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Thema:
eröffnet von IronFist am 20.11.18 19:04
letzter Beitrag von Gummimaske am 13.11.19 06:49

1. Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 20.11.18 19:04

Teil 1


Früh am Morgen saß ich nun hier in der Abflughalle des Flughafens von Frankfurt und dachte über die vergangene Woche nach. Ich hatte meinen Freund Bernd in Flagranti mit einer anderen in unserem Bett erwischt. Natürlich hatte ich ihn daraufhin umgehend aus unserer Wohnung geworfen und die Beziehung sofort beendet. Es war die richtige Entscheidung gewesen, aber ich fühlte mich trotzdem furchtbar und ich vermisste diesen Mistkerl. Eigentlich hatten wir vorgehabt gemeinsam eine zweiwöchige Karibik Kreuzfahrt zu machen, aber das hatte sich jetzt natürlich erledigt. Bernd hatte diese Reise gebucht und bezahlt, die Tickets dazu waren allerdings bei mir. Um es ihm heimzuzahlen, beschloss ich diese Reise selbst zu machen und ich hatte mir geschworen, dass er keinen Cent von mir zurückbekommen würde. Meine beste Freundin Heike würde für ihn einspringen und mich auf dieser Reise begleiten. Dummerweise hatte sie aber noch einen Wochenenddienst im Krankenhaus, den sie so kurzfristig nicht mehr verschieben konnte. Deshalb würde sie erst drei Tage später auf das Schiff kommen.

» Achtung bitte! Alle Passagiere, gebucht auf Air Eagle, Flug AE216 nach Santo Domingo, werden zum Flugsteig B42 gebeten. «

Das war mein Flug und ich spürte, wie schlagartig meine Anspannung stieg. Ich hatte zwar keine Flugangst, aber ich habe mich in Flugzeugen auch noch nie so richtig wohl gefühlt. Zudem musste ich völlig alleine fliegen und ich war auch noch nie zuvor auf so einem langen Flug gewesen. Über 11 Stunden würde dieser Flug dauern. Auf dem Weg zum Flugsteig machte ich noch einen kurzen Zwischenstopp an der Toilette. Jedenfalls dachte ich, dass es nur ein kurzer Zwischenstopp werden würde. Als ich jedoch meine Kabine verlassen wollte, hatte ich plötzlich den Türgriff in der Hand. Minutenlang versuchte ich den Griff wieder an seinen Platz zu befördern, aber leider vergeblich. Da hörte ich plötzlich Schritte im Waschraum.

» Hallo! Können sie mir bitte helfen? Der Türgriff ist abgefallen und ich komme hier nicht mehr raus. «

» Sprechen sie mit mir? «, hörte ich ein weibliche Stimme.

» Ja! Bitte helfen sie mir die Tür zu öffnen! «

Die Schritte kamen näher und dann ruckelte die Klotür. Aber sie öffnete sich leider noch immer nicht. Genau wie ich zuvor, versuchte auch diese Frau eine Zeit lang vergeblich die Tür zu öffnen. Irgendwann gab sie schließlich auf und versprach Hilfe zu holen. Ich wurde langsam nervös, denn jetzt saß ich hier schon 20 Minuten fest. Hoffentlich würde ich meinen Flug nicht verpassen. Etwa 5 Minuten später hörte ich erneut Schritte. Diesmal schienen es mehrere Personen zu sein.

» Keine Sorge, das haben wir gleich! «, raunte mir eine tiefe Stimme zu.

Und tatsächlich, keine 30 Sekunden später war die Tür offen. Ein Mann in einem Overall lächelte mich breit an. Er schien hier sowas wie der Hausmeister zu sein. Verzeihung, seine Stellung nannte sich offiziell bestimmt Facility Manager. Neben ihm stand eine Frau in mittlerem Alter, vermutlich die, mit der ich zuvor gesprochen hatte.

» Achtung bitte! Dies ist der letzte Aufruf für den Air Eagle Flug AE216 nach Santo Domingo. Frau Sabine Müller wird gebeten sich umgehend zu Flugsteig B42 zu begeben. «

Oh verdammt! Ich bedankte mich bei meinen beiden Rettern und hastete eilig in Richtung Flugsteig. Gerade noch rechtzeitig kam ich am Flieger an. Ich war die letzte gewesen, denn direkt hinter mir wurden die Türen des Flugzeugs geschlossen. So stressig hatte ich mir den Abflug jedenfalls nicht vorgestellt. Um zu meinem Fensterplatz zu gelangen mussten zwei Männer extra noch einmal aufstehen. Einer der beiden grummelte irgendwas Unverständliches vor sich hin. Vermutlich hatte ich mich bei ihm schon unbeliebt gemacht. Der gesamte Flug verlief relativ ereignislos. Ich schaute einen alten Film mit Mister Bean und es gelang mir sogar ein paar Stunden zu schlafen. Vermutlich war das der kurzen Nacht geschuldet und weil ich aus lauter Vorfreude nicht hatte einschlafen können. Als wir im Landeanflug auf Santo Domingo waren, war ich aufgeregt wie ein junges Mädchen. Ich freute mich auf Sonne, Meer, gutes Essen und vielleicht auch einen kleinen Urlaubsflirt. In dieser Beziehung war ich nun ja völlig ungebunden.

So viel Pech ich auch beim Abflug gehabt hatte, hier bei der Ankunft schien mir das Glück hold zu sein. Mein Koffer war der zweite, der auf dem Gepäckband erschien. Sehr schön, dann hatte ich im Bus zum Schiff bestimmt die freie Sitzplatzwahl. In der Ankunftshalle wartete schon eine ganze Meute von Reiseleitern, die alle ein Schild mit den Namen ihrer Veranstalter hochhielten. Oh verdammt, wie hieß mein Veranstalter noch mal? Ich kramte in meiner Handtasche um nach den Unterlagen zu suchen. Da fiel mir etwas abseits ein Mann in einer dunkelblauen Uniform auf. Er hielt ein Schild mit „Senora Muller“ in die Luft. Ob der mich meinte? Mein Nachname war alles andere als selten und es war durchaus möglich, dass noch eine andere Frau Müller auf diesem Flug gewesen war. Ich ging zu ihm rüber.

» Suchen sie vielleicht mich? Sabine Müller? «, fragte ich den Mann.

Als Antwort bekam ich einen spanischen Wortschwall, der mich geradezu überwältigte. Ich hatte absolut nichts verstanden, vermutete aber, dass er mich soeben begrüßt hatte. Noch immer unsicher, ob ich wirklich gemeint war, fragte ich nach dem Namen des Schiffs.

» MS Augenstern? «

» Si, si! «, antwortete der Mann, bevor er sich meinen Koffer schnappte und in Richtung Ausgang marschierte. Moment mal, versuchte der gerade meinen Koffer zu klauen. Ich hastete hinter dem Mann her, hatte aber Schwierigkeiten mit ihm Schritt zu halten, weil er ein beachtliches Tempo vorlegte. Draußen angekommen öffnete er den Kofferraum einer großen Limousine und verstaute mein Gepäck darin. Ich war überrascht, denn ich hatte einen Bustransfer erwartet und keine Nobelkarosse, die mich abholte. Irgendwas stimmte hier doch nicht. Bernd hatte damals gesagt, dass diese Reise eine Überraschung für mich sein sollte. Hatte er vielleicht ein kleines Vermögen für eine Luxuskreuzfahrt ausgegeben? Einerseits befriedigte dieser Gedanke meine Rachegelüste, aber auf der anderen Seite machte ich mir jetzt auch Sorgen, dass er mich vielleicht verklagen könnte und ich den Reisepreis erstatten musste. Mein Chauffeur öffnete die Hintertür des Wagens und deutete mit einer Geste an, dass ich einsteigen sollte. Also schön, wenn ich schon Gefahr lief tief verschuldet von dieser Reise zurückzukehren, dann sollte ich sie wenigstens auch genießen.

» Gracias! «, bedankte ich mich bei meinem Fahrer und kletterte auf den Rücksitz des Wagens.

Die Tür schloss sich mit einem dumpfen Plopp. Kurz darauf startete der Fahrer den Wagen und fuhr los. Der Motor war kaum zu hören und das Fahrzeug rollte sanft dahin. Es herrschte hier dichter Verkehr auf den Straßen und wir kamen nur sehr langsam voran.

» Faro a Colon! «, sagte mein Fahrer über die Schulter hinweg und deutete dabei nach rechts aus dem Fenster. Dort stand ein riesiges Gebäude in Form eines Kreuzes. Ich hatte davon in einem Reiseführer gelesen und wusste dies war das Wahrzeichen von Santo Domingo. Ein Leuchtturm, in dem angeblich die sterblichen Überreste von Christoph Kolumbus begraben waren. Die Ausmaße waren wirklich beeindruckend, ansonsten fand ich den Betonklotz aber eher hässlich. Nach etwa 20 Minuten hielt der Wagen vor einem Hafendock an. Ich schaute mich in alle Richtungen um, konnte aber nirgendwo ein Kreuzfahrtschiff entdecken. War ich vielleicht doch die falsche Senora Muller gewesen? Da näherte sich ein gut aussehender Mann in einer schneeweißen Uniform dem Wagen und öffnete meine Tür.

» Frau Müller, herzlich willkommen in Santo Domingo. Mein Name ist Max Krautmacher und ich bin der zweite Offizier der MS Augenstern. Unser Schiff liegt 12 Seemeilen vor der Küste und wir werden sie mit einem Boot dorthin bringen. «

Warum hatte das Schiff denn nicht direkt in Santo Domingo angelegt? War es dafür vielleicht zu groß? Oder wollte man sich die Hafengebühren sparen? Ich stieg aus dem Wagen und der zweite Offizier führte mich zu einem großen Motorboot, auf dessen Seite MS Augenstern zu lesen war. Ein zweiter Mann holte meinen Koffer aus dem Wagen und brachte ihn auf das Boot. Kurze Zeit später legte es ab und steuerte in einem Höllentempo aufs offene Meer hinaus. Mir kam die Sache irgendwie spanisch vor. Warum war ich die einzige neue Passagierin, die in Santo Domingo zustieg? Und wozu dieser ganze Aufwand mit dem Motorboottransfer, wenn dies auch viel einfacher möglich gewesen wäre. Irgendwann hörte ich auf zu grübeln und genoss einfach nur die Fahrt. Die Sonne schien mir ins Gesicht und der Fahrtwind strich sanft durch meine Haare. Ich hatte einen leicht salzigen Geschmack im Mund und über uns kreisten ein paar Vögel. Das Leben konnte ja so schön sein. Nach einer Weile konnte ich am Horizont ein Schiff ausmachen und unser Boot hielt direkt darauf zu. Das musste die MS Augenstern sein. Als wir näher kamen wuchs dieses kleine Schiff am Horizont zu einem riesigen weißen Riesen heran. Ich wusste, dass Kreuzfahrtschiffe ziemlich groß sein konnten, aber in natura war das doch noch mal was völlig anderes. Die Größe des Schiffs hatte mich jedenfalls schon beeindruckt. Obwohl die See relativ ruhig war, war es gar nicht so einfach von dem Boot auf die Treppe zu gelangen, welche an der Bordwand des Riesen hing. Es schaukelte fürchterlich und ich hatte Angst ins Wasser zu fallen. Aber mit Hilfe der Crew gelang es mir unbeschadet an Bord zu gelangen. Der zweite Offizier ordnete an, dass mein Koffer auf meine Kabine gebracht werden sollte und er führte mich danach einen Gang entlang zu einem Aufzug. Es ging rauf bis auf Deck 4, wo der Empfangsbereich lag und ich vom Hotelmanager freundlich begrüßt wurde. Nach den üblichen Formalitäten bekam ich die Keycard für meine Kabine. Allerdings brannte mir noch eine Frage auf den Nägeln.

» Sagen sie mal, ist diese Kreuzfahrt so schlecht gebucht, dass ich die einzige neue Passagierin bin? «

» Ganz im Gegenteil, wir sind fast ausgebucht! Aber unsere wöchentliche Route startet immer in Kingston und dort wechseln auch die meisten unserer Passagiere. «

OK, das erklärte natürlich warum ich völlig alleine an Bord gekommen war.

» Und warum legen sie nicht direkt im Hafen an? Das scheint mir so ziemlich umständlich zu sein. «

» Wir legen nur in Jamaika an, um neue Passagiere und Proviant an Bord zu nehmen. Ansonsten bleiben wir immer in internationalen Gewässern, um rechtliche Probleme zu vermeiden. Sie müssen wissen, dass einige Inseln hier ziemlich restriktive Gesetze haben. Aber sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, für Ausflüge bringen wir unsere Passagiere selbstverständlich mit Booten an Land. «

Rechtliche Probleme? Was hatte er damit gemeint? Vielleicht Umweltschutzvorgaben. Ich hatte im Fernsehen mal eine Reportage gesehen und wusste, dass Schiffsdiesel Schweröl verbrannten und somit ziemliche Dreckschleudern waren. Er überreichte mir einen Plan des Schiffs und zeigte mir dort den Standort meiner Kabine, der Restaurants, vom Schiffsarzt und wo wir uns aktuell befanden. Auf dem Plan war mir aufgefallen, dass das Schiff auf den Decks 5-9 in 3 farblich markierte Bereiche unterteilt war. Der vordere Bereich war rot, der mittlere gelb und am Heck gab einen grünen Bereich.

» Was hat es denn mit diesen 3 Bereichen auf sich? «, fragte ich neugierig.

» Diese Bereiche dürften vermutlich der Hauptgrund sein, weshalb die meisten Passagiere hier an Bord sind. Und genau wegen diesen Bereichen sind auch keine minderjährigen Personen auf dem Schiff zugelassen. «

Seine kryptische Antwort garnierte er mit einem verschmitzten Lächeln. Bevor ich allerdings weiter nachfragen konnte, klingelte sein Telefon. Er entschuldigte sich und war kurz darauf verschwunden. Keine Minderjährigen, was hatte das denn zu bedeuten? War dieses Schiff etwa ein schwimmendes Bordell? Die übrigen Mitarbeiter am Empfang sahen beschäftigt aus und ich beschloss einfach selbst herauszufinden, was es mit diesen farbigen Bereichen auf sich hatte. Als erstes wollte ich allerdings auf meine Kabine gehen, um den Koffer auszupacken. Ich hatte Kabine 4026, eine Innenkabine ohne Fenster. Das störte mich jedoch nicht, denn ich würde ohnehin nur zum Schlafen in meiner Kabine sein. Sie war im vorderen Bereich des Schiffes und lag auf dem gleichen Deck wie der Empfangsbereich. Meine Kabine war zwar klein, aber sehr hübsch eingerichtet. Allerdings könnte es vielleicht etwas eng werden, sobald Heike hier eintraf. Nachdem ich meinen Koffer ausgepackt hatte, rief ich bei meinen Eltern an. Sie machten sich immer viel zu viele Sorgen um mich. Und ganz besonders seit der Geschichte mit Bernd. Nachdem ich mich in ein paar Shorts und ein T-Shirt geschmissen hatte, machte ich mich daran das Schiff zu erkunden. Laut Plan lag der Pool Bereich ganz oben auf Deck 12. Dort würde ich mit meiner Entdeckungsreise beginnen. Im Aufzug fiel mir auf, dass es für die Decks 5-9 gar keine Knöpfe gab. Wie sollte man dann dorthin gelangen? Egal, zuerst einmal aufs Sonnendeck. Der Pool war relativ klein und die meisten Liegen waren leer. Kein Wunder, vermutlich waren die meisten Passagiere in Santo Domingo auf einem Ausflug. An der Poolbar gönnte ich mir jetzt erst einmal einen Pina Colada. Karibischer Rum in der Karibik erschien mir für meinen ersten Urlaubsdrink sehr passend. Nach ein paar Minuten bekam ich Gesellschaft an der Bar.

» Hi, ich bin Beate! Machst du die erste Erkundung des Schiffs? «

» Sieht man mir das an? «, fragte ich überrascht.

» Nun, ich habe dich noch nie an Bord gesehen, dir fehlt die übliche Karibikbräune und du läufst mit dem Schiffsplan durch die Gegend. Also ja, ich denke man sieht es dir an! «, erwiderte sie lächelnd.

» Oh, klingt irgendwie einleuchtend. Ich bin übrigens Sabine! «


Fortsetzung folgt!
2. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von *Gozar* am 20.11.18 20:48

Hi Blechhand

Schön wieder von dir zu lesen! Vielversprechender Anfang.
bin gespannt wies weiter geht!

Gruß Gozar
3. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 20.11.18 22:15

Interessanter Beginn einer Kreuzfahrt, lass uns bitte nicht zu lange warten mit der Fortsetzung. Vielen Dank.
4. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Lokmaus am 21.11.18 12:03

Schöner Anfang lass uns bitte nicht zu lange auf eine Fortsetzung warten.
5. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 21.11.18 14:45

Hallo IronFist,

zum raten ist es vermutlich etwas zu früh. Also warte ich ab und lass mich überraschen was auf den geheimnisvollen Decks vor sich geht.

6. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 21.11.18 20:51

...super. wieder eine neue "IronFist" Story...man darf gespannt sein...
7. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von zrx-till am 22.11.18 15:05

Klasse Anfang !

Bin schon gespannt, wo die Reise hingeht !
8. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Moira am 22.11.18 15:26

Ahoi! *mit Lady-Ticket für die Fanloge wedel
9. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 22.11.18 17:32

Ja, ich fahr auch mit, wenn im Maschinenraum noch etwas Platz ist.

Zz, zz, hätte doch fast die Abfahrt verpasst!

Ihr_joe
10. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von hartmann_g am 25.11.18 14:08

Bin schon gespannt, wie es weitergeht.
11. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 25.11.18 16:51

Endlich wieder eine Geschichte von IronFist. Dankeschön für die geniale Geschichte und super geschrieben.
12. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 26.11.18 19:14

Hallo *Gozar*,

schön wieder hier zu sein.

9 Monate Auszeit waren aber auch wirklich genug.
Damit du nicht auf dumme Gedanken kommst, nein ich war nicht schwanger!


Hallo AlfvM,

wie heißt es schon in dem alten Lied: Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön, …
Wollen wir doch mal sehen wie viel Wahrheit in dem Songtext steckt.


Hallo Lokmaus,

freut mich, dass dir der Anfang gefallen hat.
Und keine Sorge wegen der Wartezeit, die Fortsetzung wird morgen erscheinen.


Hallo jonnyf,

tu dir beim Spekulieren keinen Zwang an, denn dafür ist es nie zu früh.
Verrückte Ideen sind mir immer willkommen.


Hallo FE,

freut mich, dass du auf diese Geschichte gespannt bist.

Du weißt, dass ich kein Freund von Spoilern bin, aber eine Kleinigkeit kann ich dir vielleicht trotzdem verraten.
Es wird auch diesmal wieder ein paar gemeine Cliffhanger geben.


Hallo zrx-till,

ich danke dir für dein Lob.

Diese Reise geht kreuz und quer durch die Karibik.
Was allerdings während der Reise passieren wird, das werde ich jetzt nicht verraten.


Ahoi Moira,

willkommen an Bord.
Gilt dein Lady Ticket für den roten, gelben oder grünen Bereich?


Hallo Ihr_joe,

gut, dass du es gerade noch geschafft hast.
Diese Kreuzfahrtschiffe haben nämlich die dumme Angewohnheit nicht zu warten.

Mir ist allerdings nicht klar, warum du als Unterkunft ausgerechnet den Maschinenraum gewählt hast.
Du weißt schon, dass moderne Schiffe keine Rudersklaven mehr benötigen?


Hallo hartmann_g,

weil wir hier ja unter uns sind, will ich dir verraten, wie es weitergeht.
Mit Teil 2!


Hallo Trucker,

ich stimme dir voll und ganz zu, endlich wieder eine Geschichte von IronFist.

Allerdings frage ich mich, woher du wissen willst, dass dies eine geniale Geschichte ist.
Im ersten Teil kam die Erotik noch nicht einmal vor. Vielleicht geht es ja so bis zum Ende weiter?


LG
Fist
13. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von cuirin am 26.11.18 19:17

Hallo IronFist,

endlich ist der Meister zurück!
Du hast einen wirklich wunderbaren Schreibstil: Schon nach den ersten paar Absätzen ist man gefesselt und wird herrlich in die Geschichte und das Geschehen eingeführt. Herrlich!
Und da man ja schon weiß, daß es nicht bei einer einfachen, ruhigen (langweiligen) Kreuzfahrt bleiben wird, kann man nur erahnen, was der armen (?) Sabine alles auf dem Schiff passieren wird...

Weiter so und viele Grüße
14. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 26.11.18 19:37

Zitat

Hallo FE,

freut mich, dass du auf diese Geschichte gespannt bist.

Du weißt, dass ich kein Freund von Spoilern bin, aber eine Kleinigkeit kann ich dir vielleicht trotzdem verraten.
Es wird auch diesmal wieder ein paar gemeine Cliffhanger geben.



....na, das hoffe ich doch.... Und ist auch bei dieser Story jeweils Donnerstag Pflichttermin...?
15. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von maximilian24 am 26.11.18 19:56

Hallo IronFist!
Hier meldet sich noch einer, der begeistert Deine Stories liest, sich aber nur undankbar selten zu Wort meldet! In dankbarer Ungeduld
euer Maximilian24
16. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von folssom am 27.11.18 00:03

Hallo IronFist,

eigentlich bin ich kein Fan von Kreuzfahrten.

Das könnte sich jedoch ändern, wenn sich deine Geschichte so weiter entwickelt, wie ich es vermute.

Schöner Beginn, danke


PS.: und müsste dann natürlich im realen Leben auch zu buchen sein.
17. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 27.11.18 18:55

Hallo cuirin,

ich würde mich zwar nicht als Meister bezeichnen, aber ich danke dir natürlich trotzdem für dein Lob.
Ganz besonders freut mich, dass dich schon die Einführung gefesselt hat, obwohl bisher noch gar nicht viel passiert ist.
Das nennt man dann wohl Ziel erreicht!

Ich habe selbst schon so eine Kreuzfahrt gemacht und ich fand sie überhaupt nicht langweilig.
Und dabei hatte ich nicht einmal annähernd solche Erlebnisse wie Sabine.


Hallo FE,

keine Sorge bei den Cliffhangern werde ich dich nicht enttäuschen.

Aber Donnerstag? Da bist du wohl irgendwie zwei Tage zu spät dran.
Abgesehen vom Wochentag hast du aber Recht, denn es wird jeden Dienstag ein neuer Teil erscheinen. Ob das dann aber ein Pflichttermin ist?


Hallo maximilian24,

schön, dass du von meinen Geschichten begeistert bist.
Hiermit zolle ich dem Undankbaren meinen Dank!


Hallo folssom,

zuerst einmal ein Dankeschön für dein Lob.
Allerdings legst du die Latte gleich ziemlich hoch, wenn ich dir etwas schmackhaft machen soll, was du eigentlich gar nicht magst.

Mal schauen, ob ich diesen Ansprüchen gerecht werden kann.
Ich fürchte allerdings, dass sich eine solche Kreuzfahrt im realen Leben nicht buchen lässt. Leider! Oder zum Glück? Wer weiß?


LG
Fist
18. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 27.11.18 19:21

Teil 2


Beate musste so um die 30 sein und sie hatte eine beneidenswert gute Figur. Ihr knallig oranger Bikini war äußerst knapp geschnitten, aber er sah auf ihrer wohlgebräunten Haut richtig klasse aus. Die braunen Haare von Beate waren noch nass und hingen ihr leicht gewellt über die Schultern. Wir machten erst etwas Smalltalk. Danach erzählte mir Beate ein wenig über das Schiff und was es in der Karibik alles zu sehen gab.

» Sag mal, was hat es denn mit diesen farbigen Bereichen hier auf dem Plan auf sich? «, fragte ich neugierig.

» Bist du denn nicht deshalb hierher gekommen? «, antwortete Beate mit einer Gegenfrage.

» Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was du meinst! «

» Du weißt es tatsächlich nicht. Das ist … nennen wir es mal den Entertainment Bereich des Schiffes. «

Mein verständnisloser Blick war wohl eine Aufforderung fortzufahren. Sie schnappte sich meinen Plan und fing dann an zu erklären.

» Also dieser grüne Bereich hier am Heck ist frei zugänglich. Dort gibt es eine Bibliothek, einen Wellness-Bereich und ein paar Fitness Räume. Und du findest dort auch noch eine kleine Shopping Mall. Interessant wird es dann hier im gelben Bereich, denn das ist die Fetisch Zone des Schiffs. Es gibt dort einen Dresscode und du kommst nur in Leder, Lack oder Latex hinein. In diesem Bereich findet die ganze Abendunterhaltung statt und es gibt dort ein Theater, ein paar Bars, eine Diskothek und ein Spielcasino. Und hier ganz vorne in Rot das ist der VIP-Bereich. Darüber kann ich dir leider nicht so viel sagen, denn das geht weit über meine Gehaltsstufe hinaus. Allein der Mitgliedsbeitrag sind 100.000 Euro pro Jahr und eine Kabine zu mieten soll sogar noch teurer sein. Es gibt Gerüchte, dass die Superreichen dort ihre ausgefallensten sexuellen Gelüste ausleben können. Keine Ahnung, ob da wirklich was dran ist. Ich wäre allerdings schon neugierig dort einmal Mäuschen zu spielen. Und vielleicht könnte man da ja auch mal einen berühmten Schauspieler oder Sportler kennenlernen. «

Beates Erläuterungen hatten mich regelrecht geschockt. Wo war ich denn hier rein geraten? Bernd, dieser verfluchte Mistkerl! Er hatte mich schon lange dazu überreden wollen Latex zu tragen. Aber ich fand schon das schwitzige Gefühl beim Tragen von Gummihandschuhen unangenehm und hatte es deshalb immer abgelehnt. Das war also seine Überraschung für mich gewesen. Und die war ihm auch voll gelungen. Ich hatte mich an ihm revanchieren wollen, indem ich ohne ihn verreiste. Jetzt lachte er sich vermutlich über mich kaputt, weil ich unwissend auf diesem Perversenschiff gelandet war. Sein hämisches Grinsen konnte ich förmlich vor mir sehen.

Nachdem ich meinen Cocktail ausgetrunken hatte, verabschiedete ich mich von Beate und setzte die Erkundungstour fort. Allerdings kreisten meine Gedanken weiterhin um Beates Erläuterungen. Sollte ich vielleicht besser sofort abreisen? Dann müsste ich auch Heike schleunigst informieren, damit sie erst gar nicht in den Flieger stieg. Vermutlich war ein vorzeitiges Abreisen aber gar nicht so einfach, denn das Schiff war ja jeden Tag woanders. Ich bräuchte einen Rückflug genau an dem Tag, an dem das Schiff vor Ort war. Oder ich müsste ein paar Tage in einem örtlichen Hotel verbringen. Aber jetzt war Hauptsaison und auch ein Hotelzimmer müsste zuerst einmal frei sein. Verdammt, und nun? Geistesabwesend kam ich erst an einem Volleyballfeld vorbei und entdeckte kurze Zeit später einige Markierungen auf dem Boden. Shuffleboard, der Inbegriff einer Kreuzfahrt Sportart. Ich hatte keine Ahnung von den Regeln, aber vermutlich war es ähnlich wie Boccia, nur eben mit Scheiben anstatt Kugeln. Da drifteten meine Gedanken auch schon wieder ab. Eigentlich müsste ich diese Fetisch Zone ja überhaupt nicht betreten. Man könnte sich ja auch außerhalb dieses Bereichs auf dem Schiff vergnügen. Genau, ich würde diesen Bereich einfach meiden und schon war alles OK. Ich sollte die Sache aber besser mit Heike absprechen, damit sie nicht den gleichen Schock bekam wie ich. Mal überlegen, Heike hatte Nachtschicht und es waren 6 Stunden Zeitunterschied. Am besten würde ich sie morgen früh anrufen, dann wäre es in Deutschland kurz nach Mittag und Heike müsste bereits ausgeschlafen haben.

Die Lösung des Fetisch Problems hatte meine Stimmung schlagartig verbessert. Ich ging ein Deck nach unten und gelangte in eines der Restaurants. Wow, was für eine tolle Aussicht man hier beim Essen genießen konnte. Nicht weit entfernt zog ein prächtiges Segelschiff vorbei und ein Stück weiter weg war ein riesiges Schiff zu sehen. Vielleicht ein Tanker oder ein Containerschiff. Ich setzte meinen Weg fort und kam noch zu zwei weiteren Restaurants, allerdings hatte mir das Erste bisher am besten gefallen. Irgendwann hatte ich die oberen Decks alle abgeklappert. Auch wenn ich bisher nur wenige Passagiere bei meinem Rundgang getroffen hatte, so schienen diese doch alle ziemlich normal auszusehen. Perverse Freaks hatte ich bisher noch nicht zu Gesicht bekommen. Sollte ich mir jetzt vielleicht auch den grünen Bereich einmal anschauen? Beate hatte ja gesagt, dass dieser frei zugänglich wäre.

Gesagt, getan. Die Bibliothek war größer als ich erwartet hatte. Hier gab es Bücher aus den unterschiedlichsten Genres. Besonders groß war die Auswahl jedoch bei der erotischen Literatur, was mich auf diesem Schiff eigentlich nicht sonderlich überraschte. Erstaunlich war jedoch, dass anscheinend niemand kontrollierte, wer die Bücher auslieh. Der Schwund dürfte deshalb wohl relativ hoch sein. Die Fitness Räume waren mit modernen Geräten ausgestattet und die Trainerin Annika hatte mich herzlich begrüßt. Sie sprach mit einem osteuropäischen Akzent und sie zeigte mir die unterschiedlichsten Möglichkeiten, die ihr kleines Reich bot. Ich würde während dieser Reise bestimmt irgendwann mal ein paar Einheiten auf dem Fahrrad oder dem Stepper machen. Als nächstes kam ich in den Wellness-Bereich. Entlang der Fenster gab es eine Reihe von Ruheliegen, die etwa zur Hälfte belegt waren, während sanfte Musik den Raum berieselte. Eine Kosmetikerin legte bei einer schlanken Frau gerade eine Gesichtsmaske auf und ein Stück weiter wurde ein leicht korpulenter Mann von einer zierlichen Asiatin massiert. Dies war eindeutig der belebteste Ort, den ich bisher auf diesem Schiff gesehen hatte. In einem Whirlpool sah ich ein junges Pärchen, welches verliebte Blicke austauschte. Wehmütig seufzte ich vor mich hin und wünschte mir, dass Bernd hier wäre. Nein, verdammt noch mal! Das war endgültig vorbei und ich musste diesen Scheißkerl endlich vergessen. So schwer mir das auch fiel.

Die „kleine“ Shopping Mall war größer als ich erwartet hatte. Bestimmt ein Dutzend Geschäfte verkauften hier Kleidung, zumeist eher luftige Sachen und Bademoden. Aber es gab auch einen Laden für die elegante Abendgarderobe und zwei Geschäfte deren Auswahl mich eher an einen Sexshop erinnerte. Eigentlich nicht weiter verwunderlich auf einem Schiff mit einer Fetisch Zone, aber ich fand sie trotzdem völlig deplatziert. Im Schaufenster eines dieser Läden war ein schwarzer Ganzanzug aus Latex zu sehen, der sogar den Kopf mit einschloss. Wer würde sich an einem warmen Ort wie der Karibik schon in solch ein Monstrum quetschen? Freaks. Kopfschüttelnd ging ich weiter und kam zu einem Juwelier. In der Auslage gab es wunderschöne Ringe zu bestaunen. Ein Goldring mit einem Rubin hatte es mir ganz besonders angetan, allerdings war dieser preislich weit über meinen Möglichkeiten. Eigentlich galt das für fast alle Schmuckstücke, die hier im Schaufenster zu sehen waren. Plötzlich spazierte ein Mann an mir vorbei und betrat das Juweliergeschäft. Er musste so Mitte 50 sein und an jedem Arm hing eine ziemlich attraktive junge Frau. Trotz seines Alters sah er verdammt gut aus und irgendwie kam mir dieser Mann auch bekannt vor. War das nicht dieser Schauspieler George Rooney? Nach genauerem Hinsehen war ich mir sicher, dass das George Rooney war. Ich fragte mich, ob ich hineingehen und nach einem Autogramm fragen sollte. Allerdings entschied ich mich dagegen, weil ich mich nicht bei seinen beiden Groupies einreihen wollte. Er konnte mir auf dem Schiff ja nicht weglaufen und ich würde bestimmt noch eine bessere Gelegenheit bekommen, um nach einem Autogramm zu fragen. Später bereute ich diese Entscheidung jedoch, denn George Rooney wohnte bestimmt im VIP-Bereich, zu dem ich ja gar keinen Zutritt hatte. Als nächstes kam ich an einem Friseursalon vorbei. Eine Frau mit lila Strähnchen und einem Nasenring war gerade dabei einem älteren Herrn die Haare zu schneiden. Einen ziemlich außergewöhnlichen Look hatte diese Frisörin und wahrscheinlich wäre sie damit auf keinem anderen Kreuzfahrtschiff je engagiert worden. Das Aussehen sagte aber natürlich nichts über ihre Fähigkeiten aus. Vermutlich war sie eine fähige Frisörin und vielleicht waren hier bei den Freaks ja auch durchaus ungewöhnliche Frisuren gefragt. Auch das nächste Geschäft war für ein Kreuzfahrtschiff eher ungewöhnlich. „New Skin“ prangte über der Tür. Der Laden schien im Augenblick geschlossen zu sein, aber im Schaufenster standen Bilder von tätowierten Männern und Frauen. Abgesehen von einem kurzen Spleen als Teenager hatte ich mich mit Tattoos noch nie wirklich anfreunden können. Aber zwei Delfine auf dem Oberarm einer jungen Frau gefielen mir ausgesprochen gut. Mit Sicherheit würde ich mir aber niemals selbst so ein Tattoo stechen lassen. Und schon gar nicht hier, wo es bei stärkerem Seegang bestimmt zu unerwünschten Ergebnissen kommen konnte. Anscheinend wurden hier auch Piercings gesetzt. Denn im Fenster stand das Foto von einer Frau, deren Ohrläppchen so große Löcher hatten, dass man sogar hindurchsehen konnte. Dazu trug sie auch noch etliche Piercings durch die Augenbrauen. Das auffälligste war allerdings ein gigantischer Ring durch die Nase, der bis zu ihrem Kinn herunterhing. Irgendwie fühlte ich mich stark an eine Kuh erinnert, die man am Nasenring herumführen konnte. Keine Ahnung was sich die Frau dabei gedacht hatte. Verglichen mit diesem Teil, war der Nasenring der Frisörin richtig dezent gewesen. Am Ende der Mall gab es noch ein Geschäft, welches Lederwaren verkaufte. Designer Handtaschen für mehrere tausend Euro und auch die angebotenen Schuhe waren nur von den edelsten Marken. Zweifelsohne wunderschön, aber ob solche High Heels auf einem Schiff wirklich zweckmäßig waren? Ehrlich gesagt waren hohe Schuhe nie zweckmäßig, dafür verliehen sie der Trägerin aber ein schlankes Bein. Natürlich hatte auch ich deshalb zwei paar Stöckelschuhe eingepackt, allerdings waren meine nicht ganz so hoch wie die im Schaufenster. Und vor allem nicht ganz so teuer.

Jetzt war ich an einer gelben Tür angekommen, vor der ein großer Mann in einer weißen Uniform stand. Er nickte mir zu und musterte mich von oben bis unten. Vermutlich ging es dort zur Fetisch Zone und es war seine Aufgabe den Dresscode zu überprüfen. Diese Anforderungen erfüllte ich natürlich nicht und ich hatte auch nicht vor dies jemals zu tun. Es blieben nur noch die untersten 4 Decks bei meinem Rundgang übrig. Die einzigen öffentlichen Einrichtungen auf diesen Decks waren der Empfang und das Hospital. Den Empfang hatte ich bereits gesehen und beim Hospital wäre es mir ohnehin lieber, wenn ich dieses nie zu Gesicht bekäme. Daher machte ich mich wieder auf den Weg zurück zu meiner Kabine. Es war inzwischen kurz nach drei und es dauerte noch ein paar Stunden bis zum Abendessen. Deshalb wollte ich meinen Bikini anziehen, mir ein Buch schnappen und noch etwas Zeit am Pool verbringen. Neben einem Liebesroman packte ich auch die Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 70 ein, schließlich wollte ich morgen nicht wie ein Krebs aussehen. Als ich meine Kabine wieder verließ, begegneten mir die ersten Freaks. Ein Stück weiter den Gang entlang öffnete sich eine andere Kabinentür und eine blonde Frau um die 50 trat heraus. Sie trug hohe schwarze Lackstiefel, die ihr bis zum Oberschenkel reichten. Dazu einen Body, der ebenfalls aus Lack zu bestehen schien und der ihre ausladende Oberweite fest zusammen presste. Es sah so aus, als würde sie dieses Teil jeden Moment sprengen. In ihrer rechten Hand hielt sie eine Gerte, so wie ich sie auch schon bei Reitern gesehen hatte. Links hingegen hielt sie etwas, das wie eine Leine aussah. Es dauerte nicht lange, dann kam auch das andere Ende dieser Leine in mein Blickfeld. Ein junger Mann, vermutlich Anfang 20, trat auf den Flur hinaus. Er war attraktiv, muskulös gebaut und fast komplett nackt. Lediglich ein äußerst knapper Ledertanga verhüllte seine Kronjuwelen. Um den Hals trug er ein stachliges Hundehalsband, an dem die Leine seiner Begleiterin endete. Als die Frau plötzlich in meine Richtung blickte, gab ich vor meine Kabinentür abzuschließen, nur um den Blickkontakt zu vermeiden. Das war natürlich völliger Humbug, denn die Kabinen hatten Schlüsselkarten und man musste die Tür einfach nur zuziehen. Diese unerwartete Begegnung hatte mich jedoch ziemlich nervös gemacht. Was fand dieser attraktive junge Mann eigentlich an einer Frau, die leicht seine Mutter hätte sein können? Verstohlen blickte ich den beiden hinterher, als sie sich von mir entfernten. Auch ich musste in diese Richtung, deshalb folgte ich ihnen mit einigem Sicherheitsabstand. Sie ließen den ersten Aufzug links liegen und gingen den Gang geradeaus weiter. Anstatt nun zum Sonnendeck hinauf zu fahren, ignorierte auch ich diesen Aufzug aus unerfindlichen Gründen und ging ihnen weiter hinterher. Ich bewunderte das Muskelspiel auf dem Po des jungen Mannes. Was war eigentlich los mit mir, dass ich jetzt schon anfing fremde Männer zu stalken? Zudem noch einen Mann, der ganz offensichtlich schon vergeben war. Am nächsten Aufzug hielten die zwei an und warteten. Sollte ich mit ihnen in den Lift steigen? Besser nicht, denn so nah wollte ich diesen Perversen dann doch nicht kommen. Ich ging an ihnen vorbei und beobachtete den jungen Mann aus den Augenwinkeln heraus. Er besaß sogar einen Sixpack. Ach ja, er war wirklich schnucklig und ich hätte ihn wohl nicht von der Bettkante gestoßen. Irgendwie erkannte ich mich selbst nicht mehr wieder und ich konnte mir mein Verhalten auch nicht erklären. Bernd hatte ich immer vorgeworfen, dass er jedem Weiberrock hinterher gaffte und jetzt benahm ich mich genau wie er. Warum eigentlich?


Fortsetzung folgt!
19. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 27.11.18 22:55

...interessanter Aufbau der Story... Es würde mich nicht wundern, wenn das "brave/anständige Mädchen" in einer der nächsten Fortsetzungen doch im gelben und anschliessend als Star im roten Bereich landet....
20. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Lokmaus am 28.11.18 00:50

Hallo IronFist

Danke für den tollen zweiten Teil.

Bitte weiter schreiben.

Gruß Lokmaus
21. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von coradwt am 28.11.18 09:49

Ooohhh, toller Anfang deiner Geschichte.

Da bin ich ja mal gespannt, wie es weitergeht. Vor allem, was Sabine auf diesem Schiff noch erleben wird.

Aufgrund von den Kommentaren hier, die ich gelesen habe, bin ich sehr neugierig was mich noch erwarten wird, bei deiner Geschichte .

LG Cora
22. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BadPicture am 28.11.18 13:23

Auf jeden Fall wieder eine geniale Idee. Wenn die Pausen zwischen den Teilen doch nur nicht so lange wären ....
... egal, so bleibt es aber spannend. Vielleicht zu den Feiertagen mal eine Doppel- oder Triplefolge?
23. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 28.11.18 20:26

Hallo ironFist,
ich bin gespannt was die Prodagonistin anstellt um in die Fetischzone zu kommen und feststellt was dor abgeht.
LG Alf
24. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 28.11.18 21:15

Toller Beginn. Bin gespannt was sich da alles tut


Hab auch nochmals deine erste Story gelesen - Klasse.
25. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 28.11.18 23:25

Ja, so was habe ich erwartet:

Zitat

Hallo Ihr_joe, gut, dass du es gerade noch geschafft hast. Diese Kreuzfahrtschiffe haben nämlich die dumme Angewohnheit nicht zu warten. Mir ist allerdings nicht klar, warum du als Unterkunft ausgerechnet den Maschinenraum gewählt hast. Du weißt schon, dass moderne Schiffe keine Rudersklaven mehr benötigen?


Aber die Kabinen waren schon belegt, und die noch freien, im VIP Bereich konnte ich mir einfach nicht leisten, du weißt ja, die letzten beißen die Hunde, ach nein, bestraft die Herrin, oder doch...

Wie dem auch sei, ein gelungener Fahrtbeginn

Ihr_joe

26. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 29.11.18 00:08

Zitat

...Ob das dann aber ein Pflichttermin ist?

ES IST EIN PFLICHTTERMIN!!!

Toll das es wieder eine gute Geschichte von dir gibt IronFist.

Der Anfang ist, wie immer etwas langsam, damit man sich 'in Ruhe' einlesen kann und nicht gleich erschlagen wird von den Ereignissen. Aber davon wird es, deinem Schreibstiel nach zu urteilen noch reichlich geben.
27. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 01.12.18 12:41

sehr guter Anfang - bin sehr auf die Fortsetzungen gespannt...
28. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 03.12.18 18:36

Danke Danke Danke Danke Danke für die geniale Geschichte und super geschrieben.
29. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 03.12.18 19:57

Hallo FE,

deine Vermutung ist jetzt nicht so gewagt.
Ich stelle mir gerade den Shitstorm vor, wenn Sabine in Teil 3 nach Hause fliegen und die Geschichte damit enden würde.

Besser nicht!


Hallo Lokmaus,

vielen Dank für dein Lob.
Morgen geht es weiter!


Hallo coradwt,

da bin ich aber etwas enttäuscht, wenn es nur die Kommentare sind, die dich neugierig gemacht haben.
Freut mich aber, dass dir meine Geschichte gefällt.


Hallo BadPicture,

schön, dass dir die Geschichte gefällt.

Aber so lange sind die Pausen zwischen den Teilen doch nun auch nicht.
Es dürfte hier im Forum nur wenige Geschichten geben, die in einem kürzeren Intervall erscheinen.

Deiner Bitte um eine Doppel- bzw. Triplefolge kann ich leider nicht nachkommen.
Der Grund dafür ist sehr simpel. Je weiter das Ende dieser Geschichte in der Zukunft liegt, umso mehr Zeit bleibt mir für meine nächste Geschichte.


Hallo AlfvM,

so schwierig ist es ja eigentlich gar nicht, in die Fetisch Zone zu gelangen. Man muss einfach nur den Dresscode erfüllen.
Sabine scheint aber noch ein wenig unwillig zu sein. Da muss ich wohl noch etwas Überzeugungsarbeit leisten.


Hallo lot,

es wird eine ganz entspannte Urlaubsreise.
Zumindest glaubt das Sabine. Aber pssst, verrate ihr bitte nichts von meinen Plänen!

Ich habe "Das Konzert" letzte Woche auch mal wieder gelesen.
Dabei bin ich über einige Formulierungen gestolpert, die ich heute wohl anders schreiben würde. Vermutlich ist das die Entwicklung, die man innerhalb von 2 Jahren durchmacht.


Hallo Ihr_joe,

inzwischen solltest du wissen, dass ich solche Steilvorlagen immer für einen dummen Spruch nutze.

Natürlich ist es verständlich, dass du dir keine Kabine im VIP-Bereich leisten kannst. Das kann wohl kein Normalverdiener.
Trotzdem wundere ich mich, dass du ausgerechnet den lauten Maschinenraum als Unterkunft gewählt hast.

Gab es da keine besseren Alternativen?
Wie wäre es mit der Wäschekammer? Keine Sorge Boris Becker ist nicht an Bord!


Hallo Toree,

kein Grund so zu schreien. Ich habs kapiert, für dich ist es ein Pflichttermin.

Ja, für den langsamen Start bin ich wohl berüchtigt. Und ich bin mir auch bewusst, dass ich damit wohl manche Leser abschrecke.
Aber hey man es nie allen Recht machen. Vor allem ist es aber wichtig, dass die Geschichte zuerst einmal mir gefällt.


Hallo marpsp,

ich danke dir für deine lobenden Worte.
Und wenn du auf die Fortsetzungen gespannt bist, dann habe ich wohl mein Ziel erreicht.


Hallo Trucker,

bitte bitte bitte bitte bitte. Gern geschehen!
Ob die Geschichte aber genial ist, das muss sich wohl erst noch herausstellen.


LG
Fist
30. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 03.12.18 20:18

Zitat

Hallo Toree,

kein Grund so zu schreien. Ich habs kapiert, für dich ist es ein Pflichttermin.



Hallo IronFist,
ich habe von hause aus eine laute Stimme.
Da ich oft bei meiner Oma war, und die immer zu mir gesagt hatte, dass ich laut und deutlich sprechen soll.
31. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 04.12.18 18:34

Hallo Toree,

ich kann mich nicht erinnern, dass du mein Enkel wärst.

LG
Fist
32. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 04.12.18 19:06

Teil 3


Am Pool angekommen hielt ich nach Beate Ausschau. Sie war nirgendwo zu sehen und so ließ ich mich auf einer der Liegen nieder. Nachdem ich mich gründlich mit Sonnencreme eingerieben hatte, schlug ich mein Buch auf und versank in der kitschigen Welt von Dr. Morata. Diese Liebesschnulzen waren nicht gerade anspruchsvolle Literatur, aber ich liebte sie trotzdem. Nach einer Abkühlung im Pool und zwei weiteren Kapiteln von Dr. Morata merkte ich, dass ich langsam Hunger bekam. Kein Wunder, meine letzte Mahlzeit im Flieger war am Vormittag gewesen. Es war jetzt halb sechs und ab 18 Uhr gab es in den Restaurants das Abendessen. Ich ging zurück in meine Kabine, sprang kurz unter die Dusche und überlegte was ich anziehen sollte. In Filmen war auf einer Kreuzfahrt immer Abendgarderobe angesagt. Ob das hier auch so war? Der Hotelmanager hatte nichts dergleichen gesagt und ich hatte vergessen danach zu fragen. Also entschloss ich mich für einen Mittelweg, elegant aber nicht übertrieben festlich. Ich trug meine schwarzen Pumps, dazu einen langen eleganten Faltenrock und eine Seidenbluse. Auf dem Weg zum Restaurant musste ich feststellen, dass sich hohe Schuhe und leichter Seegang nicht so gut miteinander vertrugen. Auch wenn ich recht geübt im Laufen auf hohen Schuhen war, so schwankte ich doch wie eine Betrunkene hin und her. Hoffentlich würde ich mich mit der Zeit daran gewöhnen.

Am Eingang zum Restaurant erklärte mir ein Kellner, dass es auf diesem Schiff keine feste Sitzordnung gab und ich mir meinen Platz frei aussuchen konnte. Da ich eine der ersten war, hatte ich noch fast die freie Auswahl. Also entschied ich mich für einen Tisch direkt am Fenster. Die Sonne war gerade am Untergehen und ich hatte von meinem Platz aus einen spektakulären Blick darauf. Mit der Zeit füllte sich das Restaurant und die Gäste trudelten in den unterschiedlichsten Outfits hier ein. Einige sahen so aus, als ob sie direkt von einem Ausflug zum Essen gekommen waren. T-Shirt, kurze Hose und Turnschuhe. Ein Mann trug sogar noch eine Kamera um seinen Hals. Andere wiederum hatten sich etwas eleganter gekleidet. Genau wie ich waren sie aber noch weit von Smoking oder Abendkleid entfernt. Die allermeisten Gäste tauchten hier jedoch in freizügigen Fetisch Outfits auf. Ich kam mir vor, als wäre ich in Sodom und Gomorra gelandet. Es überraschte mich mit welcher Selbstverständlichkeit hier selbst die extremsten Outfits getragen wurden. Eine junge Frau trug nichts außer einem Geflecht aus Lederriemen am Körper. Ihre intimsten Stellen waren für jeden offen sichtbar, aber trotzdem verhielten sich alle so, als wäre dies die normalste Sache der Welt. Seltsamerweise stellte sich bei mir irgendwann das Gefühl ein, dass ich hier unpassend gekleidet war. Schließlich kam ein Pärchen zu mir an den Tisch.

» Dürfen wir uns vielleicht zu ihnen setzen? «, fragte ein dunkelhaariger Mann. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und ich realisierte plötzlich, dass ich nicht nur Zuschauerin in dieser fremdartigen Welt war. Nein, auch ich war ein Teil davon. Das Restaurant hatte sich soweit gefüllt, dass es keine freien Tische mehr gab.

» Ja natürlich! «, stotterte ich herum.

Jetzt hatte ich zwei Freaks direkt an meinem Tisch sitzen und ich bekam das Gefühl irgendwie in diese unangenehme Sache mit hineingezogen zu werden. Die beiden hatten sich als Karl und Beatrix vorgestellt. Karl trug eine lange schwarze Lederhose und dazu eine Weste, die tiefe Einblicke auf seine beeindruckende Brustmuskulatur gewährte. Beatrix hingegen war ein eher zierliches Persönchen. Sie balancierte auf extrem hohen Absätzen und versuchte auf diese Weise wohl ihre geringe Körpergröße auszugleichen. Ihr schlanker Körper steckte in einem knallengen dunkelblauen Latexkleid, welches ihr knapp über die Knie reichte. Keine Ahnung wie sie es geschafft hatte da hinein zu kommen. Zudem war sie auch noch sehr stark geschminkt. Auf den ersten Blick kam sie mir vor wie ein feuchter Männertraum, der gerade zum Anschaffen ging. Mit der Zeit kam allerdings eine Unterhaltung in Gang und irgendwann musste ich meine Vorurteile schließlich begraben. Die beiden waren frisch verheiratet und gerade auf ihrer Hochzeitsreise. Sie waren wirklich nett und ich begann den Abend immer mehr zu genießen. Gegen halb neun wollten mich Karl und Beatrix jedoch verlassen.

» Wir gehen jetzt ins Theater und wollen danach noch zum Tanzen gehen. Möchtest du vielleicht zu uns stoßen, dann halten wir dir einen Platz im Theater frei? «, fragte Beatrix lächelnd.

» Nein danke, der lange Flug war anstrengend und ich bin müde. Ich werde heute wohl früh ins Bett gehen. «

» Wie du willst. Dann vielleicht ein anderes Mal! «, hauchte mir Beatrix zum Abschied zu.

Das war natürlich eine Ausrede gewesen, denn ich hatte nicht vor, mich in die Höhle des Löwen zu begeben. Allerdings musste ich mir eingestehen, dass diese Fetisch Freaks vielleicht gar nicht so schlimm waren, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Aber selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich die beiden nicht begleiten können. Ich besaß gar keine Kleidung aus Lack oder Latex und Lederjacke und Rock hatte ich zuhause gelassen, weil sie mir für die Karibik viel zu warm erschienen waren. Das Restaurant leerte sich nun ziemlich rasch. Wie ich vom Kellner erfuhr, begann jeden Abend um 9 Uhr das Unterhaltungsprogramm im Theater. Mir wurde plötzlich klar, dass die Abende hier wohl ziemlich langweilig werden konnten, wenn die ganze Unterhaltung immer in der Fetisch Zone stattfand. Sollte ich vielleicht doch besser abreisen? Ich würde das wohl am besten morgen früh mit Heike telefonisch klären.

Sehr früh am Morgen wachte ich auf. Ich duschte mich und zog mir bequeme Kleidung für einen Ausflug an. Das Schiff lag heute vor Puerto Rico und ich hatte die Absicht mir die Hauptstadt San Juan anzuschauen. Zuerst wollte ich allerdings mit Heike telefonieren, denn vielleicht musste ich mich stattdessen ja um einen Rückflug kümmern. Meine Freundin überraschte mich jedoch, denn sie wirkte ganz und gar nicht geschockt. Ganz im Gegenteil, denn sie hatte die Fetisch Zone äußerst interessant genannt und wollte mehr darüber erfahren. Ich erzählte ihr das Wenige, was ich von Beate wusste. Heike wirkte aufgeregt und wollte noch zum Shoppen gehen, bevor sie ihre Reise antrat. Nach dem Ende des Telefonats war ich ziemlich irritiert. Gab es da eine dunkle Seite an meiner Freundin, die ich noch nicht kannte? Sie war noch nie ein Kind von Traurigkeit gewesen und sie hatte auch einen ziemlichen Männerverschleiß. Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass sie gerne eine Fetisch Veranstaltung besuchen würde. Nachdenklich machte ich mich auf den Weg zum Frühstück.

Im Restaurant war es so früh am Morgen noch recht leer. Ich bediente mich am Buffet und setzte mich an den gleichen Tisch wie am Abend zuvor. Die Fetisch Nachteulen schienen alle noch in ihren Betten zu liegen, denn bis auf einen einzelnen Mann waren heute keine Freaks zu sehen. Und dieser eine schien noch von letzter Nacht übrig geblieben zu sein, denn er machte einen betrunkenen Eindruck. Er trug einen engen Latexanzug, der seiner Figur nicht gerade schmeichelte. Überall zeigten sich kleine Speckröllchen und er erinnerte mich eher an eine Presswurst. Sollte sowas erotisch sein? Na ja, wer‘s mochte! Während des Frühstücks dachte ich über Heikes Reaktion nach. Konnte es vielleicht sein, dass ich in dieser Sache zu panisch reagierte? Alle Leute, die ich hier bisher kennengelernt hatte, waren eigentlich ganz nett gewesen. Und sobald Heike hier eintraf, würde ich mit Sicherheit in die Fetisch Zone mitgeschleift werden. Wahrscheinlich wäre es besser, wenn ich mich dort vorher schon einmal umschauen würde, damit ich zumindest wusste was mich erwartete. Ich hatte noch 90 Minuten Zeit bis das Boot nach San Juan ablegte. Also beschloss ich vorher noch einen kurzen Abstecher in die Shopping Mall zu machen. Ob die so früh schon geöffnet hatten? Innerlich hatte ich wohl gehofft, dass die beiden „besonderen“ Läden noch geschlossen waren. Allerdings war das nicht der Fall und so stand ich nun mit einem Kloß im Hals vor der Eingangstür des ersten Ladens. Warum hatte ich plötzlich das Gefühl etwas Verbotenes zu tun? Ich kam mir kindisch vor, atmete einmal tief durch und öffnete dann die Tür. Ein starker Duft nach Gummi hüllte mich augenblicklich ein. Dies war auch einer der Gründe, warum ich Latex nicht mochte. Der strenge Geruch. Ich schaute mich im Laden um und sah eine sehr attraktive Frau im mittleren Alter auf mich zukommen.

» Kann ich ihnen vielleicht behilflich sein? «, fragte sie mich mit einer piepsigen Stimme.

Augenblicklich bekam ich eine Gänsehaut, denn ich empfand ihre Stimme als extrem unangenehm. Sie konnte natürlich nichts für ihre Stimmlage, aber trotzdem überfielen mich sofort Fluchtgedanken. Vielleicht war es aber auch nur mein innerer Impuls, diesen Sexshop möglichst schnell wieder verlassen zu wollen.

» Danke, aber ich möchte mich erst ein wenig umsehen! «, antwortete ich etwas wirsch.

Sie schien von meiner Tonart irritiert zu sein. Und das galt auch für mich selbst, denn ich hatte gar nicht vorgehabt unfreundlich zu sein. Vermutlich war das meiner Nervosität geschuldet und der Tatsache, dass ich mich hier nicht wohl fühlte. Sie ließ mich nun in Ruhe, aber sie beobachtete weiterhin jeden meiner Schritte. Alibimäßig schaute ich durch ein paar Regale und bewegte mich langsam wieder auf die Ausgangstür zu.

» Auf Wiedersehen! «, rief ich der Frau zu, bevor ich schnell nach draußen huschte.

Mein Herz hämmerte und ich hatte zu schwitzen begonnen. Das war aber mal ein peinlicher Auftritt gewesen. Ich hatte mich wie ein unreifer Teenager benommen. Und das nur weil ich einen Laden betreten hatte, in dem viele Passagiere hier an Bord wohl auch schon mal gewesen waren. Sabine du hast echt einen Knall, sagte ich zu mir selbst. Nach etwa 5 Minuten hatte ich mich wieder halbwegs beruhigt und fasste den Plan einen zweiten Versuch in dem anderen Laden zu starten. Im Schaufenster dieses Ladens stand der Ganzanzug mit der integrierten Kopfmaske. Ich hatte zuerst das andere Geschäft gewählt, weil mir dieser Anzug irgendwie bedrohlich vorkam. Aber jetzt blieb mir wohl keine andere Wahl mehr. Ein freundliches Bimmeln ertönte, als ich die Tür öffnete. Ohne genau zu wissen warum, fühlte ich mich hier sofort wohler als in dem anderen Laden. Es war hier wesentlich heller, es roch nicht so penetrant nach Gummi und vor allem stürzte sich nicht sofort eine Verkäuferin auf mich. Das konnte natürlich daran liegen, dass sie bereits eine andere Kundin bediente. Ungestört schaute ich mich nun näher in dem Geschäft um. Rechts vom Eingang hingen jede Menge Klamotten aus Lack. Das war aber nicht das Richtige für mich, weil ich diese Sachen zuhause nicht mehr tragen konnte. Am besten wäre wohl etwas aus Leder, denn dieses Material war unverfänglich genug, um es auch zu anderen Anlässen tragen zu können. Ich sah einen Ständer mit Lederröcken im hinteren Bereich des Ladens und ging darauf zu. Dabei kam ich an einer Schaufensterpuppe mit einem blauen Latexkleid vorbei. War dies nicht das Kleid, das Beatrix gestern Abend getragen hatte? Ja, es sah tatsächlich so aus. Das Kleid glänzte hier im hellen Licht noch stärker als gestern im Restaurant. So wenig ich dieses Material auch mochte, so musste ich doch zugeben, dass der Look wirklich außergewöhnlich war. Für meinen Geschmack allerdings ein wenig zu außergewöhnlich. Ich strich mit der Hand über den Rock und war überrascht wie weich sich dieses Latex anfühlte. Ganz anders als die Gummihandschuhe, die ich zum Putzen benutzte.

» Möchten sie es vielleicht einmal anprobieren? «, fragte eine freundliche Stimme.

Ich drehte mich um und stand wieder einer Verkäuferin gegenüber. Diesmal fühlte ich mich allerdings nicht so beobachtet wie zuvor. Irgendwie hatte diese Frau etwas Mütterliches an sich und ich fühlte mich bei ihr sofort geborgen. Dabei konnte sie höchstens 10 Jahre älter sein als ich. Sie hatte einen schwarzen Wuschelkopf, der mich irgendwie an Videos aus den Achtzigern erinnerte. Ein schwarzes Lackkleid endete knapp oberhalb ihrer Knie und ein paar hohe Stilettos mit roter Sohle rundeten ihr Outfit ab. Im Gesicht war sie eher dezent geschminkt, aber dafür hatte sie an den Fingern lange rote Krallen. Ihr Erscheinungsbild wirkte auf mich sehr sexy, aber nicht nuttig.

» Nein, ich denke nicht, dass dieses Kleid etwas für mich wäre. Ich habe es gestern an einer anderen Frau gesehen und war einfach nur neugierig. «

» Sind sie sicher? Ich denke dieses Kleid würde ihnen ganz ausgezeichnet stehen! «

» Ja, ich bin sicher! Ich mag kein Latex und habe eher an etwas aus Leder gedacht. «

» Und was genau? Hose, Rock oder vielleicht ein Kleid? «

» Ich weiß noch nicht so genau. Einen Lederrock besitze ich bereits, was haben sie denn so an Kleidern da? «

Sie führte mich quer durch den Laden. Die gesamte Rückwand des Geschäfts hing voller Kleider und auf der linken Seite waren die Lederkleider. In der Ecke stand eine weitere Schaufensterpuppe und diese trug ein enges schwarzes Lederkleid, welches vom Hals bis zu den Knöcheln hinunter reichte. Es sah auf den ersten Blick ziemlich steif und unbequem aus.

» Kann man sich in diesem Panzer hier überhaupt vernünftig bewegen? «, fragte ich neugierig.

» Nein! Aber genau das ist ja auch der Clou dabei! «, erwiderte die Verkäuferin lachend.

Natürlich, das hätte ich mir eigentlich auch denken können. Schließlich war das ja hier keine normale Boutique. Da stach mir plötzlich ein knallrotes Kleid mit einem tollen Schnitt ins Auge. Es hatte kurze Ärmel, zeigte etwas Ausschnitt und verjüngte sich an der Taille. Der schmale Rock reichte bis übers Knie und hatte hinten einen Schlitz, damit man normal gehen konnte. Das Kleid war wirklich wunderschön, aber diese Signalfarbe war überhaupt nicht mein Fall. Schließlich wollte ich in der Fetisch Zone ja nicht übermäßig auffallen.


Fortsetzung folgt!
33. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 04.12.18 19:20

Zitat
Hallo Toree,

ich kann mich nicht erinnern, dass du mein Enkel wärst.

LG
Fist


ICH SAGTE ICH WAR OFT BEI MEINER OMA!
Also kann ich nicht dein Enkel sein!
34. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 05.12.18 13:13

Hallo IronFist,

bei den beiden Freundimnen treffen offensichtlich etwas "verklemmt" mit Vorurteilen auf die noch nicht anwesende Offene mit Interesse an Latex aufeinander.

Wird unsere Verklemmte von Heike mitgeschleift werden in die Tiefen des Schiffes? Ich denke: auf jeden Fall.

Und irgendwann wird die Verklemmte wohl zum hemmungslosen SMler.

Bin gespannt....
jonnyf
35. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von andreas am 06.12.18 10:36

Sehr nett geschrieben, ich bin schon gespannt wie sie sich auf dem Schiff einlebt
36. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 06.12.18 12:54

...ich habe mich bisher noch nie für Kreuzfahrten interessiert. Aber ein derartiges Angebot könnte mich umstimmmen... Bei welchem Anbieter kann ich mich informieren...?
37. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 07.12.18 11:57

Lieber IronFist,

noch ein paar Vorlage:

Lach wer sagt denn, dass ich Maschinist bin …
Ich arbeite doch als Elektriker, das zählt zwar zu den Maschinisten-Jobs umfasst aber die Instandhaltung elektrischer und elektronischer Anlagen im Deck-, Hotel-, Service- und Maschinenbereich. (da lügt aber einer... weder Engine noch Elektrik)

Lach wer will da zum Housekeeping … und Angst vor Bobele? Als Mann?

In welchem Jahrhundert lebst Du, schlafen im Maschinenraum?! – Doch nicht auf so einem Schiff- frech grinse…

… und mich an Deiner ausgezeichneten, spannenden Geschichte erfreue!


Ihr_joe
38. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 09.12.18 19:31

Hallo Toree,

da habe ich wohl noch einmal Glück gehabt.
Denn in diesem Fall habe ich dann auch kein Kind, von dem ich bisher noch nichts wusste.


Hallo jonnyf,

(flüsternd) was hast du dir nur dabei gedacht, so etwas laut auszusprechen.

Sabine lass dich von solchen Kommentaren nicht runterziehen, natürlich bist du nicht verklemmt!!
Nichts ist falsch daran, bisher nie mit Fetisch in Berührung gekommen zu sein. Und es ist auch nicht dein Fehler, dass du auf diesem Schiff gelandet bist.
Es ist vollkommen normal, dass du in deiner Lage etwas nervös reagierst. Denn die Situation ist völlig neu für dich und du kannst ihr auch nur bedingt aus dem Weg gehen.
Am besten du ignorierst einfach seine Worte und zeigst ihm aus welchem Holz du wirklich geschnitzt bist.

Sabine du bist eine tolle Frau!
Lass dir von niemandem etwas anderes einreden.


Hallo andreas,

"nett geschrieben" hört sich fast so an wie "er war stets bemüht". Autsch!


Hallo FE,

solche Kreuzfahrten können natürlich bei IronFist Tours gebucht werden.
Sie sind allerdings nicht ganz billig.


Hallo Ihr_joe,

ich habe nie behauptet, dass du Maschinist wärst.
Als Elektriker sehe ich dich allerdings auch nicht. Nachher legst du noch das gesamte Schiff lahm.
Im Housekeeping kannst du wohl den geringsten Schaden anrichten. Dort verärgert du höchstens mal die Prinzessin auf der Erbse.

Natürlich muss man vor Boris keine Angst haben.
Aber ein nächtlicher Besuch von Bum Bum Becker in der Wäschekammer wäre vielleicht trotzdem etwas störend.

Übrigens noch danke für deine lobenden Worte zu meiner Geschichte.


LG
Fist
39. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 09.12.18 20:33

Zitat

Hallo FE,

solche Kreuzfahrten können natürlich bei IronFist Tours gebucht werden.
Sie sind allerdings nicht ganz billig.



...nachdem ich sowieso keines habe, spielt das doch überhaupt keine Rolle....
40. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 10.12.18 19:06

Hallo FE,

was hast du keines, Geld?

Man kann so eine Kreuzfahrt auch abarbeiten. Vielleicht wendest du dich damit mal an Ihr_joe.
Er scheint sich näher damit beschäftigt zu haben, wie man auf diesem Schiff einen Job bekommt.

LG
Fist
41. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 10.12.18 19:36

Hi IronFist und Sabine,

was war noch mal der nächste Hafen. Ich werde dann zusteigen damit ich sehe aus welchem Holz sie geschnitzt ist oder Schläge bekommt - kicher.

jonnyf
42. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 10.12.18 19:37

...ich habe gehört, dass auf Kreuzfahrtschiffen charmante Eintänzer gesucht werden für die alleinreisenden Damen. Muss dann nur noch einen Tanzkurs machen. Meinst Du, das Arbeitsamt zahlt das...?
43. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von HeMaDo am 10.12.18 20:05

Nein, ich wollte doch nicht mehr…

Jetzt habe ich doch wieder angefangen eine deiner Geschichten zu lesen.
Was soll ich zu dieser Geschichte sagen? Dein Schreibstil ist, wie auch bei deinen anderen Geschichten wieder sehr gut.
Und das was du schreibst, ist flüssig zu lesen, ohne daß der Lesefluss durch viele Fehler unterbrochen wäre.


Aber die Geschichte selbst…
So ein Fragezeichen im Titel ist schon eine fiese Sache. Damit kann man im Titel oder einer Schlagzeile behaupten, was man will, ohne tatsächlich den Beweis erbringen zu müssen.

Ja, ich weiß, was Glück oder ein Happy End sind, darüber lässt sich trefflich streiten, Aber die Geschichten, die ich bisher von dir gelesen habe, weisen irgend wie ein Muster auf, was das Ende der Protagonisten anbelangt und ich habe das Gefühl, daß es dieses Mal nicht anders ist.

Ich bin mal gespannt, ob ich mit meiner Vermutung recht habe oder nicht.


HeMaDo
44. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 10.12.18 20:43

Hallo Ironfist,
vielen Dank für diesen Teil, ich bin gespannt für welches Outfit sie sich entscheidet und was passiert wenn sie tatsächlich in die Fetischzone kommt. Ist ihre Bekannte dann auch dabei ? Wir werden sehen.
VLG Alf
45. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 11.12.18 18:38

Hallo jonnyf,

du weißt doch, dass ich nicht spoilere. Weil du in diesem Fall aber einen Flug buchen musst, mache ich mal eine Ausnahme.
Der nächste Halt wird bei den Virgin-Islands sein. Irgendwie kurios für so ein Schiff, nicht wahr?


Hallo FE,
dann wirst du dich mit deinem Tanzkurs aber schwer beeilen müssen.
In Verbindung mit der Kostenübernahme durch das Arbeitsamt dürfte das kaum zu schaffen sein. Vermutlich musst du dort 12 Formulare ausfüllen, damit dein Antrag nach einem Jahr abgelehnt wird.


Hallo HeMaDo,

da brennt mir doch sofort eine Frage auf den Nägeln. Warum wolltest du nicht mehr?

Es besteht schon ein Unterschied zwischen einer Schlagzeile in einer Zeitung und dem Titel einer fiktiven Geschichte. Bei einer seriösen Tageszeitung halte ich Fragezeichen in der Überschrift für ein No Go, weil sie über Fakten berichten sollen und nicht spekulieren. In einer erfundenen Geschichte kann hingegen alles wahr sein und sei es auch noch so unwahrscheinlich. Wie du schon selbst gesagt hast, dürfte es ziemlich schwierig sein Glück zu „beweisen“, weil jeder etwas anderes darunter versteht. Und genau deshalb habe ich auch das Fragezeichen im Titel gesetzt. Jeder Leser soll selbst beurteilen, ob es für ihn ein Happy End ist oder nicht.

Ein gewisses Muster in meinen Stories lässt sich wohl nicht leugnen. Bei erotischen Geschichten lässt sich das auch nur schwer vermeiden, weil eigene Vorlieben eben mit eine Rolle spielen. In gewisser Weise ist dieses Muster für manche Leser vielleicht auch ein Grund meine neue Geschichte zu lesen. Man mochte die alten Geschichten und erwartet nun etwas „Ähnliches“. Ich kann mich beispielsweise noch gut erinnern, dass ich in den Achtzigern nach dem Kauf einer CD von den Fanta 4 furchtbar enttäuscht war, weil es plötzlich völlig andere Musik war als zuvor. Danach habe ich nie wieder Musik von ihnen gekauft, weil mir die neue Richtung nicht gefiel. Aber egal wie man es auch macht, es wird immer einige geben die es mögen und andere die es nicht mögen.

Jedenfalls bin ich auf dein Fazit am Ende der Geschichte gespannt.


Hallo AlfvM,

ich denke Sabine wird sich wohl eher für konservative Kleidung entscheiden, schließlich will sie ja nicht übermäßig auffallen. Aber was ist schon konservativ in so einem Laden?
Heike hat ihren Auftritt erst in zwei Tagen, daher muss sich Sabine noch alleine mit den „Widrigkeiten“ dieses Schiffs herumschlagen.


LG
Fist
46. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 11.12.18 19:11

Teil 4


» Haben sie dieses Kleid hier auch in anderen Farben? «, mit diesen Worten zeigte ich auf das feuerrote Kleid.

» In Schwarz haben wir es auf alle Fälle da und in Weiß glaube ich nur noch in den Größen 32 und 34. «

» Also in eine 34 werde ich wohl nicht mehr hineinpassen. Aber könnten sie mir das Kleid vielleicht in Schwarz zeigen? Größe 38 bräuchte ich! «

Die Verkäuferin durchsuchte den Kleiderständer, konnte allerdings keines in der richtigen Größe finden. Sie entschuldigte sich kurz und verschwand durch eine Hintertür aus dem Laden. Während die Verkäuferin im Lager suchte, schaute ich mich noch ein wenig um. Da hörte ich plötzlich das Bimmeln der Türglocke und zwei neue Kundinnen betraten das Geschäft. Vermutlich waren die beiden Schwestern, denn eine gewisse Ähnlichkeit war nicht zu übersehen. Die zwei begannen bei den Lackklamotten zu stöbern. Irgendwann zog die etwas größere ein kurzes weißes Kleidchen heraus und hielt es sich vor den Körper. Das Teil war verdammt kurz und hatte ein rotes Kreuz im Bauchbereich. Vermutlich sollte dies wohl das sexy Krankenschwester Kostüm sein. Sehr klischeehaft, aber ohne Zweifel sexy. Die andere Frau lachte darüber und meinte, dass sie dieses Kleid vielleicht mal in Gegenwart von Dr. Hausmann tragen sollte. Dann wäre die nächste Beförderung sicher nicht mehr weit. Waren diese beiden etwa tatsächlich Krankenschwestern? In diesem Moment kam die Verkäuferin mit dem schwarzen Lederkleid zurück. Ich ging in die nächste Umkleidekabine und schlüpfte in das weiche Leder. Das Kleid saß wie angegossen und machte eine schöne schlanke Taille. Mein silberner Gürtel würde sicher ganz hervorragend dazu passen und dürfte die schmale Taille sogar noch weiter betonen. Innerlich hatte ich das Kleid bereits gekauft. Als ich allerdings das Preisschild sah, blieb mir fast die Luft weg. Echtes Leder hatte nun mal seinen Preis. Aber so viel hatte ich eigentlich nicht ausgeben wollen. Ich argumentierte mit mir selbst, ob es das wirklich wert wäre. So langsam musste ich allerdings eine Entscheidung treffen, denn das Boot nach San Juan legte in 20 Minuten ab. Wer weiß wann ich so eine Reise noch einmal machen würde, deshalb sollte ich ausnahmsweise nicht so aufs Geld schauen. Und somit bekam meine Kreditkarte in diesem Geschäft ihren ersten größeren Einsatz.

Ich brachte meinen Einkauf in die Kabine zurück, packte noch ein paar Dinge zusammen und machte mich dann auf den Weg zum Boot. Heute war etwas mehr Seegang als am Tag zuvor und mir wurde auf der Überfahrt nach San Juan furchtbar übel. Den Blick auf den Horizont gerichtet betete ich, dass diese Fahrt bald vorüber war. Ich war heilfroh, als ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Und ich war nicht die einzige, der es so ergangen war. Auch ein paar andere Passagiere sahen nach der Bootsfahrt etwas bleich aus. Nach einer Weile hatte sich meine Übelkeit aber wieder gelegt und ich konnte den Ausflug in vollen Zügen genießen. Ich hatte mir die Altstadt und die Festungsanlagen von San Juan angeschaut, welche malerisch auf einer kleinen Insel lagen. Danach war ich im neueren Teil der Stadt beim Essen gewesen und machte schließlich bis zur Rückfahrt des Bootes noch einen Schaufensterbummel. Dabei gab es eine böse Überraschung, über die ich mich noch heute ärgere. In einer Boutique sah ich genau das gleiche Kleid, welches ich am Morgen gekauft hatte. Allerdings zum halben Preis. Sowas konnte auch nur mir passieren. Auf der Rückfahrt zum Schiff blieb mir glücklicherweise die Seekrankheit erspart, weil sich das Meer wieder etwas beruhigt hatte.

Ich hatte den heutigen Ausflug wirklich genossen und dabei sogar etwas Farbe abbekommen. Nach einer kurzen Dusche machte ich mich für den Abend bereit. Es war seltsam, aber irgendwie freute ich mich jetzt sogar darauf die Fetisch Zone zu erkunden. Vielleicht lag es daran, dass Fetisch auf diesem Schiff völlig normal war und ich mich nicht dafür rechtfertigen musste. Nachdem ich mich dezent geschminkt hatte, schlüpfte ich in mein neues Lederkleid. Der silberne Gürtel und mein schwarz-weißes Paar Pumps vervollständigten mein heutiges Outfit. Ich drehte mich vor dem Spiegel und war mehr als zufrieden mit dem Anblick. So sah eine selbstbewusste Frau aus, die genau wusste was sie wollte. Zumindest stellte ich mir so eine selbstbewusste Frau vor. Jedenfalls verlieh mir diese Vorstellung mehr Sicherheit und einen ähnlich peinlichen Vorfall wie am Morgen würde es hoffentlich nicht mehr geben. Heute kam ich eine Stunde später zum Abendessen als am Tag zuvor. Die Tische waren bereits alle besetzt und an meinem Stammtisch saßen zwei ältere Männer. Dort wollte ich mich eigentlich nicht dazusetzen. Ich schaute mich im Restaurant um und entdeckte schließlich Beatrix, die mir bereits zuwinkte. Sie saß ganz alleine an ihrem Tisch und begrüßte mich überschwänglich. Beatrix stand wohl wirklich auf Latex, denn ihr gestriges Outfit war ziemlich harmlos zu dem was sie heute trug. Ihr Kleid hatte eine gelbbraune Farbe und war völlig transparent. Noch dazu trug sie darunter weder Slip noch BH, so dass man ihre privatesten Stellen gut erkennen konnte. Also ihren Mut hätte ich ganz sicher nicht. So viel wohl zum Thema selbstbewusste Frau. Das Latexkleid hatte lange Ärmel, einen hohen Stehkragen und reichte ihr hinunter bis zu den Waden. Es saß hauteng und modellierte aufreizend ihren schlanken Körper.

» Wo hast du denn Karl gelassen, ist er gestern irgendwo verloren gegangen? «, fragte ich scherzhaft.

» Nein, nein! Er ist nur noch einmal zurück zu unserer Kabine, weil ich meine Handtasche mit dem Schminkzeug vergessen habe. «

Beatrix hatte jedenfalls nicht vergessen sich zu schminken, denn sie trug im Gesicht noch grellere Farben als am Vortag. Ihre Augen schimmerten in einem glitzernden Lilaton, auf ihre Wangen hatte sie ein kräftiges Rouge aufgetragen und ihre Lippen waren Neon orange gefärbt. Ihre Schminke passte sich wohl auch dem extremeren Outfit an. Ich bezweifelte allerdings, dass sie dieses Farbspektakel noch einmal auffrischen musste. Etwa 10 Minuten später kehrte Karl zurück. Gestern hatte ich schon seine tolle Brustmuskulatur unter der Weste bewundert und heute war er komplett oben ohne. Sein ganzer Oberkörper schien eine einzige Muskelpartie zu sein. Wow, sowas bekam man auch nicht alle Tage zu sehen. Er trug eine lange enge Lackhose und ich ertappte mich dabei, wie ich ihm in den Schritt schaute, um festzustellen ob er dort unten ähnlich gut gebaut war. Mein eigenes Verhalten irritierte mich, denn sowas machte ich doch sonst nicht.

Wir hatten beim Essen eine interessante Unterhaltung und ich erfuhr, dass Beatrix Anwältin und Karl Polizist war. Ob so eine seriöse Anwältin aussah? Wohl kaum. Vermutlich musste sich Beatrix im Beruf immer ziemlich spießig kleiden. Deshalb nutzte sie nun hier die Möglichkeit ihre verruchte Seite auszuleben. Warum auch nicht? Karl hatte einige spannende Geschichten aus seinem Berufsleben zu erzählen. Besonders amüsant fand ich die Geschichte über einen jungen Mann, der plante ein Fast Food Restaurant zu überfallen. Zuvor erkundete er das Restaurant, um beim Überfall keine bösen Überraschungen zu erleben. Eigentlich keine schlechte Idee, allerdings hatte sein Plan auch ein paar Schwächen. Sein erster Besuch war gerade mal eine halbe Stunde vor dem Überfall, so dass sich die Angestellten an ihn erinnerten. Das eigentliche Problem war jedoch, dass er sich beim ersten Besuch als Arbeitssuchender ausgegeben und einen Personalfragebogen ausgefüllt hatte. Mit echtem Namen und Adresse. Karl erzählte, dass seine Kollegen nicht schlecht gestaunt hätten, als der Restaurantleiter einen Überfall meldete und dabei den Namen und die Adresse des Täters nannte. Vermutlich war dies wohl ein klassisches Beispiel für „Dummheit gehört bestraft“. Leider hatte ich selbst keine solchen Geschichten zu erzählen. Als Verwaltungsangestellte bei einer Krankenkasse war mein beruflicher Alltag eher langweilig.

Um halb neun brachen wir auf um ins Theater zu gehen. Der „große Santini“ sollte heute auftreten. Von diesem Magier hatte ich sogar schon einmal gehört, auch wenn ich ihn noch nie gesehen hatte. Als Beatrix von ihrem Stuhl aufstand, bemerkte ich erst wie eng ihr Rock wirklich war. Sie hakte sich bei ihrem Mann ein und hoppelte danach mit Minischritten in Richtung Ausgang. Wir kamen kaum voran und ihr aufreizendes Aussehen zog selbst in dieser Umgebung viele Blicke auf sich. Ihr Kleid als unpraktisch zu bezeichnen wäre noch eine Untertreibung gewesen. Warum trug sie nur solch ein Kleid? Vielleicht für ihren Ehemann. Es schien eine Ewigkeit gedauert zu haben, bis wir endlich die gelbe Tür erreichten. Der Uniformierte am Eingang musterte uns kurz und wünschte uns danach einen schönen Abend. Ich verstand mich selbst kaum, aber ich war tatsächlich aufgeregt, diese neue Welt zu entdecken. Anfangs war ich etwas enttäuscht, denn es sah hier auch nicht viel anders aus als auf dem restlichen Schiff. Aber was hatte ich hinter der Tür eigentlich erwartet? Etwa eine wilde Sexorgie, bei der alle übereinander herfielen? Ich hatte wohl eine ziemlich naive Vorstellung von einer Fetisch Zone gehabt. Die Zeit verstrich und irgendwann erreichten wir schließlich ein großes Foyer. Am anderen Ende sah ich 3 offenstehende Flügeltüren und ein Schild verkündete:

Der große Santini
Lassen sie sich von seiner Magie verzaubern und erleben sie den Zauber des Magischen.
Fühlen sie die knisternde Erotik der Überraschung, welche sie magisch verführen wird!


Ganz offensichtlich befand sich dort hinten das Theater. Ob der große Santini auch mit knisternder Erotik warb, wenn er in einer normalen Konzerthalle auftrat? Vermutlich war dieses Plakat ein wenig an das hiesige Publikum angepasst worden. Vereinzelt waren noch ein paar Leute im Foyer zu sehen, die aber allesamt auf die Eingangstüren zu strebten. Beatrix tat zwar ihr bestes, aber wir näherten uns noch immer unglaublich langsam dem Theater. Als wir endlich die mittlere Eingangstür erreicht hatten, bekam ich einen ersten Blick in den Saal. Wow, so groß hatte ich mir das Theater gar nicht vorgestellt. Es musste über mehrere Decks hinweg reichen, denn die Bühne lag bestimmt 15 Meter tiefer als die Eingangstüren. Und es war auch bereits sehr gut gefüllt, denn ich konnte nur in der allerersten Reihe drei freie Sitze direkt nebeneinander entdecken. Eigentlich kein Wunder, denn wir waren ziemlich spät dran. Wir hatten tatsächlich 25 Minuten vom Restaurant bis zum Theater benötigt.

» Ganz vorne gibt es noch drei freie Plätze! «, sagte ich zu Karl und Beatrix.

» Geh du doch schon mal vor und sichere uns die Sitze. Wir kommen dann nach! «, meinte Karl.

Als ich an den Sitzplätzen angekommen war, setzte Beatrix ihren Fuß etwas wacklig auf die dritte Treppenstufe. Kurz darauf zog sie den zweiten Fuß nach. Laufen war mit ihrem Kleid schon extrem schwierig, aber Treppen schienen ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Auch Karl bemerkte, dass sie in diesem Tempo kaum die Sitzplätze vor Showbeginn erreichen konnten. Deshalb legte er sich Beatrix Arm um die Schultern und trug sie dann auf Händen die Stufen herunter. Es sah völlig mühelos aus, auch wenn Beatrix mit ihrer zierlichen Figur sicher nur ein Fliegengewicht war. Aber vermutlich hätte Karl auch mit einem höheren Gewicht keine Probleme gehabt. Ich fragte mich nur, warum er das nicht schon viel früher gemacht hatte. Wahrscheinlich mühte sich Beatrix doch nur seinetwegen mit diesem Kleid ab. Also musste er sie doch dabei nach besten Kräften unterstützen. Na ja, Männer eben! Karl trug Beatrix bis zu unseren Sitzen und dann nahmen die beiden neben mir Platz.

» Meine Damen und Herren, bitte begrüßen sie nun den großen Santini! «, tönte aus den Lautsprechern.

Applaus erschallte, aber von Santini war nichts zu sehen. Plötzlich gab es eine Explosion auf der Bühne. Als sich der Rauch wieder verzogen hatte, stand Santini in einem Smoking mitten auf der Bühne und machte eine tiefe Verbeugung. Er begrüßte das Publikum und legte danach mit seinen ersten Tricks los. Aus dem Nichts zauberte er einen Blumenstrauß hervor und warf ihn einer Frau in der ersten Reihe zu. Nach einer schnellen Drehung hielt er plötzlich eine Flasche Wein in seiner rechten und ein leeres Glas in seiner linken Hand. Einen Moment später war die Weinflasche nur noch halbvoll, dafür allerdings das Glas gefüllt. Dieses volle Weinglas reichte er nun einem Herrn links von uns, während die Flasche wieder direkt vor unseren Augen verschwand. Ich hatte keine Ahnung wie er das anstellte.

» Bitte begrüßen sie jetzt meine reizende Assistentin Andrea! «, kündigte Santini an.

Unter Applaus stöckelte eine ziemlich attraktive Blondine in einem silbernen Paillettenkleid auf die Bühne. Sie stellte sich neben Santini und verbeugte sich tief vor dem Publikum. Dann gab es eine zweite Explosion und urplötzlich hatte Andrea ein goldenes Paillettenkleid an. Natürlich hatte ich im Fernsehen schon Ähnliches von anderen Magiern gesehen, aber es wirkte Live noch viel verblüffender. Und fast immer assistierte dabei eine extrem gut aussehende Frau. Ich hatte noch nie einen männlichen Assistenten gesehen. Vermutlich lag das daran, dass die Assistentin auch die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen sollte, damit der Magier seine Tricks unbeobachtet ausführen konnte. Und diese Aufgabe bewältigte Andrea sogar ganz hervorragend. Plötzlich fiel mir auf, dass die beiden auf der Bühne eigentlich gegen den Dresscode in der Fetisch Zone verstießen. Vermutlich machte man da bei Künstlern eine Ausnahme. Schmunzelnd dachte ich mir, dass Andreas schneller Kostümwechsel mit einem Latexkleid wohl auch etwas schwierig gewesen wäre. Das Programm lief noch eine Weile ziemlich konventionell weiter. Mit Kartentricks und auch dem obligatorischen Kaninchen aus dem Zylinder. Von der angekündigten Erotik war bisher aber keine Spur. Vielleicht einmal abgesehen von Andrea, denn sie war Erotik pur.

» Wie ist dein Name? «, fragte Santini einen jungen Mann ein Stück rechts von uns im Publikum.

» Hans! «, rief dieser zurück.

» Und die junge Frau daneben, gehört sie zu dir? «, fragte Santini weiter.

» Ja, das ist meine Freundin! «, kam nicht ohne Stolz.


Fortsetzung folgt!
47. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Billyboy am 11.12.18 23:08

Santini ist hoffentlich eine Hommage an DEN Santini, einer der besten Fetischautoren die wir je hatten! meiner Info nach lebt er leider nicht mehr, aber deine Story nimmt, um beim Motto zu bleiben, langsam Fahrt auf.
Bin gespannt
Billyboy
48. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 12.12.18 18:46

Hi IronFist,

danke für deine Info - leider hast du das Datum vergessen für die Ankunft auf den Virgin Islands.

Sabine hat sich ja recht schnell entschieden tiefer in die Szene einzutauchen - kann uns ja nur recht sein.

Check doch mal ob noch Plätze an Bord frei sind - es gibt sicherlich viele Interessenten.

jonnyf
49. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 12.12.18 21:23

Hallo IronFist,

Du wendest bei dieser Story einen anderen Schreibstil an. Bei den anderen Stories ging es in Teil 4 meistens schon richtig zur Sache... Dieses Mal ist alles noch völlig harmlos...aber die Spannung steigt. Du hast die Leser auch so völlig in der Hand...
50. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 14.12.18 19:23

Hallo Billyboy,

natürlich ist das eine Hommage an Frederic Santini.

Psst, kann ich dich mal unter 4 Augen sprechen?
Ich muss gestehen, dass ich bei der Namenssuche nicht an den Autor gedacht habe. Aber erzähle es bitte nicht weiter!


Hallo jonnyf,

du meinst ich soll beim Datum schon wieder spoilern? Also schön, aber das ist jetzt das letzte Mal.
Das Schiff wird am 08.01. bei den Virgin-Islands ankommen. Da hast du also nochmal Glück gehabt, denn nach den Feiertagen dürfte es leichter sein einen Flug zu kriegen.

Die Kabine ist allerdings ein Problem, da nur noch Plätze im VIP-Bereich frei sind.
Hier sitzt du wohl leider mit Ihr_joe in einem Boot. Oder du findest zu Weihnachten noch einen großzügigen Spender.

Ich denke nicht, dass Sabine vor hat, tiefer in die Szene einzutauchen. Vermutlich will sie nur mal reinschnuppern.


Hallo FE,

ich würde es nicht einen anderen Schreibstil nennen.
Diese Geschichte ist länger als meine Vorherigen und das gleiche gilt auch für die Einführung in die Handlung.

Beim Korrektur lesen habe ich überlegt, ob ich den Anfang der Geschichte kürzen soll.
Da Sabine aber eine blutige Anfängerin ist und etwas Eingewöhnungszeit auf dem Schiff benötigt, habe ich mich letztlich dagegen entschieden.

Aber ich kann dir versprechen, dass es nicht so harmlos bleiben wird!


LG
Fist
51. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 15.12.18 17:11

...ich vertraue Dir voll und Ganz, dass auch diese Story ein Knaller wird...
52. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 15.12.18 18:02

Hallo IronFist,

Flug ist gebucht - dafür ist jetzt die Kabine finanziell nicht mehr drin -

Werde schon ein Plätzchen im Rettungsboot bekommen.
Ups - wie komm ich an Bord? Vielleicht kann mir einer der anderen helfen?

jonny
53. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 15.12.18 19:21

Hallo jonnyf,

Zitat

Die Kabine ist allerdings ein Problem, da nur noch Plätze im VIP-Bereich frei sind. Hier sitzt du wohl leider mit Ihr_joe in einem Boot. Oder du findest zu Weihnachten noch einen großzügigen Spender.


Lach im Maschinenraum ist auch noch (m)ein Plätzchen frei und ich lass dich abholen. Ich bin aufgestiegen zum Grafen!
Viel besser da kommt man überall hin, ach diese Mädels und Jungs wollen doch immer wieder Fotos zur Erinnerung!

Na ja, die digitalen Fotos braucht man ja nicht mehr entwickeln, dafür "entwickelt" sich die Geschichte aber prima.

Danke Ihr_joe


54. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 17.12.18 19:22

Hallo FE,

von Knaller habe ich doch überhaupt nichts gesagt.
Aber vielleicht sollte ich an Silvester ein paar davon aufheben, um sie stattdessen im nächsten Jahr auf dem Schiff zu zünden.


Hallo jonnyf,

also wenn eine Kabine im VIP-Bereich finanziell nicht drin ist, dann glaube ich nicht, dass dies am Flug liegt.
Bei dem großzügigen Angebot von Ihr_joe wäre ich allerdings trotzdem vorsichtig.

Irgendwie habe ich den Verdacht, dass er dir seinen Job auf dem Schiff andrehen will.
Vermutlich will sich der feine Herr Graf nicht mehr mit schnöder Arbeit belasten.


Hallo Ihr_joe,

du solltest dir mit deinem neu erlangten Adelstitel nicht zu sicher sein.

Es gibt da so eine Gruppe von Leuten, die sich Demokraten nennen. Sie hinterfragen die Gott gewollte Ordnung und sind tatsächlich der Ansicht, dass alle Macht dem Volke gehöre.
Diese Leute gewinnen immer mehr an Einfluss und machen vermutlich auch vor einem neureichen exbürgerlichen keinen Halt.

Pass also besser auf, dass du nicht "zufällig" über Bord gehst.


LG
Fist
55. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 17.12.18 20:51

Lach, Meister der Feder...
Bislang habe ich keine Probleme, die wollen doch nur Fotos, dazu ist ein FotoGRAF doch auf jedem Kreuzfahrtschiff.
Und man kommt überall rein. Oder?

Zitat

Hallo Ihr_joe, du solltest dir mit deinem neu erlangten Adelstitel nicht zu sicher sein.


Ihr_joe

56. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 18.12.18 10:22

Hallo IronFist, hallo ihr_joe,

den Platz im Maschinenraum lehn ich dankend ab. Zudem ist das Problem an Bord zu kommen noch nicht gelöst - ich bin jedoch Tag und Nacht am überlegen.

Manch kreatives habe ich schon, verrate aber nichts.

Hammer... während dem Schreiben fällts mir ein: Im Standkoffer vom "Graf" komm ich an Bord. Da ist genug Platz für mich - grins.

jonnyf
57. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 18.12.18 18:42

Hallo Ihr_joe,

lass mich mal einen Schritt von meiner Leitung treten. Ah, ein Fotograf!
Und plötzlich ergibt dein erster Kommentar auch einen Sinn.

Manchmal verstehe ich Kommentare ja absichtlich falsch, aber diesmal war ich einfach nur schwer von Begriff.
"Von Begriff", könnte das vielleicht auch ein Adliger sein? Wo der Ort Begriff wohl liegen mag?


Hallo jonnyf,

also ich weiss nicht, ob dein Plan mit dem Standkoffer wirklich völlig ausgereift ist.
Nachher wird er verschlossen und du verbringst deinen gesamten Uralub darin.


LG
Fist
58. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 18.12.18 18:43

Warte auf den nächsten Teil
59. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 18.12.18 19:13

Teil 5


» Wie heißt deine Freundin denn? «

» Janine! «

» So so, Janine und Hans. Du scheinst mir Hans im Glück zu sein. Komm doch bitte mal zu mir auf die Bühne! «

Jetzt wirkte Hans ein wenig nervös. Verständlich, denn ich wäre auch nicht gerade begeistert vor so vielen Menschen auf einer Bühne zu stehen. Er erhob sich von seinem Platz, erklomm ein paar Stufen zur Bühne und stellte sich dann neben den Magier. Santini berührte mit zwei Fingern seine Stirn und der Kopf des jungen Mannes kippte augenblicklich nach vorn. Hatte Santini ihn etwa gerade hypnotisiert? So schnell hatte ich das noch nie gesehen. Dem Publikum erklärte Santini, dass er Hans nun ein paar Suggestionen einpflanzen wolle.

» Du kannst dich nicht mehr an deinen Namen erinnern! «, sprach Santini in einer sehr ruhigen Art.

» Sobald jemand den Namen Hans erwähnt, brüllst du wie ein Esel! «, fuhr er fort.

» Sobald du selbst den Namen Janine erwähnst, verspürst du eine große sexuelle Erregung! «

Langsam erschallte Gekicher aus dem Publikum und Janine bekam plötzlich große Augen. An ihrer Stelle wäre ich jetzt auch besorgt. Wer weiß, wo das noch hinführen sollte.

» Sobald du selbst das Wort „Ja“ erwähnst, wird dir furchtbar warm werden und du reißt dir die Kleider vom Leib! «

Santini schnippte mit den Fingern und der Kopf des jungen Mannes hob sich wieder. Er wirkte etwas verwirrt und brauchte ein paar Sekunden bis er realisierte, dass er auf einer Bühne stand.

» Herzlich willkommen in meiner Show! Und du bist wer? «

Der junge Mann schien erst nachzudenken und schaute dann etwas ratlos zu seiner Freundin.

» Mein Name ist Santini und ich bin erfreut dich kennenzulernen. Willst du mir deinen Namen nicht auch verraten? «

» Freut mich auch sie kennenzulernen. Mein Name ist … äh … «

» Du heißt also Äh? «, fragte Santini todernst.

» Nein, natürlich nicht, aber … äh … «

» Vielleicht fragen wir besser mal deine Freundin wie du heißt. «

Janine zögerte erst und entschied sich dann mitzuspielen.

» Hans! «, rief sie zurück.

» IhAhhh! «, kam postwendend aus dem Mund von Hans.

Schallendes Gelächter ertönte aus dem Publikum. Hans hielt sich vor Schreck die Hände vor den Mund. Er runzelte die Stirn und schüttelte leicht den Kopf. Vermutlich versuchte er zu ergründen, was hier gerade vorging.

» Was hast du gerade gesagt Hans? «, fragte Santini mit einem Grinsen auf dem Gesicht.

» IhAhhh! «, ertönte wieder aus dem Mund des jungen Mannes. Inzwischen kugelte sich das Publikum vor Lachen und der Blick von Hans bekam etwas Verzweifeltes. Mir tat der arme Kerl mittlerweile Leid.

» Ich habe gehört, die hübsche junge Frau dort unten ist deine Freundin. Willst du mir vielleicht ihren Namen verraten? «

» Janine! «, kam wie aus der Pistole geschossen. Hans schien froh zu sein, dass er sich wenigstens an ihren Namen erinnern konnte. Aber kurz darauf wurde er etwas unruhig und man konnte sehen, wie sich langsam eine dicke Beule in seiner Hose bildete. Karl direkt neben mir amüsierte sich königlich darüber. Ich fand allerdings, dass dies viel zu weit ging.

» Sag mal fühlst du dich nicht wohl? Möchtest du vielleicht lieber wieder auf deinen Platz zurück? «, fragte Santini gespielt besorgt.

» Ja! «, antwortete Hans erleichtert. Plötzlich wurde sein Kopf knallrot und Schweißperlen bildeten sich auf der Stirn. Er öffnete den Reißverschluss von seiner Jacke und schälte sich aus dem Lackteil. Ein gut gebauter Oberkörper kam zum Vorschein, allerdings konnte er mit Karl nicht wirklich mithalten. Kurz darauf streifte er auch seine Lackhose ab und aus der Beule im Schritt wurde schnell eine waagerecht abstehende Latte. Und in diesem Bereich schien er bei der Vergabe ebenfalls Hans im Glück gewesen zu sein. Plötzlich wurde auch mir warm. Und ich war vermutlich nicht die einzige Frau, der es so erging. Man hörte ein erstauntes Aufstöhnen und es ertönten auch einige Pfiffe. Janine hingegen hatte den Kopf gesenkt und hielt sich die Hand vor Augen. Santini berührte wieder kurz die Stirn von Hans und sofort kippte sein Kopf nach vorne. Die Verspannung etwas weiter unten hatte allerdings Bestand.

» Janine würdest du nun bitte ebenfalls zu mir auf die Bühne kommen! «

Sie hob den Kopf und ich erkannte ihren erschreckten Gesichtsausdruck. Es war nicht zu übersehen, dass sie keine große Lust dazu hatte.

» Keine Angst, ich habe nicht vor dich zu hypnotisieren. Und Hans wird seine Suggestionen morgen früh vergessen haben. Allerdings könnte dir eine davon heute Nacht vielleicht noch nützlich sein. «

Wieder Gelächter bei den Zuschauern, denn es war ziemlich offensichtlich was er mit dem letzten Satz gemeint hatte. Janine zögerte noch immer, aber Anfeuerungsrufe aus dem Publikum ließen sie schließlich doch auf die Bühne kommen. Sie hielt allerdings einen Sicherheitsabstand zu Santini ein, damit dieser nicht ihre Stirn berühren konnte.

» Gibt es irgendwas, was du dir von Hans wünschst? «, fragte Santini.

» Einen Heiratsantrag! «, antwortete Janine nach kurzer Überlegung. Santini lachte über diese Antwort.

» Das ist etwas, was wohl besser aus eigenem Antrieb kommen sollte. Ich habe da eher an etwas gedacht, was du gerne an ihm verändern würdest. Rauchen, Unpünktlichkeit, etwas in der Art! «

Janine überlegte einen Moment und hatte dann eine Idee.

» Ich würde mir wünschen, Hans wäre etwas entschlussfreudiger. Immer wenn es Entscheidungen zu treffen gibt, dann muss ich das tun. «

Santini nickte und überlegte kurz. Dann winkte er Andrea zu sich und flüsterte ihr irgendwas ins Ohr, woraufhin diese von der Bühne eilte. Als nächstes flüsterte Santini auch Hans etwas ins Ohr. Es dauerte nicht lange und Andrea kehrte auf die Bühne zurück. Sie stellte sich zwischen Santini und Janine. In ihren Händen hielt sie ein Tablett, welches mit einem schwarzen Tuch abgedeckt war. Santini schnippte mit den Fingern und sofort erwachte Hans aus seiner Trance. Nach einer kurzen Verwirrung erblickte Hans seine Freundin auf der Bühne und es zeigte sich ein lüsterner Ausdruck auf seinem Gesicht.

» Ihr könnt jetzt wieder zu euren Plätzen zurückgehen. Ich habe hier aber noch ein Abschiedsgeschenk für euch! «, mit diesen Worten zog Santini das schwarze Tuch von Andreas Tablett und es kamen darunter ein paar Handschellen zum Vorschein.

Hans ging sofort zu Andrea, nahm sich die Handschellen und legte diese seiner Freundin an. Janine stand völlig verblüfft da und starrte ihren Freund nur mit großen Augen an. Dann zog der komplett nackte Hans seine Freundin hinter sich her und führte sie gefesselt von der Bühne. Allerdings führte er sie nicht zu den Sitzplätzen zurück, sondern er erklomm die Stufen in Richtung Ausgang. Das gesamte Theater schaute dem Pärchen hinterher. Kurz vor dem Ausgang rief eine Zuschauerin den beiden hinterher.

» Hans, bleib doch hier! «

» IhAhhh! «, schallte es zurück und dann war das Pärchen durch die Tür verschwunden.

Nachdem das Gelächter abgeklungen war, brachte Andrea die zurückgelassenen Kleidungsstücke von der Bühne und Santini führte seine Show fort. Das war dann wohl mit der Erotik gemeint gewesen. Dieses Pärchen würde sicherlich eine spannende Nacht zusammen verbringen. Ob das aber eine ausreichende Entschädigung für eine solch demütigende Vorführung war? Nach einer Reihe harmloserer Tricks wurde eine große Kiste auf die Bühne geschafft. Diese sah ein wenig wie ein Spind aus. Vermutlich würde sich nun Andrea in diese Box stellen und dann darin verschwinden. Auch sowas hatte ich schon bei anderen Magiern gesehen. Allerdings fragte Santini nun nach zwei weiblichen Freiwilligen für den nächsten Trick. Nach den Erlebnissen von Hans und Janine war es aber wenig überraschend, dass sich niemand meldete. Plötzlich hob Karl den Arm seiner Frau in die Höhe. Und kurz darauf wurde mein rechtes Handgelenk gepackt und ebenfalls in die Luft gestreckt.

» Ich will nicht auf die Bühne! «, fauchte ich Karl an und zog meinen Arm schnell wieder zurück.

» Warum nicht? Beatrix geht doch auch! «, fragte er grinsend. Für mich sah Beatrix nicht so aus, als ob sie an der Show teilnehmen wollte. Auch wenn sie sich noch nicht dazu geäußert hatte.

» Ich glaube nicht, dass deine Frau sich freiwillig melden will. Beatrix sag doch auch mal was dazu! «

» Also wenn Karl möchte, dass ich mich melde, dann mache ich das natürlich! «, fiel mir Beatrix in den Rücken. Ich war völlig perplex und Karl grinste mich nur breit an. Dann packte er wieder mein Handgelenk und zog es zum zweiten Mal in die Höhe.

» Wie es scheint haben wir zwei Freiwillige in der ersten Reihe. Einen Applaus bitte für die beiden jungen Damen! «, verkündete Santini bevor ich meinen Arm wieder zurückziehen konnte.

Das Publikum applaudierte und Beatrix erhob sich von ihrem Sitz. Nein!!! Oh verdammt! Karl grinste mich noch immer triumphierend an. Beatrix hoppelte die paar Schritte zu mir und machte dann ein Handzeichen, dass ich mich erheben sollte. Ich wollte mich allerdings nicht so plump übertölpeln lassen und blieb demonstrativ sitzen. Meine Weigerung wurde jetzt auch von den Zuschauern in der Nähe bemerkt.

» Komm, da wird schon nichts Schlimmes passieren! «, rief mir eine Frau zu.

Am liebsten hätte ich zurückgerufen: „Warum hast du dich dann nicht gemeldet?“ Allerdings wollte ich nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf mich ziehen und verzichtete deshalb darauf.

» Aufstehen, aufstehen, aufstehen,… «, ertönten die ersten Sprechchöre.

Das lief hier in die völlig falsche Richtung. Die Sprechchöre wurden etwas lauter. Jetzt schaltete sich auch noch Santini ein, indem er das Publikum aufforderte mit einzustimmen.

» Aufstehen, aufstehen, aufstehen,… «, dröhnte es nun von allen Seiten.

Ach verdammt, dieser blöde Gruppenzwang. Schließlich gab ich nach und erhob mich aus meinem Sitz. Ich erntete dafür einen wahren Beifallssturm. Gemeinsam mit Beatrix ging ich langsam zu der kleinen Treppe, welche zur Bühne hinauf führte. Dort bekam Beatrix jedoch ein Problem. Sie versuchte einen Fuß auf die unterste Stufe zu setzen, aber sie konnte ihr Bein nicht weit genug anheben, weil die Stufen zu hoch waren. Sofort sprang Karl auf und eilte zu uns. Er schnappte sich seine Frau und trug sie die Treppe hinauf. Ich dackelte peinlich berührt hinter ihm her und spürte einen dicken Kloß in meinem Hals. Jetzt bloß nicht sowas wie heute Morgen. Du bist eine selbstbewusste Frau, redete ich mir selbst ein. Karl setzte seine Frau auf der Bühne ab und verschwand danach wieder im Publikum. Beatrix hoppelte die letzten Meter bis zu Santini und ich folgte ihr unwillig. Aus dem Zuschauerraum ertönten vereinzelte Pfiffe. Vermutlich war das eine Reaktion auf ihr transparentes Kleid.

» Schön, dass ihr es endlich geschafft habt! Wie heißt ihr zwei Hübschen denn? «, fragte Santini mit einem schelmischen Lächeln. Was für ein blöder Spruch! Der sollte doch froh sein, dass wir überhaupt bei seinem Trick mitmachten.

» Ich bin Beatrix und das hier neben mir ist Sabine! «

Eigentlich war ich ganz froh, dass Beatrix das Reden übernahm. Ich war unglaublich nervös und vermutlich hätte ich keinen vernünftigen Ton herausgebracht. Als Anwältin war es Beatrix wohl gewöhnt vor Leuten zu sprechen. Nach ein paar Willkommensworten ging Santini zu der großen Kiste und öffnete sie. Danach rief er Karl noch einmal auf die Bühne zurück. Er sollte prüfen, ob es einen versteckten Ausgang in dieser Kiste gab. Karl klopfte sie sorgfältig von innen ab und bestätigte dann, dass es keine weiteren Öffnungen in dieser Kiste gab. Natürlich musste es irgendwo einen geheimen Mechanismus geben. Solange diese Öffnung aber verriegelt war, konnte Karl sie mit Abklopfen auch nicht finden. Nachdem Karl die Bühne wieder verlassen hatte, wurde Beatrix aufgefordert sich in die Kiste zu stellen. Eigentlich war ich ganz froh, dass nicht ich in diese Kiste musste. Vielleicht könnte ich hier auf der Bühne sogar herausfinden wie der Trick funktionierte. Beatrix hoppelte langsam auf die Kiste zu und ihr Po schwang dabei aufreizend hin und her. Dies erzeugte im Publikum erneut ein paar Pfiffe. Auch wenn dieser erzwungene Gang äußerst unpraktisch war, so musste ich doch zugeben, dass er ziemlich sexy bei ihr aussah. Beatrix wackelte vorwärts in die Kiste hinein und drehte sich dann darin um. Als nächstes schloss Santini die Kiste wieder und verriegelte sie mit ein paar Vorhängeschlössern. Ich stellte mich etwas seitlich hin, um auch hinter die Kiste blicken zu können. Denn ich vermutete, dass es einen Ausgang auf der Rückseite gab. Santini veranstaltete nun einen magischen Hokuspokus und sprach irgendwelche Beschwörungsformeln. Dazu tänzelte Andrea lasziv um ihn herum. Das Ganze war eindeutig ein Ablenkungsmanöver, weshalb ich die Kiste fest im Blick behielt. Nach etwa einer Minute stoppte Santini seine Beschwörungen und machte sich dann daran die Vorhängeschlösser wieder zu öffnen. Als alle Schlösser entfernt waren, ertönte aus den Lautsprechern ein Trommelwirbel. Santini klappte die Kiste auf. Wie nicht anders zu erwarten, war Beatrix verschwunden und die Kiste leer. Ich hatte allerdings nicht erkennen können, wie er das angestellt hatte. Hinten hatte Beatrix diese Kiste jedenfalls nicht verlassen. Vielleicht gab es ja eine Klappe im Boden. Oder einen versteckten abgeteilten Bereich im Inneren der Kiste. Obwohl mir die Kiste dafür zu klein vorkam.


Fortsetzung folgt!
60. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 19.12.18 19:02

Hallo Trucker,

wer wird denn so ungeduldig sein?


LG
Fist
61. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 19.12.18 19:12

Hallo IronFist,
vielen Dank für die Fortsetzung. Ich bin gespannt wie der Trick funktioniert.Vll. verrätst du es uns noch vor Weihnachten. Falls nicht wünsch ich dir bereits jetzt schöne Feiertage und einen guten Rutsch, sowie viele tolle Einfälle bei deinen Geschichten.
LG Alf
62. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von maximilian24 am 19.12.18 20:11

Also ich hoffe doch, dass wir noch vor Weihnachten die Fortsetzung lesen können, alles andere wäre Folter, und das zu Weihnachten?
Aber unser geschätzter IronFist hat das Talent dazu, seine Fortsetzungen immer an einer so spannenden Stelle zu beenden, dass der Leser förmlich malträtiert wird. Unsere Alternative besteht daher nur in der Frage, unter welcher Fortsetzung wir leiden dürfen.
63. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von confused am 20.12.18 08:09

ich glaube so einige leute sind hier ungeduldig und hoffen auf rasche fortsetzung.

Ich bin gespannt wohin sich die Story entwickelt und vorallem was mit Sabine auf der Bühne passiert
64. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 21.12.18 17:15

Bei so einer spannend geschriebenen Geschichte darf doch auch mal ungeduldig sein. Dankeschön für die geniale Geschichte und super geschrieben.
65. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 23.12.18 19:24

Ich wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!


Hallo AlfvM,

du weißt doch, dass Magier ihre Tricks niemals verraten. Und weil ich keinen Ärger mit dem großen Santini will, werde ich seine Tricks ebenfalls nicht aufdecken.
Und schon gar nicht vor Weihnachten, denn ich will ja die Überraschung nicht verderben.


Hallo maximilian24,

also ich würde das nicht Folter nennen, sondern weihnachtliche Vorfreude.
Außerdem stehst du doch drauf ein wenig zu leiden, oder etwa nicht?


Hallo confused,

wie heisst es immer so schön: Geduld ist eine Tugend!
Ich gebe allerdings zu, dass dies vielleicht nicht die richtige Seite für die Tugendhaften ist.

Ich schätze, dass Sabine weniger gespannt auf die weitere Bühnenshow ist. Vermutlich würde sie sich lieber wieder hinsetzen.
Nur bekommt man nicht immer das, was man will. Leider?


Hallo Trucker,

für deine lobenden Worte sei dir ein wenig Ungeduld gestattet.
Aber nicht übertreiben!


LG
Fist
66. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 25.12.18 19:01

Teil 6


Nachdem der Applaus verklungen war, bat Santini auch mich in seine Kiste zu steigen. Ich hatte ein ungutes Gefühl bei dieser Sache. Und ich wollte auch nicht, dass mir Santini zu nahe kam. Schließlich hatte ich nicht vor wie Hans als brüllender Esel zu enden. Abstand zu ihm wahrend ging ich auf die Kiste zu, drehte mich davor um und machte dann einen Schritt zurück. Jetzt kam Santini auf mich zu und mir wurde schlagartig klar, dass ich ihm nicht mehr ausweichen konnte. Ich hob meine Arme an, um ihn abwehren zu können, falls er versuchte meine Stirn zu berühren. Aber alles was er machte, war die Kiste zu schließen. Völlige Dunkelheit umfasste mich. Ob das Publikum wohl meine Angst vor Santini bemerkt hatte? Von draußen hörte ich ein leises Klicken, welches vermutlich von den Vorhängeschlössern stammte. Und dann passierte lange Zeit nichts. Sollte ich hier einfach nur rumstehen oder wurde von mir irgendwas Bestimmtes erwartet? Gedämpft konnte ich ein paar Stimmen hören, aber ich konnte nicht verstehen was sie sagten. Mit meinen Händen tastete ich die Innenwände der Kiste ab, vielleicht musste ich ja irgendeinen Mechanismus auslösen. Allerdings fand ich absolut nichts, denn die Wände waren innen völlig glatt. Es kam mir wie eine Ewigkeit hier drinnen vor, so langsam konnten die mich wirklich wieder raus lassen. Plötzlich hörte ich wieder das leise Klicken und kurz darauf einen Trommelwirbel. Na endlich! Ich hörte ein lautes „Oh“ und danach einen lang anhaltenden Applaus. Aber ich stand immer noch hier im Dunkeln herum. Jetzt begriff ich, was passiert sein musste. Natürlich war Beatrix als erste wieder erschienen. Aber ich hatte mich doch gar nicht aus dieser Kiste heraus bewegt, wie konnte sie dann wieder daraus erscheinen? Anscheinend funktionierte dieser Trick doch anders als ich vermutet hatte. So langsam wurde mir hier drin ziemlich warm. Und ich fühlte mich auch stark eingeengt. Bekam ich etwa langsam Platzangst? Oder hatten sich die Innenwände der Kiste vielleicht verschoben? Erneut tastete ich die Wände mit meinen Händen ab. Aber ich hatte nicht den Eindruck, als ob sich irgendetwas verändert hätte. So langsam reichte es mir wirklich, ich wollte hier endlich wieder raus! Sollte ich vielleicht rufen? Doch dann hörte ich wieder die Stimmen von draußen. Vermutlich war das Santini mit seinen Beschwörungsformeln. Also gut ein paar Minuten gab ich ihm noch, aber danach würde ich versuchen mit Gewalt hier herauszukommen. Kurz darauf ertönte wieder der Trommelwirbel und dann wurde ich von hellen Scheinwerfern geblendet. Na endlich! Das Publikum brach in stürmischen Applaus aus und ich hörte auch eine ganze Reihe von lauten Pfiffen. Als ich mich wieder an das helle Licht gewöhnt hatte, sah ich Santini direkt vor mir stehen. Und ein Stück entfernt stand Beatrix, die mich breit anlächelte. Irgendwas war anders an ihr. Richtig, sie hatte sich umgezogen und steckte nun nicht mehr in diesem Latexmonstrum. War ich etwa so lange in dieser Kiste gewesen? Dieses Lederkleid stand ihr wirklich gut und sie wirkte auch in diesem Outfit richtig sexy. Plötzlich fiel mir der silberne Gürtel auf, der sich um ihre Hüfte schlang. War das nicht mein Gürtel? Und sie trug auch mein Kleid! Was ging hier vor? Plötzlich kam mir ein schrecklicher Verdacht. Ich schaute an mir herunter und sah meine Brüste fest umschlungen von durchsichtigem Latex. Oh mein Gott! Hektisch schob ich die Hände vor meine Brüste. Doch dann fiel mir ein, dass es eine noch intimere Stelle gab, die ebenfalls offen sichtbar war. Also hielt ich eine Hand vor meinen Schritt und verdeckte die Brüste mit dem anderen Arm. Das Publikum amüsierte sich über meine Reaktion. Die hatten leicht lachen, sollten die sich doch mal hier so hinstellen.

Ich versuchte aus der Kiste herauszutreten, aber mein Fuß ließ sich nur ein kleines Stück nach vorne schieben. Nach 5 Minischritten hatte ich es geschafft und war endlich aus dem Ding heraus. Einerseits war ich froh darüber, andererseits stand ich nun aber nackt vor Publikum auf der Bühne. Streng genommen war ich überhaupt nicht nackt, sondern sogar zu sehr großen Teilen bekleidet. Der Kragen des Kleides drückte auf meinen Hals und meine Brüste fühlten sich so an, als ob sie in einem zu kleinen BH stecken würden. Die langen Ärmel klebten mir an den Armen und meine Beine wurden so stark komprimiert, dass ich sie nicht mehr spreizen konnte. Also ja, ich war tatsächlich vollständig bekleidet. Allerdings fühlte ich mich ziemlich nackt. Wie hatte Santini das nur gemacht? Ich hätte es doch eigentlich merken müssen, wenn mir ein anderes Kleid angezogen wurde. Hatte man mich vielleicht betäubt? Oder wurde ich hypnotisiert ohne es zu merken?

