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Thema:
eröffnet von Blackrubberhorse am 01.01.21 09:45
letzter Beitrag von Pup_Fl am 23.09.22 13:56

1. Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 01.01.21 09:45

Anstelle eines Vorwortes...


Neues Jahr...- neue Geschichte... Aber dies hier ist 'nur' die mögliche Fortsetzung einer bereits begonnenen...
Es ist, denke ich, ungewöhnlich, die Geschichte einer anderen Person fortzuführen...- und damit zu versuchen, dem Autor in seinen Intentionen gerecht zu werden. Ich weiß nicht, ob mir dies hiermit gelungen ist...

Drachenlord hat, um dies hier im Vorfeld ganz klar zu kommunizieren, die Erlaubnis dazu erteilt- und als sein 'Korrekturleser' war es mir vergönnt, den Handlungsstrang der Story und die darin agierenden Hauptpersonen zu kennen. Es entwickelte sich über den Zeitraum seiner Veröffentlichungen eine fruchtbare Zusammenarbeit, die aber, zu meinem Bedauern, aufgrund anderer Differenzen leider keinen Fortbestand hatte. Da ich aber die Story an sich für zu schade hielt um sie unvollendet zu lassen, begann ich die mir zur Verfügung stehenden, bislang unveröffentlichten, Kapitel zu sortieren, diese in die angedachte Zeitlinie der Handlung einzufügen und die fehlenden Abschnitte mit eigenen Ideen zu ergänzen. So gesehen, ich hatte einen Bauplan und einige Teile zur Verfügung...

Kapitel, die nicht meiner Phantasie entstammen und die ich von Drachenlord übernommen habe, sind als solche entsprechend gekennzeichnet- auch wenn ich in diesen ab und an einige Zeilen oder Absätze geändert habe um sie im Gesamtkontext besser einfügen zu können. Das gleiche gilt auch für den Fakt, dies in einem eigenen Treat hier im Forum zu posten- so kann Drachenlord, sollte dies sein Wunsch sein, SEINE Orginalgeschichte ohne Probleme dort weiterführen, wo er sie unterbrochen hat. Vielleicht wird es ja dann zwei Versionen dieser Geschichte geben- ich würde mich darüber sehr freuen...

Mögen die Leser der Geschichte- die dort ansetzt wo Drachenlord sie (im Moment) nicht weiterführte- nun entscheiden, ob diese Fortsetzung bei ihm gefallen finden kann

Hier noch der Link zu den ersten Tagen der Story, die Drachenlord geschrieben hat:

https://www.kgforum.org/display_5_2417_94019.html
2. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 01.01.21 09:51

Tag 05, Donnerstag- Woche 1 (die restliche Zeit des Tages)



DRACHENLORD


Jens kam auf den Hof der Sattlerin, wo ich stand und sagte: „Sind Sie fertig mit ihm- kann ich den Gaul mitnehmen?“

Die Sattlerin schluckte kurz, sah Jens böse an und sagte: „Ja, Jens. Du kannst euren neuen Hengst wieder mit auf das Gestüt nehmen. Leider ist sein Geschirr noch nicht wieder repariert, weshalb du ihn am Halfter führen musst.“

Jens verzog das Gesicht und knurrte: „Nee, ungesichert nehme ich das Vieh nicht mit. Aber wenn Sie einen Strick haben würde das für den reichen.“

„Was hat den der gefrühstückt..."

Ich wunderte mich, warum Jens so kratzbürstig zu mir war. Ich sah ihn vorsichtig von der Seite her an und versuchte in seinem Gesichts zu lesen. Doch ich konnte mir noch immer keinen Reim darauf machen, warum sich sein Verhalten zwischen gestern Nachmittag und dem Abend in der Box so geändert hatte.
Jens hatte ein Seil erspäht und nahm es sich vom Haken. Geschickt wand er mir den Strick zweimal um die Hüfte, dann machte er zwei Schlaufen, durch die er meine Vorderhände schob und sie dann fest zuzog. Zwei weitere Windungen um meinen Körper vervollständigten meine Fesselung.
Obwohl er mich am Halfter hätte führen können, schnitt er einen Teil des Seils ab, machte in das eine Ende eine Schlinge und legte sie mir um den Hals.
Dann zog er mich hinter sich her durch das Hoftor, wobei er die bösen Blicke der Sattlerin ignorierte.

Wir gingen über die Straße zurück zum Gestüt. Kaum waren wir durch das große Tor schob mich Jens zur Seite hinter einen kleinen Schuppen. Hinter dem Schuppen bildete ein waagerechter Baumstamm in Hüfthöhe eine Absperrung vor einem zugewachsenen Graben. Die Spuren in dem groben Schotter am Boden zeigten, dass dieses Eck normalerweise als Parkplatz diente. Doch momentan waren keine Fahrzeuge abgestellt.
Das Gestrüpp in dem Graben und der Schuppen verhinderten jeden Blick aus dem Gestüt heraus auf diese Ecke.
'Der kann hier, mit mir, machen was er will und keiner bekommt es mit!' dachte ich mir und es lief mir ein Schauer über den Rücken.
Jens drückte mich gegen diesen Stamm und warf mein Führseil nach vorne. Dann kroch er unter mir hindurch und band den Strick an einem Busch fest. Er zog so lange bis ich mit waagerechtem Oberkörper über dem Stamm hing. Obwohl ich mich wehrte und versuchte mich loszureißen hatte ich keine Chance. Das einzige was ich erreichte war mich, mit der Schlinge, selber zu strangulieren. Während er wieder nach oben kletterte grinste er mich an und meinte:

"Nachdem dich meine Herrin gestern schon willkommen geheißen hat, wird es Zeit dass auch ich dir meine Aufwartung mache!“

Bis jetzt ging ich nur davon aus, dass er mich schlagen wollte, doch als er, mit seinem Stiefel, meine Beine spreizte und hörbar an seinem Gürtel nestelte wurde es mir anders.
Ich dachte mir noch 'Dieses Arschloch wird mich doch nicht...', als ich schon seine Eichel an meiner Rosette spürte. Brutal drückte er seinen Penis gegen meinen Arsch und verlangte Einlass. Reflexhaft verkrampfte ich, doch ich wusste, er würde eindringen und wenn ich mich wehrte würde es nur noch schmerzhafter. Zum Glück ließ sein Druck kurz nach und ich schaffte es meine Rosette ein wenig zu entspannen, so dass er beim nächsten Stoß fast schmerzfrei in mich eindrang. Sein Schwung reichte so weit, dass sein Penis fast ganz in mir steckte bis er sich wieder gefangen hatte. Ich hielt, aufgrund des scharfen Schmerzes aus meiner Rosette, die Luft an und Jens grunzte überrascht. Er fasste mich an der Hüfte und schob seinen Penis mit einem Ruck bis an die Hoden in mich hinein. Zum Glück war sein Riemen nicht allzu groß, so hielt sich das Gefühl gepfählt zu werden in Grenzen.
Jetzt begann er mich zu vögeln. Langsam zog er sich aus mir zurück nur um kurz darauf kraftvoll in meinen Darm zu stoßen. Nach wenigen Minuten begann er zu schnaufen und ich hoffte schon ich hätte es bald überstanden. Doch bevor er kommen konnte verlangsamte er seine Bewegung und stoppte irgendwann ganz. Während sein Penis bis zum Anschlag in mit steckte beugte er sich über mich und ich konnte seinen Atem im Nacken spüren. Sein Gewicht drückte mich fest gegen den Baumstamm, so dass ich kaum atmen konnte und sich das Holz schmerzhaft gegen meine Hüfte presste. Seine Berührung und sein Geruch ekelten mich an.
Dann säuselte er mir ins Ohr:

"Ich hatte gehofft du wärst da hinten noch Jungfrau, denn ich liebe es wenn sich die jungen Hengste unter mir winden. Aber du scheinst mir ja mehr eine zugerittene Stute zu sein.“

Lachend begann er wieder mich zu fi**en und zwischen seinen Stößen meinte er:

„Würde es dir gefallen, wenn ich dich mal auf den Besamungsbock binde und dann den ganzen Stall über dich rüber rutschen lassen würde? Das wäre doch was für dich, DU STUTE!“

Bei den letzten beiden Worten hatte er mit aller Kraft zugestoßen, so dass ich einerseits das Gefühl hatte aufgespießt zu werden und gleichzeitig meinte, meine Hüfte würde an dem Baumstamm zerbrechen.
So ging das demütigende Spiel noch einige Zeit weiter. Immer wenn Jens kurz vor dem Orgasmus war, stoppt er und verhöhnte mich. Kaum hatte er sich gefangen stieß er seinen Penis wieder gnadenlos in meinen Darm. Ich konnte nicht sagen was schlimmer für mich war. Das Gefi**ktwerden oder die Demütigungen...
Endlich schien er den Point of no Return überschritten zu haben. Er schnaufte immer schneller und seine Stöße wurden noch härter. Dann hörte er plötzlich auf und ich spürte wie er mir seinen heißen Samen in den Darm pumpte.
Kaum war er wieder zu Atem gekommen zog er sich aus mir zurück, schloss seine Hose und machte das Führseil los.

"Willkommen auf Rosengarten, du Schlachtvieh!“

Mit diesen Worten, die in meinen Ohren gellten, zerrte er mich hinter sich her zum Stall.
Ich war wie betäubt und fühlte nichts. Ich konnte noch nicht einmal sagen ob mir mein Arsch weh tat. Anscheinend hatte er mich so überrumpelt, dass ich die Situation noch nicht richtig realisiert hatte.
Im Stall angekommen stieß er mich grob in die Hengstbox, die, zum Glück, momentan leer war. Ich taumelte und hörte nur noch wie die Schiebetür schwungvoll ins Schloss geworfen wurde. Dann ging Jens lachend weg.

Wie vom Donner gerührt stand ich zwischen den Strohhaufen und erst als ich zur Tränke gegangen war und einige Schlucke Wasser gesoffen hatte kam es in meinem Gehirn an, dass Jens mich gerade eben vergewaltigt hatte.
Zunächst liefen mir die Tränen herunter und ich fühlte mich dreckig und benutzt. Doch dann meldete sich eine Stimme in meinem Kopf die mich regelrecht anbrüllte und mir zurief wie naiv ich denn gewesen sein musste um zu glauben, dass es etwas gab was sie hier nicht mit mir anstellen würden.
Diese Erkenntnis war nicht leicht auszuhalten. Ich musste mir selber eingestehen, dass ich, als ich zugestimmt hatte nach Rosengarten zu gehen davon ausgegangen war, körperlich an meine Leistungsgrenzen gebracht zu werden. Doch die letzten beiden Tage hatten gezeigt, dass es ihnen hier nicht nur um meine körperlichen, sondern auch um meine seelischen Grenzen ging und dass es niemanden zu kümmern schien ob ich seelisch abstürzte oder dauerhafte Schäden zurückbehielt.
Mein Selbstekel wandelte sich in nackte Angst und ich lief zur Boxentür. Mit meiner Schulter versuchte ich die Tür aufzuschieben, doch sie war fest verriegelt.
Panisch schaute ich mich in der Box um ob ich irgendwo einen zweiten Ausgang sah aus dem ich fliehen konnte. Doch ich erkannte nichts dergleichen. Sogar die Lichtöffnung in der Stallwand war vergittert und zu weit oben.
Als meine Panik nachließ, fiel ich ins Stroh und rollte mich heulend zusammen.
Auf was für eine Scheiße hatte ich, von mir selbst überzeugter und mich unbesiegbar fühlender Idiot, mich da eingelassen?
Ich schwor mir, daß, wenn ich die nächsten sechs Wochen an Körper und Geist halbwegs gesund überleben würde, ich all das hinter mir lassen und niemals mehr irgend etwas in Richtung BDSM und Petplay machen würde!

Ich konnte nicht sagen, wie lange ich noch im Stroh lag, nachdem meine Tränen endlich versiegt waren, doch plötzlich hörte ich das Geräusch der Boxentür.
'Lasst mich in Ruhe! Ihr seit alles Arschlöcher und Sadisten!'... dachte ich mir und hätte es dem Ankommenden entgegen gebrüllt, wenn ich nicht geknebelt gewesen wäre. So rollte ich mich nur noch enger zusammen und vergrub meinen Kopf auf meiner Brust.
Ich hörte wie jemand in die Box kam und kurze Zeit später spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich war mir sicher, dass ich jetzt wieder, gegen meinen Willen, gestreichelt und betatscht werden würde, doch die Hand blieb einfach nur auf meiner Schulter liegen. Ihr Besitzer sprach auch nicht und langsam, ganz langsam, kam ich aus dem tiefen Loch in dem ich lag wieder heraus. Nach einigen Minuten hatte ich mich soweit gefangen, dass ich es schaffte meinen Kopf zu heben und meinen Besucher anzusehen.

Es war Markus. Er lächelte mich vorsichtig an und legte dann den Finger auf seine Lippen.
Traurig, dass ich ihm nicht berichten durfte was geschehen war, nickte ich und richtete mich langsam auf. Jetzt griff Markus mir an die Hüfte und zog mich, überraschend leicht, hoch. Als ich sicher stand nahm er mir vorsichtig den Strick ab und betastete die Würgemale an meinem Hals. Ich sah wie sich sein Gesicht verhärtete und er den Strick fest umklammerte. Dann lies er mich umdrehen und noch während seine Hand auf meinem Gesäß lag nickte ich und mir liefen wieder die Tränen herunter.

Markus zog seine Hand schnell weg und sagte gepresst:

„Jetzt reicht´s! Was zuviel ist, ist zuviel!“

Er ließ mich stehen und ging auf die Stallgasse. Dort brüllte er:

"JENS!“

Als er keine Antwort bekam ging er in die Mitte des Stalls und rief noch lauter:

„Jens, komm sofort in den Stall, ich muss was mit dir klären!“

Ich ging an die Boxentür und sah in den Stall, da ich doch neugierig war, was passieren würde. Und tatsächlich kam Jens kurz darauf durch das Stalltor herein und noch bevor er ein Wort sagen konnte drosch ihm Markus mehrmals mit meinem Führstrick über den Rücken. Dazu brüllte er ihn an:

"Du elender Sodomist! Kannst du dich nicht beherrschen oder willst du nicht? Reicht es dir nicht wenn sich deine Herrin an den Pferden vergreift, musst du auch immer noch deinen Teil dazugeben?“

Jens schaute ihn erst groß an und wollte dann aus dem Stall fliehen. Doch Markus war schneller als er. Er gab ihm einen Stoß, so dass er nach vorne taumelte und hinfiel. Dann drückte er ihm sein Knie auf die Wirbelsäule und beugte sich zu ihm hinunter.
Leider konnte ich nicht verstehen was Markus ihm noch sagte, doch dass er ihm den Strick um den Hals legte und die Schlinge fest zuzog bis Jens aufhörte sich verzweifelt zu wehren, sagte alles.
Als Markus mit Jens fertig war stand er auf und kam wieder zu mir. Er schien wie ausgewechselt. Er streichelte mich vorsichtig und erst als ich seine Berührung erwiderte wurden seine Berührungen intensiver. Ich dankte ihm so sehr, dass er mir gegen Jens beigestanden hatte und ich fühlte mich wieder ein wenig sicherer auf Rosengarten.
Jetzt begann er meine Fesselung zu lösen und hängte das Seil an einen Haken. Dann machte er meine Trense an einem Ring fest und verließ die Box. Obwohl diese Befestigung momentan nur symbolischen Charakter hatte, da ich sie mit meinen freien Händen in Sekunden gelöst hätte tat ich nichts dergleichen. Brav wartete ich bis Markus zurückkam und rieb mir derweil meine schmerzenden Handgelenke. Markus brachte zwei Hufhandschuhe, die er mir überzog und so meine relative Freiheit wieder beendete. Doch er fesselte mir die Arme nicht weiter an den Körper. Ein Zustand den ich in Rosengarten so noch nicht erleben durfte...
Jetzt hakte er einen Führstrick ein und lotste mich aus dem Stall zum Round Pen. Dort angekommen stellte er sich in die Mitte und begann mich mit der langen Gerte anzutreiben.
Schnell merkte ich, dass es ihm nicht darum ging mich zu trainieren. Ich sollte mich einfach bewegen um mein inneres Gleichgewicht wiederzufinden. Also ließ ich mich in einen leichten Trab fallen und drehte Runde um Runde. Zwischendurch zog ich das Tempo an bis ich keuchend schnaufte und trabte dann wieder ganz gemütlich um mich zu erholen.
Schnell schaltete mein Gehirn ab und ich wurde wieder Pferd. Sogar für mich war es schwer zu verstehen, doch als ich irgendwann erschöpft anhielt war das Erlebnis mit Jens schon zu einer Art bösem Traum geworden. Ich war wieder ruhig und fühlte mich den Herausforderungen, die kommen mögen gewachsen. Markus rieb mich trocken und brachte mich zur Koppel wo schon andere Pferde spielten.

DRACHENLORD ENDE

Ein kurzer Pfiff von ihm veranlasste die Gestüthengste ihr Spiel zu unterbrechen und zu ihm an das offene Tor der Koppel zu kommen, wo ich auf Geheiß des Pferdetrainers zu warten hatte.

"Ihr lasst Schlachtross heute in Ruhe...- ist das von allen hier begriffen worden?"

Markus fixierte Blacky und Lion einen Moment mit seinem Blick...- ohne eine zustimmende Reaktion der Pferde abzuwarten, schob er mich jetzt auf die Koppel und schloss das Tor hinter mir.

"Brutus, du hast das notfalls durchzusetzen- oder ich lasse euch die komplette Nacht durchtanzen! Jens hat..."

Er brach mitten im Satz ab, drehte uns den Rücken zu und ging. Ich spürte die Blicke der anderen auf mir ruhen, doch Mitleid von denen war das Letzte, was ich im Moment gebrauchen könnte. So hielt ich mich aufrecht und nahm mit jedem Hengst, von dem ich vermutete, er würde mich als Opfer sehen, Blickkontakt auf. Doch es war kein Mitleid was ich in allen ihren Blicken sah- es war das Wissen um die mir zugefügte Gewalt aus eigenem Erleben...
Miu forderte mich mit einem Schnauben auf, ihm zu folgen. Seine Schritte führten mich zu einem schattigen Bereich in dem ich mich erholen sollte. Er legte sich so neben mir in das Gras, daß er seinen Kopf an mir reiben könnte- falls ich dies wollte. Seine gesamte Körperhaltung drückte dies aus- und ich ließ es zu. Brutus hielt ich eine Weile in unserer Nähe auf, doch Blacky und Lion hatten sich an das gegenüberliegende Ende der Koppel verzogen...


Der Pferdetrainer hatte gerade auf seinem Weg zur Herrin von 'Rosengarten' den Hofbereich erreicht als sein Telefon vibrierte. Er schaute kurz auf das Display und mit einem gemurmelten '...das passt ja perfekt!' meldete er sich bei der Baronin.

"...ja Frau Baronin- zwei Minuten... Ich war ohnehin auf dem Weg zu Ihnen... Danke."

Wie angekündigt stand er zwei Minuten später vor seiner Chefin und auf ihre Frage nach dem Grund seines Erscheinens ließ er seiner Wut bei dem Bericht über den Übergriff durch den Pferdeknecht freien Lauf...

"... wenn es mir richtig übermittelt wurde, soll Schlachtross gemeinsam mit unseren Pferden unter den gleichen Konditionen trainiert werden- aber ihr habt seiner Besitzerin und auch Lady Bea zugesagt, er würde keinerlei körperlichen oder seelischen Schäden bei dem Training hier davontragen wenn er kooperiert. Hat sich da irgend etwas geändert? Ist da etwas an mir vorbei gegangen? Reicht es nicht schon, daß er von eurer Tochter zu ihrem puren Vergnügen über ihre persönliche Hindernisstrecke gejagt wurde? Gehört Vergewaltigung jetzt auch zu unseren Angeboten?"

"Pferdetrainer- es reicht! Ihr vergesst euch...- nicht nur im Ton! Ich brauch von euch nicht an meine Zusagen bezüglich dieses Pferdes erinnert zu werden! Ich habe entschieden, es ist für diesen Hengst zu seinem Besten, wenn er gemeinsam unter den gleichen Bedingungen wie sein schärfster Mitbewerber Brutus auf das Rennen vorbereitet wird. Da ist die Rittmeisterin übrigens gleicher Meinung wie ich... Dieses Pferd hat Potential was noch nicht ausgereizt ist und ...- ihr seid anderer Auffassung?"

Markus hatte während der Entgegnung unwillkürlich den Kopf geschüttelt.

"Frau Baronin- ja, das bin ich! Ich gehe mit euch konform, Schlachtross hat noch genügend Entwicklungspotential- aber er ist, im Unterschied zu unseren Pferden, von sich aus bereit, alles zu geben. Er braucht keine Motivation mit der Peitsche!"

"Das ist nicht eure Entscheidung- ich bin der Auffassung, meine Tochter Mira soll auch weiterhin die Möglichkeit haben ihn zu trainieren... Ich werde mir aber morgen selbst ein Bild von seinen Fähigkeiten machen- ihr habt gestern mit ihm den ersten Zugkrafttest durchgeführt?"

Auf die Bestätigung des Trainers fuhr sie fort:

"Schlachtross bleibt die erste Trainingseinheit in der Hengstbox und kann sich noch etwas ausruhen- das ist dem heutigen Vorfall geschuldet. Der Test wird morgen am späten Vormittag wiederholt- ohne Vorwarnung des Pferdes durch euch! Ihr werdet ihn in meinem Beisein durchführen, danach bewegt ihr den Hengst eine weitere Einheit mit leichter Belastung... Ihm wird aber keine Pause eingeräumt- ist das klar?
Danach übergebt ihr den Hengst an den Pferdeknecht, er soll ihn weitere zwei Einheiten bei mittlerer Belastung auf Trab halten bevor ich ihn teste. Ich habe mit der Rittmeisterin bereits über ihre durchgeführten Tests gesprochen- ihm fehlt es an der nötigen Aufmerksamkeit, während sie sein körperliches Grundpotential für entwickelt aber ausbaufähig einstuft. Daher soll er morgen den Tag über zeigen, was er zu leisten imstande ist- und dann möchte ich ihn völlig erschöpft übernehmen... so wird er keinerlei Kraft mehr haben um sich zu verstellen und ich kann mir mein eigenes Bild machen!
Schaut nicht so- ich habe euren Protest wegen des Übergriffs zur Kenntnis genommen. Der Pferdeknecht wird sich derartiges ihm gegenüber ganz sicher nicht noch einmal leisten, ich kümmere mich darum!
Ich bin auch der Meinung... das für ihn durch mich angedachte Programm morgen wird ihm auch mental helfen über den 'Vorfall' von heute hinwegzukommen...- und ich werde nach Ende des morgigen Tests auch noch einmal mit meiner Freundin Bea über ihn sprechen... Ihr werdet in Bezug auf diesen Vorfall jedem Außenstehenden gegenüber schweigen- habt ihr verstanden?!
Noch etwas- wenn Schlachtross den Test zu meiner Zufriedenheit besteht, bekommt er den Samstag Vormittag Ruhezeit eingeräumt. Berücksichtigt dies bei der Erstellung seines Trainingsplanes..."

"Danke Frau Baroness...- habt ihr bezüglich von Schlachtross noch weitere Anweisungen?"

Eine kurze Denkpause- dann ein Nicken.

"Wenn der Test morgen vorüber ist und ich mit den Ergebnissen zufrieden bin, bekommt er die doppelte Futterration. Gebt ihm meinetwegen auch ein paar Handvoll Nüsse- nein, bereitet da besser eine Tüte für mich vor. Die kann ich als Belobigung aus der Hand füttern...- und er soll am Samstag Nachmittag am Gespanntraining teilnehmen. Ich würde ihn gern bei der Ausfahrt am Sonntag dabei haben... Das ist alles Markus."

Während der Trainer das Büro der Baronin verließ, rekapitulierte er das Gespräch- mehr konnte er seiner Meinung nach im Augenblick für Schlachtross nicht erreichen...
3. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Pup_Fl am 01.01.21 11:29

Wow!
Herzlichen Glückwunsch zur Fortsetzung der Geschichte!
Danke an Blackrubberhorse fürs Schreiben und an Drachenlord für das Einverständnis! Das ist eine tolle Kombi!

Die Geschichte geht schlüssig und flüssig weiter! War wohl eine Frage der Zeit, bis Schlachtross sowas durchmachen musste. Bin aber über die weitere Entwicklung ganz froh. Da habt ihr eine tolle Kurve bekommen, um nicht abzudriften!
Weiter so!
Liebe Grüße aus der Sicht eines Hundes!
Pup

4. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 08.01.21 13:25


Tag 06, Freitag- Woche eins



Hengstbox...- morgens...


Schlachtross:

Es war nur ein böser Traum- Markus holte mich mit dem Geklapper des Futtereimers aus demselben und ersparte mir so, die Vergewaltigung durch den Knecht noch einmal durchleben zu müssen...
Körperlich hatte die Ruhephase aber für eine Erholung gesorgt. Ich hatte keine physischen Schmerzen, war ausgeruht und freute mich sogar darauf, mit Markus trainieren zu dürfen. Ich hoffte zumindest auf eine oder zwei Einheiten mit ihm. Sein Verhalten gestern hatte mein Vertrauen zu ihm erstarken lassen. Ich dachte auch an die Worte meiner Sattlerin, meine bisherigen Erfahrungen hier passten zu einhundert Prozent zu ihrer Einschätzung aller Personen, mit denen ich es bisher zu tun hatte. Ihre Infos würden mir ein wenig weiter helfen- überleben musste ich aber allein!
Erstaunlich für mich war, was der Pferdetrainer mit seinen gestrigen Worten auf der Koppel erreicht hatte- weder Lion noch Blacky hatten durch irgendeine Geste angedeutet, mir erneut auf meinen derzeitigen Status als 'Omega' hier in der Box unter die Nüstern zu reiben. War es das verbindende des gleichfalls durch den Knecht mißbraucht worden zu sein oder die Drohung von Markus- es war mir im Augenblick auch egal. Was meiner Psyche aber unheimlich gut getan hatte war die Nähe von Miu- ich war ihm so dankbar dafür...

"Schlachtross- geht es dir wieder besser?"

Die direkt an mich gerichteten Worte holten mich aus meinen Gedanken. Zum Glück antwortete ich nicht verbal- auch wenn ich unwillkürlich dazu bereits angesetzt hatte. Einzig ein Schnauben kam über meine Lippen, was mir ein über den Kopf streichen bescherte. Markus wiederholte seine Worte- er wollte von mir eine nonverbale Antwort. Ich trat mehrfach auf der Stelle und nickte- dann drängte ich meinen Kopf schüttelnd zu ihm und rieb denselben an seiner Schulter. Alle anderen Pferde waren mir im Moment egal- und ich schien mich wohl richtig ausgedrückt zu haben.
Während Markus in der Futterrinne unsere Rationen verteilte, setzte er mich in einer Art Selbstgespräch in Kenntnis, er wäre bei der Baronin vorstellig geworden und hätte zu meinen Gunsten interveniert.

"Ich weiß nicht, wieviel ich noch erreicht habe- aber die Frau Baronin wollte sich dem Pferdeknecht gegenüber darum kümmern und ich habe Ihre Zusage, so etwas würde durch ihn nicht noch einmal vorkommen! Mehr war leider nicht möglich..."

Mit diesen Worten griff er nach dem Futtereimer und verließ die Box. Ich merkte, wie Brutus neidisch zu mir schaute und den Kopf schüttelte. Missbilligte er etwa diese Intervention? Oder war er neidisch, weil Markus dies für mich getan hatte?
Zumindest könnten wir alle ungestört fressen- bis die Box wieder geöffnet wurde und der Pferdeknecht eintrat. Unwillkürlich begann ich zu zittern- seine Anwesenheit verursachte mir Ekel und Angst!
Erst auf den zweiten Blick fielen mir ein paar Details auf- mit einem Halstüch schien er die Würgemale des von Markus eingesetzten Führstricks verdecken zu wollen und in seinem Gesicht entdeckte ich links und rechts handförmige Rötungen. Wenn der Pferdetrainer recht hatte, waren dies wohl Zeichen für ein Handeln der Baronin. Besser als gar nichts- auch wenn Ohrfeigen in meinem Verständnis nicht wirklich das waren, was ich mir erhofft hatte. Aber Pferde waren ja juristisch auch nur Sachen und so war meine Vergewaltigung nur 'Sachbeschädigung'. Ich schien wohl dank der Nachsorge durch den Pferdetrainer genug Stärke zu besitzen, damit umgehen zu können- auch wenn die Vorstellung, erneut von ihm angefasst zu werden, eine weitere Welle des Ekels durch meinen Körper jagen ließ.

"Du nicht- dich holt der Pferdetrainer nachher. Du hast jetzt die Einheit noch frei und bleibst in der Box! Nutze die Zeit gut..."

Mit diesen Worten wurde ich gehindert, mit den übrigen Hengsten aus der Box geführt zu werden- was meinte der Knecht mit seinem letzten Satz? Zumindest würde ich nachher durch Markus trainiert...
Während ich mich jetzt auf den von Blacky genutzten Platz im Stroh legte, fiel mir noch etwas auf- die Stimme des Knechtes war völlig emotionslos mir gegenüber gewesen! Keine Überlegenheit, keine Wut,...- nichts! Hier schien wohl tatsächlich etwas geschehen zu sein- mit diesem Gedanken döste ich noch einmal weg...


"Komm, hoch mit dir Schlachtross- heute gilt es für dich..."

Der Pferdetrainer stand in der Box- ich war wohl zu weit weg im Traumland gewesen um sein Erscheinen richtig mitzubekommen. Seinen Satz hatte ich aber schon registriert.

'Was galt für mich? Welche Schinderei hatte man sich heute für mich einfallen lassen? Sollte ich wieder vom Mira über die Hindernisbahn bis zum Zusammenbruch gejagt werden?'

Markus überraschte mich, indem er eine Banane aus seiner Jackentasche holte, schälte und sie mir vor meinen Mund hielt. Ich begann sie in mich hinein zu schlingen...

"Langsam du Hengst- was heute von dir abverlangt wird, hat die Frau Baronin gestern selbst festgelegt... Dir wird bis heute Abend keine Pause mehr gegönnt werden... Sie will dich bis an deine Leistungsgrenze gebracht wissen und den letzten Test mit dir dann selbst durchführen. Ihre Töchter sind, soweit ich eingeweiht wurde, nicht mit eingebunden- dies dir zum Trost...
Versuch jetzt noch einmal abzuäppeln- du wirst nachher keine Gelegenheit mehr haben."

Mit diesen Worten löste er die Fixierung meiner Vorderhand vom gestütseigenen Geschirr, das er mir gestern Abend noch angelegt hatte, ließ eine Tüte in das Stroh fallen und zog sich aus der Box zurück. Ich schaute neugierig hinein- Toilettenpapier und ein Desinfektionstuch! Mein Gott- ich war erst vier Tage hier, keine zwei volle Tage in diesem Witz von einer Box und freute mich beim Anblick einer solchen Selbtverständlichkeit!
Markus wartete vor der Box, bis ich mit meinem Geschäft fertig war- ich hatte das benutzte Papier und alles an Luxus wieder in die Tüte gestopft, damit nichts auf diese 'Vorzugsbehandlung' hindeutete. Ein Nicken als Belohnung für meine Umsicht- dann bekam ich die Hinterhand kontrolliert und meine Hufstiefel übergezogen. Zum Abschluss wurden meine Arme auf dem Rücken verbunden. Markus schaute mich verschwörerisch an, hakte die Führleine in mein Kopfgeschirr ein und rückte das daran befindliche Pferd ein Loch nach vorn. Ohne weitere Worte folgte ich ihm aus der Box. Der Beutel verschwand in der Abfalltonne...
Er führte mich zur Rennbahn, das war mir bald klar- doch was würde mich erwarten? Wie hatte er zudem die Kalenderfunktion an meiner Leine mitbekommen? War diese so offensichtlich?
Auf dem Weg zur Bahn begegneten wir mehreren Gespannen, zwei 'Grün' gekennzeichneten und einem was in der Kategorie 'Rot' lief. Letzteres galoppierte an uns vorbei, während der Jockey auf seine Stute eindrosch. Da war kein großer Unterschied zu Mira erkennbar- nur schien es hier sich wirklich um ein SM-Team zu handeln. Unmittelbar an der Rennbahn passierten wir die beiden erneut- und hier hielt er sein Tier eng umschlungen und die Wortfetzen, die ich im Vorbeilaufen mitbekam, lobten eindeutig die gezeigte Leistung...

Der Blick über die Bahn zeigte mir, was mich in den nächsten Minuten erwartete- ich erkannte die Baronin und da sie neben dem Wagen für den Zugkrafttest stand, würden mir wohl nicht irgendwelche Dressurfiguren für sie abverlangt werden. Beim letzten Mal war ich barfuß doch jetzt hatte ich zusätzlich meine Hufstiefel an den Füßen... Meine Schritte wurden unbewusst langsamer- ein leichter Zug an der Führleine durch Markus erinnerte mich daran, ich würde dem unausweichlichem nicht entkommen...
Was hatte der Pferdetrainer vorgestern zu mir gesagt, dies wäre der von uns Pferden meistgehasste Test- und er hatte recht damit! Zum Glück war ich durch ihn vorgewarnt, so hielt ich mich aufrecht und kämpfte meine Angst davor nieder.

"Du kannst das! Du musst nur deine Leistung wiederholen und nicht schlechter sein als vorgestern- ich helfe dir dabei..."

Die leisen Worte des Pferdetrainers halfen mir mehr als er ahnte. Während ich mich in Richtung der Baronin wie zu einer Hinrichtung bewegte, baute mich Markus weiter auf:

"Ich habe den Tank gestern zusätzlich mit dreißig Litern extra befüllt, die jetzt auf der Wasseruhr nicht auftauchen werden...- das sind drei zusätzliche Sekunden für dich bevor die Bodenplatte ihre Wirkung entfaltet. Du musst so schnell wie möglich den Wagen in Bewegung setzen und dann ein hohes Tempo halten... dann schaffst du deinen ersten Wert zu überbieten... und jetzt bist du nur noch Pferd- also benimm dich so!"

Einhundert Meter..., fünfzig Meter...- dann folgte das Kommando zum stehen bleiben. Ich schaute stur gerade aus und schnaubte nur kurz bei den Berührungen durch die Herrin von Rosengarten. Sie fuhr mit ihren Händen über die Bereiche, wo ich von ihrer Tochter die heftigsten Prügel bezogen hatte- berührte die Striemen aber nie direkt...

"Pferdetrainer- was meint ihr, wird er seinen ersten Wert überbieten?"

"Er war gestern bei der Sattlerin- so gesehen hat er sich von dem 'Test' eurer Tochter einen Tag lang erholen können... Der erste Test hier wurde barhuf von ihm absolviert- im Unterschied zu heute... Wie er das Vorkommnis von gestern verkraftet hat möchte ich nicht beurteilen... das werden aber seine Werte sicher widerspiegeln..."

Markus nahm gegenüber seiner Chefin kein Blatt vor den Mund... so abfällig, wie er das Wort 'Test' herausspie...- und er entschied auch, ich solle vor dem Test mich noch zwei Runden warm laufen.

"Ab mit dir Schlachtross- alles über fünfzehn Minuten werde ich nicht tolerieren!"

Dankbar trabte ich los, eine Runde zum Aufwärmen- mein Zeitgefühl würde mich sicher nicht im Stich lassen... Nach der ersten Runde war er mit dem Befüllen des Wagens gerade fertig und zeigte der Baronin offenbar den korrekten Füllstand. Er gab mir bei der Passage mit einem "Gut so..." einen Anhaltspunkt wie ich in Zeitrahmen lag. Nach der zweiten Runde wurde ich sofort von ihm vor dem Wagen eingespannt. Die Baronin hatte bereits an der Flagge, die mir meinen ersten Wert optisch signalisierte, Aufstellung bezogen.

"Wenn du bereit bist...- schnaubst du. Ich verlass mich darauf... du gibst alles was dir möglich ist- ich verzichte dafür darauf, dich mit einer Gerte anzutreiben... du hast es in spätestens einer Minute hinter dir..."

Egal wie lange ich es mit meinem Warten noch hinauszuzögern versuchte- ich würde es nicht umgehen können und heute Abend völlig fertig gemacht sein... Ich spannte alle Muskeln an, nickte die Aussage von Markus ab und atmete mit einem Schnauben aus...


Wie vom Pferdetrainer vorausgesagt hatte ich es in nicht einer Minute hinter mir. Mir waren, nachdem ich dieses Monster hinter mir nicht mehr auch nur einen Millimeter bewegen konnte und ich auf meine Knie brach, für einige Sekunden die Lichter ausgegangen und daß ich nicht der Länge nach hinschlug verhinderte einzig meine Anschirrung...- aber der Stab mit der blauen Flagge steckte gut drei Wagenlängen hinter meinem derzeitigen Platz!
Markus hatte mir gegenüber Wort gehalten- ich war von ihm angebrüllt worden, er hatte mich allein mit der Kraft seiner Stimme voran getrieben und ich hatte alles für ihn aus mir heraus geholt...
Ein Würgen in meinem Hals war nicht länger zu unterdrücken... ich würgte meine komplette Morgenfütterung aus mir heraus. Ungerührt schaute die Baronin wie ich mich übergab, nickte nur kurz ihrem Bediensteten zu und verabschiedete sich wortlos. Ich war nicht wirklich davon enttäuscht- ich erwartete von der Mutter dieser Hexen, die mich in den vergangenen Tagen sadistisch gequält hatten, keinerlei Mitgefühl mit einem der ihr anvertrauten Pferde.

"Alles gut- das hier hast du heute hinter dich gebracht... ich hole dir Wasser..."

Mein Trainer verschwand kurz aus meinem immer noch undeutlich verzerrtem Blickfeld, war aber gleich darauf mit einer Wasserflasche wieder zurück.

"Ganz langsam...- erst den Mund ausspülen... Versuch jetzt erst gar nicht, dich auf deine Hinterhand hochzustemmen... Du hast deinen ersten Wert um mehr als zehn Meter überboten! Das ist mehr als ich erwartet habe- aber dir kann auch keiner den Vorwurf machen, du hättest dich beim ersten Mal geschont..."

Während Markus mich mit seinen Worten langsam wieder in die Realität meines Pferdedaseins zurück holte, begann ich zu begreifen. Ich hatte meinen ersten Wert von Vorgestern überboten! Selbst ohne seine kleine Manipulation hätte ich ein besseres Ergebnis als beim ersten Mal erreicht... Dies alles, ohne Schläge als 'Hilfe'... vor den Augen der Baronin- das war ein Sieg für mich!
Ich wollte das Gefühl auskosten und auf meine Beine kommen, doch der Pferdetrainer bemerkte dies.

"Nein Schlachtross...- bleib noch unten. Die Frau Baronin steht noch auf der anderen Seite der Bahn und schaut zu uns... Ich kann dir so noch vier, fünf Minuten Pause zu deiner Erholung verschaffen... Wenn du jetzt schon hoch auf deine Hufe kommst, muss ich dich ausschirren und du danach beginnen, deine Runden auf der Bahn zu drehen. Komm- sauf die Flasche leer... du wirst bis zum Ende dieser Einheit nichts mehr bekommen..."

Die Flasche zwischen meinen Zähnen... gierig rannen die ersten Schlucke meine Kehle hinunter. Der saure Geschmack verschwand, mit meinem Willen zwang ich mein Bedürfnis nieder, weiter so schnell das Wasser zu schlucken und kostete jeden einzelnen Schluck aus- bis die Flasche leer war.
Währenddessen bekam ich von ihm noch ein paar weitere Instruktionen.

"Die jetzt folgende Einheit ist als Erholung gedacht- aber auch als Vorbereitung für die danach stattfindende Ausdauerprüfung. Du läufst jetzt abwechseln zwei Runden im Schritt, zwei im Trab und eine im Galopp... Die Prüfung läuft ähnlich ab- nur hast du dann Zeitlimits einzuhalten und einen Sulky mit Last hinter dir... Die erste Hälfte wirst du stur nur Runden hier laufen, in der zweiten Hälfte kommen dann Kommando's hinzu. Verbal und auch mittels Berührung...- du hast sofort darauf zu reagieren, egal wie sinnlos sie sein mögen! Verstanden? Gut- komm langsam hoch..."

Mühsam stemmte ich mich allein hoch, ich bekam dabei auch keine Hilfe von Markus. Ja, ein Blick in die Richtung bestätigte es mir- die Baronin schaute noch zu uns herüber. Erst als mich der Pferdetrainer ausgeschirrt hatte und ich los lief, wandte sie sich endgültig ab und verschwand.
Schritt..., Trab..., Galopp...- die erste Runde war die Hölle, eher ein Protest meiner Oberschenkel gegen diese Belastung als ein vernünftiges Gehen. Markus, der allein inzwischen die Kutsche irgendwie wieder in die Ausgangsposition am Wasserhahn gezogen hatte, hatte ein besorgtes Gesicht und fragte leise, während er ein paar Schritte neben mir lief, ob ich nicht mich überlasten würde. Mit zusammengebissenen Zähnen schüttelte ich meinen Kopf, ich war nur froh, keine Trense im Maul zu haben... Schmerz war in dieser Form nichts Neues für mich...- meine Erfolge im Rennsport als Hengst beruhten auf hartem Training, da hatte ich oft genug die Zähne zusammen beißen müssen.
Gleichmäßige Atmung, keine Tempowechsel,...- eine halbe Rund später begann mein Körper die Belastung zu akzeptieren. Zuerst schaute ich nur stur auf die Bahn, doch mit Beginn meiner Trabrunde begann ich wieder bewusst meine Umgebung zu beobachten. Zusammen mit mir befanden sich zwei weitere Teams auf der Bahn- eines wurde durch den Pferdeknecht betreut und die grüne Kennzeichnung sagte mir, ein zahlendes Hobbyteam, was dies hier eher als Hobby und nicht als Leistungssport betrieb. Still dankte ich meiner Sattlerin für Ihre Information, mein Gehirn hatte so ein wenig Ablenkung. Das zweite Team war mit Blau gekennzeichnet und das Pferd schritt gemütlich in Latex gekleidet vor dem Gig.

'Die beiden waren nur Gäste ohne Betreuung... und genossen hier eine Art Urlaub...'

Die zweite Runde Trab verlief für mich leichter als erwartet und nach der darauffolgenden Galopprunde war ich mir sicher- mein Körper hatte den Zugkrafttest verarbeitet. Ich keuchte zwar, aber eine viertel Runde im Schritt und mein Atem hatte sich normalisiert. Auch mein Puls 'hämmerte' nicht gegen meine Schläfen- ich war froh, in einem doch recht guten körperlichen Zustand hier nach Rosengarten gebracht worden zu sein.
Drei Durchgänge später bekam ich von Markus den Befehl, auf der Stelle im Schritt zu laufen- nachdem er in das Halfter meine Führleine eingehakt hatte, wurde ich von ihm in den Bereich vor der Tribüne geführt.

"Hast du dich erholen können? Bist du bereit für den Ausdauertest?"

Beide Fragen nickte ich ab, ja ich war bereit für den nächsten Test. Ich hatte während der zurückgelegten Runden ihn beobachtet, wie er auf der Anlage auf den mittleren Bahnen einige Hindernisse und wie ich vermutete, eine Art Lichtschranke aufgebaut hatte. Was mich eher beunruhigte war der Fakt, der Pferdeknecht hatte sein Training mit dem 'Hobbygespann' beendet und stand nun neben einem Sulky, auf dem statt der Sitzschale für den Jockey Eisengewichte zwischen L-Profilen eingespannt waren.

"Schlachtross- fünf Durchgänge mit je zehn Kniebeugen und zwanzig Liegestützen im Wechsel. Wenn ich dir die Führleine abgemacht habe fängst du sofort an..."

Das kannte ich schon- die Rittmeisterin hatte ähnliches von mir verlangt, als ich hierher nach Rosengarten gebracht wurde...

"Ich werde dich gleich vor den Sulky einschirren- du läufst dann bis auf Widerruf hier auf der Bahn im Wechsel- wie vorhin- Schritt, Trab und Galopp. Jeweils eine Runde...- du hast zwölf, zehn und acht Minuten für jede Kategorie Zeit! Die Last auf dem Sulky hinter dir beträgt zweihundert Kilogramm...doppeltes Normgewicht, so wie bei einem Test eines Kutschpferdes...
Für dich gibt es keine Anzeige- das hast du auch mit ihnen gemein... du wirst dich auf dein Gefühl verlassen müssen. Ich weiß- du schaffst das! Der Pferdeknecht wird dich jetzt beaufsichtigen..."

Bei dieser Aussage konnte ich meine aufsteigende Angst nicht unterdrücken- gegen meinen Willen fing ich an zu zittern und nur mit Mühe hielt ich meine Blase unter Kontrolle. Der Pferdetrainer bemerkte, wie ich bei meinen Übungen mehr und mehr verkrampfte und beruhigte mich.

"Ruhig... Ich habe jetzt eine Einheit mit einem Einsteller hier auf der Bahn- bin also in der Nähe... Danach übernehme ich wieder... Zudem sind noch andere Teams hier beim Training, eines davon mit der Rittmeisterin... Du bist definitiv nicht allein mit ihm! Ich schirr dich jetzt ein..."


Keine fünf Minuten später hing ein Chip an meinem Geschirr, ich spürte den Sulky hinter mir, und bekam vom Pferdetrainer das Startsignal. Er hatte noch kontrolliert, daß die zu ziehende Last ausbalanciert und fest auf dem Sulky lag und dem Knecht instruiert, ich hätte die aufgebauten Hindernisse bis zu seiner Rückkehr zu ignorieren. Auf die deutlich von ihm gestellte Frage, ob dieser seine Anweisung auch verstanden hätte, kam von Jens ein auch für mich deutlich vernehmbares "Jawohl Herr Pferdetrainer!"- was mir doch einiges meiner Ängste nahm.

Der Himmel war zum Glück bewölkt und ein leichter Luftzug sorgte für angenehme Temperatur- eigentlich ideale Trainingsbedingungen... Doch heute würde sich dies gegen mich auswirken, es würde ganz sicher länger dauern, bis ich den von der Baronin gewünschten Grad meiner Erschöpfung erreichen würde. Ich wünschte mir, wenigstens mein persönliches Zuggeschirr nutzen zu können, doch das lag noch bei Petra. Vielleicht würde ihr Lehrling damit ja noch vor der 'Ausfahrt' mit der Baronin auftauchen und es vorbei bringen, aber ich sollte nicht darauf hoffen. Zumindest hatte der Pferdetrainer mein jetziges Zuggeschirr ordentlich eingestellt und was mir noch wichtiger war- ich lief weiterhin ohne Trense!
Die zweihundert Kilogramm Gewicht hinter mir lagen auch nach der ersten halben Runde gut balanciert auf dem Sulky- ich spürte das Gewicht der Gabel so gut wie überhaupt nicht auf meiner Hüfte, doch die Last war nicht wegzuleugnen.
Schritt für Schritt zog ich dem Ende der ersten Runde entgegen, ich konnte nicht abschätzen, wieviele noch vor mir liegen würden...
Beim Passieren der von Markus aufgebauten 'Schranke' erschreckte ich mich kurz- ein Hupton zeigte mir an, ich hätte diese Runde beendet und müsste nun in den Trab wechseln. Zehn Minuten hätte ich jetzt Zeit- das war die Ansage des Pferdetrainers...
Meine Schrittfrequenz wurde schneller, ich beschleunigte und als ich an Markus vorbei lief, der neben einer Wagonette mit Lion und zwei Einstellern in einer Troika-Anspannung stand und den Owner instruiert, bekam ich ein "Gut so, Schlachtross..." mit auf meinen Weg. Er wusste, wie er mir mit einem Satz Zuversicht geben konnte...
Nach der Galopprunde war diese aufgebraucht- die Vorgabe von acht Minuten war brutal, auch wenn ich mir sicher war, den Wert unterboten zu haben. Die folgende Runde im Schritt reichte gerade so um mich für die nächsten beiden Runden zu erholen- als ich nach fast einer Stunde den zweiten Zyklus hinter mich gebracht hatte, war ich mir nicht mehr sicher, ob ich dieses Mal auch die Zeiten eingehalten hätte. Der leise Zweifel, hier zu versagen, hatte sich eingenistet...
Markus wartete auf mich an der Schranke als ich im vierten Zyklus die Galopprunde beendete. Ich war jetzt bereits mindestens eineinhalb Stunden unterwegs- und der Schweinehund in meinem Kopf bettelte mich an, doch einfach stehen zu bleiben...

"Keine Überschreitungen bisher..."

Die leisen Worte des Pferdetrainers, der mit einer Fahrpeitsche in der Hand begann, neben mir her zu laufen, aktivierten Reserven in mir. Markus ließ sich etwas hinter mich fallen und verschwand damit aus meinem Blickfeld.

"Links!"

Ich benötigte eine Sekunde um zu begreifen, das verbale Kommando galt mir. Mit Verzögerung führte ich es aus und wechselte eine Bahn nach außen.

"Verdammt Schlachtross - konzentrier dich!"

Die Stimme hinter mir drückte Ärger aus...

"Links!"

Dieses Mal reagierte ich sofort was mir neben einem Lob auch die Ansage von Markus einbrachte, wenn er jetzt die Fahrpeitsche neben meinem Kopf knallen ließe, hätte ich in die andere Richtung auszuweichen...
Ich lief jetzt nach der ersten Kurve auf die Hindernisse, die Markus vorhin aufgebaut hatte, zu. Näher und näher kamen die ersten Pylonen- zehn Meter, fünf... Links neben mir knallte es neben meinem Ohr und ich wich ganz knapp vor dem Kegel nach rechts aus.
Ich ging davon aus, Markus würde mich nun in einer Art Slalom die Hindernisse ablaufen lassen, doch nichts dergleichen geschah. Seine Peitschensignale für die Bahnwechsel kamen willkürlich und ich war durch die Belastung inzwischen unkonzentriert genug, zwei Mal in die falsche Richtung zu wechseln. Die Ansagen an mich waren da dementsprechend...
Der Pferdetrainer ließ erst von mir ab, nachdem ich die Schrittrunde beendet hatte und wieder auf der Innenbahn in den Trab zu wechseln hatte. Die nun anstehenden beiden Runden war stures Laufen gegen die Zeitvorgabe- aber mit Beginn von Zyklus sechs im Schritt gönnten er mir keine Ruhe und ich hatte seine Kommando's die ganze Runde auszuführen. Mir fiel es von Mal zu Mal schwerer, die Konzentration aufrecht zu erhalten- ich war mittlerweile in dem von der Baronin eingeforderten Zustand. Markus nahm keinerlei Rücksicht darauf und bestrafte meine Fehler inzwischen mit mäßig ausgeführten Schlägen auf die Seite, in die ich mich nach seinen Ansagen zu bewegen hatte. Mein einziger Wunsch war inzwischen der, stehenbleiben zu dürfen...
Mit dem Ende dieser Runde war es dieses Mal nicht getan- auch wenn ich im Trab eine viertel Runde Ruhe hatte, war seine Stimme plötzlich wieder hinter mir und jetzt hatte ich im Trab seinen Kommando's nachzukommen. Einzige Erklärung dafür war, Markus musste auf einem Fahrrad hinter mir mitfahren...
Erst bevor ich von Trab auf Galopp wechseln musste, zog er neben mich- er saß, wie ich es vermutet hatte, auf einem Rad- und ich bekam von ihm die Nachricht, auf die ich so sehnsüchtig wartete:

"Schlachtross- noch diese Runde im Galopp und dann eine im Schritt mit Ansagen durch mich. Dann hast du diesen Test überstanden!"

Weitere zwei Runden...- ich musste noch diese zwei Runden durchhalten! Meine Kehle brannte, ich hatte nach diesen guten drei Stunden ununterbrochenem Laufens mit dem Sulky Durst... Meine Oberschenkel brannten wie Feuer, ich war dankbar, bisher keinen Krampf bekommen zu haben... Sollte mich so einer jetzt erwischen..., ich war mir sicher, nicht wieder auf meine Hufstiefel zu kommen und würde daher sicher erneut mit Augustine in ihrer 'Klinik' Bekanntschaft machen müssen.
Dieser Gedanke- oder besser, diese Angst- trieb mich vorwärts und so hielt ich diese beiden Runden durch. Meine Konzentration war im Eimer, mir war es egal, ob ich jetzt Fehler machte...
Markus hatte da wohl auch ein Einsehen- die letzte Halbrunde lief er nur noch neben mir und baute mich auf damit ich es bis in das 'Ziel' schaffte, wo die Rittmeisterin zusammen mit der 'Frau Baronin' auf mich neben einer leichten Wagonette warteten.

"Unnnd... Steh!"

Endlich stehenbleiben dürfen...- aber selbst dies beantworteten meine Beine jetzt mit Protest. Und jetzt sollte ich noch von der Baronin höchstselbst 'getestet' werden? Wie stellte die sich das vor? Ich war weit über den Punkt hinaus, wo meine Jockey Anja das Training mit mir beendet hätte- doch auch wenn die Rittmeisterin und der Pferdetrainer mich, unter anderen Umständen, jetzt vielleicht in den Stall zurück geschickt hätten...- die Baronin wollte UND BEKAM ihren Willen...
Zumindest hatte ich jetzt einige Minuten Ruhe während ich umgeschirrt wurde. Auch wurde die Frage von Markus, ob er mir etwas zu Saufen geben dürfte, nach einem Blick auf das jetzige Testergebnis zu meinen Gunsten mit einem Nicken der Baronin entschieden...

"Steh gerade!"

Die gefauchte Aufforderung der Rittmeisterin galt mir und wurde mit einem Hieb der Fahrpeitsche über meinen Rücken unterstrichen. Markus, der gerade vor mir stand und mich mit den letzten Handgriffen vor der Wagonette einschirrte, schüttelte dabei leicht den Kopf.

"Madame Rittmeisterin...- falls es Ihnen die Frau Baronin noch nicht mitgeteilt hat... bei dem heutigen Zugkrafttest hat Schlachtross seinen ersten Wert um neuneinhalb Meter verbessert... ohne Zuhilfenahme einer Peitsche! Und der Hengst ging von sich aus bis an seine Leistungsgrenze- sonst wäre er nicht mehrere Sekunden im Nirvana gewesen!"

"Genug davon- Pferdetrainer! Der Hieb war berechtigt und seine Haltung zeigt mir, seine Aufmerksamkeit wurde wieder geweckt...
In einer Stunde ist die Begrüßung unserer neuen Gäste hier auf dem Hofgut, machen sie beide sich daher bitte frisch und geben diesen dann die notwendigen Einweisungen...
Markus- wenn ich hier mit meinem Test fertig bin, informiere ich sie. Sie übernehmen dann Schlachtross am Stall und kümmern sich um alles weitere..."

Mit dieser Ansage versehen zogen sich meine beiden Trainer zurück, ich blieb allein mit der Baronin auf der Bahn zurück... Nicht einmal Gastgespanne waren mehr zu sehen.

'Wenn die jetzt ihre Töchter oder den Pferdeknecht hinzu holt...- bin ich am Arsch!'

Zum Glück für mich schien die Eigentümerin dieser Hölle nicht diesen Gedanken mir gegenüber zu verfolgen, ich wäre ihnen hilflos ausgeliefert gewesen...
Doch schon das Verharren in der 'Hab Acht'-Stellung raubte mir meine noch vorhandene Kraft. Die Baronin überprüfte sehr gründlich meine Einschirrung und erst als sie mit der Arbeit des Pferdetrainers zufrieden war, nahm sie auf dem Wagen hinter mir Platz. Die Konstruktion bestand eigentlich aus zwei Gigs, die mittels eines Knickgelenks zusammengefügt einen sehr leichten vierrädrigen Wagen ergab. Der Vorteil für mich bestand darin, das Gewicht der Gabel belastete nicht meine Hüfte. Ich musste dieses Teil nur ziehen und Signale meiner Kutscherin so gut wie möglich umsetzen...
Ein leichter Zug an der Trense, die ich nun zusätzlich trug, war das Startsignal für mich. So sanft wie möglich zog ich an und es dauerte keine drei Sekunden und ich bekam, aus meiner Sicht völlig unnötig, mit der Fahrpeitsche eine übergezogen. Mir war es mittlerweile fast egal, mein Körper war ausgepumpt und schmerzte dank der vorherigen Überlastung generalisiert. Da kam es auf einen Schlag mehr oder weniger auch nicht mehr an...- und die Hiebe von Mira hatte ich als schlimmer empfunden.
'Wie die Töchter... so die Mutter...'- war mein einziger Gedanke zu diesem Auftakt. Die nächste Zeit verblieben wir auf der Rennbahn und ich würde wie bereits bei dem Test mit der Rittmeisterin mit abrupt wechselnder Zügelarbeit getriezt. Doch dies war nur der Auftakt- die erste Schikane war, ich wurde von ihr im Bereich der Bahn des Zugkrafttests so gelenkt, daß die Räder der einen Seite auf der Rennbahn verblieben, ich aber mit der anderen Seite mich durch den lockereren Untergrund kämpfen musste. Mein Versuch, dies durch ein Ausweichen nach der einen oder anderen Seite ein wenig zu kompensieren, wurde gnadenlos mit Hieben und ruckartigem Reißen an den Zügeln unterbunden!
Einziges Ergebnis meiner Bemühung war ein Wechsel vom Schritt zum Trab. Erst als ich diesen Part einmal mit jeder Wagenseite zur Zufriedenheit der Baronin abgeleistet hatte, durfte ich wieder zurück in den Schritt fallen und wurde von der Bahn in den Wald gelenkt.
Die Kühle des Schattens war eine willkommene Abwechslung, da während der beiden letzten Runden des vorangegangenen Tests die Sonne hinter den Wolken hervor gekommen war. An der ersten Weggabelung erwartete mich die nächste Schikane- der Zug der Zügel auf die Trense forderte von mir, den linken Weg einzuschlagen, doch mehrfaches knallen lassen der Peitsche auf der gleichen Seite war das Signal, ich solle nach rechts abbiegen...

'Verdammt- kann die sich nicht entscheiden?'- verwirrt blieb ich stehen.

Erneut riss mich die Trense nach links und dieses Mal kam von hinten kein sich widersprechendes Signal. Dafür kassierte ich mehrere Schläge auf meinen Rücken und nachdem ich in den Weg eingebogen war, 'durfte' ich ohne Übergang von Schritt in Galopp wechseln. Ich musste dieses Tempo bis zur nächsten Kreuzung halten- ohne Gnade wurde ich von ihr getrieben! Dort wurde ich von ihr wieder auf Schritt abgebremst und sie zog das gleiche Spiel noch einmal ab. Ich lief daher stur geradeaus und reagierte erst, als das Ziehen der Trense auf einer Seite unerträglich in meinem Maul wurde.

'Gut- für mich haben demnach die Zügelsignale Vorrang...'

Unmittelbar nach dem Einschwenken auf den neuen Weg bekam ich, dieses Mal verbal, ein neues Kommando:

"Schritt-Dressur!"

Wie schon bei dem Test mit der Rittmeisterin wechselte ich sofort meine Gangart und riss förmlich meine Unterschenkel bis in die Waagerechte. Mein ganzer Körper protestierte förmlich gegen diese Überlastung, doch mein Denken war noch so weit klar- je sauberer ich jeden einzelnen Schritt jetzt präsentierte, desto eher würde es vorüber sein...
Auch wenn ich in dieser Gangart wesentlich langsamer voran kam, die Baronin verlangte mir um die zweihundert Meter darin ab. Dazu folgten in unregelmäßigen Abständen erneut die sich widersprechenden Kommando's über Zügel, Peitsche und Stimme. Hier hatte ich aber ihre 'Prioritätsliste' begriffen und führte nur jene Anweisung von ihr aus, welche allein nach Wegfall aller sich widersprechenden übrig blieb.

"Steh- dein Gelatsche ist eine Beleidigung für jedes Pferd, was schon einmal in dieser Gangart unterwegs war..."

Auf diese Ansage bereitete ich mich innerlich auf erneute Schläge vor- doch die blieben zum Glück aus. Ich war mir ganz sicher, in meinem Zustand das maximal mögliche gezeigt zu haben, daher war die Einschätzung meiner Leistung mehr als ungerecht...

'Ungerecht- natürlich, die Baronin will mich mental fertig machen... Es konnte nicht anders sein!'

Mit diesem Gedanken blieb ich stocksteif stehen, auch als sie absaß und meine Haltung von allen Seiten begutachtete. Ich rührte keinen Muskel, einzig mein Brustkorb hob und senkte sich. Doch auch da versuchte ich so kontrolliert wie möglich ein gutes Bild abzugeben. Mein Blick blieb stur gerade aus, ich kämpfte die Versuchung nieder, ihr zumindest mit meinen Augen zu folgen...
Nach einer gefühlten Ewigkeit saß sie erneut auf und nach ihrer Aufforderung, erneut normal im Schritt anzuziehen, lief ich den Weg entlang in Richtung einer offenen Fläche...
Die Baronin steuerte mich auf den kleinen Platz im Wald- mehrere Wege gingen von diesem sternförmig in verschiedene Richtungen. Einer davon begann mit einer morschen Holzbrücke über den Graben, dessen Verlauf wir das letzte zurückgelegte Wegstück gefolgt waren. Mehrere Bretter des Bodens waren sichtbar gebrochen, das Geländer verrottet und ein Spaziergänger hätte diese vielleicht überqueren können- aber mit dem Gespann war dies ganz sicher unmöglich...
Die Richtungssignale der Baronin waren nicht zu mißinterpretieren- sie wollte, daß ich sie über dieses baufällige Teil ziehen sollte!
Da würden wir ganz sicher einbrechen...- da war mein Selbsterhaltungstrieb immer noch größer als die Angst vor den Schlägen, die sicher die Konsequenz meines Scheuens sein würden! Ich blieb am Beginn der Brücke stehen...

"Vorwärts!"

Noch war die Stimme meiner Kutscherin im Normalbereich, doch das Knallen der Peitsche dicht neben meinem Ohr war Warnung genug.

"Vorwärts du sturer Gaul!"

Diese Aufforderung von ihr war bereits mit einem Schlag zwischen die Schulterblätter verbunden!

"Ich sag es dir Scheißvieh zum letzten Mal- beweg dich vorwärts oder trag die Konsequenzen!"

Ich wappnete mich für die jetzt ganz sicher folgenden Schläge...- doch ich schüttelte den Kopf und brach ohne ein Kommando von hinten nach links aus.

"Steh!"

Dieser...Befehl... war von einem so heftigen Ziehen der Trense nach rechts begleitet, der Schmerz im Maul zwang mich, diesem besser zu folgen. Zu meiner Überraschung spürte ich, wie die Baronin abstieg, mich am Halfter packte und so von der Brücke wegführte...

"Abknien!"

Noch überraschter war ich, die Baronin entfernte die Trense aus meinem Maul, holte von hinten eine Tüte, griff in diese und hielt mir eine Handvoll Studentenfutter vor mein Maul!
Ich begriff- sie wollte von mir sehen, ob ich selbstmörderisch genug veranlagt wäre, jedes Kommando blind umzusetzen oder ob ich als Pferd trotz meiner Erschöpfung immer noch so weit meine Umgebung wahrnehmen würde um Schäden von mir und meinem Jockey abzuwenden- auch bei drohender schmerzhaften Bestrafung als Folge meines Handelns. Diesen Teil ihres Tests hatte ich ganz sicher bestanden!
Ihre Hand fuhr über meine Mähne und was ich wirklich nicht erwartete geschah...

"Gut gemacht...!"

Meine Belohnung im Maul kauend kreuzten sich unsere Blicke- und ihr Blick verdüsterte sich wieder. Meine Augen konnten- und wollten- in diesem Moment nicht lügen...- sie sprachen von meinem Stolz, es bis hier hin durchgehalten zu haben, von der Ablehnung der Baronin als Symbol für den zu Recht bestehenden Ruf ihres Gestüts und von meinem Willen, egal, was sie oder ihre Töchter hier mit mir anstellen würden, mich nicht von Ihnen brechen zu lassen! Es war aber keinerlei Dankbarkeit in ihnen zu lesen...- falls Sie diese erhofft hatte sich mit ein paar Nüssen erkaufen zu können!
Trotz dieser durch mich mit jeder Faser unverhohlen manifestierten Ablehnung fütterte sie mich mit dem kompletten Inhalt der Tüte und ich bekam sogar ein wenig Wasser aus ihrer Flasche, ehe sie wieder die Trense in meinem Maul befestigte, mich auf meine Hufe befahl und erneut aufsaß.

"...Pferdetrainer? Wir sind fertig und kommen zurück- nehmen Sie Schlachtross am Stall in Empfang... Etwa fünfzehn Minuten... Danke..."

Sie schien die Verbindung beendet zu haben...- mehr an sich selbst gerichtet und für Schlachtross unhörbar:

"... verdammt stolz... aber ein unheimlicher Kämpfer... wie Brutus..."

Nur noch zurück zum Stall... aber bis dahin musste ich noch weiter konzentriert bleiben! Ich rechnete fest mit weiteren Tricks der Baronin um mich zu testen- doch bis zum Stallgebäude empfing ich nur noch einfache saubere Zügelsignale. Ich war so froh, als dieses und Markus in Sicht kamen- beides stand für Ruhe und Schutz.
Ohne mich weiter zu beachten übergab die Baronin ihr Gespann an den Pferdetrainer- allein ihre Aufforderung an ihn, sich wie gestern abgesprochen um mich zu kümmern, bezog sich noch auf meine Person.
Kein Lob, keine Mißbilligung meiner gezeigten Leistung...- doch das war hier so üblich. Ein Pferd benötigte hier so etwas nicht, es war nur ein Tier und hatte zu funktionieren...

"Komm in den Stall Schlachtross...- du hast es geschafft! Eine warme Dusche wird dir sicher gut tun..."

Hörte ich richtig? Abgeduscht werden... mit warmen Wasser? Hatte ich den Test in den Augen der Baronin etwa doch erfolgreich bestanden und dies war die Belohnung für meine Schinderei?
Ich war völlig verunsichert, doch allein dieses Versprechen mobilisierte die allerletzten Reserven. Ich hielt mich noch aufrecht, schleppte mich aber hinter Markus bis in den Waschraum und ging dann hinunter auf alle viere.

"Langsam Schlachtross... alles gut... ich helfe dir zuerst aus deinen Hufstiefeln, dann entferne ich dein Zuggeschirr... Huf links!"

Müde hob ich meinen linken Unterschenkel ein wenig von den Fliesen, eine Hand umfasste mein Fußgelenk und dann bekam ich den Hufschuhen abgenommen.

"Dehn deine Fußgelenke ganz langsam und vorsichtig... du warst jetzt den ganzen Tag damit unterwegs und ich weiß nicht, ob du überhaupt schon einmal oder wann du das letzte Mal damit an die vierzig Kilometer in so kurzer Zeit zurückgelegt hast. Du wirst dich daran gewöhnen, das wird aber einige Tage dauern..."

Ich nickte diese Aussage nur müde ab. Wenig später war ich auch das Zuggeschirr los, mein Trainer untersuchte mich sehr gründlich auf Druckstellen und befühlte auch die von Mira verursachten Striemen.

"Wenn sie die Peitsche nicht mehr bei dir einsetzt... was ich für dich hoffe aber nicht glaube... werden keine Narben zurück bleiben. So- erschrick jetzt nicht."

Die Wasserstrahlen der Brause trafen erst den Boden neben mir und fühlten sich einen Moment kalt an, doch schnell erreichten diese eine angenehme Temperatur. Erst dann begann er mich damit abzubrausen... Rücken, Kopf, Arme, Beine...

"Versuch dich auf deine Hinterhand zu stellen- so ist es einfacher und auch für dich angenehmer..."

Ich wurde noch einige Minuten so mit Wasser besprüht, dann seifte Markus mich ein, ehe ich ein weiteres Mal in den Genuss des warmen Wassers kam. Mit einem Handtuch würde ich noch von ihm sanft abgerieben, ehe ich erneut das Zuggeschirr angelegt bekam und auch meine Vorderhand im 'Rosengarten'-Style wieder an den Hüften fixiert wurden.

"...ist halt Vorschrift Schlachtross, damit ihr euch bei euren Auseinandersetzungen nicht allzusehr verletzt... Komm- es gibt jetzt Futter für dich"

Er verschwand in der Futterkammern, vor der ich warten sollte, ich hörte ihn rumoren und dann kam er mit einer Schüssel heraus, deren Inhalt für Miu und mich reichen würde. Ein erster Blick darauf versprach sogar Rohschinken in Würfeln, dazu sah ich sogar Schokoladenstücken. In seiner anderen Hand hielt er eine Thermosflasche.

" Ich habe dir ein paar Zutaten aus der Kammer für die Einsteller hinzugefügt...- ab in die Box mit dir und dann lass es dir schmecken!"

Er stellte die Schüssel vor der Boxentür ab, schob diese zur Seite und ich folgte ihm in die leere Box. Markus setzte sich auf den Strohquader, der Brutus als Lagerstätte diente und bedeutete mir, mich zu seinen Beinen neben ihm an den Ballen zu lehnen. Nachdem ich so meinen Platz eingenommen hatte, wurde ich von ihm aus der Hand heraus gefüttert, was mir Tränen der Dankbarkeit in die Augen trieb.

"Ruhig Schlachtross...- ganz ruhig! Für heute ist alles gut... Du hast jetzt fünf Tage hier geschafft... du schaffst auch den Rest! Ich verspreche dir, ich versuche dich, so gut ich es vermag, zu beschützen. Du hast mir gezeigt, deine Leistungsbereitschaft ist über alle Zweifel erhaben- den Rest um hier zurecht zu kommen bringe ich dir bei! Ich verlange nur eines von dir...-du wirst, bis du hier das Rennen hinter dich gebracht hast, niemals aufhören zu kämpfen..."

Es war ein stummes Versprechen, doch ich würde meinen Teil einhalten... und Markus sah dies in meinem Blick.

"Hier, nimm noch etwas aus der Kanne...- ist warm..."

Es war Kaffee mit reichlich Milch und Zucker- ich mochte ihn in etwas anderer Zusammensetzung, doch wann hatte Anja zuletzt in der Vergangenheit ihren Kaffee mit mir als Pferd geteilt...?
Nachdem ich wohl die halbe Kanne in wohligen Zügen leer getrunken hatte, verschwand auch noch der Rest des Futters in meinem Magen. Als krönenden Abschluss löste Markus noch einige Mineralstofftabletten in der mittlerweile von mir geleerten Schüssel mit etwas Wasser auf und forderte von mir, diese Mischung zu trinken. Mein Körper würde es mir ganz sicher heute Nacht und morgen mit dem Ausbleiben von Krämpfen danken...
Nachdem ich von ihm so versorgt worden war, ließ er mich allein in der Box zurück. Er hatte mir noch verraten, ich dürfte mich morgen Vormittag auf einer Weide von den heutigen Strapazen erholen, ehe ich nach der Mittagspause wieder in das normale Training integriert würde.
Um den Ärger der anderen Hengste nicht heraus zu fordern, verzog ich mich in meine Ecke und mit dem Wissen um die zugesagte Hilfe des Pferdetrainers döste ich in das Traumland ohne Schmerzen und Angst vor Schlägen...


Ich weiß nicht, wie lange ich geschlafen hatte, doch ich spürte, ich war nicht mehr allein in der Box. Durch das vergitterte Oberfenster fiel dämmriges Licht- war es noch Abend oder bereits Morgen?
Schlagartig war ich munter, denn das Gewicht eines anderen Hengstes auf meinem Rücken und das spüren seines eregierten Schlauches waren keine Einbildung! Da ich Brutus, Miu und Blacky in meinem Blickfeld erkannte, war es wohl Lion, der meine Erschöpfung auszunutzen versuchte und einen Deckakt an mir vollziehen wollte. Schlagartig verkrampfte ich und die Bilder und Gefühle der Vergewaltigung durch den Pferdeknecht waren in meinem Kopf präsent. Das würde ich, sofern ich die Chance dazu hätte, nicht noch einmal mit mir machen lassen!

'Du Volldepp willst es wohl auf die ganz harte Tour...'- ich hatte das durch ihn angepisst werden am ersten Abend in der Box hier weder vergessen noch verziehen!
'...mal schauen wie blöd du wirklich bist...'

Mir war sofort klar, für eine offene Auseinandersetzung war ich noch zu fertig und zudem in der ungünstigeren Position. Hier half nur scheinbares darauf Eingehen- Brutus, da war ich mir sicher, würde sich garantiert nicht einmischen und wenn Miu mir zu Hilfe käme hätte er sofort Blacky am Hals.
Ich schaffte es noch rechtzeitig mich unter ihm auf den Rücken zu rollen, öffnete gleichzeitig mein Maul und blieb dann still liegen... Nach mehreren Sekunden begriff Lion mein vermeintliches Angebot...- sein abfälliges Schnauben und der mir zugedachte Blick drückten pure Verachtung und Überlegenheit aus.
Sollte er doch denken was er wollte- er ging auf meine Offerte ein und gab meinen Rücken frei. Wie sehr wünschte ich mir jetzt, nicht mit meiner Vorderhand an dem Harness fixiert zu sein... aber es würde auch so gehen. In den Augen meines Peinigers spiegelte sich pure Geilheit und Siegessicherheit- ich kniete jetzt mit geöffnetem Maul vor ihm und wartete scheinbar darauf, ihn oral befriedigen zu dürfen. Seine Eichel schob sich tastend zwischen meine Kiefer, bereit, sofort wieder zurück gezogen zu werden.
Ich kämpfte meinen Ekel nieder, berührte sein Stück mit meiner Zunge und wiegte Lion damit in Sicherheit. Erneut fuhr sein Glied in meinen Rachenraum- diesmal bis zum Anschlag und während er es langsam vor und zurück zog, umschlossen meine Lippen dieses... Jetzt spürte ich den Übergang seines Schaftes zur Eichel zwischen meinen Zähnen- genau da wollte ich ihn...- und biss kontrolliert zu!
Schade daß ich in diesem Moment seine Augen nicht sehen konnte- aber sein wohliges Schnauben ging schlagartig in schmerzhaftes Gebrüll über! Er versuchte sich loszureißen, doch sein Teil steckte zwischen meine Zähnen wie in einem Schraubstock fest- und ich hatte nicht die Absicht, ihn da heraus zu lassen!
Blacky schien wohl die Absicht verfolgt zu haben seinem Partner hier zu Hilfe zu kommen- doch das Wiehern von Brutus war eindeutig eine Warnung an ihn und so blieb diese Machtprobe auf Lion und mich beschränkt. Er setzte in seinem Versuch, mir zu entkommen, mehrfach zu einem Tritt an- doch jede Gewichtsverlagerung, die ich spürte, wurde sofort mit mehr Druck durch meine Kiefer gekontert und so war er gezwungen, still zu halten bis ich ihn frei geben würde...
Nach einiger Zeit, mein Gefühl dafür war komplett weg..., lockerte ich meinen Biß, da von Lion nur Wimmern vernehm- , aber kein Widerstand mehr spürbar war. Jetzt kam der kritischste Moment...- würde er sich gegen mich wenden, während ich versuchen würde auf meine Hinterhand zu kommen? Ich müsste auf Brutus vertrauen..., mit einem Wiehern, was mit 'vollem Maul' gar nicht so einfach war, erregte ich seine Aufmerksamkeit. Ein Schnauben von ihm, verbunden mit einem kaum wahrnehmbaren Nicken- ich biß noch einmal fest zu und entließ Lion aus seiner Lage.
Unsere Blicke trafen sich, während er mit einem spitzen Quieken zurück taumelte und ich auf meine Beine kam. Es war der pure, reine Hass, gepaart mit Schmerz- und einer Mischung aus Rachsucht und Angst! Das war noch nicht endgültig geklärt...- ich hatte ihn überraschen können, doch wie es in einer offenen Konfrontation mit ihm ablaufen würde, wagte ich nicht zu beurteilen. Jetzt war ich Sieger geblieben, doch das könnte sich schon wieder in den nächsten Stunden ändern...
Warum sollte ich meinen Triumph nicht nutzen und seinen Schlafplatz einfordern? Mit einem vorgetäuschten aggressiven Schnauben und entsprechender Gestik machte ich einen Schritt in Richtung seines Schlafplatzes...- doch ich wurde von Brutus gestoppt! Er schüttelte deutlich seinen Kopf und mit einer Bewegung desselben schickte er mich zurück auf den Platz neben der Kotecke zu Miu. In seinen Augen war ich wohl noch nicht so weit, meinen gerade erkämpften Platz in der Rangordnung hier verteidigen zu können...- selbst wenn ich dabei Hilfe von Miu erhalten würde. Daher unterwarf ich mich widerstandslos seiner Autorität und kehrte an den mir zugewiesenen Platz zurück...
Der Junghengst lehnte sich mit seinem Rücken an die Wand der Box und deutete mit seinem Kopf auf seinen Schoß. Ich sollte es mir bequem machen- er würde auf mich aufpassen und warnen, wenn es zu einem Racheakt durch Lion mit oder ohne Blacky's Hilfe kommen würde.
Mit diesem Wissen dauerte es nicht lange und ich dämmerte erneut in eine Welt, in der ich vor Rosengarten weitestgehend sicher war...
5. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 15.01.21 14:58

Tag 07, Samstag- Woche eins



Schlachtross:


Markus hatte mit seiner Vorhersage bezüglich der ausbleibenden Muskelkrämpfe recht gehabt- ich wachte, ohne einen solchen in der Nacht erlitten zu haben, mit meinem Kopf auf einer weichen Unterlage auf. Es dauerte einige Sekunden bis ich begriff, worauf mein Kopf die ganze Nacht gebettet war- Miu lehnte schlafend mit seinem Oberkörper an der Betonwand der Box und ich hatte in seinem Schoß die gesamte Nacht über Ruhe gefunden...

'Vielen Dank mein Freund- du hast dir wer weiß wieviele Stunden den Schlaf verkniffen um über mich zu wachen... Du hast bei mir eine ganze Menge gut...'

So vorsichtig wie möglich erhob ich mich und stellte mich etwas steif vor die 'WC-Ecke', um meine Blase zu entleeren. Es war noch früh, die Fliegen nervten noch nicht und bis zur morgendlichen Fütterung würde sicher noch einige Zeit vergehen...
Beim sich abwenden vom 'Urinal' kreuzte mein Blick ein Augenpaar im Halbdunkel, welches mich beobachtet hatte- zum Glück war es das von Brutus, er war wohl schon etwas vor mir munter geworden. Mein leises Schnauben als 'Guten Morgen' quittierte er mit einem Kopfnicken, was die Aufforderung enthielt, ich solle zu ihm kommen. Mit einigen Fingerzeigen dirigierte er mich in eine kniende Position- ich befürchtete schon, er wolle von seinem Vorrecht als Alpha mich zu besteigen, Gebrauch machen, doch er fuhr vorsichtig mit einem seiner Finger über jene Stellen, wo Mira mich mit ihrer Peitsche malträtiert hatte. Manchmal erhöhte er den Druck auf die Stellen leicht um zu sehen, wie ich darauf reagierte. Zum Glück schmerzte es nicht mehr wirklich- und meine Reaktionen verleiteten ihm zu einem Lächeln. Demonstrativ zeigte er mir seinen Rücken im einfallenden Licht des Fensters über unserer Box- dieser und auch viele andere Stellen seines Körpers legten mit all den Striemen und Narben Zeugnis darüber ab, was gerüchteweises in der ganzen Szene kursierte.

"Mira?"

Meine fast lautlos geflüsterte Frage trieb ihn einen angstvollen Blick in sein Gesicht!

"Schhhhh..."

Ja- ich sollte nicht sprechen, doch dieser Anblick hatte mir die Frage aus meinem Mund getrieben... Schnell vollführte ich die mir bekannte Geste für Unterwerfung und entschuldigte mich so bei ihm. Petra hatte mir doch gesagt was nicht nur mir blühte, wenn man mich dabei erwischte...

"Miieehraah..."

In seinem leisen Wiehern war der Name der Baroness zu vernehmen und mit seinem Nicken bestätigte er meine Frage. Gleichzeitig zeigte er mir eine Möglichkeit auf- wenn auch sehr grenzwertig und von den Baroness' garantiert nicht toleriert- wie ich zumindest einfache Worte oder Namen aussprechen könnte ohne gegen die hier herrschende Regel des Sprachverbotes zu verstoßen. Markus und die Rittmeisterin würden dies sicher, wenn sie gute Laune hatten, durchgehen lassen- und wenn jemand weiter weg stand... war es 'nur' ein Wiehern...

Gemeinsam dösten wir so noch eine Weile, bis deutliches Rumoren im Bereich der 'Einsteller' von uns vernommen wurde. Miu, Blacky und Lion waren ebenfalls erwacht, erleichterten ihre Blase und schauten zu Brutus und mir. Vielleicht dachten sie, ihr Leithengst hätte sein Recht mir gegenüber eingefordert- ich erhob mich wieder, wechselte zurück zu Miu und setzte mich neben ihn. Mein Maul wanderte neben sein Ohr.

"Daannkeee..."

Erstaunt schaute der junge Hengst mich an- ein Lächeln breitete sich in seinem Gesicht aus und die Freude über meine leise gewieherte Geste war unübersehbar.

"...Steel, Kara! Zurück!"

Die Stimme war eindeutig die von Markus- und sein Kommando sagte uns, er versorgte gerade die beiden Stuten des Gestüts. Wie wahnsinnig musste man sein um als Frau hier auf Rosengarten sich so einem Regime zu unterwerfen? Derart devot und maso...- ich begriff es mit jedem Tag weniger...
Die Boxentür wurde aufgeschoben und unser Pferdetrainer erschien mit einem Eimer Wasser für unsere Tränke und dem Eimer für die morgendliche Fütterung. Während er dies in der Raufe verteilte und wir uns, ohne den ohne seine Anwesenheit anscheinend üblichen Rangordnungskampf, über das Futter her machten, gab er einige Informationen über den anstehenden Tagesablauf preis...

"Brutus- heute Vormittag Renntraining mit deiner Baroness... ; Lion, Blacky- zusammen mit den Stuten bei der Rittmeisterin und dem Pferdeknecht Arbeit mit den Einstellern; Miu- du bist den ganzen Tag bei mir...; Schlachtross- wie die Baronin wegen deines Test's gestern verfügt hat, bist du heute bis nach der Mittagspause auf der Koppel und darfst dich noch ein wenig erholen..., dafür bist du den Nachmittag mit beim Gespanntraining dabei. Jens wird euch, da die Frau Baronin morgen eine Ausfahrt plant, als 'Vierer' trainieren..."

Die neidischen Blicke der anderen Hengste ob meiner 'Vorzugsbehandlung' waren für mich überdeutlich spürbar- auch wenn ich sie nicht sah, da mein Kopf noch in der Raufe steckte und ich mein Futter in mich hinein schlang. Markus war sich derweil nicht zu fein, mit einer Dunggabel das von uns 'eingesaute' Stroh aus der Pissecke auf eine Schubkarre zu schaufeln, weg zu bringen und für neuen Einstreu zu sorgen. Seit ich hier war, hatte ich dies den Pferdeknecht noch nicht machen sehen...

"Kommt, fertig werden...Lion- hieerher!"

Sein breitbeiniger Gang veranlasste den Pferdetrainer etwas genauer hinzusehen.

"Wer hat dich denn da gebissen?" fragte er mit einem süffisanten Lächeln...

Natürlich erwartete er keine Antwort von uns- aber da dem Hengst immer noch sein Schlauch schmerzte, war ein Grinsen durch mich nicht zu unterdrücken. Ich war weder Opfer noch würde ich mich hier weiter in die Position des 'Omega' drängen lassen!
Mit einem derartigen Gesichtsausdruck war es für den Pferdetrainer ein leichtes zu erraten, wem Lion dies verdankte. Er zeigte aber keinerlei Reaktion darauf- von dem Schlag auf den Hinterkopf meines gescheiterten Peinigers abgesehen.

"Lern etwas daraus Lion... Miu- hiiieerher!"

Einer nach dem anderen außer mir wurde durch Markus zu sich gerufen und bekam von ihm sein Halfter umgelegt- da ich bereits das 'neue Modell' von Petra trug, beschränkte er sich bei mir auf eine Kontrolle des Sitzes...

"Da hat die Frau Rittmeisterin wirklich nicht übertrieben..."- meinte er halblaut mehr zu sich selbst- "...die sitzen wirklich perfekt!
Miu... Schlachtross...- Steht!"

So in hab Acht versetzt, wurden unsere Führleinen eingehakt und wir beide folgten ihm aus der Box. Vor dieser wurden uns die Hufstiefel angezogen, danach verließen wir den Stall und seine von mir relativ empfundene Sicherheit.

Draußen musste ich noch ein wenig warten, denn mein Freund wurde durch den Pferdetrainer vor einem Rennsulky eingeschirrt, ehe wir aufbrachen und ich neben diesem im Schritt in Richtung Rennbahn her lief. Wir querten diese und nachdem auch ein Waldstreifen hinter uns lag war die Koppel erreicht, auf der ich heute den halben Tag Ruhe vor Schikane und Schinderei haben sollte.

"Schlachtross- ab mit dir auf die Koppel! Verschlafe nicht die ganze Zeit...- das meine ich nicht als Scherz..."

Markus schaute mich dabei sehr ernsthaft an:

"Nutze die Möglichkeit und laufe zumindest eine Weile in den Stiefeln herum... Ich weiß, du kannst dies, sie gehören ja mit zu deinem 'Showoutfit'... Ich möchte eher, du sollst dich bewegen und dich daran gewöhnen, daß dir eine solche Belastung wie gestern jede Woche abverlangt werden könnte- ohne danach so einen Luxus wie jetzt genehmigt zu bekommen... Hättest du die gleiche Belastung auch in deinem Latexanzug mit deiner Maske ausgehalten? Beantworte die Frage ehrlich dir selbst...- Baroness Augustine würde dich garantiert gern so bis zu deinem Zusammenbrechen 'austesten'..."

War dies eine Warnung meines Trainers oder ein Ausblick auf das, was mich hier in den kommenden Wochen noch erwarten würde? Vermutlich beides- ich schüttelte daher auf seine mir gestellte Frage langsam den Kopf. Das würde ich nicht durchhalten...- könnte so eine Schinderei überhaupt ein Pferd durchstehen? Ich könnte nur beten, dies nicht erleben zu müssen- der Wahnsinn auf dem Laufband mit Atemreduktion in der 'Klinik' war in meinem Hirn wieder präsent...
Markus streichelte mir noch einmal über den Rücken- auch hier war dies wohl gleichzeitig ein Test, wie ich auf die Berührung von Mira's Striemen reagierte- und fuhr nach dem Schließen des Tores mit Miu davon. Ich blieb allein zurück...
Noch war es angenehm- so erkundete ich das mich begrenzende Areal. Der Wasserwagen in der Mitte würde dafür sorgen, daß ich etwas zu saufen hätte wenn ich Durst bekäme...- in dem daran befestigten Napf war ein kleines Rinnsal zu sehen, was aus dem Tank lief. Leider war der Wagen auch der einzige Platz, der mir Schatten bieten würde, es gab zwar noch einen mannshohen Busch am Zaun der Koppel, doch stand die Sonne derzeit so, daß sein Schatten sich außerhalb derselben befand...

'Auf und dem Rat von Markus gefolgt...' - ich schätzte die langen Seiten der Koppel auf um die einhundert Meter, die kurze Seite dürfte bei fünfundzwanzig Metern liegen... Eine Runde wären daher zweihundertfünfzig Meter- ich würde mir selbst erst einmal zwanzig Runden abverlangen!
Mit diesem Vorsatz begann ich über die Wiese zu laufen...- nach der ersten Runde war mir der Unterschied zwischen dem Untergrund der Rennbahn bzw einem festen Weg und dem recht weichen Boden hier klar. Das Laufen glich eher dem auf einer Gymnastikmatte!

'Du bist hier nicht zum Spaß...! Du willst Mira zum Rennen schlagen...! Du wirst Markus nicht enttäuschen...!'

Mit diesem Singsang in meinem Kopf zog ich die mir selbst gesteckte Marge durch, ehe ich den Wasserwagen erneut ansteuerte und mir eine Erfrischung gönnte. Meine Beine hatten die abverlangten fünf Kilometer im Schritt ohne sich zu melden ertragen, daher dankte ich noch einmal still dem Pferdetrainer für die Mineralstofftabletten und beschloss, noch weitere zehn Runden zu schaffen- dieses Mal im Wechsel zwischen Schritt und Trab...


Rittmeisterin:


'Sehr gut...- Markus hat ihn gut unter Kontrolle... Ich denke nicht, dass er mich schon bemerkt hat und hier für mich eine Show abzieht...'

Die Rittmeisterin hatte ihr Gespann mit zwei Einstellern und Blacky als 'Schlepper' in dem Waldstreifen anhalten lassen und absolute Ruhe befohlen. So war es ihr gelungen, ihn, ohne Schlachtross auf sich aufmerksam zu machen, zu beobachten. Er hatte sich bewegt, kurz gehalten um etwas zu saufen und dann erneut angefangen, im Trab-Schritt-Wechsel entlang des Zaunes zu laufen...

'Er ist willig...-trotz der für ihn sicher ungewohnt harten Behandlung! Das spricht für ihn...'

Das Telefonat mit seiner Jocky Anja dauerte gestern Abend länger als geplant, doch inzwischen glaubte sie, diesen Hengst besser verstehen zu können. Er war- bis zum völligen körperlichen Zusammenbruch- von sich aus leistungsbereit, das hatte ihr Markus auch gesagt... Dafür bestand er darauf, in seinem Denken unabhängig zu bleiben...- und das funktionierte hier auf Rosengarten nicht! Damit würde er vielleicht in der Hengstbox durchkommen, die Kraft und den Willen dazu hätte er..., doch so war er auf dem besten Weg, mit den Baroness nicht nur anzuecken!
Ihre erste Einschätzung von Schlachtross nach dem Transport hier auf das Hofgut hatte sich in den vergangenen Tagen wieder und wieder bestätigt...- und sie hatte für sich noch keinen begehbaren Weg gefunden, wie sie damit umgehen sollte...

"Easy Schlachtross...- du sollst dich jetzt den Vormittag erholen und nicht auspowern! Dazu wird dir hier sicher- auch gegen deinen Willen- noch genug Gelegenheit geboten..."


Schlachtross:


Die Rittmeisterin war von mir erst vor ein paar Sekunden entdeckt worden...- keine Ahnung, wie lang sie mich schon beobachtet hatte! Doch ihre Aufforderung war eindeutig, ich sollte es nicht übertreiben...
So bremste ich mich und lief langsam zu ihr an das Tor, wo sie jetzt stand. Ich war neugierig, ob sie sonst noch etwas von mir wollte, doch außer einmal Kopf kraulen passierte nichts weiter.

'Soll ich ihm die Grüße von Anja ausrichten? Nein- er ist jetzt hier Pferd und so würde er daran erinnert, wo sein eigentliches Gestüt ist und damit würde ich es ihm nur schwerer machen, sich hier einzufügen...'

"Komm, leg dich in den Schatten und erhol dich von gestern... Der Pferdeknecht wird heute Mittag die anderen Hengste hier mit her bringen und euch füttern. Ich weck dich vorher..."

Erstaunt schaute sie, als Schlachtross einen kleinen Kreis lief und mehrfach wieherte. Was wollte er damit ausdrücken? Nachdem der Hengst noch einmal wieherte, begriff sie, was er damit ihr sagen wollte.

"Du hast dir vorgenommen hier noch ein paar Runden zu laufen und hättest dich dann hingelegt? Sieben Runden? Dann ist aber Schluss- verstanden!"

Schlachtross in mir war erleichtert...- die Rittmeisterin hatte mein Ansinnen verstanden. Das noch folgende Lob für seine Einsatzbereitschaft und die Möhre, die sie aus ihrer Tasche zauberte, war zusätzlicher Ansporn für mich. Die letzten Stücke zerkauend, begann ich erneut mit meinen Runden...

'Pech für die beiden Einsteller...' -dachte die Rittmeisterin bei ihrem Weg zurück zu ihrem Gespann- '... die werden sich schon wegen einer Möhre weniger als Motivation nicht beschweren. Mal schauen, ob sie ihr 'Steh!' zu Ihrer Zufriedenheit umgesetzt haben...'


Später...


"Schlachtross- hiiieerher!"

Ich schreckte hoch- wie oft war ich bereits gerufen worden? Mein Wiehern überschnitt sich mit dem erneuten Ruf der Rittmeisterin und zeigten ihr, ich hätte ihre Aufforderung gehört und wäre auf dem Weg zu ihr. War wirklich schon der Vormittag vorüber oder würde ich von ihr außer der Reihe gerufen? Ich hatte mich nach der letzten selbst auferlegten Runde in den Schatten des Wasserwagens gelegt- und muss innerhalb von Minuten eingeschlafen sein...
Steif erhob ich mich, sie wartete mit Blacky und zwei weiteren vorgespannten 'Gelben' am Eingang der Koppel.

"Gut ausgeruht?"

Während ich ihre Frage abnickte und mir wünschte, sie hätte mich nicht aus dieser schmerzfreien Dunkelheit geholt, gab sie mir die Info, Jens würde in ungefähr einer halben Stunde die anderen Hengste mitbringen und uns gemeinsam hier füttern. Ich solle daher nicht wieder einschlafen...
Ein Schnauben war mein einziger Kommentar dazu, ich versuchte, wie man es von mir wünschte, mich wie ein Pferd zu verhalten, drehte mich weg und ging zurück zum Wasserwagen.

Die Zeit zog sich und meine Gedanken kreisten um viele Dinge, die mit Rosengarten und meiner Zeit hier zu tun hatten, doch es war ein Gewirr und so kam nichts vernünftiges dabei heraus. War die Freundlichkeit von Markus und der Rittmeisterin Berechnung? Erst Vertrauen gewinnen um mich dann umso stärker zu verletzen?
Warum wollte mich die Baronin hier auf ihrem Hofgut haben- war ich ein 'Geschenk' an ihre Tochter Mira, damit diese den Wahn ihrer Rache für vermeintlich unfaires Verhalten durch mich ausleben könne?
So sehr ich auch grübelte- jede 'Antwort', zu der ich kam, warf mehr Fragen auf und die Logiklücken waren manchmal groß wie Scheunentore. Doch ging es hier überhaupt rational und logisch zu?


Ein Wiehern unterbrach meine Gedanken, ich erhob mich und schaute in Richtung des Tores. Zuerst erkannte ich Brutus, wie er auf dem Weg zwischen den Bäumen hervor kam..., gefolgt von Lion, Blacky, Jens mit dem Futtereimer- und Mira!

'Oh Scheiße- das bedeutet ganz sicher Ärger!'

Zwei Pferde die mit mir ein Problem hatten...; der Pferdeknecht, dem ich schon gegen meinen Willen zu Diensten sein 'durfte'...- und die Baroness die mich hasste!
Die könnten mich jetzt hier nach Herzenslust mißhandeln und danach behaupten, ich hätte sie angegriffen...
Ich hatte regelrecht Angst, doch der höhnische Ruf der Baroness, ich solle mich zum Tor bewegen wenn ich etwas zu fressen haben wolle, zwang mich in ihre Nähe. Die anderen Hengste hatte Jens inzwischen auf die Koppel gelassen- er stand mit ihnen auf dieser, während Mira draußen auf dem Weg verblieb. Mein Platz in ihrer Rangordnung wurde mir deutlich unter die Nase gerieben, indem Jens zuerst die drei anderen Hengste fütterte. So wartete ich geduldig und angespannt auf das Befüllen der mir zugedachten Schüssel und schielte verstohlen zu Brutus. Er schien von der Baroness gut gescheut worden zu sein- auf seinem schwarzbraunen 'Fell' zeichneten sich die Rinnsale des Schweißfilms deutlich ab. Wonach ich aber wirklich schaute, hatte ich auch recht schnell 'gefunden'- ich musste drei eindeutig neu hinzu gekommene Striemen zählen...

'Bei ihr geht es nicht ohne Peitsche...'- dachte ich mit Bitterkeit.

Endlich war ich dran- doch als ich mich über die Schüssel beugte und beginnen wollte zu fressen, ließ der Pferdeknecht diese nach einem Nicken von Mira fallen und kickte noch dagegen, damit sich der Inhalt im Gras richtig verteilte.

"Mein Gott, du bist ja selbst zum Fressen zu blöd! Deine Jockey hat dir wirklich nichts beigebracht...- du Looser! Dann friss halt vom Boden!"

Feixend schleuderte die Baroness mir diese Worte entgegen, während Jens sich umdrehte und zurück zu seiner 'Herrin' lief.
In dem Moment fühlte ich mich in die Pause mit der Rittmeisterin während meines Transportes versetzt und verstand ihr Handeln in dieser Nacht- das war keinesfalls Böswilligkeit damals gewesen! Sie hatte mich auf genau eine solche Situation vorbereitet und so war es mir möglich jetzt gefasst damit umzugehen! Ohne dies bereits einmal erlebt zu haben, wäre ich ausgetickt und den Pferdeknecht garantiert angegangen...

'Danke Rittmeisterin...- ich habe dir Unrecht getan...'

Ich wusste, die beiden beobachteten mich ganz genau- und ich hatte eine Botschaft für sie! Ich schaute, wo das meiste mir zugedachte Futter im Gras lag, machte zwei Schritte dahin und stellte einen Huf bewusst darauf. Mit einer leichten Drehbewegung drückte ich es in den Boden und lief dann langsam, Ihnen den Rücken zugekehrt und immer mit einem Rückruf rechnend, wieder in Richtung des Wasserwagens. Mein Stolz blieb ungebrochen, auch wenn ich dafür erst heute Abend wieder etwas zwischen die Zähne bekommen würde...
Wider meiner Befürchtung wurde ich nicht zurück gerufen- die beiden waren weg. Brutus, der die ganze Szene mit beobachtet hatte, schüttelte seinen Kopf nachdem er sich vor mich gestellt hatte. Ganz sicher wollte er mir damit sagen, mein Handeln war idiotisch...- aber ein abschließendes Lächeln und nicht aggressiv aufzufassendes Schnauben zeigte mir, er billigte es durchaus, den beiden Widerstand entgegengesetzt zu haben.
Seine Nähe zu mir hielt wohl auch während der anschließenden Zeit Blacky und Lion davon ab, sich mit mir beschäftigen zu wollen...


"Hiiieerher...- zu mir!"

Der Pferdetrainer brauchte nur einmal zu rufen- ich erhob mich wie alle anderen auch und lief ohne Hast zum Tor. Meine Ruhezeit war für heute damit vorüber, ich hatte nicht wirklich Lust auf das Gespanntraining mit Jens nach der Szene vorhin...
Meine Hoffnung bestand darin, es wären drei weitere Pferde mit mir eingespannt und so müsste er seine Aufmerksamkeit auch auf diese richten. Schutz durch eine 'Herde' halt...

"Na Brutus, alles gut? Du hast deine Herde im Griff? Die Fütterung hat geklappt?"

Ich war perplex, als der Leithengst die letzte Fragen nonverbal 'verneinte, zu der Stelle ging, wo meine Mahlzeit noch im Gras lag, mit einem Huf aufstampfte und seinen Blick auf mich lenkte. Markus folgte dem Blick, Blacky und Lion standen teilnahmslos daneben und mit einem schnellen Drehen seiner Handflächen deutete Brutus das Ausschütten meiner Mahlzeit an.

"Miieeh-ra!"

Wissend nickte der Pferdetrainer das Wiehern ab- Brutus hatte sich für mich gerade sehr weit aus dem Fenster gelehnt! Auch wenn ich deswegen heute Kohlendampf schieben würde, ein Viertel meiner Abendration gehörte jetzt dem Leithengst...
Markus begann in seiner Gürteltasche zu suchen... und holte ein paar Äpfel- und Möhrenstücke sowie zwei große Fruchtriegel heraus.

'So etwas feines ist doch garantiert nur für die 'Grünen' und nicht für uns als Leckerei vorgesehen... Sollte der Pferdetrainer wirklich...?'

"Brutus- zwei Möhrenstücke... Lion, Blacky- ihr bekommt auch eines... Schlachross- die beiden Riegel und die Äpfel müssen dir jetzt reichen! Den Rest gleiche ich nach der Rückkehr von eurem Training aus..."

Nachdem Markus die Riegel ausgepackt und in mundgerechte Stücken zerbrochen hatte, fütterte er mich aus der Hand heraus. Alle drei Hengste warfen mir dabei neidische aber keinesfalls bösartige Blicke zu- auch sie kannten diese Art der Demütigung sicher zur Genüge...
Mit wenigstens etwas im Magen wurden wir nun, freilaufend und nur von der Stimme des Trainers gelenkt, zurück zum Stall geleitet- wo neben dem Pferdeknecht und einem Landauer, vor den wir wohl eingeschirrt werden sollten, zu meiner Überraschung auch die Sattlerin wartete.

"Hallo Markus- sind Schlachtross und Brutus kurz verfügbar?"

"Die sollten jetzt hier im 'Vierer' eigentlich eine Trainingsausfahrt machen...- wie lange brauchst du sie denn?"

"Fünfzehn..., zwanzig Minuten maximal! Ich habe für Schlachtross sein gereinigtes Zuggeschirr dabei, seine bestellten Hufstiefel sind fertig und ich wollte von Brutus die Maße für das neue Kopfgeschirr abmessen... Wenn ich schon hier bin, kann ich das auch gleich noch bei Blacky und Lion machen- da müssen sie nicht rüber kommen! Ich fange mit Brutus an, da können die beiden schon eingeschirrt werden. Danach deine beiden anderen Hengste und zum Schluss euren Gast..."

"Gut...- Jens, gehst du ihr zur Hand?"

Der Pferdeknecht murmelte etwas unverständliches, schaute demonstrativ auf seine Uhr und begann Lion als rechtes Stangenpferd vor dem Landauer einzuschirren.

"Sorry Petra, ich würde gern noch ein wenig mit dir klönen...- aber ich habe gleich zwei gelbe Einsteller zu trainieren... Wir reden, wenn ich Feierabend habe..."

Mit diesem Versprechen winkte er ihr noch zu und verschwand im Stallbereich der Einsteller. Petra begann sich um Brutus zu kümmern, sie hatte das Modell, was ich schon aus ihrer Werkstatt kannte, mitgebracht und zu Ihrer Zufriedenheit schien es perfekt um den Kopf des Hengstes zu passen.

"Jens...- ich bin mit Brutus fertig und werde dieses Halfter für ihn gleich da lassen. Es passt ihm perfekt. Wenn du magst, kannst du ihn jetzt noch mit der alten Trense vorspannen. Er kann sie dann nach eurer Rückkehr aufgezogen bekommen... Ich nehme mir jetzt Blacky vor..."

"Ist gut...- wenn die anderen drei genau so schnell wieder bereit stehen soll es mir recht sein..."

In den vergangenen Tagen war mir bewusst geworden, solch unverhoffte Pausen waren selten und ich versuchte mich daher so gut wie es nur ging zu entspannen. Die Sattlerin hatte bisher keinerlei Blick auf mich geworfen, ich wurde von ihr bisher völlig ignoriert. Eingedenk ihrer Worte in der Sattlerei sah ich darin keine Unhöflichkeit...- hier war ich eines von im Augenblick vier Pferden und jede Vertraulichkeit hätte den Pferdeknecht nur misstrauisch werden lassen...
Dieser war noch mit dem Einschirren von Brutus beschäftigt- und einen Moment, in dem Jens uns beiden den Rücken zudrehte, zwinkerte sie mir zu. Ich interpretierte diese simple Geste von ihr als Zeichen, sie würde Markus bei dem von ihm erwähnten Telefonat ganz sicher nach mir fragen!
Oh, wie gut dieser Gedanke tat...- ich machte mir ganz sicher nichts vor, dazu kannte ich Petra zu gut. Wenn ich sehr viel Glück hätte... dann würde Markus ihr vielleicht von dem 'Übergriff' durch Jens berichten und dann würde Anja mich hier rausholen kommen...

'Idiot- das wird garantiert nicht geschehen...'

Auch wenn der Pferdetrainer mich fair behandelte- er würde ganz sicher keine Interna nach draußen durchsickern lassen! Zumal keine, welche die ohnehin schon kursierenden Gerüchteküche befeuern würde. Jens würde zudem einen Teufel tun und, so brutal und blöd er war, mich ganz sicher keine Sekunde allein mit Petra lassen!
Mein einziger momentaner Schutz war die für morgen geplante Ausfahrt der Baronin mit ihren Freundinnen, die sie schon während meiner 'Begutachtung' am ersten Tag hier erwähnt hatte. Sie würde sicher ihren Freundinnen nicht ein oder mehrere halbtot geprügelte 'Tiere' präsentieren wollen...

'Schon wieder falscher Denkansatz... Schlachtross...'

Wenn ihre Freundinnen genau so veranlagt waren wie die Baronin, dann wäre es denen ganz sicher egal, ob wir mit makellosen Körpern oder mit solchen, bei denen die Haut in Fetzen herab hing, vor der Kutsche unterwegs wären...
Brutus stand mittlerweile eingeschirrt rechts neben Blacky als Vorderpferd...- damit war mein Platz vor der Kutsche jetzt auch definiert: Stangenpferd links..., direkt mit dem Rücken vor dem Pferdeknecht! Mir tat mein Rücken schon jetzt leid...

'Schlachtross...- komm her zu mir..."

Nachdem ich bei Petra war, griff sie mir an das Halfter und führte mich zur Rückseite ihres Autos. Wie ich es mir gedacht hatte, der Pferdeknecht kam natürlich mit und ließ uns so keine Sekunde allein.

"Jens, löst du dem Hengst bitte die Fixierung der Vorderhand? Die Frau Baronin hat für ihn ja nach meinem Wissensstand festgelegt, er soll bis auf ihren Widerruf in seinem eigenen Zuggeschirr trainiert werden. So kann ich ihm euer Teil ohne Probleme abnehmen..."

Während der Pferdeknecht mir wohl vorher am liebsten meine Hinterhand zusammen gebunden hätte damit ich nicht auskeilen könne, kassierte er für seinen zaghaften Umgang von der Sattlerin einen bissigen Spruch...

"Der beißt nicht, Pferdeknecht- bei mir in der Sattlerei war er lammfromm!"

'Wusste meine Bekannte etwa schon Bescheid? Nein, eher nicht...- sie wäre sonst mit Jens ganz anders umgesprungen.'

Ihr herablassender Spruch war für mich aber ein Indiz über den Status, den Jens hier auf dem Hof besaß und brachte ihr einen bösen Blick ein. Er war, um in Pferdebegriffen es auszudrücken, der Omega in der Rangordnung und allein das gedeckt werden seines Handelns durch die Baroness im Tausch für sklavische Unterwerfung ließ ihn gefährlich werden...
Nachdem mir Petra in mein gewohntes Zuggeschirr geholfen hatte, wollte der Pferdeknecht sofort wieder meine Vorderhand fesseln, doch sie stoppte ihn mir der Ansage, es wäre für sie leichter, wenn ich mich mit meinen Händen an ihrem Wagen abstützte, damit sie mir meine neuen Hufstiefel überziehen könnte.

"Ich habe die Polsterung im Fußbereich ein paar Millimeter stärker ausgeführt... Er läuft bei euch hier ja ohne weitere Schutz seiner Füße und ihr wollt sicher nicht, dass er sich die Haut in den nächsten Tagen aufreibt und er deswegen ausfällt...
Schlachtross, greif ruhig mal in den Stiefel und überzeug dich selbst..."

Wow- die farblich meinem normal von mir getragenem Latexfell angepassten Stiefel waren etwas schwerer als meine derzeitigen, die sie mir ja auch gefertigt hatte, aber die Qualität und Verarbeitung waren unbeschreiblich. Ich fühlte die Übergänge der einzelnen Lederteile kaum, die Polsterung war exzellent- meine Füße würden es zu danken wissen, auch die Nähte spürte man nur, wenn man mit dem Finger direkt darüber fuhr. Die Sohle schien Gel unterlegt und ich spürte förmlich die Liebe und den Ehrgeiz von Petra, mir das Leben hier mit dieser, ihrer Arbeit ein wenig zu erleichtern.

"Huf!"

Gehorsam hob ich erst den einen, dann den anderen Fuß, während ich in diese Meisterwerke schlüpfen durfte. Von ihr dazu aufgefordert, drehte ich selbstständig je eine Runde in allen drei Gangarten den Weg an der Stallwand hoch und runter.
Was das Aussehen meiner neuen Hufe versprach, hielt der Tragekomfort- nichts drückte, sie lagen perfekt um die Füße und gaben mir den Halt auf dem Untergrund den ich benötigte, um hier meine Kraft auf denselben zu übertragen...
Ich wieherte vor Freude, nachdem ich wieder vor ihr zum Stehen gekommen war!

"Ich hoffe, dich nicht wieder in einigen Tagen erneut in der Sattlerei begrüßen zu müssen, weil es wieder einen 'Unfall' gegeben hat! Viel Spaß jetzt bei deinem Training...
Jens, ich bin fertig mit Schlachtross- du kannst ihn einschirren. Seine alten Stiefel nehme ich mit, das haben die Rittmeisterin und ich so vereinbart... Rechnung wie immer- aber da kümmert sie sich drum!"

Währen der Pferdeknecht mich auf meiner Position vor dem Landauer einschirrte, musste ich gegen den Drang ankämpfen ihn nicht lauthals auszulachen. Petra's 'Botschaft' wegen des 'Unfalls' an Jens war nicht zu überhören...

'Soll er doch nachher zu Mira laufen und sich darüber ausweinen..., da wird ihr es auch noch unter die Nase gerieben!'

Ich jubelte innerlich, als Jens uns mit einem Knallen lassen der Fahrpeitsche das Signal zum anziehen gab...

Den Stall hinter uns lassend, schlugen wir die Route ein, die ich gestern zu Beginn meines Tests mit der Baronin gelaufen bin. Ich rechnete fest, dank meines Verhaltens am Mittag, mit einer sofortigen harten Behandlung aus Schlägen und verbalen Demütigungen durch den Pferdeknecht, doch außer sauber gegebenen Kommandos der Zügel über die Trense in meinem Maul passierte nichts mit mir. Ich stemmte mich natürlich auch in die Zugstränge um keinerlei Anlass für gerechtfertigte Kritik zu geben- vielleicht filmte Jens ja jeden von uns und würde dies als Beleg für unsere 'Unwilligkeit' und 'Faulheit' gegen uns verwenden...
Im nächsten Moment war mir klar, dies war genau so unsinnig wie meine Gedanken vorher auf dem Hof. Wenn hier auf Rosengarten uns Gestütpferde jemand quälen wollte, dann bräuchte er im Nachhinein keinerlei Rechtfertigung dafür! Hier warst du als Pferd nicht Partner sondern Sportgerät mit dem man anstellen konnte was man wollte- so viel 'Wissen' über dieses Hofgut hatte man mir schon in mein Gehirn geprügelt...

"Lion- du faules Vieh! Willst du wohl anfangen zu ziehen! Wenn du zur Seite schauen würdest, könntest du sehen, wie vernünftiges Arbeiten vor der Kutsche auszusehen hat!"

Diesen mehr gefauchten als gesprochenen Worten vom Kutschbock folgte ohne eine Verzögerung das scharfe Knallen der Peitsche auf Lions Rücken- das unwillkürliche Wiehern, was mein Nachbar dabei abgab, brachte ihm etliche weitere Hiebe ein.

"Unnnd...-Trab! Bedanken könnt ihr euch bei eurem stinkend faulem Artgenossen für diese Einlage nachher in der Box..."

Die Schönheit der Umgebung, durch die uns Jens scheuchte, ging mir völlig ab- er befahl, wie von mir erwartete und befürchtet, nach wenigen Metern natürlich den Übergang in den Galopp und wir durften gefühlt einen, eineinhalb Kilometer uns auspowern. Ich schaute nur noch konzentriert auf die Beine von Blacky, der vor mir lief und für mich damit den Takt der meiner Schritte vorgab.
Ein kurzer Blick nach oben- der Weg führte schnurgerade durch den Wald. Jens gab uns hier keinerlei Chance, nach diesem Galopp ein wenig zu Atem zu kommen. Durch ihn wurde diese Gerade zu einem Spielplatz schneller Wechsel zwischen den Gangarten... Dressurschritt folgte überraschend aus dem Trab heraus, unmittelbar danach erneut Galopp, Schritt, Trab- bis der Weg an dem Platz heraus kam, wo mich 'Frau Baronin' dann über die Brücke schicken wollte!
Hier wendete der Pferdeknecht unser Gespann und ohne eine Pause folgte das gleiche Spiel den Weg zurück.
Noch immer war Jens sehr sparsam im Umgang mit der Fahrpeitsche- ich konnte mir keinerlei Reim darauf machen... In den vergangenen Tagen hatte er doch gezeigt, er war genau so sadistisch veranlagt wie seine 'geliebte Baroness', eine faire Würdigung unserer Leistung erwartete ich nicht von ihm. Und doch hatte er außer Lion keinen von uns bisher geschlagen...

"Schritt-Dressur!"

'Hoch das Bein... Links... Rechts... Links... Rechts...'- mein Denken war auf die saubere Ausführung meiner Schritte reduziert.

"Das sieht Scheiße aus! Wenn ihr so morgen mit der Frau Baronin so herumstolpert, dann lässt sie euch die gesamte nächste Woche so laufen...- bis ihr in euren Pferdeschädeln begriffen habt, wie das Gangbild auszusehen hat! Und...Schritt!"

Bevor wir 'Sauhaufen' zurück zum Stall gelenkt wurden, 'durften' wir nach dem Willen des Pferdeknechts während einer Runde im vollen Galopp um die Rennbahn 'über unsere Fehler' nachdenken- mit fliegendem Atem von uns allen kam neben dem Stall endlich das Haltesignal, wo Markus mit einem für uns bestimmten Eimer Wasser auf uns wartete...

'Endlich saufen...- obwohl ich als letzter an der Reihe war, sagte dies nichts über die von Markus vorgenommene Einstufung von uns Hengsten aus. Er hatte einfach mit Lion als Stangenpferd neben mir angefangen und war entgegen dem Uhrzeigersinn vorgegangen...
Unser Kutscher hielt sich in der Zeit sein Smartphone an sein Ohr und sprach mit einer Person...- garantiert 'berichtete' er seiner geliebten Baroness... Wie recht ich mit dieser, doch eher für mich selbst ironisch bestimmten, Vermutung lag, zeigte sich die nächste Minute.

"Herr Pferdetrainer- Baroness Mira möchte euch sprechen!"

Wir schauten alle interessiert zu Markus hinüber, dessen Gesicht immer düsterer wurde. Das könnte nur weitere Schinderei für uns bedeuten...

"Knecht! Du ziehst sofort unsere Stuten und Miu ihre Hufstiefel an und bringst sie rüber in die Reithalle- dazu an deren Halftern die Scheuklappen! Danach will ich von dir diese hier für die Hengste...- Moment, für Schlachtross sein altes Halfter!
Ich schirre hier die Hengste aus- du räumst dann den Landauer in die Remise und bringst ihn für die Ausfahrt der Frau Baronin auf Vordermann..."

