benutzung des Computers strengstens verboten.“ Ich stöhnte und verdrehte die Augen. Zu allem Überdruss musste ich mir nun auch noch eine leise Ermahnung meiner Mutter gefallen lassen, wonach ich mich zu benehmen hätte und nicht frech werden sollte.

Meinen Eltern ist natürlich nicht aufgefallen, dass ihnen Frau Diekmann gegenüber erklärt hat, dass es keine Strafen im Internat gebe, während sie mir eine solche angedroht hat. Dies war nur eine der vielen Ungereimtheiten, die meine Eltern ignorierten.

Bisher hatte ich meinen Eltern zu lieben den ganzen Schwachsinn, der hier von mir verlangt wurde, mitgemacht. Nach dieser Bemerkung von Frau Diekmann ist mir dann aber endgültig der Kragen geplatzt. Ich schrie sie regelrecht an, dass ich keine Schülerin von ihrem verdammten Internat sei und auch nie sein werde. Frau Diekmann und meine Eltern sahen mich vollkommen entgeistert an.
16. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ChasHH am 15.08.26 17:54

Ich, der ich ja schon die Originale kenne, ahne hier bereits Schlimmes auf Natascha zukommen....
17. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 19.08.26 06:33

Zitat
Ich, der ich ja schon die Originale kenne, ahne hier bereits Schlimmes auf Natascha zukommen....

Hallo ChasHH, schön wieder von dir zu hören bzw. zu lesen.

Der Grundstock ist gleich. Jedoch habe ich die Geschichte um einige Aspekte erweitert und den Charakter der Hauptdarstellerin etwas verändert. In der Tat steht Natascha eine nicht gerade schöne Zeit bevor. Zumindest hier kommt das nächste Kapitel ...
18. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 19.08.26 06:33

Kapitel 6: Die Mitteilung

Der Rundgang neigte sich dem Ende zu. Ich hatte mir fest vorgenommen, meinen Eltern zu liebe, den ganzen Schwachsinn, der hier von mir verlangt wurde, einfach mitzumachen. Instinktiv hatte ich bemerkt, wie wichtig dies meinen Eltern – vor allem meinem Vater - war. Ich wusste nur nicht warum und konnte mir beim besten Willen keinen Reim darauf machen.

Geschockt war ich, als ich sah, was für Marionetten die Schülerinnen gemacht wurden. Dieses Internat kommt für mich definitiv nicht in Frage, das stand für mich ein für alle Mal fest.

Als ich dann noch erfuhr, dass es im Internat weder Fernsehen, Radio noch Internet gab und mich Frau Diekmann erneut – meiner Meinung nach vollkommen ohne Grund - maßregelten, war für mich das Maß endgültig voll. Auch konnte ich es nicht mehr hören, dass ich meine Regeln noch nicht erhalten hätte und Strafen auch im Nachhinein noch ausgesprochen werden könnten. Ich schrie sie regelrecht an, dass ich keine Schülerin von ihrem verdammten Internat sei und auch nie sein werde. „Ihre beschissenen Regeln interessieren mich nicht. Ich werde eine derartige Behandlung von Ihnen nicht weiter akzeptieren. Im Übrigen würde ich mich jetzt wieder umziehen und dann zusammen mit meinem Eltern Ihren Horrorladen verlassen. Ich hoffe, die Botschaft ist bei Ihnen angekommen.“, füge ich vollkommen gereizt hinzu.

Frau Diekmann und meine Eltern sahen mich völlig entgeistert an. Dann ergriff mein Vater das Wort und kritisierte mich für mein vollkommen unangemessenes Verhalten. Ich antwortete, dass ich mich so, nicht behandeln lasse und verlangte, dass sich Frau Diekmann augenblicklich bei mir entschuldigt. Andernfalls würde ich es ablehnen, jemals wieder ein Wort mit ihr zu wechseln. Mein Vater sagte, dass diese Forderung nun wirklich zu weit gehen und jeglicher Grundlage entbehren würde.

Nachdem wir uns beide wieder beruhigt hatten, eröffnete mir mein Vater in seiner bekannt ruhigen Art: „Natascha, Du hast uns vor kurzen gesagt, dass Du unsicher bist, ob Du das Zeug hast, unser Familienunternehmen einmal zu leiten. Wir haben uns umgesehen und dieses Pensionat für Dich gefunden. Hier bekommst Du alles, was Du brauchst, um an der Spitze der Firma bestehen zu können. Wir sind daher mit Frau Diekmann, als Du die Internatsuniform angezogen hast, übereingekommen, dass Du heute noch Internatsschülerin wirst und bis zu Deinem Abitur – in der Schweiz übrigens 'Matura' genannt – hier bleiben wirst. Wir haben auch vereinbart, dass Du hier spezielle Unterrichtseinheiten in Unternehmensführung und standesgemäßen Verhalten bekommen wirst.“

Ich realisierte erst jetzt, was hier vor sich ging und es stach mich plötzlich eine Tarantel. Was ich da hörte, konnte ich nicht fassen. „Was soll das? Ihr denkt doch nicht im Ernst daran, mich hier zu lassen?“, zornig funkelnd sah ich meinen Vater an, dem die ganze Angelegenheit offensichtlich nicht behagte. Auch meine Mutter wich meinen wütenden Blicken aus. „Ihr habt euch doch von der falschen Schlange nicht einwickeln lassen!“

Frau Diekmann wandte sich direkt an meinen Vater: „Herr von Hohemstein, wenn Sie wollen, können wir jetzt die Verträge unterzeichnen. Meine Sekretärin hat zwischenzeitlich sicherlich alles vorbereitet.“

Ich schrie meinen Vater an, dass ich niemals Novizin oder Zögling – oder wie es im diesem verfluchten Laden immer heißen mag – werden werde und bemerkte, wie Papa nach Worten rang. „Natascha, Liebes, bitte versteh doch…“ „Was soll ich verstehen? Dass ihr mich hier abschieben wollt?! Dass ich eine von diesen Marionetten werden soll, die sie uns vorher präsentiert haben?! Ist es das, was ihr wollt?! Jetzt begreife ich was das Geschwafel von nicht gut für meine Erziehung, Regeln noch nicht erhalten und Strafen auch im Nachhinein noch aussprechen bedeutet. Ihr habt mich reingelegt…“ „Natascha, bitte!“ Es war meine Mutter, die nun mit fester Stimme meinen Wortschwall unterbrach. „Schau, wir möchten doch nur, dass Du das Handwerkzeug bekommst, um später erfolgreich unser Familienunternehmen erfolgreich weiter zu führen.“

Weitere eröffneten mir meine Eltern, dass sie gute Chancen haben, unsere Produkte zukünftig auch in die U.S.A zu verkaufen. Dies würde bedeuten, dass wir öfters in den Staaten sein müssen und uns nicht um Dich kümmern können.“ Ich antwortete, dass ich bereits ein Jahr in den USA verbracht habe und dass sich meine Eltern in der Vergangenheit auch nicht um mich gekümmert haben. „Wo ist das Problem?“, fügte ich hinzu. Jetzt, wo ich volljährig bin, kann ich gut auf mich selbst aufpassen und deswegen brauchen mich meine Eltern doch nicht gleich abzuschieben. Dann fügte ich hinzu, dass es letztendlich meine Entscheidung – und nur meine Entscheidung - ist, ob ich in das Familienunternehmen einsteigen werde oder nicht.

„Natascha“, mein Vater hatte sich wieder gefangen, „Wir schieben dich nicht ab. Wir wollen nur das Beste für dich. Außerdem kannst Du die Ferien und sicher auch das eine oder andere Wochenenden gemeinsam mit uns daheim verbringen.“ „Entschuldigen sie, Herr vom Hohemstein, wenn ich sie unterbreche. Aber ich muss sie darauf hinweisen, dass es nicht vorgesehen ist, dass unsere Zöglinge während der Wochenenden oder in den Ferien das Pensionat verlassen. Es ist für die Erziehung enorm wichtig, dass die Zöglinge während ihres Aufenthaltes bei uns keinerlei Kontakte zu ihrem bisherigen Umfeld pflegen können. Eine Rückkehr nach Hause, und sei es nur für ein Wochenende, würde das gesamte Erziehungskonzept durcheinander bringen.“ Mein Vater schaute einen Augenblick etwas ratlos drein und die Diekmann nutzte die Gunst der Stunde geschickt aus. „Selbstverständlich dürfen sie ihre Tochter einmal im Monat besuchen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase dürfen sie sogar mit ihr das Haus verlassen und in unsrem wunderschönem Park spazieren gehen. Anträge für ihre Besuche können sie mir jederzeit einreichen.“

Ich blickte geschockt zwischen meinen Eltern und der Rektorin hin und her. Ich sollte die ganze Zeit über hier gefangen gehalten werden? Ich hatte mich ja noch nicht mal von meinen Freunden zuhause verabschieden können. Und was war mit den geplanten Ferien? Wir wollten doch die Sommerferien gemeinsam am Meer verbringen. Meine Gedanken und Gefühle fuhren Achterbahn. „Ich bleibe nicht hier! Unter keinen Umständen mache ich dieses Kindergartengehabe hier mit! Wenn euch die verdammten Amis wichtiger sind als eure eigene Tochter, dann geht ihr halt nach Amerika. Aber ich bleibe garantiert sicher nicht hier. Niemals‼.“ Plötzlich überkam mich eine ungeahnte Energie. Ich war wild entschlossen dem Vorhaben meiner Eltern entgegenzuwirken.

„Natascha, ich glaube es ist besser, wenn du dich nun von deinen Eltern verabschiedest und mit Frau Gruber mitgehst.“ Diese schneidende Stimme, die da an meine Ohren drang, gehörte unverkennbar der Diekmann. Sie kam auf mich zu und blieb unmittelbar vor mir blieb stehen und sah mich an. Offensichtlich wollte sie mich derart einschüchtern, damit ich einwillige, dass ich Schülerin dieses verdammten Internats werden. Aber nicht mit mir. „Nein, nein und nochmals nein. Keine zehn Pferde bringen mich dazu hier zu bleiben.“

Instinktiv spürte ich, dass ich mich gegen die Pläne meiner Eltern wehren muss, wenn ich nicht in diesem verfluchten Internat vor die Hunde gehen will.
Auch hatte ich in den Jahren zuvor meine Eltern zu geschäftlichen Terminen begleitet. Für meine Eltern hatte dies den Vorteil, dass sie mich so zu sagen als schmückendes Beiwerk präsentieren konnten. Auch war insbesondere mein Vater der Meinung, dass dies für meine Entwicklung vor den Hintergrund der für ihn bereits feststehenden späteren Einstieg bzw. Übernahme der Leitung unseres Familienunternehmens von Vorteil sei. Bei dieser Gelegenheit hatte ich mehrfach mitbekommen, wie mein Vater klipp und klar seine Vorstellungen artikuliert hatte und auch an seiner Körperhaltung keinen Zweifel daran gelassen hat, dass er es ernst meint.