» Vielen Dank an unsere beiden reizenden Freiwilligen Beatrix und Sabine, einen kräftigen Applaus bitte! «

Moment mal, hatte er da nicht was Entscheidendes vergessen. Ich wollte aus diesem Latexteil auch wieder heraus. Santini deutete mit dem Arm in Richtung Treppe und für ihn war unser Auftritt damit wohl beendet. Sollte ich fordern, dass er diesen Trick wieder Rückgängig machte? Vermutlich würde ich mich damit aber nur lächerlich machen und noch mehr Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Ich schluckte meinen Ärger herunter und wackelte langsam auf die Stufen zu. Nach einer halben Ewigkeit hatte ich endlich die kleine Treppe erreicht. Und nun? Da kam auch schon Karl zu Hilfe. Er hob mich mit Leichtigkeit hoch und trug mich die paar Stufen hinunter. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass er die Situation ausnutzte. Seine linke Hand lag dabei seitlich auf meinem Busen. Sollte ich ihn dafür zur Rede stellen? Andererseits konnte das auch unabsichtlich passiert sein. Und vor allem würde ich später sicher noch seine Hilfe benötigen, wenn ich die Treppe zum Ausgang erklimmen musste. Ich schwieg und bedankte mich sattdessen für seine Unterstützung. Da ich nun von der Bühne herunter war, verzichtete ich darauf meine intimen Stellen mit den Händen zu bedecken. Schließlich konnte ich das nicht ewig machen und ich brauchte meine Arme auch um besser die Balance halten zu können. Bis ich endlich meinen Sitzplatz erreicht hatte, war ich richtig ins Schwitzen gekommen. Und das nach den paar Metern. Das Gehen in diesem Kleid war extrem anstrengend.

» Können wir in meine Kabine gehen und unsere Kleider wieder zurücktauschen? «, flüsterte ich Beatrix zu.

» Lass uns doch morgen die Kleider tauschen, das ist einfacher! «, kam von ihr zurück. Einfacher? Für sie vielleicht, aber ich wollte aus diesem Monstrum endlich wieder heraus.

» Ich bin völlig verschwitzt und dieses Kleid klebt mir überall am Körper! «, flehte ich Beatrix an.

» Das ist ganz normal bei Latex. Was glaubst du wie lange wir brauchen würden, um zu deiner Kabine und danach wieder zurück zu gehen? Inklusive Umziehen wären wir bestimmt eineinhalb Stunden beschäftigt. Bis dahin ist die Show längst vorbei. «

Vermutlich hatte sie damit Recht. Aber von dieser Show hatte ich ohnehin genug. Und ich wollte vor allem dieses Kleid wieder loswerden.

» Dann gehe ich eben alleine. Du kannst dir dein Kleid morgen in Kabine 4026 abholen! «, raunte ich verärgert.

» Sag mal, wohnst du alleine auf deiner Kabine? «, fragte mich Beatrix, als ich gerade aufstehen wollte.

» Warum willst du das wissen? «, fragte ich misstrauisch zurück.

» Nun ja, ohne Hilfe dürftest du aus diesem Kleid nur schlecht wieder herauskommen! «, erwiderte sie lächelnd.

Oh verdammt, das hatte ich gar nicht bedacht. Es gab auf der Vorderseite dieses Kleides keinen Reißverschluss, also ließ es sich vermutlich nur hinten öffnen. Und eingeengt wie ich war, konnte ich den Reißverschluss hinten vermutlich nur schwer erreichen. Wenn überhaupt. Genervt ließ ich mich wieder in meinen Sitz gleiten.

» Und was schlägst du vor? «, fragte ich frustriert.

» Lass uns in Ruhe den Rest der Show genießen und hinterher gehen wir zu dritt noch etwas Trinken. Ich verspreche dir, dass ich dir danach auch bei deinem Kleid helfen werde. «

Welche Wahl blieb mir denn schon. Schmollend saß ich neben Karl und Beatrix und verfolgte den weiteren Verlauf der Show. Santini war wieder zu Standardtricks zurückgekehrt, aber ich war mit meinen Gedanken ohnehin woanders. Ich dachte darüber nach, wie er das bloß gemacht haben könnte. Bei meinen Überlegungen fiel mir eine Ungereimtheit auf. Beatrix war viel schmaler gebaut als ich, wie konnte ich also in ihr Kleid passen? Noch dazu in ein derart enges. Und mein eigenes Kleid hätte Beatrix eigentlich viel zu groß sein müssen, aber es schien ihr wie angegossen zu passen. Mit der Zeit wurde ich durch seltsame Gefühle von meinen Gedanken abgelenkt. Neben dem unangenehm schwitzigen Gefühl stellte sich auch eine merkwürdige Geborgenheit ein. Die Einengung fühlte sich wie eine feste Umarmung an, die ich auf unerklärliche Weise sogar mochte. Mir war außerdem aufgefallen, dass ich ein leichtes Kribbeln verspürte, wenn ich mit der Hand über meinen mit Latex verpackten Körper strich. Ich war irritiert und versuchte zu ergründen, ob die positiven oder negativen Empfindungen überwogen. Eine halbe Stunde später endete Santinis Show. Unter großem Applaus verließ er mit Andrea die Bühne. Karl und Beatrix erhoben sich und auch ich kämpfte mich aus meinem Sitz heraus. Selbst einfaches Aufstehen war mit diesem Kleid schwierig und auch ziemlich anstrengend.

» Lasst uns doch noch in die Eden-Bar gehen! «, schlug Karl vor.

Ich zuckte nur mit den Schultern. Zum einen weil ich die Bars in der Fetisch Zone nicht kannte, aber hauptsächlich deshalb, weil die beiden ohnehin schon über meinen Kopf hinweg entschieden hatten. Arm in Arm schlenderten sie auf die Treppe zu und ich zuckelte so schnell es mir möglich war hinterher. Vor der Treppe warteten die beiden auf mich und tauschten ein paar Zärtlichkeiten aus. Als ich die zwei endlich erreicht hatte, signalisierte Karl mit einer Handbewegung, dass ich auf der Treppe voran gehen sollte.

» Willst du mir denn nicht die Treppe raufhelfen? «, fragte ich schon leicht außer Atem.

» Ich will uns doch nicht den Spaß verderben. Außerdem haben wir doch Zeit! «, antwortete Karl mit einem Grinsen.

» Spaß? Welchen Spaß denn bitte? «, fragte ich verärgert.

» Du glaubst gar nicht wie sexy du aussiehst, wenn du so schön hilflos bist! «, bekam ich zur Antwort.

Ich schäumte vor Wut und hätte ihm am liebsten eine gescheuert. Da legte er sogar nochmal nach.

» Und du bist sogar ganz besonders sexy, wenn du wütend bist! «, lachte er mir jetzt offen ins Gesicht.

» Da muss ich Karl Recht geben! «, mit diesen Worten fiel mir Beatrix jetzt schon zum zweiten Mal in den Rücken.

Die beiden grinsten mich frech an und ich unterdrückte meinen ersten Impuls eine passende Antwort zu geben. Den Triumph einer wütenden Reaktion wollte ich ihnen nicht gönnen. Was war nur los mit Beatrix, von weiblicher Solidarität hatte sie wohl noch nie gehört. Vermutlich war ihr aber der Ehemann einfach nur näher als irgendeine Urlaubsbekanntschaft. Ich hätte die zwei dafür am liebsten erwürgt. Stattdessen stellte ich mich seitlich zur Treppe und setzte meinen rechten Fuß auf die unterste Stufe. Das Latex spannte sich und mein Po wurde zusammengepresst. Als ich einen festen Stand hatte, drückte ich mein Knie durch und war damit auf der ersten Stufe. Allerdings blieb mir auf dieser Stufe nicht mehr viel Platz für meinen zweiten Fuß. Ich stand halb auf dem Treppenabsatz und fürchtete jeden Moment herunterzufallen. Aber Karl beobachtete mich sehr genau und er schien bereit dazu zu sein, mich im Notfall aufzufangen. Das Treppensteigen war mit diesem Rock eine extrem unsichere Angelegenheit und ich fand es ganz und gar nicht spaßig. Mit der Zeit wurden diese Stufen zu einer ziemlich schweißtreibenden Angelegenheit. Seltsamerweise war Schweiß aber nicht der einzige Saft, der bei mir ins Fließen geriet. Das Latex rieb durch die Bewegung sanft an meinen Beinen und erzeugte ein Kribbeln, welches sich immer weiter ausbreitete. Es schien sich direkt in meinem Schritt zu konzentrieren, wodurch ich dort immer feuchter wurde. Wie war das nur möglich? Ich wurde tatsächlich durch simples Treppensteigen angeturnt. Nichtsdestotrotz war ich heilfroh, als ich endlich die letzte Stufe erklommen hatte. Und das auch noch unfallfrei. Das merkwürdigste war allerdings mein Stimmungswechsel. Am unteren Ende der Treppe hätte ich Karl am liebsten geohrfeigt, jetzt war ich jedoch in einem Zustand, in dem ich ihn am liebsten besprungen hätte. Was geschah nur mit mir in diesem Kleid? Sowas war doch sonst nicht meine Art.

Nach einem ewig langen Fußmarsch hatten wir schließlich die Eden-Bar erreicht. Schummriges rotes Licht beleuchtete die Bar. Im Eingangsbereich standen zwei Kreuze in X-Form, an denen zwei fast nackte Männer festgeschnallt waren. Einer der beiden war eindeutig erregt, denn sein bestes Stück begrüßte aufrecht stehend jeden neuen Besucher. Lüstern schaute ich darauf und ich hätte seine Lage am liebsten sofort ausgenutzt. Mein Blick schien auch Karl und Beatrix nicht entgangen zu sein, denn sie flüsterten sich heimlich irgendetwas zu. Mittlerweile war mir das aber auch schon egal. Wir gingen gemeinsam an die Bar, um uns dort ein paar Drinks zu bestellen. Als ich den Barhocker erblickte, bekam ich zuerst einmal große Augen. Denn aus der Sitzfläche ragte ein großer Dildo heraus. Karl drehte seinen Hocker und der Dildo verschwand ganz langsam im Sitz. Beatrix zog jedoch ihren Rock nach oben und ließ sich genüsslich auf diesem Ding nieder. Wie gerne hätte ich es ihr gleichgetan, aber dieses enge Kleid ließ das einfach nicht zu. Seufzend drehte auch ich meinen Hocker bis der Dildo verschwunden war. Dann merkte ich, dass ich mich ohne Hilfe gar nicht hinsetzen konnte, weil der Hocker zu hoch war.

» Karl, könntest du mir bitte helfen! «


Fortsetzung folgt!
67. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 25.12.18 22:55

Wow!
Klasse Fortsetzung
68. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Chaoskarl am 26.12.18 07:40

Klasse! Wo kann ich den großen Santini buchen?
69. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 26.12.18 13:38

eine absolut tolle fortsetzung. So ein "Latexmonstrum" würde ich auch gern mal tragen wollen
70. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 26.12.18 20:38

....tolle Fortsetzung....weiter so....
71. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von maximilian24 am 26.12.18 22:41

sehr spannend! Große Klasse!
72. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 29.12.18 18:10

Super weiter geschrieben und spannend wie immer. Da lohnt es sich mal zu warten. Aber ungeduldig bin ich trotzdem. 😉😉
73. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 30.12.18 16:51

sehr schön. Lese ich immer gerne

dir und allen anderen Schreibern und Lesern der tollen Stories einen guten Rutsch sowie ein gutes neues Jahr.

Hoffe es geht schnell weiter.....

Liebe Grüße
lot
74. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 30.12.18 18:24

Ja, sehr schön ä spannend,
Dann bleibt mir nur ein gutes neues Jahr zu wünschen...

Danke Ihr_joe
75. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von andreas am 31.12.18 08:07

sehr schöne Fortsetzung, mal sehen was in der Bar noch passiert...

Andreas
76. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 31.12.18 19:46

Allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Feiert schön, aber haltet euch mit dem Alkohol zurück. Nicht dass ihr morgen für den nächsten Teil zu verkatert seid.



Hallo marpsp,

ich danke dir für dein Lob.


Hallo Chaoskarl,

ich fürchte du kannst Santini nicht einfach so buchen.
Schließlich ist er der große Santini und er tritt deshalb auch nur vor großem Publikum auf.

In dieser Hinsicht ist der Mann etwas eigen. Er ist eben auch eine große Diva!


Hallo SeguAnimal,

danke für deine netten Worte.

Aber du solltest mit deinen Wünschen besser vorsichtig sein.
Sonst steckt dich der große Santini auf der Silversterparty mit Freunden in so ein Latexmonstrum.


Hallo FE,

auch dir ein Dankeschön.

Aber es wäre doch ziemlich langweilig genauso weiterzumachen. Oder etwa nicht?
Also lasse ich mir lieber etwas Neues einfallen.


Hallo maximilian24,

freut mich, dass dir der letzte Teil gefallen hat.


Hallo Trucker,

ich habe dich beim letzten Mal gewarnt, dass du mit deiner Ungeduld nicht übertreiben sollst.
Anscheinend hat diese Warnung aber nicht bei dir gefruchtet. Da helfen dir jetzt auch keine netten Worte mehr.

Also lasse ich dich auf den neuen Teil bis zum nächsten Jahr warten. Strafe muss sein!


Hallo lot,

nach deinen lobenden Worten darf ich dich natürlich nicht so lange warten lassen.
Deshalb bekommst du eine bevorzugte Behandlung und es geht für dich bereits morgen weiter.


Hallo Ihr_joe,

lass mich dein Urteil mal mit "schön spannend" zusammenfassen.
Dass du Labertasche aber auch immer um den heißen Brei herumreden musst.


Hallo andreas,

natürlich auch einen Dank an dich.
Und wer weiß, vielleicht kommt es in der Eden-Bar ja zum Sündenfall?


LG
Fist
77. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 01.01.19 13:15

Hallo IronFist. Da würde ich noch nicht mal nein sagen. aber ist leider nichts passiert
78. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 01.01.19 18:33

Hallo SeguAnimal,

dann hattest du wohl das Pech, dass der große Santini vergangene Nacht anderweitig beschäftigt war.


LG
Fist
79. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 01.01.19 18:41

ja das schein leider so zu sein
80. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 01.01.19 19:07

Teil 7


Diesmal wurde meine Bitte nicht verweigert. Karl hob mich hoch und setzte mich auf den Barhocker. Danach entschuldigte er sich und verschwand auf die Toilette. Nachdem wir unsere Drinks bestellt hatten, musterte mich Beatrix eingehend.

» Du bist aufgegeilt bis zum Anschlag, nicht wahr? «, hauchte sie mir mit einem schelmischen Grinsen zu. Diese direkte und persönliche Frage hatte mich völlig unvorbereitet getroffen. Mir schoss das Blut in den Kopf und es wurde mir sogar noch wärmer. War mein Zustand so offensichtlich?

» Also … ich … äh … «, stotterte ich herum.

» Du brauchst mir nichts zu erklären, ich weiß ganz genau wie du dich gerade fühlst. Was meinst du warum ich dieses Kleid heute angezogen habe? «, flüsterte sie mir verschwörerisch zu.

» Allerdings konnte ich natürlich nicht ahnen, dass du darin enden würdest. Aber keine Sorge, wir kümmern uns darum, dass du heute noch auf deine Kosten kommst! «

Was sollte das denn heißen? Planten die beiden etwa einen Dreier mit mir? Obwohl ich in meinem aktuellen Zustand am liebsten den nächstbesten Mann vernascht hätte, so war ich mir doch unsicher, ob ich wirklich Sex mit einer Frau haben wollte. Auf einmal schloss Beatrix die Augen, bewegte sanft ihre Hüfte und stöhnte dann leise vor sich hin. Neidisch beobachtete ich sie dabei, denn ich hätte mich jetzt auch zu gerne selbst befriedigt. In diesem Moment kam Karl an die Bar zurück. Er beobachtete, wie seine Frau unruhig auf dem Hocker herumrutschte. Nachdem er dem Barkeeper ein Handzeichen gegeben hatte, überreichte dieser ihm ein kleines Kästchen. Karl blickte mich an und legte den Zeigefinger auf seine Lippen. Irgendetwas hatte er vor.

» So, habe ich dich bei unerlaubter Selbstbefriedigung erwischt! «, sagte er in einem strengen Ton zu seiner Frau. Beatrix öffnete erschreckt die Augen und setzte ein übertrieben künstliches Lächeln auf.

» Nein, ich habe mich nur etwas entspannt! «, erklärte Beatrix mit Unschuldsmiene und klimpernden Wimpern. Nicht besonders überzeugend, aber ich hatte das Gefühl, dass dies zu ihrem gemeinsamen Spiel gehörte. Karl drückte auf einen Knopf an dem Kästchen und plötzlich öffnete sich eine Klappe an der Vorderseite der Bar. Er holte ein paar Handschellen aus der Klappe heraus, fädelte diese hinter einer Stange an der Bar hindurch und schloss sie danach um die Handgelenke seiner Frau. Jetzt war Beatrix an die Bar fixiert und konnte nicht mehr weg. Sie hatte einen lasziven Gesichtsausdruck und es war ziemlich eindeutig, dass sie auf solche Spielchen stand. Als nächstes holte Karl etwas Schwarzes aus der Klappe heraus. Es zeigte sich schnell, dass dies eine Ledermaske war. Er zog sie Beatrix über den Kopf und schnürte sie auf der Rückseite zu. Spätestens an diesem Punkt hätte ich normalerweise fluchtartig die Bar verlassen. Aber ich spürte in meinem Schritt sehr deutlich, dass mich diese Vorführung noch weiter anturnte. Soweit das überhaupt möglich war. Diese Maske verlieh Beatrix ein bizarres Aussehen. Es gab darin Öffnungen für Mund und Augen, und ihre orange geschminkten Lippen bildeten einen krassen Kontrast zu dem tiefen Schwarz der Maske. Aber Karl war noch lange nicht fertig mit ihr, denn als nächstes nahm er sich zwei Seile aus der Klappe. Eines der Seile schlang er mehrfach um das rechte Fußgelenk von Beatrix. Danach fädelte er es durch einen Metallring auf der Rückseite ihrer Maske. Was sollte das werden? Als Karl langsam am Seilende zog, wurde das rechte Bein von Beatrix seitlich nach oben und ihr Kopf nach hinten gezogen. Beatrix stöhnte leise auf. Erst war ich etwas besorgt um sie, aber ihre weit geöffneten Augen schrien „Mach weiter!“. Als ihr Schuh fast die Höhe der Sitzfläche erreicht hatte, hörte Karl auf zu ziehen und verknotete das Ende an ihrem Hocker. Es dauerte nicht lange und Karl hatte auch das zweite Bein seiner Frau auf die gleiche Weise fixiert. Beatrix machte einen völlig hilflosen Eindruck. Aber gleichzeitig wirkte sie in dieser Pose ziemlich erotisch. So langsam verstand ich, was Karl vorhin gemeint hatte. Nämlich, dass ich gerade deshalb sexy aussehen würde, weil ich in dem Kleid hilflos wirkte. Ergab das irgendeinen Sinn? Vermutlich nicht, aber ich war trotzdem gespannt, was er für seine Frau noch geplant hatte. Die Hände von Beatrix klammerten sich an der Stange fest, welche die Vorderseite der Bar umsäumte. Ihr Kopf wurde soweit zurückgezogen, dass sie nun in den Spiegel an der Decke starrte. Und ihre Beine waren so weit gespreizt, dass sie die Außenseiten des Barhockers berührten. Karl strich mit den Händen sanft über die gefesselten Beine seiner Frau. Beatrix Atem beschleunigte sich und sie fuhr mit der Zunge über ihre orangefarbenen Lippen. Dann drückte Karl plötzlich einen zweiten Knopf an dem Kästchen, woraufhin ein leiser Brummton erklang. Beatrix stöhnte laut auf und schloss ihre Augen. Mir war nicht so ganz klar was gerade passierte, aber ich beobachtete wie Beatrix immer unruhiger wurde. Soweit es die Fesselung zuließ, bewegten sich ihre Hüften vor und zurück. Das Brummen schien von ihrem Barhocker zu kommen. Da begriff ich endlich, der Dildo in ihrem Hocker hatte angefangen zu vibrieren. Du meine Güte! Ich versuchte mir vorzustellen, was Beatrix wohl in diesem Moment durchmachte. Etwas ungläubig und mit leicht erhöhtem Atem beobachtete ich die Szenerie. Es dauerte keine Minute bis Beatrix ihre Erleichterung laut herausschrie. Was mich dabei aber am meisten irritierte, war meine Sehnsucht an ihrer Stelle zu sein. In Videos hatte ich natürlich schon SM-Szenen gesehen, aber dort waren sie mir immer brutal und abstoßend erschienen. Was war hier anders? Karl strich mit den Händen sanft über den Körper seiner Frau und Beatrix gab dabei wohlige Laute von sich. Sie erinnerte mich irgendwie an eine schnurrende Katze. Irgendwann ließ er schließlich von ihr ab und wandte sich mir zu. Ich musste schlucken und bekam auf einmal Angst. Nicht unbedingt vor Karl, sondern eher vor mir selbst. In meinem aktuellen Zustand hätte ich wohl allem zugestimmt, solange es mir nur Erleichterung verschaffen würde.

» Wie steht es mit dir Sabine? Du siehst so aus, als ob du Beatrix gerne Gesellschaft leisten würdest! «, raunte mir Karl verführerisch zu.

Jetzt wurde es ernst. Mein Herz raste und ich sah, dass meine Hände leicht zitterten. Ich nickte Karl zu, wohl wissend, dass ich damit mein eigenes Schicksal besiegelte. Aber ich konnte in diesem Moment einfach nicht widerstehen. Er lächelte mich breit an, ging um mich herum und fuhr mir mit einem Finger über meinen Latexrücken. Allein diese winzige Berührung ließ mich bereits aufstöhnen und ich wünschte mir, er würde damit an empfindlicheren Stellen fortfahren. Tat er aber leider nicht. Karl holte sich zwei Seile aus der Klappe und er forderte mich danach auf, meine Hände hinter den Rücken zu nehmen. Er umwickelte erst meine Handgelenke und kurz darauf wurden auch meine Ellenbogen miteinander verknotet. Jetzt war ich wirklich hilflos und ihm völlig ausgeliefert. Und auf irgendeine verschrobene Art machte mich das auch noch an. Als nächstes holte Karl ein Ledergeflecht mit einem roten Ball aus der Klappe. Wozu diente das denn? Ich sollte es sofort herausfinden. Karl stopfte mir den roten Ball in den Mund, zog das Ledergeflecht um meinen Kopf und zurrte das Ganze schließlich an meinem Hinterkopf fest. In einem Spiegel hinter der Bar konnte ich jetzt meinen neuen Look bewundern. Diese rote Kugel mitten in meinem Gesicht sah ziemlich albern aus. Aber merkwürdigerweise turnte mich auch dieser lächerliche Anblick weiter an. Inzwischen hatte sich Karl ein weiteres Seil geholt. Er hob mich von meinem Hocker herunter und stellte mich auf die Füße. Etwas wacklig versuchte ich die Balance zu halten. Das war gar nicht so einfach mit einem extrem engen Rock und hinter dem Rücken gefesselten Armen. Karl verknotete das neue Seil mit meiner Handgelenksfesselung. Kurz darauf wurden meine Arme plötzlich nach oben gezogen. Immer und immer höher. Ich musste mich nach vorne beugen, bis ich irgendwann mit meinem Kopf die Vorderseite der Bar berührte. Hatte ich mich zuvor schon hilflos gefühlt, so konnte ich mich jetzt fast gar nicht mehr rühren. Es gab absolut kein Entkommen mehr und Karl hätte mich in dieser Position problemlos nehmen können. Wäre da nicht das enge Latexkleid gewesen. Leider! Mein Körper gierte nach Zuwendung und ich sollte sie auch bekommen. Mit beiden Händen fuhr Karl meinen Rücken nach oben. Seine Finger wanderten langsam nach vorn und schließlich knetete er ausgiebig meine Brüste. Es war kaum zum Aushalten, meine Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Stoßartig atmete ich ein und aus. Ich hatte das Gefühl nicht mehr genug Luft zu bekommen. Trotzdem gierte ich nach seinen Berührungen. Ja, mach weiter so! Aber urplötzlich ließ Karl von mir ab. Neiiiiiiiiin!!! Dann traf mich völlig überraschend ein Schlag auf den Hintern. Ein hörbares Stöhnen entwich meiner Kehle. Gleichzeitig begannen meine Muskeln unkontrolliert zu zucken. Ich wurde von weiteren Hieben getroffen und jeder Schlag trieb mich immer weiter in einen bisher ungeahnten Orgasmus hinein. Wie ein Tsunami überrollte mich dieser Höhepunkt und spülte mich meilenweit davon.

Als ich irgendwann japsend zu mir kam, starrte ich auf den Fußboden. Speichel lief mir aus dem Mund und tropfte in langen Fäden auf den Boden. Mein Hintern brannte wie Feuer und in meiner Muschi spürte ich eine pulsierende Wärme. Ich fühlte mich völlig ausgelaugt, empfand aber gleichzeitig eine tiefe Zufriedenheit. Einen solchen Höhepunkt hatte ich noch nie erlebt. Den Kopf drehend suchte ich nach Karl. In meiner derzeitigen Position konnte ich allerdings nicht allzu viel sehen. Vor mir war die Holzverkleidung der Bar, links von mir ein leerer Hocker und auf der rechten Seite konnte ich Beatrix unter den Rock schauen. Auch sie schien voll auf ihre Kosten gekommen zu sein, denn der Sitz des Barhockers zeigte deutliche Spuren ihres Lustsafts. So langsam wurde meine Position aber wirklich unbequem. Ich wünschte mir, dass Karl mich wieder losmachen würde. Wo steckte der Kerl bloß? Nach ihm rufen konnte ich ja schließlich nicht. Eine halbe Ewigkeit schien ich in dieser Position verharrt zu haben, als Beatrix neben mir erleichtert aufseufzte. Kurz darauf konnte ich ihr linkes Bein in mein Blickfeld kommen sehen. Anscheinend wurde sie gerade aus ihrer misslichen Lage befreit. Dann konnte es bei mir hoffentlich auch nicht mehr allzu lange dauern. Vermutlich war ihre Fesselung noch deutlich unbequemer gewesen als meine. Irgendwann erhob sich Beatrix von ihrem Barhocker. Es gab ein schmatzendes Geräusch, als der Dildo aus ihr herausglitt. Kurze Zeit später ließ endlich auch der Zug an meinen Armen nach. Mit der Hilfe von Karl erhob ich mich wieder und stand nun mit weichen Beinen vor meinem „Peiniger“. Diesmal war es allerdings eher ein Zeichen von Erschöpfung, dass ich etwas wacklig dastand.

» Danke! «, krächzte ich heraus, als Karl mir den Knebel abnahm.

» Ist alles OK mit dir? «, fragte er fürsorglich.

Körperlich ging es mir gut, vielleicht abgesehen von der Müdigkeit. Aber geistig war ich völlig aufgewühlt und ich versuchte irgendwie meine Empfindungen zu sortieren. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich mich freiwillig von einem beinahe fremden Mann fesseln lassen würde. Und noch unmöglicher war der Gedanke, dass ich quasi darum gebeten hatte. Diese hemmungslose lüsterne Gier nach Sex kannte ich gar nicht von mir. Eigentlich war ich doch eher eine Romantikerin, die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnte. Aber ich hatte soeben erlebt, wie ich komplett von meiner Lust kontrolliert wurde. Ich war mir nicht sicher, ob mir das gefiel. Karl hatte inzwischen meine Arme von den Seilen befreit und ich rieb mir die Handgelenke, an denen sich jetzt rote Streifen zeigten. Nichts wirklich Dramatisches, aber doch eine Erinnerung daran, was kurz zuvor geschehen war. Der restliche Abend an der Bar war relativ kurz. Wir tranken noch unsere Getränke aus und machten uns danach auf den Weg zu den Kabinen. Mir stand noch ein anstrengender Marsch mit Minischritten bevor und ich war heilfroh, als ich zusammen mit Beatrix endlich meine Kabinentür erreicht hatte. Karl hatte sich kurz zuvor im Aufzug von mir verabschiedet und ich war wirklich dankbar dafür. Auch wenn er mich in einem sehr intimen Moment erlebt hatte, so wäre es mir doch unangenehm gewesen, mich vor ihm auszuziehen. Eigentlich seltsam, oder? Als ich mit Beatrix meine Kabine betrat, wartete eine Überraschung auf uns. Auf dem Bett lag ein Kleidersack und obenauf ein kleiner Umschlag. In dem Couvert steckte eine Karte mit dem folgenden Text:

Vielen Dank, dass sie an meiner Show teilgenommen haben!
Anbei erhalten sie ihre Kleidung zurück. Als Zeichen meiner Wertschätzung möchte ich ihnen ihr Bühnenoutfit zum Geschenk machen.

Gruß Santini


Erstaunt öffnete ich den Kleidersack und fand darin mein Lederkleid, den silbernen Gürtel und meinen Slip. Also hatten Beatrix und ich gar nicht die Kleidung getauscht, sondern es gab unsere Sachen doppelt. Aber wie war das möglich? OK, das Lederkleid hätte sich Santini in dem Laden auf dem Schiff besorgen können. Aber meinen Gürtel hatte ich von zuhause mitgebracht und soweit ich wusste war das ein Einzelstück.

» Das erklärt natürlich einiges! «, äußerte sich Beatrix.

» Ich hatte mich schon darüber gewundert, dass mir dein Kleid so gut passt! «, fuhr sie fort.

Genau das war mir auch schon aufgefallen und dieses Rätsel war hiermit wohl gelöst. Aber woher sollte Santini im Voraus wissen, welche Kleidung seine Freiwilligen tragen würden. Ob das vielleicht ein abgekartetes Spiel gewesen war? Schließlich hatte uns Karl ja mehr oder weniger freiwillig gemeldet. Vielleicht steckte er ja mit Santini unter einer Decke.

» Glaubst du Karl hat etwas damit zu tun? «, fragte ich Beatrix.

» Was meinst du? «, fragte Beatrix verständnislos zurück. Ich erklärte ihr meinen Gedankengang und sie überlegte kurz.


Fortsetzung folgt!
81. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 01.01.19 20:43

...mit solch einer Fortsetzung am Neujahrstag kann 2019 nur ein gutes und spannendes Jahr werden...
82. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 02.01.19 19:38

Welch eine Hammer vortsetzung. Wie gern würde ich so eine kreuzfahrt mal machen. Ich glaube da müsste man mich die ganze reise in einen KG stecken weil ich dauer geil wäre
83. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 03.01.19 08:34

Danke für das schöne Neujahrs Geschenk. Versuche mich in Geduld bis nächsten Dienstag die neue Folge kommt.
84. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 03.01.19 19:53

Hallo ironfist,
als erstes ein gutes neues Jahr und vielen Dank für die tolle Geschichte bitte weiter so.
VLG Alf
85. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 06.01.19 19:16

Hallo SeguAnimal,

da ist das neue Jahr für dich ja gleich mal bescheiden gestartet, weil sich Santini nicht blicken ließ.
Vielleicht konnte ich dich aber mit der Neujahrsfolge ein klein wenig entschädigen.

Ich weiß nicht ob ein KG während der gesamten Dauer einer Kreuzfahrt eine gute Idee ist. Ist so ein Teil überhaupt strandtauglich?
Könnte mir voirstellen, dass es ziemlich unangenehm ist, wenn da Sand reingerät.


Hallo FE,

dein Wort in Gottes Gehörgang.


Hallo Trucker,

dann hat meine kleine disziplanrische Maßnahme ja gewirkt.


Hallo AlfvM,

vielen Dank für deine lobenden Worte.
Ich werde mein Bestes tun, damit euch die Geschichte auch weiterhin gefällt.


LG
Fist
86. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von DarkMephisto am 07.01.19 01:42

Hallo ironfist,

Habe gerade deine Geschichte in einem Rutsch gelesen und bin begeistert.

Ich hoffe das der nächste Teil nicht so lange auf sich warten lässt.

Lg Darkmephisto
87. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 07.01.19 19:05

Hallo DarkMephisto,

es freut mich, dass dir meine Geschichte gefällt.
Ich veröffentliche meine neuen Teile immer Dienstags, also kannst du dich bereits morgen auf eine Fortsetzung freuen.

LG
Fist
88. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 08.01.19 19:03

Teil 8


» Nein, ich denke nicht. Karl ist wie ein offenes Buch für mich und ich sehe ihm an, wenn er etwas vor mir verheimlicht! «, widersprach sie mit Inbrunst.

Ich war allerdings nicht wirklich überzeugt davon. Vielleicht war Beatrix ja auch mit darin verwickelt. Jedoch war es müßig darüber zu spekulieren. Ganz egal ob Karl und Beatrix zu dem Trick beigetragen hatten, er war trotz allem ziemlich erstaunlich. Und ich hatte noch immer nicht die Spur einer Ahnung, wie es funktionierte. Die Kleiderrücktauschaktion mit Beatrix war nun jedenfalls hinfällig. Sie half mir aus dem Latexteil heraus, was sich als ziemlich schwierig herausstellte, weil mir das Kleid überall am Körper klebte. Alleine hätte ich das ganz bestimmt nicht geschafft. Und erneut erlebte ich dabei gemischte Gefühle. Einerseits war ich froh endlich wieder normal laufen zu können, aber andererseits fehlte mir jetzt die warme Umarmung des Latex.

» Da wir ja nun beide das gleiche Latexkleid besitzen, sollten wir unbedingt mal im Partnerlook ausgehen! «, schlug Beatrix beim Abschied vor.

» Du meinst, damit wir ein Schneckenrennen veranstalten können? «, antwortete ich scherzhaft.

Lachend umarmten wir uns und kurz darauf war Beatrix verschwunden. Ihr Vorschlag war durchaus eine Überlegung wert, denn unerwarteter Weise hatte ich den Abend tatsächlich genossen. Ich gönnte mir noch eine warme Dusche und fiel danach hundemüde ins Bett. Allerdings konnte ich trotz meiner Müdigkeit nicht einschlafen, weil mir der vergangene Abend im Kopf herumging. Was sagte mein heutiges Verhalten über mich aus? War ich eine Perverse? Oder gehörte ich vielleicht auch zu den Freaks und wusste es nur noch nicht? Ich fand keine Antworten auf meine Fragen. Aber ich war mir sicher, dass ich diesen Abend gerne wiederholen würde. Irgendwann musste ich dann doch eingeschlafen sein. Am nächsten Morgen wachte ich schweißgebadet auf. Ich hatte einen verrückten erotischen Traum gehabt, in dem ich zusammen mit Beatrix in einem durchsichtigen Latexkleid für zwei steckte. Wir klebten wie siamesische Zwillinge aneinander und hoppelten im Gleichschritt vor Karl herum. Ihr Po rieb dabei an meiner Muschi und meine Brüste wurden fest gegen ihren Rücken gepresst. Karl verfolgte uns und verpasste mir mit einer Gerte regelmäßig Schläge auf den Hintern. Es war wirklich zu schade, dass ich aufgewacht war, denn ich hätte zu gern gewusst wie es weiterging. Schwer atmend kletterte ich schließlich aus dem Bett. Ich brauchte schon wieder eine Dusche und diesmal am besten eine kalte.

Heute lag das Schiff vor den Virgin-Islands und ich plante einen Badeausflug zu machen. Eine gewisse Ironie war nicht zu bestreiten, denn allzu viele Jungfrauen dürfte es auf diesem Schiff wohl nicht mehr geben. Das Wetter war anfangs etwas diesig und ich befürchtete das Baden vergessen zu können. Aber bereits bei der Überfahrt nach Virgin Gorda klarte der Himmel auf. Ein wunderschöner Strand mit einer malerischen Felsformation erwartete mich dort. Genau so hatte ich mir eine karibische Insel immer vorgestellt. Ich lümmelte die meiste Zeit auf einer Liege herum und vertiefte mich in mein Buch. Dr. Morata verbrachte mit der neuen Krankenschwester eine heiße Liebesnacht. Dies war der Auftakt zu einer leidenschaftlichen Affäre. Als seine Verlobte Dr. Mattarella allerdings davon erfuhr, kam es zu einem heftigen Streit und Morata musste sich zwischen den beiden Frauen entscheiden. Und genau an dieser Stelle endete das Buch mit einem Hinweis auf den nächsten Roman. Verdammt nochmal, was für ein beschissener Cliffhanger! Ob ich hier in der Karibik wohl irgendwo die Fortsetzung kaufen konnte? In Papierform wohl kaum und mein E-Book-Reader war zuhause, weil er mir für den Strand ungeeignet erschienen war. So ein Mist! Unterbrochen wurde meine Faulenzerei nur durch gelegentliche Abkühlungen im türkisblauen Wasser. Und obwohl ich mich die meiste Zeit im Schatten aufgehalten hatte, so hatte ich doch richtig Farbe bekommen. Jetzt sah ich wenigstens nicht mehr ganz so käsig aus, wie noch am ersten Tag. Auf der Rückfahrt zum Schiff überlegte ich mir, was ich am Abend machen wollte. Im Theater gab heute Jonny Nash ein Konzert. Aber Country Musik war eigentlich nicht so ganz mein Geschmack. Vielleicht konnte ich Karl und Beatrix ja überreden, dass sie mir mehr von der Fetisch Zone zeigen würden. Denn bisher hatte ich ja bloß das Theater und die Eden-Bar kennengelernt. Das klang nach einem guten Plan.

Als ich mich zum Essen fertigmachte, überlegte ich tatsächlich einen kurzen Moment, ob ich wieder das enge Latexkleid anziehen sollte. Schließlich wollte Beatrix ja im Partnerlook gehen. Allerdings konnte ich nicht mit Sicherheit wissen, ob Beatrix auch heute wieder das Kleid tragen würde. Und zudem würde ich auch Hilfe beim Anziehen benötigen. Dieses Latexkleid musste demnach warten bis Heike hier eintraf. Und weil meine Auswahl an Fetisch Kleidung mehr als dürftig war, blieb mir nur das schwarze Lederkleid für den heutigen Abend. Offensichtlich musste ich meine Garderobe in dieser Hinsicht noch etwas aufstocken, wenn ich nicht jeden Abend mit den gleichen Klamotten ausgehen wollte. Aber vielleicht brachte Heike ja auch etwas Schönes aus Deutschland mit, denn sie hatte die gleiche Kleidergröße wie ich. Auf dem Weg zum Restaurant begegnete mir das Pärchen, welches ich auch am ersten Tag im Flur getroffen hatte. Zumindest vermutete ich, dass sich unter den zwei schwarzen Gummibällen der gutaussehende junge Mann verbarg. Sein Latexanzug schien wie ein Luftballon aufgeblasen worden zu sein, weshalb von seinem stattlichen Körper absolut nichts mehr zu sehen war. Nicht einmal der Kopf. Die blonde Frau nickte mir zu, als wir gemeinsam auf den Aufzug warteten. Sie trug heute ein Lederkleid, welches meinem nicht ganz unähnlich war. Allerdings war ihr Kleid hochgeschlossen und zeigte keinerlei Ausschnitt. Trotzdem war ihre große Oberweite auch unter dem Leder deutlich erkennbar. Was mich aber am meisten erstaunte, das war ihre extrem schlanke Taille. So schmal hatte ich sie gar nicht Erinnerung. Ihre geschwungenen Kurven ließen mich unweigerlich an eine Sanduhr denken. Als der Aufzug eintraf, hoppelte der unförmige Gummiball quietschend in die Kabine hinein. Er war derart breit, dass er beide Seitenwände des Aufzugs berührte. Seine Begleiterin quetschte sich zu ihm in den Aufzug und forderte mich auf ebenfalls einzusteigen. Auch wenn ich mich heute in Gegenwart dieses Pärchens wohler fühlte als am ersten Tag, so hatte ich trotzdem nicht die Absicht im Lift auf Tuchfühlung zu gehen. Deshalb verzichtete ich und wartete lieber auf den nächsten Aufzug.

Heute war mein Stammtisch am Fenster wieder frei. Ich nahm dort alleine Platz, weil Karl und Beatrix noch nirgendwo zu sehen waren. Es gab gegrillten Schwertfisch mit irgendeinem exotischen Gemüse, welches ich nicht kannte. Beides hatte ich noch nie gegessen, aber es war genauso köstlich wie es roch. Nach einer halben Stunde erschienen Karl und Beatrix im Restaurant. Karl hatte heute ein ziemlich merkwürdiges Outfit gewählt, denn er trug Cowboystiefel, ein paar Bluejeans und eine lederne Weste. Vermutlich sollte das zur Country Musik von Jonny Nash passen. Als die beiden näher kamen bemerkte ich den auffälligen Glanz seiner Jeans. Das war gar kein Denim sondern Latex. Und genau wie am Tag zuvor wurde mein Blick magisch von seinem Schritt angezogen. Warum machte ich das ständig? Ich zwang meine Augen in eine andere Richtung und wurde mit dem Anblick seiner Frau belohnt. Beatrix war auch heute in Latex gekleidet, aber sie gab ein völlig neues Bild ab. Sie trug ein ärmelloses rotes Kleid mit Ausschnitt, welches in einen weit ausgestellten Rock überging. Unter diesem Rock konnte man weiße Unterröcke hervor blitzen sehen. Dazu trug sie ein paar rote Pumps mit Metallabsätzen, die extrem laut über den Holzfußboden klackerten. Die Haare hatte sie auftoupiert und sie trug einen kräftigen roten Lippenstift. Irgendwie erinnerte mich ihr heutiges Outfit stark an die fünfziger Jahre. Was mich aber am meisten verblüffte, das war ihre zerbrechlich schmal wirkende Taille. Das wirkte puppenhaft künstlich, fast wie bei einer Barbie. Beatrix hatte zwar keine solch opulenten Rundungen wie die Frau aus dem Aufzug, aber sie wirkte dennoch extrem sexy in diesem Outfit. Diese Wespentaille ließ ihre relativ kleinen Brüste deutlich größer erscheinen. Nach einer herzlichen Begrüßung musste ich das Thema einfach anschneiden.

» Wow, deine Taille sieht ja unglaublich aus. Wie machst du das? «, fragte ich interessiert.

» Genau so, wie es die Frauen auch schon früher gemacht haben. Mit einem Korsett! «

» Du meinst, du hast dich in so einem altertümlichen Teil einschnüren lassen? «, fragte ich verwundert. Ich kannte Mieder die den Körper formten, aber diese erzeugten bei weitem nicht so einen Effekt. Korsetts hingegen hatte ich immer für ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten gehalten.

» Also altertümlich trifft es nicht wirklich, denn dieses Korsett ist sehr modern. Aber einschnüren ist völlig richtig. Karl hat dafür fast eine halbe Stunde benötigt! «

» Und ich liebe es! «, fügte ihr Mann lächelnd hinzu.

» Aber ist das nicht ziemlich unbequem? «, fragte ich etwas naiv.

» Ist das nicht auch bei Stöckelschuhen so? «, fragte Beatrix zurück.

Da war durchaus was dran. Die meisten Frauen trugen zu bestimmten Anlässen auch hohe Schuhe. Das galt auch für mich. Und längere Zeit damit zu laufen konnte zu einer echten Qual werden. Aber wie fühlte es sich wohl an in einem solchen Korsett zu stecken? Vielleicht ähnlich wie in dem Latexkleid? Nein, wohl eher nicht. In Filmen fielen die eingeschnürten Damen immer in Ohnmacht. Natürlich konnte das ein Filmmythos sein, aber ich konnte mir auch gut vorstellen, dass man durch das Tragen eines Korsetts Kreislaufprobleme bekommen konnte. Irgendwann kamen wir auf den vergangenen Abend zu sprechen. Karl wollte wissen, ob es mir gefallen hatte. Es war mir zwar etwas peinlich das offen zuzugeben, aber ich konnte nicht leugnen, dass es ein toller Abend gewesen war.

» Was haltet ihr davon, wenn wir nach Jonny Nash wieder einen Abstecher in die Eden-Bar machen? Mir fällt da bestimmt wieder was Schönes für euch zwei Hübschen ein! «, fragte Karl mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht.

» Jonny Nash? Du willst da wirklich hingehen? «, fragte ich erstaunt.

» Klar, der Mann ist eine lebende Legende! «, antwortete Karl enthusiastisch. Beatrix rollte dabei mit den Augen und war wohl nicht so ganz seiner Meinung.

» Also ich weiß nicht. Auch wenn Jonny Nash eine Legende ist, so bleibt es doch Country Musik. Das ist so gar nicht mein Fall! «, äußerte ich skeptisch.

» Wie wäre es denn, wenn wir beiden gemeinsam losziehen würden? Und nach dem Konzert treffen wir uns dann mit Karl in der Eden-Bar! «, schlug ich an Beatrix gewandt vor.

» Weißt du, Karl liebt Country Musik und er möchte da unbedingt hingehen. Und als seine Frau werde ich ihn selbstverständlich begleiten. Aber wenn du nicht mitkommen willst, dann können wir uns später natürlich gerne in der Eden-Bar treffen. «

Was war nur los mit dieser Frau? Sie war ganz offensichtlich kein großer Fan von Jonny Nash, aber trotzdem musste sie unbedingt ihren Mann begleiten. Hatte sie denn kein eigenes Leben? Manchmal verhielt sich Beatrix wirklich eigenartig. Also schön, dann würde ich eben alleine losziehen und die Fetisch Zone ein wenig erkunden.

» Wir sehen uns dann später in der Eden-Bar! «, rief mir Beatrix über die Schulter zu, als sie zusammen mit ihrem Mann das Restaurant verließ.

Daher marschierte ich alleine los, aber die Fetisch Zone wirkte wie ausgestorben. Anscheinend war dieser Jonny Nash tatsächlich eine ganz große Nummer. Als erstes warf ich einen kurzen Blick in die Oktopus-Bar. Sie war im maritimen Stil eingerichtet, es war hier allerdings nicht so schummrig wie in der Eden-Bar und die Möbel erinnerten auch nicht an Sexspielzeug. Diese Bar war schlicht ein Platz für ein paar Drinks und eine gepflegte Unterhaltung. Jedoch gab es hier im Moment kaum potentielle Gesprächspartner. Ein gelangweilt wirkender Barkeeper schob ein paar Flaschen hin und her, ansonsten war hier aber tote Hose. Ich verließ die Bar wieder und kam als nächstes zu einer Flügeltür über dessen Eingang der Name „Starboard“ prangte. Das Wummern von Bässen drang gedämpft durch die Tür und ich vermutete, dass dies die Diskothek sein musste. Meine Annahme erwies sich als richtig als ich den Laden betrat. Aber auch hier herrschte noch gähnende Leere. Mitten auf der Tanzfläche stand ein merkwürdiges Gestell, zwischen dem sich ein riesiges Spinnennetz ausbreitete. Ob man damit wohl aufdringliche Antänzer einfangen konnte? Dieser Gedanke ließ mich schmunzeln. An den Wänden sah ich einige dieser Kreuze, die ich schon im Eingangsbereich der Eden-Bar gesehen hatte. Und direkt vor dem Pult des DJ stand etwas, das wie ein mittelalterlicher Pranger aussah. Dieser Club war definitiv für Fesselspielchen ausgestattet. Hoch über dem DJ hing eine große Videowand, auf der im Moment ein Film zu sehen war. Eine Frau in einem merkwürdigen Outfit stolzierte umher und schwang ihre Knie dabei hoch in die Luft. Sie trug lange Stiefel, deren Sohlen wie Hufe aussahen. Und über den ganzen Körper verzweigte sich ein Ledergeschirr, welches ihre intimeren Stellen aber mehr betonte als bedeckte. Seitlich der Augen saßen ein paar Scheuklappen, während zwischen ihren Zähnen eine Trense steckte. Quasi als Krönung wedelten auf dem Kopf noch ein paar lange Federn im Rhythmus ihrer Schritte hin und her. Kein Zweifel, diese Frau sollte ein Pferd darstellen. Aber warum, sollte das etwa erotisch sein? Zugegeben sie zeigte sehr viel Haut und es war deshalb natürlich auch erotisch. Diese ganze Pferdenummer erschien mir allerdings ziemlich unnötig. Ich hatte genug gesehen und machte kehrt, um die Diskothek wieder zu verlassen.


Fortsetzung folgt!
89. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 08.01.19 21:28

Wie immer - mal wieder eine wirklich klasse Fortsetzung.
Da scheint sich mir viel Raum für weitere "Abenteuer" zu entwickeln...
90. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 08.01.19 22:42

....Danke, dass Du uns Lesern in dieser Fortsetzung etwa Luft zum Atmen von der vorhergehenden gewährst...
91. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 09.01.19 00:08

Vielen Dank, hab doch glatt den letzten Teil nicht kommentiert, das ändert sich jetzt, liest sich prima, wobei, wie macht er das nur mit den Kleidern, klar kannst Du nichts verraten... genau so wie über diesen Jonny (aus) Nash(ville) - ist ja auch gut so, sonst bräuchte ich ja nicht weiter lesen...
Aber ein Gängefeger ist der Kerl oder wie nennt man die Gassen vom Schiff?

Huch, jetzt habe ich auch diesen letzten Teil kommentiert, dabei war er doch nicht der Letzte oder doch?
Sicher nicht Du schreibst ja weiter... oder doch? Ist dann der Nächste der Letzte? Sachen gibts, nicht zu glauben.

Na ja eins ist sicher, er ist nicht das Letzte, wie könnte er auch.

Vielen Dank für den Lesespaß
Ihr_joe

92. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 09.01.19 04:55

eine Absolut tolle Fortsetzung die du wieder geschrieben hast.
Mir gefällt die geschichte immer mehr und ich warte schon immer den Dienstag ab um weiter lesen zu können.
Ich bin sehr gespannt in welches "abenteuer" sie diesen Abend wieder erleben wird
93. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 09.01.19 08:24

Super weiter geschrieben und spannend wie immer. Da lohnt es sich mal zu warten bis es weiter geht. Allerdings steigt mit jeder Fortsetzung die Ungeduld wieder an.😉😉 bis Dienstag.
94. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 09.01.19 18:40

Hallo IronFist,
auf dem Schiff gibt es im Fetischbereich bestimmt noch mehr zu entdecken. Vll. wirft sie auch noch einen Blick in die Show. Vielen Dank.
VLG Alf
95. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 09.01.19 21:26

Hi IronFist,

war jetzt doch länger unterwegs als geplant. Bin jetzt auf den Virgin Islands wie angekündigt.

Im nächsten Teil bin ich dann wohl auf dem Schiff.....

jonnyf
96. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 10.01.19 17:55

Tolle Fortsetzung.
Lass sie doch mal für ein/zwei Tage in nem KG rumlaufen auf dem Schiff.
Heiß wie ne läufige Hündin ist sie ja schon.

liebe Grüße
97. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Rainman am 11.01.19 02:25

Hallo IronFist.


Tolle Geschichte von dir. Gut geschrieben und toll zu lesen.

Bin ja schon auf das Ende gespannt, welches verkorkste Ende du uns diesmal erwarten läst.


MfG Rainman
98. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 15.01.19 18:56

Hallo marpsp,

feut mich, dass es dir gefallen hat.
Auf so einem Kreuzfahrtschiff ist naturgemäß sehr viel Raum.


Hallo FE,

mit anderen Worten heißt das, dass der letzte Teil langweilig war.


Hallo Ihr_joe,

also vom letzten Teil sind wir noch ein ganzes Stück entfernt.
Wo wir doch gerade einmal bei Tag 3 der Kreuzfahrt angekommen sind.

Ich kenne natürlich auch nicht die Tricks des großen Santini, aber ich habe die Vermutung, dass da ein Magic Glamour Alkoven im Spiel sein könnte.


Hallo SeguAnimal,

immer wieder schön, so etwas zu hören.
Mal schauen was der nächste Abend für Sabine bringt.


Hallo Trucker,

mir scheint du bist mit deiner Ungeduld ein hoffnungsloser Fall.


Hallo AlfvM,

ich bin eher skeptisch, ob Sabine und Country Musik noch zusammenfinden.
Aber da lässt sich doch bestimmt irgendetwas anderes finden.


Hallo jonnyf,

wenn du bisher noch nicht an Bord bist, dann hast du eine Problem.
Es ist bereits Abend und das Schiff ist schon wieder Unterwegs in Richtung Anguilla.

Da wirst du wohl Insel-Hopping betreiben müssen.


Hallo lot,

in Sachen KG bist du bei meinen Geschichten leider falsch.
Ich kann mit diesen Dingern nichts anfangen, weshalb meine Protagonisten um diese Teile immer herumkommen.


Hallo Rainman,

ein verkorkstes Ende? So wie in meinen bisherigen Geschichten? Autsch!
Sagen wir es einmal so, dass ich mich diesmal besonders bemüht habe nicht zu abrupt abzuschliessen.


LG
Fist
99. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 15.01.19 19:26

Teil 9


Über der nächsten Tür hing einfach nur ein Schild „Casino“. Ich betrat das Spielcasino und stellte erfreut fest, dass hier ein bisschen mehr los war. Das Casino war zwar bei weitem nicht voll, aber hier kam man sich wenigstens nicht ganz so einsam vor. Eigentlich könnte ich doch auch mal mein Glück versuchen. Ich war zusammen mit Heike mal in Baden-Baden im Spielcasino gewesen und wir hatten damals sehr viel Spaß gehabt. Der Trick dabei war, dass man sich vorher ein Limit setzte und aufhörte sobald das Geld weg war. Also tauschte ich für 100 Euro Chips ein. Als erstes setzte ich mich an einen Black Jack Tisch. Anfangs hatte ich zwei Mal gewonnen, danach ging es aber steil bergab. Nachdem ich schließlich 40 Euro verloren hatte, wollte ich es mit einem anderen Spiel versuchen. Beim Roulette schaute ich zuerst eine Weile lang zu. Ein junger Mann in einem Bikeroutfit schien eine Glückssträhne zu haben. Die Chips stapelten sich vor ihm und ich schätzte, dass dort mehrere Tausend Euro lagen. Er war richtig euphorisch und seine blonde Begleiterin stachelte ihn an weiterzumachen. Persönlich hatte ich das Gefühl, dass er besser aufhören sollte. Das schienen mir die perfekten Rahmenbedingungen zu sein, um alles sofort wieder zu verlieren. Eine emotionale Hochstimmung plus eine hübsche junge Frau, die er beeindrucken wollte. Unglücklicherweise sollte ich mit meiner Vorahnung Recht behalten. Je öfter er verlor, umso riskanter setzte er danach. Und schon 20 Minuten später waren alle seine Chips wieder verloren. Armer Kerl! Ziemlich geknickt zog er zusammen mit seiner Begleiterin ab. Jetzt beteiligte ich mich auch selbst an dem Spiel. Ich setzte immer nur kleinere Beträge und zumeist auch nur auf die einfachen Einsätze. Auf diese Weise konnte man relativ lange spielen, weil sich die Gewinne und Verluste in etwa ausglichen. Nach etwa 45 Minuten hatte ich aber eine richtige Pechsträhne, denn ich verlor 8-mal in Folge. Mir waren nur noch 2 Chips a 5 Euro geblieben und ich beschloss meinen Casinoabend zu beenden. Weil ich zuletzt so viel Pech gehabt hatte, setzte ich meine letzten beiden Chips auf die 13. Der Croupier ließ die Kugel rollen, sie hüpfte etwas im Kessel herum und blieb schließlich liegen.

» 13 – Noir – Impair – Manque! «, verkündete der Croupier laut.

Ich konnte es nicht fassen und schaute ungläubig auf die kleine Kugel. Da hatte ich doch gerade tatsächlich 350 Euro gewonnen. Anscheinend war mein Abend im Casino wohl doch noch nicht zu Ende. Aber ich würde jetzt nicht den gleichen Fehler machen wie der junge Mann zuvor. Am besten machte ich zuerst einmal eine Pause und genehmigte mir einen Drink. Auf dem Weg zur Bar hörte ich plötzlich einen Mann laut schimpfen.

» Schon wieder! Das gibt’s doch gar nicht! Mir reicht‘s, ich steige aus! «

Ein Mann im mittleren Alter erhob sich von einem Pokertisch, sammelte seine verbliebenen Chips ein und stürmte dann wütend an mir vorbei. Offensichtlich hatte er gerade verloren. Ob ich vielleicht seinen Platz an dem Pokertisch einnehmen sollte? Ich hatte früher immer mit meinen Brüdern gepokert und sie dabei regelmäßig abgezockt. Ja warum eigentlich nicht, ich würde einfach vorsichtig setzen. Und selbst wenn ich etwas Geld verlieren sollte, so würde ich den Abend am Ende trotzdem mit einem Gewinn abschließen.

» Hätten sie etwas dagegen, wenn ich ins Spiel einsteigen würde? «, fragte ich in die Runde.

» Natürlich nicht, bitte nehmen sie Platz! «, antwortete lächelnd ein grauhaariger Mann, der auf der gegenüber liegenden Seite des Tisches saß. Er hatte die meisten Chips hier am Tisch und schien derjenige zu sein, den es zu schlagen galt. Links von mir saß eine stark geschminkte Frau, deren Outfit mich an Mitglieder aus der Gothic Szene erinnerte. Allerdings schien sie mir dafür ein wenig zu alt zu sein, denn ich schätzte sie auf Mitte 40. Doch natürlich konnte es auch Gothics in diesem Alter geben, vermutlich war das einfach nur ein Vorurteil von mir. Der Herr rechts von mir sah ziemlich unscheinbar aus, selbst in seinem Fetisch Outfit. Er musste um die 30 sein und hatte bereits den Ansatz einer Glatze. Eigentlich ein typischer Durchschnittsmann, der einem nicht besonders auffiel, wenn man ihn auf der Straße traf. Allerdings stellte sich dieser Durchschnittstyp als ziemlich aggressiver Pokerspieler heraus. Er ging fast jede Runde mit, erhöhte ständig und liebte es anscheinend zu bluffen. Jedoch hatte er das Pech, das der grauhaarige Mann seine Bluffs immer wieder erkannte und ihn jedes Mal heftig bluten ließ. Auch ich hatte es einmal mit einem größeren Bluff versucht und wurde dafür von meinem Gegenüber kräftig über den Tisch gezogen. 80 Euro hatte er mir in diesem einen Spiel abgeknöpft und ich ärgerte mich mächtig darüber. Vermutlich hätte mir der Abgang meines Vorgängers besser eine Warnung sein sollen. Aber dafür war es nun zu spät. In der Folge spielte ich wieder vorsichtiger und ging nur noch bei sehr guten Blättern mit. Deshalb hielten sich meine Verluste danach auch in Grenzen. Und dann bekam ich plötzlich ein sagenhaftes Blatt. Ich hatte 3 Buben auf der Hand und als ich zwei Karten tauschte bekam ich auch noch den vierten hinzu. Jetzt war endlich die Chance gekommen, mich an dem Grauhaarigen zu revanchieren. Den Einsatz erhöhte ich nur leicht, damit die anderen nicht gleich ausstiegen. Trotzdem passte die Gothic Frau sofort und der Grauhaarige ging lediglich mit. Aber auf unseren Durchschnittstypen war Verlass, denn er erhöhte gleich kräftig weiter. Ich erhöhte sein Gebot erneut nur leicht und hoffte, dass er weiter steigern würde. Doch nun verblüffte mich der Grauhaarige, indem er gleich um 100 Euro erhöhte. Eine solche Erhöhung hatte es bisher noch nicht einmal im Ansatz gegeben. Der Mann rechts von mir schluckte und stieg schließlich aus. Sollte ich mitgehen oder sollte ich weiter erhöhen? Ich schaute meinem Gegenüber ins Gesicht und versuchte zu ergründen, ob er tatsächlich ein besseres Blatt haben könnte als ich. Er verzog allerdings nicht die geringste Miene. Aber seine Karten konnten einfach nicht besser sein als meine. Oder etwa doch? Ein kurzer Blick auf meine Chips verriet mir, dass ich noch 205 Euro hatte.

» Also schön, wie sie wollen. Ihre 100 und ich erhöhe um weitere 105! «

Jetzt lieferte ich mir ein Blickduell mit meinem Rivalen. Er schien zu überlegen, ob ich tatsächlich ein gutes Blatt haben könnte.

» OK, ihre 105 und dann noch weitere 500! «, verkündete er mit einem breiten Lächeln.

Bei dieser Summe klappte mein Unterkiefer herunter. Verdammt, ich hätte vorhin einfach mitgehen sollen, anstatt zu erhöhen. Sollte ich jetzt tatsächlich 500 Euro in neue Chips investieren? Damit würde ich gegen meine eigene Regel mit dem Limit verstoßen. Aber mit diesem Blatt konnte ich doch eigentlich nicht verlieren.

» Warten sie bitte kurz auf mich, ich muss mir erst neue Chips besorgen! «, sagte ich zu meinem Gegenüber.

» Ich fürchte das geht nicht, sie dürfen während des Spiels den Tisch nicht verlassen! «, erklärte er mir mit einem Grinsen über das ganze Gesicht.

» Aber so viel habe ich nicht mehr! «, sagte ich verärgert und deutete auf seinen Einsatz.

» Nun dann werden sie wohl aussteigen müssen! «, konterte er kurz.

Ich schäumte innerlich, denn dieser Mistkerl wollte mich einfach aus dem Spiel rausdrängen. Ob er wohl meine Armbanduhr als Einsatz akzeptieren würde? Vermutlich nicht und ehrlich gesagt war sie auch gar nicht so viel Wert.

» Darf ich ihnen vielleicht aushelfen! «, sagte ein dunkle Stimme und eine Hand legte einen 500 er Chip vor mir auf den Tisch. Ich drehte mich zu der Stimme um und mein Herz blieb vor Schreck fast stehen. Hinter mir stand George Rooney und lächelte mich breit an. Er trug einen Smoking, aber der ungewöhnliche Glanz ließ mich vermuten, dass dieser aus Latex gefertigt war.

» Nachdem sie gewonnen haben, können sie mir den Chip einfach wieder zurückgeben! «, fuhr er fort.

Ich hatte noch immer keine Worte gefunden und schaute von Rooney zu dem Chip direkt vor mir. Der Grauhaarige hatte jetzt einen besorgten Gesichtsausdruck. Ob Rooney wohl mein Blatt kannte? Oder hatte er vielleicht einfach nur meinen Gegner verunsichern wollen? Egal, jetzt war meine Zeit gekommen den Grauhaarigen über den Tisch zu ziehen.

» Vielen Dank! «, stotterte ich Rooney zu.

» Ich will sehen! «, mit diesen Worten schob ich den 500 er Chip in die Mitte des Tischs.

Mein Gegner zeigte noch immer sein Pokerface, aber es wirkte längst nicht mehr so überzeugend wie zuvor. Seine Stirn war leicht gerunzelt und die Augenbrauen zogen sich zusammen. Sollte er etwa nervös sein? Ich zeigte ein breites Lächeln und deckte danach langsam Karte für Karte auf. Als ich den vierten Buben umgedreht hatte, starrte mich mein Gegenüber ungläubig an. Diese Genugtuung hatte ich gebraucht. Doch ganz plötzlich verwandelte sich das Gesicht meines Gegenübers in eine grinsende Grimasse. Dann deckte er genüsslich vier Damen auf und begann laut zu lachen. Geschockt starrte ich auf seine Karten. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Das war doch nicht möglich. Wie konnte ich dieses Spiel nur verlieren? Die Wahrscheinlichkeit für zwei solche Blätter zur gleichen Zeit musste doch verschwindend gering sein. Zu meinem ersten Schock gesellte sich jetzt auch Verärgerung. Er musste betrogen haben! Aber ohne einen Beweis konnte ich eine solche Anschuldigung natürlich nicht laut äußern. Ich stand auf und wollte so schnell wie möglich weg vom Ort meiner Schmach. Als ich mich umdrehte stand ich direkt vor Rooney.

» Das tut mir leid! «, sagte er mitfühlend.

» Sie werden ihr Geld natürlich wieder zurückbekommen! «, stammelte ich um Fassung ringend.

» Ach vergessen sie das Geld einfach. Kommen sie, ich lade sie zu einem Drink ein! «

» Aber … das geht doch nicht … es war doch ihr Geld! «

» Glauben sie mir, ich kann den Verlust verschmerzen. Aber mein Schmerz könnte gelindert werden, wenn ich eine reizende junge Dame zu einem Drink einladen darf! «, zu seinen Worten machte er eine übertrieben theatralische Geste.

Ich musste lachen und fühlte mich gleich ein wenig besser. Er war nicht nur gutaussehend, sondern hatte auch noch Charme und Witz.

» Ich bin übrigens George! «, stellte er sich mit einem Lächeln vor.

» Oh, ich weiß ganz genau wer sie sind. Und ich kann noch immer nicht glauben, dass ich hier mit ihnen spreche. «

» Dass ich mit dir spreche, wolltest du doch sicher sagen! «, korrigierte er mich. Zuerst begriff ich gar nicht was er damit meinte.

» Wie? «, fragte ich verständnislos. Doch dann dämmerte mir, dass ich ihn wohl duzen sollte.

» Ach so, ja klar! Und ich heiße Sabine! «

Wir gingen gemeinsam in die Oktopus-Bar um dort unsere Drinks zu nehmen. Irgendwie hatte sich das Desaster im Casino in ein Date mit George Rooney verwandelt. Nun eigentlich war es nicht wirklich ein Date, aber wir verbrachten einen schönen Abend miteinander. George war ein aufmerksamer Gesprächspartner und ich erfuhr sogar ein paar Details aus seinem Privatleben. Ich war verwundert gewesen, dass er so gut Deutsch sprach. Doch dann erzählte er mir, dass er in Nürnberg aufgewachsen war und erst im Alter von 15 mit seinen Eltern nach Amerika gezogen war. Wir tauschten Telefonnummern aus und auf meine Bitte hin machten wir auch noch ein Selfie zusammen. Ohne das Foto hätte mir Heike diese Geschichte niemals geglaubt. Mit steigendem Alkoholpegel wurde auch ich redseliger und ich erzählte von meinem gestrigen Erlebnis mit Santini und dem anschließenden Bondage Abenteuer mit Karl und Beatrix. George schien mir hierbei ganz besonders interessiert zuzuhören. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, schließlich ging es ja dabei um Sex. Beim Erzählen der Geschichte bemerkte ich, dass ich Karl und Beatrix versetzt hatte. Das war gar nicht meine Absicht gewesen, ich hatte bei dieser angenehmen Gesellschaft einfach nur die Zeit vergessen. Ein schlechtes Gewissen hatte ich aber trotzdem und ich würde mich bei den beiden entschuldigen müssen.

» Was hältst du davon, wenn wir morgen Abend gemeinsam essen würden? «, fragte mich George zu fortgeschrittener Stunde.

» Eine tolle Idee, sehr gerne! «, antwortete ich begeistert. Im gleichen Moment fiel mir aber ein, dass Heike morgen eintreffen würde. Es wäre ziemlich schäbig von mir, sie am ersten Abend auf dem Schiff sitzen zu lassen.

» Ach nein, das geht ja gar nicht! Meine beste Freundin Heike kommt morgen an und ich will sie nicht gleich alleine lassen! «

» Dann bring sie doch einfach mit! Ich bestell uns einen Tisch im Restaurant Oceanview. «

» Wirklich? Super! Meine Freundin wird ausflippen, wenn ich ihr davon erzähle. Sie ist ein großer Fan von dir! «

Ich überlegte einen Moment und erinnerte mich an meinen Schiffsrundgang am ersten Tag. Restaurant Oceanview, war ich da schon mal gewesen? Nicht das ich wüsste. Hatte ich dieses Restaurant beim Rundgang vielleicht übersehen?

» Sag mal George, wo ist dieses Restaurant Oceanview eigentlich? «

» Es liegt auf Deck 9 im VIP-Bereich! «

» Ach deshalb kenn ich es nicht. Und wie komme ich da hin? Im Aufzug gibt es keine Knöpfe für die Decks im VIP-Bereich. «

» Ja, für diese Decks benötigt man eine spezielle Schlüsselkarte. Aber keine Sorge, ich lasse euch morgen um 20 Uhr abholen und zu mir bringen. «

» Abgemacht! «, sagte ich begeistert. Auch wenn der heutige Abend noch kein Date gewesen war, so konnte der morgige vielleicht eines werden. Unglaublich, ich hatte tatsächlich eine Verabredung mit George Rooney. Hoffentlich entwickelte Heike nicht auch irgendwelche Ambitionen, denn in der Regel bekam sie die Männer, die sie wollte.

» Und was sollen wir morgen anziehen? Ich meine, gibt es dort irgendeinen Dresscode? «


Fortsetzung, folgt!
100. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 15.01.19 19:52

Danke lieber IronFist für die wieder super gelungene Fortsetzung deiner Geschichte. Ja ich bin in Punkto Ungeduld ein hoffnungsloser Fall, was bei so einer tollen Geschichte auch nicht einfach ist.
101. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 16.01.19 19:03

Hallo Trucker,

es ist nicht einfach ein hofflungsloser Fall zu sein?
Gratulation, du machst das ganz ausgezeichnet!


LG
Fist
102. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 16.01.19 19:34

Und wieder eine klasse Fortsetzung - bitte weiter so.
Und... "Rooney"... musste schallend lachen...
103. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 17.01.19 19:05

Hallo marpsp,

freut mich, dass dir der letzte Teil gefallen hat.

George Rooney war für meine Geschichte nicht ganz leicht zu bekommen.
Aber vielleicht kann ich so ja ein paar weibliche Leser gewinnen.

Denn irgendwie stehen doch alle Frauen auf George Rooney.


LG
Fist
104. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 17.01.19 21:24

Äh - nicht wirklich.
105. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 18.01.19 15:00

Hallo IronFist,
schade dass sie kein Glück hatte. Jetzt wird aber interessant, wenn sie in den VIP Bereich kommt.
Vielen Dank.
LG Alf
106. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 18.01.19 19:34

Ja, dann mal auf zu den VIPs. VIP, VIP hurra oder so.

Danke, ja ist schon toll auf so einem Schiff, da lernt man Hinz und George kennen, schön erzählt,
Ihr_joe.
107. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 20.01.19 19:13

Hallo BaldJean,

als ich meinen Kommentar geschrieben habe war mir bereits klar, dass so eine Antwort kommen würde.
Aber vielleicht muss man eine scherzhafte Bemerkung auch nicht unbedingt auf die Goldwaage legen.


Hallo AlfvM,

wie heißt es immer so schön, erst hatte man kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.
So wie Sabine zu verlieren ist wirklich bitter, aber zumindest hat sie ja nun den Trostpreis George Rooney gewonnen.


Hallo Ihr_joe,

zu deinem VIP VIP hurra musst du jetzt aber noch die La Ola machen.

Ja George musste in meiner Geschichte einspringen, weil Kunz seinen Flug verpasst hat.
Aber ich denke Sabine ist mit dieser Entwicklung ganz zufrieden.


LG
Fist
108. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 22.01.19 19:00

Teil 10


» Im VIP-Bereich gibt es keinerlei Regeln dafür. Du kannst nackt kommen oder in einer Burka, ganz wie es dir beliebt. Ich muss aber gestehen, dass mir die erste Variante besser gefallen würde! «, äußerte er mit einem verschmitzten Lächeln.

» Das glaub ich dir gern! «, antwortete ich lachend.

Ich musste mir noch überlegen, was ich morgen anziehen wollte. Aber es würde mit Sicherheit ein Mittelweg zwischen diesen beiden Extremen werden. Gegen 4 Uhr verließen wir gemeinsam die Oktopus-Bar. George geleitete mich bis zu meiner Kabine und verabschiedete sich dann wie ein Gentleman von mir. Ehrlich gesagt war ich sogar ein wenig enttäuscht darüber, denn ich hätte wirklich gerne die Nacht oder besser gesagt den Morgen mit ihm verbracht. Machte mich das auch zu einem dieser Groupies? Ich dachte nicht weiter über diese Frage nach und war schon bald eingeschlafen.

Irgendwann wachte ich auf und schaute auf meine Uhr. Es war kurz vor 10 Uhr und diese Erkenntnis ließ mich förmlich aus dem Bett springen. Heikes Flieger sollte um 9 Uhr auf Anguilla landen und sie würde sicher schon bald auf dem Schiff eintreffen. Ich sollte mich wohl schleunigst duschen und anziehen. Doch dann entdeckte ich eine SMS von Heike. Ihr Flugzeug hatte Verspätung und sie würde den Anschlussflug nach Anguilla verpassen. Sie schätzte, dass sie erst am Nachmittag auf dem Schiff ankommen würde.

» Freu mich schon. Hab eine große Überraschung für dich! «, simste ich zurück.

Natürlich fragte Heike postwendend nach der Überraschung, aber ich verriet ihr nichts von George Rooney. Für den heutigen Tag hatte ich keinen Ausflug geplant, weil ich Heike das Schiff zeigen wollte. Jetzt blieben mir aber noch ein paar Stunden Zeit. Als erstes überlegte ich mir, was ich am Abend anziehen wollte. Es sollte auf alle Fälle sexy sein. Wäre das Latexkleid vielleicht eine Option? Ich würde allerdings ewig brauchen, um damit das Restaurant zu erreichen. Zudem hatte ich George gestern schon von dem Kleid erzählt. Nein, es sollte definitiv etwas Neues für ihn sein. Somit schied auch das Lederkleid aus, welches ich ja gestern schon getragen hatte. Ich öffnete meinen Schrank und schaute, was ich sonst noch so dabei hatte. Mein kleines Schwarzes war elegant und zu einem gewissen Grad auch sexy. Aber bei der Fetisch Konkurrenz auf diesem Schiff, wäre ich damit wohl eher unscheinbar. Etwas Auffälligeres musste her. SHOPPING TIME!

Dies war der Laden, in dem ich das letzte Mal meinen peinlichen Auftritt hatte. Ich spähte durch das Schaufenster und entdeckte die gleiche Verkäuferin, die mich beim ersten Mal angesprochen hatte. Nein, hier wollte ich lieber nicht mehr reingehen. Also betrat ich das andere spezielle Geschäft. Dort war heute erstaunlich viel los, denn ich sah insgesamt 8 Kunden in dem relativ kleinen Laden. Das war gut, denn so konnte ich mich zuerst in aller Ruhe umsehen. In meinem Schrank hingen jetzt ein Kleid aus Leder und eines aus Latex, vielleicht sollte ich mich diesmal bei den Lackklamotten umsehen. Während ich die Ständer durchsuchte, trat plötzlich eine Schwarzhaarige aus einer Umkleidekabine heraus und bewunderte ihren Anblick in einem Spiegel. Sie trug ein ultrakurzes schwarzes Kleidchen aus Lack. Vor ihren Bauch hatte sie ein winziges weißes Schürzchen gebunden und auf dem Kopf saß eine neckische weiße Haube. Sie wandelte auf unglaublich hohen Absätzen umher und ihre Beine steckten in hauchzarten schwarzen Strümpfen, deren Strapse unter dem Röckchen verschwanden. Ihr Begleiter bekam Stielaugen und ich konnte sehr gut verstehen warum. Wow, so konnte man definitiv Eindruck auf Männer machen und vermutlich würde da auch ein George Rooney einen zweiten Blick riskieren. Allerdings wollte ich auch nicht wie eine Hausangestellte aussehen. Es war schwer zu beschreiben was ich wirklich suchte. Einerseits sollte es aufreizend sein und Aufmerksamkeit auf mich lenken, aber andererseits wollte ich auch nicht wie eine billige Nutte aussehen. George sollte mich genauso bewundern, wie ich ihn bewunderte. Aber es sollte auch nicht wie zwischen Filmstar und Groupie sein, sondern vielmehr auf einer gleichgestellten Ebene.

Also durchforstete ich die Kleiderständer weiter nach einem passenden Teil. Plötzlich hatte ich ein knielanges schwarzes Lackkleid in den Fingern. Es hatte lange Ärmel und war am Kragen hochgeschlossen. Die Ärmel bestanden aus einem transparenten Material, genauso wie auch der Ausschnitt und ein sehr großer Teil der Rückenpartie. Na wenn das nicht sexy war, dann wusste ich es auch nicht mehr. Ich musste dieses Kleid einfach anprobieren. Leider waren die Umkleidekabinen beide belegt, so dass ich warten musste. Aus einer trat irgendwann ein junger Mann heraus und sein Anblick erzeugte bei mir ein Stirnrunzeln. Er trug ein kurzes Latexkleidchen, aus dem riesige Brüste herausragten. Ehrlich gesagt sah das ziemlich lächerlich an ihm aus. Und offensichtlich sah der junge Mann das ganz genauso, denn er hatte eine knallrote Birne. Seine Begleiterin hatte jedoch ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Sie überreichte ihm jetzt auch noch ein paar Pumps mit verdammt hohen Absätzen und forderte ihn auf diese anzuziehen. Der arme Kerl schien keine Übung mit solchen Schuhen zu haben, denn er wankte auf den Dingern bedenklich hin und her. Seine unbeholfene Art ließ jetzt auch mich schmunzeln. Ich drehte dem jungen Mann den Rücken zu, damit er meinen Gesichtsausdruck nicht zu sehen bekam. Die ganze Sache war ihm auch so schon peinlich genug, da musste er nicht auch noch das Gefühl bekommen ausgelacht zu werden.

Als die andere Kabine frei wurde trat ich ein. Ich zog mich bis auf die Unterwäsche aus und stieg dann in das Kleid. Das Teil war ziemlich eng und es war gar nicht so einfach es anzuziehen. Aber das Material dehnte sich leicht und umschmiegte fest meinen Körper. Als ich das Kleid schließlich ganz nach oben gezogen hatte, wagte ich in der Kabine einen ersten Blick in den Spiegel. Wow, ich sah plötzlich aus wie eine Domina. Viel besser konnte man einen gleichgestellten Rang wohl nicht demonstrieren. Wenn ich nicht gar höhergestellt war, dachte ich mir schmunzelnd. Ich kämpfte mit dem Reißverschluss im Rücken und schaffte es schließlich diesen bis zu meinen Schulterblättern hochzuziehen. Da es in der Kabine etwas dunkel war, trat ich heraus um mich bei voller Beleuchtung betrachten zu können. Plötzlich hörte ich eine Frauenstimme.

» Lassen sie mich ihnen helfen! «, mit diesen Worten trat die Verkäuferin mit dem schwarzen Wuschelkopf hinter mich und zog den Reißverschluss bis zum Nacken nach oben. Meine Brüste wurden dadurch komprimiert und erschienen jetzt deutlich größer. Und auch am Hals verspürte ich einen leichten Druck, so als ob ich ein enges Halsband tragen würde. Im Spiegel war der Effekt dieses Kleides einfach atemberaubend. Ich wirkte geradezu majestätisch. Allerdings stellte ich auch fest, dass ich unter diesem Kleid wohl keine Unterwäsche tragen könnte. Mein BH war sowohl vorne als auch hinten zu sehen und selbst mein Slip war sichtbar, weil der Rückenausschnitt derart weit hinunter reichte. Vermutlich würde man ohne Slip den Ansatz meines Pos erkennen können. Verzaubert von meinem eigenen Anblick kämpfte ich mit mir selbst. Ich würde dieses Kleid zuhause nie wieder tragen können, sollte ich tatsächlich so viel Geld dafür ausgeben. Andererseits war dies das perfekte Outfit um George zu beeindrucken. Schließlich sagte ich mir erneut, dass ich im Urlaub nicht so genau aufs Geld schauen sollte. Deshalb kaufte ich auch nicht nur dieses Kleid, sondern dazu auch noch ein paar schwarze Pumps, die mir die Verkäuferin empfohlen hatte. Diese Schuhe wurden mit einem Riemchen an den Knöcheln geschlossen und sie waren deutlich höher als ich es gewohnt war. Hoffentlich sah ich damit nicht genauso ungeschickt aus wie der junge Mann kurz zuvor. Aber dafür betonten sie ganz wunderbar meine schlanken Beine, so dass ich einfach nicht widerstehen konnte.

Ich hatte deutlich mehr Geld ausgegeben als gut für mich war. Trotzdem freute ich mich darauf Heike wiederzusehen und ganz besonders natürlich auf den Abend mit George. Mit den Einkäufen kehrte ich wieder zu meiner Kabine zurück. Um am Abend unfallfrei laufen zu können, beschloss ich mit den Schuhen zu üben. Also schlüpfte ich in die neuen Pumps, auch wenn sie nicht wirklich zu Shorts und T-Shirt passten. Auf dem Weg zum Mittagessen befürchtete ich bei jedem Schritt umzuknicken. Aber mit der Zeit gewann ich mehr Sicherheit und das Gehen in diesen Schuhen wurde immer besser. Ich verbrachte etwas Zeit an der Poolbar und spielte sogar eine Partie Shuffleboard mit. Allerdings fehlte mir für dieses Spiel wohl das Talent, denn ich war furchtbar und wurde letzte. Und das lag nicht nur an meinem ungeeigneten Schuhwerk. Am frühen Nachmittag erhielt ich eine SMS von Heike, dass sie soeben auf Anguilla gelandet war. Ich fragte einen Steward in welche Richtung Anguilla lag und hielt danach Ausschau nach dem Boot.

Wir fielen uns zur Begrüßung in die Arme und herzten uns so, als ob wir uns schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hätten. Ich war einfach nur froh, dass ich nicht mehr allein an Bord war. Und Heike war vermutlich froh, dass die Reisestrapazen nun ein Ende hatten. Nachdem sie eingecheckt hatte, führte ich Heike zu unserer Kabine und half ihr danach beim Auspacken. Meine Freundin hatte ein paar heiße Outfits dabei, die ich bisher noch nicht kannte. Ihre Einkaufstour vor Reisebeginn schien erfolgreich verlaufen zu sein. Allerdings fiel nicht nur ihre neue Kleidung auf, sondern auch meine Neuerwerbung.

» Scharfe Teile trägst du da. Sind die Schuhe neu? «, fragte Heike interessiert.

» Ja, die habe ich erst heute gekauft und ich muss sie noch etwas eintragen. «

» Wie heißt er? «, kam grinsend ihre nächste Frage.

» Was meinst du? «

» Komm schon, ich kenn dich doch. Du trägst solche Schuhe doch nicht ohne einen Grund. Rück schon raus mit deiner Überraschung! «

Als ich den Namen George Rooney erwähnte, dachte Heike zuerst ich wollte sie auf den Arm nehmen. Erst als ich ihr das Selfie mit George zeigte, glaubte sie mir. Und als ich ihr dann erzählte, dass wir am Abend mit ihm gemeinsam Essen würden, war sie völlig aus dem Häuschen. So aufgekratzt hatte ich Heike schon lange nicht mehr gesehen. Ich zeigte ihr, welches Kleid ich am Abend zu den Schuhen tragen wollte. Heike war völlig verblüfft und starrte mich ungläubig an. Eigentlich verständlich, denn ich war über mich selbst erstaunt.

» Sowas hätte ich dir gar nicht zugetraut. Steckt da etwa eine kleine Domina in dir? «, fragte Heike scherzhaft.

Aber ihre scherzhafte Frage hatte einen wunden Punkt bei mir getroffen. Nach dem Abend mit Karl und Beatrix hatte ich lange über meine Gefühle nachgedacht. Und auch wenn mir der Gedanke nicht gefiel, so musste ich mir doch eingestehen, dass ich das Bondage richtig genossen hatte. Dieses Spielchen hatte mir sogar so gut gefallen, dass ich es auf alle Fälle wiederholen wollte. Und am allerliebsten natürlich mit George. Ich versuchte Heike zu erklären, was mich innerlich bewegte und erzählte ihr von meinem kleinen Abenteuer. Sie bekam zuerst große Augen und verblüffte mich danach mit dem Geständnis, dass sie sowas auch schon mal ausprobiert hatte. Irgendwie fühlte ich mich dadurch besser. Vielleicht war ich ja doch nicht so abnormal wie ich dachte.

» Dieses Latexkleid sieht aber verdammt eng aus! «, meinte Heike, als sie es im Schrank entdeckte.

» Das ist es auch! «, bestätigte ich.

» Kann man damit überhaupt laufen? «

» Schlecht! Aber irgendwie hat das auch einen gewissen Reiz! «, merkte ich an.

» Ah ja, verstehe! «, murmelte Heike mit einem nachdenklichen Gesicht. Mich beschlich das Gefühl, dass sie sich gerade fragte, wie es wohl wäre dieses Kleid zu tragen.

» Möchtest du es mal anprobieren? «, fragte ich vorsichtig.

» Darf ich? «, kam mit glänzenden Augen zurück.

Natürlich durfte sie! Es war allerdings gar nicht so einfach, sie dort hinein zu bekommen. Ich kam mächtig ins Schwitzen, als ich versuchte den Reißverschluss Stück für Stück zu schließen. Diese Kraftanstrengung ließ mich noch mehr rätseln, wie Santini das bloß gemacht hatte. Als es endlich geschafft war, stand eine selig lächelnde nackt verpackte Heike vor mir. Ihre Rundungen wurden von dem Kleid ganz wunderbar betont und sie sah einfach zum Anbeißen aus.

» Junge ist das eng, ich kann mich kaum rühren! «, stöhnte Heike.

» Versuch mal ein paar Schritte zu laufen! «, forderte ich sie auf.

Etwas unbeholfen humpelte sie auf mich zu. Die Hüften wogten dabei hin und her und ihre Brüste hüpften leicht auf und ab. Vermutlich hatte ich in dem Kleid ein ganz ähnliches Bild abgegeben, was mir allerdings erst jetzt richtig klar wurde.

» Mein Gott ist das anstrengend. Und du bist so wirklich über das ganze Schiff gehoppelt? «

» Ich wurde ja nicht gefragt und mir blieb gar keine andere Wahl. Und stell dir dazu noch ein paar hohe Schuhe vor! «

» Lieber nicht! «, kicherte Heike. Aber ihre Augen schienen genau das Gegenteil zu sagen. Plötzlich ritt mich der Teufel und mir kam eine Idee.

» Wie wäre es, wenn ich dir das Schiff zeigen würde? «

» Gern, aber hol mich hier zuerst wieder raus! «, lachte Heike.

» Nein, ich denke so wäre es doch viel spaßiger! «, mit diesen Worten gab ich Heike einen kleinen Schubs, wodurch sie rückwärts aufs Bett fiel. Dann suchte ich mir ihr höchstes paar Pumps aus und zog sie ihr an. Schließlich stellte ich Heike wieder auf ihre Füße. Sie wankte bedenklich und hielt sich an mir fest um nicht umzufallen.

» Ich hatte auch vorher schon verstanden was du meinst. Diese Demonstration wäre nicht nötig gewesen! «, lachte sie noch immer.


Fortsetzung folgt!
109. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von *Gozar* am 22.01.19 20:15

Hi Blechhand

Tolle Geschichte!!!

Bin schon gespannt wie es weiter geht.

Für Dich zwei Portionen "Lob" und drei Portionen "Motivation"

Schneller, mehr, öfter, länger schreiben die Story ist echt klasse!!!

Gruß Gozar
110. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 23.01.19 05:07

Hallo Iron Fist,
Das hast du wieder eine tolle fortsetzung geschrieben. Es hat mir sehr viel spaß gemacht sie zu lesen und ich freue mich schon sehr auf den nächsten teil. Werden die beiden denn rechtzeitig zu ihrer verabredung kommen wenn sie so das schiff erkunden?

LG
Segu
111. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 23.01.19 18:20

Hi IronFist,

die beiden sind ja richtig auf heiße Abenteuer aus.

Wann kommt der nächste Teil?

jonnyf
112. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Lokmaus am 23.01.19 19:55

Danke IronFist
für die Super Fortsetzung, freue mich schon auf den Rundgang und den VIP-Bereich.
Gruß Lokmaus
113. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 23.01.19 22:21

Ja, der Dampfer nimmt Fahrt auf.
Wird immer spannender, der „teure“ Urlaub.

Keine Frage und ich bin dabei, in der ersten Reihe, dank Deiner Geschichte!

Hach jetzt bekomme ich bestimmt zu lesen, „Das ist gar kein Dampfer, kein SS...“
Aber hätte ich schreiben sollen, „Das Hochseekreuzfahrtschiff der XXXS-Helios 2-Klasse startet seine vier CATERPILLAR 16 VM 46 DF Motoren und beschleunigt exorbitant um dann auf die beiden Synchronmotoren AMS 1400 umzuschalten, was einen weiteren Geschwindikeitsschub zur Folge hat?“

Wie dem auch sei, die Geschichte gefällt!

Danke, Ihr_joe





114. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 27.01.19 19:30

Hallo *Gozar*,

freut mich, dass dir die Geschichte gefällt.

Aber schneller, mehr, öfter und länger?
Inzwischen solltest du wissen, dass ich ein Sadist bin und euch leiden sehen will.

Und warum zwei Portionen Lob und drei Portionen Motivation?
Gibt es für dieses Ungleichgewicht irgendeinen logischen Grund?


Hallo SeguAnimal,

schön dass du die Geschichte noch immer magst.

Mit deiner Frage hast du ein berechtigtes Problem angesprochen.
Für die Auflösung muss ich aber mal wieder auf den nächsten Teil verweisen. KEINE SPOILER!


Hallo jonnyf,

ja Heike führt sich gleich richtig gut ein.
Oder führt Sabine Heilke richtig ein?

Wie auch immer, für eine spannende Handlung kann das jedenfalls nur positiv sein.

Um Paulchen Panther zu zitieren: "Heute ist nicht aller Tage, ich komm wieder keine Frage!"
Und zwar wie immer am Dienstag!


Hallo Lokmaus,

mal sehen was der berüchtige VIP-Bereich zu bieten hat.

Vielleicht trifft es ja ein alter Werbeslogan: Spiel, Spaß, Spannung, Schokolade
Na ja mit der Schokolasde haut das nicht so ganz hin. Aber es ist ja auch nicht wirklich für Kinder gedacht.


Hallo Ihr_joe,

ich habe den Eindruck, dass du schon viel zu lange im Maschinenraum übernachtest.
Denn nur die wenigsten Passagiere dürften sich wirklich für den genauen Antrieb interessieren.

Der Name des Schiffs "MS Augenstern" deutet bereits darauf hin, dass es sich nicht um ein Dampf- sondern um ein Motorschiff handelt.

Und SS geht ja mal gar nicht.
Diese Typen haben auf dem Schiff absolut nichts verloren.

Also dann, volle Fahrt voraus!


LG
Fist
115. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 27.01.19 19:40

Hallo IronFist,

wie ich deinen Namen gelesen hatte, da dachte ich schon das es weitergeht.

Du schreibst echt ne tolle Story. Lass uns nicht zu lange zappeln....

Schönen Sonntag noch
116. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 27.01.19 22:08

Zz, zz, zz ich dachte doch nicht an die Jungs der Schutzstaffel, die so viel Ärger gemacht und gebracht haben, vielleicht ist es für manche Zeit sich daran zu erinnern.
Winter der Welt, hat Ken Folett sein Buch und die Zeit genannt, die wir Ihnen zu verdanken haben.

Aber in Zusammenhang mit den Schiffrn ist das natürlich ein Steamship also DIN Dampf Schiff...

Ihr_joe
117. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 27.01.19 23:38

Zitat

Und SS geht ja mal gar nicht.
Diese Typen haben auf dem Schiff absolut nichts verloren.

Also dann, volle Fahrt voraus!


LG
Fist




Das Doppel 'S' bezeiht sich auf einen alten Schiffstyp. Die Groch Frog, Das 'Flackschiff' der deutschen Mariene trägt auch in ihrer Bezeichnung ein doppel 'S'= Segelschiff!
Doppel 'S'= Segelschiff
DS = Dampfschiff
SDS= Segeldampfschiffe, oder DSS= Dampfsegelschiffe.
Da kam es drauf an, wo der Heimathafen war. Im deutschsprachigen Raum wurden sie als DSS bezeichnet,war der Heimathafen außerhalb war die Bezeichunung SDS.
Warum kann nicht mehr ermittelt werden.
TS= Turbienenschiff, ja die gab es mal in den 1900er Jahren. Dampfturbienen.
MS= Motorschiff
Heutige Schiffe werden als HMS bezeichnet= Hochleistungsmotorschiffe.

Die neuste Generation der Schiffe sind die GTS = Gasturbienenschiffe und GMS für Gasmotorschiffen.
Letzter sind für eine 'Oper von Verdi' unterwegs!
118. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 28.01.19 19:25

Hallo lot,

tut mir leid, dass ich dich enttäuscht habe.
Aber neue Teile darfst du von mir nur Dienstags erwarten.

Bei der Beantwortung von Kommentaren bemühe ich mich unterhaltsam zu bleiben.
Vielleicht gibts du ja auch meinen non-Story Posts eine Chance?


Hallo Ihr_joe,

die Herren mit den Totenköpfen sind ja nicht allein für diese dunkle Periode verantwortlich.

Sie waren eher die Spitze des Eisberges.
Zum Glück ist dieser Eisberg gekentert und die braune Chose dabei untergegangen.


Hallo Toree,

ich hätte nie gedacht, dass ich mit meinem Kommentar eine Diskussion über Schiffstypen auslösen würde.

International ist die Verwendung dieser Kürzel allerdings höchst unterschiedlich.

Wie schon erwähnt steht das SS im Englischen für Dampfschiffe.
Die US-Navy verwendet das gleiche Kürzel allerdings für Schiffe der U-Boot Klasse.
Und bei der britischen Marine steht das HMS für "Her (His) Majesty`s Ship".

Jetzt sind wir aber genug von Sabines Kreuzfahrt abgedriftet.

Mit den Verdi-Cruises war ich selbst schon in der Karibik unterwegs.
Und bei einigen Ausflugszielen finden sich eigene Eindrücke sogar in dieser Geschichte wieder.


LG
Fist
119. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von *Gozar* am 28.01.19 20:07

Juhu Eisen Hand

Nö! Einen "logischen" Grund gibt es nicht. Eine Portion mehr Motivation hat was mit schneller, öfter, länger, mehr zu tun



Gruß Gozar
120. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 29.01.19 17:09

Hallo IronmFist.

unterhaltsam und freundlich ist immer das was wir anstreben sollten
Und jeder bekommt immer eine Chance

Aber auch das will ich nicht verheimlichen: Juhu - heut ist Dienstag (und hoffentlich Story-Tag)
121. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 29.01.19 17:54

Hallo Iron-fist,
das wird ein interessanter Abend, 2 hübsche Frauen im VIP-Bereich und noch bei Essen mit einem Promi.
Wer weis außer dir was da alles passieren kann.
LG Alf
122. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 29.01.19 18:44

Juhu *Gozar*,

da die Geschichte bereits komplett fertig ist, hat meine Motivation nichts mehr mit "schneller, öfter, länger" zu tun. Sorry!

Vermutlich wäre ich auch gar nicht in der Lage in einem festen Turnus zu veröffentlichen, wenn ich gleichzeitig immer für Nachschub sorgen müsste.
Schließlich ist nicht immer die Zeit und Lust zum Schreiben vorhanden.

Sowas würde mich nur stark unter Druck setzen.
Und das möchte ich mir dann doch nicht antun.


Hallo lot,

schön zu hören, dass ich auch mit simplen Kommentaren eine Chance habe.

Aber du hast natürlich Recht, heute ist Story-Tag.
Und es ist nichts falsch daran, sich darauf zu freuen.


Hallo AlfvM,

passieren kann bei einem solchen Promi-Dinner sicher eine Menge.
Soll ich auch verraten was?


LG
Fist
123. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 29.01.19 18:55

Das wäre nicht schlecht.
124. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 29.01.19 19:13

Teil 11


» Vielleicht steckt ja tatsächlich eine kleine Domina in mir? «, grinste ich meine Freundin an. Dann hakte ich mich bei ihr ein und führte sie in Richtung Tür. Heike stutzte und versuchte wohl zu ergründen, ob ich einen Scherz gemacht hatte. Mir war klar, dass wir so keinen Schiffsrundgang machen konnten. Bis zum Abendessen mit George hätten wir dann wohl nicht einmal die Hälfte des Schiffes gesehen. Aber ich hatte einen Plan und wollte sehen wie meine Freundin darauf reagieren würde. Und ich muss zugeben, ich hatte auch Spaß daran Heike ein klein wenig zu necken.

» Ja wirklich witzig. Aber jetzt kannst du mich wieder aus dem Kleid herauslassen. Ich habe begriffen was du meinst! «, kicherte Heike weiterhin. Ihr Tonfall änderte sich aber schlagartig, als ich die Kabinentür öffnete.

» Spinnst du? Ich kann doch nicht so nackt über das Schiff laufen! «

» Wieso nackt, du bist doch vollständig bekleidet! «, erwiderte ich.

» Schon, aber … ach du weißt schon was ich meine! «, kam jetzt etwas verunsichert von Heike.

» Nein tut mir leid, das weiß ich nicht! «, mit diesen Worten zog ich Heike zu mir auf den Gang hinaus. Sie blickte sich um und schien erleichtert zu sein, dass niemand zu sehen war.

» Lass uns bitte wieder reingehen! «, flüsterte mir Heike besorgt zu.

» Aber das wäre doch langweilig! «, flüsterte ich zurück und zog dabei die Kabinentür zu. So langsam schien es Heike zu dämmern, dass ich sie nicht so einfach davonkommen lassen würde. Sie funkelte mich böse an, nahm eine aufrechte Haltung ein und erwiderte dann trotzig.

» Also schön, dann zeig mir mal das Schiff! «

Auch wenn Heike nun nach außen hin Stolz präsentierte, so wusste ich doch, dass es in ihr drin ganz anders aussah. Ich hatte mich Vorgestern ganz genauso gegeben, nachdem ich den ersten Schock verdaut hatte. Aber gleichzeitig hatte es mich auch mächtig angeturnt. Nun wollte ich herausfinden, ob es Heike vielleicht ebenso erging. Ich lief langsam den Gang entlang und Heike versuchte hoppelnd Schritt zu halten. Nach etwa 20 Metern hielt ich an und klopfte an die Kabinentür des Pärchens, welche mir am ersten Tag hier begegnet waren.

» Ist das die Kabine von George Rooney? «, fragte Heike etwas überrascht. Ich antwortete ihr nicht, sondern lief schnell wieder zurück zu unserer Kabine. Sie schaute mir nur fragend hinterher, als sich plötzlich die Kabinentür vor ihr öffnete. Heike schaute zuerst zur Tür und bekam dann auf einmal große Augen. Eine unwirkliche Stille entstand.

» Kann ich ihnen irgendwie helfen? «, fragte eine männliche Stimme. Von meiner Position aus konnte ich den Besitzer der Stimme zwar nicht sehen, aber ich konnte deutlich Heikes Reaktion erkennen. Sie stand mit offenem Mund da und ihr Blick wanderte langsam gen Süden. Ich musste schmunzeln ob ihres Verhaltens.

» Also … ich … äh … entschuldigen sie bitte, ich habe mich wohl in der Kabinentür geirrt! «, stammelte Heike heraus.

» Kein Problem! «, erwiderte die Stimme und dann schloss sich die Tür wieder. Heike machte ein urkomisches Gesicht, weshalb ich zu lachen begann.

» Der hat nur ein Hundehalsband getragen. Wer öffnet denn so die Tür? «, fragte Heike fassungslos. Dieser Ausspruch ließ mich noch mehr lachen.

» Er war völlig nackt und sein bestes Stück war direkt auf mich gerichtet. Kennst du den etwa? «, fuhr sie fort. Nun kugelte ich mich förmlich vor Lachen. Ich hatte angenommen, dass die Bewohner um diese Uhrzeit auf einem Ausflug sein würden. Es hatte einfach nur so eine Art Klingelstreich werden sollen, Anklopfen und Weglaufen. Und weil Heike nicht weglaufen konnte, wollte ich sehen was sie stattdessen machen würde. Aber dieser überraschende Ausgang des Streichs hatte sogar meine kühnsten Erwartungen übertroffen.

» Blöde Kuh! «, rief mir Heike zu, während sie in meine Richtung hoppelte. Aber dann musste auch sie lachen. Wir gingen zurück in unsere Kabine und ich erlöste sie von ihrer Qual. Obwohl meine Freundin eigentlich gar nicht so gequält aussah. Ganz im Gegenteil, auch Heike schien eine gewisse sexuelle Spannung verspürt zu haben. Am Ende hatte diese kurze Episode uns beiden Spaß gemacht. Heike zog sich ein paar luftige Freizeitklamotten an und schon konnte unser Schiffsrundgang beginnen. Da wir für die Fetisch Zone nicht passend gekleidet waren, musste ich diesen Teil des Schiffes jedoch auslassen. Aber das würden wir ein anderes Mal nachholen. In der Shopping Mall trafen wir auf Karl und Beatrix, die Arm in Arm einen Schaufensterbummel machten. Ich stellte ihnen Heike vor und entschuldigte mich auch dafür, dass ich sie am Vortag versetzt hatte. Die beiden schienen mir deshalb aber nicht böse zu sein. Zum Abschluss unseres Rundgangs genehmigten wir uns noch einen Cocktail an der Poolbar. Dort erzählte ich meiner Freundin ausführlich, was ich bisher so an Bord erlebt hatte. Und Heike klebte dabei an meinen Lippen.

» Sag mal hast du bei George Rooney irgendwelche Absichten? «, fragte sie mich irgendwann.

» Wieso? «, fragte ich zurück. Diese Frage hatte mich unvorbereitet erwischt und ich wollte etwas Zeit gewinnen.

» Du weißt, dass ich ein großer Fan von George bin. Aber wenn du an ihm interessiert bist, dann halte ich mich natürlich zurück! «

Ich war erleichtert das zu hören. Denn mit der besten Freundin um einen Mann zu konkurrieren, das konnte am Ende nur schlecht für uns beide ausgehen. Gegen 18 Uhr gingen wir wieder zurück zu unserer Kabine, um uns für den Abend vorzubereiten.

Das Lackkleid saß wie angegossen und verschaffte mir ein etwas strengeres Aussehen. Um diesen Eindruck zu verstärken, hatte ich meine Haare hochgesteckt und ein etwas dunkleres Makeup aufgelegt. Heike hatte mein Aussehen als gefährlich bezeichnet. Oder auch „die Domina sei erwachsen geworden“. Vielleicht waren diese Beschreibungen gar nicht so verkehrt, denn ich fühlte mich jetzt stark und gleichzeitig verführerisch. Allerdings stand mir Heike kaum nach. Nicht unbedingt in Richtung Domina, aber ihr Outfit war mindestens genauso sexy wie meins. Sie trug einen kurzen Minirock, der ihre schönen langen Beine wunderbar zur Geltung brachte. Dazu ein komplett durchsichtiges Oberteil, unter dem ein ziemlich knapper Leder BH zu sehen war. Heike zeigte noch deutlich mehr Haut als ich. Mit Sicherheit würde das auch bei George nicht seine Wirkung verfehlen. Aber auf ihr Versprechen konnte ich mich verlassen, sie würde mir heute Abend nicht in die Quere kommen.

Pünktlich um 8 Uhr klopfte es an unserer Kabinentür. Auf dem Gang stand eine ziemlich attraktive Blondine, die sich als Claudia vorstellte. Ich hatte diese Frau schon einmal gesehen, denn sie war eines der Groupies, welche mit George in dem Juweliergeschäft gewesen waren. Sollte sie etwa auch an dem Essen teilnehmen? Das gefiel mir ganz und gar nicht. Claudia trug einen langen weißen Arztkittel, schwarze Strümpfe und ein paar knallrote Pumps mit verdammt hohen Absätzen. Ein ziemlich merkwürdiges Outfit für ein Dinner in einem edlen Lokal. Aber vielleicht sollte sie uns auch nur abholen. Zumindest hoffte ich das. Claudia lief vor uns her und führte uns zum nächsten Aufzug. Sie zeigte beim Gehen einen völlig übertriebenen Hüftschwung und sie hatte eine merkwürdige Art ihre Schritte zu setzen. Das erinnerte mich ein wenig an ein Model auf dem Laufsteg. Diese Frau griff tief in die Trickkiste, wenn es darum ging verführerisch zu wirken. Wenn ich mit diesem Püppchen um George konkurrieren musste, dann gute Nacht. Trotz ihrer eher unvorteilhaften Kleidung machte diese Frau nämlich eine verdammt gute Figur. Ob ich da optisch überhaupt mithalten konnte? In diesem Fall musste ich das Blatt dann wohl auf die intellektuelle Art zu meinen Gunsten wenden. Mal schauen ob diese Claudia auch zu einer intelligenten Unterhaltung in der Lage war. Die unerwartete Konkurrenz machte mich allerdings noch nervöser, als ich ohnehin schon war.

Im Aufzug öffnete Claudia mit ihrer Schlüsselkarte ein Panel, hinter dem sich ein Touchscreen verbarg. Dort wurden nun auch Knöpfe für die Decks 5 bis 9 angezeigt. Deck 7 fiel farblich allerdings etwas aus dem Rahmen, denn dieser Knopf war wesentlich dunkler als die anderen. Hatte das irgendwas zu bedeuten? Claudia drückte den Knopf für Deck 9 und kurze Zeit später waren wir erstmalig im VIP-Bereich. Ein großer Mann stand neben dem Aufzug und musterte uns eindringlich. Claudia zeigte ihm die Schlüsselkarte mit dem aufgedruckten Namen von George.

» Diese beiden Damen sind heute Gäste von George Rooney! «, sagte Claudia zu dem Mann.

Er schaute auf einer Liste nach und nickte dann kurz. Offensichtlich war es seine Aufgabe sicherzustellen, dass keine Unbefugten den VIP-Bereich betraten. Vermutlich gab es vor jedem Zugang eine solche Kontrolle. Ich schaute mich ein wenig um. Hier schien es keine engen Gänge zu geben, wie auf dem Rest des Schiffes. Wir standen auf einer Art Plaza, in deren Mitte ein Brunnen leise vor sich hin plätscherte. Auf einem Sockel in der Mitte des Brunnens stand eine schwarze Frauenstatue, die erstaunlich lebensecht wirkte. Von der ungewöhnlichen Farbe vielleicht einmal abgesehen. Hoch über dieser Plaza war eine große Glaskuppel zu sehen, durch die tagsüber wohl das Sonnenlicht hereinschien. Dieser Lichtschacht musste also bis zum obersten Deck hinaufreichen. An den Wänden hingen Fotos von leicht bekleideten Damen in den unterschiedlichsten Posen. Vermutlich waren die meisten VIP männlich und die anzügliche Dekoration war wohl diesem Umstand geschuldet. Nicht unbedingt mein Geschmack, aber was soll‘s. Auf dem Weg zum Restaurant kamen wir jedoch an einem Foto vorbei, welches mich geradezu magisch anzog. Ich blieb davor stehen und betrachtete das Bild näher. Es zeigte eine schwarzhaarige Frau, deren Arme merkwürdig verdreht auf dem Rücken gefesselt waren. Ihre Handflächen lagen aufeinander und die Unterarme waren zusammengebunden worden. Man konnte meinen diese Frau würde gerade beten, allerdings mit den Armen hinter ihrem Körper. Ohne genau zu wissen warum, faszinierte mich dieses Foto. Diese Position sah extrem unbequem aus, wenn sie nicht sogar schmerzhaft war. Aber trotzdem regte mich dieses Bild irgendwie an. Wollte ich so gefesselt werden? Nein, ganz bestimmt nicht! Denn so gelenkig wie diese Frau war ich beileibe nicht. Ich kehrte aus meinen Gedanken zurück und hastete Claudia und Heike hinterher, die bereits einige Meter voraus waren. Über einer Tür entdeckte ich den Schriftzug „Lucky Loser“. Was für ein merkwürdiger Name für ein Lokal. Konnte das vielleicht auch ein Spielcasino sein? Aber welcher Spieler bezeichnete es schon als Glück wenn er verlor.

Kurze Zeit später hatten wir das Restaurant Oceanview erreicht. Das Lokal sah ziemlich teuer aus, eigentlich nicht weiter verwunderlich in einem VIP-Bereich. Die Wände waren mit edlen Hölzern vertäfelt und auf dem Boden lagen teuer aussehende Teppiche. Von der Decke hingen glitzernde Kristallleuchter, die hier vom Stil her eigentlich nicht so ganz hinpassten. Aber vermutlich waren sie teuer und nur das war wirklich wichtig. Am auffälligsten war jedoch, dass dieses Restaurant nur sehr wenige Tische zu haben schien. Sie standen ziemlich weit auseinander und wurden durch Pflanzen voneinander abgetrennt. Privatsphäre schien hier extrem wichtig zu sein. Und zwischen all den Pflanzen standen noch mehr von diesen komischen schwarzen Statuen. Als ich an einer dieser Figuren vorbeiging, roch es irgendwie leicht nach Gummi. Waren diese Figuren etwa aus Gummi gefertigt? Oder konnte dieser Geruch vielleicht von den Pflanzen kommen? Wie auch immer, denn jetzt hatten wir den Tisch von George erreicht.

» Hallo Sabine, schön dich zu sehen! «, mit diesen Worten umarmte mich George herzlich.

» Und du bist dann wohl Heike, freut mich dich kennenzulernen. Nenn mich einfach George! «

Während wir ein paar Höflichkeiten austauschten, erzählte George enthusiastisch, wie sehr er sich auf den gemeinsamen Abend gefreut hatte. Dabei machte er jede Menge Komplimente über unser gutes Aussehen. Heike hatte er bereits im Sturm erobert und meine Freundin errötete sogar ein wenig. Sein Lächeln war einfach entwaffnend und seine freundliche Art zeigte nicht die geringste Spur von Arroganz. Er gab hier nicht den großen Hollywood-Star sondern war einfach nur wie du und ich. Allerdings gab es auch eine Kleinigkeit, die mich störte. George hatte beim Kellner einfach ein Hummer Menü für alle bestellt, ohne uns auch nur zu fragen. Ich entschied schon noch gerne selbst, was ich essen wollte. Und außerdem hatte ich auch keine Ahnung wie man einen Hummer überhaupt aß. Da ich aber nicht die gute Stimmung verderben wollte, hielt ich einfach meinen Mund. Claudia hatte zur Rechten von George Platz genommen und ich saß zu seiner Linken. Ich war etwas angesäuert, dass dieses Groupie hier mit am Tisch saß. Aber ich wollte es mir nicht anmerken lassen und machte auch hier gute Miene zum bösen Spiel. Und es sollte sogar noch schlimmer für mich kommen. Denn Claudia war nicht das hübsche blonde Dummchen, für das ich sie gehalten hatte. Sie war intelligent, humorvoll und unglaublich charmant. George schwärmte geradezu von ihr, weshalb ich Eifersucht in mir aufkommen spürte. Claudia die erfolgreiche Apothekerin, pah wen interessierte das schon? Neben dieser Frau fühlte ich mich irgendwie minderwertig, wie sollte ich nur mit ihr mithalten können? Heike hatte bemerkt, dass ich immer stiller wurde und versuchte mir zu helfen. Sie verwickelte Claudia in ein Gespräch, damit ich ungestört mit George reden konnte. Es war immer gut eine Freundin an seiner Seite zu wissen. Und Heikes Plan funktionierte tatsächlich, denn mein Gespräch mit George entwickelte sich ganz langsam zu einem Flirt. Leider kam dann zur unpassendsten Zeit das Essen und wir mussten unseren Flirt unterbrechen. George war so freundlich mir zu zeigen, wie man am besten an das Hummerfleisch herankam. Und ich musste zugeben, dass es wirklich köstlich schmeckte. Genauso wie auch der Wein, den George dazu bestellt hatte. Vermutlich kostete dieses Menü ein kleines Vermögen, aber George konnte sich das sicher mühelos leisten. Mein anfänglicher Ärger war inzwischen verraucht und ich begann den Abend in vollen Zügen zu genießen.


Fortsetzung folgt!
125. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 30.01.19 13:18

...schön, dass in Deiner Story auch nicht immer alles perfekt abläuft, so wie auch im richtigen Leben...
126. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Rainman am 30.01.19 21:29

Hallo IronFist.

Langsam nimmt deine Geschichte ja fahrt auf.
Bin ja mal gespannt, was du den beiden Freundinnen noch alles antust.


MfG Rainman
127. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 31.01.19 00:29

Ja, ganz langsam kommt sie in Fahrt...
Aber lach...

Zitat

... verraucht und ich begann den Abend in vollen Zügen zu genießen.


Wie kann es sein, dass man auf einem Schiff ist und doch in einem vollen Zug, nein sogar im Plural in Zügen, ist es da nicht zu eng um zu genießen!

Vielen Dank, für den gelungenen Lesespaß,
der ungezogene
Ihr_joe

128. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 02.02.19 19:19

Hallo AlfvM,

zumindest kennst du nun den harmlosen Teil des Dinners.
Manchmal kann ich aber auch wirklich gemein sein.


Hallo FE,

mir ist nicht so ganz klar, was du mit deinem Kommentar genau gemeint hast.
Vielleicht die Anwesenheit von Claudia?

Wie heißt es immer so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft!
Ob das aber auch im zwischenmenschlichen Bereich gilt?


Hallo Rainman,

wie kommst du nur darauf, dass ich den Ladies etwas antun könnte.

Ich sitze hier in Deutschland tausende Kilometer vom Geschehen entfernt.
Mit anderen Worten, ich bin die Unschuld in Person.


Hallo Ihr_joe,

das ist bestimmt der berühmte Trans-Karibik-Express, der unter Wasser von Insel zu Insel fährt.

Mag sein, dass es dabei einiges an Fischen zu bewundern gibt.
Aber warum Sabine einen überfüllten Zug genießt, das verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht.


LG
Fist
129. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 05.02.19 19:04

Teil 12


Als wir gerade bei der Nachspeise waren, wurde ein neuer Gast von gleich 3 Kellnern zu seinem Tisch geleitet. Der Mann hatte eine schlanke Figur und war etwa 40 Jahre alt. Er besaß kurze dunkle Haare und hatte ein kleines Bärtchen. Sein dunkler Anzug wirkte sehr elegant und war bestimmt extrem teuer. Das gleiche konnte man sicher auch von der Kleidung seiner Begleiter behaupten. Die beiden kräftig gebauten Herren wirkten allerdings eher bedrohlich als elegant. Denn sie beobachteten misstrauisch das gesamte Lokal und seine Besucher. Ich bekam den Eindruck, als hätte soeben ein Mafia Boss mit seinen Gorillas den Laden betreten. Und als mich die stahlgrauen Augen des Paten ganz kurz streiften, lief es mir eiskalt den Rücken hinunter. George hatte meinen Blick bemerkt und begann zu erklären.

» Das ist Fürst Ferdinand II und er gehört einem uralten Adelsgeschlecht an. Seine Familie ist im 19. Jahrhundert verarmt und musste all ihre Besitztümer verkaufen. Aber Ferdinand hat mit zwei Softwarefirmen ein Vermögen verdient und er konnte den Familienstammsitz in der Steiermark wieder zurückkaufen. Vermutlich war seine Familie noch nie so wohlhabend wie heute und er dürfte wohl auch mit Abstand der reichste Mann hier an Bord sein. Zusammen mit seiner Entourage bewohnt er das gesamte Deck 7 im VIP-Bereich. «

Aus Georges Stimme klang eine gewisse Bewunderung für den Mann. Mir machte er hingegen eher Angst, auch wenn er kein Mafiosi war. Kurz darauf sah ich mich in diesem Gefühl sogar noch bestätigt. Ein dritter Begleiter von Ferdinand kam in mein Blickfeld. Dieser unterschied sich nicht wesentlich von den anderen beiden Männern, aber er hielt eine Leine in seiner Hand. Und der Anblick des anderen Endes dieser Leine, ließ mich in eine Schnappatmung verfallen. Eine nackte Frau kroch auf allen Vieren hinter ihm her. Man hatte ihre Arme und Beine so fixiert, dass sie auf Ellenbogen und Knien laufen musste. Ihre Haut wirkte unnatürlich weiß, so als ob sie gefärbt worden wäre. Und aus ihrem Hintern ragte ein plüschiges weißes Schwänzchen, welches neckisch hin und her wedelte. Die großen Brüste mit den weit aufgerichteten Nippeln berührten beim „Laufen“ fast den Boden. Selbst ihre Haare waren nicht verschont worden, denn sie hatte einen schneeweißen Wuschelkopf mit winzigen Pudellöckchen. Um den Hals trug sie ein Stachelhalsband, an dem die Leine endete. Ich war völlig sprachlos. Warum ließ sich diese Frau hier wie ein Hündchen Gassi führen? Das war entwürdigend! Sowas machte sie doch sicherlich nicht freiwillig, oder? George hatte meinen Schock gesehen und fuhr mit seinen Erläuterungen fort.