Der Pferdetrainer brüllte Jens regelrecht zusammen- allein das Herausstreichen des Rangunterschiedes zwischen ihm und dem Pferdeknecht zeigte, wie sauer Markus wirklich war. Er hatte richtig Schwierigkeiten, nicht in das Telefon zu brüllen, als er die Rittmeisterin über die von Mira verfügte Anweisung in Kenntnis zu setzen, die Reithalle wäre den Rest des Abends für alles Einstellertraining gesperrt. Danach wandte er sich wieder uns Hengsten zu...
Noch bevor er uns auszuschirren begann, bekamen wir in der gleichen Reihenfolge wie beim Tränken von ihm hastig einen Fruchtriegel in unser Maul geschoben.

"Ihr alle werdet ihn sicher gebrauchen können...- ich weiß nicht, wie lange euch die Baroness noch trainieren möchte!"

Diese lapidare Aussage des Pferdetrainers ließ uns alle unbewusst zittern- das war Angst und sie war bei uns Pferden kollektiv...
Markus war mittlerweile bei mir angekommen- und im Unterschied zu den anderen hatte er für mich drei der richtig guten Fruchtriegel in seiner Hand!

"Ein kleiner Ausgleich für deine ausgefallene Fütterung heute Mittag..."

Er hatte es nicht vergessen...- und bekräftigte mit dieser einfachen Geste, er war gewillt, seinen Teil des gegebenen Versprechens mir gegenüber einzuhalten. Ich fühlte mich emotional umarmt! Markus strich mir über den Kopf und begann mich als ersten Hengst auszuschirren. Dabei wischte er wie zufällig über meine Augen, denn diese waren feucht und meine Sicht verschwamm...
Jens war zurück, während der Pferdetrainer mit Brutus das dritte Pferd geschafft hatte. Sofort bekam er die Anweisung von Markus, uns mit den Scheuklappen auszustatten!
Während Jens uns derart 'vorbereitet' einige Minuten später zu Mira in die Halle trieb, beschied er Lion, was uns jetzt erwartete, wäre seiner Leistung während der Ausfahrt geschuldet.

"Wie ihr mit ihm nachher in der Box verfahrt ist mir egal...- wenn ihr dann noch zu irgend etwas in der Lage sein solltet! Und Schlachtross... die Baroness war heute Mittag gnädig mit dir... doch sie vergisst nicht..."

Ich auch nicht...- hatte aber inzwischen richtig Schiss vor dem, was uns alle nun erwartete...


DRACHENLORD

Straftraining...- Reithalle


„Step! Step! Step!“

Mira's Stimme klang schneidend kalt und knallte wie ihre Gerte. Wir Pferde standen in einer Reihe, eines neben dem anderen und trainierten den „Dressurschritt“, wie Mira sich auszudrücken pflegte, da unsere Körperspannung „unter aller Sau“ sei und wir eine „Schande für das Gestüt“ wären.

'Der Rücken hatte kerzengerade zu sein, der Blick ist in 2 Meter Entfernung auf den Boden zu richten. Die Oberarme an die Flanken, die Unterarme waagerecht! Die Knie hoch bis die Oberschenkel parallel zu den Unterarmen sind. Dann nach unten treten und mit dem Vorderhuf zuerst aufsetzten!'- so lautete die Definition des Dressurschritts, die uns Mira gegeben hatte. Dass wir das in perfektem Gleichtakt auszuführen hatten verstand sich von selbst.
Das Klacken des Metronoms war uns nach den zweieinhalb Stunden hier schon in Fleisch und Blut übergegangen...

Als wäre all das noch nicht genug, hatte uns Mira Scheuklappen angelegt, so dass wir einander und sie nicht wirklich sehen konnten.
Sie schlich um uns herum und korrigierte auch noch die kleinste Abweichung mit ihrer Stahlgerte. Die Schläge wurden so geführt, dass sich jedes Mal ein roter Striemen bildete. Jeder und jede von uns hatte mit dieser Bekanntschaft machen müssen, da sie immer etwas zum Korrigieren fand.

Mir lief der Schweiß in die Augen und meine Beine brannten. Mira hatte mir, zusätzlich zu meinen neuen Hufstiefeln, Gewichte um die Fesseln gebunden...- 'um meine Muskulatur zu kräftigen!' wie sie gesagt hatte.
Obwohl ich dank diese Schinderei fast das Ende meiner Kräfte erreicht hatte, riss ich bei jedem Klacken des Metronoms das Bein hoch und stampfte wieder auf, dass die Einstreu in der Reithalle staubte.

KLATSCH!

Kommentarlos hatte Mira mir auf den unteren Rücken geschlagen. Ich zuckte kurz zusammen und spannte meine Rückenmuskulatur stärker an um mich wieder aufzurichten, da klatschte es neben mir.
Am Stöhnen des Pferdes erkannte ich, dass es dieses Mal Lion getroffen hatte. Doch obwohl ich ihn nicht ausstehen konnte, wollte keine Freude über seine Bestrafung aufkommen. Hier waren wir alle gleich und voll und ganz dem Sadismus Miras ausgeliefert.

Mira kam jetzt in mein Blickfeld und hielt das Metronom an. Sie bellte: „Und...Steh!“ Wir traten ein letztes Mal nach unten und standen steif wie die Zinnsoldaten. Mira schlich wieder um uns herum und keiner wagte sich zu entspannen oder tief Luft zu holen. Wehe wir standen nicht perfekt, ihre Gerte würde den kleinsten Fehler finden!
Von irgendwo hinter uns kam ihre Stimme:

"Wenn das alles ist, was ihr könnt, lasse ich euch trainieren bis euch das Wasser im Arsch kocht! Das ist kein Gespann edler Pferde, dass ist eine Rinderherde! Ihr Ackergäule!“

Sie kam wieder in mein Blickfeld und raunzte: „In Liegestütz und 50 saubere für das Gestüt!“

Sofort ließ ich mich gemeinsam mit den anderen in den Liegestütz fallen und wir begannen auf Befehl zu pumpen.

"Und...Pull! Und...Pull!“

Ihre Stimme dröhnte von obenan unseren Ohren. Dass sie mit diesem Befehl meinte, dass ich auf 'Und' nach unten zu gehen hatte und bei 'Pull' mich wieder hoch drücken musste war mir beim ersten Mal nicht klar gewesen, aber etliche Gertenhiebe später und nach einer Extrarunde die mit der Ansage eingeleitet wurde:

„...50 weitere, damit Schlachtross es auch endlich lernt!“,

hatte ich verstanden was sie von mir wollte. Und wehe unsere Körper waren nicht gerade wie ein Brett. Ihre Gerte würde uns unsere Weichheit schon austreiben und dabei einige kräftig rote Striemen auf unseren Ärschen hinterlassen...

Ich pumpte mit brennenden Armen im Takt ihrer Befehle und fragte mich wie viele denn noch kämen als plötzlich neben mir ein Geräusch zu hören war. Mit einem Schluchzen brach eines der Pferde zusammen und konnte sich, trotz sofortiger 'Motivation' Miras, nicht wieder hoch drücken.
Nach zwei oder drei kräftigen Hieben, die dem Pferd nur noch ein Wimmern entlockten ließ sie von ihrem Opfer ab und ich versuchte herauszufinden wer zusammengebrochen war. Ich wagte es nicht aufzublicken, doch da es von rechts gekommen war und meine direkte Nachbarin Steel es nicht war, blieben nur Blacky oder Miu übrig.

'Bitte Miu, halte durch...' dachte ich noch als Mira uns wieder auf die Beine befahl.

Beim Aufstehen blickte ich kurz nach rechts und sah Miu im Sägemehl liegen. Der Anblick seines verweinten Gesichts gab mir einen Stich ins Herz und mein Hass auf Mira wallte auf. Er war - für mich!- letzte Nacht wer weiß wie lang munter geblieben um mir Ruhe zu gönnen und zahlte jetzt den Preis dafür...

Mira stand vor uns und befahl Miu jetzt zu ihr zu kriechen. Als er zitternd vor ihr kniete stellte sie ihm ihren Stiefel auf den Rücken, verlagerte ihr Gewicht auf dieses Bein, so dass sich Mius Rücken durchbog und brüllte:

"Ihr seit ein so verweichlichter Haufen! Na wartet, bis zum Rennen habe ich euch in Form gebracht, dass ihr ein Gespann abgebt, auf das Rosengarten stolz sein kann!“

Sie stellte ihren Fuß wieder auf den Boden, gab Miu jetzt einen Tritt in die Flanke, der ihn aufstöhnen ließ und fuhr fort:

"Nicht mal 50 saubere Liegestütz schafft ihr! Ihr Weicheier! Entweder findet sich einer von euch bereit, die fehlenden 12 von diesem Fohlen hier zu übernehmen oder ich zähle sie mit meiner Gerte auf seinem Arsch mit, während ihr die Übung zu Ende bringt!“

Ich sah wie Miu zusammenzuckte und Tränen über seine Wange liefen. Wie in Trance machte ich einen Schritt nach vorn und blickte Mira direkt an, sagte aber nichts.

„Ah unser Held!“ höhnte sie. „Hast du Angst, dass ich den Arsch deines Lieblings so verstrieme, dass du heute nicht mehr ran kannst?“

Sie lachte laut auf und befahl mir:

"Los runter!“

Ich ließ mich in den Liegestütz fallen und sie sagte zu Miu:

"Willst du deinen Liebhaber nicht ein wenig motivieren? Nachdem Schlachtross deinen Arsch offensichtlich begehrenswert findet, kniest du dich jetzt so vor ihn, dass er das Objekt seiner Begierde direkt vor der Nase hat!“

Miu folgte ihrem Befehl und als er direkt vor mir kniete sah ich wie sein Körper zuckte. Offensichtlich konnte er ein Schluchzen nur mit Mühe zurück halten.
In mir stieg ein Wut auf, wie ich sie lange nicht mehr gespürt hatte. Dieses elende Weib zog ihre Lust daraus uns zu erniedrigen, zu quälen und zu demütigen. Wie gern hätte ich sie für das was sie uns antat zur Rechenschaft gezogen!

Und wieder begann dieses verhasste: „Und...Pull!“ Unten hatte ich die Nase im Dreck. Oben waren meine Augen keine 10 cm von Mius Rosette entfernt. Eins ums andere Mal stemmte ich mich, vor Wut und Hass bebend, hoch und war froh dass Mira nicht mein Gesicht sehen konnte, denn für das was sie da gesehen hätte hätte ich sicher Schläge bekommen.
Nach 12 sauberen Liegestütz, die ich ohne Korrekturschläge abbekommen zu haben absolviert hatte, befahl sie die anderen Pferde auf den Boden und wir mussten unsere Übung zu Ende bringen.

Als wir die Pumperei endlich hinter uns gebracht hatten ließ sie uns antreten und sagte:

„Das war miserabel! Morgen lasse ich euch wieder trainieren und wehe das schaut nicht besser aus! Jetzt noch fünf Runden austraben in der Halle und dann dürft ihr euch in der Box wieder besteigen, ihr notgeiles Pack!“

Wir liefen los und drehten unser Abschwitzunden. Mira nahm sich eine lange Longierpeitsche und machte sich daran uns zum motivieren. Ich achtete darauf, dass Miu, der hinter mir lief, Schritt halten konnte und hoffte er möge durchhalten, da er keuchte wie eine undichte Dampfmaschine.
Da knallte Miras Peitsche auf meine Schulterblätter, gefolgt von einem gebellten:

„Schlachtross schneller! Du brauchst dir deine Kraft nicht für deinen Liebling aufheben!“

Ich wollte nicht anziehen, da Miu nicht würde Schritt halten können und so nahm ich die nächsten zwei Hiebe in Kauf. Zum Glück stolperte Brutus und Mira verlegte ihre Aufmerksamkeit auf ihren eigenen Hengst, so dass ich die Runden ohne weitere Schläge zu Ende laufen konnte.
Als das Training endlich beendet war trieb uns Mira unter weiteren Hieben kommentarlos in die Box. Wir wurden weder getränkt, noch gefüttert oder gereinigt.
Lachend warf sie die schwere Schiebetür ins Schloss während wir uns ins Stroh fallen ließen und versuchten zu Atem zu kommen.
Miu drücke sich, wie um sich zu entschuldigen, an mich und ich nahm ihn fest in die Arme, glücklich darüber, dass Mira, in ihrem Eifer uns zu schinden, vergessen hatte uns wieder einzuschirren.
Da brach es aus Miu heraus und er schluchzte hemmungslos. Ich strich ihm über die Mähne und versuchte ihn zu beruhigen, doch sein Weinkrampf fand kein Ende. Nach einigen Minuten löste er sich von mir und rollte sich weinend im Stroh zusammen.
Da stand Lion auf und ging mit einem halbsteifen Schlauch in Richtung Miu. Ich schnaubte und als Lion mich ansah bedachte ich ihn mit einem Blick der ihm ganz klar sagte, dass es das Letzte auf dieser Welt wäre, was er täte, wenn er Miu auch nur anrührte!
Da wechselte er, wie zufällig, die Richtung und schlug sein Wasser in der Pissecke ab.

Kurz darauf kam Jens und beendete unser Freiheit indem er uns wieder einschirrte. Ich bekam auch eines der gestütseigenen Zuggeschirre verpasst, zur Feier des Tages wurden unsere Vorderhände auch wieder auf dem Rücken fixiert und zusätzlich mit einer Fessel um die Oberarme versehen. Dann schüttete er achtlos unsere Futterration in die Raufe und ließ uns allein.

DRACHENLORD ENDE

Wider Erwarten war die Nacht doch nicht so anstrengend wie nach dem Besuch von Jens zu erwarten gewesen war- Markus hatte noch eine Runde durch den Stall gedreht und bemerkt, wie wir uns 'erholen' sollten. Ohne zu zögern hatte er diesen Zustand geändert und uns die 'normale' Fixierung der Vorderhand an den Hüften angelegt. Dabei war seinem undeutlichen Gemurmel zu entnehmen, wir wären sicher nicht fit genug für eine anstehende Ausfahrt mit der Baronin wenn wir so die Nacht verbringen müssten- und mit dem Versprechen einer üppigeren Mahlzeit für den nächsten Morgen hatten wir endlich Ruhe gehabt.
Meine Gedanken kreisten noch eine Weile um das aufgeschnappte Gemurmel von Markus- war die Ankündigung von Mira vielleicht nur eine leere Drohung gewesen? Ich konnte es nur hoffen- und schlief an Miu gekuschelt endlich ein...
6. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 22.01.21 14:23

Bitte nicht wundern- aufgrund der Größe des Kapitels wurde dieses von mir geteilt und der andere Teil folgt im Laufe der Woche, so daß es regulär mit dem nächsten Tag dann ganz normal in einer Woche weitergeht.
Jetzt aber (die erste Hälfte) des nächsten Kapitels...



Tag 08, Sonntag- Woche eins (Part 1)



Der Pferdetrainer hielt sein Wort-wir wurden von ihm gesäubert und nachdem er unser Futter in die Raufe geschüttet hatte, streute er als 'Topping' noch mehrere handvoll Rosinen und Nüsse darüber. Damit wohl jeder von uns seinen Anteil davon bekam, überwachte er so wie gestern unser Frühstück- dieses Mal fraß zuerst Brutus als unser Leithengst, dann wurden Miu und ich an die Raufe gelassen und zum Schluss durften Lion und Blacky. Deren Blicke waren mir in diesem Moment egal- auch wenn sie eindeutig sagten, eine weitere Konfrontation würde unumgänglich stattfinden...
Nach dem Futter wurden von ihm die Führzügel in unsere Halfter eingehangen und Markus zog uns hinter sich her aus dem Stall in Richtung einer der Koppeln. Dort angekommen band er uns am Pfosten des Tores zur Koppel fest, öffnete dies einen Spalt und begann uns Hengste, mit Brutus als Leittier, einzeln auf diese zu führen und frei zu lassen. Blacky, Lion und Miu- als ich an der Reihe gewesen wäre, schloss der Pferdetrainer das Gatter, band mich los und zog mich mit einigen Worten der Aufforderung hinter sich her. Ich war jetzt knapp eine Woche hier auf Rosengarten und hatte gehofft, zumindest am heutigen Sonntag ein wenig Ruhe zu finden- aber ich als Pferd schien hier kein Anrecht auf etwas Erholung zu haben...

"Schlachtross- zieh nicht so ein Gesicht... Die Baroness war mit der von dir gebotenen Performance bei ihrem 'Training' gestern Abend nicht zufrieden- und allein ihre Vorliebe an Sonntagen früh auszuschlafen hat dich um ein Einzeltraining mit ihr gebracht. Ich habe dir etwas versprochen... und ich denke auch, dir ist es lieber, wenn ich mit dir trainiere...- die Rittmeisterin meint, dir würde es sicher nicht schaden..."

Markus war stehengeblieben und schaute mich direkt an:

"Sie war nach dem ersten Training mit dir sogar der Meinung, du wärst aufgrund der von dir bei ihr gezeigten Leistung überbewertet- im Gegensatz zu meiner Meinung über dich. Sie legt härtere Maßstäbe an wie du sicher schon gemerkt hast... Deine physische Leistung ist von ihr übrigens als sehr gut eingeschätzt worden- aber du bist ihr 'zu wenig Pferd'...
Was ihr als Ponyspace bezeichnet- das völlige Aufgeben des menschlichen Seins und das permanent Agieren als Pferd auch im Unterbewusstsein- dies ist der von der Baronin hier verlangte Standart. Ich kann diesem von ihr hier mit den Gestütpferden praktiziertem Konzept nicht wirklich widersprechen, denn es zeigt- richtig angewendet- durchaus vorzeigbare Ergebnisse...
Du musst daher hier so schnell wie nur irgend möglich lernen, dich bewusst in diesen Zustand zu versetzen- denn nur so wirst du die Zeit hier ohne bleibende Schäden überstehen können! Mira hat es auf dich abgesehen, aber das hast du ja schon mitbekommen. Glaube mir, wenn du als Pferd agierst- so wie ich es dir gerade erklärt habe- wirst du es leichter haben. Du schaffst es dann, die Anforderungen an dich besser zu ertragen...
Daher werden die Rittmeisterin und ich die nächste Woche bevorzugt mit dir Einheiten trainieren, die dir dabei helfen werden- Boden- und Zügelarbeit! Wenn wir dann der Meinung sind, du hast es verinnerlicht und reagierst instinktiv auf die Zügelkommandos, dann geht es kombiniert mit dem Leistungsaufbau bis zum Rennen weiter. Ich hoffe nur, die beiden Baroness funken uns da nicht allzu sehr dazwischen. Vor allen Schikanen kann ich dich nicht schützen..."

Seine Worte gaben mir zu denken, während ich wieder hinter ihm her trabte. War ich wirklich 'nur' ein- zugegebenermaßen gut durchtrainiertes- 'Freizeitpferd'? Ich legte tatsächlich sehr großen Wert auf meine Unabhängigkeit, meine Jockeys hatten mir diese aber als Hengst auch immer gelassen. Unabhängigkeit im Denken gegen Willigkeit und Leistungsbereitschaft...
Hier auf Rosengarten war alles anders- hier funktionierte die bisherige Partnerschaft zwischen Jockey und Pferd nicht. Hier galt totale Unterwerfung- und es war dieser Anspruch, der mir und vielen anderen Pferden dieses Gestüt zuwider machte...

Markus hatte mittlerweile mit mir das Dressurareal im Innenbereich der 1000-Meter Bahn erreicht. Diverse Pylonen und Stangen waren bereits als Hindernisse darauf vorbereitet und neben der Anlage stand ein Rennsulky bereit. Der Pferdetrainer führte mich in eine Ecke die frei von Hindernissen war und tauschte die Führzügel gegen eine Longierleine ein- ich sollte mich erst ein wenig warm laufen. Als Hilfsmittel hielt er sich aber eine Fahrpeitsche in seiner linken Hand- 'richtig' damit umgegangen würde er mir damit auch Schmerzen zufügen können...

"Versuch nicht auf meine einzelnen Kommandos zu hören- höre auf den Klang meiner Stimme. Nur wenn ich 'Runter!' sage, dann will ich sofort von dir zehn saubere Liegestütz sehen- dann hast du aber auch nicht zu meiner Zufriedenheit gearbeitet. Klar?"

Stumm nickte ich ihm zu- und mit einem 'Hü!' setzte ich mich in Bewegung. Die erste Runde Schritt, dann mehrere Runden Trab- und dann kam spätestens nach jeder weiteren halben Runde ein Richtungs- oder Gangartwechsel. Ich merkte sofort, mein Trainer legte weniger Wert auf Geschwindigkeit als auf eine saubere Ausführung seiner Kommandos. Trotzdem bekam ich einen leichten Hieb von ihm mit der Aufforderung nicht einzuschlafen.
Es dauerte auch nicht lange bis ich zum ersten Mal 'runter' durfte- ich merkte selbst, ich versuchte immer noch, erst die Anweisungen zu analysieren und dann bewusst zu reagieren... Nach der vierten Aufforderung von ihm versuchte ich es mit geschlossenen Augen und vom Gefühl her wurden die Abstände zwischen den Liegestützen länger.
Markus schien mich genau zu beobachten- irgendwann kam die Aufforderung an mich stehenzubleiben. Ich glaubte ein wenig Ärger schwang in seiner Stimme mit, doch zu meiner Überraschung legte er mir eine Augenbinde an- er meinte, damit würde ich wohl besser zurecht kommen. Mir gelang es nach einigen weiteren Runden mich fallen zu lassen und nach einer für mich unbestimmten Zeit reagierte ich tatsächlich nicht mehr auf die einzelnen Kommandos sondern wie gewünscht allein auf seine Stimme. Nach einigen Minuten schien mein Trainer auch zufrieden- ich durfte anhalten und bekam neben seinem Lob auch etwas zu trinken und zwei Handvoll Nüsse aus seinem Gürtelbeutel...

"Gut gemacht Schlachtross- du kannst doch wenn du es wirklich willst. Ich denke, wir lassen jetzt die Augenbinde weg, du kannst aber blind laufen, um wieder den Zustand von gerade eben zu erreichen. Wenn du dir dann sicher bist, versuche deine Augen einfach wieder zu öffnen...
Noch eine kleine Hilfe für dich- mir ist klar, die Liegestütze als 'Korrektur' reißen dich ziemlich sicher jedes Mal aus deinem 'Pferdesein'...- stimmt's?"

Da er mir die Augenbinde wieder abgenommen hatte und sich unsere Blicke begegneten, nickte ich langsam. Ich wusste nicht, worauf er mit dieser Frage hinaus wollte...

"Neben dem körperlichen Ausgleich zu dem überwiegend auf die Beinmuskulatur ausgerichteten Training für euch Pferde dienen sie auch als mentale Trainingshilfe. Ja, wir legen es damit an, euch aus dem Ponyspace zu holen- und ihr sollt so weit psychisch fit gemacht werden oder bereits sein, danach SOFORT wieder in denselben wechseln zu können. Du sollst nicht Pferd spielen, du bist hier auf Rosengarten ein Pferd- und die Rittmeisterin und ich werden dir helfen, dies möglichst schnell zu erlernen.
Eigentlich wollten wir schon vor drei Tagen damit systematisch beginnen- aber da hat Jens mit deiner Vergewaltigung dazwischen gefunkt und uns war es wichtiger, dich erst mental wieder aufzubauen..."

Mit diesen Worten legte er mir die langen Zügel an und wir begannen den zweiten Teil des Trainings. Erneut steigerte Markus die Abfolge seiner Kommandos schnell und obwohl ich es wirklich nicht darauf anlegte, war ich in den ersten paar Minuten wieder zwei Mal damit beschäftigt, die geforderten zehn Liegestütz ihm darzubieten. Vielleicht merkte Markus dadurch, er war es ein wenig zu schnell angegangen- mir kam es so vor, als würden die Abstände zwischen seinen Kommandos länger und so baute er mir die Brücke, über die ich es in dem von ihm angestrebten Zustand schaffte. Seine Zügelsignale wurden von Mal zu Mal feiner- trotz allem filterte ich sie mit geschlossenen Augen immer besser aus den mit meiner Bewegung verbundenen ruckeln in meinem Maul heraus. Den Übergang vom Langzügel zum Eingespannt werden und der darauffolgenden Arbeit mit dem Sulky im vorbereiteten Parcours bekam ich nur halb mit- ich war nur überrascht, wie schnell dieser Teil des Trainings vorüber war.
Der Pferdetrainer schaute mich zufrieden an.

"Schlachtross- ich denke, wir werden mindestens eine Einheit die nächste Woche so mit dir trainieren. Du hast es jetzt geschafft dich derart fallen zu lassen- ich bin mir sicher, auch meine Chefin wäre zufrieden mit dem, was du gezeigt hast. Wir haben noch zwanzig Minuten bis zum Ende der Einheit- du wirst jetzt einfach noch zwei Runden hier auf der Bahn im Schritt auslaufen, danach wirst du mit Brutus, Blacky und Lion zusammen an der Ausfahrt der Baronin als Zugpferd teilnehmen. Du läufst hinten links- sie wird dich erneut beobachten. Versuche dich wie jetzt in diesen Zustand zu versetzen und es dürfte zu ihrer Zufriedenheit ablaufen...
Nutze die Zeit jetzt während der beiden Runden und entspanne ein wenig..."

Mit dieser finalen Ansprache schickte Markus mich los und ich genoss jeden Schritt, den ich hier ohne gehetzt zu werden laufen durfte. Viel zu schnell war dieser Moment der Ruhe vorüber und der Pferdetrainer führte mich zur Koppel, wo Markus alle anderen Hengste abholte und gemeinsam mit mir zum Gestütshof zurück brachte, wo Jens neben der bereitgestellten Kutsche stand...

Der Pferdetrainer übergab uns alle außer Miu an Jens und verzog sich dann mit meinem einzigen wirklichen Freund hier in Richtung der Reithalle, während wir vom Pferdeknecht in der gleichen Anschirrung wie gestern vor dem Landauer unsere Plätze einnahmen. Ohne große Eile begann er mit Lion und mir als Stangenpferde, dann folgte Blacky und zum Schluss Brutus, der dieses Mal aber vor mir eingeschirrt wurde. Keinen Reim könnte ich mir aber auf das noch übrige Paar Ortscheide und die Ketten machen, die anscheinend überzählig waren.

"Glotz nicht so du Gaul!"

Dieser Anraunzer des Knechtes dämpfte meine Neugier- aber der befürchtete Schlag mit der Fahrpeitsche für mich blieb aus. Statt dessen ging Jens noch einmal mit einer Bürste über seine Stiefel und entfernte sogar danach mit einem Lappen den Staub von diesen. Er hübsche sich regelrecht auf- eine Weste und eine Schirmmütze gaben ihm ein regelrecht gediegenes Aussehen.
Mich erinnerte seine Aufmachung in gewisser Art an Filme, die auf Gutshöfen angesiedelt waren- dazu passte ganz sicher das Selbstverständnis der Besitzerin dieses Gestüts... Würde sie ansonsten nicht so großen Wert auf die Bezeichnung Baronin legen? Was das 'Lady' bei Bea für die Kunden an Distanz schuf- hier war es in das Extrem überzeichnet! Dieses ganze aristokratische Gehabe war so lächerlich in meinen Augen- bei Amalie hatte ich noch Respekt für die Leistung, dieses Hofgut fast aus dem Nichts aufgebaut zu haben, doch ihre Töchter? Außer ihrem Sadismus zu frönen hatten die ganz sicher nur sich auf Mama's Lorbeeren ausgeruht...

Es war nicht nur das in 'Hab Acht'-Stellung verfallen des Pferdeknechtes- Brutus vor mir schien es sogar einige Sekunden vor mir gefühlt zu haben. Auch ich straffte meine Haltung und so boten wir für die Baronin und deren Gäste bei ihrem Erscheinen den von ihr gewünschten Anblick. In ihrem Gefolge befanden sich drei weitere Damen- zwei von ihnen führten je einen in Latex und Lycra 'verpackten' Hengst mit sich. Beide 'Tiere' trugen die vom Hofgut hier vorgehaltenen Masken und waren zusätzlich mit blauen Armbändern ausgestattet. Die Baronin scherzte mit diesen beiden Gästen und ich vernahm die Vornamen dieser Pferdebesitzerinnen: Miriam und Katrin. Ich versuchte trotzdem, mich in meinen Ponyspace zu flüchten- was ging es mich an, wer die beiden waren und was sie miteinander besprachen...
Die dritte Dame war komplett in schwarzes Leder gekleidet, zog an einer Hundeleine eine Person hinter sich her die in Dienstmädchenkleidung der Kaiserzeit gesteckt worden war und zwei Picknickkörbe trug. Zu unserer Freude erteilte die Baronin dem Pferdeknecht die Anweisung, beide Pferde zusätzlich vor uns vier Hengsten noch einzuschirren- damit klärte sich für mich auch die Vorhaltung der von mir gesehenen Ketten und Ortscheide.

'Wenn die beiden Hengste nicht nur als Show mitlaufen sondern auch noch etwas ziehen, dann kann dies ein ruhiger Tag werden...'

Ich war mir sicher, meine drei Boxengefährten teilten diesen Gedanken. Währenddessen hatten die Damen wohl in der Kutsche Platz genommen und nachdem auch Jens offenbar auf dem Kutschbock saß und mit einem Zug an den Zügeln überprüft hatte, daß seine Kommando's auch bei uns ankamen, meldete er der Gesellschaft, wir wären bereit zur Ausfahrt.

'Der hat gut reden- er muss ja nicht laufen...'

Da der Landauer nur vier Plätze bot, würde das 'Dienstmädchen' wohl nebenher laufen dürfen- wenn die 'Gesellschaft' es nicht rennen sehen wollte, würden wir die Ausfahrt sicher im Schritt zurück legen dürfen. Das war zwar schlechter als ein Weidegang, aber nicht so anstrengend wie von Mira gescheucht zu werden...

"Vooor...wärts!"

Mira hatte es uns allen bei Ihrem Training gestern eingebläut, was hier bei diesem Kommando von uns erwartet wurde- im Gleichschritt zogen wir auf dem linken Huf beginnend an und ich starrte einfach nur auf die Schenkel von Brutus und hob meine Beine im gleichen Takt wie er. Derart im Gleichschritt lenkte uns Jens in Richtung der Rennbahn und von dort weiter in das dahinter befindliche Waldgelände...


Mira war unzufrieden- die Charity- Ausfahrt ihrer Mutter hatte sie der Möglichkeit beraubt, ihrem Hengst Brutus ein Training mit vollem Körpereinsatz abzuverlangen. Da auch Schlachtross in diesen 'Schwachsinn'- wie sie diesen Ausflug der Damen für sich selbst einstufte- involviert war, hatte sie sich aus lauter Frust ein wenig mit Kara vergnügt, aber selbst mit Peitscheneinsatz als Motivationshilfe war es nicht das gleiche gewesen... Markus hatte ihr leider Miu vor der Nase weggeschnappt und damit gedroht, wenn sie sein Training mit ihm 'sabotieren' würde, hätte er keine Hemmung, ihre kleinen Geheimnisse ihrer Mutter zu stecken- wie gern hätte sie ihn für diese Frechheit in ihrem privaten Spielzimmer auf Linie gebracht, aber das war ihr unmöglich. Der Pferdetrainer hatte ihr vor einiger Zeit sehr deutlich die möglichen Konsequenzen eines solchen Vorgehens gegen ihn vor Augen geführt...
Die Stute war leider nicht so leistungsfähig wie es sich die Baroness wünschte- wie gern hätte sie ihren Hengst bis zur Erschöpfung über ihren Hinderniskurs gehetzt. Ja- der Tag war ja noch nicht vorüber und ihre Idee, die sie gerade hatte, war wirklich gut... Sie würde Brutus UND Schlachtross nach ihrer Rückkehr auf der Bahn gegeneinander antreten lassen- bis einer von den beiden zusammenbrechen würde! Als Anreiz würde der Sieger morgen die Ration des Verlierers als Preis bekommen und sie würde es auch noch als Ausdauertraining der Rittmeisterin und dem Arsch von Pferdetrainer gegenüber verkaufen können- wenn es da überhaupt eine Beschwerde geben würde... Dieser Gedanke, der ihr schon unmittelbar nach dem ersten 'Test' von Schlachtross gekommen war, zauberte ihr ein Lächeln in das Gesicht und sie freute sich auf die Rückkehr ihrer Mutter...


Schlachtross freute sich den Hof zu sehen- die Ausfahrt war nicht wirklich anstrengend gewesen und da von Seiten der Baronin keine irgendgeartete Missbilligung seiner Arbeit erfolgt war, stand jetzt sicher Futter und eventuell danach ein Weidegang an. Mit seiner Arbeit im Gespann hatte er sich eingefügt, das 'neue' Zuggeschirr scheuerte nicht auf den Striemen, die Mira ihm vor einigen Tagen zugefügt hatte und die glücklicherweise am Verheilen waren. Nach dem Haltesignal der Baronin stiegen sie und ihre Gäste sich unterhaltend ab- aber keinerlei Dank von irgendjemand an die Pferde für ihre gezeigte Leistung, wie Schlachtross es von Bea's Gestüt her gewohnt war. Hier war Rosengarten und da liefen viele Dinge anders...
Einzig der Fakt, daß nicht Markus sondern Jens das Ausspannen erledigte, sorgte für ein Unbehagen. Blacky und Lion waren von diesem Schinder bereits außer Sicht gebracht worden und Schlachtross hoffte, seine gewonnene Auseinandersetzung mit Lion würde dafür sorgen, heute Nacht mit Miu Ruhe zu haben. Es war auch ein Signal an Blacky gewesen- lass mich in Ruhe, ich habe begriffen, wie die Regeln in der Box sind und ich werde sie auch gegen dich anwenden! Ob dies bei dem Rappen so auch angekommen war stand auf einem anderen Blatt...
'Dies war aber nicht der Weg in die Box...' realisierte Schlachtross, während er gemeinsam mit Brutus hinter dem Pferdeknecht hertrottete. Sein Unbehagen verwandelte sich in Angst, nachdem er erkannte, wo Jens sie hinführte und wer sie sicher dort am Ziel ihres Weges erwartete- die Hindernisbahn, wo Mira ihn vor einigen Tagen geschunden hatte und sie auch jetzt mit einem sardonischen Lächeln bei ihrem Eintreffen stand. Mit der ihr eigenen falschen Freundlichkeit übernahm sie von dem Knecht die Zügel der beiden Hengste; befahl ihm, Schlachtross und Brutus von ihren Geschirren und Hufstiefeln zu befreien und schickte ihn danach zurück, die Kutsche und alle anderen mit dem Ausflug ihrer Mutter noch anstehenden Arbeiten zu erledigen.
Wortlos betrachtete sie sinnierend die nackten Körper der beiden und verglich sie so nebeneinander stehend; ihr Hengst dunkler, größer...- ihr 'Gast' hier auf dem Gestüt; ein wenig kleiner, muskulöser und- dies musste sie bei aller Antipathie anerkennen- austrainierter. Im Geist ging sie noch einmal die Grundidee ihres Planes durch und fand keinen Fehler- es war ein Ausdauertraining auf ihrem Lieblingsparcours bei dem sie sich einfach zurücklehnen und ansehen würde, wie die beiden sich gegenseitig bis zur totalen Erschöpfung fertig machten...

"Brutus- steh!"

Mit diesem Kommando sorgte sie dafür, daß der Hengst an dem von ihr angedachten Startpunkt erstarrte und sie ihm die Zügel von dem Dauerhalfter entfernen konnte. Danach griff sie ihm einfach in sein Gesicht und drückte die Kiefer auseinander damit sie die Gummitrense ihm zwischen die Zähne schieben und danach befestigen konnte. Zum Abschluss verband sie ihm die Vorderhand mit Handschellen auf dem Rücken. Mit diesem Bild zufrieden blickte sie auf das vor ihrem Hengst liegende erste Hindernis- die Slalomstrecke wäre als Einstieg für ihn nicht zu schwierig. Einen kleinen Vorteil wollte sie ihm schon gönnen gegenüber dem ihr mehr als verhassten Vieh von Bea...
Ein Ruck des Zügels machte Schlachtross klar der Baroness zu folgen, auch wenn er ahnte, dies würde eine Art Test sein, dessen Sinn und der darin verborgene Sadismus ihm sich noch offenbaren würden. Mira führte ihn zu den Schrittsteinen, bereitete ihn in der gleichen Art und Weise wie Brutus vor und baute sich danach vor ihm auf.

"Ich sehe, du hast begriffen, es ist besser, meinen Wünschen zu folgen- und ich kann dir versichern, du fährst besser damit! Mich interessiert aber vor allem, wer von euch beiden die größere Ausdauer und den stärkeren Willen in Feld führen kann. Du bist ja nichts weiter als ein Gaul, der vielleicht nur dank eines Fahrfehlers seiner Jockey gegen meinen Hengst sich durchsetzen konnte. Beweise mir, daß es nicht so war- ich biete dir die Chance dazu! Ihr beide werdet solange gegeneinander laufen, bis der eine den anderen eingeholt hat. Du hast die Hindernisse dieser Trainingsstrecke bereits kennengelernt und sei versichert- sie wurde in Zusammenarbeit mit meiner Schwester entworfen um euch Pferde allseitig zu fordern... Gegenüber deinem ersten Test hier vor einigen Tagen gibt es ein paar kleine Änderungen im Ablauf.
Ihr beiden habt für jede Runde mehr Zeit als bei dem letzten Test- da wollte ich sehen, wie deine Schnellkraft auf kurzer Distanz ausgeprägt ist. Ich räume euch jetzt pro Runde vier Minuten ein- dies sollte dich aber nicht dazu verleiten zu bummeln. Mein Hengst Brutus ist gut und ausdauernd, er will dich einholen- sonst hat er ein Problem mit mir- und wenn ihr beide meine vorgegebene Rundenzeit überschreitet wird meine Peitsche als Motivation für euch zum Einsatz kommen..."

Ihre so mit einer Leichtigkeit dahergegangen Worte jagten mir einen Horrorschauer über den Rücken und ich merkte, wie sich wider meinem Willen am ganzen Körper eine Gänsehaut bildete. Mira blieb meine offensichtliche Angst nicht verborgen- sie schien diese regelrecht zu genießen- und unbewusst animierte ich sie damit zur Preisgabe weiterer Informationen, da sie sich in der überlegenen Position dieses Machtverhältnisses sonnen konnte.

"Ein kleiner Anreiz für dich könnte ja das Wissen um den Preis dieses Rennens sein..."

Bei diesen Worten schaute ich ihr direkt in ihr Gesicht, was mit dem Griff nach der Peitsche beantwortet wurde. Daher senkte ich sofort wieder den Blick und entgegen aller Erwartung strich sie mir über meinen Hinterkopf.

"Du bist ein schlauer Hengst- du hättest das Zeug zum Leithengst in der Box... Der Sieger bekommt morgen die Futterration des Verlierers- ist doch ein netter Anreiz. Du siehst, ich bin fair zu dir... Wenn du aber der Meinung sein solltest, am Start oder während der ersten Runden einfach stehen zu bleiben, dich von Brutus einholen zu lassen und im Tausch gegen etwas Hunger dir die Anstrengung dieses Trainings zu ersparen- dann hast du dich getäuscht! Mit so einer Handlung würdest du dich als Gast für eine Nacht in meinem Spielzimmer qualifizieren- und es wäre mir eine Ehre, dich darin zu begrüßen!"

Ihre Augen drückten in diesem Moment hemmungslosen Sadismus aus- und den unbedingten Wunsch mich in diesem ominösen Raum nach Herzenslust quälen zu können. Mir schossen mehrere Dutzend Fragen durch den Kopf, aber auf das Angebot, diesen Raum kennenzulernen würde ich unter allen Umständen verzichten wollen...

Ein Peitschenknallen neben mir riss mich aus meinen Gedanken- ich spürte durch Mira's Mordinstrument hochgewirbelten Sand an meiner rechten Fessel auftreffen und sprintete spontan los; nur um aus ihrer Reichweite zu kommen. Da kein Rückruf erfolgte, wagte ich einen Blick auf Brutus- auch er war losgerannt und zwängte seinen Körper durch den Slalomkurs, während ich beinahe neben den ersten Stein getreten wäre.

'Ging ja gerade noch einmal gut...'

Ich schalt mich innerlich, meine Konzentration auf eine Nebensächlichkeit wie meinen Gegner gelenkt zu haben. Gegner war gut- Brutus war jetzt mein Gegner, würde dies auch während des kommenden Rennens sein- er wäre aber niemals mein Feind!

'Der stand am Rand der Strecke und schaut interessiert zu, wie sich zwei 'Hengste' nach deinem Willen so gegenseitig fertig machen sollten, dass einer körperlich zusammenbricht...'

Mir war klar, der Ausgang dieses Rennens würde nicht körperlich entschieden- hier war Durchhaltewillen gefragt. Mein Wille zum Sieg gegen den von Brutus, bei ihm kam aber noch die inzwischen langjährige Angst dazu, von der Baroness wegen einer Niederlage gegen mich misshandelt zu werden... Ich würde von ihm keine Gnade und kein Mitleid in diesem Rennen erwarten dürfen!

Nach den ersten drei Runden, die jeder von uns ohne zusätzlichen Peitschenhieb hinter sich gebracht hatte, fehlte ich das erste Mal am Sprunghindernis und blieb mit meiner linken Hinterhand hängen. Der Einschlag im Mistbett und der damit verbundene Zeitverlust beim Aufstehen sorgten für einen kleinen Vorteil für Brutus, der an die 40 Meter Boden gut gemacht hatte bevor ich erneut auf die Beine kam und den ersten Peitschenhieb am Ende dieser Runde, der mir über den Rücken schlug und eine Sekunde die Luft zum Atmen nahm. Ein kleiner Trost war es, ich konnte in der folgenden Runde diesen Rückstand zur Hälfte egalisieren und ohne weiteren Peitscheneinsatz beenden. Nach Runde sieben lagen wir wieder gleichauf- hatten aber beide eine 'Motivation' von der Baroness erhalten.
Ich hatte zwar nicht wirklich Zeit darüber nachzudenken- fragte mich aber, wie oft Brutus in seiner Zeit hier auf Rosengarten bereits auf diese oder ähnlich gelagerte Art von Mira gequält worden war und wie er dies bisher durchgehalten hatte ohne darüber wahnsinnig zu werden. Ich hatte Mitleid mit ihm, dieses ging aber definitiv nicht soweit, ihn gewinnen zu lassen. Trotz meiner inzwischen brennenden Muskeln wollte ich gewinnen- mir war es egal, daß dies für meinen Gegner Hunger und Schmerz bedeuten würde. Wenn ich mich nach jetzt zwölf Runden so ausgelaugt fühlte- wie müsste es Brutus daher gehen? In den vergangenen beiden Runden hatte er je einen Peitschenhieb zu spüren bekommen- im Gegensatz zu mir- und ich hatte ein wenig zu ihm aufgeschlossen. Besiegt war er deswegen aber noch lange nicht und ich rechnete mit mindestens zwanzig weiteren Runden, die er allein mit purer Willenskraft durchhalten dürfte- selbst wenn seine Kraftreserven schon längst erschöpft wären.

Da sich mein Blick auf die vor mir liegenden Meter fokussiert hatte, entging mir, wie Brutus am Schreithindernis in einem der Reifen mit seinem Fuß hängenblieb und allein der dumpfe Ton seines Aufschlagens drang als fremdes Geräusch durch meinen inzwischen keuchenden Atem. Ich wagte mich nicht umzuschauen da ich nicht riskieren wollte, in der Slalomstrecke gegen einen der Stämme zu laufen und mir so selbst zusätzliche Schmerzen zuzufügen. Erst nachdem dieses Hindernis hinter mir lag, wagte ich einen suchenden Blick und erkannte zu meiner Freude- ich hatte durch seinen Sturz ein Drittel der Distanz zu Brutus aufgeschlossen! Dieser Fakt wirkte auf mich wie Doping, mein Gegner war noch nicht wieder richtig auf seinen Hufen und so konnte ich noch ein paar weitere Meter aufschließen, ehe Brutus wieder seinen Laufrythmus gefunden hatte. Der Baroness schien diese Entwicklung gar nicht zu gefallen- statt eines Peitschenhiebes hörte ich das zweimalige Auftreffen ihres Mordinstrumentes auf dem Rücken ihres Hengstes und ein Blick auf diesen zeigte zwei sich tiefrot verfärbende Striemen auf seiner dunklen Haut. Meine bisherigen Rennerfahrungen hatten mich gelehrt, nicht den Fehler zu begehen und alles zu versuchen, ihn jetzt einzuholen- dabei würde ich mich selbst nur auspowern und meine noch vorhandenen Kraftreserven verschwenden. Ich zwang mich mein derzeitiges Tempo zu halten- mit diesem lag ich zum Leidwesen von Mira noch unter den von ihr abverlangten vier Minuten pro Runde und bot ihr daher keine Gelegenheit, ihre Peitsche gegen mich anzuwenden. Diese Überlegung war bei näherer Betrachtung eine sehr dünne Hoffnung- da sie jederzeit entscheiden könnte mich zu schlagen- bot mir aber im Moment Trost. Auch glaubte ich, im Laufstil von Brutus eine leicht 'Unwucht' ausgemacht zu haben- hatte er sich bei seinem Sturz vorhin verletzt und begann zu hinken? Wenn dies der Fall sein sollte, wären meine Chancen schlagartig gestiegen; auch wenn ich wegen der Schmerzen, die mein Gegner erlitt, Mitleid mit ihm hatte. Wie groß müsste seine Angst vor der Baroness sein, dies eher in Kauf zu nehmen als sich geschlagen zu geben. Auf dem kurzen Teilstück, wo wir uns gegenseitig kurz taxieren und abschätzen könnten, wie es um den jeweils anderen steht, bestätigte sich meine Vermutung indirekt- der Gesichtsausdruck meines Gegners war angestrengt, aber in seinen Augen war der von ihm unterdrückte Schmerz bei jedem seiner Schritte deutlich zu sehen...


Markus drehte eine Runde um die Weide weil er sichergehen wollte, die beiden Hengste nicht übersehen zu haben, aber einzig Blacky, Lion und Miu befanden sich in dem umzäunten Areal. Weder Brutus noch Schlachtross waren zu sehen- auch in der Hengstbox, wo er vorhin per Zufall vorbeigelaufen war, waren die beiden nicht eingestellt. Seine Frage an Jens, wo sich die beiden befinden würden, waren mit einem abschlägigen Schulterzucken beantwortet worden. Beunruhigt rief er über sein Smartphone seine Vorgesetzte und Partnerin an, aber auch die Rittmeisterin wusste nichts über deren Verbleib. Langsam stieg in ihm die Befürchtung hoch, eine der Baroness' hatte sich die beiden gekrallt und trieb ihre sadistischen Spielchen mit Ihnen. Ein weiterer Anruf in der Klinik bei Natascha schloss aus, dass Augustine die vermissten Hengste in der Mangel hatte- blieb nur Mira als Grund des Verschwindens. Zutiefst beunruhigt überlegte der Pferdetrainer, wo die Baroness mit den beiden zu finden wäre- er hoffte nur, sie hätte sie nicht mit in ihr 'Spielzimmer' genommen und wäre auf der Anlage zugange. Ein weiterer Gang in Stall zeigte ihm, alle Kutschen und Sulkys befanden sich an ihrem Platz- damit war eine Ausfahrt der Baroness mit den Hengsten unwahrscheinlich...
Natürlich- wenn er mit seiner Überlegung richtig lag, müsste er sie auf der privaten Hindernisbahn der Baroness finden! Er hatte nach der ersten Schinderei von Schlachtross vergangenen Mittwoch einen Gesprächsfetzen aufgeschnappt, in dem Jens mit dem Wunsch der Baroness maulfeil hielt, den 'Neuen' bis zum Umfallen gegen ihren Hengst laufen zu lassen. Geistesgegenwärtig griff er nach einer großen Flasche Wasser- die Baroness würde sicher einen Teufel tun und ihren garantiert völlig erschöpften Opfern Flüssigkeit nach ihrer Schinderei zubilligen...

Schon bevor er der Innenraum des abgeschlossenen Areals betrat, hörte er das für Mira typische Geräusch ihrer Peitsche. Allein davon angeekelt schluckte er kurz und öffnete die Tür zum privaten Areal der Baroness.
Das sich ihm bietende Bild war so gesehen nicht neu für ihn- sein Sinn für Fairness begehrte aber jedes Mal gegen die Konstellation auf. Schlachtross hatte sich bis auf 20 Meter an Brutus herangearbeitet- Brutus lahmte deutlich und allein die Angst vor der Bestrafung, die seine Besitzerin ihm angedeihen lassen würde, hielt ihn aufrecht und vom Aufgeben ab. Auf beider Rücken zeichneten sich Striemen ihrer Peitsche ab; aber Schlachtross hatte deutlich weniger abbekommen, was den Pferdetrainer erstaunte. Er zwang sich ruhig neben die Baroness zu treten und eine halbe Runde sich diese Schinderei anzusehen, ehe er das Wort ergriff.

"Baroness haben einen unangekündigten Leistungstest angesetzt? Dies ist ungünstig, da diese beiden auf Wunsch euer Mutter morgen Holz für das Gestüt rücken sollten..."

Der Zeitpunkt der Ansprache war gut gewählt, denn Mira wurde dadurch abgelenkt als Schlachtross die beiden passierte und so um einen Hieb von ihr herumkam. Aber Markus hatte sich mit dieser Aussage weit herausgekehrt- die Baronin hatte zwar gewünscht, dass Schlachtross auch zu den notwendigen Arbeiten für das Gestüt eingespannt würde, aber sein von Markus hier angesprochener Einsatz war so direkt nicht mit ihr abgesprochen...

"Ich sehe, ihr lasst die beiden Pferde gegeneinander laufen- euer Hengst schlägt sich gut und führt..."

Mit kaum beherrschtem Gesicht blaffte die Baroness zurück: "Nein- dieser faule Gaul ist dabei zu verlieren! Das Rennen ist vorüber, wenn er von unserem 'Gast' eingeholt würde...- und das geschieht die nächsten Runden! Ich mag Bea's Scheißgaul nun wirklich nicht, aber ich muss zugeben, er hat mehr Ausdauer wie meiner und ich will, dass die Rittmeisterin und ihr das bis zum Rennen ändert! Sollte es euch nicht gelingen, hat dies Konsequenzen- vor allem für den Hengst, aber auch für euch..."

Markus war durchaus klar, worauf die Baroness anspielte... Um von diesem Thema wegzukommen, heuchelte er Interesse und fragte Mira, wieviele Runden die beiden bereits zurückgelegt hätten und was der Preis für den Sieger wäre. Ihre Antwort versetzte ihm einen neuen Stich- 26 Runden bei einer Vorgabe von vier Minuten. Diese Sadistin hatte die beiden bereits knapp zwei Stunden hier in dieser Hölle in ihren Klauen und die beiden standen immer noch. Der Pferdetrainer war sich sicher- wäre er hier als Tier unterwegs, die Baroness hätte ihn sicher schon totgeprügelt denn so eine Leistung hätte er selbst niemals aus seinem Körper herauspressen können. Das mit dem Futter wäre für ihn einfach zu regeln- er würde schon dafür sorgen, dass Brutus auch morgen etwas zwischen seine Zähne bekommen würde. Auch war ihm klar, wenn er Brutus in diesem Zustand zurück in die Hengstbox schaffen würde, wäre das eine Einladung an Blacky die Machtfrage zu stellen und ihn als Leithengst abzulösen...
Er hasste sich selbst dafür- aber es würde keinen anderen Weg geben. Mit erstaunlich ruhiger Stimme fragte er die Baroness, ob sie die Zeit hätte, im Anschluss auch noch Blacky und Lion auf die gleiche Art zu "prüfen"- was einen ungläubigen Blick von ihr zur Folge hatte. Mira war durchaus bewusst, Markus wollte mit diesem Angebot verhindern, daß sie Brutus für sein Versagen bestrafte- aber kaltschnäuzig ihr die beiden anderen Pferde anzubieten sprach eine Saite in ihr an- sie nickte wortlos und ging auf den Vorschlag ein, während sie Brutus einen weiteren Hieb verabreichte und der Pferdetrainer Jens anrief und ihm befahl, Lion und Blacky vorzubereiten und dann zum Parcours der Baroness zu bringen.


Schlachtross hatte jegliches Zeitgefühl verloren- wieviele Runden er bereits hinter Brutus hergehetzt war, hätte er beim besten Willen nicht sagen können. Einzig mit allen Sinnen auf den Hengst vor ihm konzentriert hatte er die Schläge von Mira irgendwie ausblenden können, die er regelmäßig in den letzten Runden von ihr verabreicht bekommen hatte. Einziger Trost dabei war- Brutus hatte mindestens doppelt so viele einstecken müssen. Sein Verstand hielt ihn mit dem Worten seines Stallknechtes aufrecht- einen weiteren Schlag würde er aushalten und wenn er den Hengst vor sich eingeholt hätte wäre es vorüber...
Schwebebalken, Slalomstrecke, Sprint, Sprunghindernis, Schreithindernis, Trittsteine- Runde um Runde hatte er sich an den Leithengst der Herde heran gekämpft, dessen Hinken inzwischen unübersehbar war und bei Schlachtross jene Kraftreserven freisetzten, die er brauchte um hier überhaupt weiterzumachen. Einzig die Hoffnung, ihm Schritt um Schritt seinen Vorsprung abzunehmen hatte ihn nach den drei Stürzen am Sprunghindernis immer wieder aufstehen lassen- seinem Gegner erging es doch genau so. Brutus hatte bereits vier Mal mit dem Mist hinter dem Hindernis Bekanntschaft gemacht und bei den Trittsteinen war er auch schon im Unterschied zu Schlachtross mehrfach abgerutscht- war die Furcht gegenüber Mira bei ihm derart ausgeprägt und was müsste sie in seiner Zeit hier mit ihm bereits angestellt haben, damit er so kämpfte... Schlachtross schob diese Gedanken mühsam beiseite- sie verursachten Grauen in seinem Kopf und er hoffte inständig, dies während seines Aufenthaltes niemals erfahren zu müssen. Er balancierte mühsam das Gleichgewicht haltend über den Schwebebalken während Brutus vor ihm bereits die Slalomstrecke erreicht hatte und versuchte, ohne großartig mit den Stämmen in Berührung zu kommen, sich da hindurch zu zwängen. Er war fast damit fertig, als Schlachtross den Beginn des Parcours erreichte- mit einem gezielten Anrempeln versetzte Brutus einen der Stämme in Bewegung, was sich dank der Ketten auf alle anderen Stämme übertrug. Er sah keine andere Möglichkeit, noch etwas dagegen zu tun, daß sein Gegner ihn die nächsten Meter einholte...


Markus und Mira beobachteten gemeinsam, wie die beiden Hengste mit ihren letzten Reserven immer noch sich dieses von der Baroness gewünschte Duell lieferten- daher entging ihnen natürlich nicht das Verhalten von Brutus. Mira war von ihrem Hengst dadurch in einer Zwickmühle gebracht; hätte der Pferdetrainer nicht neben ihr gestanden wäre es ihn sicher 'nicht aufgefallen'- so aber musste sie nach einem vernehmlichen Räuspern von Markus handeln. Im Prinzip war es ihr egal, welches der beiden Pferde ihre Peitsche spürte- irgendwie hatte sie sich aber darauf gefreut, Schlachtross erneut züchtigen zu können... Dank der Anwesenheit von Markus war dies aber nicht mehr möglich und Brutus hatte für sein Versagen ihre 'Motivation' mehr als verdient.

"Ich habe es auch gesehen- und werde es berücksichtigen..." war ihr Kommentar auf die wortlos von Markus vorgetragene Anmerkung mit einem Seitenblick.


Mehrfach von den sich bewegenden Stämmen hart getroffen fragte sich Schlachtross, wie er es geschafft hatte, auf seinen Beinen zu bleiben und nicht von diesen zu Boden gerissen zu werden. Vor ihm lag der Sprintabschnitt, den Brutus beendet hatte und mit einem Hechtsprung in den dahinter liegenden Mist krönte. 'Wenn ich jetzt bis an das Sprunghindernis komme, ehe er wieder auf die Hufe kommt- dann habe ich ihn...' Mit diesem Gedanken zwang er sich, wirklich alles aus sich herauszuholen was noch verfügbar war- wenn dies schief ginge, war er am Ende und es wäre egal, ob er dann totgeprügelt würde- Schlachtross konnte nicht mehr.
Was von ihm als unrund aussehender Trab dargeboten wurde war in seinem Empfinden der härteste Gallopp seines Pferdelebens- noch 15 Meter, Brutus war bereits dabei, sich auf ein Knie zu stemmen; 10 Meter, sein Gegner stand fast auf seinen Füßen und hörte wohl bereits sein Keuchen; drei Schritte, zwei, noch einer und Absprung...
Woher die Kraft für seinen Hechtsprung kam- er wusste es später nicht zu sagen- aber mit diesem riss er Brutus von den Füßen und brachte ihn zu Fall...


Mira war wütend über den Ausgang des Rennens, ließ es sich aber genauso wenig wie Markus anmerken- der dankbar war, diese sinnlose, sadistische Schinderei beendet zu sehen. Beide gingen zu den völlig verdreckten im Mist liegenden Hengsten und während Mira ihren Hengst mit einem geblafften "Auf" versuchte auf seine Hinterhand zum Stehen zu bekommen, griff Markus Schlachtross unter die Achseln, zog ihn auf seine Füße hoch und entfernte die in seinem Maul befindliche Trense. Ein dankbarer Blick für diese Geste von Schlachtross bestätigte ihn in seinem Handeln, ehe sich der Hengst wegdrehte und seinen Mageninhalt direkt in Richtung der Baroness von sich gab. Brutus fühlte sich davon offenbar animiert und auch aus ihm brach es heraus, was Mira dazu zwang zur Seite zu springen. Wie von selbst wollte sie zur Peitsche greifen, aber ihr Pferdetrainer fragte sie höflich, ob sie sich deswegen ihre Sachen beschmutzen wolle- was sie zum Innehalten brachte. Wortlos warf sie Markus die Schlüssel für die Handschellen zu, der diese zu sich befahl und den beiden Hengsten sie abnahm. Zuletzt entfernte er bei beiden die verdreckten Dauerhalfter und legte all dies neben dem Sprunghindernis ab.
Jens, der mittlerweile Blacky und Lion herbeigebracht hatte, bekam von ihm die Anweisung, den beiden den Hüftgurt abzunehmen, die Hufstiefel auszuziehen und die Handschellen anzulegen- er könne sich dies natürlich sparen, aber dann würde er nur zusätzliche Arbeit mit der Reinigung sich einhandeln. Die vier Halfter würde Markus morgen selbst kontrollieren- und wie die Konsequenzen aussehen würden, wenn er oder die Baroness unzufrieden wären könne er sich selbst ausrechnen...
Derart eingeschüchtert begann der Pferdeknecht mit der Vorbereitung der beiden Hengste für das nächste 'Rennen' und Markus hatte ein wenig Zeit gewonnen unter der Aufsicht von Mira sich um Schlachtross und Brutus zu kümmern.


Die Öffnung der Wasserflasche an seinen Zähnen spürend könnte es Schlachtross noch gar nicht fassen, im Beisein der Baroness von Markus noch vor ihrem Hengst versorgt zu werden. Selbst ein ungnädiger Blick von Mira hielt den Pferdetrainer nicht davon ab und mit der vorsorglichen Bemerkung, sich zuerst um den Sieger des Rennens kümmern zu wollen, erstickte er jede weitere Bemerkung.

"Langsam Schlachtross, langsam saufen- sonst kotzt du gleich alles wieder heraus..."

Die Worte von Markus verlangsamten das Schlucken nur wenig- daher entzog der Pferdetrainer ihm kurzerhand das Wasser und wartete bis Schlachtross, mit einem bösen Blick, sich voll auf ihn konzentriert hatte.

"Langsam- und lass etwas für Brutus übrig..."

Diese Worte sorgten für aufkommende Schuldgefühle bei Schlachtross- natürlich hatte sein Gegner auch Durst und er war drauf und dran gewesen ihm alles wegzusaufen. Er zwang sich daher, mit dem Wasser in seinem Mund den noch vorhandenen Restgeschmack des Erbrochenen wegzuspülen und spuckte den Rest dann aus. Teilnahmslos schauster er dann zu, wie Brutus von seiner Besitzerin ein wenig Wasser zugestanden wurde- gefolgt von dem Befehl, auf alle viere neben dem Hindernis abzuknien um seine Bestrafung für das 'unfaire Verhalten' an der Slalomstrecke zu empfangen.
Markus schüttete den Rest aus der Wasserflasche über Rücken und Gesäß von Brutus- vorgeblich um ihn ein wenig zu säubern und die Peitsche der Baroness nicht zu schmutzig werden zu lassen dank des an dem Hengst noch anhaftenden Mistes. Auf seine Frage an Brutus, ob dieser bereit für die Hiebe der Baroness sei, erfolgte nur ein müdes Kopfnicken und tief in seinem Innern wünschte er sich, dies wäre nur ein böser Traum, aus dem er irgendwann erwachen dürfte. Aber Mira hatte sich etwas besonderes einfallen lassen um ihre Stellung hier deutlich zu demonstrieren- das Glitzern in ihren Augen war überdeutlich zu sehen als sie Markus aufforderte, die Anzahl der Peitschenhiebe für ihren Leithengst festzulegen...

Wieviel sollte er ihm zumuten- wieviel würde Brutus noch aushalten können? Sein Vorschlag dürfte nicht zu niedrig sein, dann würde die Baroness nicht auf ihn eingehen; aber er wollte dem geschundenen Hengst auch nicht unnötig Schmerz zufügen lassen- 15 Hiebe sollten Mira zufriedenstellen. Er hoffte inständig, sie würde sofort darauf eingehen und er könnte danach die beiden Hengst aus ihrer Reichweite bringen, während sie sich mit den beiden anderen beschäftigte...
Nachdem er die Zahl genannt hatte, drückte die Baroness ihm ihre Peitsche in die Hand und er wusste, sie würde genau hinschauen wie intensiv er zuschlagen würde. Den Widerwillen gegen diese Handlung unter Kontrolle bringend, brachte Markus sich in Position, zielte und schlug zu.

Schlachtross hätte sich am liebsten weggedreht- aber er zwang sich regelrecht, jeden einzelnen Hieb anzusehen. Wenn er wegschauen würde- Mira registrierte dies garantiert und würde es bei passender Gelegenheit ihm heimzahlen. Die Peitschenhiebe von Markus tragen Brutus bevorzugt an jenen Stellen, die von den Hieben der Baroness bisher verschont geblieben waren und konzentrierten sich auf Gesäß und Oberschenkel- jeder einzelne sorgten für ein Aufbäumen und unterdrücktes schmerzverzerrtes Wiehern. Nach dem letzten Hieb schaffte es Brutus sogar noch, auf seine Beine zu kommen und nachdem die Baroness von Markus die Peitsche zurück erhalte hatte, durfte er die Anlage mit den beiden Hengsten verlassen...

Mit jedem Meter, den sie sich von Mira's persönlicher Parcoursstrecke entfernten, wurde das Zittern bei Schlachtross ausgeprägter. Von Markus, der ihre Geschirre und die Hufstiefel trug, aufgefordert, stützte er Brutus und mehr wankend als laufend schafften sie es bis in den Stall, wo im Waschraum beide Pferde vom Trainer mit warmen Wasser gesäubert wurden, ehe er ihnen die Striemen mit Desinfektionsmittel vorsichtig abtupfte und genauestens auf mögliche Risse in der Haut kontrollierte. Sicherheit stand für den Pferdetrainer jetzt ganz oben, denn er wollte nicht, daß auch nur ein Striemen wegen seiner Unachtsamkeit sich entzünden könnte. Erst als er mit seiner Arbeit selbst zufrieden war, befahl er den beiden Hengste im Waschraum zu verbleiben- ließ diesen sogar als Zeichen seines Vertrauens offen, während er ihre Abendrationen vorbereitete. Neben den üblichen Bestandteilen der üppig bemessenen Futtermenge mischte er zwei Handvoll Rosinen und Nüsse und zusätzlich ein paar Käsewürfel unter das Futter, die er seinen 'Tieren' in Futternäpfen wie den Einstellpferden reichte.
Die dankbaren Blicke der beiden beim Fressen und dem späteren Verbringen in die Hengstbox waren für ihn Lohn und Motivation hier weiter durchzuhalten und zu versuchen, die schlimmsten Schikanen der beiden Baroness irgendwie abzufedern...

7. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Darktail am 23.01.21 09:31

Hm Hufstiefel? OK, aber Irgendwie immer ohne schweife?
8. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 23.01.21 12:22

Ja- das ist (leider) eine 'Vorliebe' der Baronin... Sie ist da etwas 'puristisch' veranlagt- aber warte einfach den weiteren Verlauf der Story ab.
9. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 25.01.21 15:42

Wie versprochen- hier der zweite Teil des Sonntages der Woche 1...



Sonntag- Woche eins (Part 2)


Herrenhaus...- später Abend...


DRACHENLORD


Baronin Amalie:

Die Baronin, die Rittmeisterin und Mira saßen gemeinsam im großen Kaminzimmer des Herrenhauses. Es war ein langer Tag gewesen und sie wollten ihn bei einem guten Glas Wein ausklingen lassen. Da sagte die Rittmeisterin plötzlich:

„Was halten Frau Baronin von unserem neuen Hengst? Den Gelassenheits- und den Wesenstest hat er bestanden. Erfüllt das Pferd die Erwartungen, die Madame in es gesetzt haben?“

Die Baronin lies sich in ihren Sessel sinken, nahm einen Schluck Wein und sagte dann gedankenverloren:

"Schwierig, Frau Rittmeisterin, schwierig. Dieses Pferd stellt für mich eine echte Herausforderung dar. Seine Konstitution und sein Können sind tatsächlich über jeden Zweifel erhaben, da hat mir Bea nichts falsches vorgeschwärmt. Aber dass er so stolz,stur und eigensinnig ist hätte ich nicht gedacht.“

Sie seufzte und fuhr fort:

"Wobei auch stur eigentlich das falsche Wort ist. Er ist nicht bockig oder unwillig, es ist vielmehr so, dass er glaubt zu wissen was ich von ihm will und danach handelt. Selbst nach den Ausdauertests am Freitag- und wir haben ihn wirklich an den Rand des Zusammenbruchs getrieben- hat er dies versucht. Er reflektierte meine Befehle und handelte dann nach dem, was ihm als das sinnvollste erschien. Da ist noch kein Automatismus in seinen Handlungen, keine Reflexhaftigkeit. Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt, Frau Rittmeisterin?“

„Ja, Baronin. Ich denke wir liegen da auf einer Linie. Jeder Test, bei dem ich persönlich mit anwesend war, jede mit ihm bisher gearbeitete Einheit von Markus und mir bestätigt ihre Einschätzung. Ich hoffe Ihnen ist die Aussage nicht zu hart, aber meiner Meinung nach ist er noch zu viel Mensch und zu wenig Pferd. Selbst wenn beim Training alles wie geschmiert läuft spüre ich, dass tief in ihm drin etwas ist an das ich nicht heran komme. Ich kann immer nur seine Hülle manipulieren, aber an den Kern seines Selbst komme ich nicht ran. Selbst unter starkem Druck und hoher Beanspruchung hält er stand und öffnet sich nicht.“

Da mischte sich Mira ein:

"Mutter, gib mir das Pferd für ein paar Tage und ich verspreche dir, dass ich diese Auster geknackt bekomme. Jeder hat eine schwache Stelle an der man einen Keil ansetzten kann und voilà...- sein Innerstes liegt vor dir, bereit neu zusammengesetzt zu werden.“

„Mira halte dich bitte zurück. Dieser Hengst ist wie ein Diamant. Wenn du bei ihm einen Keil ansetzt, wie du es ausdrückst, wirst du ihn zerbrechen. So ein Wesen muss man langsam und vorsichtig schleifen um seine wahre Schönheit zum Glänzen zu bringen. Ich sehe viel Potential in ihm, doch bin ich mir nicht sicher wie ich es schaffen soll sein Vertrauen zur Gänze zu erhalten.“

Die Rittmeisterin setzte sich in ihrem Sessel auf und sagte:

"Frau Baronin. Ich glaube nicht, dass es Ihnen gelingt sein volles Vertrauen zu erlangen. Ich habe vorgestern Abend noch ein langes Telefongespräch mit seinem Jockey geführt und sie hat mir das bestätigt was wir auch schon erkannt haben. Er lässt sich trainieren und ausbilden und auf den ersten Blick funktioniert er so perfekt dass die meisten Beobachter neidisch auf sie, obschon dieses Pferdes, sind. Doch sie sagte auch, dass er ihr immer nur seinen Körper überlassen habe. Sein Geist und sein Selbst seien wie hinter einem Panzer verschlossen. Oder wie in einer Auster, wie Sie sich ausdrückten, Baroness Mira.“

Mira setzte ihr Weinglas energisch auf dem Tisch ab und sagte mir unterdrückter Wut in der Stimme:

"Meine Damen! Wir reden hier wie die Psychologen. Doch was wir uns klar machen müssen ist, dass wir immer noch ein Pferd vor uns haben. Wir sind hier ein Gestüt und keine Seelenklinik für neurotische Gäule. Entweder dieser Hengst passt sich uns an oder er muss mit der Konsequenz leben zerbrochen zu werden!"

„Mira“, fiel ihr die Baronin ins Wort. „Ich glaube du hast den Kern unserer Diskussion noch nicht ganz erfasst. Es geht nicht darum, dass dieser Hengst sich uns nicht anpasst. Wenn er entsprechend trainiert ist holen wir mit dem jeden Preis. Sei es beim Rennen oder in der Dressur. Er ist intelligent, willenstark, ausdauernd und hat richtig viel Kraft ohne das Aussehen eines Brauereigauls zu haben.
Diese Kombination findet man selten. Das was uns stört ist, dass er all das nicht für uns einsetzt sondern für sich. Wenn er einen Preis gewinnt freut er sich nicht weil sich sein Jockey oder sein Trainer freut sondern er freut sich über seine Leistung. Das meine ich mit Stolz! Und das ist es was ich ihm austreiben will. Er soll voll und ganz auf uns, die ihn trainieren, fokussiert sein. Sein höchstes und einziges Ziel soll unser Glück sein. Er soll und muss sich selbst für uns aufgeben.“

„Also müssen wir ihn doch brechen und neu zusammensetzten!“, führte Mira den Gedanken der Baronin weiter. „Seinen Stolz zerschlagen bis nichts mehr übrig ist und ihm dann ein neues Selbstbewusstsein von unseren Gnaden geben. Mutter, du weißt es gibt genügend Tricks und Kniffe jeden klein zu bekommen.“

Die Baronin seufzte und sagte:

"Mira, mir ist klar dass man jeden klein bekommt wenn man es darauf anlegt. Das will ich aber nicht! Bei diesem Hengst habe ich das Gefühl dass allein der Versuch gefährlich ist. Entweder wir schaffen es ihn zu brechen. Dann werden wir aber mit Sicherheit auch seinen Lebens- und Leistungswillen mit zerstören. Es wäre eine Schande dieses Potential zu vergeuden, denn für den Metzger ist er definitiv zu schade...- und er ist nicht unser Eigentum! Er ist hier ein Gast...
Oder, und das halte ich für noch gefährlicher, wir brechen ihn nicht vollständig. Es kann gut sein, dass er, wenn der Druck zu hoch ist und wir ihn unfair behandeln, nur noch durch Hass und Rachsucht uns gegenüber aufrecht gehalten wird. Durch seine Intelligenz kann er uns lange genug vorspielen dass er sich gefügt hätte und wenn der richtige Moment gekommen ist reißt er uns mit in den Untergang.
Ich habe weniger Angst vor einem Pferd das randaliert und seine Box zerlegt als vor einem, bei dem ich mir nicht sicher sein kann ob es nicht ständig taxiert wie es meinen Kopf mit seinem Huf treffen muss um mir den Schädel zu spalten.“

Da mischte sich die Rittmeisterin in das Gespräch ein:

"Wenn Frau Baronin es erlauben möchte ich etwas anmerken: Der Wunsch, dass das einzige Lebensziel des Pferdes das Glück von Frau Baronin ist, wird schwer zu erreichen sein. Vor allem bei ihm...
Jedes Lebewesen misst sich mit seinen Artgenossen und legt seinen Platz in der Rangfolge fest. Da machen unsere Pferde keine Ausnahme. Unsere Hengste kämpfen in ihrer Box regelmäßig darum wer der ranghöchste ist. Selbst Schlachtross hat dies mittlerweile begriffen und ist dabei, seinen Platz in der Hengstboxhierarchie zu erkämpfen. Auch beim Rennen taxieren sich die Pferde gegenseitig um zu sehen, wer zu schlagen ist. Aus diesem Grund ist es vollkommen natürlich, dass sich ein Pferd über einen Sieg im Rennen freut.“

„Rittmeisterin, all das ist mir bekannt,“ wandte die Baronin unwirsch ein. „Ob die Hengste in ihrer Box Rangkämpfe ausfechten, miteinander kuscheln oder sich jeden Abend gegenseitig besteigen ist mir egal. Der einzige Grund warum wir sie gemeinsam halten ist, dass wir schlechte Erfahrungen mit der Einzelhaltung gemacht haben. Ich denke ich muss Sie nicht daran erinnern, dass früher viele unserer Gestütpferde irgendwann neurotisch und verhaltensauffällig wurden. Das hat sich durch die gemeinsame Boxenhaltung stark gebessert.
Mir ist auch nicht wichtig, ob sich das Pferd nach einem Rennen oder der Dressur über sein Ergebnis freut, mir ist wichtig, dass der Grund für die Freude des Pferdes meine Freue ist. Ich bin ihr einziger Leitstern, der Grund für ihre Existenz. Aus meiner Hand erhalten sie nicht nur Futter und Lob oder auch ihre gerechte Strafe, sondern auch den Sinn in ihrem Leben. Ohne mich würden sie stumpf dahinexisteren und irgendwann als Seife oder in der Lasagne enden.“

Sie nahm ihr Weinglas, trank den letzten Schluck des schweren Rotweins und sagte:

„Mira, Rittmeisterin, ich danke euch für die offene Aussprache. Auch wenn ich mir noch nicht sicher bin wie wir mit Schlachtross weiter verfahren sollen wird sein Training wie gehabt weiter geführt. Er bleibt den Gestütpferden gleichgestellt- Rittmeisterin, holt, was sein Können und seine körperliche Leistungsfähigkeit betrifft, alles aus ihm raus was möglich ist. Ich will, dass er beim Turnier glänzt und das am besten in allen besprochenen Disziplinen. Die anderen Pferdebesitzer, die ihn schon kennen, sollen erstaunt sein auf was für ein Leistungsniveau er durch unser Training gehoben werden konnte und dass sein Potential bei Bea verschwendet war.
Mira, du hälst dich ihm gegenüber zurück. Trainiere ihn, bestrafe ihn- aber nur, wenn er dazu Anlass gibt. Ich möchte nicht, dass du, auf eigene Faust, an ihm herummanipulierst. Mir ist das Risiko irreparabler Schäden eindeutig zu hoch...
Meine Damen, ich wünsche Ihnen einen guten Abend und eine wohlverdiente Nachtruhe!“

Mit diesen Worten entlies die Baronin Mira und die Rittmeisterin, die beide austranken, der Baronin ebenfalls eine gute Nacht wünschten und das Kaminzimmer verließen...

DRACHENLORD ENDE


"Mira- bitte einen Moment noch..."

Die Baroness hörte die Worte ihrer Mutter und hasste sie schon jetzt, denn sie ahnte, es würde etwas mit dem 'Leihgaul' zu tun haben. Während die Rittmeisterin den Gang verschwand, drehte sie sich um, zwang sich zu einem neutralen Gesichtsausdruck und kehrte in das Kaminzimmer zurück, wo ihre Mutter wartete.

"Du ahnst sicher, warum ich dich zurück gerufen habe?"

Während Mira einen auf ahnungslos machte, suchte die Baronin nach Worten, die ihrer Tochter begreiflich machen könnten, ihr Hang zu einer harten Behandlung dieses 'Gastpferdes' wäre kontraproduktiv- und würde sich mit Sicherheit gegen die Interessen ihres Gestütes richten.

"Mir wurde berichtet, du hättest Schlachtross als Willkommen über deine private Hindernisbahn gescheucht und Jens hat ihn auf seine 'eigene' Art am Folgetag gezwungen, seinen Arsch für ihn hinzuhalten..."

Letztere Informationen war für die Baroness auch neu und nach Worten suchend für Ihre Rechtfertigung wollte sie zu einer Erwiderung ansetzen- aber ihre Mutter unterband dies mit einer Handbewegung.

"Ich weiß, die Bahn ist das von dir bevorzugte 'Willkommen' für neue Gestütpferde- SCHLACHTROSS IST ABER KEINES! Er ist geliehen- so wie ich es vorhin schon einmal gesagt habe- und wird nur mit unseren Pferden zusammen trainiert! HAST DU DAS BEGRIFFEN?"

Auf so einen Ausbruch ihrer Mutter war Mira nicht gefasst gewesen und so zog sie es in Moment vor defensiv zu agieren- dieser Scheißgaul machte tatsächlich nur Ärger...

"Mutter- er steht nach deinem Wunsch mit bei den Gestütpferden wie du es gerade selbst noch einmal bestätigt hast- also war es für mich natürlich, ihn auf meine Art in seinem Leistungswillen und auf seine Fitness zu überprüfen. Wenn er von der ersten Minute beides mit vollem Einsatz gezeigt hätte, wären meine Motivationshilfen auch nicht zur Anwendung gekommen..."

Ein etwas lahmer Versuch, die Verantwortung für die deutlich sichtbaren Striemen auf Schlachtross abzuwälzen- dies war Mutter und Tochter gemeinsam bewusst.

"Erzähl mir keinen Blödsinn- ich war dabei, wie dieser Hengst- OHNE SCHLÄGE!- aus sich heraus bis an seine körperliche Leistungsgrenze ging! Ich sage es dir hier und jetzt noch einmal in aller Deutlichkeit- ich habe seiner Besitzerin mein Wort gegeben, er würde hier zwar nach unseren Vorgaben trainiert, ABER ER WIRD NICHT MISSHANDELT! Unser Gestüt hat- vor allem dank dir und deiner Schwester- einen nicht besonders guten Ruf, der auf potentielle Kunden nicht gerade einladend wirkt. Du sollst dies alles irgendwann alles erben und fortführen- so wie du aber derzeit agierst, sehe ich dich nicht in der Position, dafür geeignet zu sein..."

Mira schluckte ob dieser offenen Drohung ihrer Mutter, sie als mögliche Nachfolgerin zu übergehen- hier war ihr Erbe in Gefahr!
Um ihre Mutter von diesem für sie heiklen Thema abzulenken erkundigte sie sich, wie die Baronin denn wissen könne, daß ihr 'Gast' von dem Pferdeknecht vergewaltigt worden wäre- Pferde könnten schließlich nicht sprechen...

"Wenn du die Hoffnung hegen solltest, daß Schlachtross aus seinen Agieren als Pferd gefallen wäre- da muss ich dich enttäuschen. Er hat laut Aussage unseres Pferdetrainers ihm nur über Körpersprache klarmachen können das etwas mit ihm angestellt wurde und da dein geliebter Pferdeknecht der letzte war, der mit ihm zu tun hatte, wurde er von Markus so lange bearbeitet, bis er gestand.
Mira- ich bin mir durchaus bewusst, du machst Schlachtross und seine Jockey für deine Niederlage in Felsenstein persönlich verantwortlich... Ich weiß auch, dass der Pferdeknecht dir regelrecht hörig ist und zudem zu blöd um eigenständig zu agieren. Wenn so eine Aktion, egal ob mit oder ohne deine Billigung, mir noch einmal zu Ohren kommt...- mache ich dich persönlich dafür verantwortlich! HAST DU MICH VERSTANDEN?"

Wie diese Verantwortlichkeit aussehen würde, hatte ihre Mutter ja schon klar formuliert; daher nickte Mira diesen Anschiss wortlos ab- verabschiedete sich und wunderte sich nur über die Tatsache, daß von der Baronin ihr heutiger 'Ausdauertest' mit keinem Wort Erwähnung gefunden hatte. Im Hinausgehen begriff sie, der Pferdetrainer hatte mit seinem Angebot, auch Lion und Blacky durch sie prüfen zu lassen ein kapitales Eigentor geschossen- er würde sich nicht wegen der Bevorzugung oder Benachteiligung beschweren können. Wenn doch- sie hatte alle außer Miu den gleichen Bedingungen unterworfen und der Junghengst war allein aufgrund des vorherigen Ausdauertrainings mit dem Pferdetrainer nicht durch sie geprüft worden. Mit der Gewissheit, diesen kleinen Sieg für sich verbuchen zu können, fiel es der Baroness leichter, sich mit dem gerade erlittenen Rückschlag zu arrangieren. Ihr würde schon ein Weg einfallen, es dem Schlachtvieh hier so schwer wie nur irgend möglich zu machen. Bis zum Rennen waren es noch einige Wochen...


Markus:

Völlig außer Atem war Markus sich bewusst- der vor ihm aufragende Längsbalken würde ihn zwingen, seine Flucht vor Mira's Peitsche in einem der flankierenden Gräben zu beenden und dann hätten sie ihn... Er hielt sich nur noch mit purer Willenskraft auf seinen Beinen; schwankte mehr als er lief und er schätzte sich so ein, sein Gleichgewicht dieses Mal nicht mehr halten zu können. Hinter sich wusste er seine Stuten und Hengste, denen die Baroness versprochen hatte, sie könnten ihre angestaute Wut an ihm abreagieren, wenn sie ihn eingeholt hätten und Mira mit ihm fertig wäre- trotzdem versuchte er das unvermeidliche herauszuzögern und stemmte sich auf die Bohle hoch. Ein paar Schritte und seine Befürchtung wurde Gewissheit- ein von ihm aus Schwäche falsch gesetzter Schritt brachte ihn aus dem Gleichgewicht und dank seiner auf dem Rücken gefesselten Hände fiel er ohne sich abfangen zu können in den seitlichen Graben. Ehe er wieder auf den Beinen war, hatten ihn die verfolgenden Pferde umstellt und Mira hob die Peitsche zum ersten Schlag...


Mit einem Schrei reagierte der Pferdetrainer auf die Berührung der Rittmeisterin- er war vor dem PC bei seiner Erstellung der Tagesbeurteilung der ihm anvertrauten Gestüts- und Einstellpferde wohl eingeschlafen und hatte einen üblen Alptraum erlebt. Seine Partnerin war wohl gerade von der Besprechung mit der Baronin und ihrer Tochter zurückgekommen und hatte ihm mit dem Wecken das Schlimmste ersparen können; er stand auf und umschlang sie für mehrere Minuten ohne ein Wort zu sagen. Erst als er sein Zittern soweit unter Kontrolle hatte, daß er damit umgehen konnte, schaute er seiner Partnerin in ihre Augen und fragte sie, wie das Gespräch verlaufen wäre. Ihre Aussagen bezüglich dem weiteren Vorgehen mit Schlachtross kommentierte er mit einem müden Kopfschütteln eher er sie fragte, ob sie seine Nachricht gelesen hätte...

"Markus- was ist los? Du hast vermutlich einen wirklich üblen Alptraum gehabt, bist völlig fertig und alles nur wegen einem uns zeitweise überlassenen Hengst- der sich zudem nur schwer an die hier herrschenden Regeln hält? Ich weiß, du hast, seit er hier ist, einen Narren an ihm gefressen- und auch ich respektiere seinen bisher gezeigten Leistungswillen... Du lässt das ganze doch sonst nicht so nah an dich heran!"

Mit glasigen Augen sah der Pferdetrainer sie an.

"Du hast meine Nachricht nicht gelesen..."

Sie nickte und dadurch bemüßigt fuhr Markus fort...

"Unsere über alles geliebte Baroness hat vorhin Brutus und Schlachtross bis zum körperlichen Zusammenbruch gegeneinander auf Ihrer persönlichen Bahn laufen lassen und das als Ausdauertraining mir gegenüber verkaufen wollen. Schlachtross ist hier, damit wir ihn für das anstehende Rennen trainieren und nicht, damit dieses verzogene Miststück ihn zu Tode hetzt und ihren Hengst noch dazu! Die beiden haben dank den Peitschenhieben der Baroness als Motivation an die dreißig Runden durchgehalten- Brutus lahmte regelrecht die letzten Runden- und die beiden waren von mir morgen für das Holzrücken eingeteilt als Kraftausdauertraining...
Aber weißt du, was mich wirklich belastet? Ich habe, damit Mira ihren Hengst aus lauter Wut über seine Niederlage gegen unseren Gast nicht klinikreif prügelt, ihr ohne Gewissensbisse Lion und Blacky angeboten, damit diese die beiden auf die gleiche Art fertigmachen könne... Ich kann bald nicht mehr... Ich bin Pferdetrainer und kein Sadist! Wenn ich mich nicht für all die hier untergebrachten Pets hier verantwortlich fühlen würde- ich wäre schon längst weg..."

Die Rittmeisterin zog ihren Partner wortlos an sich heran und hielt seine Hände fest in den ihren.

"Du weißt wie ich zu den Pferden stehe- und ich erinnere dich daran was deine Aufgaben hier sind! DU hast dafür zu sorgen, daß sie sich wie Pferde benehmen und auch wie solche behandelt werden! Sie sind Eigentum der Herrschaften hier- aber DEIN Job ist es, sie artgerecht zu trainieren UND damit auch vor den schlimmsten Quälereien zu schützen! Wenn es dafür notwendig ist, daß du um eines aus der Schusslinie zu bekommen, andere in diese schickst- dann hast du richtig gehandelt! Schlachtross ist ein ganz spezieller Fall- da muss ich dir recht geben. Es fällt mir schwer, ihn dank seiner gezeigten Leistung nicht zu mögen- aber er ist auch als Pferd ein Sturkopf. Wenn er nicht bald begreift, sich hier im richtigen Moment unterzuordnen- dann wird es früher oder später eine Machtprobe geben, die er nur verlieren kann...
Was ich dir verspreche- ich bin mittlerweile wirklich von seiner Leistungsbereitschaft überzeugt... und werde, solange ich dies bei ihm weiter erkenne, weder Peitsche noch andere Zwangsmittel bei ihm einsetzen! Das verspreche ich dir! Ich werde auch dafür sorgen, daß weder Mira noch ihr Schoßhündchen Jens ihm dauerhaft Schäden zufügen werden- das Gespräch vorhin bei der Baronin war in der Hinsicht sehr aufschlussreich...
Mira will- aus welchen Gründen auch immer- Schlachtross unbedingt brechen! Das waren ihre eigenen Worte... sie hat diesen Begriff zwei Mal direkt verwendet... Ihre Mutter hat sie dahingehend zwar eingebremst, aber sie wird es immer wieder versuchen. Wir müssen darauf vorbereitet sein...
Ich weiß, unser Gestüt hat weiß Gott nicht den besten Ruf unter den Pferden; aber wir werden für die Ergebnisse, die wir hier erzielen, immer noch hoch geachtet und ich- und auch du- sollten unsere Aufgabe darin sehen, dies auch weiter zu garantieren. Wir haben einen Hebel, mit dem wir arbeiten können- die Baronin hat Lady Bea versprochen, Schlachtross zum Rennen gesund und trainiert an Sie zu übergeben. Ihr Wort und der damit verbundene Ruf geht ihr über alles- lass uns damit arbeiten und wir werden es schaffen, dieses 'spezielle' Pferd zu schützen."

Ihr Blick,mit dem sie ihren Partner bedachte, unterstrichen die Ernsthaftigkeit ihrer Worte und beruhigten den Pferdetrainer. Er umarmte die Rittmeisterin und hauchte ein leises "Danke" in ihr Ohr während sein Blick dank einiger Tränen verschwamm...
10. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 29.01.21 11:11

So- Schlachtross hat die erste Woche auf Rosengarten hinter sich gebracht...- mit einigen 'Blessuren', aber dabei, sich seinen Platz in der Hierarchie der Hengste zu erkämpfen. Lasst euch dabei überraschen, wie sich die zweite Woche für ihn entwickelt...



Rosengarten Woche 2



Tag 09, Montag- Woche zwei



Hengstbox- morgens...


Schlachtross:

"Aufstehen- ihr Hengste..."

'Mannnomann, der Pferdetrainer klingt so wie ich mich fühle...- hat den Mira etwa auch gleich noch fertig gemacht?'

Bei genauerem Hinschauen könnte man diesen Eindruck wirklich gewinnen, Markus sah ehrlich nicht gut aus. Das traf bis auf Miu aber auch auf uns alle zu, ich hatte nicht mehr mitbekommen, wann Blacky und Lion in die Box zurück gebracht wurden...- und von wem. Ich glaubte mir sicher zu sein, selbst wenn Jens uns aus lauter Freude daran nacheinander missbraucht hätte, ich wäre nicht dabei aufgewacht...
Seine Stimme war trotzdem für uns das Signal für das Ende unserer Ruhephase- Brutus sowie meine beiden Feinde stemmten sich gemeinsam mit mir müde auf ihre Hufe.

"Miu, du wirst nachher bei der Rittmeisterin mithelfen, einen 'Grünen' in die Grundlagen des Parcoursfahren einzuweisen...
Lion und Blacky- ihr seid dem Pferdeknecht heute Vormittag zugeteilt. Kutschentraining mit zwei 'Gelben'... Ihr braucht nicht mit den Augen zu rollen..., oder wäre es euch lieber mit den Stuten zu tauschen? Steel darf zu Augustine zum Test und Kara wird zusammen mit einer 'roten' Stute zusammen von Mira trainiert werden... Na also!
Schlachtross, du bist mit Brutus den ganzen Tag bei mir- für euch beide geht es in den Wald... Ihr werdet Stämme ziehen als Kraftausdauertraining...
Und jetzt alle raus mit euch in den RoundPen- bis ich eure Morgenfütterung fertig habe!"

Der Pferdetrainer hielt es offenbar so, im Unterschied zu Jens uns die anstehenden Tagesaufgaben mitzuteilen- auch wenn sich dadurch an den zu erledigenden Arbeiten für uns nichts änderte. Wir hätten diese freiwillig oder mit Zwang zu erfüllen. Markus sah in uns 'Tieren' aber Partner, mit denen er arbeitete...
Allein mit seiner Stimme dirigierte er uns nach draußen und in den RoundPen, wo wir ohne Aufsicht durch ihn im Kreis laufen und damit unsere Muskeln lockern sollten. Da dies für mich neu war, gab er mir auf dem Weg dahin die kurze Anweisung, ich solle mich an Miu orientieren und es ihm einfach nachmachen.
So allein gelassen blieben wir von der Gangart im 'Schritt'- was nach dem gestrigen Abend schon mehr als genug Belastung für meine Oberschenkel darstellte. Blacky war, was seine jetzt gezeigte Leistung anging, mir in etwa ebenbürtig- unser Tempo war fast gleich, doch Lion schleppte sich neben Brutus mehr im Kreis als das beide gingen. Bei ihm sah der Rücken auch schlimmer aus als der von Blacky- somit war klar, wer von den beiden im Rennen unter Mira's Aufsicht Sieger und Verlierer war.
Nach einiger Zeit trieb uns der Pferdetrainer zurück in die Box- und hier wurden Blacky und ich von ihm mit der Bemerkung an die Futterraufe geführt, die von uns so 'geliebte' Baroness Mira hätte ihn angewiesen, uns beiden die Futterrationen der jeweiligen Verlierer zu geben.

"Blacky, Schlachtross- ihr könnt euch jetzt den Magen vollschlagen und damit euren Sieg von gestern feiern... Oder ihr lasst euren geschlagenen Hengsten etwas übrig und schickt sie damit nicht hungrig in diesen Tag hinaus..."

Derart angemahnt zeigte ich Brutus gegenüber eine angedeutete Geste der Unterwerfung und forderte ihn mit einer Kopfbewegung auf, sein Vorrecht als Leithengst wahrzunehmen und vor mir zu fressen. Blacky nahm dagegen sein Recht als Sieger gegenüber Lion wahr und schickte sich an, vor ihm zu fressen.

'Eigentlich schön blöd von mir, ich könnte mich jetzt satt fressen...'

Doch ich wollte bewusst nicht den Leithengst der Box bloßstellen und damit herausfordern. Zwei mich ablehnende Hengste in der Box waren genug... da wäre es töricht, mir einen neutral eingestellten, in der Rangordnung höher stehenden Hengst zum Feind zu machen. Meine Hoffnung bestand einzig darin, meine Geste würde von Brutus honoriert und er würde mir etwas übrig lassen...
Sein Schnauben und zurückweichen von der Raufe geschah eher als von mir erwartet- meine Geste war von ihm derart honoriert worden, daß er weniger als die Hälfte der doppelten, für mich angedachten, Portion gefressen hatte. Er hatte, trotz seines Zustandes!, mir mehr übrig gelassen...
Blacky fraß dagegen mehr als die ihm zustehende Hälfte- doch auch er gönnte Lion einen entsprechenden Anteil. Miu hatte am anderen Ende der Futterraufe seinen Anteil in der Zwischenzeit vertilgt und so war es wieder an Markus, Brutus und mich aus der Box zu führen, uns in dunkle Arbeitskombis aus festem Stoff zu stecken und uns vor einer Arbeitswagonette einzuschirren, auf deren Ladefläche neben einer Kiste, Ortscheiden und Ketten diverses, mir in seiner Funktion unbekanntes, Arbeitsgerät aufgeladen war.

"Vorwärts und nicht getrödelt...- ihr habt ein Soll zu erbringen!"

Mit dieser Ansage führte Markus uns im Schritt vom Hof- er hätte auch auf dem Wagen Platz nehmen können. Der Pferdeknecht hätte da sicher weniger Skrupel gehabt und wenn Mira uns unter ihrer Knute gehabt hätte, wären wir sicher mindestens im Trab bis an die Stelle, wo der Pferdetrainer uns nach einer Dreiviertelstunde halten ließ, gelaufen. Zum Glück war es im Unterschied zu gestern kühl und bewölkt, es sah sogar nach Regen aus...- damit würden wir nicht ganz so schnell schwitzen...
Die Waldschneise war breit genug, um hier mit einem Traktor entlang zu fahren und der Untergrund war dafür auch ausgelegt. Wir waren an mehreren Holzstapeln vorbei gekommen, ehe Markus uns ausschirrte und Brutus so an einem der Bäume fest machte, daß dieser sich hinsetzen und an den Stamm lehnen konnte. Der Leithengst hatte es auch nötig- sein Hinken war unübersehbar, doch der Pferdetrainer war mit keiner Geste darauf eingegangen. Einzig jetzt war Brutus wohl etwas zusätzliche Ruhe durch ihn gegönnt- denn Markus nahm mich mit dem Kommentar in die Mitte des Weges, er hätte mir gestern etwas versprochen und würde dies auch umsetzen.

"Schließ deine Augen und höre wie gestern Morgen einfach auf den Klang meiner Stimme...- Schritt!"

Den Waldweg hoch, Turn und wieder runter...- dabei aber immer darauf gefasst, nach links oder rechts ausbrechen zu müssen, Markus beließ es aber zum Großteil im Schritt und ich hatte das Gefühl, mich schneller als vor noch vierundzwanzig Stunden in den 'Ponyspace' flüchten zu können. Gegen Ende der ersten Hälfte meines Trainings legte es der Pferdetrainer zum ersten Mal sogar darauf an, mich gezielt aus diesem zu holen. Ohne Grund befahl er mir, die üblichen zehn Liegestütze zu leisten- natürlich war ich erst mal 'raus' und musste im Anschluss drei weitere Male runter, weil es mir schwer fiel, mich sofort erneut bewusst wieder in diesen Zustand zu begeben. Letztendlich gelang es mir, was Markus veranlasste, dieses Training mit mir zu beenden.

"Gut gemacht Schlachtross, das war ein guter Schritt vorwärts... Mach weiter so!"

Mit einem Fingerzeig beorderte er mich in die Richtung des Baumes, wo Brutus angebunden auf uns wartete. Während er begann, das Knie des Leithengstes zu massieren, erklärte er mir, was wir heute zu tun hätten...
Während ich seinen Worten lauschte, kam ich mir mehr und mehr fehl am Platz vor- ich sollte gemeinsam mit Brutus als 'Arbeitspferd' von Jens zugeschnittene Teile von Baumstämmen hier aus dem Unterholz zum Waldweg schleppen. Was hat das mit dem für mich hier angedachten Training für das Rennen zu tun? Ja klar, sicher, es wäre Kraft-Ausdauer-Training...
Auch der Hinweis des Pferdetrainers, die Rittmeisterin selbst hätte dies für mich heute angeordnet UND die dazu mögliche Alternative wäre am Nachmittag das Training unter Aufsicht der Baroness Mira gewesen stellte keinen Trost dar- das war nur Schinderei zugunsten von Rosengarten!

"Ich schirr euch jetzt ein- wie gesagt, ich gebe den Weg vor... ihr dürft- und müsst- aber selbst darauf achten, wo ihr hintretet..."

Nachdem der Pferdetrainer mit uns beiden fertig war, baute er aus einigen der auf der Wagonette mitgeführten Teilen in wenigen Minuten eine Konstruktion, die sehr an eine verkleinerte Form des Schlittens erinnerte, vor dem ich in der ersten Woche bei der 'Begutachtung' durch die Baronin mein 'Leistungsvermögen' zur Schau stellen durfte. Hier aber, das war mir sofort klar, wäre er eine Erleichterung für uns, da wir so die Stämme nicht komplett auf dem Waldboden schleifen müssten.
Mit einem "Vorwärts" schritt Markus uns voran- er schien genau zu wissen, wo wir hin sollten. In seinen Händen hielt er ein stangenartiges Werkzeug mit Haken und eine Axt, wir schleiften dafür den Schlitten und die Ketten zur Befestigung der Stämme hinter uns her...

"Das sieht doch gar nicht schlecht aus...- da hat Jens vernünftig gearbeitet..."

Mit diesen mehr an sich selbst gerichteten Worten ließ er uns anhalten. Vor uns lagen zugeschnittene Stammteile von geschätzten zwei Metern Länge und einem Durchmesser einer ausgestreckten Hand mit zugehörigem Unterarm. Vom Forstweg standen wir jetzt geschätzte achtzig bis einhundert Meter entfernt, hier lagen mindestens zehn Stücke und ein Blick von mir führte zu der Erkenntnis, wenn wir hier fertig wären, würde es nur noch weiter in den Wald hinein gehen...

"Vom Herumstehen erledigt sich die Arbeit nicht..."

Mit einigen Kommando's dirigierte der Pferdetrainer uns so, daß er mit dem 'Wendehaken'- so taufte ich das Werkzeug für mich selbst- den Stamm mit einem Ende mittels einer Drehbewegung auf den Schlitten hebelte und mit der Kette verzurrte. Dann begann unser Part...

'Sollen wir das etwa den ganzen Tag machen...?'- die Last hinter uns war definitiv nicht mit dem Ziehen von einem Sulky zu vergleichen! Brutus und ich lehnten uns nach vorn und stemmten uns in unsere Geschirre. Mit unseren Hufschuhen suchten wir Halt im Erdreich und kämpften uns Meter für Meter zurück zum Forstweg. Keine Ahnung, wie lang wir dafür benötigten...- aber Markus war mit uns unzufrieden.

"Strengt euch mehr an...- so werden wir nie fertig... Das muss schneller gehen... Passt auf- ich schlage euch den nächsten Stamm auf dem Schlitten an und bringe dann den Stamm hier in die richtige Position. Ihr müsst euch dann ein Stück allein den besten Weg hierher suchen- Brutus, du führst Schlachtross dabei! Verstanden?"

Mein Partner nickte lustlos und wir schleppten uns und und unser Arbeitsgerät zum nächsten Stamm. So gewannen wir etwas Zeit pro Durchgang, was Markus dazu brachte uns zu loben...- doch selbst wenn wir durch diese Anordnung des Pferdetrainers effizienter wurden, für Brutus war die Arbeit eine einzige Schinderei! Ich hatte damit auch zu kämpfen, nach dem vierten Stamm brannten meine Schenkel ob der ungewohnten Arbeit, doch bei meinem Nachbar neben mir sah ich mit jedem Seitenblick, wie er richtig abbaute. Mit seinem gesunden Bein stemmte er sich in den Boden, nur um danach einen halben Schritt nach vorn zu machen und sein Knie dabei nicht über Gebühr zu beanspruchen. Ich stellte mich auf diese Gangart ein, doch wechselte ich nach zwanzig Schritten immer wieder, damit ich mir ebenfalls nicht mit einseitiger Belastung eines der Kniegelenke ruinierte. Brutus hingegen hatte nicht diese Möglichkeit- ihm blieb nur die Wahl, sich auf die Art kaputt zu machen. Das schlimme für mich bestand darin, in seinem Gesicht zu sehen, wie sehr Brutus sich dieser Tatsache selbst bewusst war...

'Warum war Markus nur so blind? Oder war er herzlos genug, um nicht sehen zu wollen, wie sein Gestütpferd sich mit jedem Schleppvorgang mehr ruinierte?'

Ich verstand es nicht...- doch hier zeigte sich mir erneut eine Facette der kursierenden Gerüchte rund um Rosengarten. Es bedurfte keiner Schläge- allein die Angst vor einer Bestrafung trieb die Pferde hier zu Leistungen an, die jenseits aller Grenzen lag und diese eher früher als später verschliss...
Wir hatten inzwischen fünfzehn Stämme zum Weg gezerrt...- die letzten drei davon in einsetzendem Regen, der immer stärker wurde. Unser 'Trainer' schien endlich ein Einsehen zu haben und verkündete, es sei Zeit für unsere Mittagspause.

"Ihr habt euch gut geschlagen... Kommt, ich schirr euch aus und lass euch in Ruhe fressen. Lasst uns ein wenig im Wald verschwinden..."

Er entnahm der Kiste zwei Kunststoffschüsseln und führte uns zurück in den Wald. In der Nähe des vermutlich nächsten Stammes für uns schirrte er uns aus, löste sogar unsere Vorderhand von den Harnessen und band uns nur mit den Führleinen so an einen Baum, daß von diesen genügend Länge übrig blieb damit wir uns sitzend an den Stamm lehnen konnten. Markus drückte uns die Schüsseln in die Hand, meinte noch, wir sollten es uns schmecken lassen und drückte sein Bedauern darüber aus, er hätte keine Löffel für uns organisieren können.
Egal, was ich vorhin über ihn gedacht hatte- er war hier auf Rosengarten uns 'Pferden' noch am meisten zugetan. Daher begriff ich sein beharrliches Ignorieren des Zustandes von Brutus um so weniger...


DRACHENLORD

...Als wir unser Futter verzehrt hatten, bevor es der Regen in einem ekelhaften Brei verwandeln konnte, schauten wir uns an und schwiegen. Markus hatte sich weit genug zurück gezogen und war nicht zu sehen...
Ich fasste mir ein Herz und sagte leise:

„Brutus!“

Er schaute mich groß an und schüttelte mit dem Kopf. Ich sprach ihn ein weiteres Mal vorsichtig an:

„Brutus, ich muss dir was sagen.“

Er schüttelte wieder nur den Kopf und ich sah wie es in ihm kämpfte. Er brachte nur ein: „No talking. Punishment!“, heraus.

Ich stutzte.

'Warum antwortet er mir auf Englisch?'- dachte ich mir. Da fiel mir ein, dass Brutus vielleicht gar kein Deutsch verstand. Das könnte der Grund dafür sein, dass er auf unübliche Kommandos manchmal verspätet reagierte. Ich versuchte es daher auf Englisch:

„Brutus, do you understand german very well?“

Er schaute mich groß an und schüttelte den Kopf.

„Would you like to talk to me in English?“

„No talking. Punishment!“

Er wiederholte ängstlich diesen 'Standartsatz'...- doch ich flüsterte ihm zu:

„Brutus- it´s raining and we are alone... Markus will not hear us- no one will hear us. I just wanted to tell you one thing: I'm not going to fight you! I have no aim becoming the prime stallion in our stable.“

Er schaute mich jetzt mit noch größeren Augen an und fragte mich:

„Why? You are stronger than me- you could be the new prime stallion!"

„I will not stay here very long. I will leave in a couple of weeks...- after the race weekend. So why fighting you?"

Brutus schüttelte seinen Kopf...

"Augustine teils us another story..."

Ich realisierte den Inhalt dieses von ihm geflüsterten Satzes nicht wirklich, da ich glaubte, das Knacken eines Astes bedeutete Markus wäre auf dem Weg zu uns. Daher setzte ich nach einer Pause des Lauschens meinen unterbrochenen Gedanken fort:

"We are compareable in our strength so it is very reasonable that we hurt each other badly when we fight. Then Blacky or Lion would become the prime stallion.“

„That would be bad! They are mean and cruel,“ wandte er empört ein.

„That's exactly my point. I will fight them if they try to fuck or dominante me but not you.“

„But to show my position I have to fuck you too,“ antwortete er.

„Yes I know, but try to do it gentle, not like Blacky's Style... with Miu!

„You like getting fucked?“, fragte er sichtlich erstaunt.

„Not really, but I don't mind any more.“

Wir schwiegen uns wieder an und der Regen prasselte immer stärker. Einerseits war es nicht gerade angenehm im Regen zu stehen, doch die Anzüge schützten uns bedingt vor Auskühlung und so lange es regnete mussten wir nicht arbeiten. Wir setzten uns unter die große Fichte, an der wir angebunden waren und kuschelten uns eng aneinander.
Ich spürte wie Brutus seinen Kopf auf meine Schulter legte und seufzte.

„You are very lonely, aren't you“, flüsterte ich...

DRACHENLORD ENDE


Nach einiger Zeit hörte der Regen auf- und damit war auch unsere Pause zu Ende. Markus rief uns bereits, doch Brutus hatte Schwierigkeiten auf seine Hufe zu kommen.

'Das war nicht nur dem gestrigen Tag geschuldet..., Brutus hatte schon den ganzen Vormittag mit seinem Knie gekämpft und hielt sich wie gestern bei Mira auf ihrer Bahn allein noch durch seinen Willen aufrecht.
Der kann nicht mehr, der ist einfach nur fertig! Brutus wird das hier nicht mehr lange ohne Zusammenbruch durchhalten und dann wird sich Augustine mit ihm beschäftigen... Wer hält dann Blacky und Lion zurück?'

Meine Gedanken rasten, während der Pferdetrainer uns beide los band und für unsere Arbeit erneut vor die Ortscheide führte. Ich blieb einfach stehen...

"Los Schlachtross...- zick hier nicht herum! Die Pause ist vorbei..."

Es geschah für mich selbst eher instinktiv..., doch ich schüttelte meinen Kopf und bockte. Von meiner Widerspenstigkeit selbst überrascht, schaute ich Markus an- ich hatte von Rosengarten die Schnauze so voll... Aber hier ging es nicht um mich, hier ging es um Brutus!

"Herr Pferdetrainer..."- sogar jetzt hielt ich die geforderte Form der Höflichkeit ein- " Brutus kann nicht mehr! Ich weiß nicht, was in der Vergangenheit hier mit ihm angestellt wurde, doch er lahmt! Dazu gestern das Rennen und die Schläge... Er ist nicht in der Lage jetzt noch weiter zu arbeiten- und das können sie doch nicht verleugnen! Oder sind sie so blind? Doch vielleicht sind sie auch, trotz ihrer Worte für mich, so wie fast alle hier auf dem Hofgut...
Ich bitte nicht für mich- obwohl ich, seit ich hier bin, den Wunsch habe, dies sei alles nur ein böser Traum und ich dürfte endlich aufwachen!"

Der Pferdetrainer glaubte sich verhört zu haben...

"Was zur Hölle..."

Markus war richtig sauer über meinen Verstoß gegen die eiserne Regel für uns Pferde...- seine Augen spiegelten die Wut auf mich darüber unverfälscht wider! Dann brach es aus ihm heraus:

"Hältst du dich für Mister Ed? Glaubst du Schlauberger vielleicht, ich wüsste dies alles nicht selbst?"- brüllte er mich an. "Du bist gerade mal eine Woche hier... und maßt dir an, mir Unkenntnis über das, was in dieser Hölle vorgeht, vorzuwerfen? Du... bist so ein selbstgerechtes Arschloch! Sei einfach dankbar über die Tatsache, daß du mit Anja als deiner Jockey so einen Himmel auf Erden als Pferd hast... Komm her und steh still!"

Ich wagte nicht auszuweichen...- obwohl ich sah, wie er mit seiner Hand ausholte und seine Backpfeife mit voller Wucht auf meiner Wange einschlug. In einer fließenden Bewegung mit der Rückhand fing ich noch eine auf der anderen Seite- dem Pferdetrainer war es dabei egal, ob er sich dabei an meinem Halfter selbst weh tat...
Sein Gesicht schob sich so nah wie nur irgend möglich vor meines, ehe er seine Fassung wieder gewann und nun sehr leise mit mir weiter sprach...

"Du hast keine Ahnung... Du kannst nicht wissen, was für Alpträume mir die Behandlung von euch Pferden durch die Baroness' verursachen! Ihr erträgt den Schmerz direkt- ich dagegen wieder und wieder in meinen Träumen und Gedanken...- ihr müsst ihn einfach nur ertragen... ich stehe zwischen euch und den Baroness und muss von Zeit zu Zeit, wie gestern... nach diesem 'Rennen' zwischen dir und Brutus, darüber entscheiden, wie und in welchem Umfang ihr gequält werdet...
Warum glaubst du eigentlich, habe ich gestern Blacky und Lion der gleichen Behandlung durch Mira dargeboten? So, wie ihr gestern ausgesehen habt, hätten die beiden in der Box die Machtfrage gestellt und einer von den beiden wäre jetzt Leithengst und ihr mit Sicherheit bei Augustine in der Klinik! Wäre dir das lieber!?"

Ich schüttelte stumm den Kopf...

"Zu solchen Entscheidungen bin ich, seit ich hier auf dem Hofgut arbeite, gezwungen! Ich habe keine Ahnung, wie lange ich das noch durchhalte... Als Brutus hier neu auf den Hof kam und durch Mira sein Widerstand Stück für Stück gebrochen wurde... ich hätte am liebsten alles hingeschmissen! Aber ich habe die Verantwortung für euch Pferde...ich kann euch doch nicht im Stich lassen!
Du bist nur bis zum Rennen hier... aber alle anderen hier müssen das auch danach weiter ertragen...
Und mich bindet auch die Loyalität zur Baronin hier an das Hofgut..."

Der Pferdetrainer schien sich gefangen zu haben...

"Soweit ich unterrichtet bin, bist du aus dem gleichen Motiv heraus für die Spielschulden von Lady Bea hier nach Rosengarten gegangen... Die Frau Baronin hat in der Vergangenheit in einer sehr schwierigen Situation für mich bedingungslos zu mir gestanden..."

Markus brach im Satz ab und schwieg. Er wollte, das war spürbar, nicht weiter darüber sprechen... Statt dessen nahm er erneut den Faden auf und konfrontierte mich mit dem, was für mich unmittelbar von Wichtigkeit war!

"Was du definitiv noch nicht begriffen hast- wärst du wirklich ein Pferd, dann würde dich Brutus nur insofern interessieren, ob du seinen Platz als Leithengst, mit all den damit verbundenen Vorteilen für dich, erobern könntest! Keines der anderen würde dir helfen, wenn du am Boden liegst...- du wärst das Futter für die Raubtiere und damit Garant für deren momentanes Überleben. Du brauchst mir jetzt nicht mit Miu zu kommen- er hätte durchaus das Potential, um zumindest Lion auf den Platz des Omega zu verweisen... Aber der ist immer noch genau so wie du- zu weich um hier auf Dauer zu bestehen..."

Dies ließ er für mich so stehen um das Thema auf unsere Arbeit hier zu wechseln.

"Brutus und du haben als Arbeitsleistung heute fünfunddreißig Stämme aus dem Wald zu ziehen- im Doppelzug, wie ihr von mir eingesetzt werdet, ist das durchaus nach einem normalen Training am Vortag für ein gesundes Pferd zu schaffen... Das wurde von Augustine festgelegt- und die hat dafür die entsprechenden Werte sogar ausgetestet! Das Problem mit euch beiden ist, du schaffst so einen Stamm nicht im Einzelzug ohne dich zu ruinieren und wenn ihr beide euch jetzt nicht aufrafft und zusammen reißt, damit ihr das vorgegebene Leistungssoll erfüllt...- dann wird sich die Baroness in ihrer Klinik des 'Problems' annehmen und 'ermitteln', woran es gelegen haben könnte daß ihr ihre Vorgabe nicht erfüllt habt... Dann kann ich euch gar nicht beschützen...- verstehst du? Dann seid Ihr am Arsch- ihr beide!
Das Brennholz, was ihr hier zur Waldschneise schleppt, hat Jens so zugeschnitten, daß ihr mit einem Teil um die 200 Kilogramm ziehen müsst... Du kannst hier also weiter den bockigen Hengst spielen oder du stemmst dich ein wenig stärker in dein Geschirr und hilfst dir damit selbst UND Brutus, eure Norm zu erreichen!"

Mir war bewusst, dies war sein letztes Wort zu dem Thema- und ich sollte jetzt besser zeigen, wo mein Platz im Gefüge von Rosengarten war!
Mein Wiehern zeigte an, ich wollte noch etwas von ihm und mit verärgertem Gesicht drehte er sich noch einmal mir zu.

"Du musst wohl immer das letzte Wort haben...!"

Ich senkte meinen Blick, ging wortlos auf mein Knie und hoffte, er würde meine Geste richtig einordnen...

"Wieder Pferd? Nie wieder... Schlachtross...- NIE WIEDER! Denk nicht einmal daran! Schätze dich glücklich, daß du dir das mit mir geleistet hast und ich dich mag...- Brutus bekommt deine Futterration heute Abend! Was er damit macht, ist dann seine Sache...
Versuche erst gar nicht darüber nachzudenken, was Mira mit dir anstellen würde wenn du das in ihrer Anwesenheit abgezogen hättest...- oder schau dir die Narben von Brutus an und versuche es! Er hat es, nachdem er frisch auf Rosengarten war, einmal versucht...- nach fünf Tagen in ihrem 'Spielzimmer' hat er weitere zwei Monate in der 'Obhut' ihrer Schwester zubringen dürfen, ehe sie ihn endgültig in Ruhe ließen..."

Während man mir schon wieder jenes ominöse 'Spielzimmer' der Baroness als den Ort jenseits meiner Vorstellungskraft unter die Nase rieb, hatte Markus sich hin zu Brutus gewandt. Er befahl ihm still zu stehen, zog mich zuerst hoch und dann hinter sich her, bis wir beide vor dem Rücken des Leithengstes standen. Dort entfernte er dessen Zuggeschirr und öffnete den Rückenreißverschluss seines Overalls. Den Stoff nach links und rechts gezogen, gab er mir den Blick auf den Rücken des Leithengstes frei...