Auch fiel mir wieder ein, was mir Frau Gruber über meine Körperhaltung gesagt hatte. Demonstrativ verschränkte ich meine Arme vor meinem Körper und richtete meinen Blick nach oben. So baute ich mich vor Frau Diekmann auf. „Im Übrigen haben Sie mir gar nichts zu sagen“, warf ich der Direktorin an den Kopf und riss mir die verdammte Haube vom Kopf und warf diese auf den Boden. Weiter entfernte ich das Haargummi, welches meine Haare zum Dutt formte, sodass meine langen blonden Haare auf meine Schultern fielen. Schließlich zog ich den verdammten Blaser aus, drückte diesen Frau Diekmann in die Hand und kündigte an: „Ich ziehe mich jetzt wieder um und werden dann mit meinen Eltern diesen fürchterlichen Laden verlassen.“

„Schatz, wir konnten doch bisher mit Dir über alles reden und haben immer einen für alle Seiten akzeptablen Kompromiss gefunden.“ Ja“, sagte ich in Richtung meiner Eltern, „Reden wäre das Zauberwort gewesen. Wie wäre es gewesen, wenn ihr mit mir geredet hätte, bevor Ihr mich in diesen Horrorladen bringt?“ Ich war vollkommen gereizt und warf meinen Eltern lautstark vor, dass sie diese Entscheidung getroffen haben, ohne mit mir zuvor Rücksprache genommen zu haben. Mein Vater wiederholte nochmals, dass er lediglich eine Lösung für ein Problem, welches ich vor kurzem artikuliert hatte, gesucht und gefunden hätte.

Ich wies darauf hin, dass ich zwischenzeitlich volljährig bin und versicherte und kein kleines Kind mehr bin. „Dieser Horrorladen kommt für mich aber nicht in Frage.“ Meine Mutter entgegnete: „Gibt diesem Internat doch wenigstens eine Chance. Komm, mein Schatz, bringen wir es hinter uns“, sagte meine Mutter und zog mich liebevoll an sich. Wie in Trance spürte ich ihren vertrauten Kuss und ihre feste Umarmung.
Mein Vater sagte: „Wäre es ein tragfähiger Kompromiss, wenn wir Dich in zwei Wochen besuchen kommen und wenn Dir das Internat dann tatsächlich nicht gefällt, kannst Du wieder nach Hause kommen und wir suchen gemeinsam nach einer anderen Lösung. Einverstanden, meine Süße?“ Die Stimme meines Vaters klang so sanft und liebevoll wie immer, wenn er mich trösten wollte. Frau Diekmann wies nochmals darauf, dass derzeit nur noch ein Platz im Internat, der für mich in Frage kommt, frei sei und sie nicht garantieren kann, dass dies auch noch in ein paar Wochen so sein wird.“

Ich wusste nicht, wie ich auf die Situation reagieren sollte. Soll ich einem Aufenthalt zustimmen und mich darauf verlassen, dass ich das Internat verlassen kann, wenn es mir tatsächlich nicht gefällt? Um etwas Zeit zu gewinnen, verlangte ich erneut, dass sich Frau Diekmann bei mir für ihr Verhalten entschuldigt und mir zudem zusagt, dass ich im Internat zukünftig respektvoll behandelt werde. Ein erschrockenes „Natascha“ kam von meinen Eltern, wie aus einem Munde. Ich brachte klar zum Ausdruck, dass eine Entschuldigung und die von mir geforderte Zusage für mich die Voraussetzung seien, dass ich überhaupt über einen Aufenthalt im Internat nachdenken würde. Weiter wies ich darauf hin, dass es noch weitere vergleichbare Einrichtungen für mich geben würde und es daher nicht so schlimm sei, wenn der letzte Platz hier an jemand anderen vergeben wird.

Als ich meine Eltern zu geschäftlichen Terminen begleitet hatte, hatte ich wiederholt mitbekommen, dass mein Vater auf bestehende Alternativen für sein Unternehmen hingewiesen hatte, um beispielsweise bessere Konditionen zu bekommen. Auch hatte mein Vater mehrfach darauf bestanden, wesentliche Vereinbarungen schriftlich zu fixieren. So forderte ich, dass mir eine zukünftige angemessene Behandlung und die Tatsache, dass ich das Internat nach zwei Wochen verlassen kann, schriftlich zugesichert werden. Ich fügte hinzu, dass zu einer angemessenen Behandlung auch eine vernünftige Kleidung gehört und wies darauf hin, dass die Kleidung, die ich gerade trug, diese Anforderung in keinster Wiese gerecht wird. Auch forderte ich ungehinderten Zugang zu Fernsehen und Internet und dass ich mein Smartphone und Taplet im Internat benutzen kann. Als Frau Diekmann schwieg, entgegnete ich: „Gegenvorschlag: Da die Direktorin offensichtlich nicht bereit ist, meine – keineswegs überzogenen - Bedingungen zu erfüllen, ziehe ich mich jetzt wieder um. Dann fahren wir nach Hause und entscheiden dann in aller Ruhe.“

Frau Diekmann wollte dann doch noch etwas sagen, aber ich fuhr ihr ins Wort und giftete sie direkt an: „Ich glaube es ist besser, wenn Sie sich heraus halten. Es ist eine interne Familienangelegenheit, die Sie nichts angeht. Im Übrigen kann ich mich nicht daran erinnern, dass Sie sich bei mir entschuldigt haben. Und ich hatte bereits angekündigt, dass dies Voraussetzung dafür ist, dass ich wieder ein Wort mit Ihnen wechsele.“ Auch mein Vater erkannte, dass es augenblicklich keinen Sinn machen würde und sagte: „Ich glaube, es ist besser, wir fahren jetzt mit Natascha zusammen nach Hause, reden dann in aller Ruhe miteinander und wir melden uns dann wieder bei Ihnen.“, fügte er hinzu.

Ich forderte umgehend, dass mir meine Kleidung wieder ausgehändigt wird. Frau Diekmann hatte wohl mein „nein“ zu ihrem Internat und die Ankündigung meines Vaters, dass wir zusammen heim fahren noch nicht akzeptiert und antwortete, dass meine Eltern beabsichtigen, mich im Internat anzumelden und ich daher fortan die Internatsuniform zu tragen habe. Zu meinen Eltern sagte sie: „Wieso wollen Sie die Entscheidung unnötig hinauszögern und riskieren, dass der letzte freie Platz anderweitig vergeben wird?“ und zu mir: „Natascha, es ist nicht erforderlich, Dir Deine Kleidung wieder auszuhändigen.“

Ich verlangte, dass ich sofort meine Kleidung bekomme und fügte hinzu: „Oder muss ich erst handgreiflich werden. „Glauben Sie mir, ich habe mehrere Selbstverteidigungskurse belegt und das wollen Sie nicht erleben.“ Normalerweise konnte ich mich benehmen und wäre nie handgreiflich geworden. An jenen Tag war ich derart gereizt, sodass ich meine gute Erziehung vollkommen vergaß. So kündigte ich an, dass ich notfalls bereit sei, meine Kleidung aus Frau Diekmann – so wörtlich - heraus zu prügeln.

Schließlich brachte mir eine Angestellte meine Klamotten. Auf den ersten Blick sah ich, dass meine Kette fehlte. Mit einem ziemlich unfreundlichen Unterton sagte ich zu Frau Diekmann: "Wo ist meine Kette? Wenn diese nicht binnen fünf Minuten hier ist, geschieht ein großes Unglück. Glauben Sie mir, auch das wollen Sie nicht erleben."

Frau Diekmann bot mir die Kette an, die zur Uniform gehörte als Ersatz für meine Kette an. Dann erweiterte sie das Angebot auf die gesamte Schmuckkollektion. Wie Frau Gruber zuvor betonte auch Frau Diekmann, dass die Schmuckstücke aus Weißgold gefertigt seien und von einem der angesehensten Juweliere der Schweiz produziert werden. Mein Vater wollte wohl, dass ich das Angebot annehme und sagte: "Natascha, das ist doch ein sehr großzügiges Angebot." Aber ich lehnte ab und antwortete nur: Sie haben noch 4 Minuten und 30 Sekunden. Es wäre besser für Sie, wenn Sie bis dahin meine Kette aufgetrieben haben."

Später habe ich erfahren, dass so ziemlich das gesamte Internatspersonal an der Suche beteiligt war. Kurz vor Ablauf meiner Frist wurde mir dann doch noch meine Kette auf einem roten Samtkissen gereicht. Ich bedankte mich bei der Internatsangestellten, nicht jedoch bei Frau Diekmann. Mein Vater forderte mich hierzu auf, was ich entschieden ablehnte.

Anschließend ging ich mit meiner Mutter zusammen auf die Toilette. Ich muss sicher nicht erwähnen, dass die Toilette ebenfalls sehr luxuriös ausgestattet war. Meine Mutter staunte nicht schlecht, als sie sah, was ich alles an Kleidung trug. Allerdings wagte sie es nicht, mich anzusprechen. Nachdem ich meine Kleidung wieder angezogen hatte, raffte ich die Internatsuniform zusammen und drückte sie wortlos dieser Frau Diekmann in die Hände und warf ihr noch einen sehr bösen Blick zu.

„Verabschiede Dich wenigstens ordnungsgemäß“, ermahnte mich mein Vater. Ich entgegnete, dass solange sich die da – dabei zeigte ich auf die Direktorin – nicht bei mir entschuldigt hat, dazu keine Veranlassung bestehen würde.
19. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 23.08.26 16:51

Kapitel 7: Die Heimfahrt

Ich fuhr mit meinen Eltern zurück nach Oberbayern. Die Stimmung im Auto war ziemlich frostig und das ist schon milde ausgedrückt.

Mein Vater warf mir die ganze Zeit vor, dass ich mich im Internat unangemessen verhalten und soeben meine eigene Zukunft weggeworfen habe. Mit der Ausbildung, die ich im Internat erhalten hätte, wäre ich in der Lage gewesen, die Herausforderungen, die die spätere Leitung des Familienunternehmen mit sich bringt, zu bewältigen. Weiter war er der Auffassung, dass ich vollkommen überreagiert habe und so wörtlich „erst einmal runter kommen soll“.

Ich gebe zu, dass ich aufgrund des Verhaltens meiner Eltern ziemlich aufgebracht war, bin aber der Meinung, dass ich dennoch – verglichen mit meinem Vater - zunächst noch recht besonnen agiert habe. So entgegnete, dass wir bisher über alles reden konnten. Ich warf meinen Eltern vor, dass sie mit mir – ohne es vorher zu besprechen – zu diesem fürchterlichen Internat gefahren sein und dann versucht haben, mich vor vollendete Tatsachen zu stellen. Ich erklärte, dass ich auf derartige Überraschungen verzichten kann und bat meine Eltern auf diese zukünftig auch zu tun.
Ich wies darauf hin, dass wir ein vertrauensvolles Verhältnis hatten, über alles reden konnten und immer eine für alle Seiten akzeptable Lösung gefunden haben. Auch versicherte ich meinen Eltern erneut, dass ich mich nicht gegen eine Internatsunterbringung wehren würde, solange es ein normales Internat sei. Ich schlug vor, dass wir gemeinsam nach einer geeigneten Einrichtung für mich suchen.

Schließlich fragte mich meine Mutter, warum ich das Internat so vehement ablehnen würde. Ich räumte ein, dass es ein sehr luxuriöses Anwesen sei und auch die Lage wunderschön sei. Dann führte ich aus: „Habt Ihr nicht gesehen, was für Marionetten aus den Schülerinnen gemacht wurden? Kein Fernsehen, kein Radio und kein Internet - die Alte hat wohl den Schuss nicht gehört. Dann noch die die altmodische, total unbequeme und zudem viel zu warme Internatskleidung sowie die herablassende Behandlung von mir. Und als ich mich zur Wehr gesetzt habe, habt ihr mir nicht beigestanden, sondern auch noch Partei für die Direktorin ergriffen. Normalerweise steht man in einer Familie für einander ein. Eine Entschuldigung war das Mindeste, was ich erwarten konnte.“

Meine Mutter erkannte sofort, dass mit meinem Vater und mit mir eine sachliche Diskussion in der damaligen Situation nicht möglich war. So schlug sie vor, dass wir mit einigen zeitlichen Abstand den Tag gemeinsam Revue passieren lassen und dann aufarbeiten. Auf Vorschlag meiner Mutter einigten wir uns auch darauf, dass wir während der Heimfahrt nicht mehr über das Internat reden. Daheim höre ich mir dann die Argumente meiner Eltern in alle Ruhe an. Als Gegenleistung habe ich verlangt, dass danach einzig ich entscheide und meine Eltern meine Entscheidung - egal wie diese ausfällt – akzeptieren. Meine Mutter sagte mir dies zu und mein Vater widersprach nicht.