» Dieser niedliche Pudel dort hat Ferdinand vorgestern im Lucky Loser herausgefordert. Und wie unschwer zu erkennen ist, hat sie am Ende verloren. Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist ihr Name Beate. Sie hatte eine ziemlich große Klappe, aber offensichtlich hat Ferdinand sie ein wenig gezähmt. «

George lachte über seinen eigenen Witz und Claudia stimmte in sein Lachen mit ein. Ich konnte allerdings überhaupt nichts Komisches an dieser Sache finden. Und Heike ging es anscheinend ebenso. Plötzlich kam mir ein Gedanke. Konnte das vielleicht die Beate sein, die mir am Pool über das Schiff berichtet hatte? Ich schaute mir den Pudel noch einmal genauer an und stellte mit Erschrecken fest, dass ich diese Frau tatsächlich kannte. Unglaublich wie sie sich verändert hatte. Ihre Brüste kamen mir jetzt deutlich größer vor und von den leicht gewellten braunen Haaren war auch nichts mehr zu sehen. Dieses Makeover war nicht gerade zu ihrem Vorteil ausgefallen. Beate hatte mir erzählt, dass sie im VIP-Bereich gerne einmal Mäuschen spielen würde. Jetzt spielte sie das Hündchen, aber ich bezweifelte, dass sie ihre Aussage so wörtlich gemeint hatte.

» Was ist denn daran bitte so lustig? Siehst du denn nicht, was dieser Perverse ihr angetan hat? «, fragte ich George verärgert. Er hörte augenblicklich auf zu lachen und antwortete mir dann völlig ernst.

» Glaub mir Sabine, er hat ihr überhaupt nichts angetan. Diese Beate wusste ganz genau was sie tat. Ferdinand hat ihr haarklein erklärt, was er mit ihr machen würde, falls sie gegen ihn verlieren sollte. Und ehrlich gesagt habe ich sogar den Verdacht, dass sie absichtlich verloren hat. Denn sie hat sich bei dem Spiel nicht besonders geschickt angestellt. Auch wenn du es dir vielleicht nicht vorstellen kannst, aber es gibt Leute, die durchaus Spaß an solchen Rollenspielen haben. Und wenn ich mir dieses Hündchen so anschaue, dann habe ich den Eindruck, dass sie ihre Situation durchaus genießt. «

Konnte George vielleicht Recht haben? Die steifen Nippel von Beate schienen seine These zu unterstützen. Allerdings konnte ihr auch einfach nur kalt sein. Aber würde man bei so einem Spiel überhaupt mitmachen, wenn man bei einer Niederlage solche Konsequenzen fürchten musste? Ich hätte da ganz sicher nicht mitgespielt. Als das Hündchen mit wedelndem Schwanz an unserem Tisch vorbeigeführt wurde, hatte ich den Eindruck ein leises Kläffen vernommen zu haben. Es schien tatsächlich so zu sein, dass Beate ganz in ihrer Rolle aufging. Auch wenn ich sie nicht näher kannte, so hätte ich ihr sowas trotzdem nicht zugetraut. Vielleicht lag das aber auch einfach daran, dass ich dieses Rollenspiel als bizarr und erniedrigend empfand.

Schon bald hatte ich die merkwürdige Begegnung vergessen und ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf George. Unser Flirt wollte aber irgendwie nicht mehr so in Gang kommen, wie noch vor dem Essen. Eine halbe Stunde nach dem Mahl verkündete George schließlich, dass er ein kleines Showprogramm bestellt habe. Mister Tanaka würde seine Shibari Künste vorführen.

» Shibari? Was ist das, eine asiatische Kampfsportart? «, fragte ich.

» Nein Sabine, das ist die japanische Kunst des Fesselns! «, erklärte George.

Jetzt war ich aufgeregt, denn dies entsprach schon eher meinem erotischen Geschmack. Obwohl ich vor ein paar Tagen wohl noch die Stirn über diese „Kunst“ gerunzelt hätte. Aber die persönliche Erfahrung damit, hatte meine Sichtweise völlig verändert. Ob das bei dem Hündchen Rollenspiel vielleicht genauso wäre? Unsinn, sagte ich mir und schob den Gedanken schnell wieder beiseite. Drei Männer bauten ein Gestell auf, welches mich ein wenig an eine Kinderschaukel erinnerte. Nur das an diesem Gestell keine Schaukel hing. Auf der linken Seite hing an einem Seil ein großer Metallring und auf der anderen Seite des Gestells war mit drei Seilen ein dickes Bambusrohr horizontal aufgehängt worden. Als der Aufbau abgeschlossen war erschien ein kleiner asiatisch aussehender Mann. Er hatte schwarzes Haar und trug einen weiten Kimono. Das musste wohl Mister Tanaka sein. Der Shibari Meister machte erst eine Verbeugung und sagte dann irgendwas auf Japanisch. George legte die Hände aufeinander, senkte seinen Kopf und antwortete dann in derselben Sprache. Ich war verblüfft, sprach George etwa auch noch Japanisch? Er gab Claudia ein Zeichen, woraufhin diese sich von ihrem Stuhl erhob und langsam den Kittel aufknöpfte. Sie ließ erst den Arztkittel zu Boden gleiten und stolzierte danach aufreizend zu Mister Tanaka. Was für ein Bild diese Frau abgab. Alles was sie unter dem Kittel getragen hatte, war ein Strumpfhalter mit Strapsen, ansonsten war sie völlig nackt. Ihr Busen war zwar nicht übermäßig groß, aber er war fest und die Nippel waren voll aufgerichtet. Und sie hatte auch eine wirklich atemberaubende Figur. So ungern ich das zugab, aber diese Frau sah einfach klasse aus. Einen gewissen Neid konnte ich nicht verhehlen.

Mister Tanaka hatte einen ganzen Stapel von Seilen mitgebracht. Er begann damit die Handgelenke von Claudia hinter ihrem Rücken zusammenzubinden. Und man konnte sofort erkennen, dass Tanaka im Fesseln sehr geübt war, denn er war dabei deutlich schneller als Karl vor zwei Tagen. Ruck zuck waren Claudias Hände unbrauchbar geworden. Als nächstes zog er ihr die Handgelenke auf die rechte Seite und führte das Seil zwischen ihren Brüsten hindurch über die linke Schulter. Schließlich verknotete er das Seilende wieder mit ihren Handgelenken. Die Hände von Claudia wurden dadurch an ihrer rechten Hüfte fixiert. Tanaka machte gleich mit dem nächsten Seil weiter. Er schlang es Claudia mehrfach um ihre Taille und verknotete es dabei mit dem ersten Seil. Dieses zweite Seil saß ziemlich straff und verpasste Claudia eine Wespentaille. Ich war neugierig was als nächstes kommen würde. Denn wenn Tanaka in diesem Tempo weitermachte, dann wäre Claudia bald nur noch ein fest verschnürtes Paket. Und somit auch keine Konkurrenz mehr für mich, dachte ich schmunzelnd. Das dritte Seil wickelte Tanaka oberhalb der Brüste um ihren Körper und zwar so, dass auch ihre Oberarme gleich mit fixiert wurden. Kurz darauf schlang sich das vierte Seil auf die gleiche Weise knapp unterhalb der Brüste um Claudias Körper. Ihr Busen wurde nun von einer Art Seil-BH umrahmt. Irgendwie sah das merkwürdig aus. Wie würde sich ein derart ungewöhnlicher BH wohl tragen? Das fünfte Seil verknotete Tanaka hinten an dem Seilgeflecht und fädelte es dann durch den großen Metallring über seinem Kopf. Als er an dem Seilende zog wurde Claudia in eine aufrechtere Position gezwungen. Am Gesichtsausdruck ließ sich aber erkennen, dass sie diese Behandlung durchaus genoss. Schnell war das Ende fixiert und Tanaka griff nach dem sechsten Seil. So langsam wurde mir klar, warum man das die Kunst des Fesselns nannte. Die Art und Weise dieser Fesselung hatte tatsächlich etwas Ästhetisches. Tanaka ging auf ein Knie und legte sich dann ihr rechtes Bein auf die Schulter. Danach wickelte er das sechste Seil knapp oberhalb des Knies um Claudias Bein. Sie wankte hin und her, konnte aber nicht mehr umfallen, weil sie an dem Metallring hing. Kurze Zeit später stand Tanaka wieder auf und fädelte auch das sechste Seil durch den Metallring. Er zog solange daran, bis Claudias Knie auf Höhe ihrer Brüste war. Diese Position sah ziemlich unbequem aus. Mit einem Bein am Boden hing sie jetzt leicht schräg in den Seilen. Und ihre intimsten Stellen wurden dem Publikum nun ganz offen präsentiert. Tanaka fixierte das Seil und gab ihr einen Klaps auf den Po. Claudia begann zu stöhnen und es bestand kein Zweifel daran, dass sie Spaß an dieser Vorführung hatte. Aber natürlich sollte auch ihr zweites Bein nicht verschont bleiben. Das siebte Seil wickelte Tanaka um ihre Knöchel und zog es danach durch den Metallring. Auf diese Weise schickte er Claudia zum Fliegen. Sie hing irgendwie merkwürdig verdreht in den Seilen. Ihr linker Fuß wurde immer weiter nach oben gezogen, bis sie irgendwann eine horizontale Position erreicht hatte. Die Knie waren jetzt auf gleicher Höhe. Während aber ihr rechter Fuß nach unten abgewinkelt war, reckte sich der linke weit nach oben. Nachdem Tanaka auch das letzte Seil fixiert hatte, gab er Claudia einen Schubs und ließ sie dadurch an dem Metallring rotieren. Jetzt fuhr sie Karussell und ihre langen Haare flogen wild durch die Luft.

Tanaka machte eine tiefe Verbeugung in Richtung unseres Tisches und erntete begeisterten Applaus. Ich hatte noch nie zuvor solch eine Vorstellung gesehen. Und ich hätte auch nie gedacht, dass man aus einem Fesselspiel eine derart unterhaltsame Show machen konnte.

» Wie steht es mit euch beiden? Mister Tanaka hat noch einen Platz frei, wollt ihr es vielleicht auch einmal ausprobieren? «, fragte George an Heike und mich gerichtet. Meine Freundin schaute mit leuchtenden Augen zu dem leeren Bambusrohr.

» Ich lasse Sabine den Vortritt! «, verkündete sie jedoch.

Sollte ich wirklich? Im Moment war Claudia außer Gefecht gesetzt und ich konnte unbesorgt mit George flirten. Aber die Aussicht so kunstvoll verschnürt zu werden, war ebenfalls sehr verlockend. Wie würde sich das wohl anfühlen? Ich konnte einfach nicht widerstehen und stimmte zu. George sagte irgendwas auf Japanisch zu Mister Tanaka und dieser antwortete mit einer kurzen Verbeugung. Was hatte das zu bedeuten? Hatte ich gerade einen Fehler gemacht?

Als erstes legte mir Tanaka die Schlaufe eines Seils um den Hals. Die beiden Seilenden hingen locker vor meinem Körper und Tanaka machte drei kunstvolle Knoten hinein, die ein wenig wie kleine Brezel aussahen. Diese drei Knoten saßen oberhalb und unterhalb meiner Brust, sowie knapp unter meinem Bauchnabel. Urplötzlich schob Tanaka meinen Rock nach oben. Meine Reaktion war spontan und instinktiv.

» Hey, was soll das? «, fuhr ich ihn den Japaner an und schob meinen Rock sofort wieder nach unten. Tanaka machte erst ein überraschtes Gesicht und überschüttete mich danach mit einem unverständlichen Wortschwall.

» Willst du lieber aussteigen? «, fragte George.

» Nein, aber es gibt überhaupt keinen Grund, dass mir dieser Kerl unter den Rock schaut! «

» Das wird aber nicht anders gehen, denn dein Rock ist beim Fesseln im Weg! «

» Aber ich hab doch nichts drunter! «, flüsterte ich George zu.

» Umso besser! «, flüsterte er mit einem Grinsen zurück. Auch Heike hatte plötzlich ein Schmunzeln im Gesicht. Sie saß auf meinem Platz und filmte mich mit ihrem Handy.


Fortsetzung folgt!
130. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 05.02.19 19:44

...wieder "Daumen hoch" für die Folge...
131. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 06.02.19 13:31

Super weiter geschrieben und danke fürs einstellen.
132. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 07.02.19 19:04

Hallo FE,

da habe ich ja noch einmal Glück gehabt.

Im alten Rom hätte ein Daumen runter ziemlich unangenehme Folgen.
Morituri te salutant!


Hallo Trucker,

immer wieder gerne.
Und natürlich auch danke für dein Lob.


LG
Fist
133. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Rainman am 08.02.19 03:20

Zitat
wie kommst du nur darauf, dass ich den Ladies etwas antun könnte.

Ich sitze hier in Deutschland tausende Kilometer vom Geschehen entfernt.
Mit anderen Worten, ich bin die Unschuld in Person.



Tu du nur so Unschuldig.
Das glauben wir (deine Leser) nicht.
Weil eine Story schreibt sich nicht von alleine. Und deine 2 Probandinnen haben da keine Zeit für!



LG Rainman
134. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 08.02.19 19:05

Hallo Rainman,

was hast du nur für eine Meinung über mich.
Probandinnen hört sich ja so an, als ob ich Sabine und Heike als Versuchskaninchen missbrauchen würde.

Du hältst mich wohl für Dr. Jekyll, der sich beim Schreiben in Mr. Hyde verwandelt.


LG
Fist
135. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 11.02.19 20:58

Das Dinner ist zu Ende, der Abend aber nicht.
Auf die Überraschungen die du uns noch vorenthältst freue ich mich.
VLG Alf
136. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 12.02.19 05:43

du hast wieder Toll geschrieben. Ich freue mich schon sehr darauf zu erfahren was der Fesselkünstler alles so anstellt.
137. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 12.02.19 18:39

Hallo AlfvM,

es ist doch nicht so, dass ich euch etwas vorenthalten würde.
Ich verfahre nur nach dem Motto: Alles zu seiner Zeit!


Hallo SeguAnimal,

mit Claudia hat Mister Tanaka ja bereits ein "Wild" erlegt.
Mal schauen wie sich Sabine so als Trophäe macht.


LG
Fist
138. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 12.02.19 19:10

Teil 13


Ohne groß darüber nachzudenken hatte ich einfach gehandelt. Schließlich kannte ich diesen Tanaka doch überhaupt nicht. Wäre es George gewesen, dann hätte ich mich sicher nicht beschwert. Aber was hatte ich bei dieser Vorführung eigentlich anderes erwartet? Als Bondage Modell war meine Reaktion wohl ziemlich daneben gewesen. Ich sagte George, dass ich weitermachen wollte und er übersetzte meine Worte für Mister Tanaka. Der Shibari Meister griff erneut nach meinem Rock, zögerte dann kurz und blickte mir tief in die Augen. Nickend bestätigte ich ihm, dass er fortfahren sollte. In der Folge wanderte mein Rock zum zweiten Mal nach oben und ich stand unten ohne da. Es war ein merkwürdiges Gefühl halbnackt mitten in einem Restaurant herumzustehen. Und dieses Gefühl wurde Sekunden später noch deutlich intensiviert. Tanaka führte die Seilenden zwischen meinen Beinen hindurch und zog sie hinten wieder nach oben. Das Seil teilte meine Schamlippen und grub sich tief in die Pospalte. Überrascht japste ich auf. Eigentlich war es nicht unangenehm, aber so wurde mir meine Nacktheit noch mehr verdeutlicht. Nun fummelte Tanaka an meinem Rücken herum. Keine Ahnung was er da machte. Vielleicht formte er ja auch hinten diese seltsamen Zierknoten. Plötzlich verspürte ich einen Zug an der Seilschlaufe um meinen Hals. Vermutlich hatte Tanaka das Seil dort hindurch gefädelt. Als nächstes wurden die Seilenden links und rechts unter meinen Armen hindurch nach vorne gezogen. Auf Höhe der Brust fädelte er die Enden mittig zwischen den beiden Knoten hindurch. Und kurz danach zog er die Seilenden auch schon wieder nach hinten. Über meiner Brust bildete das Seil nun eine hübsch aussehende Raute. Aber ich wurde von einer ganz anderen Auswirkung noch wesentlich mehr überrascht. Der Druck auf meine intimste Stelle hatte sich erhöht und ich merkte wie mir langsam warm wurde. Tanaka fuhr in dieser Art fort. Das Seil wanderte von hinten nach vorn und wieder zurück. Ich hatte nun eine zweite Raute vor meinem Bauch und ich vermutete, dass es auf der Rückseite genauso aussehen würde. Stück für Stück erhöhte sich dabei der Druck auf meine Muschi. Merkwürdige Gefühle überfielen mich, die ich nicht so recht einordnen konnte. Aber sie waren definitiv positiver Natur. Schließlich schien der erste Teil meiner Fesselung abgeschlossen zu sein. Es sah wirklich hübsch aus, ein Netz aus Seilen spannte sich nun über meinen Körper. Und wie bei Claudia waren meine Brüste nun ebenfalls von Seilen umrahmt. Jetzt hatte auch ich meinen eigenen Seil-BH. Allerdings war ich bisher kaum in meinem Bewegungsspielraum eingeschränkt. Das sollte sich aber schnell ändern.

Tanaka deutete an, dass ich meine Arme hinter dem Rücken verschränken sollte. Kurz darauf waren meine Unterarme miteinander fixiert. Er hatte allerdings nicht nur meine Arme zusammengebunden, sondern sie auch irgendwie an dem Seilnetz fixiert. Wenn ich meine Arme jetzt bewegte, dann merkte ich deutlich, wie sich der Druck auf meinen Schritt erhöhte. Nun spürte ich wieder diese Hilflosigkeit und erneut machte mich die Situation an. Ganz langsam breitete sich ein Kribbeln in meinen südlicheren Regionen aus. Auf Höhe meiner Schulterblätter verband Tanaka ein weiteres Seil mit dem Geflecht. Er führte es über das Bambusrohr und dann wieder zurück zu meinem Rücken. Plötzlich spürte ich einen Zug nach oben und ich merkte wie die Belastung auf meine Füße nachließ. Jetzt hing ich halb an dem Seil, auch wenn meine Füße noch den Boden berührten. Ich erwartete jeden Moment abzuheben, allerdings passierte nichts dergleichen. Denn dieses Seil war nur als Sicherung gedacht, weil sich Tanaka als nächstes um meine Beine kümmern wollte. Er kniete vor mir und wickelte mehrere Lagen Seil um meine Beine. Zuerst knapp oberhalb meiner Knie und danach an meinen Knöcheln. Sein Kopf war auf Höhe meines Schritts und ich fragte mich, ob er meinen erregten Zustand bemerkt hatte. Vermutlich war das aus dieser Entfernung kaum zu übersehen.

Jetzt konnte ich mich kaum noch rühren und ich genoss das Gefühl. Ich schob meine Hüfte sanft vor und zurück, um mich an dem Seil zu reiben. Jedoch war die Wirkung viel zu gering, um dadurch einen Orgasmus erreichen zu können. Tanaka verknotete hinten drei weitere Seile mit meiner Fesselung. Und zwar an den beiden Beinfesselungen und knapp oberhalb meines Pos. Die drei Seile führte Tanaka über das Bambusrohr, bis er alle Enden wieder in Händen hielt. Vermutlich würde es gleich ernst für mich werden. Der Shibari Meister trat vor mich, dann packte er plötzlich meine Beine und zog sie nach hinten weg. Ich schrie erschreckt auf, weil ich fürchtete hinzufallen. Aber natürlich passierte nichts dergleichen. Tanaka hob meine Beine immer höher und gleichzeitig schien er an den Seilenden zu ziehen. Irgendwann war ich in der Horizontalen angekommen und starrte auf den Teppich. Während der Japaner noch damit beschäftigt war die Seile zu verknoten, versuchte ich meine Gefühle zu sortieren. Es war als ob ich auf dem Bauch in einer Hängematte liegen würde. Allerdings ohne dabei durchzuhängen und auch wesentlich restriktiver. Ich konnte mich kaum rühren, aber dieses Herumhängen war trotzdem erstaunlich bequem. Keines der Seile schnitt sich unangenehm in meine Haut ein. Vielleicht einmal abgesehen von meinem Schritt. Aber auch dort war es nicht wirklich unangenehm sondern eher anregend. Ich legte den Kopf in den Nacken und schaute zu Heike. Sie war noch immer am filmen und gab mir einen Daumen nach oben. George flüsterte ihr irgendwas ins Ohr und Heike begann zu kichern. Sie flüsterte zurück und George nickte zustimmend. Was hatten die beiden da zu tuscheln? Hatte Heike etwa doch eigene Absichten bei George? Plötzlich wurde mein Kopf nach unten gedrückt und ein Vorhang aus Haaren senkte sich vor mir. Tanaka musste meine Haarklammern gelöst haben. Jetzt konnte ich außer dem Teppich überhaupt nichts mehr sehen. Verdammt! Hoffentlich hatte mich Heike nicht reingelegt und auf elegante Weise gleich beide Konkurrentinnen ausgeschaltet. Ich hörte Applaus vom Tisch und vermutete, dass Tanakas Show damit beendet war. Würden wir jetzt wieder losgemacht werden? Eine ganze Zeit lang geschah gar nichts und ich war hin und her gerissen, ob ich meine Lage genießen oder ob ich mir Sorgen wegen Heike und George machen sollte. Doch dann näherten sich Schritte.

» Du bist wirklich ein süßes kleines Päckchen. Ob man dich so auch per Post verschicken könnte? «, hörte ich Heikes Stimme lachen.

» Lass die Finger von George! «, antwortete ich angesäuert ihren Füßen.

» Aber aber, wer wird denn in einem solchen Ton sprechen, wenn er in deiner Lage ist! «, mit diesen Worten verpasste mir Heike lachend einen Klaps auf den Hintern. Dann erschien ihr Gesicht in meinem Blickfeld und sie flüsterte mir zu.

» Mach dir wegen mir keine Sorgen. Wir sind Freundinnen und ich würde dich niemals betrügen. George hat noch eine kleine Überraschung für dich. Ich wünsch dir viel Spaß dabei! «

Dann verschwand ihr Gesicht wieder und die Schritte entfernten sich. Die Worte von Heike hatten mich beruhigt. Wie hatte ich eigentlich nur an ihr zweifeln können? Und von welcher Überraschung hatte sie da wohl gesprochen? Plötzlich streichelte eine Hand über die Rückseite meiner Beine. War das George? Ganz langsam arbeiteten sich diese Berührungen von meinen Waden nach oben vor. Aber kurz bevor die Finger meinen Po erreichten stoppten sie.

» Nicht aufhören! «, stöhnte ich.

» So, warum denn? «, hörte ich die Stimme von George sagen. Was für eine blöde Frage, das war doch wohl offensichtlich.

» Nicht aufhören! «, wiederholte ich etwas fordernder.

» Dafür musst du schon meine Frage beantworten. Gefällt es dir etwa? «

» Ja, verdammt. Bitte mach weiter! «, bettelte ich verzweifelt.

George lachte über meine Reaktion. Dann fummelte er an meiner Rückenfesselung herum. Irgendetwas Kaltes lag jetzt auf meinem Po. Kurz darauf hörte ich ein leises Brummen und verspürte Vibrationen an meinem Hintern. Das allein war schon ein ziemlich aufregendes Gefühl, aber dieser Vibrator versetzte zusätzlich auch noch das Seil in meinem Schritt in Schwingungen. Und dort schienen die Vibrationen direkt auf mein Lustzentrum auszustrahlen.

» Oh Gott! «, entfuhr es mir unbewusst.

Georges Hände streichelten zärtlich über Beine und Po und der Vibrator trieb mich immer weiter auf einen Höhepunkt zu. Ich japste und sehnte mich nach Erlösung. Und schon Sekunden später verkrampften sich meine Muskeln und ich schrie laut meine Erleichterung heraus. Mit geschlossenen Augen genoss ich den Augenblick und vergaß völlig die Welt um mich herum.

Als ich wieder zu mir kam, hatte George aufgehört mich zu streicheln. Dafür konnte ich jetzt aber Claudia stöhnen hören. Oh nein, machte er nun mit ihr weiter? Ich war noch immer eifersüchtig auf diese Frau und sowas durfte George nur mit mir anstellen. Mein Vibrator verrichtete allerdings noch immer seinen Dienst und ich merkte wie ich ein zweites Mal auf einen Orgasmus zusteuerte. Aus irgendeiner seltsamen Logik heraus redete ich mir ein, dass ich vor Claudia zu einem Höhepunkt kommen musste. Vielleicht wollte ich ihr mit diesem bizarren Wettstreit auch nur die Show stehlen. Ich wand mich in meiner Fesselung und versuchte so eine maximale Stimulation zu erreichen. Claudias Stöhnen wurde heftiger und irgendwie spornte mich das noch mehr an. Rhythmisch spannte ich meine Armmuskulatur an, weil sich dadurch auch der Druck in meinen Schritt veränderte. Ja, das war gut! Hechelnd trieb ich mich weiter an. Und kurz darauf endete der Wettkampf in einem noch heftigeren zweiten Höhepunkt. Die Welt verschwand erneut vor meinen Augen und ich gab mich zufrieden den Gefühlen hin. Nach einigen Minuten war ich wieder soweit klar im Kopf, dass ich das Geschehene verarbeiten konnte. Ich hatte in unserem Wettstreit nicht gesiegt, denn wir kamen beide nahezu gleichzeitig. Aber ich fühlte mich als die moralische Siegerin, weil ich Claudia den alleinigen Triumph genommen hatte.

Auch wenn ich während der Bondage Session voll auf meine Kosten gekommen war, so hatte ich mein eigentliches Ziel am Ende doch verfehlt. George flirtete zwar auch weiterhin mit mir, aber er vermied es den nächsten Schritt zu gehen. Zum Abschluss des Abends geleiteten uns George und Claudia zurück zu unserer Kabine. Nachdem Heike einen Abschiedskuss auf die Wange bekommen hatte, nutzte ich bei meinem Kuss die Gelegenheit und drückte George meine Lippen fest auf den Mund. Leider erwiderte er meinen Kuss nicht so richtig, sondern ließ ihn eher über sich ergehen. So sah vermutlich ein Filmkuss ohne persönliche Gefühle aus. Ziemlich ernüchtert betrat ich zusammen mit Heike unsere Kabine. Meine Freundin versuchte mich etwas aufzumuntern, indem sie behauptete, dass George nur aus Rücksicht auf Claudia meinen Kuss nicht erwidert hatte. Beim nächsten Mal hätte ich bestimmt mehr Glück. Ich war Heike dankbar für ihren Versuch, aber ich war mir ziemlich sicher, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. Und ein nächstes Mal würde es vermutlich auch nicht mehr geben, denn George hatte beim Essen erzählt, dass er das Schiff in wenigen Tagen wieder verlassen würde.

Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, sah die Welt schon wieder etwas freundlicher aus. Mein Frust war zwar noch nicht vergessen, aber wir waren im Urlaub und ein sonniger Tag erwartete uns. Heute lag das Schiff vor Montserrat, eine Vulkaninsel deren Hauptstadt Plymouth bei einem Ausbruch verschüttet wurde. Wir hatten vor diese Insel per Mountainbike zu erkunden. Besser gesagt den nördlichen Teil der Insel, denn der Süden war wegen des Vulkans noch immer gesperrt. Ich hatte eine felsige Einöde erwartet, wurde aber eines Besseren belehrt. Ein üppiges Grün überwucherte die Insel und schaffte so ein kleines tropisches Paradies. Mehrfach gerieten wir ins Schwärmen, wenn sich von einem Hügel aus ein atemberaubender Blick auf malerische Buchten ergab. Gegen Mittag machten wir an einem kleinen Restaurant halt. Es gab dort Fisch in allen möglichen Variationen. Während des Essens unterhielten wir uns über den vergangenen Abend.

» Sag mal, kannst du dir vorstellen dich als Hündchen präsentieren zu lassen, so wie diese Frau gestern? «, fragte mich Heike.

» Nein, eigentlich nicht! Und ich hätte Beate sowas auch nicht zugetraut! «

» Kennst du sie etwa? «

» Na ja, kennen ist wohl zu viel gesagt. Ich habe sie an meinem ersten Tag getroffen und da hat sie einen ganz normalen Eindruck auf mich gemacht. «

» Diesen Eindruck hatte ich gestern allerdings nicht von ihr! «, kicherte Heike.

» Wärst du nicht auch neugierig dieses Lucky Loser mal zu sehen? Was werden dort wohl für komische Spiele gespielt? «, fuhr sie fort.

» Also ich weiß nicht. Diese Spiele scheinen ziemlich riskant zu sein, wenn man bei einer Niederlage als Pudel enden kann! «

» Man muss ja nicht unbedingt selbst spielen. Allein das Zusehen könnte doch schon sehr interessant sein. «

Meine Freundin zeigte bei diesem Thema einen erstaunlichen Enthusiasmus. Hatte sie tatsächlich vor ins Lucky Loser zu gehen? Das war aber nur mit der Hilfe von George möglich und vermutlich sollte ich ihn danach fragen.

» Ich soll also George bitten uns ins Lucky Loser mitzunehmen? «

» Nicht unbedingt! «, verkündete Heike mit einem schelmischen Lächeln. Sie kruschtelte in ihrer Tasche herum und legte dann eine Schlüsselkarte auf den Tisch.

» Was ist das? «, fragte ich etwas irritiert.

» Ja was wohl, eine Schlüsselkarte für den VIP-Bereich! «, antwortete sie begeistert.

» Und wo hast du die her? «, fragte ich skeptisch.

» Gefunden! Als ich gestern Abend auf der Toilette war, lag die Karte direkt neben dem Waschbecken. Vermutlich hat sie irgendjemand dort vergessen. «

» Und warum hast du sie einfach mitgenommen? «

» Was für eine Frage. Natürlich damit wir jederzeit in den VIP-Bereich gehen können! «

» Wozu sollte das gut sein? Außerdem würde das selbst mit dieser Karte nicht funktionieren. Hast du etwa den Wachmann am Aufzug vergessen? «


Fortsetzung folgt!
139. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von maximilian24 am 12.02.19 23:22

Hu, das war wieder eine Hammerfortsetzung! Und gleich dazu die Eintrittskarte, die mit Sicherheit jemandem fehlen wird! Komplikationen garantiert?
140. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 13.02.19 16:19



Hallo Fist,
auch wenn ich deine Geschichte schon von Anfang an verfolge, habe ich mir irgendwie erst jetzt die Zeit genommen, sie zu kommentieren. Sorry dafür, denn du verdienst wirklich, dass man dir antwortet.

Diese Geschichte ist für mich schon fast keine Geschichte mehr, sondern ein richtiges Buch. Auch wenn ich den Umfang und ide Gesamtseitenzahl natürlich nicht kenne. Aber schon am Aufbau der Erzählung, am Spannnungsbogen und daran, wie lange du dir Zeit lässt um zur Sache zu kommen, wie viel Raum du dir nimmst um die Personen, die Hintergründe, die Gedanken hinter der "Action" zu entfallten vermittelt für mich den Eindruck ein Buch vor mir zu haben, welches nicht einfach so daruf los geschrieben wurde, sondern gut durchdacht und aufgebaut ist.

Das gefällt mir sehr.


Neben diesem formalen Aufbau und dem Stil finde ich auch den Inhalt spannend. Ein Kreuzfahrtschiff bietet einerseits eine Situation aus der man nicht entkommen kann, einen begrenzen Raum auf dem sich alles entfalten muss. Und gleichzeitig ist es groß genug um genug Menschen, Räume und Überraschungen bieten zu können.

Auch wenn es bislang nur wenig Bodymods gab, so hoffe ich, dass da noch einiges kommt, da ich denke, dass diese Gesichte in eine ähnliche Richtung wie die letzten geht.

Inhalts-Spekulation:
Ich würde ja vermuten, dass eine (oder) beide deiner Protagonistinnen den gefundenen VIP Key benutzen und dafür empfindlich bestraft werden. Es könnte eine Art Verwanflung wie bei beate werden, vielleicht nicht als Tier, aber sicher irgendetwas ausgefallenes.
Und in späteren Teilen könnte bei beiden ihre unterwürfige Seite zum Vorschein kommen (wie bei vielen deiner Protagonistinnen) und sie lassen sich vielleicht sogar freiwillig verwandeln.


Ich persönlich bin allerdings kein großer Freund davon berühmte Personen in Geschichten aufkommen zu lassen, verstehe aber, dass man VIPs braucht, damit dieser Bereich Sinn macht.

Was ich momentan auch noch kritisieren würde ist, dass ich die einzelnen Teile sehr schnell lese und dann lange warten muss, bis der nächste Brocken Handlung kommt. Auch wenn ich in der Zeit überlegen kann, was ich als nächstes mit den Protagonistinnen anstellen würde, so dämpft das den Lesefluss und die -freude ein wenig.
Allerdings muss ich diese Kritik direkt wieder relativieren, da eine wöchentliche Veröffentlichung schon sehr schnell ist. Und dadurch, dass du die Geschichten schon fertig hast entsteht auch kein Frust (den ich auch schon selbst erzeugt habe), wenn eine Geschichte mittendrin endet.
Und spätestens wenn ich die Geschichte nach Fertigstellung noch einmal lese, trifft die Kritik nicht mehr zu.

Von daher freue ich mich auf den weiteren Verlauf dieser geschichte, auf viele schöne teile und hoffe auf die ein oder andere positive Überraschung.

Liebe Grüße


141. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 14.02.19 19:59

Hallo maximilian24,

freut mich, dass dir der letzte Teil gefallen hat.
Sofern Murphys Law weiterhin Gültigkeit besitzt, wird da wohl nicht alles wie geplant ablaufen.

Aber lassen wir uns mal überraschen!


Hallo Dark Fangtasia,

die fehlende Quantität hast du mit der Qualität deines Posts locker wettgemacht. Deshalb verdienst du natürlich auch eine ausführliche Antwort.

Ich weiß nicht, wo du genau die Grenze zwischen einer Geschichte und einem Buch ziehst. Aber am Ende ist es eigentlich ziemlich gleichgültig wie man meinen Text betiteln will. Es ist richtig, dass diese Geschichte länger ist als meine Vorhergehenden. Das dürfte vielleicht mit ein Grund sein, dass diese Geschichte noch langsamer startet als es bei mir üblich ist. Die Hauptursache dürfte jedoch Szenario bedingt sein (Anfängerin schlittert unwissentlich in die Welt von Fetisch und SM). Beim Korrektur lesen habe ich sogar überlegt, ob ich den Lesern sowas überhaupt zumuten kann oder ob ich den Beginn der Story etwas einkürzen soll. Letztendlich habe ich mich für die Zumutung entschieden, denn ich sehe meine Geschichte eher als "Gesamtkunstwerk". Dadurch kommt es aber auch immer wieder mal zu etwas "lahmeren" Folgen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich damit vielleicht den ein oder anderen Leser vergraule. Aber in dieser Hinsicht bin ich Egoist und die Geschichte muss in erster Linie mir gefallen.

Zitat
...vermittelt für mich den Eindruck ein Buch vor mir zu haben, welches nicht einfach so daruf los geschrieben wurde, sondern gut durchdacht und aufgebaut ist.


Ich denke hier trifft wohl Beides zu.
Bevor ich eine Geschichte beginne lege ich eine Rahmenhandlung fest, an deren Eckpunkten ich mich bis zu Schluss entlang hangele. Alles was dazwischen passiert ist allerdings tatsächlich einfach drauf los geschrieben.

Etwas kurios ist allerdings die Entstehungsgeschichte dieser Story. Ursprünglich hatte ich eine Geschichte über eine Reporterin geplant, die den Machenschaften einer großen Firma nachgeht. Bei der Erstellung der Rahmenhandlung hatte ich allerdings so meine Probleme und es fiel mir auch kein passender Schluss zu dieser Handlung ein. Also habe ich im Internet nach Inspiration gesucht. Dabei bin ich über eine englische Geschichte mit dem Titel "Casino" gestolpert, deren Handlung ich schon länger interessant fand (ein paar Freundinnen besuchen ein Casino, in dem eher ungewöhnliche Spiele gespielt werden). In einem Kommentar bei einer meiner alten Geschichten hatte ich schon einmal darüber gefaselt, dass man dieses Casino auf ein Kreuzfahrtschiff verlegen könnte. Also begann ich plötzlich eine Rahmenhandlung für diese Kreuzfahrt-Story zu entwerfen. Und seltsamerweise tat ich mich bei dieser Handlung deutlich leichter. Das Casino ist zwar mit der Zeit immer mehr aus dem Zentrum der Handlung herausgerückt, aber es kommt noch immer vor. Es ist wohl keine große Überraschung wenn ich jetzt verrate, dass Sabine und Heike das Lucky Loser noch zu sehen bekommen werden.

Du kennst es ja bereits von mir, dass ich mich zu deinen Spekulationen jetzt nicht äußern werde.
Aber wir können zu einem späteren Zeitpunkt gerne darüber sprechen, wie gut du dabei gelegen hast.

Zitat
Ich persönlich bin allerdings kein großer Freund davon berühmte Personen in Geschichten aufkommen zu lassen...


Von welcher Person sprichst du? Kennst du etwa George Rooney?
Also ich nicht!

Über den Turnus meiner Veröffentlichungen wurde ja schon häufiger gesprochen. Und ich kann natürlich aus Lesersicht verstehen, dass man die Abstände möglichst kurz haben will.
Aber ich bin nun mal ein alter Sturkopf, der seinen wöchentlichen Turnus beibehalten wird.

Zum Abschluss habe ich noch eine Frage an dich. Liest du die Geschichten tatsächlich ein zweites Mal, wenn sie vollendet sind? Dann ist doch die gesamte Spannung weg.


LG
Fist
142. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 14.02.19 21:25

...wie ich schon mal geschrieben habe, gefällt mir dieses langsame Fahrtaufnehmen in dieser Geschichte und dass auch nicht immer alles glatt geht.
Wenn wir die gleiche "Casino" Story meinen, so wurde diese meines Wissens nicht beendet, was ich sehr schade fand...
143. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BadPicture am 14.02.19 23:06

Zitat

Wenn wir die gleiche \"Casino\" Story meinen, so wurde diese meines Wissens nicht beendet, was ich sehr schade fand...

Habt ihr vielleicht mal einen Link auf die Casino Geschichte oder einen Hinweis wie man danach googeln kann?

und ja, ich finde Kreuzfahrt-Geschichte klasse und kann es kaum erwarten wenn immer ein neuer Teil online ist.
144. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 15.02.19 13:58

Hallo Fist,
Zitat
Beim Korrektur lesen habe ich sogar überlegt, ob ich den Lesern sowas überhaupt zumuten kann oder ob ich den Beginn der Story etwas einkürzen soll. Letztendlich habe ich mich für die Zumutung entschieden, denn ich sehe meine Geschichte eher als \"Gesamtkunstwerk\". Dadurch kommt es aber auch immer wieder mal zu etwas \"lahmeren\" Folgen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich damit vielleicht den ein oder anderen Leser vergraule. Aber in dieser Hinsicht bin ich Egoist und die Geschichte muss in erster Linie mir gefallen.

Ich finde es gut, dass du nichts gekürzt hast. Und natürlich soll eine Geschichte zuerst dem Autor gefallen. Wir schreiben ja alle für uns und aus Spass und keine Auftragsarbeiten.

Zitat
Über den Turnus meiner Veröffentlichungen wurde ja schon häufiger gesprochen. Und ich kann natürlich aus Lesersicht verstehen, dass man die Abstände möglichst kurz haben will.
Aber ich bin nun mal ein alter Sturkopf, der seinen wöchentlichen Turnus beibehalten wird.

Ein wöchentlicher Rythmus ist doch schon sehr regelmäßig. Das ist viel schneller als manch ein anderer hier. Außerdem gäbe es ohne Cliffhanger und Wartezeit keinen Aufbau von Spannung und Vorfreude.

Zitat
Zum Abschluss habe ich noch eine Frage an dich. Liest du die Geschichten tatsächlich ein zweites Mal, wenn sie vollendet sind? Dann ist doch die gesamte Spannung weg.

Naja, man weiß zwar schon, wie die Geschichte ausgeht, aber als Ganzes entfaltet sie noch mal einen ganz anderen Reiz. Man sieht vielleicht Kleinigkeiten aus einem Teil, die später wieder auftauchen und die man beim ersten Lesen übersehen hatte, da sie 3-4 Wochen zurückliegen. Und eine gute Geschichte besteht aus einer zusammenhängenden Handlung. Das ist vielleicht wie wenn man online ganze Serien anschaut, oder eine ganze Filmreihe hintereinander weg. gestern war z.B. das Konzert noch einmal dran.
145. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 15.02.19 14:11

Zitat
Habt ihr vielleicht mal einen Link auf die Casino Geschichte oder einen Hinweis wie man danach googeln kann?


Hallo BadPicture

Ich kenne verschiedene Casinogeschichten ähnlicher Art.

Zum einen High Risk Casino von MaxFreak (gepostet) hier im Forum im bereich SM-Stories.
Dazu gibt es dann eine Art Fortsetzung auf Schwarze Rose. beide sind allerding auf Deutsch.

Dann kenne ich noch die Geschichte "Casino" von Thndershark und die "Casino" Geschichte von blairbrek (welche die Vorlage für die von thndershark sein könnte). Beide findet man durch google.
Allerdings sind diese alle abgeschlossen. Welche FE meint weiß ich leider nicht, aber an der wäre ich auch interessiert.
Und ob Iron Fist eine von den genannten meinst weiß ich natürlich auch nicht.

146. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 18.02.19 19:34

Hallo FE,

auch ich bevorzuge einen langsamen Beginn, weshalb ich meine Geschichten auch in dieser Art schreibe.
Aber gehören wir damit hier zur Mehrheit? Vermutlich eher nicht!

Wir dürften vermutlich nicht die gleiche Casino-Geschichte meinen, denn ich sprach von der Story von Thndrshark und diese ist beendet.


Hallo BadPicture,

es freut mich, dass dir meine Geschichte gefällt.

Ich weiß nicht, ob du die Casino-Story inzwischen gefunden hast.
Falls nicht findest du die Stories von Thndrshark auf der folgenden Seite: thndrshark.blogspot.com


Hallo Dark Fangtasia,

für Auftragsarbeiten wäre ich wohl auch nicht geeignet.
Zumindest nicht im erotischen Bereich, denn da spielen eigene Vorlieben doch eine sehr große Rolle.

Der wöchentliche Rhythmus ist bei mir auch nur deshalb möglich, weil die Geschichte bereits komplett fertig ist.
Auf diese Wiese arbeiten hier im Forum wohl nur die wenigsten Autoren. Daher erscheinen viele Geschichten auch eher unregelmäßig.

Deine Erfahrungen beim zweiten Lesen sind ein wenig vergleichbar mit meinem Korrektur lesen. Nur dass ich dabei häufig diese Kleinigkeiten einbaue.
Bei "Das Konzert" wirst du allerdings eher weniger davon finden. Denn diese Geschichte entstand in einer sehr kurzen Zeit, so dass es kein zweites Lesen nach etlichen Monaten gab.

Wie ich weiter oben schon schrieb meinte ich die Geschichte von Thndrshark.
Die Story von blairbrek kenne ich ebenfalls, aber mir hat die Thndrshark Geschichte immer besser gefallen.

Wie kommst du eigentlich darauf, dass die blairbrek Geschichte die Vorlage sein könnte?
Thndrshark schreibt zwar, dass es eine Inspiration für seine Geschichte gab. Aber eben auch, dass der Autor davon unbekannt sei.


LG
Fist
147. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 19.02.19 09:32

Hi Fist.

Ich bin eben erst dazu gekommen deine neuen Teile 11-13 am Stück zu lesen.

Mal wieder exzellente Fortsetzung(en).

Wie schon von Anfang an, eine sehr abwechslungsreiche und gut geschriebene Geschichte - die zusätzlich auch noch gut meinem eigenen Geschmack entspricht.

Vielen Dank und bitte weiter so!
148. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 19.02.19 18:35

Hallo marpsp,

ich bin froh, dass du die dreifache Dosis gut überstanden hast.
Hoffentlich reicht es auch noch für den gleich folgenden nächsten Teil.


LG
Fist
149. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 19.02.19 19:05

Teil 14


» Ach, dem Wachmann erzählen wir einfach, dass George uns eingeladen hat! «

» Das dürfte nicht klappen, denn der Wachmann hatte gestern eine Liste, auf der die Namen aller Gäste standen. Zudem steht auf dieser Karte auch nicht der Name von George sondern James Varga. «

» Das ist doch völlig egal, dann hat uns eben dieser James Varga eingeladen. Und die Einladung war so kurzfristig, dass es unsere Namen nicht mehr auf die Liste geschafft haben. «

» Aber dann würde der Wachmann doch sicher bei diesem Varga nachfragen. So wird das ganz bestimmt nichts werden! «, erklärte ich meiner Freundin überzeugt.

» Einen Versuch ist es aber auf alle Fälle wert. Im schlimmsten Fall kommen wir nicht rein und sie nehmen uns die Karte wieder weg. «

Ich blieb skeptisch, wollte aber nicht weiter darüber diskutieren und wechselte deshalb das Thema. Nun stand Tanaka und seine Vorführung auf der Tagesordnung. Heike wollte von mir wissen, wie es sich angefühlt hatte so verschnürt zu werden. So gut ich konnte versuchte ich meine gestrige Gefühlswelt zu beschreiben. Allerdings war ich mir selbst noch nicht völlig klar über meine Empfindungen. Es war ziemlich offensichtlich, dass es mich anturnte hilflos zu sein. Aber ich konnte nicht erklären warum das so war. Nach der Mahlzeit setzten wir unsere Radtour fort. Es wurde ziemlich anstrengend weil das Gelände immer hügeliger wurde. Aber es war auch ein Riesenspaß immer wieder mit einem Affenzahn bergab zu rasen. Irgendwann bekam ich ein flaues Gefühl im Magen, welches sich mit der Zeit zu einer leichten Übelkeit steigerte. Ich sagte Heike, dass ich mich nicht wohl fühlte und wir machten uns deshalb auf den Rückweg. Die Übelkeit wurde immer schlimmer und ich war heilfroh als wir endlich den Hafen erreicht hatten. Das Gerüttel auf dem Fahrrad war nicht gerade hilfreich gewesen. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Das Schaukeln auf der Überfahrt zum Schiff gab mir vollends den Rest und ich kotzte mir auf dem Boot die Seele aus dem Leib. Irgendwann war mein Magen komplett geleert, aber ich war weiterhin am Würgen. Am liebsten wär ich auf der Stelle gestorben.

Auf dem Schiff angekommen, geleitete mich Heike zusammen mit einem Crewmitglied sofort zur Krankenstation. Der Arzt zapfte mir etwas Blut ab, maß meine Temperatur und fragte mich nach allem was ich gegessen hatte. Ich vermutete, dass dieser blöde Fisch am Mittag nicht in Ordnung gewesen war. Auch der Doktor hielt dies für wahrscheinlich, da ich bisher noch kein Fieber hatte. Er wollte mich aber zur Sicherheit bis zum nächsten Tag auf der Krankenstation behalten. Bis dahin wären dann auch meine Blutwerte bekannt. Zuerst bekam ich eine Spritze verpasst und wurde dann in ein Bett verfrachtet. Heike machte ein ziemlich besorgtes Gesicht. Sie wollte mir Waschzeug und Schlafanzug bringen und verließ deshalb die Krankenstation. Ihre Rückkehr bekam ich schon gar nicht mehr mit, weil ich unglaublich müde wurde und schlagartig eingeschlafen war. Vermutlich war das der Wirkung dieser Spritze geschuldet.

Am nächsten Morgen ging es mir deutlich besser. Die Übelkeit war verschwunden und ich hatte sogar ein leichtes Hungergefühl. Der Arzt erklärte mir, dass meine Blutwerte in Ordnung seien. Ich durfte die Krankenstation wieder verlassen, sollte mich aber sofort beim Schiffsarzt melden, falls die Symptome zurückkehren sollten. Gut gelaunt betrat ich unsere Kabine und stellte überrascht fest, dass diese leer war. Das Bett von Heike sah unbenutzt aus. Hatte sie gestern noch jemanden kennengelernt und woanders übernachtet? Wieder mal typisch für sie! Ich griff zum Handy und rief sie an, erreichte jedoch nur die Mailbox. Vermutlich lag sie noch in den Federn. Also sprach ich ihr eine Nachricht aufs Band, dass es mir wieder gut ginge und das sie sich bei mir melden sollte. Danach ging ich zum Frühstück, wo ich auf Karl und Beatrix traf. Ich fragte nach Heike, aber sie hatten meine Freundin nicht gesehen. Das Pärchen sah ich heute zum ersten Mal in „Zivil“. Die beiden wollten einen Tag am Pool verbringen und trugen deshalb ganz gewöhnliche Freizeitklamotten. Sich an den Pool zu legen war eine gute Idee, denn das Schiff war auf der Rückfahrt nach Jamaika. Somit gab es am heutigen Tag keine Landausflüge. Vielleicht sollten Heike und ich den beiden später Gesellschaft leisten. Nach dem Frühstück stattete ich auch den anderen Restaurants einen kurzen Besuch ab, um nach Heike zu suchen. Aber sie blieb weiterhin verschollen. Auch in der Shopping Mall und im Wellness-Bereich war keine Spur von ihr zu finden. Als ich um 10 Uhr noch immer nichts von ihr gehört hatte, begann ich mir langsam Sorgen zu machen. Sie war telefonisch weiterhin nicht zu erreichen. Also rief ich bei George an.

» Hallo Sabine, schön von dir zu hören. Wie geht es dir? Ich habe gehört, dass du krank bist! «

» Hi George! Alles halb so wild, ich bin schon wieder auf dem Damm. Sag mal hast du Heike irgendwo gesehen? Sie ist verschwunden und geht auch nicht ans Telefon. «

» Ich hab sie gestern Abend im Theater getroffen. Von ihr weiß ich auch, dass du krank warst. Sie hat mich gefragt, ob wir zusammen ins Lucky Loser gehen können. Aber ich hatte Claudia bereits versprochen, dass wir gemeinsam zum Tanzen gehen würden. «

Verdammt, hoffentlich hatte Heike keine Dummheit gemacht. Vor meinem geistigen Auge sah ich sie schon als Hündchen für irgendeinen Perversling aus dem VIP-Bereich. Warum konnte sie auch nicht auf mich hören? Sie war immer so verdammt eigensinnig.

» Oh je! Hoffentlich ist Heike dann nicht allein ins Lucky Loser gegangen! «, äußerte ich besorgt.

» Mach dir keine Sorgen Sabine, ohne eine Einladung kommt sie da überhaupt nicht rein! «, versuchte mich George zu beruhigen.

» Tja weißt du, vermutlich brauchte sie gar keine Einladung. Sie hat eine Schlüsselkarte gefunden und gestern Nachmittag schon davon gesprochen, sich damit in den VIP-Bereich einzuschleichen zu wollen. «

» Oh, oh! «, war alles was George dazu zu sagen hatte. Das klang überhaupt nicht gut und ich hatte plötzlich den Eindruck, als wüsste George was passiert sein könnte.

» Was ist los, rede schon! «, forderte ich George auf mehr zu erzählen.

» Letzte Woche ist eine junge Frau bei dem Versuch sich einzuschleichen erwischt worden. Und man hat sie anschließend dafür bestraft. «

» Bestraft? Was soll das heißen? Hat man sie in eine Zelle gesteckt? «

» Nein, nicht direkt eine Zelle, eher … sagen wir, sie musste ihre Strafe abarbeiten! «, sagte George etwas kryptisch. Ich hatte keine Ahnung was er damit meinte und George schien zu überlegen, wie er mir das am besten erklären sollte.

» Hast du im Restaurant Oceanview die schwarzen Statuen gesehen? «, fragte George urplötzlich.

» Ja? «, antwortete ich verwirrt wegen des Themenwechsels.

» Man hat diese junge Frau zu zwei Tagen als Statue verurteilt! «

Ich hatte seine Worte durchaus verstanden, aber deren Bedeutung wollte sich mir nicht so ganz erschließen. Was sollte das heißen? Stand sie dann zwei Tage auf einem Sockel herum und spielte eine Statue? Oder sollte in diesen schwarzen Statuen vielleicht eine lebende Person stecken? Das konnte doch nicht sein, oder?

» Soll das etwa heißen, dass im Inneren dieser schwarzen Statuen lebende Menschen sind? «, fragte ich fassungslos.

» Die Menschen werden eher zu diesen Statuen, aber im Prinzip liegst du richtig. Der Künstler, der diese Figuren herstellt, nennt sie „Living Art“. «

Ich konnte es noch immer kaum glauben. Diese Statuen waren mir unglaublich lebensecht erschienen, aber ich hätte niemals vermutet, dass es einen solchen Grund dafür gab. Warum machte man sowas? Das war doch sicher unglaublich kompliziert und normale Statuen aufzustellen wäre wesentlich einfacher. Vermutlich lautete die Antwort, weil man es konnte. Bei den Superreichen ging es wohl nicht immer um die größtmögliche Zweckmäßigkeit. Dies war schlicht eine ziemlich exzentrische Art der Dekoration. Und mit Sicherheit spielte dabei auch eine sexuelle Komponente eine Rolle. Allein das Wissen, dass es ein lebendiges Innenleben gab, turnte diese reichen Typen vermutlich an.

» Wie viele von diesen Statuen gibt es denn im VIP-Bereich? «

» Ich weiß nicht genau, aber mehrere Dutzend sind es bestimmt! «, antwortete George.

» Und die werden alle bestraft? «, fragte ich ungläubig.

» Nein, die allermeisten dürften ganz normale Mitarbeiter des Schiffs sein. «

» Mitarbeiter? Sowas macht doch niemand freiwillig. «

» Da täuscht du dich, diese Jobs sind sogar ziemlich beliebt. Die Bezahlung soll außergewöhnlich gut sein und dieses Vartex, aus dem die Hülle der Statuen besteht, fühlt sich richtig gut auf der Haut an. «

Ehrlich gesagt hielt ich die Erklärung von George für ziemlich unglaubwürdig. Selbst wenn das gut bezahlt wurde, stellte man sich doch nicht öffentlich als nackte Statue hin. Das war entwürdigend und ich bezweifelte, dass dies dem deutschen Arbeitsrecht entsprach. Was schrieb man bei einem solchen Job wohl in seinen Lebenslauf? Und dann arbeitete ich für drei Monate als Statue auf einem Kreuzfahrtschiff. Im Arbeitszeugnis stand dann vermutlich, sie machte stets eine gute Figur. Diese Gedanken ließen mich ein wenig schmunzeln. Doch dann wurde mir der Grund für diese ganze Geschichte wieder bewusst. Wenn diese Frau so bestraft worden war, dann hätte bei Heike genau das gleiche passiert sein können. Die Vorstellung, dass meine Freundin nun irgendwo als schwarze Statue herumstand, erschreckte mich. War eine Statue besser als ein Hündchen? Beides war wohl nicht unbedingt erstrebenswert.

George stimmte zu, mit mir nach Heike zu suchen. Wir planten uns die ausgestellten Statuen im VIP-Bereich etwas genauer anzuschauen. Er holte mich in meiner Kabine ab und dann fuhren wir gemeinsam auf Deck 9. Dort wollten wir mit unserer Suche beginnen. Der Wachmann am Aufzug wusste nichts von einem gescheiterten Versuch sich einzuschleichen. Allerdings hatte er am Vortag auch keinen Dienst gehabt. Auf der großen Plaza gab es nur eine Statue und zwar die in der Mitte des Brunnens. Ich schaute der schwarzen Gestalt ins Gesicht und versuchte meine Freundin darin zu erkennen. Das stellte sich allerdings als ziemlich schwierig heraus, denn das Gesicht dieser Statue war ein schwarz glänzendes makelloses Etwas. Ohne jeglichen Ausdruck. Mein Gefühl sagte mir, dass dies nicht Heike war. Aber völlig sicher war ich mir dabei auch nicht. Unsere zweite Station war das Restaurant Oceanview. Dort gab es insgesamt 4 von diesen Statuen. Eine davon interessierte mich ganz besonders, weil sie neu sein musste. Vorgestern hatte an dieser Stelle jedenfalls noch keine Statue gestanden. Wieder versuchte ich die Gesichtszüge zu erkennen, aber ich hatte noch immer meine Probleme damit. Allerdings konnte ich hier ganz nah an die Statue herantreten, weil es kein Wasserbecken um die Figur herum gab. George unterhielt sich mit einem der Kellner und vermutlich erklärte er ihm, was wir hier machten. Ich stand direkt vor der Figur und schaute ihr tief ins Gesicht. Aber noch immer war ich unsicher, ob dies Heike sein konnte. Mit einer Hand strich ich der Figur über die Wange und wurde dabei überrascht. Diese Statue war warm. Eigentlich nicht weiter verwunderlich wenn man wusste, dass ein lebender Mensch unter dieser schwarzen Hülle steckte. Aber aus irgendeinem Grund hatte ich nicht damit gerechnet. Noch viel mehr überraschten mich jedoch die Gefühle, welche der Kontakt mit dieser schwarzen Oberfläche bei mir erzeugte. Das Material war unglaublich glatt und weich. Ein Kribbeln lief mir den Rücken hinunter und ich bekam eine leichte Gänsehaut. Meine Finger wanderten nach oben und strichen sanft über den Kopf der Statue. Wohlige Schauer erfassten mich und mir entglitt ein leichtes Stöhnen. Wenn allein eine Berührung mit der Hand solche Gefühle erzeugen konnte, wie fühlte es sich dann wohl an, wenn man am ganzen Körper mit diesem Zeugs bedeckt war?

» Gefällt sie ihnen? «, fragte eine männliche Stimme mit einem ausländischen Akzent.

Ich drehte mich um und sah einen großen schwarzhaarigen Mann mit dunklem Teint. Er lächelte mich breit an und nahm seinen Hut vom Kopf um mich zu begrüßen. Irgendwie fühlte ich mich ertappt. Ob dieser Mann meine Gefühle erkannt hatte? Oder wollte er einfach nur eine künstlerische Diskussion führen?

» Ja … äh … sie wirkt ziemlich echt! «, stammelte ich herum.

» Freut mich, dass ihnen meine Kunst gefällt. Gestatten, James Varga! «, er machte eine tiefe Verbeugung zu seinen Worten.

War das nicht der Name auf der Schlüsselkarte gewesen, welche Heike gefunden hatte. Nun bekam der Name plötzlich ein Gesicht. Seine Kunst? Wollte er damit andeuten, dass er der Eigentümer war? Oder war er der Künstler, der diese Statue geschaffen hatte? Doch dann fiel mir ein, dass er nicht der Eigentümer sein konnte, da diese Kunst ja aus lebenden Menschen bestand.

» Sie haben dieses Kunstwerk erschaffen? «, fragte ich trotzdem nach.

» Die wunderschönen Kurven stammen von Mutter Natur, aber die Komposition ist von mir! «, antwortete er bescheiden aber gleichzeitig mit Stolz.

Warum stellte er nicht ganz normale Statuen her? Dann könnte er die Kurven selbst erschaffen und müsste sich nicht auf Mutter Natur verlassen. Vor allem wäre es dann auch richtige Kunst. Einen Menschen mit diesem Vartex zu überziehen, das konnte man nun wirklich nicht als künstlerische Arbeit bezeichnen. Vermutlich sah das Varga aber anders. Plötzlich bemerkte ich, dass ich unhöflich gewesen war. Er hatte sich mir vorgestellt und ich hatte das nicht erwidert.

» Oh entschuldigen sie bitte, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich heiße Sabine! Sabine Müller! «

» Freut mich sie kennenzulernen! «, wieder machte er zu seinen Worten eine Verbeugung. Er schaute mir tief in die Augen, lächelte und verblüffte mich dann mit seiner nächsten Aussage.

» Sie haben sich bestimmt gerade gefragt, wie es wohl wäre eine solche Statue zu sein! «


Fortsetzung folgt!
150. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 20.02.19 02:08


Zitat
Wie kommst du eigentlich darauf, dass die blairbrek Geschichte die Vorlage sein könnte?
Thndrshark schreibt zwar, dass es eine Inspiration für seine Geschichte gab. Aber eben auch, dass der Autor davon unbekannt sei.

Ich hatte einfach das Gewfühl, dass es passen könnte. Und so viele Casino-geschichten scheint es da draußen nicht zu geben. Nur weil thndrshark nicht mehr weiß von wem die Geschichte war, die er vor Jahren gelesen hat muss sie ja nicht zwangsläufig ohne Autor sein. Ich finde thndrshark auch besser. Was ich interessant finde ist, dass man auf der blogspot Seite nicht alle geschichten findet, einige sind nur auf anderen Seiten zu finden.

---

Aber nun zu deiner Geschichte. Sobald ich James Varga Namen gelesen hatte wusste ich, dass es übel werden würde. So als ob man sich mit der Mafia anlegt. Nur, dass man nicht mit beton an den Füßen im Hafenbecken landet, sondern verwandelt und präsentiert wird. Und es war auch klar, als Sabine einew Nacht auf der Krankenstation blieb, dass Heike allein loszieht. Aber dann kommt wieder einer dieser gemeinen Kliffhanger bevor die Action richtig losgeht und man erfährt wo/was Heike nun ist.
Gut geschrieben! Ich freue mich auf mehr.

Möglicher Spoiler:
Ich gehe ja davon aus, dass Heike härter bestraft wird, als die Frau aus der letzten Woche, da sie sich nicht nur irgendwie reinschleichen will, sondern den Auswesi von DEM Varga gestohlen hat. Und man legt sich nicht mit dem Meister an. Sabine wird sicherlich geschockt sein, wenn sie erfährt, was mit Heike passiert ist, aber dann wird es sie faszinieren und sich freiwillig in die Hände von Varga geben (oder sie lässt sich zumindest auf ein riskantes Spiel ein, welches sie verliert).

Und Fist, ich erwarte gar nicht, dass du verräts, ob ich Recht habe, dass würde doch die ganze Spannung ruinieren. Ich finde es nur spannend zu überlegen was ich in solchen Situationen machen würde. Und wenn ich so die Woche über warte denke ich halt einfach nach wie die Geschichte weitergehen könnte. Und so kannst du sehen, was für Gedanken deine Geschichten auslösen.
Falls du das Ganze jedoch stören findest, dann kann ich es auch gerne für mich behalten.

Liebe Grüße
Fangtasia

151. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeMoO am 20.02.19 07:19

Die Spannung steigt, ich bin begeistert!
152. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 20.02.19 13:03

Na IronFist,

da taucht ja ein alter Bekannter auf und damit wird es noch etwas spannender.

Als welche Statue wird sich unsere Akteurin herausstellen?

Oder hat sie ein anderes Schicksal ereilt?

jonnyf
153. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 22.02.19 09:09

LOL - "...sie machte stets eine gute Figur..."!

Wieder eine klasse Fortsetzung.
154. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 23.02.19 19:34

Hallo Dark Fangtasia,

da die Thndrshark Geschichte selbst schon ziemlich alt ist, dürfte es nicht unwahrscheinlich sein, dass die Seite mit der Vorlage heute gar nicht mehr existiert.
Aber natürlich können wir hier beide nur spekulieren und am Ende ist es eigentlich auch nicht wichtig, welche Geschichte als Inspiration gedient hat.

Ich dachte es wird endlich mal wieder Zeit für einen gemeinen Cliffhanger!

Natürlich darfst du auch gerne weiterhin über den zukünftigen Verlauf meiner Geschichte spekulieren. Einen Spoiler Alarm kannst du ja gar nicht auslösen, da dir die weitere Handlung unbekannt ist.
Ich sehe deine Vorhersagen als einen Indikator wie brechenbar die Handlung meiner Geschichte ist. Manchmal wirst du damit richtig liegen und manchmal werde ich die Freude haben dich zu überraschen. Was es diesmal ist, wird natürlich (wie immer) nicht verraten.

An dieser Stelle muss ich eine Zeile aus meiner letzten Antwort zitieren, weil sie mir soeben ein Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert hat. Es ist manchmal schon kurios wie zwei versehentlich vertauschte Buchstaben einen völlig anderen Sinn ergeben können.
Zitat
Auf diese Wiese arbeiten hier im Forum wohl nur die wenigsten Autoren.

Wenn andere Autoren auf einer Wiese arbeiten, dann kann dabei doch eigentlich nur Blümchensex herauskommen, oder?


Hallo SeMoO,

dann muss ich jetzt wohl Hannibal Smith vom A-Team zitieren.
Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!


Hallo jonnyf,

ich muss zugeben, dass mich James Varga erpresst hat, um eine Rolle in dieser Geschichte zu bekommen (aber natürlich werde ich nicht öffentlich verraten womit).
Er ist eben ein hinterlistiger Gauner, der auch vor miesen Tricks nicht zurückschreckt.

Aber ich tue mein Bestes um Sabine und Heike vor diesem Kerl zu beschützen.


Hallo marpsp,

schön dass dir der letzte Teil meiner Geschichte gefallen hat.
Irgendwie habe ich ein Faible für solche Wortspielereien. Und es freut mich natürlich, wenn diese bei den Lesern ebenfalls gut ankommen.


LG
Fist
155. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Wölchen am 23.02.19 19:42

Tolle Geschichte,hab sie endlich lesen können.Hoffe das es bald weiter geht.Alles gute und viel Spaß beim schreiben.

mfg Wölchen
156. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 24.02.19 10:47

Lieber IronFist,

dann will ich mich auch mal kurz melden, nicht dass Du noch auf die Idee kommst, Deine Geschichte ist Tand (für mich) nein, nein!

So dieser Hannibal liebt es wenn ein Plan funktioniert, lach, meiner hat nicht funktioniert, als FotoGRAF auf dem Schiff, natürlich bin ich da voll beschäftigt und nie da, wo deine Handlung spielt, tz, tz das muss anders werden, bleibe ich doch nur Leser im lauten Kämmerlein.

Lass mich gedanklich in die Welt auf dem Schiff versetzen, fühle den Wellengang... aber wollte ich eine Staue sein?
Noch mehr Wellen mit grünem Gesicht? Unverrückbar?

Danke Ihr_joe
157. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 25.02.19 19:08

Hallo Wölchen,

vielen Dank für deine netten Worte. Willkommen an Bord der MS Augenstern!
Morgen geht es mit dem nächsten Teil weiter.


Hallo Ihr_joe,

du scheinst kein besonders guter Fotograf zu sein.
Denn als solcher müsstest du doch immer dort sein, wo die Action ist.

Oder schwindelst du uns etwa an?
Wenn ich so darüber nachdenke, dann könnte dein grünes Gesicht auch von dem Gammelfisch kommen.

Am besten du gibst einfach zu, dass du heimlich für Varga spioniert hast!


LG
Fist
158. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 25.02.19 21:57

So, so kein guter Fotograf, Kaum will man den Zaubertrick ablichten, nimmt dann den Chip aus der Kammera, muss man feststellen, dass da eine Werbung für Magic Glamour, darauf ist, dabei habe ich genau gesehen, der Trick geht so:
ⲋⲐ, .. ϫⳁⲘ, ⲡⲯϦⲇ שא¿

Siehst Du, es geht auch ohne Foto, toller Trick , musst Du auch versuchen, ist geil! Die anderen Tricks verrate ich aber nicht.

Ihr_joe
159. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 26.02.19 18:40

Hallo Ihr_joe,

scheint so, als wäre der Fotograf in seiner Ehre gekränkt.
Dabei hast du doch selbst behauptet, dass du nie am richtigen Ort bist.

Santinis Trick zu entlarven ist aber mal richtig in die Hose gegangen.
Vermutlich hat der Magier deine Tatstatur verzaubert, so dass nur noch Hieroglyphen dabei herauskamen.

Ich hoffe er nimmt dir diesen Versuch nicht übel.
Nicht dass ich einen treuen Leser verliere, nur weil Santini dich verschwinden lässt.


LG
Fist
160. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 26.02.19 19:10

Teil 15


Woher konnte er das wissen? War das so offensichtlich? Mir war es peinlich einem Fremden gegenüber sowas zuzugeben. Das Thema war mir viel zu persönlich, deshalb versuchte ich auszuweichen. Vielleicht wusste er ja was mit Heike geschehen war, also lenkte ich das Gespräch ganz bewusst in diese Richtung.

» Ich finde es bei einem Künstler immer sehr interessant neuere Werke mit älteren zu vergleichen. Haben sie vielleicht kürzlich eine neue Statue erschaffen? «

Hoffentlich kam diese Frage unverfänglich genug rüber, damit er keinen Verdacht schöpfte. Denn ich befürchtete, dass er mir nicht die Wahrheit sagen würde, falls ich direkt nach Heike gefragt hätte. Varga musterte mich und schien dabei zu überlegen. Doch dann setzte er wieder sein Lächeln auf und er antwortete mir freundlich.

» Vor ihnen steht mein neuestes Werk. Aber bei einem Vergleich mit anderen Statuen werden sie kaum einen Unterschied feststellen. Die Technik ist inzwischen ziemlich ausgereift und verändert sich kaum noch. «

Ich versuchte zu ergründen, ob er die Wahrheit gesagt hatte. Varga wirkte auf den ersten Blick freundlich und zuvorkommend. Aber mein Instinkt sagte mir, dass dieser Mann ziemlich verschlagen war. Und dann zeigte er mir ganz offen, dass er mich durchschaut hatte.

» Ich weiß zwar nicht nach wem sie suchen, aber ich kann ihnen versichern, dass ich in den letzten Tagen keine Bestrafungen durchgeführt habe. Und die Art und Weise wie sie den Kopf meines letzten Werks gestreichelt haben, sagt mir außerdem, dass sie sich insgeheim wünschen eine solche Statue zu werden! «

Mein Kinn klappte herunter und ich stand einfach nur sprachlos da.

» Sobald sie sich ihre Sehnsüchte eingestanden haben, können sie mich jederzeit anrufen! «, mit diesen Worten überreichte er mir zwinkernd seine Visitenkarte.

Dann drehte er sich um und ließ mich einfach stehen. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Was erlaubte sich dieser Kerl eigentlich? Plötzlich merkte ich, dass mein Mund noch immer offen stand. Verärgert biss ich die Zähne zusammen. Dieser arrogante Mistkerl hatte mit mir gespielt und mich am Ende voll auflaufen lassen. Und was mich noch viel mehr ärgerte war, dass er vermutlich sogar Recht hatte. Auf irgendeine verschrobene Art erschien es mir tatsächlich attraktiv, mich mit diesem Vartex einhüllen zu lassen. Dabei musste es doch eigentlich stinklangweilig sein, den ganzen Tag nur blöd herumzustehen. Falls er allerdings die Wahrheit gesagt hatte, dann war Heike nicht zu einer solchen Statue umgewandelt worden. Aber wo war sie dann? Ob wir vielleicht besser im Lucky Loser nach ihr fragen sollten? Wie aufs Stichwort klingelte in diesem Moment mein Telefon, es war Heike. Gott sei Dank!

» Wo steckst du denn? «, fragte ich vorwurfsvoll.

» Ich wünsche dir auch einen guten Morgen! «, antwortete meine Freundin sarkastisch.

» Von wegen Morgen, es ist schon fast Mittag. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht! «

» Tut mir leid. Ich habe gestern Abend Mark kennengelernt und wir hatten eine … nennen wir es anstrengende Nacht. Deshalb haben wir heute Morgen ausgeschlafen. Deine Nachricht habe ich gerade eben erst abgehört und sofort zurückgerufen. «

Heike befand sich in unserer Kabine. Es konnte bei ihr schon mal vorkommen, dass sie einen Mann kennenlernte und dann gleich die Nacht mit ihm verbrachte. Das war gar nicht so ungewöhnlich bei meiner Freundin. Warum hatte ich diesmal aber gleich so panisch reagiert? Vielleicht weil auf diesem Schiff Dinge vorgingen, die sich außerhalb meiner Wohlfühlzone bewegten. Gleichzeitig machten mich diese Dinge aber auch neugierig und auf eine bizarre Weise erschien mir einiges davon sogar attraktiv. Dieser scheinbare Widerspruch quälte mich schon seit ein paar Tagen.

Ich dankte George für seine Hilfe bei der Suche und eilte zurück zu unserer Kabine. Heike schwärmte mir sofort von Mark vor. Er kam aus Berlin und war ja sooooo süß. Leider war sein Urlaub fast schon vorbei und er würde am nächsten Tag wieder abreisen. Das tat mir wirklich leid für Heike. In der Folge erzählte ich meiner Freundin von der Suche nach ihr. Auch davon, dass die Strafe für unbefugtes Eindringen in den VIP-Bereich eine Ausstellung als Statue war. Und auch von diesem seltsamen Künstler, der diese Figuren herstellte. Heike lachte nur darüber, als ich erzählte, dass ihre Schlüsselkarte von genau diesem Mann stammte. Als ich ihr aber von meinen seltsamen Gefühlen bei der Berührung mit dieser Vartex Statue berichtete, hörte Heike aufmerksam zu. Empört schilderte ich ihr, dass dieser Varga behauptet hatte, ich würde mir wünschen eine solche Statue zu sein.

» Und hat er Recht? «, fragte meine Freundin mit ernster Miene. Eigentlich hatte ich diese Frage geradezu provoziert.

» Ich weiß es nicht! «, gestand ich ein.

Umständlich versuchte ich den Zwiespalt zu erklären, in dem ich steckte. Meine Freundin meinte dazu aber nur, dass ich tun solle, was meine innere Stimme mir sagte. Jeder sollte immer das tun, was seinen Neigungen entsprach. Und er sollte sich dabei nicht darum kümmern, was andere dazu meinten. Irgendwie fühlte ich mich nach ihren Worten besser. Auch wenn ich noch immer nicht wusste, was ich wollte.

Wir packten unsere Badeklamotten zusammen und gingen dann mitsamt den Taschen zum Mittagessen. Die Pasta war köstlich, wie eigentlich alles was es auf diesem Schiff zu essen gab. Danach machten wir uns auf den Weg zum Pool. Karl und Beatrix hatten zwei Liegen mitten in der prallen Sonne. Eigentlich hatten wir uns zu den beiden gesellen wollen, aber etwas Schatten wäre uns wesentlich lieber gewesen. Jedoch schienen alle Liegen bereits besetzt zu sein. Eigentlich kein Wunder, denn was sollten die Leute sonst tagsüber machen, wenn es keine Ausflüge gab. In diesem Moment brachten ein paar Crewmitglieder neue Liegen an Deck. Wir sicherten uns sofort zwei davon und stellten diese in einer schattigen Ecke auf. Heike hörte mit Kopfhörern Musik und ich las in einem Buch. Es wurde ein chilliger Nachmittag und wir hatten beide trotz des Schattens etwas Farbe bekommen. Auf dem Rückweg zu unserer Kabine klingelte Heikes Telefon. Ihr säuselnder Ton ließ darauf schließen, dass sie mit Mark sprach. Die beiden verabredeten, nach der Musical Aufführung im Theater noch zum Tanzen zu gehen. Natürlich sollte ich ebenfalls mitkommen. Allerdings wollte ich nicht das fünfte Rad am Wagen sein. Deshalb würde ich mich nach dem Musical wohl eher Karl und Beatrix anschließen, damit die beiden Turteltäubchen ungestört waren. Eigentlich war ich auch bei Karl und Beatrix das lästige Anhängsel, aber diese beiden waren verheiratet und konnten noch jede Menge Zeit miteinander verbringen. Heike und Mark hingegen hatten wahrscheinlich nur noch diese eine gemeinsame Nacht.

Für den Abend in der Fetisch Zone wählte ich wieder mein Lackkleid. Meine Freundin neckte mich, weil ich unter diesem Kleid keine Wäsche tragen konnte. Sie wünschte mir Glück dabei, meinen eigenen Mark zu finden und sie versprach mir augenzwinkernd, nicht nach mir zu suchen. Natürlich hatte sie sich diese kleine Spitze nicht verkneifen können. Typisch Heike! Dabei stand sie mir in Punkto Outfit kaum nach. Sie trug einen ultrakurzen Minirock aus schwarzem Leder, der ihre Pobacken gerade so bedeckte. Dazu einen knappen Leder BH und ein paar hohe Stilettos. Heike zeigte deutlich mehr Haut als ich, jedoch trug sie im Gegensatz zu mir noch einen Slip. In Sachen aufreizender Aufmachung gab es zwischen uns bestenfalls ein Unentschieden. Meiner Meinung nach lag meine Freundin jedoch deutlich vorn. Das sei ihr aber gegönnt!

Beim Abendessen trafen wir Karl und Beatrix nicht an. Und auch später im Theater war von den beiden keine Spur zu sehen. Vielleicht war ein Musical Abend nicht so ganz nach deren Geschmack. Karl liebte Country Musik und dieses Musical basierte eher auf Rock. Es war also nicht unwahrscheinlich, dass das Ehepaar den Abend auf andere Weise verbrachte. Vielleicht würde ich sie ja später noch irgendwo treffen. Im Theater stellte mir Heike ihren Mark vor. Ich musste zugeben, dass sie nicht übertrieben hatte, denn Mark war tatsächlich ziemlich schnucklig. Und dazu auch noch unglaublich charmant. Da hatte meine Freundin wirklich einen guten Fang gemacht.

Die Aufführung begann und ich genoss die spektakuläre Show. Genau dieses Musical hatte ich vor ein paar Jahren schon einmal in Köln gesehen. Und ich konnte kaum einen Unterschied feststellen. Ich hatte sogar den Verdacht, dass die Hauptdarstellerin dieselbe war. Allerdings war ich mir dabei nicht ganz sicher. Nach etwa einer halben Stunde stupste mich Heike an und flüsterte mir ins Ohr.

» Willst du nachher nicht doch mit uns mitkommen? Wer weiß wo Karl und Beatrix sich rumtreiben. «

» Nein lass mal. Genieß du deinen Abend mit Mark und mach dir um mich keine Sorgen. Ich komm schon klar! «

» Bist du sicher? «, fragte meine Freundin und ich nickte ihr zur Bestätigung zu. Sie überlegte kurz und begann in ihrer Handtasche zu kramen. Dann hielt sie mir plötzlich die Schlüsselkarte für den VIP-Bereich hin.

» Vielleicht willst du dir ja heute mal das Lucky Loser anschauen! «, flüsterte sie mir mit einem Lächeln zu.

» Oder du probierst aus wie es ist, eine Vartex Statue zu sein. Je nachdem was dir lieber ist! «, jetzt grinste mir Heike verschwörerisch zu.

Ohne eine Antwort abzuwarten drückte sie mir die Karte in die Hand. Danach widmete sie sich wieder dem Musical, so als ob nichts passiert wäre. Mit dieser Aktion hatte es Heike geschafft, mich von der Show abzulenken. Meine Gedanken kreisten nun um ihren Vorschlag. Wollte ich das wirklich? Die Geschichte mit den Statuen war schon irgendwie interessant, aber es wäre bestimmt besser sowas kontrolliert und in Absprache mit Varga auszuprobieren. Denn sollte sich herausstellen, dass ich es nicht mochte eine Vartex Statue zu sein, dann wäre es tatsächlich eine Bestrafung zwei Tage so zu verbringen. Auf das Lucky Loser war ich inzwischen aber richtig neugierig geworden. Anfangs war ich zwar geschockt gewesen, als ich den Pudel Beate erblickt hatte. Mittlerweile hatte ich jedoch darüber nachgedacht, was George dazu gesagt hatte. Vielleicht hatte Beate ja auch so zwiespältige Gefühle wie ich und sie hatte tatsächlich absichtlich verloren, nur um herauszufinden, wie es sich anfühlte ein Pudel zu sein. Das klang zwar verrückt, machte aber auf irgendeine verschrobene Art auch Sinn. Irgendwann richtete ich meine Aufmerksamkeit wieder dem Musical zu. Es ging langsam aufs Ende zu, denn jetzt setzte das Ensemble zum letzten Song an. Dieses Lied war ein absoluter Klassiker und das ganze Theater begann mitzusingen. Natürlich stimmte auch ich mit ein.

» Oh mama mia, mama mia, mama mia, let me go! Beelzebub has the Devil put aside for me, for me, for meeeeee! «

Mit Standing Ovations endete die Aufführung. Begeisterungsstürme brandeten durchs Publikum. Ich bezweifelte ein wenig, dass der Abend mit Jonny Nash ähnlich geendet hatte. Allerdings kann diese Vermutung auch in meiner Abneigung für Country Musik begründet liegen. Nach annähernd 10 Minuten Applaus und Zugabe Rufen leerte sich schließlich das Theater. Jetzt versuchte auch Mark mich zu überzeugen, dass ich sie zum Tanzen begleiten sollte. Aber ich erklärte ihm, dass ich bereits etwas anderes vorhätte. Er unternahm noch einen halbherzigen zweiten Versuch mich zu überreden. Doch dann zog er schließlich Arm in Arm mit meiner Freundin ab. Heike schaute sich noch einmal um und zwinkerte mir verschwörerisch zu. Ich war noch immer unsicher, ob ich das Risiko einer Bestrafung wirklich eingehen wollte. Zögerlich näherte ich mich dem VIP-Bereich. Etwa 20 Meter vor der roten Tür blieb ich stehen und zog einen Schminkspiegel aus meiner Handtasche. Allerdings weniger um mein Makeup zu überprüfen, sondern nur um die Tür zum VIP-Bereich möglichst unauffällig beobachten zu können. Auch vor dieser Tür stand ein Crewmitglied in Uniform. Es bestand kein Zweifel daran, dass dieser Wachmann meine Zugangsberechtigung prüfen würde. Plötzlich näherten sich von hinten einige Stimmen.

» Kommt Mädels, lasst uns in den VIP-Bereich gehen. Die Drinks gehen heute Abend auf mich! «, verkündete ein junger Mann etwas großkotzig.

Der junge Mann durfte vielleicht 20 Jahre alt sein. Er hatte dünnes blondes Haar und den Ansatz eines Bauches. Ich würde ihn nicht unbedingt als attraktiv bezeichnen, aber dafür schien er Geld zu besitzen. Obwohl es vermutlich eher das Geld seines Vaters war. Jedenfalls wurde er von 8 hübschen jungen Damen begleitet. Die Gruppe marschierte an mir vorbei, direkt auf die rote Tür zu. Ohne lange zu überlegen packte ich meinen Spiegel weg und schloss mich ihnen unauffällig an.

» Diese Girls sind heute Abend alle meine Gäste! «, meinte der Großkotz und drückte dem Wachmann einen 100 Euro Schein in die Hand.

» Natürlich Mister Sörenssen! «, erwiderte der Wachmann und hielt uns die Tür auf.

Als sich die Tür wieder hinter uns geschlossen hatte, ließ ich mich langsam zurückfallen. Es war wirklich einfach gewesen in den VIP-Bereich zu kommen. Allerdings musste ich zugeben, dass mir der Zufall ein wenig geholfen hatte. Wer weiß, ob das mit der Schlüsselkarte genauso gut funktioniert hätte. Der Großkotz betrat mit seinen Ladies einen Laden mit dem Namen „Kir Royal“. Vermutlich war das eine Cocktail Bar. Da ich nicht vorhatte Mister Sörenssen weiter Gesellschaft zu leisten, ging ich an der Bar einfach vorbei. Ich war hier zwar richtig auf Deck 9, aber in diesem Bereich war ich bisher noch nie gewesen. Ein Stück weiter stieß ich auf eine der Vartex Statuen. Diesmal war es allerdings eine geflügelte männliche Statue, die einen Bogen spannte. Vermutlich sollte er Amor darstellen. Jedoch war nicht nur sein Bogen gespannt, sondern auch das Glied dieses Amors zeigte eine beachtliche Spannkraft. Verstohlen blickte ich mich um, ob ich beobachtet wurde. Keiner zu sehen. Ich strich mit meiner Hand über den muskulösen Oberkörper des Amors. Bei Kontakt mit dem Vartex bekam ich sofort eine Gänsehaut. Ganz sachte ließ ich meine Finger über den Bauch nach unten gleiten, bis ich schließlich das beste Stück des Amors erreicht hatte. Sanft streichelte ich darüber und fragte mich, ob der Amor meine Berührungen wohl ebenfalls spüren konnte. Könnte er dadurch zu einem Orgasmus kommen? Ich schaute der Statue ins Gesicht, konnte aber keinerlei Emotionen entdecken. Wie es sich wohl anfühlen würde ein Vartex Glied in meiner Muschi zu spüren? Das wollte ich aber lieber nicht ausprobieren, schließlich konnte hier immer jemand vorbeikommen. Unwillig ließ ich von dem Amor ab und setzte meinen Weg fort. Irgendwann erreichte ich schließlich die Plaza, die ich bereits kannte.


Fortsetzung folgt!
161. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 26.02.19 20:13

Schade, den Bogen und 4 Hufe und nen Schweif wären was
162. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeMoO am 27.02.19 09:46

Auch wenn der Handlungsbogen auf etwas ganz Bestimmtes hinauszulaufen scheint,ganz traue ich der Sache nicht und werde mich über den Fortgang überraschen lassen...
163. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeMoO am 27.02.19 09:47

.
164. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 27.02.19 11:17

Hallo IronFist,

Da hast du wieder ein tolles Kapitel abgeliefert.
Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.

LG
Segu
165. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 28.02.19 10:33

...warum werde ich das Gefühl nicht los, dass Sabine doch noch als Statue endet?
166. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 28.02.19 21:12

Hallo IronFist,
eine spannende Fortsetzung. Ich bin gespannt, ob sich eine o. beide in eine Statue verwandeln lassen.
Für die Betroffene kann es vll. sogar eine böse Überraschung werden.
VLG Alf
167. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 03.03.19 13:14

Hallo Darktail,

wäre ein Zentaur wirklich besser gewesen als ein Amor?
Schließlich ist dies doch ein Schiff der Liebe!


Hallo SeMoO,

ich interpretiere deinen Kommentar mal so, dass du eine andere Handlung erwartet hast.

Die Freundin verschwindet und die Spur führt zu Varga. Dies war schon der Plot von "Eva" und es war mir einfach zu billig bei meiner alten Geschichte abzukupfern.
Deshalb habe ich mir diesmal etwas Neues einfallen lassen.

Ich gebe aber zu, dass ich euch im vorletzten Teil ganz bewusst in die Irre geleitet habe.
Was wäre eine Geschichte ohne ein paar überraschende Wendungen.


Hallo SeguAnimal,

es freut mich, dass dir der letzte Teil gefallen hat.

SPOILER-ALARM: Es geht im Lucky Loser weiter!
Aber vermutlich konnte ich euch damit nicht wirklich überraschen.


Hallo FE,

vielleicht hast du mit deiner Vermutung ja Recht.
Aber vielleicht bin ich auch nur ein Troll, der euch an der Nase herumführt.


Hallo AlfvM,

wer meine Geschichten kennt, der weiß, dass es fast immer eine böse Überraschung für meine Heldinnen gibt.
Aber natürlich will ich euch die Vorfreude nicht mit einem Spoiler verderben. Der weiter oben muss für diesen Post reichen.


LG
Fist
168. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 03.03.19 14:31

[quote]Hallo Darktail,

wäre ein Zentaur wirklich besser gewesen als ein Amor?
Schließlich ist dies doch ein Schiff der Liebe!



Wer weiß, vielleicht eine Kombination aus beidem Tierwesen haben durchaus ihren Reiz
169. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 04.03.19 19:12

Hallo Darktail,

ich versuche mir gerade vorzustellen, wie eine Kombination aus beidem wohl aussehen könnte.
Ein Amor, der auf dem Rücken eines Zentaur reitet?

Mit der "kleinen Meerjungfrau" habe ich in einer meiner alten Geschichten ja auch schon mal ein Tierwesen verwendet.
Vielleicht kommt in dieser Geschichte ja später auch noch etwas in der Richtung.


LG
Fist
170. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 04.03.19 19:55

Zitat
Hallo Darktail,

ich versuche mir gerade vorzustellen, wie eine Kombination aus beidem wohl aussehen könnte.
Ein Amor, der auf dem Rücken eines Zentaur reitet?

Mit der \"kleinen Meerjungfrau\" habe ich in einer meiner alten Geschichten ja auch schon mal ein Tierwesen verwendet.
Vielleicht kommt in dieser Geschichte ja später auch noch etwas in der Richtung.


LG
Fist


Dann aber mit Zaum. Geschirr und Sattel..
171. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 05.03.19 18:36

Hallo Darktail,

also wirklich, wer würde denn eine Meerjungfrau satteln?


LG
Fist
172. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 05.03.19 19:11

Teil 16


Nun stand ich direkt vor dem Lucky Loser. Ich spürte wie das Herz hämmerte und meine Hände feucht wurden. Noch immer hatte ich das Gefühl etwas Verbotenes zu tun. Und streng genommen war es das ja auch, denn ich hatte hier im VIP-Bereich nichts verloren. Gleichzeitig erhöhte das aber auch den Reiz. Nachdem ich einmal tief durchgeatmet hatte, ging ich durch die Eingangstür. Jetzt stand ich in einem kleinen Vorraum mit einer Art Rezeption. Eine junge Frau saß dort an einem Computer, sie widmete sich allerdings mehr ihrem Handy. Als sie mich bemerkte lächelte sie breit. Wow, solch strahlend weiße Zähne hatte ich noch nie gesehen. Sie blendeten geradezu. Die attraktive Blondine war etwa Mitte 20 und trug eine ziemlich ungewöhnliche Bluse. Es war eine blaue Seidenbluse, die allerdings auf Höhe der Brüste einen transparenten Streifen aufwies. So bekam jeder Gast einen guten Blick auf ihren kleinen aber festen Busen. Diese junge Frau schien das aber wenig zu stören.

» Herzlich willkommen im Lucky Loser! Würden sie mir bitte ihren Namen und die Kabinennummer nennen! «, mit diesen Worten wurde ich begrüßt.

Sollte ich ihr tatsächlich meinen echten Namen und meine Kabinennummer verraten? Aber was konnte ich ihr sonst sagen. Vermutlich würde sie meine Angaben im Computer überprüfen. Zudem war es in Deutschland ja auch üblich, dass man beim Betreten eines Casinos registriert wurde. Im Notfall würde ich einfach die Ahnungslose spielen und wieder gehen.

» Mein Name ist Sabine Müller und ich habe die Kabine 4026. «

Die junge Frau tippte meine Angaben in ihren Computer und nickte.

» Haben sie eine Einladung für den VIP-Bereich? «, fragte sie lächelnd.

Mein Herzschlag schien sich bei dieser Frage noch weiter zu erhöhen. Was sollte ich darauf antworten? Wenn ich nein sagte, dann war ich bereits wegen unbefugtem Betreten überführt. Und wenn ich ja sagte, dann wollte sie sicher wissen von wem.

» Ja, George Rooney hat mich eingeladen! «, sagte ich so überzeugend wie möglich.

» Also ich finde hier nur eine Einladung von Vorgestern! «, antwortete die junge Frau stirnrunzelnd.

So ein Mist, die Einladungen wurden im Computer gespeichert. Ich merkte deutlich wie mir immer wärmer wurde. Jetzt musste ich improvisieren.

» Wissen sie diese Einladung war sehr kurzfristig. Ich habe George Rooney und James Varga vorhin im Theater getroffen. Streng genommen haben mich eigentlich beide eingeladen. James Varga hat mir zum Beweis extra seine Schlüsselkarte für den VIP-Bereich gegeben. Es tut mir leid, dass ich erst den falschen Namen genannt habe. Ich kenne George einfach besser als James und … «

» Schon gut, alles in Ordnung! «, unterbrach mich die junge Frau als sie die Schlüsselkarte sah.

Inzwischen hatte sich auf meiner Stirn sogar eine Schweißperle gebildet. Weil mein panisches Gestammel aber überraschenderweise funktioniert hatte, entspannte ich mich jetzt wieder. Doch dann erwartete mich auch schon die nächste Frage.

» Wollen sie ihr Armband in Gold, Silber oder Bronze? «

Sie zeigte bei ihren Worten auf eine Schachtel, in der Armreifen in 3 unterschiedlichen Farben lagen. Mir war nicht so ganz klar, warum sie das fragte. Bekam jeder Gast einen dieser Armreifen als Geschenk? Wer würde da nicht das Armband aus Gold wählen, schließlich war es am wertvollsten. Sofern es überhaupt echtes Gold war. Aber ich hatte den starken Verdacht, dass es mehr mit diesen Armbändern auf sich hatte.

» Worin liegt der Unterschied? «, fragte ich zurück.

» Also diese Armbänder speichern ihr Guthaben im Casino. Sie laden das Band bei mir um einen bestimmten Betrag auf, welcher dann auf ihre Kabinenrechnung gesetzt wird. Wenn sie das Casino später wieder verlassen, dann wird ihnen das Guthaben wieder gutgeschrieben. Jedes Armband hat einen bestimmten Mindestbetrag beim Aufladen. Bei Gold sind es 10.000, bei Silber 5.000 und bei Bronze 100 Euro. Zehn Prozent dieses Betrags werden ihnen als Eintritt automatisch abgezogen. Im Casino gibt es drei gesonderte Bereiche. Den öffentlichen Bereich kann man mit allen Armbändern betreten, für den exklusiven Bereich benötigen sie mindestens ein silbernes Armband und den Spezialbereich dürfen sie nur mit einem goldenen Armband betreten. «

OK diese Armbänder waren also ein bargeldloses Bezahlsystem. Anstatt Jetons verwendete man hier eben die elektronische Variante. Warum auch nicht. Da ich ohnehin nur zuschauen wollte, würde ich mit Sicherheit keinen Eintritt in Höhe von 1.000 oder 500 Euro bezahlen. Auch wenn ich so nur in den öffentlichen Bereich durfte.

» Geben sie mir bitte ein Bronze Armband! «, sagte ich zu der jungen Frau.

» Und wie viel soll ich ihnen aufladen? «

» Für den Anfang reichen erst einmal 100 Euro. «

Einen Eintritt von 10 Euro konnte ich durchaus verschmerzen. Und mehr aufzuladen machte keinen Sinn, weil ich ja sowieso nicht vorhatte selbst zu spielen. Die junge Frau tippte an ihrem Computer, nahm dann ein Bronzeband aus der Schachtel und hielt es solange an ein Lesegerät bis es piepste. Danach legte sie das Armband um mein rechtes Handgelenk. Es klickte leise, als es sich schloss. Ich konnte an diesem Band keinerlei Öffnungsmechanismus erkennen. So konnte man sein Geld wenigstens nicht verlieren. Abgesehen von den Spieltischen natürlich, denn dort war das bestimmt sehr leicht möglich.

» Dürfte ich noch um ihr Handy bitten! «, sagte die junge Frau zu mir und zeigte dabei auf ein entsprechendes Verbotsschild an der Wand.

» Wie bitte? Warum das denn? «

» Wir wollen keine Fotos oder Videos von unseren Gästen. Es dürfte sicher auch in ihrem Interesse sein, wenn keine heiklen Aufnahmen von ihnen im Internet erscheinen. «

Diese Vorsichtsmaßnahme machte durchaus Sinn. Wer wollte schon als nackter Pudel im Internet bloßgestellt werden. Ich überreichte ihr mein Telefon und durfte danach das Casino betreten. Sofort wurde ich von den lärmenden Geräuschen unzähliger Spielautomaten empfangen. Aus allen Richtungen erklangen irgendwelche elektronischen Melodien. Eigentlich hatte ich in diesem Casino eine gehobene Atmosphäre erwartet und keine Las Vegas Automatenorgie. Etwas enttäuscht schaute ich mich in dem Casino um. Im Eingangsbereich standen die ganzen Automaten, etwas weiter hinten schien es aber auch nicht elektronische Spiele zu geben. Mir war es hier zu laut und ich beschloss in den hinteren Bereich zu gehen.

» Möchten sie vielleicht irgendetwas trinken? «, fragte mich plötzlich eine rothaarige junge Frau.

Die Kellnerin trug ein ziemlich kurzes schwarzes Kleid. Es glänzte seidig und vor ihrem Bauch hing ein weißes Schürzchen. Weiße Spitze an Kragen und Saum verliehen diesem Kleidchen noch zusätzlich eine neckischen Note. Oberhalb ihrer Brüste war das Kleid transparent und zeigte einen herzförmigen Ausschnitt. Mit anderen Worten, ihre Arbeitskleidung war ziemlich ungewöhnlich. Was auf diesem Schiff aber auch nicht anders zu erwarten war. Da ich tatsächlich durstig war, bestellte ich bei ihr eine Cola. Die Bedienung marschierte hüftschwingend davon und ihr Röckchen wippte dabei sanft auf und ab. Sie balancierte auf extrem hohen Absätzen und eine Naht auf der Rückseite der Strumpfhose ließ ihre Beine unendlich lang erscheinen. Vermutlich war es ziemlich unbequem den ganzen Abend mit solchen Schuhen herumzulaufen, aber ich musste zugeben, dass ihr Outfit wirklich verdammt sexy aussah. Bis die Bedienung zurückkehrte, beobachtete ich einen jungen Mann, der an einem Automaten mit dem Namen „Brautschau“ spielte. Eigentlich war das nur ein Gerät mit drei rotierenden Scheiben, die man per Knopfdruck stoppen konnte. Anstatt irgendwelcher Früchte, wie es bei diesen Geräten üblich war, gab es hier auf den Scheiben Bilder von Frauen in Brautkleidern. Der junge Mann fluchte wie ein Rohrspatz, als nach zwei brünetten Bräuten eine blonde Frau auf der dritten Scheibe erschien. Doch schon beim nächsten Spiel hatte er mehr Glück, denn diesmal hatte er drei Blondinen erspielt. Das Gerät klingelte und sein angezeigtes Guthaben stieg von 7 auf 19 Euro. Ich habe noch nie verstanden, was an diesen Geräten so interessant war. Kurze Zeit später kehrte die Bedienung zurück und brachte mir meine Cola. Hoffentlich hatten die Getränke hier nicht auch VIP Preise.

» Was schulde ich ihnen? «, fragte ich die Kellnerin.

» Die Getränke sind hier im Casino frei! «, antwortete sie lächelnd. Das war ja mal eine positive Überraschung.

» Haben sie denn keine Sorge, dass die Gäste das ausnutzen könnten, um sich hier kostenlos zu betrinken? «, fragte ich interessiert.

» Ach wissen sie, die VIP interessieren Kosten nicht besonders. Die machen sich nicht die Mühe hierher zu kommen, nur um kostenlose Getränke abzustauben. Und für Gäste und Bedienstete der VIP gilt die Regel, dass sie im Casino den Aufladebetrag ihres Armbands mindestens einmal einsetzen müssen. Ansonsten verfällt das Guthaben. «

Da schien die junge Frau am Eingang wohl vergessen zu haben, dieses nicht unwichtige Detail zu erwähnen. Oder hatte sie das absichtlich gemacht? Wenn ich also nicht selbst spielte, dann waren meine 100 Euro futsch.

» Nein, nicht schon wieder diese verdammte Blondine! «, fluchte der junge Mann an seinem Automaten.

» Autsch! Du blöder Dreckskasten! «, schrie er kurz darauf auf.

Ich beobachtete den jungen Mann wie er verärgert gegen den Automaten schlug. Warum machte er so ein Theater nur weil er ein paar Euro verloren hatte? Das gehörte doch zum Spielen dazu. Die Kellnerin erkannte meine Verwunderung und begann zu erklären.

» Vermutlich hat der Zufallsgenerator soeben zugeschlagen! «, meinte sie lächelnd.

» Bei diesen Geräten hat man bei einem Gewinn zusätzlich die Chance den Jackpot zu knacken. Und bei einem Verlust besteht zusätzlich die Möglichkeit eines elektrischen Schlags. Beides wird von einem Zufallsgenerator gesteuert. «

Warum spielte man an einem Gerät, dass einem auch noch Stromstöße verpasste? Vermutlich war die Wahrscheinlichkeit für einen Stromschlag wesentlich höher, als die den Jackpot zu gewinnen. Aber man durfte auch die menschliche Gier nicht unterschätzen, denn eine elektronische Tafel zeigte an, dass der Jackpot bei über 100.000 Euro lag. Wie auch immer, ich hatte ohnehin nicht vorgehabt an einem Automaten zu spielen. Allerdings dachte ich nun tatsächlich darüber nach selbst zu spielen, schließlich wollte ich mein Geld nicht einfach verschenken.

Mal schauen was es im hinteren Bereich für Spiele gab. Als ich die lärmenden Geräte hinter mir gelassen hatte, kam ich zu einem Spiel, welches sich „Sonnenbad“ nannte. Es gab bei diesem Spiel einen Pool und zwei Sonnenliegen standen direkt dahinter. Auf die Rückwand war oberhalb der Liegen eine große Sonne mit einem lächelnden Gesicht aufgemalt. Ich fragte mich, was man bei diesem Spiel wohl machen musste. Die beiden Basketballkörbe über dem Wasserbecken wirkten für mich ziemlich fehl am Platz. Direkt neben den Liegen stand ein junger Mann in Shorts und Hawaii Hemd. Er war anscheinend der Spielleiter. Mit einem Mikrofon versuchte er beredt neue Spieler zu gewinnen. Nicht ohne Erfolg, denn eine junge Frau in Hotpants erklomm die Stufen zu der Plattform, auf der die Liegen standen. Sie wurde dabei von einem jungen Mann angefeuert, der gleich neben mir stand. Gehörten die zwei etwa zusammen? Rein optisch würde ich sagen, dass sie zu hübsch für ihn war. Aber er konnte natürlich auch verborgene Talente besitzen. Der Spielleiter begrüßte erst die junge Frau und hielt anschließend ein kleines Gerät an ihr Armband bis es piepste. Vermutlich wurde auf diese Weise der Spieleinsatz bezahlt. Die junge Frau entledigte sich ihrer High Heels und legte sich dann auf eine der Liegen.

» Möchten sie vielleicht gegen meine Freundin antreten? «, fragte mich aus heiterem Himmel der junge Mann neben mir.

» Wie? Ähm … also ich … «, stammelte ich etwas überrascht herum.

» Ich bin Max und das dort oben ist meine Freundin Maxine. Wir haben miteinander gewettet, ob sich Maxine traut „Sonnenbad“ zu spielen. Ihr großes Selbstbewusstsein ist aber nur gespielt, da bin ich mir sicher. Wenn allerdings in den nächsten 5 Minuten niemand gegen sie antritt, dann gewinnt sie die Wette automatisch. Bitte helfen sie mir! «

Max und Maxine? Ernsthaft, wie viele blöde Kommentare hatten die beiden wohl schon darüber gehört? Seine Formulierung hatte mich jedoch misstrauisch gemacht. Was waren die Konsequenzen dieses Spiels, wenn es Mut erforderte es zu spielen? Und wie spielte man es überhaupt? Die Regeln hatte mir Max schnell erklärt. Die Spieler warfen von ihren Liegen aus mit Bällen auf die Basketballkörbe. Bei einem Treffer neigte sich die Liege des Gegners ein Stück zum Wasser hin. Und wer zuerst im Wasser landete hatte verloren. Der Einsatz waren 50 Euro und der Gewinner bekam am Ende 200 Euro ausbezahlt. Aber warum sollte man sich nicht trauen dieses Spiel zu spielen, wenn man schlimmstenfalls nass wurde? Gab es da noch einen anderen Haken an der Sache? Doch dann sah ich, dass Maxine ein weißes T-Shirt trug. Höchstwahrscheinlich würde ihr Shirt durchsichtig werden, sobald es nass wurde. Wenn sie also nichts darunter trug, dann würde sie quasi oben ohne dastehen. Und ich hatte keinen Zweifel, dass sich ihr Freund genau das wünschte. Männer waren in dieser Beziehung doch alle gleich.

» Ich weiß nicht, schließlich will ich nicht den Rest des Abends mit nassen Klamotten herumlaufen! «, gab ich zu bedenken.

» Das werden sie auch gar nicht. Meine Freundin ist furchtbar darin einen Ball zu werfen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie überhaupt bis zum Korb kommt. «

» Bitte geben sie sich einen Ruck! «, bei diesen Worten legte er seinen Kopf leicht schräg und schaute mich mit einem Dackelblick an.

Oh verdammt, einem solchen Blick hatte ich noch nie widerstehen können. Aber selbst wenn seine Freundin nicht so furchtbar war wie er behauptete, sollte ich das Spiel eigentlich gewinnen. Viele Jahre hatte ich aktiv Basketball gespielt und Freiwürfe waren immer meine Spezialität gewesen. Also tat ich ihm den Gefallen und sagte zu mitzuspielen. Ich erklomm die Stufen und bezahlte beim Spielleiter meinen Einsatz. Dann entledigte ich mich meiner Schuhe und nahm auf der zweiten Liege Platz. Meine Gegnerin machte ein erschrockenes Gesicht. Sie hatte wohl tatsächlich gehofft, dass niemand gegen sie antreten würde. Ihr Freund hingegen grinste nun wie ein Honigkuchenpferd. Mittlerweile hatten sich ein paar Zuschauer vor dem Wasserbecken versammelt. Ich saß auf meiner Liege und fragte mich, ob mir das Publikum unter den Rock schauen konnte. Das hatte ich vorhin gar nicht bedacht. Zur Sicherheit schob ich meine Beine ganz zusammen.


Fortsetzung folgt!
173. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 05.03.19 19:19

Grinz eher den Zentauren, und den Zaum um Kopf


Zitat
Hallo Darktail,

also wirklich, wer würde denn eine Meerjungfrau satteln?


LG
Fist
174. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 06.03.19 11:13

Na hoffentlich verliert unsere Akteurin

Egal, denn wir werden so oder so erleben was passiert und wie wir dich alle kennen wird frau wohl nicht nur nass?!

jonnyf
175. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von zrx-till am 07.03.19 12:38

Gefällt mir gut und läßt sich schön lesen !

Till
176. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 07.03.19 13:06

...wieder eine Fortsetzung mit Klasse...
177. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 07.03.19 16:44

Muss mich auch mal wieder melden. Danke für's schreiben und wie immer spannend.
178. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 07.03.19 21:37


Ich denke, dass unsere liebe Protagonistin das Spiel verlieren wird. Und ich "befürchte" (hoffe!!!), dass der Einsatz mehr ist als nur Geld.
179. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 08.03.19 13:21

Hallo iron-fist,
das sind ja lustige Spiele die es auf dem Schiff gibt, ich gespannt wie es aus geht.
VLG Alf
180. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 09.03.19 08:02

Lach, wenn ich das richtig verstehe ist selbst ein Sieg mit irgendwelchen „Belohnungen“ verbunden, wir werden es ja bald erfahren.

Wie war doch gleich der Name des Kasinos ...

Wer sagt, dass es immer gut ist zu gewinnen?

Lasset das Spiel beginnen, oder so...

Danke für die Geschichte...

Ihr_joe
181. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 11.03.19 19:36

Hallo Darktail,

im Casino hat sich der Zentaur jetzt wohl erledigt.
Dieses Spiel scheint eher zur Meerjungfrau zu passen.


Hallo jonnyf,

wie kannst du nur so gehässig sein? Schäm dich!
Und was soll in einem Wasserbecken denn anderes passieren, als das man nass wird?


Hallo zrx-till,

freut mich, dass es dir gefällt.


Hallo FE,

dann sage ich mal ein Dankeschön mit Klasse.


Hallo Trucker,

bist du letzte Woche etwa fremdgegangen?
So geht das aber nicht!


Hallo Dark Fangtasia,

was hat Sabine nur verbrochen, dass ihr hier schon zum zweiten Mal eine Niederlage gewünscht wird.
Ts ts ts, was habe ich nur für Leser?


Hallo AlfvM,

natürlich sind die Spiele lustig, sonst würde sie ja niemand spielen.
Ob man dabei aber auch über sich selbst lachen können muss?


Hallo Ihr_joe,

ich weiß nicht wo du eine "Belohnung" für die Siegerin herausgelesen hast. Abgesehen von den 200 Euro natürlich.
Es war ja noch nicht einmal von einer "Belohnung" für die Verliererin die Rede. Abgesehen von den nassen Klamotten natürlich.

Ob das Casino seinem Namen Ehre macht? Mal schauen!
Vermutlich ist es sehr subjektiv, ob man eine Niederlage dort als Glück betrachtet.

Aber aus der Zuschauerrolle lässt sich das natürlich ganz entspannt betrachten.
Manchmal ist es doch ganz gut, wenn man nicht selbst involviert ist.

Allerdings wäre ich jetzt auch viel lieber in der Karibik.
Musste ich doch gerade im Schneegestöber nach Hause fahren. Der Winter scheint noch nicht ganz aufgeben zu wollen!


LG
Fist
182. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 11.03.19 23:17

[quote]Hallo Darktail,

im Casino hat sich der Zentaur jetzt wohl erledigt.
Dieses Spiel scheint eher zur Meerjungfrau zu passen.

Schade eigentlich, ich finde der passt auch da hin
183. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 12.03.19 11:04

Hallo IronFist,

was kann im Wasser noch passieren?

Vielleicht ist es kein Wasser sondern eine Flüssigkeit welche sich in alle Körperöffnungen verteilt und sich dort bemerkbar macht?

Wir sind ja in einer High-Tech-Gesellschaft, wo fast alles möglich ist.

jonnyf
184. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 12.03.19 18:36

Hallo Darktail,

wie soll denn ein Zentaur zu diesem Spiel passen?
Vielleicht als Seepferdchen?


Hallo jonnyf,

du bist also der Meinung "nichts muss, aber alles kann".
Mal schauen, wo das im Lucky Loser hinführt.


LG
Fist
185. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 12.03.19 19:05

Teil 17


Und dann begann das Spiel. Meine Gegnerin hatte sich zuerst für das Spiel gemeldet und hatte somit den ersten Wurf. Max hatte Recht gehabt, seine Freundin war in dieser Beziehung wirklich schlecht. Sie produzierte einen Airball, der auf halber Strecke im Wasser landete. Jetzt war ich an der Reihe. Ich musste jedoch feststellen, dass ein Wurf im Sitzen etwas völlig anderes war. Auch mein Ball landete ohne Berührung des Korbs im Wasser. Mein Wurf war allerdings nicht ganz so schlecht gewesen wie der von Maxine. Nun versuchte es meine Gegnerin mit einer anderen Technik und schleuderte den Ball seitlich in Richtung Korb. Sie hatte dadurch viel mehr Schwung als zuvor. Der Ball klatschte gegen das Brett und fiel danach ins Wasser. Ich stand auf um den nächsten Ball so zu werfen, wie ich es gewöhnt war. Auf der Liege stehend ging das ganze wesentlich besser. Mein Ball sprang gegen das Brett und fiel von dort in den Korb.

» Huch! «, schrie meine Gegnerin überrascht auf, als sich ihre Liege leicht nach vorne neigte. Sie klammerte sich mit ihren Händen am Rand der Liege fest. Die Schräglage war bisher aber alles andere als bedrohlich. Vermutlich würde ich noch 4 bis 5 Treffer landen müssen um sie schließlich zu Fall zu bringen. Maxine klammerte sich mit einer Hand an der Liege fest und setzte dann mit der anderen zu einem weiteren Schleuderwurf an. Schwung hatte sie wieder genug, aber sie verfehlte das Brett meilenweit und der Ball landete irgendwo im Publikum. Jetzt war es wieder an mir. Wie geplant flog mein Ball zuerst gegen das Brett. Er tanzte danach allerdings auf dem Ring herum und fiel schließlich ins Wasser. Das war Pech gewesen. Maxine setzte ihren nächsten Schleuderwurf mehr vertikal an. Der Ball flog in einem hohen Bogen in Richtung Korb. Und völlig überraschend landete er direkt im Korb, ohne den Ring auch nur zu berühren. Meine Liege ruckte und ich verlor das Gleichgewicht. Ich taumelte nach vorne und ruderte mit den Armen wild in der Luft herum. Aber es war bereits zu spät. Eine Sekunde später landete ich auch schon im Pool. Das konnte doch wohl nicht wahr sein, ich hatte durch einen Glückstreffer verloren. Und vermutlich auch deshalb, weil ich meine Gegnerin unterschätzt hatte. Ich hatte einfach nicht damit gerechnet, dass Maxine irgendwann treffen würde. Meine Gegnerin stürmte jubelnd in die Arme ihres Freundes, der ziemlich verblüfft aussah. Aber das war überhaupt nichts gegen meine eigene Verblüffung. Nach dem ersten Wurf von Maxine hätte ich nicht im Traum damit gerechnet verlieren zu können. Hier hatte sich wohl mal wieder das alte Sprichwort bestätigt. Hochmut kommt vor dem Fall! Diesmal war der Fall sogar wortwörtlich gekommen. Der Spielleiter ging zu Maxine und zahlte elektronisch ihren Gewinn aus. Jetzt war sie 200 Euro reicher. Kurz darauf half er mir aus dem Wasser. Triefend nass stand ich am Pool und musste auch noch das breite Grinsen meiner Gegnerin ertragen. Damit war mein Casino Abenteuer wohl auch schon beendet, denn ich würde die restlichen 40 Euro lieber verschenken, als im nassen Zustand weiter das Lucky Loser zu erkunden. Der Name des Casinos klang für mich jetzt wie der blanke Hohn.

» Wenn sie möchten, dann können sie sich in diesem Raum dort abtrocknen. Es gibt auch ein Warmluftgebläse mit dem sie ihr Kleid wieder trocknen können! «, mit diesen Worten zeigte der Spielleiter auf eine Tür neben dem „Sonnenbad“.

Weil ich nicht klatschnass über das ganze Schiff zu unserer Kabine laufen wollte, nahm ich sein Angebot gerne an. Der Raum war so etwas wie eine kleine Umkleide. Ich kämpfte mich mühsam aus dem nassen Kleid heraus. Es gab hier allerdings keine Handtücher, wie sollte ich mich also abtrocknen? Auf einer Seite der Umkleide gab es jedoch zwei kleine Kabinen. Ich öffnete die Tür der ersten und erblickte einen leeren Kleiderbügel, der an einer Stange hing. Vermutlich war dies das Warmluftgebläse, von dem der Spielleiter vorhin gesprochen hatte. Als ich auf einen Knopf außen an der Kabine drückte, legte das Gebläse los. Angenehm warme Luft strömte von oben in die Kabine herein. Ich schnappte mir den Bügel und hängte mein nasses Kleid in die Kabine. Mein Kleid war damit versorgt und flatterte sanft in dem warmen Luftstrom. Ich vermutete, dass die zweite Kabine ebenfalls ein solches Gebläse besaß. Ich drückte den Knopf an der Außenseite und betrat die andere Kabine. Hier gab es allerdings kein Gebläse, sondern ein Wärme abstrahlendes rotes Licht. Natürlich konnte man sich auch auf diese Weise abtrocknen, aber wäre ein Gebläse nicht viel effektiver? Oder auch einfach ein paar Handtücher. Sollte ich mich zu meinem Kleid in die andere Kabine stellen? Das würde bestimmt viel schneller gehen. Allerdings war die andere Kabine ziemlich eng und inzwischen genoss ich sogar die angenehme Wärme dieser Lampe. Eigentlich gab es gar keinen Grund zur Eile. Mit geschlossenen Augen träumte ich ein wenig vor mich hin und genoss dabei die wohlige Wärme. Keine Ahnung wie lange ich so verbracht hatte, aber irgendwann hörte ich Geräusche von außerhalb der Kabine. Ich öffnete die Tür einen Spalt und lugte nach draußen. Eine Blondine versuchte gerade den Reißverschluss am Rücken ihres klatschnassen Kleides zu erreichen. Wie es aussah war sie das nächste Opfer dieses ziemlich feuchten „Sonnenbades“ geworden. Inzwischen war ich komplett trocken und vermutlich galt das auch für mein Kleid. Also trat ich aus der Kabine heraus und begrüßte meine Nachfolgerin. Sie erschrak, weil sie sich wohl allein wähnte. Wir wechselten ein paar Worte und dann half ich ihr aus dem am Körper klebenden langen Kleid heraus. Kopfschüttelnd erklärte sie mir, dass sie gegen einen Profi verloren haben musste. Mit 6 Würfen hatte ihre Gegnerin 5-mal getroffen. Dann erzählte ich ihr von meinem Schicksal bei diesem Spiel. Mittlerweile konnten wir beide über unsere Niederlagen lachen. Sie übernahm meinen Platz in der Kabine und ich schlüpfte in mein getrocknetes Kleid. Jetzt war ich wieder bereit für ein neues Abenteuer im Lucky Loser. Diesmal aber hoffentlich mit einem besseren Ende für mich.