"Schau sie dir genau an Schlachtross...- jede einzelne Narbe auf seinem Rücken... Da ist keine einzige von mir oder der Rittmeisterin dabei!"

Während ich so durch Markus in den 'Genuss' gebracht wurde mir dieses Bild des Grauens bei Tageslicht von nahem einprägen zu müssen, schwang in seiner Stimme erneut eiskalte Wut mit, die er dabei kaum gebändigt bekam. Das war jetzt aber nicht mehr nur meinem Fehlverhalten geschuldet...- hier war bei ihm gerade ein Ventil aufgegangen... der Pferdetrainer baute Stress ab unter dem er seit wer weiß wie lang schon stand.

"Präge dir diesen Anblick genau ein... Weder Mira noch Augustine haben irgendwelche Hemmungen, dir auch so einen Rücken zu verpassen! Du hast nicht den Schutz, den ein Einsteller hier auf dem Hofgut genießt- das hat die Baronin gegenüber ihren Töchtern und der Rittmeisterin gestern Abend noch einmal bekräftigt. Du bist kein Gast... du bist auf dem gleichen Niveau wie ein Gestütpferd...- mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen...!"

Ohne Vorwarnung zog er die Hengstkette- und schon wie in der Sattlerei zwang mich der schlagartig einsetzende Schmerz zuerst in die Knie und dann zusammengekrümmt auf den Waldboden. Ich wünschte mir die Trense zwischen meine Zähne um den Schmerz irgendwie aushalten zu können, doch diese hing nach der Fütterung noch seitlich am Halfter. Markus erteilte mir gerade eine Lektion- soweit war ich noch, trotz des Schmerzes, zum Denken in der Lage. Mein Blick war aber tränenverschwommen...
Ein Wiehern von Brutus sorgte für ein Innehalten des Pferdetrainers. Er schaute auf, der Leithengst hatte sich zu uns umgedreht und schüttelte seinen Kopf...- so als wollte er 'es reicht...' zum Ausdruck bringen.

"Du hast recht Brutus...- es reicht... Es reicht mir schon lange... Aber Strafe muss trotzdem sein! Hoch auf deine Beine mit dir, Schlachtross!"

Während ich dankbar in Richtung des Leithengstes schnaubte, kramte Markus in seiner Gürteltasche und ich lernte, diese enthielt nicht nur Leckerchen zur Belobigung...
Das waren eindeutig zwei Zungenstrecker- und der Pferdetrainer clipte diese an unsere Trensen die danach in meinem Mund und dem von Brutus verschwanden und von ihm wieder am Halfter festgezurrt wurden. Dieses Scheißteil verursachte in meinem Rachen einen Würgereiz, hinzu kam noch der eklige Geschmack des vulkanisierten Gummis!

"Das Teil bleibt, bis wir wieder im Stall sind, in eurem Maul- wie gesagt... Strafe muss sein..."

'Einatmen..., ausatmen...'- und dabei wieder und wieder gegen den Wunsch ankämpfen, sich an Ort und Stelle übergeben zu müssen! Wenn der Pferdetrainer auf eine solche Maßnahme zu meiner Bestrafung zurück griff, dann hatte ich es wirklich verdient...- von seinem Standpunkt aus.
Petra hatte mich ja eindringlich gewarnt, doch ich musste ja das 'nette Pferd' heraus hängen lassen... Wieviel von dem Vertrauen, das Markus zu mir aufgebaut hatte, ich durch mein Handeln jetzt eingerissen hatte- ich konnte es nicht abschätzen! Doch in einem war ich gezwungen, Markus recht zu geben- es lebte sich hier leichter als Egoist...
Ich wollte aber nicht so sein, da hatte ich eine andere Auffassung von 'Herde'! Diese sollte, bei allen Streiterein im Inneren, gegen äußere Feinde gemeinsam handeln! Doch hier auf dem Hofgut war alles anders...- nichts, aber auch gar nichts entsprach irgend etwas, was mir als Pferd beigebracht worden war. Ich konnte nur hoffen, der Pferdetrainer würde nicht nachtragend sein und nach meiner Bestrafung wäre alles wie vorher. Doch wie würde Brutus darauf reagieren? Ich hatte mit meiner unbedachten Handlung ihm auch das Leben schwerer gemacht...

Den ganzen Nachmittag stemmte ich mich wie irre vor den angehängten Stämmen in mein Zuggeschirr..., kämpfte gegen den Brechreiz in meinem Rachen..., bot Brutus auf den Strecken vom Waldweg zu den nächsten Stämmen meine Schulter an und stützte ihn so...- Markus honorierte meinen Willen nach gezogenen acht Stämmen damit, daß er mir zusammen mit Brutus regelmäßig wieder etwas zu saufen gab. Dies behielt er auch so bei, bis wir beide das uns vorgegebene Soll endlich geschafft hatten.

"Brutus, Schlachtross...- steht!"

Zu meiner Überraschung nahm er nicht nur bei meinem Partner die Trense aus dem Maul und gab ihm ein paar Apfelstücke- auch bei mir vollführte er dies. Bevor er danach wieder die Trensen an unseren Halftern befestigte, zog er beide Zungenstrecker ab und steckte diese demonstrativ ein. Unsere Blicke trafen sich, ich beugte unaufgefordert mein Knie und senkte den Kopf.

"Wie gesagt...-NIE WIEDER!"

Ja- Markus gegenüber würde ich dies ganz sicher einhalten. Der Rittmeisterin... sicherlich auch... Aber was wäre, wenn es Mira, Augustine oder Jens gelänge, mich in eine Situation zu treiben, in der ich gezwungen wäre, erneut mein PferdSein aufzugeben? Ich fürchtete mich wirklich vor einer Antwort darauf...

So verharrte ich in der eingenommenen Position, Markus strich mir irgendwann über meine Haare und forderte mich auf, wieder auf meine Hinterhand hoch zu kommen. Dann führte er mich ganz dicht neben Brutus, umarmte uns beide und während er uns fest an sich drückte, spürte ich die Feuchtigkeit seiner Tränen in meinem Gesicht.
Stück für Stück begann ich zu ahnen, was die Arbeit hier auf Rosengarten aus ihm machte...- und seine Andeutungen über die Bindung, die ihn hier hielt... so etwas war stärker als jede Eisenkette...

"Ihr beiden- ich weiß, ihr seid fast am Ende eurer Kraft..." Markus sprach sehr leise zu uns- "... ich rate euch, wenn es nachher euer Futter in der Box gab, da solltet ihr gemeinsam sehr aggressiv auftreten. Brutus, dir gebe ich mehr als zwei Portionen... Schlachtross, du sorgst dafür, daß dein Leithengst in Ruhe fressen kann! Ich habe für dich ja festgelegt, du bekommst von mir heute Abend nichts für deinen Verstoß... Brutus...wird dir aber ganz sicher etwas übrig lassen..."

Der Pferdetrainer wollte seine mir gegenüber verhängte Bestrafung von heute Mittag nicht zurück nehmen...- doch dies war seine Aufforderung an ihn, mir einen Anteil zuzugestehen...
Wortlos führte er uns zu der Wagonette, schirrte uns ein und befahl uns ihm zu folgen und zurück zum Stall zu laufen...


Büro der Frau Baronin...


Rittmeisterin:


"Frau Baronin wünschten mich zu sprechen?"

"Setzt euch bitte- ich habe die abendliche Besprechung etwas vorgezogen... Zuerst das wichtigste: wir haben für den kommenden Sonntag einen Großauftrag erhalten- und da es sich bei der Auftraggeberin um eine sehr gute Freundin handelt, möchte ich, daß ihr alles dafür notwendige unternehmen werdet, damit wir dies zur vollsten Zufriedenheit unserer Kundin durchführen...
Wir sollen einen Sechsspänner für eine Hochzeit stellen...- die Kundin ist die Braut und legt allergrößten Wert darauf, mit dieser Kutsche nicht nur vor die Kirche, sondern danach auch noch zu der von ihr angemieteten Eventlocation gefahren zu werden. Ich habe bereits nachgesehen, die Strecke beträgt knapp 13 km und ist daher durchaus für unsere Pferde zu schaffen. Es gibt da aber einen Punkt, der dem Brautpaar sehr wichtig ist- die Pferde sollen als ein einheitliches Bild in schwarzem Latex vorfahren..."

Noch ehe die Rittmeisterin dazu etwas sagen konnte, wischte die Baronin alle potentiellen Einwände mit einer Handbewegung weg.

"Der Punkt ist nicht verhandelbar- und ich habe dies bereits zugesagt! Natürlich kenne ich eure Einwände... und mir gefallen unsere Pferde im Naturfell auch besser... Aber das Paar hat die Bilder von meiner gestrigen Ausfahrt zu sehen bekommen und da liefen die beiden Gastpferde auch in ihrem Gummifell mit. Weiterhin sind unsere Pferde dank der Arbeit mit unseren Gästen es gewohnt, auch in Latex zu arbeiten...- daher sehe ich da keine größeren Probleme..."

"Wir haben bisher aber noch nie alle unsere Pferde..."

"Rittmeisterin- ich möchte hier und jetzt keine Ausflüchte von Ihnen hören sondern Lösungsvorschläge! Mir ist durchaus klar, dies stellt eine Herausforderung dar- für jeden von uns. Sie sind meine rechte Hand... ich möchte, daß sie sich... heute noch... mit ihrem Partner besprechen und mir zur morgendlichen Frühbesprechung erste Ideen vortragen. Die Zuarbeiten für unsere Gäste unter der Woche bleiben davon unberührt. Sie bekommen das hin- ich verlass mich darauf!
Gab es sonst im heutigen Ablauf irgendwelche Probleme mit unseren Gästen oder den Gestütpferden...?"


Stallbox...


Schlachtross:


Die Sonne war bereits hinter den Bäumen im Untergehen begriffen, ehe wir wieder 'daheim' waren. Ich hatte während unseres Rückweges erneut genug Zeit zum Nachdenken über die an mich gerichteten Worte des Pferdetrainers und seiner Reaktion nach meinem 'Regelverstoß'.
Er hatte in zwei Punkten definitiv recht: Ich hatte freiwillig den Status eines Pferdes gewählt...- und damit war sprechen für mich tabu! Ich war nicht Mr.Ed..., und damit war die Bestrafung durch ihn völlig in Ordnung... Das System, ein zuhörendes Pferd gleich mit zu bestrafen war natürlich perfide, sorgte aber für auf Angst und möglicher Vergeltung des so mit bestraften 'Tieres' beruhender Disziplin...
Zweitens: hier würde mir nicht einmal Markus etwas schenken... gut, Miu...- doch auch da hatte er recht. Mit seinem Handeln würde er nie aus der Position des Omegas heraus kommen. Alle anderen in der Box wären, wie richtige Pferde, nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht- und wenn sie mich blöd dastehen lassen könnten, dann würde ich und nicht sie die Schläge abbekommen und damit stiege ihre Chance, in diesem Moment ungeschoren davon zu kommen. Das galt auch für Brutus- er war 'Leithengst' in unserer Box und nach der heimlichen Unterhaltung mit ihm verstand ich sein Handeln uns gegenüber besser. Vor allem hatte es mir gezeigt, er hatte Angst vor einem Machtwechsel zugunsten von Lion oder, wahrscheinlicher, von Blacky...
Dies sah unser Trainer auch so- er war an Ruhe in der Box interessiert und daher rührte auch sein Rat, nachher so aggressiv wie irgend möglich zu agieren. Brutus war dank seines Zustandes derzeit angreifbar und ich war die Barriere, um einen Wechsel heute Abend oder Nacht zu verhindern. Es lag vor allem auch in meinem Interesse, denn so wie Brutus sich zu meinen Gunsten bereits drei Mal eingemischt hatte...- wäre mit Blacky als Leithengst so nie geschehen!
Auch auf das Risiko hin, nichts von dem Futter zu sehen, was Markus nachher verteilen würde, ich würde Brutus helfen müssen...

"Steht...- nach dem Ausschirren dusch ich euch ab, ehe ihr in die Box kommt... Die anderen hatten bereits ihre Abendfütterung..."

Endlich aus den klammen Overall entlassen und nur in meinem 'Naturfell' rief Markus den Pferdeknecht an und befahl, er solle sich um unsere Zuggeschirre kümmern- die wären feucht und müssten getrocknet und gefettet werden. Er solle auch die Wagonette und das Werkzeug an seinen Platz bringen...- er, Markus, würde sich um die Pferde kümmern! Damit hatte unser Trainer sichergestellt, wir würden durch den Knecht heute nicht mehr behelligt werden.
Im 'Waschraum' blieb das Wasser für uns kalt- doch Markus meinte nur, dadurch wären wir munter und unsere Aufmerksamkeit ein wenig höher. Er rieb uns aber mit einem Handtuch ab und regte damit den Kreislauf von Brutus und mir an. Wir beide bekamen von ihm danach Hüftgurte angelegt und somit auch die Vorderhand an deren Seiten fixiert. Das Dauerhalfter noch um den Kopf, aber keine Führleinen...

"Denkt daran, was ich euch geraten habe...- it's Showtime!"

Derart eingestimmt dirigierte er uns mit seiner Stimme zu unserer Box, schob deren Tür zur Seite und schob uns hinein.
Brutus steuerte sofort an die Futterraufe, ich schirmte ihn bei seinem immer noch hinkenden Gang gegenüber Blacky und Lion im ersten Moment ab. Sie sollten nicht sofort mitbekommen, wie es um uns beide wirklich stand- ich zwang mich geradezu, aufrecht zu bleiben und Stärke zu projizieren. Im mittlerweile Halbdunkel der Box, die nur von dem indirekten Licht der Boxengasse profitierte, hatten wir eine gute Chance, damit durchzukommen.
Das Wiehern von Brutus klang wütend nach seinem Blick in die Raufe und sein Schritt auf Lion zu drückte aus, was die anderen Hengste von ihm denken sollten- wo ist mein Futter und wer von euch hat es gefressen!
Diese sofortige Einschüchterung funktionierte tatsächlich- Lion ging runter und schüttelte den Kopf. Wütend starrte Brutus daraufhin Blacky an, dieser schüttelte auch sein Haupt, doch riskierte er die Machtprobe und verweigerte seinem Leithengst gegenüber die Demutsgeste.

'Hier war die Herausforderung, von der Markus uns indirekt gewarnt hatte! Jetzt galt es...'

Brutus wieherte wütend und baute sich direkt vor Blacky auf, ich stellte mich seitlich so, daß ich ihm bei einem Kampf direkt ein paar Tritte verpassen könnte- und er dies auch registrierte! Miu, das hatte ich mitbekommen, behielt Lion im Blick und sorgte derart für dessen 'Neutralität'...
Diese Konstellation war in ihrer Machtdemonstration zu eindeutig, daher begann auch Blacky langsam sein Knie zu beugen. Ein forderndes Schnauben des Leithengstes war genug Aufforderung, die etwas schneller zu vollführen... und nachdem er derart Brutus seinen Respekt erwies, kam Markus mit unserem Futter!
Ohne sich um das zu kümmern, was gerade in der Box passierte, lief er um uns herum und schüttete unsere Ration in die Raufe. Erst nachdem er wieder aus der Box verschwunden war und wir unter uns waren, schnaubte Brutus kurz in meine Richtung und mit einer Bewegung seines Kopfes machte er mir klar, ich solle seinen Platz einnehmen- er wolle jetzt ungestört fressen!
Damit lag die Verantwortung jetzt bei mir- im Dämmerlicht hielt ich Ausschau nach der geringsten Bewegung der beiden.

'Blacky rutschte ein wenig mit seinem Knie...- nein, das war nur eine Entlastung seiner linken Hinterhand... und er hielt weiter den Kopf gesenkt.
Ein flüchtiger Blick zu Miu...- da war alles in Ordnung...
Lion...- Scheiße, der hatte seinen Kopf gehoben und schaute mich herausfordernd an!'

Mit zwei schnellen Schritten war ich bei ihm- das war weniger nachgedacht als instinktiv gehandelt- und trat ihm gegen den Oberschenkel! Dazu schnaubte ich wütend und erzwang so das erneute Senken seines Kopfes.
Erst dann begriff ich was gerade passiert war- ich hatte rein instinktiv ihn dominiert und er hat sich mir in diesem Moment unterworfen. Sein schmerzhaftes Schnauben und das auch äußerliche Zusammenschrumpfen bezeugte dies. Brutus schaute kurz auf und lächelte mich an...
Das tat so gut- ich war richtig stolz auf mich! Zurück auf meiner Position vor Blacky befürchtete ich noch eine weitere Machtprobe, doch ich spürte regelrecht die aufputschende Wirkung des Adrenalins, was mein Körper gerade ausschüttete und dieser Hengst war auch clever genug, keine Provokation zu wagen.

'Der Kampf mit dir ist trotzdem unausweichlich...'

Nachdem Brutus so ungestört hatte fressen können, verließ er den Platz an der Raufe und bedeutete mir, ich könne den Rest fressen. Gleichzeitig entließ er die drei anderen Hengste und bedeutete ihnen mich in Ruhe zu lassen. Das war zwar gewagt, doch ich hatte geholfen, seine Führungsposition zu verteidigen...
Der Blick in die Raufe erstaunte mich dann doch- und ich schaute ungläubig noch einmal zu Brutus. Der sah aber eindeutig satt aus und nickte mir noch einmal zu- die Portion die da noch lag, würde mich ebenfalls nicht mit einem Hungergefühl ins Stroh fallen lassen. Der Pferdetrainer hatte Wort gehalten und scheinbar wieder ein 'wenig' aus der Kammer der 'Einsteller' hinzugefügt.

'... Ein wenig mehr als zwei Portionen...'

Ich ging davon aus, wenn Brutus sich wirklich satt gefressen hatte, dann tendierte die von Markus uns zugestandene Menge eher zu eineinhalb Standartportionen für uns beide. Kein Wunder das Blacky und Lion neidisch waren und etwas abbekommen wollten. Dazu kam der Fakt, statt dem üblichen Gemisch aus kleingeschnittenen Gemüse, Brot und ein wenig Käse für uns, befanden sich zusätzlich Wurstwürfel, Obst und sogar Stücke von Müsliriegeln im Futter. Das war definitiv aus der Kammer der 'Einsteller'!
Während ich so unter dem Schutz von Brutus fressen durfte, hob ich bei einem warnenden Schnauben des Leithengstes kurz den Kopf- doch Blacky wollte zu Lion und bedeutete diesem recht unverblümt, was er als ihm überlegener Hengst jetzt erwartete...
Mit vollem Magen und glücklich mit dem Gedanken, daß Markus bei so einer bereitgestellten Futtermenge uns nichts nachtrug, ging ich zu Brutus und bezeugte ihm mit einer Geste meinen Dank für die gewährte Möglichkeit, trotz meines Fehlers und der auch für ihn damit verbundenen Bestrafung, mit vollem Magen die Nacht verbringen zu dürfen. Um seine Stellung hier in der Box zu unterstreichen, legte ich mich sogar vor ihm auf den Bauch, hoffte aber gleichzeitig, er würde von meinem eindeutigen Angebot keinen Gebrauch machen. Sein Schnauben neben meinem Kopf zeigte mir, wohin ich zu schauen hatte- mit seiner Hand strich er über meinen Kopf, er lächelte und verneinte meine Offerte. Mit seiner fixierten Hand gab er mir zu verstehen, ich solle in 'meine' Ecke zu Miu gehen...- und schlafen.
Ich verstand- er würde diese Nacht für Ruhe in der Box sorgen...
11. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 05.02.21 15:46

Tag 10, Dienstag- Woche zwei (Part 1)


'Latex-Rennpferd...'


DRACHENLORD


Büro der Rittmeisterin- morgens...


Markus:

Es war noch früh am Morgen, doch Markus saß schon an seinem Schreibtisch. Er hatte das Latexfell und den Pferdekopf von Schlachtross vor sich liegen und beugte sich grübelnd darüber.
Da ging die Tür auf und die Rittmeisterin kam herein.

„Hallo Schatz. Ich bin froh das du munter bist...- denn ich glaube wir haben ein Problem!“

Sie ging zu ihm, gab ihm einen Kuss auf die Wange.

"Wieso? Was ist denn los?“

Noch bevor er antworten konnte schaute sie auf den Tisch.

"Ach, ist das das Latexfell von Schlachtross?“

Sie nahm den Anzug und hielt ihn vor sich.

„Das Fell schaut schick, aber nicht sonderlich bequem aus. Aber wenn er es so haben will...“, meinte sie.

„Das ist genau das Problem, von dem ich sprach“, antwortete Markus. „Du hattest mich ja gestern noch gebeten die Sachen herauszusuchen, da die Baronin den Sechspänner am Sonntag mit Latexpferden fahren will. Ich glaube aber mittlerweile, dass das nichts wird. Schlachtross mag es gewöhnt sein und vielleicht hat er sogar Spaß daran in diesem Ganzkörperkondom zu arbeiten, aber einige von unseren Pferden bekommst du nur mit Zwang in so eine Gummipelle. Und einen sauberen Sechspänner im engen Gespann bekommt du mit denen dann sicher nicht ins Laufen.“

Er seufzte resigniert und lies sich in seinen Stuhl fallen.

„Mhhm, dann habe ich jetzt wirklich schlechte Nachrichten für dich“, wandte die Rittmeisterin ein. „Ich komme gerade von der Morgenbesprechung mit der Baronin und sie hat mir noch einmal explizit bestätigt, das sie den Sechspänner genau so haben will: Zwei Stuten und vier Hengste, komplett in schwarzes Latex gehüllt und mit einer Ganzkopf-Pferdemaske versehen. Meine Bedenken diesbezüglich, dass wir zwei Hengste haben die mit diesem Outfit nicht gerade glücklich sein werden hat sie barsch beiseite gewischt. Sie hat mich sogar daran 'erinnert', das es solche Aufträge sind, deren Einnahmen es erst möglich machen würden was wir hier betreiben! Da bring mal Argumente dagegen..."

„Das können wir nicht machen!“, wandte Markus ungläubig ein. „Bei Miu bin ich mir nicht sicher... er ist von uns halt recht selten so eingesetzt...- das bekommen wir bei ihm vielleicht mit straffem Training hin...-aber Blacky? Das wird ganz bestimmt nichts! Der dreht doch jetzt schon jedes Mal fast durch wenn er so eingepackt mit einem Einsteller arbeiten muss... Schau dir den Kopf doch mal genauer an.“

Die Rittmeisterin nahm sich den Latexpferdekopf und drehte ihn in ihren Händen.

"Na ja...- bequem scheint etwas anderes zu sein... Das sollten unsere Pferde schon aushalten.“

„Dann probiere die Maske doch mal auf. Ich gehe davon aus dass Schlachtross nichts dagegen hat“, wandte Markus sarkastisch ein.

Die Rittmeisterin nahm den Pferdekopf und setzte ihn sich vorsichtig auf. Als sie, mit Markuses Hilfe versuchte sich die Kopfhaube über den Schädel zu ziehen merkte sie wie etwas an ihrem Mund Einlass verlangte. Sie musste diesen weit öffnen und eine breite Platte schob sich hinein und legte sich fest an ihren Gaumen. Kurz darauf spürte sie wie ein weiteres Kunststoffteil sich gegen ihre Unterlippe drückte. Sie schaffte es diesen Schlauch mit der Zunge gegen ihren Unterkiefer zu drücken, so dass sie wieder atmen konnte. Kaum war das geschafft drückte etwas gegen ihre Nase und schob sich in ihr linkes Nasenloch.
Sie schloss die Augen und atmete mehrmals tief ein um eine aufsteigende Panik zu unterdrücken. Als Markus ihr jetzt noch die Haube über den Hinterkopf zog und der Druck auf ihren Kopf weiter zunahm und gleichzeitig alle Geräusche um sie herum stark gedämpft wurden war sie kurz davor sich den Pferdekopf vom Gesicht zur reißen.
Doch sie schaffte es sich unter Kontrolle zu halten und öffnete die Augen. Da merkte sie, wie sehr die kleinen Augengläser ihren Sichtbereich einschränkten und wie dunkel es durch die getönten Scheiben war. Sie drehte den Kopf und stellte fest, dass sie direkt nach vorn faktisch blind war und nur rechts und links sehen konnte, wobei sie immer ein Auge zukneifen musste um einen Gegenstand fokussieren zu können.
Sie hätte es nie zugegeben, aber sie war sehr froh, als Markus ihr nach wenigen Minuten den Kopf endlich wieder abnahm.

„Und, wie war es da drin?“, fragte er scheinheilig.

Die Rittmeisterin musste sich noch ein wenig sammeln, doch dann antwortete sie:

„Heftig! Ich hätte nie gedacht, dass dich das Teil so von der Außenwelt isoliert. Schlachtross muss schon einen gehörigen Dachschaden haben, wenn er daraus Spaß und Erregung ziehen kann.“

„Dass diese Maske eigentlich zu restriktiv ist um sie länger zu tragen habe ich mir auch gedacht, als ich sie vorhin mal aufgesetzt hatte. Doch ich habe kurz Anja, seine Jockey angerufen und sie hat mir bestätigt dass er damit teilweise zwei Tage am Stück rumläuft.“

„Dieser Spinner! Aber gut, das bedeutet ja, dass man es darin aushalten kann ohne gesundheitliche Probleme zu bekommen. Damit wissen wir auch, was wir hier unseren Tieren ohne Probleme zumuten können. Die Frage ist jetzt nur wie wir unseren Pferden das beibringen...
Ein Gutes kann ich dem hier noch abgewinnen- unsere verwendeten Masken sind nicht ganz so restriktiv..."

Die Rittmeisterin hatte den Pferdekopf genommen und drehte ihn in ihren Händen.
Sie seufzte.

"Es hilft nichts... aber da kommen wir nur mit einer Schocktherapie weiter. Du greifst dir nachher Schlachtross und verfrachtest ihn in sein geliebtes Komplettoutfit. Er soll dann während der Mittagspause als Latexpferd bei den anderen sein. Ich bin echt froh darüber, daß ich seine Jockey gebeten hatte, mir sein Outfit hierher nachzusenden...
Nach der Mittagspause staffierst du sie alle mit unseren hofeigenen Outfits aus und ihr trainiert ein wenig. Ich übernehme dafür die Einsteller- wenn unsere Chefin diesen Auftrag unbedingt will- dann werden diese in den nächsten Tagen halt ohne die Zuarbeit von unseren Pferden leben müssen!
Was du mit den Hengsten machst ist eigentlich egal. Sie sollen sich vor allem wieder an die Masken und die Anzüge gewöhnen. Sei bitte nicht zu zärtlich, sie müssen da durch und wir haben nicht viel Zeit!"

Markus schaute sehr kritisch, sagte aber nichts. Sein Vorgesetzte fuhr, dadurch ermutigt, fort:

„Heute Abend dürfen sie wieder aus ihrer Pelle raus. Wasche sie alle und gibt ihnen viele Streicheleinheiten. Morgen versuchen wir dann das Gespann zum Laufen zu bekommen. Leider kann ich die Stuten erst am Donnerstag haben, weswegen wir- das heißt du- morgen nur den Vierspänner trainierst. Natürlich auch in Latex! Abends lassen wir sie noch mal aus der Gummihaut raus und machen am Donnerstag mit dem Sechspänner weiter. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag bleiben sie voll aufgeraffelt und wir machen am Freitag das Abschlusstraining. Wenn das zu meiner Zufriedenheit ausfällt lasse ich sie am Freitag Abend wieder an die Luft, wenn nicht bleiben sie in Gummi!
Brutus und Lion arbeiten als Schlepper immerhin auch recht häufig so ausstaffiert den Einstellern, die sich so präsentieren, zu- Steel ist es durch Augustine gewohnt und Kara hat auch Erfahrung in so einer Aufmachung... Wir starten zumindest nicht bei Null..."

„Schatz, die armen Pferde sind, bei der Belastung, am Ende der Woche reine Nervenbündel!“

„Markus es geht nicht anders! Ich habe meine Befehle an die ich mich zu halten habe. Klar hätte ich gern mehr Zeit um mein Gespann an die neue Situation zu gewöhnen, doch es bleibt halt nur knapp eine Woche. Wenn die Leistung stimmt haben sie am Samstag Zeit zur Regeneration, denn der Sonntag wird ein langer Tag und wir müssen auch noch einiges vorbereiten!
Mir macht das auch überhaupt keinen Spaß- zumal damit an ein Training für die Rennen zum Hoffest nicht zu denken ist. Aber auch dieses Argument hat die Baronin vom Tisch gewischt! 'Wir hätten dann immer noch gute drei Wochen Zeit...'- genau das waren ihre Worte..."

Beide Trainer schauten sich einen Moment schweigend an...- und der Pferdetrainer sagte resigniert: „Schatz, ich hoffe du weißt was du tust!“

„Markus, das hoffe ich auch. Ich bin aber, zum ersten Mal, froh dass wir Schlachtross auf dem Hof haben. Er ist ein Latex-Rennpferd par excellence und bringt hoffentlich Ruhe in das Gespann. Ohne ihn wäre es noch schwieriger dieses Gespann zusammenzustellen.“

„Sei mir nicht böse, aber ich glaube er ist überhaupt erst der Grund warum die Baronin auf diese Schnapsidee gekommen ist! Wir haben so einen Blödsinn doch früher nicht gemacht“, antwortete Markus sauer.

„Da kann ich dich beruhigen. Es ist die Idee der Braut! Eine der Teilnehmerinnen der Charityausfahrt scheint der Dame wohl einige Bilder von dieser und dem Gespann gezeigt zu haben...- und so will diese, da das Ganze als Latexhochzeit geplant ist, auch eine Kutsche mit den Pferden in Latex davor... Diese Dame hat sogar schon dem ursprünglich gemieteten Fahrservice abgesagt! Unsere Chefin hat mir die Mail gezeigt wo sie genau ansagt was sie am Sonntag sehen will und da die beiden alte Freundinnen sind wagt sie nicht ihr das auszureden.“

Die Rittmeisterin schwieg einige Sekunden und fuhr dann fort:

"Markus es ist egal was wir denken, wir müssen diese Aufgabe in Ehren und ohne größere Schäden für unsere Pferde hinter uns bringen! Geh jetzt rüber und raffle Schlachtross auf. Ich schaue zu dass ich die Outfits für die anderen vier Hengste zusammenstelle.“

Markus sagte nichts mehr. Er nahm sich Schlachtrosses Ausrüstung und verließ das Büro sichtlich unwillig.


Stall...- vormittags


Schlachtross:

Ich hatte meine 'Morgeneinheit' Bodenarbeit mit dem Pferdetrainer hinter mir, lümmelte gerade im Stroh und döste ein wenig vor mich hin, als die Boxentür aufging und Markus erneut hereinkam. Er ging direkt auf mich zu und hakte, gerade als ich mich aufgerichtet hatte einen Führzügel in meinem Halfter ein und zog mich wortlos hinter sich her.

'Was ist denn nu schon wieder?' dachte ich mir und fragte mich, warum Markus so mürrisch war. Hing dies noch mit dem gestrigen Tag zusammen? Vorhin hatte er sich da nichts anmerken lassen...

Wir gingen direkt in die Sattelkammer und als ich hineinkam stutzte ich kurz. Auf dem großen Tisch lag ein Latexanzug, den ich eindeutig als mein Latexfell erkannte, daneben standen die Hufstiefel, die ich immer auf Beas Hof und auch hier die ersten Tage getragen hatte, bevor ich die neuen von Petra bekam...
Doch was mich am meisten irritierte war der Pferdekopf, der oben auf der Ausrüstung lag und mich direkt ansah. Es war mein Schlachtross-Kopf...
Es fühlte sich irgendwie komisch an diesen Kopf jetzt zu sehen. Lange war für mich Pferd-Sein oder besser gesagt Schlachtross-Sein gleichbedeutend mit dieser Ausrüstung gewesen. Wenn ich in diesem Anzug steckte oder diesen Kopf auf hatte war ich Schlachtross ansonsten war ich Dominic. Doch in den Tagen hier auf Rosengarten war ich Schlachtross, aber eben ohne diese Dinge. Ich musste mir selber eingestehen, dass ich sie auch nicht wirklich vermisst hatte. Ich war auch Pferd ohne das alles.
Noch während ich so grübelte trat Markus an mich heran und löste meinen Hüftriemen. Dann nahm er mir mein Geschirr ab und löste auch das Dauerhalfter.

„Ich denke du kommst allein zurecht..."- sagte er und wollte gerade die Sattelkammer verlassen, als ich den Kopf schüttelte. Er schaute mich groß an und ich deutete auf den Rückenreißverschluss und dann auf den Kopf.
Wie gern hätte ich Markus jetzt gesagt, dass ich zwar allein in meinen Kopf käme, auch wenn es mit Hilfe einfacher ist, dass ich aber bei weitem nicht gelenkig genug bin den Anzug allein zu schließen.

Er stöhnte, trat ein Paar Schritte zur Seite, blieb aber in der Sattelkammer. Ich machte mich daran mich anzuziehen. Während ich mich mit dem bereitgestellten Gleitmittel einrieb fragte ich mich warum Markus sich so spröde verhielt.
Schamhaftigkeit konnte es wohl nicht sein, da unsere Trainer uns den ganzen Tag nackt sahen und auch bei allen intimen Verrichtungen und Akten ständig anwesend waren. Vielleicht war es auch vielmehr so, dass Markus mit mir als Mensch nichts anfangen konnte und mich sozusagen als Natur-Schlachtross abliefern wollte um mich dann als Latex-Schlachtross wieder abzuholen ohne mein dazwischenliegendes Menschsein mitzubekommen.

Ich legte den Pferdekopf zur Seite und griff mir meinen Latexanzug. Es ist immer ein besonderes Gefühl wenn sich das glatte, kühle Material zum ersten Mal wieder an die Haut anschmiegt.
Schnell stieg ich mit einem Bein in den Anzug und zog ihn hoch. Eng und faltenfrei lag das glänzende Latex bald an meiner Wade und am Oberschenkel an. Als auch dass zweite Bein im Anzug verschwunden war und ich ihn bis zur Hüfte hochgezogen hatte packte ich meine Genitalien und verstaute sowohl Penis als auch Hodensack in dem dafür vorgesehenen Futteral. Obwohl ich das schon oft gemacht hatte und es eigentlich ein ganz normales Vorgang für mich war, erregte es mich jetzt so stark, dass ich sofort ausschachtetete. Die Enge des Futterals und das lange vermisste Gefühl von Latex auf der Haut machten mich so geil, dass ich tief durchatmen und mich regelrecht zwingen musste meine Hände von meinem Schlauch wegzulassen. Wie gerne hätte ich mich jetzt selbst zum Höhepunkt gebracht.
Schnell zog ich mir den Anzug jetzt über den Torso und lies die Arme in den engen Röhren verschwinden. Da ich mich komplett mit Gleitmittel eingerieben hatte flutschten sie regelrecht an die richtige Stelle. Ich streckte mich und drehte Markus meinen Rücken zu. Er verstand sofort was ich wollte und schloss den Reißverschluss. Das Gefühl wie sich das kühle Material eng um einen Torso legte verstärkte meine Erregung noch, doch ich widerstand der Versuchung meinen Schlauch zu stimulieren.
Stattdessen beugte ich mich weit nach vorne und ging auch mehrmals in die Hocke um den Anzug perfekt an meinen Körper anzupassen.
Nun nahm ich mir meine Hufstiefel und zog sie an. Im Gegensatz zu den Rosengarten-Stiefeln war ihr Schaft auch aus Latex gearbeitet und reichte mir bis kurz unters Knie. Sie waren restriktiver, doch durchaus bequem und auf lange Tragedauer optimiert. Ich war aber trotzdem am Überlegen, ob ich nicht meine 'Neuen' nutzen sollte- da deren Schaft noch mehr Stabilität boten...
Nun kam das Highlight, mein Kopf. Ich nahm ihn in die Hand. Bewusst drehte ich ihn so, das ich in mein Pferdegesicht blickte.
Es war eine Handlung, die ich schon viele Male vollführt hatte, doch war es noch immer der Höhepunkt der Verwandlung. Mit diesem Kopf wurde normalerweise aus dem Mensch Dominic, Schlachtross das Pferd. Doch heute wurde aus Schlachtross dem Nacktpferd Schlachtross der Latexhengst. Ich musste bei dieser Vorstellung grinsen, doch zwang ich mich dazu weiterzumachen.

Ich hielt Markus den Kopf hin und deutete an, dass er ihn mit beiden Händen am Maul halten sollte während ich ihn aufsetzte. Geschickt griff ich das Kinnteil und weitete es während ich mit der zweiten Hand die Kopfhaube zurückschob. Schnell war die Gaumenplatte in meinem Mund verschwunden und ich drückte sie mit meiner Zunge fest gegen den Oberkiefer. Diese Platte würde ab jetzt die Zügelhilfen übertragen und mir sagen was ich zu tun hätte.
Dann steckte ich das Silikonprofil des Futterrohres auf meine untere Zahnreihe und biss einmal zu um alles fest mit meinen Zähnen zu verbinden. Durch dieses Rohr war sichergestellt, dass ich durch den Pferdekopf atmen, saufen und fressen konnte.
Die Nüsternschläuche waren der heikelste Moment. Während ich mir den Kopfteil langsam über die eingeschleimte Mähne zog fummelte ich die schlabberigen Röhrchen in meine Nasenlöcher.
Wie jedes Mal musste ich mich auch jetzt schütteln als sich die beiden Rohre ihren Weg in meinen Körper suchten. Doch sie fanden ihren Platz und ich konnte sehr gut durch meine Nüstern atmen. Schnell zog ich mir jetzt noch die Haube über und ruckte kurz den Kopf ein wenig hin und her um seinen Sitz zu optimieren, dann war die Verwandlung vollzogen.

Ich war wieder Schlachtross, das Latex-Rennpferd!

Ich nahm meine Hände auf den Rücken und drehte Markus mein Pferdegesicht zu. Ein Kopfnicken sollte ihm anzeigen, dass ich ab jetzt wieder ein Pferd war und ich mich ihm unterordnete.
Er ging auf mich zu und während er mir den Latexkopf streichelte schirrte er mich ein. Die massiven Riemen meines Geschirrs legten sich fest um meine Latexhaut. Ihr Druck war genauso Teil von Schlachtross wie die Hufhandschuhe, die meine Hände unbrauchbar machten.
Nachdem er meine Vorderhufe am Hüftriemen befestigt hatte befestigte Markus meinen Schweif an der Lederplatte direkt über meinem Steißbein. Er verzichtete darauf meinen Schlauch am Hüftriemen hochzubinden, so dass ich in der Box in der Lage war mein Wasser abzuschlagen.
Nach dem Einhängen des Führzügels zog er mich hinter sich her aus der Sattelkammer. Ich stolzierte regelrecht als ich ihm folgte.

Ach wie genoss ich die sanfte Berührung meines Schweifs am Hintern, den leicht erhöhten Blick und den speziellen Gang auf den Hufen, den Druck und die Enge in meinem Latexfell und selbst das kleine Sichtfeld meines Pferdekopfes war ein Teil von mir. Innerlich dankte ich Markus mich wieder in das 'richtige' Schlachtross verwandelt zu haben.
Leider meldete sich in meinem Kopf jetzt eine leise, aber böse, Stimme, die behauptete, dass sich dieses Gefühl wohl sehr schnell verabschieden würde wenn ich, wie in den letzten Tagen, gescheucht würde und mir der Schweiß bis an die Knie im Anzug stünde.
Doch das war weit weg, jetzt war ich Schlachtross der Latexhengst und ich genoss es und wollte allen zeigen was für ein tolles Pferd ich war.

Markus führte mich zurück in die Box und ich ging zu meinem Strohhaufen. Miu schaute mich mit großen Augen an und kaum hatte ich mich hingelegt war er auch schon neben mir. Seine Erregung war nicht zu übersehen. Er beschnupperte mich, rieb seinen Kopf an meinem und fuhr mit seiner Wange über meinen Torso.
Auch wenn ich es durch meine abgedunkelten Augengläser nicht klar erkennen konnte war ich mir sicher, dass er Tränen in den Augen hatte.

So musste für ihn das Pferd seiner Träume aussehen!

Durch die Aufmerksamkeit Mius fiel mir nicht wirklich auf, dass mich die anderen Hengst viel kritischer musterten. Während Brutus und Lion eher neugierig, taxierend schauten und sich wohl fragten warum ich so ausstaffiert worden war und was das für sie bedeutete war der Gesichtsausdruck von Blacky eindeutig ablehnend und fast schon ängstlich...


Vormittag, später...- 'Horsekeeper 3000'...


Die Baronin stand auf und ging an ihr Telefon. Sie wählte die Nummer der Rittmeisterin und als diese abgenommen hatte sagte sie:

"Rittmeisterin, ich habe hier einen Vertreter der Firma 'Equus Solution' im Büro sitzen. Währen Sie so freundlich mit zwei Pferden ans Herrenhaus zu kommen damit er sein Produkt direkt vorstellen kann?“

"..."

Sie wandte sich an den jungen Mann der noch am Schreibtisch saß und fragte ihn:

„Gibt es besondere Anforderungen bezüglich der Ausstattung der Pferde?“

„Nein Frau Baronin. Es wäre aber sinnvoll, um die Möglichkeiten unseres Systems voll und ganz aufzeigen zu können ein Pferd im Natur-Modus, wie sie es nennen, und eines in einem vollständigen Outfit zu haben. Aber natürlich nur wenn es keine Probleme bereitet.“

„Frau Rittmeisterin, ein Pferd normal und eines voll aufgeraffelt“, sagte die Baronin in ihr Telefon.

"..."

"Schlachtross und Blacky? Ja das klingt vernünftig..."

Sie legte auf und wandte sich wieder an ihren Gast. „Ich hoffe die Weiterentwicklung ihres Horsekeepers 2500 hält was Sie mir versprochen haben. Wir würden Ihr Produkt nämlich gern auf unserem großen Turnier präsentieren..."

Völlig geschäftsmäßig ließ sie ihre Aussage im Raum stehen...

„Unsere Firma wäre sehr erfreut darüber wenn wir auf Ihrem, europaweit bekannten, Turnier vertreten sein könnten!“

„Das lässt sich sicher arrangieren, doch will ich zunächst wissen ob Ihr Produkt das hält was Sie mir versprochen haben! Bitte lassen Sie uns nach unten gehen, die Rittmeisterin wird gleich mit den Pferden ankommen“, sagte die Rittmeisterin und wandte sich zum gehen.

Als die beiden aus der Tür des Herrenhauses traten sahen Sie schon die Rittmeisterin mit den beiden Pferden am Zügel über den Hof kommen. Blacky war, bis auf sein Dauerhalfter und den Monohandschuh, der seine Vorderhände auf dem Rücken fixierte, nackt, während Schlachtross in seinem Ganzkörperoutfit steckte.

Der Vertreter sagte: „Sehr schön. Ich schlage vor der Naturhengst kommt in unseren Horsekeeper 3000 basic während ich Ihnen mit dem Latexhengst alle Möglichkeiten und Vorzüge des Horsekeeper 3000 superior demonstriere."

'Latexhengst? Horsekeeper 3000 superior?'-mir stellten sich die Nackenhaare auf bei dem Gedanken was jetzt wieder kommen sollte. Der Begriff 'Horsekeeper' war mir irgendwann schon einmal untergekommen, aber es fiel mir beim besten Willen nicht mehr ein in welchem Zusammenhang.

Der Vertreter nahm sich Blackys Zügel und ging mit ihm zu einem Autoanhänger auf dem mehrere graue Boxen mit dem Firmenlogo 'Equus Solution' und der Aufschrift 'Horsekeeper 3000' standen. Er stieg auf die Ladefläche und zog den Hengst hinter sich her. Dann drückte er einen Knopf und die Tür einer der Boxen fuhr nach vorne.
Es wurde eine massive Metallkonstruktion sichtbar die verdächtig einem Besamungsbock ähnelte. Kern des Ganzen war ein waagerechter Metallbalken mit mehreren schwarzen Riemen. Vorne waren zwei senkrechte Rohre angeschweißt während am hinteren Ende zwei abgewinkelte, leicht gespreizte Auflagen wohl dazu da waren die Hinterhände zu fixieren.


Schlachtross:

Ich konnte mir lebhaft vorstellen wie Blacky jetzt schon die Augen verdrehte, bei der Vorstellung bald in diesem Gerät fixiert zu werden und tatsächlich scheute er schon und riss an seinem Zügel.
Doch der Vertreter war darauf gefasst und hielt den Zügel eisern fest.

„Oha ein störrisches Pferd. Aber das ist sehr gut, so kann ich Ihnen demonstrieren, dass unser Horsekeeper 3000 basic, genauso wie auch alle anderen Modelle, sehr gut dazu geeignet sind auch renitente Pferde ruhig zu stellen..."

Er hatte einen weiteren Knopf gedrückt und die gesamte Konstruktion schwenkte herum und er drehte sie, mit seiner freien Hand soweit, dass der Hauptbalken genau vor Blacky zu liegen kam. Dann schob er den Hengst mit geübter Hand nach vorne und auf Knopfdruck fuhr, aus dem Fundament ein schmales Stück Metall zwischen die Hinterhände von Blacky und zwei Querstreben klappten aus. Dann fuhr dieser Träger zurück und zwang Blacky, gegen seinen Willen, sich auf den Hauptbalken zuzubewegen.
Erst als seine Hüfte gegen den Hauptbalken gedrückt wurde stoppte die Maschine und der Vertreter ließ das Halfter los. Triumphierend sagte er: „Wie Sie sehen ist das Pferd schon fixiert und ich muss ihn nicht weiter halten!“

Blacky versuchte frei zu kommen, doch war er so fest eingeklemmt, dass er nur noch seinen Oberkörper drehen konnte.

Jetzt zog der Mann ein dünnes Seil aus dem vorderen Teil der Konstruktion und befestigte es am Halfter. Sofort begann eine Winde zu surren und Blacky wurde gnadenlos auf den Bock gezogen.
Während der, sich heftig wehrende Hengst nach unten gezerrt wurde löste der Vertreter die Riemen und legte sie zur Seite.
Kaum lag Blacky auf dem gepolsterten Hauptbalken legte er einen Riemen um dessen Hüfte und wieder erklang das Surren. Der Riemen wurde fest an den Körper angepresst und Blacky war jetzt 'sicher' fixiert.

„Wir verwenden extra breite und sehr flexible Gurte. Dadurch können wir das Pferd mit hoher Kraft an die Grundkonstruktion pressen ohne dass es Verletzungen oder Abschürfungen gibt. Nur wenn das Tier wirklich fest mit dem Horsekeeper verbunden ist können wir einen sicheren Transport garantieren."

Die Baronin, die Rittmeisterin und ich verfolgten das Schauspiel erkennbar interessiert, wobei mir immer mulmiger wurde bei dem Wissen bald in ein ähnliches Gerät mit der Bezeichnung 'superior' gesteckt zu werden.

'Wenn das 'basic' ist will ich nicht wissen was 'superior' noch an zusätzlichen Leckerlis bereithält!'

Das Gerät machte mir Angst. Gleichzeitig war ich aber auch erregt bei dem Gedanken auf diesem Ding fixiert zu werden.

Mittlerweile hatte der Vertreter Blacky mit zwei weiteren Riemen fixiert und löste seinen Monohandschuh. Wie zu erwarten war, fuchtelte der Hengst wild mit seinen Vorderhänden und versuchte sich zu befreien.
Darauf achtend außerhalb der Reichweite des Tieres zu bleiben ging der Vertreter ganz ruhig an eines der Rohre, löste eine Verriegelung und ließ es aufschwingen. Dann zog er ein weiteres Seil mit einer Schlaufe am Ende heraus und legte es Blacky geschickt um den Vorderhuf. Sofort wurde das Seil in die Maschine gezogen und Blackys Vorderhand bewegte sich unaufhaltsam in Richtung Boden. Plötzlich stoppte die Maschine kurz, zog aber kurz darauf weiter.

Der Vertreter sagte: „Die Maschine hat eine maximale Zugkraft eingestellt, um Verletzungen zu vermeiden. Sobald die Kraft des Tieres nachlässt zieht sie wieder an.“

Er ging an das Rohr und schloss es, da Blackys Vorderhand mittlerweile vollständig darin verschwunden war. Das gleiche machte er mit der zweiten Vorderhand und löste am Ende die Riemen von den Vorderhufen, die unten aus dem Rohr herausschauten. Blacky versuchte sofort seine Vorderhände aus dem Rohr zu ziehen, doch da sein Torso fixiert war gelang es ihm nicht.
Nach einem weiteren Knopfdruck hörte ich ein Zischen und plötzlich hörten die Bewegungen der Vorderhände auf.

„Luftdruckgesteuerte Polster. Einfach, sicher, verletzungsfrei!..."- dozierte der Vertreter jetzt.

Er ging an Blackys Hinterhände und legte auch hier einen Riemen über das Sprunggelenk. Dieser Riemen zog ihm die Hinterhand fest auf das abgewinkelte Gestell und ich erkannte, dass das Gestell so gebaut war, dass das Pferd mit leicht nach unten gebeugten Hinterhänden, aber dennoch ziemlich gestreckt auf dem Bock fixiert war.

'Schaut gar nicht mal so unbequem aus' dachte ich mir und fühlte mich an die Bilder von Piloten von Mini U-Booten erinnert, die ich mal gesehen hatte. 'Aber man muss es halt mögen, fixiert zu werden und Blacky mag es nicht!' vollendete ich den Gedanken und tatsächlich fing der Hengst jetzt an mit aller Kraft gegen seine Fesselung anzukämpfen.

Ganz ruhig ging der Vertreter an sein Gerät, drehte es wieder in die Ausgangsposition und fixierte es. Dann nahm er einen gepolsterten Stahlbügel und fixierte den Kopf des Hengstes.
„Die Kopffixierung ist eine Zusatzausstattung, doch ich rate dazu sie mitzubestellen, da es ansonsten zu leichten Kopfverletzungen und Zerrungen der Nackenmuskulatur kommen kann!“ sagte er ganz ruhig während das von ihm fixierte Tier wild schnaubend und mit den Augen rollend hinter ihm tobte.

Jetzt schob er die ganze Konstruktion wieder in die Box und als er die Tür geschlossen hatte war auch das Schnauben verstummt. Von außen war nichts zu hören und zu sehen.

„Da der Horsekeeper 3000 basic keine Vitalfunkionskontrolle und keine Möglichkeit der Fütterung und Defäketierung besitzt rät mein Unternehmen dazu das Tier nicht länger als 8 Stunden am Stück fixiert zu lassen. Als Zusatzelement empfehlen wir den Einsatz einer Kameraanlage, damit ist eine optische und akustische Überwachung gewährleistet. Dieses Paket ist im übrigen Standart in der Superior- Ausfführung...
Im Gegensatz dazu kann die Fixierung im Horsekeeper 3000 superior bis zu 48 Stunden erfolgen. Wird das fixierte Tier mit einer elektrischen Muskelstimulation ausgestattet und entsprechend medikamentiert ist eine Fixierung für bis zu 72 Stunden möglich und erprobt. Für Schäden, die aufgrund längerer oder unsachgemäßer Fixierungen auftreten kann die Firma 'EQUUS Solution' leider keine Haftung übernehmen.
Der Horsekeeper 3000 besitzt natürlich alle Zulassungen für sicheren Straßentransport, der Horsekeeper 3000 superior ist zusätzlich von allen großen Luftfahrtgesellschaften für den interkontinentalen Lebendtiertransport zugelassen“,

erklärte der Vertreter sichtlich von seinem Produkt überzeugt.
In diesem Moment rutschte mir das Herz in die Hose und der Gedanke daran bis zu 3 Tage in diesem Ding eingesperrt zu sein ließ sämtliches Erregung vergehen.

Nun wandte sich der Vertreter mir zu und führte mich ebenfalls auf den Anhänger. Bereitwillig folgte ich ihm was von seiner Seite den Kommentar:

„Ein braves, folgsames Pferd. So ist das fein, der Hengst scheint sehr gut erzogen zu sein!“, zur Folge hatte.

'Nein- nicht gut erzogen, nur Realist!' höhnte die Stimme in meinem Kopf.

Als er den Container öffnete erkannte ich, dass das Innenleben vollkommen anders war als das des vorherigen Containers. Statt einer Stahlkonstruktion war hier eine Art Kunststoffmatte oder Schale zu sehen, die ganz grob menschliche Konturen hatte. Seine Form erinnerte mich an ein Rennmotorrad. Zumindest eines in das der Fahrer regelrecht hinein modelliert wurde.
Über dieser Form war eine weitere Schale angebracht, die das Negativ der ersten darstellte.

'Da gewinnt der Ausdruck zwischen Hammer und Amboss sein doch gleich eine neue Bedeutung...', dachte ich sarkastisch während ich vor die Schale bugsiert wurde. Der Vertreter drückte meinen Kopf nach unten und ich legte mich, in das überraschend weiche Plastikmaterial, hinein.
Wie bei Blacky zwang mir der Horsekeeper eine leicht gestreckte Körperhaltung mit gespreizten Beinen auf. Doch im Gegensatz zu ihm waren meine Vorderhände nicht senkrecht nach unten gerichtet, sondern wurden von zwei Röhren in eine leichten Biegung geführt. Mein Pferdegesicht steckte ich durch eine Öffnung und fühlte wie mein Schädel geführt wurde wobei alle empfindlichen Körperteile wie meine Kehle ohne Druck blieben.

'Überraschend bequem!' dachte ich mir noch, als ich eine Hand an meinem Schlauch fühlte.
'Verdammt, warum geht mir hier jeder an die Eier!'- ich wollte hochschrecken, doch meine Hände waren schon fest in den Rohren gefangen und eine Hand drückte meinen Kopf gegen das Polster.

„Aufgrund des Silikonextenders kann der Urinsammler nicht perfekt angeschlossen werden. Wir raten deswegen ein Pferd ohne Schlauchprothese in den Horsekeeper 3000 superior zu verbringen.
Bei längeren Transporten von über 24 Stunden hat es sich sehr bewährt einen Katheter von nicht zu geringem Durchmesser zu verwenden“, sagte der Verkäufer geschäftsmäßig.

'Ihr werdet euch unterstehen!'- war mein einziger Gedanke dazu, während er meinen Schlauch anscheinend in einem Futteral unterbrachte.
Das mein Widerwille einen Katheter zu bekommen hier soviel zählte wie ein Sandkorn in der Wüste war mir klar, doch wollte ich es wenigstens gedacht haben.

Der Vertreter fuhr währenddessen fort, dieses Monster anzupreisen...

"Die Vitalkontrolle und die Entsorgung der festen Fäkalien erfolgt mittels unseres patentierten Analzapfens. Dieser Analzapfen besteht aus drei Teilen: Der untere Teil enthält ein Gel, das durch elektrischen Strom verfestigt wird und so ein Ausstoßen unmöglich mach. Darüber ist ein Latexballon angebracht, der mit Druckluft aufgeblasen wird und die Rosette sicher abdichtet.
Glauben Sie mir, meine Damen, das Teil ist dicht. Wir haben den Zapfen an Pferden getestet, dagegen ist dieser Hengst eine Jungfrau und selbst bei intensivsten Spülungen blieb die Umgebung vollkommen sauber und geruchsfrei!
Der oberste, metallische Teil hat mehrere Funktionen. Primär dient er als Ein- und Auslassöffnung der Spülflüssigkeit. Des weiteren sind die Sensoren für die Körpertemperatur und den Puls angebracht. Zu guter Letzt kann die Prostata des Hengstes mittels kontrollierter Elektrostimulation gereizt werden. Unsere Tests zeigen, dass sich auf diese Weise eine Gewöhnung des Pferdes an die Haltung im Horsekeeper viel schneller erreichen lässt.
Die Sensorik im Analzapfen erkennt dabei zuverlässig wenn der Hengst in Gefahr ist einen ungewollten Samenerguss zu erleiden und regelt dann die Stimulation entsprechend nach unten.“

Mir wurde mein Anzug in diesem Bereich geöffnet und ich bekam den kalten Analzapfen jetzt mit einigem Druck gegen meine Rosette gedrückt- entspannte mich aber brav. Schnell glitt das Teil in mich hinein, doch hielt ich die Luft an als meine Rosette mit einem scharfen Schmerz protestierte da das Teil doch dicker war als ich gedacht hatte.
Als der Zapfen in mir steckte spürte ich, dass meine Rosette um einiges stärker gedehnt blieb als mir lieb war. Aber der unwillkürliche Versuch den Zapfen wieder auszustoßen scheiterte kläglich. Egal wie weit sich meine Rosette dehnte, es fühlte sich an als wäre das Teil noch dicker und als hätte man ihn regelrecht in mich hinein zementiert.
Plötzlich hörte ich ein Pfeifen und mir quollen regelrecht die Augäpfel aus den Höhlen da ich das Gefühl hatte ein Fußball würde in meinem Enddarm aufgeblasen.
Der Druck ließ bald nach, kam aber nach einiger Zeit wieder. Erst nach mehreren Zyklen hatte es sich weit eingependelt, dass ich nicht mehr glaubte zu platzen.

„Die Steuersoftware hat die maximale Dehnung des Darmgewebes ermittelt und abgespeichert. Um das Tier zu schonen wird der Abdichtungsverschluss nur soweit befüllt, dass eine sichere Abdichtung gegeben ist. Steigt aber der Innendruck, z.B. Aufgrund einer intensivsten Spülung oder weil der Darm schon länger nicht mehr entleert wurde, so passt die Steuerung den Druck automatisch an und sorgt so für eine perfekte Abdichtung..."

Er war sichtlich stolz auf die Erfindung seiner Firma, doch ich war mir sehr sicher, dass er noch nie in einem seiner Horsekeeper Platz genommen, geschweige denn dass er schon mal dieses Monster von einem Analzapfen in seinem Arsch gehabt hatte.
Ich stellte mir dieses schmale Bürschchen in seinem Anzug vor wie ihm Natascha in ihrer feinfühligen Art den Analzapfen in sein Loch operierte und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.

Jetzt wurde der obere Teil meines Gefängnisses herabgelassen und ich spürte wie mein ganzer Körper von der festen Kunststoffhaut eingehüllt wurde. Ich versuchte mich zu bewegen, was mir überraschend gut gelang.

„Ich hätte es mir restriktiver vorgestellt“, dachte ich noch als ich wieder ein saugendes Geräusch hörte. Noch bevor ich richtig realisierte was los war verfestigte sich der Kunststoff über und unter mir und nach wenigen Sekunden war ich bewegungsunfähig in die Masse eingebettet. Ich konnte nur noch meine Finger ein wenig bewegen und meinen Brustkorb heben und senken. Der Rest meines Körpers fühlte sich an als wäre ich in Harz eingegossen worden.

Noch während ich mir überlegte ob ich es so länger aushalten könne, fühlte ich eine Hand an meiner Maske.
„Das Pferd trägt bereits eine Maske der Firma „Equine Dreams“ für diese Masken haben wir einen passenden Adaptersatz. Sollte das Tier über keine entsprechende Maske verfügen können Sie ihm auch einfach unsere Maske 'HK 2 Standard' überziehen. Dieses Modell verfügt über alle nötigen Funktionen um mit dem 'Horsekeeper 3000 superior' zusammenzuarbeiten. Der 'Horsekeeper 3000 superior' versorgt das Tier mit Flüssigkeit, Nahrung und Atemluft.
Unsere Forschungsabteilung hat festgestellt, dass gerade die Steuerung der Atemgeschwindigkeit einen starken Einfluss auf den Zustand des Tieres hat. Lange Atemzüge mit sehr niedriger Frequenz lassen den Puls signifikant sinken und werden, nach einer kurzen Gewöhnungszeit, auch von den meisten Tieren als angenehm empfunden“, sagte der Verkäufer überzeugt.

'Wenn man darauf steht ständig das Gefühl zu haben ersticken zu müssen oder es liebt sich vollständig einer Maschine auszuliefern, sicher!'- pflichtete ich in Gedanken bei und dachte mit Schaudern an die Male zurück als Augustine testete mit wie wenig Luft ich zurecht kam.
'Augustine! Bitte lasst sie nie in die Nähe dieses Teils kommen!'- dachte ich voll Panik als ich realisierte was jemand mit ihrem Hang zum Sadismus aus dem Horsekeeper machen konnte.

Plötzlich hörte ich einen Warnton und der Verkäufer sagte schnell: „Wir sollen zusehen, dass wir die Behandlung zu Ende bringen, da das Tier unruhig wird. Wenn der Horsekeeper 3000 superior erst einmal geschlossen ist beruhigen sich die Tiere schnell wieder.“

Er schob mir jetzt Schläuche in meine Nüstern und drückte auch einen Schlauch durch meine Maulöffnung. Ich hörte ein Klicken und war mir sicher, dass ich den Schlauch nicht mehr los würde egal was ich tat.

Sofort war mir auch klar was der Vertreter mit Atemluftkontrolle meinte. Ich spürte wie mir langsam Luft in die Lunge gedrückt wurde. Dann stoppte die Luftzufuhr und nach einer kurzen Zeit wurde die Luft wieder aus mir heraus gesaugt. Ich machte nur halbherzige Versuche gegen die Maschine anzukämpfen, da mir klar war, dass dieses Ding jetzt sogar die Kontrolle über meine Atmung übernommen hatte.
Kurz kam ein leichter Anflug von Panik in mir auf, doch ich schaffte es mich meinem Schicksal zu ergeben.

„Die Einbringung des Tieres in den Horsekeeper 3000 superior ist jetzt abgeschlossen. Meine Damen Sie haben gesehen, dass es spielend leicht ist und wir haben, sogar mit der Erklärung weniger als fünf Minuten gebraucht das Tier sicher und komfortabel unterzubringen. Die Maschine wird jetzt noch einen Systemcheck durchführen und sobald dieser abgeschlossen ist können wir den Container schließen und unser kostbarer Hengst ist so sicher wie in Abrahams Schoß!“

Ich hatte ein wenig Angst davor was wäre wenn das Ding wirklich zu wäre und ich von der Außenwelt abgeschlossen war.

'Ein gutes hat es doch...' sagte eine Stimme in meinem Kopf. 'Du musst dir das unerträgliche Gequatsche von dieser Verkäuferseele nicht mehr anhören!'

Dieser Gedanke brachte mich zum lachen, so dass ich mich an der Flüssigkeit verschluckte, die plötzlich in meine Maul floss. Ich hustete und würgte und fühlte wie die Maschine im Schlauch sofort einen Unterdruck erzeugte während ich über die Nüstern gleichmäßig mit Luft versorgt wurde.

'Nicht mal an meiner Kotze kann ich ersticken. Die haben echt an alles gedacht!'

Trotzdem fühlte mich auf eine seltsame, perverse Art geborgen. Da das Material mittlerweile eine sehr angenehme Temperatur angenommen hatte fühlte ich mich noch mehr wie in einem Kokon oder in einer Fruchtblase. Sogar als der Container geschlossen wurde und es um mich herum dunkel und still wurde fühlte ich mich gut. Ich überließ der Maschine meinen Atemrhytmus und entspannte mich aktiv. Sogar meine Blase und meinen Darm entspannte ich, da ich ja keine Kontrolle mehr darüber hatte.
Sehr schnell verlor ich das Gefühl für Raum und Zeit und glaubte bald zu schweben. Mein Gehirn gaukelte mir vor, ich würde tief unter dem Wasser in einem winzigen U-Boot schweben und die lichtlosen Tiefen des Ozeans durchpflügen. Ich ließ meinem Hirn diesen Glauben und gab mich meinen Träumen und meinem Kopfkino hin.
Da ich nach einiger Zeit merkte wie die Stimulation meiner Prostata einsetzte, drehte mein Kreislauf ein wenig hoch, so dass mir die Luft knapp wurde. Doch sehr schnell machte sich ein Gefühl einer angenehmen Erregung in mir breit. Ich war meilenweit von einem Orgasmus entfernt, doch war dieses Gefühl im Unterleib sehr angenehm. Mein Schlauch steckte steif in seinem Futteral und zum ersten Mal verfluchte ich es mich keinen Millimeter bewegen zu können um mir Erleichterung zu verschaffen.
Doch schnell ebbte auch diese Erregung ab und ich döste wieder vor mich hin.
Selbst als irgendwann eine Pumpe ansprang und mir Reinigungsflüssigkeit in den Darm pumpte nahm ich es nur noch wie durch Watte war.
Da meine Sinne vollkommen wirkungslos geworden waren merkte ich auch nicht das ich schon tief und fest eingeschlafen war, als die Pumpe begann mir die Reinigungsflüssigkeit wieder aus dem Darm zu saugen...

DRACHENLORD ENDE
12. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 08.02.21 16:05

Hier wieder der zweite Teil des Tages...


Tag 10, Dienstag- Woche zwei (Part 2)


Reithalle- etwa eine Stunde später...


Markus:

"Frau Baronin, wenn bis Sonntag die Kutsche laufen soll, dann benötige ich die Pferde zum Training und nicht in einem Würfel zu deren Aufbewahrung! Schlachtross ist für unsere Hengste als Demonstration gedacht, damit sie sehen, ein vernünftiges Arbeiten ist bei allen Einschränkungen in Latex möglich und Blacky muss ihn dabei sehen, damit der endlich mal seine Angst davor überwindet so eingekleidet zu arbeiten..."

"..."

"Nein, Blacky ist, was seine Zugkraft angeht, nur sehr schwer durch Miu zu ersetzen. Natürlich werden wir ihn als Ersatz für einen möglichen Ausfall einplanen... er wird wie alle anderen Pferde bis Samstag Abend so trainiert werden... Jawohl Frau Baronin... Verstanden- Blacky jetzt und Schlachtross eine Einheit später... Danke, Frau Baronin."

Der Pferdetrainer wandte sich direkt an den neben ihm stehenden Vertreter der Firma 'Equus Solution':

"Sie haben meine Chefin gehört...- Blacky wird aus der Basisversion heraus geholt...- sofort! In zwei Stunden steht dann auch Schlachtross- das ist der andere Hengst- hier... Ich habe keine Zeit dann zu warten!"

Ohne sich weiter um den Vertreter zu kümmern, rief er den Pferdeknecht an und fragte, wie weit dieser mit dem einkleiden der Pferde sei.

"... gut, wenn sie so weit sind, dann bring sie rüber in die Reithalle! Ich warte dort!"

Ohne weiteren Kommentar trennte Markus die Verbindung und begab sich auf den Weg zur Halle- als diese in seinem Blickfeld erschien, sah er noch den letzten der drei Hengste in deren Eingang verschwinden.
Drei Minuten später stand er neben Jens, überzeugte sich von der ordnungsgemäßen Einkleidung von Brutus, Lion und Miu und schickte danach den Pferdeknecht los mit der Anweisung, ihn in spätestens dreißig Minuten mit Blacky hier zu sehen. Er solle dabei gleich auch noch Ortscheide für zwei Doppelzüge mit je einem mittleren Reifen vorbereiten...

"Brutus, Lion, Miu... Im Schritt...- vorwärts!"

Seine Longierpeitsche zeigte den drei Pferden die Richtung an in der sie sich bewegen sollten- die Hengste waren zwar dank des Trainings auf Rosengarten entsprechend konditioniert und auch das Arbeiten in Latex war 'Dank' der Zuarbeit für Einsteller, die so etwas orderten, nichts wirklich Neues, doch die Unsicherheit war deutlich spürbar.

'Die fragen sich was los ist...- aber heute werden sie noch dumm sterben müssen. Wenn sie es morgen vor der Kutsche erfahren ist es früh genug...'

Markus sorgte dafür, daß die drei Hengste einfach Runden liefen...- Schritt, Trab und auch mal eine Runde im Galopp. Bis Blacky zu ihnen stoßen würde, sollten sie sich einfach nur bewegen. Ab und zu musste er bei Lion mit seiner Longierpeitsche ein wenig 'nachhelfen'...- aber da war es sichtbar der Versuch des Hengstes, mit möglichst geringem Kraftaufwand die Zeit zu überstehen. Im Unterschied dazu hatte Miu, wie in der Morgenbesprechung befürchtet, Probleme in diesem Outfit. Er kämpfte zwar, das sah der Pferdetrainer deutlich, doch was der Junghengst hier schon in den ersten Minuten zeigte, würde so am Sonntag nicht ausreichen...

'Blacky muss sich zusammenreißen... und wenn ich bei ihm die Angst vor Prügel und einer Aushändigung an Augustine so schüren muss, daß er die Arbeit in Latex vor der Kutsche als das kleinere Übel ansieht...- es geht nicht anders!'

Das Auftauchen des Pferdeknechtes mit Blacky im Schlepptau zeigte ihm, wie berechtigt seine Sorgen waren. Der Hengst war ein Nervenbündel und Jens zerrte ihn am Führstrick regelrecht hinter sich her, bis er bei Markus zum stehen kam.

"Herr Pferdetrainer...- das ging schon den gesamten Weg vom Stall bis hierher so! Der Hengst ist kurz vor dem verweigern..."

"Ist schon in Ordnung Jens- bereite die beiden Reifen vor, ich kümmere mich um Blacky..."

Nachdem der Pferdeknecht Markus den Führstrick übergeben hatte und sich um seine ihm übertragene Aufgabe kümmerte, sprach der Pferdetrainer leise auf Blacky ein- und schaffte es, verbunden mit einfachen Berührungen, ihn so weit zu beruhigen, daß der Hengst nicht mehr zitterte.

"Brutus, Lion, Miu- hiiieerher!"

Bis der Knecht die Reifen vorbereitet hatte, gönnte Markus den Pferden eine Pause, dann drückte er Lion und Blacky Jens in die Hand und schirrte selbst Brutus und Miu vor dem anderen Reifen ein. Er hoffte nur, mit der Zusammenstellung für seine beiden 'Problempferde' ein wenig Ruhe und Sicherheit über die gewählten Partner vermitteln zu können. Wenn Schlachtross in anderthalb Stunden hinzu käme, würde er ein wenig mit den Paarungen experimentieren... Brutus neben Blacky und Miu bei Schlachtross. Mal schauen, was dabei heraus käme...


Schlachtross:

Es war erstaunlich- ich hatte keine Ahnung, wieviel Zeit ich in diesem 'Würfel' verbracht hatte... mein Gefühl dafür war völlig weg. Dem Sonnenstand nach dürften es einige Stunden gewesen sein, ich schätzte mein herausgeholt werden auf späten?Nachmittag. Für mich am überraschendsten war aber die Tatsache, ich hatte mich in dem Teil erholen können. Es waren Stunden der Ruhe und mein Körper hatte diese zur Regeneration genutzt.
Ein Blick hinüber zu dem immer noch anwesenden Vertreter zeigte mir, er war offenbar nicht glücklich mit der Entscheidung, mich schon jetzt herausgeholt und damit seine Vorführung beendet zu haben- aber der Pferdeknecht, der mich nun an meinem Führstrick hielt, schien da wohl seine eigenen Anweisungen zu haben und führte mich, ohne eine weitere Diskussion zuzulassen, hinüber zur Reithalle.
Das sich mir bietende Bild überraschte, und verwirrte mich einen Augenblick, während es den Pferdeknecht zu belustigen schien- Markus drosch regelrecht mit dem Glasfieberstab der Longierpeitsche auf den Rücken eines der Pferde ein!

"... und wenn du dich nicht endlich anfängst zusammen zu nehmen, lasse ich dich die ganze Nacht unter der Aufsicht von Mira hier üben! Kapier das endlich! Ist es das, was dir vorschwebt- Blacky?"

"Herr Pferdetrainer- ich habe hier Schlachtross..."

Markus hatte uns offenbar nicht beim betreten der Halle mitbekommen und schaute im ersten Moment wütend in unsere Richtung. Dann aber entspannte seine Mimik.

"Alle hiieer zu mir! Schlachtross, du bist fit?"

Mit einem Schnauben bekundete ich meine Bereitschaft- ich war aber richtiggehend überrascht zu sehen, wie sehr das Verhalten von Blacky den Pferdetrainer gereizt haben musste.

"So- für euch verzärtelten Gäule mal zur Info! Schlachtross ist seit heute Vormittag in so einem Aufzug, hat bis jetzt die Zeit in einem 'Horsekeeper' zubringen dürfen und ist die Ruhe selbst! Ihr bleibt jetzt hier stehen und schaut euch euren Artgenossen an- Jens, du sorgst dafür, daß die nicht pennen!
Schlachross- eine Runde Schritt, eine im Trab und dann eine im Galopp! Schön flüssig...- und ab!"

Markus hatte meine Führleine gegriffen und lief alle drei Runden leicht versetzt vor mir mit. Sein vorgegebenes Tempo war nichts großartiges... ich sollte wohl eher eine saubere Ausführung der drei Gangarten demonstrieren. Noch nicht mal wirklich außer Atem brüllte Markus sofort die anderen Hengste an, er wolle das jetzt von denen auch so gezeigt bekommen- sonst gäbe es für keinen von ihnen heute Abend Futter und das sie aus ihren 'Fellen' heraus kämen wäre dann auch für alle nur ein schöner Traum!

'Was war nur mit Markus los? Warum triezte er die anderen Hengste so? Hing das mit diesem Vertreter zusammen?'

Für mich erkennbar stand unser Trainer ganz schön unter Druck.

"Schlachtross, du läufst jetzt zusammen mit Miu als Team... Ihr beiden lauft hinter Brutus und Lion...- Blacky, du kommst jetzt zu mir an die Longe! Jens- schirr die Pferde entsprechend vor die Reifen, danach wollte die Rittmeisterin dich auf der Rennbahn bei sich haben. Dort ist sie mit den Einstellern zu Gange und benötigt dich als Unterstützung..."

Schon ein paar Minuten später folgte ich dem Team vor mir zusammen mit Miu und drehte Runden durch die Reithalle. Die Belastung glich der, die ich vom Ziehen eines Sulkys auf einem Waldweg her kannte- also auch hier nichts wirklich Neues...
Was auffällig war- Miu suchte regelrecht meine Nähe! Scheinbar war er es nicht gewohnt, derart 'verpackt' über einen längeren Zeitraum zu arbeiten und so versuchte er wohl, seine Angst davor durch Nähe zu mir zu kompensieren.
Markus testete nach einiger Zeit mit ein paar Kommando's unsere Aufmerksamkeit... Wendungen um 90 oder 180 Grad, ein paar Gangwechsel... so übernahmen wir mehrfach die Führung- doch es schien, als würde der Pferdetrainer uns nur bewegen wollen um die anderen Pferde an das Arbeiten in Latex zu gewöhnen. Hingegen galt seine volle Aufmerksamkeit Blacky- der wurde von Markus richtig gescheucht! Ständiger Wechsel zwischen Trab und Galopp, Wechsel der Richtung, bei jedem Fehler durch Blacky einen Anschiss und Liegestütze...- und der Hengst musste oft runter und die eingeforderten zehn Stück für jeden seiner Fehler abliefern! Der Pferdetrainer hatte scheinbar jegliche Rücksicht abgelegt, sein Ziel war ganz offensichtlich Blacky zu einem 'vernünftigen' Arbeiten in einem Latexoutfit zu zwingen! Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dieser Hengst hatte ein massives Problem damit, in einer solchen Erscheinung eine vernünftige Leistung zu zeigen- und es schien sehr kurzfristig etwas sehr wichtiges stattzufinden, wozu wohl alle Hengste des Hofgutes benötigt würden...

"Blacky- hierher! Sofort!"

Die gebrüllte Anweisung des Pferdetrainers schreckte uns wohl alle auf und rein instinktiv schauten wir alle uns einen Moment suchend um.

"Lion- beweg deinen Arsch, aber flott! Ich habe nichts von stehenbleiben gesagt!"

Zum Glück für Miu und mich waren wir zwar etwas langsamer bei den wütenden Ansagen durch Markus geworden- aber es schien ihm entgangen zu sein. Blacky hatte sich aber losgerissen und war dabei ziellos durch die Halle zu laufen, ehe er sich in einer Ecke im Sand zusammen rollte und Markus an ihn heran ließ. Was der Pferdetrainer dann zu ihm sagte war unter der Maske ohnehin nicht verständlich...- doch Markus rief uns alle zu sich und beendete das Training nach einem Blick auf die Uhr. Seine Ansage an Blacky hatte diesen auch wieder sich auf seine Hinterhand stellen lassen- aber da fehlte jegliche Körperspannung. Er war vielleicht nicht körperlich, aber ganz sicher psychisch fertig- sein Zittern sprach sehr dafür...

'Was soll das- warum biegt Markus nicht zum Stall ab?'

Der Pferdetrainer zog uns nicht, wie ich erwartet, hinüber zu unserem Stall und damit zu Futter und relativer Ruhe- nein, es schien so, als wollte er uns in Richtung der Rennbahn führen. Aber auch da lag ich falsch...

'... der will mit uns zur Tierklinik!'

Ich wollte da nicht hin! Das bedeutete nur weitere Qual- und da wir alle in Latex steckten, waren wir ein gefundenes Fressen für die Baroness...

"... tut mir leid, aber Augustine will noch etwas von euch allen..."

Diese Worte von Markus waren definitiv nicht geeignet, meine aufkeimende Angst zu besänftigen- ich war aber nicht der einzige Hengst, der einen Ruck über die Führleine durch den Pferdetrainer erhielt.
Im 'Empfangsbereich' wartete die Baroness bereits mit Natascha auf uns und nach der 'Übergabe' an die Oberschwester wurden wir durch diese in die 'Eins' geführt. Außer dem Schreibtisch mit PC stand einzig ein 'Bock' mit den entsprechenden Schnallen zur Fixierung von einem von uns im Raum- irgendwelche Schlagwerkzeuge waren nicht zu sehen, doch das hatte hier gar nichts zu sagen...

"Schlachtross- du bist der erste und darfst Platz nehmen. Warte, deine Maske und Zuggeschirr kommen ab...- Baroness Augustine möchte dich dabei sehen können."

Ihre Stimme war völlig emotionslos...- wusste sie nicht, was hier von Augustine geplant war oder war sie mit involviert und deswegen so beherrscht? Ich hoffte auf die erste Variante, doch Widerstand wäre ohnehin sinnlos...- ich war ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert...
Während ich meine Maske und meinen Harness von ihr abgenommen bekam und dann sehr straff auf dem Bock festgeschnallt wurde, schien sich die Baroness außerhalb meines Sichtfeldes bereits mit einem anderen Hengst zu beschäftigen- unruhiges Wiehern und Schnauben war vernehmbar.

"Ist ja gut Brutus...- du bist Leithengst, du darfst als erster ran..."

"Baroness Augustine- der Probant ist ihrem Wunsch gemäß vorbereitet..."

Ich fühlte, wie die Baroness meinen Reißverschluss im Bereich des Afters aufzog und so dieses zugänglich machte...- nur sie könnte es sein, da sich Natascha in meinem Blickfeld befand. Kaltes Gel wurde rund um meine Rosette aufgetragen und ein...hoffentlich behandschuhter... Finger drang in mich ein.

'Die wollen dich wirklich jetzt...'

Weiter kam ich in meiner Überlegung nicht, denn das was folgen sollte, hörte ich aus dem Mund der Baroness:

"Zeit für deinen Stutentest...- deine vier Boxengenossen werden dir hoffentlich viel Freude bereiten..."

Der Blick in das Gesicht der Oberschwester zeigte, so glaubte ich, zumindest einen Moment den Hauch einer Mißbilligung, doch das war ganz sicher Wunschdenken von mir. Dann hatte mein Hirn den Inhalt der Ansage von Augustine begriffen...- da ich wusste, hier in der Klinik wurde nicht so sehr Wert auf das Sprechverbot gelegt, fing ich erst an zu protestieren, dann zu schreien- in der Hoffnung, man würde es draußen hören und Markus käme mir zu Hilfe!
Das war aber vergeblich, ich belustigte nur diese beiden Sadistinnen und mit einem Lächeln verpasste mir die Oberschwester nach der ',Freigabe' durch Augustine erst ein paar Ohrfeigen und danach ein Elektroschockband um meinen Hals, was mich sofort verstummen ließ.

"Was für eine schlaue Stute... heute schon das zweite Mal etwas im Arsch... Sollte sie vielleicht nicht rossig sein und das hier erneut als eine Vergewaltigung empfinden? So, als wenn dich der Pferdeknecht nehmen würde? Stell dir einfach vor, du wärst ein Versuchsvieh- die werden auch nicht gefragt!"

Der Bezug auf den Pferdeknecht..., der Hohn in ihrer Aussage gellte in meinen Ohren- legte ich doch Wert darauf, ein Rennpferd, Hengst und keine Stute zu sein! Hier wurde aber keinerlei Rücksicht darauf genommen, was das mit einem psychisch anrichten könnte- 'Tiere' hatten kein Seelenleben und man könnte alles mit ihnen anstellen. Versuchsvieh- das traf es wirklich...
Jetzt begriff ich auch, warum die Latexsuits der anderen Hengste alle eine Penishülle angearbeitete hatten- so war jeder von ihnen, jederzeit, als 'Deckhengst' für solche Spiele hier in der Klinik für die Baroness verfügbar!
Mittlerweile spürte ich die Wärme des ersten Hengstes hinter mir- und sein Schlauch begehrte Einlass. Ich hatte Brutus ja gestern etwas dazu gesagt, als wir im Regen ein paar menschliche Worte gewechselt hatten- und hoffte auf ein wenig Zurückhaltung durch ihn. Wenn Blacky und Lion dann dran wären...- die würden keine Hemmungen zeigen, es mir möglichst demütigend und schmerzhaft zu besorgen... da bräuchte ich keine Illusionen zu hegen.
Der Leithengst drang zu meiner Erleichterung recht sanft in mich ein und hielt seine Bewegungen in einem gleichmäßigen Rhytmus... mich erinnerte es ein wenig an eine Session mit meinem Stallknecht auf Bea's Hofgut...- was ihm von der Baroness ein paar Schläge auf seinen Hintern und die Aufforderung einbrachten, seine Fähigkeiten als Hengst doch etwas nachdrücklicher zu demonstrieren. Wiehern und Schnauben- doch er hielt seinen Rhytmus bei und auch weitere Schläge der Baroness brachten ihn nicht dazu, davon abzuweichen. Erst unmittelbar vor seinem Erguss wurden die Stöße heftiger und mit einem Wiehern tat er seinen Höhepunkt kund. Manch einer mag mich jetzt für pervers halten...- doch der 'Ritt' von Brutus, wenn auch durch die Baroness erzwungen, hatte mir gefallen und ich würde ganz sicher in der Box mich nicht verweigern, wenn er dies noch einmal einfordern würde...
Die Oberschwester hatte kurzzeitig den Raum verlassen, doch war inzwischen wieder zurück und bereitete anscheinend Blacky vor- dieser bekam von Augustine die Ansage, er dürfe danach aus seinem Anzug, sie wolle aber dafür von ihm sehen, wie er 'richtig' eine 'Stute' bespringen würde...

'Bitte lass ihn schnell seinen Höhepunkt haben und es vorüber sein...'

Schon sein Eindringen und die ersten Stöße würden es mir sehr schwer machen mein Ziel zu erreichen und ohne eine Lautäußerung dies hier zu überstehen. Ich kämpfte mit jedem seiner Stöße meinen Ekel herunter, biß mir auf die Lippen und hoffte auf ein Ende...


Natascha:

"Baroness, dürfte ich kurz den Raum verlassen? Ein Bedürfnis..."

Eine halbherzig hingeworfene Bewegung mit der rechten Hand durch Augustine entließ die Oberschwester und so schloss sie leise die Tür und atmete auf dem Flur erst mal durch. Sie hatte mitbekommen, wie ihre Untergebene von der Baroness aufgefordert worden war, eine Box für Schlachtross vorzubereiten- was aber im Gegensatz zu den kurz mit Markus gewechselten Worten über den Sinn der Ausstaffierung aller Hengste in Latex stand. Zudem, auch wenn sie ein persönliches Problem mit dem 'Neuen' hatte- vier Hengste als initialer Stutentest war mehr als ungewöhnlich, das war Schikane um jemandem zu zeigen, wie wertlos er hier auf dem Hofgut wäre. Normal waren ein oder zwei 'Decksprünge'...
Die Oberschwester wusste, die Zeit war jetzt nicht ihr Freund- rausgehen und Markus zu suchen, das käme nicht in Frage! Auch war ein Anruf von ihrem Smartphone ausgeschlossen...- da könnte sie sich, bei dem was sie vorhatte, auch gleich gegenüber der Baroness im Anschluss schuldig bekennen. Natascha hoffte aber auf die Routine und Dummheit ihrer Untergebenen- als würde sie nicht merken, wie diese Annika an ihrer Position sägen täte!
Hier bot sich nun eine Möglichkeit für sie, da ein wenig zurückzuschlagen... und Annika bei der Baroness madig zu machen...

'Glück gehabt- ehrgeizig..., aber dumm...'

So ihre Untergebene einschätzend, hatte sie im ersten Anlauf deren Handy an der Stelle gefunden, wo Annika es immer abzulegen pflegte, wenn sie eine rauchen ging. Schnell ein Blick um sicherzustellen, es wäre niemand in der Nähe...
Natascha hatte sogar noch die Einmalhandschuhe an um keine Spuren auf dem Gerät zu hinterlassen...- und mit dem Wissen um den von Annika genutzten Code entsperrte sie deren Smartphone. Die Kurzwahl des Pferdetrainers war wie auf jedem anderen Gerät des Hofgutes abgespeichert...

'Los, melde dich...'

"..."

"Markus, Augustine hat Schlachtross in der U eins beim Stutentest- da sollen alle vier Hengste über ihn rüber..."

Nach dieser Ansage brach Natascha die Verbindung ab, legte das Handy wieder an seinen Platz und dankte im stillen allen Schutzengeln, von niemandem dabei erwischt worden zu sein. Mit feuchten Händen stand sie eine Minute später wieder im Untersuchungsraum und geilte auf Anweisung der Baroness über gezielt gesetzte Schmerzreize Blacky für seinen Deckakt auf...


Rittmeisterin:

Verblüfft schaute ihr Partner auf sein Handy, dann zu seiner Partnerin...

"Das war von der Stimme eindeutig Natascha...- auch wenn sie offenbar das Gerät von Annika benutzt hat. Augustine hat sich alle Hengste vorhin von mir bringen lassen, damit diese bei einem 'Stutentest' Schlachtross 'decken' sollen... Alle vier... Der ist doch nur Gast hier! Ist die denn völlig irre?!"

"Ich kümmere mich darum- du bereitest besser den Waschraum und die Box für unsere Pferde vor..."

Während sie losrannte, hörte sie ihren Partner noch den Raum rufen, wo sie suchen sollte; im Gegensatz zu ihrem Partner hatte sie bereits begriffen, warum Natascha ein fremdes Telefon benutzt hatte. Mit einem Sprint in ihren Reitstiefeln stand sie keine fünf Minuten später in der Tierklinik und riss die Tür des von Markus angegebenen Untersuchungsraumes auf. Das sich ihr bietende Bild erschreckte sie selbst...- aber geistesgegenwärtig schoß sie ein Photo der sich ihr darbietenden Situation.

"Blacky Stop! Runter! Sofort!"

Der Gestüthengst war derart konditioniert, bei den scharfen Kommando's der Rittmeisterin folgte er deren Anweisungen sofort.

"Rittmeisterin- was fällt ihnen ein, meinen Test zu unterbrechen? Damit ist dieser..."

"Dieser Test ist beendet! Blacky- rüber zu den anderen! Natascha, mach Schlachtross SOFORT von dem Bock los!"

"Sofort raus hier- Rittmeisterin! Das ist eine medizinische Angelegenheit...- und damit nicht euer Fachgebiet! Blacky- zurück und weitergemacht!"

Der Hengst schaute verwirrt zwischen beiden Menschen hin und her- egal, auf welche Anweisung er reagieren würde, die andere Partei würde ihn ganz sicher bestrafen- und blieb hinter Schlachtross stehen. Sein Schlauch war aber draußen und er unternahm keinen Versuch ihn erneut einzuführen...

"Baroness- wir sollten unsere Unstimmigkeiten nicht vor den Tieren hier klären..."

Mit einer Handbewegung und im verbindlichen Ton suggerierte sie Augustine, den Streit auf dem Flur zu einer gütlichen Einigung bringen zu wollen. Ihr lag aber nichts ferner- mit dem Bild hätte sie gleich ein Druckmittel, was die Entscheidung der Baronin ganz sicher zu ihren Gunsten beeinflussen würde. Während sie mit Baroness Augustine nach draußen wechselte, sendete sie die Aufnahme der Baronin zu...

"Rittmeisterin- wie ich schon sagte, dies ist eine rein medizinische Angelegenheit- und dank meiner Schwester weiß ich, unser Gast ist einem Gestütpferd gleich gestellt...- hat dies meine Mutter nicht so am Sonntag bestätigt? Daher ist dieser Test Pflichtprogramm- oder hat sich in den vergangenen zwei Tagen etwas geändert?"

'Das entwickelte sich ja fast von selbst in die richtige Richtung...'

Die Rittmeisterin tippte die Kurzwahl ihrer Chefin und während sie auf die Annahme des Gespräches wartete, entgegnete sie der Baroness:

"Danke für das Erwähnen eurer Mutter- hier besteht ganz augenscheinlich ein Interessenkonflikt und wer wenn nicht sie wäre besser geeignet diesen zu klären?"

Endlich nahm die Baronin das Gespräch an.

"Frau Baronin? Bitte entschuldigen Sie die Störung- ich stehe hier gerade mit eurer Tochter Augustine in der Klinik. Unser Gast Schlachtross wird da gerade auf Weisung der Baroness dem sogenannten 'Stutentest' unterzogen... Üblich sind da meiner Kenntnis nach ein oder zwei Decksprünge- aber eure Tochter kann euch ganz sicher erklären, warum hier abweichend alle vier Hengste des Gestüts zum Einsatz kommen sollen! Hattet ihr nicht auch nach dem 'Vorfall' mit dem Pferdeknecht eine Entscheidung bezüglich Schlachtross getroffen? Vielleicht sollte Augustine sich auch eine Erklärung für Lady Bea und seine Jockey Anja zurechtlegen...- die Aufnahme dürfte da ganz sicher zu Nachfragen führen...
Ich gebe euch jetzt besser die Baroness..."

Auf diese unverhohlene Erpressung hin hatte das Gesicht von Augustine einen dunkelroten Teint angenommen- aber was sie von ihrer Mütter zu hören bekam, verschlimmerte ihre Situation. Die Baronin war überdeutlich zu vernehmen- und sie brüllte ihre Tochter zusammen!
In dieser Situation tauchte auch noch Annika mit der Meldung auf, die Box für Schlachtross wäre vorbereitet, was die Baronin wohl mitgehört hatte und sofort zu weiteren Nachfragen führte!

"Mutter- Schlachtross muss noch im Darm gespiegelt werden und diverse andere Untersuchungen seines Gesamtzustandes stehen auch noch aus. Er ist jetzt schon über eine Woche damit im Verzug..."

"Unsinn- er hat bis jetzt niemanden angesteckt! Gib mir die Rittmeisterin!"

Während diese ihr Telefon von Augustine rüde in die Hand gedrückt bekam, analysierte sie blitzschnell diese neue Information.

"Frau Baronin, um ihrer Frage zuvor zu kommen- eine solche Untersuchung würde meines Wissens dafür sorgen, daß Schlachtross bis etwa Samstag nicht zur Verfügung stehen würde. Dann können sie ihre Zusage wegen dem Sechsspänner für die Hochzeit schon mal zurück nehmen... dann haben wir nur fünf Pferde, die wir zum laufen bringen! Nein- mit Blacky können wir da nicht planen, ganz sicher nicht! Den bekommen wir nicht in der Zeit dazu so konzentriert wie gefordert in Latex zu laufen- der ist heute schon bei leichtem Gewöhnungstraining wieder durchgegangen! Keine Chance! Wir pokern da schon mit dem Einsatz von Miu als Ersatz für Blacky verdammt hoch... Wenn jetzt noch Schlachtross ausfällt- dann ist das Ganze hinfällig. Sie haben mir gesagt, solche Aufträge und die Einsteller sorgen für die Existenz des Gestütes hier- haben sie ihre Meinung geändert?"

Die Rittmeisterin war nach dieser Aussage froh, sich nicht gemeinsam in einem Raum mit ihrer Vorgesetzten zu befinden- es war kein Gebrüll zu hören, doch die Stille am anderen Ende sprach eine überdeutliche Sprache...

'Manchmal kann die Wahrheit sehr unbequem sein... Frau Baronin...'

In diesen Gedanken der Rittmeisterin hinein verlangte ihre Vorgesetzte mit ihrer Tochter zu sprechen.
Was zwischen den beiden nun besprochen wurde, war für die Rittmeisterin nicht mehr vernehmbar- offenbar hatte die Baronin sich wieder unter Kontrolle. Das Gespräch war trotzdem recht einseitig, denn von der Baroness war außer "Sofort", "Ja" und "Natürlich" nichts weiter zu hören- allein ihr Gesicht spiegelte zunehmend Wut darüber, derart vorgeführt zu werden...
Mit Beendigung des Gespräches wurde die Rittmeisterin durch die Baroness mit Mißachtung belegt, eine Bewegung ihrer Hand zeigte Annika, es wäre besser für sie, sofort wortlos zu verschwinden...- und zurück im Untersuchungsraum befahl diese mit angepisstem Ton der Oberschwester, ihr diese 'Drecksgäule' aus den Augen zu schaffen! Einzig Blacky sollte noch einen Moment bleiben, da wollte sie sich um seine 'Latexallergie' kümmern...


Augustine:

Nachdem dieses impertinente Weib von Rittmeisterin mit ihren Drecksviechern bis auf Blacky endlich ihre Klinik verlassen hatte, brüllte die Baroness ihre Wut ungehemmt aus sich heraus- ihr war dabei egal, ob sie von der Oberschwester in diesem Gemütszustand gesehen würde oder auch nicht... Das war IHRE Klinik...- ihr Reich, in dem sie tun und lassen könne, wonach IHR der Sinn stand! Wann hatte sich ihre Mutter das letzte Mal für die Vorgänge hier interessiert? Das war schon über ein Jahr her...- und war auch nur einer Verwechslung eines zahlenden Patienten geschuldet!
So wie die Rittmeisterin mit gezückter Kamera aufgetaucht war...- das handelte sich nicht um einen Zufall! Weder ihre Schwester noch deren Knecht Jens waren eingeweiht... von der Rittmeisterin und dem Pferdetrainer ganz zu schweigen! Hier war ein Leck in der Klinik und sie würde es finden! Außer ihr waren nur Natascha und Annika in die Vorbereitung und Durchführung von diesen Test eingebunden gewesen- aber die waren beide eigentlich loyal...

'Beide hatten aber die Gelegenheit dazu gehabt... Die Oberschwester war kurz weg gewesen... aber zu kurz, um draußen jemanden zu suchen. Annika? Die hätte dafür Gelegenheit gehabt...- aber auch da fehlte ein Motiv! '

Mit seltsamen Blick schaute sie auf die Oberschwester, welche Blacky an seinem Führstrick hielt.

"Mach den Gaul auf dem Bock fest...- und ich will dein Telefon!"

Das war ein Schuss ins Blaue hinein...- aber etwas besseres fiel ihr im Moment nicht ein. Die Ruhe, mit der Natascha ihr das Gerät gab, ehe sie sich um den Hengst kümmerte, sprachen für ein reines Gewissen der Oberschwester...
Mit dieser Überlegung trat Augustine erneut auf den Flur und sinnierte über das Auftauchen von Annika und deren Dummheit, auch noch von der angedachten Untersuchung von Schlachtross durch sie zu reden.

'Warum gerade in diesem Moment? War Annika wirklich so unsensibel und hatte einfach nur die Situation falsch eingeschätzt? Oder steckte da die Absicht dahinter, bei der Baronin lieb Kind zu machen? Aber warum?'

Augustine erkannte recht schnell- solche Gedanken waren jetzt nicht zielführend. Es ist besser, sich auf das offensichtliche zu konzentrieren und daher holte sie sich mit einem Anruf Annika in die 'U Eins' und verlangte dann gleichfalls deren Telefon.
Sorgfältig überprüfte sie die die Anrufprotokolle...- erst die von Natascha, dann jene der Krankenschwester. Mit ein wenig 'Spielerei' verschaffte sie sich sogar Zugriff auf kurzfristig zurück liegende Löschungen von Anrufen, löschte dann die Anrufprotokolle vollständig und gab beiden ihre Telefone zurück. Mit keinerlei Regung gab sie ihren Untergebenen nicht einen Anhaltspunkt darüber, ob sie ih ihrem Sinn fündig geworden war...

"Dieser Besuch der Rittmeisterin war wohl doch ein Zufall..."

Halb vor sich hingemurmelt...- und doch laut genug um von den beiden verstanden zu werden, beorderte die Baroness Natascha und Annika zurück an ihre Arbeit. Beide verließen den Raum mit einem Lächeln- aber die Oberschwester zusätzlich in dem Wissen, hier mit ihrer Intrige erfolgreich Annika eines ausgewischt zu haben. Auch wenn die Baroness sich jetzt noch bedeckt hielt... die Quittung würde präsentiert werden!


"Nun zu dir mein hübsches Pferdchen..."

Augustine genoss es, dieses Zittern von Blacky in seinem Latexfell zu sehen. Der Gaul reagierte immer so, wenn er wegen seines Unvermögens, in dieses Material gesteckt vernünftig zu arbeiten, hier bei ihr landete. Aber dieses Mal hätte er eine reale Chance, denn er war nicht das, was die Baroness begehrte...

"Mal wieder durchgegangen...- dein altes Problem. Ich nehme an, du möchtest lieber aus deinem Fell heraus und nicht die Nacht hier verbringen?"

Gleichzeitig mit diesen Worten hielt sie ihm das Maul der Maske zu und erfreute sich an der in seinen Augen ablesbaren Panik. Erst nachdem sie es nicht mehr schaffte, den wild hin und her geworfenen Kopf unter Kontrolle zu halten, gab sie ihn frei und erlaubte dem Hengst so eine Atempause. Dann legte sie sich aber auf seinen Rücken und verschloß mit ihren Fingern das Atemloch. So den Hengst erneut von der Atemluft abgeschnitten genoss sie seine Bewegungen unter sich, bis Blacky's Kraft nachließ und er kurz vor einer Ohnmacht stand. Es war für die Baroness wie der Ritt auf einem wilden Pferd...- sie spürte den Kampfeswillen und die unvermeidliche Niederlage des Tieres unter sich!
Dem Luxus eines zweiten derartigen Ritt's konnte sie nicht widerstehen- stieg danach aber ab und wartete ein paar Minuten, damit Blacky ihre Worte auch begreifen würde. Sie verzichtete sogar darauf, diese Phase mit ein paar Gertenhieben zu 'beschleunigen' wie sie es bei ihrer Schwester und deren Umgang mit den Pferden oft genug gesehen hatte.

"So mein hübscher Hengst...- wie gesagt, du willst doch sicher zurück in deine Box? Habe ich recht?"

Blacky hatte wohl begriffen was sie sagte, denn er nickte langsam.

"Da gibt es nur ein Problem... Ich würde so gern einen ganz bestimmten Hengst hier untersuchen..., auch mit meinem StrapOn...- aber der ist mir ja entführt worden... Du verstehst?"

Die Baroness griff sich jetzt den Kopf von Blacky, hielt ihn fest und zwang so dem Hengst ihren Blickkontakt auf. Dieser schlug die Augen hinter den Gläsern nieder, schnaubte und versuchte mit einem langsamen Nicken sein Einverständnis zu geben...
Belustigt stand die Baroness auf und gab Blacky mit der flachen Hand noch ein paar Schläge auf seine Flanke.

"Besser der als du- nicht wahr? Ich mach dich jetzt los und Natascha wird dich dann in den Stall bringen...- aber morgen früh ist einer von euch beiden ganz sicher wieder hier..."


DRACHENLORD

Hengstbox- später Abend...


Schlachtross:

Ich musste aufgrund meiner Erschöpfung eingenickt sein, den plötzlich wurde ich durch einen Stoß in die Rippen auf die Seite geschleudert und unsanft geweckt. Ich wollte Miu gerade anfahren was das solle, das krachte ein Fuß genau auf die Stelle an der gerade eben noch mein Brustkorb gewesen war.
Ich warf mich herum und versuchte so schnell wie möglich auf die Beine zu kommen. Dann versuchte ich im trüben Stalllicht zu erkennen was los war.
Ich erkannte, dass Lion wohl der Hengst war der mich angegriffen hatte. Er stand vor meinem Schlafplatz und sah verdutzt aus.
Ich sah mich schnell in der Box um und erkannte, dass auch Blacky auf den Beinen war.

'Beim Kampf gegen die beiden auf einmal habe ich keine Chance...'- dachte ich mir.

Und sofort stand mein Entschluss fest es nicht dazu kommen zu lassen. Ich sprintete los und warf mich mit aller Kraft gegen Lion. Dieser fiel und ich rollte mich in einer mehr oder weniger eleganten Hechtrolle über ihm ab. Er versuchte noch meine Hinterhand zu greifen, doch mit der seitlich fixierten Hand war dies nicht machbar und ich kam schnell frei. Als ich wieder stand, sah ich, dass Blacky auf mich zukam. Ich drehte mich kurz zu Lion um und gab ihm noch einen ungezielten Tritt. Da er aufstöhnte hatte dieser wohl ein Ziel getroffen.
Jetzte war Blacky heran und er gab mir einen harten Stoß mit der Schulter. Ich taumelte doch konnte ich mich auf den Beinen halten. Ich begann jetzt in der Mitte der Box zu tänzeln. Dabei versuchte ich Blacky und Lion gleichzeitig im Auge zu behalten. Lion war im Moment keine Gefahr, da er es irgendwie nicht schaffte sich ohne seine Vorderhände aufzurichten.
Blacky war ein anderes Kaliber. Er war schnell und schien keine Hemmungen zu haben mit aller Kraft zuzuschlagen. Wir umtänzelten uns wieder und wieder. Ab und zu wage einer einen Stoß nach vorn, den der andere aber leicht parierte.
Mittlerweile hatte ich erkannt, dass Brutus sich aus der Sache raus hielt. Er lag im Stroh und beobachtete unseren Kampf nur.
Lion war ausgeschaltet, da Miu für mich Partei ergriffen und sich mittlerweile auf seine Brust gesetzt hatte damit er so nicht mehr hochkam.
Da traf mich ein Kopfstoß auf mein Auge und ich spürte wie Blacky sich versuchte festzubeißen. Ich warf den Kopf nach vorn und traf ihn an der Schläfe. Er taumelte ein wenig zurück und ich nutzte meine Chance. Ich nahm die rechte Schulter nach vorne und warf mich auf ihn. Meine Schulter traf ihn mittig gegen den Brustkorb und trieb ihm die Luft aus der Lunge. Ich versuchte nachzusetzen und ihm mein Knie irgendwo hin zu rammen, doch er konnte mir ausweichen.
Es gelang mir nur noch ihm einen Tritt gegen das Schienbein zu verpassen. Dann humpelte er in eine Ecke.
Als ich ihm gerade nachstellen wollte hörte ich einen Schrei. Ich drehte mich um und sah, dass Lion Miu gebissen hatte. Der junge Hengst rollte sich von Lion herunter und versuchte sich an sein Hinterteil zu greifen. Ich konnte nichts genaues sehen, doch es sah so aus als würde er bluten.
Mit wenigen Schritten war ich bei den beiden und trat Lion, der sich gerade auf den Bauch gewälzt hatte und im Begriff war aufzustehen, gegen den Torso, dass er wieder auf den Rücken fiel. Ich lies mich fallen und trieb ihm mit meinem Körpergewicht die Luft aus der Lunge.
Jetzt kniete ich auf ihm und sah ihm ins Gesicht. Das einzige was ich dort erkennen konnte war Angst.
Lion hatte Angst vor mir! Dieser elende Gaul, der sich mir zwei mal unterworfen hatte um mich dann doch wieder anzugreifen...- hatte endlich Angst. Wären meine Vorderhufe nicht gefesselt gewesen hätte ich ihm das Gesicht zu Brei geschlagen, so eine Wut hatte ich.
Doch so schluckte ich die Wut hinunter und verlagerte mein Körpergewicht. Ich nagele seine Vorderhände mit meinen Knien auf den Boden und setzte mich absichtlich mit meinem ganzen Gewicht auf seine Eingeweide. Er stöhnte und wollte sich befreien, doch ich spukte ihm nur ins Gesicht.
Da fiel mir ein was er mit mir gemacht hatte als wir uns das erste Mal gesehen hatten und ich griff meinen Schlauch und lies es laufen. Mein Urin ergoss sich über seine Brust und seinen Kopf.
Ich achtete darauf dass möglichst viel über sein Gesicht floss. Ich wollte ihn nicht nur demütigen, ich wolle ihn unterwerfen und mir gefügig machen. Nach einigen Sekunden lies ich von ihm ab und stemmte mich geschmeidig hoch. Mich nach Blacky umsehend schaute ich in der Box auf und ab.
Ich erkannte ihn schemenhaft in einer dunklen Ecke...- Blacky hatte es fast weder auf seine Hinterhand geschafft...

'Kämpfen zwei Rappen im Kohlenkeller...- und du hast noch mehr als eine Schuld bei mir offen!'

Ich dachte dies erst hämisch, dann wütend, als ich auf ihn zuging. Mir kam seine 'Begrüßung' hier in der Box in den Sinn, jede einzelne Demütigung für mich bis hin zu seinem 'Deckakt' in der Klinik... Ich fletschte die Zähne und schnaubte ihn an. Er machte keine Anstalten sich zu verteidigen- meine Wut und Entschlossenheit hatten ihn wohl gezeigt, eine weitere Fortsetzung des Kampfes wäre nicht in seinem Interesse...- aber unterwerfen wollte er sich auch nicht!
Ich stand jetzt nur noch wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt und merkte wie er die Luft anhielt.
Da drehte ich mich von ihm weg, doch anstatt zu gehen rammte ich ihm unvermittelt meinen Ellenbogen in den Leib. Der Hieb schien ein Volltreffer gewesen zu sein, denn er ging keuchend zu Boden.
Ein Tritt von mir beförderte ihn auf den Rücken und da lag er wie ein Käfer, nach Luft japsend.
Ich stand über ihm und am liebsten hätte ich ihm in die Eier getreten, dass ihm seine Hoden aus dem Maul geflogen wären. Doch ich machte nur einen Schritt nach vorn und stellte meinen blosen Fuß auf seine Genitalien. Er versuchte auszuweichen, doch ich erhöhte merklich den Druck und er blieb stöhend liegen.

'Das ist für vorhin in der Klinik... und alles andere...- mein 'Freund'...'

Oh wie genoss ich es dieses Arschloch von einem Hengst unter mir zu haben. Er sollte sich winden und winseln!
Nach einigen Sekunden lies ich von seinen Eiern ab und trat an seinen Kopf. Ich drückte ihm mit meinem dreckigen Fuß den Kopf zur Seite und packe meinen Schlauch. Jetzt bekam auch Blacky was er verdiente...- und ich hatte sein 'Willkommen' in der Box für mich nicht vergessen!

Als ich mit ihm fertig war sah ich nach Lion. Dieser lag immer noch neben Miu, der Junghengst bewachte ihn, und schien es nicht zu wagen sich zu bewegen.
Ich ging jetzt auf Brutus zu, der sich aufgerichtet hatte. Vor ihm blieb ich stehen und senkte den Kopf.
Er beugte sich über mich und biss mir leicht ins Nackenfell. Ich akzeptierte es und rieb meinen Kopf an seiner Brust.

'Ich unterwerfe mich dir, aber auf die Knie gehe ich nicht mehr!', dachte ich und Brutus schien genau verstanden zu haben was ich sagen wollte.

Jetzt ging ich zurück zu Miu. Er hatte Lion sich in seine Ecke zurückziehen lassen und dieser lag stöhnend im Stroh. Gerade als ich mich in die nach Urin stinkende Ecke legen wollte wallte meine Wut wieder auf. Ich ging zu Lion und brachte ihn mit einem Tritt auf die Beine. Mit einem Kopfnicken zeigte ich ihm wo jetzt sein Platz war.
Als er sich zu Miu schlich wieherte ich diesem zu und als er mich ansah, machte ich eine Kopfbewegung, dass er sich zu mir legen solle.
Er rollte sich an meinen Füßen zusammen und ich genoss das saubere warme Stroh, das bis gerade eben Lions Schlafplatz gewesen war.
Mir war mittlerweile klar, dass ich hier mit Freundlichkeit nichts erreichen würde, doch nahm ich mir fest vor, nur die zu demütigen die mich misshandelten. Die die gut zu mir waren würde ich in Ruhe lassen, egal was passierte.
In Gedanken begann ich eine Liste derer, mir denen ich noch ein Hühnchen zu rupfen hatte zu erstellen: Mira, Augustine, Jens, die Baronin, Bea...

DRACHENLORD ENDE
13. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 12.02.21 19:01

Tag 11, Mittwoch- Woche zwei



DRACHENLORD


Büro der Rittmeisterin- morgens...


'Probleme...'


„Am liebsten würde ich die Hengste legen! Alle! Noch heute!“

Die Rittmeisterin war stinksauer und lief fluchend in ihrem Büro auf und ab. Sie verfluchte die ihr anvertrauten Pferde und wünschte ihnen regelrecht die Pest an den Hals.
Markus saß an seinem Schreibtisch und wagte zunächst nicht seine Partnerin und Vorgesetzte anzusprechen, da er sie selten so wütend gesehen hatte, doch dann fragte er zögerlich:

„Schatz, was ist denn passiert?“

Sie fuhr herum und blaffte: „Was passiert ist? Ich will dir sagen was passiert ist! Ich war gerade in der Hengstbox um unsere Sammlung gestörter Viecher auf die Weide zu treiben, da bietet sich mir ein Bild des Grauens. Miu hat eine Bisswunde am Arsch, Lion lahmt, Blackys Brust ist voll von Hämatomen und er bekommt nur unter Schmerzen Luft und Schlachtross hat ein blaues Auge und kann die rechte Schulter kaum bewegen. Natascha versorgt das was geht in der Box- hat aber Blacky mit in die Klinik genommen. Den scheint es schwerer erwischt zu haben... Anscheinend sind unsere lieben Hengste heute Nacht mal wieder übereinander hergefallen!
Der einzige der keine neuen Verletzungen hat ist Brutus. Dafür ist sein Knie jetzt jeden Morgen halb steif und er braucht immer länger um beweglich zu werden!“

Markus machte große Augen, doch bevor er etwas sagen konnte fuhr die Rittmeisterin fort:

„Kannst du mir sagen wie ich in vier Tagen einen Sechspänner stellen soll mit diesem Material an Pferden, das ich habe?“

Sie lies sich auf ihren Stuhl fallen und vergrub das Gesicht in den Händen.
Markus erkannte, dass sie wirklich verzweifelt war und kurz davor war zu weinen. Er stand auf und versuchte sie zu trösten. Doch die Rittmeisterin schnaubte:

„Da reiße ich mir für diese Mistviecher den Arsch auf und sie können sich nicht einmal ein paar Tage beherrschen. Wieso müssen diese notgeilen Hengste so kurz vor einem wichtigen Event Rangkämpfe veranstalten? Manchmal kann ich Mira echt verstehen. Bei diesem Pack hilft nur die Peitsche!“

Wie um ihre Aussage zu unterstützen schlug sie mit der Hand auf den Schreibtisch, dass ihre Kaffeetasse hüpfte.

„Jetzt komm bitte wieder runter!“, redete Markus auf sie ein. „Es sind Tiere und sie handeln genau so wie wir es immer von ihnen verlangt haben: Instinktiv. Keines der Pferde weiß von der Hochzeit, weil wir es ihnen gestern nicht gesagt haben. Also wieso sollen sie sich zurückhalten? Zumal durch den Einzug von Schlachtross in der Hengstbox ein neues Aushandeln der Rangordnung unvermeidlich war..."

In diesem Moment klingelte das Telefon und Markus nahm ab. Seine Miene verdüsterte sich und als er auflegte sagte er leise:

"Das war Augustine. Blacky fällt für mindestens zwei Tage aus!“

Die Rittmeisterin stöhnte auf und sagte: „Das nicht auch noch! Ich brauche ihn am Sonntag für das Gespann...- und wir hätten ihn trotz seiner Aversion schon zum laufen gebracht. Blacky ist trotz allem einer der Leistungsträger! Wie soll die schwere Kutsche sauber laufen mit diesen Invaliden vorne dran? Dazu reisen am Freitag neue Gäste an...- die haben dafür bezahlt von uns hier bespaßt zu werden... Sag mir, wie ich das hinbekommen soll!
Da hat man den ganzen Stall voll stehen und bekommt nicht ein Gespann zum laufen! Manchmal habe ich größte Lust einfach den Abdecker anzurufen!“

Markus stöhnte und sagte dann ganz ruhig: „Mit Blacky haben wir doch beide nicht wirklich gerechnet- du hast gestern erst wieder erlebt was er für ein Nervenbündel er wird, nachdem wir ihn in Latex steckten...
Dann stehen jetzt die nächsten Tage unsere Gestütpferde für die Einsteller nur eingeschränkt zur Verfügung...Schauen wir mal, was am Freitag anreist- das sind 'Blaue, für die brauchen wir nichts vorzuhalten. Das Paar hier war schon mal da...- die können wir das Wochenende allein laufen lassen... Mhh- der hier ist allein, seine Besitzerin musste absagen. Ach stimmt...-die beiden hat die Frau Baronin angeschrieben, die will sie zum Turnier dabei haben... Wenn Blacky bis zum Wochenende wieder fit sein sollte, können wir ihn da als Trainingspartner einsetzen...- soll Augustine mal zeigen, was sie wirklich drauf hat! Da wäre ein Tipp von dir an die Baronin vielleicht hilfreich...
Mit welchen Pferden können wir am Sonntag arbeiten: Steel ist fit, die kann wirklich was ziehen. Ebenso Schlachtross. Brutus werde ich jeden Morgen massieren und er bekommt am Sonntag eine Bandage. Dann sollte sein Knie durchhalten.“

„Schön, die Einsteller sind 'versorgt'- die bringen ja das Geld... Aber Kara ist eine dauerrossige Stute die kaum auf Ausdauer trainiert wurde, Lion ist stinkend faul und nur mit Schlägen dazu zu bewegen das an Leistung abzuliefern was von uns gefordert und Miu..., na ja es ist halt Miu. Wir haben im Sechspänner drei Pferde die was leisten können und drei die nur Staffage sind. Tolle Quote!“, warf die Rittmeisterin bitter ein.

„Ich gebe zu... ein Dreamteam schaut anders aus, aber wir müssen mit dem arbeiten was wir haben! Es muss uns etwas einfallen sie dazu zu motivieren sich komplett zu verausgaben!“, versuchte Markus dagegen zu halten da ihm die Schwarzseherei seiner Vorgesetzten langsam auf die Nerven ging.

