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1. "Griaß di" - "Pfiat di"

geschrieben von danijelle am 11.07.13 17:15

"Griaß di" - "Pfiat di"

Ganz bestimmt noch immer eure Danijelle, ganz bestimmt noch immer eine von denen die beim kommen, schon sagt: ich geh!

Noch immer die Forumsjuristin, die heute noch und das seit beinahe 12 Jahren versucht vor Bösem zu bewahren (nicht ganz erfolglos oder?)
und vor hohen schmierigen Anwaltsforderungen verteidigt wie ihr eigenes Kind.

Noch immer ganz bestimmt die Danijelle, der vollkommen bewusst ist, dass dies nur zusammen im Kollektiv
(also das Supportteam und ihr Alle) überhaupt möglich ist. Noch immer die realexistierende lebende Danijelle,

aber hoffentlich künftig nicht mehr die Danijelle, die mit einer flappsigen Antwort auf die Frage:
Servas – wie geht’s antwortet: puh, eigentlich mehr tot als lebendig, eine Kettenreaktion auslöst, die seines gleichen sucht,
am Schluß mit dem angeblichen Tod von mir endet. Soviel lasst euch sagen und ich weiß es ganz sicher: Ich lebe!

Noch immer die Danijelle, die es fürchterlich rappelig macht, wenn es um restriktive Keuschhaltung, Latex oder Windeln geht.
Die eure Geschichten darüber regelrecht verschlingt, nur eben nicht mehr die Danijelle, die selbst Geschichten schreibt.
Sei es aus der leider u.a. aus der Schreibblockade entstandene Burn Out oder aus beruflichen Gründen
(das Bleistiftspitzen als EU-Beamtin, nimmt einfach wahnsinnig viel Zeit in Anspruch und schlaucht auch geistig total).

Nein, diese Danijelle werde ich nicht mehr sein. Aber ich werde alles was ich mittlerweile an Burn In aufgebaut habe
und alle Zeit die ich irgendwie abzwicken kann, für eine letzte Geschichte von mir euch zum Ende meiner Geschreibselzeit schenken.

Neu an der Geschichte wird diesmal sein, dass ich versuchen werde

1.) Live zu schreiben
2.) In Form eines Tagebuches
3.) Ohne Zeitdruck und Stress

Alt ist, dass die Geschichte frei erfunden ist, dass Ähnlichkeiten mit noch lebenden und b ereits gestorbenen Person rein zufällig sind.

So Pause

Eure Danijelle
2. RE: Ulrike Hieber - Aus dem Leben einer Autistin

geschrieben von danijelle am 11.07.13 17:48

Eintrag: 1

Donnerstag, 30.August 2012

Mein Name ist Ulrike Hieber ich bin am 15.März 1995 geboren, Autistin. Nach einigen großen und kleinen
Katastrophen in meinem noch recht kurzem Leben, von dem ich in nächster Zeit hier in diesem
Tagebuch erzählen werde, lebe ich mittlerweile in der Familie meines Onkels Guido, meiner Tante
Andrea und meinen beiden Nichten Petra (11 Jahre) und Clara (2 Jahre). Dies sind meine letzten
übrig gebliebenen Verwandten.

Ebenfalls nach einigem Hin- und Her leben wir nun in der Nähe von Graz
in Österreich. Als es nach dem Unfall darum ging ob ich von einer anderen Familie adoptiert werde,
in eine Jugendeinrichtung komme oder zu meinem Onkel Guido und seiner Familie, stellte sich als
bald heraus, dass die erste Möglichkeit eigentlich keine war, denn es fand sich keine bereitwillige Familie,
die mich hätte aufnehmen wollen. Hier spielt wohl mein Alter eine nicht unwesentliche Rolle,
wer will schon ein 18Jähriges Mädchen, das mit viel gutem Willen maxximal auf dem Stand einer 12Jährigen ist,
bei der obendrein scheinbar schon Hopfen und Malz verloren ist, als unglaublich schwierig gilt und zudem noch Autistin ist.

Die zweite Möglichkeit, in einer Jugendeinrichtung zu leben, mit anderen Jugendlichen zu leben gefiel mir nicht besonders,
schon allein hauptsächlich wegen meiner Krankheit, dem Autismus. Die sich überwiegend darin äußert,
dass ich sehr oft in mich zurückziehe, in mein s.g. Schneckenhaus und das ich eigentlich nur dann klar und verständlich
sprechen kann, wenn ich allein bin und mit mir selber rede. So bald eine zweite Person hinzu kommt,
wird meine Aussprache zu einem vollkommen undeutlichem Nuscheln.

Möglichkeit Nummer 3, bei der Schwester meiner Mutter, ihrem Gatten und ihren beiden Töchtern zuleben.
Von dieser Möglichkeit war meine Tante Andrea allerdings überhaupt nicht begeistert und willigte, nach langem Warten lassen
und Beraten aber unter der Bedingung ein, dass es eine klare Hierarchie innerhalb der Familie gibt und ich als
Neumitglied ganz unten auf der Leiter bin und das von mir somit absoluter Gehorsam verlangt wird und allen Anweisungen von
Guido, Andrea und ja auch von meiner 11jährigen Nichte Petra auszuführen habe. Ich bin praktisch auch meiner jüngeren Nichte unterstellt.

Dies trifft mich nun weniger als so mancher vermuten mag, da es mir von meinem Naturell aus im Prinzip
wesentlich lieber ist, wenn ich gesagt bekomme was ich tun soll. Es gibt nur dann Probleme wenn Andrea oder Petra,
die wie ich finde beide recht launisch sind, selbige an mir auslassen und mich schon aus eher nichtigen Gründen bestrafen.
Trotz und alledem bin ich aber froh darüber, in dieser Familie zumindest bis zu meinem bis heute
leben zu dürfen und sicherlich nicht unglücklich darüber, wenn ich auch mit allerlei restriktiven Einschränkungen klar kommen muss.