Als nächstes kam ich zu einem Spiel, welches den Namen „Risiko“ trug. Die Spielleiterin dort war ziemlich konservativ gekleidet. Grauer Rock, graues Sakko und darunter eine dunkelblaue Bluse. Ihre Haare hatte sie zu einem Dutt hochgesteckt und auf ihrer Nase saß eine dunkle Hornbrille. Sie sah so aus, wie man sich klischeehaft eine Bibliothekarin vorstellte. Und vermutlich sollte sie auch genau das darstellen, denn dieses Spiel war nichts weiter als ein Quiz. Der Kandidat drehte an einem großen Rad und bekam dann den erdrehten Betrag gutgeschrieben, falls er die Frage richtig beantworten konnte. Auf diesem Rad gab es verschiedene Beträge zwischen 5 und 100 Euro. Jedoch gab es auch jeweils zwei Felder mit -50 bzw. -100 Euro. Bei diesen Feldern wurde der Betrag sofort abgezogen, ohne jegliche Frage. Den Namen hatte dieses Spiel aber von zwei roten Feldern mit der Aufschrift „Risiko 500“. Ich schaute dem Spiel eine Weile zu und sah einen jungen Mann unglücklich ausscheiden, weil er das Pech gehabt hatte, dass das Rad erst bei -50 und beim nächsten Dreh auch noch bei -100 stehen geblieben war. Sein Guthaben fiel von 120 Euro auf null, wodurch sein Spiel automatisch beendet war. Der nächste Kandidat war ein Mann so um die 50. Er hatte ein erstaunliches Wissen und trieb sein Guthaben schnell in die Höhe. Obwohl auch er zwei Mal auf der -100 gelandet war. Und dann passierte das, worauf ich schon die ganze Zeit gewartet hatte. Es kam Risiko 500.

» Wer heißt eigentlich Hellmuth Flieg und hielt 1994 die Eröffnungsrede vor dem 13. Bundestag? «, fragte die Bibliothekarin.

Wer zum Geier sollte denn sowas wissen. Offensichtlich waren die Fragen bei Risiko wohl etwas schwieriger. Aber der Kandidat zeigte sich von dieser Frage wenig beeindruckt und antwortete souverän.

» Der Schriftsteller Stefan Heym! «

Die Antwort war korrekt und sein Guthaben stieg um 500 Euro an. Ich war beeindruckt. Musste man das etwa wissen? Eigentlich war ich in Quiz immer recht gut, aber bei dieser Frage hatte ich nicht die Spur einer Ahnung gehabt. Der Kandidat machte einen Durchmarsch und beantwortete sogar noch eine zweite Risiko Frage richtig. Auch diese Frage hätte ich nicht beantworten können. Danach war sein Spiel automatisch beendet, weil sein Kontostand auf über 1000 Euro angestiegen war. Mal abgesehen von den Risiko Fragen hätte ich den Großteil der sonstigen Fragen ebenfalls richtig beantworten können. Jetzt war mein Ehrgeiz geweckt und ich meldete mich für das nächste Spiel.

Die Bibliothekarin begrüßte mich und fragte wie viel Geld ich einsetzen wollte. Natürlich setzte ich mein komplettes Guthaben von 40 Euro. Wenn ich nicht zu viel Pech mit den Negativbeträgen hatte, dann könnte ich hier sogar mit einem Gewinn rausgehen. Anfangs hatte ich tatsächlich etwas Pech, denn ich drehte immer nur die kleinen Beträge zwischen 5 und 15 Euro. Da ich aber fast alle Fragen richtig beantworten konnte, stieg mein Guthaben schnell auf 90 Euro an. Dann bekam ich eine Frage für 100 Euro.

» Welcher Hafen ist der bedeutendste Autoverladeplatz Europas? «

Ich wusste es nicht, aber eigentlich müsste das doch ein Hafen in Deutschland sein. Konnte das vielleicht Hamburg sein? Vor zwei Jahren war ich in Hamburg gewesen und hatte eine Hafenrundfahrt gemacht. Aber eine Autoverladung hatte ich dort nicht gesehen. Das musste natürlich nichts heißen, aber ich vermutete trotzdem, dass Hamburg falsch war. Dann blieb doch eigentlich nur noch Bremen übrig, oder? Moment, es gab ja auch Bremerhaven. Ich war noch nie in Bremen gewesen und hatte auch keine Ahnung wie groß der Hafen dort war. Aber allein der Name ließ mich vermuten, dass Bremerhaven einen größeren Hafen hatte.

» Bremerhaven! «, riet ich.

Die Antwort war richtig und mein Guthaben stieg auf 190 Euro. Ich beschloss auszusteigen, aber die Spielleiterin erklärte mir, dass das im Moment nicht möglich war. Bei 0 oder über 1000 Euro wäre das Spiel automatisch beendet. Freiwillig dürfte ich jedoch nur nach einer falsch beantworteten Risiko Frage aufhören.

» Warum das denn? Und was passiert bei einer falsch beantworteten Risiko Frage? «, fragte ich irritiert.

» So lauten nun einmal die Regeln bei diesem Spiel. Und wenn sie eine Risiko Frage falsch beantworten, dann müssen sie unser Risiko Rad dort drüben drehen und bekommen eine kleine Modifikation! «, bei diesen Worten zeigte die Spielleiterin auf ein anderes Rad mit lauter roten Feldern.

Das zweite Rad stand etliche Meter entfernt und ich hatte angenommen, dass es zu einem anderen Spiel gehören würde. Als ich las was auf dessen Feldern stand, rutschte mir das Herz in die Hose. Da standen lauter furchtbare Dinge drauf, die einen verunstalten konnten. Ich wollte weder ein Tattoo noch ein Piercing haben. Oh verdammt, worauf hatte ich mich mit diesem Spiel nur eingelassen. Etwas in der Art hätte ich mir bei diesem Casino doch eigentlich denken können. Weil mein Vorgänger aber seine Risiko Fragen so locker beantwortet hatte, hatte ich mir überhaupt nicht die Frage gestellt, was bei einer falschen Antwort passieren würde. Wie hatte ich nur so leichtsinnig sein können? Es war noch ein verdammt weiter Weg um mein Guthaben auf über 1000 Euro zu bringen. Nun wünschte ich mir geradezu die Negativbeträge herbei, vielleicht könnte ich so ja doch noch das Spiel ungeschoren beenden. Kurze Zeit später passierte dann das, was ich befürchtet hatte. Ich drehte Risiko 500.

» Wie hieß der Sherpa, der Edmund Hillary bei der Erstbesteigung des Mount Everest begleitete? «

Eigentlich war auch das eine Frage, die man normalerweise eher nicht wusste. Aber ich hatte im Flugzeug ein wenig durch das Angebot an Filmen gezappt und war dabei kurz an einer Dokumentation über genau diese Erstbesteigung hängengeblieben. Wie war doch noch der Name dieses Sherpas gewesen? Tenzing irgendwas. Verdammt, ich konnte mich nicht mehr an den Nachnamen erinnern.

» Tenzing! «, verkündete ich in der Hoffnung, dass das ausreichen würde.

Die Spielleiterin zögerte kurz und ließ dann meine Antwort gelten. Erleichterung machte sich in mir breit und mein Guthaben stieg auf 720 Euro. Vielleicht konnte ich die 1000 Euro ja doch noch erreichen, ohne das andere Rad drehen zu müssen. Und hoffentlich gelang mir das auch ohne den Stress einer weiteren Risiko Frage. Denn bei deren Beantwortung würde ich sicher kein zweites Mal so viel Glück haben. Langsam aber stetig erhöhte ich mein Konto weiter. Aber bei 840 Euro schlug das Schicksal erneut zu. RISIKO!

» Der Flughafen welcher US-Stadt hat das höchste Passagieraufkommen? «

Ich hatte erneut keine Ahnung und musste raten. Vermutlich war es eine der ganz großen Städte. Am wahrscheinlichsten erschienen mir daher New York, Chicago oder Los Angeles. In New York landeten viele Flüge aus Europa und das gleiche galt vermutlich für Los Angeles bei Flügen aus Asien. Aber reichte das aus um landesweit das höchste Passagieraufkommen zu generieren? Wenn man die Größe der USA bedachte, dann trugen Inlandsflüge doch bestimmt am meisten zu diesem Aufkommen bei. Deshalb entschied ich mich für die am zentralsten gelegene Stadt, weil ich vermutete, dass die Passagiere dort häufiger umsteigen würden.

» Chicago! «

» Das ist leider falsch, die richtige Antwort lautet Atlanta! «, verkündete die Spielleiterin.


Fortsetzung folgt!
186. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeMoO am 12.03.19 20:58

So kann es gehen. Mal ab (ins Wasser) dann am Fragenrad ein auf und ab. Und wie es am "Glücksrad" weiter geht, ja das erfahren wir wohl nächste Wo...

Dabei drängt sich mir allerdings wieder ein Verdacht auf. IronFist lässt uns, wie bei jedem Teil am Spannungsbogen hängen.


Natürlich ist da gut so
187. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 12.03.19 21:06

[quote]Hallo Darktail,

wie soll denn ein Zentaur zu diesem Spiel passen?
Vielleicht als Seepferdchen?

Nun ja wer weiß was ja nach alles kommt
Die Schwarze Statue würde sich sicherlich gut dazu eigenen..

Grüße Friesearagon
188. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 13.03.19 04:56

Sehr gute und abwechslungsreiche Fortsetzungen.
Vielen Dank und bitte weiter so...
189. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 13.03.19 09:45

....an der spannensten Stelle ist natürlich mal wieder Schluss... Ich bin gespannt, welche Art von Modifikation sie sich eingehandelt hat...und vor allem an welcher Stelle....
190. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 14.03.19 17:42

Hallo Ironfist,
wie heist es so schön Übermut kommt vor dem Fall, ich denke das wird der Protagonistin passieren. Wo das wohl enden wird ? Ich hoffe wir erfahren es nächste Woche. Vielen dank.
VLG Alf
191. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 16.03.19 19:31

Hallo SeMoO,

mach doch einfach ein paar Klimmzüge, solange du an der Klippe hängst.
Das soll sehr gut für die Gesundheit sein.


Hallo Darktail,

offensichtlich kommt als nächstes das Drehen des Risiko-Rads.
Mal schauen was dabei für Sabine herausspringt.


Hallo marpsp,

vielen Dank für deine lobenden Worte.
Ich hoffe allerdings, dass es nicht bloß so weiter geht, sondern dass ich mich bis zum Ende der Geschichte steigern kann.


Hallo FE,

ich muss doch meinem Ruf als König der Cliffhanger gerecht werden.

Sabine dürfte deine "Spannung" allerdings kaum teilen.
Vermutlich verflucht sie sich bereits selbst für den Besuch des Lucky Losers.

Nun wie heißt es immer so schön: Das Leben ist kein Wunschkonzert!
Aber welche Musik wird wohl auf diesem Konzert gespielt. Vielleicht Heavy Metal?


Hallo AlfvM,

als Übermut würde ich das Verhalten von Sabine eigentlich nicht bezeichnen.
Beim "Sonnenbad" brachte sie ihr Hochmut zu Fall und bei dem Quiz war sie wohl einfach zu sorglos.
Geschuldet war dies wohl der Tatsache, dass ihre beiden Vorgänger ungeschoren davonkamen.

Am Dienstag werden selbstverständlich die Folgen des Quiz aufgelöst.
Aber wie das große Ganze endet, dies bleibt noch eine ganze Weile lang mein Geheimnis.


LG
Fist
192. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 18.03.19 13:11


Wo du schon auf das Konzert anspielst...

Ich hätte ja vermutet, dass nach dem Bad in der Flüssigkeit und dem anschließenden Wärme-Trocknen ihr Körper ganz schwarz sein würde. Vermutlich wäre dies aber zu viel an Veränderung für so früh in der Geschichte.
193. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 18.03.19 17:13

Freu mich schon auf morgen - ist wieder Dienstag und Fortsetzung

Schönebn Abend noch
194. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 18.03.19 19:16

Hallo Dark Fangtasia,

an meine alte Geschichte hatte ich bei dem Satz über das Konzert gar nicht gedacht.
Aber ich verstehe, dass du dich dabei sofort an eine schwarze Puppe erinnert fühlst.

An deiner Vermutung über die Ursachen ist aber durchaus etwas dran, da wir noch nicht einmal 1/3 der Geschichte erreicht haben.


Hallo lot,

dann spiele ich morgen wohl mal wieder das Christkind.
Und darauf wartest du doch sicher gerne, oder?

Auf alten Fotos aus meiner Teenagerzeit hatte ich sogar den dazu passenden Look.
Lange blonde Haare wie ein Rauschgoldengel.


LG
Fist
195. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 19.03.19 19:08

Teil 18


Was? Wie hätte ich denn darauf kommen sollen? Diese Stadt wäre mir vermutlich nicht einmal in den Sinn gekommen, wenn ich eine Top 10 Liste hätte aufstellen sollen. Oh, verdammt! Ängstlich blickte ich zu dem anderen Rad. Ich wollte dieses Ding nicht drehen. Sollte ich einfach weglaufen? Das war natürlich ein dummer Gedanke, denn ich war auf einem Schiff. Wohin sollte man sich da schon flüchten? Die Spielleiterin forderte mich auf mitzukommen, drehte sich dann um und ging rüber zu dem zweiten Rad. Als sie mir den Rücken zukehrte sah ich, dass ihr Outfit doch nicht so konservativ war, wie ich anfangs gedacht hatte. In dem grauen Rock gab es hinten eine Aussparung, die ihren strammen Hintern offen präsentierte. Eigentlich sollte mich auf diesem Schiff nichts mehr überraschen, aber trotzdem hatte ich nicht mit so einem Po-Ausschnitt gerechnet. Allerdings sollte ich mir jetzt auch besser Gedanken über mein eigenes Schicksal machen. Ganz langsam folgte ich der Spielleiterin zu dem anderen Rad und suchte dabei verzweifelt nach dem am wenigsten schlimmen Feld. Jedoch konnte ich kein Feld entdecken, welches mir akzeptabel erschien und welches ich beim Drehen gezielt ansteuern konnte. Da gab es so furchtbare Sachen wie Glatze oder Nasenring. Und bei einigen anderen wusste ich nicht einmal, was das überhaupt bedeuten sollte. Die Spielleiterin forderte mich auf das Rad schwungvoll zu drehen. Mein Herz hämmerte und erneut kamen Fluchtgedanken in mir auf. Doch dann atmete ich einmal kräftig durch und griff mit zittrigen Händen nach dem Rad. So fest ich konnte, setzte ich das Rad in Bewegung. Es machte ein lautes klackerndes Geräusch und rotierte rasend schnell. Als sich das Rad aber verlangsamte bekam ich einen riesen Schreck. Oh Gott nein, es steuerte zielsicher auf den Nasenring zu. Doch am Ende sprang das Rad doch noch ein Feld weiter. Puh! Große Erleichterung machte sich in mir breit, dass zumindest dieser Kelch an mir vorüber gegangen war.

» Afro! Wie wunderbar! «, verkündete die Spielleiterin begeistert.

Ich hatte keine Ahnung was Afro sein sollte, aber ich bezweifelte stark, dass ich es wunderbar finden würde. Die Spielleiterin forderte mich erneut auf ihr zu folgen. Sie führte mich zu einer Art Litfaß Säule und ihr knackiger nackter Po wackelte dabei aufreizend hin und her. Als sie einen Knopf an der Außenseite dieser Säule drückte, öffnete sich eine Schiebetür ins Innere. Die Säule war leer und hatte innen einen Durchmesser von etwa 2 Metern. Sanft schob mich die Spielleiterin durch die Schiebetür hindurch, welche sich sogleich wieder schloss. Jetzt war ich in dem Ding eingeschlossen. Es war stockdunkel hier drin und ich konnte absolut nichts erkennen. Ich hatte kein gutes Gefühl bei dieser Sache und verfluchte die blöde Idee ins Lucky Loser zu gehen. Plötzlich hörte ich von oben ein leises Zischen. Dann bemerkte ich einen leicht süßlichen Geruch. Oh verdammt, die leiteten irgendein Gas in diese Säule. Verzweifelt hämmerte ich mit den Fäusten gegen die Tür und begann laut zu rufen. Aber natürlich brachte das überhaupt nichts. Irgendwie kam mir die Situation auf einmal lächerlich vor und ich begann zu kichern. Dieses Gas hatte eine seltsame Wirkung auf mich, denn ich fühlte mich wie beschwipst. Dabei hatte ich heute noch gar keinen Alkohol getrunken. Die Säule begann zu Brummen und ich spürte ein Kribbeln auf meiner Haut. Das war richtig angenehm. Ich schloss meine Augen und genoss den Augenblick. Merkwürdigerweise turnte mich dieser tiefe Brummton irgendwie an. Meine Nippel richteten sich auf und ich spürte wie ich langsam feucht wurde. Leider waren diese Gefühle aber nicht von langer Dauer. Das Brummen hörte kurze Zeit später auf und dann kam wieder dieses Zischen von oben. Wurde etwa noch ein Gas eingeleitet? Riechen konnte ich nichts, aber das Gas konnte natürlich auch geruchlos sein. Allerdings hatte ich den Eindruck, als ob der süßliche Geruch nachlassen würde. Vielleicht wurde das Gas auch einfach nur wieder abgesaugt. Meine Vermutung schien sich zu bestätigen, denn ich wurde wieder klarer im Kopf. Urplötzlich öffnete sich die Schiebetür und ich wurde von hellem Licht geblendet. Als ich mich wieder an die Helligkeit gewöhnt hatte, trat ich leicht benommen aus der Säule heraus. Alle starrten mich an. Was war passiert?

» Diese neue Frisur steht ihnen ganz wunderbar! «, erklärte die Spielleiterin begeistert.

Ich hatte keine Ahnung wovon diese Frau überhaupt sprach. Wieso neue Frisur? Doch dann begann mein Hirn langsam wieder zu arbeiten und ich begriff, dass diese Säule irgendwas mit meinen Haaren gemacht haben musste. Ich fuhr mit meiner rechten Hand durch mein Haar und war erstaunt wie es sich anfühlte. Es war zwar weich, aber gleichzeitig schien es meinen Fingern einen gewissen Widerstand zu bieten.

» Möchten sie weiterspielen? «, fragte die Spielleiterin.

Bloß nicht, ich hatte endgültig genug von diesem Spiel. Ich ließ mir den Gewinn von 840 Euro auf meinem Armband gutschreiben und stürmte danach sofort auf die Toilette, um meine neue Frisur in Augenschein zu nehmen. Der Anblick im Spiegel ließ meinen Unterkiefer herunterklappen. Meine brünette Haarfarbe war unverändert, aber mein Haar kräuselte sich nun in winzigen Löckchen. Das sah aus, als würde ich einen großen Helm aus Haaren tragen. Jetzt wurde mir auch klar was unter Afro zu verstehen war, denn ich trug nun tatsächlich einen Afro-Look. Wenn auch die übliche schwarze Haarfarbe dazu fehlte. Ich konnte der Spielleiterin nicht zustimmen, denn ich fand überhaupt nicht, dass diese Frisur zu mir passte. Wörtlich genommen hatte sie aber durchaus Recht, denn diese Frisur stand tatsächlich. Und zwar in alle Richtungen gleichzeitig. Eigentlich war ich sogar mit einem blauen Auge davongekommen, denn dieser Haarunfall konnte wenigstens wieder repariert werden. Gleich morgen früh würde ich einen Teil meines Gewinns in einen Frisörbesuch investieren. Ich hatte für diesen Tag genug Abenteuer erlebt und beendete gegen 1 Uhr meinen Ausflug ins Lucky Loser. Heike war nicht in unserer Kabine und ich erwartete sie auch nicht vor dem nächsten Morgen zurück. Hoffentlich hatte sie eine schöne Nacht mit Mark.

Gegen 8 Uhr wachte ich auf, weil sich unsere Kabinentür öffnete. Heike hatte versucht so leise wie möglich zu sein, aber sie hatte mich trotzdem aufgeweckt. Auf ihrem Gesicht zeigte sich ein zufriedener Ausdruck und ich war mir sicher, dass sie eine gute Nacht gehabt hatte. Meine Freundin hatte bisher noch nicht bemerkt, dass ich wach war. Sie öffnete leise ihren Schrank.

» Na du Nachteule, du schleichst dich hier ja wie ein Dieb herein! «, sagte ich scherzhaft.

Meine Freundin drehte sich um und erstarrte augenblicklich.

» Was ist denn mit dir passiert? «, fragte Heike und blickte mich mit großen Augen an. Natürlich war ihr meine neue Haarpracht nicht entgangen. Wie auch, schließlich war sie ja auffällig genug.

» Ich habe deinen Rat befolgt und mir das Lucky Loser angeschaut! «, sagte ich mit einem sarkastischen Unterton.

» Offensichtlich hast du es nicht nur angeschaut, sondern auch selbst gespielt. Und ich dachte immer, dass du die Vernünftige von uns beiden bist! «, antwortete meine Freundin kopfschüttelnd.

Ehrlich gesagt hatte ich das auch immer gedacht. Aber gestern Abend hatte ich mich wirklich nicht besonders schlau verhalten. Und ich wusste noch nicht einmal genau warum.

» Dafür habe ich gestern über 800 Euro gewonnen. Das reicht locker, um das wieder in Ordnung zu bringen. «

» Wenn du meinst! «, antwortete Heike skeptisch mit einem Stirnrunzeln.

Meine Freundin schien mir nicht zu glauben und ich hatte keine Ahnung warum. Ich schätzte, dass es mich zwischen 100 und 200 Euro kosten würde, diese Löckchen wieder loszuwerden. Aber selbst mit einem nicht einkalkulierten Kreuzfahrtschiff Zuschlag, sollte mein gestriger Gewinn eigentlich leicht ausreichen. Heike schien nicht darüber diskutieren zu wollen, denn sie kramte in ihrem Schrank und zog ein paar Freizeitklamotten heraus. Sie erklärte mir, dass Mark das Schiff um 10 Uhr verlassen würde und sie ihn noch gebührend verabschieden wollte. Das war verständlich, denn vermutlich würde sie ihn nie wieder sehen. Mir gab das die nötige Zeit um zum Frisör zu gehen, bevor wir dann später gemeinsam die Hauptstadt Jamaikas erkundeten. Meine Freundin hatte sich umgezogen und war schon wieder auf dem Sprung zu gehen.

» Treffen wir uns um 10:30 Uhr an der Rezeption? «, fragte Heike.

Das war zeitlich zwar etwas knapp, aber ich sagte trotzdem zu. Falls es beim Frisör länger dauern sollte, dann würde ich ihr einfach eine Nachricht schicken.

» Ja, geht klar. Soll ich uns für Kingston einen Guide organisieren? «

» Das wird nicht nötig sein, schließlich bin ich ja mit einer Einheimischen unterwegs! «, meinte Heike lachend.

Ja wirklich sehr witzig! An ihrer Stelle hätte ich aber vermutlich auch so einen Spruch losgelassen. Und ich wusste ja auch, dass das nicht böse von ihr gemeint war. Aber so ganz passte ihr Vergleich trotzdem nicht, denn für eine typische Rasta Frisur fehlten mir einfach die Dreadlocks. Heike verließ die Kabine und ich stand auf um mich zu duschen. Im Badezimmer wartete jedoch eine böse Überraschung auf mich. Aus dem Spiegel blickte mich ein dunkelbraunes Gesicht an, welches das letzte Jahr im Solarium verbracht zu haben schien. Aber nicht nur das, denn meine brünetten Haare waren über Nacht strohblond geworden. Mit meiner dunklen Hautfarbe und der blonden Afro Frisur sah ich aus wie Clown. Was zur Hölle war letzte Nacht passiert? Als ich den Abend Revue passieren ließ wurde mir klar, dass dies nur eine Folge des Spiels „Sonnenbad“ sein konnte. Vermutlich war das kein gewöhnliches Wasser gewesen, in dem ich unfreiwillig gebadet hatte. Es könnte so eine Art Selbstbräuner gewesen sein. Oder die Rotlichtlampe in der Kabine hatte meine schnelle Bräunung bewirkt. Dies erschien mir sogar viel wahrscheinlicher, weil meine Haare ja auch komplett ausgeblichen waren. Es konnte aber auch eine Kombination aus beidem gewesen sein. Aber warum kam diese Bräunung mit einer Zeitverzögerung? Gestern Abend hatte ich jedenfalls noch nicht so ausgesehen. Eigentlich war das aber auch egal. Plötzlich wurde mir klar, warum Heike vorhin so skeptisch reagiert hatte. Das mit meinen Haaren ließ sich sicherlich beheben, aber bei meiner jetzigen Hautfarbe würde ich bestimmt Monate warten müssen, bis sich das wieder normalisiert hatte. Zumindest konnte keiner meiner Kollegen behaupten, dass ich im Urlaub keine Farbe bekommen hätte. Auch wenn es für meinen Geschmack „too much“ war.

Nachdem ich mich geduscht hatte, schlüpfte ich in Shorts und T-Shirt. Dann machte ich mich auf den Weg zum Frisör. Hoffentlich musste ich dort nicht allzu lange warten. Ich hatte den Frisörladen noch nicht ganz erreicht, als plötzlich mein Telefon klingelte. Es war George, er wollte sich von mir verabschieden. Er wollte mich treffen, weil er noch ein Abschiedsgeschenk für mich hatte. Eigentlich passte es mir zeitlich überhaupt nicht, aber es wäre wirklich extrem unhöflich gewesen, wenn ich ihn nicht persönlich verabschiedet hätte. Also musste der Frisör noch etwas warten. Wir trafen uns im Restaurant, wo George gerade beim Frühstück saß. Glücklicherweise war Claudia diesmal nicht anwesend. Zur Begrüßung umarmte er mich.

» Deine neue Frisur steht dir richtig gut! «, log er mir offen ins Gesicht.

Er war erfahren genug, um zu wissen, dass man einer Frau nicht sagte, dass ihre Haare scheiße aussahen. Obwohl es mir diesmal sogar lieber gewesen wäre, wenn er meine eigene Meinung bestätigt hätte. Meine neue Urlaubsbräune erwähnte er hingegen mit keinem Wort. Vermutlich ahnte er schon, dass meine Typveränderung nicht ganz freiwillig im Lucky Loser entstanden war. George erzählte, dass er zu einem neuen Filmdreh nach Los Angeles flog. Zur Premiere des Films wollte er mich einladen, allerdings würde das noch ein ganzes Weilchen dauern. Ich bezweifelte stark, dass George in einem Jahr noch wusste, wer ich überhaupt war. Aber wir tauschten trotzdem unsere Adressen aus. Beverly Hills stand auf seiner Visitenkarte. Wow! Eigentlich hätte mich das kaum überraschen sollen, denn dort wohnten doch viele der Hollywood Stars. Allerdings sah ich in George jetzt eher einen Freund als einen berühmten Filmstar. Vielleicht lag es daran, dass mich seine Adresse verwundert hatte. Aber die große Beeindruckung sollte auch noch folgen. George zog ein kleines Kästchen aus seiner Tasche und reichte es mir lächelnd über den Tisch. Ich öffnete sein Geschenk und wurde von einer funkelnden Pracht überwältigt. In diesem Kästchen waren goldene Ohrringe, besetzt mit glitzernden Brillanten und einem großen Rubin in der Mitte.

» Sind die echt? «, fragte ich ungläubig.

» Natürlich! «

Was für eine blöde Frage von mir. George Rooney würde wohl kaum billigen Modeschmuck verschenken. Ich konnte es kaum glauben, diese Dinger mussten ein Vermögen gekostet haben. Aber vermutlich sah George das eher als Peanuts an. Mir wurde schlagartig wieder bewusst, dass wir aus völlig unterschiedlichen Welten kamen. Ohne groß darüber nachzudenken fiel ich George um den Hals, um ihm für sein Geschenk zu danken. Dabei drückte ich ihm fest einen Kuss auf den Mund. Augenblicklich überfielen mich Gefühle der Sehnsucht nach einer Zweisamkeit mit George. Doch das würde wohl nur eine Fantasie von mir bleiben. Denn innerhalb von Sekunden wurde ich wieder hart auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Claudia tauchte plötzlich auf und setzte sich zu uns an den Tisch. Am liebsten hätte ich ihr die Augen dafür ausgekratzt, dass sie mir ständig dazwischenfunkte. Sie war scheißfreundlich und natürlich machte ich ihr Spiel mit. Diese Frau besaß sogar die Frechheit zuckersüß meine neue Frisur zu loben. Innerlich kochte ich und hätte sie nur zu gerne auf den Mond geschossen. Von dieser Achterbahnfahrt der Gefühle war ich richtig mitgenommen. Ich hatte die Hoffnung auf George bereits aufgegeben, dann hatte mich der Kuss in eine Hochstimmung versetzt, nur um dann von Claudia eine kalte Dusche verpasst zu bekommen. George hatte sein Frühstück beendet und gab mir eine abschließende Umarmung. Dann verließ er Arm in Arm mit Claudia das Restaurant. Das Thema George Rooney hatte sich für mich wohl endgültig erledigt.


Fortsetzung folgt!
196. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von hartmann_g am 22.03.19 19:30

Muss mich jetzt auch mal melden.

Danke für deine tollen Geschichten! Immer wieder gerne am lesen!

Na die Verwandlung afro ist ja schon toll. Eine weiße Frau in eine Dunkelhäutige zu verwandeln einfach toll!
Wie lange wird dies bleiben? Für immer?
Aber ich finde eine glatze da auch super.
Zumindest unten denke ich, das sie eine glatze hat.

Bitte weiter so
197. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 23.03.19 20:10


Immerhin lag ich mit der Flüssigkeit ja nicht ganz falsch...

Ich habe auch die Befürchtung, dass der Friseur nichts an der Frisur ändern kann.

Vielleicht gibt es ja doch noch ein Wiedertreffen mit George. Am Ende könnte Mr. Varga unsere unvorsichtige Protagonistin (nach vielen Veränderungen) George zum Geschenk machen...
Warten wir es einfach ab. Und erfreuen uns solange an der guten Geschichte.
198. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 25.03.19 19:23

Hallo hartmann_g,

du bist bei meinen Geschichten immer willkommen.
Und natürlich auch ein Dankeschön für dein Lob.

Nun das "Afro" bezog sich eigentlich nur auf die neue Frisur.
Die schnelle Bräunung hat Sabine hingegen dem "Sonnenbad" zu verdanken.

Letztendlich ist es aber auch egal woher es kommt.
Unsere Heldin wird sich wohl mit ihrem neuen Urlaubslook anfreunden müssen.
Für wie lange? Das werde ich jetzt natürlich nicht verraten.


Hallo Dark Fangtasia,

ja du hast mit deiner Vorhersage ziemlich gut gelegen.
Vielleicht hat der Name "Sonnenbad" aber auch ein kleines Bisschen dabei geholfen.

Meinst du es gibt einen derart unkompetenten Frisör an Bord, der nicht einmal ein paar Löckchen glätten kann?

James Varga scheint es dir wirklich angetan zu haben. Vielleicht habe ich ihn nur ins Spiel gebracht um euch in die Irre zu leiten.
Und dann zaubere ich plötzlich einen neuen Bösewicht aus dem Hut.

Wie sagt man immer so schön: Abwarten und Tee trinken!
Ich verzichte allerdings auf den Tee, denn dieses Zeugs hasse ich.


LG
Fist
199. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 26.03.19 19:07

Teil 19


Frustriert brachte ich sein kostbares Geschenk zurück in unsere Kabine. Denn diese auffälligen Ohrringe waren sicherlich nichts für einen Stadtbummel in Kingston. Damit würde ich wohl nur Diebe anlocken. Es war bereits 9:30 Uhr als ich schließlich in dem Frisörladen ankam. Und natürlich musste ich warten, weil die Frisörin gerade einem jungen Mann die Haare schnitt. Lustlos blätterte ich in einem Magazin bis ich schließlich an die Reihe kam.

» Wie kann ich ihnen weiterhelfen? «, fragte die junge Frisörin. Ich zückte mein Handy und zeigte ihr das Selfie mit George.

» Glauben sie, dass sie diese Frisur wieder hinbekommen können? «

» Ist das etwa George Rooney? Ich liebe seine Filme! «, fragte die Frisörin entzückt.

Oh verdammt, ich hätte ihr wohl besser ein anderes Foto von mir gezeigt. Ich hatte jetzt aber keine Zeit für Fan Schwärmereien. Deshalb würgte ich ihre Begeisterung etwas unwirsch ab.

» Nein, das ist nur ein Freund von mir. Können sie meine alte Frisur wieder herstellen? «, fragte ich erneut.

Die Frisörin wirkte erst etwas enttäuscht wegen meiner Antwort, widmete sich dann aber meiner Frage. Sie nahm das Foto genau in Augenschein und verglich es mit meiner aktuellen Frisur.

» Hmm! «, murmelte sie in ihren nicht vorhandenen Bart.

» Sie waren nicht zufällig im Lucky Loser? «, fragte sie mich urplötzlich.

Woher wusste sie das? Vermutlich war ich nicht die erste Kundin, die einen solchen Haarunfall repariert haben wollte. Aber es war mir peinlich ihr gegenüber zuzugeben, dass ich so blöd gewesen war.

» Tut das irgendwas zur Sache? «, antwortete ich mit einer Gegenfrage.

» Nun ja, wenn ihre Frisur aus dem Lucky Loser stammt, dann kann ich nichts für sie tun! «

» Wieso das denn? «, fragte ich verblüfft.

» Die verwenden dort irgendein Gas, welches eine chemische Verbindung mit den Haaren eingeht. Diese Verbindung ist derart stabil, dass ich mit meinen herkömmlichen Methoden ihre Haare weder glätten noch färben kann. «

Ihre Erklärung hatte mich gleichermaßen überrascht wie geschockt. Ich versuchte das gehörte zu verarbeiten, aber mein Gehirn weigerte sich es zu akzeptieren. Das konnte doch nicht sein, da musste es doch irgendeine Möglichkeit geben.

» Aber ich kann doch so nicht weiter herumlaufen. Irgendwas muss man doch dagegen tun können? «, verzweifelt fasste ich dabei in meine störrische Haarpracht.

» Ich finde, dass ihnen diese Frisur eigentlich ganz gut steht! Aber wenn sie es wünschen, dann kann ich ihnen die Haare natürlich auch abrasieren! «

So langsam konnte ich es nicht mehr hören. Jeder erklärte mir, dass diese Frisur gut aussehen würde. Hatten die alle keine Augen im Kopf? Was wusste schon diese Frisörin, mit ihren lila Strähnchen und dem Nasenring war sie selbst weiß Gott keine Stilikone. Am besten würde ich Heike zu meiner neuen Frisur befragen, denn bei ihr konnte ich wenigstens sicher sein, dass ich auch eine ehrliche Antwort erhielt. Natürlich war es keine Option meine Haare abzurasieren. Eine Glatze war ja noch schlimmer. Ich musste mit den Tränen kämpfen. Die junge Frisörin erkannte meinen Zustand und versuchte mich etwas aufzumuntern.

» Machen sie sich keine Sorgen, ihr Afro-Look wächst sich mit der Zeit wieder raus! «

Na danke, das konnte ja nur noch Monate dauern. Ihr Versuch war vielleicht gut gemeint gewesen, aber ich fühlte mich jetzt sogar noch schlimmer, weil mir dadurch die Konsequenzen erst richtig bewusst wurden. Völlig deprimiert verließ ich den Frisörladen. Meine Stimmung war auf dem Nullpunkt angelangt. Erst die Enttäuschung mit George und nun auch noch die unerwartete Katastrophe an der Haarfront.

Heike bemerkte sofort meine Gefühlslage. Wir setzten uns in ein paar Sessel und ich erzählte ihr was passiert war. Meine Freundin hörte aufmerksam zu und sie versicherte mir, dass alles halb so schlimm sei. Auch sie fand, dass meine neue Frisur eigentlich ganz gut zu mir passte. Konnte da vielleicht wirklich etwas dran sein? Als ich ihr von meinem Abenteuer im Lucky Loser erzählte, musste sie sich ein Schmunzeln verkneifen. Ganz besonders an dem Punkt, als ich im Basketball gegen eine Anfängerin verloren hatte. Und ehrlich gesagt musste ich jetzt auch selbst deshalb grinsen. Ich fühlte mich wieder deutlich besser. Dieser Vorfall im Casino entbehrte ja auch nicht einer gewissen Komik.

Gegen 11 Uhr verließen wir zusammen das Schiff, um uns Kingston anzuschauen. Zum ersten Mal während meiner Kreuzfahrt hatte das Schiff in einem Hafen angelegt. Und es war wesentlich bequemer einfach von Bord gehen zu können, anstatt immer auf ein Boot warten zu müssen, welches einen an Land brachte. Als wir die Gangway heruntergingen sah ich eine offene Kutsche am Kai stehen. Anfangs dachte ich mir nichts dabei, doch dann fielen mir die angespannten Pferde auf. Denn eigentlich waren das gar keine Pferde sondern 8 halbnackte Frauen. Auch Heike bestaunte mit offenem Mund dieses merkwürdige Gefährt. Was sollte das? Ein Mann in schwarzer Livree stand mit einer Peitsche neben der Kutsche. Vermutlich war er der Kutscher und er wartete auf seinen Fahrgast. In der Diskothek des Schiffes hatte ich einen Film mit so einem menschlichen Pferdchen gesehen, aber in Natura wirkte das noch viel drastischer. Wir konnten einfach nicht widerstehen und mussten uns das Gespann aus der Nähe ansehen. Die Pferde trugen ein Riemengeflecht um den Körper, welches die intimen Körperstellen mehr betonte als verdeckte. Zwischen den Zähnen hatten diese Pferde eine Trense und auf ihren Köpfen wehten lange bunte Federn sanft im Wind. Die Arme der Pferde waren unbrauchbar gemacht worden, indem sie in Ledersäcken auf dem Rücken verschnürt worden waren. Auch das Schuhwerk dieser Pferdchen fiel völlig aus dem Rahmen, denn die Sohlen waren wie Hufe geformt. Die Fersen der Reittiere hingen förmlich in der Luft, weil diese Schuhe gar keine Absätze besaßen. Ohne Zweifel würde eine Kutschfahrt mit solchen Zugtieren eine große öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Auf einmal fiel mir auf, dass ich diese 8 Frauen die ganze Zeit nur als Tiere angesehen hatte. Warum eigentlich? Das war entwürdigend. Ich versuchte mich im Geist an die Stelle dieser Pferde zu versetzen. Sie waren völlig hilflos und der Gedanke erregte mich. Gleichzeitig schauderte mir aber bei der Vorstellung, so durch die City von Kingston zu paradieren. Das käme einer peinlichen öffentlichen Vorführung gleich.

Als der Fahrgast eintraf wurde mir klar, dass genau das die Absicht hinter dieser Kutschfahrt war. Begleitet von 2 Bodyguards marschierte dieser Fürst Ferdinand auf die Kutsche zu. Eigentlich hätte ich mir denken können, dass dieser Kerl hinter der Sache steckte. Denn das Hündchen Beate war ja im Restaurant ebenfalls öffentlich vorgeführt worden. Vermutlich stand dieser Ferdinand auf sowas. Der Kutscher hielt ihm die Tür auf und er stieg mit seinen Begleitern ein. Danach kletterte der Kutscher auf seinen Bock und ließ die Peitsche knallen. Ich zuckte zusammen, während sich das Gespann langsam in Bewegung setzte. Es dürfte eine Tortur sein, mit diesen Hufschuhen laufen zu müssen. Das Gefährt gewann immer mehr an Fahrt und Ferdinand machte im Vorbeifahren eine Handbewegung in unsere Richtung, welche vermutlich ein Gruß sein sollte. Kurz darauf war das bizarre Schauspiel vorbei, weil die Kutsche hinter einer Ecke verschwand. Heike stand noch immer mit offenem Mund da und blickte mich völlig verdutzt an. Nachdem wir diesen Anblick verdaut hatten, machten wir uns schließlich auf unseren Ausflug.

Die Stadt Kingston besaß eine erstaunliche Geschichte. Im Jahre 1692 zerstörte ein verheerendes Erdbeben weite Teile der damaligen Hauptstadt Port Royal. In der Folge wurde Kingston als Zufluchtsort für die Überlebenden dieser Katastrophe gegründet. Über Jahre hinweg blieb Kingston nicht viel mehr als eine Zeltstadt. Als Port Royal allerdings im Jahre 1703 durch ein Feuer noch weiter zerstört wurde, begann der Aufstieg von Kingston. Ein Bauboom setzte ein und die Stadt begann rasant zu wachsen. Und schon im Jahr 1716 war Kingston zur größten Stadt Jamaikas geworden. Nun aber genug mit meiner kleinen Geschichtsstunde.

Heike und ich hatten diese Kutsche bald vergessen und wir stürzten uns in das pulsierende Leben von Kingston. Wir aßen in einem netten Restaurant im Devon House zu Mittag. Das Lokal lag mitten in einer idyllischen Parkanlage und gehörte zu einem alten malerischen Herrenhaus. Es war eine paradiesische Lokation und ich hoffte, dass mir diesmal die Magenprobleme erspart blieben. Nach einem opulenten Mahl planten wir ins nahegelegene Port Royal zu fahren. Dort gab es ein paar historische Forts, die noch aus der Zeit der englischen Freibeuter stammten. Während unserer Suche nach einem Taxi stießen wir jedoch wieder auf die Kutsche mit den bizarren Zugtieren. Sie parkte vor einem Geschäft mit dem Namen „Happy Horse“. Der Kutscher lehnte mit einer Zigarette im Mund an einem Zaun und machte einen eher gelangweilten Eindruck. Von Ferdinand und seinen Begleitern war jedoch keine Spur zu sehen. Zudem war der 8-Spänner nicht mehr ganz komplett, denn auch die beiden Leittiere an der Spitze waren verschwunden. Ob Ferdinand wohl in dem Geschäft war? Das konnte man wohl annehmen. Die Schaufenster dieses Ladens waren geschwärzt und außer dem Schild über der Eingangstür, gab es keinerlei Anhaltspunkte was dort verkauft wurde. Der Name ließ jedoch vermuten, dass dort Reitutensilien verkauft wurden. Ob diese aber speziell für menschliche Pferde gedacht waren?

» Sollen wir mal reingehen und uns dort ein wenig umschauen? «, schlug Heike vor.

» Was willst du denn in dem Laden, du reitest doch gar nicht? «

» Ich bin einfach neugierig, was dieser Ferdinand da drinnen treibt. Du etwa nicht? «

Meine Neugier konnte ich nicht abstreiten. Aber auf mich wirkte dieser Ferdinand irgendwie bedrohlich und ich war mir nicht sicher, ob ich wirklich mit ihm zusammen in einem mir unbekannten Geschäft sein wollte. Ich äußerte meine Bedenken, aber Heike meinte nur dazu, dass an einem öffentlichen Ort schon nichts Schlimmes passieren würde. Für meine Begriffe war das kein stichhaltiges Argument, denn der Gegenbeweis parkte öffentlich auf der Straße. Aber Heike ignorierte alle meine Einwände und steuerte direkt auf den Eingang des Happy Horse zu. Oh verdammt, ich konnte sie da doch nicht alleine reingehen lassen. Unwillig folgte ich meiner Freundin und holte sie kurz vor der Tür ein. Eine Glocke ertönte, als Heike die Tür öffnete und ein starker Geruch nach Leder hüllte uns ein. Wie ich bereits vermutet hatte, wurden hier Reitutensilien verkauft. Ich sah Sättel, Stiefel, allerlei Ledergeschirre und auch eine große Kollektion an Reitgerten. Von Ferdinand und den beiden verschwundenen Pferdchen war jedoch nichts zu sehen. Heike machte einen enttäuschten Eindruck. Hatte sie hier etwas anderes erwartet? Plötzlich steuerte eine hochgewachsene dunkelhaarige Frau auf uns zu. Sie trug eine helle Bluse, ein paar Reithosen und knielange Lederstiefel. Eigentlich passte ihr Outfit auf den ersten Blick perfekt zu diesem Geschäft. Allerdings hatte ich noch nie zuvor Reitstiefel mit hohen Absätzen gesehen.

» May i help you? «, fragte die gutaussehende Frau.

» Komm, lass uns wieder gehen! «, forderte ich Heike auf.

» Oh, sie kommen aus Deutschland. Gehören sie vielleicht zu Fürst Ferdinand? «, wechselte die Frau in ein fast akzentfreies Deutsch.

Ich hatte nicht erwartet hier auf eine Deutsch sprechende Verkäuferin zu stoßen. Vermutlich hatte sie früher selbst einmal in Deutschland gelebt. Dass sie ihre Sprachkenntnisse in diesem Geschäft aber regelmäßig einsetzen konnte, das bezweifelte ich. Wer flog schon in die Karibik, um sich einen neuen Sattel zu kaufen. Doch dann verblüffte mich Heike.

» Ja wir gehören auch zu Fürst Ferdinand! «, hörte ich ihre Stimme sagen.

» Spinnst du? Was soll denn das? «, flüsterte ich meiner Freundin zu.

» Das habe ich mir doch gleich gedacht! Bitte folgen sie mir! «, verkündete die Verkäuferin lächelnd und steuerte auf eine Tür im hinteren Bereich des Ladens zu. Meine Freundin zwinkerte mir verschwörerisch zu und folgte dann der attraktiven Frau. Nein Heike, mach das nicht! Verdammt noch mal, sie rannte geradewegs in ihr Verderben. Und mich zog sie da auch noch mit hinein. Ich hielt meine Freundin am Arm fest, bis sie stehen blieb.

» Es reicht jetzt Heike. Bitte lass uns auf der Stelle wieder gehen! «, flüsterte ich meiner Freundin eindringend zu.

» Ach komm schon Sabine, wo bleibt denn deine Abenteuerlust? Gestern hast du doch auch das Lucky Loser erkundet, warum also nicht heute das Happy Horse? Happy ist doch allemal besser als Loser! «, verkündete sie ebenfalls flüsternd.

Und Horse war allemal schlechter als Lucky, dachte ich mir ohne es auszusprechen. Hatte sie die sichtbaren Folgen meines gestrigen Abenteuers etwa schon vergessen? Jeder machte in seinem Leben Fehler. Aber man sollte daraus lernen und den gleichen Fehler kein zweites Mal begehen. Genau genommen machte sie den Fehler ja auch nicht ein zweites Mal, aber sie lernte auch nicht aus meinem. Heike hakte sich bei mir ein und zog mich in Richtung der Tür. Ich wollte nicht in dieses Hinterzimmer, aber ich konnte meine Freundin auch nicht einfach im Stich lassen. Die Verkäuferin öffnete die Tür und wir blickten in einen großen hell erleuchteten Raum. Auf der gegenüber liegenden Seite entdeckte ich die beiden vermissten Pferdchen. Sie hatten uns den Rücken zugewandt und waren von 4 Frauen umringt, welche dieselbe Kleidung trugen wie unsere Begleiterin. Vermutlich war das die offizielle Arbeitsbekleidung in diesem Geschäft. Ferdinand stand mitsamt seinen Gorillas etwas abseits und beobachtete, wie seine Pferdchen neu ausgestattet wurden.

» Fürst Ferdinand, hier sind noch zwei von ihren Damen eingetroffen! «, rief ihm unsere Begleiterin zu. Er drehte sich um und runzelte die Stirn.

» Danke Lucille! Ich werde mich darum kümmern! «

Lucille ging wieder zurück in den Laden und schloss die Tür hinter sich. Ferdinand kam auf uns zu und musterte uns eindringlich.

» Ich kenn euch doch von der MS Augenstern. Und ihr habt auch unsere Abfahrt im Hafen beobachtet. Was macht ihr hier? «


Fortsetzung folgt!
200. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 26.03.19 20:24

Mal gespannt wie die Pferdchen wieder rauskommen?
Doch 2 angespannte Zentauren?
Schweife vermisse ich hoffentlich nicht

Gruße FrieseAragon
201. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von maximilian24 am 27.03.19 15:49

Das war wieder eine super Fortsetzung. Und der Nachhilfeunterricht in Geografie und Geschichte schadet gar nicht. Danke auch dafür.
202. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 27.03.19 23:40

Jetzt ist sie schon zweimal von der Glatze bedroht worden. Vielleicht kommt es ja noch dazu.
203. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 28.03.19 16:07

Naja, das Mit dem Friseur kommt daher, dass es ja wohl sonst keine Strafe für das Verlieren wäre.

Eine Glatze hätte sicherich etwas, aber ich denke, dass es bestimmte Apparate gibt um neue Frisuren (für die Beiden) zu zaubern.

Ich bekomme langsam eine Idee, wer der Bösewicht werden könnte... Vielleicht enden sie auch erstmal als Pferde, als Strafe für ihre Neugier?
204. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von private_lock am 28.03.19 20:01

Beitragszähler korrigiert
205. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 30.03.19 19:31

Hallo Darktail,

ich dachte mir schon, dass dieser Teil etwas für dich ist.
Aber gibt es überhaupt weibliche Zentauren?

Egal, denn ich denke der nächste Teil dürfte dir ebenfalls gefallen.


Hallo maximilian24,

ich danke dir für die lobenden Worte.

Der Nachhilfeunterricht in Geschichte ist einer eigenen Erfahrung geschuldet.
Als ich selbst auf Jamaika war, fand ich es ziemlich faszinierend, dass sich Kingston in kurzer Zeit von einem Flüchtlingslager zur Hauptstadt entwickelt hat.
Das dürfte weltweit ziemlch einmalig sein.


Hallo BaldJean,

ich denke nicht, dass die Frisörin wirklich eine Bedrohung war.
Schließlich konnte sich Sabine ja frei gegen eine Glatze entscheiden.

Aber lassen wir unserer Heldin doch erst einmal die Zeit, sich an ihren Afro-Look zu gewöhnen.
Wie sagt man so schön bei uns im Schwabenländle: No ned hudla!


Hallo Dark Fangtasia,

deiner Frisör Logik kann ich nur schwer etwas entgegensetzen.
Mir scheint du kennst meine Geschichten bereits zu gut.

Trotzdem prophezeie ich dir noch so manche Überraschung.
Tja wer könnte wohl der Bösewicht werden?


Hallo private_lock,

vielen Dank für die schnelle Korrektur.


LG
Fist
206. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 30.03.19 21:20

[quote]Hallo Darktail,

ich dachte mir schon, dass dieser Teil etwas für dich ist.
Aber gibt es überhaupt weibliche Zentauren?

Egal, denn ich denke der nächste Teil dürfte dir ebenfalls gefallen.

Wer weiß, Gibt ja auch Weibliche Pferde

Da bin ja mal gespannt
207. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 31.03.19 23:43

Lach, so, bei Pferden gibt es Stuten? (oder sind das Hefegebäcke)

Natürlich gibt es auch weibliche Zentauern (ä gibt es überhaupt Zentauern?) Na ja, wenn, dann denke ich an Hylonome, das wussten schon die Hellenen.

Aber nun zum Schiff, tja eigentlich ins glückliche Pferd, da es sich um Petplay handelt, gibt es da sicherlich viele nette Spielzeuge, oder werden gar unsere beiden Damen zu Ponys?

Danke wie immer freut sich auf den nächsten Teil
Ihr_joe


208. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 01.04.19 19:44

Hallo Darktail,

ich bin mir da nicht so sicher, denn diese Fabelwesen haben doch meistens ein definiertes Geschlecht.
Aber was rede ich denn hier, schließlich ist meine Geschichte doch gar keine Fabel.


Hallo Ihr_joe,

da musste ich doch zuerst einmal googeln was ein Hylonom überhaupt ist.
Gefunden habe ich eine ausgestorbene eidechsenartige Reptiliengattung.

Man lernt ja nie aus, aber irgendwie habe ich den Verdacht, dass dies nicht das ist, was du im Sinn hattest.

Und wieso eigentlich Petplay?
Wer hält sich als Haustier schon ein Pony.


LG
Fist
209. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 01.04.19 20:48

Mann mit der eisernen Faust lernt nie aus, oder besser man lernt nie aus: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hylonome

Ihr_joe
210. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 01.04.19 22:05

[quote]Hallo Darktail,

ich bin mir da nicht so sicher, denn diese Fabelwesen haben doch meistens ein definiertes Geschlecht.
Aber was rede ich denn hier, schließlich ist meine Geschichte doch gar keine Fabel.


Naja ob die Schwarzen Statuen nicht doch ein Fabel waren? Wer weiß..

Aus 2 Frauen lässt sich sowas sicher gut formen
211. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 02.04.19 18:40

Hallo Ihr_joe,

ich habe Hylonome nicht als Eigennamen erkannt und geglaubt, dies wäre der Plural von Hylonom.
Ist irgendwie kurios, dass man dann bei einer Eidechse landet.

Und als Quelle in dem Wikipedia Artikel stehen auch noch die Metamorphosen von Ovid.
Da werden schlimme Erinnerungen aus meiner Schulzeit wach. Kein Wunder, dass ich das verdrängt habe!


Hallo Darktail,

ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung was du damit sagen wolltest.
Egal, weiter geht es gleich mit dem nächsten Teil.


LG
Fist
212. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 02.04.19 19:09

Teil 20


Das war eine verdammt gute Frage. Heike starrte den Mann aber nur regungslos an und machte keinerlei Anstalten zu antworten. Es war ihre Idee gewesen hierher zu kommen und nun überließ sie es mir zu erklären warum. Nur wie sollte ich das machen?

» Wir haben die Kutsche draußen stehen sehen und … also wir dachten uns … ähm … «, stotterte ich herum.

» Schon gut! Ich kann mir schon denken warum ihr hier seid! «, unterbrach er mich mit einem merkwürdigen Grinsen im Gesicht.

» Ich bin Ferdinand! Und wie heißt ihr zwei Hübschen? «

Heike schien noch immer wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrt zu sein. Und ich war mir sogar sicher, dass dieser Mann tatsächlich eine Schlange war. Hinterhältig und gefährlich. Auch wenn Heike uns in diese Lage gebracht hatte, so schien ich nun komplett das Reden übernehmen zu müssen. Ich beschloss einen geordneten Rückzug anzutreten.

» Entschuldigen sie bitte, dass wir sie gestört haben! Komm Heike, wir gehen wieder! «

Ich nahm Heike an der Hand und wollte mich mit ihr zur Tür wenden. Doch plötzlich spürte ich einen festen Griff an meinem Handgelenk.

» Nicht so hastig meine Liebe! Deine Freundin heißt also Heike, aber du hast mir deinen Namen noch nicht verraten! «

Als ich versuchte meinen Arm zurückzuziehen, packte Ferdinand noch kräftiger zu. Es war zwecklos, denn dieser Mann war deutlich stärker als ich. Also versuchte ich eine andere Strategie.

» Ich bin Sabine! Würden sie jetzt bitte meinen Arm loslassen, sie tun mir weh! «

Diese Behauptung stimmte zwar nicht, aber in der Regel taten Männer danach das, was man wollte. So auch diesmal, denn Ferdinand ließ sofort von mir ab. Stattdessen schaute er mir nun tief in die Augen. Ohne zu wissen warum, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Er hatte stahlgraue Augen und etwas Mysteriöses schien in ihnen verborgen zu sein. Doch ganz plötzlich wandte er nun seine Aufmerksamkeit Heike zu. Meine Freundin schluckte und starrte ihn wie hypnotisiert an. Auf Ferdinands Gesicht zeigte sich jetzt wieder dieses seltsame Grinsen.

» Zieh dein Shirt aus! «, sagte er aus heiterem Himmel zu Heike.

» Was fällt ihnen eigentlich ein, sie könne doch nicht einf… «, empörte ich mich, bis ich seinen Zeigefinger auf meinen Lippen spürte.

» Psst! «

Er hatte mich mit dieser Reaktion überrascht und ich schwieg tatsächlich. Keine Ahnung warum das bei mir funktioniert hatte. Irgendwie hatte ich plötzlich das Gefühl, als hätte ich mich ungebührlich benommen, wofür er mich mit dieser Geste getadelt hatte. Heike blickte kurz zu mir und zog danach wirklich ihr Shirt aus. Was passierte hier nur?

» Auch den BH! «, forderte Ferdinand.

Meine Freundin nestelte an dem Verschluss herum und stand kurz darauf oben ohne vor diesem völlig fremden Mann. Das erstaunlichste dabei war, dass Heikes Nippel erigiert waren. An der Temperatur konnte das nicht liegen, denn in diesem Raum war es schwül warm. Ich hätte niemals vermutet, dass eine solche Behandlung meine Freundin anmachen würde. Ferdinand begutachtete ihre Brüste und zwirbelte mit seinen Fingern sanft die Nippel. Meine Freundin schloss ihre Augen und ich hörte sogar ein leises Stöhnen. Mir war klar, dass diese Situation völlig außer Kontrolle geraten würde, wenn ich jetzt nicht sofort eingreifen würde. Aber aus irgendeinem Grund konnte ich das nicht. Ich kam mir vor wie im Kino. Nur das meine Freundin die Hauptrolle in diesem Drama spielte.

» Abigail! Pony gear number 3 please! «, rief Ferdinand in Richtung der Mitarbeiterinnen.

» Yes Sir! «, antwortete eine der Frauen, bevor sie durch eine Tür verschwand.

Nun war klar was Ferdinand mit Heike vorhatte. Auch sie sollte zu einem seiner Pferdchen werden. Ich war noch immer nicht in der Lage, dagegen zu protestieren. Und auch Heike schien es nicht anders zu ergehen. Sie schien sogar noch stärker unter Ferdinands Einfluss zu stehen als ich. Denn mit einem Glänzen in ihren Augen war sie zu einer dümmlich lächelnden Salzsäule erstarrt. War ihr denn nicht klar, was das für uns bedeutete? Eine öffentliche Vorführung. Als ich darüber nachdachte bemerkte ich, dass ich mich von Tanaka ebenfalls hatte vorführen lassen. Und ich hatte diese Situation auch durchaus genossen. Allerdings war meine Vorführung doch mehr privater Natur gewesen und hatte nicht mitten auf einer öffentlichen Straße stattgefunden.

Heike hatte sich schließlich komplett entkleidet und ihre Klamotten waren von einer Mitarbeiterin in einem Plastiksack verstaut worden. Meine Freundin wurde zu den beiden anderen Pferdchen geführt und wartete dort nackt auf ihre neue Ausstattung. Die beiden Leitpferdchen der Kutsche hatten sich ganz schön verändert. Auf dem Boden lagen die Kopfgeschirre mit den langen farbigen Federn. Quasi als Ersatz dafür waren den beiden Frauen die Köpfe seitlich rasiert worden und die verbliebenen Haare in der Mitte standen nun senkrecht nach oben. Vermutlich hatte man dafür ein starkes Haargel benutzt. Aber nicht nur das, denn zusätzlich hatte man die Haare auch noch in den knalligen Farben der Federn gefärbt. Eines der Pferdchen hatte nun eine kräftige rote Mähne, während das andere in einem leuchtenden Blau erstrahlte. Warum ließen sich diese Frauen freiwillig so verunstalten? Irgendwann war der Urlaub vorbei und ihr Alltag würde sie wieder einholen. Oder war das vielleicht gar nicht so freiwillig? Plötzlich fragte ich mich, ob Ferdinand vielleicht ähnliches mit Heike vorhatte. Das konnte ich auf gar keinen Fall zulassen. Die beiden Leitpferdchen trugen Ringe an ihren Nippeln und dort wurden nun kleine Glöckchen eingehängt. Und kurz darauf waren sie auch im Schritt mit solchen Glöckchen ausgestattet. Jetzt bimmelte es bei jeder Bewegung. Als ob der bizarre Anblick dieser Pferde nicht schon ausreichen würde. Nun kündigten sie sich auch noch zusätzlich akustisch an.

Abigail kehrte mit einem großen Karton wieder zurück. Nun war es wohl an Heike zum Pferdchen zu werden. Meine Freundin blickte mich kurz an. In ihrem Gesicht zeigte sich eine Mischung aus Scham und Erregung. Es sah für mich tatsächlich so aus, als würde sie sich auf dieses Abenteuer freuen. Ich hatte keinen Zweifel, dass es ein Abenteuer für sie werden würde. Aber ich war mir absolut nicht sicher, ob es auch wirklich eine gute Idee war. Denn diesem Ferdinand traute ich noch immer nicht über den Weg. Abigail nahm etwas Schwarzes mit sehr vielen Schnüren aus dem Karton. Als sie das Ding um die Taille von Heike legte, begriff ich, dass es sich um ein Korsett handelte. Ich erinnerte mich an die tolle Figur, die Beatrix mit einem solchen Teil erreicht hatte. Deshalb war ich neugierig, wie Heike wohl in einem Korsett aussehen würde. Das Schnüren schien eine Ewigkeit zu dauern, weil die Mitarbeiterinnen immer wieder Pausen einlegten, nur um es im Anschluss noch enger machen zu können. Heike hatte Schweißperlen auf der Stirn und vermutlich lag das nicht nur an der Wärme hier im Raum. Aber das Ergebnis dieser Bemühungen war atemberaubend. Und nicht nur für Heike. Sie sah fast aus wie eine Sanduhr. Sowohl ihre Brüste als auch der Po wirkten nun wesentlich fülliger. Das sah extrem sexy aus, ich musste das neidlos anerkennen. Als nächstes zog Abigail einen langen schwarzen Schweif aus dem Karton. Am Ende dieses Schweifs saß ein Gummiteil mit einem kleinen Ball zum aufpumpen. Nein, man würde doch wohl nicht, oder? Doch man würde! Das Gummiteil wurde mit einem Gleitmittel eingeschmiert und dann wurde es im Anus von Heike versenkt. Meine Freundin grunzte leicht als mit dem kleinen Ball Luft in den Eindringling gepumpt wurde. Vermutlich sollte das verhindern, dass dieser wieder herausrutschen konnte. Der Gesichtsausdruck von Heike zeigte allerdings, dass dieses Ding wohl ziemlich unangenehm war. Aber das hatte sie sich selbst eingebrockt. Sie machte auch keinerlei Anstalten sich darüber zu beschweren. Nachdem der kleine Ball abgeschraubt worden war, hatte Heike einen erstaunlich echt aussehenden Pferdeschweif an ihrem Hinterteil. Sie ging ein paar Schritte, wodurch ihr neuer Schweif aufreizend hin und her wedelte. Dabei verzog sie leicht das Gesicht, vermutlich weil sich der Eindringling in ihr bewegte. Bei mir bewirkte das ein Schmunzeln, welches ich aber zu unterdrücken versuchte. Schließlich wollte ich meiner Freundin nicht den Eindruck vermitteln, dass ich mich über sie lustig machen würde.

Das nächste Utensil aus dem Karton waren ein paar lange schwarz glänzende Stiefel. Wie bei den anderen Pferdchen hatten auch diese Stiefel keinerlei Absätze. Die Sohle war wie ein paar Hufe geformt und der Schaft schien gar nicht mehr enden zu wollen. Auf der Vorderseite dieser Stiefel gab es eine lange Schnürung, ganz ähnlich wie bei dem Korsett. Diese Dinger sahen einfach nur monströs aus und ich fragte mich, ob man damit überhaupt laufen konnte. Heike würde das wohl schon bald herausfinden. Sie musste sich hinsetzen, ihr wurden dann die Stiefel über die Beine gezogen und zum Schluss begann die große Schnüraktion. Zwei Mitarbeiterinnen waren beinahe 15 Minuten lang damit beschäftigt. Praktisch konnte man das ganz sicher nicht nennen. Aber das sollten diese Stiefel ja auch gar nicht sein. Und bequem waren sie vermutlich auch nicht. Das Endergebnis war jedoch ziemlich beeindruckend, denn Heikes Beine hatten sich dadurch in zwei glänzende schwarze Säulen verwandelt. Sie stand etwas wacklig auf ihren neuen Hufen und musste von den Mitarbeiterinnen gestützt werden. Die Schäfte dieser Stiefel waren sogar noch länger als ich vermutet hatte. Denn der obere Rand dieser Monstren endete ganz knapp unterhalb der Muschi. Heike versuchte mit diesen Dingern ein paar Schritte zu laufen, was unfreiwillig komisch wirkte. Etwas steifbeinig stakste sie wie der Storch im Salat herum. Dazu verzog sie angestrengt ihr Gesicht. Erneut musste ich mir ein Grinsen verkneifen. Trotzdem schien Heike aber weiterhin Freude an der Sache zu haben, denn ihre Nippel waren sogar noch weiter erblüht. Nach ein paar Minuten schien sich Heike besser an ihr neues Schuhwerk angepasst zu haben. Sie wirkte jetzt sicherer auf den Beinen und machte sogar einen erhabenen Eindruck. Es sah beinahe so aus, als wäre Heike stolz darauf ein Pferdchen zu sein. Abigail ging vor meiner Freundin in die Knie und schob blitzschnell zwei Finger in ihre Muschi.

» Wet! «, verkündete sie, als sie ihre nassen Finger wieder herausgezogen hatte.

Heike war von diesem Angriff überrascht worden und stöhnte leise auf. Sie äußerte aber weiterhin keinen Protest. Meine Vermutung, dass Heike von dieser Situation sexuell erregt wurde, war hiermit bestätigt. Der Grund für diesen eher ungewöhnlichen Feuchtigkeitstest war ein ganz besonderes Extra der Stiefel, welches Heike nun kennenlernen sollte. Abigail holte ein längliches schwarzes Teil mit kleinen Noppen aus dem Karton. Auf einer Seite war dieses Ding gespalten und endete dort in zwei kleinen Klammern. Bevor ich mir Gedanken über die Funktion machen konnte, landete das Ding auch schon in der Muschi meiner Freundin. Die beiden Klammern wurden auf die Stiefelenden gesetzt und schon war das ganze Teil gegen Herausfallen gesichert. Meine Freundin bekam sofort große Augen. Ferdinand grinste hingegen wie ein Honigkuchenpferd. Der Anblick meiner aufgegeilten Freundin machte diesem Kerl sichtlich Spaß. Aber auch Heike kam zweifelsohne auf ihre Kosten. Sie war jetzt sowohl vorne als auch hinten mit einem Eindringling ausgestattet, welche sich in ihr bewegten, sobald sie sich bewegte. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn man sich auf diese Weise selbst stimulieren konnte. Der Gedanke war durchaus reizvoll, aber es schreckte mich noch immer ab, halbnackt durch die Straßen zu paradieren. Allerdings musste ich zugeben, dass inzwischen auch mein Körper sexuelle Signale sendete.

Meine eigene Erregung steigerte sich noch weiter, als Abigail das nächste Utensil aus dem Karton zog. Es war ein schwarzer Ledersack, an dem einige Riemen hingen. Ohne Zweifel war dieser für Heikes Arme bestimmt. Bisher konnte sich meine Freundin noch relativ frei bewegen, aber mit diesem Teil würde sich das ändern. Allein der Gedanke an Hilflosigkeit ließ sofort meine eigenen Säfte fließen. Was war eigentlich so attraktiv daran, sich der Gnade eines anderen auszuliefern? Eigentlich überhaupt nichts, aber mein Körper sah das offensichtlich anders. Heike musste hinter dem Rücken ihre Handflächen aufeinander legen und dann wurde das Lederteil über ihre Arme gezogen. Abigail nannte es einen Monoglove. In gewisser Weise war dieser Name durchaus treffend. Obwohl ich es eher als einen Armschuh als einen Handschuh bezeichnen würde. Wie auch immer. Zwei Riemen am Ende des Handschuhs wurden über Heikes Schultern gelegt. Sie kreuzten sich oberhalb ihrer Brust und wurden schließlich wieder hinten mit dem Monoglove verzurrt. Jetzt gab es kein Entkommen mehr für Heikes Arme. Ohne fremde Hilfe würde sie da niemals wieder herauskommen. Ihre Schultern wurden leicht nach hinten gezogen, wodurch sich der Busen jetzt noch prominenter erhob. Ich fragte mich, was in diesem Moment wohl in meiner Freundin vorging. Eigentlich war das gar nicht so schwer zu erkennen. Auch wenn sie es nicht direkt in Worten äußerte, so schrie ihr gesamter Körper doch ganz deutlich: „Mach weiter!“.

Und genau das tat Abigail. Als nächstes holte sie eines dieser Kopfgeschirre aus dem Karton. Sie entwirrte das Geflecht und schob Heike dann eine Trense in den Mund. Abigail zog das Geflecht über ihren Kopf und zurrte dann die Riemen auf der Rückseite fest. Heike verzog das Gesicht, sie versuchte sich wohl irgendwie an die Stange zwischen ihren Zähnen zu gewöhnen. Diese Trense sah für mich ziemlich unbequem aus und ich bezweifelte, dass Heike daran ihre Freude haben würde. Aber hey, das Leben war kein Ponyhof! Vielleicht würde sie später aber auf einem solchen enden, dachte ich mir schmunzelnd. Als nächstes befestigte Abigail seitlich der Augen ein paar große Scheuklappen. Das sah wirklich merkwürdig aus, weil diese Dinger bestimmt 10 Zentimeter nach vorne abstanden. Die Sicht von Heike dürfte dadurch deutlich eingeschränkt sein. Andererseits waren diese Scheuklappen aber auch durchaus von Vorteil, weil man sich dahinter verstecken konnte. Denn mit Sicherheit stand Heike später ein peinlicher Marsch durch die Stadt bevor. Ob sie das bedacht hatte, als sie sich auf diese Pferde Geschichte einließ? Wohl kaum! Vervollständigt wurde das Outfit von Heike durch ein paar lange Federn, welche oben auf ihrem Kopfgeschirr befestigt wurden. Natürlich in einem ganz dezenten Pink. Als ob der Rest ihrer Aufmachung nicht schon auffällig genug wäre. Ferdinand zeigte sich hellauf begeistert und lobte die gute Arbeit von Abigail.


Fortsetzung folgt!
213. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von *Gozar* am 02.04.19 22:54

Hi Eisenfaust

Da haste ja wiedermal nen tollen Abschnitt hingelegt!
!!!Klasse Fortsetzung!!!
Ich steh voll auf die ponygirl Sachen. Toll geschrieben. Bin gespannt wie es weiter geht.

Gruß Gozar
214. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 03.04.19 11:46

Na, ob sie wohl auch noch zum Pferdchen wird?
215. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 03.04.19 13:57

Sehr gute Fortsetzung - bin gespannt wie es weiter geht...
216. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 03.04.19 16:51

Danke für die geniale Geschichte und super geschrieben. Bin gespannt wie es weitergeht.
217. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 03.04.19 17:13

...wieder mal eine 5-Sterne Fortsetzung....
218. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 03.04.19 17:49

mehr als gelungene Fortsetzung.

Es gibt ja fast nichts shcöneres als ein Pony

219. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 03.04.19 22:36

Ich hätte den Pumpball dran gelassen..

Eine intersannte Fortsetzung
220. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 03.04.19 23:05

Wie heißt es so schön beim Zauberlehrling: 'Die Geister die ich rief werde ich nicht mehr los!'

Ich glaube Sabine wird Ponny vier. So wie es sie heiß macht.

Wieder ein toller Teil von dir IronFist!
221. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 05.04.19 19:52

Hallo *Gozar*,

freut mich, dass dir der letzte Teil gefallen hat.

Ja so ein Schiff hat den Vorteil, dass dort viele Fetische "bedient" werden können. Und diesmal sind es eben die Ponygirls.
Allerdings kann ich dir versichern, dass auch noch Dinge passieren werden, mit denen du vermutlich nicht rechnest.
Aber wie immer bei mir: KEINE SPOILER!


Hallo BaldJean,

die Herde an verfügbaren Pferdchen ist ja schon ziemlich groß.

Aber wer kann schon sagen, was dieser gemeine Ferdinand alles im Sinn hat.
Der Mann ist auch mir ein Rätsel.


Hallo marpsp,

ich danke dir für dein Lob.
Wie sang Rudi Carrell einst: Lass dich überraschen ...


Hallo Trucker,

auch dir ein Dankeschön für dein Lob.
An dieser Stelle muss ich jetzt wohl den Carrell Song weitersingen: ... schnell kann es geschehen, dass auch deine Wünsche in Erfüllung gehen.

Hoffentlich habe ich damit nicht meine Leser vergrault, denn singen war noch nie meine Stärke.


Hallo FE,

gibt es nicht auch 6 Sterne Hotels?
Dann muss ich wohl noch etwas mehr aus meiner Geschichte herauskitzeln.


Hallo lot,

schön dass es dir gefallen hat.

Aber es gibt durchaus schöneres als ein Pony. Wie wäre es mit 2 Ponys?
Obwohl wir haben ja bereits ein ganzes Gespann davon. Was machen wir da nur?


Hallo Darktail,

ich hoffe ich habe dir im vorletzten Teil nicht zu viel versprochen.

Bisher dachte ich immer du legst großen Wert auf einen "autentischen" Ponylook.
Aber so ein Pumpball stört doch eigentlich den optischen Eindruck.

Irgendwie beschleicht mich der Verdacht, dass du dich von sexuellen Vorlieben ablenken lässt.


Hallo Toree,

natürlich danke ich auch dir für die lobenden Worte.
Mit dem Singen höre ich jetzt aber besser auf.

Wo du so schön den Zauberlehrling zitiert hast:
Hat der alte Hexenmeister,
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.

Ich denke das heißt dann wohl, dass ich meinen Willen durchsetzen muss.


LG
Fist
222. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 05.04.19 20:59

Das stimmt, Authentisch auf jeden fall, Aber wieso was verstecken was sich hervorragend zum daran Spielen eignet :P
223. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 07.04.19 19:04

Hallo Darktail,

als ob es an so einem Pony nicht schon genug zum Spielen gäbe.


LG
Fist
224. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 07.04.19 21:01

Stimmt schon aber es kann nie genug sein
225. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 07.04.19 22:31

Oh wow - "Rudi Carrell" - blast from the past!

Der Slogan "lass dich überraschen" im holländischen Singsong ist doch tatsächlich sofort aus meinem Gedächtnis parat gewesen...
Aber... welche Sendung es war... und wann genau... musste ich dann allerdings doch googlen (und habe dabei gelernt dass er vor 13 Jahren gestorben ist ).

Shit, wir werden/sind alt.

226. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 08.04.19 12:24


Der letzte Teil hat mir wieder sehr gut gefallen.
Mal sehen, ob Heike nur durch die Kleidung zu einem Pony wird, oder noch durch mehr? Vielleicht dauerhaft mit dem Körper verbundene Befestigungen für Glückchen? Oder eine Anpassung der Frisur, damit nicht so viele Haare ins Gesicht wehen können, wo sie ihre Arme ja nicht nutzen kann...

Und was passiert mit Sabine? Die Arme kann doch nicht einfach so wieder gehen...

Zum Glück kommt ja bald der nächste Teil.
227. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 08.04.19 19:22

Hallo Darktail,

eines muss ich dir mal ganz deutlich sagen.
Du bist ein kleiner Nimmersatt!


Hallo marpsp,

ich hätte nicht gedacht, dass der Tod von Rudi Carrell schon so lange her ist.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Zeit heute schneller vergeht als früher.

Könnte das vielleicht daran liegen, dass wir alt werden?
Nein natürlich nicht, denn alt ist mein Vater und nicht ich selbst (alles eine Frage der Perspektive).

Um aber wieder zu Rudi Carrell zurückzukommen.
Vielleicht heißt es für Sabine in der nächste Folge ja: Das wäre ihr Preis gewesen!


Hallo Dark Fangtasia,

es freut mich, dass dir der letzte Teil gefallen hat.

Deine Sorge, dass Heike aufgrund ihrer Haare nichts mehr sehen oder Sabine zu kurz kommen könnte, ist ja rührend.
Irgendwie habe ich aber den Verdacht, dass da ziemlich egoistische Motive von dir dahinterstecken.

Eine abschließende Frage habe ich aber noch.
Ist das "Glückchen" ein Schreibfehler oder ein bewusstes Wortspiel?
Denn irgednwie macht das ja als Wortschöpfung sogar Sinn.


LG
Fist
228. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 08.04.19 21:52

....nur noch 1x schlafen, dann wissen wir, wie es weiter geht...
229. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 08.04.19 21:54

Ich weiß, das liegt in meiner Natur
230. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 09.04.19 00:49


Zitat

Ich weiß, das liegt in meiner Natur


Das kleine Pferdchen Nimmersatt, irgend wie hätte ich das anders in Erinnerung...

Wie war das noch mal, ach ja frei nach Rudi ... wann wird es endlich wieder Dienstag?


@ IronFist

Man ist immer so alt wie man sich fühlt ...
... bis die Enkelchen Opa sagen ...

Ihr_joe
231. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 09.04.19 14:22


Zitat

Deine Sorge, dass Heike aufgrund ihrer Haare nichts mehr sehen oder Sabine zu kurz kommen könnte, ist ja rührend.
Irgendwie habe ich aber den Verdacht, dass da ziemlich egoistische Motive von dir dahinterstecken.

Wie kommst du bloß darauf, dass ich egoisitische Motive habe ? ? ?
Ich kenne die Protagonistinnen doch nicht und auf sie treffen kann ich wohl auch nicht. Warum soll ich dann eigene Ziele für sie haben? *Ironie aus*

Zitat

Eine abschließende Frage habe ich aber noch.
Ist das \"Glückchen\" ein Schreibfehler oder ein bewusstes Wortspiel?
Denn irgednwie macht das ja als Wortschöpfung sogar Sinn.

Das war tatsächlich keine Absicht, sondern liegt vermutlich einfach daran, dass die Buchstaben nah aneinander liegen. Oder mein Unterbewusstsein hat selbstständig getippt.

232. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 09.04.19 18:52

Hallo FE,

dein Kommentar erinnert mich irgendwie an ein Weihnachtslied.

Einmal werden wir noch wach,
Heysa, dann ist Geschichtstag!

Oder so ähnlich.


Hallo Darktail,

damit hätten wir also geklärt, dass du ein Storch bist.

Vielleicht können wir dann ja noch eine weitere Frage klären.
Bringst du die Babys?


Hallo Ihr_joe,

letztes Wochenende war ich mit meinen Enkelchen im Zoo.
Danke das du mich daran erinnert hast, dass ich alt bin.

Und wenn du schon mit Rudis Song kommst, dann auch bitte den gesamten Refrain:
Wann wirds mal wieder richtig Dienstag
ein Dienstag wie er früher einmal war
ja mit Geschichten von Juni bis September
und nicht so trist und so betulich wie im letzten Jahr

Ja sorry, dass es letzten Sommer keine Geschichte von mir zu lesen gab.


Hallo Dark Fangtasia,

wie komme ich nur dazu, dich egoistischer Motive zu beschuldigen.
Shame on me!

Lach, mein Unterbewusstsein hat selbständig getippt.
Was wohl ein Deutschlehrer zu dieser Ausrede sagen würde?


LG
Fist
233. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 09.04.19 19:23

Teil 21


» Und wie gefällt dir deine Freundin jetzt? Ist sie nicht ein tolles Pferdchen geworden? «, fragte er mich ganz unverblümt.

Was sollte ich darauf antworten? Ehrlich gesagt fand ich die Aufmachung von Heike etwas lächerlich. Laut würde ich das aber natürlich niemals sagen, denn ich wollte ja nicht die Gefühle meiner Freundin verletzen. Auf der anderen Seite war dieses Outfit zweifelsohne sexy und ich fragte mich auch, wie man sich wohl damit fühlen würde. Aber auch das würde ich niemals laut sagen, denn vielleicht käme Ferdinand dann noch auf die Idee, etwas Ähnliches mit mir anstellen zu wollen. Ich musste mich irgendwie neutral äußern.

» Interessant! «, war das erste was mir dazu einfiel.

Ferdinand lachte schallend über meinen kläglichen Versuch einer Antwort. Doch nachdem er sich wieder eingekriegt hatte, schaute er mir plötzlich tief in die Augen. Wie schon zuvor lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Ich bekam das Gefühl, als könnte mir dieser Mann direkt in die Seele blicken. Aber aus irgendeinem Grund konnte ich mich auch nicht von seinem Blick lösen. Mir wurde immer wärmer und ich merkte, wie sich jetzt auch meine Nippel aufrichteten. Was geschah mit mir? Auf seinem Gesicht zeigte sich jetzt wieder dieses perfide Grinsen. Wie aus dem Nichts fuhr seine Hand nach vorne und strich sanft über meine rechte Brust. Ich japste, als sich die Wärme in meinem Körper schlagartig in Hitze verwandelte. Diese Anzüglichkeit von Ferdinand war vollkommen unangemessen. Und wie regierte ich darauf? Jedenfalls nicht so wie ich es sollte. Für diese Unverschämtheit hätte sich der Kerl eine Ohrfeige verdient gehabt. Stattdessen hatte mich seine Berührung angeturnt und ich sehnte mich nach mehr. Völlig verwirrt starrte ich weiterhin in seine stahlgrauen Augen. Ob es Heike vorhin vielleicht genauso ergangen war?

» Ich hab da eine Idee, was ich mit dir anstellen werde! «, verkündete Ferdinand ziemlich arrogant.

Diesem selbstgefälligen Mistkerl sollte man einen Arschtritt verpassen. Leider war ich aber nicht in der Lage dazu. Anstatt zu protestieren nickte ich einfach nur. „Du machst einen großen Fehler!“, schrie mich mein Verstand förmlich an. Aber eine zweite Stimme in mir sagte „Alles wird gut!“. Genau genommen meinte diese andere Stimme wohl, dass es geil werden würde. Und vermutlich hatte diese Stimme sogar Recht, aber ich war mir nicht sicher, ob ich mich ausgerechnet diesem Ferdinand ausliefern wollte.

» Arne, würdest du bitte Elise und Marga nach draußen bringen? Sag dem Kutscher, dass er sie schon mal anspannen soll! «

Einer seiner Gorillas nickte und führte die beiden Leitpferdchen mit großem Gebimmel aus dem Raum. Ferdinand zückte sein Handy und begann zu telefonieren. Er begrüßte einen gewissen Raoul, den Rest des Gesprächs konnte ich jedoch nicht verstehen, weil sich mein Spanisch auf nur wenige Worte beschränkte. Ich hatte aber den schweren Verdacht, dass es in diesem Gespräch um mich ging. Vermutlich war jetzt die letzte Gelegenheit sich zurückzuziehen, danach würde es wohl zu spät sein. Aber ich wollte Heike auch nicht einfach mit diesem Kerl alleine lassen. Wer weiß, was er mit ihr anstellen würde. Oder mit mir, war gleich mein nächster Gedanke. Was sollte ich nur tun? Nervös blickte ich zu meiner Freundin. Sie hatte die Augen auf den Boden gerichtet und kreiste leicht mit ihren Hüften. Vermutlich stimulierte sie sich mit diesen Bewegungen selbst. Eigentlich machte Heike den Eindruck, dass sie diese Situation durchaus genoss. In diesem Moment beendete Ferdinand sein Telefonat. Er sah zufrieden aus und ich fürchtete, dass das ein schlechtes Zeichen für mich war. Auf seine Anweisung hin, holte ihm Abigail ein paar Zügel, welche er auf beiden Seiten von Heikes Trense einhakte. Nun hatte er meine Freundin an die Leine gelegt, ganz ähnlich wie er es zuvor schon beim Hündchen Beate gemacht hatte.

» Was haben sie mit mir vor? «, fragte ich in der Hoffnung etwas über das Telefonat zu erfahren.

» Das ist eine Überraschung. Aber ich bin mir sicher, dass du es lieben wirst! «

Da war ich mir nicht ganz so sicher. Der zweite Gorilla hielt für seinen Chef die Tür zum Laden auf. Ferdinand schritt selbstbewusst voran und zog dabei sein neues Pferdchen hinter sich her. Heike blieb gar nichts anderes übrig als ihm zu folgen. Auch wenn ich keinem direkten körperlichen Zwang ausgesetzt war, so blieb doch auch mir keine andere Wahl als zu folgen, sofern ich Heike nicht im Stich lassen wollte. Also trottete auch ich diesem Ferdinand unwillig hinterher.

» Lucille, bitte setz das auch auf meine Rechnung! «

Bei seinen Worten zeigte er auf meine Freundin. Vermutlich hatte er damit einfach nur die Klamotten gemeint, welche Heike am Körper trug. Aber unterschwellig hatte sich das so angehört, als ob er Heike soeben gekauft hätte.

» Sehr gerne Fürst Ferdinand! «, antwortete die Verkäuferin.

Als wir draußen ankamen wartete eine Überraschung auf uns. Vier junge Männer hatten ihre Handys gezückt und machten Fotos von dem ungewöhnlichen Gespann. Sie feuerten sich dabei gegenseitig an und schienen von der aufreizenden Aufmachung der Pferde ziemlich angetan zu sein. Dem Akzent nach kamen sie aus Amerika und ich vermutete, dass sie ebenfalls Touristen waren. Heike stoppte auf dem Türabsatz, als sie die Männer sah. Kein Wunder, vermutlich war sie nicht besonders scharf darauf, so abgelichtet zu werden. Ferdinand kannte jedoch kein Pardon und zog sie einfach weiter. Die jungen Männer stürzten sich sofort auf das neue Fotomotiv, als sie Heike entdeckten. Meine Freundin senkte ihren Kopf, wohl in der Hoffnung, dass ihr Gesicht auf diese Weise nicht zu erkennen war. Ferdinand reagierte verärgert, als ihm die Männer den Weg versperrten. Er schnippte mit den Fingern, woraufhin seine Gorillas sofort eingriffen. Sie schoben die vier Männer mühelos beiseite. Diese protestierten zwar lautstark, waren aber gegen die beiden Muskelpakete chancenlos. Das ganze ging solange gut, bis einer der Männer Ferdinand als Hurensohn bezeichnete.

» Schickt diese Schmeißfliegen zurück auf ihren Misthaufen! «, wies Ferdinand seine Männer verärgert an.

Bisher hatten die beiden Schränke nur verhindert, dass sich die jungen Männer Ferdinand nähern konnten. Doch jetzt schoben sie die Amerikaner aktiv vor sich her und forderten sie dabei lautstark auf zu verschwinden. Das ganze entwickelte sich zu einem kleinen Tumult. Bis einer der jungen Männer einen großen Fehler machte. Er versuchte einen der Bodyguards zu schlagen und wurde dafür postwendend auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der Riese war erstaunlich schnell, er wich dem Schlag aus, packte den Angreifer am Arm und hebelte ihn danach von den Füßen. Mehrere Meter segelte der junge Mann durch die Luft, bis er ziemlich unsanft auf der Straße landete. Seine Freunde wirkten geschockt und ließen sofort von den beiden Bodyguards ab. Sie halfen ihrem Kameraden auf die Beine und machten sich danach schleunigst aus dem Staub. Diese Auseinandersetzung bestätigte mich nur darin, dass man sich mit Ferdinand besser nicht anlegen sollte. Nicht das ich sowas wirklich geplant hätte.

Ferdinand ignorierte die Ereignisse und führte Heike zu seiner Kutsche. Da das Gespann bereits komplett war, band er die Zügel von meiner Freundin hinten an der Kutsche fest. Offensichtlich sollte sie hinter der Kutsche her traben. Eigentlich war das für Heike gar nicht so schlecht, denn so konnte niemand direkt von vorne ein Foto machen. Allerdings hatte das auch den Nachteil, dass sie immer mit der Kutsche Schritt halten musste. Bei einem Sturz könnte sie sich sicher ernsthaft verletzen. Der Kutscher hielt uns die Tür des Gefährts auf und Ferdinand bedeutete mir einzusteigen. Da ich meine Freundin im Blick behalten wollte, setzte ich mich auf die vordere Sitzbank. Obwohl ich es überhaupt nicht mochte rückwärts zu fahren. Ferdinand nahm mir gegenüber Platz und er hatte auch schon wieder dieses dämliche Grinsen im Gesicht. Vermutlich war das seine Vorfreude auf meine nahe Zukunft. Und auf irgendeine abstruse Weise teilte ich diese Freude jetzt sogar. Gleichzeitig war ich aber auch ängstlich, weil ich diesem Mann noch immer nicht vertraute. Was hatte dieser Urlaub nur in mir verändert? Vorher wäre ich wohl niemals zu diesem Perversen in die Kutsche gestiegen. Einer der Bodyguards setzte sich neben mich, während sein Kollege vorne auf dem Kutschbock platznahm. Dieser Riesenkerl neben mir schüchterte mich noch weiter ein. Aber ich musste zugeben, dass er richtig gut roch. Und eigentlich sah er auch gar nicht schlecht aus.

Eine Peitsche knallte und das Gefährt setzte sich ganz langsam in Bewegung. Die Schuhe dieser Pferdchen hörten sich auf der Straße fast wie echte Hufe an. Begleitet wurde dieses klackernde Geräusch zusätzlich noch vom Bimmeln der Glöckchen an den beiden Leitpferden. Ich beobachtete meine Freundin. Sie schien mit den anderen Pferden problemlos Schritt halten zu können. Es beruhigte mich zu wissen, dass ein Sturz unwahrscheinlich schien. Mit der Zeit begann ich die Fahrt sogar zu genießen. Es war sonnig und der Fahrtwind strich mir sanft durch die Haare. Und auch Heike schien die Fahrt zu gefallen, wenn auch auf eine etwas andere Art. Irgendwann warf sie den Kopf wild vor und zurück. Ich glaubte dabei sogar ein Stöhnen von ihr gehört zu haben. Anscheinend war sie von ihren Eindringlingen zu einem Höhepunkt getrieben worden. Das war bestimmt der merkwürdigste Orgasmus, den sie jemals erlebt hatte. Auf einem Straßenschild las ich „Mount Pleasant“. Wie passend, denn diese Fahrt schien selbst für die Pferdchen vergnüglich zu sein. Zumindest solange es nicht bergauf ging. Denn dafür dürfte es diesem Gespann an den nötigen Pferdestärken fehlen. Die meisten Passanten starrten unserem auffälligen Gefährt verblüfft hinterher. Und nicht wenige hatten auch Fotos von den Pferdchen gemacht. Eigentlich keine große Überraschung, denn sowas bekam man ja nicht alle Tage zu sehen. Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir ein prachtvolles Haus, welches von einem großen Garten umgeben war. Die Kutsche steuerte durch das offene Tor, umrundete einen kleinen Brunnen und hielt schließlich vor einer Treppe an, die zum Haus hinauf führte. Der Garten war ein kleines Paradies. Ich sah Palmen und farbenprächtige Orchideen. Sogar ein paar Kolibris schwirrten herum und sammelten Nektar. Aber vermutlich würde es nicht mehr lange dauern, bis hier der Sündenfall eintreten würde. Und mir war dabei wohl die Rolle der Eva zugedacht. In der Mitte des plätschernden Brunnens standen zwei Wasserspeier, die nackte Frauen darstellten. Unweigerlich musste ich dabei an die schwarze Statue denken, die ich im Brunnen des VIP-Bereichs gesehen hatte. Ich bezweifelte allerdings, dass auch diese Wasserspeier hier ein lebendiges Innenleben hatten. Das Haus besaß zwei Stockwerke und hatte eine hübsche Veranda, die von weißen Säulen gesäumt wurde. Vermutlich war auch dieses Haus ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit. Wir stiegen aus der Kutsche aus und ich schaute nach meiner Freundin. Schweiß glänzte auf ihrer Haut und an ihrer Trense tropfte Speichel herunter. Ansonsten schien sie aber völlig OK zu sein.

» Geht es dir gut? «

Meine Freundin zögerte und senkte ihren Blick zum Boden. Ich war wegen der Reaktion etwas irritiert. Eigentlich wollte ich doch nur wissen, ob sie körperliche Beschwerden hatte und wir dieses Spiel besser abbrechen sollten. War es ihr vielleicht peinlich die Frage zu beantworten? Plötzlich begriff ich, dass man meine Frage auch anders verstehen konnte. Vermutlich glaubte sie, ich wollte wissen, ob ihr die Behandlung als Pferdchen gefallen hatte. Ich strich meiner Freundin über die Wange und versuchte sie zu bestärken.

» Du hast keinen Grund dich zu schämen, du bist ein tolles Pferdchen. Niemand kann dir vorschreiben, wie du deine Sexualität auszuleben hast. Es ist einzig und allein wichtig, was dir gefällt. Glaub mir, ich kann gut verstehen was in dir vorgeht. Du erinnerst dich sicher, die Geschichte mit Mister Tanaka? «

In diesem Moment hob Heike ihren Kopf und blickte mich an. Sie schien dankbar für meine Worte zu sein. Urplötzlich wieherte sie laut los. Ich wurde überrascht und musste lachen. Auf Heikes Lippen zeigte sich der Ansatz eines Lächelns, soweit ihr das mit dieser Trense möglich war. Dann schnaubte sie und scharrte mit dem Huf am Boden. Kein Zweifel, meiner Freundin ging es gut. Ferdinand näherte sich, weil er durch Heikes Verhalten auf uns aufmerksam geworden war.

» Unser Pferdchen scheint ja voll in seiner Rolle aufzugehen! «, bemerkte er noch immer grinsend.

Ihm gegenüber verhielt sich Heike überhaupt nicht mehr scheu. Ganz im Gegenteil, sie stellte sich aufrecht hin und schaute Ferdinand tief in die Augen. Ihr Blick hatte schon beinahe etwas Provozierendes. Anscheinend hatte das auch Ferdinand so gesehen, denn er verpasste Heike mit der flachen Hand einen Schlag auf den Po. Es klatschte laut und auf Heikes Hintern zeigte sich der Abdruck seiner Finger. Meine Freundin wieherte erneut los, verlor dabei aber nie den Augenkontakt mit Ferdinand. Jetzt wollte sie es wohl wissen, indem sie ihn weiter provozierte. Ferdinand hatte ihre Absicht allerdings durchschaut und drehte sich einfach um. Er beauftragte den Kutscher auf die Pferdchen aufzupassen. Dann gab er einem seiner Bodyguards Anweisungen, die ich nicht verstehen konnte. Das klang irgendwie wie Dänisch, könnte aber auch Schwedisch gewesen sein. Wie viele Sprachen beherrschte dieser Mann eigentlich? Der einzige logische Grund die Sprache zu wechseln war der, dass ich nicht verstehen sollte worum es ging. Und leider hatte das auch perfekt funktioniert. Der angesprochene Bodyguard ging einen Kiesweg entlang und verschwand schließlich hinter dem Haus. Das hatte bestimmt nichts Gutes für mich zu bedeuten.


Fortsetzung folgt!
234. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 10.04.19 10:36


Und wieder einmal lässt du uns meisterhaft vor einer geschlossenen Tür stehen (diesmal ja sogar wörtlich), hinter der wir Großartiges vermuten, durch die wir aber nicht sehen können und unfähig sind sie aus eigener Kraft zu öffnen.

Werden unsere Protagonistinnen je wieder in ihrer eigenen Kabine auf dem Schiff wohnen? Oder werden sie woanders untergebracht? Und bringen sie die Reise überhaupt zu Ende? Oder landen sie ganz woanders?
Bei dir weiß man nie. Du schaffst es immer wieder Wendungen einzubauen, welche für mich unerwartet kommen.

Momentan rätsel ich noch über die Macht / Fähigkeit von Ferdinand. Bisher gab es in deinen Geschichten ja nichts Übernatürliches oder Magie, sondern nur sehr fortschrittliche Technologie. Wobei aus unserer Perspektive das eine nicht unbedingt klar von dem anderen zu unterscheiden sein kann, wenn die Technologie nur weit genug entwickelt ist.
Aufgrund des Blickes würde ich auf eine Art von Hypnose tippen, welche die Frauen entspannt und sie ihre inneren Sehnsüchte ausleben lässt. Vielleicht auch irgendwelche Pheromone. Aber solange es funktioniert muss es ja nicht komplett ergründet werden, sondern kann einen Hauch von Magie behalten.
235. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 10.04.19 23:19

Zitat

Werden unsere Protagonistinnen je wieder in ihrer eigenen Kabine auf dem Schiff wohnen?

Also ich graube, es wird sehr eng, denn das Schiff liegt ja nicht für immer im Hafen.

Was den Rest des Teiles angeht: mit dem PSK sollte mach sich nicht anlegen, gut, es wurde nur beschrieben, dass er unsanft auf den Boden landete. Knochenbrüche wurden 'zum Glück' nicht erwähnt.
236. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 12.04.19 19:31

Hallo Dark Fangtasia,

wenn du durch die Wendungen in meinen Geschichten überrascht wirst, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Ich muss gestehen, dass ich an übernatürliche Fähigkeiten von Ferdinand nie gedacht habe. Manchmal ist es doch einfach so, dass man an einer anderen Person irgendetwas besonders anziehend findet. In meinen Geschichten kommt deshalb keine Magie vor, weil ich mit Elfen, Orks und Zaubertränken eigentlich noch nie etwas anfangen konnte. Das mag seltsam klingen, weil ich in meine Geschichten ja auch immer Science-Fiction Elemente einbaue, die wie du richtig schreibst, ja einen ähnlichen Effekt haben können. Es ist schwer zu erklären warum mir SF attraktiver erscheint als Fantasy. Vielleicht liegt es aber daran, dass SF wenigstens theoretisch möglich wäre.

Was die weitere Handlung anbelangt wird natürlich nichts verraten. Aber ich schätze, dass ich hier wieder eine Überraschung für dich im Petto habe.


Hallo Toree,

ja Kreuzfahrtschiffe haben die dumme Angewohnheit nicht zu warten.
Aber vielleicht hat Ferdinand ja eine Lösung für dieses Problem.

Einen im Nahkampf ausgebildeten Bodyguard anzugreifen, ist wirklich eine dumme Idee.
Hier hatte der junge Mann wohl Glück, dass er nur abgewehrt wurde und der Bodyguard nicht in die Offensive ging. Denn dann wäre es wohl wirklich ungemütlich geworden.


LG
Fist
237. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Rubberpaar am 12.04.19 20:53

Hallo IronFist
Wie ich dir schon gesagt hatte, du schreibst eine wunderbare Geschichte, die wir jeden Dienstag mit Spannung erwarten.

Aber danken will ich dir persönlich für das was du sonst getan hast, mich wachgerüttelt und durch dein anschreiben dafür gesorgt hast, das ich mit breiter Brust weiter gehe.
Dafür meinen Dank
Heike
238. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 14.04.19 19:09

Hallo Rubberpaar,

es freut mich, dass euch meine Geschichte gefällt.

Und noch mehr freut es mich natürlich, dass ich dir mit meinen Worten etwas Selbstvertrauen "einimpfen" konnte.
Und sogar noch viel mehr freut es mich, dass du dich entschieden hast weiterzuschreiben.

Die Praxis Dr. IronFist wird dir die Rechnung für die Behandlung zukommen lassen.


LG
Fist
239. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Rubberpaar am 14.04.19 19:50

Zitat
Hallo Rubberpaar,

es freut mich, dass euch meine Geschichte gefällt.

Und noch mehr freut es mich natürlich, dass ich dir mit meinen Worten etwas Selbstvertrauen \"einimpfen\" konnte.
Und sogar noch viel mehr freut es mich, dass du dich entschieden hast weiterzuschreiben.

Die Praxis Dr. IronFist wird dir die Rechnung für die Behandlung zukommen lassen.


LG
Fist


Na hoffentlich kann ich die noch aus der Haushaltskasse abzweigen.
GLG
240. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 15.04.19 19:03

Hallo Heike,

zur Not muss dein Sklave die Schuld eben abarbeiten.


LG
Fist
241. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Rubberpaar am 15.04.19 19:12

Zitat
Hallo Heike,

zur Not muss dein Sklave die Schuld eben abarbeiten.


LG
Fist


Brauchst du für die Kutsche noch einen Leithengst, ich kann dir meinen alten Klepper ja mal leihen.
242. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 15.04.19 22:48

Bin ich ja mal gespannt wie das ganze weiter geht
243. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 15.04.19 22:50



Brauchst du für die Kutsche noch einen Leithengst, ich kann dir meinen alten Klepper ja mal leihen. [/quote]

Ist den der aus Latex?
244. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 16.04.19 18:41

Hallo Heike,

ich weiß nicht, was Fürst Ferdinand von deinem Angebot hält.
Aber irgendwie vermute ich, dass er junge Stuten bevorzugt.


Hallo Darktail,

diesmal werde ich nicht wieder zu singen anfangen.
Denn ich bin noch heiser von letzter Woche.


LG
Fist
245. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 16.04.19 19:13

Teil 22


Ferdinand erklärte mir, dass in diesem Haus Raoul Velazquez wohnte. Sie hatten zusammen in Wien studiert und waren seit vielen Jahren gut befreundet. Gemeinsam erklommen wir die Stufen zur Eingangstür des Hauses, natürlich wieder gefolgt von einem seiner Bodyguards. Erst jetzt stellte ich mir die Frage, warum Ferdinand eigentlich ständig beschützt werden musste. War ich auch in Gefahr, nur weil ich in seiner Nähe war? Ein mulmiges Gefühl überkam mich plötzlich und ich wünschte mir bereits im Haus zu sein. Ferdinand betätigte den goldenen Türklopfer, der erstaunlich laut gegen die Holztür hämmerte. Eine Zeit lang passierte nichts, doch dann hörte ich hinter der Tür das klackernde Geräusch von hohen Absätzen. Als sich die Tür öffnete, wurde ich von dem sich bietenden Anblick geradezu geblendet. Diese Frau war einfach atemberaubend. Makellose kaffeebraune Haut, dunkle Augen und dazu schwarzes lockiges Haar. Sie war einen halben Kopf kleiner als ich, allerdings glich sie das mit unglaublich hohen Schuhen wieder aus. Ihr weißes Satinkleidchen war derart kurz, dass es gerade so die intimsten Stellen bedeckte. Die weißen Strapse, die farblich zu ihren hauchzarten Strümpfen passten, waren unterhalb des Rocks deutlich sichtbar. Und auch oben herum gewährte dieses Kleid tiefe Einblicke auf die festen Brüste der Frau. Auf dem Kopf saß eine neckische kleine Haube und vor ihrem Bauch hing ein winziges Schürzchen. Ohne Zweifel war sie eine Hausangestellte und vermutlich war sie hauptsächlich wegen ihrer optischen Qualitäten eingestellt worden. Zumindest ließ ihre freizügige Arbeitskleidung, sofern man das überhaupt so nennen konnte, diesen Schluss zu. Ferdinand begrüßte die Frau. Sie fiel ihm sofort um den Hals und küsste ihn. Sollten Hausangestellte die Gäste nicht eigentlich etwas zurückhaltender begrüßen? Vielleicht hatte diese Angestellte aber eher spezielle Pflichten im Haushalt zu erfüllen. Konnte das hier vielleicht ein Bordell sein? Die Eingangshalle ließ nicht darauf schließen, aber Ferdinand würde wohl auch eher ein Edeletablissement besuchen, welchem man das nicht auf den ersten Blick ansah. Als ich etwas darüber nachdachte, verwarf ich diese Idee wieder. Denn Ferdinand hatte es überhaupt nicht nötig ein Bordell zu besuchen. In seinem Umfeld bestand wahrlich kein Mangel an attraktiven Frauen. Vermutlich kannten sich die beiden einfach von früher und vielleicht hatte sie ja auch schon für Ferdinand gearbeitet. Von dem spanischen Wortwechsel konnte ich kaum etwas verstehen. Allerdings wusste ich nun, dass diese Frau Elvira hieß. Irgendwann schnappte ich in dem Gespräch meinen Namen auf. Ferdinand hatte mich wohl gerade vorgestellt.

» Hola Sabine! «, mit diesen Worten fiel mir die Frau um den Hals und drückte mir dabei einen fetten Kuss auf den Mund.

Dieser Angriff hatte mich völlig unvorbereitet getroffen. Vor allem weil sie mir dabei auch noch die Zunge in den Mund gesteckt hatte. Ich hatte noch nie zuvor eine Frau geküsst. Zumindest nicht auf eine erotische Art. Das merkwürdige dabei war jedoch, dass ich den Kuss als durchaus angenehm empfunden hatte. Ein Kribbeln lief mir den Rücken hinunter. Ziemlich verwirrt löste ich mich aus ihrer Umklammerung.

» Hola Elvira! «, stammelte ich heraus, während ich versuchte meine Gefühle zu sortieren.

Was war das gewesen? Ich hatte doch noch nie sexuelle Gefühle Frauen gegenüber entwickelt. Aber Elvira hatte es soeben geschafft, dass sich meine Atmung deutlich beschleunigt hatte. Irgendwas stimmte doch nicht mit dieser Hausangestellten, die jeden Besucher einfach ungefragt küsste. Und irgendwas stimmte nicht mit mir, dass ich das auch noch gemocht hatte. Elvira führte uns in einen prächtigen Salon, wo wir in schweren Ledersesseln Platz nahmen. Nach einigen Worten mit Ferdinand stöckelte sie davon. Dabei wippte das knappe Röckchen auf und ab und gewährte uns einen Blick auf ihren strammen Po. Mir fiel auf, dass sie keinerlei Slip unter diesem Kleidchen trug. Aber das überraschte mich bei dieser Frau jetzt auch nicht mehr.

» Sie holt jetzt ihren Mann! «, erklärte Ferdinand.

Mir war nicht klar, warum er mir das erzählte. Aber um keine peinliche Stille aufkommen zu lassen, stellte ich ihm eine Frage.

» Ihr Ehemann arbeitet auch hier? «

Plötzlich lachte Ferdinand schallend los und ich hatte keine Ahnung warum. Meine Frage war vielleicht nicht besonders intelligent gewesen, aber komisch war sie ebenfalls nicht. Als er sich wieder eingekriegt hatte, erklärte Ferdinand sein Lachen. Elvira war keine Hausangestellte, sondern die Ehefrau von Raoul Velazquez. Warum zum Geier kleidete sich diese Frau wie ein Dienstmädchen, wenn sie hier die Hausherrin war? Noch dazu ein ziemlich aufreizendes Dienstmädchen. Vermutlich war es die altbekannte Geschichte, reicher Mann heiratet bildhübsche junge Frau. Und Sex war dabei die beste Methode, sowohl ihren Lebensstandard als auch den Ehemann zu halten.

» Da hat ihr Freund Raoul aber einen guten Fang gemacht. Elvira ist wirklich eine Schönheit! «, versuchte ich das Gespräch mit Smalltalk am Laufen zu halten.

» Ja, Raoul ist ein richtiger Glückspilz. Eine schönere Frau hätte er kaum finden können. Und auch keine reichere, zumindest nicht hier auf Jamaika. «

Der letzte Satz hatte mich verblüfft, weil er meine ganze Theorie über den Haufen geworfen hatte. Jetzt machte es überhaupt keinen Sinn mehr, dass sich Elvira in dieser Weise kleidete.

» Soll das etwa heißen, dass Elvira dieses Haus gehört? Warum kleidet sie sich dann wie eine Nutte? «, das letzte Wort flüsterte ich Ferdinand nur zu.

» Oh ja und ihr gehört nicht nur dieses Haus. Sie ist auch die Inhaberin der All Jamaican Coffee Company. Ihre Gesellschaft produziert fast 50 % des Kaffees auf dieser Insel. Auch wenn man es ihr vielleicht nicht auf den ersten Blick ansieht, aber Elvira ist eine knallharte Geschäftsfrau, die sehr geschickt verhandelt. Privat führt sie mit Raoul aber eine Beziehung, in der er das Sagen hat. «

Ferdinand machte eine kurze Pause und schaute sich um.

» Zumindest glaubt das mein Freund. Aber ich schätze, dass Elvira ihn geschickt manipuliert, damit er das tut, was sie möchte! «, flüsterte er mir verschwörerisch zu.

Offensichtlich hatte ich diese Elvira ganz gewaltig unterschätzt. Wenn einem das bei der Geschäftsfrau passierte, dann wurde man vermutlich kräftig über den Tisch gezogen. Vielleicht war das auch der Hintergrund für ihren Zungenkuss zur Begrüßung. Mich hatte sie damit jedenfalls mächtig aus dem Konzept gebracht. Oder sie hatte einfach nur Spaß daran und kümmerte sich nicht darum, was andere darüber dachten. Jedenfalls sah ich diese Frau nun mit ganz anderen Augen.

Etwa 5 Minuten später erschien Raoul. Auch er war eine wahre Augenweide und vielleicht war meine vorherige Theorie ja doch nicht so falsch gewesen. Nur dass dabei die Rollen vertauscht waren. Die reiche Geschäftsfrau heiratete ihren gutaussehenden Lover. Raoul und Ferdinand begrüßten sich herzlich und klopften sich auf die Schultern. Diesmal konnte ich dem Gespräch glücklicherweise folgen, weil sich die beiden auf Deutsch unterhielten. Sie machten sich gegenseitig Komplimente über ihr Aussehen und rissen danach einen Witz über Wiener, den ich nicht verstand. Vermutlich benötigte man dafür das Insiderwissen aus ihrer Studienzeit, denn die beiden kugelten sich förmlich vor Lachen. Schließlich stellte mich Ferdinand seinem Freund vor. Nach einer freundlichen Begrüßung musterte mich Raoul von oben bis unten.

» Ich denke du hast Recht, deine Neuerwerbung wird ein wundervolles Bild abgeben, wenn du sie wieder mitnimmst! «, sagte Raoul zu seinem Freund.

Es war merkwürdig, denn dieser Mann sprach in meiner Gegenwart so über mich, als ob ich das Eigentum von Ferdinand wäre. Als hätte dieser gerade ein paar alte Schuhe zur Reparatur gegeben. Eigentlich hätte mich das nicht weiter überraschen sollen, denn auch Heike hatte er entmenschlicht und zu einem Pferd gemacht. Zugegebenermaßen mit ihrer Zustimmung. Nun lag es an mir, ob ich das auch für mich selbst zulassen wollte. Aus irgendeinem verschrobenen Grund erschien mir diese Aussicht erstrebenswert. Auch wenn mir Ferdinand noch immer etwas unheimlich war, so beruhigte mich doch die Vorstellung, dass eine angesehene Geschäftsfrau in ihrem Haus sicher nichts Illegales zulassen würde. Natürlich war das eine ziemlich naive Annahme, wo ich diese Frau doch erst vor ein paar Minuten kennengelernt hatte. Aber in erster Linie diente das wohl dazu, mir selbst einzureden, dass ich das Richtige tat.

Quasi als erste Amtshandlung schickte mich Raoul auf die Toilette. Angeblich hätte ich später keine Gelegenheit mehr dazu. Was sollte das bedeuten? Ich hatte keine Ahnung. Nachdem ich mich erleichtert hatte, führte uns Raoul durchs Haus auf eine große Terrasse. Dort gab es einen schönen Pool und eine ganze Reihe von Sonnenliegen. Wir ließen diesen erholsamen Ort aber einfach links liegen und marschierten direkt auf ein Nebengebäude zu. Dieses Gebäude sah von außen aus wie ein Stall. Waren dort vielleicht die Pferdchen von Raoul untergebracht? Oder sollte ich dort ebenfalls zu einem Pferdchen gemacht werden? Beide Vermutungen stellten sich als falsch heraus. Das Gebäude mochte früher einmal ein Stall gewesen sein, jetzt sah es von innen aber eher wie eine Werkstatt aus. Ich erblickte eine große Werkbank und unzählige Werkzeuge, die an der Wand dahinter hingen. Direkt daneben war ein silberner bauchiger Metallbehälter zu sehen, der wie eine überdimensionierte Weinflasche aussah. Diese Art von Flaschen nannte man glaube ich Boxbeutel. An den Seitenwänden standen hohe Regale, die bis zur Decke hinaufreichten. Dort stapelten sich die verschiedensten Gegenstände. Metallbleche, Kunststoffröhren, jede Menge Stoffbahnen und einige undefinierbare schwarze Objekte, die aussahen, als wären sie aus Latex gefertigt. Beherrscht wurde der Raum allerdings von einem großen Tisch, welcher genau in der Mitte stand. Er schien mit einer Plastikfolie überzogen zu sein, in der sich das Licht der Lampen spiegelte. Außerdem gab es an der Decke noch eine Schiene für einen kleinen Kran. Damit konnte man wohl schwere Lasten von der Eingangstür bis zu dem Tisch transportieren. In diesem Raum sollte wohl meine Transformation stattfinden und ich war inzwischen richtig aufgeregt deswegen.

Wir wurden bereits erwartet, denn Elvira und der skandinavische Bodyguard standen vor einer großen schwarzen Box auf der Werkbank. Vermutlich hatten die beiden alle Vorbereitungen getroffen. Ferdinand sagte mir, dass ich mich vollständig ausziehen sollte. Es war mir etwas unangenehm, denn eigentlich war ich ja von lauter Fremden umringt. Aber die Neugier war letztlich größer als meine Scham, also schlüpfte ich aus den Klamotten. Splitterfasernackt erwartete ich mein weiteres Schicksal. Elvira nahm etwas Goldenes aus der Box heraus und kam damit auf mich zu. Sie hielt ein Korsett in ihren Händen und plante wohl, mich darin einzuschnüren. Meine Aufregung stieg augenblicklich, denn ich war ziemlich neidisch auf die Wespentaille von Heike. Ob ich wohl auch so eine tolle Figur wie meine Freundin erreichen konnte? Keine Ahnung wie lange sich Elvira insgesamt mit dem Teil abgemüht hatte. Genau wie bei Heike wurden immer wieder Pausen beim Schnüren eingelegt. Und jedes Mal wenn ich mich gerade an die neue Enge gewöhnt hatte, wurde es noch ein Stückchen enger. Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich würde jeden Moment in der Mitte durchbrechen. Aber obwohl ich meine Atmung verändern musste, fühlte ich mich richtig gut in diesem Korsett. Es war wie eine sehr feste Umarmung und meine Taille sah jetzt einfach nur atemberaubend aus. Im wahrsten Sinne des Wortes. Schade nur, dass ich keinen Spiegel hatte, um meine neue Figur bewundern zu können. Schließlich hatte Elvira ein Einsehen und beendete meine Einschnürung. Ich wusste nicht was noch kommen würde, aber ich war jetzt schon begeistert. Hoffentlich war das nicht verfrüht!

Offensichtlich hielten sich die Männer zurück und überließen Elvira meine Einkleidung. Das kam mir nicht ungelegen, denn so würde ich zumindest nicht begrapscht werden. Obwohl das bei Elviras Zungenkuss Historie auch nicht wirklich sicher war. Als nächstes brachte sie mir einen knappen String-Tanga. Auch dessen dünne Strippen waren in Gold gefärbt, aber das wirklich bemerkenswerte war der Dildo, der auf der Innenseite des Slips saß. Uh, das Ding sah ganz schön groß aus. Ob der auch wirklich reinpassen würde? Ich versuchte den Slip über meine Beine zu ziehen und musste dabei feststellen, dass Bücken mit dem Korsett ziemlich schwierig war. Trotz der Schwierigkeiten gelang es mir, den Dildo genau an die richtige Stelle flutschten zu lassen. Es fühlte sich merkwürdig an, denn jetzt war ich von außen eingeengt und von innen ausgefüllt. Vor allem war es aber ein verdammt gutes Gefühl.

Elvira kam nun mit zwei goldenen Kegeln auf mich zu. Mir war nicht klar, was deren Zweck sein sollte. Plötzlich begann Elvira mit ihren Fingern meine linke Brustwarze zu zwirbeln. Unbewusst entglitt mir ein leises Stöhnen, was sofort ein Lächeln auf Elviras Gesicht zauberte. Sie klemmte einen der Kegel zwischen zwei Finger, drückte mit dem Daumen auf dessen Spitze und setzte das ganze Teil dann auf meine linke Brustwarze. Als sie losließ, biss irgendwas in meinen Nippel. Autsch! In dem Teil schien irgendein Federmechanismus zu stecken. Nun besaß meine linke Brust einen spitz zulaufenden goldenen Vorbau. Und es dauerte nicht lange, bis auch meine andere Brust auf die gleiche Weise verschönert worden war. Das sah wirklich außergewöhnlich aus, denn sowas hatte ich bisher noch nirgendwo gesehen. Allerdings war der ziehende Schmerz in meinen Brustwarzen auch etwas unangenehm.

Elvira schien aber noch lange nicht mit mir fertig zu sein. Als nächstes zauberte sie wieder etwas mit Schnüren aus der Box hervor. Natürlich war auch dieses Ding in Gold. Das schien mein heutiges Motto zu sein, man machte mich zu einem Golden Girl. Elvira legte mir das Teil um den Hals und begann danach auf der Rückseite zu schnüren. Ich befürchtete keine Luft mehr zu bekommen, falls sie zu fest schnüren würde. Aber meine Sorge war unbegründet, denn dieses Teil bewirkte lediglich, dass ich meinen Kopf nicht mehr senken konnte. Nun war ich gezwungen mich nach vorne zu beugen, wenn ich meine Füße sehen wollte. Wegen des Korsetts war aber auch das Vorbeugen nicht ganz einfach. Mein Bewegungsspielraum wurde Stück für Stück weiter eingeschränkt, wodurch in mir ganz langsam ein Gefühl der Hilflosigkeit aufkam. Das ließ meine Säfte noch stärker fließen. Mit anderen Worten, ich fand es einfach nur geil!


Fortsetzung folgt!
246. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 17.04.19 14:47

...auf das Ergebnis dieser "Einkleidung" darf man gespannt sein....
247. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 19.04.19 19:03

Hallo FE,

Kalender bedingt müsste da wohl ein Oster-Bunny bei herauskommen.