„Und wie willst du das anstellen? Ich kann doch nicht vor Kundschaft auf mein Gespann einschlagen! Und Ansagen wie: Wenn ihr nicht... dann... funktionieren bei denen nicht. Das haben wir schon öfter probiert. Wie du schon sagtest es sind Tiere!“

„Wenn wir bei Kara und Lion in der Vorbereitung Prügel als Motivator einsetzen müssen um Leistung von ihnen zu bekommen... ist das deren Problem- nicht unseres! Und durch das Latexfell sind Striemen und Narben eh nicht zu sehen... Wir können beiden auch eines von Augustines 'Halsbändern' verpassen- das dürfte entsprechend anspornen...
Du hast aber Recht...- doch es gibt für Pferde außer Flucht noch eine Motivation für die sie laufen bis sie tot umfallen“, orakelte Markus.

Die Rittmeisterin sagte nichts, aber ihr Gesichtsausdruck sprach Bände. Anscheinend hatte sie keine Ahnung worauf Markus hinaus wollte.

„Sex! Wir machen die Hengste nach allen Regeln der Kunst geil, lassen sie aber nicht aufreiten. Wenn wir es richtig anstellen laufen die sich, nur für die Aussicht auf einen Deckakt nach der Hochzeit, die Seele aus dem Leib“, sagte er triumphierend und offensichtlich stolz auf diesen Einfall.

Die Rittmeisterin schaute auf und ihr Gesichtsausdruck war nicht mehr ganz so verzweifelt. Sie sagte: „Das könnte tatsächlich klappen. Lass mich überlegen:
Brutus darf auf Steel. Für die Aussicht sie mal wieder decken zu dürfen würde der alles tun.
Lion und Kara werden sich auch nicht beschweren miteinander Spaß zu haben.
Aber was machen wir mit Schlachtross und Miu? Von Miu weiß ich, dass er sich ganz gern decken lässt, aber ob Schlachtross mit einem Hengstarsch zufrieden ist wenn die anderen auf eine Stute dürfen glaube ich kaum.“

Markus schaute sie an und sagte mit einem Grinsen im Gesicht: „Um den mache ich mir die geringsten Sorgen. Wenn ich ihn nicht ganz falsch einschätze würde der sogar nur aus Loyalität laufen bis zum Umfallen.“

„Loyalität? Zu wem? Zu uns ganz sicher nicht!“, die Rittmeisterin klang vollkommen ungläubig.

„Zu uns? Vielleicht...- wir haben ihn immerhin gestern aus der Klinik geholt... Doch zu Miu ganz bestimmt! Ich habe durchaus mitbekommen, wie der kleine ihm die ersten Tage hier erträglich gemacht hat und dafür wird Schlachtross sich sicher revanchieren wollen...
Warte mal- du hast doch vorhin gesagt, außer Brutus sind alle verletzt... Denk mal nach- Blacky und Lion sind über Schlachtross hergefallen, weil die beiden ihn in der Rangordnung unter sich halten wollen... und Miu hat Schlachtross gegen die beiden geholfen! Vielleicht hat der sich auch eingemischt, als die beiden Miu bespringen wollten- auf alle Fälle haben wir Lion und Blacky als eine Partei und Schlachtross mit Miu als die andere. War heute morgen in der Box etwas anders?"

„Ja, die beiden lagen auf dem Platz, wo Lion sonst schläft...- aber zurück zum eigentlichen Problem! Wie soll das im Sechser aussehen?“, wandte die Rittmeisterin ein. „Ich kann die beiden nicht Händchen halten lassen.“

„Vorne Kara und Steel, wie von der Baronin gewünscht... Hinter Steel Brutus um ihn zu motivieren. Dahinter Lion als Stangenpferd. Damit hab ich ihn auch direkt am Kutschbock und kann ihm auch mal eins mitgeben wenn er gar nicht ziehen will ohne dass es zu sehr auffällt.
Dann neben Brutus Schlachtross. So haben wir die beiden stärksten Pferde nebeneinander. Miu hinter Schlachtross.
Die Pferde auf der zwei und der drei schirren wir an gemeinsame Zugstränge. Dadurch bekommt es Schlachtross genau mit wenn Miu nicht mehr anziehen kann und seine Gespannseite zurückfällt. Ich traue ihm zu soweit mitzudenken, dass er dann seine Zugkraft selbständig erhöht. Wenn Miu hinter seinem Idol läuft wird ihn das hoffentlich so sehr motivieren, dass er alles aus sich rausholt.“

„Damit habe ich auf der linken Gespannseite aber nur ein Kraftzentrum. Selbst für Schlachtross wird das kaum durchzuhalten sein. Leider haben wir Miu viel zu lange vernachlässigt, als dass er im Gespann eine große Hilfe wäre.“

Jetzte war es an Markus kurz zu stutzen. Er sagte schnell: „Wir haben diesen Hengst immer nur gelobt. Jetzt muss er mal zeigen ob er was kann und ob er das Lob wert war. Wie gesagt er ist vollkommen gesund und fit. Da werden ihn auch eine oder zwei Stunden Überlastung nicht aus der Bahn werfen. Mach ihm einen Pulsmesser und ein Körperthermometer dran damit du weißt wann er dabei ist sich umzubringen und dann sollte das klappen. Die tägliche Bodenarbeit mit ihm zeigt im übrigen Fortschritte- da lagen wir richtig. Seine Reaktionen auf unsere Kommando's erfolgen jetzt schon überwiegend instinktiv...- und das ihn Mira jetzt seit Montag in Ruhe gelassen hat tat wohl ein übriges...
In der Woche nach der Hochzeit ist nichts wichtiges, da kann ich die Pferde langsam wieder aufbauen bevor wir mit dem Abschlusstraining für das Rennen beginnen.“

Den Chip von Schlachtross hatte Markus in seiner Überlegung völlig vergessen...

„Markus, ich habe kein gutes Gefühl bei der Aktion, sehe aber auch keine bessere Lösung!“

Die Rittmeisterin lehnte sich zurück und schloss die Augen. Nach einigen Minuten sagte sie: „Das A und O an diesem Plan ist, dass die Pferde mit einer Belohnung rechnen wenn sie eine gute Leistung gezeigt haben. Am besten geben wir ihnen einen Vorgeschmack, wenn das Abschlusstraining am Freitag gut läuft. Ansonsten bekommen unsere Pferde ab sofort immer wenn sie nicht im Gespann sind einen Keuschheitsgürtel um, auch die Stuten! Das solle helfen bei ihnen bis Sonntag einen anständigen Druck aufzubauen.“

„Hm, aber nicht dass sich einer die dicken Eier wundläuft!“ wandte Markus ein und fuhr dann fort: „Warte mal...- wenn die in den Anzügen stecken können die doch eh nicht aufreiten...- da reicht es, wenn sie die Gürtel in der Box tragen müssen! Ich kümmere mich gleich um die Kutsche und die Zugriemen. Gehst du zu Augustine und besorgst die entsprechenden Utensilien?“

„Ja, das kann ich machen!“ Die Stimme der Rittmeisterin klang schon wieder um einiges zuversichtlicher als vorhin. „Wobei ich bei den Pferden sicher keine Pluspunkte ernten werde, wenn ich ihnen die Dinger um die Hüfte schnalle. Aber sie werden sich schon denken können wofür sie die verdient haben.“

DRACHENLORD ENDE

"Bist du damit einverstanden- den ganzen Tag Ausdauertraining für Lion und Miu, die müssen fit gemacht werden. Mit Schlachtross mache ich Bodenarbeit und Ausdauer im Wechsel, da nehme ich Brutus dazu... und seinen kleinen Freund in den Ausdauereinheiten. Holst du dir von der Frau Baronin das Einverständnis, unsere Hengste ohne Eingriff der Baroness die Woche zu trainieren? Ich bin mir sicher sie wird da zustimmen...- so viel wie ihr an diesem Irrsinn liegt, wird sie Mira sicher da Zügel anlegen..."

"Ich spreche mit der Baronin- beweg du unsere Hengste..."- die Rittmeisterin nickte den Vorschlag des Pferdetrainers ab. "Ich frage auch Simone, ob deren 'Sissy's' die Anzüge von unseren Pferden jeden Abend wieder auf Vordermann bringen können... für die Einsteller handhaben wir dies ja auch so."

"Gute Idee..."- Markus war schon halb zur Tür hinaus, doch ihr Vorschlag war sinnvoll- so hätten 'seine' Hengste das Gefühl, wenigstens jeden Morgen wie ein Einsteller mit einem sauberen 'Fell' versorgt zu werden...


DRACHENLORD


Abend...


Schlachtross:

Markus und die Rittmeisterin hatten den ganzen Tag mit uns Pferden auf dem Reitplatz und der Rennbahn gearbeitet, mich mit Miu zu zweit vor den Wagonetten und zu viert im Gespann vor einer Kutsche. Dazu natürlich noch Bodenarbeit für mich, zusammen mit Brutus. Der Pferdetrainer hatte uns auch verraten, warum wir alle seit gestern plötzlich in Latex trainiert wurden. Für mich war das Training nicht sonderlich hart, da ich es gewöhnt war im Ganzkörperoutfit meine Leistung abzurufen. Aber ich konnte mir vorstellen, wie es den anderen Hengsten erging. Vor allem um Miu machte ich mir Sorgen. Er schien die ganze Zeit angespannt zu sein und suchte offensichtlich meine Nähe. Immer wenn er in einer Pause direkt bei mir sein konnte entspannte sich seine Körperhaltung, aber wenn ich nicht da war schien es als müsse er mit sich selber kämpfen. Der Pferdetrainer hatte dies offenbar erkannt- und Miu die Einheiten mit mir im Zweispänner und im Vierspänner neben mir laufen lassen um ihm damit das Gefühl meiner Anwesenheit zu vermitteln...

Die Rittmeisterin kam nach dem Vierspännertraining auf den Reitplatz als wir gerade im Begriff waren Schluss zu machen und ging direkt auf den Pferdetrainer zu.

"Markus, gibt mir bitte Schlachtross. Ich brauche ihn kurz. Du kannst die anderen außer Miu schon mal ausschirren und im Stall aus ihren Fellen holen und waschen.“

Ohne eine Antwort abzuwarten nahm sie meine Zügel und wir gingen in Richtung des Gestüts. Doch statt in den Stall gingen wir über den Hof zu dem Trakt, von dem ich wusste dass dort ihr Büro war. Sie öffnete die Tür und zog mich hinter sich her. Ich scheute, da ich keine Ahnung hatte was ich in ihrem Büro sollte. Doch sie zog mich energisch hinter sich her.
Im Büro angekommen nahm sie mir den Pferdekopf und meine Hufhandschuhe ab, reichte mir ein Handtuch und sagte:

"Schlachtross, ich meine Dominic, es tut mir leid wenn ich dich aus deinem Pferde-Selbst holen muss aber ich möchte etwas besprechen, bei dem nur du mir helfen kannst.“

Ich hörte ihre Worte, doch realisierte ich den Sinn nicht. Sie war mittlerweile an die Kaffeemaschine gegangen und fragte:

"Dominic, wie möchtest du deinen Kaffee? Mit Milch und ohne Zucker?“

"Mi...hiieeerr...!"

Da wär ich doch fast auf sie hereingefallen...- und auch, wenn sie mich so wie Markus fair behandelte, ich traute ihr nach allem hier noch nicht wirklich und hatte sie mich nicht schmerzhaft gelehrt, hier auf Rosengarten nicht auf solche Tricks herein zu fallen...?

"Dominic- deine Vorsicht in allen Ehren... nicht jeder bekommt so die Kurve und bei den meisten funktioniert der Trick... doch ich möchte mich nicht mit Schlachtross sondern mit dem Menschen unterhalten. Also, wie soll der Kaffee sein- oder möchtest du verzichten?"

„Mit Milch ohne Zucker, vielen Dank Frau Rittmeisterin..."

Sie drückte mir einen Humpen Kaffee in die Hand und lies mich auf einem Stuhl hinsetzen. Sie selbst setzte sich mir gegenüber.
Zwischen uns machte sich eine unangenehme Stille breit, die sie, nach einem tiefen Schluck aus der Tasse brach:

"Wie ist der Kampf gestern Nacht ausgegangen... ich nehme an, ihr habt etwas in der Rangordnung geklärt? Hat Miu dir geholfen oder war es anders herum? Blacky ist, denke ich, nicht mehr Nummer Zwei...- sonst wärst du an seiner Stelle bei Augustine in der Klinik... habe ich recht?"

Stumm nickte ich ihre Vermutungen ab, deswegen würde sie mich ganz sicher nicht zu sich geholt haben und sich mit mir unterhalten wollen...

"Du hast aber auch ein hübsches blaues Auge davongetragen- bitte versteh mich nicht falsch, mir wäre es lieber, ihr hättet das irgendwie anders geklärt. Das ist aber ein Nebeneffekt dessen, daß die Frau Baronin euch so 'naturnah' wie nur möglich halten möchte...
Das wirklich dumme ist nur, dieser Fight zwischen euch fand zum für uns, damit meine ich Markus und mich, denkbar ungünstigsten Zeitpunkt statt...

'Sollen wir vielleicht diesen Blödsinn vorher anmelden und fragen, wann es unseren Trainern genehm ist, uns gegenseitig auf die Fresse zu haun...'

Das Gespräch begann sich in eine Richtung zu entwickeln, die mir sichtlich unangenehm war. Sollte ich etwa aufgefordert werden, ihre kostbaren Gestütpferde zu schonen, wenn ich wieder angegriffen würde?

"Dominic, ich bin normalerweise sehr dagegen euch Pferdespieler aus eurem Pferd-Sein zu holen, doch ich habe ein Problem, bei dem nur du mir helfen kannst. Es geht um das Latexgespann, besser gesagt um Miu. Du hast sicher mitbekommen, dass Blacky gestern Nachmittag im Training durchgegangen ist. Er verträgt das Arbeiten in Latex nicht wirklich, er wird dann fast jedes Mal leider panisch. Nach eurem Kampf ist er aber ohnehin mit ziemlicher Sicherheit aus dieser Sache raus...
Also muss ich Miu ins Gespann nehmen, doch er hat... glaube ich... Angst davor in so einem Outfit zu arbeiten... er agiert unsicher in der engen Latexhülle und mit der Maske... Nicht so wie Blacky...- bei anderen Dingen toleriert er es... hier aber benötigt er Hilfe dabei..."

Sie nahm einen weiteren Schluck Kaffee und fuhr fort:

„Ich habe euch beobachtet, du hast eine beruhigende Wirkung auf ihn. Markus hat euch heute nicht umsonst zumeist gemeinsam laufen lassen... Ich denke, ihr seid Freunde und er vertraut dir... Deswegen will ich dich als Latex-Rennpferd fragen wie ich vorgehen soll um Miu gespanntauglich zu bekommen.“

Ich war völlig baff! Die Rittmeisterin fragte mich, ein Pferd, um Rat? Um Zeit zu gewinnen nahm ich einen Schluck aus meiner Tasse und dachte kurz nach. Ich räusperte mich.

"Frau Rittmeisterin, danke dass Sie mich fragen. Ich nehme an, dass Sie, als Sie meinen Kopf aufgesetzt hatten, gemerkt haben, dass er sehr restriktiv ist.“

Sie sah mich groß an und ich fuhr grinsend fort:

„Wenn Sie den Kopf nicht getragen haben, warum sollte er sonst nach Ihrem Parfum riechen?“

Sie wurde rot und stammelte: „Ich wollte nur... Du bist mir nicht...“

„Nein, ich bin Ihnen nicht böse. Ich finde es sogar sehr gut, dass sie sich getraut haben ihn einmal aufzusetzen. So wissen Sie wenigstens wie es sich für mich anfühlt. Aber zurück zu Miu. Er scheint wirklich etwas klaustrophobisch veranlagt zu sein. Wenn er jetzt in so einer engen Suit steckt und dazu noch schwerhörig und halb blind ist, ist das für ihn eine Stresssituation. Eure Masken hier scheinen bei weitem nicht so einschränkend zu sein wie meine eigene... doch für jemanden, der es überhaupt nicht gewohnt ist, so zu arbeiten... Miu braucht jemanden in seiner Nähe, dem er vertraut, der ihm Sicherheit gibt...- das habt ihr richtig erkannt!"

„Das bist du!“, vollendete sie meinen Gedanken.

„Ja.“

„Aber was bringt uns dass im Gespann, da könnt ihr nicht Händchen halten. Wie sähe denn das aus?“

„Das will ich auch nicht, aber warum hat Miu Angst im engen Gespann?“

„Er wurde von den anderen Hengsten zu oft getreten und schikaniert. Manche haben sich einen Spaß daraus gemacht ihn aus dem Takt zu bringen und dann war er es, der die Schläge abbekam. Manche hier... nicht nur Kunden... wollen ein sauber laufendes Gespann- egal wie sie dorthin kommen.

Ich schwieg und dachte nach. Nach einigen Minuten sagte ich:

"Mir fällt dazu nur eine Lösung ein: Miu muss, anders als vorhin, hinter mir laufen und Brutus neben ihm. Wir beide sind die einzigen Hengste denen er vertraut. Sie müssen ihn dazu bringen, dass er nur nach mir schaut. Es macht mir nichts aus, wenn er mir die ganze Zeit auf den Arsch glotzt wenn es ihm hilft ruhig zu bleiben und im Takt zu laufen.“

„Ich bin ehrlich zu dir- das Miu hinter dir läuft, haben wir heute morgen auch schon überlegt. Bei der angedachten Einschirrung wärst du mit Miu... und Kara... auf einer Seite...- du wärst damit das Pferd in dieser Aufreihung, was die meiste Arbeit leisten müsste! Das ist dir hoffentlich klar...
Deine Aufgabe, um die ich dich bitten würde...- du müsstest Miu helfen, damit er dich dann auf seiner Position bestmöglich unterstützt. Wärst du bereit das mit ihm vor einem Doppelsulky zu trainieren?“

„Ja“

„Auch wenn diese Einheiten zusätzlich zum normalen Gespanntraining laufen würden? Schlachtross, äh Dominic sei mir nicht böse, aber ich habe so wenig Zeit dass ich jede freie Minute mit dem Gespann trainieren muss. Ihr müsst lernen im engen Gespann im Gleichschritt zu traben, das dauert normalerweise Wochen, doch ich habe nur drei Tage.“

„Ja, das bin ich, wenn er und ich entsprechend versorgt werden und auch genug Ruhe zur Erholung haben! Trab wird sicher schwierig..., doch Schritt ist sicher erreichbar. Der Pferdetrainer hat uns gesagt, es würde sich um eine Hochzeit handeln...- richtig?"

"Ja, warum?"

"Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dabei Trab oder gar Galopp laufen zu müssen?"

"Mist, da hast du recht...- hier hatte ich zu sehr in Wettkampfkategorien gedacht... Galopp ist völlig unwahrscheinlich- da hat Markus als Kutscher die Option, das zu unterbinden... Eine Trabeinlage kann nicht ausgeschlossen werden, wenn das Brautpaar sich das wünscht...- aber das werden auch keine eintausend Meter werden!
Das mit der Ruhe habe ich schon mit der Baronin geklärt... da wird keine von ihren Töchtern die Woche dazwischen funken... mit der Versorgung...- ich kann euch beiden bei den täglichen Fütterungen keine Extrawurst braten... Was glaubst du, was dann in eurer Box los wäre? Ihr habt gerade erst eure Rangordnung neu geklärt- und mir damit Blacky aus meiner Vorplanung geprügelt... Es braucht dir nicht leid zu tun- Markus hat mich heute morgen daran erinnert, ihr hättet genau so gehandelt, wie wir es von euch hier erwarten... auch wenn ich euch alle am liebsten ausgepeitscht hätte..."

Mein missbilligender Blick auf die Absage bezüglich des Futters schien aber nicht ihr letztes Wort dazu gewesen zu sein- und ihr Argument, warum sie dies so nicht handhaben konnte, war nicht von der Hand zu weisen...

"Wie wir es mit deinem Wunsch handhaben könnten...- wenn ihr beiden bei eurem Extratraining von Markus oder mir großzügig mit Futter 'belohnt' würdet... würde dies eine annehmbare Alternative zu deinem Vorschlag darstellen? Das wäre auch für uns einfacher zu bewerkstelligen- und die Häppchen würden aus der Futterkammern der Einsteller stammen..."

Das war ein zusätzliches Lockmittel, was sie für mich bereit hielt...- wir beide wussten es! Auch würden diese 'Belohnungen' ganz sicher sofort für mich gestrichen wenn sich kein Erfolg einstellen würde- und diesen Punkt sprach ich auch offen aus. Hier beruhigte mich die Rittmeisterin... auch wenn sie ehrlich genug war, diese Möglichkeit als Druckmittel so geplant zu haben...
Letztendlich stimmte ich aber zu- auch weil sie mich gestern Abend aus dem 'Stutentest' gerettet und zumindest für diese Woche vor weiteren 'Untersuchungen' bewahrt hat...

„Danke! Hättest du etwas dagegen wenn wir gleich noch eine Einheit machen?“

Ich schluckte, doch da hatte ich mich selber reingeredet. Nach kurzem Zögern nickte ich und sie sagte:

"Trink aus. Sobald du deinen Kopf wieder aufhast bist du wieder Schlachtross und dieses Gespräch hat nie stattgefunden. Die Baronin wird sicher sauer wenn sie erfährt, dass ich mit einem Pferd meine Probleme bespreche.“

"Madame Rittmeisterin..."- Ich zögerte einen Moment, "...ich möchte noch 'Danke' sagen für gestern in der Klinik... und das, was Sie damals während der Pause an der Mühle... damals habe ich gedacht, das mit dem Futter wäre pure Böswilligkeit von euch... dabei habt ihr mich nur auf mögliche Schikanen hier auf dem Hofgut vorbereitet. Ich hatte euch da falsch eingeschätzt..."

"Ist schon gut Schlachtross...- das mit der Klinik gestern war Eigennutz... und Markus hat mir erzählt, was am Samstag auf der Weide passiert ist. Mach deine Tasse leer..."

Ich nickte ihre Ansage ab und trank die Tasse mit Genuss aus, denn ich wusste nicht wann ich mal wieder einen Kaffee schmecken dürfte. Dann stand die Rittmeisterin auf und nahm meinen Pferdekopf und zog ihn mir, mit meiner Hilfe über den Schädel.
Als meine Hände wieder in den Handschuhen verschwunden waren und meine Vorderhufe am Hüftriemen befestigt waren, war ich wieder Schlachtross. Die Rittmeisterin führte mich am Zügel aus ihrem Büro auf den Hof und band mich am Brunnen an.

„Hier habe ich schon einmal gestanden“, dachte ich mir als ich den Wassertrog wiedererkannte. Die Minuten vergingen und ich sah mich ein wenig auf dem Hof um.

Jens kam mit einem Doppelsulky mit langer Gabel aus der Remise und stellte es neben mich. Doch bevor er irgendeinen bösartigen 'Spaß' mit mir machen konnte rief die Rittmeisterin: „Jens! Nimm mir Miu ab und spanne ihn auf der zwei fest. Schlachtross kommt auf die eins!

Während Jens Miu versorgte kam sie zu mir. Sie streichelte meinen Latexkopf und strich mir über die Mähne. Dann griff sie in ihre Tasche und holte ein Leckerli heraus. Während ich es in mein Maul beförderte und mich tierisch über das Stück Marzipan freute hauchte sie mir ein „Danke“ ins Ohr.

Jetzt wurde auch ich angeschirrt und sie setzte sich auf den Kutschbock. Sie lies uns antraben und wir gingen im Schritt in Richtung Rennbahn. Dort angekommen stoppte sie und sprach uns beiden noch einmal gut zu.

Wir mussten anziehen und ich spürte dass das Sulky nicht rund lief. Miu zog nicht richtig mit sondern war sehr mit sich selber beschäftigt.

'Noch ist das kein Problem, kleiner Freund. Aber du musst in Takt kommen sonst langen meine Kräfte nach dem heutigen Training nicht allzu lange...'

Wir liefen eine Runde und langsam merkte ich wie das Sulky in Fahrt kam. Obwohl ich nicht mehr so stark zog lief die leichte Kutsche schnell und gleichmäßig dahin. Miu hatte offensichtlich seinen Takt gefunden.
Ein Zügelsignal der Rittmeisterin lies mich das Tempo noch etwas anziehen. Wir hatten jetzt einen flotten Schritt an der Grenze zum Wechsel in den Trab drauf und plötzlich passierte es. Miu kam aus dem Tritt und trat mir voll in die Hacken. Ich scheute, doch zwang ich mich im Takt zu bleiben...

'Egal ob es weh tut, jetzt nur nicht aus dem Tritt kommen!'

Aber der Takt des Gespanns war weg. Miu war wieder vorsichtig und hielt sich zurück, was mehr Zugarbeit für mich bedeutete. 'Miu zieh wieder an!' rief ich in Gedanken während mein Atem rasselnd durch mein Maul pfiff. Und tatsächlich schaffte es Miu bald wieder in Tritt zu kommen und der Zug auf meinen Ketten nahm ab.

Zwei Runden später lies uns die Rittmeisterin halten und stieg vom Bock.

"Sehr fein gemacht! Brave, fleißige Pferdchen!“

Sie lobte uns während sie uns streichelte. Sie gab erst Miu und dann mir zu saufen und einige Stücke eines Energieriegels. Während wir kauten streichtelte und massierte sie uns weiter.

"Habt ihr noch Kraft für ein paar Runden, starke Pferdchen?“

Ich wollte eigentlich nicht mehr, doch als Miu hinter mir zu wiehern begann stimmte ich sofort ein um ihn nicht zu entmutigen.
Die Rittmeisterin saß wieder auf und wir mussten wieder anziehen. Es ging noch einmal eine Runde im Schritt, danach eine halbe im Trab... und jetzt 'flog' das Sulky regelrecht dahin. Wir hatten unseren Tritt gefunden und liefen im perfekten Gleichschritt. Obwohl ich körperlich fertig war, machte es mir Spaß ein Gespann zu haben was so gut lief. Nach den anderthalb Runden fielen wir zurück in den Schritt, liefen da noch weitere eineinhalb Runden um uns ein weiteres Erfolgserlebnis zu geben und 'abzuschwitzen'...- dann ging es zurück zum Stall.

Der Pferdetrainer wartete schon auf uns und nahm seiner Chefin die Zügel ab.

„Spanne die beiden aus und wasche sie. Sie haben jede Streicheleinheit verdient, so brav und leistungswillig wie sie jetzt waren.

Markus führte uns beide in den Waschraum. Dort band er mich an einen Ring in der Wand und widmete sich Miu. Als er ihm den Pferdekopf abgenommen hatte sah mich Miu mit einem Blick an der mich jede Müdigkeit vergessen lies. Es lag soviel Dankbarkeit und Freude darin, dass mir warm ums Herz wurde. Wäre er nicht angebunden gewesen wäre er mir sicher um den Hals gefallen.
Egal was mir Rosengarten noch antun würde, das war etwas was vieles wieder aufwog.
Während Miu mit 'Extrafutter' versorgt und gewaschen wurde lehnte ich mich an die Wand und schloss die Augen. Das war nicht sehr pferdig, doch ich war platt und nahm mir diese Freiheit jetzt einfach. Plötzlich berührte mich jemand an der Schulter. Ich schreckte hoch und sah Markus ins Gesicht.

'Du wirst mich doch jetzt nicht bestrafen, weil ich an der Wand gedöst habe...'- fragte ich mich und war sofort wieder in Alarmstimmung. Doch stattdessen grinste er, schob mir sechs Marzipankartoffeln in mein Maul und zeigte auf einen Schemel den er neben mich gestellt hatte. Dankbar setzte ich mich und schaute ihm, den süßen Geschmack in meinem Mund genießend, zu, wie er Miu striegelte. Schon nach wenigen Minuten fielen mir die Augen zu und er musste mich wecken, als er mich ausschirren wollte...


Tierklinik...- zur gleichen Zeit...


„Annika! Komm sofort in mein Behandlungszimmer, ich habe einen Auftrag für dich!“

Oberschwester Nataschas Stimme plärrte quer durch die Krankenstation.
Nachdem sich einige Augenblicke lang nichts rührte ging die Oberschwester missmutig auf den Gang und brüllte noch lauter:

"Annika, du notgeiles Luder, komm sofort zu mir oder du kannst heute Nacht den Zwinger grundreinigen!“

Da ging eine Tür auf und Schwester Annika kam mit rotem Kopf heraus. Sie strich ihre Latexuniform glatt und stöckelte auf hohen Absätzen auf Natascha zu.

„Oberschwester, was gibt es denn so dringendes, dass Sie mich beim Lernen stören müssen!“, fragte Annika scheinheilig.

„Als ob du deine Nase in den Büchern gehabt hättest,“ raunzte Natascha. „Wohl eher hatte ein Patient seine Nase in deiner Muschi!“

Sie drückte ihrer Kollegin ein Tablett in die Hand und sagte: „Geh rüber in den Stall und bring den Pferden ihre Medizin. Wir haben eines mit Magenproblemen und bei zwei Stuten musst du nach den Hautverletzungen sehen. Reinige die Striemen gründlich und behandle sie mit Wundsalbe, ich will nicht dass das anfängt zu eitern!“

„Jawohl, Frau Oberschwester!“, sagte Annika zackig und tat so als würde sie militärisch grüßen.

Natascha schnaubte und verschwand wieder in ihrem Büro. Missmutig stöckelte Annika über den Hof und dachte sich:

"Ich bin hier nur das Laufmädchen. Warum geht die alte Wetterhexe nicht selber zu den Gäulen, wenn ihr die Viecher so wichtig sind?“

Sie ging gerade durch das Stalltor als ihr Markus mit zwei, komplett in schwarzes Latex gehüllten Pferden im Schlepptau entgegen kam. Den einen, kleineren, Hengst kannte sie. Es war Miu... mit der flinken Zunge. Doch den zweiten Hengst konnte sie nicht sofort einordnen. Erst als das Pferd auf ihrer Höhe war und den Kopf drehte um sie von oben herab anzusehen wurde ihr klar wer das war:

'Schlachtross!'

Sie drehte sich um und sah dem Hengst nach wie er auf den Hof schritt. Seine Muskeln zeichneten sich unter dem hautengen Latex ab und der wippende Schweif betonte seinen knackigen Hintern. Dazu das Spiel der Muskeln auf seinem Rücken und die breiten Schultern, die von dem großen Pferdekopf gekrönt wurden, dessen helle Mähne bis weit nach unten fiel.

Annika wäre fast das Tablett aus der Hand gefallen als es ihr regelrecht in ihr Allerheiligstes schoss. Sie keuchte und fasste sich unter den Latexrock. Der dünne Latexslip quietschte vor Feuchtigkeit als sie ihre M*se rieb und sie dachte sich:

'Der machte doch als Mensch nicht so viel her...- aber als Hengst... den will ich reiten! Gleich heute Nacht noch!'

Annika erledigte ihre Aufgaben schnell und ohne viel Enthusiasmus. Sie bekam den Hengst einfach nicht mehr aus ihrem Kopf und stellte sich vor wie sie ihn reiten würde...- wie ihr sein mächtiger Schlauch einen Orgasmus nach dem anderen bescherte!
Sie war mittlerweile so feucht, dass ihr Slip, bei jeder Bewegung sie auf ihrer Scham rieb und so nur noch geiler machte.

Als sie über den Hof stöckelte kam ein 'blauer' Rüde auf sie zu gerannt und begann sie, von hinten, zu beschnüffeln. Sofort richtete sich seine Rute auf und er wurde zudringlich. Doch Annika drehte sich um und verpasste dem Rüden einen leicht ausgeführten Schlag auf seine Hoden, die durch einen Strecker lang gezogen wurden und weit vom Körper ab standen. Das Tier jaulte auf und schlich sich dann, mit weit gespreizten Hinterläufen davon.

'Drecksköter... Wer hat den eigentlich raus gelassen?'- dachte sich Annika nur und war in Gedanken schon wieder bei ihrem Hengst.

Sie setzte sich an die Rezeption und tat so als würde sie arbeiten. Doch stattdessen schaute sie die ganze Zeit auf das Bild der Überwachungskamera über dem Stalltor, da sie hoffte Markus würde bald mit den Hengsten zurück kommen.
Endlich sah sie ihn von der Rennbahn in Richtung Stall gehen. Die beiden Pferde trotteten müde hinter ihm her, wobei Miu noch kraftloser aussah als Schlachtross, der unwillig den Kopf hin und her warf.

'Wehe du hast mein Pferd so müde gemacht, dass mit dem nichts mehr anzufangen ist...'- dachte sie sich als sie schnell zum Stall lief.
Im Stall fing sie Markus ab, der sich anschickte um Schlachtross zu kümmern und sagte zu ihm:

"Ah Markus, gut dass ich dich treffe. Ich habe Anweisung von Baroness Augustine Schlachtross sofort für eine Sonderuntersuchung mitzunehmen!“

Markus sah sie an und wandte dann ein: „Kann das nicht warten? Ich muss den Hengst erst versorgen und füttern, dann kann deine Herrin Schlachtross für ihre Untersuchung haben, wenn das heute noch unbedingt nötig ist...
Und überhaupt- hatte die Baronin nicht gestern entschieden, das Untersuchungen von Schlachtross nur mit ihrer Absprache erfolgen?"

„Die Baroness sprach von sofort. Und wenn Sie sofort sagt, meint Sie auch sofort! Es handelt sich aber nur um eine erweiterte Vitalkontrolle, die trotzdem jetzt gleich erfolgen soll da es um seine Werte in diesem Outfit geht...- bevor diese nicht mehr aussagekräftig sind! In einer Stunde steht er wieder hier! Aber du kannst gern die Baroness stören und nachfragen..."

Annika legte so viel Überzeugungskraft in ihre Stimme wie nur möglich und hoffte inständig, dass Markus nicht auf die Idee kam bei Augustine oder zumindest der Oberschwester nachzufragen. Denn dann wäre aufgefallen, dass sie auf eigene Faust handelte...- und der daraus resultierende Ärger wäre sicher nicht ohne!

Markus knurrte, gab ihr aber dann Schlachtrosses Zügel und sie zog den Hengst hinter sich her in Richtung Krankenstation. Das Tier war fühlbar unwillig und sie musste kräftig an seinen Zügeln ziehen bis er ihr folgte.
Sie ging allerdings nicht in die Krankenstation hinein sondern bog kurz vor der Tür ab und zog den Hengst hinter sich her über einen schmalen Kiesweg.
Auf der Rückseite des Gebäudes band sie Schlachtross an einem Mauerring fest und schaute nach ob ihre Chefin noch in ihrem Büro war. Als sie sah, dass kein Licht brannte und auch der Rechner ausgeschaltet war, nahm sie Schlachtross am Zügel und führte ihn zu der steilen, schmalen Holztreppe, die ins Untergeschoss führte. Der Hengst scheute, als sie ihn die knarzende Stiege hinab ziehen wollte. Erst als sie ihn fest am Halfter nahm und ihn, mit der zweiten Hand an einem D-Ring am Brustblatt seines Geschirrs, sicherte ließ sich der Hengst vorsichtig auf die Stiege bugsieren.
Sie sprach ihm beruhigend zu:

"Hab keine Angst mein Großer. Ich passe auf dich auf und will nur dein Bestes!“

Das Pferd spitzte die Ohren und schien tatsächlich bereitwilliger mitzukommen.
Unten angekommen schloss sie die Tür zu ihrem Zimmer auf und bugsierte Schlachtross hinein. Bevor sie die Tür schloss schaute sie sich noch einmal kurz um, um zu sehen ob niemand mitbekommen hatte, dass sie sich Schlachtross ausborgte.
Durch die niedrigen Decke in ihrer Kammer wirkte der Hengst noch größer und massiger als draußen auf dem Hof.
Annika wurde es ein wenig mulmig. Wenn dieses große Tier sich losreißen würde, hätte sie kaum eine Chance ihn wieder einzufangen. Doch sie ließ sich nichts anmerken und führte den Hengst in die Mitte des Raumes. Seine eisenbeschlagenen Hufe klackten laut auf den Holzdielen und sie war sich sicher Abdrücke von jedem einzelnen Schritt finden zu können.
Geschickt nahm sie jetzt einen Schal von der Garderobe und legte ihn dem Pferd über die Augen. Der Hengst scheute zunächst doch ließ er sich durch gutes Zureden beruhigen.
Als das Pferd sicher nichts mehr sehen konnte ließ sie ihn stehen und ging schnell in ihr Schlafzimmer. Aus einer Truhe nahm sie einen schweren, ledernen Monohandschuh und ging zurück zu Schlachtross.

Sie hatte Angst. Wenn sie dem Pferd erst die Vorderhände gelöst hätte und er sich dann wehrte, würde es schwierig für sie ihn unter Kontrolle zu halten. Doch sie redete beruhigend auf den Hengst ein und löste dann seine Vorderhände vom Geschirr. Schnell waren die Hufhandschuhe entfernt und zum Vorschein kamen zwei recht dicke Fausthandschuhe die seine Hände umschlossen. Überraschend leicht ließ er sich die Arme auf den Rücken drehen und im Monohandschuh verstauen. Doch erst als sie den Handschuh mittels zweier Riemen an seinem Brustblatt und seiner Schweifrübe fixiert und fest zugezogen hatte atmete Annika befreit durch.
Das Pferd war jetzt unter ihrer Kontrolle! Sie trat einen Schritt zurück und betrachtete ihre Beute. Durch den Monohandschuh waren die Schultern weit nach hinten gezogen und das brachte die breite Brust sehr schön zur Geltung. Die muskulöse Statur wurde durch die schmale, vom Hüftgurt betonte Taille unterstrichen. Die massigen Oberschenkel und fleischigen Waden zeigten, dass dieses Pferd es gewohnt war viel zu arbeiten und fest wie auf Säulen stand.
Doch all das war ihr herzlich egal. Wichtig war ihr nur was sich zwischen seinen Beinen befand.

Während sie dem Pferd mit den Fingernägeln der linken Hand über die Brust strich und fühlte wie er unter ihrer Berührung erschauderte, löste die Rechte den Riemen, der seinen Schlauch am Körper hielt.
Als das schwere Stück Fleisch frei war, war es an ihr zu erschaudern. Sie rieb ihn leicht während sie die Brustwarzen des Pferdes, durch die geöffneten Zipper im Anzug, leicht zwickte.
Sofort richtete sich der Schlauch auf und stand bald senkrecht vom Körper ab. Sie rieb den langen Schaft mit ihren Fingern und umspielte die breite, einem echten Pferd nachempfundene Latexeichel mit ihrem Daumen. Nach kürzester Zeit spürte sie, wie aus der Spitze ein wenig Schleim eines Lusttropfens quoll und das Pferd zu schnauben begann.
Sie wusste, dass ihr Hengst bereit war für einen ausgedehnten Ritt.
Willig ließ er sich in ihr Schlafzimmer führen und nur als sie ihm einen Stoß gab, der ihn rückwärts auf ihr Bett fallen ließ wieherte das Pferd kurz auf.
Annika sah auf ihn nieder und dachte sich:

'So stark, so muskulös und doch so hilflos...'

Sie spürte wie es ihr wieder in den Unterleib schoss. Sie griff unter ihren Latexrock und zog den patschnassen Latexslip aus. Die Uniform und ihre Stiefel behielt sie, als Symbol des 'Rangunterschiedes' zwischen Ihnen, an. Auch wollte sie den Hengst so schnell wie machbar in sich spüren!
Sie kletterte auf ihr Bett und kniete sich über seine Brust. Sie zog ihm den Schal von den Augen und als sie sah wie er sie fixierte nahm sie seinen Kopf in ihre Hände und schaute ihm tief in die dunklen Pferdeaugen.

„Ich will dich, du Hengst! Und ich will dich jetzt“, säuselte sie ihm ins Ohr und hauchte ihm ihren Atem in die Nüstern.

Das Pferd erbebte unter ihr vor Geilheit und als sie ihm dann noch ihren Slip über das Maul legte war es um den Hengst geschehen. Er schnaubte und begann mit der Hüfte zu stoßen, dass sie glaubte er wolle sie abwerfen.
Schnell presste sie ihm die Knie auf die Rippen und drückte sich hoch. Seinen Schlauch mit einer Hand führend ließ sie sich auf dem großen Pferdepenis nieder und trotzt seiner Größe verschwand der Schlauch fast ohne Widerstand in ihrer M*se. Als er bis zum Anschlag in ihr steckte stöhnte sie auf und spürte durch die Stöße des sich wild gebärenden Hengstes wie tief die Eichel in ihrem Körper steckte.

Sie begann jetzt ihn zu reiten und schon nach wenigen Sekunden hatten sie ihren Takt so aufeinander abgestimmt, das ihre Stöße gegenläufig waren und der Hengst sie bei jedem Stoß regelrecht pfählte. Sie genoss es bis zum Bersten ausgefüllt zu sein und überließ sich ihren Instinkten. Ihre Bewegungen wurden schneller und die Stöße härter und sie begann zu stöhnen.
Als sie spürte wie sich ein Orgasmus näherte rieb sich sich ihre großen Brüste und stimulierte ihre Brustwarzen. Da rollte der Orgasmus auch schon heran und sie schrie ihre Lust hemmungslos aus sich heraus.

Sie ließ sich auf die Brust des Hengstes fallen und blieb minutenlang keuchend liegen. Erst als das Tier unter ihr unruhig wurde spürte sie, dass der Schlauch noch in ihr steckte. Sie rollte sich zur Seite und das massige Teil glitt mit einem Schmatzen aus ihrer klatschnassen M*se.

Erst jetzt realisierte sie, dass das Tier noch nicht gekommen war und weiterhin vor Geilheit schnaubte. Durch den wilden Hengst neben ihr wurde auch Annika schnell wieder geil. Sie nahm ihrem Hengst den Latexslip von den Nüstern und flüsterte ihm zu:

"Schlachtross, zeige mir, dass du deinen Namen zurecht trägst und besteige mich, wie du noch nie eine Stute bestiegen hast!“

Jetzt kletterte sie vom Bett, zog Schlachtross am Brustblatt hoch und kniete sich dann selbst auf ihr Bett. Der Hengst drängte sofort heran und kaum hatte sie sich seinen Schlauch wieder eingeführt begann er zu stoßen. Auch ohne seine Vorderhände war das Tier in der Lage hart und ausdauernd zuzustoßen. Annika stöhnte vor Lust. So einen Ritt hatte sie schon lange nicht mehr gehabt. Selbst als sie von einem weiteren Orgasmus geschüttelt wurde stoppte der Hengst nicht, doch sein Schnauben hörte sich mittlerweile regelrecht verzweifelt an. Er pumpte jetzt mit aller Kraft und Annika wurde bei jedem Stoß nach vorn geschleudert, doch drückte sie ihm ihr Becken jedes Mal wieder entgegen um nicht einen Zentimeter seines Schlauches zu vergeuden.
Gerade als der letzte Rest Verstand in ihrem Hirn meinte es wäre jetzt genug spürte sie wie sich ein weiterer Orgasmus tief in ihr aufbaute. Sie stöhnte noch lauter und presste sich regelrecht an den Hengst. Dieser schien noch einmal an Tempo und Kraft zuzulegen und fi**kte sie gnadenlos durch. An ihm war nichts menschliches mehr, er war ein Tier, dass endlich seinen Höhepunkt wollte.

Als der Orgasmus endlich da war gaben Annikas Arme nach und sie landete mit dem Gesicht in den Kissen. Ihr Unterleib verkrampfte sich und ihr ganzer Körper wurde von Wellen der Lust geschüttelt. Mit einem triumphalen Wiehern stieß der Hengst ein letztes Mal mit aller Kraft in sie und sie spürte wie er sein Sperma tief in ihren Körper pumpte. Es schien kein Ende nehmen zu wollen. Ladung um Ladung versenkte er in ihr.
Als er endlich sein gesamtes Sperma in sie gepumpt hatte zog er sich nicht etwa aus ihr zurück sondern brach regelrecht über ihr zusammen. Sein massiger Körper presste sie fest ans Bett und sie konnte sein Schnauben aus seinen Nüstern hören, die direkt an ihrem Ohr lagen. Sie roch seinen Duft nach Geilheit, Schweiß und Latex und sie wurde schon wieder spitz.

Irgendwann ebbte ihre Geilheit ab und der Verstand zog wieder in ihren Schädel ein. Sie rollte den Hengst regelrecht von sich herunter um aufstehen zu können. Schmatzend glitt der, durch den Extender, immer noch beachtliche Schlauch aus ihrer gefluteten Scheide und das Tier blieb kraftlos auf der Seite liegen. Annika brauchte noch einige Minuten um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, dann drehte sie sich zu ihrem Hengst und streichelte seinen Kopf und die Mähne.

„Danke, du Schlachtross. Du machst deinem Namen wirklich alle Ehre!“

Der Hengst schnaubte zur Antwort kräftig und sehr befriedigt.

Als Annika sich wieder stark genug fühlte stand sie auf und zog ihren Latexslip wieder an. Dann zog sie Schlachtross hoch und löste seinen Monohandschuh. Dankbar bewegte das Pferd seine Arme um den Blutfluss wieder in Gang zu bringen. Dann zog sie ihm die Hufhandschuhe an und befestigte die Vorderhände wieder am Geschirr.
Bevor sie ihn die steile Stiege hinauf führen konnte musste sie dem Hengst erst etwas Wasser geben, da er noch zu unsicher auf den Beinen war.
Während das Tier gierig soff kraulte sie ihn und sagte:

„Sauf ruhig, das hast du dir redlich verdient!“

Endlich konnte sie ihn wieder in seinen Stall bringen. Sie war froh, das ihnen niemand begegnete als sie breitbeinig über den Hof zum Stall stiefelte. Vor der Hengstbox angekommen drehte sie sich noch einmal zu Schlachtross um und drückte ihm einen Kuss auf die Nase. „Danke, du Hengst!“, hauchte sie und schob den Hengst durch die Tür.

Gerade als sie den Stall verlassen wollte fing Markus sie ab. Leise klagte er sie an:

„Nennst du das ein Pferd versorgen?“

Sie schaute ihn groß an und er fuhrt fort:

"Mir ist es egal ob du den Hengst reitest, doch hättest du ihn wenigstens aus seiner Latexhülle befreien und füttern können nachdem du ihn entsaftet hast."

„Woher willst du wissen, dass er raus wollte?“, gab sie schnippisch zurück. Dann fuhr sie fort: „Schlachtross ist was ganz besonderes. Mit dem haben wir einen sehr guten Fang gemacht!“

Während sie das sagte leckte sie sich genießerisch die Lippen. Dann ließ sie Markus stehen und stöckelte über den Hof zu ihrer Wohnung.
Markus sah ihr nach und ging dann zur Hengstbox um Schlachtross zu versorgen. Doch als er durch die Luke spähte sah er, dass Schlachtross und Miu schon eng umschlungen im Stroh lagen. Während der Latexhengst, noch voll eingeschirrt, wie tot auf dem Rücken lag hatte Miu seinen Kopf auf die Brust von Schlachtross gelegt und lächelte selig.
Da die beiden Pferde offensichtlich schon tief und fest schliefen wollte Markus sie nicht mehr wecken und nahm sich fest vor Schlachtross am nächsten Morgen etwas eher zu waschen und ihm neben seinem Futter von heute Abend zusätzlich eine Extraportion Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Der Keuschheitsgürtel war bei ihm heute Nacht sowieso sinnlos, er hoffte aber dass Schlachtross bis zum Sonntag wieder genügend Motivation aufgebaut hatte um die benötigte Leistung abliefern zu können.
Versonnen betrachtete er die Pferde im letzten Dämmerlicht und plötzlich wurde ihm klar, dass er Schlachtross viel zu oft schon zu den Gestütpferden zählte. Er schalt sich selbst dafür und sagte sich, dass er ab jetzt darauf achten müsse Schlachtross mehr als Einsteller denn als Gestütpferd zu behandeln. Schließlich würde der Hengst Rosengarten demnächst wieder verlassen und auch wenn es ihm nicht so wichtig war, wollte er doch nicht, dass es noch mehr schlechte Gerüchte über 'sein' Gestüt gab.

„Dem wurde hier eh schon übel genug mitgespielt. Wäre Schlachtross nicht so hart im Nehmen, wäre er sicher schon mal zusammengebrochen!“

Mit Blick auf den Hengstschlauch, der dem Hengst halbsteif auf dem Bauch lag sagte er sich:

'Der Zeitpunkt war ungünstig, aber diesen Ritt hast du dir redlich verdient!'

Dann schloss er die Sichtluke und drehte seine Abendrunde im Stall bevor auch er Feierabend machte.

DRACHENLORD ENDE
14. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Darktail am 12.02.21 21:11

Nette Geschichte.. aber irgenwie haben die Pferde alle keine Schweife? Und wenn doch bin cih mal auf die KG gespannt
15. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von TMeier am 13.02.21 23:43

Vielen Dank für die Fortsetzung dieser Story.

Als Fan von den Petplay Geschichten freue ich mich besonders das diese Geschichte auch fortgesetzt wird.

Ihr (also du Blackrubberhorse und Drachenlord) habt auch einen sehr ähnlichen Schreibstil.

Etwas überrascht war ich das in den letzten Folgen auf mal das Thema Ponyspace und Gummipony eigeführt wurde weil das ja bislang in der Story und auch in Schlachtross seinen ersten Abenteuer eigentlich keine Rolle gespielt hat.

Ich habe ziemliche bedenken ob die beiden Themen zu dem harten Drill auf Rosengarten überhaupt passen.

Aber die neuesten Entwicklungen scheinen ja so das das Thema Gummi wohl eher temporär für die Hochzeitskutsche ist.
Das würde mich auch eher freuen weil ich Schlachtross eher als knallhartes Renn/Arbeitspferd sehe und nicht als Gummipferd.

Beim Thema 'Ponyspace' hingegen finde ich das es für das Petplay extrem wichtig ist weil es eine gut Motivation ist für die ganze Plagerei.


Nochmals vielen Dank für euer Fortführen von dieser Geschichte.

Gruß
Thomas
16. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 14.02.21 01:47

Darktail & TMeier- vielen Dank für eure Kommentare.

Was das Thema 'Schweife' angeht- in der Beschreibung, wie Schlachtross das erste Mal wieder im Beisein des Pferdetrainers seit dem Beginn seines Aufenthalts in Rosengarten sein Outfit anlegt (Dienstag- Woche zwei), ist das Anbringen eines solchen durchaus erwähnt. Die auf Rosengarten verwendeten (Leih)Outfits für die Gast- oder auch 'Gestüt'pferde haben ebenfalls solche- das wurde nur nicht explizid erwähnt. KG's kommen beim tragen derselben aber nicht zum Einsatz- das wird aber noch in den nächsten Tagen innerhalb der Story erwähnt...

TMeier- was das Thema 'Gummipferd' angeht- Schlachtross ist ein solches UND Rennpferd! Er mag es, wie schon erwähnt, auch über längere Zeit in seinem Outfit zu agieren und dabei Leistung für seine Jockey zu erbringen. Hier auf Rosengarten steht dieser Part aber im Widerspruch zu den Auffassungen der 'Baronin' als Eigentümerin des Hofgutes- daher ist das derzeitige Training der Pferde tatsächlich 'nur' dem Auftrag mit der Hochzeit geschuldet. Die Baronin mag es aus ästhetischen Gründen, das Muskelspiel 'ihrer' Pferde unter Belastung anzuschauen...- für die Rittmeisterin ist es als 'Cheftrainerin' für die Pferde im Prinzip egal, da bei ihr der sportliche Erfolg der ihr anvertrauten 'Tiere' im Vordergrund steht. Natürlich vertritt sie als Angestellte des Hofgutes auch die Linie ihrer Chefin...
Konträr dazu ist im übrigen die 'Tierklinik' angelegt- sowohl die 'Baroness' Augustine und- noch stärker ausgeprägt- bei der 'Schwester' Annika ist der Latexfetisch, gepaart mit Sadismus, Triebfeder bei ihrem Umgang mit den 'Pferden'- was durchaus auch zahlende Gastpferde umfassen kann! Aber dazu wird noch genug Raum in der Geschichte sein...
Zum Thema 'Ponyspace'...- Schlachtross hat vor seinem Aufenthalt in Rosengarten bisher die Linie vertreten 'Leistung gegen freies Denken als Pferd'- und das haben die Rittmeisterin und Markus richtig erkannt. Für das, was aber jetzt von Schlachtross verlangt wird, ist es für ihn (über)lebenswichtig, dieses auf den Hofgut geforderte Level an instinktivem Handeln zu erreichen- und daher steht für ihn da eine Art 'Nachhilfe' durch beide an. Wie bereits erwähnt, erkennen beide seinen Leistungswillen an und werden ihn dafür jene Hilfestellungen geben (die ihnen möglich ist), damit er Schikanen und Schmerzen, die ihm durch ihm nicht wohlgesonnene Personen noch zugefügt werden könnten, besser ausblenden oder auch verarbeiten kann. Genaueres würde aber der Handlung vorgreifen...

Ich hoffe, damit erst einmal ein paar der Fragen zur Story beantwortet zu haben- und hoffe, der weitere Verlauf der Geschichte wird allen Lesern derselben gefallen.
17. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Darktail am 14.02.21 11:15

OK, ich muß zugeben die Passagen habe ich überlesen
18. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 19.02.21 12:49

Tag 12, Donnerstag- Woche zwei



Hengstbox...-früher Morgen...


"Guten Morgen ihr beiden..."

Die Stimme drang gedämpft durch die Maske in das Ohr von Schlachtross, auch hatte Markus recht leise gesprochen, da er weder Lion noch Brutus wecken wollte. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten auch Miu und Schlachtross länger schlafen dürfen...- doch hatte sich dieser ja bereit erklärt, seinem Freund zur Seite zu stehen und ihn für die Ausfahrt am Sonntag so weit fit zu machen, daß dieser auch durchhalten würde.

"Schlachtross, du kannst noch ein wenig liegen bleiben- ich muss Miu erst in sein Fell helfen... Dann bekommt ihr beide etwas zu saufen und danach wiederholen wir das Training der Rittmeisterin von gestern Abend... Wenn das gut funktioniert, Miu, hast du nach dem Frühstück eine Einheit zusammen mit Schlachtross frei...- das hängt allein von dir ab! Du bleibst zur Gewöhnung in deinem 'Fell'...
Schlachtross- du wirst deines nach der Fütterung ablegen damit es gesäubert werden kann. Ich denke, dir dürfte das recht sein..."

Da hatte der Pferdetrainer nicht unrecht...- nach mehreren Stunden wäre es angenehm- aber nicht notwendig- den Suit gesäubert zu bekommen. Die Zeit bis mich Markus auch holte, überbrückte ich mit Gedanken zu dem Vorgehen von der Schwester gestern nach dem Training...
Das war definitiv nicht abgesprochen! Soviel war klar. Aber was zum Teufel hatte diese Annika veranlasst, mich erst so zu stehlen und dann auch noch derart zu reiten? Ihre Behandlung zur Eingangsuntersuchung war nicht vergessen... weder die Einläufe noch alles andere! War sie derart latexfixiert, daß auch jeder andere in meinem Pferdeoutfit von ihr derart genommen worden wäre? War ich für Sie 'nur' als Latexhengst interessant? Was würde dies hier auf Rosengarten für mich in den nächsten Wochen bedeuten? Und wie würde Miu damit umgehen? Sein Verhalten deutete auf mehr als nur Bewunderung und Freundschaft hin...

'Eines ist klar- wenn ich zwischen Miu und dieser kranken Schwester zu wählen habe... dann immer meinen Freund hier aus der Box. Der ist bereit, auch ohne Hintergedanken für jemanden anderes einzustehen!
Aber was, wenn Miu möchte, daß ich als Hengst ihn bespringe? War ich dazu schon bereit? Würde dies im Zweifelsfall nicht auch zu einer Belastung zwischen uns werden können?'

Ich war mir ganz sicher- vom rein körperlichen würde es beidseitig ein Genuß sein, sanft und von gegenseitigem Respekt geprägt... Doch nach meinem Weggang...- wie würde Miu damit umgehen können? Nach Pferdeart schüttelte ich meinen Kopf um diesen Gedanken zu verscheuchen.
Erst jetzt fiel mir auf, was irgendwie anders und doch so offensichtlich war- Brutus und Lion trugen eine Keuschheitsschelle! Auch Miu hatte eine an gehabt, als der Pferdetrainer ihn geholt hatte... Was hatte das nun wieder zu bedeuten? Ich steckte noch in meinem Outfit und war gestern wie Tod hier sofort eingeschlafen- daher war ich wohl um das angelegt bekommen eines solchen Teiles herum gekommen...

"Schlachtross- komm..."

Markus hatte die Boxentür einen Spalt breit aufgeschoben und mit einer Geste deutete er mir an, ich solle leise sein. Ich 'schlich' mich daher in die Boxengasse, wo Miu bereits fertig umgezogen auf mich wartete. Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte man meinen Freund für einen X-beliebigen Einsteller halten können- allein seine Augen hinter den Sichtgläsern zeigten mir, wer so vor mir stand.
Wie gestern schon suchte er Sicherheit durch eine Berührung mit mir- doch Markus unterband dies sofort!

"Miu- lass diesen Mist! Es muss dir reichen zu wissen, dein Freund ist bei dir und du kannst ihn sehen! Dich an ihn kuscheln darfst du wieder nach dieser Einheit!
Schlachtross- ich nehme dir jetzt deinen Kopf ab! In der Schüssel neben dir ist dein Futter von gestern Abend UND deine Portion für heute morgen... Sieh letzteres als Vorschuss an!"

Nachdem der Pferdetrainer mir meine Maske abgenommen und abgelegt hatte, bekam ich von ihm die Futterschüssel vor mein Gesicht gehalten mit der Bemerkung, er hätte da wieder 'ein wenig' bei den 'Einstellern' zugelangt...

'Was waren wir Gestütpferde doch für arme Säue- Pferde zweiter Klasse wäre die bessere Einstufung...'

Neben gerösteten Brotwürfeln und Haferflocken schaute ich auf Wurststücke und Käsehappen... Haselnüsse, Rosinen und sogar ein paar Keksbrocken! Das war der sichtbare Unterschied zwischen den Gastpferden hier auf dem Hofgut und uns, die wir für diese 'Hobbygäule' den Laden am Laufen hielten...
Da ich unter den gleichen Bedingungen wie sie gehalten wurde, rechnete ich mich automatisch dazu. Einen Moment lang verging mir sogar der Appetit bei diesem Gedanken daran- aber das wäre irrationales Verhalten. Ich beendete aber mein Fressen eher und schaute erst Markus an und nachdem ich seine Aufmerksamkeit hatte hinüber zu Miu...

"Nein Schlachtross- Miu bekommt sein Futter nachher mit den anderen zusammen! Friss den Rest jetzt oder er fliegt in den Müll! Ich verspreche euch beiden aber, ihr bekommt, wenn eure Leistung stimmt, genug Leckerchen!"

'Nach dem Kaffee gestern bei der Rittmeisterin soll ich auf dieses Futter verzichten? Sorry Miu- aber das wäre zu viel des Guten... Himmel, ist das ein Unterschied zu dem, was ich bisher hier bekommen habe!'

Ich hörte erst auf, nachdem auch der letzte Krümel aus der Schüssel in meinem Magen verschwunden war. Das nachspülen erfolgte mit schwarzem Tee statt mit Wasser und Markus forderte mich auf, genug zu saufen- der Tag würde lang und anstrengend werden.
Mit einem Schnauben zog ich noch einmal seine Aufmerksamkeit auf mich und deutete dann an, ich würde mich gern noch vor Beginn des Trainings erleichtern...- doch hier bekam ich eine Absage. Das wäre mir erst nach dieser Einheit erlaubt, die anderen Hengste sollten mir dabei auch zuschauen, damit sie begriffen es funktionierte auch mit so einem Outfit. Markus setzte mir dann auch nicht meine gewohnte Maske auf- ich bekam eine gestütseigene verpasst.
Wie ich schon bei der Rittmeisterin vermutet hatte, sie waren vom Sichtfeld her ein wenig besser als meine, die Atmung war in etwa gleich- vom Maul führte ein dicker Schlauch bis zu einer Art Vertiefungen für die Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers, auf die ich biss und diesen so mit meinen Zähnen fest hielt. Ein Teil der eingeatmeten Luft schien zusätzlich mit jedem Zug über die Sichtgläser geführt zu werden- ein simples System, um das beschlagen derselben zu verhindern. Die Fütterung schien bei längerem Tragen wohl auch über den 'Atemschlauch' zu laufen, was eher für breiige oder flüssige Nahrungsgabe sprach. Der klare Nachteil der Maske war die Möglichkeit, den Atemschlauch mit Flüssigkeit zu füllen und so jemanden zwangsweise zu füttern bis er wieder Luft bekommen dürfte oder vorher ohnmächtig würde...
Markus schien mittlerweile zufrieden mit unserem Aussehen- er führte uns beide raus aus dem Stall und in die Reithalle. Damit erstaunte er mich, denn das war nicht das, was die Rittmeisterin gestern mit uns gemacht hatte. Miu bekam einen Balken hinter sich angehangen, ich wurde mit zwei längeren Ketten vor ihn gespannt und Markus gab uns preis, was er jetzt von uns erwartete:

"Miu, du ziehst die Last hinter dir- von Schlachtross weiß ich, der kann das. Deine Aufgabe ist es, dich auf den Gang deines Freundes vor dir zu konzentrieren und mit ihm im Takt zu bleiben. Daher gibt es jetzt nur Schritt. Du machst aber alles nach, was ich Schlachtross befehle...- klar?"

Hinter mir schnaubte es, das war wohl das Zeichen für Miu hätte verstanden...

"Mit dir Schlachtross mache ich wieder Bodenarbeit- du hälst die Ketten straff und gibst Miu die Richtung vor. Ich arbeite mit Langzügel und Stimme, du setzt meine Befehle sofort um. Das hat in den letzte Tagen doch gut geklappt- du hast dich da wirklich verbessert! Hier ist nun die Hilfe mit den Zügeln nicht ganz so fein wie mit den Dauerhalfter- ich will aber von dir sehen, daß es genau so gut klappt. Du bist die Arbeit mit Masken gewohnt, daher bin ich mir sicher, du bekommst das hin.
Für euch beide- wenn ich 'Runter' als Kommando gebe, dann sehe ich zehn saubere Liegestütze...
Uuund vorwärts!"

Markus tat alles um mit seinen Kommando's in diesem Mix aus Kraftausdauer für Miu und Bodenarbeit mich aus dem 'Ponyspace' zu holen- ihm gelang es aber nur ein einziges Mal. Er war verdammt gut darin, keinerlei Berechenbarkeit in seinen Befehlen an uns aufkommen zu lassen, auch wenn die ersten beiden Runden in der Reithalle außer den Kommando's in den Ecken nichts von ihm erfolgte. Dann aber zeigte er, warum er Pferdetrainer war- sein Drill reichte von Richtungswechseln mit nur zehn Metern ziehen bis zwei Runden am Stück, wo gar nichts passierte...
Ich war froh, aber auch erstaunt, als er das Training beendete, erst Miu lobte und dann mich direkt aufforderte, ihm mit wiehern kund zu tun, wie oft er mich aus den Ponyspace gerissen hatte. Das eine Mal war keine Schande- und für diese Leistung wurde ich von ihm gelobt!

"Schlachtross- wir machen das morgen und am Samstag noch einmal... zur Festigung, dich haben die bisherigen Einheiten wirklich wieder fit in dieser Hinsicht gemacht. Deine Jockey soll das unbedingt mit dir beibehalten! Ich muss dir sagen- ich hatte ehrlich gehofft, es auf zwei oder drei Mal zu bringen, doch du schaffst es inzwischen wirklich gut, zwischen sofortigem Pferd-Sein und damit dem verlangten instinktiven Agieren und den notwendigen bewussten Wahrnehmungen hin und her zu springen. Du bist wirklich mit Leib und Seele Pferd!
Miu, komm mit hier zu mir- ihr habt euch eure Belohnungen wirklich verdient!"

Derart aufgefordert, stellte sich Miu eng neben mich und Markus fütterte uns mit Rosinen, Nüssen und Schokostücken, dazu bekam jeder von uns sogar eine kleine Flasche Apfelschorle zu saufen.

"Ich bringe euch jetzt rüber in den Stall- ihr habt beide jetzt eine Einheit Pause nach der Fütterung der anderen Hengste. Schlachtross- als Zeichen meines Vertrauens bleibst du in dieser Zeit weiter ohne Fesselung und Schelle unten herum. Du machst mit Miu aber keine Dummheiten!"

Das war der pure Luxus den Markus mir damit für diese Zeit zusicherte und er signalisierte mir aus meiner Sicht zweierlei Dinge- sein Vertrauen in mich, die gewährte Freiheit nicht zu missbrauchen und, was mir noch wichtiger erschien, mein Verstoß gegen die Regel zugunsten von Brutus war durch ihn vergeben und vergessen!
Im Waschraum wurde ich festgebunden, dann durfte ich den anderen Hengsten- und Stuten- vorführen, wie die normalen 'tierischen' Bedürfnisse auch mit einem übergezogenen Latexfell funktionierten, und danach entließ mich der Pferdetrainer nach fast einem ganzen Tag darin aus meinem Fell. Während er alle weiteren Pferde einkleidete hatte ich seine Erlaubnis, mich mit dem Waschschlauch und WARMEN Wasser frisch zu machen und danach hieß es für Miu und mich zurück in die Box!
Mit dem Einrasten der Boxentür in die Zarge nahm ich meinen Freund an seine Vorderhand, zog ihn zu den Strohballen, die Brutus als Schlafstätte dienten und wir setzten uns so, daß ich ihn in meinen Armen halten und beruhigend streicheln konnte.
Es war zwischen uns kein einziges Wort nötig- meine Ruhe übertrug sich nach einiger Zeit auf ihn. Einzig wiehern und schnauben sorgte für 'verbale' Unterhaltung zwischen uns. Mein Freund Miu schaute mich nach einiger Zeit durch die Gläser seiner Maske sehr ruhig an, schob bewusst meine Hand mit seinem rechten 'Huf' weg und löste sich aus meiner Umarmung. Mit Dankbarkeit, die ich in seinen Augen lesen konnte, vollführte er mir gegenüber die bekannte Geste der Unterwerfung- hier aber ganz sicher frei von jeglichem Druck und eher als Versprechen gedacht, das beste jetzt und in Zukunft aus sich für mich heraus zu holen.
Miu durfte ruhig meine Tränen sehen- das war keine Zweckgemeinschaft, die er damit anstrebte um es sich in der Zeit, in der ich auf Rosengarten verweilen musste, ein wenig leichter zu machen...- das war Freundschaft! Er würde mit den Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung standen, für mich genau so einstehen wie ich es inzwischen für ihn jederzeit tun würde.
So verblieb er eine geraume Zeit, bis er sich wieder auf seine Hinterhand stemmte und erneut sich neben mich setzte. Seinen Kopf an meine Brust gedrückt, strich ich immer wieder über seinen Kopf und so fand uns Markus vor, nachdem unsere Pausenzeit vorüber war...


Mittag...


DRACHENLORD


Markus ging über den Hof in die Tierklinik um nach Blacky zu sehen. Mit dem Training war er recht zufrieden, hatte doch zumindest das Fahren im Vierspänner und der Tausch der Paare mit den begleitenden Zweispänner recht gut geklappt. Seine Partnerin legte da noch höhere Maßstäbe an, doch würden die Pferde dies heute Nachmittag erst richtig zu spüren bekommen. Lion musste aber unbedingt hinter Steel laufen, damit hätte er zwei Arbeiter auf der einen Seite. Er konnte es drehen und wenden wie er wollte- entweder würde Brutus oder Schlachross allein als Aktivposten auf einer Seite ziehen müssen. Sein Leithengst hatte zudem ja die Probleme mit seinem Knie- 'Danke Mira für deine idiotische Aktion am Sonntag...'- daher war dies die bessere Kombination. Mit entsprechendem Druck brächte er auch Kara zum Ziehen...- so würde es sich nicht ganz so negativ für Schlachtross auswirken...
Die geänderte Einschirrung, die dieser angeregt hatte, schien hingegen zu funktionieren- Miu konzentrierte sich wie vorhergesagt auf seinen Vordermann und lief dadurch ruhig mit. An seiner Zugkraft würde er aber weiterhin arbeiten müssen...- da hätte er als Trainer aber noch morgen den ganzen Tag Zeit auf Miu einzuwirken! Wenn Schlachtross so wie vorhin den gesamten Sonntag ackern müsste, würde er dies wohl kaum durchhalten. Das müsste er Miu aber unter vier Augen klarmachen... und der Junghengst würde ganz sicher seinem Freund nicht hängen lassen wollen- so, wie er die beiden heute Vormittag in der Box vorgefunden hatte.
Dass Annika Schlachtross gestern einfach so für ihr Vergnügen missbraucht hatte störte Markus immer noch, doch er war sich sicher, auch daraus einen Vorteil für die Hochzeit am Sonntag ziehen zu können. Er hatte sich noch ein wenig mit Natascha unterhalten, ihr indirekt für den 'Tipp' von vorgestern Abend gedankt und mit ihr vereinbart, sie soll Annika 'zufällig' in das Krankenzimmer von Blacky schicken wenn er dort war...

Zunächst sah er nach Blacky. Der Hengst steckte- wie der Pferdetrainer es schon von der Oberschwester erfahren hatte- auf Augustines Weisung hin in einem dünnen, transparenten Latexsuit, lag auf einem Bett mit einer strohgefüllten Matraze und lächelte schief als er ihn sah. Markus lächelte zurück und sagte:

"Na, Großer. Bist du langsam wieder fit? Du musst aufpassen, die Pfosten springen einem im Stall nachts des öfteren mal in den Weg!“

Blacky musste bei dem Witz lachen und verzog sofort vor Schmerzen das Gesicht. Markus kniete sich neben das Pferd und befühle vorsichtig seine Brust. Aufgrund des Suits konnte er die Hämatome nicht so gut sehen, doch zuckte Blacky immer noch bei den testenden, leichten Berührungen zusammen und der Pferdetrainer war sich sicher, dass dieses Pferd morgen auch noch ausfallen würde.
Er nahm sich vor ihn spätestens am Tag vor der Hochzeit wieder in den Stall zu verlegen, dort hätte er ihn unter Beobachtung und das Pferd wäre nicht mehr den Ideen Augustines ausgesetzt. Ihn selbst hier in so einem von ihm gefürchteten Anzug zu halten...- das war völlig kontraproduktiv!

Bevor er das Warten beenden und wieder aufbrechen wollte, streichelte er Blacky noch ausgiebig und der Hengst war sichtlich froh über die Aufmerksamkeit und die Streicheleinheiten.
Plötzlich ging die Tür auf und Annika kam mit einer Schüssel Futter ins Krankenzimmer. Als sie Markus sah wollte sie wieder gehen, doch er sagte:

„Annika komm ruhig rein und füttere Blacky. Ich wollte sowieso gerade los.“

Sie ging zu dem Pferd und half ihm sich aufzusetzen. Blacky tat die Brust mit jedem Atem holen so weh, dass er sich nicht nach Pferdeart ernähren konnte und deswegen hielt ihm Annika die Schüssel vors Maul.
Markus stand hinter ihr.

"Annika, ich wollte mich noch mal für deine Sonderbehandlung an Schlachtross bedanken. Da du den Hengst gestern bearbeitet hast ist lief er heute morgen viel ruhiger. Vielleicht solltest du die Behandlung öfter mal wiederholen.“

Annika grinste und wurde tatsächlich ein wenig rot. Doch Markus fuhr fort:

"Weißt du wo Augustine ist? Ich wollte zu ihr und ihr sagen, dass ihre neue Sonderbehandlung den Pferden ausgesprochen gut tut.“

In diesem Moment fiel Annika die Schüssel aus der Hand. Blacky schnaubte unwillig als er sah, dass sein Futter jetzt auf dem Boden lag, doch sie stand auf und begann, während sie die Stücken wieder einsammelte, zu betteln:

„Markus, äh, es ist nicht nötig Baroness Augustine deswegen Bescheid zu geben... Das ist eine... ganz neue Behandlungsmethode und wir wissen noch nicht ob wir sie weiterführen. Außerdem ist die Frau Doktor aktuell sehr beschäftigt...“

Markus grinste und ging zur Zimmertür, um sie zu schließen.

„Annika, du brauchst mir keine Geschichten zu erzählen. Ich bin mir sicher, dass Augustine nichts von deinem Ritt auf dem Hengst wusste und ich bin mir auch sicher, dass sie es nicht billigen würde. Gerade weil sie prinzipiell nichts von Hengsten hält. Wahrscheinlich würde es dir auch eine Sonderbehandlung von ihr einbringen wenn sie davon erführe, oder?"

Annika wurde noch röter und blickte ertappt auf den Boden während Blacky unverhohlen grinste. Markus spürte, dass sich das Gespräch in eine für ihn günstige Richtung entwickelte und sagte konziliant:

"Ich kann natürlich auch vergessen der Frau Doktor Bescheid zu geben. Ich kann auch deine Lüge mir gegenüber vergessen...
Im Gegenzug müsstest du aber am Sonntag als medizinisches Personal mitkommen.“

Annika fiel erkennbar ein Stein vom Herzen:

"Natürlich kann ich mitkommen und mich um die Pferde kümmern! Es ist schließlich wichtig, dass ausgebildetes Personal anwesend ist, falls es zu einem Notfall kommt.“

Jetzt hatte Markus sie genau da wo er sie haben wollte und er ließ die Falle zuschnappen:

"Danke für dein Zusage Annika, aber ich benötige am Sonntag deine speziellen Fähigkeiten. Du musst die Hengste vor der Abfahrt der Kutsche so weit aufgeilen wie du nur kannst. Ich will, dass denen das Wasser in den Augen steht vor Geilheit und sie sich kaum mehr beherrschen können. Diesen Level musst du während des ganzen Tages hochhalten ohne dass ein Hengst kommt. Wenn wir wieder zurück am Transporter sind dürfen sich die Pferde ihre Belohnung holen. Da könnte es dann passieren, dass du den einen oder anderen Hengst einer Sonderbehandlung unterziehen musst, damit ich sie wieder verladen kann.
Ich denke aber, dass bekommst du hin, oder soll ich lieber Natascha fragen?“

Annika grinste und beugte sich ein wenig nach vorn, so dass Markus ihr direkt ins Dekolleté sehen konnte und leckte sich leicht über die Lippen bevor sie mit ihrer sinnlichsten Stimmte sagte:

„Ich denke das werde ich hinbekommen! Ich bin da auch ein wenig geschickter und geübter als Oberschwester Natascha!“

Sie griff jetzt nach vorn und während sie ihre latexumspannten, großen Brüste rieb stimulierte sie Markus Penis in der Hose.
Sein Schaft war allein durch den Anblick von Annika schon hart gewesen, doch ihre leichte Berührung war, trotz der Hose, genug um ihn aufstöhnen zu lassen. Während sie mit der Linken ihre Brüste knetete und sich ab und an die Finger ableckte als hätte sie in eine Sahnetorte gegriffen, wollte sie den Reißverschluss von Markus Hose öffnen...

Markus stand stocksteif vor Annika. Von ihr verführt zu werden war das Letzte was er wollte!

"Schluss Annika- lass diesen Scheiß! Du weißt genau, ich bin mit der Rittmeisterin zusammen!"

Markus hatte sich unter Kontrolle... und seine Prinzipien sagten 'Nein' zu der Situation...- da ertönte ein lautes Schnauben gepaart mit einem schmerzhaften Stöhnen hinter ihnen. Annika verzichtete darauf, etwas über die 'Prüderie' des Pferdetrainers von sich zu geben und drehte sich ruckartig um. Auch Markus wollte wissen was los war und trat an ihre Seite.
Vor ihnen lag Blacky, der sich gerade zuckend entlud, dabei wandte er seinen Blick nicht von Annikas Rock ab unter den er die ganze Zeit geschaut haben musste.
Der Genuss seines Orgasmuses wurde ihm von den Schmerzen verleidet, die seine Rippen aussanden. Schon atmete er keuchend und ihm standen die Tränen in den Augen. Annika beugte sich zu ihm hinunter und sagte, während sie seine Brust vorsichtig streichelte:

"Du armes Pferd. Du hattest es wohl dringend nötig! Aber lass das doch besser Schwester Annika machen, die kennt sich damit aus!“

Mit diesen Worten griff sie sich den offen aus dem Suit hervorragenden Schlauch des Pferdes und begann ihn zu wichsen. Da seine Eichel noch extrem empfindlich war versteifte sich Blackys Körper und das schmerzverzerrte Stöhnen wurde lauter.

"Du musste ein wenig vorsichtiger sein, Blacky. Deine Rippen schmerzen dir sicher noch nach den Tritten, die du einstecken musstest..., vor allem wenn du deine Bauchmuskeln nicht unter Kontrolle hast.“

Mit diesen Worten machte Annika noch mehrere kräftige Wichsbewegungen und drückte dem Hengst kräftig die Hoden. Das war zu viel für das arme Tier. Blacky bäumte sich auf und entlud sich ein weiteres Mal. Doch die Schmerzen in seinem Brustkorb waren wohl so übel, dass er sich jaulend die Rippen hielt.

Annika stand jetzt auf, wischte sich ihre spermaverklebten Hände an seiner Mähne ab und wandte sich wieder Markus zu. Die Gunst des Augenblicks nutzend ging sie auf seine Forderung bezüglich des Sonntages ein:

„Dann sind wir uns einig. Ich komme am Sonntag mit und kläre heute noch das organisatorische mit Frau Doktor selbst. Nicht dass du dich verplapperst! Die Motivation der Hengste übernehme ich, gern auch schon vorher...- ich will aber eine Belohnung... Ich denke du weißt welchen Hengst ich will, oder?“

Markus nickte und verließ jetzt das Krankenzimmer. Zwar hatte er bekommen was er wollte, doch war das Gespräch nicht ganz nach seinen Wünschen verlaufen. Auch dass dieses sexgeile Luder ein Auge auf Schlachtross geworfen hatte war ihn nicht recht.
Es störte ihn gewaltig, dass er Schlachtross regelrecht an Annika verkauft hatte.

'Aber seinen Spaß wird er sicher haben...'- dachte er sich und beruhigte damit sein Gewissen.
Tief im inneren seines Hirns war ihm klar, dass es in Zukunft auch Probleme mit Miu geben würde. Der Junghengst war an Schlachtross nicht nur wegen dessen Freundlichkeit und Statur interessiert. Er wollte den Hengst auch mal in sich spürten, da war sich Markus sicher. Der Pferdetrainer ahnte nicht, wie sehr seine Gedanken mit denen von Schlachtross am Morgen überein stimmten...

DRACHENLORD ENDE


Nachmittag...


Miu:

Klatsch...- wieder einmal zischte die Fahrpeitsche der Rittmeisterin an der Maske des jungen Hengstes vorbei und traf auf den Rücken von Lion auf, gefolgt von einer inzwischen übellaunigen Aufforderung sich in die Zugstränge zu legen. Offenbar hatte sie nach dieser wer weiß wievielten Aufforderung an Lion jetzt wirklich die Geduld mit ihm verloren, denn Miu sah aus dem Augenwinkel heraus, wie der schräg vor ihm laufende Hengst plötzlich regelrecht zusammen zuckte, aus dem Tritt kam und dadurch von Brutus recht heftig einige Tritte in seine Hacken kassierte, ehe er wieder in den Rythmus der anderen Pferde zurück fand. Sein schmerzverzerrtes Wiehern zeigte allen anderen, die Stärke des eingesetzten Stromschlages war sicherlich im oberen 'Korrekturmodus' angesiedelt...- und damit auch eine Warnung für Kara, die als einziges weiteres Pferd heute Morgen mit einem Schockhalsband von Markus bedacht worden war.
Da Zeit für Miu, seit er hier auf dem Hofgut als Hengst sein Leben lebte, keinerlei Rolle spielte, war es ihm egal, wie lang sie schon seit dem Anschirren heute Nachmittag unterwegs waren. Er konzentrierte seine ganze Aufmerksamkeit darauf, hinter seinem Freund und Vorbild Schlachtross im Takt zu laufen und möglichst viel Spannung auf den Zugsträngen zu halten. Der Pferdetrainer hatte ihn nicht umsonst nach der Mittagspause als ersten aus der Box zum Anschirren geholt- Markus hatte die Zeit genutzt, um ihn für seinen Willen, die für ihn stressige Situation so schnell wie nur möglich zu meistern, zu loben... Er müsse aber jetzt nicht nur weiterhin im Takt hinter Schlachtross laufen, seine Kraft wäre in dieser Anspannung genau so wichtig! Sein Freund wäre der einzige auf der Seite, der Markus nach Kraft und Erfahrung für diesen Einsatz mitbrächte- und er, Miu, müsse Blacky ersetzen und damit seine Leistung, für Schlachtross!, in die Waagschale werfen. Kara... er wüsste ja selbst, was von der zu erwarten sei!
Diese als Monolog dargebrachte Aufforderung an ihn hatte seine Wirkung nicht verfehlt- Miu war fest entschlossen, seinem Freund auch in dieser für ihn noch Angst- aber auch Lust...- machenden 'Verpackung' nicht im Stich zu lassen!

"Stimmt's Miu- es ist ein Unterschied, ob man so ein Outfit nur in seiner Vorstellung trägt oder ob es einem umhüllt und man darin arbeiten muss..."

Markus hatte da ganz sicher, als er ihm diesen Satz beim Einschirren unter seine Nase rieb, an seine... soll er es ruhig kindliche Neugier und Freude nennen... Reaktion auf das erstmalige Sehen von Schlachtross vor zwei Tagen angespielt. Seine Frage, ob Miu sich im Klaren sei, was die Folgen für ihn wären wenn er Bereitschaft dafür zeigen würde, öfters als normal von den Pferden verlangt in solchem Outfit hier auf dem Hofgut zu arbeiten...- er hat sie abgenickt. Auch als der Pferdetrainer ihm diese aus seiner Sicht noch einmal aufzählte:

"Du würdest dann nicht nur bevorzugt als Schlepper und Schulpferd Kunden mit diesem Faible zuarbeiten... Annika und vor allem Augustine würden dich in diesem Outfit dank ihrer 'Vorliebe' für Latex regelmäßig bis an deine Leistungsgrenze treiben- und wenn sie es wollten, auch darüber hinaus! Du kennst deren Vorliebe für Atemkontrollspiele und gerade, wenn du so ein Pferd bist, werden sie dich damit quälen... Ich kann dich dann nicht mehr so schützen..."

Das war ihm bewusst...und davor hatte er Angst! Aber Schlachtross hielt dies doch auch durch... Sogar mancher Einsteller...- dann könnte er dies doch auch! Was die Krankenschwester anging- wenn sie ihn nur ein wenig rücksichtsvoller als Pferd behandeln würde... Ihm machte es ja sogar Spaß, ihr ab und an sexuell zu Willen zu sein- doch die Arroganz von Annika im Umgang davor und danach verleideten jeden dieser manchmal durchaus erfüllenden Momente für ihn. Mit ihrem Sadismus kam er zumeist sogar klar...- die kleinlichen Erniedrigungen sorgten für den mehr als fahlen Beigeschmack...
Ein weiteres qualvolles Wiehern riss ihn aus seinem Gedanken- dieses Mal hatte Kara sich den Zorn der Rittmeisterin zugezogen. Zu seinem Erstaunen spürte er nach der Verwarnung der Stute eine leichte Berührung auf seiner Schulter...

"Miu- nicht nachlassen! Zeig mir, das du auch weiter mithältst..."

'Außer dem Pferdetrainer hätte jeder andere mich jetzt sicher geschlagen um mich vorwärts zu treiben...'

Miu stemmte sich mit neuem Mut und dem unverkennbaren Willen in die Zugstränge, während er unbewusst im Gleichschritt mit Schlachtross lief. Den Kopf leicht zur Seite gedreht und gesenkt gehalten...- den Trick hatte Markus ihm verraten- schaute er seinem Freund auf den sich im Takt der Schritte wiegenden Schweif und richtete seine Bewegungen ganz darauf aus.

'Einfach Schritt und Schritt und Schritt... Wenn ich genug geschwitzt habe, dann rutscht das Gummi auch und kneift nicht... Dann gemeinsam mit Schlachtross und Markus hier eine Tour durch den Wald... Ich würde gern bei ihm bleiben und nach dem Rennen mit ihm gehen...'

Ein Schnauben von Schlachtross riss ihn aus diesem Tagtraum und veranlasste ihn kurz seinen Kopf zu heben- dann verstand er verstand den Grund der Lautäußerung. Sie bogen gerade wieder auf das Oval der Rennbahn- und bekamen verbal von hinten die Aufforderung in den Trab überzugehen!

'Du schaffst das... du schaffst das... du bist nicht schwach... du hälst den Takt...'

Mit dieser Mantra hielt Miu sich aufrecht und nach einer kompletten Runde in der Gangart kam erst der Übergang in Schritt und kurz danach das ersehnte Halt. Markus wartete auf sie, ging an allen vorbei nach hinten zur Rittmeisterin und die beiden schienen etwas zu besprechen...

"Im Schritt! Uuund vorwäärts!"

Das war die Stimme des Pferdetrainers...- Miu zog erneut an und lief wie alle vor und neben ihm jetzt auf der Rennbahn. Markus blieb dabei auf der Geraden vor der Tribüne und legte offenbar sehr viel Wert auf die synchrone Ausführung seiner Befehle. Er trainierte Wendungen - abbiegen rechts und links, Halt an imaginären Stoppschildern..., das Programm für das Fahren im öffentlichen Raum. Immer wieder Korrekturen...- er verschonte keines der Pferde vor sich, selbst Brutus und Schlachtross wurden angemahnt...
Der Schatten der Bäume reichte bereits bis an das äußere Ende der Rennbahnbegrenzung, da erst lenkte uns Markus an einen Platz, an dem wir nach seinem Halt auch noch die folgende Stunde ganz sicher der Kraft der Sonne ausgesetzt wären. Der Pferdetrainer hielt jedem von uns eine Flasche Wasser an die Maske, befahl uns den Kopf ein wenig in den Nacken zu nehmen und tränkte uns dann, indem er deren Inhalt uns über das Atemrohr in den Mund laufen ließ. Diese Art der Versorgung klappte recht gut- Miu schluckte einfach bis seine Flasche leer war.

"Nein Miu, nicht betteln...- jeder bekommt jetzt nur eine Flasche."

Das war die einzige Reaktion des Trainers auf meinen Versuch, ein wenig mehr von dem Nass für uns alle zu erheischen. Während ich das Wasser hinunter geschluckt hatte, war mir erst richtig bewusst geworden, wie sehr ich Durst hatte...- und den anderen ging es ganz sicher auch so. Das Laufen in den Latexanzügen war schweißtreibend- stärker als ich erwartet hatte, doch auch hier erinnerte ich mich an die Worte der Rittmeisterin, Schlachtross würde dies bis zu zwei Tagen ohne Leistungsabfall aushalten. Da würden wir das auch hinbekommen- und wann wir unsere Felle ausziehen dürften, hinge ganz allein von uns selbst ab! Nach den Zurechtweisungen von Lion und Kara hegte ich aber keinerlei Hoffnung, dies würde heute noch geschehen...

"Horcht zu..."

Unser Trainer wollte wohl unsere Leistung beurteilen...

"...- es wird bei der Hochzeit ganz sicher so sein, daß ihr einige Zeit vor der Kirche und vermutlich auch an der Festlokalität eine Weile ruhig vor den Gebäuden stehen müsst! Da wird es sicherlich auch keinen Schatten für euch geben...- daher trainieren wir das jetzt noch etwas. Wie gesagt- eure Aufgabe ist ganz einfach ruhig zu stehen und ich will von euch außer einem gelegentlichen leisen Schnauben nichts hören!
Das mag einfach klingen, aber die Sonne wird euch in euren Fellen sicher zusetzen... Daher stellt es euch nicht zu leicht vor...
Schlachtross, du wirst jetzt mit mir noch einmal ganz ruhig etwas Bodenarbeit üben...- danach hole ich mir noch Lion und Kara... Für euch beide wird dies im Unterschied zu Schlachtross ein Straftraining! Das ist die Konsequenz eurer... sogenannten Leistung! Wenn das morgen nicht besser mit euch klappt, dann Gnade euch Gott- oder Mira, denn die wird spätestens am Samstag dafür sorgen, daß ihr spurt!"

Das war keine leere Drohung, Miu und allen anderen Pferden war das Training mit Mira am letzten Samstag noch präsent im Gedächtnis...- und keiner von ihnen spürte den Wunsch, dies so schnell zu wiederholen!
Während Markus vor ihm Schlachtross ausschirrte und begann, ihn im Sichtbereich aller Pferde an der Longe seine Kreise drehen zu lassen, begann Miu den Unterschied zwischen bewegt werden und stehen in der Sonne zu spüren.

'Laufen dürfen lenkt ab und lässt einen die Wärme leichter ertragen... Komm, zeig das du stark bist! Stell dir vor, Schlachtross hat auch mal irgendwann angefangen... er hat es ausgehalten und daher kann ich es auch! Du willst das hier- die Rittmeisterin und der Pferdetrainer sollen sehen, ich kann das... Ich mag vielleicht nicht das beste Pferd vor der Kutsche sein, doch ich bin in Latex besser als Blacky, Lion und Kara! Dann trauen Sie mir sicher auch andere Sachen zu..."

Miu dachte einige Jahre zurück, am Beginn seiner 'Karriere' als Pferd hier auf dem Hofgut war er regelmäßig in Dressur durch die Rittmeisterin trainiert worden...- aber das wurde mit einem Mal immer seltener...

'So wie Schlachtross in Latex im Dressurviereck... und dann den Beifall der Zuschauer...- ich weiß, ich würde dies können!'

Vorsichtig das Gewicht von einem Bein auf das andere im Wechsel verlagernd, begrüßte er mit einem leisen Schnauben Schlachtross, den Markus zurück zum Gespann brachte und sich danach Lion griff. Wie gern hätte er sich jetzt an den Rücken seines Freundes gelehnt...- doch das würde selbst der Pferdetrainer nicht tolerieren! Der war zwar dabei, den Hengst für seine heute gezeigte Leistung richtig zu scheuchen- die Lektion für Schlachtross war da wirklich ruhige Erholung- doch ab und zu schallte eine Ermahnung von ihm zu uns im Gespann herüber.
Lion aber wurde richtiggehend durch Markus getrieben- außer Galopp gab es nur noch Dressurschritt und zwischendurch immer wieder Liegestütze... Aus vollem Lauf heraus runter, die mehr gebellten als gesprochenen Ansagen des Pferdetrainers hallten noch deutlich vernehmbar bis zum Gespann und Kara wurde mit der Zeit immer kleiner. Endlich brachte Markus den Hengst zurück... Miu hörte dessen röchelndes um jeden Atemzug kämpfen und gegen seinen Willen stieg sogar ein wenig Mitleid in ihm hoch.

"Kara- zick nicht rum und arbeite vernünftig mit! Glaube nicht, daß dir dein Arschwackeln irgendeinen Bonus einbringt..."

Mit diesen Worten zerstörte der Pferdetrainer für die Stute im Vorfeld jede Illusion auf eine mögliche bessere Behandlung- und hier musste Miu an sich halten um nicht zu wiehern. Kara war dauerrossig und ihr liebstes Spiel war es, damit einen Hengst in Schwierigkeiten zu bringen... Sie verdiente diese Abreibung- vor allem, wenn sie glaubte, hier auf ihrer Position nur als Showpferd mit laufen zu können. Der junge Hengst sah, wie Markus der Stute mit der Fahrpeitsche 'half', ihre 'Trägheit' zu überwinden- eigentlich war der Pferdetrainer nicht so, doch hier zeigte er, was das Niveau von Bestrafungen anging, könne er durchaus mit Baroness Mira mithalten.

'...nur straft Mira ohne Grund und aus Freude uns zu quälen... Markus möchte nur die erwartete Leistung sehen und wenn wir die bringen- hilft er uns sogar!'

Dankbar dachte Miu an die aus dem Menü für Einsteller stammenden Leckerchen, die er und Schlachtross für das zusätzliche Training bekamen. Dies würde ganz sicher nächste Woche ein Ende haben...- doch, wenn er Glück hatte und Markus ihn weiter zusammen mit Schlachtross in diesem Gummianzug trainieren sollte...

'Nicht so weit denken...- wenn Markus mit Kara fertig ist, geht es sicher zurück in den Stall und dann gibt es Futter...'

Miu war bereits ein wenig schwindlig, doch indem er mit seinem Blick zwischen dem Rücken von Schlachtross und der Darbietung von Kara hin und her wechselte, schaffte er es, die Zeit zu überbrücken. Er war aber froh über die Aufforderung zum laufen, nachdem Markus mit der Stute fertig war und sie wieder eingeschirrt hatte.
Im Schatten der Stallmauer wartete der Pferdeknecht bereits mit einem Eimer voll Wasser, aus dem alle von Markus getränkt wurden, ehe dieser und Jens sich daran machten, die 'Tiere' auszuschirren und zurück in die Box zu bringen...


Schlachtross:

Das Training mit Markus war anspruchsvoller gewesen als ich erwartet hatte und es freute mich für Miu, wie er durchhielt. Der Pferdetrainer erstaunte mich vor allem aber mit der durch ihn an den Tag gelegten... Brutalität. Wie er mit Lion und Kara umgesprungen war...- da stellte sich kein großer Unterschied zu der Baroness dar... Einzig die Tatsache, die beiden waren ohne Druck stinkend faul und versuchten damit durchzukommen, machte den Unterschied zwischen Mira und Markus aus. Ich hatte, während Kara vor mir lief, mehrfach den Wunsch tief in mir gespürt, ihr für diese durch sie dargebotene Scheinleistung kräftig in die Hacken zu treten...
Der Pferdetrainer hatte ihr aber recht deutlich gemacht, was ihr Handeln für sie beinhaltete...- nur war es hier auf Rosengarten ja üblich, wenn einer versagte... würden alle bestraft!
Was dies für uns heute bedeutete, spürte ich, nachdem ich ausgeschirrt war und Markus mich in die Box zurück brachte. Da vor mir bereits Brutus, Lion und Miu zurück in die Box gebracht worden waren, schaute ich nicht schlecht, als ich das saubere Benzinfass in der Mitte sah und meine derzeitigen drei Mithengste mit auf dem Rücken zusammengebundener Vorderhand. Ohne weitere Lautäußerung nahm ich daher nach dem lösen vom Hüftgurt auch meine Hufe hinter den Rücken, drehte mich ein wenig und erleichterte Markus und mir so das Leben. Diese Fesselung war natürlich unbequemer als die Arme an der Seite behalten zu dürfen, doch dank der Handgelenksmanschetten bei weitem nicht so restriktiv wie Handschellen oder ein Strick um die Handgelenke.
Der Pferdetrainer dirigierte mich zwischen Brutus und Miu- nachdem auch die Stuten zu uns in die Hengstbox gebracht und gleichfalls so vorbereitet waren, begriff ich den Sinn der Tonne: Markus und Jens ließen uns rund um diese hinsetzen, wir bekamen noch ein Halsband umgelegt und mit kurzen Kettenstücken und Karabinern fixierten die beiden uns wie einen Stern um diese! Damit aber nicht genug- wir 'durften' auch noch unsere Schenkel spreizen und mit Führleinen wurde so jeder von uns auch auf der Hinterhand mit seinen Nachbarn verbunden...

'Danke für die Position zwischen den Hengsten, die mir wohlgesonnen waren...'

In dieser Form die Nacht zu verbringen dürfte mehr als nur unangenehm werden...- ich war mir nicht sicher, ob die Rosengarten-Pferde darin mehr Übung hätten, denn ihr Wiehern und Schnauben drückte auch keinerlei Freude aus, doch das ganze noch in Latex mit Maske würde sie härter treffen als mich!
Der Pferdeknecht hatte, das konnte ich aus meiner Position beobachten, vor ein paar Minuten unsere Box verlassen...- und mit seiner Rückkehr brachte er unsere Abendfütterung mit, die aber allein von Markus vorgenommen wurde. Der Pferdetrainer schickte Jens regelrecht aus unserer Box- er wollte wohl sicherstellen mit uns ungestört zu sein. Bei Brutus beginnend fütterte er jeden von uns... da hatte bei dessen Zubereitung die Rittmeisterin wohl ein wenig ihre Finger im Spiel gehabt. Die Portionen waren mit unseren Namen beschriftet- zumindest war dies bei meiner der Fall- und die Spitztüte enthielt bei mir lauwarme Kartoffelsuppe. Ich schmeckte sogar Speckwürfel dabei heraus! Dazu gab es wie am Morgen noch einmal gesüßten schwarzen Tee und Wasser zum Nachspülen. Für mich überraschend klappte die Nahrungsaufnahme durch den Schlauch der Maske problemlos gut- Markus sorgte für genügend Pausen zum Atem holen zwischendurch.
Unser Trainer hatte aber noch eine weitere Überraschung für uns- nach der Fütterung eröffnete er uns den Grund, warum die Hengste gestern Nacht von ihm zu 'Wallachen' gemacht wurden. Uns wurde versprochen, nach dem Einsatz am Sonntag dürften die Hengste sich mit den Stuten vergnügen! Steel und Brutus schienen wohl ein Paar zu sein oder sich gern zu haben, denn die beiden wieherten voller Vorfreude. Lion dürfte dann auf Kara aufreiten, was von dem Hengst mit einem zufriedenen Schnauben quittiert wurde- ich bekam nicht mit, ob die Freude bei Kara auch so ausgeprägt war...

"Schlachtross und Miu- Schwester Annika hat sich bereit erklärt, mit euch beiden etwas Spaß haben zu wollen... ich bin in der Nähe und daher dürftet ihr beide auch auf eure Kosten kommen! Schlachtross, du hattest ja bereits gestern das Vergnügen, einen Ritt mit ihr zu bestehen...
Miu und du kommen danach für den Rest dieser Nacht in die Box, in der du bei deiner Ankunft hier auf dem Hofgut die ersten beiden Nächte verbracht hast; da dürftet ihr sicher auch noch ein paar ruhige Stunden genießen..."

Dieser letzte Satz war offenbar nur für uns beide bestimmt- Markus hatte diesen recht leise erst dann zu uns gesagt, nachdem er sehr nah zwischen Miu's und meinem Kopf war...

'Verdammt, Miu war mir und ich ihm zugetan...- das war nicht zu leugnen... Doch wie zwei Hamster in einen Käfig gesperrt zu werden, damit wir uns miteinander 'vergnügten'...- das war ganz sicher nicht die ausreichende Kompensation für das '...auf die Kosten kommen...' mit dieser Kliniksadistin, wie der Pferdetrainer es schmeichelnd umschrieb...
Auf der anderen Seite...- der Sex mit Annika gestern war nicht übel gewesen und wenn ich es allein unter dem Aspekt der Triebbefriedigung sah... warum nicht? Die Stunden mit Miu zusammen würden ganz sicher, was das emotionale anging, den dringend benötigten Ausgleich für die bisherigen Tage hier darstellen. Und wenn es 'mehr' würde? Miu war bereits ein guter Freund- und das würde die Situation dann entscheiden!'

Mit einem Schnauben zog ich den Blickkontakt von Markus auf mich und das Beugen des Kopfes zeigte ihm mein Einverständnis. Da er zwischen Miu und mir stand, war die bereits erfolgte Zusage meines Freundes wohl an mir vorüber gegangen- doch seine Freude über unsere Zustimmung bestand neben Streicheln auch in einer abschließenden Gabe von zwei Bonbons mit Zitronengeschmack für uns beide.

"Danke Schlachtross... Danke Miu!"

Der Gesichtsausdruck des Pferdetrainers nach diesen erneut nur an uns adressieren leisen Worten drückte richtiggehende Erleichterung aus- das erkannte ich jetzt. Er war sich wohl vorher nicht wirklich sicher, ob wir beide seine Einteilung der Pärchen derart widerspruchslos hinnehmen würden... Brutus und Lion hatten wohl seiner Auffassung nach da mehr bekommen als er uns anbieten könnte!

"Ruht euch etwas aus- ich komme nachher noch einmal mit Natascha zu euch... Ihr bekommt alle ein Schlafmittel, da habt ihr es die Nacht ein wenig leichter..."

Mit diesen Worten zog dieser sich aus der Box zurück und verschloß von außen die Rolltür. Während ich den sauren Geschmack in meinem Mund so lange wie nur möglich auszukosten versuchte, zog ich an dem Bein, das mich mit Miu verband, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Die mit der Maske mögliche Drehung unserer Köpfe reichte gerade so, um unsere Umrisse im Halbdunkel der Box gegenseitig zu sehen. Wie gern hätte ich ihm jetzt in die Augen gesehen... oder noch lieber in meinen Armen gehalten! Er verstand aber auch so- wir nickten uns zu, schnaubten und wieherten leise. Ohne ein einziges Wort zu sagen drückten wir unsere Gefühle aus- die Wut auf Kara und Lion, die uns diese Art der Bestrafung eingebrockt hatten... die Gewissheit, ich wäre für Miu und er für mich da... und das Versprechen, auch weiterhin aufeinander aufzupassen und füreinander einzustehen! Ich hoffte zusätzlich, ihm seine vermutlich erste Nacht derart eingekleidet als Vorbild zu dienen... er sollte sehen, wenn ich es durchhielt- er würde es auch schaffen!
Der Pferdetrainer hielt Wort- zusammen mit der Oberschwester kam er noch einmal zu uns und wir bekamen von ihr heute eine letzte kleine Flasche mit Wasser, die jeder von uns unter ihrer Aufsicht auszutrinken hatte. Sie hatte mit mir angefangen- und noch ehe sie mit Miu als letztem Pferd fertig war, verspürte ich die Wirkung des Schlafmittels und bekam nicht mehr mit, wie sie zwei mobile Kamera zu unserer Überwachung diagonal in unserer Box aufstellten...


Markus:

"Was ist deine Meinung zu unserem Gespann...- Schatz?"

Markus ahnte bereits die Antwort- doch ihn interessierten nicht die vorhandenen Gemeinsamkeiten ihrer Einschätzung. Ihm war die Meinung seiner Partnerin dazu wirklich wichtig, gerade wegen der Unterschiede!

"Die kennst du...- du hast dir doch selbst Lion und Kara gegriffen weil du sie für ihre mangelnde Leistung bestrafen wolltest. Deine Idee, sie heute Nacht ein wenig härter ran zu nehmen damit sie zu unserer Probe wissen, was ihnen bei Versagen blüht, finde ich in Ordnung...
Wir bekommen morgen früh auch die angeforderten Horsekeeper- drei in der Basic- und drei in der Superiorversion... Schlachtross, Miu und Brutus sollten wegen ihrer Leistung in letzteren transportiert werden, die drei anderen haben Pech und müssen mit der Basisversion vorlieb nehmen! Wer Leistung bringt... wird belohnt!

"Machen wir so- vielleicht sollte Steel statt Brutus auf der Rückfahrt in den Superior... - wäre so ein Ausgleich, wenn sie die ganze Zeit wie heute arbeitet...
Als die Pferde vorhin in der Box saßen, habe ich Ihnen auch die mögliche Belohnung nach der Rückkehr am Sonntag verkündet...- was mich erstaunte... Schlachtross und Miu nahmen es recht gelassen hin, nicht wie Brutus und Lion auf unsere Stuten aufreiten zu dürfen. Annika hat zwar Interesse an den beiden angemeldet und damit kommen sie auch zum Zug... doch das ist nicht das gleiche. Die Schwester wird uns im übrigen begleiten und dafür sorgen, daß die Hengste die ganze Zeit über 'heiß' gehalten werden..."

"Gute Idee- das machen wir so. Die Aufstellung unserer Pferde funktioniert im übrigen recht gut... Miu neben Brutus und hinter Schlachtross arbeitet wirklich gut mit und er hat sich wirklich bei meiner Ausfahrt ins Zeug gelegt! Du hast ihn da richtig gut motiviert- und Schlachross trägt auch seinen Teil dazu bei! Deine Vorhersage zu den beiden ist richtig gewesen...
Die beiden haben sich, wenn das am Sonntag geklappt hat, wirklich, zusätzlich zu allem, eine Belohnung verdient!"

"...da hätte ich zumindest für Miu schon etwas- könntest du dir vorstellen, ihn vorzugsweise als Latexpferd auszubilden? Er scheint Schlachtross da nacheifern zu wollen..."

"Du weißt, wie die Baronin hier dazu steht! Da sehe ich keine große Chance- einzig mit der Option als Schlepper und Schulpferd für die Einsteller wäre da etwas zu machen. Wir können das aber erst nach dem Rennen der Frau Baronin unterbreiten- vorher sehe ich da keine Möglichkeit, etwas in seinem Sinne zu erreichen."

"Ich dachte da eigentlich eher an seine gemachten Ansätze, ein Dressurpferd zu werden. Versuch ihn dir als solches vorzustellen...- in einem Outfit wie dem von Schlachtross! Das würde uns auch wieder bei möglichen Wettbewerben ganz weit nach vorn bringen! Zum Fest bieten wir ja auch in dieser Richtung etwas an...
Ich habe ihm heute vor deinem Training übrigens auf die möglichen Konsequenzen seines Wunsches hingewiesen- aber er scheint wild entschlossen, dies zu erreichen!"

"Das wirst du vergessen können- und er gleich mit... Latexpferd wird vielleicht machbar sein... Dressurpferd kann er vergessen! Die Baronin biete diese Wettbewerbe an, richtig... damit geht sie aber nur auf die Wünsche von Gästen und Besuchern ein... Sie favorisiert nun mal den Fahrsport und damit ist diese Vorstellung von euch beiden reine Utopie!
Komm lass uns schlafen gehen, wir müssen morgen sehr früh raus- wegen Miu... wir können es versuchen, doch ich sehe da... ganz ehrlich... kaum eine Chance..."
19. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von TMeier am 20.02.21 00:14

Danke für die Fortsetzung.

So ganz verstehen ich die Bestrafung nicht erst werden die Pferde so aufwendig angeordnet, und dann gibt es nach sehr kurzer Zeit ein Schlafmittel was ja im Grunde die Bestrafung beendet bzw. zumindest pausiert durch den Schlaf.

Gruß
Thomas
20. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 20.02.21 08:06

Von Markus und der Rittmeisterin ist dies zwar auch als eine für die Verhältnisse in Rosengarten eher milde Bestrafung gedacht- eher aber als 'Teambuilding' zu verstehen. Daher auch die Gabe des Schlafmittels durch die 'Oberschwester' in Absprache mit den Trainern. Auch wäre es aus Sicht der Trainer kontraproduktiv, mit unausgeruhten 'Pferden' den folgenden Tag weiter zu trainieren.
Wie und auf welchem Niveau die beiden Baroness und der Pferdeknecht strafen, wurde ja bereits angedeutet und wird auch in Woche 3 stärker thematisiert...
21. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von TMeier am 20.02.21 09:29

Das Problem ist halt das durch das Schlafmittel ja das Teambuilding und vor allen das Nachdenken warm sitze ich hier jetzt so unbequem.
Gerade Lion/Kara sollen ja darüber nachdenken das die Verweigerung nicht nur für sie selber konsequenzen hat.

Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf die nächste Woche auf Rosengarten.

Diese Woche ist halt nicht so meine mit dem Fokus auf Gummi/Sex/zusammenarbeit der Pferde da werden die Gefühle/Stimmungen der einzelen natürlich weniger wichtig.
Und für Schlachtross als gewohntes Gummipferd ist dies Woche ja schon fast als Urlaubswoche anzusehen.


Achtung:
Das soll jetzt keine Aufforderung sein eure Pläne irgentwie zu ändern ich werden auf jeden Fall hier bis zum Ende sehr gerne weterlesen.

Aber ss gibt halt beim PetPlay immer stärker die 2 Ausrichtungen/Lager den einen geht es halt primär um die kompette aufgabe der sexuellen Selbsbestimmtheit den anderen um das abtauchen von der Realwelt in die Petwelten.


22. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 20.02.21 09:41

Keine Angst- die Geschichte ist fertig geschrieben und daher wird es inhaltlich keine großen Änderungen geben.
Lion und auch Kara werden für ihre 'Leistung' auch noch intern 'gemaßregelt'- soviel sei verraten- was durchaus in dem bereits postulierten Sinn der Baronin bezüglich der 'Pferdehaltung' auf Rosengarten ist.
Gummi/Latex wird auf Rosengarten auch von den 'Pferden' weniger als gewollter Fetisch angesehen- eher als zusätzliche Belastung bei der Zuarbeit für zahlende Gäste bzw. als Opfer für den 'Fetisch' von Augustine. Dabei gibt es später auch eine Erklärung, warum Blacky derart Panik vor einer Arbeit in solchem Outfit hat...
23. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von TMeier am 24.02.21 20:39

Zitat
Keine Angst- die Geschichte ist fertig geschrieben ...

Wenn das so ist dann mal schneller hier die Teile veröffentlichen und uns nicht solange hängen lassen.

Umso schneller kannst du dich um das nächsten Projekt kümmern.

Ich weiß ich bin unverschämt und frech, aber manchmal ist mir danach, nicht böse meinen

Gruß
Thomas
24. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 24.02.21 20:44

Na na na... nicht gierig werden! Wo bleibt denn da die Vorfreude auf das nächste Kapitel?
In zwei Tagen gibt es doch schon den nächsten Lesestoff!
25. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 26.02.21 15:44

Tag 13, Freitag- Woche zwei (Part 1)



Hengstbox...


Brutus:

"Guten Morgen ihr Pferde...- ich hoffe, die Nacht war angenehm für euch?"

'Als erstes diese vor Sarkasmus triefende und und uns verhöhnende Stimme des Pferdeknechtes hören zu müssen...- das verdarb den ganzen Tag!'

Brutus verstand die am meisten verwendeten Redewendungen der Trainer und auch den überwiegenden Teil der für ihn und alle anderen 'Pferde' bestimmten Kommando's recht gut- an wichtigsten jedoch war für ihn der Klang der Stimmen. Sie gaben ihm Halt- Bestätigung für erbrachte Leistung, Lob, Unzufriedenheit... In Verbindung mit der sich mit ihm beschäftigenden Person war er zudem sehr gut in der Lage zu beurteilen, ob die Worte aufrichtig und ehrlich gemeint oder verhöhnend und voller Falschheit- so wie in diesem Augenblick- an ihn gerichtet waren. Aber es war ehernes Gesetz- er war ein Pferd und dieses spricht weder mit seinen anderen Pferden noch antwortet es den ihn versorgenden Menschen...
Für ihn war es aus diesem Grund ein regelrechter Schock vor vier Tagen im Wald, als Schlachtross gegen das für die Pferde auf dem Hofgut bestehende Sprechverbot verstieß und damit nicht nur für sich eine Bestrafung riskierte- dieser Hengst war aber nur 'Gast' und würde nach dem Rennen wieder zurück auf seinen Hof zurück dürfen...- doch 'seine' Ownerin Mira wollte diesen Pferd die Zeit in Rosengarten so ungemütlich wie nur irgend möglich machen und er als 'ihr' Hengst solle sich nur an das Rennen gegen ihn im vergangenen Jahr erinnern und was für Konsequenzen für ihn dies nach sich gezogen hätte...
Brutus dachte mit Grauen an die Strafen für sein 'Versagen'- Verweigerung von Futter, Training bis zum Zusammenbruch... und immer wieder die Peitsche der Baroness... jeden Abend... er hatte die Tage nicht gezählt! Und doch konnte sie damit nicht die Tatsache ungeschehen machen- es war ihr Fahrfehler, der Sie den Sieg gekostet hatte! Da war er sich ganz sicher- und selbst wenn er da sich täuschen sollte, wäre es nicht die Schuld des Pferdes sondern der ihn lenkenden Jockey. Daher entsprach er zwar dem Wunsch von Mira und hatte sich nicht eingemischt, als Blacky und Lion ihr Spiel mit dem 'Neuen' abzogen- doch als dieser begann sich zu wehren und zuerst Lion und danach noch Blacky in der Rangordnung unter sich verwieß, warum sollte er ihn hindern? Schlachtross hat ihm nicht nur seinen Respekt erwiesen und damit seine Führung nicht in Frage gestellt- dieser hätte nach dem 'Rennen' auf Mira's Hausstrecke, wo er gegen Schlachtross verloren hatte, selbst die Position des Leithengstes für die Zeit, in der er hier war, einnehmen können. Und doch hatte er diese Möglichkeit verstreichen lassen...

'... er hat mich sogar noch in meiner Position bestärkt und trotz seines Sieges über mich zuerst fressen lassen...'

Da hatte er selbst sehr schnell begriffen- dieser Hengst war ein Bollwerk zwischen dem Anspruch von Blacky und seiner Position. Er schirmte ihn mit der Anerkennung als Leithengst de facto gegen diesen ab...- und erwartete offenbar nur, von ihm in Ruhe gelassen zu werden! Das stellte für ihn ein akzeptables Arrangement dar- auch wenn es so nie zwischen ihnen ausgesprochen worden war.
Dessen Eintreten für Miu bei dem Training durch die Baroness war sicher seiner Unwissenheit über die hier herrschenden Regeln geschuldet gewesen- keines der Gestütpferde half hier einander- und doch war dessen Einsatz nicht nur ein 'Dankeschön' für die vorher durchwachte Nacht des jungen Hengstes für den 'Neuzugang'. Die beiden entwickelten eine Freundschaft zueinander...- und er als Leithengst in der Box könnte nur hoffen, keine der Baroness' würde dies bis zu dem Rennen gegen die beiden kehren und ihnen so Schmerz zufügen. Er würde daher sein Möglichstes tun, um auf die beiden aufzupassen...
Jens hatte inzwischen die Fußfesselung so geändert, daß sie mit ihrer Hinterhand nicht mehr miteinander verbunden waren. Dafür hatte er jetzt die Beine von jedem Pferd zusammen gefesselt und mit einem Grinsen sorgte er für ein wenig 'Morgengymnastik'...

"Hoch mit euren Hufen! Beine zieht-an! Streckt-aus!..."

Keinen anderen Halt findend als das Gesäß als den einen Auflagepunkt und die Halsbänder, mit denen sie rund um die Tonne in ihrem Rücken verbunden waren, als zweiten, überwachte der Pferdeknecht die korrekte Ausführung seiner Kommando's und erfreute sich an dem Nebeneffekt des sich gegenseitigen Würgens infolge der von ihm verlangten Übung. Er hatte es besonders auf Kara abgesehen- immer wieder schlug er ihr mit seiner Gerte auf ihre Brüste und rieb sich bei den Schmerzlauten der Stute ungeniert in seinem Schritt. Erst mit dem Auftauchen der Krankenschwester beendete er sein 'Spiel' mit uns und überließ ihr das Feld...
Brutus war trotz allem froh über diese Übung- so konnte er schon sein linkes Knie, was ihm Schmerzen verursachte, bewegen und damit lockern. Er blieb zudem, was das geschlagen werden anging, von Jens verschont; die beiden 'Berührungen' waren im Rahmen dessen, was er hier mehr oder minder jeden Tag zu spüren bekam. Doch die folgenden Berührungen von Annika, die eindeutig darauf ausgerichtet waren ihn zu erregen, gingen ihm gegen den Strich. Für ihn war das, selbst in seinem Verständnis als Hengst, etwas das doch eher intim bleiben sollte. Zumal, das war ihm klar, es jetzt keinen Höhepunkt und damit keine Entspannung geben würde...