Meine Mutter und ich hielten sich an die Verabredung, nicht jedoch mein Vater. Seine Sätze begann er immer mit den Worten: „Eins muss ich jetzt aber noch loswerden.“ oder „Eine Sache muss jetzt aber noch gesagt werden.“ Dann wiederholte er ständig die mir bereits bekannten und meiner Meinung vollkommen unzutreffenden Argumente: Ich habe mich vollkommen unangemessen verhalten, ich habe meine Zukunft gerade weggeschmissen und im übrigen sei es so, dass ich mich bei der Direktorin zu entschuldigen habe und nicht umgekehrt.

Zu allem Überfluss musste er mich dann noch wegen meines Verhaltens bezüglich meiner Kette kritisierten. Er konnte es nicht verstehen, warum ich wegen dieser blöden Kette einen solchen Aufstand gemacht habe und das sehr attraktives Angebot von Frau Diekmann nicht angenommen habe.

Die Vorhaltungen meines Vaters waren dann doch letztendlich zu viel für mich. Ich bat meinen Vater anzuhalten, stieg aus, öffnete den Kofferraum, nahm meine Tasche heraus und kündigte an, dass ich mit dem Zug nach Hause fahren werde. Meine Mutter flehte mich regelrecht an: „Natascha, bitte – lass uns reden.“ Worauf ich antwortete: „Der Vorschlag, mit mir zu reden, kommt reichlich spät, findet Du nicht?“ Ich versicherte, dass ich mich – im Gegensatz zu meinem Vater – an unsere Vereinbarung halten werde. Ich werde mir Eure Argumente ruhig anhören und dann meine Entscheidung treffen. Allerdings sehe ich derzeit keine Gründe, die mich dazu bewegen könnten, einen Aufenthalt im Internat zuzustimmen. Im Übrigen würde ich mir wüschen, dass meine Eltern wieder zur Vernunft kommen würden.

Bevor ich die Tür im Fonds lautstark schloss, schrie ich meinen Vater regelrecht an: „Diese blöde Kette hat mir meine Urgroßmutter und Deine Oma zum 16. Geburtstag geschenkt – kurz vor ihren Tod. Es gibt halt Dinge, die man mit Geld nicht aufwiegen kann. Die Liebe Deiner Tochter zählt übrigens auch dazu. Ich wünsche Dir, dass Du es auch irgendwann kapierst. Im Übrigen werden unzutreffende Argumente nicht besser, wenn man sie ständig wiederholt.“ Durch das offene Sonnendach hörte ich noch, wie meine Mutter in Richtung meines Vater sagte: „Das war nun aber wirklich nicht nötig.“

Später habe ich erfahren, dass sich meine Eltern auf der gesamten Rückfahrt entweder angeschwiegen oder gezofft haben. Meine Mutter warf meinem Vater vor, dass er sich nicht an die Vereinbarung gehalten hat. Ein vernünftiges Gespräch sei mit mir in der gegenwärtigen Situation ohnehin nicht zu führen gewesen und schließlich wusste mein Vater doch, wie sehr ich an der Kette hängen würde. „Jetzt kennen wir auch den Grund.“, fügte meine Mutter hinzu.

Hätten meine Eltern auch einmal nicht nur an das Familienunternehmen – sondern auch an mich – ihre eigene Tochter – gedacht, dann hätten sie spätestens jetzt erkennen können, wie wenig sie über mich wussten. Tatsächlich hatte ich als Kind ein besonderes Verhältnis zu meiner Urgroßmutter. Während meine Eltern und natürlich auch ich im Luxus aufgewachsen waren, hatte meine Urgroßmutter noch am eigenem Leib erfahren müssen, was ein Leben in bitterer Armut bedeutet. Ihr Mann – übrigens ein hoch dekorierter General - war aus dem Russlandfeldzug nicht zurück gekehrt, sodass sie plötzlich die vier kleinen Kindern alleine durchdringen musste - und das in einem ausgebombten Haus. Zunächst hielt sie die Familie mit Näharbeiten - mehr schlecht als recht - über Wasser. Später bekam sie eine Witwenrente und es wurde entdeckt, dass mein Großvater ein erstaunliches technisches Talent hatte. Mit 14 Jahre eröffnete er sein erste Werkstatt und verließ wenig später ohne Abschluss die Schule. Sein Geschick und sein Talent sprachen sich relativ schnell herum, sodass sich auf der kleinen Hinterhofwerkstatt über die Jahre der Grundstück für unser Familienunternehmen entwickeln sollte.

Meine Urgroßmutter hatte dann alle ihre vier Kinder überlebt. Als Kind hat sie sehr oft auf mich aufgepasst - immer wenn meine Eltern auf Geschäftsreise waren, was sehr häufig vorkam. Ihre Geschichten haben mich im Ergebnis mehr geprägt, als die Erziehung meiner Eltern, die praktisch nicht statt gefunden hat.

Ursprünglich wohnten wir in der unmittelbaren Nachbarschaft. Doch dann waren meine Eltern der Meinung, dass sowohl unser Haus als auch die Wohngegend für uns vollkommen unangemessen sind und meine Eltern ließen unsere Villa bauen. Meine Urgroßmutter sollte nach den Plänen meiner Eltern mit umziehen - aber die gute Frau weigerte sich beharrlich. Auch das Angebot, in eine luxuriöse Seniorenresidenz zu ziehen, lehnte sie ab.

Für meine Eltern stand ohnehin von je her fest, dass ich zuerst studiere, dann in ihre Firma einsteige und diese dann irgendwann ganz übernehme. Zu diesem Zeitpunkt sollte ich dann auch die Villa gleich mit übernehmen. Meine Eltern wollten dann entweder in meine Räumlichkeiten ziehen oder die, die ursprünglich für meine Urgroßmutter vorgesehen waren. Daher waren beide Räumlichkeiten bereits seniorengerecht ausgestattet worden. Meine Eltern hatten alles genau bedacht. So waren beispielsweise die Gästezimmer in unmittelbarer Nähe platziert, damit später dort – bei Bedarf – das Pflegepersonal für meine Eltern einziehen kann.

Nur hatten sie mit mir nicht einmal darüber gesprochen – wozu auch?

Nachdem definitiv feststand, dass meine Urgroßmutter nicht mit umziehen wird, boten mir meine Eltern an, in die Räumlichkeiten, die ursprünglich für sie vorgesehen waren, einzuziehen. Ich habe dankend abgelehnt und habe die die Räume genommen, die von Anfang an für mich vorgesehen waren. Ich muss sagen, dass ich dann über ein eigenes Spielzimmer mit Mini-Küche und Ausgang zur Dachterrasse und über ein Wendeltreppe in den Garten hatte. Ein Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer, einen begehbaren Kleiderschrank und natürlich ein eigenes Badezimmer rundeten mein Reich ab. Alle Zimmer waren sehr großzügig dimensioniert. Allerdings wäre ich am liebsten in unserem ursprünglichen Haus wohnen geblieben. Das eine kleine Zimmer, welches ich dort hatte, reichte mir vollkommen.

Die für meine Urgroßmutter vorgesehene Einliegerwohnung stand übrigens über Jahre hinweg leer. Wobei Einliegerwohnung trifft es nicht richtig. Schließlich hatte diese sechs Zimmer und eine Größe von über 200 qm.

Beim Neubau haben sich meine Eltern ohnehin nicht lumpen lassen. So hatten wir beispielsweise ein eigenes Schwimmbad, Sauna, eine Bar, einen Wintergarten und mehrere Gästezimmer. Auch wurden mehrere Büros integriert. Meine Hoffnung, dass meine Eltern mehr von zu Hause aus arbeiten würden, erfüllte sich jedoch nicht. Ich weiß auch nicht, wofür wir eine Tiefgarage mit 15 Stellplätzen brauchten. Aber so konnte ich in dieser wenigstens das Inlineskaten üben.

Nach dem Umzug haben es meine Eltern mit einer Art Gouvernante versucht. Dabei wählten sie eine ältere Dame, die mir auch ein standesgemäße Verhalten vermitteln sollte. Die gute Dame hat sich wirklich Mühe gegeben, aber sie und ich – das ging einfach nicht gut.

Auch muss ich sagen, dass ich das Haus irgendwie als kalt empfand. Auch machte es mir regelrecht Angst, allein in einem so großen Gebäude zu sein. So habe ich in folgenden Jahren gezielt die Nähe zu meiner Urgroßmutter gesucht und war in dieser Zeit die einzige Person, die sie regelmäßig besuchte. Für mich hatte sie sogar ein eigenes Zimmer bei sich eingerichtet, in dem ich zeitweise deutlich öfter war, als in meinem Reich in der Villa meiner Eltern.
Oft, wenn ich allein war oder die Gouvernante mit zu sehr auf die Nerven ging, rief ich sie an und fragte, ob ich vorbei kommen kann. Ich habe dann einfach einen Zettel „Bin bei meiner Urgroßmutter“ hingelegt und bin entweder mit dem Fahrrad oder mit dem Bus zu ihr gefahren. Zuerst haben meine Eltern noch angerufen und sich erkundigt, ob alles in Ordnung war. Später dann nicht mehr. Auch die Gouvernante hat dann irgendwann aufgegeben. Sie hat mich übrigens gegenüber meinen Eltern als 'erziehungsresistent' bezeichnet.

Ich habe mehrfach überlegt, ob ich nicht ganz zu meiner Urgroßmutter ziehen soll. Später habe ich dann erfahren, dass meine Urgroßmutter mehrfach meine Eltern auf mich angesprochen hat. Sie weiß nicht, wie lange sie überhaupt noch da sein wird und sich daher um mich kümmern kann. Sie flehte meine Eltern regelrecht an, neben ihrer Firma auch mal an mich, ihre Tochter zu denken.

Zum 16. Geburtstag hat sie mir dann die besagte Kette geschenkt. Als sie dann ein paar Monate später verstarb, vermachte sie mir ihr gesamtes Vermögen, welches im Wesentlichen aus dem Haus bestand. Mein Vater schlug mir sofort vor, den alten Schuppen - wie er sagte - entweder zu verkaufen oder abreißen zu lassen und dann ein Mehrfamilienhaus auf dem Grundstück zu errichten. Aber ich konnte beides nicht.