LG
Fist
248. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 19.04.19 19:52

...Oster-Bunny? Auch nicht zu verachten...
249. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 21.04.19 19:04

Hallo FE,

vielleicht gibt es neben "Häschen klein" ja noch andere Optionen.
Denn was weiß ich schon von den Osterbräuchen in Jamaika.


LG
Fist
250. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 23.04.19 19:09

Teil 23


Die Schmerzen in meinen Brustwarzen hatten mit der Zeit etwas nachgelassen. Vermutlich hatte ich mich einfach daran gewöhnt. Ich musste mich auf den großen Tisch in der Mitte des Raumes setzen. Die Plastikfolie des Tisches fühlte sich angenehm kühl an meinem Po an. Und der Dildo rutschte nun noch ein Stück tiefer in mich hinein. Hmm! Als Elvira aber mit dem mir zugedachten Schuhwerk ankam, traf es mich wie ein Schock. Natürlich waren auch diese Stiefel in Gold, aber das war nicht das Problem. Die Schäfte durften etwa bis zum Knie reichen, aber die Absätze dieser Dinger waren jenseits aller Vorstellungskraft. Sie waren derart hoch, dass es für den Fuß gar keine Lauffläche mehr gab. Lediglich die Fußspitze würde noch den Boden berühren. Ich war doch keine Ballerina!

» Ich glaube nicht, dass ich damit laufen kann! «, äußerte ich meine Bedenken in Richtung Ferdinand.

» Keine Sorge, das musst du auch gar nicht! «, bekam ich von ihm zu hören.

Damit war mein Einwand für Ferdinand wohl erledigt. Ich war noch immer skeptisch, aber gleichzeitig unglaublich neugierig. Diese Stiefel sahen wahnsinnig verrucht aus und vor allem würden sie mich noch hilfloser machen. Allein dieser Gedanke erzeugte schon wieder ein Kribbeln in meinem Schritt. Elvira stülpte mir den ersten Stiefel über den Fuß und begann mit ihrer Arbeit. Sie machte heute anscheinend ihr Schnürdiplom. Als sie mit dem ersten Schuh fertig war, hatte ich den Eindruck, als wäre mein Fuß einbetoniert worden. Ich konnte unterhalb des Knies absolut gar nichts mehr bewegen. Allerdings musste ich zugeben, dass dieser Stiefel optisch ein absolutes Highlight war. Knapp 5 Minuten später war dann auch mein zweiter Fuß in einer engen goldenen Hülle verschwunden.

Raoul zog ein schwarzes Tuch zur Seite und enthüllte einen großen Spiegel, der in der Ecke stand. Natürlich war ich neugierig, wie ich als Golden Girl aussah. Ich rutschte von dem Tisch herunter und musste mich festhalten um nicht umzufallen. Ziemlich wacklig stand ich auf den neuen hohen Stiefeln. Sofort merkte ich, wie meine Zehen vom eigenen Körpergewicht schmerzhaft zusammengepresst wurden. Diese Stiefel waren alles andere als alltagstauglich und ein Tragekomfort war schlichtweg nicht vorhanden. Trotzdem verliehen diese Schuhe meinem Spiegelbild ein erhabenes Aussehen. Meine Beine wirkten damit unglaublich lang. In Verbindung mit meiner atemberaubenden Taille ergab das einen extrem erotischen Anblick. Das I-Tüpfelchen bildeten die beiden goldenen Spitzen auf meinen gut gebräunten Brüsten. Ich war fasziniert und konnte kaum glauben, dass das mein Spiegelbild war. Bedingt durch die Halskrause erschien ich allerdings etwas hochnäsig, weil mein Kopf ganz leicht nach hinten geneigt war. Aber vielleicht war das sogar ganz passend, wenn ich wie eine Königin in einer offenen Kutsche durch die Stadt gefahren wurde.

» Ferdinand, ich danke dir! «, sagte ich glücklich.

Unbeabsichtigt war ich ins vertrautere Du gewechselt. Vermutlich war das einfach meinem emotionalen Hoch geschuldet.

» Wir sind noch nicht fertig! «, verkündete Ferdinand lächelnd.

So, was fehlte denn noch? Vielleicht meine goldene Krone? Ich gehorchte, als ich mich wieder auf den Tisch setzen sollte. Aber es fiel mir schwer, mich von meinem eigenen Spiegelbild wieder zu lösen. Die kommenden Schritte sollten anscheinend von Raoul durchgeführt werden, denn er kam mit einem undefinierbaren Dings zu mir. Das Teil hatte zwei schwarze Gummibälle, die mit einem Schlauch miteinander verbunden waren. Und ein sehr langer zweiter Schlauch ragte aus dem etwas größeren Gummiball heraus. Dort wo die beiden Schläuche in den größeren Gummiball mündeten, saß eine merkwürdig aussehende goldfarbene Wulst. Keine Ahnung was das Ganze darstellen sollte. Raoul hielt mir mit zwei Fingern die Nase zu, weshalb ich automatisch meinen Mund öffnete. Bevor ich mich versah, stopfte er mir den größeren Gummiball in den Rachen. Er hatte mich damit überrascht und ich hatte nun den ekelhaften Geschmack von Gummi auf meiner Zunge. Plötzlich breitete sich dieser Gummiball in meinem Mund immer weiter aus. Raoul hatte begonnen mit dem kleineren Ball Luft in meinen Knebel zu pumpen. Eine Welle seltsamer Gefühle erreichte mich. Ich wurde gerade meiner Sprache beraubt und das machte mich noch weiter an. Meine Zunge wurde immer fester nach unten gedrückt, bis ich irgendwann nur noch zu undeutlichen Lauten in der Lage war. Gleichzeitig fiel mir aber auf, dass ich durch diesen Knebel atmen konnte. Vermutlich diente der zweite Schlauch genau diesem Zweck. Durch den kleinen Gummiball wurde aber nicht nur der Knebel aufgepumpt, sondern es entfaltete sich auch die Wulst vor meinem Mund. Wenn ich nach unten schielte, dann konnte ich nun etwas Goldenes unterhalb von meiner Nase erkennen. Ich hatte allerdings keine Ahnung was das war. Raoul fummelte an meinem Knebel herum und hatte plötzlich den kleinen Gummiball samt Schlauch in seinen Händen. Anscheinend hatte er seinen Zweck bereits erfüllt. Darüber war ich nicht unglücklich, denn viel größer hätte dieses Ding in meinem Mund auch nicht mehr werden dürfen. An den Geschmack hatte ich mich inzwischen gewöhnt, aber der Ball störte trotzdem ganz gewaltig. Es schien aber noch immer nicht auszureichen, denn jetzt stand Raoul mit einer goldenen Brille vor mir. Als er mir die Augengläser aufsetzte wurde es schlagartig Nacht. Jetzt war mir auch noch die Sicht genommen worden. Das war allerdings nur ein sehr kurzer Effekt, denn es handelte sich schlicht um eine dunkle Sonnenbrille. Langsam konnte ich den Raum wieder erkennen. Ferdinand hatte den Spiegel leicht gedreht, so dass ich mich von meiner sitzenden Position aus sehen konnte. Die Sonnenbrille sah richtig cool aus. Was ich aber ein Stück unterhalb entdeckte, schockte mich regelrecht. Diese Wulst vor meinem Mund hatte die Form von monströsen goldenen Lippen angenommen, aus deren Mitte der schwarze Schlauch herausragte. Das war wohl die bildliche Verkörperung eines sprichwörtlichen Blasmunds. Noch dazu sah es so aus, als ob dies meine echten Lippen wären. Ich war zu einer lächerlichen Witzfigur geworden. Meine Hochstimmung war schlagartig verflogen. Bis etwas Unerwartetes passierte.

Wie aus dem Nichts begann der Dildo in meinem Schritt zu vibrieren und eine Schockwelle der Lust durchfuhr mich. Ich klammerte mich mit den Händen an der Tischkante fest und schloss genießerisch die Augen. Der Atem beschleunigte sich und ich versuchte meiner Gefühle Herr zu werden. Aber es gab nur eine Richtung in die ich steuern konnte, und zwar direkt auf einen Orgasmus zu. Ich hatte es fast geschafft, als der Dildo plötzlich stillstand. Neiiiiiiin! Verzweifelt riss ich die Augen auf und blickte in das grinsende Gesicht von Ferdinand. Er hielt eine kleine Fernbedienung in der Hand. Dieser verfluchte Mistkerl spielte mit mir. Ich war zu seinem Sexspielzeug geworden, welches er einfach per Knopfdruck ein- und ausschalten konnte. Das war erniedrigend und gleichzeitig turnte es mich unglaublich an. „Bitte wieder einschalten!“, bettelte ich innerlich. Leider war ich aber nicht mehr in der Lage meine Bedürfnisse zu artikulieren. Am liebsten hätte ich mich jetzt selbst befingert, aber vermutlich wäre das sofort unterbunden worden. Frustriert und unglaublich geil harrte ich also der kommenden Dinge.

Ich sollte mich auf den Rücken legen und tat wie geheißen. Jetzt starrte ich auf den kleinen Kran an der Decke. Es erschallten Geräusche von links und ich drehte meinen Kopf so weit, wie es mein Halskorsett zuließ. Die beiden Bodyguards trugen einen großen rechteckigen Metallrahmen. Das Ding schien ziemlich schwer zu sein, denn die beiden kräftigen Männer machten einen recht angestrengten Eindruck. Der Rahmen wurde über mich hinweggehoben und dann auf dem Tisch abgestellt. Er war etwa 30 Zentimeter hoch und umschloss mich nun auf allen Seiten. Was sollte das werden? Raoul hantierte mit irgendwelchen Kabeln und kurz darauf roch es nach verbranntem Plastik. Ich hatte noch immer keine Ahnung was die mit mir vorhatten. Musste ich mir deshalb Sorgen machen? Da ich aber nicht mehr völlig bei klarem Verstand war, sehnte ich stattdessen die kommenden Ereignisse herbei. Raoul griff nach dem Ende meines Atemschlauchs und fädelte diesen durch ein kleines Loch in der Seitenwand des Metallrahmens. Danach schmierte er das Loch mit einer klebrigen Substanz zu. So langsam dämmerte es mir, das wurde so eine Art Kiste und ich sollte wohl darin eingeschlossen werden. Eine Kiste für einen Menschen, das war ein Sarg! Hoffentlich hatten die nicht vor mich lebendig zu begraben. Auch wenn ich durch den Schlauch Luft bekommen würde, so würde ich da sicher in Panik verfallen. Ich versuchte mich aufzurichten, aber Raoul drückte meinen Oberkörper wieder zurück auf den Tisch. Ferdinand erkannte meine Angst und kam zu mir.

» Ganz ruhig, es wird dir nichts passieren! «, redete er beruhigend auf mich ein.

Da ich nicht sprechen konnte gestikulierte ich mit den Händen und machte mit meinen Fingern ein Kreuzzeichen. Ferdinand runzelte erst die Stirn und schien dann zu verstehen.

» Oh Gott nein, was glaubst du denn von uns. In erster Linie soll es dir Spaß machen. Magst du die Einengung durch dein Korsett? «

Ich nickte zustimmend.

» Dann verspreche ich dir, dass du auch den Rest mögen wirst. Aber du sollst selbst entscheiden, ob du weitermachen willst. Bitte nicke mit dem Kopf, wenn du fortfahren willst. Ansonsten brechen wir an dieser Stelle ab. «

Meine bisherige Transformation war insgesamt ziemlich anregend gewesen, auch wenn ich vielleicht nicht in jedem Detail zustimmte. Dieser leichte Zwang erhöhte aber auch deutlich den Reiz. Vermutlich war einfach nur meine Fantasie mit mir durchgegangen. Die einfühlsamen Worte von Ferdinand hatten allerdings mein Vertrauen in ihn gestärkt. Also besiegelte ich mein Schicksal und nickte mit dem Kopf.

Die beiden Bodyguards kamen nun mit einem Holzrahmen an, der mit einer Plastikfolie bespannt war. Dieser Holzrahmen wurde von oben auf den Metallrahmen gesetzt, wodurch meine Kiste einen Deckel bekam, welcher zum Glück durchsichtig war. Ich starrte durch die Plastikfolie an die Decke und fragte mich, was wohl als nächstes passieren würde. Erneut roch ich verschmortes Plastik und kurz darauf hoben die Bodyguards den Holzrahmen wieder an. Mein Kistendeckel blieb jedoch an Ort und Stelle. Erst jetzt begriff ich, was dieser Geruch zu bedeuten hatte. Die Plastikfolien waren mit dem Metallrahmen verschweißt worden. Ich war jetzt in dieser Kiste luftdicht verpackt, aber warum? Auf die Antwort brauchte ich nicht allzu lange warten. Ein lauter Motor startete und kurz darauf hörte ich ein Zischen. War das ein Kompressor? Plötzlich fiel mir auf, dass sich die obere Plastikfolie leicht nach innen wölbte. Sofort wurde mir klar, was das bedeutete. Die Luft wurde nicht in meine Kiste gepumpt sondern abgesaugt. So würde es nicht lange dauern, bis ich wie ein Stück Fleisch vakuumverpackt war. Meine Fantasie wurde allein durch den Gedanken kräftig angeregt, denn viel hilfloser konnte man doch gar nicht mehr sein. Bisher lag ich einfach nur ausgestreckt auf dem Rücken und meine Arme ruhten neben meinem Körper. In welcher Position wäre eine Fixierung wohl am aufregendsten? Jedenfalls sollte ich diese Position schleunigst einnehmen, solange ich mich noch bewegen konnte. Ich spreizte zuerst die Beine und legte danach meine Hände seitlich neben den Kopf. Jetzt war ich bereit, die totale Fixierung konnte kommen. Aufgeregt sah ich die Plastikfolie immer näher kommen, bis ich sie schließlich auf meinem Gesicht spürte. Nun wurde mir auch klar, warum ich eine Sonnenbrille trug. So blieb ich auch weiterhin in der Lage zu sehen, weil sich die Folie nur über die Brille legte. Wenig später war ich komplett in die Folie eingeschlossen. Ich testete meinen Bewegungsspielraum und stellte dabei fest, dass ich noch in der Lage war, Arme und Beine leicht zu bewegen. Allerdings schien der Druck auf meinen Körper auch noch immer zu wachsen. Als der Motor einige Minuten später ausgeschaltet wurde, war ich fast komplett bewegungsunfähig. Die Folie dehnte sich zwar ein wenig, wenn ich Druck auf sie ausübte, aber abgesehen davon konnte ich mich nicht mehr rühren. Eine seltsame Geborgenheit machte sich in mir breit. Es war herrlich, ich fühlte mich wie im siebten Himmel.

Wie aus dem Nichts tauchte ein neuer Rahmen in meinem Blickfeld auf. Er hatte eine goldene Farbe und wurde ebenfalls von oben auf den Metallrahmen gesetzt. War es denn immer noch nicht genug? Was denn noch? Plötzlich hörte ich ein metallisches „Klong“. Das hörte sich an, als ob irgendwas gegen den Metallrahmen geschlagen hätte. Das Geräusch wiederholte sich mehrere Male und es schien sich dabei langsam um mich herumzubewegen. Befestigten die den neuen Rahmen an dem Metallrahmen? Wenige Minuten später senkte sich der Haken des Krans von der Decke. Eine Hand griff danach und dann verschwand das Ding aus meinem Blickfeld. Erneut gab es ein metallisches Geräusch, allerdings klang es diesmal etwas anders als zuvor. Auf einmal wurde das Kopfende meines Gefängnisses leicht angehoben. Anscheinend hatte man meine Kiste an den Kran gehängt. Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete ich die Bodyguards, wie sie auf beiden Seiten das Fußende meiner Kiste anhoben. Nun schwebte ich waagerecht in der Luft. Es fühlte sich ziemlich seltsam an, weil mein Körpergewicht jetzt nicht mehr von der Tischplatte getragen wurde. Stattdessen hing ich zwischen zwei Plastikfolien, die sich durch mein Gewicht dehnten und dabei leicht auf und ab schwangen. Ich kam mir vor wie in einer Hängematte, allerdings eine, aus der man absolut nicht mehr herausfallen konnte. Meine Kiste begann sich langsam auf die Ausgangstür zuzubewegen. Nach ein paar Metern stoppte die Bewegung und der Kran richtete meine Kiste auf. Gleichzeitig setzten die beiden Bodyguards das Fußende auf dem Boden ab.


Fortsetzung folgt!
251. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 23.04.19 21:16

Da hast du wieder eine echt tolle fortsetzung geschrieben. Ich freue mich jede woche auch den neuen teil von dir
252. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 24.04.19 09:52

...chapeau für diese Fortsetzung...
253. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von tvzofe am 24.04.19 14:52

Tolle Geschichte ,
schreibe bitte weiter
254. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 24.04.19 16:07

Wow,

so würde ich auch gerne mal verpackt werden.

Aber nicht als Ausstellungstück - wie ich jetzt vermute.

Wann, bzw. wie/in welcher Verpackung kommt sie wieder aufs Schiff?

Mit viel Phantasie lässt du uns wieder "hängen"

jonnyf
255. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von andreas am 24.04.19 21:59

Das ist ja ein sehr spezielles Haus, ich bin schon gespannt, wie es weiter geht.

VG
Andreas
256. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 25.04.19 11:24


Wieder ein sehr schönes Kapitel.

Es sieht ja so aus, als dürfte sie einige Zeit als Wanddeko verbringen. Aber im Haus oder doch (öffentlich) auf dem Schiff?
Und wie geht es Heike? Wurde sie als Pferdchen noch weiter verändert?

Ich bin gespannt wie es weiter geht.

Schreibst du eigentlich schon an der nächsten Geschichte?
Lieben Gruß, DF
257. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 26.04.19 06:03

Muss mich auch mal wieder melden. Danke für die geniale Geschichte und super geschrieben.
258. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 28.04.19 19:34

Hallo SeguAnimal,

freut mich, dass dir der letzte Teil gefallen hat.
Und schön dass ich dir Woche für Woche eine Freude bereiten kann.


Hallo FE,

dann ziehe natürlich auch ich meinen Hut für deine lobenden Worte.


Hallo tvzofe,

ich danke dir für dein Lob.
Und natürlich wird es am Dienstag mit dem nächsten Teil weitergehen.


Hallo jonnyf,

ich würde euch doch niemals hängen lassen.
Es ist doch eher Sabine, die hier ein wenig abhängt.

Wann bzw. wie sie wieder aufs Schiff kommt, das wird jetzt natürlich nicht verraten.
Schließlich will ich ja ein wenig eure Fantasie anregen.


Hallo andreas,

dann passt das Haus ja bestens zu dem Schiff.
Denn dieses ist wohl ebenfalls etwas speziell.

Und wenn du auf die Fortsetzung gespannt bist, dann habe ich wohl mein Ziel erreicht.


Hallo Dark Fangtasia,

wer sagt denn, dass Sabines Verpackung bereits abgeschlossen ist?
Schließlich wollen wir doch keine Transportschäden, oder?

Über Weihnachten habe ich mit einer neuen Geschichte begonnen, welche allerdings noch nicht allzu weit fortgeschritten ist. Seit Februar fällt mein Arbeitskollege aus, was für mich ziemlich viele Überstunden bedeutet. Dieser Zustand dürfte noch eine ganze Weile so bleiben, weshalb ich wohl auch in nächster Zeit nur wenig Muße zum Schreiben haben werde. Manchmal kann das Real Life wirklich hinderlich sein.


Hallo Trucker,

Meldung registriert!
Und natürlich auch ein Dankeschön für deine lobenden Worte.


LG
Fist
259. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 30.04.19 19:03

Teil 24


Es war merkwürdig, ich stand zwar aufrecht da, aber ich hing trotzdem zwischen den beiden Folien in der Luft. Durch die veränderte Lage erhöhte sich nun der Druck, der auf meinen Schritt ausgeübt wurde. Mein Eindringling wurde tiefer in mich hineingedrückt, weshalb ich genießerisch die Augen schloss. Leider war ich aber nicht mehr in der Lage, mich irgendwie an diesem Teil zu reiben. Sehnsüchtig wünschte ich mir, dass Ferdinand den Vibrator wieder einschalten würde. Aber leider tat er nichts dergleichen. Plötzlich hörte ich hinter mir irgendein Gebläse. Das Geräusch kam näher und schien langsam nach unten zu wandern. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen, bis ich irgendwann etwas Warmes auf der Rückseite meines rechten Oberschenkels spürte. Die Umklammerung meines rechten Beines schien sich dadurch zu verstärken. Sofort begriff ich was da vorgehen musste. Diese Folie wurde vermutlich mit einem warmen Föhn geschrumpft. Zuerst wurde meine komplette Rückseite auf diese Weise behandelt und dann sah ich meine Vermutung bestätigt, als sich Raoul schließlich meiner Vorderseite annahm. Es wurde immer enger in meinem Gefängnis und irgendwann war ich komplett erstarrt, weil sich die Folie nicht mehr dehnen konnte. Mir war dadurch richtig heiß geworden und das lag nicht nur an dem warmen Luftstrom. Im Brustbereich schien die Einengung etwas schwächer zu sein, vermutlich um meine Atmung sicherzustellen. Aber ansonsten konnte ich absolut keinen Finger mehr rühren. Die einzige Bewegung die mir noch möglich war, das waren meine Augen hinter der Sonnenbrille. Ich liebte es so völlig immobilisiert zu sein, obwohl das eigentlich gar keinen Sinn ergab. Was hätte ich wohl dazu gesagt, wenn mir mein Ex ein solches Sexspiel vorgeschlagen hätte? Vermutlich hätte ich ihn für verrückt erklärt. Aber warum erschien mir etwas offensichtlich Unsinniges urplötzlich reizvoll?

Meine Kiste wurde ein Stück gedreht, so dass ich wieder in den Spiegel blicken konnte. Der Anblick faszinierte mich. Das sah aus wie ein riesiges Gemälde, auf dem eine lebensgroße aufreizend gekleidete Frau abgebildet war. Der goldene Rahmen war mit Ornamenten übersät und erinnerte mich an die Kunst aus dem vorletzten Jahrhundert. Ja genau das war es, man hatte mich in ein lebendiges Kunstwerk verwandelt. Die Mona Sabine! Anstatt zu einer schwarzen Statue im VIP-Bereich, war ich nun zu einem Bild geworden, welches man sich an die Wand hängen konnte. Und was für ein Bild ich abgab, ich konnte mich an meinem eigenen Anblick kaum sattsehen. Eine unglaublich schmale Taille, dazu ein paar verboten aussehender Stiefel und kegelförmige spitze goldene Nippel. Durch das Halskorsett und die unnatürlich großen Lippen wirkte ich arrogant und gleichzeitig auch irgendwie obszön. Diese Frau, die ich unglaublicher Weise selbst war, strömte pure Erotik aus. Ich hätte mich selbst nie als Sexbombe bezeichnet, aber für dieses Kunstwerk fiel mir einfach keine bessere Beschreibung ein. Urplötzlich kam mir der Gedanke an eine Kunstauktion. Was wenn mich Ferdinand meistbietend versteigern würde? Es gab keinerlei Möglichkeit mich dagegen zu wehren. Das erschreckende an dieser Idee war jedoch, dass sie mich tatsächlich anmachte. So langsam schien bei mir wirklich Hopfen und Malz verloren zu sein.

Meine perversen Gedanken wurden durch den Kran unterbrochen, der das Gemälde anhob und in Richtung Ausgangstür transportierte. Die Tür öffnete sich und ich blickte in den sonnenüberfluteten Garten. Ich hatte für die Idylle dieses Ortes aber keine Augen, weil sich in diesem Moment alle meine Gedanken nur um Sex drehten. Warum schaltete Ferdinand diesen Vibrator nicht endlich wieder ein? Der Kran setzte mich an der Tür ab. Gemeinsam mit den beiden Bodyguards hoben Raoul und Ferdinand mein Gemälde an. Die vier Männer trugen mich durch den Garten und ächzten unter dem Gewicht meines Kunstwerks. Schadenfroh grinste ich in mich hinein. Zumindest musste Ferdinand jetzt auch ein wenig schwitzen. Ich wurde um das Haus herum getragen und wir kehrten schließlich zu unserem bizarren Gespann zurück. Als der Kutscher uns erblickte, eilte er sofort zum hinteren Ende des Gefährts. Er klappte ein Metallgestell aus, welches wie ein Gepäckträger aussah. Dann band er Heike von der Kutsche los und führte sie ein paar Meter zur Seite. Die vier Männer wuchteten mein Gemälde auf den Gepäckträger und zurrten es danach mit einigen Gurten fest. Heike hatte große Augen bekommen, als sie mich erkannte. Vermutlich konnte sie kaum glauben, was sie da sah. Und eigentlich erging es mir nicht anders. Pferdchen oder Gemälde, wer von uns beiden hatte wohl die perverseren Gelüste? Schwer zu sagen, aber jeder normale Mensch würde uns wohl beide für bekloppt halten.

Der Kutscher band Heikes Leine an dem Gepäckträger fest und verschwand danach aus meinem Blickfeld. Damit waren wir jetzt wohl abfahrbereit. Erst in diesem Moment begriff ich, dass ich als lebendes Ausstellungsstück durch die Stadt gefahren werden würde. Das war wohl Ferdinands Vorstellung einer Wanderausstellung. Aus irgendeinem Grund hatte ich bisher noch gar nicht an meine bevorstehende öffentliche Zurschaustellung gedacht. Aber das Schaudern, welches ich noch im Hafen bei dieser Vorstellung verspürt hatte, war mittlerweile einer freudigen Erwartung gewichen. Ich hatte absolut keine Erklärung für meine Gefühlswelt, aber alle meine Sinne waren aktiv und warteten sehnsüchtig auf neue Eindrücke. Die Kutsche setzte sich in Bewegung und umrundete langsam den kleinen Brunnen. Heike trottete gezwungenermaßen hinterher und hob dabei ihre Knie unnatürlich hoch an. Machte sie das etwa mit Absicht? Was war nur aus uns beiden geworden? Ein bizarres Pferdchen und ein erotisches Gemälde. Vor einer Woche hätten wir uns ein solches Abenteuer wohl nicht einmal im Traum vorstellen können. Und falls doch, dann hätten wir es wohl für einen Albtraum gehalten. Trotzdem hatten wir uns beide freiwillig entmenschlichen lassen und genossen diesen Zustand nun auch noch. Wir hatten wirklich einen Knall! Die Kutsche rollte vom Gelände des Hauses und fuhr eine schmale Straße entlang. Hier waren nicht allzu viele Menschen unterwegs, aber die wenigen blieben allesamt stehen, um uns zu bestaunen. Natürlich wurden auch kräftig Fotos von uns gemacht, wodurch ein Internetauftritt wohl unvermeidlich wurde. Allerdings war ich mir ziemlich sicher, dass mich niemand wiedererkennen konnte. Den Schildern nach näherten wir uns wieder dem Hafen. Mitten in der Stadt musste unsere Kutsche an einer roten Ampel anhalten. Nur wenige Passanten ließen sich diese günstige Gelegenheit entgehen, die allermeisten betätigten sich allerdings als Paparazzi. Quasi zur Krönung hatte Ferdinand just in diesem Moment meinen Vibrator eingeschaltet. Nach der ersten Überraschung ließ ich mich willig vorantreiben und kam noch vor der Grünphase zu einem explosiven Höhepunkt. Ich bezweifelte allerdings, dass die Passanten das überhaupt mitbekommen hatten, weil ich dabei absolut bewegungslos geblieben war. Genauso überraschend endete meine Stimulation auch wieder. Dieser Sadist Ferdinand hatte meinen Vibrator schon nach so kurzer Zeit wieder ausgeschaltet. Zum Glück war ich mit meinem Orgasmus aber schnell genug gewesen und ich empfand Genugtuung, dass ich ihm damit ein Schnäppchen geschlagen hatte. An die vielen Fotografen auf der Straße hatte ich mich inzwischen gewöhnt, aber ich wünschte mir mittlerweile doch, dass diese Fahrt bald enden würde. Denn in meinem Gefängnis wurde es durch die Sonne unangenehm warm. Zu meinem Glück schoben sich aber regelmäßig ein paar Wolken vor die Sonne. Es war schwer zu sagen, wie lange die Fahrt insgesamt gedauert hatte, weil ich völlig mein Zeitgefühl verloren hatte. Allerdings war ich heilfroh, als die Kutsche endlich vor der MS Augenstern vorfuhr.

Wir hatten direkt vor der Gangway angehalten. Ferdinand erschien in meinem Blickfeld und bewunderte nachdenklich sein neues Gemälde. Ob er gerade überlegte, wo er mich hinhängen sollte? Er grinste mich breit an und band dann die Zügel meiner Freundin von dem Gepäckträger los. Lüstern musterte er Heike und verpasste ihr einen kräftigen Klaps auf den Po. Meine Freundin reagierte mit einem vergnügten Wiehern. Wirklich erstaunlich wie schnell sie ihren Mark vergessen hatte. Andererseits hatte auch ich mich erst heute Morgen von George verabschiedet. Allerdings war es bei mir wohl nicht viel mehr als eine Schwärmerei gewesen. Eine echte Chance hatte ich bei George wohl nie gehabt. Ferdinand drehte sich um und führte Heike auf die Gangway zum Schiff. Meine Freundin hatte mit den langen Stiefeln so ihre Probleme auf der schrägen Fläche. Aber sie schaffte es trotzdem irgendwie mit ihm Schritt zu halten. Kurz darauf waren die beiden zusammen mit den Bodyguards im Bauch des Schiffes verschwunden. Lange Zeit passierte überhaupt nichts und ich befürchtete schon, dass man mich vergessen hatte. Doch dann kamen irgendwann vier Crewmitglieder die Gangway herunter und versammelten sich um mein Gemälde.

» Ich habe ja nicht viel für Kunst übrig, aber dieses Schmuckstück würde ich mir wohl auch Zuhause aufhängen! «, meinte einer der Männer.

Die anderen drei äußerten lachend ihre Zustimmung. Doch dann machten sie sich an die Arbeit mich an Bord zu bringen. Man schnallte mich von dem Gepäckträger los und wuchtete mein Gemälde in die Luft.

» Oh Gott, ist das schwer! «, stöhnte einer.

Ächzend trugen mich die vier auf die Gangway. Hoffentlich ließen mich diese Männer nicht ins Wasser fallen, denn dann wäre es wohl um mich geschehen gewesen. Aber natürlich passierte nichts dergleichen. Im Schiff setzten mich die Männer sichtlich erleichtert auf einem bereitstehenden Rollwagen ab. Es ging einen langen Korridor entlang und ich bekam dabei lediglich die Seitenwände zu sehen. Vor einem Aufzug stoppte die Fahrt kurz, bevor es dann auf Deck 7 hinauf ging. Nun würde ich also das berüchtigte Deck 7 von Ferdinand zu sehen bekommen. Mit einem Klingeln öffnete sich die Fahrstuhltür und ich wurde hinausgeschoben. Einer der Männer führte ein kurzes Gespräch mit der Wache am Aufzug und nachdem die Formalitäten erledigt waren ging es weiter. Ich kam mir hier vor wie in einer Kunstgalerie, denn das Atrium war übersät mit erotischen Darstellungen. Es gab jede Menge Fotos und Zeichnungen von freizügigen gefesselten Frauen in außergewöhnlichen Kostümen. Was mich aber wirklich erstaunte, das war die schiere Anzahl an Skulpturen, die hier herumstanden. Ob die alle ein lebendiges Innenleben hatten? Nicht unwahrscheinlich, angesichts der ziemlich speziellen Vorlieben von Ferdinand. Waren diese Frauen wohl seine Angestellten oder seine Gespielinnen? Ich hatte keine Ahnung, aber schon bald würde auch ich eine von ihnen sein. Anders als im VIP-Bereich gab es die Statuen hier in den unterschiedlichsten Farben. Besonders auffällig war eine knallrote nackte Statue, die wie lackiert aussah. Das Licht spiegelte sich in der glänzenden Oberfläche dieser Figur. Sie saß auf einem Stein, hatte die Beine weit gespreizt und fingerte mit der rechten Hand in ihrem Schritt herum. Mit offenem Mund blickte sie dabei verträumt in die Welt hinaus. Diese Figur sah so aus, als ob die Frau beim Masturbieren versteinert wäre. Ein angenehmer Schauer durchfuhr mich bei dieser Vorstellung.

Kurze Zeit später war ich wohl an meinem Bestimmungsort angekommen. Der Rollwagen wurde gedreht und an eine Wand geschoben. Hinter mir wurde irgendein Bügel an dem Rollwagen entfernt, wodurch mein Gemälde leicht nach hinten kippte. Dann betätigte einer der Männer einen Hebel, wodurch mein Bild ganz langsam emporgehoben wurde. Offensichtlich hatte dieser Rollwagen sogar eine eigene Hydraulik.

» Noch ein Stück! «, hörte ich einen der Männer sagen.

» Stopp! «, befahl die gleiche Stimme kurz darauf.

Ich hörte ein Klicken und kurz darauf bewegte sich die untere Hälfte meines Bildes nach hinten. Damit war ich wohl an der Wand platziert und somit offiziell in die Sammlung von Ferdinand aufgenommen. Mich überkam so etwas wie Stolz, weil ich jetzt auch dazugehörte. Eigentlich eine ziemliche dämliche Empfindung, denn es gab hier überhaupt nichts worauf ich stolz sein konnte. Schließlich hatte ich selbst überhaupt nichts dazu beigetragen. Meine ganze Leistung bestand darin, dass ich das alles hatte geschehen lassen.

» Wirklich eine Schande, dass dieser Perverse all die scharfen Frauen abbekommt! «, meinte eines der Crewmitglieder.

» Tja Geld macht eben sexy! «, erwiderte ein anderer schulterzuckend.

Die vier Männer schnappten sich den Rollwagen und kehrten wieder zu ihren sonstigen Pflichten zurück. Ich spürte die kühle Wand an meiner Rückseite und empfand das als äußerst angenehm. Vor allem war ich aber nicht mehr der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt und die Klimaanlage des Schiffes würde mir sicher bald Abkühlung verschaffen. Jetzt wo das Temperaturproblem behoben war, konnte sich mein Gefängnis zu einer richtigen Wohlfühloase entwickeln. Mein Gemälde vermittelte mir ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Gleichzeitig war ich richtig stolz auf meine Erscheinung und wünschte mir sehnlichst von anderen bewundert zu werden. Leider war hier aber absolut niemand zu sehen. Abgesehen von den anderen Kunstwerken natürlich, diese sah ich aber eher als Konkurrenz an. Auf einmal bemerkte ich, dass mir die Statue an der gegenüber liegenden Wand zuwinkte. Sie steckte bis zur Hüfte in einem weißen Marmorsockel. Der Oberkörper war völlig nackt und hatte genau die gleiche Farbe wie der zugehörige Sockel. Die Frau hatte einen gewaltigen Vorbau und auch die goldenen Ringe an ihren Nippeln waren alles andere als klein. Ihr Gesicht kam mir seltsam bekannt vor und ich überlegte fieberhaft woher. Sie hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit dieser Skandalsängerin Makara, die immer mit ihren provokanten Auftritten auffiel. Ich schaute genauer hin und versuchte mir ihr Gesicht mit einer natürlichen Hautfarbe vorzustellen. Ja jetzt war ich mir ziemlich sicher, dass dies tatsächlich die berühmte Sängerin war. Auch wenn Makara sehr häufig Schlagzeilen durch Aussehen und Verhalten machte, so war sie mit ihrer Musik doch äußerst erfolgreich. Sie war ein Dauergast in den internationalen Charts. Vielleicht unterstützten ihre privaten Eskapaden aber auch nur den musikalischen Erfolg. So blieb sie jedenfalls immer im öffentlichen Fokus. Eine öffentliche Ausstellung als nackte Marmorstatue war aber selbst für ihre Begriffe ziemlich außergewöhnlich. Ein Foto von dieser prominenten lebenden Statue könnte dem Fotografen sicher ein kleines Vermögen einbringen. Vielleicht spekulierte Makara aber auch auf genau so eine Schlagzeile. Aber wer weiß das schon so genau. Genauso gut konnte sie, genau wie ich, auch einfach nur Spaß an dieser Sache haben. Denn natürlich konnten auch Prominente durchaus verdorbene Gelüste haben, es war für sie nur viel schwieriger diese geheim zu halten. Allerdings hatte sich Makara in der Vergangenheit noch nie allzu viel Mühe dabei gegeben, ihr Privatleben zu verbergen.


Fortsetzung folgt!
260. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 30.04.19 20:38

...wow, da kann man doch die ganzen Picassos und Van Goghs glatt vergessen...
261. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 02.05.19 07:41

Und wieder eine super Fortsetzung - Vielen Dank
262. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Rainman am 03.05.19 04:51

Hi IronFist


Danke für die nächste Story und den nächsten Teil der aktuellen Story.


MfG Rainman
263. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 05.05.19 19:13

Hallo FE,

ich sehe schon, du würdest dir die "Mona Sabine" ebenfalls an die Wand hängen.
Ob diese aber günstiger ist als ein Picasso oder Van Gogh?


Hallo marpsp,

dann sage ich natürlich auch vielen Dank für dein Lob.


Hallo Rainman,

weshalb bedankst du dich für etwas, das noch gar nicht erschienen ist?

Vielleicht gefallen dir der nächste Teil bzw. die nächste Geschichte ja gar nicht.
Zurück bekommst du dein Dankeschön jedenfalls nicht mehr.


LG
Fist
264. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Darktail am 05.05.19 21:04

Ich bin ja mal gespannt wie lange die da hängt, und wies mitm WC wird
265. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 06.05.19 19:09

Hallo Darktail,

im Urlaub soll man sich ja erholen, daher ist es sicherlich nicht falsch ein wenig abzuhängen.


LG
Fist
266. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 07.05.19 19:05

Teil 25


Ich beobachtete aus meinem Gemälde heraus das Treiben in diesem Atrium. Regelmäßig kamen Leute vorbei und Makara begrüßte jeden einzelnen von ihnen mit übertriebenen Handbewegungen. Sie benahm sich wie ein altmodischer Hotel Portier, der alle Gäste herzlich begrüßte. Trotz der vielen höflichen Gesten wechselte sie mit den Passanten aber kein einziges Wort. Deshalb ich stellte mir die Frage, ob sie dazu überhaupt in der Lage war. Für eine Sängerin musste es die Höchststrafe sein, falls Ferdinand sie tatsächlich zum Schweigen verurteilt hatte. Etwas frustriert musste ich zur Kenntnis nehmen, dass mich bisher alle Passanten ignoriert hatten. In der Stadt war ich noch die Sensation gewesen, aber hier unter den vielen anderen lebenden Kunstwerken fiel ich gar nicht weiter auf. Irgendwann kam jedoch ein junger Mann mit einem großen Karton vorbei. Er blieb direkt vor meinem Gemälde stehen und begutachtete mich aufmerksam. Am liebsten hätte ich mich in eine verführerische Pose geworfen, aber das war mir natürlich nicht möglich. Ich fragte mich, ob er von meinem Anblick wohl sexuell erregt wurde. Leider blockierte der Karton die Sicht, so dass ich nicht feststellen konnte, ob sich in seiner Hose eine Beule bildete. Doch ganz plötzlich stellte er den Karton auf dem Boden ab und fasste mir dann ungeniert in den Schritt. Überrascht japste ich auf, weil sich dadurch der Eindringling in mir bewegt hatte. Die Frage seiner sexuellen Erregung war somit wohl geklärt. Und er blieb damit nicht alleine, denn auch mein Blutdruck war kräftig angestiegen. Auf seinem Gesicht zeigte sich allerdings ein enttäuschter Ausdruck und er zog seine Hand sofort wieder zurück. Nein, nicht aufhören! Vermutlich konnte er durch das Höschen nur das Ende des Dildos spüren und nicht meine Muschi. Der junge Mann nahm seinen Karton wieder auf und zog unverrichteter Dinge weiter. Verzweiflung machte sich in mir breit, denn ich war dermaßen aufgegeilt, dass es mir völlig egal war, wer mich befriedigte. Solange ich nur zu einem Höhepunkt kommen konnte.

Die Stunden vergingen und irgendwann war ich es leid von allen ignoriert zu werden. Im Geiste ging ich all die erotischen Erlebnisse auf diesem Schiff durch, doch trotz meiner Gedanken war mir kein Orgasmus vergönnt. Irgendwann musste ich dabei eingenickt sein. Schwer zu sagen wie lange ich geschlafen hatte, aber ich wurde schlagartig aus meinem Schlummer geholt, als der Vibrator in meinem Schritt zum Leben erwachte. Ich riss die Augen auf und erblickte Heike zusammen mit Ferdinand. Meine Freundin war vor einen Sulky gespannt worden, auf dem Ferdinand genüsslich thronte. Auf Heikes Hinterteil zeigten sich rote Striemen, die vermutlich von der Gerte stammten, die Ferdinand in Händen hielt. Am meisten überraschte mich jedoch ihre neue Frisur. Wie bei den Leitpferdchen der Kutsche hatte man ihr den Kopf seitlich rasiert. Die verbliebenen Haare waren in einem grellen pink gefärbt worden und bildeten nun einen auffälligen Irokesenschnitt. Verglichen damit sah mein strohblonder Afro-Look ja richtig dezent aus. Hatte Heike dieser Frisur wirklich zugestimmt? Ein Blick in ihr Gesicht sprach Bände, denn in den Augen spiegelte sich die pure Lust wieder. Vermutlich hatte sie ihrer neuen Haarpracht zugestimmt, aber ich bezweifelte, dass sie die Konsequenzen wirklich durchdacht hatte. Was in ihrem aktuellen Zustand der sexuellen Erregung auch kaum möglich war. Ferdinand gab ein Kommando und ließ die Gerte auf Heikes rechte Pobacke niedersausen. Meine Freundin zuckte zusammen und setzte sich in Bewegung. Der Sulky drehte ein paar Kreise vor meinem Gemälde und verschwand schließlich aus meinem Blickfeld. Ich verspürte so etwas wie Neid, weil die beiden Spaß zusammen hatten, während ich hier aufgegeilt und unbefriedigt abhängen musste. Zum Abschied hatte mir Ferdinand mit einer Handbewegung noch einen Gruß zukommen lassen und danach gemeinerweise den Vibrator wieder ausgeschaltet. Kurz vor meinem ersehnten Höhepunkt, verflucht sei er dafür!

Eine ganze Weile später hörte ich das Stakkato von hohen Absätzen. Das war an sich nichts ungewöhnliches, weil ziemlich viele Frauen hier mit hohen Schuhen herumliefen. Als ich allerdings die Verursacherin der Schrittgeräusche erblickte, wurde ich in großes Erstaunen versetzt. Es war Claudia, die dort in einem eleganten langen Seidenkleid an mir vorbei stöckelte. Ich hatte angenommen, dass sie zusammen mit George abreisen würde. Aber das war offensichtlich ein Irrtum gewesen. Was wollte die denn hier? Ärger kam in mir auf, weil ich befürchtete, dass sie mir wieder dazwischenfunken könnte. Man könnte sogar sagen, dass ich ein wenig eifersüchtig auf diese Frau war. Und das obwohl ich bei Ferdinand eigentlich gar keine eigenen Ambitionen hatte. Aber sie war meine Rivalin bei George gewesen und das reichte mir völlig aus. Meine Augen schossen ihr wütende Blitze hinterher, während sie meine Anwesenheit wohl nicht einmal bemerkt hatte. Immer weniger Passanten kamen an meinem Bild vorbei und ich vermutete, dass es inzwischen Nacht geworden war. Irgendwann kam auch ich zur Ruhe und schlief fest ein.

Als ich eine Hand an meinem Oberschenkel spürte, wachte ich wieder auf. Vor mir stand Ferdinand und lächelte mich freundlich an. Seine beiden Gorillas hoben mein Gemälde an und setzten es auf dem Boden ab. Plötzlich zog Ferdinand ein Messer aus der Tasche und klappte eine lange Klinge aus. Ich bekam einen riesen Schreck, was hatte er vor? Er stieß die bedrohlich aussehende Klinge knapp unterhalb meines Atemschlauchs in die Plastikfolie des Gemäldes. Dann zerschnitt er die Folie, indem er mit dem Messer nach unten fuhr. Erleichtert stellte ich fest, dass er nicht vorhatte mir etwas anzutun. Stattdessen sollte ich jetzt wohl aus meinem Gefängnis befreit werden. Gut so, denn ich verspürte einen starken Druck auf meiner Blase. Ferdinand säbelte um meine Beine herum und zerteilte die Folie auf der anderen Seite wieder nach oben. Eigentlich hätte man meinen sollen, dass das Vakuum damit verletzt war. Aber diese Folie klebte noch immer so stark zusammen, dass ich mich weiterhin nicht rühren konnte. Vermutlich wurde dieser Effekt durch das Schrumpfen der Folie verursacht, wodurch noch immer keine Luft in mein Gefängnis eindringen konnte. Die beiden Bodyguards lehnten den Bilderrahmen oben an die Wand und packten dann meinen Körper auf beiden Seiten. Ferdinand zerteilte die Folie um meinen Kopf herum, bis er schließlich den Atemschlauch erreicht hatte. Mit einem allerletzten Schnitt zerteilte er den Schlauch, wodurch ich endgültig aus dem Rahmen fiel. Die Bodyguards hatten mich jedoch fest im Griff, so dass ich nicht hinfallen konnte. Sanft legten die beiden starken Männer meinen Körper auf dem Boden ab. Noch immer völlig bewegungsunfähig starrte ich an die Decke. Ferdinand kniete sich hin und knibbelte an der Folie herum. Irgendwann schien er die richtige Stelle gefunden zu haben und mit Hilfe seiner Männer zog er die beiden Folien ganz langsam auseinander. Schlagartig ließ der Druck auf meinen Körper nach und ich spürte kühle Luft auf meiner Haut. Nun ließ sich die obere Folie mühelos abziehen und ich war ruck zuck aus meinem Gefängnis befreit. Ich versuchte mich hinzusetzen, musste dabei aber feststellen, dass sich mein Körper völlig steif anfühlte. Etwas unbeholfen rollte ich auf dem Boden herum, bis es mir schließlich gelang den Oberkörper aufzurichten. Ferdinand setzte irgendein Metalldings auf meine monströsen Lippen. Kurz darauf hörte ich ein Zischen. Er musste das Ventil für meinen Knebel geöffnet haben, denn der Gummiball in meinem Rachen erschlaffte ganz langsam. Als genug Luft entwichen war, zog mir Ferdinand das Teil aus dem Mund. Meine Kiefermuskulatur schmerzte und mein Rachen fühlte sich völlig trocken an. Ich bewegte den Unterkiefer, um meine Muskulatur wieder in Gang zu bringen.

» Wa … sser! «, krächzte ich heraus.

Ferdinand war gut vorbereitet und reichte mir eine Flasche Mineralwasser. Wie eine Verdurstende stürzte ich sofort die halbe Flasche hinunter. Ah, das hatte gut getan. Jetzt war es aber an der Zeit ein anderes dringendes Problem zu lösen. Und dieses hing ebenfalls mit Wasser zusammen, nur dass ich es diesmal loswerden musste.

» Ich muss ganz dringend aufs Klo! «, flehte ich Ferdinand förmlich an.

Das hatte beinahe so geklungen, als ob ich ihn um Erlaubnis bitten würde. Was war nur los mit mir? Ich konnte mir das nur durch den sexuell motivierten emotionalen Ausnahmezustand erklären. Ferdinand half mir dabei aufzustehen. Meine Knie fühlten sich butterweich an und diese Ballettstiefel waren auch nicht gerade hilfreich. Ich musste mich an Ferdinand festhalten um nicht umzufallen. Am schnellsten wäre es wohl gegangen, wenn mich Ferdinand einfach zur Toilette getragen hätte. Aber er machte keinerlei Anstalten, so etwas zu tun. Darum bitten wollte ich ihn jedoch auch nicht, weil schon meine letzte Bemerkung so jämmerlich geklungen hatte. Deshalb geleitete mich Ferdinand Schritt für Schritt zur nächstgelegenen Toilette. Es war verdammt schwierig mit diesen Schuhen zu laufen und ich musste mich die ganze Zeit bei ihm abstützen. Vor allem ging es aber unendlich langsam voran und ich glaubte schon platzen zu müssen. Was war das nur mit den Männern, dass sie ihre Freude daran hatten, wenn Frau aufgrund unpraktischer Kleidung Schwierigkeiten bekam. Das war bei Karl nicht anders gewesen, als ich mit dem engen Latexkleid Probleme beim Treppensteigen hatte. Er hatte es sexy genannt, weil ich so schön hilflos darin wirkte. Da war sicherlich etwas dran, denn diese Hilflosigkeit machte mich ja auch an. Aber diesmal gab es ein drängendes Problem, welches schleunigst gelöst werden musste.

Endlich hatte ich die Toilette erreicht und konnte mich erleichtern. Mein Slip war von innen völlig eingesaut, weil meine Lustsäfte dort ihre Spuren hinterlassen hatten. Mir blieb aber keine andere Wahl als ihn wieder anzuziehen, sofern ich nicht unten ohne herumlaufen wollte. Einerseits hätte ich gerne den Slip gewechselt, aber andererseits war ich auch froh darüber, dass der Dildo wieder an seinen Platz kam. Irgendwie hatte es sich im Schritt so unnatürlich leer angefühlt. Ferdinand wartete auf einer Bank auf mich und bedeutete mir, mich neben ihn zu setzen. Er fragte, ob mir die Ausstellung als Kunstwerk gefallen hatte. Peinlich berührt musste ich zugeben, dass mir diese Behandlung tatsächlich Vergnügen bereitet hatte. Während meiner Antwort zeigte sich wieder dieses arrogante Grinsen auf Ferdinands Gesicht. Das ärgerte mich, weil es bewies, dass ich nicht viel mehr als ein Sexspielzeug für ihn war. Noch viel mehr ärgerte mich allerdings, dass ich das Ganze auch noch durch mein eigenes Verhalten unterstützte. Ferdinand hatte mich erniedrigt und ich hatte das willig zugelassen. Und vermutlich würde ich es sogar wieder tun. Ich versuchte meine Würde zu bewahren, indem ich seinen Vorschlag die Stiefel auszuziehen ablehnte. Irgendwie hatte ich das Gefühl gehabt, ihm widersprechen zu müssen. Eine ziemlich dumme Entscheidung von mir, denn damit tat ich meinen schmerzenden Füßen keinen Gefallen.

» Deine Freundin ist bereits vergangene Nacht in eure Kabine zurückgekehrt. Und sie hat auch alle deine Sachen mitgenommen. Bis auf das hier! «, mit diesen Worten überreichte mir Ferdinand die Schlüsselkarte für unsere Kabine. Dann fuhr er fort.

» Heute Abend habe ich im Casino einen kleinen Wettstreit mit dem arroganten italienischen Geschäftsmann Salvatore Conti. Er hat mich herausgefordert und ich habe vor ihm eine Lektion zu erteilen. Dafür benötige ich allerdings die Unterstützung von 16 jungen Damen. Ich biete dir 5000 Euro wenn du heute Abend für mich arbeitest. Und ich kann dir zusätzlich versprechen, dass du sexuell voll auf deine Kosten kommen wirst. Heike habe ich das gleiche Angebot gemacht, bitte überlegt euch, ob ihr mitmachen möchtet. Falls ja, dann sagt mir bitte bis 14 Uhr telefonisch zu. «

Das verstand man wohl unter einem unmoralischen Angebot. Glaubte dieser Mann wirklich jeden kaufen zu können? Bisher war ich nur verärgert gewesen, aber jetzt wurde ich richtig sauer.

» Also hören sie mal, ich bin doch keine Nutte, mit der man für ein paar Scheinchen Sex haben kann! «, giftete ich los.

» Sorry, da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Es wird keinen herkömmlichen Sex geben, lediglich ungewöhnliche Fetisch Kleidung. Und darauf stehst du doch, oder? «, ruderte Ferdinand zurück.

Ich funkelte ihn misstrauisch an und ignorierte seine Frage. Er überreichte mir seine Visitenkarte und entschuldigte sich noch einmal für die ungeschickten Worte. Um meinen Ärger nicht weiter zu verschlimmern, trat er danach den taktischen Rückzug an. Einer seiner Bodyguards sollte mich zum Fahrstuhl begleiten. Als wir an den Überresten meines Gemäldes vorbeikamen, winkte mir Makara zum Abschied zu. Und diesmal konnte ich ihren Gruß auch erwidern.

Auf Deck 4 stakste ich unbeholfen aus dem Lift heraus. Ohne die Hilfe des Bodyguards war das Laufen noch schwieriger und ich musste mich die ganze Zeit an der Wand abstützen. Diese Stiefel waren eine einzige Tortur und ich tastete mich so schnell wie möglich auf unsere Kabine zu. Eigentlich war sie gar nicht so weit von den Aufzügen entfernt, aber diesmal schien der Weg einfach nicht enden zu wollen. Als ich endlich in unserer Kabine angekommen war, erwartete mich ein großes Chaos. Quer über den Boden verstreut lag die Ponyausstattung von Heike, während sie schlafend in ihrem Bett lag. Vermutlich war Heike völlig erschöpft gewesen und hatte alles an Ort und Stelle fallen gelassen. Um sie nicht zu wecken ließ ich mich möglichst leise in einem Sessel nieder, damit meine schmerzenden Füße endlich entlastet wurden. Als allererstes musste ich diese Stiefel loswerden. Allerdings musste ich schnell feststellen, dass ich durch das enge Korsett nur den oberen Rand der Stiefel erreichen konnte. So wäre ich niemals in der Lage diese Dinger auszuziehen. Verdammt, also musste ich zuerst aus dem Korsett heraus. Ungeschickt fummelte ich an der Rückseite des Korsetts herum und versuchte die Schnürung zu lösen. Anfangs gelang es mir das Korsett ein wenig zu lockern, aber danach tat sich überhaupt nichts mehr. Hatte ich versehentlich einen Knoten in die Schnüre gemacht? Es ging nicht anders, ich brauchte jetzt definitiv Hilfe.

» Heike, bist du wach? «, flüsterte ich.


Fortsetzung folgt!
267. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von *Gozar* am 07.05.19 19:21

Hi Blechhand

Echt klasse Geschichte!

Gruß Gozar
268. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 07.05.19 20:48

...einfach wieder Topp!
269. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 09.05.19 18:56

Hab schon gedacht dass sie nun im Gemälde gefangen bleibt.
Toll wie dann die Wende geschafft wurde.
Freu mich schon auf kommenden Dienstag

270. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 11.05.19 19:39

Hallo *Gozar*,

echt klasse Kommentar!


Hallo FE,

einfach wieder Danke!


Hallo lot,

ja Sabine ist im letzten Teil wohl etwas aus dem Rahmen gefallen.

Ob sie wohl auf das unmoralische Angebot von Ferdinand eingeht? Oder Heike?
Aber was weiß ich schon, was im Kopf der beiden Heldinnen vorgeht.

Also dann bis zum Dienstag!


LG
Fist
271. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 11.05.19 23:07

Hallo Iron Fist. Da hast du wieder einen echt tollen teil geschrieben. bitte mach so weiter. Ich freue mich jede woche von dir zu lesen
272. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 11.05.19 23:32

Schöne Fortsetzung,

Nicht zu denken, wenn Bansky bei dem Bild ä Rahmen beteiligt gewesen wäre, dann ... aber so böse ist der Autor ja nicht.

Danke!

Ach ja: » Heike, bist du wach? «, flüsterte ich.
» Nein ich schlafe, tief und fest «, brüllte Heike im Tiefschlaf.

Lachend der böse
Ihr_joe
273. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 13.05.19 19:13

Hallo SeguAnimal,

freut mich das zu hören.
Dann wollen wir doch morgen keine Ausnahme machen und hoffentlich erneut begeistern.


Hallo Ihr_joe,

schlägst du da etwa die Handlung für eine Snuff-Story vor?

Lass dich dabei bloß nicht erwischen!
Denn im Bereich "Erfahrungen von Männern" soll es einen resoluten Moderator geben, der sowas gnadenlos ahndet.

Und warum brüllst du so?
Jetzt hast du mich doch tatsächlich aus meinem After-Work Schlummer gerissen.


LG
Fist
274. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 14.05.19 19:13

Teil 26


Was für eine blöde Frage, denn dann hätte sie mir bestimmt bereits geholfen. Also sagte ich noch einmal ihren Namen, diesmal allerdings ein wenig lauter. Heikes Kopf drehte sich zu mir und ein pinkfarbener Haarschopf kam zum Vorschein.

» So hast du lange genug abgehangen? «, wurde ich von ihr begrüßt.

» Offensichtlich hast du deine Stutenbissigkeit nicht mit abgelegt! «, konterte ich während ich auf das Durcheinander auf dem Boden deutete. Wir mussten beide über unsere blöden Sprüche lachen.

» Kannst du mir bitte mit diesen Schuhen helfen? Diese blöden Dinger bringen mich noch um. «

» Das sind aber auch ganz besonders scharfe Teile! «, meinte Heike bewundernd.

» Ja und sie sind auch ganz besonders unbequem! «

Heike hüpfte aus dem Bett und half mir dabei die Stiefel auszuziehen. Es war eine richtige Wohltat als endlich der unangenehme Druck auf meine Zehen verschwand. Bei diesen Schuhen war der uralte Spruch „Wer schön sein will muss leiden“ wörtlich genommen worden. Als nächstes machte sich Heike an meinem Korsett zu schaffen. Auch sie hatte Probleme mit den Schnüren, weil sich der von mir geschaffene Knoten nicht mehr lösen lassen wollte. Aber 5 Minuten später war ich trotz der Schwierigkeiten befreit. Ich kam mir ohne das Korsett seltsam nackt vor und ich vermisste sofort dessen feste Umarmung. Bisher hatte ich immer gedacht, dass man ein solches Teil nur wegen der Optik tragen würde. Aber ich musste zugeben, dass mir die Einengung tatsächlich gefallen hatte. Am Schluss half mir Heike aus dem Halskorsett heraus, welches mich noch am wenigsten behindert hatte. Ich hatte all die körperlichen Einschränkungen durchaus genossen, aber es war auch schön sich wieder völlig frei bewegen zu können. Im Badezimmer wartete dann aber noch eine böse Überraschung auf mich. Als ich die goldenen Spitzen von meinen Nippeln entfernte, begannen diese plötzlich heftig zu schmerzen. Zum Glück war das aber nur von kurzer Dauer. Als Heike aus der Dusche kam machte sie ein erleichtertes Gesicht. Ihre grelle neue Haarfarbe war wieder ausgewaschen worden. Sie war also mit einem blauen Auge bzw. Irokesenschnitt davongekommen. Nachdem auch ich mich geduscht hatte, führten wir ein intensives Gespräch über unsere gestrigen Erlebnisse und Gefühle. Beide hatten wir den vergangenen Abend genossen, aber wir schätzten das Angebot von Ferdinand sehr unterschiedlich ein. Heike sah es als eine Gelegenheit sich zu vergnügen und dabei auch noch Geld zu verdienen. Ich hingegen war misstrauisch, weil ich nicht glaubte, dass irgendjemand allein für das Tragen von außergewöhnlicher Kleidung so viel Geld bezahlen würde. Da gab es sicher irgendeinen Haken. Jedenfalls konnten wir uns auf kein gemeinsames Vorgehen einigen und Heike schien fest entschlossen Ferdinand zuzusagen. Zusammen mit mir oder notfalls auch alleine. Wenigstens konnte ich ihr ausreden Ferdinand sofort anzurufen. Ich hoffte darauf, dass Heike über meine Worte nachdenken würde und ich sie später vielleicht doch noch von meinem Standpunkt überzeugen konnte.

Das Schiff lag heute vor den Cayman Islands und wir hatten eine ziemlich ruhige Überfahrt, weil kaum Wellengang vorhanden war. Die Insel Grand Cayman war für ihre Riffe berühmt und wir hatten geplant vormittags zum Schnorcheln zu gehen. Am Nachmittag wollten wir am Strand faulenzen und uns von den Strapazen des Vortags erholen. Vermutlich würde ich dann auch etwas Schlaf nachholen, weil mein Schlummer in dem Gemälde alles andere als erholsam gewesen war. Das Wasser war klar und die Bucht nicht besonders tief, so dass wir wundervolle Einblicke in die hiesige Unterwasserwelt bekamen. Es wimmelte nur so vor Fischen und ich konnte mich an der farbenfrohen Pracht kaum sattsehen. Ich denke wir hatten mit dem Riff das richtige Ausflugsziel gewählt. Alternativ hatte der Ausflugsmanager des Schiffs eine Fahrt zu einer Sandbank namens Stingray City vorgeschlagen. Dort konnte man mit halbzahmen Stachelrochen schwimmen und diese beim Füttern auch anfassen. Allerdings war uns das nicht ganz geheuer, weil wir wussten, dass diese großen Tiere nicht ganz ungefährlich waren. Nach zwei Stunden Schnorcheln waren wir hungrig geworden und wir suchten uns ein nettes Restaurant mit Meerblick. Der Kellner empfahl uns die regionale Spezialität Suppenschildkröte, aber nach dem schönen Erlebnis im Riff erschien uns sämtliches Seafood als unangebracht. Deshalb bestellten wir uns etwas Vegetarisches. Schließlich brachte ich wieder Ferdinands unmoralisches Angebot zur Sprache.

» Meinst du nicht, dass Ferdinand Hintergedanken hat, wenn er uns so viel Geld dafür bietet? «

» Er ist eben sehr reich und kann es sich leisten die Leute gut zu bezahlen. «

Das mochte durchaus sein, aber nicht selten gab es einen guten Grund für den Reichtum. Auch Ferdinand machte mir nicht den Eindruck, als würde er sein Geld einfach verschenken. Ich war mir sicher, dass er eine Gegenleistung dafür erwartete. Und ich war mir mehr als unsicher, ob uns diese auch wirklich gefallen würde. Zumindest erschien es mir fragwürdig.

» Du hast doch heute Morgen selbst gesagt, dass du nicht verstehst, warum du deiner neuen Frisur zugestimmt hast. Wenn Ferdinand heute Abend mit noch extremeren Veränderungen ankommt, vielleicht ein Piercing oder ein Tattoo. Was dann? «

» Sowas passiert mir kein zweites Mal! «, erwiderte Heike in völliger Überzeugung.

Ich konnte ihre Zuversicht nicht so ganz teilen. Ob sie in einem Zustand starker sexueller Erregung wirklich nein sagen würde, wenn sie ohne ihre Zustimmung keinen Orgasmus bekommen konnte? Das erschien mir höchst zweifelhaft. Zudem bestand auch noch die Möglichkeit, dass Ferdinand überhaupt nicht fragen würde, sondern sie einfach vor vollendete Tatsachen stellte. In diesem Fall würde sie dann ganz schön dumm aus der Wäsche schauen. Es war an der Zeit abschreckendere Worte zu finden.

» Hast du dich denn nie gefragt, warum Ferdinand Bodyguards benötigt? Vielleicht ist es gefährlich sich in seiner Nähe aufzuhalten! «

Auf diese Frage wusste Heike eine Antwort, weil Ferdinand ihr die Geschichte erzählt hatte. Er hatte im Skiurlaub in St. Moritz eine junge Frau mit dem Namen Anastasia kennengelernt. Die beiden waren sich auf Anhieb sympathisch gewesen und Ferdinand hatte die junge Frau in den folgenden Tagen in die Welt von Fetisch und SM eingeführt. Nach einer knappen Woche gab es allerdings ein böses Erwachen. Während eines gemeinsamen Abendessens trat ein großgewachsener wütender Mann an den Tisch von Ferdinand.

» Du hast einen schweren Fehler gemacht, mein Freund. Das wirst du noch bitter bereuen! «, schrie der Mann Ferdinand an.

Wie sich herausstellte war Anastasia verheiratet und ihr Ehemann war von der Affäre nicht gerade erbaut. Zusammen mit seiner Frau zog der Mann laut tobend ab und Ferdinand blieb allein am Tisch zurück. Das war dumm gelaufen, aber er nahm die Drohung nicht besonders ernst. Bis zwei Tage später auf ihn geschossen wurde. Das Projektil hatte Ferdinand knapp verfehlt und war in die Fassade des Hotels eingeschlagen. Gegenüber der Polizei äußerte Ferdinand den Verdacht, dass dieser wütende Ehemann dafür verantwortlich sein könnte. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Mann Boris Korschakow hieß. Allerdings hatte er das Land bereits in Richtung Moskau verlassen. Ferdinand war sich nicht sicher, ob es dieser Boris noch ein zweites Mal versuchen würde. Deshalb engagierte er einige Bodyguards, die seine Sicherheit gewährleisten sollten. Zusätzlich beauftragte er noch einen Privatdetektiv, um mehr über diesen Boris herauszufinden. Das Ergebnis war beunruhigend, denn der Mann war ein ehemaliges Mitglied einer russischen Spezialeinheit. Er leitete inzwischen ein Unternehmen, welches im internationalen Holzhandel tätig war. Allerdings besaß er den Ruf seine Interessen völlig rücksichtslos zu verfolgen.

Heike versicherte mir jedoch, dass jetzt keine Gefahr mehr bestehen würde. Denn seit diesem Vorfall vor 2 Jahren hatte es keinen zweiten Anschlag mehr gegeben. Damit mochte sie Recht haben und vielleicht hatte dieser Boris auch nie vorgehabt Ferdinand zu töten. Ich schätzte, dass der Schuss bei seiner Ausbildung auch getroffen hätte, wenn er das wirklich gewollt hätte. Vermutlich war das nur ein Warnschuss gewesen, der Ferdinand einen Schrecken einjagen sollte. Für meine Argumentation war das aber nicht hilfreich. Deshalb versuchte ich es auf andere Weise.

» Du stimmst mir doch sicher zu, dass das Angebot von Ferdinand sexuell motiviert ist? «

Meine Freundin nickte als Antwort.

» Dann könnte man doch auch sagen, dass du dich prostituierst, wenn du darauf eingehst! «

Diese Bemerkung kam bei Heike überhaupt nicht gut an. Sie reagierte beleidigt und ich bereute meine Worte sofort.

» Tut mir leid, so war das nicht gemeint. Entschuldige bitte! «

Heike akzeptierte zwar meine Entschuldigung, aber sie schmollte weiterhin. Als dann das Essen serviert wurde, kam unser Gespräch völlig zum Erliegen. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, denn es war nicht meine Absicht gewesen, sie zu beleidigen. Ganz offensichtlich konnte ich sie nicht umstimmen. Wäre es dann nicht besser, wenn ich auf sie aufpassen würde? Das war natürlich eine naive Vorstellung, denn am Vortag war mir das auch nicht gelungen. Sogar ganz im Gegenteil, denn ich hätte selbst jemanden gebraucht, der auf mich aufpasst. Da ich aber die angespannte Stimmung lösen wollte, erklärte ich mich bereit sie zu begleiten. Mir selbst schwor ich aber dabei, dass ich Ferdinand diesmal ganz genau auf die Finger schauen und mich auf nichts Riskantes einlassen würde. Heikes Gesicht hellte sich schlagartig auf und sie fing begeistert an zu fantasieren, was wir am Abend alles gemeinsam erleben könnten. Sie kramte ihr Telefon aus der Handtasche und rief bei Ferdinand an, um für uns beide zuzusagen. Jetzt gab es kein Zurück mehr für mich. Wir sollten uns um 21 Uhr im Lucky Loser einfinden, dort würden wir dann mehr erfahren. Das klang in meinen Ohren gar nicht gut, denn ich hatte den letzten Ausflug in dieses Casino noch gut im Gedächtnis. Verständlicherweise, wurde ich durch meinen neuen Look doch täglich daran erinnert. Mich überkam sofort das Gefühl einen Fehler gemacht zu haben. Hoffentlich würde ich diese Entscheidung nicht später bereuen.

Nach dem Mittagessen fuhren wir zu einem Strand namens Rum Point. Dieser Ort schien die pure Karibik zu verkörpern. Ein schneeweißer Sandstrand wurde von malerischen Palmen gesäumt und mündete in flachem türkisgrünem Wasser. Mit anderen Worten, es war ein kleines Paradies. Das war genau der richtige Platz für ein paar erholsame Stunden. Als erstes suchten wir eine kleine Strandbar auf, um uns zwei Cocktails zu genehmigen. An einem Ort wie diesem konnte es doch nur ein „Sex on the Beach“ sein, oder? Danach suchten wir uns ein schattiges Plätzchen und machten uns auf ein paar Strandliegen breit. Das Leben konnte so schön sein. Ich versuchte vergeblich ein wenig vor mich hin zu dösen, aber mir ging die ganze Zeit das Angebot von Ferdinand durch den Kopf. Hauptsächlich wegen des Casinos, aber es gab auch noch einen zweiten Grund, der mich zum Grübeln brachte. Wäre meine Haltung genauso ablehnend gewesen, wenn uns Ferdinand kein Geld angeboten hätte? Vermutlich nicht, aber warum? In erster Linie wollte ich nicht den Eindruck erwecken, dass ich käuflich wäre. Und für Sex schon mal gar nicht. Plötzlich kam mir eine Idee.

» Was hältst du davon, wenn wir auf das Geld von Ferdinand verzichten? «, fragte ich meine Freundin.

» Spinnst du? «, bekam ich zur Antwort.

» Nein, ganz im Ernst. So setzen wir uns nicht dem Verdacht aus käuflich zu sein und wir haben ihm gegenüber auch keinerlei Verpflichtungen. «

» Du weißt schon was eine Schwester im Krankenhaus verdient? Diese 5000 Euro sind mehr als zwei Monatsgehälter von mir. Ich weiß nicht wie das bei dir ist, aber ich könnte dieses Geld verdammt gut gebrauchen. «

Als ich darüber nachdachte, fiel mir siedend heiß ein, dass ich womöglich meinem Ex Bernd die Kosten für diese Reise erstatten musste. Und zwar für beide Tickets, denn ich hatte Heike leichtsinnigerweise zu der Reise eingeladen. Ich hatte keine Ahnung was diese Tickets gekostet hatten, aber ich fürchtete, dass die 5000 Euro nicht einmal ausreichen würden. Verdammt!

» Vermutlich hast du Recht! «, gab ich kleinlaut nach.

Als wir zum Schiff zurückgekehrt waren, lag in unserer Kabine bereits ein Umschlag mit einer kurzen Nachricht und einer Schlüsselkarte für den Aufzug zum VIP-Bereich. Die Nachricht beschrieb den Weg zum Lucky Loser und teilte uns mit, wann wir dort sein sollten. Der Weg zum Casino war mir bereits bekannt, aber das konnte Ferdinand natürlich nicht wissen. Wenigstens musste ich diesmal nicht befürchten beim Einschleichen erwischt zu werden. Dafür beunruhigte mich aber die Ungewissheit, was Ferdinand mit uns vorhatte. Heike stellte Überlegungen an was sie im Casino tragen wollte. Das war aber eigentlich ziemlich unwichtig, da wir ja ohnehin neu eingekleidet werden sollten. Deshalb entschieden wir uns beide für die Casual Variante mit Jeans und leichter Bluse.

Beim Abendessen bekam ich kaum einen Bissen hinunter. Wegen des bevorstehenden Abends war ich angespannt und nervös. Gleichzeitig konnte ich eine gewisse Vorfreude aber auch nicht verhehlen. Es war als ob Engelchen und Teufelchen in meinem Hirn miteinander rangen. Mein Herz hämmerte wie verrückt, als wir vor der Eingangstür des Lucky Loser standen. Vermutlich war mein Puls diesmal sogar noch höher als beim ersten Besuch. Denn beim letzten Mal wollte ich ja nur zusehen, während ich heute in irgendeiner Weise aktiv teilnehmen würde. Im Vorraum des Casinos begrüßte uns eine attraktive schwarzhaarige Frau. Genau wie ihre Kollegin beim letzten Mal, trug auch sie eine blaue Seidenbluse mit transparentem Streifen auf Höhe der Brüste. Neu war heute hingegen das Darunter. Denn die Nippel dieser Frau waren mit großen Ringen verschönert worden. Ich hatte sowas zwar schon mal gesehen, aber noch nie in dieser Größe. Auch Heike starrte staunend auf ihren ungewöhnlichen Brustschmuck. Hoffentlich war das kein Omen für den heutigen Abend. Diese Ringe waren zwar durchaus schön anzusehen, aber ich wollte trotzdem nicht selbst mit sowas durch die Gegend laufen. Im Alltag dürften sich die Dinger nur schwer verbergen lassen, weil sie sich vermutlich auch durch einen BH hindurch abzeichneten. Nach der Registrierung unserer Namen und der Kabinennummer fragte uns die Frau nach der gewünschten Farbe unserer Armbänder. Heike blickte mich dabei etwas verständnislos an.


Fortsetzung folgt!
275. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 14.05.19 23:04

....schön, dass wir Leser in dieser Folge etwas Luft zum durchatmen bekommen haben...Wieso bin ich mir fast sicher, dass wir das für die nächste Folge dringend brauchen werden....?
276. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 15.05.19 12:40


Wieder ein schöner Teil, wie auch die davor.
Ich bin gespannt, was sie alles im Lucky Loser erwartet. Tattoos, Piercings, warum nicht? Oder odch etwas Ausgefalleneres?

Ich finde es ein wenig gemein, bzw. unlogisch, dass Ferdinand zwar den Weg zum Lucky Loser beschriebt, nicht aber die Farbe der Armbänder erklärt (er geht ja scheinbar davon aus, dass beide noch nicht dort waren). Wenn er ganz nett wäre hätte er sogar Armbänder für sie hinterlegen können. Aber ist er überhaupt "nett"?

Ich warte schon wieder auf den nächsten Dienstag.
277. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 15.05.19 12:42

Hallo IronFist,

das mit Engelchen und Teufelchen kenne ich auch. habe ich häufig auf meiner Schulter sitzen und dann streiten die sich, wer diesmal siegen darf

Vor langer, langer Zeit gabe es mal eine Show mit den beiden in Leder gekleidet. Einmal rot, einmal schwarz.

Ich denke, dass unsere beiden Ladies gaaanz anders aussehen werden ?!

jonnyf
278. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Lokmaus am 15.05.19 16:09

Hallo IronFist

Mal wieder eine super Fortsetzung bei schon gespannt wie ein Flitzebogen was Passiert.

Gruß lokmaus
279. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 17.05.19 19:38

Hallo FE,

du hast natürlich Recht, dass die letzte Folge ein ziemlich gewöhnlicher Urlaubstag mit Schnorcheln und Gammeln am Strand war.
Ich möchte euch ja nicht überbelasten!

Aber ich kann dir versichern, dass "Lucky Loser Teil 2" nichts mehr mit einem normalen Urlaub zu tun haben wird.


Hallo Dark Fangtasia,

freut mich, dass es dir gefallen hat. Auch wenn die letzte Folge etwas harmloser war.

Für die Erklärung der Funktion der Armbänder ist doch die Dame am Eingang des Casinos zuständig.
Und woher willst du eigentlich wissen, dass Ferdinand keine Armbänder hinterlegt hat?
Vielleicht ist er ja doch ein Netter!

Was im Lucky Loser passieren wird, das werde ich jetzt natürlich nicht verraten.
Denn Vorfreude auf den nächsten Dienstag ist doch die schönste Freude!


Hallo jonnyf,

Engelchen und Teufelchen treiben ihr perfides Spiel wohl mit jedem von uns.
Und vermutlich haben wir alle auch schon mal dem Teufelchen nachgegeben, obwohl es nicht gut für uns war.
Auch ich bekenne mich schuldig, dass mein Trieb (gelegentlich) stärker ist als mein Verstand.

Mit deiner Vorhersage hast du insofern Recht, dass eine deiner beiden Farben stimmt.
Was könnte das also für ein Spiel sein?


Hallo Lokmaus,

ich danke dir für deine lobenden Worte.

Passe mit deinem Flitzebogen aber besser auf.
Nicht dass du dir noch selber in den Fuß schießt!


LG
Fist
280. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 18.05.19 23:59

Merci IronFist,

Ruhe vor dem Sturm, ja der Körper braucht auch Zeit sich zu erholen, nicht uns belastest Du nicht über, ich frage mich gerade wer das Engelchen ist, vermutlich das süße Kleine mit den Hörnchen...

Passend zu Deinem Namen von Wolfi, oder wars der Hannes...

Zitat

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen...


Wie sagtest Du ä Faust:

Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag...

Na ja Rudi behauptet ja vom Schöpfer der Zeilen: „Man, der konnte reimen“

Was ist da schon ein Joe, der nicht mal sich selbst gehört, der von IronFist behauptet: „Man, der kann schreiben!“

Ja, Nichts, also fühle dich nicht zu sehr gebauchpinselt,
frech Grins Ihr_joe

281. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 20.05.19 19:16

Hallo Ihr_joe,

beim Bauchpinseln bin ich nicht wählerisch.

Sind wir schon wieder bei Rudi gelandet?
Also schön, dann antworte ich auch in diesem Stil: "Man, der Ihr_joe kann kommentieren!"

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob du verstanden hast, wie ein Engelchen aussieht.
Vermutlich hörst du immer auf dein inneres Wesen mit den Flügeln.

Ob dich da ein kleines Teufelchen ganz bewusst in die Irre geleitet hat?


LG
Fist
282. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 21.05.19 19:07

Teil 27


» Also, ich weiß auch nicht so genau. Wissen sie Fürst Ferdinand hat uns eingeladen ihn hier zu treffen! «, versuchte ich die Situation zu erklären.

» Ah, verstehe! «, antwortete die Frau.

Sie prüfte meine Angabe im Computer und öffnete dann eine Schublade, aus der sie zwei silberne Armbänder mit der Aufschrift FF herauszog. Mit einem Klicken schlossen sich die Armbänder kurz darauf um unsere Handgelenke. Heike untersuchte ihr Band näher, aber ich wusste bereits, dass es keinen sichtbaren Öffnungsmechanismus gab.

» Würden sie mir bitte noch das hier unterzeichnen! «, mit diesen Worten reichte die Frau uns jeweils ein mehrseitiges Papier über den Tresen.

» Was ist das? «, fragte ich verwirrt.

» Sie gehen rechtlich einen Arbeitsvertrag mit Fürst Ferdinand ein. Das ist nur, damit alles seine Ordnung hat. «

Sofort wurde ich misstrauisch. Ich überflog die erste Seite, welche tatsächlich wie ein Standardvertrag aussah. Ferdinand sicherte für geleistete Arbeit von maximal 8 Stunden eine Zahlung von 5000 Euro zu. Da diese Bezahlung aber alles andere als Standard war, blätterte ich um auf die zweite Seite. Dieses Juristendeutsch war schwer verständlich, aber ich las etwas von Arbeitskleidung, welche von Ferdinand frei gewählt werden durfte. Soweit nichts Neues, aber ich befürchtete noch immer einen Haken an der Sache. Heike schien jedoch weniger Bedenken zu haben und unterzeichnete das Papier einfach. Das war mal wieder typisch für sie. Ich blätterte auf die dritte Seite und suchte weiter nach einer Falle.

» Na los, unterschreib schon! «, drängelte Heike.

Auch auf der dritten Seite stand unverständliches Kauderwelsch und die vierte und letzte Seite dürfte kaum besser sein. Ich seufzte und gab dem Druck meiner Freundin nach. Hoffentlich war das kein Fehler. Unterschrieben gaben wir unsere Arbeitsverträge wieder zurück.

» Vielen Dank! Und jetzt noch bitte ihre Handys! «, verlangte die Frau.

Ach ja, das Handyverbot im Lucky Loser. Ich hatte nicht mehr daran gedacht und meines auch heute wieder mitgebracht. Wir überreichten der Frau unsere Telefone und sie erklärte uns den Weg zum exklusiven Teil des Casinos. Dort sollten wir uns dann wieder an einen Mitarbeiter wenden, der uns schließlich zu Ferdinand bringen würde. Nachdem wir das Casino betreten hatten, wurden wir sofort vom Gedudel der Automaten eingehüllt.

» Mann ist das laut hier! «, meinte Heike.

» Lass uns weiter nach hinten gehen, dort ist es etwas ruhiger! «, antwortete ich.

Als wir die Spielautomaten hinter uns gelassen hatten, erblickte ich eine blasse junge Frau, welche gerade auf eine Gegnerin beim Spiel „Sonnenbad“ wartete. Sie sah so aus, als wäre sie noch nicht allzu lange auf dem Schiff und ich bezweifelte, dass sie wusste worauf sie sich da einließ. Jedenfalls konnte sie auf diese Weise sehr schnell zu ihrer Urlaubsbräune kommen.

» Ist das das Spiel, welches du verloren hast? «, fragte Heike.

» Erinner mich bloß nicht daran! «, erwiderte ich lachend.

Mittlerweile hatte ich mich an meine dunkle Hautfarbe gewöhnt und ich konnte auch über mein Missgeschick lachen. Heike stimmte in mein Lachen mit ein und sie neckte mich damit, wie ich wohl nach einer zweiten Niederlage aussehen würde. Vermutlich würde Afro dann nicht nur meine Frisur beschreiben. Aber ich war natürlich nicht so dumm, da noch einmal mitzuspielen.

» Was hat es eigentlich mit diesen Armbändern auf sich? «, fragte meine Freundin.

» Das ist ein bargeldloses Bezahlsystem. Normalerweise wird das Band am Eingang mit einem Geldbetrag aufgeladen, der dir dann auf die Rechnung gesetzt wird. Aber ich vermute, dass bei diesen Dingern hier alles auf das Konto von Ferdinand geht. «

» Glaubst du wirklich? Wir könnten also gefahrlos zocken und Ferdinand müsste dafür blechen? «

» Also aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass in diesem Casino überhaupt nichts gefahrlos ist. Zudem bin ich mir ziemlich sicher, dass Ferdinand einen Weg finden würde, dich für verspieltes Geld bezahlen zu lassen. Und vermutlich wäre diese Bezahlung nicht unbedingt finanzieller Natur. «

» Bestimmt hast du Recht! Aber genau das ist ja das spannende! «, erwiderte Heike mit glänzenden Augen.

Und diese Frau behauptete von sich, dass ihr so ein Fauxpas wie mit den Haaren nicht mehr passieren würde. Mein Gefühl sagte mir eher, dass sie alles tun würde, was Ferdinand von ihr verlangte. Ich musste also am heutigen Abend wachsam bleiben, denn von meiner Freundin konnte ich das nicht erwarten.

Wir näherten uns einer silbernen Tür, welche zum exklusiven Teil des Casinos führte. Natürlich war auch dieser Zugang wieder bewacht, aber mit unseren silbernen Armbändern durften wir anstandslos passieren. Jetzt standen wir in einem Raum, der überhaupt nicht nach Casino aussah. Die Wände waren in einem dunklen Rot gestrichen und die schummrige Beleuchtung erinnerte mich eher an einen Nachtclub. An der rückwärtigen Wand sah ich vier Türen, die mit 1 bis 4 beschriftet waren. Und in der linken Seitenwand gab es eine Tür, auf der „Privat“ zu lesen war. Dominiert wurde dieser Ort allerdings von einer langen Bar, welche mitten im Raum stand. Ein schnuckliger Barkeeper mit nacktem Oberkörper mixte gerade ein paar Cocktails. Vermutlich für die beiden Ladies, die mit leeren Gläsern an der Bar saßen. Beide waren von Kopf bis Fuß in schwarzes Leder gehüllt und sie verströmten eine Aura der Unnahbarkeit. So stellte ich mir Dominas vor. Auf der gegenüber liegenden Seite der Bar saß ein älteres Pärchen, welches in ein Gespräch vertieft war. Die Frau trug ein funkelndes Collier um den Hals, welches extrem teuer aussah. Eigentlich hätte ich im VIP-Bereich mit so etwas rechnen sollen, aber ich war es einfach nicht gewöhnt, dass sich jemand ein Vermögen um den Hals hängen konnte. Ein junger Mann saß alleine mit seinem Bier an der Bar. Er hatte uns den Rücken zugekehrt und starrte geistesabwesend gegen eine Wand. Auf mich machte er einen ziemlich deprimierten Eindruck. Vielleicht Liebeskummer? Alle anderen Plätze an der Bar waren unbesetzt, aber der Abend war ja noch jung und ich vermutete, dass sich dies zu einer späteren Stunde ändern würde.

» Wir wollen zu Fürst Ferdinand, sind wir hier richtig? «, rief ich dem Barkeeper zu. Der attraktive Mann näherte sich und setzte dabei ein strahlendes Lächeln auf.

» Natürlich! Nehmt bitte kurz Platz, ich melde euch an! «, antwortete er mit einem lustigen Akzent. Ich vermutete, dass er Holländer war. Er griff zu einem Telefon, nickte kurz und legte dann wieder auf.

» Es kommt gleich jemand um euch abzuholen! «, informierte er uns. Danach widmete er sich wieder seiner Arbeit. Nach ein paar Minuten öffnete sich die Tür mit der Aufschrift „Privat“. Heraus trat eine Domina, die das gleiche Outfit trug wie die beiden Damen an der Bar. Das enge Lederkleid reichte ihr vom Hals bis zu den Knien. Und es modellierte die Kurven dieser Frau in einer atemberaubenden Weise. Geradezu majestätisch schritt diese Göttin auf ihren ultrahohen Schuhen direkt auf uns zu. Ihre dunkel geschminkten Augen musterten uns von oben bis unten. Je näher diese Frau kam, umso deutlicher wurde ihre Einzigartigkeit. Sie war groß, sogar sehr groß. Als sie direkt vor uns stand musste ich den Kopf in den Nacken legen, um ihr ins Gesicht schauen zu können.

» Wie sind eure Namen? «, fragte sie mit dröhnender Stimme.

» Heike und Sabine! «, antwortete ich etwas eingeschüchtert.

» Ihr seid spät! «, meinte sie vorwurfsvoll. Ich blickte auf meine Uhr und stellte fest, dass es fünf nach neun war.

» Also wissen sie … äh…! «

» Eure Ausflüchte interessieren mich nicht. Los kommt mit! «, sagte sie barsch.

Sie drehte sich um und steuerte auf die Tür zu, aus der sie gekommen war. Heike zog die Augenbrauen nach oben und grinste mich dann breit an. Schulterzuckend erwiderte ich ihr Grinsen. Ich kam mir vor, als wäre ich in meine Schulzeit zurückversetzt und von der strengen Lehrerin getadelt worden. Wir dackelten der Riesin hinterher und mussten dabei beide ein Kichern unterdrücken.

» Viel Spaß! «, rief uns der Barkeeper nach.

Wir winkten ihm eine Dankeschön zu und folgten dann der Domina durch die Tür. Im Nachbarzimmer hatten sich eine Menge Frauen versammelt. Ein Stimmengewirr erfüllte den kleinen aufgeheizten Raum. Die Klimaanlage schien hier nicht besonders gut zu funktionieren. Aber vielleicht waren auch einfach nur zu viele Menschen auf zu kleinem Raum.

» Ruhe bitte! «, rief die Riesin donnernd in den Raum hinein. Sofort verstummten die Gespräche und alle Blicke richteten sich auf diese Frau.

» Nachdem wir jetzt endlich vollzählig sind, können wir mit unseren Vorbereitungen beginnen. Sie alle werden heute Abend an einem Spiel teilnehmen, in dem sich Fürst Ferdinand II und Salvatore Conti gegenüber stehen werden. Meine Mitarbeiterinnen werden sie gleich zur Ankleide geleiten und danach geht es dann zum Ort des Wettkampfs. Ich möchte sie jetzt darum bitten sich teamweise aufzuteilen. Die Damen von Fürst Ferdinand nach links und die Damen von Signore Conti nach rechts. «

Natürlich hatte sie sich einen Seitenhieb auf unsere minimale Verspätung nicht verkneifen können. Es kam Bewegung in die Menge und es bildeten sich 2 Gruppen mit jeweils 16 Frauen. Was für eine merkwürdige Anzahl, warum ausgerechnet 16? Weitere Lederdominas betraten den Raum, aber keine war auch nur annähernd so groß wie die Anführerin. 5 dieser Dominas führten die Gruppe von Ferdinand in einen benachbarten Raum. Dort mussten wir uns in einer Reihe aufstellen und eine der Dominas schritt unsere Parade langsam ab.

» Du! «, dabei zeigte sie auf die zweite Frau in der Reihe.

» Und du! «, jetzt zeigte sie auf Heike.

Meine Freundin machte ein erschrecktes Gesicht und blickte mich hilfesuchend an. Musste ich nun einschreiten? Vielleicht sollten wir diese Sache ja doch lieber abblasen? Trotz des Schrecks konnte ich aber auch ein Leuchten in Heikes Augen wahrnehmen. Und auch ich war inzwischen ziemlich neugierig geworden, was das wohl für ein merkwürdiges Spiel war, an dem wir teilnehmen sollten. Eine der Dominas führte Heike zusammen mit der zweiten Auserwählten durch eine Tür. Dieses Spiel wiederholte sich mehrere Male. Immer wurden zwei Frauen aus unserer Gruppe ausgewählt und danach aus dem Raum geführt. In der vierten Runde fiel die Auswahl dann auf mich und eine Blondine. Obwohl mir klar war, dass das irgendwann passieren würde, beschleunigte sich schlagartig mein Puls. Jetzt wurde es ernst. Wir wurden in einen Raum gebracht, der wie eine Umkleide aussah. Dort erklärte uns die Domina, was wir zu tun hatten.

» Zieht euch komplett aus und schlüpft dann in die bereitgestellten Sachen dort drüben auf der Bank. Eure eigene Kleidung könnt ihr in den Spinden verstauen. Diese lassen sich mit Hilfe der Armbänder auch verschließen. Ich warte nebenan auf euch. Sobald ihr mit dem Umziehen fertig seid, kommt ihr rüber zu mir. Dort werden wir dann euer Kostüm vervollständigen. «

Nach diesen Worten verließ die Frau den Raum. Etwas verloren standen wir zu zweit in der Umkleide herum. Die Blondine machte einen verängstigten Eindruck und schaute sich nach allen Seiten um.

» Weißt du was das für ein Spiel ist? «, fragte sie schließlich.

» Nein, keine Ahnung! Ferdinand wollte nicht verraten worum es dabei geht. «

Wir stellten uns gegenseitig vor und ich erfuhr, dass sie ebenfalls Sabine hieß. Wenigstens hatte ich nun eine Namensschwester an meiner Seite. Ich blickte zu der Bank auf der unser neues Outfit lag. Dort stand ein Schuhkarton und obenauf lag eine originalverpackte Strumpfhose. Das war jetzt nicht so außergewöhnlich, ich war fast ein wenig enttäuscht. Aus der Nähe entpuppte sich die Strumpfhose allerdings als ein Catsuit. „Electric Suit“ stand auf der Verpackung. Und sofern das abgebildete Foto stimmte, schloss dieses Ding den gesamten Körper inklusive Kopf ein. Das war jetzt doch ungewöhnlich!

» Oh Gott! «, hörte ich Sabine sagen.

Sie hatte den Schuhkarton geöffnet und hielt ein weißes Monstrum in ihren Händen. Oh nein, nicht schon wieder! Genau wie bei den Stiefeln, die ich am Morgen getragen hatte, berührte auch bei diesen Schuhen nur die Fußspitze den Boden. Mein Ballettunterricht schien für heute noch nicht beendet zu sein. Ich hatte die schmerzhafte Erfahrung noch sehr gut in Erinnerung und ich bezweifelte, dass ich mehrere Stunden in solchen Schuhen aushalten würde. Hektisch öffnete ich meinen Karton, in der Hoffnung dort ein anderes paar Schuhe vorzufinden. Leider wurde dieser Wunsch nicht erfüllt.

» Damit kann doch kein Mensch laufen! «, murmelte Sabine kopfschüttelnd.

» Das kann ich nur bestätigen! «, antwortete ich frustriert.

» Hast du sowas etwa schon mal getragen? «, fragte sie ungläubig.

» Ja vergangene Nacht. Sieht klasse aus, ist aber unglaublich unbequem! «

Mit dieser Aussage hatte ich sie verblüfft. Vermutlich hatte sie mir sowas gar nicht zugetraut. Ehrlich gesagt, erging es mir selbst auch nicht anders. Ich hatte auf dieser Reise bereits Dinge getan, die ich mir in meinen wildesten Träumen nicht hätte vorstellen können. Und ich hatte den unbestimmten Verdacht, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht war. Eigentlich hätte ich sofort einen Rückzieher machen sollen, wo ich doch jetzt wusste, welche Tortur mich mit den Schuhen erwarten würde. Aber dummerweise hatte ich gerade mit meiner Erfahrung geprahlt. Ein Aussteigen würde mich deshalb ziemlich feige erscheinen lassen. Ich tat als wäre alles in Ordnung und zog mich ganz langsam aus. Sabine wollte mir wohl nicht nachstehen und entledigte sich jetzt ebenfalls ihrer Kleidung. Nahezu gleichzeitig verstauten wir unsere Klamotten in einem Spind.


Fortsetzung folgt!
283. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 21.05.19 20:03



... ich könnte mir vorstellen, dass es nächsten Dienstag ziemlich dicke kommt, wenn Du uns schon die zweite Episode durchatmen lässt...
284. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von hanskai am 21.05.19 22:38

Schach?
285. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 22.05.19 11:23

Schach - das war mir auch eingefallen.

Es gab mal ein PC-Spiel in welchem sich die Figuren gegenseitig die Köpfe einschlugen. Das wird es wohl nicht sein

jonnyf
286. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 24.05.19 19:16

Hallo FE,

das nennt man einen Spannungsbogen aufbauen.
Hoffentlich trifft der Pfeil dann auch ins Schwarze.


Hallo hanskai,

Schach ist natürlich eine Möglichkeit.
Allerdings eignet sich die Zahl 16 auch sehr gut für das im Sport häufig verwendete KO-System.

Aber natürlich bin ich mal wieder so gemein und werde jetzt nichts verraten.


Hallo jonnyf,

eigentlich spoilere ich ja nur ungern, aber hier muss ich entschieden einschreiten.
Natürlich schlagen sie sich nicht gegenseitig die Köpfe ein!

Schließlich heiße ich nicht Stephen King und schreibe Horror Stories.
Obwohl das für meinen Geldbeutel sicher besser wäre.


LG
Fist
287. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 24.05.19 23:49

Zitat

Schließlich heiße ich nicht Stephen King und schreibe Horror Stories. Obwohl das für meinen Geldbeutel sicher besser wäre.


Wer? sollte ich ihn kennen?

ES fällt mir spontan nichts ein, ich müsste SIE mal fragen, vielleicht durch DAS GEHEIME FENSTER schauen, CHRISTINE könnte ich auch fragen. Natürlich würde sie nichts als EIN FRIEDHOF FÜR KUSCHELTIERE zusammen stammeln, da denke ich doch eher an DAS SPIEL, welches Spiel eigentlich, alles im verschluckt DER NEBEL, dabei bin ich nicht 1922 geboren.

Also wer ist schon dieser King nicht Elvis, der in Memphis, immer wieder aufersteht?

Wenn ich das vorherige so lese fällt mir ein August (Clown) und Paul Sheldon der berühmter Schriftsteller, ein abgeschriebener Roman, ein Vampirauto, tz,tz, als wenn man Tote zurück holen könnte, das Spiel könnte von der Eisenhand sein, sitzt da nicht ein Mädchen in Handschellen? Aber Menschenopfer so ein (the) Mist, und dann ... von Joes Fummeleien an seiner eigenen Tochter. Nein das war ich nicht pa 1922, war doch später oder früher?

Wer ist schon dieser King? Horror Storrys? Blaugefärbte Frauen, heiße Brandeisen auf nackter Haut, Verwandlungen mit einem Alkoven, einschnürende Kleider,...

Lach und Danke für Deine Geschichte (n)
Ihr_joe

288. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 26.05.19 19:44

Hallo Ihr_joe,

ich muss zugeben, dass ich keinen der von dir genannten Titel gelesen habe.
Horror ist einfach nicht mein Ding.

Da liegt mir der Kerl aus Memphis schon eher.
Denn es kommt einfach mehr Urlaubsfeeling auf, wenn...

meine Heldinnen ein erfrischendes TUTTI FRUTTI genießen bevor sie eine Nacht im HEARTBREAK HOTEL verbringen.
Am Abend tanzen sie dann mit ihren BLUE SUEDE SHOES einen flotten JAILHOUSE ROCK.

Und im Schein des BLUE MOON singt vorm Balkon ein schmachtender George Rooney ARE YOU LONESOME TONIGHT.
Sabine denkt sich IT'S NOW OR NEVER und antwortet mit einem leidenschaftlichen LOVE ME TENDER.

Offensichtlich lässt sich mein Erfolg wohl mit keinem dieser beiden Kings vergleichen.
Irgendwas muss ich da wohl falsch machen!


LG
Fist
289. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 26.05.19 22:10

Zitat
LOVE ME TENDER.

Der Lieblingssong aller Dampflokbegeisteren!!!
290. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 27.05.19 19:05

Hallo Toree,

du hast also eine Affäre mit einer Dampflok?

Pass bloß auf, dass dich deine Frau nicht dabei erwischt.
Denn dann dürfte dir richtig Feuer unter dem Hintern gemacht werden.


LG
Fist
291. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 28.05.19 19:07

Teil 28


Ich setzte mich auf die Bank und öffnete die Verpackung des Catsuits. Das Material fühlte sich sehr weich an und knisterte leicht, als ich mit der Hand darüberstrich. Als ich den schneeweißen Catsuit entfaltet hatte, zweifelte ich, ob ich da wirklich hineinpassen würde. Das Teil sah ziemlich klein aus und müsste sich schon extrem dehnen lassen. Aber es war zumindest einen Versuch wert. Ich rollte das rechte Bein des Catsuits zusammen und schlüpfte mit meinem Fuß hinein. Als ich den Strumpf langsam nach oben zog, spürte ich ein Kribbeln an meinem Bein. Es knisterte, so als ob sich das Material statisch aufgeladen hätte. Vermutlich war das der Grund für den Namen „Electric Suit“. Normalerweise war es kein gutes Zeichen, wenn sowas bei Kleidung passierte. Denn das deutete darauf hin, dass viel Synthetik in dem Gewebe steckte. Aber Strumpfhosen bestanden ja eigentlich generell aus Kunstfasern. Ich schlüpfte auch in das zweite Bein und zog den Catsuit bis zur Hüfte nach oben. Das Kribbeln an meinen Beinen nahm weiter zu. Es war nicht unangenehm, aber irgendwie irritierend. Jetzt kam der schwierigste Teil, denn ich musste das Ding dehnen um meine Arme in die Ärmel bekommen zu können. Hoffentlich machte ich den Catsuit dabei nicht kaputt. Ich zerrte an dem Ding herum und versuchte gleichzeitig meinen rechten Arm in den Ärmel zu schieben. Es kostete mich einiges an Anstrengung, bis es endlich geschafft war. Dieser Catsuit besaß allerdings keine normalen Handschuhe, sondern er endete einfach wie ein Strumpf. Das machte den zweiten Ärmel zu einer Herausforderung, weil ich mit meiner rechten Hand nicht mehr richtig greifen konnte. Am Design musste der Hersteller dieses Teils wohl noch arbeiten, denn so war das ziemlich unpraktisch. Auf diesem Schiff konnte man allerdings davon ausgehen, dass das genau so beabsichtigt war. Dadurch dass sich der Catsuit jetzt über meine rechte Schulter spannte, erzeugte er gleichzeitig Druck auf meinen Schritt. Und nicht nur das. Dieses merkwürdige Kribbeln hatte nun auch meine empfindlichste Stelle erfasst und ich spürte ganz deutlich, wie ich langsam feucht wurde. Verzweifelt kämpfte ich, bis schließlich auch mein zweiter Arm in dem Catsuit steckte. Puh, war das anstrengend gewesen! Doch wie sollte ich das Ding am Rücken schließen? Ich brauchte Hilfe! Sabine kämpfte noch mit ihren Ärmeln. Ich tat mein Bestes, um sie dabei zu unterstützen. Als die Schlacht endlich gewonnen war, wollte ich ihren Catsuit auf der Rückseite schließen. Allerdings tauchte da ein Problem auf.

» Da gibt es überhaupt keinen Reißverschluss an deinem Catsuit! «, äußerte ich überrascht.

» Was? Das kann doch gar nicht sein! «, bekam ich zur Antwort. Daraufhin überprüfte Sabine die Rückseite meines Catsuits.

» Und wie soll man das Ding dann schließen? «, fragte sie ratlos.

Ich holte die Verpackung und las staunend vor.

» … sobald sie die Haube über ihren Kopf gezogen haben, schließt sich der Electric Suit automatisch. Bitte beachten sie, dass sie den Electric Suit danach nicht mehr ausziehen können. Nach Ablauf des angegebenen Zeitraums wird sich ihr Electric Suit selbständig auflösen. Wir danken ihnen für ihr Vertrauen und wünschen ihnen viel Spaß mit unserem Produkt! «

» Was für ein Zeitraum? «, fragte Sabine verständnislos.

Ich suchte auf der Verpackung und fand eine Tabelle. Anscheinend gab es diesen Anzug mit einem Zerfallszeitraum von 1 bis 24 Stunden. Der Eintrag 12 Stunden war auf dieser Verpackung angekreuzt. Wir wären also einen halben Tag in dem Electric Suit gefangen. Oder man schnitt das Ding im Notfall einfach auf. Irgendwie klang das aufregend. Sabine schien das anders zu sehen, denn sie runzelte die Stirn. Plötzlich ritt mich der Teufel.

» Komm ich helfe dir! «, mit diesen Worten schnappte ich mir das Kopfteil, welches vor Sabines Brust hing. Ich konnte das Ding zwar nicht richtig greifen, aber es gelang mir trotzdem es über Sabines Kopf zu ziehen.

» Hey warte mal … «, begann sie zu protestieren.

» Oh mein Gott! «, entfuhr ihr eine Sekunde später stöhnend.

Ich gebe zu, das war nicht besonders nett von mir gewesen. Aber mein Versuchskaninchen schien die Situation durchaus zu genießen. Sie rief noch mehrfach ihren Gott an und sie hörte sich mit jedem weiteren Mal lüsterner an. Der Anzug schien zu schrumpfen und gleichzeitig wurde die Öffnung an Sabines Rücken immer kleiner. Nach wenigen Sekunden war sie komplett in dem weißen Teil verschwunden. Das Ding saß nun hauteng und drückte Sabines Brüste platt. Ihre Hände waren unbrauchbar geworden, weil sie die Finger nicht mehr bewegen konnte. Am merkwürdigsten sah allerdings ihr Gesicht aus, weil die Nase leicht nach oben gezogen wurde. Es war amüsant, denn so sah sie wie kleines Schweinchen aus. Plötzlich knisterte es und der Anzug nahm einen seidigen Glanz an. Gleichzeitig begann Sabine zu zittern und sie schrie laut heraus:

» Oh ja! Oh mein G… Jaaaaa! «

Sie verlor die Kontrolle und begann wild zu zucken. Fasziniert beobachtete ich, wie sich Sabine in einem Höhepunkt wand. Vor allem freute ich mich jetzt aber auf das, was mir selbst gleich bevorstand. Ich konnte nicht länger warten und schob mir selbst die Haube über den Kopf. Sofort verspürte ich eine zunehmende Enge. Dies war wie eine angenehme Ganzkörperumarmung. Es gab aber noch ein wesentlich stärkeres Gefühl. Das Kribbeln hatte sich intensiviert und schien nun über meinen ganzen Körper zu laufen. Meine Atmung beschleunigte sich und ich bekam das dringende Bedürfnis nach einem Mann. Obwohl, eigentlich wäre mir alles Recht gewesen, solange es nur meine südlichen Regionen ausfüllen konnte. Dann hörte ich wieder dieses Knistern und im selben Moment wurde ich von meinen Gefühlen überwältigt. Ich wusste gar nicht, worauf ich zuerst achten sollte. Mir zitterten die Knie und mein Unterleib zuckte unkontrolliert. Meine Nippel glühten und versuchten sich einen Weg durch das dünne Material des Anzugs zu brennen. Dann verlor ich jegliche Kontrolle über meinen Körper. Ich erinnere mich nur noch daran, dass ich irgendwann schwer atmend zu mir gekommen war. Die Sicht war leicht getrübt, so als ob ich durch einen weißen Schleier schauen würde. Direkt vor mir stand ein hochglänzendes weißes Wesen, welches aus einer anderen Welt zu stammen schien. Doch dann begann mein Hirn langsam wieder zu arbeiten und ich erkannte Sabine in dieser Außerirdischen. Vermutlich bot ich jetzt selbst einen ganz ähnlichen Anblick.

» Geht’s wieder? «, fragte das weiße Wesen.

» Ja, alles OK! «, antwortete ich ziemlich außer Atem.

» Hast du sowas schon mal erlebt? «, fragte meine „Leidensgenossin“.

» Nein! Nicht einmal annähernd! «, erwiderte ich ehrlich.

Wir unterhielten uns über das soeben Erlebte, wurden dabei aber von der Domina unterbrochen, die in den Raum gekommen war, um uns zur Eile zu drängen. Schließlich hätten wir nicht den ganzen Tag Zeit. Schade eigentlich! Etwas unwillig setzte ich mich auf die Bank um meine Schuhe anzuziehen. Aber wie sollte ich das anstellen? Meine Hände konnten ja jetzt nichts mehr greifen. Ich klemmte den linken Schuh zwischen meinen Händen ein und hob ihn aus der Schachtel. Und nun? Diese Schuhe mussten zumindest nicht geschnürt werden, denn sie wurden mit einer Schnalle geschlossen. Aber selbst wenn ich die Schnalle aufbekommen sollte, wie sollte ich dann meinen Fuß hineinschieben, wenn ich den Schuh nicht gleichzeitig festhalten konnte.

» Im Schachteldeckel gibt es eine Anleitung! «, hörte ich Sabine sagen.

Also, zuerst musste man auf den oberen Rand der Schnalle drücken. Das war nicht besonders schwer. Gesagt getan! Die Schnalle sprang auf und der Schuh öffnete sich oben ein Stück. Danach sollte man die Fußspitze in den Schuh stecken und auf den unteren Rand der Schnalle drücken. Inwieweit würde das beim Anziehen helfen?

» Huch! «, ächzte Sabine überrascht. Ich drehte meinen Kopf und sah, dass sie einen Schuh bereits anhatte.

» Wie hast du das gemacht? «, fragte ich.

» Genau so wie es auf dem Deckel steht! «, bekam ich zur Antwort.

Also schön! Ich steckte meinen linken Fuß in die Öffnung und drückte auf die Schnalle. Es ertönte ein saugendes Geräusch und blitzschnell wurde mein Fuß in den Schuh gezogen. Dann schnappte die Schnalle zu und es ertönte ein Klicken. Dieses Geräusch beunruhigte mich sofort, denn ich befürchtete, dass sich der Schuh jetzt nicht mehr ausziehen ließ. In der Anleitung war vom Ausziehen keine Rede. Ich drückte auf den oberen Rand der Schnalle und sofort öffnete sich der Schuh wieder. Puh, Glück gehabt! Meine Befürchtung war grundlos gewesen. Also schloss ich den linken Schuh wieder und schlüpfte kurz darauf in den Rechten. Diesmal gab es neben dem Klicken noch ein elektronisches Piepsen. Sofort wurde ich wieder misstrauisch. Mein anfänglicher Verdacht stellte sich diesmal als richtig heraus, denn jetzt ließen sich die Schnallen tatsächlich nicht mehr öffnen. Verdammt, die Verriegelung wurde erst dann aktiv, wenn man beide Schuhe anhatte. Wie fies war das denn bitte!

Ich beschloss, Sabine nicht mit diesem Detail zu beunruhigen. Es würde an unserer Situation auch nichts ändern, wenn sie davon wusste. Sabine war bereits aufgestanden und machte die ersten wackligen Schritte auf ihrem neuen Schuhwerk. Mit einer Hand stützte sie sich am Spind ab, während die andere in der Luft herum ruderte, um das Gleichgewicht zu halten. Erst jetzt fiel mir auf, dass die Schuhe haargenau die gleiche weiße Farbe hatten, wie der Electric Suit. Man musste schon sehr genau hinsehen, um den oberen Rand der Schuhe erkennen zu können. Jetzt erhob auch ich mich von der Bank. Obwohl ich ebenfalls mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hatte, so stand ich doch ein klein wenig sicherer auf diesen Schuhen. Hauptsächlich lag das wohl daran, dass ich bereits in solchem Schuhwerk üben durfte. Oder musste? Egal, denn sofort spürte ich auch wieder den unangenehmen Druck auf meinen Zehen. Wie viele Stunden würde ich das jetzt wohl ertragen müssen? Vermutlich mehr als mir lieb waren. Wir tasteten uns gemeinsam auf die Tür zu.

» Na endlich! «, wurden wir von der Domina im Nebenzimmer begrüßt.

Der Nebenraum schien so eine Art Kostümfundus zu sein. An drei Seitenwänden sah ich Stangen mit farbenprächtigen Kleidern. Die vierte Wand hingegen wurde von einem Regal mit undefinierbarem Zeugs gesäumt. In der Mitte des Raums lag ein Metallring auf dem Boden. Ich schätzte den Durchmesser des Rings auf etwa 1,5 Meter.

» Bitte stell dich in die Mitte dieses Rings! «, wies mich die Domina an.

Oh Gott, wie sollte ich da nur hinkommen? Dort gab es keine Wand, an der ich mich abstützen konnte. Ich stakste auf den Ring zu, musste aber zwei Schritte später nach links abschwenken, weil ich sonst umgefallen wäre. Wild mit den Armen rudernd konnte ich gerade noch einen Unfall vermeiden. Die Domina seufzte und kam auf mich zu.

» Wann lernt ihr jungen Dinger endlich auf hohen Schuhen zu laufen? «, meinte sie genervt.

Das war wohl eine rhetorische Frage und ich verzichtete deshalb auf eine Antwort. Zudem gingen diese Teile wohl weit über hohe Schuhe hinaus. Wie würde sich wohl die Domina damit beim Laufen anstellen? Aber die Antwort darauf würde ich wohl nie erfahren. Sie nahm mich am Arm und führte mich zu dem Ring. Als ich näher kam, stellte ich fest, dass an der Unterseite des Rings kleine Rollen angebracht waren. Keine Ahnung, wozu das gut sein sollte! In diesem Moment hörte ich einen Plumps. Meine Namensvetterin war gestürzt und lag vor der Eingangstür am Boden. Die Domina drehte sich um und schüttelte nur den Kopf.

» Und dieses Schätzchen ist nicht einmal in der Lage sich an der Wand abzustützen. Mann, Mann, Mann, da habe ich heute aber mal wieder zwei Grazien erwischt. «

So langsam ging mir diese Domina mit ihren abfälligen Bemerkungen auf den Geist. Sollte sie es doch besser machen!

» Geh in die Hocke und stütz dich am Boden ab. Nicht dass du mir auch noch umfällst! «, wies mich die Domina an, als sie mich in der Mitte des Rings abgesetzt hatte.

Sabine hatte sich aufgerappelt und stand wieder auf ihren Beinen. Sie wirkte noch immer extrem unsicher auf den Schuhen, aber sie schien sich beim Sturz nicht verletzt zu haben. Die Domina verließ den Raum und kehrte kurz darauf mit einem Stuhl zurück, auf dem sie Sabine platzierte. Zu ihrer eigenen Sicherheit war das bestimmt besser so. Aber wie sollte Sabine nur einen ganzen Abend in diesem Schuhwerk überstehen? Vielleicht sollte ich mir aber besser Sorgen um mich selbst machen, denn ich war auch nicht gerade eine Spezialistin für das Laufen in solchen Schuhen. Die Domina ging zu dem Regal und schnappte sich einen weiß glänzenden kegelförmigen Gegenstand. Mit dem Kegel in der Hand kam sie zu mir zurück. Was war das für ein Ding? Sie setzte es mir auf den Kopf, woraufhin ein Knistern ertönte und mich wieder ein leichter Schauer durchfuhr. Anscheinend war dieses Ding ein Hut, wenn auch ein eher ungewöhnlicher. Obwohl, in Asien trugen die Bauern bei der Reisernte ganz ähnliche Hüte. Allerdings waren diese nicht schneeweiß und hoch glänzend.

Eine Tür öffnete sich und zwei weitere Dominas betraten den Raum mit einer weißen Röhre. Sie steuerten direkt auf mich zu. Sollte das ein Teil meines Kostüms sein? Die Röhre wurde aufgerichtet, über meinen Kopf gehoben und dann auf dem Metallring abgesetzt. Bedrohlich ragte die Röhre nun über mir auf. Ich berührte die Innenwand mit der Hand und ich vermutete, dass sie aus Latex bestand. Allerdings war mein Tastsinn durch den Electric Suit stark beeinträchtigt. Ein Geräusch drang plötzlich von dem Metallring an mein Ohr. Das klang wie das Surren eines Elektroschraubers. Vermutlich wurde die Röhre gerade mit dem Metallring verbunden. Ich kam mir hier vor, als würde ich mitten in einem Schornstein sitzen. Das hatte etwas Beklemmendes. Dann hörte ich ein Klopfen an der Röhre.


Fortsetzung folgt!
292. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 28.05.19 19:51

... also doch Schachfiguren? Dass Sabine von einer Sabine erzählt, hat mich Anfangs etwas verwirrt. Ich musst erst "zurückblättern" um zu verstehen, dass es sich dabei um eine Namensvetterin handelt...
293. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 29.05.19 00:49

Zitat
Hallo Toree,

du hast also eine Affäre mit einer Dampflok?

Pass bloß auf, dass dich deine Frau nicht dabei erwischt.
Denn dann dürfte dir richtig Feuer unter dem Hintern gemacht werden.

LG
Fist


MIT EINER
Also es gab in Deutschland 99 verschiedene Dampfloks.
International bedeutend mehr. Schlepptenderloks Typ Mellet, oder Garret.

Meine Frau sagt nichts, wenn ich mir mal sie Langgspielplatte 'von 01 bis 99' auflege, wenn mal wieder viel Streß auf Arbeit war und ich mal entspannen muss.
Darauf sind Fahrgeräusche von Dampfloks von der Anfahrt bis zum Streckenbetrieb.
Topp zum entspannen!!!

LG
Toree
294. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 31.05.19 19:17

Hallo FE,

die doppelte Sabine war ein mieser Trick von mir, damit du meine Geschichte auch aufmerksam liest.

Wie formulierte es bereits der alte William:
Schach oder nicht Schach, das ist hier die Frage! (oder so ähnlich)


Hallo Toree,

entschuldige bitte, ich konnte ja nicht wissen, dass du dir einen ganzen Harem hältst.
Deine Geliebten von 1 bis 99 durchzunummerieren finde ich allerdings nicht besonders nett von dir.

Im Bezug auf deinen Musikgeschmack halte ich es wie deine Frau und sage dazu mal nichts.


LG
Fist
295. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 31.05.19 20:40

Zitat

die doppelte Sabine war ein mieser Trick von mir, damit du meine Geschichte auch aufmerksam liest.



... ganz schön hinterhältig...
296. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 01.06.19 23:50

Zitat

Hallo Toree,

entschuldige bitte, ich konnte ja nicht wissen, dass du dir einen ganzen Harem hältst.
Deine Geliebten von 1 bis 99 durchzunummerieren finde ich allerdings nicht besonders nett von dir.

Im Bezug auf deinen Musikgeschmack halte ich es wie deine Frau und sage dazu mal nichts.


LG
Fist


ICH habe keinen Harem.
Aber wie eine Dampflok vom Typ BR 01 (2'C 1'h2) anfährt, hat schon was beruhigendes!!

Für die, die sich damit nich auskennen: 2' bedeutet zwei Laufräder beweglich, C bedeutet drei gekuppelte Antriebsräder, 1' ein Laufrad beweglich, h steht für Heißdampf und die zwei für zwei Dampfzylinder.
297. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 03.06.19 19:11

Hallo FE,

ich und hinterhältig?
Was für ein absurder Gedanke!


Hallo Toree,

wenn ich schreibe, dass du eine Affäre mit einer Lok hast, dann bist du darüber entrüstet.
Und wenn ich schreibe, dass du dir einen ganzen Harem hältst, dann verneinst du auch dieses entschieden.

Ja was denn nun?

Irgendwie gewinne ich den Eindruck, dass deine Frau hier mitliest und dir für deine erste Aussage gehörig Dampf gemacht hat.


LG
Fist
298. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 03.06.19 19:51

Zitat
Zitat
Hallo Toree,

du hast also eine Affäre mit einer Dampflok?

Pass bloß auf, dass dich deine Frau nicht dabei erwischt.
Denn dann dürfte dir richtig Feuer unter dem Hintern gemacht werden.