"Jens- würdest du dich bitte um die Stuten kümmern? Baroness Augustine legt Wert darauf, daß auch diese belohnt werden... Aber keinen Höhepunkt- nur Erregung! Das gilt besonders für Steel... und bei Kara darf es ruhig ein wenig härter ausfallen! Aber denk daran, die werden beide am Sonntag noch benötigt..."

'Hoffentlich ist er nicht zu grob zu Steel...'

Brutus hatte die letzten beiden Sätze der Krankenschwester unter der Maske nur halb verstanden, doch schienen diese eine Art Anweisung an den Pferdeknecht zu sein. Er selbst wurde nun aber von Annika abgelenkt- ungeniert drückte diese die Atemlöcher seiner Maske in ihren offen unter dem 'Schwesternkittel' getragenen Schritt und so war er gezwungen, ihren Geruch zu inhalieren. Im Wechsel dazu griff sie ihm in seinen Schritt und massierte dabei sein Genital. Dies geschah zu seinem Erstaunen aber verhältnismäßig sanft und nicht auf die Weise, wie er es durch die Schwester gewohnt war. Nach einigen Minuten war er daher erregt und hätte auch nichts dagegen gehabt, mit Annika Sex zu haben- und dies war der Punkt, an dem die Krankenschwester ihn haben wollte. Mit einem leichten Schlag auf die entstandene Beule und den Worten, er müsse sich dafür noch ein wenig gedulden, wandte sie sich Miu zu und ließ den Leithengst 'aufgeheizt' zurück...
Brutus schaffte es langsam, seinen Kopf unauffällig so weit zu drehen, daß er aus seinen Augenwinkeln erkennen konnte, was der Pferdeknecht mit Steel anstellte- und dies verursachte in ihm ohnmächtige Wut. Schon allein die Lautäußerungen 'seiner' Stute zeugten von ihrem Unbehagen, den Berührungen durch Jens hilflos ausgeliefert zu sein. Der Pferdeknecht kniete vor ihr, griff sie recht grob an ihre Brüste und in den Schritt...- dazu kamen noch Ohrfeigen um Steel schreien zu hören!

'Eines Tages... wirst du dafür bezahlen... eines Tages... bekommst du die Rechnung von mir zugestellt...'

Nach einiger Zeit verlagerten sich die Geräusche mit einer kurzen Unterbrechung weg von Brutus- für ihn das Zeichen, daß der Pferdeknecht mit Steel 'fertig' war und sich jetzt mit Kara beschäftigte. Ein Drehen seines Kopfes bestätigte seine Hoffnung darauf und der Leithengst atmete hörbar aus. Seine von den 'Trainern' gewollte Erregung war abgeklungen... Brutus hoffte jetzt auf eine zeitnahe Fütterung und das Verschwinden der beiden Quälgeister- auch wenn dies der Beginn von erneuter, den ganzen Tag andauernder Schinderei wäre.
Endlich schien die Krankenschwester den letzten Hengst 'behandelt' zu haben- doch als I-Tüpfelchen bekam jeder Hengst von Annika aus einer Spritze etwas von ihrem 'Nektar' in das in ihren Mäulern steckende Atemrohr geträufelt.
Endlich betrat der Pferdetrainer zusammen mit Natascha die Box- und sofort fragte Markus seinen Untergebenen, was er hier verloren hätte, während Annika von der Oberschwester zum Allgemeinzustand der Pferde kurz befragt und dann zurück in die Klinik geschickt wurde.

'Hat der Pferdeknecht sich wieder einmal mit uns einen 'Spaß' erlaubt...'

Brutus als Leithengst hatte dies von Jens schon viel zu oft erlebt, als das es ihn wirklich erschüttern täte. Er freute sich einfach nur über die Tatsache, jetzt etwas zu essen zu bekommen- er wäre, sicher nur kurz, die Maske los und sein Hungergefühl wäre danach auch weg. Doch hier wurde er, mit Ausnahme von Schlachtross, dem die Option einer Fütterung über seine Maske bereits bekannt war, enttäuscht. Ihr Futter war püriert und mit Wasser so weit verflüssigt worden, daß es Ihnen wie ein dünnflüssiger Brei von der Oberschwester mit einer Art Tortenspritze über ihr Atemrohr verabreicht wurde. Markus und Natascha wandten dabei aber größte Sorgfalt auf und beachteten peinlich genau, daß sich niemand dabei verschluckte und genug Pausen um Luft zu holen von Ihnen gemacht worden. Beide sparten auch nicht mit Lob für alle Pferde ob der für diese ungewohnten Art der Fütterung- selbst Schlachtross war davon nicht ausgenommen.
Für Brutus und alle anderen Pferde war zudem die Ansage des Pferdetrainers erstaunlich, sie würden heute Vormittag noch ein weiteres Mal auf diese Weise eine Portion bekommen- anstelle des normalen Snacks. Sein Magen fühlte sich gefüllt an, endlich wurde die Fesselung durch Natascha abgenommen und er durfte sich erheben. Zusammen mit allen anderen führte der Weg aber nicht aus dem Stall nach draußen sondern in den Waschraum. Ihm wurde in den Schritt gegriffen und Markus sorgte bei ihm und den anderen Hengsten dafür, daß sein Schlauch und auch sein Anus frei lagen.Natascha übernahm dies derweil bei den Stuten...

"Kommt- keine Scham... oder müsst ihr nicht abäppeln?"

Derart animiert und sich auch hier seiner Rolle als Leithengst bewusst, ging Brutus fast gleichzeitig mit Schlachtross in die Hocke und kam dieser Aufforderung nach. Für ihn war es ungewohnt, dies in einer solchen Aufmachung zu erledigen- und doch war er glücklich über die gebotene Möglichkeit. Er hatte in den Nachtstunden mehrfach das Bedürfnis niederkämpfen müssen, es einfach in den Suit laufen zu lassen...- er wollte deswegen keine Bestrafung für sich riskieren!
Aber bei der nachfolgenden Versorgung durch die beiden 'Menschen' erkannte er, diese Sorge war unbegründet. Beide hatten sich Gummihandschuhe übergezogen..., und sie verlangten von den Pferden sich mit einem Wiehern am Ende ihres 'Geschäftes' bemerkbar zu machen. War dies der Fall wurden sie vom Pferdetrainer zuerst über den zweiten Ablaufrost geführt und ihnen dann mit einem Schlauch der Intimbereich abgespült.
Markus befahl ihm, als er so weit war, sich danach auf den Rücken zu legen und steckte den Schlauch einfach unter das 'Latexfell'. Lauwarmes Wasser umspülte den Körper von Brutus und ob dieses Luxus schnaubte er wohlig. Leider war dieser 'Wellnessmoment' viel zu schnell vorüber, er wurde aufgefordert aufzustehen und Natascha rieb seinen Catsuit außen trocken. Anschließend zog sie den Reißverschluss wieder zu und bedeutete ihm, in einer Ecke des Raumes auf weitere Anweisungen zu warten.

"Natascha- wir haben alle. Danke für deine Hilfe... Brutus- ab zum RoundPen! Du führst..."

Gehorsam übernahm der Leithengst die Spitze der kleinen Herde und lief wie von Markus befohlen an der Oberschwester vorbei zuerst in die Stallgasse und dann durch das offene Tor nach draußen. Erst dort erkannte er, sie waren früher als gewöhnlich unterwegs- doch war für ihn dieser Fakt nur von geringer Bedeutung. Seine 'Herrschaften' hatten dies so entschieden und Widerstand dagegen war so gut wie zwecklos. Warum sollte er zudem gegen Markus opponieren- er war derjenige, der ihn und alle anderen Pferde hier auf Rosengarten am fairsten behandelte! So versuchte er trotz der ständig vorhandenen Schmerzen in seinen Gelenken möglichst 'rund' zu laufen...
Im RoundPen ließ es der Pferdetrainer zu seiner Freude recht ruhig angehen. Kein Galopp, mehr Schritt als Trab- Markus wollte nur, daß sich die Pferde bewegten und nach einem ganzen Tag in ihren ungewohnten 'Fellen' dies auch weiter so hinnahmen. Was Brutus nicht wissen konnte- diese Einheit war primär als Training für Schlachtross gedacht, damit dieser den erreichten Stand seines instinktiven Handelns hielt und vertiefte. So drehten die sechs Pferde Runde um Runde und allein die unregelmäßigen Befehle des Pferdetrainers zu Gang- und Richtungswechseln oder Liegestützen unterbrachen das Laufen. Dieses Training endete erst, nachdem ein LKW mit Kofferaufbau an ihrer Trainingsstätte vorbei gefahren war und vor der Tierklinik anhielt...
Nicht wirklich außer Atem fragte sich Brutus, was da wohl an neuer sadistischer Gerätschaft für die Baroness angeliefert würde. Doch als Markus begann, sie zur Klinik zu führen und aus dieser die beiden 'Würfel', neben vier anderen aus dem Kofferaufbau, durch den Fahrer des LKW geholt wurden...- da war ihm klar, jeder von ihnen würde jetzt in einen der 'Horsekeeper' gesperrt werden!
Unwillkürlich verlangsamte er daher seine Schritte, was ihm die Aufmerksamkeit von Markus einbrachte...

"Brrr- und steht! Brutus, was ist los? Du- und alle anderen auch- werden jetzt einen kleinen Ausflug unternehmen. Ist eine Art Probe für unseren Einsatz am Sonntag... Schlachtross hat ja schon die Bekanntschaft mit dieser Art Transportmöglichkeit gemacht- und lebt auch noch... stimmt doch, oder?"

Hinter der Maske war nicht zu erkennen, wie dessen Mimik zu der Frage von Markus ausfiel, doch nickte er dies mit mehreren langsamen Bewegungen ab.

"Wäre Blacky hier, würde die Antwort auch so ausfallen- die Dinger bringen euch nicht um, ihr habt noch ein paar Stunden Ruhe und wenn ihr wieder heraus kommt gibt es von mir etwas zu fressen und zu saufen... Einstellerniveau... Also...?"

Die letzten Worte vor der Aufforderung ließ der Pferdetrainer als Lockmittel für uns, ohne genauer zu werden, so stehen- aber für besseres Futter und ein paar Leckerchen stieg bei allen die Bereitschaft, sich diesen Würfeln auszuliefern. Auch wusste Brutus, wenn Markus ihnen etwas versprach, dann hielt der Pferdetrainer dies auch. So trat er gleichzeitig gemeinsam mit Schlachtross einen Schritt nach vorn und zeigte so seine Bereitschaft, sich dieser Herausforderung zu stellen.

'Manchmal ist die Position des Leithengstes eine Bürde...- doch ich muss Vorbild für die anderen sein... Gut, daß Schlachtross mit mir vorgetreten ist- da kann es darin nicht so schlimm sein...'

"Fein ihr beiden- ich habe auf euch gebaut..."

Verbunden mit diesen Worten griff der Pferdetrainer in seine Hosentasche, zog einen Energieriegel heraus und teilte diesen in vier kleine Teile.

"Zwei für dich Brutus und zwei für dich Schlachtross..."

Während Markus mir die beiden Teile nacheinander über das Atemrohr in den Mund gleiten ließ, kraulte er meinen Nacken und flüsterte mir noch zu, wie stolz er auf uns wäre. Er selbst hätte auch einen Horror, in so ein 'Ding' eingesperrt zu werden, doch wäre dies explizit der Wunsch der Frau Baronin.

"Annika- dich hat die Baroness in der Bedienung der Basisversion unterwiesen? Ja- gut, dann übernimm den Einschluss von Lion, Kara und Steel! Wir wollen los!"

Der Pferdetrainer winkte den Techniker zu sich, griff sich Brutus und führte ihn zu dem ersten mittlerweile geöffneten Horsekeeper-Superior. Die Fixierung erduldete der Leithengst ohne Widerstand- doch nachdem ihm der Techniker an seinen in der Gummihülle steckenden 'Schlauch' gegangen war und dieser an die Absaugung angeschlossen wurde, hatte Brutus unwillig gewiehert. Doch blieb es bei der Berührung und dem Überstreifen des Extenders und er beruhigte sich kurz. Seine Anspannung stieg aber erneut beim Spüren des Analzapfens. Auch hier erleichterte ihm die Berührung seines noch freien Rückens durch den Pferdetrainer und dessen Aufforderung an Techniker, dieser solle gefälligst erzählen, was er mit dem Hengst gerade mache, Brutus die Situation- auch wenn er nur knapp die Hälfte von allem verstand.

'Entspann dich...- die wollen dir was in dein After schieben... Gleich ist es vorüber..."

Dieses Procedere war doch schmerzhafter als erwartet- hatte dies Schlachtross auch so empfunden? Dem Leithengst war sein Anus schon lange nicht mehr so gedehnt worden und sein Wiehern verkündete dies allen Umstehenden auch. Die von Markus geforderte sofort einsetzende Elektrostimulation trug aber zu seiner Beruhigung bei- auch der Anschluß der Schläuche an seine Maske, die danach beginnende kontrollierte Beatmung und der endgültige Einschluss verursachten kein Gefühl von Beklemmung oder Angst. Es war dunkel, erträglich warm und so dauerte es nicht lange, bis Brutus mit der Gewissheit auf eine ruhige, belastungsfreie Zeit hier in diesem 'Ding' einschlief...


Später Nachmittag...


Markus:

"Pferdetrainer..."

Mit dem leicht ironisch gehaltenen Einschlag in der Benennung seiner Funktion wusste Markus, seine Partnerin- und jetzt zudem auch Vorgesetzte- wollte seine Aufmerksamkeit.

"...komm, lass uns schnell noch das weitere Vorgehen besprechen, ehe du zur Begrüßung der Gäste weg musst...
Wie schätzt du den Stand unserer Bemühungen ein?"

Dem Pferdetrainer war bewusst, die Rittmeisterin hatte sich bereits ihr eigenes Urteil gebildet- wollte aber seine Einschätzung zuerst hören.

"Vanessa- ich denke, wir haben unser Möglichstes gegeben...- mehr werden wir nicht erreichen können. Selbst wenn wir morgen noch einen weiteren Tag dafür aufwenden sollten- das wäre nur noch Kosmetik. Lion und Kara...- da bringt auch mehr Druck nichts und unsere vier anderen haben gezeigt, sie wissen worum es am Sonntag geht. Die Zugkraftmesser lügen nicht...
Wir sollten Sie noch ein wenig in den Horsekeepern belassen und danach aus ihren Fellen holen..."

"Schatz, ich stimme dir zu, was die gezeigte Leistung angeht...- aber im Unterschied zu dir würde ich sie bis morgen früh in ihren Fellen belassen... Ich werde, wenn sie aus den Würfeln heraus geholt wurden, das einfach damit begründen, unsere beiden Faulpelze hätten dies den anderen eingebrockt! Dann regeln die Pferde es nächste Woche untereinander...- wir verbieten ihnen jegliche körperliche Interaktion bis zur Rückkehr am Sonntag... Brutus wird da uns sicher zuarbeiten...
Damit werden Lion und Kara ohne unsere direkte Einwirkung auf Linie gebracht...- ich nehme mir die beiden nachher für ein 'Straftraining' vor und lasse beide zusätzlich danach die Nacht in der Basisversion des Horsekeepers eingeschlossen. Auch wenn ihre Leistung heute eigentlich zufriedenstellend war...
Wenn du mit den Neuankömmlingen fertig bist... schnapp dir Schlachtross und Miu und gönn ihnen eine Einheit Bodenarbeit- aber ganz ohne Druck, mit viel Lob... und was du ihnen dabei an Futter und Leckerchen zukommen lässt liegt in deinem Ermessen! Sei nicht geizig..."

Den letzten Satz begleitete ein Lachen von ihr- sie wusste haargenau, ich hätte mich bei den beiden für ihre Einsatzbereitschaft ohnehin nicht lumpen lassen. Doch jetzt hatte ich das offizielle Okay für eine großzügige Belohnung.

"Um Steel und Brutus kümmere ich mich bevor ich mich Kara und Lion widme...- unser Leithengst darf als Belobigung schon jetzt ein paar Stunden bei seiner Lieblingsstute verbringen- passieren kann ja nichts, so wie sie ausgerüstet sind. Aber das zeigt ihm unsere Zufriedenheit mit seiner Leistung und wird die beiden zusätzlich für den Einsatz am Sonntag motivieren...
Ich denke, dies ist ein guter Ausgleich zu den zusätzlichen Stunden in ihren Gummifellen...- habe ich auch dein Einverständnis?"

Ich wog kurz die Vor und Nachteile ab- aber da hatte meine Partnerin Lob und Strafe für unsere Tiere ausgewogen verteilt...

"Ich bin einverstanden...- und gebe dir Bescheid, wenn ich mit der Begrüßung und allem anderen fertig bin. Bis nachher Schatz..."


26. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von TMeier am 26.02.21 20:58

Vielen Dank, jede Folge eine für mich unerwartete überraschung.

Jetzt scheint ja Brutus mehr Raum in der Geschichte zu bekommen, vorallen das du ihn aufmal aus der Ich perspektive erzählen läßt hat mich überrascht.


Ich hoffe das Part1 bedeutet das der Part2 noch diese Woche kommt :P

Gruß
Thomas
27. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 05.03.21 12:54

Für alle Mitleser, die jetzt den Part II des Freitags der zweiten Woche der Abenteuer von Schlachtross in Rosengarten erwartet haben...- dies muss ich jetzt 'leider' enttäuschen! Der Teil wird erst nächste Woche veröffentlicht...
Da in der Geschichte das Thema 'Einsteller' und die dabei verbundenen Unterschiede in der Behandlung als 'Pferd' bereits erwähnt wurde, hatte Drachenlord zugestimmt, daß es eine Sidestory geben kann, in der ein Besuch in 'Rosengarten' aus der Perspektive eines dieser Gäste beschrieben wird. Ursprünglich war angedacht, die Kapitel dazu parallel zu veröffentlichen- so aber habe ich versucht, diese Geschichte mit in die Hauptstory zu integrieren. Wie ich zum Ende meiner eigenen zweiten Geschichte 'Bestimmung' dies bereits angedeutet hatte, wird mein eigenes AlterEgo somit das 'Vergnügen' haben diesen Ort zu besuchen und mit den Personen auf dem Hofgut zu interagieren. Ich wünsche euch daher beim Lesen dieser Geschichte mit einem Perspektivwechsel auf das Hofgut viel Spaß!
28. RE: Abenteuer auf Rosengarten- Witnere...

geschrieben von Blackrubberhorse am 05.03.21 12:55

Rosengarten- Wochenende von Witnere... eine Sidestory...


Handelnde Personen:
Freitag: Witnere, Markus, Mira, Annika, Natascha
Samstag: Witnere, Markus, Jens, Mira, Blacky
Sonntag: Witnere, Blacky, Mira, Jens, Augustine, Natascha
Montag: Witnere, Blacky, Schlachtross, Markus, Rittmeisterin, Mira


01 Prolog:


DRACHENLORD


!!! Einladung zum großen Pferdesportfest auf dem Hofgestüt 'Rosengarten' !!!


Liebe Freunde des Fahrsports,


auch in diesem Jahr ist es mir eine große Freude und Ehre, sie alle zu unserem großen Festival des Pferdesports einladen zu dürfen.

Wie in jedem Jahr möchten wir Ihnen ein unvergessliches Wochenende auf einem der größten Güter für humanen Pferdesport, im deutschsprachigen Raum, bieten. Kenner schätzen nicht nur die Lage des Hofes im hohen Norden sondern auch seine vielfältigen Möglichkeiten, die alle Bereiche der Arbeit mit unseren geliebten Mitgeschöpfen umfasst.

Ein ausgesuchtes Rahmenprogramm rundet die breitgefächerten Events ab und sorgt für ein Ambiente in dem sich Ross und Reiter wohl fühlen.
Buchen Sie noch heute und sichern Sie sich einen der limitierten Plätze direkt auf unserem Hof. Sei es in unserem luxuriösen Gästehaus oder, falls Sie es intimer mögen, in einem unserer Hofhäuser. Schnellentschlossene haben sogar noch die Möglichkeit eines der wenigen Häuser mit eigener Stallung zu mieten, so dass Sie auch Nachts ihre Lieblinge um sich haben. Vollständige Rundumversorgung ist selbstverständlich.

Trotz des stetig wachsenden Zuspruchs von Pferdefreunden aus aller Welt sind wir uns auch dieses Jahr sicher all unsere Besucher komfortabel in der Nähe des Gestüts unterbringen zu können.

Aufgrund der begrenzten Kapazität sind die Boxen in unserem modernen Stall für, bei den Wettbewerben gemeldeten, Pferde reserviert. Doch haben wir keine Kosten und Mühen gescheut genügend Stallplätze für alle edlen Tiere zu organisieren. Dies reicht vom rustikalen, naturnahen Standplatz in einem unserer Offenställe über eine gemütliche, kleine Box in einem Kompaktstall bis zum keine Wünsche offenlassenden System Horsekeeper 3000, dessen neueste Version wir auf dem diesjährigen Festival vorstellen dürfen.

Ich freue mich darauf Sie auf meinem Hof willkommen zu heißen.


Ihre,

Amalie, Baronin von Rosengarten


DRACHENLORD ENDE



Es war Mitte Februar, als in der Post an meine Frau und mich sich diese Einladung zu einem der größten Events im Human Pony Play befand...

Meine Frau ist in dieser Community unter dem Namen 'Madame Serval' bekannt; ich selbst als 'Witnere'- ein Schwarzwälder Kaltbluthengst mit der Vorliebe wettkampfmäßig einen Holzstamm durch einen Parcours zu ziehen.
Natürlich bin ich nicht wirklich ein Pferd- aber meine Partnerin und ich leben in der kleinen aber feinen Petplayszene unsere Leidenschaft aus, uns beiden gefällt es in den entsprechenden Rollen zu agieren und unser Können auch auf entsprechenden Veranstaltungen zu präsentieren...
Meine Kollegen und 'normalen' Freunde kennen uns nur unter unseren bürgerlichen Namen- Michael 'Mike' Henrichs, 47 Jahre, und Elena Henrichs, 51 Jahre,- für alle anderen aber eben Witnere und Madame Serval.

Vor vier Jahren gehörte ich mit zu der ersten Gruppe, die als 'Grubenpferde' auf dem Gestüt 'Berggeschrei' dabei waren- dies hat nach dem dazu in der Zeitschrift 'Horses & Owners' doch für einen gewissen Bekanntheitsgrad in der 'Szene' geführt und nachdem ich kurze Zeit später meine jetzige Frau und Eigentümerin kennen- und lieben- gelernt hatte, besuchten wir die Folgeevents dieser Reihe doch regelmäßig. Ich habe dort meine Partnerin auch vor drei Jahren DIE Frage gestellt und im Jahr darauf fand die daraus resultierende Hochzeitsfeier im entsprechenden Ambiente statt. Ja- ich stehe nun mal auf harte Arbeit als Pferd in Heavy Rubber bei gleichzeitiger Atemreduktion und bin so glücklich, dass meine Partnerin diesen Faible von mir entsprechend unterstützt und mit ihrer dominanten Ader so wundervoll verbindet...
Es war auch ihre Idee, mich in der Zeit, in der ich nicht als 'Grubenpferd' aktiv wäre, mit einem Baumstamm als Zuggewicht zu trainieren- dies käme mir als Schwarzwälder Dunkelfuchs entgegen und wäre artgerechte Ausbildung. Daraus hat sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren unter ihrer Führung eine Mischung aus Petplay, Show und Workout für mich entwickelt- und dies war auch in dem zusätzlich zu der Standarteinladung beigefügten Schreiben als Grund für unsere Einladung genannt.
Ganz standesgemäß nur an meine Eigentümerin gerichtet, fragte die 'Frau Baronin' nach, ob von unserer Seite her Interesse bestehen würde, unser Können in einer Schauvorführung während ihres Events zu demonstrieren. Wir würden sicher aufgrund der doch eher spezialisierten Ausbildung von Witnere als 'Arbeitspferd' nicht an den Rennverantstaltungen teilnehmen- aber da sie für kommendes Jahr plane, auch einen Wettbewerb in dieser Kategorie zu offerieren, würde sie sich freuen, wenn schon jetzt ein oder zwei Gespanne zu ihrem Event diesen Part showmäßig bewerben würden. Sie könne uns auch bedauerlicherweise kein finanzielles Entgegenkommen gewähren, dafür aber gratis ein verlängertes Wochenende für uns auf ihrem Hofgut mit allem- inclusive der Ausbildung durch ihre versierten Pferdetrainer für mich- offerieren...
Dies roch einerseits natürlich nach Neukundengewinnung- zumal der Teilnahmepreis für den Event doch recht knackig wäre. Dank einiger Gespräche in der Vergangenheit mit anderen Pferden, die bereits einmal Rosengarten besucht oder mit den dort gehaltenen Tieren zu tun gehabt hatten, war meine Meinung über das Hofgut doch recht zwiegespalten. Es wurde von sehr Vielen über die hohe Professionalität bei der Pferdeausbildung berichtet und diese durchaus gelobt- aber die Gerüchte, wie diese erreicht würde, waren wohl jedem Human Pony und auch den meisten Ownern zu Ohren gekommen. Bedenkenswert daran war, diese wollten nicht verstummen- auch wenn es bisher keinen wirklich greifbaren Beweis für vorsätzliche Misshandlungen gab, bei denen sich die Töchter der Baronin besonders hervortun sollten...
Nichts desto trotz war eine Einladung zu diesem Event etwas besonderes- viele hätten bedenkenlos ohne zu zögern zugesagt, denn es war DER gesellschaftliche Event in der Petplay-Community.
Elena und ich sprachen den Abend sehr lange darüber, ob wir dieses Angebot nutzen sollten- wir schauten gemeinsam die entsprechenden Beiträge über die Veranstaltung in den vergangenen Jahren und besuchten natürlich auch die Webseite des Hofgutes mit den entsprechenden Offerten für die verschiedenen Trainingsoptionen. Dank eines im Anhang mitgesendeten Passwortes war es möglich, bisher nicht freigeschaltete Trainingsangebote anzuschauen- ein 'Ampelsystem', was den Kunden angeboten wurde, erklärte und entkräftete einiges an den kursierenden Gerüchten. Es war offenbar möglich die Härte der Ausbildung selbst zu variieren, für Neukunden wäre aber nur das 'grüne' Programm buchbar. 'Gelb' würde mit erheblich mehr Zwang bei gleichzeitigen Einschränkungen in der Haltung zur Erreichung der Trainingsziele arbeiten und 'Rot' wäre eine Option, die nur Kunden angeboten würde, welche bereits mehrfach die Angebote des Hofgutes genutzt hätten und zudem eher masochistisch veranlagt wären...
Mit diesen Aussagen verflüchtigten sich doch einige unserer Bedenken- nicht alle!- und nach einer guten Woche Bedenkzeit, in der wir uns auch noch einmal darüber mit einigen gut befreundeten 'Pferden' und auch mit Raimund (dem Betreiber des Gestütes 'Berggeschrei') unterhalten hatten, tätigten wir die Zusage. Meine Ownerin und ich waren uns auch schnell einig, das Pfingstwochenende für das 'Schnupperangebot' zu nutzen...
Wie das Schicksal aber so will- meiner Partnerin machte es, oder besser deren Brötchengeber sorgten dafür, einen Strich durch die Rechnung. Urlaubssperre hieß das böse Zauberwort- und dies drei Wochen vor Pfingsten! Wir drehten alle sonstigen verfügbaren Termine vor dem Rennen auf Rosengarten- aber da ging nichts mehr, kein Tausch mit einem Kollegen, kein anderes Wochenende vorher...
Elena ermutigte mich schließlich, den Pfingsttermin allein wahrzunehmen und sprach telefonisch sehr lange mit einem Pferdetrainer namens Markus im Vorfeld, wo schon erste Absprachen bezüglich des Trainingsumfangs und der Punkte, auf die bei mir als Pferd besonderes Augenmerkes zu legen wären, geklärt wurden. Signale, verbale Kommandos,...- all dies wurde von diesem Markus sehr professionell abgefragt, auch welche Formen von Belohnung und möglichen Strafen von meiner Besitzerin angedacht wären. Er meinte dazu, je genauer dies im Voraus geklärt wäre, desto weniger Interpretationsspielraum wäre vorhanden. Neben einer zufriedenen Eigentümerin solle das Wochenende mir als Pferd schließlich Freude bereiten und zufriedene Kunden würden schließlich auch eher erneut die Angebote des Hofgutes nutzen als unzufriedene...


Freitag


Die knapp 700 km bis zum Hofgut legte ich an dem Freitag zum Glück ohne Stau zurück- auch wenn der Verkehr dank des verlängerten Wochenendes auf den Autobahnen doch recht dicht war. Ich war sogar eine Stunde vor der angegebenen Zeit vor Ort und war schon beim Eintreffen von der Architektur des Hofgutes begeistert. Ein dreigeschossiges Herrenhaus am Ende des Hofes, links und rechts von liebevoll restaurierten Wirtschaftsgebäuden, die wohl aber jetzt als Büro- und Funktionsgebäude genutzt wurden, eingerahmt. In der Mitte des Hofes stand ein Brunnen, der von einer wuchtigen alten Eiche überschattet wurde. An der linken Seite waren Parkplätze für Pferdeanhänger vorgesehen, davor einige Plätze für Gäste ausgewiesen. Ich parkte dort ein, stieg aus und stand erst einmal ein wenig verloren...


02 Erste Begegnungen...


"Hallo- kann ich Ihnen weiterhelfen?"

Ein Mann in meinem Alter hatte mich angerufen- seine Aufmachung in Arbeitsreitkleidung deutete darauf hin, hier ein Bediensteter des Hofgutes zu sein. Ich nahm meinen Gutschein für das Wochenende mit, ging zu ihm hinüber und zeigte ihm unaufgefordert diesen mit der Frage, ob er wüsste, wo man sich als Gast hier melden könnte.

"Ah- eines der Gastpferde..."- in diesen Worten schwang nach dem Blick auf den Gutschein für mich ein wenig Überheblichkeit in seiner Tonlage mit...- " da werden wir die nächsten Tage sicher miteinander zu tun haben. Ich bin der Jens- einer der Pferdetrainer hier auf dem Hofgut. Es tut mir leid, aber meine Chefin und die Rittmeisterin sind noch beschäftigt..."

Mit einer Handbewegung forderte er mich auf, ihm zu folgen. Jens steuerte einen der Eingänge des linken Gebäudes an und so gelangte ich in einem Raum, der wohl als Rezeption für Neuanmeldungen diente. Einfach, aber doch gediegen eingerichtet- mehrere Bilder von verschiedenen Pferderassen an den Wänden und mit Holzmöbeln ausgestattet. Auf den drei Tischen standen Karaffen mit Wasser und je eine kleine Schüssel mit Gurken- und Möhrenstücken. Jens meinte, ich könne mich gern bedienen und solle bitte hier warten- Markus, der andere Pferdetrainer, würde sich so schnell wie möglich um mich und die beiden anderen Gäste, die sicher auch gleich eintreffen würden, dann weiter kümmern. Er müsse jetzt aber weiter die anderen Pferde betreuen...
Mit diesen Worten wurde ich erst einmal allein gelassen. Ich verglich diese Begrüßung mit der von 'Berggeschrei'- na gut, ich war etwas zu früh und der Pferdetrainer hatte sicher wirklich zu schaffen. Aber irgend etwas machte ihn mir vom Fleck her unsympathisch...
Die Begegnung war aber schnell vergessen, nachdem das nächste Paar den Raum betrat- die beiden stellten sich als Dennis und 'Nordic' vor und hatten, wie sie mir sagten, eine komplette Woche hier auf Rosengarten als Wettkampfvorbereitung für die Teilnahme am Rennen auf dem 'Westerntrail' gebucht. Sie hätten beide erst letztes Jahr im Frühsommer mit dem Ponyplay angefangen und wären jetzt das zweite Mal hier- letzten Herbst hätten sie, so wie ich jetzt auch, ein 'Schnupperwochenende' gebucht gehabt und wären von den hier gebotenen Trainingsmöglichkeiten wirklich angetan. Im Verlauf des sich entwickelnden Gespräches stutzte Dennis irgendwann und fragte mich, ob ich zu den Pferden gehöre, die auf 'Berggeschrei' die Grubenpferd-Veranstaltung mitgemacht hätten oder ob da nur eine Namensgleichheit vorliegen würde.
Mit einem Grinsen im Gesicht bei der Erinnerung an diese Eventreihe bestätigte ich ihm dies und bekam natürlich die Aufforderung von ihm, ein wenig mehr darüber zu erzählen. Nordic und er hätten die Reportage darüber in der 'Horse & Owner' mit Interesse gelesen und sie würden auch die DVD darüber ihr Eigen nennen. Sein Pferd wäre ja auch eines dieser Tiere, die bei der Kombination von Latexfell und Ponyplay voll abgehen würde- einzig des Thema Atemreduktion hätte die beiden bisher davon abgehalten, sich für einen dieser Events anzumelden.
Ich schilderte daraufhin den beiden, wie ich es empfunden hätte, welche Höhen und Tiefen ich dabei erlebt hatte und empfahl ihnen, die Arbeit unter Maske mit Filter regelmäßig über mindestens 12 Stunden am Stück vorher zu trainieren.
Dabei war die Zeit derart schnell vergangen- wir merkten erst jetzt, zu uns in den Raum hatten sich neun weitere Personen gesellt. Wir kamen aber nicht mehr dazu, uns jetzt mit den anderen Gästen bekannt zu machen, denn neben Jens betraten mit ihm vier weitere Personen den Raum. Eine der beiden jüngeren Damen bat um Ruhe.

"Liebe Gäste- mein Name ist Baroness Mira von Rosengarten und ich möchte sie alle recht herzlich im Namen meiner Mutter hier auf dem von ihr betriebenen Gestüt willkommen heißen...
Meine Mutter lädt all jene, die als Owner hier eingetroffen sind, heute Abend zum Diner zu sich ein- zuvor besteht natürlich für sie die Option, sich um ihre Tiere zu sorgen. Sollten Sie dies uns überlassen haben, bleibt ihnen damit etwas mehr Zeit sich auf das Essen vorzubereiten..."

Komisch- angeblich ist diese Mira der Grund für viele der negativen Gerüchte über das Hofgut hier, aber ihre höfliche Begrüßung aller Gäste verunsicherte mich in meiner Meinung doch. Was war an den Gerüchten dran? Wieviel war davon Wahrheit, was war Übertreibung und schlechtes Gerede von unzufriedenen Gästen? Ich würde es auf mich zukommen lassen...

"... Ich würde all jene bitte, die auf unserem Gestüt die Option des 'freien Trainings' gebucht haben, meinem Mitarbeiter hier zu folgen- er bringt sie zu den für sie vorbereiteten Unterkünften und regelt dabei gleichzeitig den CheckInn. Es müsste sich hierbei um zwei Eigentümer mit ihren Tieren handeln..."

Der Mitarbeiter, der sich mit Handzeichen dafür zu erkennen gab, war jener Jens, der mir so gesehen schon persönlich bekannt war. Die vier angesprochenen Personen erhoben sich und folgten dem Pferdetrainer mit aus dem Raum.

"Um die drei Personen, die sich für einen Aufenthalt in unserer Veterinärstation angemeldet haben, wird sich meine Schwester Augustine kümmern..."

Während die zweite junge Dame sich mit einem knappen Kopfnicken zu erkennen gab, schaute die Baroness zu jenen, die sich nun erhoben. Ein Lächeln sprang auf ihr Gesicht.

"Oh, Herrin Brigitte- entschuldigt, ich habe euch nicht sofort gesehen. Ihr habt für einen eurer Sklaven das 'rote Programm' bei meiner Schwester gebucht?"

Ein herrisches "Bleib"- an ihren 'Sklaven' gerichtet- sorgte dafür, daß dieser in seiner Bewegung erstarrte und automatisch auf die Knie sank und seinen Blick gen Boden richtete. Bei beiden Baroness' entlockte dieses Verhalten ein mehr als zufriedenes Grinsen. Seine 'Herrin' umarmte die beiden Schwestern und auf die Bemerkung, sie hätte dieses Mal ein wirklich prachtvolles Exemplar mitgebracht, lachten alle drei lauthals...
Ein "Auf!" holte den Sklaven zurück auf die Füße- doch kaum daß er stand, bekam er von seiner 'Herrin' eine schallende Ohrfeige. 'Auf' würde nicht bedeuten, daß er das Recht hätte, die Baroness' anzuschauen, war der dazugehörige Kommentar und weil eine Entschuldigung von ihm nicht schnell genug erfolgte, setzte es für ihn gleich noch einen zweiten Schlag.

"Baroness Augustine- ihr versteht, warum ich mit diesem Versuchsvieh hier zu euch komme. Für so einen sturen Ochsen sind meine mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einfach nicht ausreichend..."

Mit gespielter Wehleidigkeit hob sie ihre Hände über den Kopf.

"Oh, ich bin mir sicher- hier werden wir diesem 'sturen Ochsen' nicht nur Manieren beibringen können. Ich kann Ihnen mein im Vorfeld gegebenes Versprechen nur wiederholen, ihr Sklave wird am Ende seines Aufenthalts hier auf jeden von Ihnen auch nur gedachten Wunsch zu ihrer vollsten Zufriedenheit reagieren...
Würden Sie mit mir jetzt bitte in den Klinikbereich wechseln?"

Wortlos sorgte ein Fingerzeig auf die dritte ihr zugeordnete Person dafür, daß diese Frau ohne irgend eine Äußerung ihrerseits der Baroness und ihren beiden anderen Gästen folgte.
War meine Einschätzung nach dem ersten persönlichen Kontakt mit den Baroness' falsch- und die Gerüchte hatten einen wahren Kern? In den Augen der beiden und auch in dem der sogenannten 'Herrin' hatte ich ein Funkeln gesehen- die so offensichtlich vorgetragenen Bemerkungen und ihr Gehabe waren keine Show für diesen Kunden, sie überdeckten nur mühsam den tatsächlich vorhandenen Sadismus...
Während die Drei mit der Baroness Augustine den Raum verließen, wandte sich Mira erneut den verbliebenen Gästen zu und stellte mit wieder sachlicher Stimme die Madame Simone vor- bei ihr hatten zwei Gäste offenbar ein Sissy-Training für das Wochenende gebucht...
Zum Abschluss galt Ihre Aufmerksamkeit uns verbliebenen Gästen- mit knappen Worten wurde uns der Pferdetrainer Markus vorgestellt, der mit uns gleich die Einzelheiten unseres Aufenthaltes hier besprechen würde. Mit einem Blick auf ihre Uhr entschuldigte sie sich knapp bei uns- ein Gespräch mit ihrer Mütter bezüglich eines wichtigen Termins am Sonntag würde sie daran hindern, dies selbst vorzunehmen...

Markus entpuppte sich für mich als kompetenter Gesprächspartner, der sich die Zeit nahm, mit uns den Ablauf unserer Aufenthalte hier detailliert durchzusprechen- ohne aber alle Überraschungen für uns Pferde offenzulegen. Zuerst beglückwünschte er uns natürlich zu unserer Entscheidung, hier auf Rosengarten ein Training zu absolvieren- gab aber selbstironisch zu, diese Aussage würden wir sicher auf jedem anderen Gestüt auch zu hören bekommen. Mit diesem Satz und der Art, wie er diesen vorbrachte, war eventuell vorhandenes Eis gebrochen und er erläuterte vorzugsweise an mich gerichtet zuerst die Verhaltensregeln für Tiere hier auf dem Hofgut. Als Pferd hätte ich mich wie meine Bio-Artgenossen zu benehmen und dies bedeutete, ich dürfte als einzige unaufgeforderte Sprachoption das Wort 'STOP' als Safesignal verwenden. Ansonsten wäre Wiehern, Schnauben, mit den Hufen scharren,... erlaubt- alles, was ein richtiges Pferd an nonverbaler Kommunikation auch nutzen würde. Dies gälte auch für die Verständigung mit anderen Pferden- ALLE Trainer hier, auch er, würden da sehr großen Wert darauf legen und es würde uns helfen, wirklich tief in das von uns gewünschte 'Pferd sein' einzutauchen. Bei Dennis und Nordic würden daher die Auswertungen der einzelnen Trainingseinheiten grundsätzlich nur mit dem Besitzer stattfinden; das Pferd dürfte in bestimmten Fällen da beiwohnen- aber nur, wenn es darum gehen würde bestimmte gravierende Fehler aufzuarbeiten. Bei mir würde, da meine Besitzerin leider nicht anwesend wäre, dies mit mir direkt besprochen- aber auch da dürfte ich mich nur nach Aufforderung durch den Ausbilder fachbezogen verbal zu der Problemstellung äußern. Ansonsten würde für Nordic und mich gelten, wenn wir gegen diese primäre Regel hier auf dem Gestüt verstießen, würden wir bestraft. Da wir beide in der Kategorie 'Grün' eingetragen wären, würden die Strafen Kürzung der Futterration und noch gemeinsam festzulegende Optionen beinhalten, die er jetzt mit Dennis als Besitzer von Nordic und mir besprechen würde.
Mit diesen Worten rief er auf seinem mitgeführten Tablet eine Seite auf, gab für uns sichtbar den Namen von Nordic ein und tippte auf den Punkt 'Sanktionen' in der Seitenleiste. Für mich zum besseren Verständnis erklärte er dabei, für alle Tiere / Kunden würde eine solche Seite eingerichtet- die grüne Hinterlegung derselben würde jedem Trainer unmissverständlich signalisieren, in welcher Kategorie wir hier eingestuft wären. Während Markus sich mit uns so hinsetzte, daß Nordic keinen Einblick auf die Seite nehmen konnte, scrollte der Trainer diese langsam nach unten. Als Sanktionsmöglichkeiten waren neben dem bereits erwähnten kürzen der Futterration auch die zu erwartenden Optionen wie Straftraining, Verharren in unbequemer Position, Einsatz von Schlaginstrumenten- die als zusätzlicher Unterpunkt noch einmal extra aufgeführt worden waren, Schlafentzug,... Die Auswahlmöglichkeiten umfassten an die fünfzig Punkte und Dennis entschied sich für zehn von ihnen- nicht ohne den Zusatz 'nur nach Rücksprache mit dem Eigentümer' aktivieren zu lassen.
Während ich die aufgeführten Punkte auf mich wirken ließ, überlegte ich, welche 'Strafen' hier für mich akzeptabel wären. Musste man eine Mindestzahl angeben? Wie würden die Körperstrafen ausgeführt- hier kamen mir wieder die Gerüchte in den Sinn. Lange konnte ich nicht darüber nachdenken, denn Markus forderte mich nach dem Aufruf meiner Seite auf, mich für mindestens fünf Optionen zu entscheiden. Er würde mich aber gern dabei beraten da ich das erste Mal hier sei.
Als Entscheidungshilfe fragte er noch einmal gezielt meine Vorlieben und Tabu's ab- gemeinsam legten wir neben der möglichen Verringerung der Rationen- dieser Punkt schien nicht verhandelbar- noch Schlafentzug, Atemreduktion, Restriktive Haltungen, Isolation und Schläge mit der Sprunggerte fest. Bei letztem Punkt gab er mir den Tip, die maximale Anzahl der Schläge zu benennen- ich sollte dabei lieber nicht meine bisherige Grenze benennen sondern darunter bleiben, da diese Strafen jederzeit in kurzen Abständen bei einem Fehlverhalten von uns Pferden angewendet werden könnten.
Dies brachte mich dazu, zu fragen, was der Unterschied der einzelnen Farbkategorien sei. Markus ging darauf ein und erläuterte, grün sei die Kategorie für Einsteiger hier auf dem Hofgut- also für all jene, die eher weniger mit BDSM zu tun hätten und eher ihren Fetisch ausleben wollten.
Die gelbe Kategorie würde voraussetzen, mindestens einmal Rosengarten bereits besucht zu haben- das Training wäre härter, die Unterbringung und das gereichte Futter einfacher als in der grünen Kategorie und der mögliche Strafkatalog umfangreicher. Auch würde zwar auf vorher vereinbarte Tabu's geachtet, aber die Strafen hätten da nicht mehr nur den Zweck der Motivation sondern würden zielgerichtet eingesetzt um persönliche Grenzen zu erreichen und diese auch zu verschieben...
Kategorie Rot wäre nur etwas für ausgemacht Masochisten- hier gäbe es keinerlei Tabus. In dieser Einstufung würden einzig und allein die beiden Baroness entscheiden, was, wieviel und über welchen Zeitraum jemand eine Maßnahme ertragen muss. Um diese Option wählen zu können, müsste man aber vorher mindestens fünf Mal hier auf Rosengarten einen Aufenthalt in der Kategorie Gelb gebucht haben.
Er wolle uns aber auf einen Fakt aufmerksam machen- sollte einer von uns jemals mit einer Person anreisen, die selbst die Option für Rot hätte, so würde diese Einstufung auch für die Begleitperson möglich sein...- jeder würde aber vor Beginn natürlich schriftlich versichern, daß ihm die Einstufung der Kategorien mit den entsprechenden Möglichkeiten zur Kenntnis gebracht wurden, er dies auch verstanden hätte und sich über die daraus ergebenden Konsequenzen im klaren wäre...

Warum musste ich in diesem Moment an diese 'Herrin Brigitte' denken- war ihr Sklave vielleicht eine Person, die einer solchen Möglichkeit unterworfen werden sollte? Hätte dieser wirklich die Option, vorher den Vertrag durchzulesen oder würde seine 'Herrin' da genügend Druck aufbauen, damit er blind unterschriebe? Ich behielt meine Bedenken für mich- obwohl ich dem Pferdetrainer irgendwie vertraute. Hätte er sonst so gehandelt und diesen Fallstrick uns aufgezeigt- vielleicht war er ja mit dieser hier gehandhabten Praxis nicht wirklich einverstanden...
Markus erwähnte dann noch, für Personen, die nur einen Aufenthalt hier auf dem Gelände zwecks privatem Spiel gebucht hätten, gäbe es noch die Kategorie Blau.
Alle Einstufungen der auf dem Hofgut befindlichen Gäste würden durch Armbänder auch visuell angezeigt, die in den entsprechenden Farben gehalten wären. Sollten wir aber einmal ein Pferd ohne Kennzeichnung sehen, sollen wir uns nicht wundern; dies wären Angehörige des Hofgutes, die hier einen Vertrag hätten und auf eigenen Wunsch 24/7 in der Rolle eines Tieres leben- und damit auch so behandelt würden. Wir als 'Einstellpferde' würden aber nur im Rahmen unseres Trainings zeitweise mit ihnen in Kontakt kommen wenn diese die Ausbildung mit unterstützen würden...

Ein Piepen seines Smartphones unterbrach unseren 'Coach' in seinem Redefluss- mit einem leichten Bedauern in der Stimme bat er 'Nordic' und mich mitzukommen; es wäre Zeit für die Eingangsuntersuchung bei Baroness Augustine. Bei mir würde sie, da ich erstmalig hier auf dem Hofgut sei, etwas gründlicher ausfallen als bei meinem Mithengst- aber wir würden beide ja recht gesund aussehen und daher dürfte diese keine große Belastung für uns darstellen. Das Signal würde bedeuten, wir hätten noch in etwa 30 Minuten Zeit- bis dahin könnten wir noch einen kleinen Rundgang durch den Stall machen und so auch gleich unsere Box kennenlernen. Zudem wäre es möglich, daß er uns noch ein paar Informationen zu den wichtigsten Leuten hier auf dem Hof mitteilen könnte. Dennis solle uns doch bitte auch begleiten- ihn würde er nach der Übergabe der Pferde gern seine Unterkunft zeigen...

Mit der Bitte, ihm die Schlüssel für unsere Fahrzeuge auszuhändigen- damit der Transport unseres mitgeführten Equipments organisiert werden könnte- erhob sich der Pferdetrainer und signalisierte uns, ihm doch bitte zu folgen.
Quer über den Hof gehend teilte er uns mit, die nun vor uns liegende Hälfte der ehemaligen Wirtschaftsgebäude wären jetzt Gästeunterkünfte mit angeschlossener Stallung- Dennis und Nordic würden in einer solchen untergebracht sein. Der Bereich, in dem die Begrüßung stattgefunden hatte, würde hingegen sein Büro und das seiner Chefin beherbergen, dazu noch Sattel- bzw. Futterkammern und Remisen für auf dem Hofgut eingesetzte Technik.
Nachdem wir durch einen Durchgang zwischen dem Herrenhaus und den Appartements des Gästebereiches heraus kamen, schwenkten wir nach links, an der links von uns liegenden- vom Pferdetrainer als Festbereich bezeichneten- Wiese vorbei und näherten uns einem Gebäude, das von ihm als Pferdestall bezeichnet wurde. Hier wären die Single-Gastpferde untergebracht- und in einem abgetrennten Bereich auch jene Gestütspferde, die er vorhin erwähnt hätte...

Gespannt betrat ich den Ort, der für die folgenden drei Tage mein Zuhause sein würde. Der erste Eindruck war- sehr sauber! Im Stall roch es, wie sich dies gehörte, ein wenig nach Pferd- dies war auf die vier im gleichen Bereich untergebrachten Bio-Vierbeiner zurückzuführen, die mit einem Schnauben auf unser Eintreffen reagierten. Vor einer der Boxen hielt der Pferdetrainer und zeigte auf die daran angebrachte Tafel-

'Willkommen Witnere- und einen angenehmen Aufenthalt!'

stand darauf mit Kreide geschrieben. Mit einer solchen Aufmerksamkeit hatte ich nicht gerechnet, ich musste regelrecht schlucken um Tränen der Rührung zurückzuhalten. Markus freute es offensichtlich, wie mich diese kleine Geste des Willkommens anrührte. Ich solle mich doch ein wenig schon an die Box gewöhnen...- während er jene Personen, mit denen ich (wahrscheinlich) hier als Pferd in Kontakt kommen würde- dies galt natürlich auch für Nordic- kurz beschreiben würde.

"Mit der Frau Baronin, meiner Chefin, wirst du ja eher nicht zusammen treffen, aber Dennis- für dich zur Erinnerung: Sie legt sehr großen Wert auf Manieren; damit kannst du sie beeindrucken! Die korrekte Anrede ist daher natürlich 'Frau Baronin'... Handkuss kommt auch sehr gut...
Nordic und Witnere- wenn sie zugegen sein sollte, benehmt euch einfach wie Pferde. Sie wird vielleicht euch auch so anfassen- dann handelt ganz natürlich... Kein Nicken, vor allem KEINERLEI MENSCHLICHE LAUTÄUßERUNG! Dies gilt im normalen Übungsbetrieb übrigens gegenüber allen menschlichen Personen- es sei denn, ihr werdet aufgefordert, euch menschlich zu artikulieren. Ansonsten- auf Fragen an euch, die mit einem einfachen 'JA' oder 'NEIN' zu beantworten sind, reicht Kopfnicken oder -schütteln...
Ihre beiden Töchter-Mira und Augustine- sind mit dem Titel 'Baroness' anzusprechen. Die Wahrscheinlichkeit, mit Baroness Mira ein oder zwei Trainingseinheiten zu absolvieren ist vor allem am Sonntag sehr hoch- da weder ich noch meine direkte Vorgesetzte und auch die Frau Baronin hier auf dem Hofgut anwesend sein werden. Nach jeder Einheit wird es eine Ansprache an euch geben, dort kann es sein, daß ihr auf fachbezogene Fragen oder Vorschläge ausführlicher antworten dürft- daher die korrekte Anrede. Die beiden legen wie ihre Mutter da großen Wert darauf und können ungnädig werden, wenn diese nicht erfolgt...
Meine direkte Vorgesetzte ist die Madame Rittmeisterin- oder auch Rittmeisterin Vanessa. Sie ist für eure Trainingspläne zuständig und wird mit dir, Witnere, ganz sicher am Montag ein Training durchführen...
Madame Simone ist ihr hier auf dem Hof gleich gestellt- aber sie ist jene Dame, die sich primär um die 'Sissys' hier kümmert und daher ist der Kontakt zwischen euch und ihr eher unwahrscheinlich. Ab und zu kümmert sie sich aber um andere 'Hoftiere' wie Hunde und Schweine oder unternimmt gemeinsam mit uns Trainingsausfahrten...
Wenn ich mit euch arbeite ist die korrekte Anrede 'Herr Pferdetrainer' oder 'Herr Markus'- wenn ich mit euren Leistungen sehr zufrieden bin, lasse ich mir auch nur mal ein Markus gefallen. Aber auch hier gilt- für Mimimi bin ich ganz sicher nicht zu haben und ein solches führt nur zu schärferem Training.
Jens, der Stallknecht hier auf dem Hofgut, wird- so wie ich- euch auch trainieren. Ihm ist als mein Untergebener der gleiche Respekt zu bezeugen wie allen anderen genannten Personen- daher gilt auch bei ihm die Anrede 'Herr'... Soweit alles verstanden?"

Ich hatte mich in 'meiner' Box umgesehen, während Markus die Hofangehörigen kurz vorstellte- bei letzterem horchte ich kurz auf, da dieser Jens sich mir gegenüber ja als Pferdetrainer vorgestellt hatte... Dieser Stallknecht schien sich wohl zu höherem berufen fühlen- was aber noch nichts über seine tatsächliche fachliche Eignung im Umgang mit uns Pferden aussagte.
Im Gegensatz dazu erinnerte mich Markus in seiner Art ein wenig an meinen Coach Daniel während meines ersten Aufenthalts auf 'Berggeschrei'- fachlich kompetent und menschlich uns Pferden zugetan...

Die Box selbst hätte in ihrer Dimension für ein 'richtiges' Pferd genügend Raum geboten- ohne mit Bestimmungen zum Tierschutz zu kollidieren. Eine Seite war mit Strohballen ausgelegt und bildete damit eine Art Bett für mich; dieser Eindruck wurde durch die darauf liegende Abschwitzdecke unterstrichen. Frieren würde ich daher sicher nicht in der Nacht, selbst wenn ich, was ich nicht glaubte, hier die komplette Zeit in meinem 'Latexfell' stecken sollte.
Der Boden war übrigens auch komplett mit Stroh ausgelegt, gegenüber meiner Ruheseite war an der Boxenwand ein 'Trinkbrunnen'- wie ihn auch 'richtige' Pferde verwendeten- angebracht; dazu kam noch ein Spender mit Desinfektionsmittel und ein Eimer...
Auf meinen doch fragenden Blick feixte Nordic und Markus meinte seelenruhig, ich könne auch wie ein normales Pferd mich einfach in das Stroh erleichtern- der Eimer würde aber die Entsorgung doch vereinfachen, sollte ich in meinen Boxenzeiten das Bedürfnis haben abzuäppeln oder die Blase zu leeren. Das benutzte Stroh zur Reinigung könnte ich dann einfach mit in dem Eimer entsorgen.
Er meinte dann zu Nordic, seine Box wäre identisch- aber da Dennis ja eines der Appartements im Gästetrakt für die beiden gebucht hätte, wäre sein Owner nur durch die Boxentür von ihm getrennt...

Mit dieser Bemerkung deutete er auf die Tür und meinte, es wäre an der Zeit für unseren 'Arzttermin'. Im Hinausgehen schaute ich an die Hallendecke und erkannte diverse Halteösen, die in einen der Träger über der Box eingelassen waren. Mehrere Ösen in den Ecken der Box waren mir bereits aufgefallen- die Möglichkeit einer recht restriktiven Unterbringung war somit vorhanden und ab sofort als Drohung in meinem Hinterkopf präsent...
Aus dem Stall heraus folgten wir den Weg zur Stirnseite der Festwiese und bogen an deren Ende wieder nach links ab- um zu dem Gebäude zu gelangen, über dessen Eingang das Wort 'Veterinärstation' unübersehbar angebracht war.
29. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von TMeier am 09.03.21 11:06

Hallo,

Danke für die Fortsetzung.

Sehr intressant das nun das 'Grubenpferd' Witnere einen Stall für das Wochenende bezogen hat.


Ich möchte wetten das Witnere ganz bald statt Holzstämmen eine Hochzeitskutsche ziehen darf vermutlich mit (evtl. sogar mit 'Nordic').

Solangsam bekomme ich Mitleid für Mira und Augustine haben die mit Witnere und Schlachtross gleich 2 ziemlich sture Gäule haben die sich nicht so einfach unterordnen werden.
Da sie beide im Grunde nur Einsteller sind müssen sich die Schwestern auch etwas zurückhalten...


Gruß
Thomas

30. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 09.03.21 12:41

Nein, Schlachtross ist eben KEIN Einsteller lt. der Entscheidung der Baronin- was für ihn im Umgang durch die Baroness' und den Pferdeknecht bisher und auch im weiteren Verlauf der Geschichte Konsequenzen bei vermeintlichem oder auch tatsächlichem Verweigern hat, die sich deutlich von jenen unterscheiden, die für 'Einsteller'- zumal welchen in der Kategorie 'Grün'- zur Anwendung kommen...
31. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von TMeier am 09.03.21 13:57

Ja, er ist kein Einsteller, aber halt auch kein normales Gestütspferd mit dem Sie machen können was sie wollen.

Und durch die zeitlich begrenzte Ausleihe und das Versprechen der Baronin gegenüber Bea müssen sich halt alle zumindest etwas zurückhalten.


Achja wer sich für die zwei Vorgeschichten zum Grubenpferd Witnere intressiert erlaube ich mir mal sie hier zu verlinken:
Grubenpferd
Bestimmung

Gruß
Thomas
32. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Schlachtross & Witnere

geschrieben von Blackrubberhorse am 12.03.21 10:13

Abenteuer in Rosengarten... Tag 13, Freitag- Woche eins (Part 2)


Abend...


Schlachtross:

Ich war wütend- hatten doch Kara und Lion uns allen eine zweite Nacht in Latex eingebrockt! Selbst ich war gefühlt bereits an meinem Limit... und es war ja nicht so, daß ich ständig als Pferd zwei volle Tage so ausstaffiert verbrachte!

Nach der Verladung in die 'Horsekeeper' am Morgen nutzte ich meine bereits darin gemachte Erfahrung und entspannte in dem Dämmerzustand- ich wurde in Ruhe gelassen und mit Hilfe des in den letzte Tagen durch den Pferdetrainer immer wieder trainierten 'Versenkens' in den Ponyspace war es mir nicht möglich zu sagen, wie die Verteilung zwischen Meditation und Schlaf war. Zumindest wurde ich ausgeruht aus diesem Würfel herausgeholt...

'Was das nachfolgende Futter anging...- auch da hatte der Pferdetrainer sein Wort gehalten...'

Auf einem Waldparkplatz in uns allen völlig unbekanntem Gelände aus den 'Würfeln' entlassen, schirrte uns der Pferdetrainer sofort vor der Kutsche ein. Ich hatte dank der ersten Fütterung vor der Abfahrt noch kein wirkliches Hungergefühl, doch hatte er nicht etwas von einer zweiten Versorgung erwähnt? Meine (irrationalen) Zweifel an ihm waren aber unbegründet- der verabreichte 'Kartoffelbrei' war mit Speckwürfeln versetzt, war von der verabreichten Menge aber nicht dafür gedacht uns satt zu machen...

'Das war definitiv Einstellerniveau gewesen...'

Was dann weniger schön war- die Rittmeisterin befahl uns mit 'Scheuklappen' auszustatten! Wir sollten wohl nicht sehen, wo wir unterwegs wären- doch stellte sich diese Annahme von mir als falsch heraus...
Bis zum Erkennen des wahren Grundes liefen wir blind nach dem Kommando der Rittmeisterin zum anziehen der Kutsche. Unter den Hufstiefeln hallten unsere Schritte- was für mich ein Zeichen von vorzugsweise festem Untergrund war! In Verbindung mit dem gestrigen Training konnten wir nur auf Straßen oder zumindest Waldschneisen gelaufen sein. Ich vermutete letzteres, denn obwohl es mit der Zeit wärmer wurde- die direkte Kraft der Sonne verspürte ich nicht auf unserem 'Fell'...
Was aber sicher nicht nur mich irritierte- außer den Kommando's für Richtungs- oder Gangartwechsel erfolgte keinerlei Ansprache von uns Pferden... Weder Lob, Kritik oder Abmahnung war zu hören- und dies verunsicherte garantiert nicht nur mich.
Einzig die in den beiden Pausen mir beruhigend über den Rücken streichende Hand des Pferdetrainers bot mir einen Anhaltspunkt- während er uns mit Wasser versorgte.

'Gut gemacht...'

Diese Aussage war aber auch alles, was wir an uns gerichtet zu hören bekamen- und von der Stimme war es Markus. In der ersten Pause benutzte er diese Floskel insgesamt fünf Mal...- in der zweiten dafür nur drei Mal. Ich wurde beide Male damit von ihm bedacht... doch wer von uns bekam dies nicht mit auf den Weg? Den Kopf zu drehen wagte ich nicht, so könnte ich unter der Maske nur grob schätzen, wer außer mir noch diese Motivation bekam und wem sie vorenthalten wurde...
Während der dritten Pause bekamen wir neben der Ration Wasser endlich auch die 'Scheuklappen' abgenommen- und nachdem sich meine Augen wieder auf die Helligkeit eingestellt hatten, fluchte ich still als ich meinen Blick einmal gesenkt hatte.
Unsere Trainer hatten hinter jedem von uns wohl einen elektronischen Zugkraftmesser in unsere Einschirrung integriert!
Zumindest erkannte ich hinter Steel und Kara je so ein Teil...

'Daher waren Markus und die Rittmeisterin so schweigsam...'

Weil es einige Zeit vor dieser Pause immer wärmer in meinem Fell wurde, hatte ich die Vermutung gehabt, wir wären jetzt im offenem Gelände unterwegs- und ich lag nicht falsch. Links von uns floß ein breiter Fluss und wir standen auf der Dammkrone, die von einem breiten Weg gesäumt war. Rosengarten lag ja im Norden... das für uns sichtbare Gelände war flach und vor uns ziemlich baumlos- einzig am Horizont erstreckte sich ein größeres Waldstück, was ich rechts von mir aus meinem Blickfeld verlor. Ansonsten waren nur Felder und Wiesen, aber keinerlei Häuser oder Dörfer sichtbar. Wir waren ganz sicher immer im Norden- aber ob wir einen, zehn oder einhundert Kilometer von Rosengarten entfernt waren...- keine Ahnung. Eigentlich interessierte es mich auch nicht...- als Pferd wurde ich an den Ort gebracht, wo ich meine Arbeit verrichten sollte und dann ging es irgendwann zurück in den Stall wo man mich (hoffentlich) versorgen würde. Nach der Sache mit den Zugkraftmessern war ich mir da aber nicht mehr sicher...

'Kommt schon- sagt irgend etwas... Motiviert wenigstens Miu...'

Was ich ganz sicher sagen konnte- mein Freund hatte bisher mich die Arbeit nicht allein auf meiner Seite machen lassen... das hatte ich gespürt! Daher empfand ich es als... nicht ungerecht... aber nicht zielführend durch die Trainer, ihn jetzt bei seinem ersten 'großen' Einsatz nicht zu motivieren.

'Aber vielleicht haben sie es ja doch getan...- wenn sie es leise und für uns andere so nicht hörbar gemacht haben...'

Ich wünschte mir für Miu eine derartige Unterstützung...- zumindest durch Markus!

Mittlerweile hatte ich begriffen, diese 'Pause' hier im freien diente nicht nur der Versorgung mit Wasser- sie war das Äquivalent zum stehen vor der Kirche, von dem der Pferdetrainer gestern auch gesprochen hatte...

'Das würde übermorgen ganz sicher der schwerste Part für uns werden- auch wenn wir regelmäßig zu saufen bekämen...
Und noch immer gab es keinerlei Ansagen...'

Doch endlich begriff ich- es würde ganz sicher keine geben, so lange wir noch unterwegs waren! Es war wie bei dem ersten Test von mir durch die Rittmeisterin... wir waren Pferde und daher würden wir die Einschätzung unserer Trainer ganz sicher nur indirekt durch unsere Behandlung in den kommenden Einheiten bzw. nachher auf dem Hofgut zu spüren bekommen. Der enge Kontakt mit Markus und dessen zumeist sofortige Bewertung meiner Leistung mittels an sich selbst gerichteter Kommentare während der vergangenen Tage hatten mich dahingehend verwöhnt...- unter der Aufsicht der Rittmeisterin würden wir uns daher zumindest bis zur Rückkehr nach Rosengarten gedulden dürfen. Eines konnte ich aber aus diesem Handeln ableiten- bis jetzt waren keine gravierenden Fehler passiert, die ein sofortiges Einschreiten der beiden erfordert hätte!
Mit dieser Gewissheit legte ich die anstehende Strecke bis zu unserem Startplatz zurück, wo wir alle wieder in die Horsekeeper 'verladen' wurden. Der Wunsch, noch einmal davor etwas Futter zu bekommen, erfüllte sich nicht- doch wurden wir mit ausreichend Wasser versorgt...

'Endlich aus dem Würfel raus...- und bitte jetzt auch aus diesem Fell!'

Was mich verwunderte bei meiner Entlassung aus dem Horsekeeper- die Rittmeisterin hielt Lion und Kara an ihren Führleinen und Miu stand bei Markus... doch von Brutus und Steel war weit und breit nichts zu sehen!
Ich erblickte nur die vier Würfel, aus denen wir anwesenden Pferde wohl nacheinander durch den Firmentechniker herausgeholt worden waren...

"Eure Leistung heute... Ihr bleibt alle noch bis zur Abschlussuntersuchung morgen früh in der Tierklinik in euren Fellen!
Markus- du übst wie abgesprochen mit Schlachtross und Miu... Ich kümmere mich selbst um diese beiden Versager hier!"

'Sei nicht enttäuscht Schlachtross...- tief in dir hast du doch damit gerechnet...'

Gemeinsam mit Miu zog der Pferdetrainer mich hinter sich her in Richtung der Rennbahn... auch wenn ich überhaupt keine Lust mehr auf ein weiteres Training hatte- und nach seinen Worten, denen wir, ausdrücklich von ihm dazu aufgefordert, zuhörten, gab es Unterschiede in dem, was uns Pferde jetzt als letzte Einheit des Tages erwartete...

"...Steel und Brutus sind bereits im Stall- ich bin mir sicher, ihr beiden neidet ihnen nicht diese kleine Vergünstigung, eine Einheit gemeinsam miteinander verbringen zu dürfen. Und beide haben ja auch von der Rittmeisterin die Ansage, daß ein Decksprung oder etwas vergleichbares für beide nicht erlaubt ist...- auch wenn sie in der Box ohne Einschränkungen diese Zeit genießen sollen..."

Instinktiv waren Miu und ich stehen geblieben, was der Pferdetrainer durch den Zug der Führleinen in seiner Hand bemerkte. Erstaunt drehte er sich um und sah, wie wir beide unseren Kopf verneinend schüttelten.

'Die beiden haben es wirklich verdient... ich gönne es Ihnen...'

Markus kam bei dieser Reaktion durch uns auf uns zu, zog 'seine' Hengste zu sich heran und umarmte uns kurz, aber intensiv.

"Kommt, lasst uns weitergehen... Kara und Lion...- um die beiden wird sich die Rittmeisterin wie von ihr gesagt persönlich kümmern! Damit das für euch beide klar ist... auch wenn ihr Ihnen diese zusätzlichen Stunden in Gummi verdankt...- von ihr... und auch von mir... ist euch nachher in der Box oder auch den morgigen Tag über verboten, etwas mit den beiden anzustellen, was sie verletzen könnte! Verstanden?!"

Das war deutlich und über sich ergebende Konsequenzen bei einem Verstoß gegen diese Ansage wollte keiner von uns nachdenken. Markus schob die Info nach, auch Brutus und Steel hätten dies so zu hören bekommen...

"... mit euch werde ich jetzt noch ein wenig Bodenarbeit machen. Nichts wildes...- konzentriert euch einfach und arbeitet mit..."

Der Pferdetrainer führte uns auf der Rennbahn in den Bereich vor der Tribüne und nach dem Haltekommando stellte er meinen Freund eine 'Vorderhand'-Länge hinter mich.

"Im Schritt... Miu, denke daran, mit links beginnend...- vorwärts! Links..., rechts..., links..., rechts..."

Kein Highstep, kein Trab...- wir wurden von Markus einfach im Schritttempo geradeaus geschickt. Ab und zu kam eine Korrektur, die aber immer an Miu hinter mir gerichtet war und und ihm mehr Synchronizität abverlangte. Im Prinzip war es simpler Gleichschritt, den Markus uns abverlangte- nur im Unterschied zu dem Drill unter der Aufsicht von Mira vor einigen Tagen war es hier Cover für den Zweck, uns beiden nach jeder aus Sicht unseres Trainers zufriedenstellen ausgeführten Aktion Futter in unser Maul zu stecken!

'Deswegen sahen die Jackentaschen auch derart gestopft aus!'

Unsere Belohnung für die Arbeit heute vor der Kutsche bestand aus 'Leckerchen'- die uns beiden in einer Menge und Vielfalt in die Röhre der Maske geschoben wurden. Dazu jedes Mal mehrere Schlucke Wasser aus zwei großen Flaschen...- um die Wurst-, Käse- und sonstigen Würfel in unseren Mund zu spülen.

"Kommt ihr beiden- Schritt sieht jetzt bei euch gut aus... Noch vier Durchgänge im Trab und dann dürft ihr in die Box! Ihr seid übrigens die beiden Glückspilze, die jetzt etwas zwischen ihre Zähne bekommen- unser Liebespaar hat sich über schwarzen Tee freuen dürfen und die beiden Querulanten werden mit Wasser vorlieb nehmen dürfen!
Wisst ihr was- ich gewähre euch einfach noch ein wenig Futter und ihr schaut den beiden ein wenig zu... Kommt!"

Er führte uns an einen Platz, wo wir durch den Schattenwurf der Tribüne sofort den Temperaturunterschied spürten. Miu und ich drehten uns nach der Aufforderung durch den Pferdetrainer so, daß wir die Rennbahn auf unserer Seite voll überblicken konnten...- ich zerkaute den Brocken des Fruchtriegels, den mir Markus gerade zugesteckt hatte und erfreute mich an dessen Geschmack im Mund.
Jetzt verstand ich auch den letzten Satz, den der Pferdetrainer an uns gerichtet hatte...

"Wer bei der Rittmeisterin und mir Leistung zeigt und bis an sein Limit zu gehen bereit ist...- der wird von uns, so wie ihr jetzt, belohnt! Wer das hier in Rosengarten nicht begreifen kann oder will...- hat... auch mit uns beiden... ein Problem!"

Zwei Pferde, bei denen es sich nur um Kara und Lion handeln konnte, zogen mit sichtbarer Kraftanstrengung den uns Pferden verhassten Wagen des Zugkrafttests in Doppelbespannung- die Rittmeisterin hatte es sich auf dem Tank bequem gemacht und ohne eine Peitsche oder Gerte sichtbar in ihrer Hand reagierten die beiden Pferde ohne Verzug auf ihre verbalen Kommandos.
Auf unserer Höhe erfolgten von ihr kurz hintereinander zwei Richtungsbefehle- und da eines der beiden Pferde nicht sofort reagierte, erfolgte unmittelbar eine Bestrafung!
Beide Tiere wieherten spontan unter ihren Masken und kamen kurzzeitig aus dem Tritt...

"Kara- dein Fehler! Lion- du kannst ihr dafür gern bei Gelegenheit ein paar verpassen... das war jetzt der fünfte Fehler in eurer ersten Runde... eine Runde extra zu den fünf geplanten und für eure Halsbänder- eine Stufe rauf!"

'War das jetzt extra für Miu und mich eine Demonstration eurer Macht? Oder war dies eher für unsere 'Versager' bestimmt...'

Mir war sonst keine Unsauberkeit oder gar ein gravierender Fehler bei der Stute bis auf die nicht erfolgte sofortige Reaktion aufgefallen- doch hatte ich auch nicht wirklich darauf geachtet und die Rittmeisterin legte schon die ganze Zeit sehr hohe Maßstäbe in unserem Training an.

'Miu hatte ganz sicher mehr Unsauberkeiten in seinem Gang als die beiden...'

"Hier... für euch...- sauft noch was. Bereit für die abschließenden Trabsequenzen?"

Ich nickte es automatisch ab- und dachte nicht weiter über den Unterschied zwischen der Beurteilung von uns Pferden durch unsere Trainer nach. Es war so einfach...

'Zeig Markus und der Rittmeisterin einfach, wie du alles aus dir heraus holst und sie werden es honorieren! Die beiden vor der Kutsche jetzt sind nicht dazu bereit- ihr Pech! Das ungerechte hier auf Rosengarten ist einfach nur das System normalerweise uns alle für den Fehler eines einzelnen zu bestrafen...- es ist schade, daß auch die Rittmeisterin und der Pferdetrainer darauf ab und zu zurückgreifen...'

Wir waren fertig nachdem die Rittmeisterin mit ihrem Gespann uns zwei weitere Male passiert hatte- der Pferdetrainer hatte mittlerweile alles aus seinen Taschen an uns verfüttert und doch recht gesättigt führte er uns zurück in den Stall. In unserer Box waren wir beiden Pferde einen Moment allein- dann brachte Markus unseren Leithengst zu uns zurück und hatte für uns drei noch eine letzte Überraschung:

"Hier... für euch drei- sauft langsam... Es ist kalt!"

Was der Pferdetrainer uns drei Hengsten gönnte war eiskalte Orangensaftschorle! Mit Brutus anfangen bekam jeder von uns noch einen guten Liter davon- und ehe Markus unsere Fesselung mit dem Hinweis kontrollierte, dies sei nun mal hier so gefordert und uns danach allein ließ, bezeugten wir ihm unseren Dank und Respekt durch das zeigen der Unterwerfungsgeste...




Witnere in Rosengarten- Freitag Abend...


03 Veterinärcheck...


Der eingeschossige Fachwerkbau hatte automatisch etwas abschreckendes für mich- wohl, weil ich, wie jedes 'Tier', einen Arztbesuch scheute. Hinter dem Empfangstresen befanden sich zwei Frauen, die jüngere- in einer aufreizenden Latex- Schwesterntracht- schien von der älteren gerade etwas gesagt bekommen zu haben, als wir auf die beiden zusteuerten und Markus die Ältere, die eine Statur wie eine russische Kugelstoßerin hatte, anlächelte.

"Na Pferdetrainer- das sind wohl die beiden noch ausstehenden grünen Neuankömmlinge? Wer von ihnen ist der Owner- der hat hier ja nichts zu befürchten..."

Da ich nicht wusste, ob ich bereits jetzt als Pferd agieren sollte, hielt ich mich mit einer Aussage zu meiner Person zurück.

"Hallo Natascha- nimmst du die Untersuchung vor? Die Baroness dürfte sicher beschäftigt sein...- oder täusche ich mich da?"

"Nö- lass mal gut sein. Du hast richtig geraten, meine werte Chefin kümmert sich gerade gemeinsam mit seiner 'Herrin' um den einen 'roten' Neuzugang- und die beiden möchten unter keinen Umständen dabei gestört werden!"

Mir entging nicht, wie der Pferdetrainer dagegen kämpfen musste, nicht allzu angewidert sein Gesicht zu verziehen. Offensichtlich verabscheute er sinnlose Gewaltexzesse...

"Dann wollen wir so höflich sein und den Herrschaften nicht den Spaß am Spiel verderben..."-

Mit kaum verhohlenem Sarkasmus kamen ihm diese Worte über die Lippen- waren sie eine Anspielung auf die kursierenden Gerüchte? War hier wirklich immer alles freiwillig?

"... dies hier ist Dennis, der Eigentümer von 'Nordic'- und den dürftest du schon in den Unterlagen haben, da sie bereits zum zweiten Mal hier Gast auf dem Hofgut sind.
'Witnere' hier ist das erste Mal bei uns- seine Eigentümerin ist bedauerlich dienstlich verhindert. Übrigens- die Frau Baronin hat seine Herrin und ihn zur Ausgestaltung des Rahmenprogramms beim Turnier vorgesehen..."

Es dauerte einen Moment, aber dann überlegte ich. War das ein weiterer Hinweis darauf durch den Pferdetrainer, mich weniger hart anzufassen?

"Markus, ich nehme an, du wirst dem Herrn von Nordic- Dennis?- noch seine Unterkunft zeigen während ich ihn untersuche?"

Ein knappes Nicken bestätigte dies.

"Gut, dann werde ich mich um Nordic in der Eins kümmern und du kannst ihn im Anschluss abholen. Ich schau nach, ob die Angaben zu seiner Fellgröße noch stimmen- da kann der Stallknecht ihm ein passendes für das Training morgen bereits bereitlegen.
Annika- zeig mal was du bisher gelernt hast. Das komplette Programm für einen grünen Neuzugang...- ich denke, du bist in deiner Ausbildung bereits so weit, dies ohne meine Assistenz zu schaffen. Die Drei bietet sich dafür an..."

Der Ton der älteren Schwester hatte etwas kommandotonhaftes an sich- die würde ich nicht gern als Vorgesetzte haben. Aber ich hatte so eine nette Abwechslung für die Augen- als Latexfeti- zugeteilt bekommen...

"Witnere..."- auf die direkte Ansprache der Schwester Natascha machte ich zur Sicherheit einen halben Schritt nach vorn- "...für dich zur Information- zur Erhebung deiner Daten agierst du bis zum Ende der Untersuchung weiter als Mensch. Erst danach wechselst du in den Pferdemodus- aber ab dann gelten die hier herrschenden Regeln... Markus hat sie dir sicher schon genannt. Du bekommst dann auch dein Fell zum überziehen- so schonst du dein eigenes falls du eines dabei haben solltest. Laut den Angaben zu dir magst du es ein wenig dicker- 0,8 mm ist ok für dich? Mit Füßlingen und Handschuhen? Kopfhaube? Hast du zudem irgendwelche Accesoires, die für dich als Pferd wichtig sind? Die dich unverwechselbar machen?"

Während die Oberschwester mit einer bestimmenden Handbewegung einen unausgesprochenen Kommentar von Annika im Keim erstickte, setzte ich zur Antwort an- ich brauchte bei dieser Frage keinerlei Bedenkzeit...

"Die Stiefel für meine Hinterhand mit dem Behang, meine Handhufe mit Behang, die rote 'Satteldecke' mit dem Schweif, die Pferdemaske mit Gebiss und Trense, mein Zuggeschirr und natürlich auch meine Mähne. Dies ist alles in der dunkelblauen Tasche im Kofferraum von meinem PKW..."

"Gut- Markus, veranlasst du, daß Jens die Tasche zeitnah hierher bringt- ah, du hast die Schlüssel schon..."

Mit dem Vorzeigen unserer Kfz-Schlüssel verabschiedeten Markus und Dennis wortlos von uns- Nordic und ich würden ab sofort der 'Obhut' der beiden 'Veterinärschwestern' ausgeliefert sein. Ein spitzes "Hiiieer" von Annika veranlasste mich ihr zu folgen und so trottete ich brav hinter ihr her in den vorgesehenen Untersuchungsraum.
Dieser entpuppte sich entgegen meiner vorhandenen Befürchtungen nicht als medizinische Folterkammer- Bürotisch mit Laptop, zwei Stühle, eine Liege; diese aber tatsächlich mit einer Unzahl an Fixierungsösen; eine Waage, ein Schrank und ein Crosstepper- die Einrichtung erinnerte in etwa an das Untersuchungszimmer eines Hausarztes.

"Dann mach dich mal komplett frei du hübscher Hengst..."

Während 'Schwester Annika' hinter dem Bürotisch verschwand, entledigte ich mich meiner Bekleidung bis ich nackt vor ihr stand. Ihr Blick taxierte mich- ein Rümpfen ihrer Nase beim Abschätzen meines Bauchumfangs; dafür ein Lächeln was meinen Hengstschlauch und den zugehörigen Sack anging...
Routinemäßig begann sie mit der Erhebung der Daten- Name als Mensch, Rufname als Pferd, Alter, letzter Arztbesuch,...- alles ganz unaufgeregt bis sie den Punkt 'gesundheitliche Einschränkungen' nannte. Hier hatte ich mich entschieden bei der Wahrheit zu bleiben und erwähnte den Unfall, der mit eine aufgefaserte Sehne im linken Knie beschert hatte und mir seitdem das Rennen über längere Strecken unmöglich machte...

"Der Gaul lahmt?!" entfuhr es ihr- was mich in meiner Ehre als Pferd doch ziemlich kränkte.

"Nein- das Kaltblut trabt und gallopiert nicht über längere Strecken! Es ist ein Arbeits- und kein Rennpferd- und beim Holzrücken geht es eher um Präzision und nicht um Geschwindigkeit. Wenn MEINE Eigentümerin mit mir ausfahren möchte, reicht ihr mein Tempo im Schritt...- und noch einmal ganz klar zum besseren Verständnis: der 'Gaul' lahmt NICHT!"

Was dachte sich diese Göre eigentlich- mit diesem Satz hatte sie es gerade bei mir richtig verschissen!

Ungerührt von meinem Ausbruch tippte sie irgend etwas in den Laptop- aber von ihr mehr an sich selbst gerichtete Satzfetzen wie "...würde rote Einstufung guttun... Frau Baroness nicht erfreut... Änderung des Tests..." drängen trotzdem an mein Ohr. Auch ihre Augen zeigten, als sie mich kurz taxierte, für einen Moment eine Kälte, die mich frösteln ließ. Danach setzte sie- als wäre nichts gewesen- die Untersuchung fort.
Körpergröße, Umfang der Brust, des Bauches, Taille, Ober- und Unterschenkel,...- dazu noch die Fragen nach Handschuh- und Schuhgröße. Klar- hier wurden die Maße für mein 'Fell' ermittelt!
Nach Eingabe aller Daten teilte sie mir mit gespieltem Bedauern mit, ein Anzug in der von Oberschwester Natascha vorgeschlagenen Stärke von 0,8 mm sei gerade nicht verfügbar- aber es wäre ein 'Winterfell' in meiner Größe mit 1,0 mm im Fundus. So ein gut gebauter Hengst- dem würde dieser Unterschied sicher nichts ausmachen. Auch wäre an dem Suit ein nettes kleines Kondom- falls der Hengst mal Druck verspüren würde, könnte so wesentlich besser Abhilfe geschaffen werden...
Ich brauchte nicht auf meinen Ehering zu schauen- auf das Angebot dieser notgeilen kleinen Schwester würde ich garantiert nicht eingehen! Ich lächelte einfach zurück, nickte den vorgeschlagenen Suit ab und merkte mir ihre Offerte- sicher würde so etwas auch ihre Vorgesetzte, diese Oberschwester Natascha interessieren...
Danach wurden die üblichen Vitalwerte in Ruhe von mir erhoben- Puls, Blutdruck, Atemfrequenz...- wie erwartet alles dem Alter entsprechend im Normbereich. Nun erfolgte die Aufforderung an mich, je fünf Durchgänge mit 25 Liegestützen und 25 Kniebeugen zu absolvieren- danach würde sie die gleichen Werte noch einmal erheben.
Reichlich zehn Minuten später zitterten mir die Arme und ich hatte nicht nur auf der Stirn Schweißperlen, während Annika mir erneut die Vitalwerte abnahm. Als sie diese erhoben hatte, scheuchte sie mich mit einem Gesichtsausdruck, der ihre vermeintliche Überlegenheit mir gegenüber in diesen vier Wänden widerspiegelte, auf den Crosstepper und eröffnete mir, ich dürfte final noch zwanzig Minuten zeigen, wozu das 'Kaltblut' wirklich in der Lage wäre. 200 Watt wären für mich in der Kategorie 'Grün' ein guter Einstieg...
Wenn Sie dem Irrglauben anhing, mich damit an meine Grenzen bringen zu können- da hatte sie sich getäuscht! Klar, die abverlangte Leistung hätte es in sich, aber ich trainierte auf so ein Teil zu Hause- verrückt wie ich nun mal war- zwei Mal die Woche in meinem Pferdeoutfit eine halbe Stunde bei 180 Watt. Diese Selbstkasteiung war brutal, aber meiner Ownerin gefiel dies und ich profitierte körperlich auf alle Fälle davon...- besonders jetzt!
Eine kleine Flüssigkeitslache hatte sich bereits unter dem Gerät gebildet als Oberschwester Natascha mit einem Catsuit über dem Arm und meiner Tasche den Raum betrat. Mein für mich angedachten 'Fell' sah sehr stabil aus- ich hoffte, mir mit der leichtfertigen Zusage für den dickeren Anzug nicht in mein eigenes Fleisch geschnitten zu haben.

"Wie macht sich denn unser Freizeithengst- läuft er sich für den Test warm?" wollte die Oberschwester wissen, während sie auf die erhobenen Werte schaute und mich nicht weiter beachtete.
Ich horchte auf- war das nicht schon der Test? Hatte ich etwas falsch verstanden? Mit einem Schnauben machte ich darauf aufmerksam, ich wäre auch noch mit im Raum.

"Ja Witnere, ich denke, du bist jetzt gut aufgewärmt- ich lege dir jetzt noch dein Kontrollhalsband um und dann zeigst du mir 15 Minuten was du so zu leisten im Stande bist..."

Hatte die Oberschwester durchschaut, daß ihre Untergebene da offenbar mich ein wenig zu schikanieren versuchte? Ich setzte nach.

"Danke Frau Oberschwester- ich hatte ihre Mitarbeiterin so verstanden, daß dies bereits zum Test gehören würde. Auch würde mich interessieren, ob die Teilnahme an einem oder mehreren Decksprüngen Bestandteil des Aufenthaltes hier sind... falls ja, müsste ich dafür das Einverständnis meiner Besitzerin einholen- was sie ganz sicher NICHT geben wird!"

Der Blick der Oberschwester, mit dem sie ihre Untergebene bedachte, war vernichtend, nachdem sie auf meine Antwort den Ehering an meinem Finger bemerkt hatte.

"Nein- so etwas ist definitiv nicht vorgesehen und bedarf zudem die Zustimmung der Frau Baroness in der von dir genutzten Kategorie." Zu Annika gewandt kam von ihr ein knappes "Ich übernehme- du scheinst doch noch nicht in der Lage zu sein, derartiges ohne Aufsicht abzuarbeiten!"

Ich war inzwischen vom Gerät abgestiegen und stand wartend neben demselben. In mir feierte ich einen kleinen Sieg- hier war wohl das gegenseitige gegeneinander Ausspielen zu einer Kunstform gediehen und ich hatte gezeigt, ich würde mitspielen.
Davon völlig unbeeindruckt fragte die 'Frau Oberschwester' nach meinem Halsumfang- was sollte dies nun schon wieder? Da ich nicht sofort antwortete, kam von ihr ein:
"He 'Witnere'- du darfst mir schon noch antworten..."

"Entschuldigung Frau Oberschwester, ich war der Meinung sie hätten ihre Untergebene angesprochen. Mein Halsumfang ist 43 cm..."

"Witnere, du magst hier noch nicht als Pferd zu handeln brauchen- übertreibe es aber nicht. Die beiden Baroness reagieren nicht gut auf Ironie, da fühlen sie sich vorgeführt...- mit dem entsprechenden Echo für dich..."

Dieses Mal beließ ich es bei einem stummen Kopfnicken- beobachtete aber dabei das Mienenspiel der 'Tierarzthelferin'. Annika schien es überhaupt nicht zuzusagen, wie ihre Vorgesetzte mir Tips gab für den Umgang mit den Töchtern der Hausherrin, sie war wohl darauf bedacht, bei Augustine...? sich einen guten Stand zu sichern.
Mittlerweile hatte die Oberschwester ein Kunststoffhalsband aus dem Schrank entnommen und hielt es auffordernd in meine Richtung. Ich sollte wohl damit ausgestattet werden- obwohl ich dessen Zweck (noch) nicht begriff. Auf der Innenseite waren mehrere Metallflächen sichtbar, diese wurden durch Natascha so platziert, daß zwei auf der Nackenmuskulatur zum liegen kamen- die anderen befanden sich im Bereich der Halsschlagadern.
Mit einem leichten Druckgefühl an meinem Hals- es fühlte sich an, als würde ein Paar Hände permanent meinen Hals umschließen- vernahm ich ein leises 'Klack', als würde Metall auf Metall treffen. Das Band hatte kaum Spiel was für die Enge um meinen Hals sprach...

"Witnere- das ist ein Überwachungs- und Kontrollhalsband. Wir überprüfen damit permanent deine Herzfrequenz; Mogeln ist damit kaum möglich...- und wenn du es versuchst müssen wir den vorhandenen Sanktionsmodus aktivieren! Das möchtest du sicher nicht- aber das liegt einzig an dir selbst..."

Die Stimme der Oberschwester hatte etwas mitfühlendes- während Annika kaum verholen fies grinste.

"Wir nutzen hier drei Modi- Aufmerksamkeit, Korrektur und Strafe. Jeder Modus hat drei Stufen, wenn du hier nachher an dem Gerät deinen Test durchführst, ist das Band mit dem Crosstepper gekoppelt. Unterschreitest du dein voreingestelltes Leistungsprofil, werden dich die Elektroden zuerst daran erinnern, dann korrigieren und dann- nun ja..."

Unvermittelt spürte ich im Nacken ein leichtes Kribbeln, dieses steigerte sich zu einem unangenehmen Stechen und zum Schluss fühlte es sich an, als würde ich in schneller Folge mit einem dünnen Rohrstock geschlagen. Unwillkürlich entfuhr mir ein Schmerzlaut- was die Oberschwester veranlasste, die Demonstration zu beenden.

"Du Hengst bist sicher clever- und leistungsbereit- genug, den Einsatz des Halsbandes tunlichst zu vermeiden...
Wenn du nachher in deinem Fell steckst, werden die eingebauten Magneten im Halsbereich es in seiner Position halten. Glaube mir, ich habe keinen Spaß daran, es einzusetzen- aber auch keine Hemmungen um aus dir die geforderten Leistungen herauszuholen. Du wirst am Sonntag übrigens hier einen Test unter der Aufsicht der Baroness und mir auf dem Laufband absolvieren...- und wenn Augustine merkt, du gibst nicht wirklich alles, dann hast du ja gespürt, wie sie dich motivieren wird...
Ab auf den Stepper mit dir- du hast dreißig Sekunden die 200 Watt zu erreichen!"

Mit dieser Aufforderung legte ich mich ins Zeug- und merkte erst jetzt, hier war- so wie auch bei dem Test auf 'Berggeschrei'- keine Anzeige die mir ein Erreichen der abgeforderten Leistung anzeigte. Das war wohl eine Gemeinsamkeit aller Gestüte um uns zu aufzuzeigen welchen Status wir selbst gewählt hatten. Ein Paneel war vor mir an dem Gerät montiert- aber das blieb dunkel. Also wieder nur nach Gefühl...- ich hatte ehrlich keine Lust auf die von der 'Frau Oberschwester' an mir demonstrierte 'Motivation'.
Ich hatte gerade angefangen, eine Drehzahl mir abzuverlangen, von der ich glaubte, sie müsste der abverlangten Leistung entsprechen- da fluchte die Oberschwester hinter dem Laptop unvermittelt und brüllte Annika an, warum sie nichts von meiner 'Einschränkung' mein Knie betreffend gesagt hätte. Noch so eine Aktion von ihr- und sie würde bei der Baronin höchstselbst dafür sorgen, daß sie auf das Niveau einer Hilfskrankenschwester zurückgestuft würde. Völlig eingeschüchtert versuchte diese etwas zu entgegnen- was Natascha mit einer Handbewegung abschnitt. Mit ernstem Gesicht stand die Oberschwester auf, kam zu mir herüber und fragte mich, ob ich unter den vorgegebenen Bedingungen jetzt den Test durchziehen wollte.
Als ich, ohne meine Drehzahl auf dem Stepper zu reduzieren nickte, 'zauberte' sie aus ihrem Schwesternkittel ein Schlüsselbund mit einem kleinen schwarzen Stick, hielt diesen an das Paneel- und ein grünes Licht leuchtete auf.

"Halte diese Leistung- damit bist du safe. Wenn das Licht auf Gelb springen sollte, hast du drei Sekunden Zeit deine Leistung zu steigern- danach springt es auf Rot und es setzt die Stromschläge. Nach drei Überschreitungen bist du automatisch im Korrekturbereich und es gibt keine Warnung mehr, das Gerät zeigt dann sofort Rot mit der dazugehörigen Konsequenz- bis du wieder im grünen Bereich bist..."

Ich nickte halb abwesend ihre Aussage ab denn ich schaute stur gerade aus auf einen imaginären Punkt und konzentrierte mich einzig darauf, die Schwungscheibe am kreisen zu halten- ich war fokussiert wie bei der Arbeit als Rückepferd. Nicht direkt mich betreffende Ansprachen blendete ich in so einem Zustand aus- daher registrierte ich die Abwesenheit der Schwester Annika auch erst, nachdem ich von Natascha die Aufforderung erhalten hatte den Test zu beenden...
Na gut, eine weniger, mit der ich mich beschäftigen müsste. Ich war mir meiner erbrachten Leistung bewusst und auch die Oberschwester schien zufrieden mit den Werten. Sie reichte mir sogar ein paar Papierhandtücher aus dem Spender, damit ich mir den Schweiß aus den Augen wischen konnte.

"Gut gemacht Witnere- du hast die komplette Testzeit dich nicht ein einziges Mal auch nur in der Nähe des kritischen Bereiches für eine Motivation befunden. Deine Herzfrequenz lag auch unter dem, was wir hier häufig zu sehen bekommen- das wird vor allem die Baroness erfreuen. Zeige am Sonntag so eine Performance und du kannst sicher sein, sie wird dich mögen. Wirst du dies auch in deinem 'Fell' und mit Maske so hinbekommen?"

Ich überlegte kurz- sollte ich meine Karten offenlegen? Würde dies die künftigen Anforderungen an mich heraufsetzen? Könnte ich generell der Oberschwester trauen? Ich wählte meine Worte mit Bedacht...

"Frau Oberschwester- ja, ich bin mir sicher, solch eine Belastung auch in meinem Outfit über eine halbe Stunde erbringen zu können. Danach dürfte es aber sicher zu einem Leistungsabfall kommen... Einschränkend muss ich dazu sagen, dies war ein Test, wo mein Knie nicht einer Stoßbelastung ausgesetzt war, wie sie in den von 'Rennpferden' bevorzugten Gangarten Trab oder Galopp auftreten. Sie hatten gesagt, der vorgesehene Test würde auf einem Laufband stattfinden..."

Während die Oberschwester die bejahend abnickte fuhr ich fort

"... dann wäre es für meine Knie am besten, wenn die geforderte Gangart nur Schritt wäre. Ich weiß ja nicht, was die Baroness da von mir verlangen wird, aber mit einer defekten Hinterhand kann ich nicht das von der Frau Baronin gewünschte Showprogramm zum Turnier laufen..."

Die Botschaft war gesendet- und ich hoffte, hier die gewünschte Balance in der Nachricht zwischen freiwilliger Leistungsbereitschaft und einer zu respektierenden Einschränkung getroffen zu haben.
Dies war mir wohl geglückt, den ohne weitere Kommentare bekam ich von ihr jetzt die Aufforderung, mich nun auch äußerlich in Witnere zu verwandeln. Ich fragte die Oberschwester, ob ich die Liege als Ablage für meine Accessoires benutzen dürfte, was für sie kein Problem darstellte.
Das schwarze 'Fell' war dank des stärkeren Materials etwas ungewohnter als mein eigener, den ich gewöhnlich nutzte- aber da ich selbst auch einen weiteren Anzug in dieser Stärke mein eigen nannte, war dies kein wirkliches Problem. Einzig das Material war kein Naturlatex sondern die vulkanisierte Variante davon; ein wenig steifer und nicht ganz so dehnbar, aber vermutlich widerstandsfähiger. Mit den Füßlingen hatte ich Glück- die saßen wie angegossen. Bis zu den Hüften im Suit steckend kamen die Wollsocken von mir als Polster über die Füßlinge, dann die grauweißen Stulpen als Behang für die Hinterhand des Kaltblüters und zum Schluss die Arbeitsschuhe mit den angenähten Hufglocken, welche aber unter dem Behang größtenteils verschwanden. Der 'Hengstschlauch' wanderte in das dafür vorgesehene Kondom...

"Vergiss deinen Ring nicht abzunehmen..."

Keine Angst- das würde ich garantiert nicht. Mit Bedacht zog ich ihn vom Finger und griff nach meiner Maske. Ein schmales Band am zugehörigen Halfter war schnell gelöst, durch den Ring gezogen und wieder in der zugehörigen Schnalle befestigt. Natascha beobachtete wortlos mein Vorgehen und meinte mehr zu sich selbst

"...deine Frau ist auch deine Ownerin? Sie kann ein gutes Pferd ihr eigen nennen..."

Ohne darauf einzugehen zog ich mich weiter um- nachdem ich mir das Oberteil übergezogen hatte und auch die Finger in den Handschuhen ihren Platz gefunden hatten, zog ich mir die Haube über meinen Kopf und bat die Oberschwester, den Anzug zu schließen und die Rückenreißverschlüsse zwischen meinen Schulterblättern zu platzieren. Das Halsband war, wie von der Oberschwester vorausgesagt, durch den Anzug in seiner Lage fixiert, die angearbeitete Haube war für mich dank der drei Öffnungen für Augen und Mund gewöhnungsbedürftig- ich bevorzugte die gesichtsoffenen- aber es würde gehen. Der Anzug selbst lag körperbetont, aber nicht zu eng an, was mir recht war- lieber ein wenig zu weit als zu eng und dann Druck- und Scheuerstellen... Meine rote 'Satteldecke'- ein in der Schnürung voreingestelltes Korsett mit daran befestigtem Schweif folgte als nächstes. Ein wenig den Bauch eingezogen, die Ösen eingehakt und es umschlang meinen Körper...
Langsam spürte ich, wie ich mit dem Anlegen jedes einzelnen Teils meines 'Fells' immer mehr von meinem menschlichen Ich in das von Witnere wechselte. Ich gebe zu, Witnere steckt zwar zu jeder Zeit in mir, aber er fühlt sich besser, wenn er auch nach außen hin wie ein Pferd aussieht.
Mit meinen gummierten Fingern griff ich vorsichtig nach meiner Maske- Natascha schaute interessiert und meinte dann, dies wäre aber keine Standartausführung von AGM. Ihr Blick trog sie nicht- ich war, dank der Freundschaft zu Raimund, dem Eigentümer von 'Berggeschrei', in den Besitz einer der von dem dortigen Gestüt verwendeten Masken gekommen, die ein wenig modifiziert waren. Die Möglichkeit des zu integrierenden Filters machte sie schon zu etwas besonderem, dazu die Trense mit integriertem Trinkschlauch- ich mochte sie wegen der damit verbundenen Möglichkeit der längeren Tragzeit.
Ich bat die Oberschwester, mir ein wenig beim überziehen zu helfen- dann spürte ich die Trense zwischen meinen Zähnen und das herunterziehen des Reißverschlusses. Die ersten Atemzüge waren ein wenig ungewohnt dank des Atemwiderstandes, aber nach einer Minute hatte sich dies gegeben und mein Körper wusste, jetzt hatte Witnere wieder die Oberhand. Ich spürte, wie Natascha ein wenig an den Schlitten der Zipper herumzog- dann ihre gedämpfte Stimme die mir befahl, ich solle mich zur Wand drehen. Sie schien wohl etwas aus einer Schublade zu holen- dann erneut ihre Finger in meinem Nacken. Nachdem ich wieder umdrehen durfte, erklärte sie mir, sie hätte die Schlitten mit einem kleinen Kabelbinder verbunden- selbst wenn ich noch meine Finger frei hätte, ohne Hilfsmittel würde ich mein Fell jetzt nicht mehr verlassen können. Ein knappes Nicken mit meinem Kopf zeigte ihr- ich hatte verstanden. Ohne weitere Aufforderung hielt ich ihr zum Abschluss der Einkleidung meine ausgestreckten Hände hin, aber sie begutachtete erst meine Hufhandschuhe, ehe sie mir diese überzog. Noch die unter dem Behang versteckten Bänder festgezogen- damit war es mir unmöglich, die Vorderhufe abzustreifen und ich war in meinem Outfit eingeschlossen.
Kritisch betrachtend umrundete mich Frau Oberschwester einmal- dann nickte sie mir zu...

"Man kann ja zu euch Latexpferdchen geteilter Meinung sein- aber du hast dir um dein Aussehen Gedanken gemacht. Wir haben ja derzeit noch so einen Verrückten hier auf dem Hof zu Gast..."

Ohne weiter darauf näher einzugehen hielt sie mir mein Zuggeschirr hin- na klar, ich könnte es hier nicht liegen lassen, daher ließ ich es mir auch noch anlegen. So fertig ausgerüstet griff sie mit einer Hand nach meinem Halfter und zog mich neben sich her aus dem Untersuchungsraum.


04 Nachtruhe


Den Hauptgang entlang führte sie mich bis zu einer Tür, die in Brusthöhe mit einem grünen Längsstreifen gekennzeichnet war, öffnete diese und dann standen wir auch schon in dem Raum, der heute Nacht meine Stallbox sein würde.
Vielleicht 6m x 5m in den Ausmaßen war eine Seite mit zwei übereinander liegenden Reihen von je drei Boxen belegt- zwischen diesen je ein schmaler Gang, damit die seitlichen Abdeckungen erreichbar blieben. Das System war augenscheinlich identisch mit jenem, was ich von 'Berggeschrei' her kannte- aber der Kreis der Anbieter für solch 'spezielle' Unterbringungen war auch sehr überschaubar. Die Boxen schienen mir auch etwas schmaler, aber dies könnte auch täuschen...
Dazu kam noch der obligate Bürotisch und auch wieder ein Laptop- dazu aber noch eine Art Lesegerät, aber da war ich mir nicht sicher.

"Oben oder untere Reihe- was ist dir lieber?"

Natürlich war die Frage der Oberschwester rein rhetorisch- und so schnaubte ich einfach nur. Jetzt war ich Witnere und der konnte nicht sprechen...

"Fein gemacht- du scheinst mir ein umgänglicher Hengst zu sein. Willig UND intelligent, das werden deine Trainer mögen...-Steh!"

Was blieb mir auch anderes hier übrig? Daher schaute ich einfach nur zu, wie die Frau Oberschwester sich hinter den Schreibtisch setzte, aus einem der Schubfächer ein grünes Armband entnahm und damit an dem 'Lesegerät' hantierte, nachdem der Laptop von ihr aktiviert worden war. Wenige Minuten später war sie mit ihrer Arbeit fertig- ich wurde von ihr aufgefordert, meine linke Vorderhand auszustrecken und bekam das Armband übergestreift. Das dünne Latex war sehr dehnbar und ich spürte es kaum, nachdem es am Oberarm durch Natascha in die richtige Position gebracht worden war.

"Jetzt bist du vollständig bereit für deinen Aufenthalt hier auf Rosengarten. In deinem Armband, was ja schon dank der Farbe signalisiert in welcher Kategorie du hier unser Gast bist, ist ein Chip eingegossen, auf dem alle relevanten Daten über dich eingelesen sind. So kann jeder Trainer ohne Probleme abrufen, was mit dir machbar ist: deine Tabus, mögliche Strafen, dein Futterplan- und natürlich auch deine gezeigten Leistungen nach den einzelnen Einheiten eintragen..."

Nach dieser Erklärung ging die Oberschwester zu der rechten oberen Box, öffnete deren Metalltür und zog die darin befindliche Liege bis zum Anschlag heraus.
Auf dieser lag eine dicke, mit gummiertem Stoff überzogene Matratze und ich erkannte zusätzlich noch jede Menge an Klettbändern zur Fixierung eines Nutzers.
Die 'Frau Oberschwester' löste jedes der Klettbänder, klopfte dann als Zeichen ich solle jetzt mich zu ihr begeben, auf die Auflage und half mir, mich richtig hinzulegen. Sie brachte meinen Schweif in Ordnung, korrigierte meine Lage und dann begann sie jedes der Bänder zu schließen- oberhalb der Fußgelenke, beidseitig des Kniegelenks, Leiste,... Nachdem sie damit fertig war, lag ich zwar weich aber bewegungslos von Hals bis Fuß fixiert. Mein Blick war dank der Maske bereits auf den Bereich über mir beschränkt, aber Natascha sorgte mit zwei Headblocks auch da für fast völlige Bewegungslosigkeit. Wenn jetzt die nächsten Stunden mich irgendein Juckreiz in den Wahnsinn treiben sollte- ich würde absolut nichts dagegen unternehmen können. Einzig Blinzeln mit den Augen war mir übrig geblieben- und mit meiner Zunge an der Trense zu lecken...
Totale Bewegungslosigkeit- der Grat vom feuchten Traum zum absoluten Alptraum war für mich ab sofort sehr schmal. Dumpf hörte ich, wie die Oberschwester außerhalb meines Blickfeldes noch herumwerkelte. Dann spürte ich ihre Hand an meinem Schaft- der steil abstand, da mich die Situation doch massiv kickte. Diese Berührung dauerte jedoch nur wenige Wimpernschläge, dann traf mich der mit mäßiger Kraft ausgeführte Schlag auf meinen Hodensack- der Schmerz und noch mehr die Überraschung sorgten für ein Aufbäumen was aber durch die Bänder wirkungsvoll im Keim erstickt wurde.
Mit dem erzielten Ergebnis zufrieden tastete sie nach meinen Brustwarzen- und nachdem Natascha diese gefunden hatte, drückte sie auf diese mit immer stärkerer Kraft.

"Mein lieber Hengst- du wirst doch wohl die Zeit hier ohne Deckakt überstehen, nicht wahr? Deine Besitzerin würde das, wie du ja angedeutet hast, ganz sicher nicht gutheißen..."

Dank ihrer beiden Finger und dem dadurch hervorgerufenen Schmerz zwang sie mich mit aller Kraft in die Trense zu beißen. Ich hatte ja keine Möglichkeit, ihre Aussage abzunicken. Einzig Schnauben und Wiehern war mir geblieben- und mit Tränen in den Augen griff ich zu der mir einzigen verbliebenen Option.

"Gut so- unterwirf dich! Das ist der einzige Weg für euch Pferde hier und je schneller du dies verinnerlichst- auch als 'grünes Tier'- desto weniger Angriffsfläche wirst du bieten! Hast du dies verstanden?"

Sie erhöhte noch einmal ihren Druck auf meine Brustwarzen, daher wieherte ich mit aller Kraft um ihr mein Einverständnis zu zeigen und daraufhin ließ sie von mir ab. Ihr Gesicht schob sich wieder in mein Blickfeld...

"Ich mache das nicht, weil ich Freude dabei empfinde dich hübschen Hengst zu peinigen...- im Gegenteil! Ich will dir nur aufzeigen, hier gibt es auch Leute die dich gern etwas härter anfassen würden- eben weil du als 'Grubenpony' gezeigt hast, wozu du in der Lage bist...
Du kannst ehrlich froh sein, daß die Baroness gerade anderweitig beschäftigt ist und du 'nur' das verkürzte Programm der Eingangsuntersuchung bekommen hast. Eigentlich hätten da noch mal zwei Einläufe dazu gehört und die Fixierung in dem 'Lieblingsspielzeug' von meiner Chefin. Sollte sie dies vor dem Test mit dir am Sonntag anbieten- sage Nein! Du bist in der Position, so eine Offerte ohne weitergehende Konsequenzen ablehnen zu dürfen- wärst du in Kategorie 'Gelb' würde dies anders aussehen..."

Durch meine Augengläser sah ich, wie die Decke anfing sich zu bewegen- die Oberschwester schob mich in meine 'Box' und ich musste über den Inhalt ihrer Worte nachdenken. Was bewog sie, zumindest einige der kursierenden Gerüchte indirekt zu bestätigen?
Meine 'Liege' hatte in der 'Leichenbox'- wie ich meinen Schlafbereich für heute Nacht bereits getauft hatte- den Endanschlag erreicht und verriegelt. Ich würde in absoluter Dunkelheit liegen- was für mich aber nichts Neues war. Bevor aber von Natascha die 'Boxentür' geschlossen wurde, bekam ich noch ein paar Worte von ihr zu hören, die ihr Handeln teilweise erklärte.

"... Witnere- das mag für dich jetzt vielleicht komisch klingen... ich mag, im Gegensatz zur Baronin hier, euch Latexpferdchen. Sie ist jemand, die mehr mit den 'Nacktponys' anfangen kann- ist wohl eine Frage ihres persönlichen Geschmacks...
Ihre Tochter Augustine und auch meine Untergebene sind Latexfetischisten in Reinkultur- bei der Baroness kommt aber noch ein ausgesprochenes Faible für Atemreduktionsspiele und eine gehörige Portion Sadismus hinzu... was dich zu einem idealen Kandidaten für sie macht! Sie würde sicher gern mehr mit dir anstellen- aber ich schätze dich so ein, du bist weniger Masochist als Fetischist... und du verlierst nicht den eigentlichen Grund deines Aufenthalts hier aus dem Sinn. Du hast Pflichtbewusstsein und das gefällt mir.
Zudem hast du nicht den Test auf dem Stepper abgebrochen, obwohl du die Chance dazu hattest. Du scheinst ein Kämpfer zu sein- und solche Pferde imponieren mir..."

Mit diesen abschließenden Worten sah ich ihr Gesicht und eine Hand in meinem Blickfeld- dann spürte ich beim nächsten Atemzug, wie nichts mehr ging. Ihre Stimme zählte langsam von zehn bis Null, während ich krampfhaft versuchte nicht panisch zu werden. Sie beobachtete mich sehr genau, wie ich mit meinen Augen förmlich begann stumm um Luft zu betteln- und meinen Willen in diesen, dies nicht als Mensch zu tun.

"Du bist tatsächlich ein Kämpfer- deine Augen lügen nicht..."

Mit diesen Worten gab sie meine 'Nüstern' frei, schloss die Boxentür und löschte das Licht im Raum. Ich war allein in völliger Dunkelheit mit meinen Gedanken gefangen...
Zuerst hieß dies Ordnung in das Chaos der Informationen zu bringen- der Input war ja wirklich reichhaltig gewesen. Natascha und Markus schätzte ich als so glaubwürdig ein, da alles, was sie vor mir zum Besten gegeben hatten, irgendwie in die über Rosengarten aufgeschnappten Gerüchte passte. Ich verstand nur ihre Motive nicht- ihre Loyalität zu dem Gestüt war nach diesen Äußerungen mehr als zweifelhaft. Mit bösen Absichten hätte man es auf den ersten Blick sogar als geschäftsschädigend bezeichnen können. Aber je mehr ich darüber nachdachte- die beiden könnten auch sehr loyal um den Ruf des Gestütes besorgt sein und mit der Weitergabe von solchen Infos an Kunden dafür sorgen, daß die wirklichen Sadisten hier ein wenig ausgebremst würden....
Nach den gemachten Andeutungen fielen die beiden Töchter definitiv in diese Kategorie- was auch mit den Gerüchten übereinstimmen würde... Bei der Schwester Annika glaubte ich auch einen gewissen Grundsadismus bemerkt zu haben- aber war der nur gespielt, um bei der Baroness Augustine einen guten Stand zu haben? Sexsüchtig war sie auf alle Fälle- und bei einer Zurückweisung dürfte sie ihrer latenten Grausamkeit sicher freien Lauf lassen...
Bei dem Stallknecht war ich mir nicht sicher- wie und was war dieser Jens? Offenbar der Stallknecht und damit dem Pferdetrainer unterstellt- aber mit Ambitionen zu höherem. Wie sich dies auf den Umgang mit Kunden- nein Pferden- wie mir auswirken würde...- ich würde es merken. Sicher wäre es besser, erst mal zu allem, was mit meinem Training zusammenhing, ja und Amen zu signalisieren.
Ich war wirklich neugierig, was meine Besitzerin für mich hier vereinbart hatte und wie dies umgesetzt würde. Ich wünschte, sie wäre mit mir zusammen hier auf dem Hofgut- aber ich würde es auch so durchziehen und sie mit meiner gezeigten Leistung stolz machen!
Mit diesem Gedanken fiel ich nach einiger Zeit in einen unruhigen Schlaf...
33. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Schlachtross & Witnere

geschrieben von Blackrubberhorse am 19.03.21 17:11

Samstag:



Witnere in Rosengarten



05 Tier-Mensch...


Keine Ahnung, wie oft ich in den vergangenen Stunden dank der Fixierung aus dem Schlaf geschreckt bin- ich erinnere mich nur an vier Mal. Bewegungslosigkeit mag ein geiles Kopfkino sein, aber nach mehreren Stunden wird es selbst mit der bequemsten Unterlage zur Qual. Mein Zeitgefühl war völlig im Eimer- andererseits interessierte es ein Pferd nicht, wie spät es war.
In meiner 'Box' war es pechschwarz und das einzige vernehmbare Geräusch waren meine Atemzüge. Ich fühlte mich aber trotz allem irgendwie aufgeputscht- die an mir vorgenommenen Restriktionen sorgten für eine wellenförmige Geilheit. Das ich zudem auch noch wie in einem Bratenschlauch in meinem eigenen Schweiß ausharrte, steigerte dieses Gefühl noch einmal.
Mein Hengstschlauch stand wieder steif aufrecht, ich kaute ein wenig auf meiner Trense und versuchte erneut wegzudösen- da signalisierten mir meine Sinne ich wäre nicht mehr allein! Um dies zu überprüfen wieherte ich auf Verdacht und hoffte auf eine Reaktion...
Nichts! Nach einiger Zeit glaubte ich schon, meine angespannten Nerven hätten mir einen Streich gespielt, doch...

"Guten Morgen du Hengst...- immer noch oder schon wieder geil?"

Ich war froh die Stimme der Oberschwester zu vernehmen- wer weiß, was diese Annika in so einem Moment mit mir angestellt hätte.

"Schließ deine Augen- ich schalte die Beleuchtung ein..."

Dank meiner Erfahrungen aus dem Bergwerk wusste ich, was sie damit meinte. Trotz der geschlossenen Augenlieder und der Tatsache, daß ich in meiner Box nicht direkt in eine startende Leuchtstoffröhre schauen musste- ich merkte die aufflammende Helligkeit.

"Lass sie geschlossen bis ich dich losgemacht habe..."