So vermietete ich das Haus an die Familie einer Mitschülerin, deren Heim gerade zwangsversteigert worden war. Bei dieser Gelegenheit habe ich übrigens zum ersten Mal mitbekommen, welchen Ruf meine Eltern und letztendlich auch ich habe. Eine Mitschülerin warnte vor meinen Eltern als Vermieter. Wörtlich sagte sie: „Ihre Eltern sind vollkommen anders als Natascha – Meine Eltern arbeiten beide für sie.“ Ich beruhigte alle Anwesenden, dass nicht meine Eltern, sondern ich die Vermieterin sei. Die Geschäfte würde ein gerichtlich bestellter Nachlasspfleger und nicht meine Eltern abwickeln.
Ich hatte meinen Nachlasspfleger angewiesen, die eingehenden Mietzahlungen in das Objekt zu investieren, um dessen Zustand zu erhalten bzw. noch zu verbessern. Selbstverständlich wollte ich dadurch auch das Andenken an meine Urgroßmutter bewahren. Geldsorgen hatte ich aufgrund des sehr stattlichen Taschengeldes, welches ich wohl als Ausgleich für die Tatsache, dass meine Eltern so gut wie keine Zeit für mich hatten, bekam, ohnehin nicht.

Eine weitere Geschichte im Zusammenhang mit der besagten Kette muss ich Euch dann noch erzählen. Ich hatte mal wieder einmal meine Eltern – als schmückendes Beiwerk – zu einen Geschäftsessen begleitet. Der Geschäftspartner erkannte meine Kette sofort und erklärte, dass seine Tochter den Schmuck auf den seinen Geräten, die normalerweise zur Herstellung von Präzisionsteilen dienen, herstellen würde. Der geschäftliche Erfolg sei aber bisher ausgeblieben.
Ich antwortete, dass ich zum materiellen Wert der Kette nichts sagen kann, da diese ein Geschenkt gewesen sei, der emotionale Wert für mich persönlich aber bedeutend höher sei. Nachdem meine Eltern mit der Firma ins Geschäft gekommen waren, bekam ich die restlichen Teile aus der Kollektion geschenkt.

Nun aber weiter zu meiner Situation in der Schweiz. Dummerweise war ich auf offener Strecke ausgestiegen. Ich versuchte es per Anhalter, musste aber zwei Stunden zu Fuß laufen, bis endlich ein Auto anhielt und mich zum Bahnhof in den nächsten Ort mitnahm.

Dort ging in noch kurz bei der örtlichen Polizei – in der Schweiz Gendarmerie genannt - vorbei, berichtete über die Vorkommnisse im Internat und erstattete Anzeige gegen meine Eltern und die Leiterin des Internats. Meine Anzeige wurde zwar nicht weiter verfolgt, sollte mir aber trotzdem später von Nutzen sein.

Es spricht übrigens auch für den Charakter meiner Eltern, dass diese direkt nach Hause gefahren sind und nicht nach mir geschaut haben. Ich muss aber zugeben, dass ich ganz sicher nicht wieder in ihr Auto eingestiegen wäre.
20. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von kurtbauer am 24.08.26 09:03

Auweia, wie soll das weiter gehen?
Ich kann mir nicht vorstellen dass Natascha noch irgendwie dazu gebracht wird in dieses Internat zurück zu kehren.
Das wäre ja wirklich schade, sie hätte eine entsprechende Erziehung dringend nötig
21. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 25.08.26 12:22

@Hallo kurtbauer
Zitat

Ich kann mir nicht vorstellen dass Natascha noch irgendwie dazu gebracht wird in dieses Internat zurück zu kehren.

Ich muss Dich noch um ein paar Tage Geduld (bis zum nächsten Kapitel) bitten. So viel kann ich schon einmal verraten: Natascha wird zumindest nicht freiwillig ins Internat zurück kehren.

Zitat

Das wäre ja wirklich schade, sie hätte eine entsprechende Erziehung dringend nötig

Es würde mich übrigen interessieren, wieso Du der Auffassung bist, dass Natascha die entsprechende Erziehung dringend nötig hat.

Sie hat akzeptiert, dass sie hinter dem Familienunternehmen hinten an stehen muss. Auch hat sie ihre Eltern bei geschäftlichen Terminen unterstützt. Die Eltern konnten sie als schmückendes Beiwerk präsentieren und ihr Verhalten gab keinen Anlass zu Beanstandungen.

Auch hat Natascha als einzige Person regelmäßig ihre Urgroßmutter besuchte, jene Frau die die Familie durch die schweren Zeiten des Krieges gebracht hat und es ihrem Sohn ermöglicht hat, den Grundstock für das Familienunternehmen zu legen.

Im Internat hat sie lange, das, was von ihr verlangt wurde – ihren Eltern zu liebe – mitgemacht. So ist sie beispielsweise auch auf den Rundgang durchs Internat mitgekommen.
Erst als es die Direktorin mit den Maßregelungen übertrieben hatte, ist ihr der Kragen geplatzt und sie hat – zugegeben etwas gereizt – ausgeführt, dass sie keine Schülerin des Internats ist und auch nie werden wird und sie daher die dortigen Regeln nicht interessieren. Dann hat sie mit Vehemenz auf ihrem Standpunkt bestanden. Dass sie beispielsweise Frau Diekmann Gewalt angedroht hat, ist wohl eher der Situation und deren Verhalten geschuldet und rechtfertigt m.E. keineswegs die Einschätzung, dass Defizite in der Erziehung bestehen. Frau Diekmann hätte auch einfach akzeptieren können, dass Natascha das Internat wieder verlässt, zumal der Vater dies bereits angekündigt (beschlossen) hatte.

Auch auf der Rückfahrt hat Natascha zunächst recht besonnen reagiert (zumindest verglichen mit ihrem Vater), ihren Standpunkt artikuliert und dann sich mit ihrer Mutter darauf verständigt, dass ihre Eltern und sie gemeinsam die Geschehnisse des Tages aufarbeiten, Natascha sich deren Argumente anhört und dann die Entscheidung hinsichtlich des Internats trifft. Natascha hatte ihr Leben in ihrer Heimat. Dennoch hat sie sich kompromissbereit gezeigt, indem sie bereit war, auf ein 'normales' Internat zu gehen.

Für mich ist Deine Einschätzung wichtig, da ich die Charaktereigenschaften der Haupt-Protagonisten gewusst festgelegt habe und versucht habe, diese entsprechend darzustellen.
22. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 29.08.26 08:35

Kapitel 8: Zurück ins Internat

Ich war mit dem Zug nach Hause gefahren. Die Sommerferien waren zu Ende und mein Leben ging wieder seinen gewohnten Gang. Ich besuchte weiterhin das örtliche Gymnasium und erzählte meinen Freundinnen vom Versuch meiner Eltern, mich in diesem Horrorladen abzuschieben.

Meine Eltern versuchten noch ein paar Mal das Thema Internat in Lugano anzusprechen. Ich hielt mich an unsere Vereinbarung und hörte mir die Argumente meiner Eltern seelenruhig an. Anschließend sagte ich jedes Mal – klipp und klar, dass dieses Internat für mich nicht in Frage kommt, ich aber durchaus vorstellen könnte auf ein anderes „normales“ Internat – meinetwegen auch in der Schweiz – zu gehen. Beim letzten Gespräch wies ich meine Eltern darauf hin, dass wir ein Gespräch vereinbart haben und ich meine Entscheidung endgültig getroffen habe. Im Übrigen werden unzutreffenden Argumente auch dadurch nicht besser, dass man diese ständig wiederholt.

Ich konnte meine Eltern - insbesondere meinen Vater - nicht verstehen. Warum musste es unbedingt dieses fürchterliche Internat am Luganer See sein?

Was dann passierte, hätte ich meinen Eltern nie zugetraut.

Morgens um 4:00 Uhr kamen mehrere Angestellte des Internats zu uns nach Hause. Ich schlief gerade friedlich in meinem Bett. Es war ein Sonntag, die Wettervorhersage sagte strahlenden Sonnenschein voraus und ich hatte später mit meinen Freundinnen verabredet, um den Tag gemeinsam am Badesee zu verbringen.

Ich wurde unsanft geweckt und es ging alles sehr schnell. Ehe ist überhaupt realisieren konnte, was passiert, waren meine Hänge auf dem Rücken bereits mit Handschellen gefesselt und mir eine Haube über den Kopf gezogen worden.

Ich wehrte mich mit aller Kraft. Mehrere Hände hielten mich fest, sodass ich mich nicht mehr bewegen konnte. Das Nachthemd, welches ich trug, wurde hoch geschoben und mein Schlüpfer herunter gezogen. Nach drei sehr schmerzhaften Schlägen mit dem Rohrstock auf meinen Allerwertesten gab ich schließlich auf.

Hilflos musste ich mit ansehen, wie mir eine Windel, ein Schnürkorsett und die verhassten Strümpfe mit Kompressionsfunktion angezogen wurden. Dann steckte man mich in eine Art Gefängnis-Overall, der geschlossen und mit einem Magnetverschluss gesichert wurde. Anschließend wurde mir eine Zwangsjacke angezogen. Meine Arme wurde vor dem Körper über Kreuz durch die dafür vorgesehenen Laschen gezogen und auf meinen Rücken fixiert. Jedes Mal, wenn einer der Riemen festgezurrt wurde, lief mir ein kalter Schauer den Rücken herunter. Schließlich nahm man mir die Haube ab und stellte zwei Stiefel mit Absätzen vor mich. Ich musste in die Stiefel steigen und diese wurden geschlossen.

Mein Zimmer war im ersten Stock und die Angestellten des Internats begleiteten mich ins Erdgeschoss. Dort warteten schon meine Eltern auf mich. Mit Tränen in den Augen fragte ich sie, warum sie mir dies antun würden. „Du lässt uns keine andere Wahl. Wir haben es im Guten versucht, Dich zum Internat in der Schweiz zu bewegen. Du bist einfach zu weich, um das Familienunternehmen zu führen.“, war die Antwort meines Vaters.

Ich antwortete: „Wenn Ihr mich jetzt in das Horrorinternat abschiebt, dann sind wir keine Familie mehr, da ihr dann nicht mehr meine Eltern seid.“ Meine Mutter kam auf mich zu und wollte mich umarmen. Aber ich drehte mich weg und giftete sie an: „Bitte keine geheuchelten Zärtlichkeiten.“ Sie antwortete, dass sie mich doch lieben würde. „Wenn Du mich tatsächlich lieben würdest, würdest Du mir dies nicht antun.“ Zu den Internatsangestellten meinte ich: „Bringen wir es hinter uns.“ „Willst Du Dich nicht von Deinen Eltern verabschieden.“ Ich antwortete „Nein, wozu auch.“ und wies darauf hin, dass ich seit heute keine Eltern mehr habe. Anschließend ging ich zu unserer Haustür. Meine Mutter rief mir noch hinterher, dass meine Eltern mich so schnell wie möglich besuchen kommen würden – vielleicht schon in zwei Wochen und wir dann über alles reden können. Sie rief mir zu: „Wenn Du Dich tatsächlich im Internat nicht wohl fühlen solltest, finden wir eine andere Lösung, versprochen, Liebes.“

Auf dem Weg zum Internatsauto, welches vor unserem Haus auf der Straße parkte, begegnete uns unsere Nachbarin mit ihrem Hund. Sie fragte mich, ob alles in Ordnung sei. Ich antwortete, dass nichts in Ordnung sei und man mich gerade entführen und gegen meinen Willen vermutlich in ein Internat in der Schweiz bringen würde. „Bitte gehen Sie zur Pol... “ Die Angestellten zerrten mich ins Auto und fuhren los. „Das war knapp“ konnte ich noch verstehen.

Ich schaute mich im Wagen um. Es war eine Art Lieferwagen mit zwei Sitzbänken im vorderen Bereich. Nach ca. fünf Minuten Fahrt hielt der Wagen an. Ich musste aussteigen und wurde zum hinteren Bereich gebracht. Nachdem die Tür geöffnet wurde, erkannte ich eine Art Schalensitz. Ich musste mich in den Schalensitz setzen und mir wurde wieder die Haube über den Kopf gezogen. An den Sitz waren eine Vielzahl von Riemen befestigt, mit denen ich im Sitz fixiert wurde.