LG
Fist


MIT EINER
Also es gab in Deutschland 99 verschiedene Dampfloks.
International bedeutend mehr. Schlepptenderloks Typ Mellet, oder Garret.

Meine Frau sagt nichts, wenn ich mir mal sie Langgspielplatte 'von 01 bis 99' auflege, wenn mal wieder viel Streß auf Arbeit war und ich mal entspannen muss.
Darauf sind Fahrgeräusche von Dampfloks von der Anfahrt bis zum Streckenbetrieb.
Topp zum entspannen!!!

LG
Toree

Das erinnert mich an den Film "Une belle fille comme moi" ("Ein schönes Mädchen wie ich") von François Truffaut aus dem Jahr 1972. In dem kam ein Rennfahrer vor, der nur Sex haben konnte, wenn er dazu eine Schallplatte mit dem Geräusch von fahrenden Rennwagen hörte. Die Titelfigur wurde von Bernadette Lafont gespielt.
299. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 04.06.19 00:08

Zitat
Zitat
Zitat
Hallo Toree,

du hast also eine Affäre mit einer Dampflok?

Pass bloß auf, dass dich deine Frau nicht dabei erwischt.
Denn dann dürfte dir richtig Feuer unter dem Hintern gemacht werden.

LG
Fist


MIT EINER
Also es gab in Deutschland 99 verschiedene Dampfloks.
International bedeutend mehr. Schlepptenderloks Typ Mellet, oder Garret.

Meine Frau sagt nichts, wenn ich mir mal sie Langgspielplatte 'von 01 bis 99' auflege, wenn mal wieder viel Streß auf Arbeit war und ich mal entspannen muss.
Darauf sind Fahrgeräusche von Dampfloks von der Anfahrt bis zum Streckenbetrieb.
Topp zum entspannen!!!

LG
Toree

Das erinnert mich an den Film "Une belle fille comme moi" ("Ein schönes Mädchen wie ich") von François Truffaut aus dem Jahr 1972. In dem kam ein Rennfahrer vor, der nur Sex haben konnte, wenn er dazu eine Schallplatte mit dem Geräusch vonm fahrenden Rennwagen hörte. Die Titelfigur wurde von Bernadette Lafont gespielt.


Für Sex brauche ich das nicht! Das geht ganz gut ohne die 'Musik'.
Die Schallplatte lege ich, nach einem streßigen Tag auf um zu entspannen!
Ist für mich beruhigend, wenn die Loks fahren!
300. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 04.06.19 18:47

Hallo BaldJean,

das nennt man dann wohl einen eher ungewöhnlichen Fetisch.
Aber schön, wenns hilft!


Hallo Toree,

vielleicht solltest du es doch einmal ausprobieren, denn so eine Dampflok gibt ja doch einen klaren Rhythmus vor.
Sollte diese "Musik" allerdings auch einen entspannenden Effekt auf deine südlichen Regionen haben, so wäre es jedoch eher kontraproduktiv.


LG
Fist
301. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 04.06.19 19:22

Teil 29


» Du kannst jetzt wieder aufstehen! «, sagte die Stimme der Domina.

Also erhob ich mich langsam. Es bestand nun keine Gefahr mehr umzufallen, denn ich war ja rundherum von Wänden umgeben. Der obere Rand der Röhre hatte rechteckige Zacken und ich konnte gerade so darüber hinweg sehen. Jetzt war ich wohl sowas wie der Rauch im Schornstein. Weißer Rauch! Ob damit wohl ein neuer Papst gewählt war, dachte ich schmunzelnd. Die Domina war schon wieder auf dem Weg zum Regal. Diesmal kehrte sie mit einem langen Schlauch zurück, den sie irgendwo unten an meiner Röhre befestigte.

» Stell dich aufrecht hin und zappel nicht rum! «, lautete ihre Anweisung.

Warum? Im nächsten Moment hörte ich ein Zischen. Was war das? Plötzlich fiel mir auf, dass sich die Innenwände der Röhre langsam aufblähten. Ich drückte mit der Hand dagegen und die Wand gab wie ein Luftballon nach. Kein Zweifel, diese Domina leitete Druckluft in die Röhrenwand. Wenn sich der Ballon weiter ausdehnte, dann würde ich in Kürze in dieser Röhre feststecken. Reflexartig zog ich die Arme nach oben und legte meine Hände auf den Röhrenrand. Das hätte ich besser nicht gemacht!

» Nimm sofort deine Arme runter und steh gefälligst still! Hast du das verstanden? «, wurde ich lautstark angefahren.

Ich zuckte zusammen und nahm sofort meine Arme wieder nach unten. Doch schon im nächsten Moment ärgerte ich mich über meinen Gehorsam. Was fiel dieser Frau eigentlich ein? Ich war schließlich Gast auf diesem Schiff und niemand redete so mit einem Gast. Auch nicht eine Domina.

» Ich habe dich gefragt, ob du verstanden hast! Antworte mir gefälligst! «, brüllte die Domina noch etwas lauter.

» Ja! «, krächzte ich eingeschüchtert.

» Ja Herrin, heißt das! «, dröhnte mir in den Ohren.

» Ja Herrin! «, wiederholte ich kleinlaut.

» Na also, geht doch! «, verkündete die Domina zufrieden mit einem Grinsen.

Diese Frau machte mir Angst, hoffentlich würde ich nie mit ihr allein sein. Der Platz in meiner Röhre nahm immer weiter ab, inzwischen berührten die Seitenwände schon Busen und Po. Bald wäre ich wieder völlig hilflos. Eigentlich eine reizvolle Vorstellung, nur leider nicht in Anwesenheit dieser Domina. Mehrere Minuten später war es dann soweit, ich war beinahe komplett von Latex umgeben. Nur Kopf und Füße ragten aus dem Ballon Gefängnis heraus. Noch konnte ich meinen Körper ein kleines bisschen bewegen, aber der Druck nahm immer weiter zu. Etwas später entfernte die Domina dann den Schlauch von meiner Röhre. Der Ballon war jetzt so prall aufgeblasen, dass ich mich absolut nicht mehr rühren konnte. Ich kam mir vor wie die sprichwörtliche Salzsäule.

» So, jetzt lauf mal ein paar Schritte! «, wurde ich von der Domina aufgefordert.

Zuerst war ich mal froh, dass die Domina wieder einen normalen Ton angeschlagen hatte. Aber dann fragte ich mich, wie ich so denn bitte laufen sollte. Ich versuchte meinen rechten Fuß nach vorne zu schieben und war überrascht, dass mir das tatsächlich gelang. Zwar nicht allzu weit, aber immerhin. Ich machte einen Minischritt und meine Röhre rollte ein kleines Stück nach vorn. Es war erstaunlich, obwohl mein Körper völlig steif war, konnte ich mich trotzdem fortbewegen. Und es gab sogar noch eine positive Überraschung. Die Röhre trug nun einen Teil meines Körpergewichts, was den schmerzhaften Druck auf meine Zehen verringerte. Es war sogar möglich meine Füße fast komplett zu entlasten, indem ich mich einfach hängen ließ. Diese Feststellung ließ mich hoffen, dass ich den Abend doch noch genießen konnte.

» Sehr schön, jetzt bist du bereit für deine Rolle! «, verkündete die Domina stolz.

Urplötzlich ruckte meine Röhre und hob sich ein paar Zentimeter nach oben. Ich verlor den Boden unter den Füßen und hing nun wahrhaft in der Luft. Die Domina drehte meine Röhre und schob mich dann direkt auf eine Tür zu. Es gab absolut nichts, was ich dagegen hätte tun können. Allerdings hatte ich auch gar nicht diese Absicht, denn inzwischen regierte bei mir die Vorfreude auf den kommenden Abend.

Die Tür öffnete sich und ich bekam einen ersten Eindruck vom Ort des heutigen Geschehens. Der Wettkampf schien öffentlich ausgetragen zu werden, denn auf einer Seite des Raumes gab es eine Tribüne, auf der sich etwa 50 Leute versammelt hatten. Direkt davor waren auf dem Boden große schwarz-weiße Felder aufgemalt worden. Das erinnerte mich irgendwie an ein Schachbrett. War das vielleicht das Spielfeld? Ich hatte mich schon die ganze Zeit gefragt, was meine Röhre wohl darstellen sollte. Jetzt fiel bei mir endlich der Groschen. Die Zacken am oberen Rand der Röhre waren Zinnen und mein neuer Hut war das Dach. Mit anderen Worten, ich war ein weißer Turm in einem Schachspiel mit menschlichen Figuren. Nun begriff ich auch warum es ausgerechnet 16 Frauen pro Team sein mussten. Wir alle würden heute die Schachfiguren spielen. Und vermutlich bekam jede der Frauen dafür 5000 Euro. Man musste schon ziemlich schräg drauf sein, um für eine Partie Schach 80.000 Euro auszugeben. Oder eben ziemlich reich. Vermutlich war das für Ferdinand eine Summe, die er aus der Portokasse bezahlte. Für mich war das eine ziemliche Geldverschwendung, aber warum sollte ich mich darüber beschweren, wo ich doch selbst davon profitierte. Und zwar nicht nur in finanzieller Weise, denn ich spürte im Schritt sehr deutlich, dass mich der Gedanke an das bevorstehende Spiel anturnte.

Mein Turm wurde gedreht und in Richtung Ferdinand geschoben. Neben den üblichen zwei Bodyguards waren in seiner Nähe auch schon andere Schachfiguren versammelt, bei deren Anblick mir fast die Augen übergingen. Genau wie ich steckten sie alle in einem weißen Electric Suit, aber die Ausstattung der verschiedenen Figuren war sehr unterschiedlich. Am wichtigsten war beim Schach natürlich der König, denn sobald dieser fiel, war das Spiel verloren. Man hatte den König, der eigentlich eine Königin war, in ein enges Korsett gezwängt. Seitlich an dem Korsett waren zwei Metallschellen befestigt, welche die Unterarme umschlungen. In den so auf Bauchhöhe fixierten Händen trug der König seine Insignien. Den Reichsapfel in der linken Hand und das Zepter in der rechten. Ich rätselte, wie er das Zepter halten konnte, wo doch ein Greifen in diesem Electric Suit unmöglich war. Vermutlich waren die Insignien irgendwie an dem Anzug befestigt worden, schließlich sollten sie ja später nicht über das Spielfeld kullern. Auch um den Hals hatte man dem König ein Korsett gelegt. Gezwungenermaßen reckte er dadurch den Kopf nach oben, was ihm eine majestätische Haltung verlieh. Gleichzeitig wirkte die Krone auf dem gesichtslosen weißen Kopf aber etwas verloren. Warum konnte ich eigentlich das Gesicht des Königs nicht sehen? Das war bei Sabine doch noch ganz anders gewesen, oder? Ich erinnerte mich deutlich an ihr Schweinenäschen. Doch dann hatte ihr Anzug mit dem Knistern einen seidigen Glanz angenommen und die wirkliche Show hatte begonnen. Vermutlich war mir dabei das fehlende Gesicht von Sabine gar nicht aufgefallen. Die Beine des Königs steckten in langen weißen Stiefeln, welche bis zum Oberschenkel hinauf reichten. Diese hatten zwar nicht ganz so hohe Absätze, wie die Schuhe von mir, dafür schienen aber die Schäfte ziemlich steif zu sein. Denn die Figur stakste umher, als ob ihre Beine eingegipst worden wären. Sicherlich war das nicht gerade das bequemste Kostüm, zumal sie als König bis zum Ende des Spiels auf dem Brett bleiben musste. Auf einmal stellte ich mir die Frage, was wohl mit geschlagenen Figuren passieren würde. Ob man diese wohl vorzeitig befreite? Irgendwie bezweifelte ich das. Schließlich bezahlten die beiden Spieler ja viel Geld dafür, uns in diesen Kostümen zu sehen.

Mein Blick schweifte zur nächsten Schachfigur. Diese Frau steckte in einer weißen Ritterrüstung. Allerdings diente ihre Rüstung wohl weniger dem Schutz, denn einige Körperstellen waren komplett unbedeckt. Sowohl Brüste als auch Schritt boten eine großzügige Angriffsfläche. Ob sich so ein Electric Suit wohl gut mit einer Metallrüstung vertrug? Obwohl, bei Bewegung klang das Klappern der Rüstung weniger nach Metall, als vielmehr nach einem Kunststoff. Vermutlich hatte man das Metall durch ein leichteres Material ersetzt. Und es gab noch einen Punkt, der nicht wirklich zu einer historischen Rüstung passte. Denn diese besaß Absätze, wirklich hohe Absätze. Vielleicht wäre dieses Gimmick auch bei den kleineren Menschen im Mittelalter sinnvoll gewesen, dachte ich schmunzelnd. Allerdings wäre es in einer Schlacht wohl eher hinderlich. Aber das galt für Rüstungen wohl ganz allgemein. Diese Dinger waren so schwer, dass man sich darin nur schlecht bewegen konnte. Und einmal am Boden, konnte man ohne Hilfe kaum wieder aufstehen. Ich fragte mich welche Schachfigur sie wohl darstellen sollte. Die Form des Helms ließ mich vermuten, dass sie ein Läufer sein sollte. Allerdings bezweifelte ich, dass sie mit diesen Absätzen besonders schnell laufen konnte. Zudem war auch ihre Sicht stark eingeschränkt, denn das Visier im Helm war geschlossen, weshalb sie durch einen schmalen Schlitz schauen musste. Ebenso wie der König trug auch sie die Symbole ihres Standes. In der linken Hand hielt sie einen großen Schild und in der rechten ein langes Schwert. Ihre Waffe war senkrecht nach oben gerichtet, so als ob sie Ferdinand damit erschlagen wollte. Warum setzte sie das Ding nicht einfach auf dem Boden ab? Das strengte nicht so sehr an. Wie aufs Stichwort erhielt ich eine Vorführung, die meine Frage beantwortete. Eine der Dominas erläuterte Ferdinand was passierte, wenn das Schwert irgendeinen Gegenstand berührte. Zur Demonstration drückte sie den Schwertarm des Läufers ein Stück nach hinten, bis die Klinge gegen den Helm stieß. Sofort hüpfte der Läufer herum, wobei die Klinge erneut den Helm berührte. Und wieder zuckte der Läufer zusammen und machte dann einen Satz nach vorne.

» Es geht doch nichts über ein paar Elektroschocks. Das bringt den Kreislauf in Schwung! «, lachte die Domina.

Ferdinand stimmte in ihr Lachen mit ein. Mir tat diese Frau hingegen leid. Sie würde den ganzen Abend dieses Schwert in die Luft halten müssen, nur um keine Stromschläge verpasst zu bekommen. Ich hoffte für sie, dass dieses Ding nicht allzu schwer war. Und für alle anderen Schachfiguren hoffte ich, dass ihre Waffe stumpf war.

Bei der nächsten Frau bestand überhaupt kein Zweifel, welche Figur sie darstellen sollte. Sie war eindeutig ein Springer und ihr Kostüm hatte Ähnlichkeit mit den Pferdchen, die ich schon im Umfeld von Ferdinand gesehen hatte. Die langen Hufstiefel reichten weit bis zum Oberschenkel hinauf, ein Riemengeflecht umspannte eng den Oberkörper und die Arme waren hinter dem Rücken in einem Ledersack verschnürt worden. Neu war hingegen, dass man dieser Frau eine Latex Maske mit einem Pferdekopf übergestülpt hatte. Und sie war auch nicht so farbenfroh wie die Pferdchen, die ich bereits kannte. Diese Frau war ein Schimmel von Kopf bis Fuß und angesichts ihrer üppigen Oberweite ein ziemlich rassiger.

Weiter zu den nächsten Schachfiguren. Insgesamt 5 Frauen trugen haargenau das gleiche Kostüm, sofern man das überhaupt so nennen konnte. Sie knieten auf einem kleinen Wagen, aus dem eine Mistgabel senkrecht herausragte. Mit Lederriemen waren die Frauen mit dem Rücken an den Stielen festgezurrt worden, wodurch sie in eine aufrechte Position gezwungen wurden. Gleichzeitig waren die Hände der Frauen mit Handschellen an dem Stab fixiert worden. Von vorne sah das amüsant aus, denn die Zinken der Mistforken wirkten irgendwie wie Geweihe. Diese Frauen waren ganz offensichtlich die Bauern in dem bevorstehenden Schachspiel. Allerdings Bauern mit ziemlich unpassendem Schuhwerk für einen Acker. Genau wie bei mir, bestand die Lauffläche dieser Teile nur aus der Schuhspitze. Da diese Frauen in ihrer knienden Position aber ohnehin nicht laufen konnten, trugen sie die Folterwerkzeuge wohl nur aus optischen Gründen. Zur Abrundung des allgemeinen Bondage Looks waren schließlich auch noch die Beine mit Fußschellen versehen worden. Im Mittelalter wurden die Bauern ja häufig als Leibeigene bezeichnet und genau so sahen diese Frauen auch aus. Ohne die Erlaubnis des Herrn konnten sie ihre Scholle nicht mehr verlassen. Aber wie sollten sich diese Bauern eigentlich im Spiel bewegen? Die Lösung war recht simpel. Mit Hilfe von Elektromotoren, die in den kleinen Wagen verbaut waren. Vermutlich wurden diese Wagen von den beiden Spielern ferngesteuert.

Bis auf die Dame hatte ich jetzt alle Schachfiguren gesehen. Da aber erst 9 Frauen des weißen Teams versammelt waren, würde die fehlende Figur sicher noch kommen. Ob Heike bereits anwesend war? Ich schaute mir alle Figuren noch einmal genauer an und versuchte meine Freundin darin zu erkennen. Vergeblich, denn ohne die Gesichter erkennen zu können, war das völlig unmöglich. Welches war wohl das Beste und welches das schlechteste Kostüm? Das war schwer zu sagen, aber ich hatte den Eindruck, dass ich es als Turm gar nicht so schlecht getroffen hatte.

Es trudelten erst 2 weitere Bauern ein und danach wurde Sabine als zweiter weißer Turm herein geschoben. Zumindest vermutete ich, dass es sich dabei um Sabine handelte. Und dann hatte schließlich die weiße Dame ihren großen Auftritt. Majestätisch näherte sie sich unser Gruppe. Ihre Taille war auf bizarre Weise verjüngt worden, vermutlich durch ein enges Korsett. Aber vielleicht wirkte es auch nur deshalb so extrem, weil sich darunter ein voluminöser Reifrock in alle Richtungen ausbreitete. Das Kleid raschelte und glänzte stark. Weshalb ich vermutete, dass es aus Latex gefertigt war. Der Ausdruck „dress to impress“ war für diesen Entwurf wohl das Motto gewesen. Und ich musste zugeben, dass ich tatsächlich beeindruckt war. Ich war fast ein wenig neidisch auf diese Frau, weil sie mir in dem Kleid wie eine kleine Prinzessin vorkam. Allerdings war diese Dame alles andere als klein. Sie überragte die begleitende Domina fast um einen ganzen Kopf, weshalb ich vermutete, dass sie ziemlich hohe Schuhe trug. Zu erkennen war das unter dem ausladenden Rock allerdings nicht. Wie auch immer, an die riesenhafte Domina Anführerin kam sie aber trotzdem nicht heran. Natürlich durfte auch bei dieser Schachfigur das Bondage nicht fehlen. Deshalb gab es zu ihrem Kostüm noch ein besonderes Accessoire. Um den Hals trug die Dame eine Metallschelle, aus der auf beiden Seiten eine Stange herausragte. An deren Enden gab es weitere Schellen, in denen die behandschuhten Hände der Frau steckten. In dieser Pose erinnerte sie mich irgendwie an die indische Gottheit Shiva. Ja, sie hatte trotz der Fesselung tatsächlich etwas Göttliches an sich.


Fortsetzung folgt!
302. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 04.06.19 23:42

Zitat
Hallo BaldJean,

das nennt man dann wohl einen eher ungewöhnlichen Fetisch.
Aber schön, wenns hilft!


Hallo Toree,

vielleicht solltest du es doch einmal ausprobieren, denn so eine Dampflok gibt ja doch einen klaren Rhythmus vor.
Sollte diese \"Musik\" allerdings auch einen entspannenden Effekt auf deine südlichen Regionen haben, so wäre es jedoch eher kontraproduktiv.


LG
Fist

Nee, eher ist das keine gute Musik für sowas. Vorallem, wenn die Dampflock anfährt und sich die Tiebräder druchdrehen.
Am schlimmsten ist es dann bei der BR 02 mit vier Zylindern.
Da kommst seibst eine Kaninchen nicht hiterher!!!
303. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 05.06.19 00:44

Zitat
Zitat
Hallo BaldJean,

das nennt man dann wohl einen eher ungewöhnlichen Fetisch.
Aber schön, wenns hilft!


Hallo Toree,

vielleicht solltest du es doch einmal ausprobieren, denn so eine Dampflok gibt ja doch einen klaren Rhythmus vor.
Sollte diese \"Musik\" allerdings auch einen entspannenden Effekt auf deine südlichen Regionen haben, so wäre es jedoch eher kontraproduktiv.


LG
Fist

Nee, eher ist das keine gute Musik für sowas. Vorallem, wenn die Dampflock anfährt und sich die Tiebräder druchdrehen.
Am schlimmsten ist es dann bei der BR 02 mit vier Zylindern.
Da kommst seibst eine Kaninchen nicht hiterher!!!


Vieleicht wäre ja "Pacific 231" von Arthur Honegger gute Musik für dich. Die Musik beschreibt die Fahrt einer Pacific 231 Dampflok.

https://www.youtube.com/?watch?v=ENodAiqSkeU
304. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 05.06.19 07:56

Danke IronFist,

tz, ist also doch nur Schach, wobei nur nicht ganz ernst gemeint ist!
Dann möchte ich bald lesen, wie sich die Figuren schlagen, ich meine geschlagen werden - oder so.
Ich stelle mir gerade das Spielfeld vor, gigantisch für so ein Schiff.

Und für Toree spielt irgendwo im Hintergrund eine echte Big Band "Chattanooga Choo Choo" - nur zur Entspannung...
... während der Dampfzug die geschlagenen Figuren abholt. (entschuldige bitte, Toree hat gerade so gepasst)

Liebe Grüße und noch mal Danke
Ihr_joe
305. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 05.06.19 18:30

Na da hoffe ich doch, dass es eine Runde battle chess gibt, wenn schon Stromschläge verteilt werden können.

Mal wieder eine brilliante Beschreibung der Einzelheiten - super

jonnyf
306. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 05.06.19 18:32


Hallo Iron Fist,

inhaltlich ist das wieder ein sehr schöner Teil.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich trotzdem (und der ist auch der Grund warum ich zuletzt nichts mehr geschireben habe):
Auch wenn mir die letzten Teile inhaltlich sehr gut gefallen haben, finde ich, dass in ihnen zwar viel und gut beschrieben wird, es aber weing Handlungsfortschritt gibt, bzw. nicht so viel Spannendes passiert wie in anderen Teilen.

Das ist kein Problem der Geschichte an sich, sondern eher eines der Form der Veröffentlichung. Würde man alle Teile hintereinander lesen, würde mich dies sicher nicht stören, da ich mich grundsätzlich über viel "Tiefe" freue. So freut man sich aber schon Dienstag Abend nach dem Lesen des aktuellen Teils auf die nächste Woche. Und diese spannungsvolle Erwartung wird bei mir in Bezug auf die letzten Teile einfach nicht so schön erfüllt, wie bei deinen anderen Geschichten.
307. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von andreas am 05.06.19 18:50

Super Fortsetzung, ich bin schon gespannt, wie das Spiel ausgeht... Bitte schreib bald weit.

Schönen Abend
Andreas
308. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 05.06.19 20:58

Klasse - bin gespannt wie es weiter geht.
309. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 05.06.19 23:13

Zitat
Zitat
Zitat
Hallo BaldJean,

das nennt man dann wohl einen eher ungewöhnlichen Fetisch.
Aber schön, wenns hilft!


Hallo Toree,

vielleicht solltest du es doch einmal ausprobieren, denn so eine Dampflok gibt ja doch einen klaren Rhythmus vor.
Sollte diese \"Musik\" allerdings auch einen entspannenden Effekt auf deine südlichen Regionen haben, so wäre es jedoch eher kontraproduktiv.


LG
Fist

Nee, eher ist das keine gute Musik für sowas. Vorallem, wenn die Dampflock anfährt und sich die Tiebräder druchdrehen.
Am schlimmsten ist es dann bei der BR 02 mit vier Zylindern.
Da kommst seibst eine Kaninchen nicht hiterher!!!


Vieleicht wäre ja "Pacific 231" von Arthur Honegger gute Musik für dich. Die Musik beschreibt die Fahrt einer Pacific 231 Dampflok.

https://www.youtube.com/?watch?v=ENodAiqSkeU


Leider wurden mir nur die Musik angezeigt, die ich schon kenne Der vor dir genannte Titel war nicht dabei.
OK, OMD Maid of Orleans könnte mann schon nutzen, wegen dem 3/4 Takt
310. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 06.06.19 02:46

Dann versuche ich es nochmal:

https://www.youtube.com/?watch?v=xp80cHYVh2Q
311. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SmartMan am 06.06.19 07:01

@ BaldJean

>Die Standard-Antwort zu YouTube-Links und ähnlichen<
312. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 06.06.19 17:24

Das ist meines Erachtens ein wenig übervorsichtig, aber Übervorsichtigkeit scheint ja generell das Tenet dieser Seite zu sein.
313. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 06.06.19 23:31

Zitat
Dann versuche ich es nochmal:

https://www.youtube.com/?watch?v=xp80cHYVh2Q


Über Umwegen bin ich dann doch noch zum Video gekommen.
Musste in der Suche "Pacific 231" eingeben.
Fazit von mir: Die Partitur ist schwer zu lesen. Die Musik dazu seeehr Gewöhnungsbedürftig.
Da lieber der Sount, den die Loks live machen!
Irgendwie spinnt heute meine Sprachsteuerung!
314. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 08.06.19 19:52

Hallo Toree,

du wirst doch wohl noch mit einem Kaninchen mithalten können, oder?
Etwas Sport zu treiben soll ja gesund sein!


Hallo BaldJean,

"Pacific 231" scheint mir für einen roamtischen Abend zu zweit nicht so gut geeignet zu sein.
Für mich klingt das eher wie die Hintergrundmusik bei einem Thriller.

Aber hey was weiß ich schon, welche Rollenspiele Toree bevorzugt.


Hallo Ihr_joe,

warst du schon mal auf einem Kreuzfahrtschiff?
Mit gigantisch lässt sich deren Größe durchaus gut beschreiben.

Normales Tischschach kann ja jeder spielen.
Aber Ferdinand scheint nicht so ganz in die Rolle des Jedermanns zu passen.

Deshalb also alles eine Nummer größer und mit lebenden Figuren.
Und vielleicht auch einer Überraschung?


Hallo jonnyf,

freut mich, dass es dir gefallen hat.

Aber Battle Chess? Wir sind doch nicht im Krieg!
Dies ist doch immer noch eine Urlaubsreise, die in erster Linie Spaß machen soll.


Hallo Dark Fangtasia,

ich kann deine Kritik durchaus nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht auf die letzten Teile beschränken würde. In dieser Geschichte schreitet die Handlung generell langsamer voran, als in meinen vorhergehenden. Das hat zur Folge, dass es auch immer wieder Teile mit weniger Action gibt. Mir ist allerdings die Qualität der gesamten Geschichte wesentlich wichtiger, als die von einzelnen Folgen. Natürlich könnte ich den langsameren Fortschritt durch längere Folgen kompensieren. Und vermutlich würde sich auch kaum ein Leser darüber beschweren. Aber meiner Meinung nach hat sich die wöchentliche Veröffentlichung von ca. 4 DIN A4 Seiten durchaus bewährt. Weshalb ich hieran auch nichts verändern möchte.

Es tut mir leid, dass die letzten Folgen für dich eher unbefriedigend waren. Und leider habe ich auch keine richtige Lösung für dich. Vielleicht wartest du zukünftig mit dem Lesen 2 bis 3 Wochen ab. Dann kannst du mehrere Teile am Stück lesen, was dein Problem etwas mildern sollte. Sofern du die Geduld dafür aufbringen kannst.


Hallo andreas,

schön das es dir gefallen hat.

So ein Schachspiel kann ja durchaus ein wenig dauern.
Ob da am nächsten Dienstag bereits der Ausgang feststeht?


Hallo marpsp,

ich hasse ja Spoiler. Aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme.
Es geht mit einem Schachspiel weiter!


Hallo SmartMan,

bei einem Video verändert sich der Inhalt ja nur sehr selten.
Aber natürlich kann so ein Video auch schon von vornherein problematisch sein. Deshalb kann ich die Vorsicht durchaus verstehen.

Macht es für das Forum eigentlich rechtlich einen Unterschied, ob ein Video verlinkt ist oder ob der komplette Titel gepostet wird, mit dem man dann das Video bei YouTube suchen kann?


LG
Fist
315. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SmartMan am 08.06.19 20:28

Hallo IronFist
Zitat
Macht es für das Forum eigentlich rechtlich einen Unterschied, ob ein Video verlinkt ist oder ob der komplette Titel gepostet wird, mit dem man dann das Video bei YouTube suchen kann?
Die Frage kann ich Dir nicht verlässlich beantworten. Ich werde im Team mal darauf hinweisen, in der Hoffnung, daß Dir jemand Deine Frage konkret beantworten kann.
Zitat
bei einem Video verändert sich der Inhalt ja nur sehr selten.
Einige Anbieter drapieren um das eigentliche Video herum weitere Grafiken, wie Werbung und sonstiges. Diese Darstellungen werden relativ häufig aktualisiert; teilweise bei jedem erneuten Anklicken. Das ist etwas, was der Moderator nicht langfristig und verlässlich im Auge behalten kann, jedoch das Forum ebenso in Schwierigkeiten bringen kann, weshalb diese generelle Lösung mit der Forensoftware auf jeden Fall einen Sinn macht und auf Erfahrenswerten basiert.

LG

SmartMan
316. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 09.06.19 00:00

Zitat
Hallo Toree,

du wirst doch wohl noch mit einem Kaninchen mithalten können, oder?
Etwas Sport zu treiben soll ja gesund sein!


... Aber hey was weiß ich schon, welche Rollenspiele Toree bevorzugt.


Hallo IronFist,

ehm, eigentlich bin ich mittlerweile in dem Alter, wo ich den blinden Sänger höre!

Thriller habe ich mir noch nie gern angesehen.
Ich bevorzuge Komödigen, ich will auch mal was zulachen haben.
Wenigstens im Kino!
Daheim habe ich ja nichts zulachen, das Bildchen ist real! Auf Grund einer einflussreichen Dame, sprich meine Eheherrin.
317. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 09.06.19 09:36

@ IronFist
Ja, ich bin schon mal zu Kreuze gekrochen, äh ne hab ne Kreuzfahrt gemacht.

Betrifft Deine Frage zu Verlinkungen auf Medienseiten,

Zwischen Erwähnung und Verlinkungen ist ein gewaltiger Unterschied, ich sagen wir als Moderator müßte mir den Film ansehen, überprüfen ob das Urheberrecht verletzt wurde, im Fall von Musik... ob irgendwo jugendgefährdendes auf der gesamten Seite sein könnte. Ähnlich ist es mit Bildern.
Es gibt Seiten, deren Inhalte meist gegen europäisches Recht verstoßen, dafür gibt es sogar eine Indizierung.

Mit einem Link, zeige ich, dass ich als Seitenbetreiber oder Moderator mit dessen Inhalt konform gehe und ihn für unbedenklich halte. So etwas lässt sich auch nicht ausschließen, durch irgendwelche Disclaimer.

Bei der Erwähnung eines Titels ist der Weg ihn zu finden in den Händen der User, andersherum muss ich annehmen dass öffentlich-rechtliche Seiten so einer Überprüfung nicht bedürfen.

Dazu kommt das sich ständig in VERÄNDERUNG befindend Urheberrecht... z. B.
Hier

Danach müssten eventuell auch ehemals rechtlich unbedenkliche Links geändert werden, so einfach ist es also nicht.
Bei einer Erwähnung habe ich damit keine Probleme, es sei denn ich bin grundsätzlich mit dem erwähnten nicht einverstanden, weil schon daraus hervorgeht, dass auf etwas verwiesen wird, was ich nicht dulden kann oder will.

Nun gut ich bin kein Jurist, der könnte sicher mit mehr Fakten aufwarten.

Ihr_joe
318. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 09.06.19 12:44

Hallo IronFist,

von Krieg habe ich doch nichts erwähnt
Battle lässt sich als Schlacht, Kampf, Gefecht, Streit übersetzen.

Schach ist ein Spiel mit dem Hintergrund den Gegner durch vorausschauend schlaue Züge zu "schlagen".
Somit sind wieder beim Kampf - um den Sieg.

Die Urlaubsreise macht ja Spaß indem die beiden sich, nicht nur, als Schachfiguren "missbrauchen" lassen.

jonnyf
319. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 09.06.19 17:48

Dazu fällt mir das berühmte "Battle Chess" ein. Eine Computerspielvariante des Schachs mit interessanten Animationen, besonders wenn eine Figur geschlagen wurde. Auch der König wurde geschlagen, wenn er mattgesetzt wurde. Die Animationen waren noch sehr pixelig, aber auch sehr amüsant. Die Animationen kann man auf Youtube finden; einfach nach "Battle Chess" suchen.
320. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 09.06.19 18:08

Lang ist es her... Zum Glück waren die Rechner damals noch recht schwach und selbst als Nicht-Schach-Experte konnte man bei normaler Schwierigkeit gewinnen - alles nur um die Animationen zu sehen...

Allerdings war glaube ich Star Wars zuerst da mit dieser Idee - soweit ich mich erinnere gab es das schon in der originalen Fassung des ersten Star Wars Films (i.e. NICHT erst in der Remastered-Version)...

Zitat
Dazu fällt mir das berühmte \"Battle Chess\" ein. Eine Computerspielvariante des Schachs mit interessanten Animationen, besonders wenn eine Figur geschlagen wurde. Auch der König wurde geschlagen, wenn er mattgesetzt wurde. Die Animationen waren noch sehr pixelig, aber auch sehr amüsant. Die Animationen kann man auf Youtube finden; einfach nach \"Battle Chess\" suchen.
321. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 10.06.19 19:46

Hallo SmartMan,

bei problematischer Werbung haben die Anbieter dann aber das gleiche rechtliche Problem.
Sofern sie natürlich nicht im Ausland sitzen und deshalb für die deutsche Justiz nicht greifbar sind.
YouTube dürfte aber sicher auch in Deutschland eine Niederlassung haben.


Hallo Toree,

wenn du Daheim nichts zu lachen hast, dann passt Pacific 231 doch eigentlich ganz gut.
Und in deinem Alter ist der Sport doch umso wichtiger.


Hallo Ihr_joe,

und wohin ging die Reise?
Vermutlich ins heilige Land, dort wo alle Kreuzfahrer hinfahren.

Ich dachte mir schon, dass die Verlinkung rechtlich einen Unterschied macht.
Und ich kann auch die Idee dahinter verstehen, nämlich dass sich niemand rausreden soll, dass er für den Inhalt nicht verantwortlich sei.
Allerdings dürfte die Wirkung bei einem globalen Internet und lokaler Gesetzgebung eher beschränkt sein.
Denn wer problematische Inhalte veröffentlichen will, der sucht sich einen Server in einem Land, in dem er keine Strafverfolgung fürchten muss.


Hallo jonnyf,

in diesem Zusammenhang wäre dann Schlacht wohl die passende Übersetzung.
Und genau das ist es doch eigentlich auch, was Schach im Grunde ist. Eine stilisierte Schlacht, die verloren geht, sobald der König fällt.

Mit anderen Worten ein Vorläufer aller modernen Kriegsspiele.
Da ich aber ein friedliebender Mensch bin, verdränge ich die Herkunft ganz gerne.


Hallo BaldJean,

ich vermute mal, dass jonnyf genau dieses Spiel im Sinn hatte.
Daran kann ich mich auch noch erinnern, muss irgendwann Anfang der 90-er gewesen sein.


Hallo marpsp,

die Stärke der KI lag wohl weniger an der Leistung der Computer.

Auch heutzutage fällt die KI bei vielen Computerspielen noch regelmäßig mit dummen Zügen auf.
Die zugehörigen Algorithmen sind mittlerweile sicherlich komplexer geworden, aber das gleiche gilt eben auch für die Spiele selbst.


LG
Fist
322. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von private_lock am 10.06.19 20:00

Noch mal wegen der Video-Links:

Sicherlich wären schon einige Links möglich. So wie man im Straßenverkehr auch noch mit einem Bierchen fahren kann. Allerdings muss man irgendwo eine Grenze ziehen. Die am einfachsten zu kontrollierende Grenze ist 0 Promille bzw. gar keine Video-Links. Man mag das für Faulheit oder auch für Feigheit halten, aber so lautet nunmal die Regel hier im Forum.

Andersherum muss man sich die Frage stellen, was es mit dem Forum macht, wenn keine Texte mehr bei uns eingestellt werden, sondern nur noch einzeilige Beiträge mit nichtssagenden URLs, die vielleicht ab und an noch mit einem "Boah geil!" kommentiert werden. Wollen wir wirklich so ein Forum sein? Porno-Link-Station? Wie würde sich das auf den eh schon minimalen Frauenanteil auswirken?

Schließlich noch ein letzter Blickwinkel: Wie häufig drehen die Leute hier im Forum selbst Videos verglichen mit, selbst einen Beitrag zu schreiben? Es hat glaube ich einen Grund, dass sich hier in einem textlastigen Medium eben solche Menschen gefunden haben, die sich ebenso textlastig ausdrücken. Wer einen Vlog führen möchte, wird dafür von vorn herein eine andere Plattform und ein anderes Publikum wählen.

LG
private_lock
323. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 10.06.19 22:53

Hallo IronFist
Zitat

Denn wer problematische Inhalte veröffentlichen will, der sucht sich einen Server in einem Land, in dem er keine Strafverfolgung fürchten muss.


Ausschlaggebend ist die Staatsbürgerschaft, wenn ein Deutscher das in wo auch immer veröffentlichen würde, ist dennoch deutsches Recht ausschlaggebend.

So nun aber Kreuzfahrten, deren sogar zwei, nicht ins Land der Kreuzzüge, ins Land von Nike und Nikolaus, der Medusa und aber auch der Pharaonen und Götter und deren Tempel. Das eine Schiff, war ein richtiges Kreuzfahrtschiff... Das andere Boot auch, es war viel kleiner und dennoch eine Kreuzfahrt auf dem Nil.

Ihr_joe
324. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 10.06.19 23:58

Zitat

...Hallo Toree,

wenn du Daheim nichts zu lachen hast, dann passt Pacific 231 doch eigentlich ganz gut.
Und in deinem Alter ist der Sport doch umso wichtiger.


LG
Fist


Hallo Eisen Faust,

Wie sagt schon ein altes Sprichwort: Sport ist Mord!
Außerdem bin ich im 'knackien' Alter. Hier kankt es, da knakt es, dort knakt es.
OKay, bald knakt es etwas weniger, bereite mich auf eine Knie OP vor. Es gibt ein künstliches.

LG
Toree
325. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 11.06.19 18:54

Hallo private_lock,

ich habe ja bereits geschrieben, dass ich durchaus Verständnis für die vorsichtige Regelung habe.

Das von dir beschriebene Szenario mit den Einzeilern und beigefügten Links ist allerdings extrem unwahrscheinlich. Vereinzelt mag es sowas geben, aber sicher nicht im großen Stil.
Denn wie du auch selbst schreibst, sind die Leute in erster Linie hier um Texte zu lesen und zu posten.


Hallo Ihr_joe,

der Urheber problematischer Inhalte muss aber erst einmal einem deutschen Staatsbürger zugeordnet werden können.
Eine schwierige Sache, wenn dies mit einem ausländischen Strohmann verschleiert wird.

Die Schiffe bei Flusskreuzfahrten sind ganz naturgemäß etliche Nummern kleiner, da hast du natürlich Recht.
Eine Fahrt auf dem Nil hatte ich auch schon mal gebucht, musste sie aber wegen eines Bänderriss absagen. Irgendwann hole ich das aber nach.

Soso im Land der Nike warst du also.
Ist Schleichwerbung hier überhaupt erlaubt?


Hallo Toree,

hoffentlich war es nicht der Sport, der zu dieser OP geführt hat.
Ich wünsche dir dafür jedenfalls einen guten Verlauf.

Auf das es danach nicht mehr knacke!


LG
Fist
326. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 11.06.19 19:20

Teil 30


5 Minuten später war das weiße Team schließlich komplett. Ferdinand hielt eine kurze Ansprache und dankte allen Anwesenden für die Mitwirkung. Danach sollten wir uns auf dem Spielbrett aufstellen. Einige der Frauen wussten nicht wohin und wurden deshalb von den Dominas zu ihren Positionen geleitet. Na ja, wenn man kein Schach spielte, dann konnte man natürlich auch nicht wissen, wie die Grundstellung aussah. Und sie wussten somit auch nicht, wie sich ihre Spielfigur bewegen durfte. Das könnte während des Spiels eventuell zum Problem werden. Ich selbst war zwar keine besonders gute Schachspielerin, aber ich kannte zumindest die Regeln. Da ich in meinem Turm aber noch immer in der Luft hing, war ich ohnehin nicht in der Lage, selbständig meinen Platz einzunehmen. Irgendwann schob mich eine der Dominas auf das rechte Eckfeld. Bevor sie mich verließ, senkte sie meinen Turm ab, so dass ich nun wieder Boden unter den Füssen spürte. Ich hatte schon Überlegungen angestellt, warum mein Turm wohl leicht angehoben worden war. Eigentlich war die Erklärung dafür nicht sonderlich kompliziert. Aus eigener Kraft war ich extrem langsam und vermutlich wollte man den Transport ein wenig beschleunigen. Und wenn man mich einfach geschoben hätte, dann wären meine Absätze über den Boden geschleift. Das hätte sicher hässliche Kratzspuren auf dem Fussboden hinterlassen.

Auf der gegenüber liegenden Seite des Schachbretts wurden auch die schwarzen Figuren aufgestellt. Deren Kostüme schienen identisch mit den unseren zu sein. Nur eben in Schwarz. Meine Sicht war durch den Electric Suit etwas eingeschränkt. Ob das bei einem schwarzen Anzug vielleicht noch schlimmer war? Falls das so war, dann konnte es nur zu unserem Vorteil sein. Jedenfalls erinnerten mich diese schwarzen Schachfiguren ganz stark an die Statuen von Senor Varga. Eine gewisse sexuelle Erregung und auch Vorfreude auf das Spiel konnte ich nicht verhehlen. Neben dem Spielbrett stand dort drüben ein rundlicher Mann mit dem Ansatz einer Glatze. Er trug einen teuer aussehenden Anzug und er gab Anweisungen welche Figur wo hin sollte. Vermutlich war das der Gegner von Ferdinand, dieser Salvatore Conti.

Als alle Figuren platziert waren, baute sich die Domina Anführerin mit einem Mikrofon seitlich des Schachbretts auf. Sie blickte in Richtung der Tribüne und begrüßte herzlich die anwesenden Zuschauer. Danach stellte sie in aller Ausführlichkeit die Spieler vor. Sie schmierte den beiden Kontrahenten zuckersüß Honig ums Maul und ließ dabei kaum eine Schmeichelei aus. Also ehrlich, man konnte es auch wirklich übertreiben! Kein einziges Wort hingegen verlor sie zu uns Schachfiguren, obwohl wir doch die eigentlichen Hauptdarsteller waren. Das kränkte mich, weil ich mich nicht richtig geschätzt fühlte. Irgendwie steckte aber auch eine gewisse Logik dahinter, denn wer sprach schon mit seinen Schachfiguren. Das war erniedrigend, aber unerklärlicherweise auch ziemlich geil. Es war nicht das erste Mal, dass ich diese zwiespältigen Gefühle hatte. Und wahrscheinlich würde es auf diesem Schiff auch nicht das letzte Mal bleiben. Eine rationale Erklärung hatte ich für meine Gefühlswelt aber noch immer nicht. Letztendlich durchbrach die Domina diese Logik aber doch noch, denn sie musste uns das Spiel erklären.

» Also Ladies, wenn sie das hier spüren, … «

In diesem Moment begann mein Anzug zu knistern und ich wurde völlig überraschend von einer Welle der Lust getroffen. Mein ganzer Körper kribbelte und augenblicklich beschleunigte sich meine Atmung. Ich war mit meinen Empfindungen aber nicht allein, denn der Springer neben mir hatte im gleichen Moment laut aufgestöhnt. Aus dem Augenwinkel heraus sah ich im Feld dahinter, wie sich der Läufer ein Stück nach vorne beugte. Dabei berührte seine Schwertspitze die Mistgabel des Bauern davor. Sofort zuckte der Läufer zusammen und das Schwert wurde wieder zurückgerissen. Nach wenigen Sekunden war der Spuk mit unseren Electric Suits auch schon wieder vorbei. Schwer atmend lauschte ich den weiteren Worten der Domina.

» … dann wissen sie, dass sie am Zug sind! Halten sie dann Ausschau nach so einem Feld! «

Sie zeigte mit der Hand auf ein schwarzes Feld in der Mitte des Spielbretts. Rund um dieses Feld herum blinkte ein helles Licht. Es war ziemlich auffällig und kaum zu übersehen.

» Sie haben dann 30 Sekunden Zeit ihre Spielfigur zu diesem Feld zu bewegen. Sollten sie dafür länger benötigen, werden wir sie ein wenig motivieren! «

Das letze Wort hatte sie mit einem seltsamen Unterton ausgesprochen. Ich hatte keine Ahnung worin diese Motivation bestand, aber ich hatte das mulmige Gefühl, dass es besser wäre dies nicht herauszufinden. Nun machte ich mir ein wenig Sorgen, denn ich kam mit meinem Turm kaum vom Fleck. Was wenn ich mehrere Felder vorrücken sollte? Oder etwa zur Seite? Oder gar nach hinten? Oh Gott, oh Gott! Hoffentlich würde ich meine Entscheidung mitzuspielen nicht noch bereuen.

Jetzt war es aber soweit, das Spiel konnte beginnen. Ferdinand spielte mit Weiß und hatte somit den ersten Zug. Er bewegte einen Bauern auf der anderen Seite des Bretts 2 Felder nach vorne. Eigentlich hatte ich vorgehabt das Spiel aufmerksam zu verfolgen, um so besser abschätzen zu können, wann ich an die Reihe kam. Allerdings musste ich schnell feststellen, dass mir aus meiner Perspektive der Überblick über das Spielbrett fehlte. Außerdem reichten meine rudimentären Schachkenntnisse einfach nicht aus, um Züge vorhersagen zu können. Deshalb änderte ich meine Strategie. Ich versuchte zu entspannen und das Spiel zu genießen. Interessiert beobachtete ich die anderen Spielfiguren und versuchte mir vorzustellen, was wohl gerade in diesen Frauen vorging. Nach ein paar Zügen hörte ich links von mir ein Knistern. Zur gleichen Zeit stöhnte der Springer auf und wurde unruhiger. Es leuchtete ein Spielfeld auf, welches zwei Felder vor und ein Feld links von dem Springer lag. Jetzt hatte das Pferdchen ein Problem, denn die Bauern davor hatten noch nicht gezogen und blockierten den Weg. Etwas unschlüssig blickte der Springer hilfesuchend zu Ferdinand. Doch dieser reagierte nicht im Geringsten darauf. An der Wand hing ein Timer, welcher von 30 Sekunden herunter zählte. Als dieser bei 22 angekommen war, versuchte das Pferdchen sich zwischen 2 Bauern hindurch zu quetschen. Sie passte gerade so zwischen den Figuren hindurch. Doch dann blieb sie mit ihrem Huf an einem der Wagen hängen und segelte Kopf voraus zu Boden. Die Frau schüttelte sich kurz und versuchte wieder auf die Beine zu kommen. Zum Glück schien ihr nichts passiert zu sein. Aber dafür hatte sie jetzt ernsthafte Probleme beim Aufstehen. Kein Wunder, bei auf dem Rücken gefesselten Armen und mit diesen komischen Hufstiefeln an den Füßen. Kniend versuchte sie den rechten Huf auf den Boden zu setzen, während der Timer dabei gnadenlos herunter tickte. Bei 6 Sekunden hatte sie es endlich geschafft sich aufzurichten. Aber sie kämpfte noch mit dem Gleichgewicht und schwankte bedenklich hin und her. Irgendwie schaffte sie es aber gerade noch rechtzeitig zu dem beleuchteten Feld. Einerseits freute ich mich für die Frau, dass ihr die ominöse Motivation erspart geblieben war. Auf der anderen Seite wollte ich aber auch wissen, worin diese bestand. Schließlich wollte ich nicht diejenige sein, die als erste in den „Genuss“ einer Motivation kam. Die Auflösung dieses Rätsels wollte ich lieber jemand anderem überlassen.

Das Spiel schritt weiter voran, aber bisher war noch keine Spielfigur motiviert worden. Irgendwann knisterte es direkt vor mir. Der Bauer sollte 2 Felder vorrücken. Die Frau fummelte am Stiel der Mistgabel herum und ihr Wagen ruckte ein kleines Stück nach rechts. Jetzt stand sie zur Hälfte außerhalb des Spielfeldes. Ob es eine Strafe dafür gab, wenn man unerlaubter Weise das Brett verließ? Sie hantierte erneut an dem Stiel herum, bis ihr Wagen plötzlich einen Satz nach hinten machte und meinen Turm rammte. Nach dem ersten Schreckmoment presste ich meine Füße so fest wie möglich in den Boden, um ein weiterrollen zu verhindern. Als ich zum Stillstand gekommen war, stand ich ebenfalls nur noch halb auf dem Spielbrett. Um keine Strafe zu riskieren, bewegte ich mich mit Minischritten zurück auf mein Feld. Was sollte das nur, warum hatte mich dieser Bauer gerammt? Ich hatte mich anscheinend geirrt, denn diese Wagen wurden wohl doch nicht ferngesteuert. So wie es aussah, steuerte jeder Bauer seinen Wagen selbst. Und meine Vorderfrau hatte die richtigen Knöpfe noch nicht gefunden. Sie fingerte weiter an dem Stiel ihrer Mistgabel herum und irgendwann schaffte sie es den Vorwärtsgang zu finden. Ihr Wagen bewegte sich nach vorn zu dem vorgesehenen Feld und etwas später stand sie auch wieder komplett auf dem Spielbrett. Die ganze Aktion hatte insgesamt 27 Sekunden gedauert und sie war somit ebenfalls knapp einer Motivation entkommen.

So langsam lichtete sich das Brett um mich herum und es gab mehr Platz für meine Spielfigur. Das erhöhte die Wahrscheinlichkeit, dass ich bald selbst ins Spiel eingreifen würde. Irgendwie freute ich mich darauf, aber gleichzeitig war mir auch etwas bange wegen des Zeitlimits. Plötzlich ertönte ein lauter Aufschrei und ich versuchte zu ergründen, woher dieser kam. Jedoch ließ sich das nicht so leicht sagen. Der Schrei verwandelte sich langsam in ein rhythmisches Stöhnen. Das war definitiv ein Ausdruck der Lust. Mir fiel auf, dass in der Mitte des Spielbretts ein Feld aufleuchtete, auf dem bereits ein schwarzer Bauer stand. Erst war ich etwas verwirrt, aber dann wurde mir klar, dass dieser Bauer geschlagen werden sollte. Und ziemlich offensichtlich hatte das einen gewissen Effekt auf den schwarzen Bauern. Also wenn das die sogenannte Motivation war, dann konnte ich mir bei meinem Zug durchaus Zeit lassen. Aber irgendwie hatte ich den Verdacht, dass dies eher eine Belohnung für das nahende Spielende des Bauern war. Das Stöhnen wurde immer heftiger, bis irgendwann ein langgezogenes „Jaaaaaa“ erschallte. Der Bauer konnte sich durch die vielen Gurte kaum rühren, aber trotzdem schien der gesamte Wagen bei ihrem Höhepunkt zu erzittern. Sie hatte eindeutig ihren Spaß. Zwei Dominas tauchten auf und schoben den geschlagenen Bauern vom Spielfeld. Danach nahm ein weißer Bauer das beleuchtete Spielfeld ein. Dies war dann wohl die Figur, die den schwarzen Bauern geschlagen hatte.

Das Spiel setzte sich fort und ich bekam das Schauspiel einer geschlagenen Figur noch 3 weitere Male zu sehen. Aber ich selbst hatte mich noch immer nicht bewegt. So langsam wurde ich ungeduldig. Ich hatte das Gefühl die einzige Figur zu sein, die noch nicht ins Spiel eingegriffen hatte. Doch dann war es endlich soweit. Mein Anzug knisterte und mir lief ein Schauer den Rücken hinunter. Allein durch die Beobachtung des Spiels hatte sich schon eine gewisse Feuchtigkeit in meinem Schritt gebildet. Aber jetzt schien sich mein Feuchtgebiet in ein Nassgebiet zu verwandeln. Nur zu gerne hätte ich mich selbst befingert, aber das war mir ja leider nicht möglich. Ich war enttäuscht und frustriert zugleich, als das Knistern meines Anzugs nach ein paar Sekunden endete. Doch dann sprang mir der Timer ins Auge. Nur noch 26 Sekunden. Die ganze Zeit hatte ich meinem ersten Zug entgegen gefiebert und nun wo es soweit war, wurde ich von meinen Gefühlen abgelenkt.

» Konzentrier dich! «, mahnte ich mich selbst.

Ich hielt Ausschau nach dem erleuchteten Feld und entdeckte es 3 Felder voraus. Also los! So schnell ich konnte schob ich meine Beine abwechselnd nach vorn. Es schien unendlich lange zu dauern, bis ich das erste Feld vor mir erreicht hatte. Dann das Zweite. Der Timer sagte noch 7 Sekunden, oh verdammt! Panisch hoppelte ich weiter und schaffte es gerade noch rechtzeitig das Zielfeld zu erreichen. Erleichtert atmete ich tief durch. Damit war klar, dass für mich mehr als 3 Felder ohne Motivationshilfe unmöglich waren. Vielleicht gingen auch noch 4 Felder, wenn ich am Anfang keine Zeit vertrödelte. Mir schwante Böses bei dieser Erkenntnis.

Einige Zeit später passierte etwas Seltsames. Auf der anderen Seite des Spielbretts leuchtete ein Feld auf, aber es bewegte sich keine Figur dorthin. Der Timer tickte unaufhaltsam herunter, jetzt stand er schon bei 15 Sekunden. Hatte ich vielleicht meinen Einsatz verpasst? Nein das war unmöglich, denn meine Figur durfte überhaupt nicht auf dieses Feld ziehen. Schließlich erreichte der Timer die 0, wechselte auf Rot und zählte dann wieder nach oben. Jetzt würde ich also eine Motivation zu sehen bekommen. Ich schaute mich um, aber noch immer reagierte niemand. Nach 3 Sekunden kam schließlich Bewegung in die weiße Dame. Sie drehte sich und schritt danach gemächlich in Richtung des beleuchteten Feldes. Mir war zuvor schon aufgefallen, dass sich die Dame eher langsam bewegte. Natürlich konnte es sein, dass diese Dame nur einen majestätischen Eindruck vermitteln wollte. Aber ich hatte eher den Verdacht, dass es unter dem weiten Rock einen fesselnden Grund dafür gab. Wie auch immer, bei 9 Sekunden hatte sie jedenfalls ihr Ziel erreicht. Keine Ahnung auf welche Weise sie motiviert worden war, aber es hatte offensichtlich funktioniert.


Fortsetzung folgt!
327. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 11.06.19 21:03

Meine Frau Friederike (gleichgeschlechtliche Ehe) war bevor sie mich traf eine hervorragende Schachspielerin; sie war die einzige Frau in ihrem Verein. Ich habe ihr dann Bridge beigebracht (Turnierbridge ist das einzige Kartenspiel, bei dem es absolut kein Kartenglück gibt; es ist alles reines Können), und sie ist komplett zum Bridge gewechselt. Sie hat in den letzten 25 Jahren vielleicht zehn Schachpartien gespielt, ist also völlig aus der Übung. Stattdessen sind wir jetzt ein spielstarkes Paar im Bridge (Bridge wird immer Zwei gegen Zwei gespielt).

Es gibt viele Romane, in denen das Schachspiel eine wichtige Rolle spielt; der bekannteste Roman ist wohl "Die Schachnovelle" von Stefan Zweig. Andere wichtige Romane, in denen das Schach zentral ist, sind "Защита Лужина" ("Die Lushin Verteidigung") von Vladimir Nabokov und "La torre herida por el rayo" ("Hohe Türme trifft der Blitz") von Fernando Arrabal. Im Gegensatz zu Nabokov und Arrabal, die beide hervorragende Schachspieler waren (Nabokov war ein leidenschaftlicher Schachspieler und hat selbst Schachprobleme entworfen, Arrabal war mal Mitglied der spanischen Schachnationalmannschaft) hatte Zweig keine Ahnung von Schach; die Art und Weise, in der er die Denkprozesse eines Schachspielers beschreibt, ist völlig falsch und entspricht der üblichen Vorstellung eines Schachlaien (sagt meine Frau). Bei Arrabal werden die Denkprozesse richtig beschrieben.

Tatsächlich kommt in Arrabals Roman sogar eine notierte Schachpartie vor (mit Diagrammen nach jedem Halbzug), sogar bei einem fiktiven Weltmeisterschaftskampf. Bei dieser Partie handelt es sich bis kurz vor Schluss um eine tatsächlich zwischen zwei Großmeistern gespielte Partie. Ganz am Schluss macht einer der Spieler, bedingt durch äußere Umstände in dem Roman, einen Fehler und weicht von der eigentlichen Partie ab.

Über die Qualität der Beschreibung der Denkprozesse bei Nabokov kann ich leider nichts sagen; das Buch haben wir Beide noch nicht gelesen. Vermutlich sind sie jedoch genauso richtig beschrieben wie bei Arrabal.
328. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von endymion? am 11.06.19 23:43

Der "kleine Tod" als Belohnung für die aus dem Spiel genommenen Figuren finde ich ein nettes Detail
329. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 13.06.19 19:18

Hallo BaldJean,

du kommst von meinem Geschreibsel zu Stefan Zweig? Wow!
Die Schachnovelle habe ich noch in der Schule gelesen, die beiden anderen von dir genannten Bücher sind mir hingegen unbekannt.

Meine eigenen Schachkenntnisse sind in etwa mit denen von Sabine vergleichbar. Ich kenne die Regeln, war aber nie ein besonders guter Spieler.
Vermutlich liegt das daran, dass mir das Spiel sehr früh verleidet wurde. Mein Vater war einfach zu gut, so dass ich immer verloren habe.

Ich persönlich bevorzuge hingegen Backgammon, weil dieses Spiel unberechenbarer ist und auch späte Wendungen möglich sind.
Natürlich hat Backgammon mit den Würfeln einen gewissen Glücksfaktor, so das auch schwächere Spieler mal gewinnen können.
Nichtsdestotrotz setzt sich Können in der Regel am Ende durch.


Hallo endymion?,

an den "kleinen Tod" hatte ich noch gar nicht gedacht.
Irgendwie passend für eine Figur, die auf dem Schlachtfeld gefallen ist.


LG
Fist
330. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 14.06.19 00:22

Zitat
Hallo private_lock,

Hallo Toree,

hoffentlich war es nicht der Sport, der zu dieser OP geführt hat.
Ich wünsche dir dafür jedenfalls einen guten Verlauf.

Auf das es danach nicht mehr knacke!


LG
Fist



Nein, es war ein Fahrradunfall nach einer Übungsstunde beim Fanfarenzug.
Ist im Übrigen fast vierzig Jahre her. (OP 05.10.1979)

Ein ehemaliger Chef von mir beim Fußball spielen, ein anderer Kollege beim Skilaufen.
Also beim Sport.

Aber wie sich die Zeiten ändern.
Damals bei mir, ich war der erste außerhalb des Uniklinikums Halle /Saale bei dem eine Kreuzbandnaht gemacht wurde.
(Alles was in meiner Klinik Rang und Namen hatte, standen um den OP Tisch als mit Prof. Dr. Fischer operiert hatte. )
Zwei Jahre absolutes Sport verbot und auch kein Fahrradfahren. Ski-, Rollschuh- Schlittschuhfahren, auf Lebenszeit verboten.

Heute viel Sport, damit die Innenbänder und die Muskeln die Aufgaben vom Kreuzband übernehmen.

331. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 16.06.19 19:17

Hallo Toree,

also sind das "Renovierungsarbeiten" an einer 40 Jahre alten OP?
Oder ist das eine komplett neue Baustelle?

Eigentlich wollte ich jetzt in der Terminologie bleiben und dir viel Glück dafür wünschen.
Aber was wünscht man einem Bauarbeiter? Vielleicht frohes Hämmern?

Wohl lieber nicht!


LG
Fist
332. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 16.06.19 23:53

Zitat
Hallo Toree,

also sind das \"Renovierungsarbeiten\" an einer 40 Jahre alten OP?
Oder ist das eine komplett neue Baustelle?

Eigentlich wollte ich jetzt in der Terminologie bleiben und dir viel Glück dafür wünschen.
Aber was wünscht man einem Bauarbeiter? Vielleicht frohes Hämmern?

Wohl lieber nicht!


LG
Fist


Hallo Fist,

gehämmert wird da viel, auch gesägt.
Das alte Kniegelenk kommt raus und ein Künstliches rein.

An Alle hier, bei denen nach einem Kreuzbandausriss eine Plastik gesetzt wurde.

Euch steht das auch, irgendwann mal bevor!!! [
333. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 17.06.19 19:06

Hallo Toree,

warum habe ich nur gefragt?
Ich möchte mir das gar nicht bildlich vorstellen. Uuuh!


LG
Fist
334. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 17.06.19 20:39

Zitat
Hallo BaldJean,

du kommst von meinem Geschreibsel zu Stefan Zweig? Wow!
Die Schachnovelle habe ich noch in der Schule gelesen, die beiden anderen von dir genannten Bücher sind mir hingegen unbekannt.

Es sollte keinen direkten literarischen Qualitätsvergleich darstellen; ich habe diese bekannten Autoren nur erwähnt, weil bei ihnen auch Schach vorkommt.

Dein "Geschreibsel" ist aber definitiv im oberen Bereich dessen, was hier so veröffentlicht wird, anzusehen, trotz gelegentlicher peinlicher Momente (ich sage nur "Augenlieder". Oh, was für wundervolle Lieder die Augen doch singen)! Gegen Tippfehler ist natürlich niemand gefeit, aber bei "Augenlieder" handelt es sich vermutlich nicht um einen solchen.

Ich persönlich bin immer dankbar dafür, auf Fehler in meinen Texten hingewiesen zu werden, grammatische wie orthographische.

Allerdings halte ich mich bei der Orthographie (sic!) ganz bewusst nicht an die Rechtschreibreform. Schreibweisen wie "Delfin" oder "Filosofie" sind mir ein Gräuel.

Wörter mit dem F-Laut, die aus dem Griechischen kommen, werden von mir grundsätzlich mit "ph" geschrieben, auch Wörter, die schon lange vor der Rechtschreibreform mit "f" statt mit "ph" geschrieben wurden, wie etwa "Fotografie" oder "Elefant". Bei mir heisst das immer noch "Photographie" und "Elephant".

Das liegt möglicherweise daran, dass meine Muttersprache Englisch ist, aber meine Frau ist der gleichen Ansicht, und sie ist gebürtige Deutsche.

Das Wort "Gräuel" selbst liegt im Grenzbereich. Ich kann damit leben, aber das alte "Greuel" gefiel mir eigentlich besser.

Im Großen und Ganzen war die Rechtschreibreform nichts als ein schlechter Witz. Das Einzige was daran sinnvoll war sind die Änderungen bei der Groß- und Kleinschreibung und bei der Kommasetzung.
335. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 18.06.19 01:26

Zitat
Hallo Toree,

warum habe ich nur gefragt?
Ich möchte mir das gar nicht bildlich vorstellen. Uuuh!


LG
Fist


Hallo First,
Als betroffener bekommst du doch nichts mit.
Du schläfst doch in der Narkose.

Die erste OP war zwei ein halb Stunden.
Später noch mit Nebenwirkungen.

Für das künstliche Kniegelenk plane ich mindestens vier Stunden ein.
Dann vierzehn Tage 'Erholung', anschließend geht es drei Wochen auf Reha.

Wohin legt die Krankenkasse fest.

Ein Bekannter war im tiefsten Schwäbeländle.

Für seine Frau 9 Stunden 10 Minuten mit dem Auto, für eine Fahrt!
Also war kein Besuch möglich.
336. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 18.06.19 01:34

Zitat
Zitat
Hallo BaldJean,

du kommst von meinem Geschreibsel zu Stefan Zweig? Wow!
Die Schachnovelle habe ich noch in der Schule gelesen, die beiden anderen von dir genannten Bücher sind mir hingegen unbekannt.


Im Großen und Ganzen war die Rechtschreibreform nichts als ein schlechter Witz.


Hallo BaldJean,

wenn die Rechtschreibreform ein Witz währe, könnte man darüber lachen!
Aber Konnrad würde sich im Grabe herumdrehen, wie ein Mixer, bei dem was da zuletzt rausgekommen ist!

Nee, das nur Müll!

Toree

337. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 18.06.19 18:46

Hallo BaldJean,

es ist manchmal erstaunlich, wie oft man über einen Schreibfehler hinweglesen kann, ohne dass man ihn bemerkt.
Vor der Veröffentlichung eines neuen Teils lese ich den Text immer noch einmal. Aber trotzdem ich das zuvor schon zig Male gemacht habe, stolpere ich immer noch ab und an über einen Fehler. Meist sind das fehlende Buchstaben, im Fall der Augenlieder zur Abwechslung mal einer zuviel.

Schreibfehler, die dem Wort eine neue Bedeutung geben, finde ich eigentlich eher amüsant als peinlich.
Aber du darfst gerne erläutern, wie du die Weisheit erlangt hast, dass dies kein Schreibfehler wäre. Denn das impliziert entweder ein Nichtwissen oder Absicht.


Hallo Toree,

lass uns aufhören über Operationen zu sprechen.
Wenden wir uns lieber den schöneren Dingen des Lebens zu.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Kreuzfahrt?


LG
Fist
338. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 18.06.19 19:05

Lach, Augenlieder:
...
Püppchen, Du bist mein Augenstern
Püppchen, hab Dich zum Fressen gern
Püppchen, mein süßes Püppchen
Nein ohne Spaß
Du hast so was! ...

und jetzt kommts
es ist aus "Die keusche Susanne"

Na sowas aber auch...

oder aber "Blue Spanish eyes"

Ihr_joe
339. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 18.06.19 19:18

Teil 31


In den nächsten Zügen leerte sich das Spielbrett. Nach einem Schlagabtausch war auf jeder Seite für 2 weitere Figuren das Spiel zu Ende. Plötzlich begann auch mein Anzug wieder zu knistern. Ich versuchte meine Gefühle zu unterdrücken und schaute mich hektisch nach dem beleuchteten Feld um. Oh Shit, ich sollte 5 Felder nach links ziehen. Das war nicht fair! Wie sollte ich das nur rechtzeitig schaffen? Aber ich hatte Glück, denn das Feld war aktuell von einem schwarzen Läufer besetzt. Der Timer begann erst dann zu laufen, sobald der Läufer das Feld geräumt hatte. Solange dieser Läufer mit seinem Orgasmus kämpfte, musste ich so nah wie möglich an das Feld heran. Ich drehte mich nach links, was unerwartet schwierig war. Dabei ging es sogar noch langsamer voran als beim Laufen nach vorn. Unglaublich, dass sowas überhaupt möglich war. Als ich meine Drehung zu ¾ abgeschlossen hatte, schüttelte sich der Läufer heftig. Sie schlug dabei mit dem Schwert gegen ihren eigenen Helm, aber der elektrische Schlag zeigte keinerlei sichtbare Wirkung. Vermutlich weil sie ohnehin nur noch unkontrolliert in ihrem Höhepunkt zuckte. Drei Sekunden später war der ganze Spuk vorüber und sie wurde von 2 Dominas abgeführt. Jetzt begann meine Zeit zu laufen. Verdammt, ich hatte meine Drehung noch nicht einmal komplett abgeschlossen. Der Timer stand bei 24 Sekunden, als ich endlich in die richtige Richtung blickte. Oh Gott, das würde niemals reichen! Hektisch hastete ich auf mein Ziel zu. Kurz vor dem dritten Feld sprang der Timer in den roten Bereich. Mein Anzug knisterte, allerdings diesmal ohne das Kribbeln auf der Haut. Stattdessen verspürte ich Wärme an meinen Brüsten. Aber es war keine angenehm wohlige Wärme, sondern es fühlte sich eher wie ein starker Sonnenbrand an. Autsch, das war gemein! Ich hoppelte weiter und wünschte mir bereits am Ziel zu sein. Als der der Timer bei 10 Sekunden angekommen war, spürte ich diesen Sonnenbrand auch in meinem Schritt. Oh verdammt, dort unten war es sogar noch unangenehmer. Bei 18 Sekunden hatte ich endlich mein Ziel erreicht. Heilfroh stellte ich fest, dass das Brennen langsam nachließ. Jetzt war es nur noch ein langsam abnehmendes Nachglühen. Diese Motivation hatte mir mächtig eingeheizt und ich war nicht besonders scharf auf eine Wiederholung. Zum Glück stand ich jetzt zentraler auf dem Brett, so dass mein nächster Zug hoffentlich kürzer ausfallen würde. Aber die Drehung blieb weiterhin ein ernsthaftes Problem. Deshalb drehte ich mich vorsorglich um 90 Grad nach rechts, weil ich vermutete, dass mein nächster Zug eher in diese Richtung gehen würde.

Von dieser Position hatte ich einen noch schlechteren Überblick über das Spiel. Aber ich hatte den Eindruck, dass Ferdinand am gewinnen war. Conti hatte bereits seine Dame, beide Läufer und einen Springer verloren. Bei Ferdinand waren es bisher nur ein Läufer und ein Pferdchen gewesen. Die Verluste bei den Bauern hielten sich hingegen etwa die Waage. Das Spiel hatte an Dynamik zugenommen und schien sich langsam dem Ende zu nähern. Und dann aus heiterem Himmel brach die Welt über mir zusammen. War das Knistern meines Anzugs bisher schon angenehm gewesen, abgesehen von der Motivationshilfe natürlich, so wurde ich diesmal von himmlischen Gefühlen hinweg getragen.

» Aaaaaaah! «, stöhnte ich ungewollt laut.

Das Kribbeln schien in Wellen über meine Haut zu laufen und in meinem Schritt türmten sich diese zu einem wahren Tsunami auf. Mein Körper erbebte unter der ständig auflaufenden Brandung und das Spiel verschwand direkt vor meinen Augen. Ich war schwerelos in einer merkwürdig anmutenden Umgebung. Bunte Linien tanzten um mich herum und aus dem nichts kommende Hände liebkosten sanft meinen Körper. In dieser Traumwelt gefangen ließ ich mich nun völlig gehen.

Als ich irgendwann wieder zu mir kam, stand ich abseits des Spielfeldes. Was war passiert? Nach anfänglicher Verwirrung wurde mir klar, dass mein Turm geschlagen worden war. Wow, was für ein Erlebnis! Am liebsten wäre ich sofort wieder aufs Spielfeld zurück, um noch ein zweites Mal geschlagen zu werden. Aber vermutlich wäre ein solcher Versuch eher mir einer Motivation belohnt worden. Mein Herz hämmerte immer noch wild und schien sich gar nicht beruhigen zu wollen. Dieser außergewöhnliche Orgasmus hatte mich völlig ausgelaugt, aber ich spürte gleichzeitig eine tiefe Zufriedenheit in mir. Der Abend hatte sich definitiv gelohnt und das nicht nur in finanzieller Hinsicht.

Einige Züge später war die Partie vorbei, Schachmatt! Ferdinand hatte gewonnen und grinste über das ganze Gesicht. Salvatore Conti gratulierte zwar fair, aber seine Miene dabei sprach Bände. Verständlicherweise war er nicht besonders glücklich über seine Niederlage. Ich erfuhr nun, dass die beiden um einen Einsatz von 250.000 Euro gespielt hatten, was die schlechte Laune von Conti noch zusätzlich erklärte. Diese reichen Typen waren doch total abgehoben. Für eine solche Summe hätte ich mir eine Eigentumswohnung gekauft. Und die verzockten sowas mal eben so nebenher. Ferdinand war richtig euphorisch und lud alle seine Spielfiguren zu einer Siegesfeier an die Bar ein. Der Abend hatte mich allerdings ziemlich geschlaucht und mir wäre ein Bett wesentlich lieber gewesen. Eine Absprache mit Heike über den restlichen Abend war sicher sinnvoll. Aber welche Spielfigur war Heike? Es gab nur eine Methode das herauszufinden.

» Bist du Heike? «, fragte ich mehrere weiße Schachfiguren.

Erst erntete ich einige Kopfschüttler, doch schließlich stellte sich die Dame als meine Freundin heraus. Wir lachten vergnügt, als wir uns wiedergefunden hatten. Ich machte eine scherzhafte Bemerkung zu ihrer Wespentaille und Heike konterte, dass ich dafür etwas steif aussehen würde. Wenn sie wüsste, wie Recht sie damit hatte. Wir unterhielten uns über unsere Erlebnisse während dieses ungewöhnlichen Schachspiels. Heike erzählte von einer gemeinen Fesselung knapp oberhalb ihrer Knie, wodurch sie nur kleine Schritte machen konnte. Da sollte sie mal in meiner Haut stecken, dann wüsste sie was wirklich kleine Schritte sind. Einmal war sie absichtlich nicht gezogen, weil sie wissen wollte wie eine Motivation aussah. Ein schwerer Fehler, wie sie kurz danach anmerkte. Das konnte ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Als ich von meinem ganz besonderen Höhepunkt nach dem Schlagen erzählte, wirkte Heike etwas neidisch auf mich. Denn sie hatte das Pech gehabt bis zum Spielende auf dem Brett zu bleiben.

Die Domina Anführerin forderte alle Figuren auf in die Umkleiden zurückzukehren, dort würden wir von unseren Kostümen befreit werden. Ich war froh, als ich mich endlich wieder bewegen konnte. Aber sofort wurde ich auch wieder schmerzhaft an das Schuhproblem erinnert. Zu meinem Schock erklärte die Domina, dass sich diese Schuhe erst öffnen ließen, sobald sich der Electric Suit aufgelöst hatte. Das hieß also am nächsten Vormittag. Na super! Ich stakste zurück zur Bar, an der sich bereits etliche vermummte Gestalten in schwarzen und weißen Ganzkörperanzügen versammelt hatten. Jetzt hatte ich schon wieder das Problem mich nach Heike durchfragen zu müssen. Nach kurzer Zeit hatte ich meine Freundin aber gefunden. Sie hatte mir einen Barhocker frei gehalten und ich war dankbar dafür, mich hinsetzen zu können. Heike leerte mit einem Strohhalm ihr halbvolles Glas Wasser und orderte für uns sofort zwei neue. Trotz des Anzugs war Trinken offensichtlich möglich. Allerdings wirkte es bei Heike irgendwie merkwürdig. Sie musste ihre Lippen spitzen und dann den Halm fest dagegen pressen. Das war zwar etwas umständlich, aber immerhin konnte man so seinen Durst löschen. Plötzlich fiel mir an meiner Freundin etwas auf.

» Sag mal, was sind das denn für Ringe da an deiner Brust? «

» Darüber habe ich mich auch schon gewundert, da ist irgendwas in den Anzug eingearbeitet. Keine Ahnung wozu das gut sein soll. Du hast übrigens auch sowas! «

Ich blickte an mir herab und stellte überrascht fest, dass meine Freundin Recht hatte. Das war mir bisher noch gar nicht aufgefallen. Mit der rechten Hand tastete ich nach dem Ring an meiner linken Brust. Ja da war tatsächlich irgendwas Metallisches in dem Anzug. Plötzlich dämmerte es mir, mit Hilfe dieser Ringe waren wir vermutlich motiviert worden. Wenn man da Strom durchleitete, dann erwärmten sich diese Dinger und verursachen das unangenehme Brennen. Was für eine perfide Methode.

Nach etwa einer Stunde übermannte mich schließlich die Müdigkeit. Auch Heike reichte es für diesen Abend und wir beschlossen zu unserer Kabine zurückzukehren. Ich hatte vorgehabt meine eigenen Klamotten über den Electric Suit zu ziehen, weil ich mich trotz des Anzugs ziemlich nackt fühlte. An meinem Spind merkte ich aber sofort, dass ich das nicht richtig durchdacht hatte. Die enge Jeans konnte ich niemals über die Schuhe ziehen und die Bluse ließ sich mit meinen unbrauchbaren Fingern nicht zuknöpfen. Also stopfte ich meine Sachen notgedrungen in eine breitliegende Plastiktüte. Am Ausgang des Casinos erklärte uns die Mitarbeiterin, dass sie die Guthaben unserer Kabine gutgeschrieben hatte. Unsere Armbänder würden sich ab 10 Uhr öffnen lassen und wir sollten diese dann einfach an der Rezeption des Schiffs abgeben. Erst war ich deshalb etwas erstaunt, denn bei meinem letzten Besuch war das Armband direkt am Ausgang geöffnet worden. Doch dann wurde mir klar, dass unsere Bänder unter den Anzügen steckten und man sie deshalb noch gar nicht abnehmen konnte. Auf dem Rückweg zur Kabine brachten mich meine Füße fast um. Aber ich stellte gleichzeitig fest, dass das Laufen mit solchen Schuhen immer besser funktionierte. Inzwischen hatte ich meine Hand nur noch zur Absicherung an der Wand, aber richtig abstützen musste ich mich nicht mehr.

Gegen 8 Uhr wachte ich auf weil ich Druck auf der Blase verspürte. Mein Electric Suit war noch nicht verschwunden und ich fürchtete eine Sauerei, falls ich so auf die Toilette gehen würde. Vermutlich würde sich der Anzug irgendwann zwischen 9 und 10 Uhr auflösen, solange musste ich es noch aushalten. Also drehte ich mich um und versuchte noch einmal einzuschlafen. Dabei verfluchte ich zum wiederholten Male diese blöden Schuhe, denn auch im Bett waren sie mehr als unpraktisch, weil sich die Absätze ständig in der Decke verfingen. Ich döste vor mich hin und hörte irgendwann die Stimme von Heike.

» Oh Shit! «

Als ich meine Augen öffnete hatte ich endlich wieder einen klaren Blick, weil sich der Anzug inzwischen aufgelöst hatte. Ich schaute nach meiner Freundin, ihr Bett war jedoch leer. Dafür hörte ich aus dem Badezimmer die verzweifelte Stimme von Heike.

» Das gibt’s doch gar nicht! «

» Ist alles klar bei dir? «, rief ich ihr zu.

» Nein, ganz und gar nicht! «, kam zurück.

Heike erschien in der Badezimmertür und trat in den Raum. Vor Schreck hätte ich mich fast verschluckt, denn an ihren Nippeln hingen jetzt riesige Goldringe. Das erinnerte sehr stark an die großen Piercings der Frau am Casinoeingang. Aber das war doch nicht möglich, oder? Siedend heiß fiel mir unser gestriges Gespräch an der Bar wieder ein. Da waren Ringe in den Anzug von Heike eingearbeitet gewesen. Und auch in meinen! Hektisch zog ich die Bettdecke zurück und wurde mit dem Anblick weiterer goldener Ringe belohnt. Unter Schock brachte ich keinen Ton mehr heraus. Auch meine Freundin war erstarrt und es entstand eine merkwürdige Stille. Das konnten doch keine richtigen Piercings sein, oder? Dies musste doch irgendein Trick sein. Ich fasste nach einem der Ringe und suchte nach einer Feder oder etwas ähnlichem.

» Die Dinger sind wirklich echt, das habe auch schon probiert! «, stotterte Heike.

» Aber wie kann das sein? «, antwortete ich verzweifelt.

Natürlich hatte meine Freundin auch keine Erklärung dafür. Diese Ringe waren richtige Piercings, denn ich konnte sie drehen und durch meinen Nippel schieben. Aber das hätte ich doch mitbekommen müssen, wenn meine Nippel durchstochen wurden. Oder stammte das Brennen während einer Motivation vielleicht davon? Aber in dem Fall wäre es doch nicht verschwunden, sobald man das Zielfeld erreicht hatte. Und es war auch keine frische Wunde zu sehen. Die Ringe sahen so aus, als ob ich sie schon ewig tragen würde. Das ergab alles keinen Sinn. Dies konnte doch nur ein schlimmer Traum sein. Ich ermahnte mich aufzuwachen, aber unglücklicherweise blieben meine Piercings völlig real. In gewisser Weise war diese Erkenntnis auch ein Erwachen, allerdings ein ziemlich böses. Als ich mich aus dem Bett kämpfte, bekam ich noch einen zweiten Schock verpasst. Anders als bei meiner Freundin, baumelten bei mir noch zusätzlich zwei große Ringe zwischen den Beinen. Diese Dinger waren so schwer, dass sie meine Schamlippen in die Länge zogen. Heike starrte auf meinen Schritt und hielt sich dabei entsetzt die Hände vor den Mund. Ich war den Tränen nahe und wusste überhaupt nicht mehr, wie ich reagieren sollte. Meine Freundin erkannte meinen Zustand und nahm mich in den Arm. Wir verbrachten so mehrere Minuten und versuchten uns gegenseitig zu trösten. Bis irgendwann mein Ärger aufflammte. Ferdinand war für diesen Scheiß verantwortlich, dem würde ich was erzählen. Ich löste mich aus Heikes Umarmung und suchte mein Handy.

» Hör mal zu du Mistkerl, mit uns kannst du sowas nicht machen! «, blaffte ich ihn am Telefon an.

» Mit wem spreche ich denn überhaupt? «, kam ganz ruhig zurück.

» Hier ist Sabine! Und du weißt ganz genau, was du Heike und mir angetan hast. Tu gefälligst nicht so scheinheilig! «

» Hallo Sabine, freut mich von dir zu hören. Wie hat dir der gestrige Abend gefallen? «, fragte er scheißfreundlich.

Das brachte mich noch weiter auf die Palme und ich schmiss ihm wüste Beschimpfungen an den Kopf. Die Beleidigungen schienen aber einfach an ihm abzuprallen, denn er ließ sich von meinem Ton in keinster Weise beeindrucken. Ferdinand blieb völlig ruhig und höflich. Nachdem ich mich an ihm etwas ausgetobt hatte, stellte ich fest, dass seine freundliche Art tatsächlich eine beruhigende Wirkung auf mich hatte. Deshalb wechselte ich unbewusst auf eine sachlichere Ebene.

» Warum hast du Heike und mir diese Megapiercings verpasst? Damit sehen wir doch wie Freaks aus! «


Fortsetzung folgt!
340. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 18.06.19 21:44


Wieder ein sehr schöner Teil, diesmal gab es auch wieder die eine oder andere Überraschung.

Ich hatte mich schon gefragt, wie das Spiel ausgeht. Ich war mir sicher, dass Ferdinand nicht verlieren konnte (ohne als 'böser' Dom unglaubwürdig zu wirken). Gleichzeitig mussten Sabine und Heike aber irgendwie verlieren, da es ohne "Bestrafungen" (Motivationen) ja langweilig werden würde. Und von solchen Veränderungen leben ja deine Geschichten.
Ich würde vermuten, dass Sabine mehr Ringe hat erklärt sich damit, dass sie länger als 10 Sekunden gebraucht hat. Ich würde auch gerne wissen, was bei mehr als 20 Sekunden passiert wäre...

Wobei ich, anders als die beiden, die Ringe nicht wirklich als Bestrafug sehen würde. Ich finde so etwas sexy. Und da sie anscheinend schon direkt gut verheilt sin, kann man diese Ringe auch sofort belasten. (Indem man Sie fürs PonyPlay benutzt, an ihnen zieht oder Gewichte dran hängt.) Ich denke, dass uns da noch eininges erwartet.

Wir warten jetzt erstmal auf den nächsten Dienstag.
*Vorfreude*
341. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 18.06.19 23:38

... wieder eine super Fortsetzung... Kannst Du mir aber bitte verraten, wie man BWPs unbemerkt stechen kann? Das Stechen der Meinigen war für mich das Unangenehmste von allen meiner anderen Piercings...
342. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 19.06.19 01:32

Zitat
Hallo BaldJean,

es ist manchmal erstaunlich, wie oft man über einen Schreibfehler hinweglesen kann, ohne dass man ihn bemerkt.
Vor der Veröffentlichung eines neuen Teils lese ich den Text immer noch einmal. Aber trotzdem ich das zuvor schon zig Male gemacht habe, stolpere ich immer noch ab und an über einen Fehler. Meist sind das fehlende Buchstaben, im Fall der Augenlieder zur Abwechslung mal einer zuviel.

Schreibfehler, die dem Wort eine neue Bedeutung geben, finde ich eigentlich eher amüsant als peinlich.
Aber du darfst gerne erläutern, wie du die Weisheit erlangt hast, dass dies kein Schreibfehler wäre. Denn das impliziert entweder ein Nichtwissen oder Absicht.

Es ist natürlich nur eine Vermutung, aber sie liegt nahe. Dieser "Schreibfehler" findet sich nämlich bemerkenswert oft auch bei anderen Autoren. Um es mit Shakespeare zu sagen: "Though this be madness yet there is method in't meaning" (wie Polonius in "Hamlet" über das Verhalten der Titelfigur sagt). Wenn der gleiche Fehler immer wieder auch bei anderen Autoren auftaucht, so lässt das eher weniger auf ein zufälliges Vertippen schließen.

Nimm dies bitte cum grano salis; es ist mit einem Zwinkern meiner Augenli(e)der gesagt. Ich weiß sehr wohl, dass man selbst wenn man dreimal nach Fehlern in seinem eigenen Text sucht man immer noch das Eine oder Andere übersieht.
343. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 19.06.19 06:56

Danke für die geniale Geschichte und super geschrieben. Bei dir wird es nie langweilig und spannend ist sie auch immer.
344. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 19.06.19 21:13

Eine spannende Fortsetzung.

Während ich Piercings allgemein mag, finde ich die Art des "magischen Erscheinens" ("Motivation" = "Instant Piercing") doch etwas fragwürdig... vor allem weil normalerweise der Heilungsprozess mehrere Wochen dauert...

Ich bin gespannt auf den nächsten Teil.
345. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 20.06.19 19:24

Zitat

...
» Warum hast du Heike und mir diese Megapiercings verpasst? Damit sehen wir doch wie Freaks aus! «



Hallo IronFist,

Ich glaue, da haben sich die Damen den Vertrag nicht wirkich richtig durchgelesen.

Wie immer ein toller Teil.
Bin schon gespannt wie es weiter geht.

Toree
346. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 22.06.19 19:59

Hallo Ihr_joe,

manchmal können Schreibfehler wirklich unfreiwillig komisch sein.
Aber trotz der Augenlieder fange ich jetzt nicht wieder zu singen an.


Hallo Dark Fangtasia,

zuerst einmal freut es mich, dass dir dieser Teil wieder besser gefallen zu haben scheint.

Ferdinand musste aber nicht zwangsläufig gewinnen. Denn ein Salvatore Conti hätte sich ja als ein noch "böserer" Dom entpuppen können.
Und verloren im eigentlichen Sinne haben Heike und Sabine ja auch nicht. Sie waren beide im Siegerteam (auch wenn sie das im Nachhinein vielleicht anders sehen).

Deine Theorie mit den zusätzlich Ringen würde Sinn ergeben.
Aber du kennst mich ja schon gut genug, dass ich sowas niemals vorab bestätigen würde.


Hallo FE,

ich danke dir für die lobenden Worte.
Deine Frage kann ich dir leider nicht beantworten, da mich Ferdinand nicht in seine Geheimnisse eingeweiht hat.


Hallo BaldJean,

deine Antwort lässt mich nur mit dem Kopf schütteln.

Weil andere Autoren den gleichen Fehler gemacht haben, muss es also die große Unwissenheit geben. Ich spinne den Gedanken mal weiter.
Wenn vor einer Schule viele Autofahrer zu schnell fahren, dann fahre ich automatisch auch zu schnell?

Von der Allgemeinheit auf den Einzelnen zu schließen hat noch nie funktioniert.
Darüber solltest du mal nachdenken!


Hallo Trucker,

schön dass du dich gut unterhalten fühlst.
Dann mache ich wohl ein paar Sachen richtig.


Hallo marpsp,

es ist ja eigentlich nichts Neues, dass ich Science-Fiction Elemente in meine Geschichten einbaue.
Bei XYZ war es ein Alkoven, der Kleidung erzeugen konnte. Hier ist es ein Electric Suit, der Piercings erschaffen kann. Aus meiner Sicht gar kein so großer Unterschied.

Diese SF Elemente haben in meinen Geschichten im wesentlichen zwei Funktionen:
1. Sie erleichtern es mir bestimmte Dinge in die Handlung einzubauen
2. Sie schaffen Überraschungsmomente, weil niemand vorher wissen kann, was diese bewirken

Natürlich mache ich damit gewisse Zugeständnisse an den Realismus.
Würde ich allerdings komplett auf Realismus setzen, dann dürfte ich in dieser Geschichte auch keine Piercings verwenden, weil die Dauer einer Kreuzfahrt für den Heilungsprozess zu kurz wäre.

Daher erscheint mir der Kompromiss durchaus als vertretbar.


Hallo Toree,

du hast Recht das Kleingedruckte kann manchmal ziemlich große Auswirkungen haben.
Mal schauen ob die Damen ihre Lektion gelernt haben.


LG
Fist
347. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 22.06.19 20:26

Zunächst einmal hast du mich offensichtlich falsch verstanden. Ich habe lediglich gesagt, dass die Vermutung naheliegt. Wenn ein Fehler von vielen begangen wird, so erhöht dies automatisch die Wahrscheinlichkeit, dass es sich nicht um einen Tippfehlr handelt.

Außerdem habe ich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man immer etwas übersieht, wenn man seinen eigenen Text auf Fehler untersucht. Ich habe also die Möglichkeit eines Tippfehlers eingeräumt.

Und dann habe ich extra noch zum Ausdruck gebracht, dass alle meine Bemerkungen mit einem Körnchen Salz zu nehmen, mithin also scherzhaft gemeint sind, und habe zudem noch meinen Kommentar mit einem kleinen Witz abgeschlossen.

Mir ist daher überaus schleierhaft, warum du so pikiert reagierst.
348. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 24.06.19 19:11

Hallo BaldJean,

es macht keinen Unterschied, ob du das als Fakt oder Vermutung äußerst.
Der Gedankengang dahinter bleibt der gleiche.

In deinem ersten Kommentar hast du mir unterstellt, dass ich die richtige Schreibweise nicht kennen würde.
Und da wunderst du dich, dass ich verärgert reagiere? Ohne Worte!

Man kann mir sicherlich nicht mangelnde Kritikfähigkeit vorwerfen.
Denn mit Kritik an meinen Geschichten habe ich mich immer sachlich auseinandergesetzt.

Ich bin allerdings nicht bereit persönliche Angriffe zu akzeptieren!
Sollten deine Kommentare 2 und 3 als Entschuldigung gedacht sein, dann solltest du dies besser üben.


LG
Fist
349. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 25.06.19 10:45


Hallo Iron Fist,

Zitat
Ferdinand musste aber nicht zwangsläufig gewinnen. Denn ein Salvatore Conti hätte sich ja als ein noch \"böserer\" Dom entpuppen können.
Und verloren im eigentlichen Sinne haben Heike und Sabine ja auch nicht. Sie waren beide im Siegerteam (auch wenn sie das im Nachhinein vielleicht anders sehen).


Du hast natürlich recht, aber ich bin einfach davon ausgegangen, dass wir inzwischen die wichtigsten Personen der Geschichte kennen und sie sich nicht mehr großartig ändern. Bisher hast du keine Tendenz erkennen lassen mitten in deinen Geschichten alle Protagonisten auszutauschen. Es tauchen zwar ab und zu neue auf und zum Ende hin gibt es manchmal Überraschungen (Eva), aber keine*r stirbt oder zieht weg und wird durch wen anders ersetzt.

Wenn beide im Sieger Team sind, dann hoffe ich heute noch auf weitere Belohnungen...
Aber eine "Strafe" zu bekommen macht doch auch den Reiz deiner Geschichten aus. Du hast da immer viel Phantasie.
350. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 25.06.19 18:45

Hallo Dark Fangtasia,

eigentlich habe ich das von dir beschriebene Szenario in dieser Geschichte bereits angewendet. Erst habe ich mit James Varga "gedroht" und dann Ferdinand aus dem Hut gezaubert.
Würde ich sowas aber zweimal in der gleichen Geschichte machen? Wer weiß!

Und Charaktere auszutauschen ist in dieser Geschichte sogar ganz besonders einfach.
Der Urlaub des einen endet und ein anderer reist dafür an.

Was am Ende eine Belohnung und was eine Strafe ist, dies hängt wohl stark von der Perspektive und den eigenen Vorlieben ab.


LG
Fist
351. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 25.06.19 19:23

Teil 32


» Also ich finde nicht, dass ihr wie Freaks ausseht. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass euch diese Goldringe richtig gut stehen. Aber ich verstehe deine Entrüstung nicht so ganz, hast du denn den Arbeitsvertrag nicht gelesen? Dort ist ausführlich beschrieben, welche Folgen eine Teilnahme an dem Spiel haben kann. «

» Natürlich habe ich den Vertrag gelesen. Vielleicht nicht komplett von vorne bis hinten, aber sowas muss einem doch gesagt werden! «, stotterte ich herum.

Nach dem Telefonat blickte Heike verlegen zu Boden. Sie hatte einen schuldbewussten Ausdruck auf ihrem Gesicht. Natürlich hatte sie einen Anteil an diesem Desaster, weil sie mich zur Unterschrift gedrängt hatte. Und ich hätte es besser wissen müssen, dass man diesem Mann nicht trauen durfte. Aber die Hauptschuld lag ganz eindeutig bei Ferdinand. Dieser Arbeitsvertrag war nur ein mieser Trick von ihm gewesen, denn mit Sicherheit hatte kaum einer das Ding bis ins Detail gelesen. Vielleicht würde dieser Vorfall Heike eine Lehre sein. Jedenfalls würde mir sowas nicht nochmal passieren. Um diesen Mann würde ich in Zukunft einen weiten Bogen machen. Natürlich könnten wir Ferdinand wegen Körperverletzung verklagen, denn dieser Arbeitsvertrag würde vor Gericht wohl kaum bestehen. Aber wir ständen dann wohl einer Armee von Anwälten gegenüber und wahrscheinlich müssten wir in einem Prozess ziemlich intime Fragen beantworten. Daher also lieber nicht. Wir untersuchten unseren neuen Körperschmuck etwas näher und mussten mit Erschrecken feststellen, dass sich dieser nicht mehr herausnehmen ließ. Natürlich, etwas anderes war von Ferdinand wohl nicht zu erwarten gewesen. Um diese Ringe zu entfernen, würden wir sie wohl durchtrennen müssen. Dumm nur, dass wir den Werkzeugkasten zuhause gelassen hatten. Wir würden erst einmal damit leben müssen, bis uns eine Lösung für das Problem eingefallen war. Eigentlich sahen diese Ringe ja auch gar nicht so schlecht aus, wenn sie nur nicht so verdammt groß wären. Das war für meinen Geschmack viel zu extrem.

Während Heike unter der Dusche stand, schlüpfte ich aus den Folterinstrumenten, die sich Schuhe schimpften. Ah, welch eine Wohltat! Mir schwirrte immer noch der vergangene Abend im Kopf herum. Inzwischen war ich mir sicher, dass unsere Beringung mit den Motivationshilfen zusammenhing. Auch wenn ich nicht genau wusste wie. Ich erinnerte mich, dass das Brennen in meinem Schritt erst später eingesetzt hatte. Vermutlich hatte Heike bei der Motivation das Ziel schneller erreicht als ich, so dass ihre Muschi verschont geblieben war. Was hätte mir wohl geblüht, wenn ich noch länger gebraucht hätte? Vielleicht ein Nasenring? Mir schauderte bei dieser Vorstellung. Ich stellte mich vor den Spiegel an der Kabinentür. Irgendwie hatte mein Spiegelbild etwas Faszinierendes und Abschreckendes zugleich. Aber solch zwiespältige Eindrücke waren auf diesem Schiff ja schon zur Tagesordnung geworden.

» Du kannst jetzt rein! «, meinte Heike als sie aus dem Bad kam.

Es fühlte sich gut an endlich den Schweiß des Vortages loszuwerden. Angenehm warmes Wasser rieselte über meinen Körper und ich genoss den Augenblick. Merkwürdigerweise versteiften sich dabei meine Nippel, was sonst eigentlich nur bei kaltem Wasser passierte. War ich etwa sexuell erregt? Erregung war vielleicht der falsche Ausdruck, aber eine gewisse Stimulation meiner Nippel spürte ich durchaus. Jegliche Berührung der Ringe schien sich direkt auf meine Brustwarzen zu übertragen. Sicherlich trug dieser überraschende Effekt mit dazu bei, dass ich heute Morgen deutlich länger duschte als normal. Als ich schließlich aus dem Badezimmer kam, war Heike bereits komplett für unseren Ausflug in Belize angezogen.

» Man sieht die Ringe durch dein Shirt! «, merkte ich an.

» Ich weiß, aber ich trage schon den festesten BH, den ich dabei habe! «, antwortete sie frustriert.

» Stopf ihn doch mit ein paar Taschentüchern aus! «, schlug ich vor.

» Das ist eine gute Idee! «

Heike schob mehrere Lagen Papiertaschentücher über die großen Goldringe. Es half, jetzt musste man schon genau hinsehen, um die Piercings erkennen zu können. Beim Anziehen kopierte ich den Taschentuchtrick. Allerdings hatte ich zusätzlich noch ein anderes Problem. Denn ich musste die großen Ringe in meinem Schritt irgendwie im Slip verstauen. Es dauerte eine Weile bis dort unten nichts mehr zwickte. Am Ende noch ein paar Shorts darüber und rein in die Wanderschuhe. Nun war auch ich fertig für unseren Ausflug. Wir hatten heute den Besuch eines Nationalparks in Belize geplant.

» Glaubst du es gibt diese Electric Suits im freien Handel zu kaufen? «, fragte Heike auf dem Weg zur Rezeption des Schiffs.

» Das habe ich mich auch schon gefragt! «, gab ich ehrlich zu.

Falls es so war, dann würde ich mir so einen Anzug sicher auch mal daheim zulegen. Sofern er nicht zu teuer war. An der Rezeption gaben wir unsere Casino Armbänder ab und erkundigten uns, wann das nächste Boot nach Belize City ablegte. Der junge Mann an der Rezeption riet uns von dem Nationalpark ab, weil er relativ weit entfernt lag. Da es schon recht spät war, würde uns nur eine Stunde in dem Park verbleiben, bis wir wieder die Rückreise antreten müssten. Sowas passierte, wenn man morgens nicht rechtzeitig aus dem Bett kam. Aber zumindest hatten wir diesmal einen sehr guten Grund dafür. Ein Besuch des Parks lohnte sich so natürlich nicht, deshalb fragten wir nach möglichen Alternativen. Die größte Attraktion des Landes Belize war die beeindruckende Natur und ihre Tierwelt. Jedoch war dafür meist eine längere Anreise notwendig. Deshalb empfahl uns der junge Mann einen Besuch des „Belize Zoo and Tropical Education Centers“. Dort wurden ausschließlich einheimische Tiere gezeigt. Der Zoo sei zwar klein aber dafür sehr schön anzusehen. Weshalb er auch gerne als „The Best little zoo in the world“ betitelt wurde. Mit solchen Superlativen wurde ja immer gern geworben. Aber warum eigentlich nicht, mein letzter Zoobesuch war noch während meiner Kindheit gewesen. Und auch Heike war diesem Vorschlag nicht abgeneigt. Also würden wir heute die Fauna von Belize erkunden.

» Schau mal dort! «, meinte Heike als wir auf dem Weg zum Boot waren.

An der Wand hing ein Plakat:

James Varga – Der Puppenspieler von Mexiko
Heute 21 Uhr im Theater!


» Glaubst du das ist der Typ mit den schwarzen Statuen? «, fragte Heike.

» Wäre schon ein sehr großer Zufall, wenn es auf diesem Schiff noch jemanden mit dem gleichen Namen geben würde. «

» Stimmt auch wieder! Was glaubst du wird er vorführen, die Erschaffung einer Statue? «

» Warum finden wir es heute Abend nicht einfach heraus? «

Damit war das Programm für den Abend bereits geklärt. Auf der Überfahrt nach Belize City wurde mir erneut übel. Mein Magen schien für die Seefahrt einfach nicht geeignet zu sein. Mit festem Boden unter den Füßen ging es mir aber schnell wieder besser. Am Hafen nahmen wir uns ein Taxi, um zu unserem Ausflugsziel zu gelangen. Der Zoo lag etwa 50 Kilometer südwestlich von Belize City und die Fahrt führte durch eine grüne tropische Landschaft. Unterwegs erklärte uns der Taxifahrer, dass etwa die Hälfte des Landes unter Naturschutz stand. Vielleicht war das der Grund dafür, dass ich kaum landwirtschaftliche Nutzung erkennen konnte. Belize war wunderschön und der Taxifahrer erzählte stolz, dass sein kleines Land den größten zusammenhängenden Urwald in Mittelamerika besaß. Nach etwa 45 Minuten Fahrt erreichten wir den Zoo.

Am Eingang erhielten wir einen Plan, auf dem alle Gehege eingezeichnet waren. Ich war beeindruckt wie viele verschiedene Tierarten in diesem kleinen Land natürlich vorkamen. Krokodile, Schlangen und Papageien hatte ich in diesem tropischen Land erwartet, aber ich war über die großen Raubkatzen wie Jaguar und Puma erstaunt. Schwer zu sagen warum, denn in Naturschutzgebieten war das eigentlich keine große Überraschung. Vielleicht fehlte mir auch einfach nur die Vorstellungskraft, dass man in der Natur plötzlich einem gefährlichen Raubtier gegenüber stehen konnte. In dieser Hinsicht war ich geistig wohl noch in Deutschland. Wir begannen unsere Tour und kamen zuerst zu den Reptilien. Das Gehege besaß ein Wasserbecken, in dem ein Krokodil zur Hälfte abgetaucht war. Am Ufer lagen noch drei weitere Krokodile faul in der Sonne herum. Diese Tiere sahen auf den ersten Blick zwar träge aus, aber ich wusste, dass sie explosionsartig zuschlagen konnten. Und zweifellos beobachteten uns diese Echsen ganz genau. Ich war noch nie ein großer Fan von Krokodilen gewesen, weil sie mir irgendwie unheimlich waren. Und auch mit den Boas im nächsten Gehege konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Reptilien waren ganz allgemein nicht so mein Fall und sie strotzten auch nicht gerade vor Aktivität.

Wir gingen weiter zu den Vögeln, wo ich schon eher auf meine Kosten kam. Auf einem Ast saß ein farbenprächtiger Ara. Er krächzte fröhlich vor sich hin und bekam Gesellschaft von einem zweiten Tier. Ob die beiden wohl ein Pärchen waren? Zumindest saßen sie einträchtig nebeneinander. Ein Stück weiter gab es eine riesige Voliere und ich fragte mich, was es hier wohl zu sehen gab. Auf den ersten Blick war kein Vogel zu sehen. Laut dem Schild lebte hier eine Harpyie, ein Affen jagender Greifvogel. Wow, dann musste dieser Vogel eigentlich ziemlich groß sein. Ich schaute mich noch einmal genauer in der Voliere um und entdeckte schließlich das schwarz-weiß gefiederte Tier. Majestätisch thronte es ganz oben im Blätterwald.

Je länger wir durch den Tierpark wanderten, umso deutlicher machten sich meine Ringe bemerkbar. Die Nippel waren leicht erigiert und in der Muschi verspürte ich bei jedem Schritt ein Kribbeln. Nicht dass mir das unangenehm gewesen wäre, aber es irritierte schon, dass meine Gedanken ständig in eine erotische Richtung gedrängt wurden. Der gesamte Zoo war wunderschön anzusehen. Gepflegte Kieswege zogen sich durch eine tropische Vegetation und man bekam den Eindruck, als würde man durch einen natürlichen Regenwald spazieren. Blöderweise aber auch inklusive der zugehörigen Insekten. Diese Plagegeister hatten uns schon die ganze Zeit gepisakt. Es war aber auch wirklich dumm von uns gewesen, nicht auf sowas vorbereitet zu sein. An einem Kiosk machten wir eine kurze Pause. Neben einem Snack versorgten wir uns dort auch mit Insektenschutzmittel. Leider etwas zu spät, denn wir waren bereits ausgiebig zerstochen worden.

Wir hatten einen sehr schönen Tag im Zoo gehabt und wollten zum Abschluss noch die Raubkatzen sehen. Doch als wir uns dem Bereich näherten, entdeckten wir ein ganz anderes Raubtier. Ferdinand! Was machte dieser Kerl denn hier? Er war nicht allein, denn an seiner Seite war neben den obligatorischen Bodyguards auch noch die Domina Anführerin. Selbst in Zivil wirkte diese Frau ziemlich beeindruckend und sie überragte sogar Ferdinand um ein Stück. Ich war nicht besonders scharf darauf, hier unsere Nemesis wiederzutreffen.

» Komm lass uns verschwinden, bevor die uns entdecken! «, flüsterte ich Heike zu.

Aber es war bereits zu spät, Ferdinand wandte sich grinsend zu uns um. Also schön, dann eben Angriff anstatt Rückzug. Wir näherten uns langsam, während die Domina ein großzügiges Lächeln aufsetzte. Eine makellose Reihe weißer Zähne strahlte mit ihren sonnenbeschienenen blonden Haaren um die Wette. Sie hätte mühelos in jeder Zahnpasta Werbung auftreten können.

» Schau schau, wen haben wir denn da? Also wenn das nicht zwei meiner Schützlinge sind! «

Die Stimme der Domina erzeugte einen Schauer, der mir den Rücken hinunterlief. Wie hypnotisiert starrte ich die Frau an und war zu keinerlei Antwort fähig. Dabei hatte ich doch offensiv vorgehen wollen. Was war nur los mit mir?

» Gestern habt ihr mir aber besser gefallen! «, spottete sie.

» Ja, das finde ich auch. Vielleicht sollten wir eine Partie Schach spielen, denn die ersten Figuren haben wir ja schon! «, stimmte Ferdinand mit ein.

Ja wirklich sehr witzig. Auch diese Domina war in ihrem gestrigen Outfit auffälliger gewesen. Zugegebenermaßen machte sie aber auch heute eine verdammt gute Figur.

» Warum versteckt ihr denn euren schönen neuen Schmuck? «, fragte Ferdinand.

Ohne eine Antwort abzuwarten fasste er Heike in den Ausschnitt und zog die Taschentücher heraus. Meine Freundin war völlig überrumpelt worden und starrte Ferdinand nur ungläubig an. Mein Shirt hatte einen kleineren Ausschnitt als das von Heike, aber zur Sicherheit kreuzte ich meine Arme vor der Brust. Ferdinand lachte nur über meine Reaktion.

» Ja, schon viel besser so! «, bestätigte die Domina mit Blick auf Heike.

Dann fasste sie meiner Freundin ungeniert an die linke Brust und richtete den leicht verrutschten Ring wieder aus. Heike schluckte laut, aber sie sagte keinen Ton. Das erinnerte mich stark an die Ereignisse im Happy Horse. Auch dort hatte meine Freundin alles mit sich geschehen lassen.

» Und was ist mit dir? Nimm deine Arme runter! «, forderte mich die Domina auf.

Ich schüttelte vehement den Kopf. Sie runzelte kurz die Stirn und schaute Ferdinand fragend an. Woraufhin dieser seinen Bodyguards zunickte. Wenige Sekunden später wurden meine Arme gepackt und auf den Rücken gezogen. Die Domina grinste mich breit an, als sie mir genüsslich in den BH fasste. Ruck zuck waren auch meine Taschentücher verschwunden. Sie hatte zusätzlich noch die Gelegenheit genutzt, um an meinen Nippelringen herumzuspielen. Mir entwich ein hörbares Stöhnen und ich verfluchte mich dafür. Das war nicht richtig, wie die mit uns umgingen. Wehr dich! Aber schon einen Moment später hinterging mich mein Körper erneut, indem er einen lustvollen Seufzer ausstieß.

» Na also, geht doch! Es ist aber eine Schande, dass du die schönen Ringe dort unten versteckst. Eigentlich solltest du nur noch Röcke tragen! «, wurde ich von der Domina belehrt.

» Da stimme ich dir voll und ganz zu, meine Liebe. Und selbstverständlich ohne Unterwäsche, damit die Ringe auch frei schwingen können. Wo wir schon beim Thema sind, sollten wir den beiden vielleicht ihre BHs abnehmen? «, fragte Ferdinand seine Begleiterin.


Fortsetzung folgt!
352. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 25.06.19 22:58

So, so der Puppenspieler von Mexiko..

Lach noch ein Liedchen...

Auf dem Markt von Albuquerque, lebte jahrelang ein Mann... hieß der etwa Varga?
Irgend wer hat damals das New vergessen und so New Mexicos größte Stadt etwas verschoben...

Aber, ha Belize da gibts doch Maia-Tempel und dann gehen die in den Zoo, obwohl wenn ich an den Steinaltar denke, und die Ringe angekettet... geopfert.

Wie gut war da der Zoobesuch, die schöne, nette, liebenswerte, Domina treffen und nur die Ringe etwas besser hervorgehoben.

Vielen Dank für die Reise in die Phantasie
Ihr_joe


353. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 26.06.19 11:08

Hallo Iron Fist,

die Sache mit Varga und Ferdinand war ja ziemlich am Anfang. Ich glaube nicht, dass du jetzt noch so etwas veränderst. Ich würde vermuten, dass wir inzwischen so bei 40 % der Geschichte angekommen sind.
Und ja, auf einem Schiff checken Leute aus und neue ein. Aber das ist doch ein eher abrupter Wechsel. Von daher würde ich eher vermuten, dass das Schiff (mit veränderten Protagonisten) wenn dann in einer neuen Geschichte noch einmal auftaucht.
Falls du schon eine neue Geschichte schreibst, würde ich mein Geld aber auf ein ganz anderes Setting setzten, da du scheinbar viele verschiedene kreative Ideen hast und es auch schaffst diese in ganze Geschichten zu verwandeln.


Auch wenn die Beiden sich innerlich noch etwas gegen die Behandlung durch Ferdinand sträuben, so scheint dieses Sträuben doch nachzulassen. Bei Heike schon mehr als bei Sabine.
Ich denke, dass die Beiden sich da noch weiter wandeln werden. Zunächst verlieren sie wahrscheinlich ihre Scheu davor, dass man ihre Piercings in der Öffentlichkeit sehen kann. Vermutlich geht es irgendwann sogar so weit, dass es sie erregt, wenn andere sie anstarren.
Wenn sie jetzt schon Lust erleben, wenn mit den Ringen gespielt wird, dann wird das in Zukunft sicher noch stärker werden, vielleicht sogar bis zu einem Orgasmus?

Ich denke, dass sie sich jedenfalls gegen weitere oder größere Piercings nicht mehr so sehr wehren werden.
Und der Suit kann sicher noch mehr. Was ist mit Tattoos, oder dem Vergrößern von Körperteilen oder der Verkleinerung von anderen Stellen am Körper und dann die Sachen, die man mit den Haaren machen kann…

Ich hoffe noch auf Vieles in diese Richtung und denke, dass da noch einiges kommt, da deine anderen Geschichten ja auch extremer wurden.
Am Ende der Geschichte leben sie entweder als Sklavinnen von Ferdinand, oder sie kehren nach hause zurück, behalten aber viele der Veränderungen, da sie ihnen inzwischen gefallen.

Ich denke als nächstes dürfte das BH Verbot für beide kommen. Und für Sabine sicherlich auch die Auflage, dass sie gar keine Unterwäsche und Hosen mehr tragen darf. Solange sie auf dem Schiff sind könnte den Beiden ja auch auferlegt werden, dass sie ihren Oberkörper nicht mehr bedecken dürfen. Und kleine Glöckchen an den Ringen hätten auch was.

Ich bin auf den erneuten (Gast)Auftritt von Varga gespannt. Vielleicht passiert den Beiden da noch etwas. Oder wir sehen die Frauen wieder, welche Sabine am Anfang schon kennen gelernt hat.

Liebe Grüße
354. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 26.06.19 23:47

Zitat

» ... Aber ich verstehe deine Entrüstung nicht so ganz, hast du denn den Arbeitsvertrag nicht gelesen? Dort ist ausführlich beschrieben, welche Folgen eine Teilnahme an dem Spiel haben kann.«


Punktlandung!
Das Kleingedruckte nicht gelesen!

@ Dark Fangtasia,

die Sache mit den Haaren hatten wir schon.
Afro für Sabine und Irokese, gefärbt (wenn ich mich richtig erinnere) für Heike.
Was den Rest angeht, wird uns IronFist in, MAN! Noch vier Tage warten, bald aufklären!

355. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von colle am 29.06.19 12:17

Hallo
Kann nur sagen: Danke , Danke und Danke.
Tolle Geschichte. Ich find es immer wieder erstaunlich vie viel Zeit die Autoren in die Geschichten investieren.
Bitte mach weiter so, auch im Namen aller stillen Leser.
Grüße
colle
356. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 01.07.19 19:53

Hallo Ihr_joe,

irgendwie scheine ich bei dieser Geschichte meine musikalische Ader entdeckt zu haben.

Du hast natürlich Recht, dass die Maya-Stätten in Mittelamerika ein "Must See" sind.
Aber die Reise geht ja noch eine Weile und vielleicht findet sich noch eine prominentere derartige Sehenswürdigkeit.

Bleiben wir also musikalisch:
Ein Zoobesuch der ist lustig,
ein Zoobesuch der ist schön,
denn da kann man fremde Tiere
und noch manches andre sehen ...


Hallo Dark Fangtasia,

ich habe gerade nachgeschaut, Varga taucht in Teil 14 das erste Mal auf.
Persönlich würde ich das nicht mehr zum Anfang zählen, aber vielleicht definierst du das ja etwas weiter als ich.

Mit deiner Einschätzung des Fortschritts der Geschichte liegst du ein wenig zu niedrig, denn wir stehen aktuell bei knapp über der Hälfte.
Allerdings ist deine Vorhersage, dass meine nächste Geschichte ein völlig anderes Setting haben wird, sehr gut. Welches genau das werde ich natürlich nicht verraten.

Und auch zu deinen Vermutungen über den weiteren Verlauf der Handlung werde ich mich natürlich nicht äußern.
Wäre ja auch irgendwie langweilig, oder?

Bezüglich des Puppenspielers von Mexiko, da sage ich nur:
Heute ist nicht aller Tage, ich komm wieder, keine Frage!


Hallo Toree,

da hast du mit deiner Einschätzung des Arbeitsvertrags Recht behalten.
War jetzt aber auch nicht so schwer zu erraten, oder?


Hallo colle,

dann kann ich nur antworten: Bitte schön, gern geschehen!

Es ist richtig, dass sehr viel Arbeit in dieser Geschichte steckt.
Man darf dabei aber nicht übersehen, dass es auch sehr viel Spaß macht eine solche Stück für Stück zu entwickeln.


LG
Fist
357. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 02.07.19 19:05

Teil 33


Heike bekam große Augen und öffnete ihren Mund. Aber erneut brachte sie keinen Ton heraus. Ich musste das hier beenden, sofort! Ansonsten würden wir wieder in einer öffentlichen Vorführung enden. Und die Folgen davon waren schlicht nicht absehbar. Entschlossen löste ich mich aus der Umklammerung des Bodyguards. OK, er hatte nicht wirklich ernsthaft versucht mich davon abzuhalten. Aber es ging hier um ein Zeichen des Widerstands. Nun musste ich meinen Protest auch noch akustisch zum Ausdruck bringen.

» Was machen sie eigentlich hier? «, war das erste was mir in den Sinn kam.

Was war das denn für eine blöde Frage von mir gewesen? Es war in dieser Situation doch ganz egal warum die hier waren. Ich hätte stattdessen lautstark protestieren und klar machen sollen, dass man so nicht mit uns umspringen konnte. Ferdinand runzelte die Stirn und schien von meiner Frage irritiert zu sein. Kein Wunder, wo sie doch eigentlich keinen Sinn ergab.

» Ich besitze in Österreich selbst einen kleinen Zoo und ich wollte mir hier ein paar Anregungen holen! «, beantwortete er meine Frage trotzdem.