Ihre Stimme hatte etwas beruhigendes- auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie sie es geschafft hatte, so leise sich mir im Dunkeln anzunähern. Das war mir irgendwie unheimlich...
Ein Ruck zeigte mir an, meine Liege bewegte sich aus der 'Box'; dann das unverkennbare Geräusch von sich öffnenden Klettverschlüssen. Eine Hand griff nach meinem linken Unterarm und zog leicht daran, begleitet von der Aufforderung, ich könne mich jetzt aufrichten und dann auch die Augen öffnen. Beides tat ich wie geheißen- froh darüber, aus diesem Gefängnis befreit zu sein. Erst jetzt kam mir der Gedanke, so hilflos mit Stromstößen meines Halsbandes gequält zu werden- diese Vorstellung war alles andere als erregend und ich war für den Moment dankbar, dies nur als böse Vorstellung in meinem Kopf zu haben. Erleichtert schnaubte ich, was mir von Natascha die Frage einbrachte, ob alles mit mir in Ordnung wäre.
Ja, das war es...- nur spürte ich meine Blase und wünschte mir, mich erleichtern zu können. Mit meinem linken Vorderhufe tippte ich kurz gegen mein Glied und stellte mich dann so hin, als würde ich urinieren. Die Oberschwester nahm dies wahr- machte aber keine Anstalten darauf einzugehen...

"Reiß dich ein bisschen zusammen- zuerst wirst du gefüttert und getränkt... Wir sind hier schließlich nicht bei 'Wünsch dir was' und herauslaufen könnte es eh nicht. Also kneif mal ein wenig die Schenkel zusammen und hab dich unter Kontrolle!"

Mit einem Schnauben signalisierte ich ihr mein Wohlverhalten- ich wollte keinerlei Verschärfung der Bedingungen für mich noch vor dem ersten Training riskieren... Natascha packte mich am Halfter und führte den ihr anvertrauten Hengst zurück in den Untersuchungsraum Eins, wo Schwester Annika mit dem Frühstück bereits auf mich wartete. Auf der Untersuchungsliege war schon das Tablett bereitgestellt, auf dem mehrere abgedeckte Schüsseln standen- und eine Spritze mit größerem Fassungsvermögen um mich über den Maskenanschluss zu füttern.
Was aber mich ängstigte- da lagen auch zwei Paar Fesseln bereit, drapiert von einer Spreizstange. Annika begann auch sofort nach Aufforderung durch die 'Frau Oberschwester' mir diese anzulegen- breitbeinig und mit auf meinem Rücken fixierter Vorderhand stand ich kurze Zeit später in der Raummitte...
Auf ein Zeichen der Oberschwester hin packte Annika meine Vorderhand und zwang mich mit deren Hochziehen in eine nach vornüber gebeugte Position- meine Schultergelenke fingen sofort an zu schmerzen und dank des Korsetts fiel mir auch das Atmen schwerer.

"Nicht ganz so hoch mit der Vorderhand- das ist keine Strafmaßnahme... Witnere, deine Ownerin hat uns mitgeteilt, du würdest diese Haltung mögen- das ist doch richtig?"

Während meine Schultern ein wenig entlastet wurden, nickte ich langsam mit meinem Kopf- ja, ich mochte diese Haltung, nur war sie aus meiner Sicht jetzt etwas unpassend... Aber was hatte die Oberschwester mir gestern Abend mit auf den Weg gegeben- 'unterwirf dich und pass dich an, du bist jetzt nur ein Pferd...'
Ich versuchte mich daher zu entspannen und hoffte insgeheim, jetzt nicht auch noch mit Atemkontrollspielen belästigt zu werden. Natascha hatte inzwischen die erste Futterspritze aufgezogen und angeschlossen- ich spürte, wie ein Brei aus der Öffnung in meiner Trense in meinen Mund tröpfelte und ich begann zu saugen. Schien süßer Griesbrei zu sein- war also passend.
Während ich so zwei weitere Portionen verabreicht bekam, instruierte Natascha ihre Untergebene für den anstehenden Tagesablauf.

"...heute Vormittag nimmst du dir die drei 'Gelben' und lässt diese die Eins, Drei und Vier säubern- das muss bis 10:00 Uhr erledigt sein. Augustine möchte, daß unsere Gäste dies nackt in Ketten mit Atemreduktion ausführen. Danach ist der Trainingsraum Zwei vorzubereiten- da werden heute nach der Mittagspause unsere vier 'Roten' durch die Baroness trainiert und du sollst ihr da zur Hand gehen... Sie möchte dich da in deinem Suit mit Maske und deiner Schwesterntracht dabei haben. Das Ganze soll bis ca. 20:00 andauern..."

Ich bekam mittlerweile durch Natascha noch zwei Spritzen voll mit Milchkaffee verabreicht und danach noch zwei weitere mit Wasser zum Reinigen des Futterschlauches. Danach wurde- nach einem Handzeichen von Natascha-meine Vorderhand freigegeben und ich durfte mich wieder aufrichten- während die Frau Oberschwester Annika aufforderte, die 'gelben' Patienten zu versorgen und für die Visite vorzubereiten.
Mit diesen Instruktionen zog Schwester Annika ab und meine Fesselungen wurden von der Frau Oberschwester entfernt. Auch begann sie mir meine Maske abzunehmen mit dem durchtrennen des Kabelbinders an den Zippern...

"Denke daran- Pferde sprechen nicht... Solltest du das nicht beherzigen, bleibst du in deinem Fell bis heute Abend und das Abäppeln jetzt ist dann für dich auch gestorben- klar?"

Ich war glücklich, die Trense aus dem Maul zu haben, nachdem die Maske nicht mehr vor meinem Gesicht war- machte einige Kaubewegungen, um meine eingeschlafene Kiefermuskulatur wieder zu entspannen und schnaubte als einzige Antwort auf die Erinnerung an mein erwartetes Verhalten hier auf Rosengarten. Dies brachte mir einige Streicheleinheiten ein- und Natascha fuhr fort, mich temporär aus meinem 'Latexfell' zu holen. Hufhandschuhe ab, das Zuggeschirr entfernt und dann den Zipper geöffnet... Meine Blase machte sich schon wieder unangenehm bemerkbar.
Ohne die Hilfe der 'Frau Oberschwester' befreite ich meine Arme und den Oberkörper aus dem Suit, dann sollte ich ihr folgen und im Eingangsbereich schloss sie eine Tür auf hinter der sich der Ort für meine Erlösung befand. Ich hätte fünfzehn Minuten Zeit- in einer halben Stunde würde mich Markus zu meinem ersten Training abholen und er wartete nicht gern...
Die Ansage war klar- ich hatte definitiv keine Lust eine der Personen ohne Grund zu verärgern, die potentiell auf Seiten der Pferde hier auf Rosengarten stand. Daher forcierte ich das Abäppeln und genoss die letzte Möglichkeit für zweieinhalb Tage, als Mensch eine Toilette benutzen zu können. Mit erneutem Einkleiden stand ich fünf Minuten vor der geforderten Zeit bereit und harrte der Dinge die auf mich zukommen würden. Natascha war sogar noch so freundlich gewesen, mir mit einem Hinweis auf die zu erwartende Temperatur draußen noch ein extra Glas Wasser inclusive einer Vitamintablette zu gönnen.

Der Pferdetrainer erschien pünktlich und war sichtlich erfreut, ein Pferd zu sehen, was offensichtlich sich auf die anstehende Einheit freute. Ob es mit mir irgendwelche Probleme gegeben hätte wollte er wissen, während er mich in meinem Outfit inspizierte. Natascha verneinte dies und lobte sogar meine angeblich gezeigte Einsatzbereitschaft bei dem Test auf dem Crosstepper. Sie wäre der Meinung, Markus würde sicher mit mir gut arbeiten können- für einen Einsteller wäre ich wirklich fit...

"...ach so- für morgen wenn ihr unterwegs seid... hab ein Auge auf Annika, ich würde von dir gern eine Einschätzung haben, wie sie ihre Aufgabe erledigt hat..."

Da war was gewesen- hatte der Pferdetrainer nicht gesagt, er wäre am Sonntag nicht auf dem Gestüt? Dazu noch die Info, mein Test hier an diesem Tag würde von der Baroness Augustine und Natascha durchgeführt... Da schien eine größere Sache außerhalb zu laufen- die Frage war nur, wäre dies gut oder schlecht für mich?
Ein leichter Druck unter dem Maul meiner Maske holte mich in die Wirklichkeit zurück. Markus war dabei, mir eine Führleine einzuhängen- nachdem er damit fertig war, wünschte er der Oberschwester einen ruhigen Tag und ein schonend ausgeführter Ruck war für mich das Signal ihm zu folgen. Mit einem Nicken meines Kopfes und einem kräftigen Wiehern verabschiedete ich mich für heute von Natascha und folgte Markus aus der 'Tierklinik'...



Abenteuer in Rosengarten... Tag 14, Samstag- Woche zwei (Part 1)



Klinikkoppel- morgens...


DRACHENLORD


Schlachtross:

Ich stand auf der Weide bei der Tierklinik. Markus hatte Miu, mich und die anderen für das Ziehen der Kutsche bestimmten Hengste nach einem sehr frühen finalen Morgentraining ohne nachfolgende Fütterung auf diese Koppel geführt, einfach stehen gelassen und war in der 'Klinik' verschwunden. Anscheinend war es ihm heute Morgen egal, dass wir seit zwei Tagen vollständig in Latex aufgeraffelt waren und mir der Schweiß im 'Fell' bis an die Knie hoch stand. Ich versuchte mir einzureden, der Pferdetrainer hätte irgendwelche Vorgaben für diese, unsere Behandlung bekommen und würde so etwas nicht aus eigenem Antrieb machen. Für diese schwache? Hoffnung stand sein bisheriges Verhalten...- hatte er nicht Miu und mir gestern Abend eine sicher nicht in dem Umfang angedachte Fütterung gewährt? Der Geschmack der Orangenschorle war ja auch noch irgendwie in meinem Mund präsent...

'Allerdings hat er ja auch seine... wenn auch recht gut kontrollierte... brutale Ader...'

Während ich versuchte meine schmerzenden Waden ein wenig zu entlasten und einen Huf aufstellte blickte ich durch die kleinen Gläser meines Kopfes den Weg zur 'Klinik' entlang. Mein Freund schlief, es war nichts zu sehen und mir wurde langweilig. Ich kaute ein wenig auf meiner Trense herum und meine Stimmung sank. Es war nicht so, dass ich gleich wieder trainieren wollte, da Markus uns alle noch einmal gut gescheut hatte, aber mir fehlte die Nähe von anderen Pferden oder Menschen.
Da erkannte ich eine Bewegung im Augenwinkel. Ich ruckte herum und schaute auf das Pferd, dass von dem Pferdetrainer aus der Klinik geführt wurde.

'Ah- er wird sich wohl um diesen Einsteller kümmern müssen...'

Es war ein Hengst, der wie ich ein schwarzes Latexfell trug und dazu ein rotes Korsett mit dem daran befestigten hellen Schweif sowie ein darüber liegendes Zuggeschirr an hatte. Sein Schädel war mit einem Latex-Pferdekopf mit weißer Mähne bedeckt, der eindeutig von AGM stammte. Als die beiden auf meiner Höhe waren hörte ich, die charakteristischen Atemgeräusche des Hengstes. Anscheinend hatte er tatsächlich einen integrierten Filter in dem Pferdekopf- was bei den Fabrikaten dieses Herstellers ja eine wählbare Option darstellte.

'Spinner!'

Mich schüttelte es bei dem Gedanken so arbeiten zu müssen...- aber jeder wie er es will.
Da fiel mir ein, dass Anja mich eine Zeitlang mit einer sogenannten Höhentrainingsmaske traktiert hatte. Diese Maske behinderte meine Atmung und sollte durch die Bildung neuer roter Blutzellen meine Leistung erhöhen. Ich hatte das Teil gehasst, da ich immer das Gefühl hatte zu wenig Luft zu bekommen und zum Glück hatte Anja irgendwann das Training damit beendet.
Ich schaute mir diesen Hengst genauer an und erkannte, dass er zwar etwas älter war, aber offensichtlich gut in Form.

'Mit dem dürfte es Spaß machen im Gespann zu arbeiten...'

Dies war mein erster Gedanke...- doch dann sah ich das grüne Latexband an seiner Vorderhand.
In diesem Moment sank der Hengst, gegen meinen Willen, in meiner Achtung. Das war also auch wieder nur einer dieser 'Einsteller'. 'WünschDirWas-Pferd!'- schoss es mir in den Kopf. Obwohl ich noch nicht lange auf Rosengarten war, hatte ich begriffen, dass diese Art Pferde etwas ganz anderes waren als wir Gestütpferde.
Einsteller wurden ja generell anders behandelt... Nur nicht zu fest anpacken... vor allem die 'Grünen' nicht- die waren ja wie aus Porzellan- und ja nichts machen was schlechte Presse bedeuten könnte. Dagegen wurden wir behandelt wie Inventar. Wir waren dazu da den Laden am Laufen zu halten und wenn wir mal nicht mehr konnten oder wollten gab es Schläge. Ob wir darauf standen Schmerzen zugefügt zu bekommen interessierte hier niemanden. Die Schläge waren Mittel zum Zweck und wurden von 'manchen' mit Freuden verabreicht...
Ich drückte meinen Rücken durch und hob den Kopf. Egal was sie uns antaten, wir hielten es aus und lieferten eine gute Leistung ab. Auch damit diese Hobbypferde einen schönen Urlaub haben konnten. Hätte es meine Trense zugelassen, hätte ich diesem Einsteller vor die Füße gespuckt. Es war nichts persönliches, aber dieser Hengst stand für alles was ich auf Rosengarten verachtete. Dieses doppelte Spiel, dieses Messen mit zweierlei Standards, einfach diese verfluchte abgrundtiefe Verlogenheit!

'Wärst du wenigstens ein 'Gelber'...'

Der Hengst bemerkte mich nicht einmal beim Vorbeilaufen- gut, Markus hielt ihn kurz an der Führleine und gab ihm offenbar ein paar Instruktionen für das anstehende Training...

'Zeig erst mal im Gespann was du kannst und dann erkenne ich dich... vielleicht... als gleichwertig an. Aber nur wenn du was drauf hast und deine Leistung bringst.'

Selbst auf Waldsee hatte ich zu oft Kunden im Doppelsulki gehabt die ich mehr gezogen hatte als dass sie selber liefen. Dort war es mir egal. Ich nahm es als sportliche Herausforderung. Aber hier kostete es jedem von uns unnötig Kraft diese Pferdespieler zu bespaßen und ich spürte langsam, auch wenn Markus oder die Rittmeisterin mich zum Glück bisher nicht für das Training mit diesen 'Hobbypferden' eingesetzt hatten, dass Kraft etwas war mit dem ich hier haushalten musste.

'Trotzdem...- ich war Schlachtross das Rennpferd!'

Ich hatte nicht so viele Rennen gewonnen weil ich wehleidig war oder mich ausgeruht hatte. Ich hatte gelernt zu laufen egal wie sehr mein Körper nach Wasser schrie oder wie sehr meine Muskeln brannten. Das einzige was zählte war der Wille meiner Jockey und wenn sie bestimmt, dass ich noch Laufen kann tat ich es, da ich ihr vertraute.

'Und nur wenn du bereit bist, dich für deinen Jockey oder Owner so aufzugeben... dann und nur dann... erkenne ich dich als Pferd an...' -dachte ich mir und gab dem anderen Hengst einen verachtenden Blick mit auf seinen Weg...

DRACHENLORD ENDE


Mit einem Pfiff und ihrer unverkennbaren Stimme riss mich das 'Urviech' aus meinem Dämmerzustand- ich hatte mich nach der recht einseitigen Begegnung mit Markus und dem Einsteller noch einmal hingesetzt und mit dem Rücken an einen Pfosten gelehnt gedöst, doch jetzt schien endlich die vom Pferdetrainer angekündigte 'Visite' stattzufinden.

'Endlich aus dem Latex raus...'

Die zwei Tage darin eingeschlossen stellten die Grenze des derzeit mir zumutbaren dar. Ich wusste, Brutus, Lion und Miu wären noch glücklicher über diesen Fakt, aber selbst mir wäre jede zusätzliche Stunde jetzt zu viel.

"Muss ich euch Gäulen Beine machen? Seid froh, daß ihr mit mir vorlieb nehmen dürft...- oder wollt ihr hier warten, bis Baroness Augustine sich um euch kümmern möchte?"

Das wollte natürlich keiner von uns und so standen wir binnen Sekunden bei ihr, um in die 'Klinik' geführt zu werden.

"Muss man euch Gäulen immer erst drohen...- je besser ihr jetzt gehorcht, desto eher seid ihr mit dem Check für morgen fertig, bekommt euer Futter und dürft auf die Koppel..."

Futter... Koppel...- das klang nach Ruhe und Erholung! Hatte unser Trainer nicht so etwas für heute erwähnt? Wir drängten uns nach diesen Worten vor der Oberschwester richtiggehend um in die Klinik zu kommen...

"Geht doch...- ihr müsst nicht drängeln! Ab mit euch in den Waschraum..."

Mit einer Sprunggerte in der Hand dirigierte Sie uns in den fensterlosen, gefliesten Raum- was mich einigermaßen beruhigte war die Tatsache, weder Augustine noch Annika waren irgendwo zu sehen. Es schien so zu sein, wie die Oberschwester angekündigt hatte- sie allein würde sich um uns kümmern...

'Schwacher Trost...- deren Laune kann umschlagen und dann macht sie uns fertig...'

Dieser Gedanke war bei näherer Überlegung zwar unlogisch- die Baronin wollte ja für morgen ein frisches einsatzfähiges Gespann...- doch logisches Handeln war ganz sicher bei der Hälfte der hier uns 'betreuenden' Menschen eher selten gegeben.
Die Oberschwester hatte mittlerweile eine abwaschbare Schürze, ärmellange Gummihandschuhe und einen Mundschutz angelegt und begann mit Brutus uns die Masken abzunehmen. Auch wenn wir dank Markus selbst derart ausstaffiert unsere gewohnten Zeiten zum Abkoten eingehalten hatten, sie ging auf Nummer sicher. Nach dem Leithengst kam ich dran, dann Miu und zum Schluss befreite sie Lion aus seinem ungeliebten Fell. In unser aller Gesichtern war die Freude darüber überdeutlich abzulesen...

"Rüber an die Wand! Eure Vorderhufe brusthoch nach vorn und dann abgestützt! Und keinen Ton- das kommt aber nicht von mir, das hat eure Rittmeisterin befohlen! So bleibt ihr und wehe wenn einer meint, er dürfe an sich herum spielen...
Die 'Sissys' werden sich über den Haufen Latex sicher freuen- die werden zu tun haben, das alles bis Morgen sauber zu bekommen..."

Ich verstand zwar nicht, was sie mit dem letzten Satz meinte, doch Natascha's auf uns bezogene Ansage war unmissverständlich- und mit einem Hieb ihrer Gerte auf die Kruppe von Lion unterstrich sie diese überdeutlich! Mir kam es so vor, als hätte unser Trainer ihr gesteckt, wer in den letzten Tagen Leistung gezeigt hat und auf wen die Rittmeisterin und er nicht so gut zu sprechen waren. Jeder von uns starrte daher die Wand vor sich an und harrte der kommenden Ereignisse...
Gerade als bei mir das Gefühl aufkam, sie hätte uns allein gelassen, hörten wir erneut Schritte und die Stimme von 'Schwester Annika'- sie meldete zu meiner Erleichterung ihrer Vorgesetzten aber nur, sie hätte, wie ihr befohlen, Steel und Kara dabei... Von der Oberschwester wieder weggeschickt, damit sie ihren 'befohlenen Aufgaben' nachkommen könne, erlaubte ich mir ein leises Schnauben, womit ich meiner Erleichterung darüber Ausdruck verlieh...

"Halt dein Maul Schlachtross!"

Klar doch...- damit bot ich ihr einen Anlass, doch es blieb bei dem Anranzer und der befürchtete Hieb blieb mir erspart. Endlich waren die beiden 'Stuten' auch aus ihren Anzügen befreit und wir kamen nacheinander wie schon gestern in den Genuss, mit lauwarmen Wasser von unserem Schweiß und allen anderen Rückständen auf unserer Haut befreit zu werden. Ich konnte, bis ich von ihr angesprochen wurde, nichts wirklich sehen, doch ihre Anweisungen waren klar- sie duschte jedes Pferd einzeln ab, dann durfte sich das Pferd abseifen und danach wurde es erneut abgespült. Trödeln war in dieser Abfertigung nicht vorgesehen- da sie mit den Stuten angefangen hatte, kassierte Kara von ihr einen Hieb, der uns dank des Begleitkommentars klar machte, dies sei keine Badeanstalt und sie könne gern die Temperatur des Wassers auf 'Kalt' herunter regulieren, wenn wir nicht nach ihren Vorgaben mitmachen würden...
Kara kreischte kurz nach dieser Ansage auf und mehrere Spritzer Wasser, die mich trafen, zeigten mir, die Oberschwester hatte ihren Worten Taten folgen lassen und die Temperatur nach unten reguliert. Zum Glück für uns korrigierte sie dies bei Steel, die neben mir stand, wieder auf das Ausgangsniveau- aber keiner von uns hatte danach Lust, sich erneut ihren Unmut zuzuziehen...
Für mich war das gesäuert werden eine Wohltat- trotz der Kürze der Zeit und der Begleitumstände. Viel lieber hätte ich es mir jetzt in einer Badewanne bequem gemacht und warmes Wasser genossen...- doch den jetzt offerierten 'Luxus', sich zumindest kurzzeitig sauber zu fühlen, wollte ich auch nicht auf's Spiel setzen...
So wie ich dachten wohl alle anderen auch und daher waren wir recht schnell fertig- Natascha gönnte allen mit der Herausgabe eines Handtuches für jeden von uns ein weiteres Stück Normalität- danach befahl sie uns erneut in die Ausgangsstellung und legte jedem Einzelnen seine Hufschuhe, Hufhandschuhe, den Harness und nach der Fesselung der Vorderhand die Keuschheitsschelle bei uns Hengsten an. Steel und Kara bekamen dafür einen Komplett-KG verpasst- dafür verzichtete die Oberschwester auf den Harness bei beiden und nutzte die vorhandenen Fixierösen des KG zu deren Fesselung. Ohne Dauerhalfter wurden wir von ihr nun in den vordersten Untersuchungsraum getrieben, wo wir erneut an der Wand Aufstellung nehmen durften.

"Brutus- ich fang mit dir an! Komm her und steh hier..."

Ich wusste seit dem eigentlich verbotenem Gespräch mit ihm, sein Sprachverständnis war ja eher eingeschränkt, doch er reagierte sofort und daher war meine Annahme, dies wäre ein ihm vertrautes Procedere. Natascha machte es ihm eindeutig ein wenig leichter- einige der Anweisungen, die sie ihm gab, waren ein Sprachgemisch aus deutschen und englischen Begriffen! Ich war mir recht sicher, wenn Augustine oder Annika jetzt dabei wären, hätte die Oberschwester nicht so gehandelt- doch warum tat das 'Urviech' dies? Lag ich mit meiner Einschätzung ihrer Person falsch?

'Keine falsche Hoffnung Schlachtross...-enttäusch dich nicht selbst und freu dich, wenn sie dich fair behandelt...'

Mit diesem Denken würde ich ihr gegenüber sicher am besten fahren...
Nachdem sie mit Brutus fertig war, rief Natascha mich zu sich. Auch ich hatte zuerst still zu stehen- sie untersuchte meine Haut sorgfältig, meinte aber eher zu sich selbst, aufgrund meiner Vorgeschichte als Pferd dürfte ich eigentlich keine allergische Reaktion auf das Tragen eines Latexoutfits zeigen...
Danach wies sie mich an mich zu setzen- und es erfolgte durch sie eine ganz gewöhnliche Kontrolle meiner Vitalwerte! Ich fragte mich zwar, warum die Daten meines Chips, den ich hier trotz allem noch immer im ungefähren Drei-Tages-Rhythmus ausschied und danach gesäubert zum schlucken serviert bekam, nicht einfach auswertete, doch offenbar legte man hier darauf keinen Wert...
Puls, Blutdruck, Gewicht,...- und dann wurde noch meine Lungenfunktion getestet. Durch einen Schlauch in ein Gerät so weit wie es mir möglich wäre ausatmen, kurz die Luft anhalten und danach so tief einatmen, bis ich nichts mehr in den Lungen unterbringen könne. Die sofortige graphische Auswertung des Tests war wohl für mich zufriedenstellend, denn die Oberschwester schickte mich zurück an die Wand und holte sich mit Miu das nächste Pferd...
Wir verharrten still in der befohlenen Haltung, bis Natascha mit Steel auch das letzte Pferd geprüft hatte- dann befahl sie uns sich umzudrehen und weiter still zu stehen.

"Baroness- die Grundüberprüfung ist positiv abgeschlossen! Erlauben sie, ihre Mutter nach der Analkontrolle von dem Resultat in Kenntnis zu setzen? ...- jawohl, vielen Dank!"

Was jetzt kommen würde...- Analkontrolle klang schon unangenehm! Frau 'Urviech' zog sich demonstrativ ein Paar neue Handschuhe über, zog eine Schublade auf und entnahm dieser eine Tube Gleitgel und einen kegelförmig zulaufenden Analplug mit Griffstück.

"Das hätte eigentlich vor eurer Generalprobe gestern stattfinden müssen...- aber da ihr euch eh gegenseitig bespringt und es gestern bei den 'Horsekeepern' auch keine Komplikationen gab... Zumindest bei denen im 'Superior'..."

Diese nur an sich gerichteten Worte beruhigten mich ein wenig für das jetzt anstehende Procedere- doch waren sie ein erneuter Beweis für das hier ständige aneinander vorbei arbeiten von Training und Klinikbereich. In der gleichen Reihenfolge wie vorhin begann Natascha bei Brutus erst mit ihren Fingern den Anus etwas zu dehnen, trug Gleitgel auf den Plug auf und schob diesen dann mit leichten Drehbewegungen in das geweitete After des Leithengstes. Wir anderen hatten dabei das Vergnügen, der 'Untersuchung' zuschauen zu dürfen- und ich war der nächste Probant!
Das 'Urviech' machte sich bei mir nicht mal mehr die Mühe meinen Namen zu nennen- nur ein Wink mit der Hand und ich würde mit genau dieser gleich in meinem After Bekanntschaft schließen. Die Oberschwester hielt aber zu meiner Erleichterung die Hygienestandarts ein und zog sich neue Handschuhe über. Ein leichter Druck mit ihrer linken Hand zwischen meinen Schulterblättern... ich sollte mich etwas nach vorn beugen und dann spürte ich schon das kalte Gel an ihrem Finger!

'Zärtlich geht anders...'

Mit erst einem, dann zwei und zum Schluss drei Fingern in mir wurde ich vorgedehnt, dann kam der Plug zur Anwendung... Die Prozedur dauerte keine zwei Minuten, aber bevor ich nach Rosengarten kam, hatte jedes Eindringen in diesem Bereich bei mir etwas mit Zärtlichkeit und Rücksichtnahme zu tun gehabt. Dieses 'geschäftsmäßige' empfand ich daher immer wieder als Demütigung- vermutlich war es auch so gedacht...

"Standartweitung ohne Einschränkungen erreichbar..."

Die Oberschwester setzte einen Haken auf ein Formblatt, dann hieß es für mich zurück in die Reihe und Miu durfte als nächster diese nach dem gestrigen Test für uns unnötige Untersuchung über sich ergehen lassen.
Das die Oberschwester noch ruppiger konnte- Lion und danach Kara bekamen es zu spüren. Die beiden waren aber auch die einzigen von uns, die nur in der 'Basic'-Version transportiert waren.

'Stimmt- da war ja keine 'Analsonde' verbaut... Oder doch?'

Im totalen Unterschied dazu erfolgte die Penetration bei Steel durch 'Frau Urviech' geradezu zärtlich...- war das nur weibliche Solidarität oder mehr? Sie informierte wie schon angekündigt die Gestütschefin und natürlich auch noch einmal Augustine- letztere schien aber kein Interesse daran zu haben uns zu inspizieren. Sie hatte daher wohl der Oberschwester die Erlaubnis erteilt, Markus bescheid zu geben- wir dürften abgeholt werden!


Endlich auf der Koppel- der Pferdetrainer hatte unser Futter in einem Eimer dabei und nachdem er Lion die Fesselung seiner rechten Vorderhand gelöst und den Hufhandschuh entfernt hat, verdonnerte er ihn, unser Fressen zu tragen. Brutus agierte als unser Leithengst und vertrieb jeden von uns frei laufenden Hengsten und Stuten bei dem Versuch, auch nur einen Blick in den Eimer zu werfen. Markus achtete nur darauf, daß die beiden von ihm an der Leine geführten Stuten keinen Versuch unternahmen, sich einem der Hengste zu nähern...- auch wenn wir 'dank' der uns in der Klinik verpassten Schellen eh nicht hätten aufreiten können!
So blieb uns nach dem Betreten der Koppel nur das in der Raufe verteilte Futter als unmittelbar bevorstehendes Highlight- doch benahm sich Brutus hier auch sonderbar! Das Futter wartete auf uns... aber er verweigerte uns allen den Zugang zur Raufe. Immer wieder schaute er, ob Markus noch zu sehen sei- und erst, nachdem er sich sicher war, daß unser Pferdetrainer auch wirklich weg wäre, erlaubte er mir als erster sein Futter zu sich zu nehmen...

'Warum fraß er nicht selbst als erster? Was bezweckt Brutus mit diesem handeln? Er müsste doch sicher auch Hunger haben...'

Die Rationen für uns waren weder mehr oder weniger als normal...- und es war ja so, wenn genug Platz an der Raufe war, fraßen wir gemeinsam. Warum also wich unser Leithengst von der Routine ab?
Immer wieder trieb er Lion von der Raufe weg- und endlich verstand ich sein agieren!

'Lion wird jetzt kein Fressen bekommen- das ist die Quittung für die zusätzliche Zeit in den Outfits, die er uns zusammen mit Kara eingebrockt hat!'

Ich schaute kurz in Richtung von Brutus, wieherte um seine Aufmerksamkeit zu bekommen und überprüfte meine Vermutung auf ihre Richtigkeit. Unser Leithengst bemerkte meine pantomimische Frage und nickte sie ab. Damit war jetzt auch Lion klar, er würde jetzt von uns um seine erhoffte Mahlzeit gebracht- und das wollte er nicht kampflos hinnehmen!
Allein war er aber uns in jeder Hinsicht unterlegen- und sein Hunger war jedem von uns herzlich egal! Er und Kara waren schuld an unserer verlängerten Zeit in Latex... Selbst wenn er es schaffen sollte an die Raufe zu gelangen- er würde von uns keine Sekunde gewährt bekommen sich nach vorn zu beugen um zu fressen!
Lion schien zu dem gleichen Ergebnis in seinen Überlegungen gekommen zu sein- unsere Entschlossenheit ihn nicht fressen zu lassen war für ihn unüberwindlich. Daher beließ er es bei bösen Blicken - trollte sich aber und beobachtete uns aus gebührendem Abstand.
Nachdem ich mit meiner Ration XXL fertig war, gab es von mir gegenüber unserem Leithengst die gängige Dankesgeste, Brutus nickte nur und schickte Miu mit einem Schnauben zum fressen. Zum Schluss schlug sich unser 'Alpha' den Magen voll während Miu und ich Brutus abschirmten. Erst nachdem dieser fertig war, gaben wir den Futterplatz wieder frei- doch Lion würde nur noch Wasser zum löschen seines Durstes vorfinden....
Die vergangenen Tage hier auf Rosengarten hatten mir in der Hinsicht jeglicher Hemmungen entledigt-Markus hatte es mir bei meinem Verstoß gegen das Redeverbot hier auf dem Hofgut überdeutlich klar gemacht... Hier war sich selbst der Nächste, daher hielt ich mich an mein selbst gegebenes Versprechen, nur noch fair gegenüber jenen zu sein, die auch mich fair behandelten...- und Lion fiel ohne jeden Zweifel nicht in diese Kategorie! Daher war mir sein ganz sicher vorhandenes Hungergefühl herzlich egal...
Miu und ich suchten uns einen Platz im Schatten und lehnten uns aneinander...- ich war so froh über seine Anwesenheit! Wie hätte ich nur ohne ihn hier die Tage auf Rosengarten durchhalten können?
34. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Witnere

geschrieben von Blackrubberhorse am 26.03.21 16:38

Während Schlachtross und die übrigen für den 'Hochzeitseinsatz' eingeteilten 'Gestütpferde' die ihnen gewährte Ruhe auf der Koppel genießen dürfen...- begleiten wir jetzt weiter Witnere und einige für ihn vorgesehene Trainingseinheiten...


Witnere in Rosengarten- Samstag...



06 Erstes Training...


Während ich seitlich neben dem Pferdetrainer her trottete, fragte er mich unvermittelt, ob Natascha mich heute Morgen erschreckt hätte. Im ersten Moment wusste ich mit seiner Frage nichts anzufangen- bis ich verstand, er spielte auf die kleine 'Gruseleinlage' von ihr beim Wecken an. Daher nickte ich bejahend und Markus erzählte mir, dies sei ein kleiner Faible der Oberschwester, den sie sich gern mit neuen Pferden, die sich das erste Mal in ihrer Tierklinik befänden, erlauben würde. Licht im Gang dimmen, Tür zum Ruheraum auf damit die Griffe an den Boxen genug Licht zum nachleuchten aufnehmen können- dank der Konstruktion der Boxentür bekämen deren Insassen dies nicht mit- dann die Tür zum Raum schließen und die Boxentür öffnen...
Ah- deswegen habe ich nicht bemerkt, wie die Frau Oberschwester in den Raum gelangt war.
Während ich durch ein kleines Waldstück geführt wurde, sah ich einen Weg abzweigen, an dessen Ende eine mannshohe Bretterwand erkennbar war. Markus bekam mit, wie ich den Kopf drehte...

"Das ist die persönliche Trainingsanlage von Baroness Mira..."

Auch wenn er sich um einen neutralen Tonfall bemühte; es klang für mich so, als solle ich mich dafür nicht weiter interessieren...- wenn ich sie nicht selbst kennenlernen wolle! Wieder eine Anspielung auf kursierende Gerüchte? Ich konnte es nicht einordnen...

Mittlerweile hatten wir die mir aus der Webpräsentation bekannte Rennbahn erreicht- aber die Bilder wurden der Anlage überhaupt nicht gerecht. Die Bahn war riesig! Flutlichtmasten für Nachtrennen, eine Tribüne mit Platz für sicher 500 Personen, ein Innenraum der Bahn, auf dem gut und gern Platz für mehrere gleichzeitig ablaufende Wettkämpfe war...- ich war beeindruckt und auch eingeschüchtert. Rosengarten hielt- in Bezug auf die angebotenen Trainingsmöglichkeiten- tatsächlich was es versprach!
Während Markus mit mir auf der breiten Bahn die der Tribüne gegenüber liegende Gerade ansteuerte, ließ ich noch ein wenig die Anlage auf mich wirken und schaute mich um. Das Gras in der Mitte war zur Hälfte schon gemäht worden, am Bahnrand aufgeschichtet und sollte wohl zu Heu verarbeitet werden; neben dem Aussenstreifen der Bahngerade war ein breiter Sandstreifen auf dem ein mit einer Plane abgedeckter Wagen neben einem Wasseranschluss stand, diverse Markierungsstangen mit unterschiedlich farbigen Wimpeln,...
Mein Trainer steuerte auf einen Bereich neben der Bahn zu, wo das gemähte Gras auf einem Areal bereits zur Seite gezogen war und damit Platz für einen Slalomparcours und eine Grasbahn ergab. Ein Metallschlitten mit zwei breiten Kufen, mehrere Gewichte und eine Kühlbox standen bei letzterer an einem Pfahl der mit einem roten Wimpel markiert war. Im Gras neben diesem Pfahl lag eine Gerte- in von mir als regelmäßig eingeschätzten Abständen befanden sich weitere Pfähle mit grünen Wimpeln und am Ende der Strecke ein Pfahl mit einem blauen Wimpel...

"Das sind 100 Meter bis zum blauen Wimpel- deine Besitzerin hat uns auf Nachfrage mitgeteilt, sie würde dich mit 80 Kilogramm im Schlepptau trainieren...
Ich würde mit dir gern zuerst austesten, was maximal mit dir möglich ist. Dies bedeutet für dich, die Last je einmal hin und wieder zurück zu ziehen- keine Pause, hin, wenden und zurück! Ich denke, wir fangen mit 90 Kilogramm an; zehn Kilogramm mehr wirst du sicher schaffen... Danach gehen wir es in Schritten von 10 kg an- zwischen den einzelnen Versuchen lass ich dir genug Zeit zur Regeneration. Ich bin mir sicher, du schaffst mehr als dein Körpergewicht...
Alles klar?"

An den Ausführungen zu der vom Pferdetrainer geplanten Übung war nichts unklar- simples Ziehen einer Last über eine definierte Strecke. Daher schnaubte ich kurz und nickte seine Erklärung ab. Zufrieden dreinblickend führte Markus mich aber nicht sofort zum Zugtest sondern zurück auf die Rennbahn. Dort hakte er meine Führleine aus dem Halfter aus und ein Ende eines Langzügels ein...

"Nicht so schnell mit dem alten Gaul- du willst doch nicht kalt den Test laufen?"

Natürlich nicht und war froh, daß Markus mir einige Runden an der Longe zum Aufwärmen ermöglichte.

"Wenn ich 'Turn' sage drehst du nach innen und läufst in die entgegengesetzte Richtung- verstanden? Wenn ja- auf geht es..."

Ein Schnauben und erneutes Kopfnicken- dabei lief ich schon los und während der Pferdetrainer mir mehr und mehr Leine gab, vergrößerte ich den Radius meiner Runde bis ein Zug über den Langzügel mir signalisierte, ich könne diesen Abstand zu ihm halten und bräuchte nur noch auf sein Kommando zu achten...

"Turn!"

Dank meines Atems, der unter meiner Maske mir in den Ohren hallte, hätte ich beinahe sein Kommando überhört- aber ich drehte sauber nach innen ein, zog mit zwei, drei Schritten wieder nach außen bis ich erneut den Zug der Leine an der Maske spürte und bewegte mich nun in die entgegengesetzte Richtung.
Ich habe nicht mitgezählt- denke aber, Markus hat mich so an die zwanzig Runden so laufen lassen. Mit einem 'Easy' und dem einholen der Leine verkleinerte er meinen Abstand zu sich, bis ich neben ihm ein 'Hooo!" als Aufforderung zum Halten bekam.
Ohne weitere Pause führte er mich jetzt zum Zugschlitten, befestigte die Karabiner der beiden Zugketten an meinem Geschirr, hakte die Langzügel aus meinem Halfter aus und an meinen Trensenringen ein und dirigierte mich dann allein mit über diese gegebene Kommandos in die Ausgangsposition.

"Fein gemacht Witnere! Das Aufwärmen sah super aus- da hat deine Besitzerin gute Vorarbeit mit dir geleistet und die Umsetzung meiner Befehle jetzt mit den Zügeln klappt auch recht gut- auch wenn ich bei dir ein wenig stärker als ich es mit den Gestütpferden gewohnt bin ziehen muss. Ich pack dir jetzt das noch notwendige Gewicht auf den Schlitten und dann geht es los."

Ich verdaute die gerade erhaltene Information, während mein Trainer die Gewichte in die Halterungen auf den Schlitten stapelte. Also trainierte zumindest Markus mit den Gestütpferden hier auch Rückearbeit- warum wollte dann aber die Frau Baronin meine Ownerin und mich als Showact? Für mich ergab dies keinen Sinn- es sei denn, hier auf Rosengarten nutzten sie die 'Pferde' tatsächlich zum Ziehen von Stämmen und sie wollten uns, weil wir es als Show und nicht als reale Arbeit darstellten. Oder meinte er dies generell auf die Arbeit mit den Gestütpferden bezogen?

"Bereit?"

Ein wiehern von mir, ein Zügelschlag meines Trainers- und ich stemmte mich im mein Geschirr. Endlich spürte ich, wie ich die Haftreibung der Schlittenkufen auf dem Gras überwunden hatte und sich das Gefährt hinter mir in Bewegung setzte. Einmal im Rutschen zog es sich mit fast dem gleichen Kraftaufwand wie der Stamm, den meine Besitzerin für mich im Training verwendete. Der erste Pfahl mit dem grünen Wimpel lag hinter mir und Markus feuerte mich mit der Info an, ich hätte die ersten 25 Meter geschafft. Mein Atem lag- von mir so empfunden- noch in einem guten Bereich...- 50 Meter, 75 Meter. Ich zog nicht schnell aber stetig und mein Trainer motivierte mich mit lobenden Worten.
An der Stange mit dem blauen Wimpel vorbei; noch drei, vier Meter- dann das Haltesignal. Wie gelernt trat ich automatisch einen Schritt zurück- da spürte ich das Ziehen auf der linken Seite der Trense. Also links herum über die Hand gewendet und den Schlitten dabei fast auf der Stelle gedreht...- ein weiterer Zügelschlag schickte mich auf den Rückweg...
Das gleiche Spiel wie beim Start- nur benötigte ich dieses Mal schon ein wenig mehr Kraft um den Schlitten in Bewegung zu bringen... nur nicht an die Strecke denken, die noch vor mir lag. Schritt, Schritt, Schritt...- Markus motivierte mich mit seiner Stimme.

"Komm- noch zwei Pfähle... noch einer... Du machst jetzt noch zehn Schritte, neun, acht,...- Brrr."

'Mein lieber Hengst- das war nur der erste Durchgang...' dachte ich bei mir und versuchte meine Atmung unter Kontrolle zu bekommen. Mein Trainer war so fair und gönnte mir diese Zeit- forderte mich dann mit einem Zügelsignal unmissverständlich auf, den Schlitten erneut in Startposition zu ziehen. Er fasste sogar mit an und verkündete, als ich erneut die Ausgangsstellung eingenommen hatte, ich hätte jetzt noch zwei Minuten Zeit bis zum nächsten Start und würde von ihm nach der Rückkehr mir meine erste Flasche Wasser verdient haben...
Oh ja- die könnte ich dann sicher gut gebrauchen. Mein 'Fell' klebte dank des bisher abgesonderten Schweißes nicht mehr an der Haut und ich fühlte mich in diesem gerade richtig wohl. Aber wenn ich nicht dehydrieren wollte, wäre diese Flasche dann genau richtig...

"Und los Witnere!"

Ich hatte nicht mitbekommen, wie Markus die nächsten zehn Kilogramm auf den Schlitten geladen hatte- aber vom ersten Gefühl her war der Kraftaufwand gleich dem ersten Durchgang. Mir war warm, mein Körper hatte sich auf die Belastung eingestellt und ich bekam trotz meiner Maske noch genug Luft ohne dass ich übersäuerte. Mit jedem Schritt stemmte ich meine Hinterhand in das Gras der Bahn und bewegte mich vorwärts.
100 Meter- Halbzeit! Markus gab mir dieses Mal, noch bevor ich den einen gewohnten Schritt zurück machen konnte, mit seinem "Steh!" eine klare Anweisung- dann erst die Zügelsignale zum Drehen des Schlittens.
Ok- er war der Trainer und wenn er es so möchte bekommt er es auch so...
Mit einem beidseitigen Schlagen der Langzügel war das Wendemanöver beendet und es ging auf die Rückreise. Markus hielt sich erneut neben mir und seine Stimme trieb mich vorwärts bis ich es zum zweiten Mal geschafft hatte...

"Fein gemacht, 100 kg- komm, halt dich aufrecht! Das tut im Moment weh, hilft dir aber dich schneller wieder zu erholen..."

'Du hast gut reden' dachte ich bei mir- trotzdem zwang ich mich aufrecht zu halten, auch wenn die Atemzüge schwer fielen. Mein Trainer hatte inzwischen die erste Ladung Wasser in die Futterspritze aufgezogen und setzte diese an den Stutzen meiner Maske. Ich hielt instinktiv still- jedes Herumhampeln von mir hätte jetzt nur für Verzögerung gesorgt und ich wollte ja das Wasser!
Markus hatte definitiv Erfahrung mit Pferden wie mir- er drückte mir das Wasser nicht schwallartig in mein Maul sondern langsam, daß ich mich nicht verschlucken konnte und auch noch genug Luft zum Atmen bekam.
Jeder einzelne Schluck tat gut! Das kalte Wasser war noch mit Brausetabletten versetzt- vermutlich Magnesium und Kalzium um Krämpfen vorzubeugen. Für mich war aber nur wichtig, mein Durst wurde gestillt- und ich hatte es mir mit meiner gezeigten Leistung verdient! Ohne weiter nachzufragen zog Markus eine zweite und dritte Spritze für mich auf und hatte mir damit einen halben Liter gegönnt. Mag blöd klingen- aber Witnere war ihm dafür dankbar...

"Komm- weiter geht es... Ich bin mir sicher, du schaffst mindestens noch weitere zwei Durchgänge."

Das Wort des Trainers war Gesetz- so war ich es von meiner Besitzerin gewohnt und daher zickte ich auch nicht herum als Markus mich zu weiterer Arbeit rief. Schlitten drehen- Markus half wieder dabei- ein weiteres Gewicht aufgelegt bekommen und zum dritten Mal auf die Strecke geschickt werden... Er hatte recht, denn auch die 110 und danach 120 kg zog ich unter seiner fordernden und mich doch motivierenden Stimme hin und zurück.
Ich war stolz auf mich- vier Durchgänge und jedes Mal zehn Kilogramm mehr gezogen! Ich war vielleicht alt, aber definitiv kein Alteisen- auch wenn ich ganz sicher auf den letzten von mir geleisteten 100 Meter wie Lord Vader himself geklungen haben muss. Ich bekam, bis sich mein Atem wieder stabilisiert hatte, keinerlei Umgebungsgeräusche mit, ich stand einfach nur da, schaute durch die beschlagenen Augenlinsen ins Nichts und schnaufte wie eine defekte Dampfmaschine. Was mir aber noch wichtiger war- mein Knie zeigte keine Ermüdungserscheinungen trotz der Belastung...

"Komm Witnere- einen Durchgang schaffst du noch! Danach gibt es wieder etwas zu saufen und du darfst dich dann auch auf einer Koppel erholen..."

Markus holte mich mit diesen Worten aus meinem momentanen '...ich habe rundum alles vergessen...'- Zustand und so nickte ich diese zwar instinktiv aber doch bewusst ab. Noch einmal zehn Kilogramm mehr...
Erneut den Schlitten und mich in die Startstellung gebracht- auch wenn mir in dem Anzug jetzt bereits der Schweiß über den Knöcheln stand und sich die Sonne auf dem Latex auch unangenehm bemerkbar machte...- ich war bereit!

"Los!"

Die Stimme meines Trainers hatte an Schärfe gewonnen- sie klang jetzt noch einen Tick fordernder. Was ich auch nicht gesehen hatte- Markus hatte dieses Mal die Gerte mit dabei...
Gegenüber dem ersten Durchgang spürte ich nun das um 50 kg erhöhte Gewicht auf dem Schlitten- der Kraftaufwand um ihn in Bewegung zu setzten war deutlich größer, was wohl Folge der unausweichlichen Ermüdung meines Körpers war. Zudem begann dieser nach der ersten Viertel der Strecke mehr Sauerstoff einzufordern als durch den Filter bei mir in den Lungen ankam. Ich riss mich, so gut es ging, zusammen- 100 Meter hin, Drehung und erneutes Anziehen- aber nach 75 Metern auf dem Rückweg war der Wunsch, einfach stehen zu bleiben, übermächtig geworden. Mein Sehfeld hatte sich auch schon eingeengt; ohne dies zu bemerken war meine Schrittfolge langsamer geworden und auch die Stimme von Markus kam nicht mehr wirklich an...

"Nicht aufgeben!"

Diese Forderung an mich wurde mit zwei kräftigen Schlägen der Gerte auf meinen Hintern ziemlich deutlich bekräftigt- vor Schmerz und noch mehr vor Schreck zog ich wieder an und jetzt brüllte mein Trainer neben mir die noch zurückzulegenden Meter und trieb mich allein damit bis über die 'Ziellinie'

"Hoooo...- ruh dich aus und komm wieder zu Atem."

Seine letzten Worte kamen nur noch halb bei mir an, ich sackte auf die Knie und stützte mich mit meiner Vorderhand ab.
'Ich habe es geschafft- es ist vorbei...' sagte ich mir immer wieder wie eine Mantra auf...
Nach einiger Zeit realisierte ich, in meinem Blickfeld befanden sich mehr als nur ein Paar Beine- ich war mittlerweile wieder soweit erholt, daß ich versuchte auf meine Füße zu kommen. Bei meinem Versuch dies zu bewerkstelligen, hakte eine Hand sich unter meine linke Achsel und half mir auf. Auch wenn es mir noch schwer fiel- ich wendete meinen Kopf nach links und sah das Gesicht meines Trainers, der sehr zufrieden wirkte. Nachdem dieser sich sicher war, ich würde auch ohne Hilfe auf meiner Hinterhand stehen, strich er mir einige Male über die Schultern ehe er mich aufforderte still zu stehen. Die Futterspritze in seiner Hand war Motivation genug diesem Wunsch sofort nachzukommen.
Meine Geschmacksnerven begannen zu jubeln bei dem ersten Kontakt mit der Flüssigkeit- Markus flößte mir kalten süßen Kaffee ein. Das tat so gut...!
Mit der Frage, ob ich noch eine Portion möchte, rannte er offene Scheunentoren ein. Ich hatte inzwischen auch erkannt- Dennis und Nordic standen um mich herum; der Stallknecht ein wenig abseits mit einem für mich angespannten Gesichtsausdruck in Richtung von Markus blickend. Während ich noch eine weitere Ladung Kaffee durch meine Kehle rinnen ließ- gefolgt von einem halben Liter Wasser- sagte mein Trainer, zu Jens gewand nur "130"...
Der Stallknecht verzog noch mehr das Gesicht, kramte in einer seiner Taschen und drückte Markus daraufhin etwas in seine Hand. Hatten die beiden etwa gewettet wieviel ich schaffen würde? Ich glaubte es nicht...
Dieser Gedanke wurde aber schnell überlagert von meiner Überlegung, wie ich mich bei dem Pferdetrainer für die Einheit bei ihm bedanken könnte. Ich würde es so versuchen, wie ich es von meiner Besitzerin beigebracht bekommen hatte- so schnaubte ich deutlich vernehmbar und als ich die Aufmerksamkeit von Markus hatte, schob ich ein Bein leicht nach vorn und hielt dies gestreckt, während ich mit dem anderen leicht abknickste.

"Witnere- soll dies ein Dankeschön sein? Das ist nicht nötig, mir hat es Spaß gemacht, mit dir zu trainieren..."

Ich nickte trotzdem mit meinem Kopf- auch wenn ich von Markus bis hart an meine Leistungsgrenze getrieben worden bin, seine Art war extrem fair und ich verstand nach diesem Training noch weniger, was an Gerüchten über Rosengarten kursierte.
Hier auf dem Gestüt wurde man als Pferd gefordert- sollte dies aber nicht so sein?

"He du Hengst- die hier praktizierte Form eines Dankeschöns ist ganz einfach: mit dem linken oder rechten Knie auf den Boden und den Kopf beugen. Das ist übrigens auch die Geste, mit der ein rangniederes Pferd seinen Respekt gegenüber einem höherstehenden ausdrückt... Wieder fit genug?"

Nachdem ich diese Frage mit einem 'Ja' abgenickt hatte, wurde Jens von Markus aufgefordert, mich auf die Koppel Nummer Drei zu schaffen- bis zum nächsten Training hätte ich jetzt eine Einheit Pause, ehe sich Jens um mich kümmern würde. Der Stallknecht hakte die Führleine unter meiner Maske ein und zog mich hinter sich her. Mir erschien er ein wenig angesäuert- aber wenn er mich unterschätzt und dadurch Geld verloren hatte war dies sein und nicht mein Problem...
Ich war froh, als wir an einer kleinen Koppel Halt machten und er mich durch das Tor auf diese in meine Pause entließ- nicht ohne vorher die Leine zu entfernen. Mein 'Pausenbereich' umfasste einen knappen halben Hektar- zur Hälfte im Wald gelegen mit einem Unterstand auf dem Wiesenteil. Da dieser aber außer ein paar Strohballen zum darauf legen nichts weiter bot, suchte ich mir in der Nähe des Tores einen schattigen Platz und legte mich in das darunter befindliche Gras. Als Latexfetischist genoss ich das Gefühl, in meinem eigenen Saft zu liegen, ruhig wieder genug Luft durch den Filter meiner Maske zu bekommen und ohne direkt in der Sonne zu sein, die angenehme Temperatur des späten Vormittags zu genießen. Mir gingen eine Menge Gedanken zu Rosengarten durch den Kopf aber ich kam nicht dazu, diese systematisch abzuarbeiten- nach der Nacht in der 'Tierklinik' war mein Körper der Meinung noch ein wenig Schlaf nachholen zu müssen und jetzt wäre eine gute Gelegenheit dazu...



07 Parcourstraining...


"Witnere- Hieeerrher!"

Ich schreckte hoch, als ich die Stimme des Stallknechtes hörte, von der ich aus meinem Traum gerissen wurde. Vom Gefühl her war ich vor nicht einmal fünf Minuten weggedämmert- und dank meines Traumes, bei dem ich gerade als Pferd über eine Wiese gelaufen war, war es für mich völlig natürlich, mit Maske vor dem Gesicht und Trense im Mund aufzuwachen...

"Hiiieeerrr..."

Der Ruf klang jetzt ein wenig unduldsamer- ich stemmte mich hoch und wieherte zur Sicherheit, damit mein jetziger Trainer wusste, ich hätte sein Rufen gehört. Mit ein paar Schritten stand ich sichtbar auf der Weide und bewegte mich ruhig 'auf Pferdeart' in Richtung des Koppeltores. Der Pferdeknecht schien noch immer sauer auf mich zu sein- ich sei ein fauler Gaul und auch wenn ich hier Gast auf Rosengarten wäre, pennen könnte ich in meinem Heimatstall.
Ohne große Begeisterung hakte er wieder die Führleine unter meiner Maske ein, öffnete das Tor der Koppel und begann mich zurück in Richtung der Rennbahn hinter sich her zu ziehen. Ich war ja nicht unwillig, aber irgendwie sehnte mich bereits nach dem nächsten gemeinsamen Training mit Markus- und wenn das so weitergehen sollte mit dem Stallknecht, dann hätte ich kein Problem, meine Meinung dazu auch öffentlich zu äußern.
Beim Eintreffen auf der Bahn erkannte ich Markus mit Dennis und Nordic beim Gespanntraining, dazu war noch ein 'blaues' Team dabei selbstständig auf der Rennbahn zu trainieren. Eingedenk dessen, daß ich als Hengst nicht irgendwer war, wieherte ich den anderen zu- was mir von dem Stallknecht sofort einen Hieb auf meine Kruppe einbrachte.

"Ruhe- und steh!"

Die Anweisung kam harsch- so folgte ich lieber dieser ohne zu zögern. Jens nahm nun einen Scanner aus seiner Hosentasche, hielt ihn an mein grünes Band und murmelte dabei etwas von 'mal schauen, was mit dir angestellt werden soll...'
Nach den ersten Zeilen, die er anscheinend überflogen hatte, stutzte er, musterte mich eindringlich von oben bis unten- und fragte mich unvermittelt, ob ich Durst hätte!
Ich war völlig verwirrt- was war denn in meinen Trainer gefahren? Natürlich nickte ich die Frage ab- der Innenbereich der Rennbahn bot keinerlei Schatten und ich spürte inzwischen die Sonne auf meinem 'Fell'.

"Hier du Hengst- eine Portion vor dem Training reicht aber..."

War der Stallknecht schizophren- oder was war mit ihm los? Zuerst der leibhaftige Stoffel und mit einem Mal um mein Wohlergehen besorgt? Nach kurzem Nachdenken begriff ich- es müsste etwas mit den Daten zu tun haben, die er aus meinem Chip ausgelesen hatte. Ich war zwar neugierig, was da eingetragen war, aber als Pferd würde ich es garantiert nicht erfahren und wollte ich es denn auch wirklich wissen? Im Moment war ich glücklich über das Wasser in meinem Maul und den Stimmungswechsel meines Trainers zum positiven hin...

"Nur damit wir nicht aneinander vorbei arbeiten- 'Vorwärts' und du beginnst zu ziehen, bei 'Brrrr' bleibst du stehen, mit 'Easy' schaltest du einen Gang runter und wenn ich ein 'Steh' gebe bleibst du sofort stehen..."

Richtig, so hatten meine Besitzerin und ich es eintrainiert und der Stallknecht hatte gerade seine Hausaufgaben nachgeholt- so nickte ich seine Ansprache an mich ab.

"Ah, das 'Wist' und 'Hot' für rechts bzw. links kommt nur zur Anwendung wenn du Holz rückst, normales Training läuft bei dir auch über die Zügel...- dann kommen wir jetzt ohne dies aus."

Ein erneutes leichtes Schnalzen mit der Führleine veranlasste mich ihm zu folgen- Jens führte mich in den Bereich, der augenscheinlich noch nicht gemäht war. Aber nach gut dreißig Schritten erkannte ich eine mannsbreite Schneise kurz gemähten Grases, die sich gewunden durch den stehengelassenen Bewuchs zog. Als der Stallknecht stehen blieb, hielt ich es für ratsam, dies gleichfalls zu tun- warum sollte ich ihn provozieren, wo er sich wohl doch durchgerungen hat, mich vernünftig zu behandeln...

"Witnere- das ist dein persönlicher Trainingsparcours. Meine Herrin legt wohl größeren Wert auf ein ordentlich vorgetragenes Showprogramm durch deine Besitzerin und dich...- wir fangen jetzt mit langem Zügel an und die zweite Hälfte läufst du hier vor einem Sulky. Du kannst dir sicher denken, das Ganze findet ohne die Möglichkeit für dich, etwas zu sehen, statt- ansonsten wäre es Spielerei und kein Training..."

Aha- daher wehte der Wind. Seine Chefin, die Baronin, hatte dafür gesorgt, daß ihr Wunsch nach einer guten Show in meiner 'Pferdeakte' vermerkt worden war. Das garantierte, ich würde sicher weiterhin intensiv trainiert werden, aber ich bräuchte mir wegen des Wahrheitsgehaltes irgendwelcher Gerüchte über das Hofgut keine Sorgen zu machen- ich würde diese ganz sicher nicht bestätigt bekommen...
Jens zog währenddessen meinen Kopf ein wenig nach vorn.

"Bleib so!"

Er kramte mit seiner Hand in der linken Jackentasche, holte zwei zu meiner Maske passende Einsätze aus dieser und befestigte sie geschickt nacheinander in den dafür vorgesehenen Vertiefungen neben meinen Augengläsern. Schon war ich blind- und meinem Trainer damit richtiggehend ausgeliefert denn in meinem jetzigen Zustand würde ich die Abdeckungen nicht ohne fremde Hilfe wieder abbekommen.
Ich spürte das übliche 'Gefummel' an der Maske und über die Trense- die Zügel waren nun befestigt und die Führleine ab- dann ertönte auch schon 'Vorwärts!' und ich setzte in normalem Tempo einen Huf vor den anderen.
Was mich erstaunte- die Zügelsignale erfolgten nicht ruppig oder zu schwach. Ich musste mir eingestehen, auch wenn ich Jens, nach den aufgeschnappten Bemerkungen, bis jetzt nur als 'Stallknecht' eingestuft hatte- er hatte Ahnung und auch das notwendige Gefühl um jemanden wie mich zu führen.
'Urteile nicht zu schnell...' sagte ich mir- und richtete meine ganze Konzentration auf das Gefühl zwischen meinen Zähnen. Unheimlich schnell hatte ich jegliches Gefühl für irgendeine Richtung verloren- ich spürte nur die Sonne auf meinem Latexfell, die Signale, die mir der Stallknecht über die Trense gab und den Schweiß, der sich in meiner Hinterhand sammelte. Mein Zeitgefühl war gleichfalls weg, auch wenn ich versucht war einfach meine Schritte zu zählen- das wäre aber unnütz, da ich ja keine Strecke lief. So ließ ich mich einfach fallen und war erstaunt, nach gefühlt wenigen Minuten ein 'Brrr...' zu bekommen.

"Halbzeit! Ich muss sagen, deine Basics sitzen, deine Hinterhand ist für einen Einsteller sauber gehoben worden und die Schritte kamen flüssig- nicht tastend. Einzig deine Haltung der Vorderhand gefällt mir noch nicht. Eine halbe Stunde solltest du diese vernünftig angewinkelt halten können- oder wäre es dir lieber, wenn du sie auf dem Rücken fixiert bekommst?"

Ich hörte wohl nicht richtig unter meiner Maske- 30 Minuten waren vergangen, ich war nicht außer Atem und es hatte sich richtig gut angefühlt. Auch wenn es meiner Skepsis im Vorfeld wirklich zuwider lief- auch Jens verstand sein Geschäft als Trainer...

"Nicht träumen Witnere- Vorderhand auf den Rücken? Ist sonst alles in Ordnung mit dir?"

Ach klar- seine Fragen sollten beantwortet werden. Deutlich wendete ich meinen Kopf bis ich glaubte in seine Richtung zu 'blicken'; dann schüttelte ich drei Mal diesen und nach einer kleinen Pause nickte ich drei Mal.

"Gut du Hengst- ab in den Schatten mit dir. Deine Pause hast du dir wirklich verdient. Markus wird dir gleich etwas zu saufen geben und du kannst dich erholen bis ich zurück bin. Deine Vorderhand bekommt jetzt vor dem Gig ein wenig Unterstützung..."

Mit diesen Worten führte er mich langsam- da ich ja immer noch blind war- mit Zügelsignalen vor sich her. Ich spürte zuerst das hohe Gras an meiner Hinterhand, dann den festen Boden der Bahn und kurz vor dem Haltesignal durch meinen Trainer ein Temperaturgefälle- wir hatten den Pausenplatz im Schatten erreicht. Ich vernahm die Stimmen von Dennis, Markus und Jens- dazu noch eine weitere mir unbekannte, die wohl zu dem Besitzer des 'blauen' Gespanns gehören musste. Der Inhalt der Gespräche war für mich als Pferd aber irrelevant da ich nicht direkt angesprochen war- so verschwammen diese, nachdem mich Markus erneut mit Wasser ausgiebig versorgt hatte. Im Stehen dämmerte ich ein wenig vor mich hin, ab und zu die Vorder- und Hinterhand ausgeschüttelt, aber nie mehr als einen Schritt vor oder zurück bewegt...

"Dir geht es gut und bei dir ist alles in Ordnung Witnere?"

Die Stimme von Jens sagte mir, meine Pause wäre vorüber und das Training vor dem Sulky stände nun an. So war es auch- über meine Zügel geführt durfte ich ein gutes Dutzend Schritte mache, eh Jens mich erneut halten ließ und ich von ihm in den Gig eingespannt wurde. Nachdem mein Trainer offenbar mit dem Bild, was ich abgab, zufrieden war, befahl er mir meine Arme anzuwinkeln. Ich war es zwar gewohnt, in so einer Situation die Hufe meiner Vorderhand auf der Zuggabel abzulegen, doch wenn es so gewünscht würde...

"Wie ich dir gesagt hatte- deine Vorderhand benötigt ein wenig Training..."

Mit dieser Ansage spürte ich, wie mir zuerst links ein Metalloval über den angewinkelten Arm geschoben wurde bis ein zweites, kleineres Oval an der Armbeuge dies begrenzte, dann fühlte ich, wie eine Metallstange zuerst zwischen meinen Armen sich ihren Weg suchte und dann auch in meinem Rücken spürbar war. Jens schien dann die Seiten zu wechseln, denn ein Antippen meiner rechten Vorderhand war wohl als Aufforderung zu verstehen, meine Haltung dieser der linken anzugleichen. Dann spürte ich, wie die Stange weitergeschoben wurde und sich ihren Weg durch die rechten angewinkelten Arme suchte. Mir wurde klar, ich hätte es hier mit einer metallenen Ellenbogenfessel zu tun- eine doch recht perfide Fesselung wenn man diese über Stunden angelegt bekam. Ich konnte für mich nur hoffen, sie nach dem Training wieder abgenommen zu bekommen...
Der Stallknecht schien mit dem Gesamtbild zufrieden- er saß auf und mit einem Zügelschlag gab er mir das Startsignal.
Seine Fahrkommandos führten mich, vom gefühlten Untergrund her, zuerst wohl auf die Bahn. Rechts, Links- Abbiegen in allen möglichen Winkeln, Kehren und auch Vollkreise; er sorgte für den Verlust jeglicher Orientierung bei mir. Ich wusste nur noch, ich befand mich auf der Rennbahn, mir war dank der Mittagssonne jetzt richtig warm in meinem Fell und zu meinem Missvergnügen kribbelte mit einem Mal auch noch mein elektronischer 'Halskragen'...

"Witnere- höher mit deiner Hinterhand! Du kannst das sauberer..."

Ist ja gut- ich riss mich zusammen und konzentrierte mich stärker auf meine Beinarbeit. Nach einigen weiteren Zügelkommandos veränderte sich der Untergrund- er wurde weicher, sandiger- und ich durfte einfach eine Strecke gerade aus laufen. Nach einem Halbkreis ging es offenbar den gleichen Weg zurück, wieder auf die Rennbahn und dann fühlte ich erneut die Wiese unter meinen Hufen.

"Du kannst es doch Witnere- jetzt war das Bild mit deiner Hinterhand ansprechend. Behalte es so bei bis wir mit der Trainingseinheit fertig sind und du hast dir einen Snack verdient..."

Ich fühlte das noch nicht gemähte Gras an meinen Unterschenkeln entlangstreichen, aber diese Wahrnehmung verschwand nach ein paar Schritten wieder. Der Eindruck, ich würde weiterhin auf Gras laufen, unterstützte meine Vermutung, wir wären wieder auf dem Parcours und ein wortloses Zügelschlagen meines Jockeys war an mich die Aufforderung ein wenig mehr Geschwindigkeit aus mir herauszuholen. Mittlerweile spürte ich die Eisenstange mehr als deutlich in meinem Rücken- aber wenn ich meine angewinkelten Arme ein wenig nach hinten zog, verschwand der Druckschmerz.
Ich war mir nicht sicher, aber es dürfte nach zwei Runden im Parcours gewesen sein, als ich von Jens ein Haltesignal bekam. Die Entlastung der Deichselstangen sagten mir, er war abgestiegen- dann fühlte ich, wie die Eisenstange in meinem Rücken herausgezogen wurde und er mir die Metallovale von den angewinkelten Armen zog.

"Halt deine Vorderhand weiter in dieser Haltung- ich möchte sehen, ob du verinnerlicht hast, wie es hier auf dem Hofgut von den Pferden verlangt wird. Wenn du es zu meiner Zufriedenheit hinbekommst, läufst du den Rest des Tages ohne diese 'Hilfe'..."

Mit diesen an mich gerichteten Worten bestieg er wieder den Sulky und gab mir dieses Mal verbal das Startkommando. So zog ich darauf bedacht, die Haltung meiner Vorderhand nicht zu verändern, noch mehrere Runden ehe ich wieder mit der Ansage 'Zeit für eine Futterpause' wieder an den Rennbahnrand in den Schatten gelenkt wurde.
Der Stallknecht entfernte die Abdeckungen meiner Augenlinsen und dank der morgendlichen Erfahrung in der 'Tierklinik' kniff ich meine Augen zu. Auch erlaubte er mir, die bisher eingeforderte Haltung meiner Vorderhand aufzugeben und diese zu lockern...
Wie gut dies tat- meine Arme hatten kurz vor dem Verkrampfen gestanden und freuten sich regelrecht über die ihnen erlaubte Bewegung. Das momentane Highlight waren aber die beiden Portionen Malzbier, die mir jetzt zugestanden worden. Kaltes Malzbier- das tat einfach nur gut! Dazu die übliche Portion Wasser zum nachspülen- und mit der Ansage, in meiner Box würde ich dann den versprochenen Snack bekommen, saß Jens wieder auf und so zog ich ihn zurück zum Stall, wo ich dann ausgespannt und in meine Box geführt wurde.


08 Mira


Der versprochene Snack entpuppte sich als gekühlter Gemüsebrei- süßlich und mit dem dominierenden Geschmack von Karotten. Vermutlich war es Babynahrung, die hier serviert wurde- aber der kühle Geschmack, die für ein Pferd artgerechte Unterbringung und das in mir vorhandene Gefühl, eine gute Leistung in den ersten beiden Trainingseinheiten gezeigt zu haben verwoben sich zu einem Konglomerat in mir. Keines der gehörten Gerüchte in Bezug auf den vermeintlichen Umgang mit Pferden hier hatte sich bisher bestätigt, im Gegenteil- wenn man nicht seinen Masochismus in den Kategorien Gelb oder gar Rot ausleben wollte, war dieses Hofgut ein Paradies für Ponyplayer. Markus als Pferdetrainer war ein Traum und auch Jens hatte sich als überaus kompetent gezeigt. Dazu die Anlagen mit ihren Möglichkeiten- ich war einfach nur begeistert!
Nach meiner Fütterung nickte ich dem Stallknecht freundlich zu, schnaubte und wollte es mir gerade auf den Strohballen bequem machen, als Jens mich stoppte.

"Steh Witnere!"

Seine Ansage kam nicht gebellt sondern wie ein freundlicher Hinweis- aber fordernd genug um sofort dieser besser nachzukommen. Er ließ mich kurz in meiner Box allein, kam aber nach einigen Minuten mit einer Putzkiste und vier Lederfesseln zurück- und seine Erklärung ließ keinen Zweifel daran, was folgen würde.

"Die Baroness Mira wird nachher hier vorbeischauen und einige Fragen zu den anstehenden Einheiten mit dir stellen- besonders was das Training mit einem unserer Gestütpferde angeht. Daher werde ich dich vorher ein wenig hübsch machen... Du hast ja angegeben, die Fixierung in Strappado-Haltung würdest du mögen...- und der Baroness wird das Bild eines hübschen, fixierten Hengstes sicher auch zusagen. Du kannst da wirklich bei ihr Sympathien gewinnen, die sich später sicher zu deinen Gunsten auswirken können..."

'Hätt ich das mit meiner Vorliebe für diese Haltung mal lieber nicht erwähnt...' dachte ich in diesem Moment, '... aber gesagt ist gesagt und jetzt bekomme ich eben, was ich mir gewünscht habe.'

So blieb ich ruhig stehen während ich die Fesseln angelegt bekam und diese entsprechend mit je einem Karabiner verbunden wurden. Eines von zwei an der Seite der Box befestigte Seilen, welche durch eine der Deckenösen liefen, wurde gelöst- 'die waren aber gestern noch nicht da gewesen...'- mit den Ledermanschetten auf meinem Rücken verbunden und dann von dem Stallknecht langsam hochgezogen.

"Du wieherst, wenn du der Meinung bist es ist genug..."

Danke- die Entscheidung, wie stark ausgeprägt diese Maßnahme mit mir wäre, blieb in meinen Händen. Daher ging ich nicht bis an mein Limit sondern wieherte bereits, als ich vornübergebeugt stand und meine Vorderhand noch nicht ganz waagerecht war.

"Komm komm komm Witnere, wenn du die Baroness beeindrucken willst, sollte deine Vorderhand mindestens waagerecht sein- das geht noch..."

Ich nickte dies ab... 'blöder, aber wirkungsvoller Appell an meinen Ehrgeiz...' und gab damit mein Einverständnis dazu. In dieser Haltung würde ich, das wusste ich, etwa eine Stunde durchhalten ohne danach größere Schmerzen in den Schulterblättern zu haben- und bis dahin würde die Mittagspause sicher vorüber sein.
Vornüber gebeugt mit dem Kopf zur Boxenwand spürte ich als nächstes, wie Jens das zweite Seil durch die Rückenöse meines Zuggeschirrs zu fädeln schien. Mit den Worten "zu deiner eigenen Sicherheit..." bestätigte er meine Vermutung- und irgendwie war diese Behandlung etwas, was meine Maso-Seite in mir ansprach.
Mit einer weichen Bürste wurde ich nun von oben bis zu dem Behang meiner Hinterhand ausgiebig bearbeitet- ein Gefühl unter Latex, als würde man gestreichelt werden... Ich konnte und wollte nicht verhehlen, dieses betütelt werden machte mich an- was man an der Versteifung meines Hengstschlauches in seiner Latexhülle sehr deutlich sehen konnte.

"Ihr Hengste seid doch alle gleich- egal ob Einsteller oder Gestütpferde... Einmal nur in die Nähe eurer besten Stücke gekommen und schon protzt ihr damit vor allen Anwesenden- egal, ob eine Stute in der Nähe ist oder nicht!"

Mit diesem Kommentar des Stallknechtes kümmerte dieser nun um die 'Verschönerung' meines Fells- Latexpflegemittel wurde mit einem weichen Lappen aufgetragen und und ich kam erneut in den Genuss einer Ganzkörpermassage. Mit dem Ergebnis seiner Arbeit nach einiger Zeit zufrieden, schoss Jens noch ein paar Photos von mir in meiner Haltung.

"Die Bilder sind als kleine Erinnerung an deinen Aufenthalt hier gedacht- da kommen noch weitere mit dir beim Training hinzu.
Nicht weglaufen- und sei höflich zu der Baroness. Sie wird dich nämlich losmachen..."

Eine letzte Berührung durch den Stallknecht- dann verließ er meine Box und ich stand allein in dieser. Die einzigen vernehmbaren Geräusche waren mein Atem und ab und zu im Hintergrund ein Wiehern oder Schnauben des einzelnen in seiner Box stehenden Bio-Pferdes.
Dieser Zustand der angespannten Aufmerksamkeit, kombiniert mit meiner eingeschränkten Körperhaltung forderte nach einiger Zeit ihren Tribut und ich konzentrierte mich mehr auf mich selbst als auf meine Umgebung. Die Monotonie meiner Atemzüge und das Fehlen jeglicher weiterer Abwechslung versetzte mich in eine Mischung aus Tagtraum und Schlaf...
...aus der mich zwei mäßig ausgeführte, aber dennoch in dieser Situation als schmerzhaft empfundene Gertenhiebe auf meine Kruppe heraus holten. Die ausführende Person war aus meiner Haltung nicht zu sehen, von dieser erfolgte auch keine Ansprache an mich- einzig die Berührung der Gerte an meiner rechten Hinterhand nahm ich wahr. Ein unwillkürliches Zittern derselben war nicht durch mich zu unterdrücken- die Gerte fuhr an mir entlang, es erfolgte aber kein weiterer Schlag mit ihr. Statt dessen schoben sich zwei hochwertige schwarze Damenreitstiefel in mein Blickfeld, eine dunkelrote Reithose mit Lederbesatz und eine weiße Bluse. Ich strengste mich an, meinen Kopf noch ein wenig weiter in den Nacken zu legen und sah endlich das zur Person gehörige Gesicht- es war die Baroness Mira, die auch die einführenden Worte bei unserer Begrüßung gestern gesprochen hatte.
Ihr schmales Gesicht mit den glatt nach hinten zu einem Pferdesch****z gebundenen schulterlangen Haaren war nicht unattraktiv- ihr Gesichtsausdruck war freundlich, drückte aber gleichzeitig eine Überlegenheit mir gegenüber aus, die mich in Alarmbereitschaft versetzte. Diese wurde von der an einer Gürtellasche hängenden Peitsche noch verstärkt.
'Wer die Dame zum Feind hat- der hat hier als Tier definitiv nichts zu lachen...' Ich konnte nichts dafür, die Berührung ihrer Hand auf meinem Rücken jagte mir einen Schauer über denselben.

"Du bist also Witnere...- und meine Mutter hat deine Besitzerin und dich als Showact zu dem Turnier eingeladen? Du bist ein hübsches Kaltblut und es freut mich, dich kennenzulernen...
Der Pferdetrainer und mein Stallknecht haben mir mitgeteilt, du wärst willig und von deiner Herrin zudem gut trainiert. Ich werde mir morgen davon selbst ein Bild machen können- aber wenn beide an dir nichts auszusetzen haben, war meine Entscheidung, bei meiner Mutter darauf zu drängen, deine Herrin für den Showteil einzuladen, nicht falsch..."

Während sie dies erzählte, spürte ich, wie meine hochgezogenen Arme ein wenig mehr Spiel erhielten und ich diese etwas entlasten konnte. Ich war, ehrlich gesagt, dankbar für diese Geste- ich wäre aber selbst dem Teufel in dieser Situation dankbar gewesen und nickte daher ihre Ausführung rein prophylaktisch ab.

"... Meine Mutter tut sich in letzter Zeit manchmal ein wenig schwer mit Neuerungen- daher wäre es nicht von Nachteil für deine Besitzerin, wenn euer Auftritt bei dem Rennen ein Erfolg wäre. Zumal die Leitung des Gestüts demnächst von meiner Mutter abgegeben wird."

Auch ohne weiter auszuholen war klar, was sie damit meinte- sie würde die Leitung übernehmen und dabei nicht vergessen, wer ihr Steine in den Weg nach oben gelegt oder diesen geebnet hatte...
Die Baroness setzte sich jetzt auf einen der Strohballen, die mein 'Bett' bildeten und machte es sich bequem- aber bedacht darauf, daß sie in meinem Blickfeld blieb.

"Zu meinem Bedauern ist deine Besitzerin verhindert- ich kann das aber gut verstehen. Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich rund um die Uhr um sein Tier kümmern zu können und ich weiß auch, wieviel Herzblut man in ein gutes, williges Tier steckt- zumal, wenn eine derart enge Bindung wie zwischen euch besteht...
Mir wäre es zwar lieber, mit ihr die anstehenden Fragen abzuklären- aber Dienst ist Dienst und ich bin mir sicher, du als Hengst wirst mir sicher gleichfalls die Fragen beantworten können. Kopfnicken oder-schütteln ist dir ja möglich- wenn eine Frage von mir zu unklar formuliert ist, wieherst du einfach..."

Dies kam etwas von oben herab- ihre Aussprache und auch ihre Körperhaltung drückten zwar augenscheinlich Jovialität aus- allein ihr Blick sagte mir, ihr war es unangenehm sich mit einem Pferd wie mir unterhalten zu müssen. Es passte einfach nicht in ihr Weltbild...

"Die beiden ersten Trainingseinheiten waren in Ordnung für dich?"

Ich nickte ohne groß zu überlegen.

"Dein Leihfell macht dir keine Schwierigkeiten?"

Ja- das war aber Konversation- es folgten dann von ihr auch noch einige weitere Fragen zu meinem Befinden...

"Würdest du sagen, die 130 kg Zugleistung wären das obere Limit für dich- oder glaubst du, da ginge noch mehr bei entsprechend längerem Training?"

Vorsicht-Falle! Ich hatte keine Ahnung, wohin die Baroness mit dieser Frage zielte- aber ich wieherte lieber, denn ich war mir sicher, ein Nein würde sie garantiert nicht als letztes Wort ansehen und mit einem Ja würden die Anforderungen an mich sofort hoch gesetzt.

" Gut, ich frage dich anders- glaubst du, es wäre möglich, wenn du mit einem weiteren Pferd im Doppelzug arbeitest, mehr als 250 kg zu ziehen?"

Auch hier wieherte ich- nickte dann aber langsam einmal mit meinem Kopf. Natürlich wäre dies möglich, wenn das zweite Pferd gesund und seine Gelenke in Ordnung wären.
Die Baroness schien meinen Gedankengang gelesen zu haben, denn ihre folgende Frage formulierte diesen fast wortwörtlich, den ich dann auch bewußt abnickte.
Weitere Fragen bezogen sich darauf, ob ich es mögen würde, auch mal an ein oder zwei Ausfahrten in einem Gespann teilzunehmen- natürlich meine Einschränkung dahingehend beachtend, wie ich mit dem Futter zufrieden wäre und ob es meine Besitzerin gut finden würde, wenn sie in dem angedachten Showprogramm zwei zumindest ähnlich aussehende Pferde im Doppelgespann führen könnte. Diese letzte Frage von ihr erfolgte beiläufig und ja- von der Optik machen zwei gleich aussehende Pferde mehr her als unterschiedliche. Daher bejahte ich auch diese Frage mit einem Nicken.
Offensichtlich zufrieden mit dieser doch recht einseitigen Form der Unterhaltung stand die Baroness auf- ich spürte ihren Körper an meiner Seite und dann ihre Finger, die mit einigem Druck über meine Arme und meinen Rücken strichen. Dies begann sie mit dem Zuhalten meiner 'Nüstern' zu kombinieren- sie legte es ganz offensichtlich darauf an, mich zu erregen. Wollte sie sehen, wie ich darauf als Hengst reagierte? Oder war es einfach nur für sie eine Bestätigung, mir ihre Überlegenheit als Mensch gegenüber dem gefesselten 'Tier' aufzuzeigen?
Ich reagierte wie sie es wohl erwartete- mein Hengstschlauch versteifte sich. Zum Glück respektierte sie aber das Besitzverhältnis, in dem ich mich mit meiner Partnerin befand- es erfolgte kein Griff an mein steifes Stück Fleisch, was in seiner Gummihülle deutlich sichtbar abstand...
Auch schien die Baroness offenbar genug von mir zu haben. Ihre Berührungen endeten, meine Fesselung wurde gelöst und mit der Bemerkung, der Stallknecht würde mit mich die nächste Einheit dann gemeinsam mit einem Gestütpferd trainieren, trat sie aus meiner Box in die Stallgasse. Ohne weitere Beachtung für mich rief sie Jens an und erteilte ihm herrisch den Auftrag, einen 'Blacky' entsprechend vorzubereiten- er solle ruhig auch die geschlossene Maske mit den kleinen Nüstern angelegt bekommen. Ein wenig Training damit würde ihm gut tun...
Da ich mittlerweile für die Baroness Luft war, legte ich mich auf mein Stohbett und genoss die Minuten der Ruhe vor meiner nächsten Einheit. Ich freute mich darauf, nun gemeinsam mit einem anderen Pferd trainiert zu werden- und war ehrlich neugierig, wie ich mit einem der Gestütpferde agieren würde. Einzig der morgige Tag- und da auch nur die Ankündigung, von der Baroness selbst trainiert zu werden- sorgte in mir für Unruhe. Ihr Besuch in meiner Box hatten meine im Vorfeld gehörten Vorbehalte der Baroness gegenüber nicht verkleinert...
35. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung... Witnere & Schlachtross

geschrieben von Blackrubberhorse am 02.04.21 14:56

09 Blacky...


Es dauerte doch ein wenig länger als ich vermutet hatte, ehe der Stallknecht an meiner Box auftauchte um mich zum nächsten Training abzuholen. Mir war es recht, denn so erholten sich meine Schulterblätter von der leichten Überdehnung, die ein Hochziehen der Vorderhand auf die eben praktizierte Art unweigerlich mit sich brachte.
Vom Zeitgefühl dürfte es jetzt früher Nachmittag sein- selbst im Stall war die draußen herrschende Wärme dieses Frühsommertages nun mit jedem Atemzug spürbar. Ich vermutete, die beiden anstehenden Einheiten würden sicher hart werden- selbst wenn diese im Schatten abgehalten würden- aber sollte das Training auf der Rennbahn stattfinden, würde ich in meinem Fell weichgekocht. Tja- das ist das selbst gewählte Schicksal eines Latexpferdes...
Jens fixierte meine Vorderhand dieses Mal an den Hüftseiten, ehe er mich aus meiner Box holte und aus dem Stall führte. Zum Glück war er darauf bedacht, mit mir, so gut es möglich war, im Schatten zu bleiben, während er mich um das Gebäude führte. Nach der ersten Ecke bewegten wir uns auf der Längsseite und ich konnte erkennen, es stand eine Ausfahrt in einem Zweispänner an. Ein gleichfalls komplett in Latex gehülltes 'Pferd' stand bereits in Fahrtrichtung rechts eingeschirrt vor einer Wagonette und tänzelte unruhig auf seinen Hufstiefeln. Unter der Maske am Halsansatz verlief um diesen eine leichte Wulst, 'trug er gleichfalls ein Halsband?', seine Vorderhand war im Gegensatz zu mir auf dem Rücken verbunden, ihm fehlte auch das Farbband an dieser...- so erkannte ich, es müsste sich um eines der Gestütpferde handeln, da bei ihm auch sonst keinerlei farbliche Kennzeichnung zu sehen war.
Das es sich um einen 'Hengst' handelte, war an der Beule im Schritt sichtbar, ansonsten war dieser ein wenig größer und wesentlich schlanker als ich. Die Muskeln, vor allem an der Hinterhand, zeichneten sich deutlich unter dem Suit ab und ich konnte mir zusammenreimen, er würde wohl hier vorzugsweise als Zugpferd vor diversen Wagen eingesetzt...

"Na Blacky, freust du dich auf das gemeinsame Training mit Witnere? Du siehst, wie immer, sehr hübsch in deinem Fell aus..."

Der Hengst nickte dies mit einer übertriebenen Bewegung seines Kopfes ab- ich konnte mich täuschen, aber da fehlte ein wenig echter Freude über die Bemerkung des Stallknechtes. Dieser Moment des Zweifels wurde aber im nächsten Augenblick überlagert durch das 'für Pferde übliche' Tätscheln des Hengstes an seiner oberen Flanke durch unseren Trainer. Ein durchaus als wohlig zu beschreibendes Schnauben war die Folge davon und so tat ich mein Bedenken als Voreingenommenheit ab...

"...und Witnere- wie sieht es mit dir aus? Du freust dich sicher auch. Hast du eigentlich Erfahrung im zweispännig gefahren werden oder ist das neu für dich?"

Kopf nicken; Kopf schütteln- es ist schwierig, die richtige Antwort zu geben, wenn man in einem Satz unmittelbar hintereinander zwei Fragen gestellt bekommt, die entgegengesetzte Antworten verlangen. Der Stallknecht bemerkte aber unmittelbar seinen Fehler in der mir geltenden Ansprache und wiederholte daher noch einmal den ersten Teil seiner Frage, die ich jetzt klar mit einem Nicken, verbunden mit einem Schnauben beantworten konnte.
Ich wurde daher von Jens an der Führleine mit einigen leichten Berührungen seiner mitgeführten Gerte in die entsprechende Position zum anschirren dirigiert, er löste meine Vorderhand von den Hüften, verband mein Zuggeschirr mit der Deichsel und hängte die Zugketten ein. Dann noch die Zügel an der Trense befestigt- eine Überprüfung, ob die Signale von ihm damit auch bei uns beiden gleichzeitig ankommen- und dann gab es mit dem "Hü, ihr beiden...", unterstützt durch ein Zügelschnalzen, das Startsignal.

"Witnere- denk an deine Vorderhand! Zeig mir, was du vorhin gelernt hast...- oder muss ich dich korrigieren?"

Mannoman- der Stallknecht strietzte mich mit seiner Forderung aber ganz schön... Ich musste ihm aber recht geben wenn er auf eine korrekte Haltung meiner Vorderhand bestand- ich könnte diese auch wie mein Partner neben mir auf dem Rücken gefesselt haben. Da ich einige Pferde kannte, die es vorzogen derart fixiert zu laufen, erschien mir dies nicht ungewöhnlich...
Unser Weg führte uns an der Reithalle und dem RoundPen vorbei in Richtung der Rennbahn- auf die wir dann aber nicht einschwenkten. Wir blieben auf dem geschotterten Fahrweg zwischen dieser und einem Waldstück auf der anderen Seite, bis wir ganz in den Wald eintauchten. Ich war glücklich über die Tatsache, nicht in der prallen Nachmittagssonne unterwegs zu sein, das von Jens gewählte Tempo war den von mir gemachten Vorgaben angepasst und ich versuchte, meine Vorderhufe so zu halten, daß der Stallknecht keine Veranlassung hätte, mich zu korrigieren. Ein leichtes Mitschwingen derselben wurde offenbar toleriert- ich legte mich dafür in mein Zuggeschirr und so rollte der Wagen hinter uns ohne Probleme, die von Jens hätten angemahnt werden müssen. Das Abbiegen an Wegkreuzungen stellte gleichfalls keine Herausforderung dar, entweder machte Blacky oder ich größere Schritte, wenn das jeweilige Pferd in der Außenposition lief.
Nach einiger Zeit erreichten wir den Waldrand und der Stallknecht lenkte uns aus diesem heraus und folgte einem Weg zwischen zwei Weiden. Sofort merkte ich, wie die Sonne auf meinem Fell ihre Wirkung entfaltete. Durchhalten lautete die Parole- ich war ein Pferd und das hatte es nicht zu interessieren, wo es hingelenkt wurde. Trotzdem wurden meine Schritte wohl ein wenig kürzer und dies schien Jens zu bemerken.

"Witnere, auch wenn dir warm sein sollte- ich will sehen, was du hier im freien drauf hast! Eineinhalb Kilometer in der Sonne wirst du wohl hinbekommen...- dann geht es zurück in den Wald."

Damit war wieder mein Ehrgeiz geweckt- die läppischen 1,5 Kilometer würde selbst ein 'alter' Gaul wie ich schaffen! Daher zog ich an, bis ich der Meinung war, die gleiche Geschwindigkeit wie vorhin im Wald zu laufen. Auch wenn der Weg in diesem Stück leicht bergan führte, dies war kein Grund langsamer zu werden. Blacky neben mir zog gleichfalls ohne nachzulassen- von der Verteilung harmonierte es aus meinem Empfinden heraus.
Etwas außer Atem überquerten wir die Hügelkuppe und ich konnte endlich vor mir den Waldrand erkennen, in dem unser vor uns liegender Weg verschwand. Das Gefälle sorgte für ein fast selbstständiges Rollen des Wagens hinter uns- ich konzentrierte mich darauf, meine Haltung der Vorderhand wie von Jens gewünscht beizubehalten und auch meine Hinterhand entsprechend zu präsentieren. Mit wenigen Seitenblicken hatte ich mich der Gangart von Blacky angeglichen- dieser tänzelte zwar ab und an ein wenig neben mir, doch mit den Hufschuhen, die er trug, hätte ich auch permanent mein Gleichgewicht auszubalancieren gehabt.
Endlich war der Wald wieder erreicht- und der Stallknecht legte, wie von mir erhofft, eine Pause ein.

"Deine Haltung der Vorderhand war in Ordnung Witnere- ein wenig übertrieben, das wird sich aber mit der Zeit geben. Mir hat gefallen, du versuchtest die ganze Zeit über das heute Vormittag gelernte umzusetzen...
Deine Hinterhand sah wieder gut aus- manche Pferde 'schlürfen' ja regelrecht mit ihren Hufen über den Boden. Behalte deinen Laufstil bei, das soll die Rittmeisterin lobend deiner Besitzerin mitteilen- da hat diese wirklich gute Vorarbeit geleistet!"

Die Lobeshymne tat mir gut und streichelte mein Ego- doch ein zügiges Tränken wäre mir im Augenblick noch lieber gewesen. Zum Glück holte Jens eine Trinkflasche vom Wagen und verabreichte jedem von uns eine vernünftige Portion Wasser. Während ich zuerst meinen Anteil gereicht bekam, wieherte mein Partner mehrfach ungeduldig, tänzelte und warf seinen Kopf dabei unruhig hin und her. Der Stallknecht forderte Blacky daher nach einigen Malen auf, dies sein zu lassen- wenn er weiter so drängeln würde, könnte er auch ohne Wasser zurück zum Stall laufen. Worauf ich in dem Moment nicht wirklich achtete- der Stallknecht hielt mit einer Hand meine Flasche, hatte die andere Hand aber in seiner Hosentasche...
Nach dieser Ansprache herrschte neben mir Ruhe- ich muss sagen, ohne Wasser zu bekommen die restliche Strecke laufen zu müssen wäre eine recht harte Strafe für meinen Partner, nur weil er ein wenig unruhig ist. Zum Glück für ihn setzte der Stallknecht seine Drohung nicht um- worüber ich froh war- und mit einigen Streicheleinheiten für uns beide nahm er auch die Schärfe aus der Situation.

"Kommt, es ist Zeit weiterzufahren. Markus möchte sicher nicht auf euch warten..."

Mit diesen Worten war unsere Erholungsphase jetzt beendet- der Stallknecht saß auf und mit einem Zügelschlag zogen wir wieder an. Der Waldweg zurück zum Hofgut war ein wenig 'wellig'- immer wieder ging es mal drei, vier Meter hoch und wieder runter. Dank dieser 'Waschbrettstrecke' spürte ich meine Hinterhand und war froh, als wir den Wald verließen und die Rennbahn vor uns lag. Ich schätzte, die von uns gerade zurückgelegte Runde hatte eine Länge von mindestens sechs Kilometern...
Die letzten Meter lenkte uns Jens die Zielgerade an der Tribüne vorbei- und in diesem Moment verstand ich die Gefühle der 'Rennpferde' besser als je zuvor. Ich stellte mir die Kulisse vor, wenn diese vor ihren Rennsulkys hier Kopf an Kopf um den Sieg kämpften- angefeuert von der Zuschauermenge! Dieses Gefühl dabei muss unbeschreiblich sein...
Ich selbst hatte dies für mich als Pferd immer ausgeschlossen, da ich mich ohnehin als Kaltblüter sah- und auch nie wirklich als Rennpferd trainiert wurde. Einen Wagen oder eine Last ziehen- das liebe ich über alles, aber ich war als 'Pferd' zufrieden wenn ich im Ziel ankam oder meine Arbeit fristgerecht erledigt hatte.
In diesen Gedanken verloren spürte ich mit einem Mal das Ziehen der Trense in meinem Maul- der Pferdetrainer stand keine fünf Meter vor mir und hätte Jens mich nicht eingebremst, wäre ich mit ihm kollidiert. Während dieser absaß, kam Markus auf mich zu und strich mir über die Maske.

"Na du Hengst, du scheinst mir aber gerade ganz weit weg gewesen zu sein. Wenn mein Assistent dich nicht gezügelt hätte, wärst du über mich drüber gelaufen..."

Was blieb mir anderes übrig, als dies mit einem Schnauben und Kopfnicken zu bestätigen- ich hoffte nur, nichts falsch gemacht zu haben.

"Gut so. Wenn du so tief in den Ponyspace eintauchst, dann fällt dir vieles hier leichter.
Jens- wie haben denn unsere beiden Pferdchen harmoniert? Gab es da irgendwie Unstimmigkeiten, die einer Feinarbeit bedürfen? Wie hat Witnere sich geschlagen?"

Während Jens und Markus sich leise unterhielten- und der Stallknecht wohl auch einige Videosequenzen dem Pferdetrainer zeigte, die er wohl während der Ausfahrt aufgenommen hatte- schnaubte Blacky mehrfach, wie um meine Aufmerksamkeit zu erregen. Nachdem ich sein vermutetes Ansinnen verstanden hatte, schaute ich zu ihm hinüber und er deutete mir einem leichten Beugen seines Knies jene Geste an, die von Markus mir als Unterwerfungsgeste unter ein ranghöheres Pferd, aber auch als 'Danke' vermittelt worden war. Ich war überrascht von dieser, seiner Reaktion- Ranghöher war ich garantiert nicht und 'Danke' wofür? Ich hatte doch nur, so gut ich es konnte, gemeinsam mit ihm den Wagen gezogen...
Einen Teil zum besseren Verständnis dieser Geste lieferte der Stallknecht, der nach seiner Auswertung meiner Leistung mir mitteilte, ich wäre ein gutes Zugpferd was auch ordentlich Leistung zeigen würde. Er hätte als Trainer da schon ganz andere Tiere zu sehen bekommen- ich würde da locker zum oberen Drittel gehören. An meiner Haltung der Vorderhand hätte er nichts auszusetzen gehabt, da hätte ich mich sehr bemüht...
Markus würde im Anschluss mit uns das Training mit Schwerpunkt Zügelarbeit im Zweiergespann fortsetzen- danach dürfte ich auf die Weide und Blacky mit den anderen Gestütpferden in den Stall.
Mit diesen Worten verabschiedete er sich von mir- er würde uns neben der Baroness Mira morgen wieder mehrere Einheiten trainieren dürfen. Ich wieherte und deutete, so wie Blacky vorhin bei mir, ein 'Danke' für ihn an.

"Witnere, lass dies- du bist doch kein Zirkuspferd..."

Diese Zurechtweisung von Markus- nicht unfreundlich, aber bestimmt, an mich gerichtet, kam unerwartet. Hatte ich etwas falsch gemacht- vor dem Schlitten heute Vormittag hatte er mir doch noch gesagt, wie es hier auf Rosengarten korrekt wäre, sich als Pferd zu bedanken... Auch Blacky schüttelte unmerklich zu den Worten des Pferdetrainers seinen Kopf und so bezog ich seine Reaktion auch darauf. Vermutlich sollte ich nicht jedes Mal versuchen, als Pferd hier Danke zu sagen- das war wohl zu 'menschlich'...


10 Drill


Während der Stallknecht mit Dennis und 'Nordic', deren Anwesenheit ich bei unserer Ankunft gar nicht bemerkt hatte, abzog, bekamen wir von Markus eine weitere Ration Wasser, ehe mir ohne Vorwarnung durch den Pferdetrainer wieder meine 'Scheuklappen' vor den Augenlinsen befestigt wurden und ich so die nächste Einheit wieder blind absolvieren dürfte.

"Ganz ruhig Blacky- noch dieses Training, dann bringe ich Witnere auf die Koppel und dich mit den anderen zurück in den Stall. Dann kommst du aus deinem Fell..."

Mhh- drückte Markus damit indirekt aus, mit meinem Wunsch nach Gleichartigkeit hatte ich meinen 'Partner' in eine für ihn unangenehme Situation gebracht? Oder wie sollte ich das gesagte verstehen?
Ein Zügelschlag als nonverbales Signal, uns in Bewegung zu setzen, befreite mich aus der Lage, darüber weiter nachzudenken- ich hatte so viel Vertrauen zu Markus, daß meine Schritte normal und nicht tastend ausfielen und ich daher das Ziehen des Wagens nicht Blacky allein überließ. Der Boden unter meinen 'Hufen' wechselte auch schnell vom weicheren auf härteren Untergrund- Markus lenkte uns wohl auf die Rennbahn. Lief Blacky jetzt genau so blind wie ich- ich konnte es nicht sagen...
Was mich etwas verunsicherte- wir waren auf der Bahn und doch spürte ich trotz der damit verbundenen Abwesenheit von Schatten nicht die Sonne auf meinem Fell. Erst nach einigen Minuten kam mir die Erkenntnis, eine Wolke könnte sich vor diese geschoben haben und uns so ein wenig Erleichterung verschaffen. Da hatte der Pferdetrainer aber bereits mit seinem Programm für uns begonnen...
'Links, rechts, links, rechts,...'- so hörte ich monoton seine Stimme hinter mir. Blacky und ich sollten jetzt wohl darauf trainiert werden, im Gleichschritt zu laufen. Zuerst nur geradeaus, dann immer wieder ein leichtes Zügelsignal was uns wohl durch das erste Halbrund der Bahn dirigierte, erneut stures geradeaus laufen...- bis wir ohne Ankündigung Signale von hinten erhielten, die nur zu einem Slalomkurs passten. Dazu auch weiterhin die Ansagen von Markus, mit welchem Bein der Hinterhand wir gerade auftreten sollten. Seine Stimme war aber schon leiser, wir Pferde hatten wohl dank seiner Vorgabe unseren gemeinsamen Rhythmus gefunden.
Von einfachen Fahrkommandos hin zu schwierigeren Figuren- Markus führte mich dank Blacky peu a peu hin zu 'neuen Ufern'- nachdem es wohl mit unserem Gleichschritt zu funktionierte und auch der Slalom wohl zu seiner Zufriedenheit ausfiel, folgten Kehren, Achten und weitere Figuren aus dem Fahrsport, die ich bisher nur von Bildern und Videosequenzen kannte.
Ein kurzes Stück gerade Strecke, dann eine neue Figur mehrfach wiederholt, dann in Kombination mit den vorherigen Figuren...- einzige verbale Anzeige für mich war die Aufforderung des Trainers, die Figur noch einmal zu versuchen, wenn er noch nicht damit zufrieden war wie ich sie lief oder sein Lob für uns beide, wenn diese seinen Vorstellungen entsprach.
Markus gönnte uns keine Pause, die Bahn war sein Areal auf dem ich jetzt gedrillt wurde und er nahm auch keinerlei Rücksicht, ob wir dies in der Sonne oder im Schatten von Wolken trainierten. Seine Ansagen- ob verbal oder über die Zügel- waren jetzt Gesetz und wir hatten diese so lange umzusetzen, bis er damit zufrieden war! Wir waren seine Pferde und er bestimmte, was wir wie lang zu üben hatten...
Wie schon beim ersten Training durch Markus mit 'Scheuklappen' hatte ich längst jegliche Orientierung verloren- daher war ich nicht wirklich überrascht als unser Trainer entschied, wir hätten eine Pause verdient. Meine Füße standen seit Stunden in meinem eigenen Schweiß, fühlten sich aber nicht irgendwie wundgelaufen an. Meine Atmung war auch auf normalem Level- auch wenn ich mich auf den Moment freute, wenn ich die Pferdemaske absetzen dürfte.
Im Augenblick war ich aber nur glücklich, wenn auch ohne Sicht, von Markus mit Wasser versorgt zu werden.Jeder Schluck stillte mein Verlangen nach dem Nass und ich musste zugeben, auch wenn ich von ihm jetzt bis fast an meine Leistungsgrenze gebracht worden war, das Training heute bot für mich als 'Einsteiger' einen guten Querschnitt über die Möglichkeiten, die Rosengarten Pferden wie mir bot. Auch andersherum war das breitgefächerte Abfordern meiner Leistung eine gute Sache- meine Trainer waren dadurch in der Lage, mein Leistungsspektrum umfassend zu bewerten.
Nachdem ich mein Wasser erhalten hatte, hörte ich neben mir, wie Markus Blacky versorgte- danach hörten die Geräusche auf und während wir vor dem Wagen angespannt blieben, hatte ich das Gefühl, unser Pferdetrainer wäre nicht mehr bei uns. Vorsichtshalber wieherte ich mehrfach- doch allein Blacky neben mir antwortete auf mein rufen.

"Blacky, Witnere- ganz ruhig! Ich spanne euch beide jetzt um, dann trainieren wir noch ein wenig mit dem Schlitten..."

War Markus jetzt die ganze Zeit hier bei uns gewesen und hatte nur beobachtet, wie ich eingespannt mit seiner vermeintlichen Abwesenheit zurecht kam oder hatte er uns tatsächlich allein gelassen und bereits den von uns jetzt zu ziehenden Schlitten präpariert? Ich konnte es beim besten Willen nicht sagen...- spürte aber, wie er meine Ketten von meinem Zuggeschirr löste und dann auch die anderen Befestigungen, die mich mit der Wagonette verbunden hatten. Der Pferdetrainer führte mich dann hinüber zu dem Schlitten und spannte mich wie schon heute Vormittag davor. Ich hörte ihn dann noch ein wenige hinter mir herum werkeln- dann war eine Zeit nichts in meinem Umfeld zu vernehmen, bis Markus Blacky zu mir brachte und ihn neben mir einschirrte. Auch hier wieder zum Abschluss die Überprüfung der Zügelsignale- und für mich nebenbei die Information, Blacky würde nun auch blind laufen...
Also hatte dieser mir vorhin als Begleitpferd sehend zuarbeiten können und Markus war nun der Überzeugung, wir wären beide soweit aufeinander eingespielt, daß er uns beide unter gleichen Bedingungen trainieren könnte.

"Ihr beiden habt jetzt eine Last von 250 Kilogramm hinter euch und ich bin mir sicher, ihr werdet zusammen diese Last bewältigen. Witnere, wir nutzen wieder den Parcours von vorhin und eure Aufgabe wird es sein, den Schlitten insgesamt drei Mal durch diesen zu ziehen ohne damit in das hohe Gras zu geraten. Wir üben dies in kurzen Teilstücken- Last anziehen, ein zwei Zügelbefehle- dann ein Halt und das nächste Anziehen... Wie im richtigen Leben im Wald!
Da es die letzte Einheit heute für euch ist, will ich noch einmal richtig Leistung sehen! Witnere- dies gilt vor allem für dich, auch wenn du den ganzen Tag bereits in deinem Fell stecktest. Von deiner Performence heute würdest du gut in das Gespann für morgen passen- du hättest den notwendigen Biß dafür...
Kommt, lasst uns anfangen- und Hü!"

So stemmte ich mich mit meinem Partner in mein Geschirr und war über jedes Mal glücklich, wenn der Schlitten endlich zu rutschen anfing. Diese von Markus von uns abgeforderte Leistung hatte es in sich- einerseits die Mobilisierung unserer Kraftreserven, aber auch das ständige Umschalten vom sturen Ziehen auf das Umsetzen seiner verbalen- und Zügelsignale. Seine angeordneten kurzen Momente des Haltens stellten auch keine Möglichkeit zum Durchatmen dar, sie waren- wie mit mir von meiner Ownerin trainiert- eher als Phasen gedacht, wo wir als Pferde im Wald vor einem Stamm neu positioniert würden, ehe es den nächsten Befehl zu erneuten Anziehen gäbe.
Akribisch kamen von Markus die Ansagen, wenn wir mit unserer Last den Rand der Strecke touchierten- jeder dieser Fehler würde nach den drei Runden für uns bedeuten, diesen abzuarbeiten; auch wenn er als Gespannführer diesen verursacht hätte. Mit dieser Aussage trieb er kurzzeitig mir die Angst in meinen Nacken- wenn er bewusst Mist baute, würden wir hier ewig üben dürfen. Im folgenden Satz nahm er mir diese aber sofort; wir hätten zwar schon vier Fehler angesammelt- von denen drei eindeutig sein Verschulden wären- aber wir hätten die Hälfte geschafft und seit einer halben Runde keinen Fehler mehr gemacht...
Mit dieser Motivation durch unseren Trainer und dem Versprechen auf eine weitere Ration Wasser schindeten wir uns ab, um diese Einheit endlich zu Ende zu bringen.

"Wir haben die drei Durchgänge- noch die fünf Fehler, dann habt ihr es geschafft!"

Diese Ansage beflügelte uns und mit einer finalen Kraftanstrengung zogen wir den Schlitten hinter uns noch die geforderten fünf Mal an- dann hörten wir von Markus das uns erlösende Kommando "Hooo"...
Noch ein wenig Ruhe und Entspannung auf der Koppel- dann in den Stall, raus aus meinem Fell, säubern und Futter fassen. Ich war glücklich und auch stolz auf mich- natürlich war mir klar, hier wurde bei mir mit positiver Motivation gearbeitet um mich bei Laune zu halten, doch ich empfand, Markus und Jens hatten mich als Pferd recht nah an meine Leistungsgrenzen gebracht. Dies wurde mir nach unserem ausspannen und in den Schatten verbringen durch meinen Trainer durchaus bestätigt. Markus nahm mir vorher die Scheuklappen ab, hielt meinen 'Kopf' mit beiden Händen und zwang mir so seinen Blick auf.

"Witnere, die Oberschwester hatte heute Morgen gemeint, du wärst eine Kämpfernatur- und sie hat nicht falsch gelegen. Du hast als Einsteller heute an deinem ersten Trainingstag eine Leistung gezeigt- die sehen wir von anderen Pferden nicht nach einer Woche Training hier. Deine Ownerin hat da verdammt gute Vorarbeit geleistet, ich werde dies ihr in deiner Gesamtbeurteilung lobend bestätigen. Diesen letzten Durchgang habe ich daher auf ein Niveau gehoben, der einer Ausbildung im gelben Bereich entspricht. Falls du mir dies nicht glauben möchtest- ich werde mich von dir gleich kurz wegdrehen und deine Beurteilung deinem Partner hier überlassen..."

So gesagt, ließ er mich los und drehte mir den Rücken zu. Ich suchte den Blick zu Blacky und sah ihn bereits auf ein Knie gehen und den Kopf senken. Ein Blick zurück zu Markus bestätigte mir, er hielt sich an seine Aussage und nahm keinen Einfluss auf das, was sich zwischen Blacky und mir abspielte.
Erst als ich von diesem hinter mir ein Wiehern vernahm, drehte sich unser Trainer wieder zu uns- aber da stand Blacky bereits wieder und nichts deutete auf seine gezeigte Reaktion hin.

"Kommt ihr beiden- ihr bekommt jetzt noch etwas zu saufen, dann nehme ich euch an eure Führstricke. Ihr habt euch euren Feierabend verdient..."



Abenteuer auf Rosengarten... Tag 14, Samstag- Woche zwei (Part 2)


Schlachtross:


Die 'Freizeit' und die damit verbundenen Stunden der Ruhe auf der Koppel tat uns allen gut- auch wenn wir nach dem Willen der Rittmeisterin noch bis morgen 'verschlossen' blieben. Uns allen war aber klar, dies war die Ruhe vor dem Sturm... oder die bessere Metapher wäre, wir waren im Auge des Orkans! Für mich waren die zwei Tage als Latexpferd belastend... so etwas machte ich schließlich auch nicht jedes Wochenende... aber insgesamt mental beherrschbar- doch nachdem Miu, Lion und auch Brutus endlich von Markus aus ihren Anzügen geholt wurden, war die Erleichterung darüber und noch stärker die Angst vor dem morgigen Tag in ihren Gesichtern deutlich sichtbar!

'Mit Gewalt bekommt man zwar Ergebnisse, aber wird nie jemanden dazu bekommen, irgend etwas freiwillig zu leisten...- dies galt auch für das arbeiten in so einem Outfit!'

Auch wenn es mich in diesem Fall weniger betraf...- es war ein klassisches Beispiel für die Perversion jeglichen lustvollen Auslebens irgendeines Fetisches hier auf dem Hofgut. Rosengarten war nicht nur an den beiden Baroness und den ihn zuarbeitenden Personen festzumachen- das System selbst zog jeden gut gemeinten Ansatz sofort in den Dreck und pervertierte ihn!
Miu, der sich neben mir an mich gelehnt hatte, zog mit einem Wiehern unsere Aufmerksamkeit erst auf sich, dann richteten sich unsere Blicke auf den Weg zu unserer Koppel. Er hatte unseren Trainer entdeckt, der mit zwei in Latex gekleideten Pferden im Schlepp uns wohl von der Weide holen wollte.

'Den einen hast du heute Morgen doch schon mal gesehen...'

Das andere Pferd trug das gleiche Outfit wie wir die letzten beiden Tage...- und während wir uns langsam dem Tor der Koppel näherten, erkannten wir alle das Fehlen jeglicher Kennzeichnung...

'Hat Blacky es dir zu verdanken, daß er für dich in diesem Aufzug dir zuarbeiten muss? Hast du überhaupt eine Vorstellung, was du ihm damit zumutest?'

Ein Blick in die Gesichter der Gestüthengste bestätigte mir, ich war mit diesen Gedanken nicht der einzige, der gerade so empfand. Meine drei Begleiter schienen ähnlich zu denken- es war kollektive Wut und Verachtung für dieses 'Freizeitpferd' in ihren Gesichtern zu lesen!
Blacky zählte wahrhaftig nicht zu meinen Freunden...- doch hier war ich bei ihm! Hatte ich nicht erst vor wenigen Minuten über das verachtenswerte System 'Rosengarten' sinniert? Schon wurde mir erneut ein Beispiel dafür frei Haus- oder besser Koppel- geliefert!
Brutus bekundete mit seinem Schnauben seine Position als unser Leithengst- gut, ich würde sehen, wie er mit diesem 'Hobbypferd' interagiert und seinen Vorgaben folgen.
Markus befahl dem Einsteller still stehen zu bleiben, drehte sich mit seinem Rücken zu uns und bot damit die Möglichkeit diesem Gaul zu zeigen, was wir von ihm und seinesgleichen hielten! Unser Leithengst fixierte ihn mit seinem Blick... ich hielt mich nah bei Brutus...- und als er sicher war, dieser 'Gast' schaute zu uns... spuckte er demonstrativ auf die Erde. Lion und Miu kannten wohl dieses Zeigen von Verachtung bereits und folgten fast synchron- ich tat es ein wenig zeitverzögert Ihnen gleich...

Wow- ich war nah genug, um die Augen des 'Einstellers' hinter seiner Maske sehen zu können... Unsere Reaktion auf ihn schien richtig gesessen zu haben... da war die pure Wut erkennbar! Seine Reaktion überraschte uns aber- der wich nicht zurück... der wieherte eine Herausforderung!
Unser Pferdetrainer wurde deswegen wieder auf uns aufmerksam und stellte sofort, auch ohne genau zu wissen, was vorgefallen war, die Ordnung wieder her. Brutus und ich drehten zur Sicherheit einen Kreis, weg vom Tor der Koppel und schauten erst danach wieder zu Markus und seinen Begleitern. Dieser forderte den Einsteller auf, still zu stehen- was von diesem doch recht kreativ ausgelegt wurde. Der Einsteller blieb an dem ihn zugewiesenen Ort, doch drehte er uns den Rücken zu.

'Dafür hätte dir Mira ein paar Hiebe verpasst...'

Seine Reaktion war die Antwort auf unser Verhalten und entgegen meinem ersten Gedanken dazu hätte es die Baroness vielleicht sogar belustigt, wie wir uns als Pferde hier gegenseitig an die Gurgel gingen...

'Du bist stolz...- das würde dir hier als Gestütpferd verdammt schnell abgewöhnt werden! Was würde nach ein paar Runden auf Mira's Bahn unter ihrer Obhut davon bei dir übrig bleiben?'

Wie stolz dieser Hengst wirklich war, zeigte er uns nach der Aufforderung von Markus an ihn, sich auf die Koppel zu begeben- er schlug trotz seines Latexoutfits UND seiner Maske das Angebot des Pferdetrainers aus, vorher noch ein paar Schlucke zu sich nehmen zu dürfen. Der Hengst ging sogar so weit, ohne eine Andeutung, uns ausweichen zu wollen, gerade durch uns hindurch zu laufen.

'Bist du nur so stark, weil du Markus hier dabei hast? Würdest du die Konfrontation auch suchen, wenn wir allein wären? Warum, verdammt, wieherst du den Namen von Blacky?'

Diese Fragen schossen mir durch den Kopf und letztere bewog mich, zu meinem Rivalen zu schauen. Der Pferdetrainer wollte uns von dieser Koppel herunter haben und sicher in den Stall bringen- daher rief er uns zu sich. Als Brutus durch das Tor auf den Weg zum Stall heraus treten wollte, staunte ich nicht schlecht...- Blacky stellte sich ihm in den Weg! Noch besser- er wieherte zwar leise, aber verständlich den Namen 'Witnere', blickte dem Einsteller-Hengst nach und schüttelte dann seinen Kopf!

'Werd einer aus diesem Gaul schlau...'

Die Botschaft von Blacky an uns war eigentlich unmissverständlich- er drückte uns gegenüber aus, er wäre mit der Reaktion von uns gegenüber diesem 'Hobbypferd' ganz und gar nicht einverstanden!
Ich begriff nur nicht warum...- Blacky war von ihm sicher gezwungen worden, in dem ihm Angst machenden Outfit zu arbeiten, die Rittmeisterin hatte mir zudem bei dem Gespräch mit ihr vor einigen Tagen indirekt zu verstehen gegeben, daß ich meinen Rivalen durchaus ernsthaft vermöbelt hatte und er jetzt noch immer mit ziemlicher Sicherheit Schmerzen haben dürfte...- was zum Teufel bewog Blacky daher, diesen Gaul in Schutz zu nehmen?
Die Anwesenheit des Pferdetrainers spielte dabei offenbar keine Rolle- Markus beobachtete uns zwar, hielt sich aber zurück. Er sorgte nur für unsere Rückkehr in den Stall und daß Blacky aus seiner Aufmachung kam. In der Box schauten wir zwar ab und an zu Blacky, doch ging er mit keiner Geste mehr auf sein Verhalten ein- er zeigte aber ziemlich aggressiv, er wolle in Ruhe gelassen werden...