Wie mein Alltag, meine Krankheit, meine kleinen und großen Probleme, mein erstes und mein zweites Leben verlaufen und verlaufen sind,
werde ich in nächster Zeit, hier an dieser Stelle über weitere Posts versuchen zu erzählen.

so Pause
eure Danijelle
3. RE: "Griaß di" - "Pfiat di"

geschrieben von sepp2 am 11.07.13 18:24

Schön, dass Du wieder dabei sein wirst.

Ich jedenfalls freue mich, dass es Dir wieder so gut geht, dass Du sogar wieder schreiben kannst.

Ich wünsche Dir für Deine Zukunft von Herzen und aus eigener Erfahrung viel Gesundheit.
Gesundheit ist in unserem kurzen Leben das höchste Gut.
Es wäre nett, wenn Du dem Forum erhalten bleibst - auch ohne eigene Geschichte.

Alles Gute
Sepp

(Ca und Infarkt)

PS. jetzt erst lese ich auch Dein "Tagebuch"
4. RE: "Griaß di" - "Pfiat di"

geschrieben von kedo am 11.07.13 18:26

an deiner schreibe meine ich zu erkennen, dass du es wirklich bist.
welcome back
hast hier passiv ganz schön unruhe verbreitet. mensch!

grüß dich.
5. RE: "Griaß di" - "Pfiat di"

geschrieben von Harry_W am 11.07.13 19:20

Hallo Danijelle!!!!!!

Schön das Du wieder unter uns bist.

Und bevor nur dummes Zeug aus den Fingern in die Tastatur läuft- ich bin so froh!

Pflege Dich, gehe liebevoll mit Dir selbst um uns sage öfter einmal "Nein".

Liebe Grüße
Harry_W
6. RE: "Griaß di" - "Pfiat di"

geschrieben von danijelle am 11.07.13 19:30

@kedo: richtig!

Lg Danijelle
7. RE: "Griaß di" - "Pfiat di"

geschrieben von Gummimike am 11.07.13 20:23

Die Totgesagten Leben länger!
Schön von dir zu lesen Danijelle und ich hoffe doch wenigstens mal in Zukunft den einen oder anderen Kommentar zu lesen damit nicht wieder so ein Gerücht Auftaucht du wärst gestorben.
Zum Tagebuch lässt sich noch nicht viel schreiben mal Abwarten was Passiert.
Der Anfang ist Zumindest Interessant.
8. RE: "Griaß di" - "Pfiat di"

geschrieben von Geliebte Schlossherrin am 11.07.13 21:01

@ danijelle Griaß di

Nun als Jurist brauchts offensichtlich wenig Schamgefühl, das ist gut fürs Geschäft, mag scho sein, iss halt so die Welt, die Böse!

Nur mich kotzt - das man hier nach wie vor mit dem Tod scherzt und man es nicht mal für nötig hält sich ordentlich zu entschuldigen, sondern so tut als hätten all die, die Beileidsbekundungen getan haben eine Meise! Das Supportteam offensichtlich bescheid wusste.

Pfiat di -die Schlossherrin

PS: Und Autisten hier in Geschichten zu verpacken, davon kann ich rechtlich nur abraten, ist ja auch etwas geschmacklos?!
9. RE: Rückschau

geschrieben von danijelle am 13.07.13 18:38

Rückschau
Eintrag: 2

Montag,10.09.2012

Verlief mein Leben vor dem Unfall, vor der danach folgenden Adoption nicht nur unauffällig sondern mindestens in
gleichem Maße unbeachtet von Mutter, Vater und auch Großvater, dass so was wie eine Erziehung, einem Kind
etwas beibringen eigentlich gar nicht stattfand. Was ich bis zum obigen Zeitpunkt konnte und wusste,
hab ich mir selbst, man nennt es wohl Autodidaktisch beigebracht. Sicherlich spielte hierbei meine Krankheit,
dass Autistisch sein, eine nicht unwesentliche Rolle. Den zum einen konnte und kann ich mich noch immer sehr schlecht
verbal äußern, habe also große Kommunikationsprobleme und war eben bedingt durch meine Krankheit stets ein sehr ruhiges
und unauffälliges Kind.

So waren mir in den ersten Jahren auch wieder bedingt durch meine Krankheit, stets ein ständiges Überbehütetsein gewiss,
so anders verliefen die nächsten Jahre dann aber das genaue Gegenteil davon.Nein, das soll keinesfalls ein Vorwurf an die mir bis dahin
nahe stehenden Personen sein, aber so meine ich ist es doch wohl so, dass den meisten Menschen irgendwann doch langweilig wird mit mir.
Die Unterhaltungen mit mir fast immer sehr einseitig, mein Interesse an anderen Menschen gering, zumindest kann ich es nicht gut zeigen
und so kam es dann nach einiger Zeit auch bei Personen aus meinem nächstem Umfeld irgendwann zum Desinteresse an meiner Person.

Ich konnte eigentlich, naja bis auf die Schule und das Lernen, eigentlich den ganzen Tag machen was ich will, konnte raus gehen,
mich in den Wäldern rum treiben, was ich sehr gerne tue oder auch zu Bett gehen wann ich wollte. Manchmal hatte ich wirklich
das Gefühl gar nicht wirklich statt zu finden.

so Pause
Danijelle


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