Schön dass wir das geklärt hatten. Unnütze Informationen waren genau das, was ich in diesem Moment brauchte. Jetzt reiß dich mal zusammen und zeig diesem Kerl aus welchem Holz du geschnitzt bist.

» Aber jetzt müsst ihr uns bitte entschuldigen! «, unterbrach Ferdinand meine Gedankengänge.

Er drehte sich um und marschierte mitsamt seiner Begleitung davon. Heike und ich blieben sprachlos zurück. Zumindest hatte ich mit meiner unsinnigen Frage erreicht, dass Ferdinand die BH Geschichte vergessen hatte. Oder hatte er uns damit nur necken wollen, um unsere Reaktion zu testen? Mein Schritt hatte jedenfalls eine ziemlich eindeutige Reaktion auf diese Begegnung gezeigt. Denn ich war klatschnass. Heike atmete heftig und starrte Ferdinand nur hinterher. Vermutlich erging es ihr kaum anders als mir. Allerdings war sie die erste, die ihre Sprache wiederfand.

» Da müssen wir jetzt wohl durch! «, meinte sie mit einem sehnsüchtigen Seufzer.

» Was soll das denn bitte heißen? «, fragte ich verwirrt.

» Das wir den Rat von Ferdinand annehmen und unseren Schmuck stolz präsentieren sollten! «

» Bist du jetzt völlig übergeschnappt? So werden uns nur alle anstarren! «

» Ist das nicht der eigentliche Zweck von Schmuck? Aufmerksamkeit auf einen zu lenken? «

Darüber hatte ich noch nie nachgedacht. Durchaus möglich, dass sie damit Recht hatte. Aber es war schon ein großer Unterschied, ob jemand meine Ohrringe oder meine Intimpiercings bewunderte. In diesem Moment griff sich Heike unter das Shirt und zog kurz darauf ihren BH hervor. Jetzt war sie völlig durchgeknallt. Sie hatte doch nicht allen Ernstes vor, so durch den Zoo zu spazieren.

» Komm mach mit, das wird bestimmt spaßig! «, forderte sie mich auf.

» Klar! Warum ziehe ich nicht gleich noch die Shorts aus, damit auch meine Ringe in den südlicheren Regionen besser zur Geltung kommen! «, erwiderte ich sarkastisch.

» Das ist vielleicht etwas zu drastisch, aber Partnerlook obenherum wäre doch lustig. «

Lustig? Also unter Spaß verstand ich etwas anderes. Sie meinte das aber tatsächlich ernst. Da hatte ihr wohl die Lust das Hirn vernebelt. Ich weigerte mich bei diesem Blödsinn mitzumachen. Ohne die Taschentücher waren meine Ringe ohnehin schon sichtbar. Das musste ich nicht auch noch zusätzlich verstärken. Plötzlich fiel mir ein, dass ich in meiner Handtasche immer Papiertaschentücher mit mir herumtrug. Ich suchte danach und stellte mit Erschrecken fest, dass nur noch ein Taschentuch in der Packung war. Meine Freundin grinste deshalb. Blöde Kuh!

» Du hast nicht zufällig noch eine Packung dabei? «, fragte ich.

Heike schüttelte den Kopf, machte sich aber nicht einmal die Mühe in ihrer Handtasche nachzusehen. Ich wusste, dass auch sie immer Taschentücher dabei hatte. Verärgert funkelte ich meine Freundin an. Also schön, dann musste ich eben mit diesem einen Tuch auskommen. Ich zog es aus der Packung und versuchte es in zwei Teile zu zerreißen. Das war gar nicht so einfach, denn im gefalteten Zustand war das Ding ziemlich robust. Also entfaltete ich das Taschentuch um mir die Aufgabe zu erleichtern. Plötzlich wurde es von einem Windstoß erfasst und segelte davon. Verdammt!

» Karma! «, meinte Heike ganz banal.

Das Grinsen auf ihrem Gesicht verriet allerdings, dass sie sich über mein Missgeschick amüsierte. Jetzt musste ich da tatsächlich durch, wie es Heike vorhin so passend formuliert hatte. Wie geplant schauten wir uns noch die Raubkatzen an. Ein Jaguar lag im Schatten unter einem Baum. Selbst diese Katze schien auf unsere Ringe zu starren, denn sie verfolgte uns die ganze Zeit mit ihren Blicken. So langsam wurde ich schon paranoid, denn dieses schöne Tier hatte sicher kein Interesse an unseren Intimpiercings. Anders als die Besucher des Parks. Heike zog jetzt die Männerblicke magisch auf sich und da ich direkt neben ihr ging, wurde auch ich genau gemustert. Ich schämte mich dafür, so herumzulaufen. Und gleichzeitig machte es mich irgendwie an. Da waren sie erneut meine zwiespältigen Gefühle. Am Ende war ich aber froh, als wir wieder im Taxi saßen und damit der allgemeinen Aufmerksamkeit entkommen waren. Jedoch machte mir nun unser Fahrer etwas Sorgen, da er mehr in den Rückspiegel als auf die Straße schaute. Zum Glück endete das nicht in einem Unfall.

Weil wir ziemlich hungrig waren, gingen wir auf dem Schiff direkt zum Abendessen. In dieser Umgebung hier machte es mir überhaupt nichts aus, dass ich meine Ringe öffentlich zur Schau stellte. Im Gegenteil, ich war sogar ein wenig stolz darauf. Eigentlich seltsam, oder? Vermutlich lag das daran, dass hier alle etwas pervers waren und ich dadurch nicht als sexgeiler Freak geoutet wurde. Nach einem köstlichen Mahl gingen wir zurück in unsere Kabine, um zu duschen und uns auf den Abend vorzubereiten.

» Sag mal, darf ich mir heute Abend dein Latexkleid ausleihen? «, fragte Heike.

» Bist du sicher, dass du das tragen willst? Es ist vollkommen transparent und man kommt damit auch kaum vom Fleck. «

» Stimmt schon, aber es gibt wohl keine bessere Methode um das hier zu präsentieren! «

Sie schob die Brust nach vorne und spielte verträumt mit den Fingern an ihren Ringen herum. Es war erstaunlich wie schnell sich Heike mit ihrem neuen Intimschmuck angefreundet hatte. Vermutlich hatte sie jetzt nicht mehr vor die Ringe zu zertrennen, um sie loswerden zu können. Und ich musste eingestehen, dass es mir ähnlich erging. Zumindest solange ich auf diesem Schiff war. Mit diesen Dingern ins Büro zu gehen, das konnte ich mir allerdings gar nicht vorstellen. Bis dahin war aber noch etwas Zeit. Also half ich meiner Freundin sich in das enge Kleid hinein zu quetschen. Sie sah einfach atemberaubend darin aus. Am Ende noch ein paar hohe Pumps dazu und fertig war der Latex Vamp. Ich musste mich wirklich anstrengen, um mit ihr mithalten zu können. Leider war meine Fetisch Garderobe aber noch immer ziemlich klein. Das Lederkleid erschien mir inzwischen sogar zu bieder. Eigentlich kaum zu glauben, denn vor meinem Urlaub hätte ich dieses Kleid bestimmt als ziemlich sexy bezeichnet. Also blieb mir nur noch das schwarze Lackkleid mit den transparenten Ärmeln und dem langen Rückenausschnitt. Während Heike im Bad ihr Makeup auflegte, schlüpfte ich in mein sexy Domina Outfit. Meine Nippelringe zeichneten sich deutlich durch das Material ab, was mich nun aber überhaupt nicht störte. Besonders anregend waren jedoch die Ringe in meinem Schritt. Sie schwangen herum und schlugen beim Laufen sanft gegeneinander. Auf diese Weise würde ich mich beim Gehen selbst stimulieren. Wie aufregend! Heike kam aus dem Badezimmer und sah aus als wäre sie in einen Farbtopf gefallen.

» Findest du dein Makeup nicht ein wenig arg grell? «, fragte ich skeptisch.

» Nein überhaupt nicht. Schließlich will ich heute Abend auffallen! «

Das würde ihr ohne Zweifel gelingen. Aber ich wollte nicht darüber diskutieren und ließ das Thema auf sich beruhen. Als ich in meine Pumps schlüpfen wollte, hatte Heike eine Idee.

» Ich finde du solltest diese scharfen Ballett Treter anziehen. Dann sind wir beide in unserer Bewegung eingeschränkt. Das wäre nur fair. «

» Du hast doch keine Ahnung wie unbequem diese Dinger sind! «, protestierte ich.

» Und wenn schon, wir gehen ins Theater, dort wirst du den ganzen Abend sitzen können. «

» Aber die goldenen Stiefel passen doch überhaupt nicht zu diesem Kleid. Zudem dauert das Schnüren ewig! «, protestierte ich weiter.

» Nicht diese Dinger, ich meine deine gestrigen Schuhe, die von dem Schachspiel! «

Oh verdammt diese Teile hatte ich bereits verdrängt. Weiße Schuhe passten schon besser zu einem schwarzen Kleid. Zudem hatten sie auch keine Schnürung.

» Aber diese Schuhe waren verschlossen bis sich der Electric Suit aufgelöst hatte. Wer weiß was passiert, wenn man diese Dinger ohne den Anzug trägt? «

» Feigling, Feigling! «, neckte mich Heike.

Das ärgerte mich und erzeugte eine Trotzreaktion bei mir. Ich holte die Schuhe aus dem Schrank und setzte mich aufs Bett. Die Ringe in meinem Schritt erzeugten ein heftiges Gefühl, welches mich überrascht aufjapsen ließ. Merke, vorsichtig hinsetzen! Dann drückte ich auf die Schnalle des Schuhs und dieser sprang oben auf. Heike machte ein verblüfftes Gesicht. Kein Wunder, denn sie hatte diesen Mechanismus ja noch nie gesehen. Ich führte meine Fußspitze an die Schuhöffnung und atmete einmal tief durch. Bestimmt machte ich gerade einen Riesenfehler, dann drückte ich auf die Schnalle. Sofort wurde mein Fuß in den Schuh gezogen und es ertönte das bekannte Klicken. Meine Freundin war kurz zusammengezuckt, weil sie das nicht erwartet hatte.

» Was ist passiert? «, fragte sie erstaunt.

» Da wird irgendein Unterdruck erzeugt, so dass dein Fuß in den Schuh gesogen wird! «, erklärte ich.

» Cool! «, war alles was Heike dazu zu sagen hatte.

Ich hingegen fand das klickende Geräusch alles andere als cool. Vor allem fürchtete ich, beim zweiten Schuh noch zusätzlich ein Piepsen zu hören. Dann wäre mein Schicksal wieder besiegelt und ich wusste nicht einmal wie lange. Was wenn es dauerhaft wäre? Ein Kribbeln durchfuhr meinen Körper bei dem Gedanken. Schwachsinn, versicherte ich mir kurz darauf selbst. Sowas wäre gar nicht praktikabel. Heike untersuchte meinen zweiten Schuh und öffnete ihn mit einem Druck auf die Schnalle. Bevor ich reagieren konnte, hatte sie ihn auch schon an meinen anderen Fuß gehalten und die Schnalle gedrückt. Sssup, Klick, Pieps! Und schon war‘s passiert. Oh shit! Ich wusste was passieren würde, aber ich war trotzdem geschockt. Zumal mir erst jetzt wirklich bewusst wurde, dass ich niemanden fragen konnte, wie lange ich gefangen sein würde. Die einzigen Personen die diese Frage beantworten konnten waren im VIP-Bereich. Und dort hatte ich keinen Zutritt. Sollte ich vielleicht Ferdinand anrufen? Nein, ich hatte mich bei ihm schon genug blamiert. Da musste ich nicht auch noch zugeben, dass ich mich freiwillig wieder in diese Schuhe eingeschlossen hatte. Zum Abschluss der Vorbereitungen auf den Abend hatte mir Heike ebenfalls ein kräftiges Makeup verpasst. Ich sah beinahe aus wie ein Clown, aber das war jetzt auch schon egal.

Der Weg zum Theater war ein ziemlich beschwerlicher. Das lag natürlich in erster Linie an Heike, die in ihrem Kleid nur langsam dahinhoppeln konnte. Sie hatte schon auf halbem Wege Schweißperlen auf der Stirn. Aber sie hatte es ja so gewollt. Es war ziemlich offensichtlich, dass sie mächtig angeturnt war, denn ihre Nippel erzeugten große Dellen in dem straffen Latex. Aber auch ich war durch die ständige Stimulation in meinem Schritt schon richtig auf Touren. Hoffentlich würde ich später nicht in einem unpassenden Moment von einem Orgasmus überwältigt werden. Wir waren etwas spät dran, als wir endlich das Theater erreichten. Im Saal hatte ich ein Déjà-vu, denn genau wie bei meinem Besuch mit Karl und Beatrix gab es nur noch freie Plätze in der ersten Reihe. Mit Schrecken erinnerte ich mich an meinen Auftritt in Santinis Show. Aber diesmal würde ich mich ganz sicher nicht melden, falls Freiwillige aus dem Publikum gesucht würden. Nicht dass ich beim letzten Mal wirklich freiwillig gewesen wäre. Das war eher eine Überrumplungstaktik von Karl gewesen. Plötzlich kam mir eine Idee. Heike hatte mich heute Nachmittag im Zoo absichtlich auflaufen lassen. Vielleicht konnte ich mich ja revanchieren und ihr einen Job als Freiwillige verschaffen? Bei diesem Gedanken grinste ich rachsüchtig in mich hinein. Genau wie beim letzten Mal gab es auch jetzt das Problem mit den Stufen im Theater. Heike schaute mich fragend an, wie sie mit ihrem engen Rock dort hinunter gelangen sollte. Ganz langsam, denn Karl stand heute nicht als Träger zur Verfügung. Aber auch ich war ängstlich angesichts dieser langen Treppe. Es gab hier kein Geländer und mit meinen Ballettschuhen war ein Sturz sehr leicht möglich. Beide Arme ausgestreckt trat ich vorsichtig auf die oberste Stufe. Ich war etwas wacklig auf den Beinen, aber es gelang mir das Gleichgewicht zu halten. Und dann folgte die zweite Stufe. Diesmal musste ich mit den Armen rudern bis ich mich gefangen hatte. Sofort stand am Rand ein attraktiver junger Mann auf.

» Darf ich ihnen helfen? «, bot er seine stützende Hand an.

Dankbar nahm ich sein Angebot an und ließ mich von ihm nach unten geleiten. Ganz Gentleman kam er danach auch noch Heike zu Hilfe. Aber anstatt sie wie Karl hinunter zu tragen, sicherte er meine Freundin lediglich ab. Heike war völlig verschwitzt als sie endlich bei mir angekommen war. Ich hakte mich bei ihr ein und führte sie zu zwei freien Sitzen in der Mitte der Reihe. Meine Freundin stöhnte erleichtert, als sie sich hingesetzt hatte. Aber auch ich war froh meine Füße wieder entlasten zu können. Obwohl ich den Eindruck hatte, dass meine Zehen in diesen Schuhen schon schlimmer geschmerzt hatten. Vielleicht gab es ja auch hier einen gewissen Gewöhnungseffekt. Nach etwa fünf Minuten wurde das Licht herunter gedimmt. Die Show konnte beginnen.


Fortsetzung folgt!
358. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 03.07.19 07:38

Super Fortsetzung
359. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 04.07.19 03:24

Schade eigentlich, dass in Geschichten mit High Heels nie erwähnt wird, warum das Tragen von solchen bei Frauen als sexy empfunden wird. Es hat übrigens nichts damit zu tun, dass dadurch die Beine optisch verlängert werden; diese Erklärung ist nichts als ein Euphemismus, der sich allerdings so sehr durchgesetzt hat, dass der tatsächliche Grund den meisten Menschen gar nicht bekannt ist. Es ist übrigens der gleiche Grund, warum in China sehr kleine Füße bei Frauen als sexy angesehen werden.
360. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 05.07.19 13:37

Und genau wie die beiden Freundinnen warten auch wir gespannt auf die Show.

Mich würde es ja freuen, wenn wir ein paar der flüchtigen Bekannten von Sabine vom Anfang (oder dem vorderen Teil) der Geschichte wiedertreffen würden um zu erfahren, wie es ihnen ergangen ist.
361. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 05.07.19 13:42

Zitat
Schade eigentlich, dass in Geschichten mit High Heels nie erwähnt wird, warum das Tragen von solchen bei Frauen als sexy empfunden wird. Es hat übrigens nichts damit zu tun, dass dadurch die Beine optisch verlängert werden; diese Erklärung ist nichts als ein Euphemismus, der sich allerdings so sehr durchgesetzt hat, dass der tatsächliche Grund den meisten Menschen gar nicht bekannt ist. Es ist übrigens der gleiche Grund, warum in China sehr kleine Füße bei Frauen als sexy angesehen werden.


Und ich finde es schade, dass du es hier irgendwie teaserst, den Grund aber nicht angibst.
So hört es sich, für mich jedenfalls, an als wolltest du nur etwas meckern.

Zumal es sicher nicht nur den einen Grund gibt. Verscheidene Menschen finden verschiedene Dinge sexy oder eben nicht.
Ich würde da spontan daran denken, dass mal auf High Heels wahrscheinlich etwas graziler und langsammer geht als mit flachen Schuhen.
362. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 05.07.19 23:22

Zitat
Zitat
Schade eigentlich, dass in Geschichten mit High Heels nie erwähnt wird, warum das Tragen von solchen bei Frauen als sexy empfunden wird. Es hat übrigens nichts damit zu tun, dass dadurch die Beine optisch verlängert werden; diese Erklärung ist nichts als ein Euphemismus, der sich allerdings so sehr durchgesetzt hat, dass der tatsächliche Grund den meisten Menschen gar nicht bekannt ist. Es ist übrigens der gleiche Grund, warum in China sehr kleine Füße bei Frauen als sexy angesehen werden.


Und ich finde es schade, dass du es hier irgendwie teaserst, den Grund aber nicht angibst.
So hört es sich, für mich jedenfalls, an als wolltest du nur etwas meckern.

Zumal es sicher nicht nur den einen Grund gibt. Verscheidene Menschen finden verschiedene Dinge sexy oder eben nicht.
Ich würde da spontan daran denken, dass mal auf High Heels wahrscheinlich etwas graziler und langsammer geht als mit flachen Schuhen.


Ich bin zwar nicht der Zitierte, aber ich gib jetzt mal meinen 'Sempf' dazu, da ich im Verwandenkreis einen FA für Orthopädie iR habe.
Original Großonkel Wolfgang: Alles was über zwei Zentimeter Hacke ist, ist für das Skelett schädlich und spitzt Schuhe so-wie-so! Durch Fehlstellung der Fußknochen.
Bei hohen Haken: Überdehnung der Sehnen und Bänder, Fehlstellung des Sprunggelenkes, Verschiebung der Wirbelsäule bis hin zum Bandscheibenvorfall. Alles möglich.

Was die Spätfolgen angeht, kenne ich eine, mittlerweile 80 jährige Primaballerina.
Für die damit nichts anfangen können, klassische Balletttänzerin der Spitzenklasse.
Die kann heute kaum noch richtig laufen, durch den Spitzentanz.
363. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 06.07.19 00:19

Zuerst einmal Danke für die Fortsetzung!
Wieder sehr gelungen, lieber IronFist...

Aber zu den tollen Schuhen mit dem Dünnen Absatz, der den Damen doch eine sehr schöne Figur beschert, dass so mancher Schnösel sich besseren besinnt und plötzlich zum hilfsbereiten Galan mutiert.

Richtig damit gelaufen und... entsprechend eingesetzt wirkt es auf uns Männer...

Ja, Dark Fangtasia, es ist so, dass die Beine länger wirken, der Po präsenter ist, der Rücken gerader wird und die Brüste dadurch hervorgehoben werden.
Die Schritte werden etwas kürzer, wirken aber nicht getrippelt.
Entsprechend eingesetzt wirkt das gehen auch dominanter, und gibt meist mehr Selbstbewusstsein bei den Trägerinnen.
(Die damit laufen können) -

Ich kenne einige Damen, die wirklich gerne und schmerzfrei damit laufen, darunter sogar eine Bedienung. Erst mit etwa 60 sind deren Absätze auf nur 8 cm geschrumpft. Aber ohne die kann sie nicht mehr schmerzfrei laufen.

Bei den anderen ist die Höhe meist auch geschrumpft, dabei scheint eher der Gleichgewichtssinn ausschlaggebend zu sein.

Ich denke da mit Paracelsus: „dosis facit venenum“ – die Dosis macht das Gift.

Also lieber öfter mal die Höhe wechseln!

Und nur zu den Aktionen anziehen, wo Frau es eben mag.
Speziell glaube ich dann nicht an irgendwelche Auswirkungen, so weit ich das nachvollziehen kann.

Ach ja und Orthopäden, wenn es nach denen ging müßte ich schon seit ewigen Zeiten Rückenschmerzen haben, weil ich mich geweigert habe die Einlagen zu tragen.

Oder meinte der damals, die, wenn mich die Peitsche meiner Herrin trifft.


Ihr_joe

364. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BaldJean am 06.07.19 23:14

Zitat
Zitat
Schade eigentlich, dass in Geschichten mit High Heels nie erwähnt wird, warum das Tragen von solchen bei Frauen als sexy empfunden wird. Es hat übrigens nichts damit zu tun, dass dadurch die Beine optisch verlängert werden; diese Erklärung ist nichts als ein Euphemismus, der sich allerdings so sehr durchgesetzt hat, dass der tatsächliche Grund den meisten Menschen gar nicht bekannt ist. Es ist übrigens der gleiche Grund, warum in China sehr kleine Füße bei Frauen als sexy angesehen werden.


Und ich finde es schade, dass du es hier irgendwie teaserst, den Grund aber nicht angibst.
So hört es sich, für mich jedenfalls, an als wolltest du nur etwas meckern.

Zumal es sicher nicht nur den einen Grund gibt. Verscheidene Menschen finden verschiedene Dinge sexy oder eben nicht.
Ich würde da spontan daran denken, dass mal auf High Heels wahrscheinlich etwas graziler und langsammer geht als mit flachen Schuhen.

Ich will überhaupt nicht meckern; ich finde es nur sehr interessant dass der wahre Grund so wenig bekannt ist. Und ich hatte dir eigentlich zugetraut, diesen Grund zu wissen.

Der Grund ist übrigens, dass durch das Tragen von High Heels die Vaginalmuskulatur trainiert wird, was sich für Männer beim Sex positiv auswirkt. Aus dem gleichen Grund sind Frauen in China über Jahrhunderte, sogar bis in die heutige Zeit, die Zehen unter die Füße gebunden worden. Es ist heutzutage verboten, aber in vielen Regionen von China (China ist groß) immer noch generelle Praxis. Und genau deshalb sieht Beides "sexy" aus (das Eine natürlich nur in China), auch wenn diese Tatsache kaum noch bekannt ist. Irgendwann hat der Euphemismus eben den wahren Grund verdrängt (was in der Geschichte häufig vorkommt).

Dass dies der Grund ist ist historisch belegbar. Ursprünglich wurden übrigens aus genau diesem Grund derartige Schuhe auschließlich von Prostituierten getragen.
365. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 07.07.19 09:41

Hallo IronFist,

freut mich ungemein das die beiden Mädels nun was dauerhates tragen dürfen - die Ringe.
Glaub da haben sie noch vile Freude damit.


Einen schönen Sonntag noch und liebe Grüße
lot
366. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 08.07.19 19:57

Hallo marpsp,

vielen Dank.


Hallo BaldJean,

eigentlich ist es doch ziemlich egal, warum etwas als sexy empfunden wird.
Zudem dürfte es auch kein universelles Sexy geben.

Wie du selbst erwähnt hast, gibt es hier kulturelle Unterschiede.
Und Schönheitsideale verändern sich auch mit der Zeit.

Der wichtigste Punkt dürften aber persönliche Vorlieben sein.
Denn was für den einen sexy ist, das lässt einen anderen vielleicht völlig kalt.


Hallo Dark Fangtasia,

wie sang Freddie einst so schön: The show must go on!
Musik scheint wirklich das Motto für diese meine Geschichte zu sein.

Vielleicht tauchen ja noch ein paar flüchtige Bekannte von Sabine im weiteren Verlauf auf.
Und vielleicht habe ich ja auch bereits einen Hinweis darauf eingestreut.

Alles natürlich rein hypothetisch!


Hallo Toree,

das High-Heels nicht gerade zu den Gesundheitsschuhen gehören, das ist ja jetzt nicht völlig neu.

Und für die Gesundheit schädliches Verahlten ist auch kein neues Phänomen.
Seien dies nun Zigaretten, Botox-Spritzen oder Kleidung wie Korsetts und High-Heels.

Menschen handeln nunmal nicht immer rational.
Und dies gilt vor allem dort, wo der Sexualtrieb oder eine Sucht mit im Spiel sind. Aber auch beruflicher oder sportlicher Ehrgeiz können zu so etwas führen.


Hallo Ihr_joe,

freut mich, dass es dir gefallen hat.

Die Schuhe von Sabine sind allerdings noch einmal ein ganz anderes Kaliber, als es die meisten Frauen im Schrank stehen haben.
Vermutlich dürften deshalb wohl auch nur die wenigsten Frauen mit so etwas vernünftig laufen können. Es sind eben keine Alltagsschuhe und sie dienen hauptsächlich einem erotischen Zweck.

Das hohe Schuhe orthopädisch eher bedenklich sind, das dürfte wohl unbestritten sein.
Aber natürlich bedeutet das nicht, dass jeder im Alter zwingend Probleme damit bekommen wird.

Wie sagte schon mein kettenrauchender 95-jähriger Großvater: Mir machen Zigaretten nichts aus!
Verstorben ist er letztlich nach einem Sturz auf der Treppe. Damit bildet er dann wohl die Ausnahme von der Regel.

Wie du schon selbst sagtest, macht die Dosis das Gift aus.
Je höher allerdings die Dosis, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass es sich negativ auswirken wird.


Hallo lot,

irgendwie habe ich den Eindruck, dass du noch viel mehr Freude an den Ringen hast.
Der Sonntag ist inzischen schon vorbei, also wünsche ich dir dann eine schöne Woche.


LG
Fist
367. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 09.07.19 19:15

Teil 34


» Tri tra trullala, tri tra trullala! «, tönte es aus den Lautsprechern.

Von einem Spot beleuchtet trat eine seltsame Figur auf die Bühne. Sie trug eine schwarz-gelb gestreifte Hose und ein rotes Oberteil mit weißem Kragen, an dem kleine bimmelnde Schellen hingen. Auf dem Kopf saß ein spitz zulaufender Hut mit einem Bommel am Ende. Diese merkwürdige Figur war eindeutig James Varga, allerdings in einer ziemlich kindischen Aufmachung. Das erinnerte mich irgendwie an den Kasper aus einem Kasperletheater. Richtig, jetzt wusste ich auch wieder woher mir dieses tri tra trullala bekannt vorkam. Nur dass dies vermutlich keine Kinderaufführung werden würde. Vargas Kostüm glänzte stark im Scheinwerferlicht und ich war mir ziemlich sicher, dass es aus Latex gearbeitet war. Vielleicht aber auch aus diesem ominösen Vartex. Allein die Erinnerung wie sich dieses Material bei Berührung angefühlt hatte, erzeugte schon wieder einen wohligen Schauer bei mir.

» Der Kasperle ist wieder da! «, kam jetzt aus den Lautsprechern.

Varga machte eine Verbeugung und erntete einen höflichen Applaus. Er schnappte sich ein Mikrofon und legte dann los.

» Hallo lieber Kinder, seid ihr alle da? «

» Ja! «, kam etwas müde zurück.

Was sollte dieser Blödsinn? Hatte er tatsächlich vor hier ein Kasperletheater aufzuführen? Vermutlich hatten sich das die meisten hier gefragt, denn nur wenige Leute aus dem Publikum hatten Varga geantwortet.

» Ich kann euch nicht hören! Kinder seid ihr alle da? «, wiederholte Varga seine Frage.

» JA! «, kam diesmal etwas lauter zurück.

Überzeugend klang das aber noch immer nicht. Wenn Varga so weitermachte, dann würde das eine ziemliche Pleite für ihn werden. Plötzlich ertönte wieder die Stimme aus dem Lautsprecher.

» Sehr geehrtes Publikum, wir möchten sie bitten ihre Kinder jetzt aus dem Saal zu bringen. Das heutige Puppenspiel ist für Minderjährige nicht geeignet! «

Der Kasper machte ein enttäuschtes Gesicht und im Publikum erschallte Gelächter. Vor allem als tatsächlich ein Mann aufstand und den Saal verließ.

» Schlaf schön und grüß das Sandmännchen von mir! «, rief ihm irgendjemand hinterher.

Wieder ertönte Gelächter. Jetzt war das Eis gebrochen und die richtige Show konnte beginnen. Varga ließ den Kinderkram bleiben und begrüßte nun freundlich sein Publikum. Er stellte sich kurz vor und erklärte danach den Ablauf des heutigen Abends. Es sollte so eine Art Improvisationstheater mit Freiwilligen aus dem Publikum werden. Hah, ich hatte es doch gewusst! Also würde ich Heike eine Rolle in diesem Theaterstück aufs Auge drücken. Während des Stücks sollte das Publikum abstimmen, wie die Handlung weiter verlaufen sollte. Dafür gab es in den Armlehnen der Sitze jeweils zwei farbige Knöpfe, einen roten und einen blauen. Diese Dinger waren mir schon bei meinem ersten Besuch im Theater aufgefallen. Natürlich hatte ich sie auch ausprobiert, aber es war danach nichts weiter geschehen. Jetzt wusste ich endlich wozu sie gut waren.

Varga stellte seine Assistentin Andrea vor. Eine extrem attraktive Blondine gesellte sich zu ihm auf die Bühne. Moment mal, diese Frau kannte ich doch. Sie hatte auch schon dem großen Santini assistiert. Ob das ihr Hauptberuf war? Assistentin von XY bei einer Bühnenshow. Die optischen Voraussetzungen hatte sie jedenfalls dafür. Allerdings war sie heute nicht im Paillettenkleid aufgetreten, sondern sie trug nur einen schlichten weißen Bademantel. Was immer sich darunter verbarg, es würde sicher spektakulär aussehen. Denn diese Frau war wirklich eine außergewöhnliche Schönheit. Varga erläuterte, dass seine Assistentin heute die Hauptrolle spielen würde. Er schob ihr Haar ein Stück zurück um zu demonstrieren, dass sie einen winzigen Hörer im Ohr trug. Alle Schauspieler würden heute Abend ein solches Gerät tragen und darüber ihre Regieanweisungen erhalten. Soweit so klar, aber dann kam der alles entscheidende Moment.

» Ich kann ihnen versichern, dass unser kleines Stück für alle Teilnehmer ein aufregendes Erlebnis werden wird. Es sind die Rollen für zwei Frauen und einen Mann zu besetzen. Also wer von ihnen würde gerne mitspielen? «, fragte Varga in den Saal hinein.

Was er wohl machte, wenn sich nicht genug Freiwillige meldeten? Egal, ich packte Heikes Handgelenk und zog es hoch in die Luft. Genauso wie Karl es auch bei Beatrix und mir gemacht hatte.

» Du willst teilnehmen? «, fragte meine Freundin überrascht.

» Nicht ich, du! «, antwortete ich grinsend.

Erst jetzt begriff Heike was ich vorhatte. Sie versuchte ihren Arm zurückzuziehen, aber ich war darauf vorbereitet und hatte sie fest im Griff.

» So wie es aussieht gibt es hier vorne einen Freiwilligen! «, meinte Varga. Ein Scheinwerfer schwenkte zu uns und tauchte uns in ein grelles Licht.

» Wie ich sehe sind es sogar gleich zwei Damen, die in unserem Stück mitspielen möchten. Einen kräftigen Applaus bitte für die beiden reizenden Ladies! «

Erschreckt zog ich meinen Arm wieder zurück. So war das eigentlich nicht geplant gewesen. Dieser Schuss war wohl nach hinten losgegangen. Jetzt grinste Heike schadenfroh. Irgendwie hatte ich das wohl verdient. Durch den lauten Applaus des Publikums gab es für uns kein Zurück mehr. Aber das kannte ich ja bereits, schon wieder ein Déjà-vu!

» Und wie steht es mit den Herren der Schöpfung, eine Rolle ist noch frei. Wollt ihr da vielleicht feige zurückstehen? «, fragte Varga das Publikum ziemlich provokant. Trotzdem reagierte zuerst einmal niemand.

» Hier! «, meldete sich schließlich doch noch eine männliche Stimme von sehr weit oben. Ein weiterer Scheinwerfer schwenkte in Richtung der Stimme. Überrascht stellte ich fest, dass dies der junge Mann war, der uns vorhin die Treppe hinunter geholfen hatte. Ob er sich vielleicht unseretwegen freiwillig gemeldet hatte? Möglich, zumindest hatte er mir vorhin Komplimente über mein gutes Aussehen gemacht. Ich hatte mich gedanklich gar nicht näher mit ihm beschäftigt, aber er sah durchaus schnucklig aus. Unser Ensemble war komplett. Es wäre mir lieber gewesen mich auf die Zuschauerrolle zu beschränken, aber tief in mir drin verspürte ich jetzt trotzdem Vorfreude. Denn die Erinnerung an diese Vartex Statuen befeuerte meine erotischen Fantasien.

Heike und ich schlichen zu der kleinen Treppe, die zur Bühne hinauf führte. Der junge Mann wartete dort bereits lächelnd auf uns. Auch diesmal half er mir die Stufen hinauf. Bei Heike musste er jetzt aber richtig zupacken, denn sie war auch mit Unterstützung nicht in der Lage, die Bühne selbst zu erklimmen. Er nahm meine Freundin auf die Arme, trug sie die paar Stufen hinauf und setzte sie oben wieder ab. Das wirkte zwar nicht ganz so leicht wie bei Karl, aber er hatte seine Aufgabe trotzdem mit Bravour bestanden. Schließlich hoppelten wir unter Applaus weiter bis zur Mitte der Bühne. Varga dankte uns für die Teilnahme und fragte dann nach unseren Namen. Wir erfuhren nun, dass unser männlicher Mitstreiter Ümit hieß. Was für mich etwas überraschend war, denn aufgrund seines dunkelblonden Haares hätte ich keine türkische Herkunft vermutet. Andererseits hatte es mich aber auch noch nie interessiert wo jemand herkam, denn das wirklich wichtige war die Persönlichkeit. Nun richtete Varga wieder das Wort ans Publikum.

» Also Ladies und Gentlemen, lassen sie mich kurz die Protagonisten vorstellen. Unsere reizende Andrea spielt heute Abend Dolly die Puppenkönigin! «

Andrea machte einen Schritt nach vorne und verbeugte sich tief vor dem Publikum. Wofür sie auch prompt etwas Applaus erntete.

» Als nächstes haben wir hier Sabine. Sie spielt Prinzessin Barbie und sie ist die Tochter der Puppenkönigin. «

Ich stellte mich neben Andrea auf und machte ebenfalls eine Verbeugung. Irgendwie war die Rollenbesetzung etwas lächerlich, denn meine Mutter war keine 5 Jahre älter als ich. Aber es ging bei dieser Aufführung wohl auch weniger um Realismus. Als Kind hatte ich immer gerne die Prinzessin gespielt, daher war ich mit meiner Rolle ganz zufrieden.

» Jetzt kommen wir zu Heike. Zuerst einmal möchte ich erwähnen, dass dir dieses Latexkleid ganz ausgezeichnet steht. «

Pfiffe aus dem Publikum unterstützten die Worte von Varga. Aufgrund des starken Makeups war nicht zu erkennen, ob Heike deshalb errötete. Aber ihr Gesichtsausdruck verriet sehr deutlich, dass sie sich über das Kompliment freute.

» Unsere Heike wird Püppi das Hausmädchen spielen. Sie arbeitet für die Puppenkönigin. «

Bei diesem Satz froren die Gesichtszüge meiner Freundin sofort ein. Ihre Freude schien sich schlagartig verflüchtigt zu haben. Ich hingegen schmunzelte in mich hinein, denn ich hatte es eindeutig besser getroffen. Heike biss die Zähne zusammen und machte gute Miene zum bösen Spiel. Sie setzte ein künstliches Lächeln auf, trat neben mich und machte dann ebenfalls eine Verbeugung.

» Last but not least haben wir noch Ümit. Er hat heute eine ganz besondere Rolle und wird die Requisite unterstützen. «

Alle warteten auf weitere Erläuterungen, aber das schien alles an Erklärung zu sein. Mit einem fragenden Gesicht reihte sich auch Ümit bei uns ein und verbeugte sich vor dem Publikum.

» So meine Lieben, hinter der Bühne erwarten euch bereits drei reizende Ladies von der Garderobe. Sie werden euch für die Kostüme vorbereiten. Danach sehen wir uns hier auf der Bühne wieder! «

Varga deutete dabei auf einen Vorhang im rechten Bereich. Andrea blieb auf der Bühne, da sie wohl schon vorbereitet war. Wir Freiwilligen traten hingegen durch den Vorhang. Dort wurden wir von drei Damen im mittleren Alter in Empfang genommen. Zwei der Damen waren eher praktisch mit Jeans und T-Shirt bekleidet, während die Dritte aussah, als würde sie auf eine Fetisch Party gehen wollen. Extrem hohe Pumps, ein ziemlich knapper Latexrock und dazu ein Lack Oberteil, welches kaum in der Lage war ihren gewaltigen Busen zu bändigen. Und die wasserstoffblonden Haare hatte sie zu einer richtigen Löwenmähne auftoupiert. Diese Frau war die perfekte Besetzung für Prinzessin Barbie, war mein erster Gedanke. Hoffentlich würde ich auf der Bühne nachher nicht auch so aussehen, war der zweite Gedanke, der mir in den Sinn kam. Beruhigenderweise war das völlig unmöglich, denn mit der Oberweite dieser Frau konnte ich nicht einmal im Ansatz mithalten. Wer weiß wie viele OPs sie schon hinter sich hatte. Natürlich war es ausgerechnet diese Frau, die für mich zuständig war. Ihr Name war Natalia und sie kam aus der Ukraine. Wie so häufig trog der erste Eindruck ganz gewaltig, denn sie war nicht das Püppchen, für das ich sie gehalten hatte. Ganz im Gegenteil, sie war klug und richtig charmant. Natalia führte mich zu einer Umkleidekabine und sagte mir, dass ich mich komplett ausziehen solle. Danach sollte ich mit einem Bademantel wieder zu ihr kommen. Die Kabine war zwar klein, aber zweckmäßig mit Bank und Kleiderhaken ausgestattet. Ich verrenkte mich, um an den Reißverschluss meines Kleides zu gelangen. Es war schwierig, aber es gelang mir trotzdem ohne Hilfe aus dem Lackkleid zu schlüpfen. Doch dann fiel mir auf, dass ich die Schuhe ja gar nicht ausziehen konnte.

» Natalia, es gibt hier ein Problem! «, rief ich durch den Vorhang.

» Brauchst du Hilfe? «, kam zurück.

» Schon aber ich fürchte, dass du mir auch nicht helfen kannst! «

» Warum? «, fragte Natalia zurück.

» Meine Schuhe sind verschlossen und lassen sich nicht öffnen. «

» Oh wie spannend! «, hörte ich Natalia entzückt sagen.

» Sitzt dein Meister im Publikum? Ich kann zu ihm gehen und die Schlüssel holen! «, schlug Natalia vor.

» Ich habe keinen Meister! «, antwortete ich empört.

» Das tut mir leid für dich! «, meinte Natalia mitfühlend.

» Und wo sind dann die Schlüssel, auf deiner Kabine? «, fuhr sie fort.

» Es gibt keine Schlüssel! «, antwortete ich zerknirscht. Es entstand ein Moment der Stille und dann streckte Natalia ihren Kopf in die Kabine. Sie machte ein ungläubiges Gesicht und ich zeigte ihr, dass es an diesen Schuhen keine gewöhnlichen Schlösser gab. Natalia schien erst irritiert zu sein, doch dann zeigte sich ein Leuchten in ihren Augen.

» Ist das etwa das Modell XT87? «, fragte sie verzückt.

» Modell XT87? «

» Die Schuhe mit Zeitschloss aus Vargas neuer Kollektion! «

Sie tat so, als müsste jede Frau die kennen. Ich hatte aber noch nie von dieser Kollektion gehört. Aber vielleicht konnte mir Natalia ja mehr über diese Schuhe verraten. Und vor allem wann ich diese verdammten Dinger wieder ausziehen konnte. Natalia erzählte mir, dass sie liebend gerne ein solches paar Schuhe besitzen würde. Allerdings konnte sie sich einen fünfstelligen Betrag einfach nicht leisten. Puh, so teuer waren diese Teile? Bei einem solchen Preis hätte man den Tragekomfort aber deutlich verbessern können. Natalia war überrascht, dass ich derart teure Schuhe besaß, aber nicht einmal deren Bedienung kannte. Sie drückte gleichzeitig die Schnallen beider Schuhe und ein Piepsen ertönte. Ich hoffte schon, dass sie meine Schuhe entriegelt hatte. Doch dann schlug die Realität noch härter zu.

» Verbleibende Zeit 15 Stunden, 32 Minuten und 41 Sekunden! «, ertönte eine elektronische Stimme.

Das traf mich wie ein Hammerschlag, ich würde bis zur Mittagszeit in diesen Dingern feststecken. Und Heike war dafür verantwortlich! Warum hatte ich mich nur darauf eingelassen? Plötzlich fiel mir ein, dass morgen der touristische Höhepunkt der gesamten Kreuzfahrt anstand. Die alte Mayastadt Tulum. Ich hatte mich schon die ganze Reise auf diesen Ort gefreut und jetzt war der Besuch wegen dieser blöden Schuhe gefährdet. Verdammt Heike, warum tust du mir das an?

» Dann muss es eben mit den Schuhen gehen! «, schlussfolgerte Natalia.

Ich schlüpfte in den weißen Bademantel und verließ die Kabine. Natalia steckte mir einen kleinen Hörer in mein linkes Ohr und zog dann ein Walkie Talkie aus der Tasche.

» Barbie ist bereit! «, sprach sie in das Gerät.

» Test, eins, zwei, drei! Können sie mich verstehen? «, kam aus meinem Hörer.


Fortsetzung folgt!
368. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 14.07.19 09:22

Habe bisher die ganze Geschichte gelesen und bin begeistert,denn man kann sich gut in die Lage der jeweiligen Probanden versetzen.
369. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Grinser am 14.07.19 11:36

Hallo Iron Fist,

eine sehr schöne und fantasievolle Storry hast du da geschrieben. Und trotzdem fühlt man sich als wäre alles noch im realen Bereich (, bis auf die auflösenden Electrosuits, oder?)

Eine der besten Storrys hier im Board.

Lg Grinser
370. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 15.07.19 17:26

Hallo Eisenfaust

die beiden Mädels haben ja gar keine Scheu mehr sich nackig zu zeigen, wie schön.

Und morgen ist Dienstag - Zeit für ne spannende Fortsetzung. Leider haben wir nur einen je Woche

Bin ja mächtig gespannt wie es weiter geht.

Viele Grüße...
371. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 15.07.19 19:26

Hallo Gummimaske,

das hört man doch immer gerne.
Dann hoffe ich mal, dass du auch den Rest meiner Geschichte lesen wirst.

Als Probandinnen würde ich meine Heldinnen allerdings nicht bezeichnen.
Denn das hört sich für mich irgendwie nach Laborratten für eine medizinische Versuchsreihe an.

Keine Menschenversuche!


Hallo Grinser,

ich danke dir für das große Lob.

Es stimmt, meine SF-Elemente sind immer eine Gratwanderung zwischen Realität und Fantasie.
Wenn es sich für dich aber so anfühlt, als bliebe alles im realen Bereich, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Natürlich bewertet das jeder etwas anders und es gibt dabei auch Grenzfälle.
Ich bin allerdings immer bemüht, die SF nicht zu weit zu treiben, damit der Realismus nicht völlig verloren geht.


Hallo lot,

die beiden Mädels sind doch gar nicht nackig. Zumindest noch nicht.
Und morgen ist deine Wartezeit auch schon wieder vorüber.

Ich will allerdings anmerken, dass ich es nur zu eurem Wohl mache, dass nur eine Folge pro Woche veröffentlicht wird.
Denn Überdosierungen sollen ja schädlich sein!


LG
Fist
372. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 16.07.19 19:04

Teil 35


Ich bestätigte, dass die Kommunikation funktionierte und Natalia funkte den erfolgreichen Testverlauf zurück. Danach brachte sie mich zurück auf die Bühne. Dort war bereits die Kulisse für die erste Szene aufgebaut worden. Eine Liege und ein kleines Tischchen standen unter einem bunten Sonnenschirm. Daneben lag eine große Plane auf dem Boden, auf der ein tiefblauer Swimmingpool aufgemalt war. Ümit war bereits zurück und stand neben Varga und Andrea. Auch er trug jetzt einen weißen Bademantel. Nur Heike fehlte noch. Vermutlich lag das an dem engen Kleid, welches sich nur sehr schwer ausziehen ließ. Warum trugen wir eigentlich alle diese Bademäntel? Man hätte uns doch schon in der Garderobe die Kostüme anziehen können. Eigentlich konnte es dafür nur einen einzigen Grund geben. Unsere Einkleidung sollte Live auf der Bühne stattfinden. Würde ich mich dann vor den Augen aller Zuschauer in eine Barbie Statue verwandeln? Wieder erfasste mich allein durch diesen Gedanken ein wohliger Schauer. Kurze Zeit später kam Heike auf die Bühne gestöckelt. Auch sie trug einen weißen Bademantel, aber im Gegensatz zu mir war sie nicht nackt. Unter dem Bademantel schauten weiße Latexstrümpfe hervor, die einen starken Kontrast zu ihren hohen schwarzen Pumps bildeten. Und auch ihre Hände waren mit weißem Latex bedeckt. Ob Heike vielleicht einen Ganzanzug trug? Ich versuchte an ihrem Kragen eine Bestätigung für meine Vermutung zu finden, konnte dort allerdings kein Latex entdecken.

» Da wir nun vollständig sind, können wir anfangen! «, verkündete Varga.

Im hinteren Bereich der Bühne hob sich ein Vorhang und eine Glaskabine kam zum Vorschein. Auf den ersten Blick sah das wie eine Dusche aus, denn oben in der Kabine gab es einen riesigen Duschkopf. Gehörte das zur Kulisse für die Poolszene?

» Andrea, wenn du bitte beginnen würdest! «, meinte Varga.

Die Assistentin nestelte am Gürtel ihres Bademantels herum und ließ ihn dann zu Boden gleiten. Wir bekamen einen atemberaubenden Anblick zu sehen, denn diese Frau hatte die perfekte Figur. Lange schlanke Beine, ein knackiger Po und dazu mittelgroße feste Brüste. Sie trug einen schwarzen Mikro-Bikini, der ihre offensichtlichen Vorzüge noch weiter betonte. Das Oberteil war derart knapp, dass es gerade einmal ihre Brustwarzen bedeckte. Untenherum war der Begriff Tanga auf ein neues Level gebracht worden. Denn der String grub sich nicht nur hinten sondern auch vorne tief in ihre Ritze. Von einem Höschen konnte man da eigentlich gar nicht mehr sprechen. Ob man von diesem Teil wohl stimuliert wurde? Vermutlich. Andrea drehte eine kleine Runde über die Bühne und präsentierte dem Publikum ihren perfekten beinahe nackten Körper. Sie erntete dafür bewundernden Applaus und einige begeisterte Pfiffe. Ich hatte noch nie etwas für Frauen empfunden, aber bei ihrem Anblick wurde selbst mir warm. Wie musste es da erst den Männern im Publikum ergehen? Vermutlich gab es im Moment so einige Verspannungen unter der Hose. Schließlich machte sich Andrea auf den Weg zu der Glaskabine. Sie öffnete die Tür, trat ein und schloss sie anschließend wieder. Dann gab sie Varga ein Daumen hoch Zeichen. Es dauerte nicht lange und Wasser rieselte auf sie herab. Das Ding war tatsächlich eine Dusche. Andrea schlängelte sich lasziv in dem Wasserstrahl und lieferte eine große Show ab. Ob das bereits zum Theaterstück gehörte?

Szene 1: Die Puppenkönigin Dolly steht unter der Dusche. Lüstern wird sie dabei beobachtet!

Nein, vermutlich nicht. Denn dann würden wir anderen hier wohl nicht mehr in Bademänteln herumstehen. Das Wasser der Dusche musste ziemlich warm sein, denn es dampfte stark und die Haut von Andrea zeigte bereits erste Rötungen. Aber die hübsche Assistentin ließ sich davon nicht beirren. Sie legte in ihrer Performance noch weiter zu und schien die Situation richtig zu genießen. Die Zeit verging und ich fragte mich wie lange das noch so weitergehen sollte. Andrea duschte jetzt schon über 5 Minuten und trotz ihrer Vorführung wartete ich noch immer auf den Clou. Was sollte das? Die Haut von Andrea hatte inzwischen schon ein ungesund aussehendes Rot angenommen. Man sollte vielleicht besser mal die Wassertemperatur etwas herunter drehen. Erst Minuten später fiel bei mir endlich der Groschen. Das Rot hatte sich immer mehr intensiviert und sah mittlerweile ziemlich künstlich aus. Und genau das war der Clou an dieser ganzen Duschszene gewesen. Andrea hatte sich ganz langsam in die knallrote Puppenkönigin Dolly verwandelt. Das verrückte dabei war jedoch, dass nur ihre Hautfarbe gewechselt hatte, während sowohl ihr blondes Haar als auch der schwarze Mikro-Bikini unverändert blieben. Irgendwann stoppte das Wasser schließlich und kurz darauf ertönte das Geräusch von einem Gebläse. Die Haare von Andrea flatterten in dem Luftstrom, so als ob sie überhaupt nicht nass geworden wären. Wie war das möglich? Aber es passierte noch etwas anderes in der Glaskabine. Die rote Hautfarbe von Andrea wurde einen Tick dunkler und begann langsam zu glänzen. Jetzt sah sie tatsächlich wie eine dieser Statuen im VIP Bereich aus, nur eben in einer anderen Farbe. Und im Gegensatz zu den Statuen konnte sich Andrea auch noch bewegen. Eine Einhüllung mit diesem merkwürdigen Vartex erschien mir schon nach dem ersten Kontakt attraktiv, aber ich hatte es mir ziemlich langweilig vorgestellt als Statue nur herumzustehen. Als so eine Vartex Puppe konnte man hingegen ganz normal agieren und die aufkommenden Gefühle auch voll genießen. Die Vorfreude auf meine eigene Dusche stieg. Umso größer war dann die Enttäuschung, als sich der Vorhang wieder senkte, nachdem Andrea ihre Verwandlung zu Dolly abgeschlossen hatte. Und was war mit mir?

Die Puppe Dolly schlüpfte in ein paar hohe schwarze Pumps und fertig war ihr Kostüm. In dem hochglänzenden Vartex spiegelten sich die Scheinwerfer und der schwarze Mikro-Bikini betonte ihre intimen Stellen mehr als er sie verdeckte. Auf der roten Haut wirkte das sogar noch auffälliger als schon zuvor. Hinzu kamen ihre blonden Haare, welche überhaupt nicht zu dem roten Gesicht passen wollten. Die Bezeichnung Puppenkönigin traf es ziemlich gut, denn sie sah extrem künstlich aus. Gleichzeitig konnte es aber niemand an Sexappeal mit ihr aufnehmen. Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist die heißeste im ganzen Land? Es gab darauf nur eine Antwort, zumindest falls der Spiegel etwas pervers war. Die Assistentin Andrea war schon eine spektakuläre Erscheinung gewesen. Aber die Puppenkönigin Dolly war ein bizarres Fantasiewesen, welches aus einem feuchten Männertraum zu stammen schien.

Als nächstes kam Ümit an die Reihe. Er zögerte kurz, als er seinen Bademantel ablegen sollte. Doch schließlich schob er seine Bedenken beiseite und zog den Mantel aus. Ümit war komplett nackt und Dolly hatte einen bleibenden Eindruck in seinem Schritt hinterlassen. Eigentlich war ich darüber nicht sonderlich überrascht. Denn ein Mann musste schon impotent oder schwul sein, um auf Dollys Anblick nicht so zu reagieren. Aber Ümit schien es trotzdem etwas peinlich zu sein. Ein zweiter Vorhang hob sich und eine große Maschine kam zum Vorschein. Direkt daneben stand Natalia, die Ümit signalisierte näher zu kommen. Er ging zu ihr und bekam beim Anblick ihrer enormen Oberweite wahre Stielaugen. Vermutlich trug das nicht unbedingt zur Entspannung in seinem Schritt bei. In die Maschine waren zwei grell pinkfarbene Stoffbahnen eingespannt. Das Material dieser Bahnen sah eigentlich nicht nach Vartex aus. Meine Vermutung wurde umgehend von Varga bestätigt, der dem Publikum erklärte, dass es sich um feinste Seide handeln würde. Sollte aus diesem Stoff das Kostüm von Ümit geschneidert werden? Er zog die Mundwinkel nach unten und ich vermutete, dass das an der Farbe dieser Stoffbahnen lag. Auch ich wäre bei einem rosafarbenen Kleid nicht gerade in Begeisterungsstürme ausgebrochen. Allerdings mochte ich das Gefühl von Seide auf der Haut und irgendwie wäre so ein Kleid auch passend für Prinzessin Barbie gewesen. Aber es ging ja nicht um mich.

Ümit musste sich auf eine der Stoffbahnen legen. Er hing dabei leicht nach unten durch, so wie in einer Hängematte. Sein bestes Stück ragte senkrecht in die Luft. Ich beobachtete meine Freundin und ertappte sie dabei, wie sie sich mit der Zunge lüstern über die Lippen fuhr. Genau wie bei Ümit konnte ich auch bei Heike eine gewisse Erregung erkennen. Und ich muss gestehen, dass mich diese Szene auch nicht völlig kalt ließ. Unbewusst hatte ich die Beine zusammengekniffen, während ich meine Hüfte sanft vor und zurück bewegte. Als ich es bemerkte, hörte ich sofort damit auf. Die zweite Stoffbahn wurde gekippt und dann etwa einen Meter oberhalb von Ümit platziert. Sofort fühlte ich mich an mein Erlebnis in dem Bilderrahmen erinnert. Und ich sollte damit gar nicht so falsch liegen, denn als nächstes senkte sich die zweite Stoffbahn auf Ümit herab. Er würde gleich in rosafarbene Seide eingeschlossen sein. Ob sich das ähnlich anfühlen würde, wie in meinem Gemälde? Vermutlich war es nicht ganz so eng, denn mit Seide konnte man kein Vakuum erzeugen. Dafür war das Material aber deutlich weicher als Plastik und dürfte somit angenehmer auf der Haut sein. Vor allem würde es darunter aber nicht so warm werden, denn das hatte ich noch unangenehm in Erinnerung. Als die Stoffbahn komplett abgesenkt war, zeichneten sich deutlich die Umrisse von Ümit ab. Sein Glied spannte nun ein kleines Zelt weit im Süden auf. Wie wäre wohl ein mediterraner Campingurlaub? Unwillkürlich musste ich darüber schmunzeln. Doch dann passierte etwas, was mich regelrecht schockte. Ein großes Maschinenteil senkte sich ab und begrub die Stoffbahnen samt Inhalt unter sich. Ich fühlte mich stark an eine Presse aus einem Walzwerk erinnert, was vermutlich die Ursache für meinen Schockzustand war. Hoffentlich ging das gut! Die Maschine zischte und kurz darauf entwich seitlich etwas Dampf. Das sah überhaupt nicht gut aus und ich befürchtete das Schlimmste für Ümit. Doch kurz darauf war der Spuk vorbei und das Maschinenteil hob sich wieder an. Mein Eindruck einer Presse war gar nicht so falsch gewesen, denn nun wurden die Konturen von Ümit bis ins Detail abgezeichnet. Das galt auch für sein bestes Stück, denn das Zelt im Süden war einem rosa Baumstamm gewichen. Die beiden Stoffbahnen schienen, rund um Ümit herum, fest miteinander verbunden zu sein, was ihm nur noch minimale Bewegungen erlaubte. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass es ihm ansonsten gut ging. Zum Glück! Zwei Mitarbeiter des Schiffs hoben Ümit samt Rahmen aus der Maschine und stellten ihn einfach an einer Wand ab. Nun begriff ich was Varga damit gemeint hatte, dass Ümit die Requisite unterstützen würde. Er war selbst zu einer Requisite geworden und er würde die Aufführung als passiver rosa Gegenstand erleben. Das kam mir irgendwie bekannt vor. Aber ich hatte diesen ziemlich speziellen Abend trotzdem genossen. Vielleicht würde es Ümit ja genauso ergehen. Der Vorhang senkte sich wieder vor der Maschine, womit Teil 2 der heutigen Transformationen abgeschlossen war. Jetzt blieben nur noch Heike und ich übrig.

Ich musste mich bis zum Schluss gedulden, denn als nächstes kam Heike an die Reihe. Meine Freundin wirkte angespannt, als sie den Bademantel ablegen sollte. Anders als Ümit war sie darunter jedoch nicht völlig nackt. Der von mir vermutete Ganzanzug stellte sich als Irrtum heraus, denn Heike trug tatsächlich nur weiße Latex Strümpfe und Handschuhe. Zusätzlich war meine Freundin noch mit einem sehr knappen schwarzen Latex Kleidchen bekleidet. Der Rock war leicht ausgestellt und bedeckte gerade so ihre Pobacken. Und auch obenherum war man bei diesem Kleid äußerst sparsam mit dem Material umgegangen. Mit anderen Worten, Heikes Brüste waren komplett unbedeckt. Ihr Busen wurde nach oben gepusht, so dass die Oberweite größer erschien. Die schweren Nippelringe von Heike bildeten quasi den krönenden Abschluss des bizarren Outfits. Meine Freundin strahlte die pure Erotik aus, aber auf ihrem Gesicht zeigte sich eher Unsicherheit. Schwer zu sagen warum, denn ihr öffentlicher Auftritt als Pferdchen hatte sicherlich einen höheren Peinlichkeitsfaktor gehabt. Vielleicht war ihre sexuelle Erregung aber einfach noch nicht auf dem gleichen Niveau wie vorgestern in Kingston. Aber das konnte sich ja noch ändern. Nun stöckelte Natalia mit einem Karton auf die Bühne. Sie blieb direkt neben meiner Freundin stehen und machte sich daran ihr Kostüm zu vervollständigen. Als erstes zog sie ein undefinierbares weißes Ding aus dem Karton. Sekunden später war der Kopf meiner Freundin unter weißem Latex verschwunden. Natalia zerrte an der Maske herum und versuchte sie in die richtige Position zu bringen. Nachdem sie richtig saß, verschnürte Natalia diese auf der Rückseite von Heikes Kopf. Dadurch wurden die Konturen vom Gesicht meiner Freundin immer deutlicher. Obwohl es eigentlich nicht mehr das Gesicht von Heike war. Denn nun hatte sie ein dümmlich wirkendes Puppengesicht mit viel zu groß geratenen blauen Kulleraugen. Der Mund meiner Freundin war zu einem O geformt und das kräftige Rot ihrer Lippen verlängerte sich bis in den Rachen hinein. Das sah aus als hätte man eine Manga Figur mit einer Sexpuppe gekreuzt. Ich bezweifelte, dass sie mit dem Latex im Mund überhaupt sprechen konnte. Aber auch ihre Sicht musste stark eingeschränkt sein. Lediglich die Pupillen dieser Manga Augen waren ausgeschnitten, so dass Heike nur zwei kleine Löcher zur Außenwelt blieben. Zumindest dürfte sie problemlos atmen können, denn auch an der Nase befanden sich zwei Löcher in dem Latex.

Und damit kein Zweifel an Heikes neuer Identität aufkam, bekam sie auch noch ein breites Halsband verpasst. PÜPPI war in großen Lettern darauf zu lesen. Zu gerne hätte ich jetzt mein Handy zur Hand gehabt, um ein Foto von meiner Freundin zu machen. Sie sah unglaublich scharf aus und gleichzeitig auch ziemlich lächerlich. Jedenfalls hätte ich sie mit einem solchen Bild ganz wunderbar necken können. Nachdem ihr Natalia eine lockige schwarze Perücke aufgesetzt hatte, war der Puppenlook endgültig perfekt. Meine Freundin Heike war überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen. Sie war jetzt nur noch eine anonyme, nach Sex schreiende Gummipuppe. Eben eine Püppi!


Fortsetzung folgt!
373. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 17.07.19 06:48

Wieder eine wunderbare Fortsetzung.Es zeigt mal wieder,was alles mit Latex angestellt werden kann.
Nun bin ich gespannt,was Varga mit Sabine anstellt.Wahrscheinlich wird dies der Höhepunkt der Veranstaltung?
374. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 17.07.19 06:48

Wieder eine wunderbare Fortsetzung.Es zeigt mal wieder,was alles mit Latex angestellt werden kann.
Nun bin ich gespannt,was Varga mit Sabine anstellt.Wahrscheinlich wird dies der Höhepunkt der Veranstaltung?
375. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 17.07.19 10:41

...ich könnte mir vorstellen, dass Varga mit Sabine etwas ganz besonderes anstellen wird und es würde mich auch nicht wundern, wenn auch Fürst Ferdinand dabei mal wieder seine Finger drin hätte...
376. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 19.07.19 19:18

Hallo Gummimaske,

schön, dass es dir gefallen hat.

Ja Latex ist ein ziemlich vielseitiges Material.
Vor allem dann, wenn man es ein wenig pimpt und das Ergebnis Vartex nennt.

Ich mache mal eine Ausnahme und verrate dir was als nächstes passieren wird.
Aus Sabine wird Prinzessin Barbie.

Aber nicht weitersagen!


Hallo FE,

Vorhang auf und ihr seht ...
Was war das noch gleich? Irgendwie bin ich in letzer Zeit so vergesslich.

So so, Fürst Ferdinand hat also auch seine Finger mit im Spiel.
Wittere ich da eine Verschwörungstheorie?


LG
Fist
377. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 23.07.19 19:04

Teil 36


Das Kostüm von Heike, pardon Püppi, war aber noch nicht komplett. Nun schnallte ihr Natalia ein Tablett vor den Bauch. Ein Lederriemen schlang sich um Püppis Taille und hielt das Teil in Position. Wirklich ungewöhnlich waren allerdings die zwei dünnen Ketten, welche an der Vorderseite des Tabletts befestigt waren und deren Enden in die Nippelringe meiner Freundin eingehängt wurden. Dies diente einerseits zur Stabilisierung, gleichzeitig zog das Gewicht des Tabletts aber auch die Nippel von Püppi in die Länge. Meine Freundin stöhnte leise auf. Kurz darauf hob sie mit ihren Händen das Tablett an, um so die Brüste zu entlasten. Das war eine ziemlich perfide Methode um Püppis Hände unbrauchbar zu machen. Und das sogar ohne richtige Fesseln.

Schließlich war es an mir, meine Verwandlung zur Puppe durchzumachen. Ich war voller Vorfreude, gleichzeitig aber auch ein wenig ängstlich. Ein dritter Vorhang hob sich im hinteren Bereich der Bühne. Zu sehen waren jetzt eine Metallkugel und ein großer rechteckiger Behälter. Die Kugel glänzte stark im Scheinwerferlicht und hatte einen Durchmesser von etwa einem Meter. Der Behälter sah wie ein Container aus, war allerdings ein bisschen kleiner. Ich schätzte seine Höhe auf 2 und die Länge auf etwa 5 bis 6 Meter.

Jetzt glitt auch mein Bademantel zu Boden. Varga zog eine Augenbraue nach oben, als er meinen Körperschmuck erblickte. Zweifellos hatte er meine Nippelringe bereits unter dem Lackkleid entdeckt, aber dass ich im Schritt genauso ausgestattet war, dürfte ihn überrascht haben. Ich war ein wenig stolz darauf, diesen Mann verblüfft zu haben. Natalia stöckelte los und forderte mich auf mitzukommen. Meine Goldringe im Schritt klimperten leise vor sich hin, als ich Natalia folgte. Natürlich nicht ohne die übliche Wirkung bei mir zu erzeugen. Als wir an dem Container angekommen waren, zauberte Natalia einen kurzen Strohhalm aus ihrer Tasche. Bevor ich mir Gedanken über dessen Zweck machen konnte, hatte ich ihn auch schon zwischen meinen Lippen stecken. Das Ding war relativ dick und ragte jetzt einige Zentimeter aus meinem Mund heraus. Was sollte das? Natalia sparte sich jedoch jegliche Erklärungen. Als nächstes kramte sie ein kleines Döschen mit einem durchsichtigen Gel hervor. Vorsichtig verteilte sie dieses Zeugs gleichmäßig auf meinen Nippelringen, was mich mächtig anturnte. Und richtig in Fahrt kam ich dann kurze Zeit später, als sie die gleiche Prozedur an den Ringen in meinem Schritt durchführte. Jaaaa, weiter so! Doch als ob Natalia meine Gedanken gelesen hätte, stoppte sie genau in diesem Moment. Neiiiiin, bitte nicht!

Sie führte mich zu der großen Metallkugel, die seltsam knisterte, so als ob sie unter Spannung stehen würde. Deshalb war ich auch erst skeptisch, als ich meine Hände darauf legen sollte. Würde ich einen Stromschlag bekommen? Vorsichtig tippte ich zuerst mit einem Finger auf die Kugel. Doch nichts passierte dabei. Also legte ich beide Hände auf die blankpolierte silberne Oberfläche. Ich spürte ein Kribbeln auf der Haut und dass sich meine Haare trotz Afro-Look aufstellten. Das war ein deutliches Zeichen, dass ich nun elektrisch geladen war. Besser ich fasste jetzt keine anderen Metallgegenstände mehr an, denn dann würde ich wohl wirklich eine gewischt bekommen. Vor der Eingangstür an der Seite des Containers, gab mir Natalia letzte Anweisungen.

» Du wirst jetzt durch diese Kammer hindurchgehen. Halte dabei deinen Atem an und schließe fest die Augen. Ich werde dich auf der anderen Seite wieder in Empfang nehmen. «

Mir war unklar, was da drin passieren würde. Aber ich vermutete, dass mich im inneren des Containers ebenfalls so eine Art Dusche erwarten würde. Ich nickte Natalia zu, dass ich verstanden hatte und sie öffnete die Tür. Dichte Rauchschwaden waberten aus der Kammer heraus. Das erklärte warum ich den Atem anhalten sollte. Aber ich hätte mir nicht im Traum einfallen lassen, mich irgendwann einmal räuchern zu lassen. War Sabine frisch geräuchert auch besonders lecker? Ich nahm einen letzten tiefen Atemzug, schloss meine Augen und stöckelte dann in den Container. Es war ziemlich warm in dieser Kammer und als ich das Schließen der Tür hörte, bekam ich leichte Beklemmungen. Also los, so schnell wie möglich auf die andere Seite. Ich streckte meine Arme aus, um nicht gegen irgendeine Wand zu laufen. Es war merkwürdig, aber ich hatte das Gefühl als würde sich Wasser auf meiner Haut sammeln. War das vielleicht gar kein Rauch sondern Wasserdampf, der nun auf meiner Haut kondensierte? Das Wasser veränderte sich aber schlagartig, denn nun fühlte es sich irgendwie klebrig an. Als ich meine Finger spreizte, spürte ich dabei einen deutlichen Widerstand. Was auch immer hier gerade passierte, ich sollte mich besser beeilen. Der Weg erschien mir unendlich lang und ich war froh als ich endlich eine Wand mit meiner Hand spürte. Hektisch suchte ich nach einer Türklinke, konnte jedoch keine finden. Also trommelte ich gegen die Wand, bis ich hörte wie sich eine Tür öffnete. Dann packte mich jemand am Handgelenk und zog mich aus dem Container heraus. Sofort wurde es wieder deutlich kühler.

» Du kannst jetzt wieder atmen! «, hörte ich eine Stimme gedämpft sagen.

Erleichtert nahm ich einen tiefen Atemzug durch die Nase. Es roch extrem stark nach Gummi. Angewidert atmete ich deshalb durch den Mund weiter. Ein pfeifendes Geräusch ertönte, als die Luft durch den Strohhalm strömte. Leider musste ich nach ein paar Atemzügen wieder zu dem Gestank zurückwechseln, da ich durch den Mund nicht genug Luft bekam. Als ich meine Augen öffnen wollte, gab es eine böse Überraschung für mich. Sie schienen irgendwie verklebt zu sein, denn ich konnte meine Lider nicht mehr heben. Selbst mit größter Anstrengung klappte es nicht. Oh verdammt, Prinzessin Barbie war blind. Plötzlich hörte ich ein ploppendes Geräusch, weil der Strohhalm zwischen meinen Lippen herausgezogen wurde. Gott sei Dank, jetzt würde ich wenigstens wieder ohne Geruchsbelästigung atmen können. Doch sofort erwartete mich die nächste Überraschung, denn auch mein Mund ließ sich nicht mehr öffnen. Als ich mit der Zunge danach tastete, hatte ich sofort den widerlichen Gummigeschmack im Mund. Bäh! Zwischen meinen Lippen gab es nur noch das kleine Loch, welches der Strohhalm hinterlassen hatte. Ansonsten schien mein Mund aber versiegelt zu sein. Ich hörte eine warnende Stimme, als ich versuchte mit den Händen mein Gesicht abzutasten.

» Lass bitte deine Finger weg, du bist noch nicht ganz trocken! «

Die Aussage hatte mich irritiert, aber ich ließ trotzdem meine Hände wieder sinken. Nicht ganz trocken? Was hatten die mit mir angestellt? Und war das die Stimme von Natalia gewesen? Schwer zu sagen, denn alles hörte sich etwas dumpf an. Plötzlich spürte ich, wie irgendetwas sanft über mein linkes und kurz darauf über mein rechtes Auge strich.

» Jetzt versuch mal deine Augen zu öffnen! «, hörte ich wieder die dumpfe Stimme.

Erneut spürte ich anfangs einen Widerstand, aber diesmal gelang es mir trotzdem die Augen zu öffnen. Ich musste mehrmals zwinkern, um mich wieder an das helle Licht auf der Bühne zu gewöhnen. Doch dann schaute ich in das lächelnde Gesicht von Natalia. Etwas verwirrt hob ich meine rechte Hand an und erblickte etwas Pechschwarzes. Ungläubig starrte ich auf dieses fremdartige Körperteil. Eigentlich hätte ich etwas in dieser Art erwarten sollen, aber mein Hirn weigerte sich noch eine Verbindung zu meiner eigenen Hand herzustellen. Fasziniert beobachtete ich, wie sich dieses schwarze Ding vor meinen Augen bewegte. Doch dann sickerte schließlich die Erkenntnis zu mir durch, dass ich mich in die Puppe Barbie verwandelt hatte. Ich blickte an mir hinab und erkannte, dass sich diese schwarze Schicht über meinen gesamten Körper gelegt hatte. Selbst meine weißen Schuhe waren nun tiefschwarz. Es gab allerdings eine einzige Ausnahme, denn mein Körperschmuck glänzte noch immer in seiner goldenen Pracht. Durch den großen Kontrast zu meinem schwarzen Körper, war er jetzt sogar noch auffälliger. Etwas was ich kaum für möglich gehalten hätte. Zweifellos war ich genau wie diese Statuen mit Vartex eingehüllt worden. Aber wie war das so schnell möglich gewesen? Andrea hatte etliche Minuten geduscht um zu Dolly zu werden. Ich hingegen war maximal 15 Sekunden in dieser Kammer gewesen. Und Natalia hatte in den Container hineingegriffen um mich herauszuziehen, trotzdem zeigten sich auf ihren Armen aber keinerlei Spuren von diesem Zeugs. Das machte alles irgendwie keinen Sinn. Doch dann erinnerte ich mich an die Erzählungen meines Ex-Freunds Bernd. Er arbeitete für ein Unternehmen, welches Metallteile lackierte. Bei einer Pulverbeschichtung wurde ein elektrisch geladenes Werkstück einer elektrisch geladenen Pulverwolke ausgesetzt. Dabei setzen sich die geladenen Partikel der Wolke automatisch auf dem Werkstück ab. Sowas ähnliches musste Varga mittels dieser Metallkugel mit mir angestellt haben. Nur dass ich in diesem Fall als lebendes Werkstück gedient hatte. Deshalb wohl auch das Gel auf meinem Intimschmuck, vermutlich hatte es die elektrische Aufladung der Ringe verhindert. Hier wurde anscheinend tief in die Trickkiste gegriffen. Bei meiner ersten Begegnung mit Varga hatte er die Technik zur Produktion seiner Statuen als ziemlich ausgereift bezeichnet. Nun bekam ich am eigenen Leib demonstriert, was er damit gemeint hatte.

Mein Hören normalisierte sich langsam wieder und der dumpfe Klang verschwand. Das Vartex schien beim Trocknen seine Klebrigkeit zu verlieren, denn ich konnte meine Finger jetzt spreizen, ohne dabei gegen einen Widerstand ankämpfen zu müssen. Die Oberfläche dieses Zeugs schien immer glatter zu werden und es zeigte sich bereits ein erster Glanz. Aber auch die Innenseite meiner Hülle schien eine Veränderung durchzumachen. Ich kam mir vor als wäre ich in eine seidige Watte verpackt worden. Jede kleine Bewegung von mir wurde mit einer Streicheleinheit belohnt. Hmmmm! Diese Statuen hatten ja keine Ahnung was sie durch ihre Bewegungslosigkeit verpassten. Doch dann erinnerte ich mich, dass diese Statuen Transformation ja auch als Bestrafung angewendet wurde. Es musste unglaublich frustrierend sein, sich als Vartex Statue nicht rühren zu können. Zum Glück hatte ich ein deutlich angenehmeres Schicksal. Unbewusst kreiste ich leicht mit meiner Hüfte und genoss die dabei auftretenden Gefühle. Hoffentlich würde dieser Abend nicht so bald enden.

Keine Ahnung wie lange ich geträumt hatte, aber irgendwann nahm mich Natalia an die Hand und führte mich zu Varga zurück. Allein das Hüftkreisen hatte schon tolle Empfindungen bei mir erzeugt, aber beim Gehen wurde ich von angenehmen Gefühlen sogar überflutet. Ich musste mich wirklich zusammenreißen, denn es erschien unglaublich reizvoll, sich einfach gehen zu lassen. Aber dann hätte ich mich wohl nur unkontrolliert auf dem Boden herumgewälzt. Im Geiste versuchte ich mich abzulenken, indem ich über anstehende Arbeiten nach meinem Urlaub nachdachte. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg, wie ich gestehen muss. Inzwischen hatte sich das Vartex auf meiner Haut in einen hochglänzenden schwarzen Spiegel verwandelt. Ich bewunderte die extrem erotischen Bewegungen meines Körpers unter dieser bizarren Hülle.

Der Vorhang zu meiner Transformationskammer senkte sich wieder und Natalia geleitete alle Puppen von der Bühne. Nur Ümit blieb zurück. Jetzt war es also soweit, das Theaterstück konnte beginnen. Hinter der Bühne hörte ich die Stimme von Varga, die dem Publikum den ersten Akt erklärte.

» Die Sommerferien von Prinzessin Barbie haben begonnen. Sie ist aus dem Internat zurück und verbringt ihren ersten Ferientag am heimischen Pool. Barbie macht es sich auf ihrer neuen Luftmatratze bequem und genießt ein ausgiebiges Sonnenbad. «

Danach hörte ich Gelächter aus dem Publikum, allerdings konnte ich mir nicht erklären warum. Besonders komisch war die Ankündigung von Varga ja nicht gerade gewesen.

» Auftritt von Prinzessin Barbie! «, kam aus meinem Ohrhörer.

Ich hatte dieses Teil in meinem Ohr bereits vergessen und erschrak ein wenig, als die Regie zu mir sprach. Merkwürdigerweise hatte ich Lampenfieber, obwohl ich in meiner Rolle keinen Text zu sprechen hatte. Zumindest war das die logische Schlussfolgerung, da mein Mund ja versiegelt war. Jedoch war dies auch meine Premiere in einem Theaterstück und ich war deshalb unglaublich nervös. Zudem war ich auch noch angeturnt, was für meine Konzentration ebenfalls nicht förderlich war. Reiß dich zusammen! Auf einer Luftmatratze zu liegen, das wirst du wohl noch hinbekommen!

Als ich auf die Bühne trat wurde mir sofort klar, warum das Publikum kurz zuvor gelacht hatte. Es lag an meiner Luftmatratze, welche von Ümit gespielt wurde. Er lag auf dem Rücken mitten in dem aufgemalten Pool. Sein pinkfarbenes Glied ragte einladend in die Höhe. Das war doch wohl nicht deren ernst. Die erwarteten tatsächlich, dass ich mich auf offener Bühne auf Ümit legen sollte? Ich war schockiert und gleichzeitig fasziniert. Wie würde es sich wohl anfühlen dieses pinke Seidenteil in meine schwarze Vartex Muschi einzuführen? Im gleichen Moment kam mir aber noch ein anderer Gedanke und ich fasste zur Überprüfung in meinen Schritt. Mein Verdacht wurde bestätigt, auch meine südlichen Regionen waren jetzt mit diesem Vartex versiegelt. Verdammt! Das Publikum kicherte über meine Reaktion und ich kam mir ziemlich blöd vor. Wenigstens konnte niemand sehen, dass mein Kopf knallrot anlief. Die offensichtliche Position war auf der lebenden Luftmatratze also nicht möglich. Aber wie sollte ich mich dann darauf platzieren? Es war eigentlich nur oberhalb des abstehenden Hindernisses möglich. Sollte ich mich auf den Bauch oder auf den Rücken legen? Auch wenn Ümit eigentlich ganz sympathisch war, so wollte ich doch nicht Gesicht an Gesicht mit ihm liegen. Deshalb entschied ich mich für die Rückenlage. Ich stöckelte auf meine Luftmatratze zu und stellte mich breitbeinig über Ümit auf. Hoffentlich konnte er durch die Seide nicht sehen was hier vorging. Ein ziemlich lächerlicher Gedanke, wo mich doch ohnehin schon hunderte Augenpaare aus dem Publikum beobachteten.


Fortsetzung folgt!
378. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 23.07.19 22:57

Danke sehr schön, hach...

Ich frage mich gerade wie die Haare aussehen, eine Prinzessin Barbie in echt schwarz mit krausem Afro, das mit Vartex ummantelt ist?

Na ja, der Vartexliege, ä Matratze wird es egal sein, vielleicht!

Vielen Dank
Ihr_joe
379. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 24.07.19 09:23

Es müssen schöne Gefühle sein,von Vartex umhüllt zu sein.Ich kann mir schon vorstellen,daß diese Aufführung noch einige Überraschungen bieten wird.
380. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von *Gozar* am 24.07.19 14:46

Hi Eisenfaust

Coole Story!
Bringt bei mir das Kopfkino voll in Fahrt. Mach so weiter, ist echt klasse.
Danke für denn tollen Lesestoff! Bis dann
Gruß Gozar
381. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 24.07.19 15:09

...ich finde das Gefühl, komplett in Latex eingehüllt zu sein schon extrem geil. Aber diese Vartex scheint die absolute Steigerung zu sein. Hoffentlich erfindet bald jemand dieses Material...
382. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 26.07.19 19:25

Hallo Ihr_joe,

bitte schön, hach...
Jetzt macht Sabine dem Namen Afro wohl alle Ehre. Und das nicht nur in Bezug auf ihre Frisur.

Schwer zu sagen was die rosa Luftmatratze davon hält.
Aber sie dürfte wohl ein wenig aufgeblasen sein. OK aus diesem Witz war wohl ein wenig die Luft raus.


Hallo Gummimaske,

die Aufführung ist vielleicht gar nicht so ungewöhnlich.
Es sind eher die Kostüme, die den Unterschied ausmachen.


Hallo *Gozar*,

vielen Dank für deine netten Worte.

Was wird denn in deinem Kopfkino gerade gespielt?
Ist es Oscar verdächtig?


Hallo FE,

ich gebe dir recht, das Marketing für unser Vartex funktioniert ganz gut.
Leider hinkt unsere Entwicklungsabteilung aber noch ein wenig hinterher.

Kennst du vielleicht noch ein paar fähige Chemiker, die ich dafür einstellen könnte?
Das erinnert mich irgendwie an den uralten Film "Ein Pyjama für zwei". Ich sage nur VIP.


LG
Fist
383. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 30.07.19 19:10

Teil 37


Vorsichtig setzte ich mich erst auf Ümits Bauch. Dann stützte ich mich seitlich mit den Armen ab und ließ ganz langsam meinen Oberkörper nach hinten gleiten. Jetzt konnte ich deutlich seine Brustmuskulatur an meinem Rücken spüren. Mein Hinterkopf ruhte allerdings direkt auf Ümits Nase, was für ihn wohl ziemlich unangenehm war. Deshalb hob ich meine Hüfte an und rutschte ein Stück nach unten. Als der rosa Baumstamm mit meiner empfindlichsten Stelle zusammentraf, japste ich hörbar auf. Schon diese leichte Berührung bedrohte meine Contenance und ich lief Gefahr die Kontrolle zu verlieren. Ümit verstärkte diese Bedrohung sogar noch, indem er sich leicht bewegte. Ich musste mir jetzt ganz schnell etwas einfallen lassen. Also presste ich meine Oberschenkel fest zusammen, um so alle Bewegungen des Baumstamms zu unterdrücken. Das klappte eigentlich ganz gut, denn die Reibung in meinem Schritt hörte schlagartig auf. Dafür übte der Stamm jetzt aber Druck auf meine Muschi aus. Und es wirkte auch beinahe so als würde dieses rosa Teil zu mir gehören, weil das obere Ende nun zwischen meinen schwarzen Beinen aufragte. Wie auch immer, in dieser Position konnte ich den Stamm zumindest kontrollieren. Auch wenn es mich einiges an Selbstbeherrschung kostete. Mein Hinterkopf lag nun auf Ümits Kinn, was ebenfalls nicht besonders bequem war. Deshalb schob ich meinen Kopf ein Stück zur Seite, so dass er auf Ümits Schulter zu liegen kam. OK, meine Position auf der Luftmatratze war hiermit eingenommen. Allerdings schien die Regie das ein wenig anders zu sehen.

» Bitte nehm die Füße aus dem Wasser! «, schallte es aus meinem Ohrhörer.

Was sollte das denn heißen? Welches Wasser bitte? Doch dann bemerkte ich, dass meine Schuhe auf der blauen Fläche lagen, welche den Pool darstellen sollte. Ich hatte meine Unterschenkel seitlich abgespreizt, um so mehr Druck auf den Baumstamm ausüben zu können. Jetzt verlangten die aber von mir, komplett auf der rosa Luftmatratze zu bleiben. Die Regie hatte jedoch nicht explizit gesagt, dass ich auf ganzer Länge auf Ümit liegen musste. Also legte ich die Beine seitlich neben seine und krallte dabei meine spitzen Absätze in den rosa Seidenstoff um Ümit herum. Auf diese Weise konnte ich mit meinen Oberschenkeln zwar etwas weniger Druck ausüben, aber es reichte immer noch um Ümit damit ruhig zu stellen. Hoffentlich war die Regie damit zufrieden gestellt.

» Bestell dir bei Püppi etwas zu trinken! «, lautete meine nächste Anweisung.

Wie sollte ich das denn anstellen? Hallo Regie, ich kann nicht sprechen! Natürlich bekam ich auf meinen lauten Gedanken keine Antwort. Also musste ich mir wieder etwas einfallen lassen. Püppi stand am Rand der Bühne und wartete auf ihren Einsatz. Ich hob meine Hand und versuchte in ihre Richtung zu schnipsen. Der Versuch scheiterte jedoch kläglich, weil meine Finger durch die glatte Oberfläche des Vartex nahezu geräuschlos übereinander glitten. Also schön, dann eben auf die herrschaftliche Art, schließlich war ich eine Prinzessin. Diesmal hob ich beide Hände und klatschte, so wie ich es schon in Filmen gesehen hatte. Wieder kam durch das Vartex nur ein gedämpftes Geräusch zustande, aber immerhin war es hörbar gewesen. Püppi reagierte darauf und stöckelte vorsichtig los. Meine Freundin schien Probleme mit der Orientierung zu haben, denn sie kam in einem leichten Bogen auf mich zu. Vermutlich war das ihrer eingeschränkten Sicht geschuldet. Ich beobachtete Püppi, wie sie sich immer weiter näherte. Ihr knallroter O-förmiger Mund wirkte extrem obszön, er schrie geradezu nach einem Blowjob. Ob Heike das bewusst war?

Püppi blieb am Rand des Pools stehen und blickte mich mit ihren großen Kulleraugen an. Wie sollte ich meiner Freundin verständlich machen, was ich wollte? Ich führte meine Hand zum Mund und tat so, als ob ich aus einem Glas trinken würde. Püppi nickte, drehte sich um und stöckelte davon. Ihr knappes Röckchen wippte bei jedem Schritt und entblößte dabei immer wieder die knackigen Pobacken meiner Freundin. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Püppi Spaß an der Sache hatte, denn sie zeigte beim Gehen einen völlig übertriebenen Hüftschwung. Sie verschwand von der Bühne und kehrte kurz darauf mit einem Glas Cola auf ihrem Tablett wieder zurück. Meine Freundin versuchte das Glas auszubalancieren und gleichzeitig keinen zu starken Zug an ihren Nippeln zuzulassen. Beides gleichzeitig unter einen Hut zu bringen, schien schwierig zu sein. Konzentriert setzte sie ihre Schritte, das wacklige Tablett dabei immer fest im Blick. Die schwungvollen Hüftbewegungen waren auf wundersame Weise verschwunden. Püppi blieb etwa zwei Meter von mir entfernt stehen und legte den Kopf leicht zur Seite. Fragend starrten mich ihre großen Kulleraugen an. Warum kam sie nicht näher? Die Erklärung war denkbar simpel, weil sie dann in den imaginären Pool gefallen wäre. Püppi nahm die Cola in die rechte Hand und streckte sie mir entgegen. Auch ich streckte meinen Arm aus, konnte das Getränk aber leider nicht erreichen. Meine Freundin beugte ihren Oberkörper ein Stück weiter vor, was aber immer noch nicht ganz ausreichte. Allerdings schlug dadurch die Schwerkraft zu und unterzog Püppis Nippel einem Belastungstest. Es war jetzt definitiv an mir, die fehlenden Zentimeter zu überbrücken. Ich beugte meinen Oberkörper in Richtung Püppi, stütze mich dabei mit dem linken Arm ab und ergriff mit der rechten Hand das Glas. Ümit schien bei meinem Plan aber nicht so ganz mitspielen zu wollen. Die Lockerung seines besten Stücks quittierte er mit auf und ab Bewegungen der Hüfte. Überrascht japste ich auf und hätte dabei fast die Cola in den Pool plumpsen lassen. Ich versuchte die Luftmatratze wieder ruhigzustellen und stellte dabei fest, dass sich mein Unterkörper unbewusst an Ümits Bewegungen angepasst hatte. Auch meine Hüfte glitt jetzt sanft auf und ab. Stopp das, sofort! Oder es geschieht ein Unglück! Zu spät, eine Sekunde später war es um mich geschehen. Mein Körper begann unkontrolliert zu zucken. Merkwürdigerweise hatte ich nur einen sinnlosen Gedanken im Kopf, an dem ich mich verzweifelt festklammerte. Du darfst die Cola nicht verschütten! Als ob mir das meine Würde bewahren würde.

Ich weiß nicht mehr wie lange ich mich in diesem Orgasmus gewunden habe, aber die Sache mit dem Glas war beinahe aufgegangen. Nur wenige Tropfen der Cola waren in dem Pool zu sehen. Dafür war mein Griff aber derart fest, dass das Glas zu zerplatzen drohte. Zu meinem Glück war das aber nicht geschehen, denn dabei hätte ich mich übel verletzen können. Erst jetzt fiel mir auf, dass aus dem Publikum laute Anfeuerungsrufe kamen. Mein Zustand war ihnen also nicht verborgen geblieben. Wie peinlich! In diesem Moment war ich heilfroh, dass ich mich hinter dem Puppenkostüm verstecken konnte. Das war eindeutig Barbies Geilheit gewesen und nicht die von Sabine. Zumindest redete ich mir das ein. In Püppis Gesicht glaubte ich ein schelmisches Grinsen erkennen zu können. Aber das war natürlich nur Einbildung, denn dieses künstliche Puppengesicht war dazu gar nicht in der Lage. Während ich versuchte meine ursprüngliche Position wieder einzunehmen, stöckelte Püppi hüftschwingend davon. Die ganze Aktion hatte mich mächtig ins Schwitzen gebracht und ich war froh etwas zum Trinken zu haben. Auch wenn ich mir in dieser Situation etwas anderes als eine Cola gewünscht hätte. Durstig zog ich an dem dünnen Strohhalm, welcher problemlos durch das kleine Loch an meinem Mund passte.

Als nächstes hatte die Puppenkönigin Dolly ihren großen Auftritt. Sie stolzierte quer über die gesamte Bühne und animierte dabei das Publikum mit ausladenden Armbewegungen. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten, denn die Königin wurde mit kräftigem Applaus und ziemlich eindeutigen Pfiffen begrüßt. Das rote Wesen umrundete meinen Pool und ließ sich schließlich auf der Liege nieder, welche unter dem bunten Sonnenschirm stand. Dort räkelte sich Dolly lasziv herum und verteilte großzügig Kussmünder an das Publikum. Das ganze wirkte alles andere als königlich, ich hatte viel eher das Gefühl ein Web-Cam-Girl bei der Arbeit zu beobachten. Wer weiß, vielleicht hatte Andrea sowas früher ja mal beruflich gemacht. Auf alle Fälle machte sie das verdammt gut, denn auch ich konnte meine Blicke nicht von ihrem perfekten Körper lösen. Nachdem Dolly dem Publikum eine Weile lang eingeheizt hatte, beschloss sie in ihre Rolle als Königin zu schlüpfen. Sie zauberte eine kleine Glocke hervor und begann damit wild zu bimmeln. Die Herrschaft hatte geläutet! Eindeutig ein Zeichen für Püppi, denn diese setzte sich sofort in Bewegung. Der Hüftschwung meiner Freundin war jetzt sogar noch übertriebener, man konnte fast glauben, sie versuchte mit Dolly zu konkurrieren. Angesichts ihrer untergeordneten Rolle als Hausmädchen ein ziemlich gefährliches Unterfangen. Was wenn die Königin empfindlich darauf reagierte?

» Püppi, bring mir bitte einen Sex on the beach! «, ordnete Dolly an.

Ich war überrascht, dass die Königin sprechen konnte. Irgendwie hatte ich aufgrund meines eigenen Schicksals wohl eine pantomimische Aufführung erwartet. Aber es machte durchaus Sinn, dass die Königin Befehle erteilen konnte, während die Untergebenen nur zustimmend nicken durften. Allerdings spielte ich eine Prinzessin, somit also die zukünftige Königin. In diesem Fall lag die Betonung aber eindeutig auf zukünftig. Warum dachte ich nur über so einen Blödsinn nach? Es war vollkommen egal ob die fiktive Prinzessin Barbie irgendwann die Nachfolgerin der fiktiven Königin Dolly wurde.

Püppi machte sich auf den Weg den Cocktail der Königin zu holen. Dadurch verlagerte sich der königliche Fokus auf meine Person. Ich bekam eine Moralpredigt verpasst, dass eine Prinzessin keine Intimpiercings tragen würde. Dafür wäre ich schließlich nicht aufs Internat geschickt worden. Als ob ich mir diese Teile freiwillig ausgesucht hätte. Da ich aber nicht antworten konnte, ließ ich den Wortschwall einfach über mich ergehen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich ohnehin keine vernünftige Erklärung für diese Riesenringe gehabt hätte. Zudem war der Mikro-Bikini von Dolly doch wohl auch alles andere als königlich. Genauso wie die Show, die sie kurz zuvor geboten hatte. Plötzlich fiel mir auf, dass ich tatsächlich nach einer Rechtfertigung für Barbie suchte. Warum, war ich schon so weit in meiner Rolle aufgegangen?

Zum Glück wurde ich erlöst, als Püppi mit dem Drink der Königin zurückkehrte. Der Cocktail war deutlich größer als meine Cola. Und somit natürlich auch das Gewicht, welches auf dem Tablett lastete. Ich glaubte ein leichtes Zittern in den Armen meiner Freundin zu erkennen. Schwer zu sagen ob das durch Anstrengung oder Erregung verursacht wurde. Jedenfalls verzichtete Püppi auf ihren Hüftschwung und steuerte stattdessen sehr bedächtig auf die Königin zu. Diese grinste dabei breit über das gesamte Gesicht. In Verbindung mit ihrer knallroten Farbe wirkte das irgendwie diabolisch. Fehlten eigentlich nur noch die Hörner auf ihrem Kopf. Püppi stellte das Glas auf einem Tischchen neben der Königin ab und stöckelte danach wieder hüftschwingend davon. Das aufreizende Verhalten ihrer Angestellten schien Dolly überhaupt nicht zu gefallen. Deshalb rief sie meine Freundin mit ihrer Glocke sofort wieder zurück.

» Meine Sonnenbrille! «, verlangte die Königin barsch.

Püppi stöckelte von dem Ton völlig unbeeindruckt davon und kehrte kurz darauf mit der Sonnenbrille wieder zurück. Die Königin entließ meine Freundin kopfnickend, woraufhin diese wieder zum Rand der Bühne zurückkehrte. Allerdings nur um eine Sekunde später wieder mit der Glocke gerufen zu werden. Was danach folgte, konnte man eigentlich nur mit Schikane beschreiben. Die Königin ließ sich immer neue Dinge einfallen, die von Püppi gebracht werden sollten.

» Sonnencreme! «

» MP3 Player! «

» Zeitung! «

So lauteten die nächsten Aufträge für Püppi. Natürlich nacheinander und jeder für sich. Meine Freundin schien sich davon aber nicht unterkriegen zu lassen. Im Gegenteil, sie provozierte die Königin, indem sie jetzt Ehrenrunden vor dem Publikum einlegte und dabei kräftig mit dem Po wackelte. Als Belohnung bekam sie dafür anerkennende Pfiffe. Ich musste schmunzeln, weil der Plan der Königin eindeutig nach hinten losgegangen war. Dummerweise bekam ich aber den königlichen Ärger ab. Immer dann wenn Püppi die Bühne verlassen hatte, machte mir die Königin irgendwelche Vorhaltungen. Das erinnerte mich stark an meine Zeit als Teenager. Meine Mutter war ständig in Sorge um mich gewesen und ging mir damals mächtig auf die Nerven. Rückblickend hatte sie durchaus Recht, aber ich mochte es noch immer nicht belehrt zu werden. Und schon gar nicht von einer fiktiven Mutterfigur, die kaum älter war als ich. Nachdem sich das „Hol‘s Stöckchen“ Spiel mit Püppi mehrere Male wiederholt hatte, trat schließlich Varga auf die Bühne und richtete das Wort ans Publikum.

» Hiermit sind wir am Ende der ersten Szene angelangt. Dies ist der Moment in dem sie entscheiden dürfen, wie das Stück fortgesetzt wird. Es stehen dafür zwei verschiedene Kulissen zur Auswahl. Da wäre zum einen der Tennisplatz, auf dem sich die Mitglieder der königlichen Familie gerne fit halten. Oder als zweite Möglichkeit haben wir den Speisesaal, ein Ort für die kulinarischen Genüsse am königlichen Hofe. Es liegt nun ganz allein in ihrer Hand. Drücken sie in ihren Armlehnen den roten Knopf für den Tennisplatz oder den blauen für den Speisesaal. Entscheiden sie bitte jetzt! «

War mein Luftmatratzenabenteuer damit beendet? Vermutlich! Das war eigentlich eine gute Nachricht, denn ich konnte nicht garantieren, dass sich der Cola Vorfall nicht wiederholen würde. Zudem war ich es auch leid mir die ständigen Belehrungen von Dolly anzuhören. Was würde wohl in Szene 2 auf mich warten? Hoffentlich entschied sich das Publikum nicht für den Tennisplatz. Ich war nicht besonders scharf darauf einem kleinen Filzball hinterherzujagen. Und schon gar nicht mit solchen Schuhen. Zwar hatte ich mal ein paar Jahre lang Tennis gespielt, aber ich war darin nie besonders talentiert gewesen. Irgendwann kam dann die Zeit, in der Jungs interessanter wurden als Tennis. Deshalb endete meine Sportlerkarriere ziemlich früh.

» Die Ergebnisse liegen nun vor! «, kam aus den Lautsprechern.

» Sie haben sich mit 62% der Stimmen für den Speisesaal entschieden! «, folgte kurz darauf.


Fortsetzung folgt!
384. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 31.07.19 09:20

Das sind ja perfide Spielchen,man weiß nie,was als nächstes kommt.Auf alle Fälle ist man nach der ersten Szene gespannt,wie es weiter geht.
385. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 02.08.19 19:07

Hallo Gummimaske,

das soll auch so sein, dass man nicht weiß, was kommt.
Und ehrlich gesagt, ergeht es auch mir beim Schreiben so.

Die zweite Szene findet bekanntlich im Speisesaal statt.
Vielleicht ergibt das ja ein "Dinner for one"?


LG
Fist
386. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 02.08.19 23:40

Zitat


Die zweite Szene findet bekanntlich im Speisesaal statt.
Vielleicht ergibt das ja ein \"Dinner for one\"?


Nee Eisen Faust,

Das DARF Varga nicht kopieren, DAS ist einmalig!!!

Außerdem, wie soll Sabine in ihrem Outfit essen?
Bin trotzdem wie ein Flitzebogen gespannt, wie es weiter geht.

LG
Toree
387. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 04.08.19 19:27

Hallo Toree,

niemand kann diesen Klassiker kopieren.

Und sind wir mal ehrlich, es geht dabei auch nicht wirklich ums Essen.
Alkohol ist Trumpf und dessen Konsum sollte auch mit Sabines Kostüm möglich sein. Durch den Strohhalm sogar mit noch größerem Effekt.

Aber ein paar Running Gags könnte man durchaus adaptieren:
- Ümit spielt das Tigerfell, über das Heike bei jedem Gang stolpert
- Sabine macht den Sir Toby und lässt sich jedesmal etwas mehr einschenken
- und Heike lässt als Admiral von Schneider die Hacken knallen (allerdings würde das zugehörige "Skål" wohl notgedrungen ausfallen müssen)

Problematisch wäre aber das Fehlen des wichtigsten Satzes überhaupt: The same procedure as last year?
Also muss sich Varga wohl doch etwas anderes einfallen lassen.


LG
Fist
388. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 05.08.19 00:04

Zitat
Hallo Toree,

niemand kann diesen Klassiker kopieren.

Und sind wir mal ehrlich, es geht dabei auch nicht wirklich ums Essen.
Alkohol ist Trumpf und dessen Konsum sollte auch mit Sabines Kostüm möglich sein. Durch den Strohhalm sogar mit noch größerem Effekt.

Aber ein paar Running Gags könnte man durchaus adaptieren:
- Ümit spielt das Tigerfell, über das Heike bei jedem Gang stolpert
- Sabine macht den Sir Toby und lässt sich jedesmal etwas mehr einschenken
- und Heike lässt als Admiral von Schneider die Hacken knallen (allerdings würde das zugehörige \"Skål\" wohl notgedrungen ausfallen müssen)

Problematisch wäre aber das Fehlen des wichtigsten Satzes überhaupt: The same procedure as last year?
Also muss sich Varga wohl doch etwas anderes einfallen lassen.


LG
Fist


OKay, Ümit als Tiegerfell, das konnte gehen und dann wird über den 'Fahnenmast' gestolpert.
Das könnte ich mir schon gut vorstellen, ja der berümte Satz muss weg. Der passt nicht.
Aber du wirst uns ja bald aufklären.
389. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 05.08.19 19:04

Hallo Toree,

dem "Fahnenmast" scheint ein schwerer Sturm bevorzustehen.
Autsch!


LG
Fist
390. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Klett-max am 05.08.19 21:36

Hallo Iron Fist,

zuerst mal vielen Dank für Deine Phantastischen Geschichten. Die sind echt toll und voller Überraschungen.

Wegen Deiner "Zwischenkommentare" im Thread, die immer wieder das Ganze auflockern, habe ich Deinen Nick etwas daran angepasst:
IRONie FIrST


Jetzt kommt noch meine Vermutung, was Sabine und Ümit betrifft:
Ümit wird wieder als Sitzgelegenheit für Sabine "herhalten" müssen. Wenn es ein Festgelage wird, dann wird ihre "Mitte" Seiner wieder recht nahe kommen. KOMMEN ist da auch ein eindeutig lustvoll zweideutiges Stichwort. Man kann ja auch die Speisefolge etwas an ihre ähm variierte Anatomie anpassen: Vorsuppe, Pürree mit Sauce, Schlemmercreme und dazu jeweils das passende Getränk. Die Königin bekommt natürlich Suppe mit Einlage, Gemüse und Fleisch zum Pü und einen Bananensplit zum Dessert.
Und Heike bekommt bestimmt wieder mehr Kilometergeld als Applaus. LEDES Teil wird einzeln gebracht, Zwischenwünsche gibt's immer, und fein einzeln wieder abserviert.
391. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 06.08.19 18:48

Hallo Klett-max,

als neuen Leser heiße ich dich herzlich willkommen.

Es freut mich, dass du meine Kommentare magst.
Noch viel wichtiger ist mir jedoch, dass du auch die Geschichten toll findest. Daher sage ich einfach mal danke!

Müsste ich mir einen neuen Nickname aussuchen, dann würde ich wohl eher "Humor First" wählen.
Aber als Wortspiel funktioniert deine Interpretation natürlich wesentlich besser.

Bei deiner Vorhersage muss ich wohl auf die von dir gewählte Beschreibung meiner Geschichten zurückgreifen.
Ich denke ich werde dich mit einer überraschenden Überraschung überraschen!


LG
Fist
392. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 06.08.19 19:23

Teil 38


Puh, welch ein Glück! Dieser Kelch war noch einmal an mir vorübergegangen. Auch wenn ich nicht genau wusste was mich im Speisesaal erwarten würde, so war ich mir doch ziemlich sicher, dass dies die bessere Wahl für mich war.

» Bitte komm hinter die Bühne! «, kam aus meinem Ohrhörer.

Vorsichtig erhob ich mich von meiner Luftmatratze. Ümit hatte erneut versucht seine Chance zu nutzen. Aber diesmal war ich vorbereitet gewesen und hatte meinen Unterkörper schnell genug aus der Gefahrenzone gebracht. Meine Knie waren etwas wacklig, als ich wieder auf den Beinen stand. Etwas unbeholfen stakste ich hinter die Bühne, wo mich bereits Püppi und Dolly erwarteten. Obwohl das Interesse der Königin eigentlich mehr auf Varga gerichtet war. Sie schmiss sich mächtig an den Mann heran und die Beule in seinem Schritt bewies, dass sie dabei durchaus erfolgreich war. Ich stellte mich neben meine Freundin und nickte ihr kurz zu. Wie gerne hätte ich mich jetzt mit ihr ausgetauscht. Aber unglücklicherweise waren wir ja beide zum Schweigen verurteilt, weshalb ich auch nur ein kurzes Kopfnicken als Antwort bekam. Während der Umbauarbeiten auf der Bühne waren wir mehr oder weniger gezwungen Dolly und Varga zuzusehen. Der anfängliche Flirt hatte sich in eine heftige Knutscherei verwandelt. Obwohl ich keinerlei Interesse an Varga hatte, war ich trotzdem ein wenig neidisch auf Dolly. Aber warum? Vielleicht wünschte ich mir insgeheim, dass auch mein Po so durchgeknetet wurde, wie es im Moment mit dem knackigen roten Hinterteil der Königin geschah. Zum Glück mussten wir uns den finalen Akt nicht mit ansehen, denn es ging auf der Bühne weiter. Dolly hatte diesmal als erste ihren Auftritt.

Einige Minuten später war dann auch ich wieder an der Reihe. Auf der Bühne stand jetzt eine mehrere Meter lange Tafel, die mit Blumenvasen und silbernen Leuchtern dekoriert war. Die Königin thronte auf einem opulenten Sessel, welcher am Kopfende des Tisches stand. Auf der gegenüber liegenden Seite stand ein schlichter leerer Holzstuhl, welcher vermutlich für mich gedacht war. Ich hatte mich schon in Filmen immer darüber gewundert, warum man sich in einem so großen Abstand an den Tisch setzte. Für eine normale Konversation musste man sich gegenseitig zurufen. Andererseits würde es wegen meiner besonderen Umstände aber ohnehin keine Unterhaltung geben. Und wenn mir dadurch die ständigen Belehrungen der Königin erspart blieben, dann sollte mir das recht sein. Ich schaute mich weiter auf der Bühne um und erblickte ein Stück abseits Ümit. Er stand jetzt aufrecht und schien in eine Art Rahmen eingespannt zu sein. Keine Ahnung was das darstellen sollte.

» Bitte nehm am Tisch Platz! «, hörte ich die Stimme der Regie.

Ich stöckelte auf den einfachen Holzstuhl zu und zog ihn ein Stück zurück. Dieses Teil besaß noch nicht einmal eine gepolsterte Sitzfläche. Stattdessen erblickte ich ein Rosenmuster, welches so tief in die hölzerne Oberfläche geschnitzt war, dass man hindurchsehen konnte. Wenn man längere Zeit auf diesem Stuhl saß, dann zeichnete sich das Muster bestimmt auf dem Po ab. Hatte ich das meiner „Mutter“ zu verdanken? Verärgert über meine unbequeme Sitzgelegenheit, funkelte ich die Königin böse an. Diese grinste jedoch nur hämisch zurück, was mich noch mehr ärgerte. Also schön du königliches Miststück, du hast es nicht anders gewollt! Ich würde dieser roten Hexe eine Lektion erteilen, auch wenn ich noch nicht wusste wie. Unwillig ließ ich mich vorsichtig auf dem Stuhl nieder. Sofort spürte ich, wie sich die unebene Sitzfläche unangenehm an meinem Hinterteil bemerkbar machte. Um eine möglichst angenehme Sitzposition zu finden, rutschte ich auf dem Stuhl hin und her. Doch dann passierte plötzlich etwas, was mich völlig aus dem Konzept brachte. Einer der Ringe in meinem Schritt rutschte durch das Rosenmuster hindurch und baumelte danach unterhalb der Sitzfläche. Durch den plötzlichen Ruck an meiner linken Schamlippe stöhnte ich laut auf. Ein wohliger Schauer breitete sich über meinen gesamten Körper aus. Unbewusst hatte ich meine Augen geschlossen, um mich den aufkommenden Gefühlen hinzugeben. Doch schon im nächsten Moment besann ich mich wieder und riss die Augen auf. Das hämische Grinsen der Königin hatte sich in ein lautstarkes Lachen verwandelt. Und das Publikum stimmte jetzt auch noch mit ein. Verdammt noch mal, ich wurde hier lächerlich gemacht. Blöderweise hatte mich dieser Vorfall aber auch ziemlich angemacht. Ich war hin und hergerissen zwischen Scham und Lust. Wenn ich nicht höllisch aufpasste, dann würde ich auf dieser Bühne bald ein zweites Mal die Kontrolle verlieren. Nicht dass ich einem Orgasmus völlig abgeneigt wäre, aber es war schon ziemlich peinlich, wenn man gleich mehrfach in der Öffentlichkeit kam. Sollte ich den Ring wieder vorsichtig nach oben ziehen? Vermutlich bestand dann die Gefahr, dass sich der Vorfall wiederholte, sobald ich mich auf dem Stuhl bewegte. Vielleicht wäre es sogar besser, den zweiten Ring ebenfalls frei schwingen zu lassen. So könnte ich wenigstens nicht überrascht werden. Und vor allem würde ich auf diese Weise Selbstbewusstsein demonstrieren. Frei nach dem Motto, was kümmert mich die Meinung anderer. Das entsprach zwar nicht wirklich meinem Innenleben, aber das konnten die Zuschauer ja nicht wissen. Also fummelte ich auch den zweiten Ring durch das Rosenmuster. Natürlich blieb der entstandene Zug auch diesmal nicht ohne Wirkung, aber ich wurde zumindest nicht davon überrascht. Ich zwang mich die Augen geöffnet zu halten und versuchte möglichst unbeeindruckt zu wirken. Erneut lief ein angenehmes Kribbeln über meine Haut, aber es blieb alles im grünen Bereich.

Die Tafel war bereits für ein Diner eingedeckt, es fehlten nur noch Essen und Getränke. Deshalb läutete Dolly mit der Glocke nach ihrer Angestellten. Meine Freundin setzte sich sofort in Bewegung und steuerte von hinten auf Ümit zu. Mit der rechten Hand gab sie der rosa Luftmatratze einen Schubs, wodurch diese sofort zur Seite wegklappte. Püppi trat durch den leeren Rahmen und stöckelte dann auf die Königin zu. Jetzt begriff ich endlich was das sein sollte, man hatte Ümit zu einer Tür umfunktioniert. Er klappte zurück und schon wenige Sekunden später war die Tür wieder geschlossen. Ich hatte keinen Zweifel, dass Püppi in dieser Szene ein mächtiges Gerenne bevorstand. Und jedes Mal würde sie dabei durch diese rosa Tür treten müssen. Ümit standen wohl so einige Berührungen meiner Freundin bevor.

» Püppi, serviere uns bitte den Wein! «, lautete bei Tisch die erste Anweisung der Königin.

Der Ton von Dolly hatte sich wieder normalisiert. Vielleicht hatte das kurze Intermezzo mit Varga ihre Stimmung aufgehellt. Meine Freundin nickte und machte kehrt. Wie beim ersten Mal gab sie der rosa Tür einen leichten Schubs. Jedoch bewegte sich Ümit kein Stück, so dass sie direkt in ihn hineinlief. Püppi hatte Glück, dass diese Tür nicht ganz so hart war wie eine richtige. Zumindest die allermeisten Teile davon. Denn weit im Süden gab es noch immer einen Baumstamm, welcher der Schwerkraft trotzte. Meine Freundin schüttelte sich kurz und wirkte etwas verwirrt. Dann schien sie aber zu begreifen. Offensichtlich hatte irgendjemand vergessen das Schild „Ziehen“ an dieser Tür anzubringen. Eigentlich konnte man einfach seitlich an der Tür vorbeigehen, weil es dort überhaupt keine Wände gab. Aber vermutlich hatte Püppi die Regieanweisung durch diese Tür zu gehen. Sie trat einen Schritt zurück und schien zu überlegen. Kein Wunder, denn diese Tür besaß überhaupt keine Klinke zum Ziehen. Es gab nur einen einzigen Gegenstand, der aus dieser Tür herausragte. Und daran zu ziehen war … nennen wir es mal unangebracht. Meine Freundin schien zu dem gleichen Schluss gekommen zu sein, denn sie versuchte zuerst mit den Fingern zwischen Tür und Türrahmen zu kommen. Als ihr das nicht gelang, griff sie schließlich doch vorsichtig nach Ümits bestem Stück.

» Uuuh! «, kamen vereinzelte Laute aus dem Publikum.

Auch wenn ich die männliche Perspektive natürlich nicht kannte, so konnte diese Aktion eigentlich nicht so schlimm für Ümit gewesen sein. Oder etwa doch? Ich vermutete eher, dass er das durchaus genossen hatte. Püppi stöckelte durch die Tür und verschwand schließlich von der Bühne. Meine Hoffnung den Vorhaltungen der Königin bei Tisch zu entkommen, war vergeblich gewesen. Diesmal warf sie mir vor, dass ich mich zu oft in die Sonne legen würde. Vornehme Blässe wäre angeblich für eine junge Dame aus königlichem Hause angemessen. So langsam wurde es wirklich lächerlich. HALLO, ich habe mir diese schwarze Hautfarbe nicht ausgesucht!!! Zudem sollte sie besser mal in einen Spiegel schauen. Sie sah selbst so aus, als hätte sie die letzten Tage in der prallen Sonne verbracht. Allerdings hatte sie sich dabei einen äußerst ungesund aussehenden Sonnenbrand eingefangen.

Ich stellte auf Durchzug und hörte dem Blödsinn nicht länger zu. Stattdessen begann ich die Kostümwahl für diese Szene zu hinterfragen. Die Königin saß in ihrem Mikro-Bikini am Tisch und ich war praktisch nackt. Nicht gerade realistisch für ein königliches Mahl. Aber natürlich war dies auch nicht unbedingt ein anspruchsvolles Theaterstück. Hier ging es weniger um den künstlerischen Ausdruck als vielmehr um den körperlichen Eindruck. Püppi kehrte mit einer Flasche Wein auf ihrem Tablett zurück. In diese Richtung stellte die Tür kein größeres Hindernis dar und Püppi verpasste ihr zum Öffnen einen leichten Tritt mit dem Fuß. Vermutlich hatte meine Freundin das Tablett nicht loslassen wollen und deshalb diese Methode gewählt. Ümit schwang zur Seite und Püppi stöckelte durch die Tür hindurch. Am Tisch angekommen schenkte sie der Königin ein halbvolles Glas Rotwein ein. Und sofort wurde sie von Dolly belehrt.

» Damit ein Gast zuerst probieren kann, schenkt man anfangs nur eine kleine Menge Wein ein. «

Diese Frau konnte wohl einfach nicht aus ihrer Oberlehrerrolle heraus. Ausnahmsweise war aber mal jemand anderes das Ziel ihres Tadels. Trotzdem war er so unqualifiziert wie gewohnt. Wir waren hier nicht in einem Restaurant sondern bei Hofe. Sollte es dort nicht eigentlich einen Vorkoster geben, dessen Aufgabe es war die Speisen und Getränke zu probieren? Jedenfalls würde mich ein Giftanschlag auf diese Königin nicht sonderlich überraschen. Püppi nickte zu den Ausführungen der Königin und kam danach zu mir. Sie schenkte mir, wie kurz zuvor verlangt, nur eine kleine Menge Wein ein.

» Nein, nein, nein, nur der Gastgeber probiert. Hat man dir denn keine Umgangsformen beigebracht? «, zeterte die Königin.

So langsam reichte es aber wirklich. Vermutlich würde sie Ümit als nächstes vorwerfen, dass seine Tür zu rosa war. Püppi schenkte mir etwas mehr ein und steckte schließlich noch einen Strohhalm in mein Glas. Etwas irritiert runzelte ich die Stirn. Rotwein durch einen Strohhalm zu trinken war wenig königlich, das hatte eher etwas von Mallorca. Doch dann erinnerte ich mich wieder, dass ich anders ja gar nicht trinken konnte.

» Püppi, serviere uns als nächstes die Suppe! «

Die Königin war wieder zu ihrem barschen Ton zurückgekehrt, mit dem sie Püppi schon am Pool herumkommandiert hatte. Diese Frau braucht dringend Sex, kam mir als Gedanke. Vielleicht konnte Varga sie ja etwas zur Räson bringen. Meine Freundin stellte die Weinflasche auf dem Tisch ab und machte sich dann auf den Weg. Allerdings nicht ohne der Königin ihre Meinung zu zeigen. Betont provozierend setzte Püppi jetzt wieder ihren Hüftschwung ein. Sie griff beherzt nach der ungewöhnlichen rosa Klinke, wodurch die Tür schwungvoll aufflog. Powackelnd schritt sie hindurch und stolzierte danach von der Bühne. Ich musste wegen der königlichen Reaktion schmunzeln. Ihre Augen schossen meiner Freundin Blitze hinterher und ich glaubte sogar ein leises Knurren zu vernehmen. Gut gemacht Püppi!

Doch nun startete wieder das Übliche, weitere Vorwürfe an mich. Ich kann nicht einmal genau sagen was es diesmal war, denn ich hörte überhaupt nicht mehr zu. Stattdessen überlegte ich mir, wie ich mich an Dolly revanchieren konnte. Sollte ich vielleicht meine Freundin kopieren, um die Königin zu ärgern? Eigentlich keine schlechte Idee. Aber leider nicht umsetzbar, da ich nicht wie Püppi herumlaufen musste. Vielleicht konnte ich sie ja auf eine andere Art provozieren? Ich spielte mit den Fingern an meinen Nippelringen und streckte die Zungenspitze durch das kleine Loch am Mund. Jetzt schossen ihre Blitze in meine Richtung und die Königin wurde immer lauter. Sehr gut, es funktionierte. Dummerweise musste ich aber sehr schnell wieder von meinen Nippeln ablassen, denn ansonsten hätte ich die Schwelle zu einem Höhepunkt überschritten.