Ich war froh über die Ruhe- Miu lehnte sich an mich und zitterte leicht. Ganz sacht schob ich meinen Mund neben sein Ohr und tat so, als wollte ich daran knabbern...

"Morgen?"

Mein Wort war mehr gehaucht als gesprochen...- zum Glück reagierte Miu nicht sofort sondern wartete, bis ich wieder meinen Kopf etwas von ihm entfernt hatte. Dann nickte er- und suchte erneut engen Kontakt zu mir. Ich hätte ihn am liebsten umarmt und so versucht, ihm Sicherheit zu geben- doch die übliche Fesselung verhinderte leider auch solche Gesten der Zuneigung. Ich bedeutete ihn aber, er solle sich vor mich setzen und dann seinen Rücken an meine Brust lehnen...- so konnten sich unsere Hände berühren und er spürte mein Heben und Senken des Brustkorbes. Nach ein paar Minuten legte er seinen Kopf zurück und lehnte ihn an meinen..., ich spürte, wie er entspannte...
Gemeinsam warteten wir so auf unsere ausstehende Fütterung und ich hoffte, diese würde durch Markus erfolgen. Lion grinste ein paar Mal dreckig zu uns herüber und zeigte anzügliche, recht eindeutige Gesten, doch ging ich nicht auf sein Verhalten ein. Brutus schickte ihm ein mißbilligendes Wiehern und die von ihm erhoffte Unterstützung durch Blacky blieb auch aus. So stellte er sein provozierendes Verhalten nach einiger Zeit ein und sehnte, deutlich hungriger als wir, das Erscheinen eines Menschen mit Futter für uns herbei...
36. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von TMeier am 06.04.21 14:11

Vielen Dank das du so fleißig die Geschichte weiter schreibst!!!

Hier lerne ich zum erstenmal hier im Forum mich wirklich in Geduld zu üben.

Der Fortschritt in der Geschichte ist jede Woche sehr minimal mir eigentlich schon deutlich zu langsam.
Dabei halte ich mich eigentlich eher für geduldig und mag die auch die langsammeren Geschichten.

Ich hatte mich schon gewundert das es so langsam voran geht.
Du brauchst für den Samstag schon 4 Wochen und das ist ja eigentich ein normaler Tag in der Geschichte.

Allerdings habe ich mir dann nochmal die Geschichte als ganzes durchgelesen und da lies sie sich sehr gut und die gefühlten längen in der Geschichte kommen nur dadurch das ich es nicht gewohnt bin die Geschichen während des veröffentlichen in häppchen zu lesen.


Also bitte mach weiter so!!!

Gruß
Thomas
37. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 09.04.21 13:47

Witnere in Rosengarten... Samstag


11 Vorurteile, Fehleinschätzungen und Erklärungen...


Noch war ich mit meinen Gedanken bei der gerade beendeten Doppeleinheit im Zweierzug mit Blacky und freute mich auf meine Weidepause. Das Gestütpferd war immer noch irgendwie unruhig in seiner Art, wie wir hinter Markus hertrotteten, aber diese erste Zusammenarbeit vor einem Wagen mit ihm bei der Ausfahrt und im Parcours hatte meiner Meinung nach recht gut funktioniert... Dieser Blacky hat meiner Meinung nach Potential und ich freute mich schon auf die weiteren Einheiten, die morgen zusammen mit ihm anstehen würden- auch wenn er auf mich von seinem Charakter etwas scheu, aber auch aggressiv wirkte. An seiner gezeigten Leistung war definitiv nichts auszusetzen, was für seine gute Ausbildung hier auf dem Gehöft sprach...
Durch die Sichtscheiben meiner 'Augen' sah ich die Koppel vor mir auftauchen, auf der ich die Zeit bis zum Stallgang mich jetzt erholen dürfte- wie vom Trainer vorher gesagt, standen die Gestütpferde in der hier auf dem Gehöft wohl üblichen Fixierung der Vorderhand am Harness seitlich in Hüfthöhe bereits am Tor der Koppel und warteten darauf, von Markus in ihren Stall gebracht zu werden. Alles Hengste- das war bei dem 'Naturfell' nicht zu übersehen-, ich zählte vier Stück und ein 'Rappe' schien der Leithengst zu sein. Er war vom Alter her, so schätzte ich, etwa zehn Jahre jünger als ich, aber es hätten auch fünfzehn sein können. Ich war aber auch noch nie gut darin gewesen, das genaue Alter von anderen Personen zu schätzen...
Neben einem deutlich jüngeren Hengst waren die beiden anderen- der eine ein 'Fuchs' von der Haarfarbe her und den anderen stufte ich für mich als 'Haflinger' ob seiner Mähne ein- etwa im gleichen Alter wie der Rappe.
Während Markus meinen Begleiter mit dessen Führleine an einem der Längsbalken neben dem Tor festband, spürte ich, wie die Blicke der vier auf mir ruhten. Was mich sichtlich irritierte- das war etwas anderes, was ich trotz meiner Maske und des Felles direkt auf meiner Haut spürte...
Der Pferdetrainer stand mit dem Rücken zu uns- ich blickte den Rappen in sein Gesicht, denn ich vermutete, hier ging es um eine Machtprobe und um Rangverhalten. Nachdem dieser sich sicher war ich würde ihn ansehen- spuckte er deutlich vor mir aus und die anderen drei taten es ihm gleich.
Das war keine Machtprobe- das war Verachtung! Was für Arschlöcher! Ich hatte den Vieren ganz sicher nichts getan- warum also so ein Verhalten? Hätte 'Blacky', wenn er jetzt keine Maske getragen hätte, auch so gehandelt? Immerhin war er auch eines dieser Gestütpferde...
Mein erster Schockmoment verwandelte sich in Wut- nein, vor diesen Idioten würde ich ganz sicher nicht kuschen! Instinktiv wieherte ich herausfordernd, was Markus dazu brachte, seinen Blick wieder uns zuzuwenden.

"Ruhig Witnere! Brutus, Schlachtross- zurück!"

Da dieses Kommando doch recht scharf von ihm in der Tonlage kam herrschte sofort Ruhe und beide angesprochenen Pferde in der Koppel drehten in einem kleinen Kreis ab und kamen einige Meter vom Tor zum stehen.
Brutus, Schlachtross? Letzterer hatte doch für ein anderes Gestüt letztes Jahr bei einem der großen Rennen gewonnen- Moment... das war auf Felsenstein, wo meine 'Besitzerin' Elena und ich unsere erste Showvorführung gezeigt hatten...- war der jetzt unter die 24/7 Pferde hierher gewechselt? Und Brutus hatte ich auch schon mal gehört...- klar, der Artikel in der 'Horse & Owner'! Da hatte ja gestanden, Rosengarten wäre seine neue Heimat und eine der Baroness die neue Eigentümerin...

"Witnere steh- oder muss ich dich auch festbinden?"

Die an mich gerichteten Worte holten mich aus meinen Überlegungen und ich schüttelte sicherheitshalber mit meinem Kopf. Eine Reaktion auf die Geste der Gestütpferde war aber angebracht wenn ich diese Frechheit nicht durchgehen lassen wollte- ich drehte mich demonstrativ von diesen arroganten Gäulen weg und widmete Ihnen meine Rückseite als Zeichen meiner Ignoranz ihrem Verhalten gegenüber. Dazu blieb ich noch mitten auf dem Weg stehen und machte keinen Zentimeter platz. Sollten sie doch um mich herum laufen...

"Ab auf die Koppel mit dir oder willst du Wurzeln schlagen?"

Diese wieder in einem ruhigen Ton vorgebrachte Aufforderung des Pferdtrainers sorgte für Bewegung durch mich. Ohne die anderen Pferde eines Blickes zu würdigen stolzierte ich regelrecht an ihnen vorbei, verzichtete auch auf die von Markus mir noch angebotene Möglichkeit, ein paar Schlucke aus der Trinkflasche zu nehmen- versuchte aber, mit einem gewieherten "Blaaacky" ihm zu sagen, er soll es bitte meinem Trainingspartner geben. Die Koppel lag vor mir und ich könnte hier mich ausruhen oder herumtollen bis ich entweder von dem Stallknecht oder Markus in den Stall geholt würde, wo ich dann Dusche und Futter bekommen würde...
Was ich in meinem Stolz und gekränkter Ehre nicht mehr wahrnahm- Blacky stellte sich Brutus in den Weg daß dieser anhalten musste, schaute mir nach und schüttelte dann mit dem Kopf. Markus hielt sich klugerweise heraus, er hatte begriffen, hier klärten 'seine' Hengste gerade etwas unter sich- und solange sie sich nicht dabei gegenseitig verletzten war dies ihm egal.
Ich bekam dies alles nicht mit- sollten diese arroganten Scheißgäule mit wem auch immer ihre Machtspiele treiben. Ich erwischte mich sogar bei dem Wunsch, wenigstens einige der kursierenden Gerüchte über Rosengarten wären in Bezug auf diese vier wahr...
Im nächsten Moment schämte ich mich aber ob dieses Gedankens- egal, ob wahr oder übertrieben; kein Pferd sollte so etwas einem anderen wünschen. Während ich mich an einen Baumstamm lehnte und sich der Schweiß an meiner Kruppe unter dem Latexfell sammelte, versuchte ich das heute hier gesehene und erlebte zu ordnen und mit dem, was ich nur vom Hörensagen kannte, in Übereinstimmung zu bringen.
Sicher- als Pferd oder anderer Kunde auf Rosengarten könnte man hart angefasst werden und ich war mir auch im klaren darüber, meine Vorstellungskraft würde nicht ausreichen um mir einen Aufenthalt hier in der Kategorie 'Rot' auszumalen. Aber dies war ja etwas, was (fast?) jeder hier beeinflussen könnte.
Doch wie verhielt es sich mit den Gestütpferden? Bis auf Blacky, mit dem ich trainieren durfte, waren mir nur die vier anderen Hengste begegnet und ganz offen- ich verspürte keine Lust mehr, sie näher kennenzulernen. Die hatten sich doch freiwillig für ein Leben als Vollzeitpferd entschieden- ich hatte kein Problem mit denen, also sollten sie mich mit ihren Rangordnungsspielen in Ruhe lassen. Ich empfand Achtung vor Blacky, aber der hatte mit mir zusammen auch etwas geleistet...- der Rest soll das erst mal nachmachen!
Wie nah ich mit diesem Denkmuster an den Gedankengängen der Gestütpferde war ahnte ich nicht im geringsten! Doch wie sollte ich mit dem gezeigten Verhalten der vier umgehen? Als Pferd hatte ich mich ja wie ein solches auch in der Box zu verhalten- aber vielleicht wäre der Pferdetrainer oder die Oberschwester morgen nachsichtig genug, wenn ich ihn danach fragte. Im Unterschied zum Stallknecht und der Baroness traute ich den beiden- warum konnte ich nicht genau sagen. Markus und Natascha hatten etwas an sich, was sie wie nur wenige andere Menschen zu Vertrauenspersonen machte. So hoffte ich, den Pferdetrainer heute Abend noch einmal zu begegnen- vielleicht im Rahmen einer Tageszusammenfassung...
Während ich diesen Gedanken nachhing, merkte ich nicht, wie die Zeit verging- bis ich die Stimme des Stallknechtes hörte wie er nach mir rief. War meine Zeit auf der Koppel schon vorüber und sollte ich jetzt zurück in den Stall? Zumindest war es als Pferd vernünftig, auf die Stimme des Stallknechtes zu hören- ich wollte ja nicht unnötig den Zeitpunkt hinauszögern, an dem ich aus meinem Fell heraus dürfte. So erhob ich mich und ging langsam auf das Tor zur Koppel, an der mich Jens in Empfang nahm.
Doch statt zurück in den Stall führte er mich zurück an die Rennbahn. Ich war verwirrt- aber als Jens mich vor der Wagonette einschirrte, war mir klar, ich sollte diese sicher zurück zum Stall ziehen. So war es auch- zum Glück für mich saß Jens nicht auch noch auf sondern führte mich an meinem Führstrick zurück zum Stall.
Nach dem Ausspannen waren es nur noch wenige Schritte bis zum Duschraum, vorbei an anderen belegten Boxen. Der Stallknecht begann mich zu entkleiden- ich war jetzt wirklich froh, aus meinem 'Fell' heraus zu dürfen, genoss die ungefilterte Stallluft und auch mein Magen signalisierte mir, er wollte nach dem heutigen Training gefüllt werden.
Doch zuerst stand ich im Sprühstrahl der Brause, mit der Jens mir den Schweiß von der Haut spülte und freute mich über jede Sekunde, die das warme Wasser auf mich herab prasselte. Viel zu schnell war dieses Vergnügen jedoch vorüber, der Stallknecht rieb mich mit einem Handtuch trocken, ich bekam von ihm auch Badeschlappen, mein grünes 'Armband' und wurde dann von ihm in meine Box geführt. Jens nahm mir die Schlappen ab, sagte mir, mein Outfit würde morgen früh gereinigt mir wieder zur Verfügung stehen und erinnerte mich noch einmal an die Verhaltensregeln, die auch für mich galten- mit der Zusage von ihm, in spätestens einer halben Stunde mit dem Futter zurück zu sein, blieb ich in der Box zurück.
Die Strohschicht unter meinen Fußsohlen spürend, gab ich dem aufsteigenden Drang nach und äppelte wie selbstverständlich in den Eimer ab. Die nachfolgende Reinigung mit dem Stroh war ungewohnt- doch mit dem bereitgestellten Desinfektionsmittel aus dem Spender war ich in der Lage, mich zu meiner eigenen Zufriedenheit zu säubern. Entspannt machte ich es mir auf den Strohballen, die mein Bett bildeten, bequem und rekapitulierte meinen Tag- Markus als mein Pferdetrainer hatte ja angekündigt, ihn eingehend mit mir besprechen zu wollen und ich war neugierig, wie er meine Leistung einschätzte. Er hatte mich ja schon nach seinen Einheiten mit mir gelobt- doch würde es ganz sicher auch Punkte geben, die es zu verbessern gäbe. Auch würde ich versuchen, das Verhalten der Gestütpferde zur Sprache zu bringen...
Schneller als erhofft war der Stallknecht zurück und mit ihm eine gute Portion 'Futter' für meine Raufe.
Ich muss zugeben- an die Verpflegung auf 'Berggeschrei' reichte es bei weitem nicht heran, doch war es wesentlich 'artgerechter'. Zum überwiegenden Teil bestand es aus kleingeschnittenen Kohlrabi, Möhren und Gurken- aber angereichert mit gerösteten Brot-, Wurst- und Käsewürfeln. Ein kleiner grüner Beutel mit 'Witnere' war aber nach dem Tag das personalisierte Highlight: in diesem befanden sich neben einem Bild von mir, wie ich heute Mittag fixiert hier in der Box stand, auch ein Schraubglas mit einer Mischung aus Nüssen, Rosinen und Schokoladenstücken und mehrere Portionspäckchen mit Zitronensaft.

"Die hast du dir heute redlich erarbeitet- wer hier auf Rosengarten Leistung zeigt wird auch belohnt... Teile sie dir ein, dann hast du zur Morgenfütterung auch noch etwas übrig."

Ich konnte mich gerade noch bremsen, ihm verbal meine Freude darüber kund zu tun- aber ein Schnauben und reiben des Kopfes an ihm sollte meine Dankbarkeit darüber gleichfalls ausgedrückt haben. Mit einem freundlichen Klopfen auf meine Schulter und der Bemerkung, er müsse auch noch die anderen Pferde versorgen, würde sich aber auf das morgige Training mit mir freuen, verließ er meine Box.
Die von Jens ausgesprochene Mahnung bezüglich meines Verhaltens im Hinterkopf begann ich die einzelnen Würfel nur mit meinem Mund aus der flachen Raufe zu angeln- es hatte ein wenig von 'Teller ablecken' aus Kindertagen. Nach einiger Zeit hatte ich den Dreh raus und mein Hungergefühl schwand zusehends. Einzig die Leckerei im Glas und die Päckchen stellten mich vor ein Problem- dürfte ich da meine Vorderhand zu Hilfe nehmen oder würde dies mir negativ ausgelegt? Der Stallknecht hatte dazu überhaupt nichts gesagt...
Markus befreite mich mit seinem Erscheinen und der an mich gerichteten Frage, ob ich meine Belohnung verschmähen würde, aus diesem Dilemma. Ich wieherte und zuckte mit meinen Schultern, während ich mit meinen Händen in Richtung des Beutels zeigte.

"Ach so Witnere- alles klar. Du bist dir nicht sicher, ob du in diesem Fall deine Vorderhand benutzen darfst- richtig? Hat der Stallknecht wohl vergessen, aber in deiner Einstufung ist dir so etwas innerhalb der Box erlaubt...
Komm, setz dich auf dein Nachtlager- so hast du etwas zu knabbern, während ich mit dir deinen Tag durchspreche."

Mit dem Rücken an die Boxenwand gelehnt hörte ich Markus zu, wie er die einzelnen Einheiten mit mir noch einmal durchsprach. Anhand von Photos und auch kurzen Videosequenzen auf seinem Smartphone zeigte er mir, wo ich seiner Meinung nach gut war und wo ich morgen noch an mir arbeiten müsste. Letzteres betraf vor allem das synchrone Agieren mit Blacky- das würde den Hauptanteil des anstehenden Trainings umfassen. Von meiner körperlichen Leistungsfähigkeit und auch dem Willen, in meinem Outfit trotz der Temperaturen an meine Grenzen zu gehen, wäre nicht nur er positiv überrascht gewesen. Ich könnte stolz auf mich sein- und auf meine Besitzerin, die mich wirklich gut trainieren würde. Vom Leistungsprofil könnte sich mancher in 'gelb' hier trainierender Einsteller eine gute Scheibe abschneiden.
Ohne es zu wissen, baute er mir mit seiner Frage nach Blacky und der dazu gehörenden Erlaubnis, wie ein Mensch zu sprechen, eine Brücke um nach dem Verhalten der Gestütpferde mir gegenüber zu fragen.
Ich druckste zuerst ein wenig herum- schließlich hatte das Thema, was ich jetzt ansprechen wollte, nicht direkt mit meinem Training zu tun. Der Pferdetrainer gab mir aber das ok nach meiner Versicherung, die Frage würde mit dem Betrieb hier auf dem Gestüt in Zusammenhang stehen.
Markus war erstaunt, wie ich ihm diese Szene beschrieb- ich schilderte ihm meine Verwirrung und Wut über ein solches Verhalten und fragte ihn direkt, ob Blacky auch so gehandelt hätte, wenn ihm dies möglich gewesen wäre. Seine Antwort hätte ich nicht so erwartet- er bejahte das mögliche Verhalten meines Trainingspartners, schilderte mir aber auch die Szene, wo Blacky sich dem Rappen, Brutus, in den Weg gestellt und auszudrücken versucht hatte, ich hätte diese Verachtung nicht verdient. Er wüsste, die Gestütpferde hätten aufgrund der Tatsache, was sie hier leisteten, eine Art 'Elitebewusstsein' gegenüber den meisten 'Einstellern' entwickelt...- was nicht falsch wäre, da nur wenige wie ich eine so gute körperliche Voraussetzung mitbringen würden und sie, ob in Hitze oder Kälte, diesen zuarbeiteten ohne eine wie auch immer geartete Form von Dank von den meisten zu erhalten.
Mit diesen Worten erinnerte er mich auch an die Frage, ob es ein Fehler war, mir zu wünschen, daß mein 'Partner', so wie ich auch, ein Latexoutfit tragen sollte. Ich hätte da, ohne weiter nachzudenken, von mir auf andere geschlossen und Blacky vielleicht etwas zugemutet, was dieser nicht mag...
Der Pferdetrainer antwortete darauf, das würde in Ordnung gehen- Blacky hätte zwar tatsächlich Probleme damit, in so einem Outfit zu laufen, doch als Gestütpferd, das zudem mit mir für die Vorführung als Teampartner geplant sei, hätte er es ohnehin tragen müssen. Ich bräuchte mir Darüber! keine Gedanken zu machen...
Auch wolle er offen mit mir sprechen- meine Fragen legten eine gewisse Empathie für meine 'Artgenossen' hier auf Rosengarten nahe- ich hätte sicher einige Gerüchte über die Behandlung der Pferde hier gehört. Ich nickte dies wortlos ab und Markus meinte darauf, das Leben als Gestütpferd hier wäre ganz sicher kein Urlaub auf dem Ponyhof... Ich solle aber so weitermachen wie bisher- so wie mein Partner gehandelt hätte, würde dies seine Achtung mir gegenüber ausdrücken. Zu seinem Bedauern, diesen Fakt betreffend, würde ich wohl die gesamte Zeit allein mit Blacky trainieren- aber als mein Partner hier für die Vorführung zum Hoffest wäre dies anders nicht möglich. Wir sollten dann ja eine perfekte Vorstellung geben...
Bevor er das Gespräch mit dem Hinweis auf noch zu erledigende Arbeiten beendete, bedankte er sich bei mir und bat mich, den Vorfall im Beisein anderer Personen nicht noch einmal zu erwähnen- er würde sich darum kümmern.

"Gute Nacht Witnere- ich wünsche dir morgen einen erlebnis- und erfolgreichen Tag..."

Mit diesen Worten blieb ich in meiner Box zurück. Ich wickelte mich in die Abschwitzdecke und obwohl ich versuchte, noch ein wenig über seine Worte nachzudenken, schlief ich erschöpft ein...


Abenteuer auf Rosengarten... Tag 14, Samstag- Woche zwei (Part 3)


Schlachtross:


Endlich war das Geräusch von klappernden Eimern zu vernehmen, unsere Boxentür wurde zur Seite geschoben und der Pferdetrainer trat ein. Entgegen unserer Hoffnung, er würde unsere Abendmahlzeit in der Raufe verteilen, stellte er die beiden Eimer ab und forderte Brutus mit einer Handbewegung auf, zu ihm zu kommen.

"Vorhin an der Koppel...- das war ganz mies... Von dir als Leithengst und allen anderen... Der einzige von euch, dem ich so ein Verhalten zugebilligt hätte... das ist Blacky!"

Markus musterte jeden von uns..., seine Stimmlage zeigte deutlich, er war mit dem, was wir da getan hatten, nicht einverstanden!

'Hat sich dieser Einsteller etwa bei dem Pferdetrainer beschwert? Würde zu so einem Hobbygaul ja passen...'

"Eigentlich geht es mich nichts an, was ihr hier über Gastpferde denkt und welche Meinung ihr über sie habt...- aber ich werde Blacky jetzt die Möglichkeit geben, euch ohne eine Beeinflussung durch mich seine Meinung über seinen heutigen Partner zu vermitteln.
Blacky- komm her..., ich befreie jetzt deine Vorderhand... dann drehe ich mich von euch weg und schau mir die Boxenwand an. Wenn du fertig bist wieherst du einmal- bis dahin kannst du ihnen zeigen... und nur das!... was du empfunden hast!
Von euch allen will ich danach keine Reaktion auf das hören oder sehen bis ich mit eurer Fütterung fertig bin und ihr wieder allein seid... Das ist, wie vorhin gesagt, eine Sache unter euch Pferden...
Und noch etwas...- der Einsteller hat nur nach eurem Verhalten gefragt um es besser zu verstehen...- sich aber nicht beschwert. Er hätte es ohne Probleme auch Jens oder der Baroness Mira mitteilen können... er hat es aber bewusst nur mir zur Kenntnis gebracht! Denkt mal darüber nach warum das so ist!"

Nicht nur ich war über diese Ansage des Pferdetrainers erstaunt- doch nachdem er sich zur Wand gedreht hatte, zeigte Blacky mir eine Seite seines Charakters, die ich bei ihm ganz sicher nicht vermutet hätte. Er nahm diesen Einsteller wiederum in Schutz!
Erst zeigte er uns pantomimisch, wie er wieder durch den Pferdeknecht in das Latexoutfit gezwungen wurde- er wieherte dessen Namen. Dann war klar, er und das andere Pferd machten eine Ausfahrt... und der Einsteller schien nicht nur einfach mitgelaufen zu sein. Blacky wieherte auch hier wieder dessen Namen... doch seine Geste dazu zeigte eindeutig, der hatte sich richtig in die Zugstränge gelegt und Blacky nicht allein die Arbeit überlassen! Mit einem Blick zu Markus hinüber wiederholte er dies Geste... dann trat er vor Brutus, spuckte auf den Boden und schaute uns alle an. Langsam und deutlich schüttelte er danach den Kopf- und die Botschaft war ganz klar- er stellte sich gegen den Leithengst und uns, er verteidigte erneut den Einsteller!
Danach ging er zu Markus, wieherte direkt neben ihm und ließ sich ohne Widerstand wieder seine Vorderhand fesseln. Unser Pferdetrainer füllte unsere Raufe und mit den Worten, wir sollten nach dem Fressen besser Ruhe halten und zu schlafen versuchen, morgen wäre... für jeden von uns... ein harter Tag, schloss er die Boxentür von außen...

Was hatte Markus dazu bewogen, Blacky diese Möglichkeit einzuräumen? Unser Trainer war fair- keine Frage, doch hier ging er über alles hinaus, was ich von ihm erwartet hätte! Noch weniger verstand ich Blacky- und den anderen Hengsten erging es genau so! Sein bisheriger Charakter, den ich kennenlernen durfte, widersprach allem soeben erlebten! Das war nicht nur das Ausleben ungestraften Opponierens gegenüber Brutus...- Blacky stand zu seiner an der Koppel gezeigten Aussage und verteidigte diesen 'Einsteller'... mit einer Vehemenz, die ich ihm niemals zugetraut hätte!
Nicht nur ich war verblüfft und verwirrt- doch hielt ich mich an den von Markus uns gegebenen Rat und versuchte nach dem Fressen an Miu gekuschelt einzuschlafen...


Büro der Baronin...- abends...


"Madame Rittmeisterin...- wie ist eure Meinung zu dem, was uns morgen erwartet...?"

Die Baronin hielt sich nicht lange mit Formalitäten auf und kam nach dem Betreten ihres Büros durch die Rittmeisterin sofort zur Sache.

"Frau Baronin, bitte gestattet mir zuerst eine Einschätzung unserer gestern eingetroffenen Gäste, zumindest derer, die den Arbeitsbereich meiner Untergebenen betreffen... Diese Pferde sind ja gemeldet für die Teilnahme an den Wettkämpfen bzw. auf eure Einladung hin für das Rahmenprogramm vorgesehen."

Nach einer kurzen Überlegung nickte die Baronin den Vorstoß ab und forderte ihre Untergebene auf, mit ihrem Rapport fortzufahren.

"Das Pferd 'Nordic' und sein Besitzer sind ja bereits zum zweiten Mal bei uns Gast- ich denke, die beiden harmonieren als Team... Ihnen ist durchaus bewusst, ihre Teilnahme an dem Trailrennen wird sie vermutlich nicht auf einen Podestplatz führen... beide gehen aber sehr engagiert ihre Trainingswoche hier an. Sowohl der Pferdetrainer als auch der Pferdeknecht sehen in beiden ein gutes Potential...- wenn dies von ihnen durchgehalten wird, dann können sie bereits nächstes Jahr ernsthafte Kandidaten für die Top 5 sein. Ihnen fehlt es noch an Übung-nicht an Willen!
Was das von Ihnen eingeladene Pferd 'Witnere' angeht...- mein Partner war einen Moment versucht, Ihnen den Vorschlag zu machen, diesen Hengst statt Lion morgen mit in das Gespann zu integrieren! Der ist willig, so wie Schlachtross die Arbeit in Latex gewohnt und hätte physisch die Voraussetzung, so einen Einsatz ohne Problem durchzuhalten. Natürlich war dies nur ein reines Gedankenspiel- doch bestätigt es ihre Einschätzung bezüglich dieses Pferdes. Zutiefst bedauerlich ist die Abwesenheit seiner Besitzerin... ich bin mir aber sicher, eure Tochter wird beim Elementetraining morgen mit ihm keinerlei Probleme haben. Das erste Agieren vor der Kutsche zusammen mit Blacky ist auch ohne Probleme vonstatten gegangen... unser Pferd hatte sich trotz seiner bekannten Probleme mit dem geforderten Outfit soweit unter Kontrolle, daß es da keinerlei Auffälligkeiten gab. Nach der Einschätzung meines Partners herrschte zwischen den beiden sogar so etwas wie ein gesunder Respekt...- beruhend auf der gezeigten Mitarbeit des Gastes. Für ein nicht 24/7-Pferd hat das Tier Potential... Wenn er unter der Führung seiner Besitzerin so die Vorführung im Holz rücken wie letztes Jahr auf dem Gestüt 'Felsenstein' vollführt, dann war ihre Einladung an die beiden goldrichtig..."

Mit einem kurzen Luft holen wechselte die Rittmeisterin zum Hauptthema des Rapports.

"Frau Baronin- ich melde das Gespann für morgen einsatzbereit! Ich weiß, meine Zweifel bezüglich der Kürze der Zeit zu Beginn der Woche hatte ich deutlich zum Ausdruck gebracht... ich bin aber überzeugt, die von Ihnen geforderte Qualität bezüglich Gespann und Kutsche garantieren zu können. Ich muss zugeben, die schnellen Fortschritte, die wir in den Tagen gemacht haben... ich war selbst davon überrascht...
Der Techniker von 'Horsekeeper' kennt seine Aufgaben bezüglich des Transportes unserer Pferde... die Generalprobe gestern verlief insgesamt zu meiner vollen Zufriedenheit... Lion und Kara mussten zwar wiederholt durch über die Halsbänder motiviert werden, doch dürften den beiden die damit aufgezeigten Konsequenzen ihres Agierens einen positiven Lerneffekt gehabt haben. Von medizinischer Seite liegt, meinem Wissensstand nach, gleichfalls ein 'go' vor..."

Eine Handbewegung der Baronin unterbrach sie.

"Madame, danke für die allgemeine Einschätzung... Ein, zwei Sätze zu jedem Pferd...- wo haben sich Schwächen aufgetan..., wo sollte individuell nachgesteuert werden?"

Einen Moment herrschte Schweigen- doch sah die Baronin am Mimenspiel der Rittmeisterin, sie überlegte um eine möglichst präzise Antwort geben zu können...

"Frau Baronin... zuerst noch etwas allgemeines. Unsere Pferde sind die Arbeit in Latex über längere Zeiträume nur unzureichend gewohnt... Ich weiß, sie als deren Besitzerin bevorzugen Naturfell..., doch hat sich dies hier zu unserem Nachteil ausgewirkt. Blacky ist da das perfekte Beispiel für diesen Mangel. Bei den anderen Pferden ist dies nicht so stark ausgeprägt... doch auch hier war Ablehnung und Unsicherheit im Agieren an den ersten beiden Tagen erkennbar. Ich gehe, was eine solche Ausstattung betrifft, mit ihrer Auffassung konform- auch ich halte von so einem Aufzug nicht allzuviel... Das Bild, was das Muskelspiel bei der Arbeit angeht, kann so unter einer Kunsthaut sich nur unzureichend abbilden...
Was offensichtlich aber auch einen großen Einfluss ausübt- und auch da muss ich noch einmal auf Blacky zurück kommen- ist, wie das Verhältnis zwischen einem zugeordneten Einsteller und unseren Pferden. Blacky ist am Dienstag von uns in Latex gesteckt worden und, wie von mir befürchtet..., durchgegangen... Heute am ersten Trainingstag mit diesem Witnere war die Rückmeldung, er hätte am Anfang auch ein paar Schwierigkeiten gehabt, doch dann hätte er sehr gut harmoniert. Markus und auch Jens waren der Meinung, dies hätte an dem Fakt gelegen, der Einsteller wäre ohne forcierte Unterstützung durch uns bis an seine mögliche Leistungsgrenze gegangen und das ist ein Punkt, den unsere Pferde durchaus honorieren...
Verstehen Sie mich nicht falsch- aber jedes Pferd arbeitet williger und nimmt eher Einschränkungen in Kauf, wenn es merkt, seine Partner lassen sich nicht nur bedienen sondern tragen ihren Teil zur Arbeit bei. Es wäre eine Überlegung wert, ob da nicht durch uns eine Art Prämiensystem einzuführen wäre...- ich bin mir sicher, das würde die Leistungsbereitschaft unserer Tiere steigern... Eine erhöhte Futterration oder einige zusätzliche Leckerchen in der Qualität für Einsteller würden sicher zu einer erhöhten Bereitschaft, ohne Zwang mehr Leistung zu zeigen, führen...
Ich würde aber auch anregen, mindestens einen Tag im Monat für alle Pferde einen gemeinsamen Trainingstag in Latex durchzuführen- so erreichen wir eine bessere Desensibilisierung unserer Tiere... Auch hier wäre als Lockmittel eine in Aussicht gestellte Belohnung hilfreich. Für die Hengste könnte dies ein garantierter Decksprung auf Steel und Kara sein..."

Die Baronin hörte interessiert zu, machte sich auch ein paar Notizen...- merkte aber, die Rittmeisterin war dabei abzuschweifen. Einer unverblümt durch sie formulierten Bitte, doch mit der Einschätzung fortzufahren, wurde sofort nachgekommen.

"Bitte entschuldigt- ich bin vom Thema etwas abgewichen...
Ich möchte mit den Stuten beginnen- sowohl Steel als auch Kara hatten mit dem geforderten Outfit keine Probleme. Bei Steel mag es daran liegen, daß eure Tochter Augustine, deren Pferd sie ist, diese regelmäßig in so einem Fell trainieren lässt. Von der Leistung ist Steel weiterhin einer der Aktivposten im Gespann- da gibt es nichts auszusetzen...
Kara...- hatte mit der Arbeit in so einem Fell infolge der regelmäßigen Zuarbeit für Gastpferde, die solch eine Aufmachung verlangen, auch nicht wirklich Probleme damit. Das Leistungsniveau lässt aber zu wünschen übrig- hier halfen bei der Vorbereitung nur Druck und Strafe! Die Stute ist dauerrossig... was für die Hengste als versprochene Belohnung, sie bespringen zu dürfen, sicher ein Motivator ist... doch ihre Performance hat während der Vorbereitung des Gespanns für mehrfache Bestrafungen wegen Leistungsmangels geführt... Dieser Fakt wird aber durch das Tragen einer 'Motivationshilfe' in Form eines Elektrohalsbandes am morgigen Tag ausgeglichen. Die Stute hat in der Vorbereitung des Gespanns zudem unsere Bereitschaft, sie damit zu maßregeln, zu spüren bekommen und die Angst vor einer Kombination aus dessen Einsatz während der Fahrt und der Drohung, sie in der Klinik in die Obhut eurer Tochter Augustine zur Hebung ihres Leistungslevels zu überstellen wird für zufriedenstellende Ergebnisse sorgen...
Bei den Hengsten trifft diese Einschätzung eins zu eins auch auf Lion zu! Gleiches Leistungslevel, identische Maßnahmen zu dessen Hebung... Zusätzlich wird dies in der Hengstbox natürlich auch durch die Pferde in ihrem Verhalten untereinander thematisiert- aber Markus hat den Tieren klar gemacht, Interaktionen, die zu Einschränkungen bei Lion führen könnten, wären durch uns erst nach der Rückkehr auf den Hof autorisiert. Vorher würde dies Konsequenzen nach sich ziehen, die keines der Tiere auf sich nehmen wolle. Es hat heute aber bereits eine Maßregelung innerhalb der Herde stattgefunden...- nachdem die Hengste auf die Koppel gebracht und dort versorgt wurden, haben diese untereinander dafür gesorgt, daß Lion nichts zu fressen bekam. Sie haben sich wohl unbeobachtet gefühlt und ich sah keinen Anlass, bei so einem Niveau mich da einzumischen..."

"Das geht durchaus in Ordnung...- da funktioniert das System unserer Gruppenhaltung selbstregulierend... Glauben sie, da wird noch mehr erfolgen?"

"Nein Frau Baronin...- wir können da aber trotzdem auf Nummer sicher gehen und Lion die Belohnung des Decksprungs mit Kara verweigern. Dieses Signal würde durchaus durch die Hengste verstanden und auch so als korrigierendes Eingreifen durch ihre Besitzer akzeptiert..."

"Gut...- führen Sie es so durch! Keine Leistung- keine Belohnung! Es sei denn, seine Performance morgen gleicht die bisher gezeigten Mängel aus..."

"Zu Brutus brauch ich nicht viel zu sagen- das Tier ist nicht umsonst Leithengst in der Box. Die Arbeit in diesem Outfit mag ihn nicht behagen, doch er weiß um seine Stellung und geht daher als Vorbild voran. Er führt so gesehen durch persönliches Vorbild... Neben Steel ist er der zweite Leistungsträger im Gespann- Der Decksprung mit der Stute, die er ohnehin mag, ist daher mehr als gerechtfertigt!
Schlachtross...- mit seinem Gummispleen und seinem Leistungsniveau bin ich persönlich froh, ihn im Gespann zu haben. Als sie mich über diesem Auftrag in Kenntnis setzten, hatte ich zuerst die Vermutung, aufgrund seines Outfits wäre die Entscheidung gefallen, unser Gespann so zu kostümieren...- aber das würde erneut vom Thema wegführen. Er diente in den vergangenen Tagen unseren Pferden als Vorbild- sowohl, was das Arbeiten in solch einem Outfit angeht, als auch von der gezeigten Leistung her. Wie ich schon hier mehrfach erwähnen durfte, er lebt das vor, was wir versuchen, von unseren Pferden einzufordern...- Leistungsbereitschaft bis an seine persönlichen Grenzen! Die kleinen Macken, die er mitgebracht hat, sind fast nicht mehr vorhanden- da hat es noch nicht einmal wirklich Druck von unserer Seite her bedurft um dies zu unterbinden. Er wird morgen mein dritter Aktivposten sein, auf den ich mich zu einhundert Prozent verlassen kann. Wenn er sich weiterhin so entwickelt, wäre es sogar angebracht, ihm ein oder zwei Vergünstigungen, die er von seinem Hofgut her gewohnt ist, einzuräumen..."

Auf das Verfinstern der Mimik ihrer Vorgesetzten nach diesen Worten reagierend, führte die Rittmeisterin weiter aus:

"Ich dachte jetzt nicht an solche Dinge wie einen Salon mit Leseecke oder derartigen Mist- er ist Pferd und wird auch weiterhin so behandelt! Aber wir sollten über die Möglichkeit zumindest nachdenken, ihm vom angebotenen Futter her auf das Niveau unserer Gastpferde zu heben und vielleicht auch das Privileg einer eigenen Box zu gewähren... Das mit dem Hinweis der jederzeitigen Widerrufbarkeit...
Zuckerbrot und Peitsche- letztere kennt er dank eurer Tochter bereits und von seiner Bereitschaft zur Mitarbeit ist diese unnötig. Mit ersterem kommen wir jetzt bei ihm weiter..."

"Madame- eure Vorschläge sind interessant...- doch er ist hier nur Pferd und läuft auch weiterhin mit unseren Pferden. Da ist eine Bevorzugung nur Grund für Unruhe in der Gemeinschaftsbox... Ich halte ehrlich gesagt nicht allzu viel davon..."

Die Rittmeisterin merkte am Tonfall, mit ihrem Vorschlag war sie gescheitert...- doch hatte sie noch ein Argument, was für die Umsetzung dessen sprach.

"Frau Baronin, gestatten Sie mir, mit Miu zum letzten Pferd im morgigen Gespann zu kommen- dann wird mein Vorstoß zugunsten von Schlachtross vielleicht etwas greifbarer... Unserem Gast haben wir es zu verdanken, daß wir überhaupt ein Gespann mit den angedachten sechs Pferden stellen können! Zwischen unserem jüngsten Hengst und ihm hat sich in den vergangenen Tagen eine sehr enge Freundschaft heraus gebildet- wenn man dies unter Pferden so bezeichnen kann. Miu bewundert diesen Hengst nicht nur...- er ist für ihn Vorbild und Inspiration! Er eifert ihm nach...
Schlachtross hat sich auf meine Bitte hin ohne zu zögern bereit erklärt, zusätzlich zu seinem eigenen Training seit Dienstag vor der Morgen und nach der Abendfütterung je eine weitere Einheit abzuleisten, damit Miu fit für das Gespann wird. Das sollte honoriert werden..."

"Rittmeisterin- seit wann bittet ihr Pferde? Bekommt euch der Umgang mit ihm nicht?"

"Frau Baronin- ich hielt es für angemessener, hier seine vorhandene Dankbarkeit gegenüber Miu zu nutzen. Unser Junghengst hat ihm die ersten Tage hier sehr geholfen, sich einzugewöhnen...- da wäre es weniger effektiv gewesen, mit Druck zu versuchen, was mit Ausnutzung von Ehrgefühl leichter erreichbar war..."

"Ja...- unter dem Blickwinkel... Ihr habt da durch euer intensiveres Interagieren mit ihm da sicher die optimale Variante gewählt... Aber ein einmaliges Lob reicht da- er hat sich Lorbeeren verdient, er soll sich aber nicht darauf ausruhen. Das kann er, wenn er wieder in 'Waldsee' ist..."

Damit war es endgültig, hier lohnte sich kein weiterer Kampf... Die Art der Belohnung schien die Baronin aber der Rittmeisterin zu überlassen, denn diesbezüglich erfolgten keine Vorschläge.

"Wie schon gesagt, Miu hat sich gesteigert. Ich bin sogar der Überzeugung, wir können ihn in der Zukunft ohne Befürchtungen weiter in größeren Gespannen mit laufen lassen. Unsere Aufgabe ist es, bei ihm einfach darauf zu achten, wer an seiner Seite und vor ihm läuft. Ich glaube nicht mehr, daß seine Fehler in der Vergangenheit bei solchen Gelegenheiten bewusst von ihm begangen wurden- seine Arbeit als Stangenpferd hinter Schlachtross und neben Brutus war ohne Fehl... selbst, was seine Zugleistung anging, hat er besser als Lion und Kara gearbeitet. Die Auswertung der Zugkraftmesser belegt dies eindeutig...
Mein Partner und auch ich sind sich einig, dies lässt sich nicht nur auf den Einfluss von Schlachtross zurück führen- Miu scheint es nicht mehr wirklich etwas auszumachen, in einem Gummifell arbeiten zu müssen... Er ist vielmehr versucht, da seinem Vorbild nachzueifern...- auch wenn ich glaube, wir würden perspektivisch mehr mit ihm erreichen, wenn wir da den Schwerpunkt erneut auf die Ausbildung zum Dressurpferd legen würden. Mit intensivem Training könnte er ihr Hofgut auf den diversen Veranstaltungen dafür sicher erfolgreich vertreten!"

"Rittmeisterin...- sie wissen aber schon, hier auf dem Hofgut ist der Schwerpunkt aber auf die Disziplinen im Fahrsport gesetzt... Auch besteht die Zuarbeit unserer Pferde für die Gäste hier bevorzugt im ziehen von Kutschen- daher wurde der Dressurbereich, auf ihren Vorschlag hin!, zurückgefahren...
Wir bieten diese Sparte natürlich für jeden Kunden an...- doch ist das nicht wirklich von unseren Stammgästen gewünscht. Die Eignung als Zuarbeiter für jene Kunden, die auf diese Gummipellen stehen, sollte natürlich von uns berücksichtigt werden...- da habt ihr recht...
Ich denke aber, wir sollten erst einmal schauen, wie der morgige Tag verläuft... Wenn alles zu unserer Zufriedenheit klappen sollte... Behalten Sie Ihre Vorschläge bezüglich Miu bitte im Hinterkopf- wenn er die Erwartungen morgen und auch die nächsten Wochen bis zum Rennen erfüllt, dann... würde ich mir ihre detaillierten Ideen dazu gern noch einmal anhören. Das gleiche gilt im übrigen auch für die zu Beginn von ihnen gemachten Vorschläge zum Training in diesen 'Kunstfellen' und dem Prämiensystem...
Ich danke Ihnen für die Einschätzung...- wir sehen uns in einigen Stunden bei der Abfahrt..."

Derart entlassen begab sich die Rittmeisterin zurück in ihre Unterkunft und grübelte dabei über den Gesprächsverlauf.

'Was bewog die Baronin nur dazu, derart reserviert im Umgang mit Schlachtross zu sein? Ohne ihn... das war sicher... würde es kein Gespann morgen geben!
Zumindest war ihr die Form der einmaligen Belobigung freigestellt worden- neben dem für alle Hengste angedachten Decksprung... Extrafutter und etwas freie Zeit... wenn es machbar ist zusammen mit seinem Freund Miu...das würde sicher möglich sein!
Was die Entwicklung des jungen Hengstes anging...- da standen die Chancen besser, da war nicht sofort eine Ablehnung erfolgt. Wenn Miu dazu bereit wäre...- Markus würde ihm sicher mit ihr zusammen die Grundlagen für Dressur in zusätzlichen Einheiten erneut beibringen können...- und eine Vorführung des erlernten wäre dann das beste Argument um diesen Weg weiter zu verfolgen...'

Das ist aber Zukunftsmusik und sie würde dies erst nach dem Turnier in Angriff nehmen können...
38. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 16.04.21 15:33

Abenteuer auf Rosengarten... Tag 15, Sonntag- Woche zwei (Part 1)


Hengstbox- Morgendämmerung...


Miu:

Es war soweit- weit vor dem üblichen Wecken wurden wir durch das Aufschieben der Tür zu unserer Box aus dem Schaf gerissen! Schlachtross hatte an mich gekuschelt geschlafen und auch ich vermisste sofort, nachdem Markus uns auf unsere Hufe befohlen hatte, die Wärme seines Körpers.

"Reißt euch ein wenig zusammen- wenn ihr in die 'Horsekeeper' verladen seid, könnt ihr weiter schlafen bis wir am Ziel angekommen sind! Ich kann das nicht- ich muss euch dort hin fahren...
Los, stellt euch auf- oder wollt ihr nichts zu fressen haben? Blacky, das gilt auch für dich...- du kannst nachher hier weiter schlafen bis Jens dich zum Training holt! Ihr könnt nach dem Fressen Abäppeln und dann mache ich euch sauber... eh ich euch in eure 'Felle' helfe..."

Sprache und Gestik zeigten es überdeutlich- Markus stand unheimlich unter Druck! Er brüllte nicht wie Jens in solch einer Situation, noch schlug er uns- was für den Knecht und jede der Baroness' das normalste auf der Welt im Umgang mit uns wäre. Doch trödeln würde sicher ungnädig von ihm vermerkt werden und hätte in den folgenden Tagen garantiert Konsequenzen!
Die Ration war größer als üblich- aber der Hinweis, wir würden erst nach Rückkehr hier auf das Hofgut erneut gefüttert- dazwischen gäbe es nur Wasser für uns- war nicht gerade geeignet, Begeisterung in unsere Augen zu zaubern. Ich hielt mich neben Schlachtross und schlang meinen Anteil in mich hinein- ein leichter Druck seiner Hüfte gegen meine Vorderhand zeigte, er war bei mir und seine Nähe gab mir Sicherheit für alles, was heute vor uns lag!

'Bitte lass es nicht zu anstrengend werden... bitte lass keinen von uns versagen... bitte gib mir die Kraft, auch heute durchzuhalten...- ich werde es schaffen!'

Mit dieser Art 'Gebet' schluckte ich die letzten Brocken hinunter, trat von der Raufe zurück und wurde sofort vom Pferdetrainer aufgefordert, rüber in den 'Sanitärbereich' zu laufen- Jens würde uns dort aus den Hufstiefeln befreien und säubern!
Ich stand hinter Brutus und Schlachtross schien wohl gewartet zu haben, damit er mich von hinten abschirmen könnte- er war mir unmittelbar gefolgt und ich glaubte nicht an einen Zufall. Markus, das hatte ich noch wahrgenommen, hatte genickt- doch ich war mir nicht wirklich sicher, ob er damit meinem Freund ein Zeichen gegeben hat...

"Los Miu- da ist dein Eimer! Hock dich hin und drück ab...- oder brauchst du einen Einlauf?"

Mit einem Grinsen bekam nicht nur ich vom Knecht gezeigt, was er meinte- auf dem Ende des Wasserschlauches war der uns bekannte Dildo für diese 'Behandlung' auf dem Schnellwechselsystem aufgesteckt. Zum Glück forderte er mich, bevor ich mich hinhocken konnte, auf, still zu stehen und entfernte die Schelle von meinem Schlauch. Achtlos schepperte sie auf den Boden und ich setzte alles daran, ohne Zuhilfenahme des garantiert kalten Wassers als Einlauf mich zu erleichtern...

"Wer fertig ist- wiehert!"

Zu unser aller Erstaunen hielt Jens eine Rolle mit Toilettenpapier sichtbar in die Höhe und signalisierte, wir wären heute dieses Luxus würdig. Inzwischen war auch Markus im Waschraum erschienen und gab Anweisung, um welche Pferde er sich selbst kümmern würde und welche der Knecht bis zum Einschluss in die Keeper zu betreuen hätte. Steel, Schlachtross und mich nahm er unter seine Obhut- und mit der Bemerkung, die beiden Teile wären für Lion und Kara, drückte er Jens zwei der gefürchteten Schockhalsbänder in die Hand. Das Grinsen des Knechtes zeigte uns allen- er wünschte sich deren Nutzung...
Unter der Oberaufsicht von Markus wurde jedes Pferd nach dem Toilettengang gesäubert- seine Anwesenheit sorgte wohl gleichzeitig dafür, daß Jens nicht allzu übergriffig mit Steel und Kara verfuhr. Jeder von uns wurde von Markus mit einem Handtuch trocken gerieben und nach einer peniblen Kontrolle der Füße 'durften' wir unsere zum Glück erneut gesäuberten Felle überstreifen. Schlachtross stand direkt neben mir- seine Gelassenheit übertrug sich auf mich und auch die von Markus mir zugedachte Motivation, ich würde es schaffen- er wäre sich da ganz sicher..., taten so gut. Ich schaute ihm kurz aber intensiv in seine Augen und mit einem Nicken und schnauben zeigte ich ihm, ich würde Markus und ganz sicher auch meinen Freund nicht enttäuschen...
Hufstiefel, Hufhandschuhe, Zuggeschirr- nach einem tiefen Luft holen zog Markus mir die Maske über und schloss mich so vollständig in Latex ein.

'Miu- du hast zwei ganze Tage am Stück in diesem Fell durchgehalten... Du schaffst das auch bis zur Rückkehr hier auf den Hof...'

Ich motivierte mich selbst und ein gedämpftes Schnauben neben mir, verbunden mit einer kurzen Berührung, war eine erneute Bestätigung...- nur kam diese von Steel! Das tat so gut- drei Pferde und Markus glaubten daran, ich würde meinen Teil jetzt und sicher auch in Zukunft in solchen Gespannen leisten können!
Der Pferdetrainer hatte sich, nachdem er mit uns drei Tieren fertig war, noch um Blacky gekümmert- dessen Unwohlsein, erneut einen weiteren Tag in der ihm Angst machenden Verpackung für einen Einsteller zuarbeiten zu dürfen, war unübersehbar. Markus befahl Jens, schon die anderen drei Pferde zum LKW zu bringen- er würde noch Blacky komplett ausrüsten und wieder in die Box bringen...
Nachdem der Knecht weg war, richtete er das Wort an den zurück bleibenden Hengst:

"Horch zu- dein Trainingspartner möchte dir etwas ausrichten. Es tut ihm leid, dich mit seinem Wunsch gegenüber Mira nach gleichem Aussehen in diese Lage gebracht zu haben. Die Baroness hat ihn da wohl ein wenig manipuliert um dich in dieses Outfit zu bekommen... Es ist nicht wirklich seine Schuld- du wärst so oder so derart eingekleidet worden... Die Baronin selbst hat das so gewünscht und eigentlich hätte es Miu getroffen, da du jetzt normal mit im Gespann gewesen wärst und er hier auf dem Hof...
Komm, zurück in die Box mit dir...- dieses Mal ohne Halsband. Das war auch keine Idee von mir..."

Der Pferdetrainer brauchte kein Wort zu verlieren, was unser Verhalten anging...- wir warteten geduldig seine Rückkehr ab. Von ihm aufgefordert, folgten wir ihm nach draußen und sahen in der Morgendämmerung den Kasten-LKW von gestern, davor die Horsekeeper-Boxen, den Techniker, der uns darin einschließen würde...- und Annika!
Markus hatte uns nicht gesagt, diese notgeile Sadistin würde uns auch den Tag über betreuen! Ihre Aufgabe schien auch nicht darin zu bestehen, uns eventuell bei einem Notfall zu versorgen...- so, wie sie gerade an Brutus herumspielte, war sie wohl eher dafür gedacht, uns die ganze Zeit über möglichst geil zu halten. Kara war schon durch den Techniker in der Box eingeschlossen, bei Lion lief der Vorgang und so beschäftigte sich die 'Schwester' noch ein wenig mit dem Leithengst. Sie rieb sich an ihm, massierte seinen Schlauch und spielte an seinen Brustwarzen- hörte aber immer nach kurzer Zeit auf und hielt dann Brutus die 'Nüstern' seiner Maske zu. Aufgeilen- aber unbefriedigt lassen!
Endlich wurde der Leithengst zu seiner Transportbox abgerufen, dafür holte Annika jetzt mich zu sich. Markus schien dieses Vorgehen abgesegnet zu haben...- er schaute einfach zu, wie sie zuerst mir zwischen die Schenkel griff und meine Hoden ein wenig drückte. Dann tastete sie nach meinen Brustwarzen und rieb diese... Wider meinem Willen brachte Annika mich dazu mir zu wünschen, sie jetzt auf mir sitzend zu spüren- ich wäre auch mit der Position zwischen ihren Schenkeln zufrieden gewesen um ihren Duft in mich aufzunehmen und sie zu schmecken...

"Heute Abend...- so wie du bist! Ich freu mich darauf, dich zu reiten... Vielleicht reite ich aber zuerst auch auf Schlachtross und habe Spaß mit ihm, während du zuschaust? Ich werde mit euch beiden auf alle Fälle meinen Spaß haben..."

Hier kniff sie mir recht heftig in meine Hodensack und sorgte mit dem von ihr gewollt hervorgerufenen Schmerz für ein schlagartiges 'Abkühlen' meiner Lust. Ihre Ankündigung, Schlachtross und mich bei unserem gemeinsamen 'Spiel' miteinander beobachten zu wollen, vertrieb jegliche Lust darauf aus mir. Schade- hinter der Maske waren die Augen von Schlachtross nicht zu erkennen, doch schüttelte er sich demonstrativ, während der Pferdetrainer ihn streichelte...
Der Techniker rief Markus zu, das nächste Pferd könne verladen werden- das war dann ich... Ich wollte nicht in diese Box, jede Faser sträubte sich nach der Erfahrung von vor zwei Tagen in mir- doch mich zu weigern wäre völlig unnütz!
Markus befahl Steel still zu stehen, nahm mich am Halfter und führte Schlachtross zudem mit sich. Während er mich übergab, stellten er und Schlachtross sich so auf, daß ich beide bis zum endgültigen schließen der Box sehen könne.

'Danke Schlachtross... danke Trainer- das macht es so viel leichter...'

Markus hatte dank seiner Erfahrung wohl instinktiv gespürt, wie er mir ein wenig leichter machte...- und schon allein für diese Geste würde ich bis an mein maximales Limit gehen! Mit dem Absenken des Deckels schloss ich die Augen, schnaubte noch einmal und wartete auf den Moment, wo ich dieses Monstrum von Maschine wieder verlassen dürfte- auch wenn dann die Arbeit im Gespann vor mir lag...


Witnere in Rosengarten... Sonntag


12 Augustine...


"Aufstehen Witnere, Baroness Augustine freut sich schon darauf, mit dir zu arbeiten."

Unwillig schnaubte ich und wünschte den Stallknecht zum Teufel- hatte er mich doch aus einem 'Gummitraum' mit meiner Eigentümerin gerissen...

"Komm, hoch mit dir und abgeäppelt, ist deine letzte Chance, bevor du dein Fell wieder überziehen darfst. Ich mache die Bio's noch fertig- dann putze ich dich für den Test mit der Baroness heraus. Bis dahin solltest du deinen Darm geleert haben...
Ach so- deine Morgenfütterung ist erst nach dem Test in der Klinik und die Futtermenge richtet sich nach deinen erreichten Leistungswerten..."

Mit diesen Worten motiviert forcierte ich meine 'natürlichen Bedürfnisse', schlang dabei auch den Rest Schokolade und Rosinen in mich hinein und war bereit, als Jens mit mich aus der Box abholte und in die 'Sattelkammer' führte, wo ich mein über Nacht gereinigtes Outfit vorfand. Jens säuberte mir peinlich genau meine Fußsohlen, ehe ich erneut in den Suit steigen durfte- sein Kommentar, ich hätte sicher kein Bedürfnis, mir wegen übersehenen Fremdkörpern Blasen zu laufen, war mehr als einleuchtend. Nachdem ich auch äußerlich wieder Witnere-inclusive dem Disziplinarhalsband- war, führte er mich aus dem Stall und in Richtung der Tierklinik. An der Abbiegung gab es von ihm ein kurzes "Hooo"- gefolgt von der Ansage, wenn ich zum täglichen Eingewöhnen an meine Maske noch etwas Bewegung bräuchte, ich könnte jetzt zum 'Warmwerden' noch ein paar Runden im RoundPen drehen.
Kopfschüttelnd verneinte ich sein Angebot- ich war mir sicher, der Tag an sich würde anstrengend genug werden und die Baroness oder Natascha würden mir sicher ein paar Minuten zum Aufwärmen zugestehen...
In der Klinik erwartete mich die Oberschwester bereits und mit der rhetorischen Frage, ob ich bereit für den Test sei, übernahm sie mich vom Stallknecht. Sie würde ihn wegen meiner Fütterung hier in der Klinik rechtzeitig informieren...
Wie ich schon vermutete- die Baroness war wohl noch nicht anwesend und so würde ich noch ein wenig warten dürfen...

"Komm mein Hengst- und Schritt!"

Mit dieser Aufforderung zog Natascha mich hinter sich her zu einer mit einem roten Streifen gekennzeichneten Tür, öffnete diese und führte mich mit in den Raum.

"Witnere- schön stehen bleiben! Ich muss noch diese 'Patientin' versorgen, dann geht es mit dir weiter..."

Durch die Augengläser schaute ich mich um und mein Blick wurde gebannt durch das 'Gestell' und die darin eingeschlossene Person. Das, was Natascha verharmlosend als einen 'Untersuchungsstuhl' bezeichnete, war eindeutig dem Alptraum eines kranken Hirns entsprungen.
Arme und Beine der Frau waren mittels Fixierung in unnatürliche Stellungen gezwungen, die ganz sicher schon nach kürzester Zeit zum Verkrampfen der Muskulatur führten- von der Überdehnung der Sehnen ganz zu schweigen. Dazu waren ihr Brust- und Schambereich, gut zugänglich, mit Klammern und Elektroden bestückt- die Apperatur ließ ihr aber im Rumpfbereich kaum Platz für Atembewegungen, was bei den ganz sicher verabreichten Stromstößen zusätzlich zu Schmerzen führen musste. Ihr Kopf war unter einer Maske versteckt, dessen angebrachte Schläuche zu einem Behälter führten, aus dem bei jedem Atemzug der Frau blubbernde Geräusche drangen. Sicher musste sie daher durch irgendeine Flüssigkeit atmen...
Was sonst noch an Haut zu sehen war, wies Hämatome und Striemen auf. Ich vermutete anhand des roten Armbandes, daß es sich um die Frau handelte, die mit mir zusammen angereist und zusammen mit dieser 'Herrin Birgit' und ihrem 'Ochsen' mit Baroness Augustine in die 'Tierklinik' hier verschwunden war.

'Wie gestört muss man sein, so etwas freiwillig zu buchen...'- der Anblick würde mir sicher noch Wochen später Horrorphantasien verursachen, doch im gleichen Moment dachte ich an den Anblick, den ich bot und den Restriktionen, die ich mir selbst auferlegt hatte- war das wirklich etwas anderes? Fand es eine andere Person nicht auch zumindest befremdlich, wenn sie sah was ich tat? Rosengarten erfüllte gegen Bezahlung halt die bizarrsten Wünsche und Phantasien- und wenn diese Frau dank dieser 'Behandlung' hier glücklich war, warum sollte ich sie verurteilen...
Bei dem anderen Paar war ich im Zweifel, ob es dort auch der Fall war- vielleicht hätten die negativen Gerüchte über dieses Gestüt da ihren Ursprung- doch wäre dies ja nicht der Fehler der hier agierenden Personen...
Während meiner Überlegungen hatte Natascha völlig leidenschaftslos einige Daten der Frau überprüft und ihr, wie sie es nannte, 'Frühstück' verabreicht- eine Kombination aus Schlägen und Stromstößen, was der Person aber zu meiner Verwunderung nur ein dumpfes Stöhnen und keine Schreie entlockt hatte. Mit der Ankündigung, sie in zwei Stunden zu einer weiteren 'Behandlung' aus diesem Gestell zu entlassen, nahm die Oberschwester meinen Führstrick und zog mich wieder aus dem Raum...
Ich war von dem eben erlebten noch völlig aufgewühlt- wie konnte sich jemand freiwillig so einer Behandlung unterziehen? Wie schmerzgeil müsste man sein um dies als angenehm zu empfinden? Was hatte Natascha zu der Frau gesagt- sie würde später von ihr zu einer weiteren 'Behandlung' aus dieser Foltermaschine geholt werden? War dies etwa die 'Erholungsphase' für diese Person...?
Die Oberschwester bugsierte mich zwei Türen weiter in einen Raum, in dem sich zentral ein Laufband befand- mit den üblichen technischen Gerätschaften, die wohl zu so einem auf die Erfassung von Dauerbelastungen ausgelegten Raum gehörten. Am rechten hinteren Ende des Laufbandes ragte ein brusthoher Stahlstab auf, dessen Bedeutung sich mir verschloss und im Frontbereich konnte ich neben den zwei Atemschläuchen, die sicher gleich an meine Maske angeschlossen würden, die drei Lichter erkennen, deren Bedeutung mir schon von der Initialen Untersuchung her bekannt waren. Von der Decke hing ein Stahlseil mit Karabiner und hinter dem Laufband befand sich ein etwa taillenhoher Stahlschrank, aus dem gleichfalls ein Metallseil mit Öse durch eine Öffnung lief. Natascha schaute sich mein Zuggeschirr an, schüttelte den Kopf und begann, dieses mir abzunehmen.

"Für diesen Test ist deines nicht geeignet- ich lege dir gleich eines von den hier für euch vorgesehenen an..."

Mit diesen Worten verschwand sie mit meinem Geschirr aus dem Raum und brachte kurze Zeit später eines mit, was mich an mein erstes Zuggeschirr erinnerte- ich hatte es aus einem alten Klettergurt gebaut, nur waren an diesem hier die Beinschlaufen noch vorhanden. Mit einigen Handgriffen von ihr war ich wenig später darin eingeschirrt, das Seil von der Decke wurde in eine Öse zwischen meinen Schulterblättern eingehangen und ich wurde von der Oberschwester auf das Laufband geführt. Wie schon in der ersten Nacht hier in der Klinik wurden von ihr an meiner Maske die beiden Atemschläuche angeschlossen- meine Atmung war dadurch trotzdem in keiner Weise eingeschränkt. Zum Abschluss spürte ich noch, wie sie mir das zweite Stahlseil in Hüfthöhe einhängte. Mit zufriedenem Blick nickte sie offenbar für sich selbst das Bild, was ich nun abgab, für sich ab und holte ihr Smartphone aus dem Kittel.

"Baroness- unser Gast ist für den Leistungstest vorbereitet. Ich denke, sie möchten ihm selbst die notwendigen Instruktionen geben..."

Mit einem Kopfnicken, was wohl bedeutete, die Baroness würde gleich erscheinen, beendete Natascha das Gespräch und schoss noch ein paar Bilder von mir, ehe ich hörte, wie sich die Tür öffnete und die Baroness Augustine den Raum betrat. Noch ehe sie etwas sagte, baute sich die Oberschwester auf.

"Baroness- Patientin Rot drei hat ihr 'Frühstück' erhalten. Ihre Parameter liegen innerhalb der von ihnen vorgegebenen Toleranzschwellen- einer weiteren Behandlung nach ihren vorgegebenen Plan steht aus medizinischer Sicht nichts im Weg.
Die Patienten Rot eins und zwei sind entsprechend ihren Vorgaben gleichfalls noch in ihrer Erholungsphase- bei Nummer eins war aber eine Herzfrequenz am oberen Limit die letzten beiden Stunden registriert worden.
Alle gelben Patienten befinden sich noch in ihren Boxen- deren Fütterung ist für nach dem Testende hier vorgesehen.
Witnere hier ist bereit für den Test..."

"Danke Oberschwester. Da die meisten unser Pferdchen mit meiner Mutter heute unterwegs sind, steht uns vermutlich ein ruhiger Tag bevor. Wir werden dies nutzen und uns daher neben unseren roten Patienten auch ein wenig intensiver mit unseren gelben Gästen beschäftigen können.
Im Moment werden sie sich aber hier im Raum während des Test um unser Pferd hier kümmern- motivieren sie ihn entsprechend den möglichen Vorgaben...
Witnere- ich freue mich, dass du diesen Leistungstest in deinem Fell absolvieren möchtest. Entsprechend deinen festgelegten Einschränkungen wird dieser nur in der Gangart 'Schritt' erfolgen, du bist schließlich auch ein Arbeits- und kein Rennpferd. Ich habe mir vor Erstellung des zu testenden Leistungsprofils ein Video mit deiner Eigentümerin und dir angesehen- bei dir geht es vorrangig um Zugleistung in unterschiedlicher Stärke. Bei deiner Arbeit musst du schließlich den Baumstamm erst in Bewegung setzen und dann ein Stück schleppen. Dazu kommen unterschiedliche Anstiege und Gefälle und du arbeitest ja auch in größeren Höhenlagen. Natürlich sind die von dir erbrachten Ergebnisse der gestrigen Einheit vor dem Schlitten mit dem Pferdetrainer hier eingeflossen.
Daher hast du hier jetzt über 30 Minuten eine Dauerleistung von 100 kg Zugkraft in einer simulierten Ebene zu erbringen, es erfolgen mehrere Leistungsanstiege von 40 Prozent über 30 Sekunden- als wenn du den 'Stamm' einen Weg hinauf ziehst- und du wirst auch Leistungsspitzen von 200 kg ziehen müssen- da hat sich der 'Stamm' an einem Hindernis verhakt...
Zudem wird die dir zur Verfügung stehend Luftmenge zwei Mal für jeweils fünf Minuten auf 75 Prozent reduziert- aber zu deiner Beruhigung, da werden keine anderen Belastungen für dich eingespielt. Du hast vor dem eigentlichen Test 5 min Zeit zum Warmlaufen und nach dem Test wirst du zum Abschwitzen noch 10 min mit einem Zug von 50 kg laufen...- danach bekommst du hier dein Frühstück und darfst im Anschluss eine Einheit auf die Weide zur Erholung...
Natascha- ich bin im Kontrollraum."

"Witnere- unmittelbar vor Anlaufen des Bandes wird die grüne Leuchte fünf Mal kurz aufblinken und wenn deine Einlaufzeit vorüber ist, wird das gleiche noch einmal mit den gelben Leuchten passieren. Am Ende des Tests leuchten dann erneut die gelben Lichter wieder fünf Mal- dann darfst du die zehn Minuten auslaufen. Ich werde dich vorwiegend verbal motivieren- aber wenn du das rote Licht zum Aufleuchten bringst..."

Das Ende des Satzes offen lassend hielt die Oberschwester die Fernbedienung meines Halsbandes mir vor meine Augenlinse und damit war von ihr alles gesagt. Ich nickte ihre Ansage stumm ab und konzentrierte mich auf den vor mir liegenden Test...

Augustine überprüfte ein letztes Mal die Anzeigen der angezeigten Vitalwerte. Atemfrequenz und-volumen, Sättigung, Herzfrequenz- alles funktionierte. Warum nur war dieses Pferd in der 'grünen' Kategorie unterwegs? Auch wenn es von der Gangart auf 'Schritt' beschränkt war- es war allein durch sein vollständiges Latexoutfit in Verbindung mit der selbst gewählten Masken-Filter-Kombination ein hervorragendes Untersuchungsobjekt, mit den sie in der Kategorie 'gelb' oder noch besser 'rot' aufzeigen könnte, wozu der menschliche Körper in Extremsituationen leistungsmässig in der Lage wäre. Trotzdem war dieser 'Witnere' als Probant nicht unnütz...- seine Werte und das damit ermittelte Leistungsprofil waren, auch dank seines Alters, ein weiterer guter Vergleich unter Normbedingungen im Unterschied zu Ihren mit den Gestütpferden gewonnenen Erkenntnissen für ihre derzeitige Studie.
Mit Freude dachte sie an die Möglichkeit, noch einige gleichartige Tests mit dem Schlachtvieh ihrer Schwester durchzuführen- da war sie zum Glück an keine Limits gebunden und dieser Gaul war ja gleichfalls einer, dem beim Tragen von seinem Latexfell einer abging...
Mit ein wenig Bedauern, daß ihr dies jetzt nicht möglich wäre, drückte sie den Startknopf und lehnte sich zurück in ihren Sessel.

Das grüne Licht blinkte fünf Mal kurz, ehe es dauerhaft zu leuchten anfing und ich merkte, wie sich das Laufband in Bewegung setzte. Gleichzeitig mit meinen ersten Schritten spürte ich das Straffen des Zugseiles- aber noch war dieser Widerstand leicht überwindbar. Dies änderte sich jedoch mit jedem Schritt, langsam aber stetig erhöhte sich der notwendige Kraftaufwand und noch bevor das 'Warmlaufen' überhaupt beendet war, bekam ich von 'Frau Oberschwester' den ersten verbalen Anpfiff. Zehn Schritte später flackerte das gelbe Licht und ab jetzt galt es- mein Test hatte begonnen...

Augustine war neugierig, wie ihr Probant auf die angekündigte Maximalbelastung reagieren würde- noch war er frisch und seine Werte spiegelten dies auch wider. Sie gab ihm zwei Minuten im Testmodus und erhöhte dann zur ersten von drei von ihr geplanten Spitzen die Zugbelastung schlagartig auf 200 kg.

Ich merkte es sofort, wie das Seil mich mit brutaler Kraft zurückzuhalten versuchte- sei ein Pferd und reagiere einfach! Die Anzeige vor mir sprang von Grün auf Gelb, ich stemmte mich wie irre in das Zuggeschirr und versuchte krampfhaft wieder die grüne Lampe zum leuchten zu bringen. Natascha brüllte neben mir , ich solle den verdammten Stamm ziehen, ich bekam auch von ihr einen Schlag mit der flachen Hand auf meine Kruppe und mir gelang es irgendwie zu verhindern, daß die rote Lampe aufleuchtete. Die Sekunden wurden zu Stunden- aber mit dem Aufleuchten der grünen Lampe verringerte sich die Zugbelastung wieder auf die 'normalen' 100 kg und ich konnte durchschnaufen...

Die Baroness war zufrieden- die erste Leistungsspitze hatte der Gaul recht gut hinbekommen. Sie würde ihm jetzt weitere zwei Minuten 'Erholung' gönnen, dann dürfte er den ersten 'Anstieg' ziehen- unmittelbar gefolgt von den ersten fünf Minuten Atemreduktion...

Nach dieser ersten Kraftspitze verfluchte ich diesen Test schon innerlich- und dies war nur der Anfang! Dank der Einweisung wusste ich ja, was noch vor mir lag, ich konnte nur hoffen, die Baroness würde mir zwischen den einzelnen Blöcken genug Zeit lassen wieder zu Luft zu kommen. Jetzt verstand ich auch, warum ich mit dem Stahlseil von der Decke gesichert war- ich lief 'nur' im grünen Modus und hatte bereits zu kämpfen. Hier könnte man eine Person- ganz sicher auch gegen ihren Willen- bis zum körperlichen Zusammenbruch treiben und das war einfach eine Maßnahme zur Sicherheit...
Mein Puls und meine Atmung stabilisierten sich spürbar, ich schaffte es, den Zug gleichmäßig zu halten...- aber diese Phase war zu schnell vorüber. Die Belastung stieg nicht ganz so brutal wie beim ersten Mal an, zog sich dafür länger... Natascha brüllte mich an, meinen Arsch diesen 'Scheißanstieg' hochzubewegen- oder sie müsste mich halt zusätzlich motivieren! Dabei hielt sie mir dieses Mal nicht die Fernbedienung vor die Nase- sie hielt mittlerweile eine Sprunggerte in ihrer Hand. Noch stand die Anzeige auf Grün, mir war klar, sollte sie auf Gelb springen, würde ich dies mit Schlägen vergolten bekommen. So war es dann auch- die letzten Sekunden brachte sie mich mit drei Hieben dazu, das aufgeflammte gelbe Licht wieder in grün umzuwandeln.
Ich war glücklich als die Belastung sich wieder verringerte- merkte aber unmittelbar darauf, wie mit jedem Atemzug meine Luft knapper wurde. Damit hätten dann wohl die ersten fünf Minuten unter Atemreduktion begonnen- keine Chance, nach dem 'Anstieg' zu Atem zu kommen... Wenn das so weiter gehen würde, hätte ich ernsthafte Bedenken, den Tag durchzuhalten.
Ich kroch fast in die Maske um noch eine Kubikzentimeter Atemluft mehr zu ergattern und irgendwie schaffte es mein Körper, sich mit dem verringerten Angebot an Luft zu arrangieren. Aber die Auswirkungen spürte ich doch- meine Bewegungen wurden Träger und die Ränder meines Sichtfeldes begannen sich zu verengen...

Zehn Sekunden..., fünf Sekunden..., geschafft- die Baroness war positiv überrascht. Die Hälfte ihrer Probanten zeigten beim ersten Mal deutliche Anzeichen von Panik, hier aber war, abgesehen von den üblichen Anzeichen einer beginnenden Unterversorgung mit Sauerstoff, dies nicht erkennbar gewesen. Dieser Witnere hatte sich gut unter Kontrolle- ihr nicht ganz abgestumpftes Gefühl für Gerechtigkeit ließ sie daher als 'Belohnung' zusätzlich sechs Liter reinen Sauerstoff/min der Atemluft zumischen, bis seine Sauerstoffsättigung im Blut wieder 100 Prozent erreicht hätte. Damit würde sie ihn etwas schneller wieder fit machen- und könnte den zweiten Zyklus der Atemreduktion schon in fünf Minuten starten...

Den Zeitrahmen nach der ersten Atemreduktion empfand ich wie einen Urlaub nach diesen höllischen fünf Minuten ohne genügend Luft- die Zugbelastung war auf den Normalwert zurückgefahren, trotz des Filters in meiner Maske bekam ich mehr als genug Luft in meine Lungen und auch das Schwindelgefühl, was sich durch den Mangel an Atemluft eingestellt hatte, war verschwunden. Ich hielt mich im grünen Bereich, Natascha lobte mich für meine bisher gezeigte Leistung und ich hatte das Gefühl, diesen Test ohne eine 'Motivation' durch mein Halsband schaffen zu können. Trotz meines Gummioutfits wollte ich der Baroness zeigen, ich gehörte noch nicht zum alten Eisen- und könnte allemal mit den Gestütpferden hier mithalten...
Der einsetzende zweite Zyklus holte mich doch recht schnell zurück auf den Boden der Tatsachen. Erneut hatte ich nach kurzer Zeit das Gefühl ersticken zu müssen- ich durfte aber nicht langsamer werden! Aber mein Organismus musste der bisher erbrachten Anstrengung Tribut zollen- ich pendelte nach drei Minuten unter der verminderten Atmung zwischen Grün und Gelb, was für mich Schläge mit der Gerte durch Natascha bedeutete. Ich wollte mich eigentlich nur noch fallen lassen- doch die Ansage der Oberschwester, mich dann sofort mit Stromschlägen wieder auf die Beine zu bringen, sorgten für mein Weiterlaufen. Zu meiner positiven Bestärkung zählte sie aber die letzten 30 Sekunden herunter und trieb mich damit über die Linie dieses Zwischenzieles.

'Genug Luft...'- das war mein einziger Gedanke nach diesem zweiten Durchgang. Alles, was jetzt noch kommen würde, wäre Kindergeburtstag im Gegensatz zu dieser Brutalität...
Ich hatte diese Gedanken noch nicht zu Ende geführt- als mich das Zugseil brutal nach hinten riss und mir gerade drei tiefe Atemzüge zur Erholung gegönnt waren. Das Licht vor mir sprang von Grün über Gelb auf Rot ehe ich reagieren konnte- und Natascha verpasste mir mit der Gerte einen richtig heftigen Hieb, der mich aus meinem taumeln heraus vorwärts trieb. Die dabei von mir aufgewandte Kraft reichte aber um die Lampe zurück auf Grün springen zu lassen. Erst ein paar Schritte später merkte ich den Schmerz im Nacken- der niedrig dosierte Elektroschock war von mir 'dank' des Gertenhieb's der Oberschwester nicht wirklich wahr genommen worden...

'Für einen Einsteller hat der Gaul aber richtig Kampfgeist...' Die Baroness schaute durch die Sichtscheibe zu, wie ihr 'Probant' nach dieser Belastungsspitze sich wieder fing und es schaffte, die normalen 100 kg weiter zu ziehen. Noch reichlich zehn Minuten hätte er zu überstehen- sie würde ihn jetzt sechs Minuten im normalen Modus gönnen und dann die beiden 'Anstiege' mit einer Erholungsphase von drei Minuten abfordern. Sollte ihr Testobjekt dies überstehen, würde sie guten Gewissens die Anforderungen mit Bezug auf ihn für ihre Gäule hier vom Gestüt heraufsetzen können.
Dafür hätte sich dieser Witnere auch eine Belohnung verdient- sie nahm ihr Telefon und fragte den Stallknecht ab, was als morgendliche Fütterung für die Einsteller vorgesehen war. Mit der Antwort zufrieden ergänzte sie die vorgesehenen Rationen, befahl alles zu pürieren und drohte dem Stallknecht, wenn er nicht in 20 Minuten mit dem Futter hier in ihrer Klinik stehen würde, wäre er der nächste Kandidat auf dem Laufband...

Keine Ahnung, wieviel Zeit jetzt seit den Schlägen der Oberschwester vergangen waren- ich hatte das Gefühl dafür verloren und zog nur noch mechanisch Schritt um Schritt und hoffte, es hätte bald ein Ende. Irgendwie verstand ich Natascha- sie hatte mit ihren Hieben mich gezwungen, alles aus mir heraus zu holen und damit ganz sicher auch einige Stromschläge erspart. Auch war mir vor dem Test gesagt worden, welche Leistungswerte hier zu Grunde lagen- aber derart gefordert zu werden, darauf war ich nicht vorbereitet! Ich war mir nur sicher- ein 'Anstieg' würde garantiert noch eingespielt werden...

Aus dem Kontollraum heraus signalisierte die Baroness Natascha, es wären noch fünf Minuten und zwei 'Anstiege'- und sie dürfte diese Info an das Tier weitergeben...

"Komm Witnere- du hast es bald geschafft! Noch zwei Mal bergauf ziehen und dann darfst du auslaufen..."

'Oh Gott- ich spüre doch jetzt schon kaum noch meine Beine...' Die Ansage der Oberschwester zeigte mir ein Ende meiner Schinderei auf- doch der Preis wäre das sichere über meine bisherigen Grenzen des körperlich machbaren gehen...
Mit dem erneuten Ansteigen der Belastung hatte ich jetzt aber eine 'Brücke' über die ich mich mental hangeln könnte- nur dreißig Schritte, die würde ich schaffen! Die Oberschwester stand hinter mir und trieb mich mit ihrer Stimme und leichten Schlägen vorwärts- auch wenn das Licht noch grün leuchtete. Ich war ihr in diesem Augenblick sogar für die mäßig ausgeführten Hiebe dankbar, sie hielten mich davon ab, einfach stehen zu bleiben. Zu meiner völligen Verwunderung sank die Belastung nach zweiunddreißig Schritten ohne das ich Gelb verwarnt worden wäre. Mir war jetzt auch klar, der letzte Anstieg wäre auch die letzte halbe Minute des Tests- mit tiefen gleichmäßigen Atemzügen versuchte ich meinen Körper darauf vorzubereiten. Die Stimme der Oberschwester nahm ich nur noch gedämpft wahr, mir war es auch egal, ob sie mich anbrüllen oder schlagen würde- ich hatte einen Punkt erreicht, wo ich ganz tief in mir war. Kein Nachdenken über Nebensächlichkeiten, nur noch diesen Anstieg ziehen! Das letztmalige Erhöhen des Zugwiderstandes begrüßte ich daher mit einem Wiehern, ich sah nur noch das grüne Licht und setze einen Fuß vor den anderen...

'Warum flackerte das Licht...?' Erst nach einigen Sekunden drang Natascha mit ihrer Stimme zu mir durch.

"Komm Witnere- nicht stehenbleiben! Ganz langsam weiterlaufen, du hast es geschafft! Das war eine richtig gute Leistung..."

Infolge meines Schnaufens und des Trommelwirbels, den mein Puls in meinem Kopf veranstaltete, bekam ich nur Bruchstücke von ihrem gesagten mit- ich hatte wohl den Test überstanden und sollte einfach noch weiter laufen. Stimmt- das war mir ja vor Testbeginn so gesagt worden...
Die Zugbelastung war so gut wie nicht mehr spürbar, ich bekam Stück für Stück auch wieder Einzelheiten des Raumes mit- offenbar war ich rein mechanisch gelaufen. Die Baroness tauchte irgendwie in meinem Blickfeld auf und besprach wohl etwas mit der Oberschwester- aber das interessierte mich nicht wirklich. Ich wartete nur auf eine einzige Ansage...

"Hooo du irrer Gaul...- du hast es geschafft!"
39. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von TMeier am 16.04.21 18:24

Ich freue mich jeden Freitag auf den neuen Teil.

Wie immer sehr einfühlsam geschrieben.

Vielen dank für das posten.

Gruß
Thomas


40. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 23.04.21 09:00

Wintere in Rosengarten- Sonntag...

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Die Stimme der Oberschwester bedeutete Erlösung für mich- ich versuchte mich einfach fallen zu lassen, wurde aber durch das Seil in meinem Rücken aufgefangen.

"Ganz langsam- ich löse zuerst das Zugseil, dann lasse ich dich soweit ab, daß du auf allen vieren bleiben kannst solang du möchtest..."

Ich nickte wie geistesabwesend stumm ihre Ansage ab, mir stand schon nach dieser ersten Einheit der Schweiß bis über die Knöchel und noch hatte ich keinen Meter draußen zurückgelegt. Still hoffte ich, mein Knie würde diese Belastung ohne daraus resultierende Schmerzen akzeptieren- Natascha und die Baroness hatten mich mit dem Test definitiv über meine bisherige Belastungsgrenze getrieben. Würden Sie mir gestatten, angesichts meiner gezeigten Leistung jetzt die Maske abzunehmen oder wie wollten sie mit mir weiter verfahren? Ich war nur froh, wie die Oberschwester mich abließ und mir unter meine Knie das Sitzpolster des im Raum befindlichen Bürostuhl's schob. Auch schien sie an meinem Geschirr etwas zu verändern- mit einen ganz leichten Anziehen des Deckenseiles sorgte sie dafür, das ein Teil meines Gewichtes durch das Gurtzeug und die Aufhängung an der Hüfte aufgenommen wurde und ich so meine Knie entlastet bekam.

"Wenn du dich wieder fit genug fühlst auf deiner Hinterhand zu stehen, dann wieherst du einfach...- ich gebe dir gleich Wasser zu saufen!"

Ein weiteres Kopfnicken- mir war eigentlich egal, was die Oberschwester gerade erzählte, ich spürte nur, wie sich meine Atmung langsam stabilisierte, das Hämmern des Pulses schwächer wurde und auch mein verschwommenes Blickfeld aufklarte...

"Verstehst du mich? Ich werde dir jetzt an deinen Futteranschluss einen Beutel mit isotonischer Flüssigkeit anschließen- sauf bitte langsam. Wenn du mehr möchtest, stampf mit deiner rechten Vorderhand einfach auf, dann bekommst du mehr."

Atemzug, Atemzug, an der Trense nuckeln- so gab ich meinem Körper jene Zeit, die er benötigte, um sich zu erholen. Nach einigen Minuten war ich soweit und wieherte als Zeichen, daß ich mich wieder auf meine Hinterhand stellen wollte. Natascha löste die Stahlkabel von dem Harness, wartete, bis ich den halben Liter nach Limette schmeckende Flüssigkeit aus dem Beutel gesaugt hatte und dann halfen sie und auch die Baroness mir auf die Füße. Ich schwankte leicht, zwang mich aber aufrecht zu bleiben und spürte, ich hatte die Kontrolle über meinen Körper wieder gewonnen. Während die Oberschwester mich weiter stützte, schritt die Baroness voran und gab Anweisung, wir sollten in den Untersuchungsraum Eins wechseln- der Stallknecht würde dort mit meinem Futter warten...
Dieser war schon weg als ich in den Raum geführt wurde- doch das Tablett, was er zurückgelassen hatte, war mit Tupperdosen und zwei Kannen voll beladen.

"Da ich bei dir voraussetze, du willst hier rund um die Uhr wie ein Pferd behandelt werden, habe ich angeordnet dir dein Frühstück zu pürieren, damit Natascha es dir auch mit angelegter Maske verabreichen kann. Lass dir ruhig Zeit mit deinem Futter- ich nehme währenddessen die Auswertung deines Test's vor..."

Mit ein wenig Enttäuschung hörte ich ihre Worte- hatte ich doch mir insgeheim Hoffnung gemacht, meine Maske zum Frühstück noch einmal abgenommen zu bekommen. Nun ja, selbst gewähltes Schicksal...- im Magen wäre es eh alles Brei. Was viel interessanter war- mit welchem Futter dürfte ich meinen Magen füllen?
Die Oberschwester öffnete die erste Dose und ich sah nur eine hellgraue Masse mit einigen rötlichen Farbspuren darin.

"Haferbrei mit roter Grütze- ich habe in deiner Akte gelesen, du würdest das mögen."

Jippie- schon diese Ankündigung baute mich auf. Dafür allein hatte sich hier die Schinderei auf dem Laufband gelohnt- und was da an Brei auf mich wartete, gab von der Menge her ganz sicher zwei Teller her. Ich wieherte bei dieser Ankündigung freudig und schaute neugierig zu, wie die Masse in meine Futterspritze aufgezogen wurde.

"Komm, setz dich auf die Liege Witnere...- aber vorsichtig. Ich habe dir sicher ein paar schöne Hiebe mit der Gerte verpasst..."

Ja, nachdem der generalisierte Schmerz sich zurück gezogen hatte, spürte ich deutlich mehrere Striemen auf meinem Gesäß. Vorsichtig setzte ich mich und biss kurz auf meine Trense- aber es war erträglich. Der Geschmack von Porridge mit Grütze in meinem Mund half mir aber alles andere in den Hintergrund zu drängen, ich sog es wie ein Staubsauger in mich hinein...

"Langsam du Hengst- du brauchst nicht zu schlingen. Es ist genug für dich da- wie sieht es mit Kaffee aus?"

Ich nickte dies ab und schaute, wie das schwarze Gesöff in die Spritze aufgezogen wurde. Als sie halb voll war, wieherte ich und zeigte auf die Milchkanne. Zuerst verstand Natascha nicht, aber dann fragte sie "Halb und halb?", was ich nonverbal bejahte. Das Gemisch war stark gesüßt und ich musste mir dank der Milch auch keine Gedanken machen, die Mischung wäre eventuell zu heiß. Zwei Füllungen Porridge im Wechsel mit einer Füllung Milchkaffee- bis der Haferbrei alle war...

"Komm, jetzt gibt es noch ein wenig Pferdefutter! Karottenbrei? Oder magst du lieber Kartoffelsuppe?"

Ich entschied mich für die Suppe, die zu meiner Überraschung sogar mit kleinen Schinkenwürfeln versetzt war. Wie üblich wurde mit einer Füllung Wasser mein Futterrohr sauber gespült- was auch das Ende der Fütterung war. Wenn ich von der Reichhaltigkeit auf mein Testergebnis schließen sollte- so muss meine gezeigte Leistung wohl ansprechend gewesen sein.
Die Oberschwester zog gerade ihr Telefon aus ihrer Tasche- wohl um der Baroness Bescheid zu geben, meine Fütterung wäre abgeschlossen- da betrat diese das Zimmer und übertrug Natascha, die Auswertung mit mir allein durchzuführen. Sie müsse sich dringend um den Patienten Gelb drei kümmern- da läge ein psychischer Notfall vor. Mit dieser Aussage drückte sie der Oberschwester ihr Pad in die Hände und verschwand wieder eilig. Mit einem Schulterzucken nahm Natascha das Pad entgegen...

"Dann halt ohne Frau Baroness...- Witnere, bei dir ist soweit alles wieder in Ordnung? Zuerst- ich werde mich nicht für meine 'Motivation' während des Tests jetzt entschuldigen- du bist ein Pferd und meine Aufgabe war es, dir zu zeigen, wozu du wirklich in der Lage bist..."

Sie scrollte kurz auf dem Pad und lächelte dabei.

"Die Kurzfassung der Auswertung: Du hast aus der Sicht der Baroness den Test zu ihrer vollsten Zufriedenheit abgeleistet. Für dein menschliches Alter bist du topfit! Dazu gehörst du zu der Minderheit von Pferden, die von sich aus bereitwillig bis an die Grenzen der körperlich abrufbaren Leistung gehen, die sie glauben abzurufen können. Meine Aufgabe war es, dir zu helfen, diese für dich geltenden bisherigen Grenzen zu überwinden- der Test sollte dir aufzeigen, wozu du WIRKLICH imstande bist...
Meine Chefin schätzt deine Performance mit ca. neunzig Prozent des von dir abrufbaren Leistungspotentials ein- und glaube mir, wärst du den Test in der Kategorie Rot gelaufen, dann hätten wir diese fehlenden zehn Prozent auch aktiviert. Hier- schau dir mal deine Leistungskurven an- das in deinem Latexfell UND unter Atemreduktion, damit hast du Augustine beeindruckt!"

Sie setzte sich neben mich und hielt das Pad so, daß ich die verschiedenen Grafiken und Diagramme erkennen konnte. Ihren Ausführungen zufolge war die dargestellte grüne Linie ein Referenzwert, der aus den hier gezeigten Leistungen ermittelt wurde. Meines wäre die rote Linie- und diese setzte sich zum Teil deutlich darüber ab. Vor allem bei den zeitlichen Auswertungen lagen meine Peaks bis zu einem Viertel darüber.
Angenehm für mich als medizinischen Laien war es, Natascha verfiel nicht in ein mir unverständliches Kauderwelsch, sie blieb in Ihren Ausführungen immer so, daß ich ihr auch in Details folgen konnte. Zum Ende ihrer Einschätzung stellte sie mir noch die Frage, ob es mir lieber wäre, die folgende Ruhezeit hier in der Klinik oder draußen auf der Weide zu verbringen. Hier könnte sie noch ein wenig länger meine Vitalwerte unter Beobachtung halten und- wenn ich dies wollte- mir zur besseren Regeneration noch ein wenig Sauerstoff verabreichen. Auch könnte ich es mir hier auf der Liege bequem machen...
'Wiese oder Schaumstoffliege? Beides hatte seinen Reiz...' So wie es aussah, würde ich nicht vor heute Abend wieder aus meinem 'Fell' herauskommen- da fand ich die Option, mich noch ein wenig auf weichem Untergrund im Schatten auszuruhen recht verlockend. Das Angebot mit dem zusätzlichen Sauerstoff wäre auch nicht verkehrt- so nickte ich das Angebot der Oberschwester ab und machte es mir auf der Liege bequem. Natascha verschwand einen Moment und brachte neben der O2-Einheit auch noch ein Keilkissen mit und legte es mir unter meinen Kopf. Derart rundum versorgt entspannte ich und meine 'Gönnerin' sorgte mit einem Telefonanruf dafür, daß der Stallknecht Bescheid über meinen Verbleib wusste und mich zum nächsten anstehenden Training hier direkt abholen könnte...


Abenteuer auf Rosengarten... Tag 15, Sonntag- Woche zwei (Part 2)


Irgendwo in Norddeutschland...- Vormittag...


Schlachtross:

Endlich aus dem Horsekeeper herausgeholt schaute ich mich um- der von uns Pferden zu ziehende Landauer war bereits entladen und mit weißen Blumengirlanden geschmückt, Markus war damit beschäftigt, Lion auf seiner vorgesehenen Position einzuschirren und der Techniker führte mich ohne weitere Kommentare zu dem Pferdetrainer. Brutus und Miu standen bereits fertig aufgeputzt da... und Annika flocht mit lustlosem Gesichtsausdruck an der Mähne von Kara, die noch neben ihrem 'Würfel' angebunden war, herum...
Ich hatte keine Ahnung wo wir uns befanden... vom Sonnenstand und der Helligkeit dürften wir aber gut drei Stunden unterwegs gewesen sein. Von dem Parkplatz? aus war hinter einem Rapsfeld eine Ortschaft zu erkennen- in deren Mitte der Turm einer Kirche in den Himmel stach. Von der Bauweise her deuteten die roten Steine darauf, wir waren noch immer irgendwo im Norden...

"Schlachtross...- träum nicht! Hiierher zu mir- und steh!"

'Was sollte ich anderes auch unternehmen? Weglaufen?'

Während der Pferdetrainer mich einschirrte, schaute ich einfach stur nach vorn und versuchte, entgegen seiner Aufforderung, mich noch ein wenig in mich selbst zurück zu ziehen. Dies gelang nur teilweise, da sich Annika um mich zu 'kümmern' begann- zuerst kümmerte sie sich um Mähne und Schweif... doch das Aufpolieren meines 'Fells' diente von ihrer Seite eindeutig dazu, mich erneut in einen Zustand zu bringen, wo ich nur noch den Wunsch verspüren sollte, alles mir Dargebotene sofort zu besteigen... Natürlich ohne Erfüllung gewährt zu bekommen- ich weiß nicht, welchem Hirn diese für einen Hengst durchaus perverse Art der Motivation entsprungen ist. Dazu als 'Abtörner' ihre leise Stimme, mit der sie mir unter die 'Nüstern' rieb, wie sehr sie sich auf das Spiel mit Miu und mir freuen würde- besonders auf den Part, wo ich meinen Freund... zu Ihrem Vergnügen... besteigen solle!
Endlich ließ sie von mir ab und begann mit Steel, die nun schräg vor mir eingeschirrt stand, das gleiche Spiel.

'Wie muss man veranlagt sein, um dies als 'Stute' hier jeden Tag auszuhalten- nicht nur die Gewalt, allein jede Berührung der intimsten Stellen durch die Sadisten hier aus Rosengarten hätten mich bereits dazu getrieben, mir etwas anzutun... Dazu die Aussicht, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf Ansage für jeden Gasthengst und auch für uns bereit für einen Decksprung zu sein und diesen über sich ergehen zu lassen...- oder bei einer Verweigerung dessen von Augustine, Mira oder sogar beiden zusammen mißhandelt zu werden!'

Unwillkürlich schüttelte ich den Kopf- es lag jenseits meiner Vorstellung, was dies auf emotionaler Ebene bei den beiden 'Stuten' anrichten musste...

'...und Annika ist da eine willige Gehilfin...'

Schlachtross schüttelte es bei dem Gedanken, mit dieser Person heute noch- nicht gerade freiwillig- Geschlechtsverkehr zu haben...- und hoffte, wenn es soweit wäre, würde sein Trieb diese Bedenken ausschalten. Doch jetzt zwang er sich hinzuschauen, wie die Schwester ihr Spiel mit Kara begann...

Einige Zeit später hatte Markus sich inzwischen auch als unser Kutscher herausgeputzt- und sah richtig gut in seinem Outfit aus. Normal kannte ich ihn ja mit seinem Poloshirt, grauer Reithose und Schaftstiefeln...- doch jetzt hatte er sich mit dunkelgrauem Zylinder, weißem Hemd, anthrazitfarbener Weste, farblich gleicher Reithose und auf Hochglanz gebürsteten schwarzen Stiefeln in ein Musterbild eines Kutschers verwandelt. Sich dessen durchaus bewusst, nutzte er die Gelegenheit und scheuchte Annika, damit diese zusammen mit dem von ihm geführten Gespann ein paar Bilder aufnahm. Danach gab es für uns dank seiner Anweisung das erste Mal ein wenig zu saufen und es hieß wieder warten...
Endlich war das Geräusch von ankommenden Fahrzeugen vernehmbar. Ein warnender Ruf von Markus sorgte für Disziplin- kein Pferd drehte den Kopf und versuchte zu sehen, wer da uns beehrte. Wenig später war klar, wer da eingetroffen war...- zuerst vernahm ich die Stimme der Rittmeisterin, dann war sie in meinem Blickfeld, zusammen mit der Baronin, einem älteren Mann und der Braut. Alle waren festlich gekleidet...- Rittmeisterin und Baronin in hatten sich wie Markus für anthrazit entschieden, der Brautvater trug einen schwarzen Anzug und die Braut hatte für ihren Festtag ein Meerjungfrauenkleid in rein weiß angelegt. Nur waren diese beiden Outfits, wie unsere 'Felle' auch, komplett aus Latex gefertigt.

'Danke...- wegen eurem Fetisch stecken wir auch in diesem Material... und im Unterschied zu euch nicht freiwillig...'

Ich ließ mir meine Gedanken nicht anmerken...- still stehen und Kara in den Nacken schauen, während die Rittmeisterin langsam eine 'Inspektionsrunde' um das Gespann drehte. Offenbar war sie mit dem, was sie sah, zufrieden..., ich hörte nur ihre Stimme, verstand aber nicht, was sie sagte. Doch kurz darauf ertönte von hinten durch Markus das Kommando zum Anziehen der Kusche und wir setzten uns in Richtung der Kirche in Bewegung.
Der leicht abschüssigen Straße folgend rollte der Landauer hinter uns fast von allein...- Markus hatte keinen Grund, irgendwie korrigierend einzugreifen und das uns abverlangte Tempo entsprach dem des Trainings der vorherigen Tage. Ein paar Anwohner, die schon auf ihren Beinen waren, winkten uns zu- ab und an wurde der Braut alles Gute und eine glückliche Ehe gewünscht. Für mich selbst war wichtig, das Laufen war noch nicht anstrengend, die Temperatur noch nicht schweißtreibend und ich hoffte für Miu, er würde ähnlich empfinden...
Vor der Kirche selbst stand eine größere Menschenmenge- was mich erstaunte, die Rittmeisterin war bereits unter den wartenden Gästen und filmte unsere Ankunft. So irrsinnig sich dies anhören mag- ich fragte mich, wie sie bereits hier sein könnte, da keines der Autos vom 'Treffpunkt' vor uns losgefahren war.
Die Menge der Gäste selbst war nicht zu verachten- und etwa ein Drittel von ihnen war gleich dem Brautpaar in Latex gekleidet. Der Bräutigam selbst war leicht zu erkennen- er stand in der Mitte des Spaliers, was sich von dem Kiesweg, auf den wir eingebogen waren, bis zum Eingang der Kirche hin zog- und erwartete mit einem Strauß Rosen seine Zukünftige. Ob der aufkommende Beifall nur der eintreffenden Braut galt oder auch dem Gespann, mit dem sie hier vor fuhr... das erschloss sich mir nicht, doch ich merkte, die beiden Stuten vor mir motivierte dies und ich war mir sicher, den Pferden außerhalb meines Sichtfeldes ging es ebenso...

"Unnnd- Brrr!"

'Hoffentlich brauchen wir nicht hier vor dem schattenlosen Eingang während der Zeremonie in der Kirche zu warten...'

Meine stumme Bitte fand wohl irgendwie Gehör...- nach dem üblichen Schwall von Gesprächsfetzen wurde es leiser, die Veranstaltung verlagerte sich wohl in die Kirche zur anstehenden Zeremonie der Trauung. Der Pferdetrainer gab nach einiger Zeit uns das erhoffte Kommando und wir wurden von ihm ein wenig weiter in den Schatten einiger Bäume gelenkt, wo Markus uns alle mit Wasser versorgte...

'Wie mag sich Miu halten? Jetzt wäre es besser, neben ihm zu stehen...- da könnte ich mit ihm ab und an einen Blick tauschen. Ich hoffe, Brutus kümmert sich so ein wenig um ihn...'

Dies ging mir durch meinen Kopf, während der Pferdetrainer mir das Wasser durch das Atemrohr in mein Maul laufen ließ- er hatte vorn mit den Stuten angefangen und arbeitete sich nach hinten zu Brutus und Miu vor. Aus der Kirche drang mittlerweile Musik- da war die Zeremonie im vollen Gange...

"Miu- das sah gut aus, du hast fein mitgehalten..."

Das Schnauben meines Freundes hinter mir auf die folgende Frage von Markus, ob sonst alles in Ordnung wäre, interpretierte ich als gutes Zeichen- Miu schien es gut zu gehen. Eine indirekte Bestätigung dafür war, der Pferdetrainer forderte uns auf, so weiter zu machen.

"Genießt die Pause hier noch ein wenig- wenn das Brautpaar aus der Kirche kommt, gibt es für die Gäste noch Sekt und ein paar Häppchen. Da sollen wir aber bereits abfahrbereit vor dem Eingang stehen... Das wird aber nicht lange dauern und dann geht es schon los mit der Kutschfahrt zur Eventlocation. Da werden wir um die zwei bis zweieinhalb Stunden unterwegs sein- wenn ich nicht ausdrücklich dazu aufgefordert werde, lauft ihr das alles im Schritt. Die Baronin wird aber mit in der Kutsche sitzen...- da kann von ihr aber eine Trabeinlage eingefordert werden... Seit darauf vorbereitet..."

Hier zeigte sich für mich erneut der Charakterzug, der Markus mir so sympathisch machte- er war fair! Kein anderer aus Rosengarten hätte uns verraten, was die nächsten Aufgaben wären, die wir zu erledigen hätten... eine Rittmeisterin hätte uns sicher getränkt, doch nichts verraten. Pferde müsse so etwas nicht zur Kenntnis gebracht werden- das war ihr Standpunkt. Aus ihrer Sichtweise hatte sie ja sogar recht- wir wollten ja, so weit es dies möglich war, wie Pferde behandelt werden, doch ab und an ein Happen an Information motivierte uns genau so wie ein Lob für unsere Arbeit.
Ein Pferdeknecht oder Mira hätten uns jetzt noch nicht einmal mit Wasser versorgt...- obwohl- was Außenwirkung anging, waren auch sie bemüht, den positiven Schein von Rosengarten aufrecht zu erhalten... Die Demütigungen und Quälerein würden später erfolgen...

"Kommt- auf geht es... Ab mit euch vor die Kirche. Und im Schritt-vorwärts!"

Sicher nicht nur ich merkte sofort den Unterschied, als wir den schattenspendenden Platz unter den Bäumen verließen. Markus hatte es uns gestern indirekt mitgeteilt- es würde ein harter Tag werden und auch wenn während der Vorbereitung auf den heutigen Einsatz von uns Wert darauf gelegt wurde, in schattenlosen Gelände zu arbeiten... die bereits erreichte Temperatur begann mir Sorgen zu machen. Würden wir alle das bis zu unserer 'Verladung' durchhalten?
Vor dem Eingang der Kirche in der Sonne 'geparkt' begann ich den Moment herbei zu sehnen, wo wir endlich erneut los laufen dürften...- doch wie angekündigt fand erst noch ein Hochleben des Brautpaares mit Sekt und ein paar Häppchen für die Gäste statt. An uns Pferde dachte natürlich keiner- wir waren nur Staffage! Markus schien dieser Fakt peinlich zu sein... er stand vorn bei den Stuten und so war seine ablehnende Reaktion auf ein Glas Sekt für uns alle sichtbar. Immerhin- die Braut schaute zusammen mit der Baronin vor dem Einsteigen in den Landauer zu uns nach vorn uns streichelte kurz jeden von uns. Im weggehen war für mich noch vernehmbar, wie wir als Gespann für unser Aussehen durch die Braut gegenüber der Baronin in den höchsten Tönen gelobt wurden und sie sich bei ihr bedankte, ihrem Wunsch danach mit einer derart kurzen Vorlaufzeit möglich gemacht hätte...

'Dir haben wir diese Schinderei zu verdanken...- ich hoffe, du kannst wenigstens diesen Tag genießen...'

Ich wünschte dieser Latexbraut in diesem Moment aus tiefster Seele das Scheitern ihrer Ehe...- obwohl die Baronin das bessere Ziel meiner Verwünschungen wäre. Sie hatte schließlich dies der Braut gegenüber zugesagt und ohne Rücksicht auf etwaige Schäden bei ihren 'Pferden' durch die Rittmeisterin und unseren Pferdetrainer durchsetzen lassen...

'Sei nicht so selbstgerecht Schlachtross...- ohne deine Zusage der Rittmeisterin gegenüber wäre da alles hier schon vorher wie eine Seifenblase geplatzt! Du hast Miu dafür fit gemacht... du hast den anderen Pferden... gut, eher unfreiwillig... als Beispiel, was in so einem Outfit möglich ist, gedient... Wasch deine Hände also nicht in Unschuld!'

Dies Gedanken wälzten durch meinen Kopf während ich mich in mein Zuggeschirr stemmte, um mit allen anderen gemeinsam die Kutsche auf der ansteigenden Straße aus dem Ort heraus zu ziehen. Ich machte mir auch keinerlei Illusionen über eine Pause, in der wir vielleicht etwas zu saufen bekämen...- das würde wohl erst an unserem Ziel wieder der Fall sein!

'Sauft euren Sekt und fresst eure Häppchen da hinten...- und erstickt daran!'

War es nicht eigentlich geplant gewesen, ich solle auf Rosengarten auf das anstehende Rennen vorbereitet werden? Das hier war das gnadenlose ausnutzen meiner Kraft und Leistungsbereitschaft...- hatte aber mit Rennvorbereitung nichts, aber auch gar nichts zu tun!
Markus hatte uns inzwischen von der Straße herunter gelenkt und wir folgten einem geschotterten Feldweg...- doch was sollte ich mich an der Landschaft erfreuen? Ich starrte einfach auf den Rücken von Kara, beobachtete die Spannung der Zugstränge zwischen ihr und mir und freute mich, als sie offenbar einen leichten Stromschlag als Warnung erhielt, etwas mehr Leistung zu zeigen. Zumindest erfolgte zeitgleich eine an sie gerichtete Ermahnung durch den Pferdetrainer...
Nach dem hinter uns liegenden Weg durch die Felder gönnte uns die gewünschte Strecke ein wenig Schatten bei der Durchquerung eines Waldes, Markus nahm da auch ein wenig Tempo heraus um die Dauer für uns im Schatten zu laufen ein wenig zu erhöhen. Zu unserer Überraschung hielt dieser Zustand auch nach dem Verlassen des Waldstückes an- ein mit Betonplatten angelegter Fahrweg war links und rechts wie eine Allee mit Kastanienbäumen gesäumt, die uns weiter vor der Kraft der Sonne schützten. Die Luft war aber aufgewärmt genug, um unter unseren 'Fellen' für genug Transpiration zu sorgen...

'Miu...- wie hältst du bisher durch?'

Ich begann mir dank der Temperatur wirklich ernsthaft Sorgen zu machen...- doch von meiner Position aus war das einzige, was ich ihm im Augenblick 'geben' konnte, mein Vorbild dies hier durchzustehen... Ich hoffte inständig, sein Blick auf mich würde ausreichen um ihn dazu zu motivieren!
Ich schätzte, wir waren seit unserem Aufbruch eine Stunde auf den Beinen...- da wurden wir von Markus von diesem Weg herunter und durch ein weiteres kleines Waldstück gelenkt, hinter dem eine pittoresk anzuschauende Wassermühle auftauchte. Da dort aber nur ein einzeln abgestelltes Fahrzeug zu sehen war, begriff ich, dies war nicht die Eventlocation sondern vermutlich nur ein Zwischenstopp. So war es auch- es war der Platz für ein Photoshooting, an dem das Paar abgelichtet werden sollte.
Nicht nur ich begrüßte diese Pause- auch wenn das Gespann mit uns davor als Statisten herhalten durfte. Sowohl wir alle vor der Kutsche als auch Brutus und Kara als Einzelpferde hatten als 'Dekoration' zu dienen...- aber die Rittmeisterin und Markus nutzten diesen Stop und gaben jedem von uns die Möglichkeit unseren Durst zu stillen. Der anwesende Photograf verstand sein Handwerk- die Anweisungen um uns in Szene zu setzen waren präzise und so beschränkte sich das Rangieren der Kutsche auf ein Minimum für uns. Dies wiederum führte zu lobenden Worten des Paares gegenüber der Baronin, wie gut doch die Pferde ihres Gestütes ausgebildet wären. Leider blieb es für uns erneut nur bei ein paar sanften Berührungen durch Braut und Bräutigam...
Während die beiden für den Rest der angedachten Bilder nun ohne uns posierten, gab uns Markus die Möglichkeit der Erholung im Schatten...- bis ein Wink der Baronin Signal für den Pferdetrainer war, es würde weiter gehen und er zuerst das Brautpaar samt Begleitung aufnehmen ließ und uns dann zurück auf den Plattenweg lenkte. Leider bogen wir nach einiger Zeit auf einen anderen Weg, der nicht den Luxus schattenspendender Bäume bot- der Unterschied war sofort zu spüren! Vorbei an den nun offen neben uns liegenden Feldern kämpften wir uns mit jedem Schritt in der frühen Nachmittagshitze vorwärts, bis vor uns zuerst die Spitzen einer Baumgruppe und dann ein Gebäude mit einem vollgestellten Parkplatz ein wenig abseits auftauchte. Unsere Fahrt näherte sich dem Ziel, wir hatten nun die Location der Feier vor uns im Blick.
Links hinter mir wieherte Brutus- er forderte uns als Leithengst auf, das bestmögliche Bild von uns zu zeigen! Eine kleine Kopfbewegung zeigte mir, selbst Lion neben mit hielt sich gestrafft aufrecht und so gaben wir alles auf diesen letzten Metern. Der Applaus der wartenden Gäste galt dieses Mal ganz eindeutig auch uns- es war für mich fast wie bei einem Zieleinlauf während eines Rennens!
Markus gab uns das Haltekommando und brachte uns auf den Punkt genau zum stehen, damit das Paar auf dem vorbereiteten roten Teppich durch das Spalier der Gäste in das Gebäude gelangen konnte...

"Danke Markus...- würdet ihr mich bitte jetzt begleiten? Die Versorgung des Gespanns kann durch Schwester Annika vorgenommen werden..."

Die Aufforderung der Baronin war selbst für uns Pferde nicht zu überhören...- und verursachte mir Angst! Der Pferdetrainer hätte uns sicher zuerst an einen schattigen Platz gefahren damit wir aus der Sonne heraus wären und dann getränkt...
Die Schwester führte, unterstützt durch den Techniker von Horsekeeper, zumindest letzteres durch- aber der halbe Liter Wasser, der uns zugestanden wurde, würde nicht lange reichen! Ein Tipp des Technikers führte aber zu dem erhofften Verbringen an einen Platz unter der Krone eines einzeln stehenden Baumes... auch wenn dessen Schattenwurf gerade ausreichend für uns war!

'Das wird nicht lange vorhalten...- hoffentlich ist Markus bald wieder zurück...'
41. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 30.04.21 11:38

Witnere in Rosengarten- Sonntag


14 Aktive Erholung...


Ich entspannte und auch wenn ich nicht wirklich schlief- ich schaltete ab und dämmerte vor mich hin. Irgendwie war ich froh darüber, derart wie 'ein Pferd' handeln zu können...- den Leistungstest wieder und wieder in Gedanken zu rekapitulieren wäre zwar menschlich gewesen, doch genau das wollte ich ja nicht.
Ich bekam durchaus mit, einige Male wurde die Tür zu meiner 'Box' hier geöffnet und Oberschwester Natascha schaute nach mir, doch war dies eher eine Information, die ich unbewusst wahrnahm. Jemand passte auf mich auf- ich musste mir keine Sorgen machen...
Daher schreckte ich auch wie aus dem Schlaf gerissen hoch, als Jens mich ansprach und mir das Ende meiner Pause verkündete. Ich würde aber mich noch ein wenig aktiv erholen dürfen- Baroness Mira hätte mich für eine gemütliche Ausfahrt den Vormittag über eingeplant.

"Langsam Witnere- erst noch die Schläuche..."

Mit diesen Worten bremste er mich- klar, die sollten von meiner Maske gelöst werden, wenn ich nicht mit der O2-Einheit im Schlepp laufen wollte. Der Stallknecht schien unterwiesen zu sein- ohne Natascha um Unterstützung zu rufen, löste er die Verbindungen, hakte meine Führleine ein und brachte mich nach draußen zum Stall. Ich fühlte mich frisch, der von der Oberschwester meiner Atemluft zugesetzte Sauerstoff hatte meine Regeneration unterstützt und ich freute mich darauf, jetzt vor einer Kutsche oder einem Sulky laufen zu dürfen.
Während ich zu dem 'Pferdehotel' geführt wurde, erkannte ich, neben diesem wartete neben der Baroness auch Dennis- und vor einer Wagonette waren bereits zwei Latex-Pferde eingespannt, von denen eines mit einem grünen Band gekennzeichnet war. Das könnte nur Nordic sein, er stand rechts von den Gabelstangen eingeschirrt, und bei dem neben ihm in der Gabel stehenden, nicht mit einem Band gekennzeichneten, Pferd dürfte es sich dann wohl um Blacky handeln.
Mit einem Wiehern drückte ich meine Freude darüber aus, mit beiden gemeinsam diese Tour zu laufen- während Nordic mir antwortete, blieb Blacky still stehen und gab keinen Ton von sich. Einzig sein Kopf drehte leicht in Richtung der Baroness und erst nachdem ich ein Nicken von ihr mitbekommen hatte, antwortete der Hengst auf meinen Ruf mit einem Schnauben.
'Verdammt diszipliniert...- da könnte ich mir wirklich eine Scheibe abschneiden.' Dieser Gedanke wurde aber sofort wieder in dien Hintergrund gedrängt, denn Jens gab mir Anweisungen,damit er mich einschirren konnte. Dank der gestrigen Ausfahrt blieb ich einfach ruhig stehen und so konnte der Stallknecht mich einfach mit etwas hin- und hergeschiebe mit den Zugketten verbinden und mir die Zügel anlegen.

"Baroness- das Gespann ist zur Ausfahrt vorbereitet..."