Ich hörte, wie die Tür wieder geschlossen wurde und wir unsere Fahrt fortsetzten. Der Overall, den ich trug hatte vermutlich eine Art Plastikfütterung, sodass ich immer mehr zu Schwitzen begann.

Wie lange die Fahrt tatsächlich gedauert hatte, kann ich nicht sagen, da ich relativ schnell jegliches Zeitgefühl verloren hatte. Es müssen sicherlich einige Stunden gewesen sein. Ich konnte es immer noch nicht glauben, dass meine Eltern wirklich so weit gehen würden. Auch hatte ich Angst davor, was mich im Internat erwarten wird. Schließlich hatte ich mich beim Besuch nicht gerade als Musterschülerin hervorgetan und live miterlebt, wie Frau Diekmann mit ihren Schülerinnen und eigenen Angestellten umgeht.

Wir hielten schließlich an. Ich merkte, wie die Tür geöffnet wurde. Die Riemen wurden gelöst und mir wurde die Haube vom Kopf genommen. Ich erkannte sofort, wo ich war. Wir waren tatsächlich – wie ich die ganze Zeit befürchtet hatte – im Internat am Lugano See.

Meine Gedanken fuhren wieder einmal Achterbahn. Warum tun mir meine Eltern dieses fürchterliche Internat an? Ich habe ihnen doch deutlich gesagt, dass dieses für mich nicht in Frage kommt? Wieso können sie ein „nein“ von mir nicht akzeptieren?

Ich sah, dass das „Empfangskommando“ bereits auf mich wartete. Sofort erkannte ich Frau Gruber, die von zwei Internatsangestellten begleitet wurde. Eine davon war Schwester Carola. Frau Gruber begrüßte mich für ihre Verhältnisse recht freundlich – jedoch mit einem hämischen Unterton: „Hallo Natascha, schön Dich wieder zu sehen. Du hast wohl nicht geglaubt, dass wir uns noch einmal wieder sehen?“

Plötzlich erwachte mein Kampfgeist in mir wieder. Ich wies darauf hin, dass ich gegen meinen erklärten Willen hierin gebracht wurde und forderte, sofort zurück nach Hause gebracht zu werden und meinen Anwalt sprechen zu dürfen. Ohne die Antwort abzuwarten ging ich in Richtung Tor. Frau Gruber und die restlichen Angestellten ließen mich gewähren. Nach den zwei Kilometern erreichte ich schließlich die Pforte. Dort musste ich aber feststellen, dass dieses verschlossen war. Ich verlangte, dass dieses geöffnet wird, doch der Wachmann in der Pforte weigerte sind beharrlich. So musste ich erkennen, dass ich keine Chance hatte, das Gelände zu verlassen. Hinzu kam, dass meine Bewegungsfreiheit deutlich eingeschränkt war, da ich immer noch die verdammte Zwangsjacke trug.

Die Angestellten, die mich von zu Hause abgeholt hatten, waren mit dem Lieferwagen zur Pforte gefahren. Da ich immer noch in der Zwangsjacke streckte, konnte ich ihnen wenig entgegensetzen. So luden sie mich sehr unsanft in den Wagen und brachten mich zurück zum Hauptgebäude.

Frau Gruber erklärte, dass ich jetzt Zögling dieses Internats sei und die Regeln auch für mich gelten würden. Als erstes dürfe ich nur sprechen, wenn mir zuvor die Erlaubnis dazu erteilt wurde. „Aber das wirst Du auch noch lernen. Im Übrigen wurdest Du nicht verschleppt, sondern nur von den Mitarbeitern des Internats zu Hause abgeholt und hierher gebracht.“

Dann erklärte sie, dass mein Auftritt bei der Besichtigung allen hier noch in sehr unangenehmer Erinnerung sei. Frau Diekmann sei gerade noch in ihrem wohlverdienten Urlaub. Wir erwarten sie später zurück und sie wird Dich dann persönlich im Empfang nehmen.

Dann führte Frau Gruber weiter aus: „Wir werden Dich jetzt erst einmal einkleiden und Dich dann auf Dein Zimmer bringen. Dort wirst Du Deine Zimmergenossin kennen lernen und diese wird Dir alles weitere erklären. Ich werde Dir dann die Internatsregeln aushändigen, die Du verinnerlichen und in Dein persönliches Regelbuch übertragen wirst.

Ob es Dir passt oder nicht: Du bist jetzt Zögling dieses Internats und wirst Dich an die Regeln halten.“

Ich konnte es immer noch nicht fassen, was mir meine Eltern angetan haben.

Ich brach in Tränen aus und heulte wie ein Schlosshund. Mein eben noch vorhandener Kampfgeist war vollkommen verschwunden. Aber bei Frau Gruber konnte ich nicht mit so etwas wie Mitgefühl rechnen. Sie erklärte mir, dass eine Dame von Welt souverän mit ihren Gefühlen umgeht. Mein derzeitiges Verhalten sei im höchsten Maße unprofessionell, sagte sie noch und bat die beiden Angestellten des Internats, mich ins Ankleidezimmer zu bringen und ging ins Hauptgebäude.

Die Angestellten kamen auf mich zu. Die eine trocknete mit einem Taschentuch meine Tränen; während die andere schon fast beschwichtigend auf mich einsprach: „Wir dürfen eigentlich mit Dir gar nicht sprechen. Ich kann mir vorstellen, dass es für Dich ein Schock ist. Wir beide tun alles, um Dir den Start so angenehm wie möglich zu machen. Nun müssen wir uns aber auf den Weg ins Ankleidezimmer machen, sonst bekommen wir alle drei einen gewaltigen Ärger. Wird es gehen, Natascha?“ Ich nickte und wir gingen los.
23. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von kurtbauer am 29.08.26 08:59

Hallo, leider habe ich deine Bitte erst jetzt gelesen, deshalb hier meine Antwort auf deine Frage:
"Ich dachte mir, die spinnt doch, die Alte."
Diese Äußerung und so manches andere hat mich zu meiner Einschätzung über Natascha gebracht. Sie lebt das unbekümmerte Leben einer reichen Unternehmensgöre, hält sich zwar an die Vorgaben ihres Vaters, aber sonst macht sie was sie will.
Im Hinblick auf ihre weitere Zukunft halte ich die rigorose Erziehung in diesem Internat für unerlässlich
24. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ChasHH am 29.08.26 11:56

Du kennst nicht die Originalstory. Ich war schockiert, zu was die Hauptfigur greifen musste, um wieder leben zu können.
25. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von kurtbauer am 29.08.26 19:27

Stimmt
26. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 30.08.26 10:31

Zitat
Du kennst nicht die Originalstory. Ich war schockiert, zu was die Hauptfigur greifen musste, um wieder leben zu können.
@ChassHH: Es ist in der Tat so, dass es eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Version (von Dir als „Originalstory“ bezeichnet) ist. Dennoch habe ich den Anspruch, dass ein Leser, der die ursprüngliche Version nicht kennt, alle notwendigen Informationen erhält. Dabei stellt sich für mich als Autor die Frage, welche Information ich wann bringe.

Für alle, die wie Du die Geschichte kennen, noch der Hinweis, dass die Wendepunkte und die Haupthandlungen - wie jetzt die Erlebnisse im Internat - überarbeitet und deutlich ausführlicher gestaltet wurden.

Zitat
... Diese Äußerung und so manches andere hat mich zu meiner Einschätzung über Natascha gebracht. Sie lebt das unbekümmerte Leben einer reichen Unternehmensgöre, hält sich zwar an die Vorgaben ihres Vaters, aber sonst macht sie was sie will.
Im Hinblick auf ihre weitere Zukunft halte ich die rigorose Erziehung in diesem Internat für unerlässlich
@Kurtbauer: Ich hatte Natascha einen anderen Charakter gegeben, als den, der von Dir wahrgenommen wurde. Sie ist trotz des Reichtums ihrer Eltern relativ normal und ist auf dem Teppich geblieben. Auch hat sie sehr darunter gelitten, dass ihre Eltern nie Zeit für sie hatten. Ihre Eltern waren gefühlskalt und haben in ihr lediglich die Nachfolgerin an der Spitze des Unternehmens gesehen und nicht die eigene Tochter gesehen.

Ich will nicht zu viel über die weiteren Kapitel verraten – aber der Konflikt mit ihren Eltern und vor allem ihrem Vater wird im Fortgang der Geschichte einen großen Raum einnehmen.

Natascha hatte als Jugendliche die Nähe zu ihrer Urgroßmutter gesucht und so halb bei ihr gelebt. Dort hatte sie nur ein kleines Zimmer hatte und kein Apartment wie in der Villa ihrer Eltern – vom Park, Schwimmbad und Sauna ganz zu schweigen. Auch hatte ihre Urgroßmutter noch ein Leben in bitterer Armut nach dem Krieg erlebt und Natascha gab an, dass ihre Geschichten sie mehr geprägt haben, als die Erziehung ihrer Eltern, die praktisch nicht statt gefunden hat.

Sie ist auch nicht materialistisch eingestellt. So hat sie die Kollektion, die zur Internatsuniform gehört, im Austausch zu ihrer Kette abgelehnt, obwohl diese mit Sicherheit deutlich wertvoller war, als ihre einfache Kette.

Auch hält sich Natascha nicht wirklich an die Vorgaben ihres Vaters. Der Vater wollte, dass sie im Internat bleibt und sie hat es abgelehnt. Während der Rückfahrt ist sie dann ausgestiegen und mit dem Zug heim gefahren. Auch die von den Eltern engagierte Gouvernante hat irgendwann aufgegeben und Natascha als 'erziehungsresistent' bezeichnet.

Ich bin Dir dankbar für Dein Feedback und habe – um den Charakter von Natascha deutlicher darzustellen - zwei neue Kapitel (vermutlich Nrn. 19 +20) eingefügt. Frau Diekmann hatte über Natascha im Vorfeld der Kontaktaufnahme des Internats mit ihren Eltern Erkundigungen über sie einholen lassen. Diese wurden in einem Exposé über sie zusammengefasst, welches Gegenstand der beiden Kapitel sein wird.
27. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 03.09.26 18:17

Kapitel 9: Die Internatsuniform – zum Zweiten

Die beiden Angestellten taten wirklich alles, was in Ihrer Macht stand, um meine Situation nicht noch weiter zu verschlimmern. Leider konnten sie nicht verhindern, dass auf dem Weg zum Ankleidezimmer meine Verzweiflung immer weiter anstieg. Als wir kurz vorm Ankleidezimmer waren, hatte sie mich vollkommen übermannt. Ich war plötzlich so verzweifelt, dass ich vollkommen mental zusammen brach und einen fürchterlichen Heulkrampf bekam.

Mit viel gutem Zureden schafften es die beiden, dass ich mich wieder einigermaßen beruhigte. Sie erkundigten sich, wie es mir geht und wir gingen weiter. Schließlich erreichten wir wieder die Einkleideräume, die ich bereits von meinem ersten Besuch kannte.