Zu meiner Unterstützung kam schließlich Püppi auf die Bühne zurück. Auf ihrem Tablett standen zwei volle Suppenteller und es schien extrem schwierig zu sein diese auszubalancieren. Ganz vorsichtig setzte Püppi ihre Schritte und wie beim letzten Mal nutzte sie einen Fuß um die Tür zu öffnen. Meine Freundin wirkte hoch konzentriert, als sie direkt auf mich zusteuerte. Ich kannte mich mit höfischer Etikette zwar nicht aus, aber ich vermutete stark, dass die Königin immer zuerst bedient werden musste. Anscheinend plante meine Freundin ganz bewusst dagegen zu verstoßen, nur um Dolly noch weiter auf die Palme zu bringen. Bei mir angekommen nahm Püppi einen Teller in die Hand. Sie versuchte diesen vor mir auf den Tisch zu stellen. Das Gewicht des zweiten Tellers zog jedoch mächtig an ihren Nippeln, wodurch das Tablett eine gefährliche Schieflage bekam. Sicherheitshalber nahm ich meiner Freundin den Teller ab und stellte ihn selbst auf den Tisch. Die weiße Suppe war sämig und sie roch nach Spargel. Wundervoll, ich liebte Spargelcremesuppe. Aber wie sollte ich sie essen?

Der Königin blieb Püppis Affront natürlich nicht verborgen. Sie wäre wohl vor Wut rot angelaufen, sofern sie nicht bereits diese Farbe gehabt hätte. Dolly stampfte mit dem Fuß auf den Boden und rief ihre Angestellte mit einem Fingerzeig zu sich. Diese gehorchte zwar, aber sie war dabei noch langsamer als zuvor. Meine Freundin trieb es bis auf die Spitze. Hoffentlich würde sie das nicht irgendwann bereuen müssen. Püppi war mit ihren Provokationen aber noch nicht am Ende. Sie machte eine ungeschickte Bewegung und schwups landete der zweite Teller Suppe im Schoss von Dolly. Ich konnte mich nicht zurückhalten und lachte schadenfroh los. Zumindest soweit mir das mit geschlossenem Mund möglich war. Auch das Publikum brach in schallendes Gelächter aus. Die Königin schien das allerdings weniger komisch zu finden. Sie sprang auf und fuhr Püppi zornentbrannt an.


Fortsetzung folgt!
393. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 07.08.19 06:32

Wer denkt sich solch eine Inszenierung nur aus?Ich befürchte ,daß dies erst der Anfang von einigen Provokationen sein wird.
394. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 07.08.19 10:37

Ich bin ja gespannt, was am Ende des Theaters / der Aufführung den beiden davon bleibt?

Werden alle Veränderungen rückgängig gemacht oder bleiben einige bestehen?

Oder gibt es noch eine extra Strafe dafür, dass beide nicht so ganz brav mitspielen?

Da heißt es einfach warten auf die nächsten Teile. Freue mich schon drauf.
395. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 07.08.19 19:45

...Oder vielleicht eine extra Belohnung statt Strafe...

Es geht ja darum das Publikum mit Theater zu unterhalten - das machen sie ja sehr gut


Klasse Geschichte - Vielen Dank und bitte weiter so!
396. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 09.08.19 19:39

Hallo Gummimaske,

ich bekenne mich schuldig.
Diese Inszenierung ist meinem kranken Hirn entsprungen.

Weitere Provokationen? Womöglich!
Aber vorher dürfte wohl ein Echo zurückkommen.


Hallo Dark Fangtasia,

wie heißt es so schön: Irgendwas bleibt immer. Und sei es nur eine Erinnerung.

Welche Strafe gibt es wohl dafür, wenn Barbie ihre Suppe nicht isst?
Hoffentlich endet das nicht wie beim Suppenkaspar.

Ist es nicht erstaunlich, dass der Ausgang aus einem alten "Kinderbuch" heutzutage völlig inakzeptabel ist.
Aus heutiger Sicht fragt man sich wirklich, was haben sich die Leute damals nur dabei gedacht.


Hallo marpsp,

vielleicht ist die Strafe ja auch eine Belohnung?
Manchmal sind die Grenzen da fließend.

Für Unterhaltung sorgen die beiden jedenfalls.
Stellt sich nur die Frage, wer mehr Spaß dabei hat.

Die Zuschauer oder die Schauspieler?
Oder vielleicht gar die Leser?


LG
Fist
397. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 13.08.19 19:06

Teil 39


» Jetzt bist du zu weit gegangen! Du rührst dich nicht vom Fleck und wartest bis ich wiederkomme! «

Püppi kugelte sich vor Lachen. Und auch ich verfiel in einen richtigen Lachkrampf, als ich sah wie die weiße Brühe langsam an den roten Beinen von Dolly herunterlief. Wenn man die Vorgeschichte nicht kannte, dann konnte man das auch anders interpretieren. Da war die Königin wohl ziemlich unanständig gewesen!

» Das gilt übrigens auch für dich! «, giftete Dolly plötzlich auch mich an.

Sie zeigte mit dem Finger auf mich und starrte mir wütend in die Augen. Oh shit! Ich hatte den bösen Verdacht, dass es diesmal nicht bei mündlichen Vorwürfen bleiben würde. Vielleicht hatte es Püppi mit ihrer Suppenaktion tatsächlich ein Stück zu weit getrieben. Die Königin stapfte auf die Tür zu und riss mit aller Gewalt an der Klinke. Autsch! Ümit war der erste, der ihren Zorn abbekommen hatte. Und das obwohl er eigentlich überhaupt nichts dafür konnte. Als die Königin hinter der Bühne verschwunden war, blickte Püppi fragend zu mir. Ich zuckte mit den Schultern aber mir schwante nichts Gutes.

Die ganze Zeit hatte ich schon den köstlichen Geruch dieser Suppe in der Nase. Ich musste sie einfach probieren. Also zog ich den Strohhalm aus meinem Weinglas und setzte ihn in die Suppe. Sie schmeckte genauso gut wie sie roch, allerdings war die Methode mit dem Strohhalm etwas mühsam. Varga kam auf die Bühne und erklärte dem Publikum die nächste Abstimmung.

» Nun ist es wieder an ihnen zu entscheiden wie es weitergehen soll. Prinzessin Barbie hat ihre Zeugnisse erhalten und sie bestimmen wie diese ausgefallen sind. Drücken sie Blau für ein gutes und Rot für ein schlechtes Zeugnis. «

Diese Abstimmung war unfair! Natürlich würde sich die Mehrheit für ein schlechtes Zeugnis entscheiden, denn das bot viel mehr Potential. Auch ich hätte wohl so entschieden. Als Betroffene sah ich das natürlich anders, aber für das Endergebnis würde das keinen Unterschied machen. Mir graute vor dem Resultat, weil ich es am Ende ausbaden musste. Schließlich war Dolly ohnehin schon sauer auf mich.

» Dein Zeugnis ist schlecht! «, hörte ich die Regie in meinem Ohr sagen.

Keine Überraschung, das war nicht anders zu erwarten gewesen. Hoffentlich endete das nicht böse für mich. Die Königin kehrte auf die Bühne zurück. Sie hatte ihre Contenance wiedergefunden und schritt in aller Seelenruhe auf Ümit zu. Ihr Lächeln hatte einen bösartigen Ausdruck und ließ wenig Gutes für uns erwarten. In der linken Hand hielt sie ein undefinierbares schwarzes Ding, während sie mit der rechten sanft die Tür aufdrückte. Mir kam es vor wie die Ruhe vor dem großen Sturm. Und die ersten Ausläufer steuerten direkt auf mich zu. Ich ließ von der Suppe ab und starrte auf das nahende Unheil. Dolly sagte kein Wort, stattdessen strich sie mit den Fingern durch meine Haare. Ihre Berührung ließ mich augenblicklich erstarren. Von der Kopfhaut aus liefen angenehme Wellen über meinen gesamten Körper. Ich war in Schnappatmung verfallen und krallte mich mit den Händen an der Tischkante fest. Ohne es zu wollen hatte ich schon wieder meine Augen geschlossen. Vielleicht war Dolly ja doch nicht so boshaft wie ich geglaubt hatte? Doch bereits Sekunden später endete mein Genuss jäh. Die Königin hatte ihre Streicheleinheiten eingestellt, stattdessen spürte ich nun einen ziehenden Schmerz in meiner linken Schamlippe. Au, au, au! Was zur Hölle hatte sie gemacht? Ich öffnete meine Augen und lehnte mich ein Stück zur Seite. Unter dem Stuhl schwang ein kleines Gewicht an einer Kette hin und her. Autsch, in diesem Moment spürte ich den gleichen Schmerz an meiner anderen Schamlippe. Dieses Miststück von Königin hatte Gewichte in meine Ringe eingehängt. Stoßartig atmete ich ein und aus. Es war merkwürdig aber der ziehende Schmerz schien sich ganz langsam zu transformieren. Meine Gefühle waren schwer zu beschreiben, am ehesten konnte man es angenehm unangenehm nennen. Ich hatte die Dehnung allein durch die Ringe schon für extrem gehalten, deshalb schauderte mir bei der Vorstellung, wie ich jetzt dort unten aussah.

Dolly ließ von mir ab und steuerte auf Püppi zu. Jetzt würde auch meine Freundin ihr Fett abbekommen. Das undefinierbare schwarze Ding stellte sich als Monoglove heraus. Rasend schnell waren die Arme meiner Freundin hinter dem Rücken fixiert. So ein Teil war Heike schon bei ihrem Abenteuer als Pferdchen verpasst worden, doch diesmal als Püppi waren die Konsequenzen viel gravierender. Sie konnte das Tablett nicht mehr mit den Händen stabilisieren, wodurch die ganze Last an ihren Nippeln hing. Ob sich das vielleicht ähnlich anfühlte wie in meinem Schritt? Dem künstlichen Puppengesicht meiner Freundin war nicht anzusehen, ob sie die Situation genoss oder hasste. Aber die Königin hatte ihren Spaß daran, denn sie drückte das Tablett meiner Freundin absichtlich nach unten. Als Folge beugte Püppi den Oberkörper nach vorn und präsentierte so ihr nacktes Hinterteil dem Publikum. Erst als Pfiffe aus dem Zuschauerraum kamen realisierte die Königin, dass ihr Püppi schon wieder die Show stiel. Sofort ließ sie von ihrem Opfer ab und setzte sich wieder auf den Thron.

» Püppi, bring uns das Hirschragout! «, forderte Dolly grinsend.

Meine Freundin wand sich in ihrer Fesselung. Vermutlich versuchte sie sich an die neuen Umstände zu gewöhnen. Schließlich besann sich Püppi aber der neuen Aufgabe und setzte sich in Bewegung. Direkt vor Ümit blieb Püppi stehen, sie schien zu überlegen. Ich begriff, dass meine Freundin jetzt ein Problem hatte. Denn mit ihren gefesselten Händen konnte sie die Tür nicht mehr öffnen. Und nun? Püppi drehte sich um und versuchte die Klinke zwischen Monoglove und Po einzuklemmen. Zu ihrem Pech funktionierte das nicht besonders gut. Nach ein paar Fehlversuchen gab sie schließlich auf. Ein neuer Plan musste her und meine Freundin schien auch schon eine Idee zu haben. Und was für eine! Sie kniete sich hin und nahm das beste Stück von Ümit in den Mund. Danach rutschte sie langsam zurück und zog die Tür hinter sich her. Püppi machte ihrem obszönen Blasmund jetzt alle Ehre. Es war allerdings fraglich ob das für Ümit wirklich ein Genuss war, sofern meine Freundin dabei ihre Zähne einsetzte. Der Erfolg dieser Aktion war auch nur von kurzer Dauer. Bis Püppi sich aufgerichtet hatte, war die Tür auch schon wieder zugefallen. Ich bewunderte den Einfallsreichtum meiner Freundin, denn sie hatte sofort eine neue Idee. Diesmal ging sie nur in die Hocke bevor sie die Klinke in den Mund nahm. Dann lehnte sie ihren Oberkörper zurück und zog damit die Tür einen Spalt auf. In einem Balanceakt streckte sie das linke Bein aus und setze den Fuß zwischen Tür und Rahmen. Respekt sie hatte es tatsächlich geschafft. Die Tür war blockiert und konnte jetzt nicht mehr zufallen. Etwas wacklig stand Püppi wieder auf und zog die Tür mit dem Fuß zur Seite. Das Hindernis war beseitigt. Meine Freundin stöckelte weiter zum Rand der Bühne, diesmal allerdings ohne ihren berüchtigten Hüftschwung. Vermutlich hatte sie in ihrer Fesselung mit dem Gleichgewicht zu kämpfen, so dass sie darauf verzichtete. Oder sie befürchtete noch weitere Strafen.

Die Zeit der Vorwürfe war wieder gekommen. Merkwürdigerweise kam diesmal aber nichts dergleichen. Dolly starrte mich lediglich mit einem breiten Grinsen an. Ich nahm ihre Herausforderung an und starrte genauso eindringend zurück. Gezwungenermaßen ohne ein Grinsen im Gesicht. Schweigend duellierten wir uns mit Blicken und im Publikum entstand eine unheimliche Stille. Dort schienen alle gespannt auf den großen Knall zu warten. Aber nichts passierte.

Es kam erst wieder Leben auf die Bühne, als Püppi zurückkehrte. Auf dem Tablett standen zwei volle Teller, deren Gewicht mächtig an ihren Ringen zog. Die Nippel meiner Freundin wurden in die Länge gezogen und wirkten dadurch unnatürlich groß. Ob das nicht schon schmerzhaft war? Ganz vorsichtig machte Püppi Schritt für Schritt. Sie hatte den Oberkörper leicht zurückgelehnt, damit das Tablett in der Waagerechten blieb. Offensichtlich war es gar nicht so einfach die Teller so zu balancieren. Ümit wurde wieder mit dem Fuß zur Seite befördert. Doch diesmal war Püppi beim Durchqueren des Rahmens zu langsam, so dass sie von der zufallenden Tür getroffen wurde. Meine Freundin geriet ins Straucheln und machte einige hastige Schritte. Es gelang ihr aber gerade noch, einen zweiten Unfall beim Servieren zu verhindern. Da hatte Püppi Glück gehabt, denn ich hatte keinen Zweifel, dass die Königin bereits eine fiese Strafe für sie im Kopf hatte.

Meine Freundin steuerte zuerst auf mich zu, schien es sich dann aber anders überlegt zu haben und schwenkte in Richtung Königin ab. Vermutlich wollte sie auf weitere Provokationen und eine drohende Strafe verzichten. Das ließ darauf schließen, dass der Zug an ihren Nippeln ziemlich unangenehm war. Püppi blieb direkt neben der Königin stehen und präsentierte das Tablett. Dolly ignorierte sie jedoch und starrte weiterhin nur mich an. Sie schien keine Veranlassung zu sehen die Nippel meiner Freundin zu entlasten. Erst als ich mit dem Kopf in die Richtung von Püppi nickte wurde sie aktiv. Die Königin lachte, griff in Zeitlupe nach einem Teller und setzte diesen auf dem Tisch ab. Ihre Zeit der Rache war gekommen. Und ganz beiläufig stellte sie mir die alles entscheidende Frage.

» Barbie, wie sind eigentlich deine Zeugnisnoten? «

Oh verdammt, das hatte ja irgendwann kommen müssen. Püppi hatte keine Fehler mehr gemacht, also konzentrierte sich die Königin auf meine angeblichen Verfehlungen. Ich kannte das Ergebnis der Abstimmung nur aus der Regieanweisung, daher müsste es dem Publikum eigentlich noch unbekannt sein. Vielleicht konnte ich den weiteren Verlauf des Stücks ja zu meinen Gunsten beeinflussen. Also zeigte ich der Königin einen Daumen nach oben.

» Ist das so? «, fragte sie skeptisch zurück.

Ich nickte heftig, aber die Königin zeigte sich davon wenig beeindruckt.

» Du weißt was dir blüht, wenn du mich anlügst? «

Mir rutschte das Herz in die Hose und ich senkte meinen Blick. Ich musste schlucken und spürte einen Anflug von Angst aufkommen. Sollte ich auf gute Noten beharren oder zugeben, dass ich gelogen hatte? Egal wie ich mich entschied, das Ergebnis wäre immer negativ. Wie konnte ich aus dieser Zwickmühle nur wieder herauskommen? Plötzlich tauchte Püppi neben mir auf und streckte mir das Tablett entgegen. In der Hoffnung Zeit zu gewinnen nahm ich den Teller entgegen. Ich schob den Suppenteller zur Seite und stellte das Hirschragout direkt vor mir ab. Dann schnüffelte ich an dem Gericht und wedelte mir demonstrativ mit der Hand die Düfte zu.

» Ich warte! «, kam ungeduldig von der gegenüber liegenden Seite des Tischs.

Natürlich war es naiv zu glauben, so um eine Antwort herumzukommen. Da ich aber so oder so bestraft werden würde, beschloss ich weiter zu lügen. Deshalb streckte ich meiner Mutter jetzt sogar zwei nach oben gerichtete Daumen entgegen.

» Also schön, wie du willst! Püppi bring doch mal die Zeugnisse von Prinzessin Barbie! «

Und schon war ich geliefert. Eigentlich hatte ich auch nicht wirklich erwartet damit durchzukommen. Püppi stöckelte los um mein Schicksal zu besiegeln. Vor der rosa Tür zeigte sie wieder ihre oralen Fähigkeiten mit anschließender Gymnastikübung. Bring das gute Zeugnis, schrie ich meiner Freundin still hinterher. Wohl wissend, dass dies ein vergeblicher Wunsch war. Während der Wartezeit auf Püppi stieg mir der köstliche Duft des Hirschragouts in die Nase. Die Königin hatte genüsslich begonnen zu speisen, während ich nur frustriert zusehen konnte. Diesmal half mir auch kein Strohhalm mehr. Mein Abendessen war zwar noch nicht so lange her, aber trotzdem hätte ich nur zu gerne dieses Ragout probiert. Ob das vielleicht schon zu meiner Bestrafung gehörte? Wohl kaum, da hatte die Königin bestimmt mehr auf Lager. Eigentlich merkwürdig dass ich mir Gedanken über das Essen machte, wo mir doch schon bald eine Bestrafung drohte. Vielleicht war das ein verzweifelter Versuch mich abzulenken.

Nach ein paar Minuten kam meine Freundin wieder zurück. Auf ihrem Tablett lag ein brauner Umschlag, in dem sicher keine guten Nachrichten für mich steckten. Sie ließ Ümit schnell hinter sich und überbrachte Dolly meinen Untergang. Die Königin öffnete den Umschlag und zog ein großes Blatt Papier heraus. Ich kam mir vor wie eine Angeklagte kurz vor der Urteilsverkündung.

» Schockierend! «, murmelte die Königin, als sie die Zeilen überflog.

Mit diesem einen Wort war mein Urteil gefällt, auch wenn ich nicht genau wusste, was das genau für mich bedeutete. Jedenfalls nichts Gutes. Varga kam auf die Bühne und erklärte, dass die zweite Szene hiermit abgeschlossen war.

Wo würde wohl die dritte Szene spielen? Die Abstimmung hatte das nicht weiter spezifiziert. Durch meinen Ohrhörer bekam ich nun die Anweisung die Bühne zu verlassen. Vorsichtig versuchte ich mich zu erheben. Allerdings verkantete sich einer meiner Ringe an dem Rosenmuster. Autsch! Ich ließ mich wieder auf dem Stuhl nieder und tastete mit der rechten Hand an der Unterseite der Sitzfläche. Irgendwann bekam ich den Ring zu fassen und drehte ihn leicht. Noch vorsichtiger als beim ersten Mal hob ich meine Hüfte an und stellte erleichtert fest, dass beide Ringe durch die Sitzfläche flutschten. Es gab ein ratschendes Geräusch als die Ketten mit den Gewichten langsam nach oben gezogen wurden. Um nicht Gefahr zu laufen, dass die Gewichte ebenfalls an dem Rosenmuster hängen blieben, sollte ich sie besser vorher aushängen. Ich beugte mich nach vorne und bekam einen Schreck, als ich meine verlängerten Schamlippen zum ersten Mal in diesem Zustand erblickte. Das waren nur noch zwei langgezogene Hautlappen, die dort unten völlig deplatziert wirkten.

» Lass sofort deine Finger weg! «, dröhnte es aus meinem Ohrhörer, als ich versuchte das erste Gewicht auszuklinken.


Fortsetzung folgt!
398. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 13.08.19 19:39

.... wie viele Auftritte müssen die Zuschauer (und Deine Leser) noch über sich ergehen lassen? Für meinen Geschmack zieht sich die Story ziemlich in die Lange. Ich weiß, Du kannst das besser...
399. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 14.08.19 04:58

Wieder einmal ein super schöner Teil. Das Theaterstück ist, wie FE meint, wirklich etwas langatmig. Allerdings wird so die Gefühlslage der Hauptfigur sehr gut dargestellt. Ich denke 2 Szenen wird es noch geben und somit 2-4 Teile. Danach hoffentlich noch ein paar mehr vor dem Ende.
400. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 14.08.19 15:52

Diese kleinen Provokationen von Heike und Sabine bringen ein wenig Brisanz in diese Geschichte,man weiß allerdings nicht,welche weiteren Folgen dies für beide bedeutet.
401. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Edwin Prosper am 15.08.19 06:54

Eine feine Geschichte, ja eine Portion Abenteuerlust gehört dazu.
402. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 17.08.19 19:24

Hallo FE,

du musst überhaupt nichts über dich ergehen lassen.
Denn es steht dir frei die Geschichte nicht zu lesen.

Es tut mir leid, dass das Theaterstück nicht deinen Geschmack trifft.
Bei erotischen Geschichten soll sowas manchmal vorkommen.


Hallo Trucker,

zuerst einmal danke ich dir für das Lob.

Allerdings kann ich die Langatmigkeit nicht so ganz nachvollziehen.
Die Episode in Kingston hatte eine vergleichbare Länge, ohne dass eine derartige Kritik geäußert wurde.

Worin mag der Unterschied liegen? Ich vermute persönliche Vorlieben.
Denn wenn einen ein Thema interessiert, dann kann es eigentlich nicht lang genug sein.
Und im umgekehrten Fall ist es schon von vornherein zu lang.


Hallo Gummimaske,

wie heißt es immer so schön: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!
Stellt sich nur die Frage, ob die beiden das Echo vertragen können.


Hallo Edwin Prosper,

es freut mich, dass dir die Geschichte gefällt.

Ja das ist ein Abenteuerurlaub der besonderen Art.
Nach der Rückkehr werden die beiden viel zu erzählen haben.
Ob sie aber später wirklich über ihre Erlebnisse berichten wollen?


LG
Fist
403. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Rubberpaar am 17.08.19 20:10

Hallo IronFist
Ich finde die Story gut erzählt, du gehst gut auf die Charaktere ein und ihre Gefühle dabei.
Langatmig ist es auf keinen Fall, sondern es steigt vielmehr die Spannung.
Ich versuche ja auch in meinen Sachen, die ich am laufen habe, vor allem die die unter Herren läuft, die Charaktere und die Empfindungen zu beschreiben, sowie auch das Umfeld einzubeziehen.
Ich finde es gehört einfach dazu.
Hoffentlich kommen noch ein paar Teile, bis das Schiff wieder in den Heimathafen zurückkehrt und die Personen sich verlieren. Oder auch nicht
Den sie heißt ja "Kreuzfahrt ins Glück".
GLG
404. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 19.08.19 19:26

Hallo Heike,

es freut mich, dass dir die Geschichte gefällt.

Ich halte Gefühle ebenfalls für einen sehr wichtigen Part in Geschichten.
Es gilt allerdings eine Balance zwischen den Empfindungen der Protagonisten und der eigentlichen Handlung herzustellen. Was nicht immer ganz leicht ist.

Auf ein paar Monate Kreuzfahrt darfst du dich schon noch freuen, denn wir haben jetzt etwa 2/3 der Geschichte erreicht.

Da du gefragt hast, will ich mit einem Minispoiler antworten.
Das Schiff bleibt in der Karibik und wird seinen Heimathafen nicht anlaufen.
Unsere Heldinnen werden hingegen zurückkehren. Wenn auch vielleicht ein wenig anders, als sie das erwarten würden.


LG
Fist
405. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 19.08.19 23:16

@IronFist

... sorry, ich finde Deine Reaktion auf meine Bemerkung etwas eigenartig. Bisher habe ich mich immer positiv zu Deiner Story geäußert. Da darf ich mich doch auch mal dazu äußern, wenn mir eine Entwicklung nicht so gefällt, zumal ich scheinbar nicht der Einzige bin, der so empfindet....
406. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 20.08.19 18:46

Hallo FE,

da haben wir was gemeinsam, denn ich fand deinen Kommentar ebenfalls etwas eigenartig.

Mit sachlicher Kritik habe ich überhaupt kein Problem, denn diese ist etwas Positives.
Deine Frage wie lange du das noch ertragen musst, fand ich vom Ton her jedoch ziemlich grenzwertig. Und genau auf diesen Part hast du eine entsprechende Antwort erhalten.

Nichtsdestotrotz habe ich mich mit deiner Kritik ja durchaus auseinandergesetzt. Ich kann sie nur nicht nachvollziehen.
Aber vielleicht kannst du ja näher erläutern, weshalb das Theaterstück langatmiger sein soll als etwa die Kingston-Episode.


LG
Fist
407. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 20.08.19 19:18

Teil 40


Erschreckt zuckte ich zurück. Das hatte weniger wie eine Regieanweisung sondern mehr wie ein Befehl geklungen. Was erwarteten die denn von mir? Ich konnte mit diesen Gewichten zwischen den Beinen doch nicht in der Weltgeschichte herumlaufen. Wie sah das denn aus? Vermutlich genau so wie es beabsichtigt war. Ich atmete tief durch und versuchte mich zu beruhigen. Es war nichts weiter passiert, meine Ringe waren jetzt nur ein wenig schwerer. Alles wie bisher. Ganz langsam erhob ich mich weiter, bis irgendwann auch die Gewichte durch das Rosenmuster rutschten. Wild schwangen die Ketten herum, bis plötzlich die beiden Gewichte gegeneinander schlugen. Die Erschütterung raste durch die Ketten und schlug direkt in meiner Muschi ein. Völlig überraschend verkrampfte sich mein Unterleib und ich nahm mühelos die Hürde zu einem Orgasmus. Irgendwie hatte ich es noch geschafft mich am Tisch festzuhalten, ansonsten wäre ich wohl zu Boden gegangen. Mein Körper schüttelte sich und ich hörte entfernte Jubelstürme. Aber das war in diesem Moment völlig unwichtig. Irgendwann spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich öffnete die Augen und erblickte eine lächelnde Natalia.

» Na du bist mir ja ein geiles Früchtchen. Die Bühne muss umgebaut werden und wir sind hier im Weg. Komm mit, ich helfe dir! «

Sie legte einen Arm um meine Hüfte und führte mich ganz langsam von der Bühne herunter. Die Ketten zwischen meinen Beinen reichten nicht ganz bis zum Knie. Aber das Schwingen, welches beim Gehen entstand, machte mich fast wahnsinnig. Mein letzter Höhepunkt war kaum vorbei, da wurde ich schon wieder mächtig aufgegeilt. Das war Folter, wenn auch eine ziemlich angenehme. Aber ich musste mich zusammenreißen, wenn ich nicht irgendwann vor Erschöpfung umkippen wollte. Natalia brachte mich zu Püppi, die mich mit ihren großen Kulleraugen anblickte. Schweigend musterte mich ihr bizarres Puppengesicht von oben bis unten. Am Unten blieb ihr Blick jedoch eine Zeit lang hängen. Sowas hatte sie bestimmt auch noch nie gesehen. Ich machte mit den Fingern das OK Zeichen, um meiner Freundin zu signalisieren, dass bei mir alles in Ordnung war. Im Moment war das durchaus der Fall, aber ich konnte für die Zukunft nichts garantieren. Wo war eigentlich Dolly abgeblieben? Von ihr war nichts zu sehen, genauso wenig wie von Varga. Setzten die beiden ihr Tete-a-Tete aus der ersten Umbaupause fort? Zumindest waren sie diesmal so diskret, es nicht in aller Öffentlichkeit zu tun. Eigentlich hatte ich nicht das Recht, bei anderen ein öffentliches unziemliches Verhalten zu beklagen. In dieser Beziehung musste ich mich heute wohl eher an die eigene Nase packen. Oder besser gesagt, an die von Prinzessin Barbie!

Dolly hastete an uns vorbei und stürmte auf die Bühne. Kurz darauf erblickte ich Varga, wie er aus einem Hinterzimmer kam. Es bedurfte nicht allzu viel Fantasie, um zu wissen, was die beiden dort getrieben hatten. Ich erhielt die Anweisung auf die Bühne zurückzukehren. Meine Freundin schien die gleiche Aufforderung erhalten zu haben, denn sie folgte mir. Auf der Bühne angekommen, starrte ich zuerst einmal in Dunkelheit. Ich konnte vage den roten Körper von Dolly ausmachen. Und auch das Rosa von Ümit war ganz schwach zu erkennen. Er hing in der Luft und zwar einige Meter oberhalb der Königin. Was sollte das? Plötzlich ging die Sonne auf. Knapp unterhalb von Ümit erstrahlte ein gleißender Ball. Die Kugel war natürlich nichts anderes als eine sehr helle Lampe, allerdings schien sie an Ümits bestem Stück aufgehängt worden zu sein. Das Ding war bestimmt unangenehm schwer, sofern die Lampe aus Glas bestand. Hoffentlich wurde der benötigte Strom nicht durch Ümits Körper gejagt. Ach Blödsinn, sowas wäre sicherlich gefährlich.

Die Königin saß leicht erhöht auf einem prächtigen Thron. Der Rest des Bühnenaufbaus sah allerdings nicht so aus, als würde er in ein königliches Schloss gehören. Andererseits, viele mittelalterliche Burgen besaßen doch einen Folterkeller, oder? Ich sah eine eiserne Jungfrau, deren Stacheln mich bedrohlich anfunkelten. Es gab eine hölzerne Streckbank mit einem großen Rad am Kopfende. Und in einem Behälter mit glühenden Kohlen ruhten lange Metallstangen. Langsam bekam ich es mit der Angst zu tun. Die hatten doch nicht wirklich vor mich zu foltern, oder? In diesem Moment spielte ich mit dem Gedanken einfach davonzulaufen. Allerdings wäre es ziemlich feige, meine Freundin einfach hier zurückzulassen. Zudem sah der Rest der Ausstattung nicht ganz so mittelalterlich aus, sondern eher nach einem modernen SM Studio. Links stand ein großes X-förmiges Kreuz und in der Mitte der Bühne gab es ein merkwürdiges Gestell mit Metallschellen. Auf der rechten Seite befand sich eine mit Leder bezogene Bank, aus der auf einer Seite ein hoher Höcker herausragte. Der Zweck dieser Erhebung war mir unbekannt, aber ich vermutete, dass man einen Delinquenten darüber legte, um ihm den Hintern versohlen zu können. Direkt neben dem Thron der Königin stand ein langgezogener Ständer mit unzähligen Seilen und einer großen Kollektion an Schlagwerkzeugen. Dies war wohl das Arbeitsgerät der Domina Dolly. Die Königin erhob sich von ihrem Thron, schnappte sich eine Gerte von dem Ständer und schlenderte dann zu dem komischen Metallgestell.

» Barbie, komm her zu mir! «, sagte sie sie in strengem Ton und zeigte mit der Gerte auf den Boden direkt vor ihren Füßen.

Ich musste schlucken und wieder kamen die Fluchtgedanken hoch. Aber ich riss mich zusammen und ging ängstlich auf die Königin zu. Was hatte sie mit mir vor? Neben Dolly hatte ich aber noch ein zweites Problem. Denn die Ketten schwangen wieder wild zwischen meinen Beinen herum und heizten mir erneut mächtig ein. Nicht schon wieder, los konzentrier dich! Denk an etwas Unverfängliches! Nur was? Ich dachte an meine Arbeit, denn das war das Unerotischste was mir im Moment einfiel.

» Knie dich dort hin! «, Dolly deutete auf das seltsame Gestell.

Das Metallgestell hatte insgesamt 5 Schellen, eine davon etwas breiter, zweifellos gedacht für meinen Hals. Ich kniete mich wie befohlen hin und sofort schlossen sich zwei Schellen um meine Fußgelenke. Danach musste ich mich nach vorne beugen und meine Handgelenke in zwei offene Schellen legen. Da diese waagerecht und knapp über dem Boden angebracht waren, musste ich mich auf den Ellenbogen abstützen. Die Königin schaute mir tief in Augen, als sie sich zu mir herunterbeugte. Ihre tiefblauen Augen hatten aus so kurzer Entfernung etwas Magisches. Ich hatte das Gefühl darin zu versinken. Kurz darauf klickte es zwei Mal und meine Arme waren in dem Gestell fixiert. Nun war ich völlig wehrlos und reckte dabei meinen Po hoch in die Luft. Die Königin griff nach der letzten offenen Schelle und passte ihre Position an meinen Hals an. Schon war auch mein letzter Bewegungsspielraum verschwunden. Aus heiterem Himmel setzte Dolly plötzlich ihre Lippen auf meinen Mund und gab mir einen langen Kuss. Und genauso unerwartet fuhren meine Gefühle Karussell. Ich wusste gar nicht wie mir geschah, aber ich mochte es. Mein Atem beschleunigte sich und ich blieb verwirrt zurück, als sich unsere Lippen wieder trennten. Was war das denn gewesen?

» Töchterchen ich habe noch ein Geschenk für deine guten Noten! «

Das war bestimmt Ironie gewesen, aber in diesem Moment war ich zu keinem klaren Gedanken fähig. Deshalb freute ich mich sogar auf mein Geschenk. Doch bereits Sekunden später war die Freude wieder verschwunden, als mich ein heftiger Schmerz in der linken Pobacke in die Realität zurückholte. Die Königin hatte mir mit ihrer Gerte eins übergezogen. Und damit auch beide Seiten zu ihrem Recht kamen, wurde mir gleich darauf ein zweiter Schlag rechts verpasst. Die aufgekommenen Kussgefühle waren im wahrsten Sinne schlagartig verflogen. Stattdessen brannte nun mein Hinterteil wie Feuer. Aber meine Mutter hatte noch ein weiteres Geschenk für mich. Damit sich die Ringe in meinem Schritt nicht so einsam fühlten, wurden nun auch Ketten mit Gewichten an meine Nippelringe gehängt. Ein unangenehmer Schmerz breitete sich in meinen Brustwarzen aus und konkurrierte mit dem von meinem Po. Jetzt bekam ich am eigenen Leib zu spüren, was meine Freundin schon länger durchstehen musste. Aus allen Körperregionen strömten Signale auf mein Hirn ein und ich hatte Schwierigkeiten diese zu verarbeiten. Angenehmes und Unangenehmes prasselte gleichzeitig auf mich ein, weshalb ich unsicher war, wie ich diese Eindrücke bewerten sollte. Mochte ich das oder mochte ich es nicht?

Quasi zum Abschied bekam ich von Dolly noch einmal zwei Hiebe auf den Hintern verpasst. Meine Hände verkrampften sich und ich atmete stoßartig, um den Schmerzen Herr zu werden. Doch jetzt wurde meine Freundin als nächstes Opfer auserkoren. Hoffentlich bedeutete das für mich, dass ich das Schlimmste überstanden hatte. Die Königin packte einen Ring am Halsband meiner Freundin und zog die unwillige Püppi stolpernd hinter sich her. Direkt vor dem Thron ließ sie meine Freundin stehen und schnappte sich eines der Seile von dem Ständer. Mit geübten Fingern verknotete sie es an einem Ring am Ende von Püppis Monoglove. Dann kletterte sie auf ihren Thron und führte das Seil über eine Rolle, welche ein Stück oberhalb befestigt war. Ich ahnte schon worauf das hinauslaufen würde. Dolly machte es sich auf dem Thron gemütlich und zog genüsslich an dem Seilende. Die Arme meiner Freundin wurden langsam aber sicher immer weiter nach oben gezogen. Püppi blieb nichts anderes übrig, als sich vornüber zu beugen. Meine Freundin protestierte mit undeutlichen Lauten. Aber es war vergebens, denn die Königin kannte keine Gnade und zog ihre Arme noch höher. Erst als der Kopf von Püppi auf Kniehöhe angekommen war, hatte sie ein Einsehen. Sie verknotete das Seilende am Thron und weidete sich am Anblick ihres Opfers.

» Das ist dafür, dass du mich bekleckert hast! «, mit diesen Worten sauste die Gerte auf das präsentierte Hinterteil herab. Püppi zuckte zusammen und schrie laut auf. Allerdings drang nur ein gedämpftes „Mpff“ bis zu mir durch.

» Und das ist dafür, dass du mich mit der Suppe verbrüht hast! «, diesmal wurde der Po meiner Freundin gleich von zwei Schlägen getroffen. Püppi zappelte herum und wand sich in ihrer Fesselung. Aber natürlich völlig vergeblich, denn es gab für sie kein Entkommen.

» Und dies ist dafür, dass du das mit Absicht gemacht hast! «, jetzt prasselte eine ganze Serie von Hieben auf Püppi ein. Die Königin hatte ein schadenfrohes Grinsen im Gesicht und meine Freundin tanzte einen Quickstep. Der Zustand meiner Freundin wurde mir allerdings erst bewusst, als die Königin innehielt. Ich hörte Püppi rhythmisch stöhnen und ich konnte sehen, dass ihre Beine leicht zitterten. Meine Freundin kämpfte gerade gegen einen Höhepunkt an. Und das war auch der Königin nicht verborgen geblieben.

» Du geiles kleines Luder! Willst du etwa mehr? «, meinte Dolly triumphierend.

Sie wartete keine Antwort ab, sondern verpasste Püppi zwei weitere Schläge. Dies war der Katalysator, der meine Freundin endgültig über die Schwelle hob. Sie erbebte und ich glaubte so etwas wie ein „Ja“ von ihr gehört zu haben. Es war völlig verrückt, dass man so zu einem Orgasmus kommen konnte. Aber ich hatte bei meinem ersten Ausflug mit Karl und Beatrix bereits ähnliches erlebt. Deshalb konnte ich sehr gut nachfühlen, wie es meiner Freundin im Moment erging. Zumindest war ich jetzt nicht mehr die einzige Perverse, die auf offener Bühne zu einem Höhepunkt kam.

Die Königin lehnte sich zurück und genoss das Schauspiel, welches ihre Angestellte bot. Das Publikum hatte inzwischen ebenfalls registriert was da vorging und feuerte Püppi frenetisch an. Ich bezweifelte allerdings, dass meine Freundin das überhaupt mitbekam. Nach einigen Minuten hatte sich Püppi wieder halbwegs beruhigt. Ich konnte mich noch sehr gut an die Verwirrung nach meinem Eden-Bar Erlebnis erinnern. Vermutlich erging es Püppi im Moment nicht anders und sie versuchte zu begreifen, was soeben mit ihr geschehen war.

» So langsam wird es aber Zeit, dass auch eine Königin auf ihre Kosten kommt! «, mit diesen Worten drehte Dolly meine Freundin um 180 Grad. Dann ließ sie das Seilende ein Stück nach, so dass sich Püppi wieder etwas aufrichten konnte. Meiner Freundin blieb jedoch kaum Zeit sich zu erholen, denn eine Sekunde später landete ihr künstliches Puppengesicht im Schritt von Dolly. Ob Püppi unter dieser Maske in der Lage war, die Königin zu befriedigen? Keine Ahnung, aber das war ja auch nicht mein Problem. Dafür sollte ich sehr schnell ein neues bekommen.

» Barbie ich übergebe dich nun dem schwarzen Hans! «

Schwarzer Hans? Wer war das, spielte der auch mit? Oh verdammt, ich war in der perfekten Position um von einem Mann bestiegen zu werden. Aber ich hatte überhaupt nicht vor, mich von irgendeinem Unbekannten nehmen zu lassen. Ich zappelte herum, aber natürlich völlig vergeblich. Aus diesem Gestell kam ich aus eigener Kraft nicht mehr heraus. Die Königin hatte den Kopf in den Nacken gelegt und ihre Augen geschlossen. Püppi schien also keinen schlechten Job zu machen. In alle Richtungen schaute ich mich um, aber ich konnte keinen schwarzen Hans erblicken. Hatte mich die Königin vielleicht nur aufgezogen? Plötzlich hörte ich Gelächter aus dem Publikum. Was war passiert, war Hans erschienen? Noch immer konnte ich niemanden sehen.


Fortsetzung folgt!
408. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeMoO am 20.08.19 20:32

Wie erhofft und erwartet eine anregend zu lesende, spannende Entwicklung. Dass es nicht so weiter geht, da mache ich mir keine Sorgen...
409. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 21.08.19 05:52

Super geschrieben und wieder echt spannend. Die Gefühle der Hauptfigur super dargestellt. Bitte weiter so.
410. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 21.08.19 07:02

Nun sind wir an einer Stelle angelangt,wo Sabine als auch Heike mit ihren Gefühlen zwischen Himmel und Hölle wandeln.Und wie es aussieht, ist dieses Spiel noch nicht zu Ende gespielt.
411. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 21.08.19 22:30

Zitat

... und meine Freundin tanzte einen Quickstep.


Ich stell mir das gerade vor, sehr unangenehm... hach wäre ich doch an ihre Stelle... Gerte im 4/4-Takt, ...Rechtskreisel, aua, aua, Kreuzschritt, aua, aua. Am Ende gibts dann zumindest einen schönen Muskelkater und hoffentlich keine Zerrung.

Lach, manchmal tanze ich ja auch unteren Liebkosungen... tanzen? Eher ein unkontrolliertes Gehopse, denk ich, passt besser.

Danke für Deine Schreibkünste,
Ihr_joe
412. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 22.08.19 23:28

Ich bin der Meinung, dass ihre Strafe noch lange nicht ausreicht.
Ein paar Gewichte und Schläge, da geht doch noch mehr.

Spannend wird es dann, wenn die Strafe nicht mehr als Strafe empfunden wird, sondern Lust auslöst.
Dann müsste man sich wohl eine neue Form von Bestrafung ausdenken.
413. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Grinser am 23.08.19 05:41

Toll geschrieben wie immer! Ich finds garnicht langatmig, warte immer ungeduldig bis Dienstag ca. 19:20..

Tipp vom Tanzlehrer: Jive hätte hier besser gepasst da dies mitunter der schnellste stationäre Tanz ist, während Quickstep sich doch recht ordentlich fortbewegt.

LG
Grinser
414. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 25.08.19 19:38

Hallo SeMoO,

schön dass es dir gefällt.
Wie sang Freddie einst: The Show must go on!


Hallo Trucker,

dann sage ich auch dir mal ein Dankeschön.
Und vielleicht bekommt Sabine ja demnächst noch ein paar Gefühle mehr zu spüren.


Hallo Gummimaske,

vielleicht kann man das Theaterstück ja als Fegefeuer betrachten.
Hoffentlich wird den beiden darin nicht zu heiß.


Hallo Ihr_joe,

du hast meinen höchsten Respekt, wenn du unter diesen Umständen solche Schrittfolgen hinbekommst.
Aber wie lange dauert es wohl bei dir, bis das Ganze zu einem Slowfox wird?


Hallo Dark Fangtasia,

du bist aber ganz schön gemein.
Was hat die liebe Sabine denn schlimmes verbrochen, dass sie ein härtere Strafe verdient hat?

Die Hürde von der Strafe zur Lust hat Püppi ja bereits im Sturm genommen.
Rein aus Interesse, was schwebt dir denn als neue Form der Bestrafung vor?


Hallo Grinser,

es freut mich, dass dir die Geschichte gefällt.
Dann will ich dich übermorgen lieber nicht enttäuschen.

Rein vom Namen her schien mir der Quickstep gut in die Geschichte zu passen.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich keine Ahnung habe, wie man ihn tanzt. Hier hast du mich erwischt!


LG
Fist
415. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von hartmann_g am 25.08.19 19:43

Super Geschichte,

bin schon gespannt, wie sich die beiden bis zum Ende des Urlaubes noch verändern.

LG
416. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 26.08.19 11:03

Da beide mit den Ringen (anfangs) nicht einverstanden waren, könnten weitere Bodymods ein Weg sein, sie zu bestrafen. Aber wer weiß, wie schnell auch das umschlägt.
Wie wäre es mit Aufgaben, die unangenehm sind, da bei viel Bewegung die Ringe mit Gewichten noch eher schmerzhaft sind?

Oder man droht der einen damit der anderen Schmerzen zuzufügen?

Ich fürchte, dass ich nicht Sadist genug bin, um mit wirklichen Strafen um die Ecke zu kommen. Denn auch wenn man seine Subs leiden lassen möchte, so ist das ja eigentlich kein ausschließlich schmerzhaftes Leiden, sondern soll dem Lustgewinn beide Partner*innen dienen.

Von daher hätte ich eigentlich nichts gegen weitere "Strafen", welche nach einer Zeit mehr Lust als Leid erzeugen.

#Bodymods4theWin
417. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeMoO am 26.08.19 13:34

Klar, als Fan von fern- oder durch Maschinen/Computer gesteuerter Bondage und als bekennender Anhänger von metallischem, in, bzw. durch die Haut befestigtem Körperschmuck, gefällt mir diese und andere Geschichten.
Auch wenn ich es mir verkneife durch Vorschläge einen Versuch der Einflussnahme zu unternehmen. Das, IronFist, darfst und sollst alleine machen.
418. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 26.08.19 19:25

Hallo hartmann_g,

ich danke dir für die lobenden Worte.
Und ein paar Souvenirs bringt doch fast jeder aus seinem Urlaub mit.


Hallo Dark Fangtasia,

bist du sicher, dass du mit dir selbst einig bist?
Man könnte fast meinen, die Kommentare wären von 2 verschiedenen Personen geschrieben worden. Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust!

Ich habe allerdings den Eindruck, dass wir uns gar nicht so unähnlich sind.
Denn Schmerzen nur der Schmerzen wegen sind auch nicht mein Ding. Weshalb sowas in meinen Geschichten auch nicht vorkommt.


Hallo SeMoO,

über eine Beeinflussung der Handlung musst du dir keine Gedanken machen, da die Geschichte bereits komplett fertig ist.
Bestenfalls dient so ein Vorschlag als Inspiration für eine zukünftige Geschichte.

Computer gesteuertes Bondage habe ich bisher noch nie verwendet. Das wäre vielleicht mal eine Überlegung wert!


LG
Fist
419. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 27.08.19 19:05

Teil 41


» Miau! «, hörte ich auf einmal von links.

Ich drehte meinen Kopf und erblickte eine schwarze Katze, die auf mich zusteuerte. Erleichterung machte sich in mir breit, der schwarze Hans war nur ein Kater. Allerdings ein ziemlich verschmuster, wie ich sehr schnell feststellen musste. Er rieb seinen Körper an den Innenseiten meiner Arme und sein Schwanz fuhr mir dabei immer wieder durchs Gesicht. Verstärkt durch das Vartex hatte der Kontakt mit dem flauschigen Fell durchaus eine anregende Wirkung auf mich. Irgendwann schien es Hans aber zu langweilig zu werden. Er machte einen Satz und landete auf meinen Schultern. Ganz deutlich spürte ich, wie der Kater seinen Kopf an meinem rieb. Soweit ich wusste markierten Katzen so ihr Revier. Offensichtlich war Hans wohl der Meinung, dass ich nun ihm gehörte. Seine samtigen Pfoten tapsten meinen Rücken entlang bis zum Po. Ein angenehmer Schauer folgte jedem seiner Schritte. Doch dann beschloss Hans die nächste Stufe zu zünden. Er sprang von mir herunter und rieb sich nun an den Innenseiten meiner Schenkel. Aber nicht nur das, denn sein Schwanz strich dabei immer wieder direkt durch meinen Schritt. Bisher war es lediglich angenehm gewesen, aber jetzt wurde ich richtig angeturnt. Von einer Katze! Hatten die das Vieh trainiert, damit es sowas machte? Ich musste dringend was unternehmen oder es würde ein Unglück geschehen. OK das Wort Unglück passte vielleicht nicht so ganz, aber ein dritter öffentlicher Orgasmus musste jetzt auch nicht sein. Und schon gar nicht verursacht durch einen Kater. Ich senkte meinen Kopf und versuchte die Katze durch Zischlaute auf mich aufmerksam zu machen. Es klappte, denn nun blickten mich die eindringenden gelben Augen interessiert an.

» Miau! «, tönte mir wieder entgegen.

Ich antwortete mit einem weiteren Zischlaut. Sein Interesse war geweckt und er bewegte sich langsam auf meinen Kopf zu. Doch dann wurde der Kater plötzlich abgelenkt. Eines der Gewichte an meinen Nippeln hatte angefangen zu schwingen. Gebannt verfolgte er die Bewegung mit den Augen. Oh nein, das ist kein Spielzeug! Allerdings war Hans anderer Ansicht und verpasste dem Gewicht einen Hieb mit der Tatze. Das Gewicht schlug gegen die Kette auf der anderen Seite und versetze diese nun ebenfalls in eine Pendelbewegung. Der Jagdinstinkt des Katers war nun endgültig geweckt. In schneller Folge verpasste er den Ketten mehrere Hiebe. Meine bis zum Anschlag gedehnten Nippel quittierten das mit einem heftigen Kribbeln, welches sich immer weiter ausbreitete. Und als ob das nicht schon ausreichend wäre, wedelte zusätzlich auch noch der Schwanz des Katers in meinem Schritt herum. Es kam wie es kommen musste, ich verlor abermals die Kontrolle. Mein Bewegungsspielraum war jedoch derart eingeschränkt, dass ich mich kaum rührte, obwohl mein ganzer Körper erbebte.

Als ich wieder zu mir kam hatte die Stimulation aufgehört. Vermutlich hatte Hans die Lust an dem Spiel verloren. Ich hing schlaff in meinem Gestell und war völlig erledigt. Die Königin hingegen war noch in vollem Gange. Sie schrie ihre Lust heraus, aber das interessierte mich nicht im Geringsten. Im Gegenteil, das laute Gestöhne störte sogar meinen tiefen Wunsch nach Schlaf. Keine Ahnung wie lange ich in diesem Dämmerzustand verbracht hatte, aber irgendwann hörte ich die Stimme von Varga.

» Hiermit ist unser heutiger Abend beendet. Ich hoffe sie hatten Spaß an unserer kleinen Aufführung! «

Kurz darauf klickte die Schelle an meinem Hals und ich öffnete müde die Augen. Natalia war dabei mich zu befreien. Ich hatte butterweiche Knie und Natalia musste mir sogar beim Aufstehen helfen. Trotzdem musste ich mit allen anderen Darstellern vortreten, um die Standing Ovations in Empfang zu nehmen. Den größten Applaus hatte Hans bekommen, der zugegebenermaßen ziemlich erfolgreich gewesen war. Zuhause würde ich diese Geschichte aber ganz sicher nicht erzählen. Ümit war der einzige gewesen, der in diesem Puppenspiel nicht auf seine Kosten gekommen war. Zumindest vermutete ich, dass es so war. Armer Kerl! Ich hingegen war im Überfluss beschenkt worden, für meinen Geschmack sogar etwas zu viel. Liebend gerne hätte ich Ümit einen meiner Höhepunkte abgetreten.

Hinter der Bühne erklärte mir Natalia, wie ich das Vartex wieder loswerden konnte. Ich sollte mich zuerst mit einem Lösungsmittel und anschließend mit klarem Wasser abduschen. Am liebsten hätte ich mich sofort ins Bett gelegt, aber es war wohl wichtiger zuerst dieses Kostüm loszuwerden. Im Vorraum zur Gemeinschaftsdusche entdeckte ich einen großen Spiegel. Zum ersten Mal sah ich meinen kompletten Anblick als schwarze Gummipuppe. Es war seltsam, aber ich konnte mich im Spiegelbild nicht selbst erkennen. Das war nur irgendeine anonyme Sexpuppe ohne individuelle Züge. Allerdings eine ziemlich obszöne Puppe mit pervers verlängerten Schamlippen und Nippeln. Ich hakte die Ketten aus und war verwundert, dass meine intimsten Stellen noch immer stark vergrößert wirkten. Vermutlich brauchten sie etwas Zeit um wieder Normalgröße anzunehmen. Im Moment kümmerte mich das aber nicht, denn ich wollte so schnell wie möglich duschen, um danach endlich ins Bett zu kommen. In der Dusche traf ich auf Andrea, die bereits einen Teil ihres Puppenkostüms abgespült hatte. Lediglich ihre Beine besaßen noch die knallrote Farbe.

» Du warst heute richtig gut! «, meinte sie fröhlich zu mir.

Ich nickte ein Danke zurück und war froh, dass ich in dieser Situation zu keiner Konversation fähig war. Ein längeres Gespräch brauchte ich jetzt wirklich nicht mehr. Andrea wechselte irgendwann die Dusche und ich nahm ihren Platz ein. Das Lösungsmittel roch stark nach Alkohol, aber Natalia hatte mir gesagt, dass ich es besser nicht schlucken sollte. Es dauerte eine ganze Weile bis ich das schwarze Zeugs von meinem Körper gewaschen hatte. Vor allem an meinen Haaren haftete dieses Vartex ganz besonders hartnäckig. Andrea war bereits verschwunden, als ich zu der Dusche mit dem klaren Wasser wechselte. Worüber ich nicht unbedingt traurig war. Ich hatte befürchtet, dass mir das Wasser oben in meine Schuhe laufen würde, aber sie saßen derart eng, dass sie tatsächlich wasserdicht waren. Natalia hatte mir meine Klamotten gebracht und mir kam das schwarze Lackkleid jetzt extrem züchtig vor. Verglichen mit meinem Gummipuppenoutfit war es das sicherlich, aber Zuhause würde ich in diesem Kleid jede Menge Getuschel erzeugen. Heike wollte noch zum Tanzen gehen, aber ich war derart erschöpft, dass ich darauf verzichtete. Also zog sie ohne mich los und ich horchte zufrieden an meiner Matratze.

Um 8 Uhr klingelte mein Handy. Vor dem Schlafengehen hatte ich den Alarm auf diese Uhrzeit gestellt, damit wir nicht wieder zu spät zu unserem Ausflug kamen. Heike grummelte irgendwas Unverständliches und zog sich die Decke über den Kopf. Vermutlich war es bei ihr gestern etwas später geworden. Ich hatte ihre Rückkehr allerdings nicht mitbekommen, weil ich wie eine Tote geschlafen hatte.

» Aufstehen du Faulpelz! «, rief ich meiner Freundin zu.

Als Antwort bekam ich nur ein weiteres Grummeln zu hören. Heike lugte kurz unter ihrer Decke hervor und drehte sich dann demonstrativ weg. Also schön, dann eben auf die harte Tour. Ich schwang mich aus dem Bett und zog Heike ihre Decke weg.

» Hey, was soll das? «, protestierte meine Freundin.

» Mexiko wartet auf uns! «, erwiderte ich fröhlich.

Heike drehte sich um und funkelte mich böse an. Doch dann huschte plötzlich ein Lächeln über ihr Gesicht.

» Würdest du bitte dieses Gebimmel abstellen! «, meinte sie genervt.

Sie hatte recht, der Alarm meines Handys war ganz besonders penetrant. Ich hatte das aber mit Absicht so eingestellt, damit ich auch wirklich aufstand. Heike verschwand unter der Dusche und ich überlegte, was ich auf dem Ausflug nach Tulum anziehen wollte. Auf jeden Fall meinen Bikini, denn ich hatte auf Fotos gesehen, dass direkt unterhalb der alten Mayastadt ein wunderschöner schneeweißer Sandstrand lag. Ansonsten würde ich es heute eher leger angehen lassen, denn mir stand nicht der Sinn nach weiteren erotischen Abenteuern. In dieser Beziehung zehrte ich noch vom Vorrat des gestrigen Abends. Zudem würde ich mit meinen Ballett-Heels ohnehin schon auffallen. Denn für die Besichtigung einer Ruinenstadt waren sie mehr als ungeeignet. Ich schlüpfte in ein paar Shorts und ein T-Shirt. Meine Brustringe zeichneten sich durch den Stoff ab, aber inzwischen hatte ich mich damit abgefunden und es machte mir nichts mehr aus. Für später packte ich aber noch ein paar leichte Sandalen ein. Sobald der Timer an meinen Schuhen abgelaufen war, würde ich zu bequemerem Schuhwerk wechseln. Bei diesem Gedanken fiel mir plötzlich auf, dass meine Füße kaum noch schmerzten. Die Schuhe drückten zwar noch immer, aber ich schien mich irgendwie an diese Dinger gewöhnt zu haben. Und auch das Laufen auf Zehenspitzen bereitete mir keine Probleme mehr. Es war schon erstaunlich wie schnell sich der Körper an die Umstände anpassen konnte.

» Willst du etwa mit diesen Killer-Heels auf den Ausflug? «, fragte Heike als sie aus dem Badezimmer kam.

» Vielleicht erinnerst du dich, dass es deine tolle Idee war diese Dinger anzuziehen? «, antwortete ich leicht säuerlich.

» Schon, aber damit hatte ich eigentlich nur den gestrigen Abend gemeint. «

» Tja, leider lassen sich diese Schuhe aber nicht so ohne weiteres ausziehen. «

» Was soll das heißen? Kannst du die Schnallen nicht einfach öffnen? «

» Nein, das geht nicht. Erst in … «

Ich drückte auf die Schnallen beider Schuhe und es ertönte wieder das Piepsen und kurz darauf die elektronische Stimme.

» Verbleibende Zeit 4 Stunden, 24 Minuten und 20 Sekunden! «

Meine Freundin runzelte die Stirn. Doch dann zeigte sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht und kurz darauf prustete sie lauthals los.

» Sorry, ich wusste ja nicht, dass das eine elektronische Fußfessel ist. Was hast du denn schlimmes angestellt? «, neckte sie mich lachend.

» Ich habe auf den dummen Vorschlag einer Freundin gehört! «, erwiderte ich mit ernstem Gesicht.

Doch dann musste ich selber lachen. Heikes Vergleich mit der Fußfessel war gar nicht so verkehrt gewesen. Nur dass ich damit nicht geortet werden konnte. Hoffte ich zumindest. Und in gewisser Weise hatte ich mir die Fußfessel sogar selbst verpasst, da ich ja im Voraus schon wusste was passieren würde. Trotzdem hatte ich mich darauf eingelassen. Das war wohl einfach nur Dummheit. Oder Geilheit?

» Beim nächsten Mal stecken wir dich in diese Dinger! «, neckte ich zurück.

» Nein danke, ich verzichte! «, meinte Heike kopfschüttelnd.

Das hatte ich nicht wirklich ernst gemeint, doch plötzlich setzte sich diese Idee in meinem Kopf fest. Warum sollte Heike eigentlich nicht auch einmal in den Genuss von einem paar abschließbarer Ballett-Heels kommen? Es galt schließlich gleiches Recht für alle. Ich würde das im Hinterkopf behalten.

Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten, brachte uns ein Boot an Land. Es versprach ein traumhafter Urlaubstag zu werden und die Sonne lachte an einem tiefblauen Himmel. Inzwischen wusste ich, dass das in der Karibik eher ungewöhnlich war, weil der Himmel meist milchig bedeckt war. Und sogar der Seegang spielte heute mit, denn das Meer war flach wie eine Kuchenplatte. Also beste Voraussetzungen für mich, um Mexiko ohne Übelkeit zu erreichen. Das Boot legte in Playa del Carmen an, einem kleinen Hafen nördlich von Tulum. Dort stiegen wir in einen Bus, welcher uns schließlich zu unserem Ziel brachte. Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde und führte an der Küste entlang. Das türkisblaue karibische Meer faszinierte mich und ich hätte mich am liebsten sofort in die Fluten gestürzt. Aber das musste noch ein Weilchen warten, zumindest solange bis ich diese lästigen Schuhe los war.

Am Ziel angekommen war ich zuerst einmal ernüchtert. Hier wimmelte es nur so vor Touristen. Aber hey kein Grund sich zu beklagen, schließlich gehörten wir ja auch zu dieser Kategorie. Eine hohe Stadtmauer zog sich um die Anlage herum und vermittelte den ersten Eindruck einer einst mächtigen Stadt. Lediglich die Meerseite besaß keine solche Mauer, allerdings wurde die Stadt dort durch eine hohe Klippe geschützt. Von den Wohnhäusern der Stadt waren nur noch die Grundmauern übrig, aber die gut erhaltenen Tempelanlagen beeindruckten mich dafür tief. Allerdings hatte ich mit meinen hohen Schuhen so einige Probleme auf dem unebenen Gelände. Aber das war auch nicht anders zu erwarten gewesen. Genauso wenig wie die abschätzenden Blicke vieler Touristen und ein paar weniger freundliche Kommentare, zumeist auf Englisch. Obwohl die spanischen vielleicht auch nicht besser waren, aber diese konnte ich ja nicht verstehen.

Es bestätigte sich aber auch die alte Weisheit „Reisen bildet“. Eines der Gebäude war über einer Cenote gebaut worden. Ich hatte dieses Wort noch nie zuvor gehört und daher keine Ahnung was das war. Wie sich herausstellte sind das tiefe runde Löcher im Boden, die durch den Einsturz von Kalksteinhöhlen entstehen. Das Regenwasser sammelte sich darin und diente so den Mayas zur Versorgung der Stadt. Wirklich interessant. Von allen Gebäuden hatte mich das Castillo am meisten beeindruckt. Es war das größte Bauwerk der Stadt und wurde von den Mayas gleichzeitig als Tempel und als Leuchtturm genutzt. Allerdings hatte mich der Opferalter direkt vor dem Gebäude ziemlich abgeschreckt. Waren dort vielleicht Menschen den Göttern geopfert worden? Am eindrucksvollsten an dieser gesamten Anlage war jedoch der Blick aufs Meer hinaus. Von der Klippe aus sah man ein türkisgrünes Meer, über das sanfte Wellen an einen schneeweißen Strand brandeten. Ein kleines Paradies! Ich konnte sehr gut verstehen, dass die Mayas ausgerechnet hier gesiedelt hatten.

Wir aßen in einem malerischen Restaurant zu Mittag. Das Essen war wirklich gut, aber auch extrem teuer. Vermutlich normal für einen touristischen Hotspot. Heike und ich sprachen über das ungewöhnliche Puppenspiel vom Vortag. Sie zog mich damit auf, dass ich von einer Katze zu einem Höhepunkt gebracht worden war. Wie hatte sie das überhaupt mitbekommen, schließlich ruhte ihr Gesicht zu dieser Zeit im Schoss von Dolly? Egal, jedenfalls drohte ich meiner Freundin scherzhaft mit dem Zeigefinger, sollte sie diese Geschichte jemals zuhause erzählen. Ich machte mir deshalb allerdings keine großen Sorgen, denn auch Heike hatte auf dieser Reise schon so einige peinliche Dinge getan.


Fortsetzung folgt!
420. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 27.08.19 20:35

Auch wenn es ein schöner Teil war, ist es schade, dass es nicht noch mehr Strafen gab.

Man kann sich nun fragen, ob die gedehnten Körperteile dauerhaft etwas länger bleiben?
Und wenn sie sich schon so an die Schuhe gewöhnt hat, dass die Füße kaum noch schmerzen, kann sie dann überhaupt noch mit ganz flachen Schuhen laufen?
421. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 28.08.19 06:54

Das Spiel mit der Katze hat Sabine alles abverlangt,aber sie hat das Ganze auch sehr genossen.Ihre Schamlippen Und Nippel werden sich sicher mit der Zeit wieder auf Normalgröße zurückbilden.Gespannt bin ich ,ob Sabine den Zeitpunkt erwischt,um ihre High Heels wieder los zu werden.In Mexiko warten sicher auch neue Überraschungen.
422. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Klett-max am 28.08.19 15:09

Da hat der Schwarze Hans ja ganz toll mit sabines Muschi gespielt Bin ja mal gespannt, wie sie sich mit diesen Spitzsohligen Stiefeln am Strand bewegen will. Wenn die nicht aufpasst, dann rammt sie sich (un)gespitzt in den Boden.

Die Idee, Heike auch mal in den "Genuss" der Stiefel kommen zu lassen ist toll. Aber sie könnte auch, wenn Heike sich "geschickt" anstellt, ziemlich seltsame Folgen haben. Dann tragen BEIDE (jeweils) eine "Elektronische Fußfessel". Und wie die Stiefel auf diese Situation reagieren, das erfinde bitte der Autor! Schließlich funktionieren sie bisher gut als Paar, wenn sie maximal zwei Meter voneinender getrennt sind. Man stelle sich ein Funkloch zwischen unseren beiden Freundinnen vor...
423. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 28.08.19 22:49

Lieber IronFist,

Danke schöner Teil... freue mich auf die Abenteuer in Mexiko...


@ Klett-Max was sollte in Kater denn anderes tun als mir einer Muschi zu spielen?

@ Dark Fangtasia, tatsächlich hat meine Frau immer einen Zwischenschritt gemacht, von extrem über ca 6-8 cm zu fast flach. (Heute scheint das vergessen zu sein...)

Ihr_ joe


424. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 30.08.19 19:49

Hallo Dark Fangtasia,

Gratulation du hast es in meine neueste Geschichte geschafft.
Dort gibt es eine Szene mit Online-Erziehung und einem User, der ständig weitere Strafen fordert.

Ich konnte einfach nicht widerstehen, deinen Nickname da mit einzubauen.
Solltest du damit nicht einverstanden sein, dann ändere ich das natürlich wieder.

Auch wenn ich kein Medziner bin, so bin ich mir doch ziemlich sicher, dass ein Verkürzen der Achillessehnen nicht derart schnell geht.
Aber wer weiß schon so genau, was für eine seltsame Technologie der liebe Mr. Varga da wieder eingesetzt hat.


Hallo Gummimaske,

ja der schwarze Hans hat wohl ganze Arbeit abgeliefert.

Aber warum sollte Sabine denn den Zeitpunkt zum Ausziehen der Schuhe verpassen?
Glaubst du es beginnt wieder ein neuer Timer zu laufen?

Was für eine fiese Idee. Gefällt mir irgendwie!


Hallo Klett-max,

du hast recht, mit diesen Stiefeln könnte ein normaler Strandspaziergang zu einer ziemlich anstrengenden Angelegenheit werden.

Auf die Idee jedem einen Schuh anzuziehen bin ich noch gar nicht gekommen.
Dann würden die beiden wohl wie Captain Hinkebein herumhumpeln.

Amüsante Vorstellung, aber vielleicht findet sich ja auch einfach ein zweites Paar Stiefel?


Hallo Ihr_joe,

gern geschehen.
Da du ja bereits in Belize auf die Mayastätten gewartet hast, durfte ich dich natürlich nicht nochmal enttäuschen.

Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Tulum absolut keine Enttäuschnung ist.
Allerdings muss ich davon abraten, dort am Wochenende hinzufahren. Viel zu voll!


LG
Fist
425. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Dark Fangtasia am 31.08.19 18:25

Zitat
Hallo Dark Fangtasia,

Gratulation du hast es in meine neueste Geschichte geschafft.
Dort gibt es eine Szene mit Online-Erziehung und einem User, der ständig weitere Strafen fordert.

Ich konnte einfach nicht widerstehen, deinen Nickname da mit einzubauen.

Fist


Ich fühle mich sehr geehrt und bin gespannt (auch wenn es sicher noch eine zeitlang dauert).
426. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 02.09.19 19:21

Hallo Dark Fangtasia,

das habe ich doch gern gemacht.
Du solltest dir davon aber nicht zuviel versprechen, denn es handelt sich nur um eine kleine Nebenrolle.

Allerdings hast du recht, dass bis zur Veröffentlichnug noch eine ganze Weile vergehen wird.
Diese Geschichte hier läuft noch bis ins nächste Jahr hinein und ob die neue danach schon fertig ist, das ist noch ungewiss.

Aber eine Kleinigkeit kann ich ja schon mal verraten.
Die neue Geschichte wird so eine Art Fetisch Krimi werden.


LG
Fist
427. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 03.09.19 19:04

Teil 42


Nach dem Essen war es dann soweit, ich konnte die Schnallen meiner Schuhe endlich wieder öffnen. Es fühlte sich richtig gut an, als der Druck auf meine Füße verschwand. Ich bewegte meine Zehen und genoss die zurückgewonnene Freiheit. Die Ballet-Heels verschwanden in meiner Tasche und wurden durch Sandalen ersetzt. Hoffentlich hatten die dummen Sprüche damit ein Ende. Bereits nach ein paar Schritten blieb ich wieder stehen. Es war merkwürdig, aber es fühlte sich falsch an den ganzen Fuß auf den Boden zu setzen. Stattdessen hatte ich das Bedürfnis zu meinem Spitzentanz zurückzukehren. Ich würde mich erst wieder an ein normales Laufen gewöhnen müssen. Auf dem Weg zum Strand ertappte ich mich sogar dabei, wieder auf Zehenspitzen zu gehen. Das war völlig unbewusst geschehen.

» Vielleicht solltet du die Schuhe gleich wieder anziehen! «, war Heikes Kommentar dazu.

Oh nein, die nächste Trägerin dieser Schuhe war ganz sicher nicht meine Person. Ich hatte da eher eine junge Dame mit dem Namen Heike im Sinn. Aber jetzt war nicht der richtige Moment dafür. Wir verbrachten einen erholsamen Nachmittag am Meer. Es war ziemlich einzigartig einen kulturellen Ausflug vor Ort mit Baden im Meer kombinieren zu können. Dieser Tag war für mich bisher der Höhepunkt der Reise gewesen, zumindest wenn man die erotischen Erlebnisse außen vor ließ.

Es war immer wieder erstaunlich, wie anstrengend so ein Tag am Strand sein konnte. Deshalb beschlossen wir, es am Abend ruhiger angehen zu lassen. Wir wollten einfach nur etwas trinken gehen. Da sich die Bars aber alle in der Fetisch Zone befanden, mussten wir uns natürlich dementsprechend kleiden. Aber wir verwendeten diesmal keine allzu große Mühe auf unsere Outfits. Ich schlüpfte in das schwarze Lederkleid, welches ich hier an Bord gekauft hatte. Heike hingegen trug Klamotten, die sie aus Deutschland mitgebracht hatte. Eine lange Hose und dazu ein Bustier, beides ebenfalls aus Leder gefertigt. Zuhause wären wir so in jedem Club der Hingucker gewesen, aber hier würden wir nicht weiter auffallen.

Beim Abendessen trafen wir Karl und Beatrix. Wir setzten uns zu dem Ehepaar an den Tisch und erzählten von unserem schönen Ausflug nach Tulum. Beatrix geriet sofort ins Schwärmen, denn die beiden hatten die alte Mayastadt schon im Vorjahr besucht. Das Pärchen hatte sich sogar überlegt ein zweites Mal dorthin zu fahren, aber der große Rummel hatte sie abgeschreckt. Stattdessen waren Karl und Beatrix lieber auf die Insel Cozumel gefahren, wo sie den Tag mit Tauchen verbracht hatten. Begeistert erzählten sie von all den bunten Fischen, die sie im Korallenriff gesehen hatten.

» Das hat uns auch auf die Idee gebracht, dass wir uns ein maritimes Partner Tattoo stechen lassen könnten! «, erzählte Karl.

» Ja, vielleicht ein paar Delphine! «, merkte Beatrix an.

Für Beatrix als Anwältin waren Tattoos sicherlich etwas problematisch. Aber man konnte dafür ja eine Stelle wählen, die man normalerweise nicht sehen konnte. Die beiden begannen zu diskutieren, was wohl das beste Motiv wäre. Karl schlug einen Anker oder ein Segelschiff vor, Beatrix hingegen war mehr auf die Tierwelt fixiert.

» Was haltet ihr von einem Seestern, oder besser noch ein Seepferdchen? «, fragte sie plötzlich uns zwei.

Ich war von der Frage überrascht worden und überlegte was ich antworten sollte. Doch Heike war deutlich schneller als ich.

» Also ich würde bei den Delphinen bleiben! «

Hatte Heike etwa selbst schon mit dem Gedanken an ein Tattoo gespielt? So schnell wie sie mit ihrer Antwort herausgeplatzt war, konnte man das fast vermuten. Sowas hätte ich ihr gar nicht zugetraut, wo sie doch schon immer etwas wehleidig gewesen war. Andererseits war sie gestern durch eine Tracht Prügel zu einem Orgasmus getrieben worden. Es schien also durchaus noch unbekannte Seiten an meiner Freundin zu geben.

» Wann wollt ihr das denn machen lassen, vielleicht morgen in Havanna? «, fragte Heike interessiert.

» Nein, hier in der Mall gibt es ein kleines Tattoo-Studio. Wir dachten wir schauen dort nachher mal vorbei, um uns zu informieren! «, erklärte Beatrix.

» Darf ich mitkommen? «, fragte Heike wie aus der Pistole geschossen.

» Klar, warum nicht! «, erwiderte Beatrix.

» Willst du dir etwa auch ein Tattoo stechen lassen? «, fragte ich meine Freundin verblüfft.

» Nein, aber ich war noch nie in so einem Studio. Ich bin einfach neugierig! «

Ich war nicht überzeugt, dass dies der wahre Grund war. Wenn ich wetten sollte, dann würde ich darauf tippen, dass Heike noch vor Abschluss dieser Reise ein kleines Kunstwerk auf ihrer Haut trug. Eigentlich fand ich Tattoos ja auch ganz hübsch, solange das Motiv nicht zu groß war. Aber ihre dauerhafte Natur schreckte mich einfach ab. Was wenn einem das Tattoo nach einigen Jahren nicht mehr gefiel? Natürlich konnte man es mit einem neuen überdecken, aber dadurch wurde gleichzeitig das Motiv größer. Nein nein, von sowas ließ ich lieber meine Finger!

Etwa eine Stunde später standen wir zu viert vor dem Laden mit dem Namen „New Skin“. Durchs Schaufenster konnte ich einen jungen Mann sehen, der in einem Buch las. Als er die Türglocke hörte blickte er zu uns auf und ließ sein Buch unauffällig unter dem Tresen verschwinden. Der Mann war durchaus attraktiv, er besaß kurzes dunkles Haar und fröhlich dreinblickende braune Augen. Seine Arme waren muskulös und von oben bis unten tätowiert. Und auch am Halsausschnitt seines T-Shirts konnte man bunte Tattoos bewundern.

» Grüezi mitenand! «, wurden wir von ihm begrüßt.

Ich musste schmunzeln, denn ich hätte in ihm keinen Schweizer vermutet. Aber das bestätigte eigentlich nur, dass man nicht selten in Klischees dachte. Wenn ich mir einen Schweizer vorstellte, dann dachte ich eher an einen Banker im dunklen Anzug. Der junge Mann hörte Karl aufmerksam bei der Erläuterung seiner Wünsche zu. Dann zog er eine Mappe mit unzähligen Bildern hervor und machte Karl ein paar Vorschläge. Das Beratungsgespräch langweilte mich, weshalb ich mich ein wenig in dem kleinen Raum umsah. An den Wänden hingen jede Menge Bilder von Tattoos in Großaufnahme. Aber ein Foto unterschied sich deutlich von allen anderen. Es zeigte den jungen Schweizer, wie er neben einem sehr großen tätowierten Mann stand. Ich ging etwas näher heran und glaubte den anderen Mann zu erkennen. War das nicht dieser berühmte amerikanische Basketballspieler? Richtig, das war tatsächlich Dennis Rothman! Eigentlich war es ja auch nicht weiter verwunderlich, dass dieser extrovertierte Paradiesvogel zusammen mit einem Tätowierer abgelichtet war. Ich schaute mich weiter im Raum um und entdeckte eine kleine Vitrine. Darin gab es alle möglichen Piercings zu bewundern. Obwohl ich zwar selbst solchen Schmuck am Körper trug, war ich eigentlich ein absoluter Neuling auf diesem Gebiet. Es war wohl nicht falsch zu behaupten, dass ich dazu wie die Jungfrau zum Kinde gekommen war. Also ging ich zu der Vitrine um die Auslage näher zu studieren. Da gab es Stifte mit kleinen Kugeln an den Enden, Stecker besetzt mit glitzernden Steinen und Ringe in allen möglichen Größen. Einer dieser Ringe schien sogar noch größer zu sein als meine eigenen. Kaum zu glauben! Besonders fasziniert war ich aber von einem silbernen verschnörkelten Objekt. Es sah ein wenig wie ein leuchtender Stern aus. In der Mitte gab es eine Aussparung, durch die ein silberner Stift verlief. Auch wenn ich mir nicht völlig sicher war, so vermutete ich doch, dass dies ein Nippelpiercing war. Ich versuchte mir vorzustellen, wie dieses Teil wohl an meiner Brust aussehen würde.

Plötzlich öffnete sich direkt neben der Vitrine eine Tür. Zum Vorschein kam ein bekanntes Gesicht, die Domina Anführerin. Und direkt dahinter erblickte ich noch eine zweite Person, die ich kannte. Claudia, meine verhasste Rivalin bei George. Diese machte ein erschrecktes Gesicht als sie mich erkannte und versteckte sich sofort hinter dem Rücken der Domina.

» Sieh an, so sieht man sich wieder! «, meinte die Domina zu mir.

» Hallo! «, antwortete ich etwas zögerlich.

» Willst du dir endlich dein Sklaventattoo stechen lassen? Wird auch langsam Zeit, denn beringt bist du ja schon! «, meinte sie lachend.

Ihr arroganter Ton ärgerte mich. Was glaubte diese Frau eigentlich wer sie war? Und Beringung? Das hörte sich ja so an, als wäre ich ein Haustier. Eigentlich müsste sie froh sein, dass ich sie nicht dafür verklagte. Die Domina erkannte die Wut in meinen Augen und legte noch einmal nach.

» Du solltest dir ein Beispiel an dieser neuen Sklavin nehmen! «, mit diesen Worten drehte sie sich zu Claudia um.

» Was versteckst du dich hinter mir? Los trete vor! «

Sie packte Claudia am Arm und zog sie durch die Tür hindurch. Die Augen meiner Rivalin weiteten sich und senkten sich danach sofort zu Boden. Claudia trug einen kurzen Rock und dazu ein bauchfreies Top. Das wirklich schockierende war jedoch das Tattoo, welches unterhalb ihres Bauchnabels zu sehen war. In einem Halbkreis war dort zu lesen:

EIGENTUM VON FÜRST FERDINAND II

Vor Schreck verschluckte ich mich und ich musste husten. Was zum Geier hatte sich Claudia nur dabei gedacht? Sie war eine intelligente Frau, warum ließ sie sich so erniedrigen? Obwohl sie meine Rivalin gewesen war, empfand ich jetzt sogar Mitleid für sie. Ich bezweifelte, dass Claudia aus finanziellen Gründen einem solchen Tattoo zugestimmt hätte. Denn als Apothekerin verdiente sie bestimmt nicht schlecht. Viel wahrscheinlicher war es, dass Ferdinand sie mit irgendeinem miesen Trick dazu gebracht hatte. Unterhalb des Schriftzugs prangte noch ein rotes Bild auf Claudias Bauch. Ich konnte allerdings nicht erkennen was es darstellen sollte, da die untere Hälfte von ihrem Rock verdeckt wurde. Aber wie aufs Stichwort schaltete sich die Domina ein.

» Möchtest du nicht das gesamte Kunstwerk präsentieren? «, kam in einem tadelnden Ton.

Claudia schüttelte nur den Kopf, woraufhin die Domina ihre Stirn runzelte.

» Entschuldigung, aber meine Sklavin ist unerfahren und muss noch viel lernen! «

Verärgert packte sie den Rock von Claudia und zog ihn mit einem Ruck zu Boden. Diese trug darunter keinen Slip und stand nun unten ohne da. In der Folge bekam sie für ihre Weigerung auch noch zwei klatschende Hiebe auf den Hintern verpasst. Jetzt drehten sich alle Gesichter im Raum zu uns. Mir fiel sofort auf, dass meine Freundin große Augen bekam. Vermutlich hatte sie meine Rivalin ebenfalls erkannt. Aber auch mein Gesichtsausdruck sprach mit Sicherheit Bände. Das rote Bild auf Claudias Bauch stellte sich als Wappen heraus. Vermutlich war es das Familienwappen von Fürst Ferdinand. Es zeigte ein silbernes Schwert auf rotem Grund. Und dessen Spitze verschwand direkt im Schritt von Claudia. Als ob der Schriftzug allein nicht schon peinlich genug wäre.

» Oh, mein Gott! «, entfuhr es Beatrix entsetzt.

Die Anwältin war weiß Gott kein Kind von Traurigkeit, aber dies ging wohl auch für sie einen Schritt zu weit. Grinsend verabschiedete sich die Domina von mir. Danach schob sie die bedauernswerte Claudia aus dem Laden heraus, selbstverständlich ohne den Rock. Wie so häufig wurde ich von widersprüchlichen Eindrücken überfallen. Ich empfand Schadenfreude für meine Konkurrentin, aber gleichzeitig Mitgefühl mit der verunstalteten Frau. Bei dem Gedanken an ein solches Tattoo schauderte mir, aber gleichzeitig hatte es auch irgendwie den Reiz des Verbotenen. Vielleicht sollte ich besser aufhören über solche Dinge nachzudenken, denn sie würden auch in Zukunft keinen Sinn ergeben.

Das Zusammentreffen mit der Sklavin Claudia hatte Beatrix nachdenklich gemacht. Sie wollte sich die Idee mit dem Partner Tattoo noch einmal gründlich überlegen. Trotzdem verhielt sie sich aber irgendwie seltsam. Bei ihrem Ausruf des Entsetzens hatte ich geglaubt, sie wäre schockiert gewesen. Aber jetzt hatte ich viel mehr den Eindruck, als wäre sie davon fasziniert. Vermutlich war ich mit meinen zwiespältigen Gefühlen nicht ganz allein.

Der Rest des Abends verlief wie geplant, ganz gechillt in der Oktopus-Bar. Wir saßen zu viert zusammen, unterhielten uns über die Kreuzfahrt und hatten dabei einige Drinks. Die Sklavin Claudia war nur kurz ein Thema gewesen. Heike hatte dabei amüsiert angemerkt, dass diese wohl in Zukunft von Bikinis auf Badeanzüge umsteigen musste. Das war sicher keine falsche Annahme, denn ein solches Tattoo wollte man bestimmt nicht öffentlich im Schwimmbad zeigen. Karl und Beatrix verließen nach zwei Stunden die Bar, um im Starboard abzutanzen. Aber Heike und ich zogen es am heutigen Tag vor früher ins Bett zu gehen. Es durfte ja auch mal ein Tag ohne erotische Abenteuer vergehen. Eine Behauptung, die angesichts des Auftritts von Claudia, durchaus gewagt war. Zuhause wäre das bestimmt über Wochen ein Thema gewesen, hier gehörte es irgendwie zur Normalität.

Am nächsten Tag stand Havanna auf dem Programm. Die kubanische Hauptstadt war für ihre malerische Altstadt berühmt und wir hatten vor diese zu erkunden. Auf der Überfahrt trafen wir Ferdinand mit seiner neuen Sklavin Claudia. Beide waren äußerst festlich gekleidet und sie wirkten fast wie ein Ehepaar. Er trug einen schwarzen Smoking und seine Frau ein elegantes knielanges weißes Kleid. Lediglich ihre Taille wirkte ein wenig zu schmal, weshalb ich unter dem Kleid ein Korsett vermutete. Ihr heutiges Aussehen war aber kein Vergleich zum Vorabend. Die beiden sahen allerdings nicht so aus, als wollten sie einen gewöhnlichen touristischen Ausflug machen. Und Ferdinand wurde heute auch nur von einem Bodyguard begleitet. Was hatten die vor?

» Hallo Sabine, hallo Heike schön euch zu sehen! «, wurden wir von Ferdinand begrüßt.


Fortsetzung folgt!
428. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Klett-max am 03.09.19 22:50

Hallo IronFist,

jetzt hat Sabine ihr Vorhaben mit den Stiefeln (noch) nicht umgesetzt. Aber... auch mit diesem tollen Kapitel ist die Geschichte (vermutlich) noch nicht am Ende. Hör ick Heike noch trapsen ...?

Rechnen wir mal zusammen: Fürst Ferdinand im schwarzen Smoking und Sklavin Claudia im eleganten knielangen weißen Kleid; nur ein Bodyguard, und dann DIESE Begrüßung für Sabine und Heike. Ich kenne leider nicht das Kubanische Personenstandsgesetz, könnte mir aber historisch bedingte Besonderheiten vorstellen, die schon etliche Jahrzehnte ungenutzt geblieben sind. (...)


Der Besuch im Tattoo-Studio war doch nicht der Letzte, oder?


Auf jeden Fall freue ich mich schon auf die nächste Foplge, die dem Rätseln über den Fortgang der Geschichte (vorübergehend) ein Ende setzt.
429. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 04.09.19 07:32

Ja,das Zusammentreffen mit der Domina und Sklavin Claudia war an dieser Stelle schon überraschend.Ich glaube aber,daß der Besuch im Tattoo-Studio noch Folgen haben wird.Der Blick von Sabine in die Vitrine wird noch Folgen haben,denn sie hat Interesse an einer neuen Variante für ihre Brustpiercings. Vielleicht passiert etwas in Havanna.An ein Tattoo denke ich weniger.Bin gespannt,wie es weiter geht.
430. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 06.09.19 19:25

Hallo Klett-max,

was nicht ist, das kann ja noch werden.
Ob man mit solchen Stiefeln aber trapst?

Meinst du wirklich Fürst Ferdinand würde eine neue Sklavin ehelichen?
Er ist stinkreich und eine Scheidung könnte eine ziemlich teure Angelegenheit für ihn werden. Andererseits würde er bestimmt einen für ihn günstigen Ehevertrag machen. Also vielleicht ja doch?

Ich weiß, dass Havanna für seine Nachtclubs bekannt ist. Gilt das etwa auch für seine Tattoo-Artists?
Werden bei Ferdinands Hochzeit dann Tattoos anstatt von Ringen ausgetauscht?

Dazu fällt mir dann nur eines ein: Arme Claudia!


Hallo Gummimaske,

hat nicht alles irgendwie seine Folgen?
Vielleicht gilt das ja auch für das erneute Aufeinandertreffen mit Ferdinand.


LG
Fist
431. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 06.09.19 20:18

Hach, da wird groß MAYA versprochen ^^ Und dann spielt gar keine Maya mit, weder die Biene, die ich meine... noch eine Domina Namen Maya.!

Jahrtausende alte Mayamauern fallen dem schwebenden Schritt in den wundervollen Stiefeln zum Opfer, den andere Plump als Trapsen bezeichnen, dabei ist doch bei dem Singvogel gemeint so ein Tierchen kann doch gar nicht trampeln.
Warum fällt mir jetzt Nightingale und Bombers ein, egal was ich schreiben wollte, wieder eine tolle Wendung der Geschichte, Tattoos und die große Domina, wunderbar.
Weist Du, dass meine Herrin auch sehr groß ist, egal. Aber so kann ich mir die Dame besser vorstellen.

Alles ist offen und ich freue mich auf Kuba, alte Straßenkreuzer und weiße Strände, Zigarren (Pfui, ich rauche nicht mehr), pastellfarbene Häuser und Bomber äh nein, das war in meiner Kindheit, die Kubakrise - wie gut, dass es nicht heute ist ...

Klar und Che Guevara, das Bild unvergessen, fast so wie Deine Geschichten...

Wie dem auch sei, überrasche mich mit dem nächsten Teil

Es freut sich
Ihr_joe



432. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 08.09.19 19:32

Hallo Ihr_joe,

I'm so sorry! Für die Biene habe ich keine Lizenz bekommen und die Domina war bereits ausgebucht.

Nightingale und Bombers sagte mir gar nichts, so dass ich erst einmal danach googeln musste.
Ich verstehe deine Analogie so, dass man manchmal etwas anderes bekommt als man erwartet. Hättest du das nicht einfacher formulieren können?

Also ich weiß nicht so recht, was ich von dem Vergleich meiner Geschichten mit Che Guevara halten soll.
Hoffentlich bleiben meine Geschichten nicht so brutal in Erinnerung und hoffentlich finden sie auch nicht so ein Ende.

Da kann ich mich dann schon eher mit den weißen Stränden und den Straßenkreuzern anfreunden.
Die Zigarren brauche ich ebenfalls nicht und die Bomber lassen wir einfach weg.

Und vielleicht hat Havanna ja auch noch ein paar andere Dinge zu bieten.


LG
Fist
433. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 08.09.19 20:12

Du glaubst doch nicht, dass Du meine Herrin buchen kannst? Vielleicht doch, wer weiß...

Einfacher formulieren? Doch hätte ich, die Bomber bilden den Übergang, die Nachtigall bot sich an, sie ist als Vorspann in dem Lied zu hören genauso wie echte Bomber.

Da der heutige US Präsentiert nicht einmal als Karikatur von JFK durchgeht, würde, der gleiche Sachverhalt wohl zu Katastrophe führen.
Dank Kennedy gibt und gab es auf Kuba nie die befürchteten Raketen, somit können wir auch auf die Bomber verzichten, heute.
Das waren die Zeilen hinter dem Geschriebenen.

Hach, und das weltbekannte Bild, der arme Fotograf hat mit dem phantastischen Werk nichts verdient, genau wie Du mit Deinen Werken. Alberto Korda, schenkte das damals unverkäufliche Bild einem Verleger, auch heute noch zählt es zu den bekanntesten Fotografien.

Du siehst, es war nicht der Brutale was mich veranlasst hat, den Vergleich zu schreiben.

Die anderen Dinge, von Havanna, ach wir besuchen die Hauptstadt, so was ist Dein Part...

Nicht immer schreibe ich so vieldeutig, bei der Geschichte, in der du uns so gerne Überrascht, hat es mir aber Spaß gemacht, Dir auch eine kleine Denksportaufgabe zu geben.

Aber jetzt auf zu Deinen Abenteuern...

Danke,
Ihr_joe

434. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 09.09.19 19:30

Hallo Ihr_joe,

ich konnte ja nicht wissen, dass die Domina Maya deine Herrin ist. Wenigstens erklärt das ihre Absage.

Ich denke nicht, dass eine Kubakrise mit dem heutigen POTUS zu einem Krieg führen würde. Zumindest nicht mit Russland.
Mister Putin würde ihm erklären, dass es keine Raketen auf Kuba gibt. Und damit wäre die Gefahr für Trump gebannt und die ganze Geschichte Fake-News.

Nichtsdestotrotz ist der Kerl gefährlich, weil er einfach zu dumm für seinen Job ist.
Bestes Beispiel ist seine grandiose Idee, Hurricanes mit Atombomben zu bekämpfen. Was kann dabei schon groß schiefgehen?

Deine Denksportaufgabe ist dir sehr gut geglückt. Ohne Hilfe durch das Internet hätte ich sie jedoch nicht verstanden.
Übrigens behauptet Dr. Google, dass die Bomber über England flogen und nicht über Kuba.


LG
Fist
435. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 10.09.19 19:18

Teil 43


Wir führten ein eher belangloses Gespräch und mir fiel auf, dass Claudia ungewöhnlich still war. Von der intelligenten und charmanten Frau, die ich kennengelernt hatte, war nichts zu sehen. Stattdessen vermied sie jeglichen Blickkontakt. Vermutlich war ihr der gestrige Abend noch immer peinlich. Als wir auf unsere touristischen Pläne zu sprechen kamen, empfahl uns Ferdinand die barocke Kathedrale San Cristobal zu besichtigen. Er bedauerte nicht selbst einen Ausflug machen zu können, da er zu einem Empfang in die österreichische Botschaft eingeladen war. Was natürlich die festliche Kleidung der beiden erklärte. Und vermutlich war das auch der Grund, warum Ferdinand nur von einem Bodyguard begleitet wurde. Denn Security gab es in der österreichischen Vertretung bestimmt zur Genüge. Der Botschafter war gerade erst neu in sein Amt bestellt worden und Ferdinand benötigte seine Unterstützung für ein Projekt auf Kuba. Dummerweise hatte Ferdinand in der Vergangenheit schon Konflikte mit dem Mann gehabt, als dieser noch im Wirtschaftsministerium in Wien gearbeitet hatte.

» Ich werde wohl ein hübsches Sümmchen für seine Wohltätigkeitsorganisation springen lassen müssen! «, meinte Ferdinand schulterzuckend.

» Es ist doch nichts falsch daran, für einen guten Zweck zu spenden! «, antwortete ich. Ferdinand lachte darüber nur höhnisch.

» Im Prinzip nicht. Aber ich vermute, dass der Zweck dieser Organisation in erster Linie seinem eigenen Geldbeutel dient! «

» Und warum zeigen sie den Mann nicht an, wenn sie wissen, dass er korrupt ist? «

Ferdinand blickte mich an als wäre ich ein kleines Kind, dem man alles erklären musste.

» Weil es so zu meinem Vorteil ist. Es ist nie verkehrt ein Druckmittel in der Hinterhand zu haben. Und wenn alle Stricke reißen, dann habe ich ja auch noch meine Geheimwaffe! «, beim letzten Satz blickte er Claudia ganz merkwürdig an.

Ich war schockiert wie offen Ferdinand über Bestechung sprach. Vermutlich lief da deutlich mehr unter der Hand, als sich der Normalbürger überhaupt vorstellen konnte. Aber warum war Claudia seine Geheimwaffe? Sollte sie den Botschafter vielleicht verführen?

» Das bist du doch, oder etwa nicht? «, fragte Ferdinand an Claudia gewandt. Diese erschrak, als sie direkt angesprochen wurde. Dann nickte sie stumm.

» Sklavin, antworte gefälligst wenn ich mit dir rede! «, fuhr er sie streng an.

» Ja Herr! «, kam leise und mit gesenktem Kopf zurück.

Ich war irritiert, denn ich hatte den Eindruck gehabt, ein kurzes Aufleuchten am Kragen von Claudia zu sehen. Vermutlich war das aber nur eine Reflektion gewesen, denn Claudia stand mitten im Sonnenlicht. Ihr Kleid besaß einen weißen Kragen aus einem glänzenden Material, welches sich eng um den Hals legte. Zwischen Kragen und Busen bestand das Kleid aus einem transparenten weißen Tüllstoff, der einen Einblick auf ihren Ausschnitt gestattete. Und vom Busen abwärts war Claudia in weißes Satin gehüllt. Mit anderen Worten, ihr Kleid vermittelte Stil und Eleganz mit einem Hauch von Erotik.

» Zeig doch Sabine und Heike mal deine neueste Errungenschaft! «, forderte Ferdinand seine Sklavin auf. Claudia wand sich unbehaglich und antwortete dann leise.

» Die haben sie gestern Abend schon im New Skin gesehen! «

Wieder leuchtete der Kragen von Claudia auf, diesmal allerdings etwas länger. Unter dem Stoff schienen kleine LED Leuchten verborgen zu sein, die immer dann aufleuchteten wenn Claudia sprach. Die Leuchten formten Buchstaben und auf dem Hals von Claudia war kurz SLAVE zu lesen gewesen. Ich war gleichermaßen überrascht und schockiert. Immer wenn Claudia den Mund aufmachte outete sie sich als Sklavin. Das erklärte, warum sie bisher so still gewesen war. Vermutlich hatte sie diesmal nur deshalb gesprochen, weil die Alternative, ihr neues Tattoo zu zeigen, noch peinlicher war.

» Wirklich? Wie schade, ich hätte zu gerne eure beiden Gesichter gesehen! «, meinte Ferdinand schmunzelnd zu uns. Danach fuhr er fort.

» Unser lieber Botschafter hat ein paar sexuelle Vorlieben, die er gerne geheim halten möchte. Mit der Hilfe meiner Sklavin möchte ich ihn dezent wissen lassen, dass ich davon erfahren habe. «

Ferdinand war wohl keine Methode zu schäbig, um seine Interessen durchzusetzen. Vor Bestechung und Erpressung schreckte er jedenfalls nicht zurück. Und wer weiß welche schmutzigen Tricks er sonst noch so auf Lager hatte.

» Wir wollen heute Abend noch ins Lucky Loser gehen. Vielleicht habt ihr zwei ja Lust uns zu begleiten? «, fragte Ferdinand als das Boot im Hafen anlegte.

» Nein danke! «, antwortete ich sofort.

» Sehr gerne! «, meinte Heike im selben Moment.

Ferdinand lachte über unsere gegensätzlichen Antworten. Ich schaute meine Freundin ärgerlich an, aber diese zuckte nur mit den Schultern. Hatte sie denn nicht mitbekommen, was gerade passiert war? Dieser Kerl manipulierte die Leute wie es ihm gerade in den Kram passte. Ferdinand verabschiedete sich von uns. Er stieg zusammen mit Sklavin und Bodyguard in ein Taxi.

» Wie kannst du mir so in den Rücken fallen? «, fragte ich meine Freundin vorwurfsvoll.

» Woher sollte ich denn wissen, dass du nein sagst? «, kam empört zurück.

» Da fragst du noch? Hast du denn nicht gesehen wie er Claudia benutzt? «

» Schon, aber woher willst du wissen, dass sie das nicht freiwillig tut? «

Mein erster Impuls war, das als völligen Blödsinn abzutun. Doch dann dachte ich über Heikes Worte nach. Claudia hatte sich auch von Mister Tanaka zu einem hilflosen Paket verschnüren lassen und dies zweifelsfrei genossen. Vielleicht empfand sie ja auch Lust darin, sich demütigen zu lassen? Das konnte ich zumindest nicht ausschließen. Nichtsdestotrotz war Ferdinand ein Mann, der mit allen Wassern gewaschen war. Es war deshalb deutlich besser für uns, Abstand von ihm zu halten. Aber diese Diskussion hatte ich mit Heike ja schon einmal geführt. Am Ende hatte sich meine Freundin durchgesetzt, weshalb wir jetzt beide mit Intimpiercings durch die Gegend liefen. Sowas durfte sich keinesfalls wiederholen!

» Selbst wenn Claudia das freiwillig macht, wir sollten uns jedenfalls nicht mehr auf diesen Kerl einlassen. «

» Warum? «, fragte Heike schlicht zurück.

» Hast du etwa vergessen was beim letzten Mal passiert ist? «, ich zeigte mit den Fingern auf meine Ringe, die sich durch das Shirt abzeichneten.

» Nein, aber deine steifen Nippel zeigen auch ganz deutlich, dass du diese Ringe magst. Und mir geht es ebenso! «

» Darum geht’s doch gar nicht. Er hat uns gegen unseren Willen mit diesen Dingern ausgestattet. «

» Und wenn schon. Manchmal muss man zu seinem Glück eben gezwungen werden! «, erwiderte meine Freundin mit einem Schulterzucken.

Dieser Kommentar brachte mich vollends auf die Palme. Ich musste mich beherrschen, um meine Freundin nicht der Dummheit zu bezichtigen. Bei unserem letzten Disput über Ferdinand hatte ich meine Freundin gekränkt, diesen Fehler wollte ich nicht wiederholen. Also schluckte ich meinen Ärger hinunter. Vielleicht würde sich das Thema Ferdinand ja von selbst erledigen.

Havanna liegt an einer natürlichen Bucht, die das Hafenbecken der Stadt bildet. Diese Bucht ist von See aus nur durch einen schmalen Kanal erreichbar, weshalb die Spanier im 16. und 17. Jahrhundert auf beiden Seiten der Zufahrt Forts errichtet hatten. Um die Einfahrt von feindlichen Schiffen zu verhindern, konnte zwischen diesen Forts eine Kette aufgespannt werden. Der letzte Versuch so eine historische Festung in Port Royal zu besichtigen, scheiterte daran, dass uns eine ungewöhnliche Pferdekutsche dazwischen gekommen war. Deshalb begannen wir unseren heutigen Ausflug in einem dieser Forts, dem Castillo del Morro. Neben einem atemberaubenden Blick über die Bucht, gab es dort vor allem alte Kanonen zu sehen. Nach diesem militärischen Einstieg wendeten wir uns der religiösen Seite von Havanna zu. Genau wie Ferdinand empfohlen hatte, besichtigten wir die Kathedrale von Havanna. Allerdings war ich ein wenig enttäuscht davon. San Cristobal war zweifellos eine schöne Kirche, aber da kannte ich aus Deutschland wesentlich beeindruckendere Bauwerke. Anscheinend konnte man selbst solch harmlosen Ratschlägen von Ferdinand nicht trauen. Aber vielleicht suchte ich auch nur nach einer Bestätigung für meine Skepsis diesem Mann gegenüber. Als nächstes machten wir einen kurzen Abstecher zum Capitol, welches bis zur kubanischen Revolution das Parlament beheimatet hatte. Heute hingegen ist das Gebäude der Sitz der kubanischen Akademie der Wissenschaften. Die Stadt Havanna hinterließ bei mir insgesamt gemischte Eindrücke. Einerseits gab es schön renovierte malerische Straßenzüge, aber schon eine Gasse weiter stieß man auf heruntergekommene Häuser, an denen schon ewig nichts mehr gemacht worden war. Vermutlich war das ein Sinnbild des modernen Kubas. Auffällig waren auch die vielen alten amerikanischen Limousinen auf den Straßen, die anscheinend liebevoll gepflegt wurden. Und auch unser sehr günstiges Mittagessen in einem guten Restaurant ist eine Erwähnung wert.

Als wir in unsere Kabine zurückkehrten, wartete eine Überraschung auf uns. Auf einem Bett lagen vier Kartons und es stand ein rollbarer Kleiderständer mitten im Gang. An der Stange des Ständers hingen zwei voluminöse Kleider, die fast die gesamte Breite des Durchgangs einnahmen. Was sollte das? Heike quetschte sich bis zum Bett durch und verkündete dann fröhlich.

» Hier ist eine Nachricht, die ist bestimmt von Ferdinand! «

Natürlich, ich hätte es besser wissen müssen, dass sich der Fall Ferdinand niemals von alleine erledigen würde.

» Also schön, les vor! «, seufzte ich. Heike setzte sich aufs Bett, öffnete dann den Umschlag und begann zu lesen.


Hallo Sabine, hallo Heike,

es freut mich, dass ihr uns heute Abend ins Lucky Loser begleiten wollt. Damit ihr euch über das Outfit nicht den Kopf zerbrechen müsst, habe ich mir erlaubt euch diese Entscheidung abzunehmen. Bitte akzeptiert dieses kleine Geschenk von mir. Ich werde euch um 21 Uhr in der Kabine abholen.

Mit großer Vorfreude
Ferdinand



Ich schüttelte über so viel Dreistigkeit nur den Kopf. Der Kerl glaubte anscheinend, alle müssten immer nach seiner Pfeife tanzen. Vermutlich lief es auch meistens so ab. Wer zahlt schafft an, heißt es ja so schön. Aber ich hatte diesmal nicht vor nachzugeben.

» Genau das meinte ich heute Morgen. Wir haben nicht zugesagt, aber Ferdinand geht einfach davon aus, dass wir ihn begleiten. Zudem will er auch noch über unseren Kopf hinweg bestimmen, was wir dabei für Kleider zu tragen haben. «

» Aber diese Kleider sind doch hübsch! «, war alles was Heike zu meiner Tirade zu sagen hatte.

So langsam machte mich meine Freundin wahnsinnig. Wollte sie mich nicht verstehen? Und sogar über die Schönheit dieses Meeres aus Taft konnte man diskutieren. Selbst für ein Hochzeitskleid wäre mir das „too much“ gewesen, von den seltsamen Farben einmal völlig abgesehen. Hellgrün und Gelb mochten vielleicht karibisch sein, aber wer trug denn bitte sowas? Ich musste Heike vor sich selbst beschützen, bevor sie sich in ihr Verderben stürzte.

» Wir gehen da heute Abend nicht hin und die Sachen schicken wir wieder zurück! «

» Ach ja? Und das entscheidest du für uns beide? «

» Genau! «, sagte ich in einer Art, die jede weitere Diskussion beenden sollte. Leider hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

» Das sehe ich anders! «, meinte Heike trotzig.

Wir starrten uns gegenseitig an und es entstand eine merkwürdige Stille. Dann wechselte Heike urplötzlich das Thema.

» Erinnerst du dich an den Abend, an dem du mit Bernd Schluss gemacht hast? «

» Natürlich! «, antwortete ich verwirrt.

» Du kamst heulend zu mir und wir haben die ganze Nacht darüber geredet. «

Ich nickte bestätigend, denn es hatte sich tatsächlich so abgespielt. Heike hatte mich getröstet und mir Mut zugesprochen, so dass es mir am nächsten Tag ein bisschen besser ging.

» Als du gegangen bist hast du gesagt, dass ich etwas gut bei dir habe. Ich möchte diesen Gefallen jetzt einfordern. Bitte begleite mich heute Abend ins Lucky Loser! «

Meine Kinnlade klappte herunter. An sowas hatte ich dabei natürlich nicht gedacht. Wie sollte ich mich jetzt verhalten? Ich wollte Heike doch nur vor Schaden bewahren, sollte ich sie wegen eines unbedachten Versprechens jetzt sehenden Auges in ihr Unheil rennen lassen? Da musste es doch noch einen anderen Weg geben. Also versuchte ich meiner Freundin ebenfalls ein Versprechen abzuringen.

» Schwörst du mir, dass wir im Lucky Loser nicht selbst spielen werden? «

Das Gesicht meiner Freundin hellte sich merkbar auf. Dann sprang sie auf, umarmte mich und drückte mir einen fetten Kuss auf die Backe.

» Ja! «

Wieder hatte sie mich rumgekriegt. Eigentlich dachte ich immer, dass ich eine Meisterin darin wäre meinen Willen durchzusetzen. Aber offensichtlich konnte ich in dieser Beziehung noch eine Menge von Heike lernen. Meine Freundin öffnete eine der Schachteln auf dem Bett. Zum Vorschein kamen ein paar gelbe Pumps mit hohem Absatz und einem Riemchen am Knöchel. Diese Schuhe waren zwar hoch, aber sie kamen nicht annähernd an meine Ballet-Heels heran. Im zweiten Karton waren genau dieselben Schuhe, allerdings diesmal in einem hellen Grün. Zweifellos gehörten die Schuhe jeweils zu dem gleichfarbigen Kleid. Überraschend war jedoch der Inhalt der anderen beiden Kartons. Sie enthielten jeweils einen schwarzen Slip aus Latex, allerdings mit einer kleinen Besonderheit. Aus den Innenseiten dieser Slips ragte jeweils ein großer Dildo heraus.

» Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Teil wirklich passt! «, meinte Heike als sie sich den Slip vor den Körper hielt. Ich musste lachen, weil meine Freundin ein schockiertes Gesicht machte.

» Wir können es ja auch lassen! «, schlug ich scherzhaft vor.

Als Antwort erntete ich einen leichten Hieb auf meinen Arm. Ich hatte auch nicht wirklich vermutet, dass sich Heike von so einem Dildoslip abschrecken lassen würde. In meinem Gemälde hatte ich schon Erfahrung mit so einem Teil gemacht, aber für meine Freundin war es wohl Neuland. Schließlich untersuchten wir noch die beiden Kleider etwas genauer. Sie waren extrem lang und würden sicherlich bis zum Boden hinunter reichen. Erstaunt stellten wir fest, dass sich unter den Kleidern sage und schreibe 10 Unterröcke verbargen. Kein Wunder, dass diese Kleider die halbe Kabine einnahmen. Praktisch war sicherlich anders. Die Kleider besaßen einen hohen Kragen und lange Ärmel, die aus einem transparenten Material gefertigt waren. Verglichen mit der üblichen Kleidung auf diesem Schiff würden wir heute Abend extrem züchtig unterwegs sein.


Fortsetzung folgt!
436. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 10.09.19 21:38

Wieder eine super Fortsetzung - Danke sehr.

"züchtig"... so, so... na, wenn da mal nicht der Schein trügt...
437. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 11.09.19 05:56

Wieder eine super schöne Fortsetzung. Da werden ja die Gefühle mal wieder richtig durcheinander gewürfelt.
438. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Gummimaske am 11.09.19 06:59

Dieser Ferdinand hat es wirklich faustdick hinter den Ohren.Allerdings kennt er anscheinend genau die Schwächen von Heike und Sabine.Mit dem Geschenk auf dem Zimmer wurde zumindest die Neugier der Beiden geweckt.Es wird sicher wieder ein Abend an den Sabine und Heike noch lange denken werden.
439. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 11.09.19 21:10

Ja, auch was schönes, ä hm, manche Lernens nie, mal sehen was Du für die Rockträgerinnen ausgedacht hast.
Mit dem züchtig unterwegs sein... wer weiß ... ob daraus nicht gezüchtigt unterwegs sein wird....

Danke, mit Freude.
Ihr_joe

Ps.: Natürlich hast Du recht, ... 1942 den Gesang der Nachtigall aufnehmen will und dabei die Geräusche von RAF Flugzeugen einfängt, die auf dem Weg sind ihre Bombenlast nach Deutschland zu tragen.

Es war die trapsende Nachtigall die mich das schreiben lassen hat samt Deinem Kommentar, das mit den B52 hätte sich anders angehört, das waren ja Strahltriebwerke.
440. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 13.09.19 19:22

Hallo marpsp,

freut mich, dass es dir gefallen hat.

Vielleicht kann das züchtig ja auch zum Bumerang werden?
Bei Ferdinands Historie würde ich sowas zumindest nicht ausschließen.


Hallo Trucker,

ich danke dir für die netten Worte.

Ist Würfeln im Lucky Loser vielleicht genau das richtige Stichwort?
Für ein Stripwürfeln sind opulente Kleider vielleicht gar nicht so schlecht geeignet. Dann hat man wenigstens was zum Ausziehen.


Hallo Gummimaske,

man könnte Ferdinand wohl als ein Schlitzohr beschreiben.
Und sich mit ihm einzulassen ist nicht ganz ungefährlich.

Ob die beiden das wohl noch bereuen werden?


Hallo Ihr_joe,

ja ich muss zugeben, dass sich der Lerneffekt nicht so ganz einstellen möchte. Vor allem bei Heike.
Aber haben wir nicht alle schon mal etwas Dummes gemacht?

Nettes Wortspiel hast du da begonnen. Mal sehen, ob ich das noch ein Stück weiter teiben kann.
Vielleicht wird Ferdinand die Züchtigen ja züchtig züchtigen.

Wenn du auf Kuba versuchst den Ruf einer Nachtigall aufzunehmen, dann musst du vermutlich seeeeehr lange warten.


LG
Fist
441. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 13.09.19 19:57

Hallo IronFist:

AHM Pff und OT:

Zitat

Wenn du auf Kuba versuchst den Ruf einer Nachtigall aufzunehmen, dann musst du vermutlich seeeeehr lange warten.


Versuchs mal mit Gemütlichkeit... ahm nein mit Myadestes Elisabeth - Kubaklarino!

Ihr_joe,
dieser dummdreiste, schleimerische Besserwisser!
442. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 15.09.19 19:27

Hallo Ihr_joe,

soso das ist also Offtopic.
Wer war das nochmal, der mit den Nachtigallen angefangen hat?

Aber keine Sorge, das mit der Besserwisserei kann ich auch:
Deine kubanische Nachtigall dürfte nur sehr wenig mit der in Europa vorkommenden gemein haben. Und auch auf ihren Ruf kannst du in Kuba vermutlich sehr lange warten, weil sie vom Aussterben bedroht ist.

Endstand Besserwisserei: Ihr_joe - IronFist 1:1

Vielleicht bleibe ich also doch besser bei Balu dem Bären:
Probier's mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit
Jagst du den Alltag und die Sorgen weg


LG
Fist
443. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 17.09.19 19:13

Teil 44


Wir beschlossen zuerst zum Abendessen zu gehen und uns danach umzuziehen. Denn mit diesen wallenden Kleidern hätten wir sonst wohl das halbe Buffet abgeräumt. Beide mochten wir das gelbe Kleid lieber, weshalb wir losten wer es tragen durfte. Heike verlor und endete in Mintgrün. Die dumme Idee mit dem Casino Abend kam von ihr, also war das nur ausgleichende Gerechtigkeit. Wir schlüpften zuerst in die Latex Slips. Ich hatte Probleme meine Ringe in die richtige Position zu bringen, denn irgendwo kniff es immer. Von dem großen Eindringling in meinem Schritt ganz zu schweigen, denn dieser war mehr als irritierend und ich fühlte mich ziemlich ausgefüllt. Nicht dass mir das unangenehm war, aber es lenkte ganz gewaltig ab. Vor allem dann wenn man sich bewegte. Heike stieg als erste in den mintgrünen Überfluss aus Taft. Es war schwierig den Reißverschluss an ihrem Rücken zu schließen, weil das Kleid in der Taille sehr eng geschnitten war. Nachdem ich die Engstelle aber überwunden hatte, gab es keine weiteren Probleme mehr. Meine Freundin klagte über leichte Atembeschwerden. Aber ihre Augen verrieten, dass sie vom eigenen Anblick im Spiegel fasziniert war. Sie drehte sich um die eigene Achse und ließ ihre Röcke fliegen. Mir kam dieses Kleid völlig übertrieben vor, aber gleichzeitig erfüllte es die Prinzessinnen Träume meiner Kindheit. Merkwürdig oder? Wo ich doch erst vor 2 Tagen Prinzessin Barbie gespielt hatte. Dies aber natürlich völlig anders als in meiner naiven kindlichen Vorstellung.

Wenige Minuten später steckte auch ich in meinem gelben Monstrum. Die Taille war wirklich verdammt eng, aber das Kleid sah an mir richtig klasse aus. Jetzt war ich wirklich die Prinzessin aus meiner Kindheit und nicht nur die Gummipuppe mit dem Namen Barbie. Ganz kurz spielte ich mit dem Gedanken das goldene Korsett aus dem Schrank zu holen, um meine Taille noch weiter zu verengen. Doch dann besann ich mich eines Besseren, schließlich trafen wir heute Abend auf Ferdinand. So wie ich diesen Mann kannte, würde er die Gelegenheit ausnützen und mir völlig die Luft abschnüren. Vermutlich sähe ich danach wie eine Sanduhr aus. Dieses Risiko wollte ich lieber nicht eingehen. Es stellte sich als erstaunlich schwierig heraus, die mitgelieferten Schuhe anzuziehen. Denn wenn man sich aufs Bett setzte, dann wölbten sich alle Unterröcke nach oben und man kam nicht mehr an seine Füße heran. Also zogen wir uns gegenseitig die Pumps an, indem eine ihre Röcke anhob, während die andere die Riemchen schloss. Aber selbst auf diese Weise war es schwierig, weil einem dabei immer die eigenen Unterröcke in die Quere kamen. Schließlich hatten wir es aber doch geschafft. Durch die hohen Schuhe schwebten unsere Rocksäume jetzt knapp über dem Boden. Fast so, als ob Ferdinand die Rocklänge genau ausgemessen hätte. Überhaupt passten sie Sachen erstaunlich gut, woher kannte dieser Kerl eigentlich unsere Kleidergrößen? Dumme Frage, von unserem Ausflug in Kingston natürlich. Und da wir beide sogar die gleiche Größe hatten, war es egal wer welches Kleid trug.

Pünktlich um 21 Uhr klopfte es an unserer Tür. Ich öffnete und erblickte die Sklavin Claudia, welche diesmal ein engmaschiges und komplett transparentes Netzkleid anhatte. Darunter trug sie absolut nichts, abgesehen von dem peinlichen Tattoo natürlich. Um ihren Hals spannte sich ein schwarzes Lederhalsband, an dem eine Führungsleine eingehakt war. Und genau von dieser Leine wurde sie jetzt zur Seite gezogen. Jetzt kamen Ferdinand und seine zwei Gorillas zum Vorschein, alle drei in elegante schwarze Anzüge gekleidet.

» Sabine, du siehst wundervoll aus! «, waren die ersten Worte von Ferdinand.

Ich legte zwar keinen Wert auf seine Meinung, aber ich freute mich trotzdem über das Kompliment, weil es ehrlich rübergekommen war. Doch schon im nächsten Moment zerstörte er diesen ersten positiven Eindruck wieder. Er zog eine kleine Fernbedienung aus der Tasche und drückte auf einen Knopf. Der Dildo in meinem Slip entpuppte sich als ferngesteuerter Vibrator, der nun loslegte. Mir entwich ein überraschtes Stöhnen und ich klammerte mich am Türrahmen fest. Hinter mir hatte auch Heike ein kurzes „Uh“ ausgestoßen. Ferdinand lächelte verschmitzt über unsere Reaktionen und schaltete das Ding sofort wieder aus.

» Sehr schön, ihr tragt also eure neue Unterwäsche. Eigentlich schade, denn ich hätte euch nur zu gerne bestraft! «

Dieser arrogante Mistkerl! Er hatte überhaupt nicht die Autorität uns zu bestrafen. Und es war immer noch unsere Angelegenheit, welche Kleidung wir tragen wollten. Schon mit sein