Für mich war, das Alles einfach zu viel. Auch hatte ich einfach nicht mehr die Kraft, mich gegen die Pläne meiner Eltern zur Wehr zu setzen. Ich begriff nicht warum das, was seit Jahren zwischen mir und meinen Eltern Bestand hatte, plötzlich keine Gültigkeit mehr hatte. Wir waren immer offen und ehrlich zueinander. Meine Eltern haben mich, soweit ich mich erinnern konnte, nie mit miesen Tricks hintergangen. Klar gab es auch mal Reibereien, diese haben wir dann meist mit einem klärenden Gespräch bereinigt und dann waren diese vergessen. Wir trugen einander nichts nach. Doch diesmal hatten mich meine Eltern in äußerst schäbiger Weise hintergangen. Ob die Diekmann sie so eingelullt hatte? Zumindest hatten sie einfach über meinen Kopf hinweg entschieden, mich in diesem fürchterlichen Internat bringen zu lassen und zwar gegen meinen Willen!

Frau Gruber bemerkte direkt, dass ich mich meinen Gedanken wo anders war. „Natascha, nicht träumen!“ „Was, wie… äh…“, stotterte ich. „Gewöhne Dich daran, ständig aufmerksam zu sein. Anweisungen werden im bei uns generell nur einmal gegeben. Im Übrigen hast Du, wenn Du eine Anweisung bekommst, diese mit einem Knicks und sofern passend mit einem 'Danke' zu quittieren. Hast du das verstanden?“ Frau Grubers Stimme klang nun um noch einiges strenger und auch ihre Augen wirkten jetzt um einiges strenger als bei der ohnehin nicht besonders freundlichen Begrüßung.

„Äh… ja, Frau Gruber, es ist nur… ich mein…“, stotterte ich erneut. Ich war eindeutig klar überfordert. Frau Gruber hatte doch mitbekommen, was für ein Schock die Verbringung ins Internat für mich war. Ich hatte darauf gehofft, dass man mir wenigsten etwas Zeit zur Eingewöhnung lässt. Aber weit gefehlt. Die Erzieherin schüttelte missbilligend den Kopf. „Statt aufmerksam zu sein und mir zuzuhören, wenn ich mit dir spreche, hast Du geträumt. Da du deine Regeln und die Hausordnung noch nicht kennst, werde ich ausnahmsweise ein Auge zudrücken.“

So brachte ich zum Ausdruck, dass ich von der Situation gerade etwa überfordert bin. Zuerst hatte ich überlegt um etwas Zeit zur Eingewöhnung zu bitten, verzichtete aber darauf, da ich die Erfolgschancen mit Null einschätzte. Trotzdem musste ich mir anhören, dass eine Dame von Welt mit derartigen Situationen souverän umgeht und sich Unsicherheiten nicht anmerken lässt. Auch schien Frau Gruber meine Gedanken erraten zu haben. „Glaube bloß nicht, dass Du aufgrund des Aufstandes, den Du bei der Besichtigung oder gerade veranstaltest hast, eine Sonderbehandlung bekommst. Ab jetzt gelten für Dich die gleichen Regeln, wie für alle anderen Zöglinge. Dann ermahnte mich Frau Gruber noch, dass ich zukünftig um Erlaubnis bitten muss, bevor ich etwas sage.

Eine der Angestellten brachte die Internatsuniform auf einem Wagen herein. Die Klamotten waren noch genau so, wie ich sie der Direktorin in die Hände gedrückt hatte.
Im Nachhinein wunderte ich mich schon darüber, warum man die Sachen nicht wieder weggepackt hatte. Alles war im Internat so akkurat und ordentlich – da passte ein derartiges Verhalten gar nicht zum Gesamtbild. Wusste man im Internat, dass ich zurück kommen werde? Hatten dies mein Vater, als ich mich zusammen mit meiner Mutter auf der Toilette umgezogen hatte, mit der Direktorin vereinbart? Entweder freiwillig oder notfalls mit Gewalt.

Die beiden Angestellten begannen sofort damit die Kleidungstücke ordentlich zu falten. Die Bluse bügelten sie nochmals frisch auf und hingen diese auf einen Bügel.

Frau Gruber brachte mich zum Vorraum der Dusche. Dort befreite sie mich aus der Zwangsjacke, dem Gefängnisoverall, dem Korsett und der Windel. Die Windel warf sie in den Abfalleimer. Frau Gruber stellte für mich die Temperatur ein und wies mich darauf hin, dass ich nicht das Recht habe, diese zu ändern. Es war nicht gerade sehr warm, aber ich hatte keine andere Wahl. Ich ging unter die Dusche und brauste mich ab. Auch meine Haare wusch ich. Danach stieg ich aus der Dusche und sah, dass Frau Gruber offensichtlich die Kleidung, mit der ich zum Internat gebracht wurde, weggeräumt hatte und stattdessen zwei Handtücher bereit gelegt hatte. Ich trocknete mich ab und wickelte jeweils ein Handtuch um meinen Körper und eins um meine Haare.

Frau Gruber kam zurück. Sehr erniedrigend empfand ich, dass sie kontrollierte, ob ich mich ordnungsgemäß im Intimbereich rasiert hatte. Meine letzte Rasur lag ein paar Tage zurück. Dies stellte Frau Gruber auch fest und ermahnte mich, bei der nächsten Morgentoilette die Rasur nachzuholen. „Andernfalls muss ich diese durchführen. Glaube mir, dass ich darauf keine Lust habe.“, fügte sie hinzu.

Ich war - wieder schon gesagt – der totalen Verzweiflung sehr nahe. Doch dann fielen mir wieder die Worte meines Vaters ein: „Es ist wichtig, dass Du nie planlos vorgehst. Ich weiß nicht wieso, aber plötzlich erwachte mein Kampfgeist wieder in mir. Ich wollte auf alles in der Welt verhindern, dass ich Schülerin von diesem fürchterlichen Internat werde. Dabei war mir klar, dass ich keine Chance habe, solange ich nackt bin bzw. nur mit einem Handtuch bekleidet. Auch war mir klar, dass meine Handlungsmöglichkeiten ebenfalls deutlich eingeschränkt sind, sobald ich das fürchterliche Korsett, welches meine Bewegungsfreiheit deutlich einschränken und es mir schwer macht, zu atmen.
So beschloss ich, dass ich alles, was von mir verlangt wurde, zunächst mitmachen würde. Ich hoffte darauf, dass sich, bevor mir das Korsett angelegt wird, sich eine Gelegenheit ergibt.

Ich trocknete mich ab und eine der Angestellten hielt mir einen Body hin. Frau Gruber forderte mich auf: „Zieh schon mal den Body an.“ Dies tat ich, damit wenigstens mein Schambereich bedeckt ist. Unter dem Korsett ist es besser, wenn noch eine saugfähige Schicht zu liegen kommt.“, erläuterte Frau Gruber. Der Body hatte eine relativ dicke Baumwollqualität, halblange Ärmel und der Halsausschnitt wies einen hohen Stehkragen auf. „Na, wenigstens kein Rollkragen im Sommer“, dachte ich bei mir. Die Ärmel reichten bis über die Ellbogen und eher fassungslos musste ich mit ansehen wie Fräulein Carola die Öffnung der Ärmel mit einem verdeckten Knopf so schloss, dass die Ärmel garantiert nicht über die Ellbogen hoch rutschen konnten.

Ich sagte mir, jetzt oder nie und schrie Frau Gruber an, dass ich kein Internatszögling sei, da ich widerrechtlich ins Internat verschleppt wurde. Diese war zunächst geschockt, maßregelte mich dann, dass ich gegenüber dem Lehrpersonal den nötigen Respekt vermissen würde und hielt mir abermals den Vortrag, dass alles mit rechten Dingen zu gegangen sei und ich die Situation endlich akzeptieren soll.
„Nicht mit mir, dachte ich bei mir. Ich hatte als Jugendliche mehrere Kurse in Selbstverteidigung absolviert. Ich drückte sie in meine Gewalt auf den Boden, hielt sie fest und forderte, dass man mich sofort nach Hause zurückbringt. Andernfalls würde es für Frau Gruber sehr schmerzhaft werden. „Natascha, Du hast uns schon genug Probleme bereitet. Was willst Du noch anstellen? Langsam ist das Maß voll“, war die Antwort. „Ich sagte nur, dass ich gerade erst anfangen würde und verdrehte Frau Gruber den Arm, sodass diese höllische Schmerzen haben musste.

Frau Gruber änderte die Strategie und sprach beschwichtigend auf mich ein. Sie würde Frau Diekmann jeden Moment hier zurück erwarten und Fräulein Carola bitten, Kontakt zu meinen Eltern aufzunehmen, damit diese auch hierher kommen. Sie versprach mir, dass wir dann eine für alle akzeptable Lösung finden werden.
Ich ließ zu, dass Fräulein Carola den Raum verließ. Ein schwerer Fehler, wie sich kurz später herausstellen sollte.

Denn anstatt von Frau Diekmann oder meinen Eltern betraten plötzlich vier Männer in Kampfmontur den Raum. Ich war derart überrascht, dass ich für einen kurzen Moment nicht aufpasste. So gelang es Frau Gruber, sich aus meiner Gewalt zu befreien. Dann ging alles sehr schnell. Ehe ich mich versehen hatte, wurde einen Netz, welches mit Bleigewichten beschwert war, in meine Richtung abgefeuert. Ich stürzte zu Boden und das Netz umschloss mich, sodass ich mich nicht mehr wehren konnte. Die Männer stellten mich auf die Beine. Einer hatte einen Elektroschocker in der Hand und hielt mir diesen drohend vors Gesicht. Er ließ kurz die Funken sprühen. Dann übergab er das Ding an Frau Gruber.

Der Elektroschocker in der Hand von Frau Gruber machte Eindruck auf mich. Dass ich mir erneut einen Vortrag anhören musste, wie ich mich zu verhalten habe, versteht sich von selbst. Nur kündigte Frau Gruber an, dass sie Frau Diekmann über meine Fehltritte informieren werde. Zum Schluss erzählte sie mir noch, dass man bei neuen Internatszöglingen normalerweise nachsichtig sein würde, solange diesen die Internatsregeln noch nicht ausgehändigt wurden. Einen tätlichen Übergriff auf eine Erzieherin – wie ich ihn gerade begangen habe - kann aber auf keinen Fall akzeptiert werden. Daher würde Frau Diekmann später entscheiden, welche speziellen Maßnahmen angebracht sind.

Wohl oder übel musste ich zulassen, dass ich weiter eingekleidet werde. Es folgte leider wieder die Prozedur des Anlegens und Einschnürens in das Korsett. Ich musste mich wieder an das Trapez stellen und dieses mit meinen Händen festhalten. Mir schien, dass dieser Panzer noch enger geschnürt wurde als zuvor.

Ich wollte schon wieder nach den Strümpfen greifen als Frau Gruber mich zurückhielt. „Tut mir leid, Natascha. Aber bis du Hochsommerkleidung tragen darfst, musst du dich schon bewähren. Eine solche Vergünstigung muss sich ein Zögling bei uns erst verdienen.“ Dann wies sie mich darauf hin, dass meine Aktion nicht gerade dafür sprechen würde. Hochsommerkleidung? Was sollte das bedeuten?

Frau Gruber schien meine Gedanken zu erraten. „Dir werden, sobald Du auf Dein Zimmer bist, Deine Regeln sowie die Hausordnung ausgehändigt. Darin wirst du auch eine Antwort auf Deine Fragen finden. Und nun beeil dich bitte. Wir haben nicht ewig Zeit. Deine dämlichen Aktionen haben uns schon genug Zeit gekostet.“

Dann wurde mir eine Strumpfhose gereicht. Mir wurde schwindlig. Bei Temperaturen von weit über 30 Grad eine Strumpfhose? Die sind doch von allen guten Geistern verlassen. „Nein!“, rief ich entsetzt aus. „Ich werde doch bei den Temperaturen nicht auch noch eine Strumpfhose tragen! Das ist ja barbarisch!“ Frau Gruber blickte mich ruhig, aber mit einem durchdringenden Blick an. „Natascha, du wirst dich daran gewöhnen müssen, dass deine Kleidung künftig für dich bestimmt wird. Drohend zeigte sie mir den Elektroschocker und ich erkannte sofort, dass ich keine Chance habe. „Deine Meinung ist ab so fort nicht mehr maßgebend und ich rate Dir auch die Kleidung in der geforderten Art und Weise entgegenzunehmen. Aber das wirst du alles noch lernen.“ Sanft zwang mich Fräulein Carola auf einen Stuhl und nach einigem Zerren und Ziehen trug ich diese weiße Strumpfhose. Sofort spürte ich, dass es sich auch bei diesem Exemplar um Stützstrumpfhosen handelte, die nicht nur unangenehm eng an meinen Beinen saßen, sondern auch noch relativ dick wirkten.

Frau Gruber sagte zu mir, dass ich das Wort „nein“ schleunigst aus meinem Vokabular streichen soll. Außerdem steht es den Zöglingen dieses Mädchenpensionats nicht zu, Kritik zu üben oder Anweisungen zu hinterfragen. Hast du das verstanden?“ Die Worte von Frau Frau Grubers Worten verfehlten ihre Wirkung bei mir nicht. „Ja, Frau Gruber. Ich musste schlucken und versuchte einen Knicks anzudeuten. „Und?! – Was noch?!“, fordernd schaute Frau Gruber mich an. „Danke“, murmelte ich leise und war erleichtert, dass Frau Gruber ihren Blick von mir löste.

Dann entdeckte Frau Gruber, dass ich ein kleines Tattoo, welches Bezug zu meinem Lieblingsverein hatte, an meinem Handgelenk trug. Sie hielt mir einen ausführlichen Vortrag, dass Tattoos für Damen von Welt vollkommen unangemessen sind und dieses Tattoo daher entfernt werden muss.

Ich konnte einfach nicht mehr und brach in Tränen aus. Ich stammelte, dass es alles zu viel für mich sei. „Meinen Sie, es macht Spaß, ständig etwas falsch zu machen?“, fügte ich noch hinzu.

Was dann passierte, hat mich dann doch überrascht. Frau Gruber kam auf mich zu. Fast schon liebevoll trocknete sie meine Tränen mit einem Taschentuch. Sie sagte: „Glaube mir, es mach mir auch keinen Spaß, Dich ständig zurecht weisen zu müssen. Aber ich drücke schon das eine oder andere Auge bei Dir zu und tue Dir sicher keinen Gefallen, wenn ich am Anfang noch großzügiger bin. Im Internat herrschen nun einmal strenge Regeln. Dies ist für alle unserer neuen Zöglinge erst einmal ein Schock. Aber glaube mir, die meisten Schülerinnen gewöhnen sich schnell an diese. Ich bin zuversichtlich, dass es bei Dir nicht anders sein wird.“ Ich antworte, dass es schon okay sei und bat ausdrücklich darum, dass ich keine Sonderbehandlung bekomme. Vor dem Hintergrund meines Angriffes auf Frau Gruber, der gerade wenige Minuten zurück lag, fand ich ihr Verhalten schon irgendwie bemerkenswert.

Anschließend ging es wieder in den Kosmetikbereich und meine Haare wurden zu einem Dutt geformt, ich bekam wieder ein dezentes Make-up, meine Finger- und Fußnägel wurden manikürt und ich bekam erneut den dezenten rosa Nagellack.

Dann bekam ich wieder das bereits bekannte Outfit mit Bluse, Rock, Weste und Jacke. Auch bekam ich erneute den Schmuck und musste die dämliche Haube, die den gesamten Haaransatz bedeckte, wieder anziehen. Frau Gruber meinte auf meinen Verhinderungsversuchen nur lapidar, dass ich normalerweise jetzt eine strengere Haube bekomme würde. Sie 'bat' Schwester Carola mir diese vorzuführen. Als ich diese sah, stockte mir der Atem. Es war eher eine Art Leberhaube, die hinten zugeschnürt wurde, mit Öffnungen für den Mund und die Augenpartie. Frau Gruber erläuterte, dass die Möglichkeit bestehen würden, die Augen ganz oder teilweise abzudecken und die Maske mit einem Knebel zu ergänzen.

Ich war bedient und Carola offensichtlich erleichtert, als sie Frau Gruber aus der Maske befreite.
Damals wusste ich noch nicht, dass ich während meines Aufenthaltes im Internat mehrfach in den „Genuss“ dieser Maske kommen sollte.


28. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von kurtbauer am 03.09.26 20:01

Wenn es nicht wegen Nataschas widersetzliches Verhalten geht, dann muss ja die Mutter, davon gehe ich jetzt mal aus, einen triftigen Grund haben Natascha diese harte Erziehung zukommen zu lassen.
Ich bin ja gespannt, wann und wie das begründet wird.
Vielleicht erhielt die Mutter ja auch diese harsche Behandlung und glaubt dass es für Natascha auch gut ist?
29. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ChasHH am 04.09.26 16:29

Man sollte auch den Vater nicht aus den Augen lassen...
30. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 07.09.26 08:14

@kurtbauer:
Zitat
Wenn es nicht wegen Nataschas widersetzliches Verhalten geht, dann muss ja die Mutter, davon gehe ich jetzt mal aus, einen triftigen Grund haben Natascha diese harte Erziehung zukommen zu lassen.
Ich bin ja gespannt, wann und wie das begründet wird.
Vielleicht erhielt die Mutter ja auch diese harsche Behandlung und glaubt dass es für Natascha auch gut ist?

Es könnte auch sein, dass die Mutter einfach davon überzeugt ist, ihrer Tochter etwas Gutes zu tun: Die wunderschöne Lage, das herrliche Anwesen, das ausgeklügelte Bildungskonzept ...

So hatte die Mutter im Vorgespräch Bedenken, ihre Tochter aus deren Umfeld heraus zu reißen (vgl. Kapitel 2: Wie alles begann) und sie hat sich auch bei der Direktorin erkundigt, was passiert, wenn eine Schülerin gegen die Regeln verstößt (vgl. Kapitel Teil 4: Währenddessen im Besucherzimmer der Rektorin). Dies zeigt eindeutig, dass sie auch an ihre Tochter denkt und ihr deren Wohlergehen wichtig ist.

Am Ende des Gespräches gelang es Frau Diekmann den Vater vollkommen zu überzeugen und auch die Zweifeln der Mutter schwanden. Letztendlich war man sich rasch einig, dass ich gleich heute ins Internat eintreten soll. Diese Entscheidung wurde von beiden Elternteile mitgetragen (ebenfalls Kapitel 4).

Der Charakter von beiden Elternteilen wird auch im Exposé, welches Frau Diekmann über Natsscha hat erstellen lassen, angesprochen.


@ChassHH:
Zitat
Man sollte auch den Vater nicht aus den Augen lassen...
Du kennst nur die ursprüngliche Version. In dieser Fassung wird dem Verhältnis von Natascha zu ihren Eltern deutlich mehr Raum eingeräumt (mit Rückblenden auf die Erlebnisse im Internat).

Zurzeit sind wir noch im Teil I, der mit "Mein Internatsaufenthalt" überschrieben ist. Das Verhältnis von Natascha zu ihren Eltern wird hier immer wieder angesprochen (Gedanken von Natascha und zukünftig auch bei den Besuchen), tritt aber in den Hintergrund. In erster Linie wird es um ihre Erlebnisse dort gehen.

Dies folgt dann als eines der beiden Hauptthemen im zweiten Teil werden. Dieser wird aber noch einige Kapitel auf sich warten lassen. In der ursprünglichen Version begann der zweite Teil in Kapitel 22, jetzt wird es Kapitel 45 + x sein. Somit wird der erste Teil deutlich ausführlicher dargestellt.

Grüße aus Niedersachsen nach Hamburg
31. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ZdBdLa am 12.09.26 14:57

Kapitel 10: Erste Eindrücke als Internatszögling - Mein Zimmer

Schließlich führte mich Frau Gruber durch die Gänge in das obere Stockwerk, wo sich die Schlafzimmer der Internatsschülerinnen der Oberstufe befanden. Sie öffnete eine Türe und schob mich sanft aber bestimmt in den Raum, um anschließend hinter sich die Türe wieder ins Schloss zu ziehen.

Wir gingen durch einen kleinen Flur hindurch. Naja der Flur war 2,5 Meter breit und sicherlich 5 Meter lang. Er war damit größer als die Zimmer von mehreren meiner Freundinnen in Bayern. Auch mein ursprüngliches Zimmer und das bei meiner Urgroßmutter waren deutlich kleiner. Beim Hineingehen war ich so mit der Situation so überfordert, dass ich noch nicht einmal mitbekommen habe, dass von diesem zwei Türen abgingen. Beide Türen waren verschlossen, jedoch hätte ich die aufwendig verarbeiteten Schilder mit den Aufschriften „Badezimmer“ und „Ankleidezimmer“ erkennen können. Auch die aufwendig mit Ornamenten gestaltete Decke mit dem goldenen Kronleuchter übersah ich.

Schließlich standen wir in einem großen Raum, der eher an einen Saal als an ein Zimmer erinnerte. Die Deckenhöhe betrug mindestens dreieinhalb Meter. Zudem war die Decke mit einem Gemälde und reichlich Stuck verziert. Hier fiel mir sofort der große Kronleuchter auf.

Im Raum standen zwei Betten mit jeweils einem aufwendig gearbeiteten Baldachin. Weiter befanden sich im Raum zwei Nachttische, zwei Schminktische mit Hockern davor sowie ein Tisch ohne Stühle. Das war es. Die Fenster reichten bis zum Boden und vor ihnen befanden sich prächtige Gardinen und Vorhänge, die allerdings alles andere als mein Geschmack waren. Ein farblich passender Teppich lag auf dem Boden. Die komplette Einrichtung, einschließlich des Bodens aus mehrfarbigem Parkett war stilistisch perfekt aufeinander abgestimmt und machten auf mich einen etwas altmodischen Eindruck. Vielleicht Biedermeier? Jedenfalls waren die Möbel aufwendig gearbeitet und mit Ornamenten und reichlich Beschlägen verziert.

Ich sah mich im Raum um. Die Räumlichkeiten waren anders geschnitten als jene, die ich während des Rundganges gesehen habe, aber vergleichbar luxuriös eingerichtet. Trotzdem wirkte das Zimmer irgendwie kalt und vor allem leer. „Dies ist nun Dein neues Reich“, dachte ich so bei mir.

Die Tür zu einem weiteren Zimmer stand offen. Ich konnte zwei große Eichenschreibtische, ein Stehpult sowie zwei Bücherregale, die perfekt in die Wand integriert waren, erkennen. Die Regale waren mindestens zwei Meter breit und reichten fast bis zur Decke. Davor stand eine kleine Leiter.

Hinter einem der Schreibtische saß ein Mädchen, welches im gleichen Outfit steckte wie ich. Als ich mit Frau Gruber eintrat erhob sich das Mädchen sofort, wandte sich zur Türe und machte einen tiefen Knicks. Mit gesenktem Kopf und auf dem Rücken gefalteten Händen grüßte sie Frau Gruber und verharrte dann schweigend. „Katharina, ich bringe dir hier Deine neue Zimmergenossin. Sie heißt Natascha vom Hohemstein und wird ab heute zu unserer Gemeinschaft gehören. Du wirst sie - wie üblich - in allem unterweisen, was in unserem Haus von Belang ist.“ „Ja, Frau Gruber, wie sie wünschen.“ Katharina knickste und verharrte dann wieder schweigend. „Natascha, das ist Katharina Reich, Deine Zimmergenossin. Sie ist schon seit einigen Jahren bei uns und kennt sich hier perfekt aus. Sie ist auch bestens mit den Regeln und Gepflogenheiten unseres Mädchenpensionates vertraut und wird dich in allem unterweisen, was du wissen musst.“ Katharina begrüßte mich freundlich aber eher formell und reichte mir die Hand. Komisches Gefühl sich mit Handschuhen die Hände zu schütteln, durchfuhr es mich. Katharina war etwa in meinem Alter und ich fand sie eigentlich auf Anhieb sympathisch, nur ihre Augen blickten irgendwie so traurig drein, gerade so als ob sie erst kürzlich geweint hätte.

Ich kam nicht weiter dazu mir über meine neue Zimmergenossin Gedanken zu machen, schon drang wieder die Stimme von Frau Gruber an mein Ohr. „Und nun setz dich hier an Deinen Schreibtisch.

„Katharina, bitte gebe mir Deine Ausfertigung der Internatsregeln.“ Katharina stand auf, ging zu ihre, Bücherregal, holte ein kleines Buch mit einem aufwendig gestalteten Ledereinband heraus und gab es ihr. Selbstverständlich knickste sie wieder.

„Hier sind die Hausordnung, Deine persönlichen Benimmregeln sowie die Kleiderordnung. Diese Regelwerke bilden zusammen die Grundlagen für das Leben in diesem Haus und sind zwingend einzuhalten. Nichtbeachten wird zwangsläufig entsprechende Maßnahmen nach sich ziehen.“ Mit diesen Worten reichte mir Frau Gruber das Regelbuch von Katharina und forderte mich auf, die Regelwerke aufmerksam zu studieren und zu verinnerlichen.

Ich wollte mich schon kommentarlos setzen, als ich den festen Griff der Erzieherin an meinem Oberarm spürte. Ich sah sie an und blickte in zwei strenge, fordernde Augen. Ich begriff nicht, was das Ganze zu bedeuten hatte. „Du hast noch etwas vergessen, Natascha“, kam es streng von Frau Gruber. Als ich sie noch immer mit großen Fragezeichen ansah, half sie nach. „Ich meine, wie du eine Anweisung zu quittieren hast.“ Ach so ja, ich musste ja knicksen, um die Anweisung quittieren. Ich knickste und laberte ein „Ja, Frau Gruber, danke.“ Die Erzieherin nickte zufrieden. „Setzen!“, kam die erneute Anweisung und ich knickste abermals und bedankte mich. „Oh Gott, das kann ja heiter werden mit dieser Knickserei und dem Gelaber“, dachte ich und setzte mich. „Besser, du gewöhnst es Dir gleich an. Dann geht es dir mit der Zeit in Fleisch und Blut über“, kommentierte Frau Gruber mit strenger Stimme und wandte sich ab.

Erst jetzt bemerke ich, dass es sich bei dem Stuhl zwar sehr aufwendig gestaltet war, es sich trotzdem lediglich um einen Hocker handelte, der weder eine Polsterung noch eine Rückenlehne aufwies. Die Stuhlbeine waren mit waagrechten Streben versehen, die es einem unmöglich machten die Füße um die vorderen Stuhlbeine zu wickeln. Zusätzlich war zwischen eben diesen beiden Beinen eine Holzplatte angebracht, so dass es auch nicht möglich war die Füße auf die vordere Stange zu stellen. Die einzig mögliche Stellung war, die Beine vor dem Stuhl nebeneinander zu stellen.

Frau Gruber kündigte an, dass sie nun meine Bücher, Hefte und die restlichen Schulutensilien für mich holen würde und verließ den Raum.

Katharina und ich blieben allein im Raum zurück. Ich begrüßte sie mit einem freundlichen „Hallo, wir werden uns also jetzt ein Zimmer teilen. Ich bin Natascha.“ Katharina erwiderte meinen Gruß und stellte sich mit Katharina vor. Ich fragte, ob ich sie umarmen dürfe und tat es dann auch. Dabei bemerkte ich, dass ihre Uniform zwar aussah wie meine, sich aber anders anfühlte, als wäre etwas steifes in ihr verarbeitet. Dann gab sie mir mit auf den Weg: „Am besten Du passt Dich an und machst den Kram, der von Dir verlangt wird, einfach ohne nachzudenken. Und siehe zu, dass Du die geforderten Leistungen erbringst.“ Sie bat um Verständnis, dass sie sich jetzt weiter auf einen Leistungsnachweis vorbereiten muss.

Wenig später kam Frau Gruber in Begleitung der beiden Angestellten zurück. Frau Gruber trug eine mittelgroße und die Angestellte jeweils eine große und offensichtlich sehr schwere Kiste.
Frau Gruber gab mir eine Kladde und ein paar Hefte. Ich solle das Regelwerk in mein persönliches Regelbuch übertragen und dann noch zwei Abschriften anfertigen. Auch sollte ich meine Bücher in das dafür vorgesehene Regal und mein Schreibzeug in meinen Schreibtisch einsortieren. Ich bedankte mich, wie es von mir erwartet wurde und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass es mir bereits in Fleisch und Blut übergegangen war.

Ich betrachtete die Kladde und die Hefte. Beide waren sehr aufwendig gestaltet und auf beiden war das Internatswappen angebracht. Die Kladde hatte einen Ledereinband und auf ihr prangte mit goldener Schrift: „Regelbuch – Natascha vom Hohemstein“. Auch auf den Heften war mein Name angebracht, allerdings hatten diese nur einen festen Einband aus Pappe.

„Katharina, für Dich wird es Zeit. Ich hoffe du hast deine Lerneinheiten heute etwas seröser bearbeitet als gestern und das Prüfungsergebnis fällt dementsprechend positiv aus. Jedenfalls wünsche ich es Dir.“ Katharina quittierte zwar wie gefordert, doch konnte ich sehen, wie sich aufgrund der Worte der Erzieherin ein Unbehagen auf ihrem Gesicht abzeichnete. Sie wollte schon zur Tür gehen, um in den Gang hinauszutreten, als Frau Gruber sie zurückhielt. „Moment noch, Katharina. Hast du nicht noch etwas vergessen? Ich meine, in welcher Kleidung Du die Prüfungen zu absolvieren hast.“ Die Worte klangen sehr freundlich, trotzdem bemerkte ich wie Katharina sichtlich schluckte. Frau Gruber öffnete einen der Schränke und entnahm ihm zwei schwarze Kleidungsstücke. Ich beobachtete wie Katharinas Augen sich vor Entsetzen weiteten, als sie einen dicken Pullover mit Rundhalsausschnitt erkannte. Es kostete sie sichtlich Überwindung, den Blazer aufzuknöpfen, sich für das Kleidungsstück in der geforderten Weise zu bedanken und sich dann den Pulli überzustreifen. Es folgte wieder der Schulblazer und schließlich musste sich Katharina noch einen langen schwarzen Wollschal satt um den Hals wickeln. Entsetzt beobachtete ich, wie Frau Gruber noch eine weiße Baumwollstrumpfhose aus dem Schrank beförderte und Katharina reichte. Katharina zögerte, öffnete den Mund und schloss ihn wieder, wobei nicht klar war, ob sie etwas erwidern wollte oder ob sie nur tief Atem holte. „Na, wird’s bald?!“ Frau Gruber sah Katharina mit strengem, forderndem Blick an und ließ keinen Zweifel offen, dass sie ausschließlich ein „Danke“, verbunden mit einem Knicks von Katharina durchgehen lassen würde. „Danke, Frau Gruber“, kam es schließlich kaum hörbar von Katharina zurück und der Knicks war kaum angedeutet. Ungelenk öffnete Katharina die Stiefeletten, zog sich die Strumpfhose an und glättete den Rock darüber. Es musste für Katharina zweifellos eine schwere Prüfung sein, jetzt nicht auszurasten. „Bevor du Deine Prüfungsaufgaben erhältst, musst Du noch bei Rektorin Diekmann vorsprechen. Fräulein Carola wird Dich hinbringen.“ Katharina zuckte leicht zusammen. Die Erwähnung der Diekmann schien ihr Angst zu machen „Ja, Frau Gruber, danke“, kam es mit belegter Stimme zurück und ich bemerkte wie Katharina sich verstohlen über die Augen wischte. Dann verschwanden die beiden durch die Tür und ich war alleine.

Mangels Unterhaltungsmöglichkeiten begann ich mich über Hausordnung und Benimmregeln zu beugen.

Ich erinnerte mich daran, dass ich die Regeln in mein Regelbuch übertragen sollte und an das, was mir Katharina mit auf den Weg gebracht hatte. Ich öffnete die Kiste, die Frau Gruber auf meinem Schreibtisch abgestellt hatte. In ihr waren viele Schachteln. Ich öffnete die erste Schachtel. In ihr war ein Füllfederhalter, auf dem in goldener Schrift mein Name eingraviert war. Nach einigen Suchen fand ich auch das dazugehörige Tintenfass. Selbst auf diesem war mein Name vermerkt.

Ich hatte bisher nur mit Kugelschreiber oder Füllern mit Patronen geschrieben. Wie ein Kolbenfüllfederhalter funktioniert wusste ich nicht. Im Raum war niemand, den ich hätte fragen können. Ich ging wieder zum Flur und bemerkte, dass die Eingangstüre, die von diesem Raum in den Gang hinaus führte keine Türklinke, sondern lediglich einen Knauf aufwies. Ich ergriff die Metallkugel und rüttelte an der Tür, sie gab nach und ich trat auf den Gang hinaus. So ging ich auf den Gang und mir begegnete wieder Schwester Carola. Diese wies mich umgehend darauf hin, dass ich ohne Erlaubnis mein Zimmer nicht verlassen dürfe und sie mich melden müsse. Ich fragte sie, ob sie mir mit meinem Füllfederhalter helfen könne. Wir beide gingen wieder in unser Zimmer. Sie erklärte, dass wir beide in der Hierarchie ganz unten stehen würde. Mit dem Unterschied, dass Deine Eltern einen Haufen Geld dafür zahlen, dass Du hier sein kannst, während ich wenigstens ein kleines Ausbildungsgehalt bekomme.

Sie erzählte mir, dass alle nicht Angestellten auf der Einhaltung der Regeln bestehen würden, wenn keine Lehrkraft anwesend sein sollte.

Dann zeigte sie mir, wie ein Kolbenfüllfederhalter funktioniert. Sie verabschiedete sich und entschuldigte sich förmlich dafür, dass sie mich melden muss. Allerdings haben sie bereits zwei Verweise und beim dritten würde es für sie kritisch. Sie würde aber auch den Grund angeben. Ich sagte, dass es schon okay sei und fragte, ob ich sie zum Abschied umarmen dürfte. Dabei bemerkte ich, dass sie auch ein Korsett wie ich trug.

Das nächste Kapitel „Hausordnung und Benimmregeln (Teil 1)“ werde ich voraussichtlich nächstes Wochenende veröffentlichen.
32. RE: Das Mädchenpensionat 2.0

geschrieben von ChasHH am 12.09.26 16:52

Da merkt man, dass, auch wenn die Story in der Schweiz spielt, die alte Bekannte aus der DDR, S.Tasi, stets zugegen ist.


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