Seine Stimme hinter mir war das Zeichen für mich, jetzt würde es gleich losgehen. Leicht in die Ketten gelehnt wartete ich auf den Zügelschlag oder das verbale Startsignal- aber die Baroness schien sich Zeit zu lassen. Gemeinsam mit Dennis umrundete sie die Kutsche und wies ihn auf die Unterschiede bei einem Einspänner hin, die es zu beachten gäbe. Meine Angespanntheit bemerkend, gab es von ihr einen leichten Klaps auf den Schenkel, gefolgt von einem Lob für meine heute Morgen gezeigte Leistung bei dem Test mit ihrer Schwester. Auf die Nachfrage von Dennis umriß sie grob den Testverlauf und legte viel Wert auf das Herausstellen meiner gezeigten Leistungsdaten, die ich ja in meinem restriktiven Outfit erbracht hätte. Ich könne ruhig entspannen- Dennis würde sicher Rücksicht auf meine Leistung nehmen, während er die Kutsche fahren würde...
Derart von Mira gelobt wurde ich von ihm auch noch gestreichelt und er fragte die Baroness, ob es bei mir etwas zu beachten gäbe. Mit ihrer Aussage, er wäre der Kutscher, schien sie ihn auf das Lesegerät für die Armbänder aufmerksam gemacht zu haben- er stand plötzlich neben mir und ich spürte seine Hand an meinem Armband.

"Aha- nur im Schritt zu bewegen..."

Diese Aussage war wohl mehr an sich selbst als an die Baroness gerichtet, die hier als seine Ausbilderin fungierte. Mit der Zusicherung, er würde sich da auf alle Fälle daran halten, saß er wieder auf und wir bekamen über die Zügel von ihm die Erlaubnis loszulaufen.
Anziehen- die Kutsche rollte und und wir bewegten uns dieses Mal zuerst in Richtung des Haupthauses, dann über den Innenhof und zuletzt über die Zufahrtsstraße, die mich hier zum Gestüt gebracht hatte. Hinter mir hörte ich ab und zu, wie Baroness Mira Dennis in seiner Zügelarbeit korrigierte- was dazu führte, daß ich selbst nicht so meine Körperhaltung achtete. Das Ergebnis davon war ein unangenehmes Kribbeln in meinem Nacken, eine sanfte Berührung mit der Fahrpeitsche durch Dennis und eine Ermahnung, ich solle mehr auf die Haltung meiner Vorderhand achten. Da hatte er sicher einen Hinweis von der Baroness bekommen...
Also die Vorderhand wie gefordert hübsch angewinkelt- mit einem leichten Verlagern meines Schwerpunktes hielt ich auch die Zugketten auf Spannung. Mittlerweile waren wir auf eine Waldschneise eingeschwenkt, die sich mindestens einen Kilometer schnurgerade hinzuzählen schien. Einfach geradeaus laufen, an nichts anderes denken müssen- ich 'schaltete ab' und setzte einfach nur einen 'Huf' vor den anderen. Irgendwann spürte ich ein Ziehen rechts in meinem Maul und schwenkte ohne weiter darüber nachzudenken, dem Zug folgend, in die geforderte Richtung...

"Nordic, Blacky, Witnere- fein gemacht..."

Die Stimme von Dennis holte mich für einen Moment aus meinem Zustand- was hatten wir 'fein gemacht' und warum holte er mich aus dieser Trance? Die Baroness schien dies wohl auch so zu sehen, denn sie fragte unseren 'Kutscher', warum er uns für ein einfaches Fahrmanöver, was wir zu seiner Zufriedenheit ausgeführt hätten, loben würde. Was da vor ihm laufen und die Kutsche ziehen würde...- das sind 'Pferde', die müsste man nicht für jede gut ausgeführte Leistung loben. Hinter mir schien sich darüber ein Gespräch zu entwickeln- das ging mich aber als 'Pferd' nichts an. Ich stimmte insgeheim sogar der Baroness zu, auch wenn Lob etwas schönes ist, es sollte nur für besonders gut oder erstmalig erbrachte Leistungen angewendet werden...
Noch ein paar Waldschneisen später schienen wir unser Ziel erreicht zu haben- eine Wiese, auf die wir gelenkt wurden und dann unser Haltesignal erhielten. Mira meinte zu Dennis, jetzt- nach erbrachter Leistung- wäre ein gegebener Zeitpunkt, uns zu loben. Er solle aber auch da jede Leistung individuell beurteilen und eine eventuell vorhandene, ihm bekannte, Rangordnung unter den Pferden beachten...
So geschah es auch- wobei Dennis mit Blacky begann. Er hatte in der Mittelposition die Hauptarbeit geleistet und das wurde durch Dennis honoriert. Dann kam sein eigenes Pferd- durchaus verständlich- und danach ich an die Reihe. Er stellte dabei aber durch seine Worte klar, dies würde keine Bewertung unserer Arbeit durch ihn sein, wir hätten beide gleichviel geleistet und er wüsste von meinem Leistungstest, der mir schon abverlangt war. Unmittelbar danach bat er die Baroness, ihm beim Ausschirren von uns zu kontrollieren und uns für eine Ruhepause in den Schatten zu führen- die Sonne hatte, während wir im Wald unterwegs waren, doch an Kraft zugelegt und war in unserem Latexfell hier auf der Wiese deutlich spürbar. Zuerst kam Nordic in den Schatten, danach ich und zum Abschluss Blacky. Wir wurden an einem zwischen zwei Bäumen befindlichen Querbalken mit unseren Führleinen festgebunden- auf Weisung der Baroness wurde unsere Vorderhand auf dem Rücken fixiert und auch die Hinterhand gefesselt. Derart in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt war ich einfach nur über die Tatsache froh, im Schatten stehen zu dürfen...
Durch meine Augengläser sah ich, wie Dennis und Mira drei Flaschen aus einem Fach in der Kutsche entnahmen und wieder zu uns kamen.

"Das habt ihr euch bei der Wärme verdient..."

Mit diesen Worten der Baroness bekam ich kalten Apfelsaft über den Trinkanschluss meiner Maske verabreicht- Dennis tat dies bei Nordic und nachdem wir versorgt waren, wurde auch Blacky von Mira getränkt. Der Hengst zitterte leicht unter der Berührung der Baroness, schien aber glücklich über das Gesöff und leerte seine Flasche in einem Zug. Danach wurden wir einige Zeit stehengelassen, während die beiden 'Menschen' etwas zu besprechen schienen...
Im Ergebnis der 'Besprechung' wurden Nordic und Blacky von mir weg geholt, Mira kontrollierte meine Fesselung und fragte mich, ob soweit alles in Ordnung mit mir wäre. Stumm nickte ich dies ab, was mir ein weiteres Streicheln über meinen Rücken- aber auch die 'Scheuklappen' für meine Maske einbrachte. Gut- ich sollte also nicht sehen was trainiert würde, doch eigentlich war mir dies auch egal. Ich war froh, noch einige weitere Minuten zur Erholung zu haben, auch wenn es mir lieber gewesen wäre, ich hätte mich hinlegen können. Ich stand still, lauschte meinen Atemzügen und spürte, wie die Schweißtropfen langsam zwischen meiner Haut und dem Latexfell sich ihren Weg der Schwerkraft folgend nach unten suchten. Im Hintergrund war ab und zu entweder die Stimme von Dennis oder der Baroness zu hören- aber was die beiden genau mit meinen 'Artgenossen' anstellten blieb mir verschlossen.
Irgendwann schreckte ich auf- ich war eindeutig weggedämmert- und hörte das Schnauben eines Pferdes und die Stimme der Baroness neben mir.

"Gut gemacht Nordic, die Flasche hast du dir redlich verdient..."

Nachdem sie offenbar meinen Nachbarn getränkt und angebunden hatte, spürte ich ihre Hände und wie diese meine Hinterhand von den Fesseln befreiten. Danach wurden die Scheuklappen entfernt und sie führte mich auf die Wiese zu Dennis und Blacky. Mit den Worten, er könne jetzt den Gestüthengst übergeben und zusammen mit seinem Pferd Pause machen, begann meine Trainingseinheit. Dennis hätte sich als Owner und Trainer übrigens wirklich gut angestellt- und sie freue sich über die Fortschritte, die er im Umgang mit mehreren Pferden machen würde...
Während er sich zu seinem Pferd begab, gab mir die Baroness bekannt, was nun für mich auf dem Plan stand. Hier auf dem Gestüt würden zwar überwiegend Rennpferde ausgebildet- doch es wäre der Wunsch meiner Besitzerin, mich in den Grundlagen zur Dressur schulen zu lassen...
Ich hasse Dressur!

Sollte ich mich fügen oder alles riskieren und auf eine Karte setzen? Was wäre die Strafe für Verweigerung hier auf dem Gestüt? Wenn ich den Gerüchten Glauben schenken sollte, würde dies verdammt unangenehm werden...- aber ich hatte noch einen Trumpf im Fell.
Mit einem Wiehern und dem Schütteln meines Kopfes sicherte ich mir die Aufmerksamkeit der Baroness, drückte meinen Unwillen über die anstehende Lektion aus und ging mit gebeugten Kopf auf die Knie um meine Unterwerfung ihr zu zeigen.

"Was ist los du Gaul- deine Besitzerin hat diese Reaktion vorausgesehen, aber hier ist nicht 'wünsch dir was'..."

Ich schaute zu Boden und konnte so ihren Gesichtsausdruck nicht sehen- aber die Tonlage war eisig!

"Sei froh, daß du in der Kategorie 'Grün' eingestuft bist- du hast jetzt die Möglichkeit, deine Meinung sofort zu ändern und zu tun, was von dir verlangt wird- Auf!"

Ich blieb unten, schüttelte noch einmal leicht meinen Kopf und wieherte drei Mal recht deutlich in der Hoffnung, sie würde meinen Wunsch erkennen, mit ihr reden zu wollen. Aber selbst wenn sie dies erkannte, würde sie darauf eingehend? Was hätte ich jetzt dafür gegeben, mit meiner Vorderhand auf mein Maul zeigen zu können...

"Gäule sprechen nicht wie Menschen!"

Diese Aussage wurde mit einer wirklich heftigen Ohrfeige unterstrichen- ich hatte echt Mühe, mein Gleichgewicht zu halten, wieherte aber noch einmal und zwang mich, meinen Kopf noch tiefer zu halten.
Ich fühlte, wie ich an meinem Halfter doch ziemlich ruppig nach oben gezogen wurde, gefolgt von der Aussage, wenn ich nur herumjammern wolle, würde meine Nacht sehr unangenehm verlaufen.

"Halte still wenn ich dir widerspenstigem Vieh die Maske abnehme..."

Sofort, nachdem mein Kopf frei war, ging ich wieder nach unten und wartete auf ihre Erlaubnis mich zu äußern.

"Wenn ich jetzt hier nur irgendein Mimimi von dir zu hören bekomme gibt es richtig Ärger- Grün hin oder her! Ist das klar? Du darfst aufstehen und sprechen..."

Mira schaute mich richtig sauer an und meine Frage, ob sie ein internetfähiges Mobiltelefon dabei hätte, wurde mit Ärger in ihrer Stimme bejaht- einige Sätze später von mir hatte ich aber ihr Interesse geweckt und sie hörte mir aufmerksam zu bis ich meine Ausführung beendet hatte. Danach sank ich auf die Knie und wieherte als Zeichen, wieder als Pferd zu agieren. Baroness Mira setzte mir meinen Pferdekopf auf, gab mir das Zeichen zum aufstehen und schaute mich lange an...

"Pass auf- deinen Verstoß gegen die Regeln werde ich dir nicht durchgehen lassen, doch hast du alles riskiert um mir deinen Wunsch zu erklären. Du bist ein Spieler...- mit einer Überraschung für deine Eigentümerin... deren Intentionen für dich nicht ganz deckungsgleich mit deiner Idee sind... aber ähnlich. Ich höre mir jetzt den Titel an- dann trainieren wir Schrittfolgen, die mir spontan dazu in den Sinn kommen. Die werden dir von Blacky hier vorgeführt- und danach machst du sie nach! Ich will von dir vollen Einsatz sehen...- heute Abend werde ich auf dem Dressurplatz dann die eintrainierten Elemente in einer zu dem von dir genannten Musiktitel passenden Reihenfolge mit dir üben. Wenn du magst...- wird Blacky synchron mit dir das Training laufen... und das, was ihr einstudieren werdet, könnt ihr zum Hoffest deiner Besitzerin vorführen. Das ist mein Angebot..."

Ihre Stimme klang jetzt wesentlich sachlicher- aber dies sorgte bei mir, dank ihres Rufes, für noch mehr Angst. Sie hatte klar gesagt, um eine Bestrafung würde ich nicht herum kommen...- und wollte ich Blacky schon wieder in etwas hineinziehen, ohne ihm zumindest die Chance zu geben, seine Meinung dazu zu äußern?
Langsam ging ich zu ihm hinüber, rieb kurz meinen Kopf an seinem, bot ihm meinen Nacken dar und ging vor ihm auf die Knie. Hinter mir hörte ich die Baroness lachen...

"Witnere du bist niedlich- du brauchst sein Einverständnis nicht. Wenn ich es ihm sage, dann wird er gemeinsam mit dir das einstudieren! Die Frage war, ob DU mit meinem Angebot einverstanden bist...- ich möchte deine Entscheidung jetzt sehen!"

Langsam begriff ich- Blacky würde, egal wie ich mich entschied, verlieren... Er war Gestütpferd UND Zeuge meines Verweigerns- ich hatte ihm erneut etwas eingebrockt, was ich so nicht wollte. Zur Baroness gewandt nickte ich ihren 'Vorschlag' ab, hörte ihre Bermerkung, sie würde das Strafmaß von meinem weiteren Verhalten abhängig machen und folgte ihr zusammen mit Blacky auf der Wiese in der Mittagssonne.
Nach ihrem Befehl an uns zu stehen, hörte sie sich das von mir genannte Musikstück an- die letzten Minuten vor Trainingsbeginn- dann befahl sie mich zu sich, nahm meinen Führstrick und bellte Blacky den ersten Befehl zu.

"Schritt!"

Während der Hengst langsam und aufrecht mit geradem Blick loslief, wurde ich von ihr nebenher geführt.

"Witnere, achte auf die Kopf- und Körperhaltung! Deine Vorderhand wird wie bei ihm auf dem Rücken verbleiben! Ich will das genau so von dir sehen... Blacky- Halt!"

Blacky und ich tauschten die Positionen- dann würde ich auf die Reise geschickt. Ihre Kommentare zu meinem 'Getrampel' waren bissig... die Baroness achtete auf jedes noch so geringe Abweichen von der von ihr geforderten Norm und ich war froh, als sie mich anhalten ließ. Erst hieß es kehrt, dann stellte sie Blacky vor mich und es ging von vorn los. Nach vier weiteren Durchgängen hatte ich ihre Gnade gefunden und der 'Spanische Schritt' war die nächste Übung. Hier benötigte ich sechs Durchgänge bis sie zufrieden war. Es folgten je eine Wiederholung beider Gangarten ehe sie mir von Blacky zeigen ließ, wie eine Trabsequenz aussah. Mit der für mich geltenden rhetorischen Feststellung, ich würde sicher 2-3 Mal so eine Einlage hinbekommen, wagte ich in diesem Fall keine Widerworte ihr gegenüber.
Bis zum Ende der Einheit trainierten wir Trab, Gangwechsel im Trab, das Laufen der Kurven und den Schritt im Stand- dann war die Baroness mit mir zufrieden und beendete die Schinderei in der Sonne. Pause bedeutete dies für uns aber nicht- wir wurden wieder vor der Wagonette eingeschirrt und während Nordic und auch Blacky noch einmal etwas zu saufen bekamen, gab es für mich von Mira die Ansage, ich müsste als Resonanz auf meine Verweigerung jetzt halt ohne zu saufen zum Gestüt zurücklaufen. Dennis solle bitte auch genau darauf achten, ob ich mich gehen lassen und nur mitlaufen oder auch meine geforderte Zugleistung erbringen würde.
Das war Einschüchterung und kam bei mir an. Zum Glück führen wir den gleichen Weg zurück, den wir auch schon auf der Hinfahrt genommen hatten und so blieb ich von der Sonne verschont. Ich hatte aber richtig zu kämpfen- meine Vorderhand war wieder frei und ich musste daher darauf achten, sie wie gefordert korrekt zu halten. Dazu das Ziehen des Wagens- ich war glücklich, nachdem von Dennis das Haltesignal neben der Stallwand des Hofes gegeben war...


15 Strafe


Mira beauftragte Dennis mit dem Abschirren der drei Hengste; ich war mir sicher, nicht nur meine Zunge klebte trocken an meinem Gaumen. Ich hatte dank der sommerlichen Temperaturen und des ausgefallenen getränkt werden einfach nur noch Durst- und die Baroness wusste dies natürlich.
Nachdem Nordic und sein Eigentümer von ihr in die nächste Pause verabschiedet worden waren, packte sie einige Dinge aus dem Staufach des Wagens in eine Tasche und führte persönlich Blacky und mich in Richtung der Rennbahn. Ich hatte schon die Befürchtung, sie wolle mit uns beiden ohne Pause weiter trainieren, aber sie bog auf eine Koppel ab und befahl uns anzuhalten.

"So Witnere- zu deiner Strafe... Du wirst gleich hier auf deine Hinterhand abknien, ich werde deine Vorderhand auf deinem Rücken zusammen binden und damit du nicht weglaufen kannst, werde ich diese mit deiner Hinterhand verbinden. Du wirst somit hier kniend deine Pause verbringen bis ich euch beide zum nächsten Training abholen werde."

Das war übel- die Sonne briet mich schon jetzt in meinem Fell, der einzige schattenspendende Busch stand am anderen Ende der Weide und dann ohne die Möglichkeit, dort die Pause im Schatten zu verbringen, hier auszuharren... Ich hatte ja noch nicht einmal etwas zu saufen bekommen!

"Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß du auch Durst hast- kannst es ruhig zugeben... Ich möchte dir daher einen Deal vorschlagen. Du kannst dir jetzt dein getränkt werden erkaufen- pro Futterspritze Wasser verabreiche ich dir zehn Hiebe mit der Gerte. Du kannst ablehnen und weiter Durst haben- dann bekommst du erst vor Beginn des nächsten Trainings etwas zu saufen...- oder du erträgst den Schmerz und linderst deinen Durst...
Damit du besser verstehst, warum du gerade so hart behandelt wirst- als Pferd verweigern und zudem noch wie ein Mensch sprechen...- das ist auf dem Gestüt der ultimative Verstoß gegen die hier geltenden Regeln und wird daher entsprechend geahndet. Ich nehme an, dies wurde dir aber durch den Pferdetrainer zu Beginn aber auch gesagt..."

Müde nickte ich Ihre Ausführungen dazu ab- meine Gedanken kreisten nur um die Kalkulation, wieviel Schläge ich ertragen müsste, bis mein Durst gestillt wäre...

"Noch etwas- als kleiner Anreiz für dich. Wenn du dich für die Schläge entscheidest... Blacky würde von mir die gleiche Menge Wasser bekommen wie du sie dir jetzt verdienst- und dein Verweigern wird deiner Eigentümerin nicht zur Kenntnis gebracht! Wie entscheidest du dich?"

Das Angebot von ihr entsprach genau dem, was man unter der Hand von ihr munkelte- es war sadistisch! Doch hatte ich es mir nicht selbst zuzuschreiben- das Dressurtraining war ja nicht wirklich schlimm gewesen...
Noch stand ich und schaute sie an- vier Spritzen würden meinen Durst sicher stillen. Ich nickte ihr zu und wartete auf ihre Reaktion.

"Du hast dich entschieden- du akzeptierst die Schläge?"

Ehe ich es mir noch anders überlegen könnte nickte ich Ihre Frage ab.

"Zehn? Zwanzig? Dreißig?"

Ich verneinte jedes Mal- wenn ich die Pause komplett in der Sonne verbringen sollte, dann benötigte ich Wasser zum durchhalten...

"Vierzig?"

Hier nickte ich ab- meine Ownerin hatte mir, auf eigenen Wunsch, schon einmal vor längerer Zeit fünfundsiebzig Schläge mit einer Sprunggerte verpasst... Es war aber nicht meine Welt.

"Dann mal ab auf alle viere mit dir Blacky. Witnere- du legst dich quer über seine Kruppe und wieherst, wenn du bereit bist..."

Nachdem Blacky vor mir auf allen vieren kniete, legte ich mich quer über sein Gesäß und atmete einmal tief durch. Kopf nicken, Wiehern- ich wollte es hinter mich bringen...
Ihr erster Hieb war weniger schmerzhaft als von mir befürchtet- und was ich sogar als 'angenehm' empfand, sie schlug gleichmäßig im Wechsel links und rechts auf meine Gesäßhälften. Eine Steigerung der Schlagstärke war nach dem zehnten Hieb nicht mehr wegzuleugnen- ich biss auf meine Trense und zog vor Schmerz jedes Mal scharf Luft ein. Die Baroness wartete jedes Mal, bis ich wieder ausgeatmet hatte, ehe ich den nächsten Hieb von ihr bekam. Mittlerweile war sie bei zweiundzwanzig, ich hatte bereits Tränen in meinen Augen- aber noch keinen Ton von mir gegeben. Kein Jammern, kein Betteln- so hielt ich auch noch die nächsten drei Schläge aus, doch lange würde ich nicht mehr schaffen, still zu bleiben.
Ich wappnete mich für den nächsten Schlag- doch dieser blieb aus! Statt dessen griff sie nach meinem Halfter und befahl mir aufzustehen. Vor ihr stehend ergriff sie meinen Kopf und streichelte diesen eine Weile wortlos. Ich gab inzwischen meinem Schmerz nach und schluchzte leise ein wenig...

"Ganz ruhig, die restlichen Hiebe erlass ich dir...- dann würde ich aber Blacky hier und jetzt seine Ration streichen... Du kannst aber auch die restlichen fünfzehn auf dich nehmen- und erkaufst ihm sein Wasser damit. Geh auf deine Knie, dann fessele ich dich und danach darfst du saufen..."

Ihre Stimme klang leise und beruhigend...- doch ihr Angebot war vergiftet. Hier ohne Schatten war es heiß in der Mittagssonne und das Gestütpferd hatte ganz sicher so wie ich auch Durst. Auf der anderen Seite- was ging mich Blacky eigentlich an? Er war nur ein Pferd, was hier seine Leidenschaft auslebte- ich schuldete ihm gar nichts! Hatte mir Markus gestern nicht gesagt, auch er hätte vor mir ausgespuckt wie die anderen Gäule wenn er es gekonnt hätte?
Ich weiß nicht warum, doch statt abzuknien beugte ich mich erneut über die Kruppe von Blacky und biß auf die Trense in meinem Maul. Ich fürchtete mich vor den noch anstehenden Schlägen...

"Wenn du es so haben möchtest..."

Ich hörte das Pfeifen der Gerte- aber der Einschlag blieb aus! Die Baroness zog mich erneut auf meine Hinterhand nach oben, schaute mich durchdringend an und befahl Blacky mir gegenüber eine Unterwerfungsgeste. Dann tränkte sie den Hengst mit einem dreiviertel Liter Apfelschorle? und band ihm die Vorderhand auf dem Rücken zusammen, ehe ich aufgefordert wurde auf meine Knie zu gehen.
Langsam nahm ich die von ihr geforderte Haltung ein, ich bekam ein Set lederner Manschetten angelegt und die daran befindlichen Ösen verband sie mit meiner Führleine auf meinem Rücken. Dann schloss sie die Flasche Mineralwasser an meinen Trinkschlauch an und ich durfte endlich meinen Durst stillen...
Ohne weitere Worte von ihr wurden mir danach wieder die 'Scheuklappen' an meiner Maske angebracht- und sie zog noch etwas anderes über meine 'Nüstern', was mir das Einatmen erschwerte.

"Ich habe dir noch einen Futtersack über dein Maul gezogen- den nehme ich dir wieder ab, wenn es weiter geht..."

Mit den Worten, wir sollten die restliche Stunde der Ruhezeit genießen und sie würde nachher das Training mit uns fortsetzen, verabschiedete sie sich von uns.

'Was war ich doch für ein blödes Pferd...- ich hatte mir meinen schmerzenden Hintern und die Tatsache, hier gefesselt in der Sonne weichgekocht zu werden, selbst zuzuschreiben!'
Immerhin war es bei fünfundzwanzig Schlägen geblieben, ich war aber bis zum Abbruch durch die Baroness davon überzeugt gewesen, sie würde mir die fehlenden Hiebe zukommen lassen. Warum habe ich falsch gelegen? Ich war glücklich darüber, daß ich sie nicht bekommen habe- doch was war der Grund für ihr Handeln? Ich verstand es nicht...- sie verzichtete auf die Schläge, schränkte aber meine Atmung ein, ich wurde aus ihr nicht schlau.

Ein Schnauben von Blacky riss mich aus meiner Grübelei- ich spürte gleichzeitig, wie sich etwas zwischen die Sonne und mich schob und mir Schatten spendete während ich auf der Wiese kniete. Eine Wolke schied aus, am Himmel war garantiert keine so schnell aufgezogen und auch ein Baum war nicht spontan neben mir gewachsen... Mein Mitstreiter hätte schon längst sich selbst auf die andere Seite zu dem Busch begeben können- und doch harrte er neben mir aus und spendete mir Schatten mit seinem Körper...
Ich wieherte leise, spürte seine Schenkel und lehnte mich leicht an diese. Mit Tränen in den Augen konzentrierte ich mich auf meine Atmung- was blieb mir sonst anderes übrig? Die Berührung des anderen Hengstes gab mir die Kraft, meine Bestrafung- und dieses in der Sonne gefesselt ausharren war die eigentliche Bestrafung- auszuhalten. Ich war nicht allein...
Nach einigen Minuten wieherte Blacky und gab seinen Patz auf. Ich hatte einen Moment schon Angst, ihm wäre dies zu viel geworden, er würde mich nun allein hier allein lassen und zu dem Busch hinüberwechseln. Doch ich merkte, wie er sich neben mir auf die andere, für ihn schattige Seite setzte und ein wenig ausruhte. Jetzt war ich dran als Sonnenschirm zu dienen- ich richtete mich daher so weit wie es die Fesselung zuließ auf um möglichst viel Schattenfläche zu erschaffen. Schon nach wenigen Sekunden verstand ich, was Blacky die vergangenen Minuten für mich getan hatte. Durchhalten war mein einziges Ziel- ich zählte um abzuschätzen, wieviel Zeil verging, bis diese 'Pause' endlich vorüber wäre. Ich kam bis etwas Zweihundert- dann stand der Hengst neben mir wieder auf und nahm seine Position vor mir erneut ein. Auch er schien zu zählen- nachdem er so zwei Mal mir Schatten gespendet und ich für ihn das gleiche getan hatte, ergab sich ein Verhältnis von 2:1, was er zu meinen Gunsten einhielt.

Die Baroness hatte es sich am Zaun der Koppel im Schatten eines Baumes bequem gemacht und beobachtete, wie die beiden Hengste versuchten, der Mittagssonne zu trotzen. Total unfassbar für sie war das Verhalten von Blacky- von ihm war sie völlig überrascht, er war normalerweise gegenüber Einstellern nicht so umgänglich und eher auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Sollte dieser Gaul etwa noch so etwas wie Ehrgefühl in sich haben? Dies würde zu seinem Verhalten passen- die meisten Einsteller, die das Vergnügen hatten, zusammen mit ihm trainiert zu werden, hielten ja Abstand zu den hier ansässigen Pferden... oder benutzten ihn auch mal für Decksprünge...
Sie würde ihn wohl heute Abend noch eine Extralektion erteilen müssen, um ihm diese für ein Pferd völlig artfremde, 'menschliche', Anwandlung auszutreiben...- und wenn sie schon dabei war, dieser Gaul hatte dank seiner 'Abneigung' gegen die von den meisten Kunden hier bevorzugten Gummikleidung ohnehin eine 'Nachschulung' darin verdient...
Sie rief die Kundendatei für die anstehende Woche auf- ja, da wären genug 'Pferde' mit diesem Faible hier auf dem Gestüt anwesend... Damit stand fest, dieser Gaul hatte sich gerade für die folgende Woche als 'Gummihengst' qualifiziert- ob sie ihn nur tagsüber oder auch die Nächte darin beließ, das würde sie jeden Abend neu entscheiden. Die kommende Nacht über würde sie ihn auf jeden Fall in seiner Pelle belassen- und nach dem Training mit diesem Kunden hier ihm noch ein wenig 'Aufmerksamkeit' widmen. Spontan fiel ihr dabei der Wagen für den Zugkrafttest ein...
Mit diesem Hochgefühl absoluter Überlegenheit entschied sie, für Witnere die 'Mitfühlende' zu spielen und beiden Hengsten vor dem Beginn der folgenden Lektion ein wenig Schatten und Abkühlung zuzugestehen. Sie rief den Stallknecht an, fragte ihn nach dem Stand der Vorbereitungen und ordnete an, wenn sie gleich mit den beiden Pferden auftauchen würde, solle er zwei nasse Tücher bereit halten...

Blacky wieherte neben mir- und keine Minute später spürte ich die Hände der Baroness, wie sie mich von all meinen Fesseln befreite. Instinktiv winkelte ich meine Vorderhand, wie hier auf dem Gestüt gewünscht, an, was mir ein erneutes Lob und die Aufforderung, aufzustehen, einbrachte. An der kurz gefassten Führleine führte sie mich langsam mit meinen noch nicht entfernten 'Scheuklappen' von der Koppel...
Mein Zeitgefühl sagte mir, die Pause könne noch nicht vorüber sein- doch hatte ich als Pferd überhaupt das Recht auf Pause, zumal nach meinem Vergehen hier? Froh darüber, wieder den Weg unter meiner Hinterhand zu spüren, versetzte die Baroness mich noch mehr in Erstaunen, als sie Blacky für sein 'mitfühlendes' Verhalten lobte und mir dabei die Sichteinschränkungen abnahm.
Von ihr zur Rennbahn geführt, erwartete uns dort Jens, der an dem mir inzwischen bekannten Pausenplatz uns beiden ein nasses Tuch um die Schultern legte, zuerst Blacky aus seiner Flasche und dann auch mir die von der Baroness versprochene Portion Wasser zu trinken gab.

"Witnere- Gnade vor Recht! Ich erlasse dir den Rest deiner Strafe und somit hast du jetzt noch etwas Zeit, dich im Schatten zu erholen- bevor es mit deinem Training weiter geht. Ich vertraue dir, daß du nachher wieder mit vollem Einsatz- so wie heute Morgen bei meiner Schwester- dabei bist und mich nicht enttäuschen wirst. Habe ich damit recht?"

Ich nickte ihre Frage ab, richtete mich zu meiner ganzen Größe auf und bekräftigte mein Versprechen an sie mit einem Wiehern.

"Dann ab mit dir..."

Zusammen mit Blacky trollte ich mich ein wenig weiter in das Waldstück hinein, setzte mich hin und lehnte meinen Rücken an einen Baumstamm...



Abenteuer auf Rosengarten... Tag 15, Sonntag- Woche zwei (Part 3)


Schlachtross:

Ich sah noch, wie die Krankenschwester einen Schild am Verbindungsstrang zwischen den Stuten einhing und dann mit einer eindeutigen Geste den Techniker zu dem in unserem Blickfeld stehenden LKW mit sich zog.

'Soll sie ihren Spaß haben und sich müde vögeln...- da haben wir nach der Rückkehr vielleicht Ruhe vor ihr...'

In der geschätzten nächsten Stunde passierte nichts- wir waren uns selbst überlassen. Unser Trainer und auch die Rittmeisterin war wohl dank der Baronin von den Hochzeitsgästen beschäftigt und Annika war noch immer im LKW 'zugange'...
Was aber von uns nicht zu beeinflussen war- die Sonne wanderte weiter und zwang die Stuten mit jeder Minute mehr aus dem Schatten!
Ein zurücksetzen des Landauers ohne Hilfe war uns nicht möglich- und hätte ohne Zweifel auch zu unserer Bestrafung geführt! Wir waren schon ein wenig nach hinten gerückt- aber mehr als einen Doppelschritt trauten wir uns nicht...
Unsere Befürchtungen dürften ganz sicher identisch gewesen sein- Annika kümmerte sich im Unterschied zu Markus während der Vorbereitung zu dieser 'Ausfahrt' einen Scheiß um uns und wir würden peau a peau in der Sonne gegrillt werden. Das Schnauben und Wiehern von Kara und Steel klang mit jedem Mal verzweifelter!

'...Pferdetrainer- wo bleibst du?'

Inzwischen hatten sich auch wieder einige der Gäste sehen lassen- doch wurden wir nur für Selfies und anzüglicheres mißbraucht. Drei dieser 'Personen', darunter auch eine Frau, griffen unseren Stuten schamlos zwischen die Schenkel! Die beiden Stuten waren so konditioniert dies ohne auszukeilen zu ertragen- einzig unwilliges Wiehern war vernehmbar... In diesem Zusammenhang bekamen wir auch mit, was auf dem Schild stand, was Annika vor ihrem Verschwinden zurück gelassen hatte: 'Füttern nicht erwünscht!'
Dieses verdammte Schild verhinderte wirkungsvoll zwei Mal, daß wir etwas zu trinken bekommen hätten! Meine Wut darüber verwandelte sich aber zunehmend in Verzweiflung- doch mir waren, wie uns allen, buchstäblich die Hände gebunden und da wir das Atemrohr zwischen den Zähnen stecken hatten, war eine menschliche Kommunikation- auch wenn die ohnehin für uns immer verboten war- nicht möglich...
Die Sonne brannte bereits seit Stunden mit voller Wucht- und es würde nicht mehr lange dauern, bis auch ich ohne Schatten ihrer Kraft ausgesetzt war. Vor mir hielten sich Steel und Kara nur noch mühsam aufrecht- beide Stuten lehnten aneinander und stützten sich so- und Lion drängte sich an meine linke Seite in der Hoffnung so noch ein paar Minuten länger im Schatten verbleiben zu können.

'Rittmeisterin... Pferdetrainer...- verdammt... Wo seid ihr- eure Pferde brauchen euch!
Annika... ich hoffe, du verpasst dir selbst mit deiner Vögelei eine Geschlechtskrankheit...'

Wieder und wieder verfluchte ich Annika...- und inzwischen auch die Baronin und Markus, die ohne nachzudenken uns dieser Hexe ausgeliefert hatten. Eine Kontrolle unseres Zustandes hätte keine fünf Minuten in Anspruch genommen...- so aber wurden wir in unserer Aufmachung weich gegart! Meine Zunge klebte am Gaumen , ich hatte bereits Kopfschmerzen und wenn ich von mir auf die beiden Stuten schloss, dann dauerte es sicher nicht mehr lange, bis die beiden mit einem Hitzschlag oder Kreislaufkollaps zu Boden gehen würden...
Für einen Moment erschien mir dies sogar als richtig gute Idee...- wir ziehen alle nach vorn in die Sonne und legen es darauf an! Das vor all den Gästen... sechs 'Pferde' in Latex zusammengebrochen mit Kreislaufversagen! Das wäre nicht zu verheimlichen und Rosengarten bekäme die passenden Schlagzeilen...- allein diesen Wahnsinn in aller Ernsthaftigkeit in Erwägung zu ziehen zeigte, wie verzweifelt ich inzwischen war...
Ich wollte beginnen diese 'Idee' umzusetzen, da geschah das 'Wunder'...

"Ihr seid ganz schön harte Pferde, so in dieser Hitze auszuharren...- ihr habt sicher Durst..."

Die Stimme ertönte hinter mir und zuerst begriff ich nicht den Inhalt dessen, was ich gehört hatte. Das heftige Wiehern von Miu riss mich aber aus meiner Lethargie und ich stimmte in das ausbrechende Wiehern und Schnauben ein.

"Ganz schön unverantwortlich von eurem Kutscher... euch so in der Sonne stehen zu lassen. Soll ich die Kutsche ein wenig nach hinten ziehen? Da steht ihr wieder im Schatten..."

Auf das laute Wiehern von Brutus schwiegen wir übrigen Pferde- was die für mich bisher unsichtbare Wohltäterin zu der Frage veranlasste, ob er der Leithengst wäre. Ein weiteres Wiehern schräg hinter mir war die Antwort auf diese Frage...

"Passt auf- ich löse jetzt die Bremse der Kutsche und wenn ich 'Back' sage, macht ihr alle einen Schritt nach hinten..."

Ich nickte stumm...- und die Stuten in meinem Blickfeld taten es mir gleich.

"Gut- und... Back! Back! Back! Back!..."

Mit jedem Schritt zurück spürte ich, wie sich der Temperaturunterschied sofort auf meinem Körper bemerkbar machte. Die insgesamt sieben Schritte zurück rissen mich aus meiner Lethargie und gaben mir neue Kraft, weiter hier stehend durchzuhalten! Selbst wenn diese Wohltäterin sich wieder in Luft auflösen würde ohne daß ich sie zu Gesicht bekäme...- ich war ihr unendlich dankbar!
Meine Euphorie wurde trotzdem auf eine harte Probe gestellt, denn nach dieser 'Aktion' passierte eine Weile nichts mehr... auch war die Stimme verstummt, die garantiert nicht nur mich aufgebaut hatte... Ich bemerkte, wie meine Stimmung dabei war, erneut in ein Loch zu fallen- da war sie erneut zu vernehmen...

"Ganz ruhig...- ich habe nichts zu trinken für euch dabei... aber ich glaube, das ist für euch auch eine Erleichterung..."

Zuerst war mir diese Aussage rätselhaft- doch hinter mir schnaubte und wieherte es zwar leise, doch genussvoll. Danach neben mir... und endlich spürte ich, wie der Reißverschluss meines 'Fells' ein wenig geöffnet wurde.
Die punktuell sich ausbreitende Kälte ließ auch mich unwillkürlich schnauben...

'Eiswürfel- das muss eine ganze Hand voll sein!'

Diese Erfrischung rutschte Stück für Stück zwischen dem Latex und meiner Haut langsam den Rücken hinab und war von Gefühl her göttlich. Es war förmlich greifbar, wie diese Dinger meinem Körper aufgestaute Wärme entzogen und so für eine schlagartige Verbesserung meines Befindens sorgte. Wer war nur diese Person, die sich so gut in unsere Situation hineinversetzen konnte?
Endlich gelang es mir, in meinem Sichtfeld etwas zu erkennen- und ich war von dem, was ich sah, überrascht.

'Eine Latex-Dienstmagd...?'

Der Aufzug der sich um uns sorgenden Person entsprach einer solchen- eindeutig weiblich, komplett wie wir in einem Suit mit Kopfmaske steckend, auf Heels balancierend und mit einer weißen Schürze um die Hüfte ausgestattet. In ihren gummierten Händen hielt sie einen Sektkühler, der noch mit etwas weniger als die Hälfte mit Eiswürfeln gefüllt war...

"Steh still und halte kurz deine Luft an- da kann ich dir zwei Würfel über das Rohr in deinen Mund schieben... Ab und zu trage ich auf Geheiß meiner Herrschaft auch so eine Maske... daher weiß ich, dies ist machbar! Lutsch sie langsam..."

Ohne weitere Worte klaubte sie nacheinander zwei Eiswürfel aus dem Kühler und schob sie mit ihrem Zeigefinger durch das Atemrohr bis in mein Maul. Danach drehte sie mir ohne ein weiteres Wort den Rücken zu und kümmerte sich um die vor mir stehenden Stuten. Erst nachdem sie auch diese so versorgt hatte, drehte sie sich noch einmal zu uns allen um.

"Ich muss wieder hinein...- ihr seid alle ganz außergewöhnliche Pferde!"

Ich bewunderte diese Frau still- mir blieb leider nichts anderes übrig- und doch hätte ich ihr so gern meinen Dank für Ihr handeln auch wie ein Mensch gezeigt. Sie hat sich mitfühlender mit uns gezeigt als alle anderen Gäste oder unsere 'Betreuer' vom Hofgut- und da schloss ich den Pferdetrainer in diesem Moment mit ein. Markus hat uns...- seine Pferde!- gnadenlos im Stich gelassen und unser Schicksal in die Hände von Annika und damit einer völlig unzuverlässigen Person gelegt! Mir könnte niemand erzählen, er hätte nicht ein paar Minuten um wenigstens einmal kurz nach uns zu schauen...

"Ihr seht ja noch richtig prächtig aus...- das warme Wetter bekommt euch gut!"

Ich hatte mich mit meinen Gedanken sehr tief in mich selbst zurück gezogen...- und so die Rückkehr der 'Krankenschwester' nicht mitbekommen. Sie sah frisch aus und ein zufriedenes Lächeln hatte sich in ihrem Gesicht festgesetzt. Anstatt nachzuschauen, wie unser Zustand war, griff sie allen Hengsten in den Schritt und massierte unseren Genitalbereich. Miu und mir gegenüber bekundete sie zusätzlich ihre Vorfreude auf den heutigen Abend- aber ich hatte mir vorgenommen, ihr diesen mit völliger Passivität von meiner Seite zu versauen! Ich hatte nicht nur keine Lust, für dieses Miststück auch noch den Deckhengst heraus zu hängen- ich fühlte mich schlicht nicht dazu in der Lage! Immerhin bekamen wir alle von ihr endlich etwas zu saufen...- auch wenn dies nicht im geringsten ihre mangelnde Fürsorge der vergangenen Stunden wett machen könnte.

'fi**k dich doch selbst oder lass dich von wem auch immer besteigen ...- ich bin heute dazu nicht mehr fähig! Hättest dich halt besser um uns kümmern müssen...'

42. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von AlfvM am 01.05.21 11:15

Tolle Geschichte
hoffentlich gehts bald weiter
VG Alf
43. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 01.05.21 14:23

@ AlfvM- die Kapitel werden jeden Freitag veröffentlicht... und zwar noch mindestens ein weiteres Jahr. Versprochen!
44. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von AlfvM am 01.05.21 19:39

Danke für die INFO
Ich freu mich auf die weiteren Teile.
LG Alf
45. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 07.05.21 06:53

Witnere in Rosengarten- Sonntag


16 Vertrautes Terrain


Die Pause reichte aus, mich zu erholen- und was für meine Psyche noch wichtiger war- sie festigte auf eine, wenn auch vielleicht als pervers zu bezeichnende Art, mein Vertrauen in die Baroness. Mit der von ihr angewandten Art ihrer Bestrafung bestätigte sie die kursierenden Gerüchte- dementierte sie aus meiner Sicht aber auch irgendwie wieder, denn sie überzog, auf mich bezogen, nicht. An Grenzen führen und diese auch verschieben- ja; doch keine Verletzung der vorher mit mir festgelegten Rahmenbedingungen!
Das Verhalten von Blacky sprach auch dafür, meine erste Einschätzung den Gestütpferden gegenüber war falsch. Markus hatte mir ja gestern Abend zu verstehen gegeben, wie die Gestütpferde tickten und wie ich ihren Respekt erringen konnte. Ich bräuchte nur einfach weiter bis an meine Leistungsgrenzen zu gehen, dann wäre mir deren Achtung sicher- bei Blacky hatte ich diese mir bereits erarbeitet, sonst hätte dieser nicht, wie von Markus beschrieben, gestern gegenüber seinem Leithengst für mich interveniert und mir vorhin während meiner Strafzeit Schatten gespendet...

"Witnere, Blacky...- hiiieerher!"

Der Ruf der Baroness zeigte das Ende der Pause an- und ich fühlte mich an das ihr gegenüber gegebene Versprechen gebunden. Noch einmal tief gefilterte Luft eingesogen- dann auf die Hinterhand gestemmt und ruhig auf die Baroness zu gegangen. Blacky hielt sich hinter mir, ich hörte sein Schnauben deutlich in meinem Nacken. Widerstandslos ließen wir uns die Führleinen anlegen, Mira nahm uns die nicht mehr so kühlen Tücher von den Schultern und warf sie achtlos auf den Boden hier am Waldrand. Mit einem Zug an den Führleinen gab sie uns wortlos zu verstehen, wir hätten ihr hinaus in das schattenlose Rund der Rennbahn zu folgen...
Zum Glück hatte sich eine Schleierwolke vor die Sonne geschoben- ihr Rund war noch deutlich sichtbar, doch ihre brutale Kraft ein wenig gedämpft. Mit mir selbst war auch alles in Ordnung, entgegen meiner Befürchtung vom Morgen hatte ich keinen Muskelkater, meine Gelenke schmerzten nicht aufgrund von Überlastung,...- ja, ich fühlte mich ein wenig erschöpft, doch dies war ein mich nicht beunruhigendes Gefühl. Nach der bisher abverlangten Belastung fühlte ich mich in meinem Outfit noch erstaunlich gut...
Nach drei Vierteln auf der Zielgerade bogen wir von der Bahn ab und ich sah die mir bekannte Aufstellung der Hindernisse des Parcours, auf dem meine Ownerin mich im Holzrücken zu trainieren pflegte. Der simulierte Trailer mit den bereitliegenden Ortscheiden und Zugketten, eine Slalomstrecke, mehrere Hindernisse und auch der Verladebereich- es war wie daheim. Ein paar Unterschiede sah ich aber auch- die zu ziehenden 'Stämme' lagen nicht alle auf dem Boden sondern hingen zu Teil noch in einer Art 'Astgabel' und mussten aus dieser heraus gezogen werden...- und die Engstellen würden im Zweierzug ihrem Namen alle Ehre machen...

"Brrrr...- Witnere, du bekommst jetzt von mir ein paar Minuten Zeit, dir alles mit mir zusammen mit menschlichen Augen anzusehen. Sollte dir an den Hindernissen etwas auffallen, bleibst du stehen und wieherst. Klar?"

Schnauben und mit dem Kopf nicken- dann bekam Blacky von ihr das Kommando "Steh!" und mir wurde die Führleine entfernt. Völlig frei und 'menschlich' schaute ich mir alle Hindernisse an, stemmte mich auch mal mit der Vorderhand dagegen- aber die Verankerung im Boden war in Ordnung. Da hatte wohl der Stallknecht gute Vorarbeit geleistet.
Nach der 'Abnahme' des letzten Hindernis schnaubte ich kurz, winkelte meine Vorderhand wieder im auf Rosengarten gewünschten Stil an und begab mich direkt wieder zu Blacky. Eine Wiehern von mir zeigte der Baroness, ich war wieder der Hengst, mit dem die nächste Trainingseinheit anstand.
Ein lobendes über den Rücken streichen von ihr war Bestätigung für mich, alles richtig gemacht zu haben...- und auch, sie schien tatsächlich zu ihrem Wort zu stehen und nicht nachtragend zu sein. Erneut an der Führleine folgten wir ihr zu dem simulierten Pferdetrailer, aus dem heraus die Vorführung beginnen würde.

"Blacky- während ich den ersten Durchgang allein mit Witnere laufe, bleibst du an meiner Seite und schaust zu. Danach läufst du im Gespann mit ihm!"

Diese Ansage von Mira erschien mir in ihrem Ton recht ruppig- aber auch dies passte wieder in das von der Baroness kursierende Bild. Ich konzentrierte mich aber einfach auf die anstehende Aufgabe und blendete alles andere aus...
Ihre Hände befestigten an meinem Zuggeschirr die zum Ortscheid führenden Ketten, an meiner Maske wurde die Führleine gegen die langen Zügel ausgetauscht und schon ertönte das erste an mich gerichtete Kommando:

"Back!"

Gehorsam bewegte ich mich rückwärts aus dem 'Trailer'- und hoffte inständig, die Baroness würde mich nicht über die Ketten oder das Ortscheid stolpern lassen.

"Wist... Wist... Wist... Back... Back...- uuund Steh!"

Sofort erstarrte ich in meiner Bewegung- auch jeder Bio-Artgenosse hätte so reagieren müssen um sein menschliches 'Teammitglied' nicht zu gefährden. Dies war mir von meiner Ownerin regelgerecht verinnerlicht worden, wir beide hatten uns, bevor wir praktisch die Übungen ins Ponyplay adaptierten, sowohl Videos angesehen und auch einen Wochenendkurs dazu mit 'richtigen' Kaltblütern besucht. Dabei war besonders auf Sicherheit Wert gelegt- und speziell auf die Tätigkeiten mit den Händen geachtet worden. Ein paar Photos hatten eindringlich klar gemacht, was mit diesen passieren kann, wenn das Pferd ohne Kommando plötzlich anzieht und die Hand dabei noch zwischen Zugkette und Stamm steckt...

"Fein gemacht!"

Mira war scheinbar von meiner prompten Reaktion positiv überrascht- ihr Lob kam für mich spontan über ihre Lippen. Sie schien sich auch gut auf das Training mit mir vorbereitet zu haben, die Handgriffe, um mich vor den Stamm zu spannen, wurden flüssig ausgeführt.
Ein Griff von ihr an mein Halfter und sanfter Zug nach vorn veranlassten mich einige Schritte nach vorn zu machen- bis die gestrafften Ketten mich bremsten. Mit dem geschaffenen Bild zufrieden wurde ich von ihr mehrfach photographiert, ehe sie wieder hinter mir aus meinem Blickfeld verschwand und ich anhand der Trense verspürte, die Baroness hatte die Zügel wieder aufgenommen.

"Vorwärts Witnere!"

Mit Vorsicht legte ich mich in mein Geschirr- dank der Ungewissheit, ob ich vor einem der auf dem Boden liegenden oder im 'Geäst hängenden' Stämme eingeschirrt war- und steigerte den Zug, immer darauf gefasst, von einem plötzlich fallenden Stamm hinter mir das Gleichgewicht zu verlieren.
Meine Vorsicht war berechtigt- das dumpfe Aufschlagen das gezogenen Holzes war überdeutlich hinter mir zu spüren.

"Nicht stehenbleiben- zieh weiter!"

Ohne einen weiteren Kontrollstop durch die Baroness, ob die Zugketten dabei verrutscht sein könnten, zog ich gerade nach vorn und war einzig auf eventuelle Befehle von ihr zur Richtungskorrektur fixiert- mein derzeitiger Kurs würde mich an dem nächsten Hindernis vorbei führen...

"Easy... Hot... Hot... Vorwärts..."

Ein leichter Ruck an der Trense in meinem Maul unterstützte die Ansage der Baroness und brachte mich auf die gerade Linie zur 'Gasse mit Buschwerk'. Normalerweise lief ich den Kurs mit 'Scheuklappen' am Halfter und sah somit nur, was sich direkt vor mir befand. Dieser Durchgang war aber nur zur Einstimmung- auch mit Sicht war ich 'nur' der Kaltblüter, der hier die Last zog und die Baroness gut aussehen ließ.
Das änderte sich mit Erreichen des vor mir liegenden Hindernisses- drei Paar sich vom Abstand her verjüngende, schulterhohe Röhren, die eng stehende Bäume im Wald simulierten und die bei zu starker Berührung umkippen könnten. Dahinter war dann das 'Buschwerk' aufgebaut- hier sollten der Gespannführer normal dem Pferd dahingehend Sicherheit geben, indem er vor diesem zuerst das Hindernis durchquerte. Mit einiger Neugier hielt ich mein Tempo und passierte das erste Paar senkrechter 'Stämme'...

"Steh!"

Mira brüllte das Kommando hinter mir und ich kam diesem sofort nach- der Aufprall des von ihr mit den Führzügeln umgerissenen Stamms war aber nicht ungeschehen zu machen. Sie fluchte ziemlich lästerlich über ihr Missgeschick- was mir unter meiner Maske ein Grinsen entlockte- hatte sich aber dabei immer noch soweit unter Kontrolle, die Schuld nicht bei mir zu suchen oder mich gar für ihren Fehler verantwortlich zu machen.

"Vorwärts- easy..."

Was bei meiner Ownerin auf dem Video so leicht aussah- das Umfassen der 'Stämme' und die dabei erfolgende Übergabe der Führzügel während ich zog- das war hartem Training geschuldet und die Baroness hatte dies gerade lernen dürfen. So erteilte sie mir an dem zweiten Durchgang ein Haltesignal, führte die Zügel ohne eine Bewegung von mir mit einplanen zu müssen um den 'Stamm' herum und mit der Ansage, ich solle wieder anziehen, hatte sie für sich an Erfahrung hinzugewonnen. Den dritten Durchgang löste sie so gleichfalls, ohne einen Fehler zu machen.

Mira war mit sich unzufrieden- der Fehler ging ohne Zweifel auf ihr Konto, der Gaul hatte nur nach ihren Kommando's gehandelt... Aber das diese Gestütsmähre neben ihr Zeuge dieses Lapsus war, schmeckte ihr überhaupt nicht. Egal... ob Blacky jetzt hinter seiner Maske grinste oder nicht- sie würde heute Abend nach dem Tanz mit ihm lachend in ihr Bett gehen und sich an sein Leiden erinnern...
Die Baroness konzentrierte sich auf die vor ihr liegenden Hindernisse und überlegte, wie die Besitzerin dieses Einstellers auf dem Video an den einzelnen Stationen agiert hatte.

Witnere reagierte auf das nächste Haltesignal der Baroness vor dem 'Gebüsch' wie es mir antrainiert war und blieb unmittelbar davor stehen. Positiv überrascht sah ich, wie Mira meine Zügel nach vorn nahm und zuerst allein in diesem verschwand um den Weg 'dahinter' auf 'Gefahrenstellen' zu erkunden. Durch das Geäst hindurch bekam ich die Anweisung, ihr zu folgen und zog den Stamm durch die Sichtbehinderung.

"Vorwärts... Hot... Hot... Hot...- Brrr..."

Die Kommando's der Baroness hatten mich in einer gestreckten Kurve einen Halbkreis von geschätzten zehn Metern Radius laufen lassen und vor mir lag jetzt die Slalomstrecke.
Keine fünf Minuten später hatte die Baroness mich da ohne eine Pfostenberührung hindurch manövriert- und ihr war dies mit nur einem Mal mich zurückzusetzen gelungen. 'Respekt...' dachte ich bei mir, das zeugte von gutem Augenmaß. Auch bei der nächsten Station hatte sie sich das Video wohl genau angesehen- den Stamm in der 'Box' um 90 Grad nach links um die Hochachse zu drehen ohne die rechtwinklig als Außenbegrenzung gelegten 'Stämme' zu berühren UND gleichzeitig den senkrecht gegenüber stehenden Pfosten nicht zu touchieren, das war gekonnt... Sollte sie vorher geübt haben oder brachte ihr täglicher Umgang mit den 'Pferden' hier die dafür nötige Geschicklichkeit?
Das folgende Hindernis hatte es in sich- hier in diesem Fall erneut den Stamm um 90 Grad nach links ziehen, so einen weiteren Halbkreis vollenden und dabei den Stamm einen schräg nach oben verlaufenden Balken bis in ein Widerlager ziehen. Danach war es die Kunstfertigkeit des Gespannführers, den von seinem Pferd gezogenen Stamm so weit nach vorn ziehen zu lassen, daß dieser an beiden Enden frei in der Waage liegen blieb. Ich war mir sicher, die Baroness würde es nicht hinbekommen- selbst meine Ownerin hatte da eine Erfolgsquote von nur ca. 70 Prozent vorzuweisen!
So geschah es auch, trotz der recht präzisen Befehle der Baroness reichten von ihr eingeforderte zehn Zentimeter, um den Stamm nach vorn auf den Boden zu kippen. Ohne erneut zu hörende Flüche von ihr ob dieses Fehlers bekam ich die Aufforderung zum Ziehen und lief an der 'Verladerampe' vorbei zur zweiten 'Box', in der ein Ausspannen, Drehen der Pferde um 180 Grad und erneutes Einspannen unter beengten Verhältnissen dargestellt wurde.

Mira war es leid, diese 'Bauernarbeit' nach ihren Missgeschicken fortzusetzen- immerhin war sie die Tochter der Gestütschefin und das, was sie hier gerade üben durfte, war etwas, das dem Niveau des Pferdetrainers und des Stallknechtes entsprach. Der Gaul vor ihr war halt ein Arbeitspferd...- was wollte sie da erwarten! Da war keine Eleganz...- nur Gehorsam, Kraft und, das anerkannte sie, unbedingter Wille die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Auf dieser Ebene hob sich dieser Trampel sogar von vielen seiner zahlenden 'Artgenossen' hier auf dem Gestüt positiv ab...
Sie würde noch den Durchgang beenden, den beiden Hengsten eine Pause einräumen und einen weiteren Durchgang im Doppelgespann laufen...- dann war es aber auch gut für heute Nachmittag. Oder- die Idee gefiel ihr sofort- sie würde ihrem Gast zugestehen, den nächsten Durchgang als Mensch zu laufen. Sollte er doch Blacky die Basics beibringen...
Dieser Gedanke verbesserte Ihre Laune schlagartig- und sie konzentrierte sich, die noch anstehenden beiden Hindernisse abzuarbeiten.

Das Halten in der 'Box', die Drehung nach dem Trennen des Ortscheids vom Stamm und das erneute Verbinden- es geschah flüssig und vor mir lagen jetzt etwa zwanzig Meter, die ich den Stamm zu schieben hätte, bis er an der Rampe zum Liegen kommen würde. Die Baroness ließ mir Zeit und ihre Zügelsignale waren präzise genug, den Stamm nicht nach links oder rechts ausbrechen zu lassen- auch wenn ich recht breitbeinig meine Hinterhand in den Boden stemmen durfte. Mit jedem Schritt schob ich die Last zum letzten Hindernis- und ihr Haltesignal erfolgte punktgenau. Ein letztes Umschirren- die beiden langen Ketten zum Heraufziehen des Stammes wurden von ihr an meinem Geschirr eingehangen und mit kurz gehaltener Hand an meinem Halfter sowie der Motivation, wenn der 'Stamm' auf dem Wagen liegen würde, hätten wir Pause, zog ich Schritt um Schritt das Holz die schiefe Ebene nach oben.

"Brrr... Back- steh!"

Meine Zugketten wurden mir abgenommen, ich merkte auch wieder die Wärme, die ich irgendwie verdrängt hatte, und die Baroness führte mich zusammen mit Blacky in den Schatten der Tribüne.
Ihre Aufforderung an mich, abzuknien, war schon überraschend- aber das Abnehmen meiner Maske brachte mich völlig aus dem Konzept. Auch wenn mein Kopf immer noch unter der an Anzug angearbeiteten Maske steckte, einfach ohne Filter vor dem Mund zu atmen tat gut...

"Witnere- den nächsten Durchgang wirst du als Mensch handeln und Blacky wird dein Pferd sein- ich denke, du hast mehr Übung darin, ihm die Feinheiten für die Vorführung zu vermitteln... Ich werde das überwachen...- und für dich gilt, bis du wieder deine Pferdemaske von mir angelegt bekommst, eine Sprecherlaubnis...-
alle den Rückeparcours betreffenden Einzelheiten. Stell dir einfach vor, du bist der Leithengst in der Herde und bringst einem unter dir stehenden Tier etwas bei...
Ach- wenn du etwas Wasser trinken möchtest... hinter der Tribüne sind Toiletten mit einem Wasseranschluss..."

Oh, wie großzügig! Wortlos hielt ich ihr meine Vorderhufe hin- wenn ich Blacky am Zügel führen soll, dann würde sie diese mir abnehmen müssen. Dies schien die Baroness wohl auch eingesehen zu haben, denn ohne weitere Worte entfernte sie die Vorderhufe und drückte mir danach die Führleine von Blacky in die Hand.
Womit sie anscheinend nicht gerechnet hatte- anstatt sofort wieder zurück zum Parcous zu gehen, führte ich Blacky mit mir in den Toilettenraum und wollte ihm seine Maske abnehmen.

"Er bleibt so, wie er ist!"

Natürlich war Mira uns gefolgt- sie hatte ja klar ausgedrückt, welchen Status sie mir momentan zugebilligte. Da war es von ihrem Verständnis her ja unmöglich, in einer kurzen Pause uns unbeaufsichtigt zu lassen. Da von ihr für alle Themen außer den Parcours das Redeverbot weiter galt, wollte sie dies mit ihrer Anwesenheit wohl auch sicherstellen- obwohl ich nicht vorgehabt hatte, es zu verletzen. Die letzte Strafe hatte genug abschreckende Wirkung entfaltet...
Den Hahn öffnen und meinen Mund in den Wasserstrahl hängen ging flüssig ineinander über. Mir war es auch egal, ob ich damit die Wahrscheinlichkeit erhöhte, später in den Anzug zu urinieren- ich hatte Durst und jetzt die Chance, diesen Zustand abzustellen...
Glücklich und mit genug Wasser im Magen forderte ich dann Blacky mit einem Schnauben auf, es mir gleich zu tun...- hatte aber verdrängt, er trug ja immer noch die Maske und sein Trinkschlauch war im Besitz der Baroness. Ihn ohne Wasser wieder heraus in die Wärme zu jagen empfand ich als zutiefst unfair- traute mich aber nicht, die Baroness zu fragen, ob sie mir seine Trinkhilfe geben würde. So blieb mir nichts anderes übrig, als meine Hand auf den Abfluss des Beckens zu pressen, damit dieses volllaufen könne. Mit der anderen zog ich den mir jetzt unterstellten Hengst heran und drückte seine Schnauze in das Wasser- in der Hoffnung, ihm so das Saufen zu ermöglichen. Ich schaute genau auf seinen unter dem Gummi versteckten Kehlkopf und hoffte, Schluckbewegungen erkennen zu können. Tatsächlich schien genug Wasser in die Maske gelaufen zu sein, er schluckte und schien seinen Durst stillen zu können. Nach einer halben Minute prustete er aber heftig und drückte einen Teil des angesaugten Wassers wieder aus seinen Nüstern- Atemluft hatte unter einer Maske immer Vorrang, wenn die Schläuche zu Mund und Nase? zweckentfremdet wurden.
Für Mira war es das Signal, die Pause zu beenden und mit der Bemerkung, Blacky hätte wohl genug gesoffen, forderte sie uns auf, das Training fortzusetzen..


17 Up's and Down's...


Erneut auf dem schattenlosen Platz beneidete ich völlig ungeniert Baroness Mira um ihre Kopfbedeckung- hütete mich aber, dahingehend über Körpersprache auch nur andeutungsweise meine Gefühle zu zeigen. Blacky war immerhin noch schlechter dran als ich...
Erneut kamen mir die Worte von Markus in den Sinn, der das Leben der Gestütpferde nicht als Urlaub beschrieben hatte. Langsam verstand ich besser, was er damit meinte. Jeden Tag Gästen wie mir zuzuarbeiten, die dann auch noch ohne Empatie für den 'Artgenossen' an ihrer Seite agierten...- das war kein Zuckerschlecken! Egal, was jedem Gestütpferd hier nach seiner Zeit als Abfindung winkte- ich würde diesen Job nicht ausüben wollen!
Ich führte ihn in den 'Trailer', befestigte die Zugketten an seinem Geschirr und die langen Zügel an seinem Halfter- danach begann der zweite Durchgang. Die Baroness hatte sich neben einem auf dem Boden liegenden 'Stamm' aufgestellt- damit war auch geklärt, wohin ich mit dem Hengst kommen sollte. Langsam und mehr mit Worten als über die Zügel dirigierte ich Blacky rückwärts an das zu ziehende Holz und befahl ihm mit einem "Steh!" in seiner Position zu verharren. Ab jetzt begann der schwierige Teil- ich musste der Baroness den ihr zustehenden Respekt in meinen Erklärungen erweisen, doch auch Ihre im ersten Durchgang mir aufgefallenen Fehler ansprechen ohne sie damit zu verärgern...

"Baroness Mira- es spricht für die gute Ausbildung euer Gestütspferde hier, daß diese auf die gegebenen Kommando's derart prompt gehorchen. Ich bin mir sicher, ein nicht unbeträchtlicher Anteil daran gebührt euch..."

Genug geschleimt- jetzt zu dem Lehrinhalt...

"... was bereits beim Anhängen des Stammes an das Ortscheid wichtig für eure Sicherheit ist."

Ich zeigte ihr die Handhabung der Kette beim Umlegen um den Stamm und welche Gefahren dabei zu beachten waren, die Körperhaltung beim Einhängen der Zugkette in den Ortscheid und sprach dann noch die Positionen des Gespannführers neben dem Stamm mit den dabei verbundenen Risiken an. Danach durfte Blacky den Stamm bis zum ersten Hindernis ziehen, wo er von mir ein Haltekommando bekam.

"Baroness, ich hatte gespürt, wie bei eurem Durchgang vorhin einer der senkrechten Begrenzungen umgefallen war- seid ihr mit dem Stamm daran hängen geblieben oder habt ihr versucht, in der Bewegung die Zügel durch Umgreifen daran vorbeizuführen?"

Ich sprach diese Frage extra leise aus, damit Blacky diese nicht mitbekam und die Baroness sich nicht vor ihm bloßgestellt fühlte. Wortlos nickte sie ihren von mir beschriebenen letzteren Versuch ab- und ich baute sie mit der Bemerkung, meine Ownerin hat dafür, auf hiesige Verhältnisse übertragen, etwa eine Woche intensives Üben benötigt, um dies zu können, wieder etwas auf. Es ginge nicht um Zeit sondern um Genauigkeit- da würden sogar viele Eigentümer von Bio-Pferden in solchen Wettbewerben ihren Tieren einen Haltebefehl geben um die Zügel in aller Ruhe um die 'Stämme' zu führen...
Ich demonstrierte dies, indem ich Blacky langsam vorrücken ließ, bis wir vor dem 'Gebüsch' standen. Dort lobte ich erneut ihr Handeln- wie sie den dahinter liegenden Abschnitt auf Gefahren hin erkundet hätte und damit als 'Leittier' dem Zugpferd die Sicherheit vermittelte, ihr zu folgen.

Mira hörte nur mit halbem Ohr hin- das war Arbeit, die vom Pferdetrainer oder dem Stallknecht erledigt wurde. Immerhin wahrte der Hengst die Etikette und- das hatte sie durchaus vermerkt- stellte er sie nicht mit ihrer Ungeschicklichkeit vor ihrem Gaul bloß. Da zeigte sich, manche Pferde waren halt intelligenter als andere- und wäre dieser Witnere jünger, hätte sie seiner Besitzerin vielleicht ein Angebot gemacht. Der Gaul war ein gutes Arbeitspferd...- und würde mit seinem Latex-Fetisch hier gut als Schulpferd für die ganzen anderen 'Gummieinsteller' in die Gestütsarbeit zu integrieren sein. Aber es gab ganz sicher noch genau so veranlagte wie ihn mit passendem Alter und entsprechender Konstitution...

Den folgenden Halbkreis und die sich anschließende Slalomstrecke beließ ich es mit dem Hinweis auf den zu wählenden Standort des Gespannführers bei seitlichen Bewegungen des Baumstamms und den daraus resultierenden Gefahren. Um das Ego der Baroness noch ein wenig zu streicheln leistete ich mir zwei Mal zurücksetzen von Blacky im Slalomkurs- und bemerkte dazu noch, mir würde es als 'Pferd' etwas schwerer fallen als der Frau Baroness, die anscheinend ein Händchen und ein besseres Augenmaß für diese Übung hätte.
Auch die nachfolgende 90 Grad Drehung unter beengten Verhältnissen dauerte gefühlt bei mir länger als bei der Baroness- obwohl ich dabei keinen Bonus einräumte. Es macht eindeutig einen Unterschied aus, an welchem Ende des Zügels man vorzugsweise agierte...
Bei der 'Wippe' hatte ich einfach Glück- mein Stamm blieb schräg hängen, berührte aber mit dem herabhängenden Ende nicht den Boden! Eigentlich wollte ich die Übung verpatzen- doch ich freute mich mehr über das erreichte Ergebnis und mir war in dem Moment egal, was die Baroness denken würde...
Beim Vorbeimarsch zur zweiten Box traute ich mich dann sogar, ein paar Korrekturen an der Haltung meines Artgenossen vorzunehmen- die Gerade war als 'Schaulaufen' vor Publikum gedacht und da sollte sich das Pferd mit seiner Last möglichst gut in Szene setzen. Bei dem anschließenden Umspannen des Pferdes unter beengtem Raum bat ich die Baroness, den Platz eines weiteren Pferdes im Zweiergespann kurz einzunehmen und erläuterte dann, wie sie es als Gespannführerin am besten lösen könne, die beiden Pferde und sich selbst in der Box ohne Punktabzug in einem Wettkampf um 180 Grad zu wenden. Dann noch die Aufstellung als Doppelgespann beim Schieben erklärt und die mit Blacky im Einzelschub ausgeführt...- das 'Verladen' des Stammes war dann ein leichter Abschluss.
Ich fragte die Baroness nachdem ich Blacky von seinen Zugketten befreit hatte, ob sie zu den einzelnen Hindernissen noch weitere Erläuterungen wünschte oder ob es mir erlaubt wäre, zur Tribüne zu wechseln und wieder als Witnere zu handeln. Mit einem sparsamen Fingerzeig auf mich und einer Kopfbewegung, die ich als 'folge mir' interpretierte, zeigte Mira, was sie von mir erwartete. Folgsam lief ich hinter ihr her zu dem Platz, wo sie meine Maske und die Handhufe abgelegt hatte. Ohne weitere Worte von ihr bekam ich beides wieder angelegt, während Blacky im Parcoursbereich still verharrte. Erst als ich wieder als Witnere vor ihr stand und sie mein 'Schnaufen' unter der Maske hören konnte- spürte ich Ihre Hand zwischen meinen Schulterblättern. Ein paar Mal streicheln, einige leichte Schläge auf meine 'Flanke' und ein wenig Stimulation meiner Brustwarzen. Dies war von ihr wohl als Lob für meine gezeigte Arbeit gedacht- danach zog sie mich an der Führleine zuerst zu Blacky und uns beide für den nächsten Durchgang weiter zum 'Trailer'.

"Einen Durchgang gemeinsam ohne Scheuklappen zum Eingewöhnen- danach gilt es für euch beide. Wenn ihr die darauf folgenden zwei Durchgänge gut harmoniert, ist Feierabend bis nach der Fütterung und es gibt etwas zu saufen... Glaubt aber nicht, ich hätte eure Dressurdarbietung vergessen!"

Ich hoffte, die bisherigen Trainingseinheiten mit Blacky zusammen hätten uns soweit aufeinander eingestimmt, daß wir ein harmonisches Bild abgeben würden. Mira gab uns immerhin jetzt die Chance, noch einmal sehend den Parcours zu laufen- die unausgesproche Drohung, uns mehr als die beiden angekündigten Durchgänge blind laufen zu lassen, wenn wir es nicht zu ihrer Zufriedenheit hinbekommen würden, war überdeutlich und ich spürte inzwischen nicht nur meine Beine. Der Tag in meinem 'Fell' hatte mich erneut an meine Grenzen getrieben- langsam erreichte ich den Punkt, an dem ich nur noch in meine Box wollte. Doch dieser Wunsch würde wohl noch einige Zeit nicht in Erfüllung gehen...
Zum Glück für Blacky und mich hatte die Baroness meine Aussage, es wäre eine Vorführung, bei der es um Kraft und Geschicklichkeit und nicht um Zeit gehen würde, verstanden- sie legte sehr großen Wert auf die Sauberkeit der Ausführung ihrer Signale und Befehle an den Hindernissen. Allerdings war der Stamm, den wir jetzt zu ziehen hatten, vom Gewicht her heftig. Wir mussten uns wirklich wie Kaltblüter, denen zumindest ich mich verbunden fühlte, voll in die Geschirre stemmen, damit wir die Last hinter uns bewegt bekamen...

'Ja- dein Training hier soll keinen Urlaub darstellen...' Mit Bedacht hatte die Baroness sich die Ergebnisse des gestrigen Trainings mit dem Pferdetrainer angesehen und auch bei ihrer Schwester nachgefragt, wie der Leistungstest heute morgen durch Witnere bewältigt worden war. Auf dieser Grundlage- und der Antwort des Gaul's in der Box bei ihrem gestrigen Besuch- hatte sie den Stallknecht angewiesen, die Stämme für den jetzigen Doppelzug mit etwa 200 kg vorzubereiten. Der Gaul hatte große Töne gespuckt- jetzt soll er zeigen, ob das nur heiße Luft war!
'Heiße Luft...'- wie passend bei der Tagestemperatur, für ihren Gestütsgaul müsste es die Hölle sein und der wusste, Kundenwunsch hatte hier Vorrang. Daher war sie immer noch über Blacky's Reaktion auf der Weide erstaunt...
An der Performence, die beide zeigten, war beim besten Willen nichts auszusetzen- hier hatte das Gespanntraining gestern und heute dafür gesorgt, daß die beiden Pferde 'harmonierten' und wenn auch Blacky wusste, er hätte notfalls die mangelnde Leistung seines Partners zu kompensieren- dieser Witnere hielt was er zugesagt hatte...

Der erste Durchgang war geschafft! Mit einem Wiehern reagierte ich auf das von der Baroness gegebene Haltesignal, nachdem der Baumstamm auf dem 'Transporter' zum Liegen gekommen war. Meine Hoffnung, für diese Leistung im Gegenzug eine, wenn auch nur kurze, Pause im Schatten als Belohnung zu bekommen, erfüllte sich nicht- aber die Baroness gönnte uns zumindest eine Portion Wasser für den fast fehlerfreien Durchgang, ehe es erneut zurück in den 'Trailer' ging und wir mit den 'Scheuklappen' ausgestattet wurden.
Ich selbst fand, der Durchgang hatte gut geklappt- im Slalom zweimal zurücksetzen und beim Umspannen in der letzten Box zwei Anläufe mit der 180 Grad Wende, das war in Ordnung. Wir konnten nur hoffen, die Baroness war der gleichen Meinung- auch wenn das Getränkt werden eine Art Lob zu sein schien.

Die Baroness sah ihr Konzept, was auf Rosengarten galt, wieder voll und ganz bestätigt- hartes Training, gepaart mit sparsamen Lob. Pferde sind Nutztiere, die von Menschen wie ihr gezeigt bekamen, wo deren Platz im Leben war...- einige dieser Exemplare waren in ihrem Tier-Sein zu 'höherem' berufen und zeigten dabei über das normale Maß hinausgehende Leistungen. Wenn diese Tiere dann noch akzeptierten, wer ihnen dies ermöglicht hatte- dann war Lob und Vergünstigung angebracht und sie würde dies großzügig gewähren. Aber dies müsste jeden Tag in ihren Augen neu erkämpft werden- Rosengarten war schließlich kein Gnadenhof, hier zählte nur Leistung! Dieser Witnere war vom bisherigen Verhalten scheinbar gewillt, dieser Regel zu folgen- auch wenn er heute einmal versucht hatte, seinen Willen zu bekommen...

Blindheit hat bei mir einen Nachteil- spätestens nach einem Durchgang auf dem Parcours hatte ich mein Orientierungsvermögen eingebüßt. Da war ich gezwungen, mich auf die übermittelten Signale meiner Ownerin/Trainerin zu verlassen und konnte mich, wenn das Vertrauen vorhanden war, richtig tief fallen lassen. Bei der Baroness fehlte mir dieses letzte Prozent irgendwie- ich war mit jeder Faser angespannt und hoffte einfach, keinen Mist zu bauen. Markus als Trainer wäre mir jetzt lieber gewesen...
Ich war daher einfach nur froh, die beiden Durchgänge mit Sichteinschränkung hinter mich gebracht zu haben und die 'Scheuklappen' wieder los zu sein. Die Baroness führte uns direkt zu unserem 'Pausenplatz', wir bekamen etwas zu saufen von ihr und mit dem Hinweis, nach der Weidepause würde ich in meiner Box die Abendfütterung bekommen und sie mit mir die Einheit besprechen wollen, brachte sie mich auf die Koppel, wo ich gestern den 'Zwischenfall' mit den übrigen Gestütpferden hatte. Blacky wurde von ihr mitgenommen und ich blieb allein zurück. Schade- ich hätte mich gern für seine Fürsorge während meiner Strafzeit bedankt...
So zog ich mich allein in den Schatten zurück und gab ungeniert den sich die letzten Minuten? entwickelten Druck meiner Blase nach und urinierte in mein Fell. Solange alles dicht blieb, musste ich einfach nur darauf verzichten mich hinzulegen... An einen Baum gelehnt döste ich, glaubte irgendwann Dennis und Nordic auf dem Weg an der Koppel vorüber ziehen zu sehen und meine Muskeln freuten sich über die Pause...
Meine Gedanken drehten sich um ganz essentielle Dinge- wer würde mich nachher von der Koppel hier holen..., was würde ich in meiner Box zu futtern bekommen..., gab es wieder Studentenfutter als Belohnung..., würde mir dazu meine Maske abgenommen werden...? Alles andere, was sich morgen Abend, in der kommenden Woche oder noch später für mich als Mensch als bedeutsam erweisen könnte, war jetzt nicht existent. Ich war Pferd- nicht mehr, aber auch nicht weniger! Meine heute gezeigte Leistung, die ich rekapitulieren tat, erfüllte mich mit Stolz, die Zusammenarbeit mit Blacky machte mir Spaß, sein Verhalten und auch die gestern von Markus mir berichtete Reaktion deuteten auf seinen Respekt mir gegenüber hin...- ich hatte gezeigt, wer ich und was ich zu leisten imstande war...

"Witnere- Hiieer... Zu mir!"

Der Stallknecht holte mich mit seinem Ruf aus meinen Gedanken- meine Weidepause schien vorüber zu sein und ich würde wohl von ihm jetzt zurück in den Stall gebracht werden. Jens stand am Tor der Koppel, bei ihm wartete ein blau gekennzeichnetes Gespann, mit dessen Owner der Knecht sich zu unterhalten schien...
Nachdem ich sicher war, Jens beachtete mich, blieb ich kurz stehen, spreizte meine Beine leicht und tat so, als würde ich es erneut in mein Fell laufen lassen. Ich hoffte damit, ihm gegenüber ausdrücken zu können, das ich in meinen Suit gemacht hätte und er bei meiner Entkleidung darauf vorbereitet sei. Offenbar war er aber ein solches Verhalten bereits von anderen 'Tieren' hier auf dem Gestüt gewohnt- er fragte nur, ob ich abgeäppelt hätte oder es nur bei Flüssigkeit geblieben wäre. Mit letzterer Antwort war er zufrieden- das wäre nicht schlimm, er würde sich im Stall darum kümmern...
Von ihm an die Führleine genommen, ging es im Schritt zurück in den Stall- dort angekommen folgte ich ihm in den Waschraum und wurde von ihm von allem entbehrlichen entkleidet. Einzig mein Fell und meine Maske wurden mir nicht abgenommen, doch der Stallknecht entfernte den Kabelbinder, der die Schlitten der Reißverschlüsse meiner Maske mit dem des Catsuits verband. Dann öffnete er den letzteren und frische Luft drang an meinen Rücken.

"Leg dich mit deinem Rücken auf den Abfluss und streck deine Hufe nach oben!"

Ich nahm die geforderte Position ein und spürte, wie das Urin-Schweiß-Gemisch mir der Schwerkraft folgend die Schenkel entlang Richtung Rücken und dann durch den geöffneten Einstieg aus meinem Fell heraus lief.

"Wiehere einfach, wenn du der Meinung bist, alles ist heraus gelaufen- ich schließ dann dein Fell, mache es sauber und lege dir dann den Rest wieder an. Die Baroness gewährt dir diese Vergünstigung für deine gezeigte Leistung...
Du hast ja noch eine Einheit bei ihr- zeig den gleichen Einsatz wie bisher und sie hat eine Überraschung für dich!"

Nach der Aufforderung, aufzustehen und mich leicht vorn über zu beugen, ein Schwall warmes Wasser füllte die Beine meines Suit's- durfte ich mich noch ein weiteres Mal auf den Rücken legen und das 'Spülwasser' abfließen lassen. Jens zog den Schlitten des Zippers wieder zu, wischte mich trocken, verband alles wie vor der Reinigung und half mir beim erneuten Anlegen meiner Hufe und des Schweifes.

"Wenn du noch mal musst- verkneife es dir... Eine weitere Reinigung ist erst wieder morgen früh für dich vorgesehen..."

Mit diesen Worten führte er mich in meine Box und fesselte mir die Vorderhand vor meinem Bauch, ehe er sie mit einem Seil über meinen Kopf nach oben zog. Danach wurde noch die Hinterhand mit einer kurzen Kette verbunden- ich hätte zwar so noch auskeilen können, aber wenn sich jemand auf die Kette stellen würde, wäre auch dies unmöglich. Als Abschluss wurden mir von ihm noch die 'Scheuklappen' über meinen Augenlinsen befestigt...

'War dies die Überraschung der Baroness?'- dies konnte ich mir aber nicht vorstellen. Der Knecht hatte eindeutig gesagt, die 'Überraschung' gäbe es erst nach der noch ausstehenden Einheit- und dann auch nur bei entsprechender Leistung durch mich...

Blind stehend ohne andere Bezugsquellen für die Sinne verliert man sehr schnell das Gefühl für alles um sich herum- Jens war ganz sicher nicht mehr in meiner Box und außer meinem Atem hörte ich nichts unter der Maske...
Der Zug auf die Kette zwischen meiner Hinterhand, die gleichzeitige Berührung durch ein Paar Hände, die eindeutig nicht die eines Mannes waren und das Gefühl, eine Person presste ihren Körper an meinen Rücken- ich erschreckte mich fast zu Tode und zappelte unwillkürlich in meiner Fesselung. Davon unbeeindruckt dauerte die Berührung weiter an ohne daß ein Wort zu hören war. Die Hände konzentrierten sich auf die Brustwarzen und die Schenkelinnenseiten meiner Hinterhand- vermieden es aber, mir in den Schritt zu gehen... Trotzdem dauerte es nicht lange und mein Schlauch stand steif von mir ab- nur warum ich jetzt so 'aufgeheizt' wurde, entzog sich meinem Verständnis. War dies Belohnung für die heutige Leistung oder ein Spiel, was ich noch nicht verstand. Es müsste eine der Baroness' sein- Natascha schied wegen ihrer Körpergröße aus... Oder gab es hier noch weiteres weibliches Personal, was sich einen Spaß erlaubte? Klar- die Krankenschwester Annika, aber die war doch mit Markus unterwegs... Waren die wieder zurück? Doch warum hatte der Stallknecht mich dann derart vorbereitet? Es musste eine der Baroness sein- es gab keine andere Erklärung!
Die beiden Hände unterbrachen für eine kurze Zeit das Aufheizen- dafür bekam ich etwas über die Nüstern meiner Maske gezogen und musste dadurch mehr Anstrengung aufwenden um Luft zu bekommen. Mira hatte so einen Futtersack ja schon bei mir zum Einsatz gebracht, doch auch ihre Schwester war ein Fan von Atemreduktion- wie ich während meines Test's heute morgen erfahren hatte. Damit war ich genauso schlau wie bisher. Das 'Schlimme' daran war, ich hatte meiner Ownerin versprochen, hier nichts dergleichen aktiv herbeizuführen- und war durch die Person bislang auch nicht aktiv im Schritt stimuliert worden... Ich war aber dank dieser Behandlung 'hengstig' in meinem Suit und versuchte durch Anspannung und Reiben an dem Gummi zum Höhepunkt zu gelangen. Meine dazugehörigen Bewegungen mit der Hüfte waren sicher mehr aus eindeutig...
Die Stimulation hörte aber genauso schlagartig wieder auf, wie sie begonnen hatte- ohne daß ich zum Höhepunkt gelangt war. Ich schnaubte und wieherte- ja, ich bettelte um mehr- aber einzig der Atemwiderstand verschwand durch das Freimachen meiner Nüstern. Langsam 'kühlte ich ab' und stand wieder allein und blind in meiner Box...
Das nächste, was ich akustisch mitbekam, waren Schritte, wie sie nur vom Stallknecht stammen konnten- unmittelbar gefolgt von einer Ansprache an mich...

"Zeit für dein Futter- alles in Ordnung mit dir?"

Das war eindeutig die Baroness Mira und nicht der Knecht...- aber hatte sie mich wirklich die letzten Minuten so aufgeheizt? Ich war völlig verunsichert und verwirrt...
Hände entfernten meine Scheuklappen und ich blickte mich um. Auf meiner Schlafstätte war ein Tablett mit den Futterschüsseln für mich bereitgestellt- doch die Baroness machte keinerlei Anstalten, mir mein Futter zu geben. Sie betrachtete mich einfach nur in meiner hilflosen Lage...

"Ich denke, ich widme mich zuerst deiner Leistungsbeurteilung für heute- danach bekommst du von mir etwas zu saufen und im Anschluss üben wir deine Idee gemäß den Vorstellungen, die ich dazu hatte. Wenn wir damit fertig sind, darfst du zurück hier in deine Box und dich über dein Futter her machen... Einverstanden?"

Auch wenn ich mich auf mein Futter jetzt gefreut hatte, sie war meine Trainerin und ich das Pferd- damit legte sie automatisch fest, ob und wann ich etwas in den Magen bekam. Ihre Frage, ob ich mit ihren 'Vorschlag' einverstanden wäre, war daher nichts weiter als eine Illusion, in der ich vermeintlich ein Mitspracherecht hätte...
Die Baroness stand auf, stellte sich nah hinter mich- ihr Körperkontakt war mir nicht unbedingt unangenehm, fühlte sich aber anders als die Person vorher an- und so begann sie, wie Markus gestern auch, mit Bildern und Videosequenzen die heutige Ausbildung noch einmal Revue passieren zu lassen. Beruhigend für mich- es gab mehr Lob als Tadel, letzterer bezog sich vorzugsweise auf die Rückfahrt nach der Dressur zum Gestüt und die Dressureinheit vorher. Sie war der Meinung, Dennis hätte mir da einiges durchgehen lassen, was meine Zugleistung anging und anhand der Clips zeigte sie mir auf, wie Blacky die einzelnen Dressurelemente gelaufen wäre und wie ich daneben ausgesehen hätte. In meinem innersten musste ich zugeben- da war noch viel Arbeit notwendig um auch nur annähernd das Niveau meines Partners hier zu erreichen. Die Baroness baute mich ein wenig mit der Bemerkung auf, ich würde die Basics der einzelnen Elemente verstanden haben, die Eleganz käme durch ständiges Üben- so wie der Ablauf bei der Holzrückevorführung mir in Fleisch und Blut übergegangen sei und Blacky da noch einiges, was Synchronizität anginge, an Training vor sich hätte. Alles in allem hätte ich, wenn meine 'Verweigerung' nicht gewesen wäre, für einen Einsteller hier eine richtig gute Leistung gezeigt...
Mit diesem gebremsten Lob von ihr bekam ich endlich auch wieder etwas zu Saufen- und das war wieder kühles Malzbier! Die Baroness meinte dazu, es wäre ein Vertrauensvorschuss in mich und meine Leistungsbereitschaft bei dem noch ausstehenden Training- danach wurden meine Fesseln von ihr gelöst und sie führte mich zum letzten Mal heute aus dem Stall heraus zum benachbarten Dressurplatz, wo Blacky angebunden bereits auf mich wartete...


18 Risse...


Wie versprochen hielt sich die Baroness nicht lange mit irgendwelchen Erklärungen auf- sie befahl mir stehenzubleiben, band Blacky los und dann gab es nur noch scharfe kurze Kommando's für uns beide. Sie hatte diese aus dem Holz rücken entlehnt und damit dirigierte sie uns beide, ohne andere Einwirkmöglichkeit außer ihrer Stimme, auf die Ausgangsposition. Dort verharrten wir, unseren Blick starr gerade aus gerichtet und warteten auf die nächsten Kommando's...
Die ersten Takte des der Baroness vorgeschlagenen Musikstücks drangen durch die Gummihaube an mein Ohr und sorgten bei mir für ein unbewusstes Anspannen meines gesamten Körpers...

"Witnere- Schritt, vorwärts!"

Die elektronisch verstärkte Stimme der Baroness schickte mich auf meine Reise, ich bemühte mich, die heute Mittag von ihr eingeforderte Haltung und Art der Bewegung so gut wie möglich umzusetzen. Zwei an mich gerichtete Kommando's später wurde nun auch Blacky von ihr in der gleichen Gangart wie ich in Bewegung gesetzt- bei der folgenden Wendung am Ende des Dressurvierecks sah ich ihn dann diagonal versetzt laufen. Da bei den nun von ihr gegebenen Anweisungen keine Namen mehr genannt wurden, war klar- wir liefen nun versetzt synchron...

"Halt! Hiiieerher!"

Die Musik wurde unterbrochen, wir folgten sofort ihrem Ruf und ich stellte mich ohne eine weitere Lautäußerung neben Blacky. Hatte ich etwas falsch gemacht?

Witnere- deine Haltung der Vorderhand ist in Ordnung, aber deine Hinterhand... Du läufst nicht- du trampelst! Das hat bei dir vorhin eleganter ausgesehen... Also noch einmal...- und jetzt besser!"

Sie hatte gut reden... Ich musste mir eingestehen, mir brannten trotz all der Pausen mittlerweile meine Muskeln und ich wollte nur noch aus meinem Fell raus und in die Box. Doch die Baroness würde dies erst zulassen, wenn ich diese letzte Einheit heute zu IHRER Zufriedenheit geschafft hätte.
'Also reiß dich zusammen...- auch für Blacky! Der will sicher auch in seine Box...' Dieser Gedanke motivierte mich und ich signalisierte mit einen kurzen Schnauben meine Bereitschaft.
Schritt, Wendung, Wendung...- ab da wieder synchron. Zwischendurch eine Aufmunterung der Baroness für mich- jetzt sähe mein Bild, was ich präsentierte, doch schon ansprechend aus... Gangartwechsel zum Trab und zurück, laufen auf der Stelle... Zu meinem Erstaunen liefen wir, ohne von der Baroness noch einmal unterbrochen zu werden, bis zum Ende des Titels durch.

"Hiiieerher! Zu mir!"

Kein Lob, keine Kritik- die Baroness schickte uns einfach in die Ausgangsposition zurück, startete den Titel erneut und schickte Blacky und mich zum zweiten Mal zu der Musik über den Dressurplatz. Ihre Ansagen, in welcher Gangart ich unterwegs zu sein hatte, halbierten sich- dafür wurde meine Haltung von ihr jetzt kommentiert. Mehr aufrecht halten, Vorderhand, Hinterhand,...- Mira dressierte mich jetzt zu der Musik und kannte kein Erbarmen. Irgendwie schaffte ich es, bis zum erneuten Ende des Stücks durchzuhalten- trotz aller Kommentare von ihr. Nachdem Sie uns erneut zum Ausgangspunkt befohlen hatte, schaute sie mich ernst an.

"Du bist willig- und deine Leistung jetzt war akzeptabel. Mach einfach so weiter..."

Ich war nach ihren bissigen Bemerkungen jetzt auf alles gefasst- doch sie verblüffte mich immer wieder. Die nächsten drei Durchgänge gab es von Mal zu Mal weniger Korrektur, ich hatte auch die Schrittfolgen mehr oder minder verinnerlicht und wusste, bei welchem Taktwechsel ich wie zu laufen hatte. Ich begann mehr und mehr ein Gefühl für das Stück zu entwickeln- wenn es mir möglich war, schaute ich, wo Blacky gerade lief, doch in meinem Inneren tanzte ich.

Die Baroness schaute zu, wie die beiden Hengste sich im Dressurviereck zu der Musik bewegten- und fragte sich ernsthaft, warum ihre Mutter den Dressurbereich hier auf dem Gestüt derart vernachlässigte. Der hochspezialisierte Rennbetrieb in allen Ehren- und ja, ohne ein oder zwei weitere Trainer hier auf dem Hof wäre eine Ausweitung des Angebotes nicht möglich- aber diese Verengung im Angebot würde durch sie beseitigt. Es gab sicher eine ganze Menge Kunden, die jetzt noch ihre Pferde auf anderen Gestüten trainierten...- diese galt es zu gewinnen!
Für die Ausbildung müsste sie natürlich eine Person finden, die von Dressur Ahnung UND mit den anzuwendenden Methoden zudem keine Probleme hätte. Doch dieser Fakt war garantiert lösbar, da war sie sich sicher.

'Meine Mutter hatte doch... vor ihrer Entscheidung zugunsten des Fahrsports damit aufzuhören... Miu dahingehend trainiert... Ja- nach dem Hoffest werde ich mal schauen, was da an Basics noch vorhanden ist! Wenn er sich willig anstellen sollte...- wird dieser mein 'Dressurpferd'!
Aber zurück zum Tagesgeschäft, noch zwei Durchgänge und die Darbietung dürfte der Hengst in den Grundzügen verinnerlicht haben. Für seinen Starrsinn von heute Mittag hätte er zwar durchaus die Peitsche verdient, doch sein 'Gehampel' hat mich immerhin inspiriert...'

Damit hatte dieser sich seine von ihr angeordnete Belohnung redlich verdient. Sie würde seine Vorführung jetzt noch aufzeichnen und dann bräuchte sie nicht mehr zurückzuhalten und würde mit Blacky noch ein wenig Spaß haben...

Zwei Durchgänge später war endlich Feierabend- die Baroness hatte mich dabei offenbar gefilmt. Zumindest ein Mal glaubte ich sie dabei gesehen zu haben, aber in der aufziehenden Dämmerung könnte ich mich auch getäuscht haben. Es wäre aber logisch- so hätte ich ein Video, damit ich dies weiter trainieren und in vier Wochen meine Ownerin überraschen könnte.
Mira befahl uns zu sich, hakte sichtlich gut gelaunt Blacky in ihre Führleine und übergab mich dem Stallknecht mit der Anordnung, mich in meine Box zu bringen. Sie gab ihn mit auf dem Weg, ich hätte bei ihr sehr gute Leistung gezeigt und es wäre ihr Wille, die zugesagte 'Überraschung' mir zu gewähren. Mit diesen Worten im Ohr führte mich Jens von der Anlage...

Hinter dem Stallknecht her trottend dachte ich an die versprochene Überraschung- war es erneut ein Säckchen voll mit Nüssen und Schokolade? Oder etwas anderes? Ich dachte auch an Blacky, war mir aber sicher, da er ein 'Gestütpferd' war, würde er sicher auf ein solches 'Extra' verzichten müssen...
Um die Ecke kommen und auf den Weg an der Längsmauer des Stalls einbiegend wurde ich mit der Wirklichkeit brutal konfrontiert...

"Stallknecht- rüber zur Wand! Mach den Weg frei!"
46. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 14.05.21 10:27

Abenteuer auf Rosengarten... Tag 15, Sonntag- Woche zwei (Part 4)


Schlachtross:

Gut zwei Stunden später befand ich mich mit allen anderen 'Pferden' eingeschlossen in die Horsekeeper auf der Rückfahrt nach Rosengarten. Markus war einige Zeit nach dem Auftauchen der 'Krankenschwester' endlich erschienen- und sah richtig gestresst aus! Er entschuldigte sich sogar bei uns, nicht eher Zeit gefunden zu haben um nach uns zu schauen...- doch er hätte auf Geheiß der Baronin ständig den 'Clown' für irgendwelche Gäste machen dürfen, die sich für Ponyplay interessierten und daher wäre es ihm nicht möglich gewesen sich schon früher um uns zu kümmern. Auf seine Frage, ob bei uns alles in Ordnung wäre, traute sich keiner von uns dies nicht zu bestätigen- Annika hatte jedem von uns vor seiner Rückkehr mit ein paar Worten die Konsequenz einer aus ihrer Sicht 'falschen' Antwort aufgezeigt und keiner verspürte Lust, sich freiwillig in die Hände ihrer Chefin Augustine für daraus resultierende 'Untersuchungen' zu begeben!
Trotz dieser erzwungenen Lüge durch uns blieb er mißtrauisch und gab uns gleichfalls noch einen halben Liter Wasser zu saufen. Auch versuchte er bei Steel und wohl auch bei Miu oder Brutus den Puls durch unser 'Fell' hindurch zu fühlen... schien dabei aber zu einem falschen Ergebnis in seiner Beurteilung unseres Zustandes zu kommen. Immerhin befahl er dem Techniker, ihm beim Ausschirren zur Hand zu gehen- es bestände von Seiten der Hochzeitsgesellschaft wohl kein Interesse an einer weiteren Vorhaltung der Kutsche für Rundfahrten und daher könnten wir verladen und nach Rosengarten zurück gebracht werden.
Jetzt in dieser Situation kämpfte ich gegen das stetige Gefühl an, mir wäre kalt- trotz der analen Stimulation schaffte ich es nicht, in jenen Dämmerzustand zu gleiten, den ich bei den vorherigen Einschlüssen in diese 'Transportbox' erreicht hatte. Auch fühlte ich, wie mein Magen rebellierte- und dies war mit dem Gefühl aufkommender Übelkeit verbunden. Ich konnte nur hoffen, die bei der Vorstellung dieser Maschine durch den Vertreter angepriesene Funktion der Absaugung im Mundbereich würde wirklich so gut funktionieren wie er es beschrieben hat. Mir war klar- die Symptome, die ich spürte, waren Anzeichen einer thermischen Überlastung meines Kreislaufes und ich hoffte inständig, dies würde nicht schlimmer, bis wir wieder aus diesen Anzügen heraus und versorgt in unserer Box wären...


Markus:

Das war jetzt die dritte rote LED, die auf dem Kontrollpult der 'Horsekeeper-Superior' Boxen signalisierte, eines der 'Pferde' hätte sich übergeben...- in Kombination mit den anderen bereits aufgeflammten Anzeigen ergab sich für Markus ein beunruhigendes Bild. 'Seinen' Pferden ging es nicht gut...- die Lichter erzähltem ihm, die Pulswerte waren bei allen zu hoch, der Blutdruck war bei Steel am wegsacken und sie, Miu, sowie Schlachtross hatten sich erbrochen... Über die Kameras in den drei überwachten Boxen war 'dank' der Masken nicht wirklich was zu erkennen- dazu war die Fixierung der 'Pferde' zu restriktiv und schloss jegliche Bewegungen, die auf ein Unwohlsein hingedeutet hätten, aus.

'Ich möchte nicht wissen, wie es den drei anderen in den 'Basic'- Boxen ergeht...'

Mit dem Transport war er noch eine halbe Stunde von Rosengarten entfernt- und er holte aus dem LKW alles, was er verantworten konnte, heraus. In ihrer Gesamtheit erzählten ihm die Warnleuchten eine Geschichte...- und die sorgten für seinen Bleifuß auf dem Gaspedal!
Der Techniker war nach dem zweiten Warnlicht unter seinem Gebrülle, entweder wären die Boxen unausgereift und sollte eines der darin eingeschlossenen 'Tiere' zu Schaden kommen, dann könnte die Firma gleich dicht machen oder er rückte mit der Wahrheit heraus, zusammengebrochen. Die Krankenschwester und er hätten sich miteinander 'vergnügt' und dabei wohl die Pferde "...ein wenig zu lange in der Sonne stehen lassen..."
Annika saß mit versteinertem Gesicht auf die Fahrbahn vor sich schauend an der Beifahrertür und war froh, nicht direkt neben dem Pferdetrainer sitzen zu müssen. Markus war stinksauer, da sie zuerst versucht hatte, dies alles als technische Fehlfunktionen darzustellen. Zum Glück für sie musste Markus den Transporter lenken, doch mit jedem Kilometer, den sie näher nach Rosengarten kamen, hatte sie Mühe, ihre Angst vor dem, was nach Ankunft auf dem Hofgut passieren würde, zu unterdrücken. Sie wusste, unter welchen Umständen Markus nach Rosengarten gekommen war und ihr gescheiterter Vertuschungsversuch würde jede weitere Rechtfertigung von ihr nur noch unglaubwürdiger aussehen lassen...
Zum Glück für sie hatte der Pferdetrainer weder die Baronin noch seine direkte Vorgesetzte, die Rittmeisterin, telefonisch erreichen können- dafür aber Baroness Augustine. Ihre ganze Hoffnung ruhte auf ihrer Vorgesetzten, vielleicht wäre es mit deren Unterstützung möglich, das verheerende Gesamtbild dieses Desasters noch ein wenig zu beschönigen. Natascha würde angeblich alles vorbereiten um jedem Pferd eine oder auch mehrere Infusionen zur Stabilisierung des Kreislaufs und als notwendigen Flüssigkeitsausgleich zu legen...
Nach der Ankunft in Rosengarten vierundzwanzig Minuten später dauerte das Entladen der sechs Horsekeeper-Boxen noch einmal zehn Minuten- und das war rekordverdächtig! Markus hatte auf jedem geraden Straßenabschnitt das maximal mögliche aus dem Motor des Transporters herausgeprügelt und seine Ansage dabei an den Techniker war unmissverständlich:

"Es hängt jetzt von dir allein ab, was deine Vorgesetzten erfahren werden... Bete zu wem du willst...- doch wenn auch nur eines der Pferde einen Schaden davongetragen hat... dann..."

Seine Augen beendeten den angefangenen Satz und was darin zu lesen war, trieb den Techniker zur Höchstleistung. Neben kaum gezähmter Wut über die Verantwortungslosigkeit und Reue über sein eigenes Versagen war da noch etwas anderes deutlich im Blick des Pferdetrainers zu lesen...- und dieses Versprechen sorgte für ein Entladen in Rekordzeit.
Annika wurde von den beiden Männern nicht wirklich beachtet, doch dieser eine Blick des Pferdetrainers, der ihr vor dem Aussteigen gegolten hatte, hinderte sie wirksam daran, sich wie auch immer um die Pferde kümmern zu wollen oder ohne Worte in Richtung der 'Tierklinik' zu verschwinden...

"Brutus, kümmere dich um Steel, Lion- du um Kara und Schlachtross- hilf Miu! Ich nehme euch gleich noch die Masken ab... steht einfach still und stützt euch an den Boxen ab..."

Achtlos die abgenommenen Pferdemasken vor Ort liegend lassen, führte Markus 'seine' Tiere zurück zum Stall- in ihm nagte der Vorwurf an sich selbst, beim Verladen nicht genauer hingeschaut zu haben und so mit schuldig am Zustand der 'Pferde' zu sein. Er motivierte sie mit dem Versprechen, im Stall gäbe es gleich Futter und genug zu saufen... auch würde er sie im 'Waschraum' aus den Anzügen entlassen...
Auf den letzten Metern geschah das, was er gehofft hatte zu vermeiden:

"Stallknecht- rüber zur Wand! Mach den Weg frei!"

Die Aufforderung auszuweichen kam rüde vom Tonfall aus Markus heraus- doch bot der Stallknecht sich gerade als Projektionsfläche für seinen Zorn an. Dem Pferdetrainer war es überhaupt nicht recht, welches Bild seine Tiere gerade boten... zudem noch vor einem Einsteller, der ohnehin schon recht neugierig war. Dessen Kopf folgte den mehr taumelnden als laufenden Pferden und auch dies entging Markus nicht.

'Das ist die Seite von Rosengarten, über die schon viel zu viel Gerüchte im Umlauf sind... Du wirst sicher morgen danach fragen...- doch die Antwort siehst du bereits hier und jetzt... Schade, ich hätte jetzt gern dein Gesicht gesehen...'

"Brutus, Schlachtross, Miu- nur noch ein paar Meter, dann seid ihr erlöst..."

Endlich hatte er alle von ihnen im Waschraum- Natascha hatte bereits auf einer Bank alles für die zu gebenden Infusionen bereitgelegt und half sofort mit, jedes Tier aus seinem 'Latexfell' zu befreien. Durch die Bank weg lautete ihre Diagnose nach einem Blick auf jedes 'Pferd' Dehydration und Kreislaufentgleisung nach thermischer Überlastung. Mit ein paar Infusionen und Mineralgabe würde sie es aber vermutlich wieder richten können...
Auf ihre Frage nach dem warum war er nicht in der Lage, der Oberschwester eine vernünftige Antwort zu geben. Sein stummer Blick deutete nur einen Moment auf Annika, die zusammen mit dem Techniker gefolgt waren- doch reichte dies...

"Bring sie rüber zur Baroness- ich kümmere mich um die Pferde... Du hattest da etwas von Belohnungen für sie erwähnt..."

Dankbar nickte Markus Natascha zu.

"Ja, Steel und Brutus zusammen in die Paddockbox und Schlachtross mit Miu in die Fohlenbox... Für die vier keine Restriktionen- Kara und Lion wie üblich in ihre Boxen. Da reicht die gezeigte Leistung nicht für eine Belohnung- Anweisung von der Baronin!"

Sein Ausdruck im Gesicht wechselte unmittelbar, nachdem er den 'Techniker' ansah...

"Du gehst Natascha jetzt hier mit zur Hand...- und danach packst du den Scheiß ein und verschwindest ganz schnell vom Hofgut! Und wenn dich deine Chefs noch einmal hierher schicken wollen... dann nimm dir frei oder hab spontan Durchfall! Aber du WILLST NICHT! noch einmal hier auftauchen...- halte dich daran und ich vergess deinen Anteil an der Sache hier...

Seine Stimmlage blieb bis auf die beiden betonten Worte gleichförmig, doch Markus schaut mit dem gleichen Blick wie vor einigen Minuten im Hofbereich. Ein Nicken bestätigte ihm, seine Botschaft war angekommen und würde ganz sicher beherzigt werden...

"Mit dir soll sich deine Chefin beschäftigen...- mach ihr aber klar, du hast die Scheiße hier verbockt! Wenn du kooperierst... muss es die Baronin nicht erfahren... Aber du schuldest den Pferden etwas- und ich werde es eintreiben...

Annika war sich darüber im klaren- das war keine 'goldene Brücke' für sie... er wollte, so hoffte sie, nur im übertragenen Sinn... 'Blut sehen'.
Sie schaffte es aber nicht sich soweit zu verstellen, daß ihr Gesicht ihre Wut über Ihre vermeintlich ungerechte Behandlung und den damit verbundenen Hass auf Markus verbarg.

'Du hast mir meinen Ritt auf Miu und Schlachtross versaut... und wenn ich letzteren nicht bekomme...- dann auch niemand anders!'



Witnere in Rosengarten- Sonntag...


Die wütende Stimme von Markus riss mich aus meinen Gedanken und ich musste mit ansehen, wie sechs Pferde, darunter eindeutig zwei 'Stuten', mehr an uns vorbei taumelten als gingen. Ihre Körper steckten noch in Gummianzügen, wie ich selbst einen trug- aber im Unterschied zu mir schlurften sie völlig ausgepumpt in den gleichen Hufschuhen, wie auch Blacky sie trug, an mir vorüber.

"Brutus, Schlachtross, Miu- nur noch ein paar Meter, dann seid ihr erlöst..."

Die beiden erstgenannten hoben nur leicht ihren Kopf- jeder von ihnen Stütze ein weiteres Pferd, was ohne diese Hilfe vermutlich zusammengebrochen wäre. Wo zum Teufel waren die gewesen und was hatte Markus mit ihnen angestellt? War er überhaupt an ihrem Zustand verantwortlich? Mir taten die sechs einfach nur leid- 'ein Leben als Gestütpferd hier auf Rosengarten ist kein Urlaub...' So in der Art hatten die Worte des Pferdetrainers gelautet- und bei deren Anblick war ich mir sicher, Blacky hatte heute bei dem Training mit mir im Vergleich dazu das bessere Los gezogen.

"Hast du Wurzeln geschlagen?"

Mit einem nicht gerade sanften Ruck meiner Führleine bedeutete der Stallknecht, das ich ihm zu folgen hätte- ich passierte den Eingang zu den Gästeboxen, wurde von Nordic mit einem Wiehern begrüßt und keine zwei Minuten später stand ich in meiner Box. Jens entkleidete mich wortlos, sein Gesichtsausdruck sprach aber Bände. Ich hatte definitiv etwas zu sehen bekommen, was nicht für meine Augen bestimmt war, was den negativen Gerüchten rund um das Gestüt neue Nahrung geben würde und worüber ich bis zu meiner Abreise hier garantiert nichts nachfragen würde...

Nackt und nur mit dem Armband versehen, wartete ich noch, bis Jens mit dem Fell aus meiner Box verschwunden war- dann hockte ich mich über den Toiletteneimer und konnte endlich dem Druck im Darm nachgeben. Nachdenklich schaute ich auf das grüne Stück Latex um meinen Arm, was mir Schutz bot vor übermäßiger Belastung... Die Gestütpferde hatten so etwas nicht- nicht einmal rot- sie besaßen überhaupt keinerlei Einstufung... Würden sie damit automatisch immer der Einstufung der Ihnen zugeteilten Gastpferde angepasst? Die Vorstellung war für mich einfach nur monströs- das konnte, und wollte!, ich nicht glauben. Wie lange würde ich so leben können- leben wollen? Auch wenn ich mich damit in die Nesseln setzen würde- doch... ich musste Markus danach unter vier Augen fragen... Spätestens bei meiner Abreise morgen Mittag...- vielleicht hätte ich Glück und es würde sich schon morgen früh die Gelegenheit dazu bieten...
Obwohl mir durch die Begegnung der Appetit vergangen war, meldete sich doch mein Magen und verlangte sein Recht. Bevor ich aber mich über mein Futter her machte, rieb ich mich mit der Desinfektionsflüssigkeit aus dem Spender ab- das musste jetzt die abendliche Dusche ersetzen, die mir ja schon 'gewährt' worden war. Mit Freude registrierte ich nirgendwo ein stärkeres Brennen auf der Haut- so war diese an keiner Stelle irgendwie wund gescheuert oder anderweitig verletzt...
Meine Neugier auf das Futter meldete sich zurück und ich öffnete die mit 'Eins' gekennzeichnete Schale. Hartkäsestreifen und geröstetes Brot- das war doch schon mal etwas! In den beiden weiteren mit Nummern gekennzeichneten Schalen fand ich noch zwei Frikadellen mit etwas Senf und das obligate Gemüse- Kohlrabistücke, Gurke und Karotten. Auch waren wieder einige Portionspäckchen Zitronensaft beigelegt- diese sollten mich sicher dazu animieren, den in der Box vorhandenen Wasserspender zu nutzen. Einzig die kleine Schale mit der Aufschrift 'Überraschung' hatte ich noch ungeöffnet vor mir stehen- aber erst wollte ich all die anderen Sachen essen!
Während ich mit jedem Bissen die Anstrengungen des Tages in den Hintergrund drängte, musste ich doch an Blacky und die anderen Gestütpferde denken. Sah deren Futter auch so reichlich aus? Wie konnte man als 'Stute' sich auf ein derartiges Leben einlassen...?
Diese und andere Gedanken schwirrten in meinem Kopf- während ich eher dadurch abgelenkt die letzte Schale öffnete. Ich war bei deren Inhalt aber wieder schlagartig bei mir- denn da lächelten mich ein halbes Dutzend richtig große Marzipankartoffeln und die gleiche Anzahl -rübchen an.

'Hatte ich diese wirklich verdient? War meine Leistung tatsächlich so gut?'

Nachdem mit Genuss bereits die vierte der 'Kartoffeln' in meinem Maul verschwunden war hielt ich plötzlich inne...

'Hatte mein Partner auch eine solche Belohnung bekommen? Oder wurde seine gezeigte Leistung hier einfach voraus gesetzt?'

Mein Entschluss stand schnell fest- ich würde mir noch vier von den Marzipanrüben einverleiben, das restliche Drittel hielt ich für Blacky zurück. Ich gebe zu- es war nicht halbe-halbe, aber ein wenig Egoismus leistete ich mir ohne Gewissensbisse. Ich hoffte nur, morgen früh vor Trainingsbeginn auf den Pferdetrainer zu treffen und ihm verdeutlichen zu können, der Rest wäre für meinen Trainingspartner. Mit diesem Gedanken fand ich Ruhe und schlief kurz darauf ein...



Abenteuer auf Rosengarten- Tag 15, Sonntagnacht auf Montag...


Mira führte Blacky, nachdem sie 'Ihrem' Stallknecht den Einsteller übergeben hatte, nicht wie behauptet, in die Hengstbox, sondern schlug den Weg zur Rennbahn ein. Der Hengst schleppte sich mehr als das er lief hinter der Baroness her- die Wirkung der von Natascha verabreichten Schmerzmittel hatte nachgelassen und ihm war bewusst, Mira würde ihn ganz sicher nicht nur ein wenig extra trainieren, er würde jetzt wohl bis zu seinem endgültigen Zusammenbruch geschunden werden. Warum er bestraft würde? Das war ihm schon seit langem egal- allein das Training in den letzten Tagen war aufgrund seiner schmerzenden Rippen und der Phobie, unter den Gummimasken nicht genug Luft zu bekommen, die pure Folter für ihn gewesen. Erst die Vorbereitungen für den Sechsspänner, wo er 'Dank' seiner Ängste durch Miu ersetzt wurde, dann der Aufenthalt in Augustines Klinik nach der Prügelei mit Schlachtross... und dann auch noch der Wunsch dieses Einstellers, ihn erneut so auszustaffieren- nur damit es ein einheitliches Bild ergäbe...
Dieser Witnere hat aber wohl irgendwie begriffen, was er mit seinem Wunsch bei ihm anrichtete- und im Unterschied zu vielen anderen 'Hobbypferden' hat er sich bei ihm nicht nur dafür entschuldigt, der blieb auch sonst fair zu ihm. Ihm während der Pause an der Tribüne auch Wasser zu gönnen- eine von mehreren Kleinigkeiten, an die andere Gäste nicht im Traum dachten.
Blacky versuchte sich zu erinnern, wann so etwas das letzte Mal passiert war- aber ihm fiel nichts dazu ein... Dieser Gasthengst war... irgendwie... anders; er war zwar ein 'Grüner'- trainierte aber hart, lief nicht nur vor den Kutschen mit sondern zog sie mit dem gleichen Kraftaufwand wie er auch- und er erwies ihm Respekt! Diese Erfahrung mit einem Gastpferd zu machen war einfach nur schön...- daher hatte er ihn gegenüber den anderen Hengsten gestern... zu Recht... in Schutz genommen!
Was dies der Grund, warum ihn die Baroness jetzt quälen würde? War seine Erwiderung des gezeigten Respekts durch den Einsteller ihr ein Dorn im Auge? Er würde es sicher nicht erfahren...

Der Baroness waren die Gedanken des Hengstes egal- sie wollte diesem Versager einfach nur eine Lektion erteilen und ihren Sadismus befriedigt wissen. Der Tag in dem Anzug hatte Blacky ganz sicher fertig gemacht, doch sie würde auch noch den Rest aus ihm heraus holen. Ja, er war morgen natürlich wieder als 'Beistellpferd' und Trainingspartner für diesen Witnere und zwei weitere Gäste eingeplant- aber das war ihr Gestüt, bzw würde es bald sein, und damit war der Gaul ihr Eigentum. Wenn es ihr passte, musste er ihr zu Willen sein und wenn sie ihn verschliss- dann würden sich neue Deppen finden, die so ein Leben führen wollten. Das galt in ihren Augen auch für alle anderen Tiere hier...
Sie hatte inzwischen den Wagen für den Zugkrafttest erreicht und schirrte den Hengst vor diesem ein. Außer ihr und Blacky war niemand mehr hier zu sehen- sie prüfte noch einmal die Fesselung seiner Vorderhand, stellte sich danach vor ihn und genoss die nicht zu unterdrückende Panik in seinen Augen. Dies allein brachte ihr schon Befriedigung- doch sie wollte ihn leiden sehen. Ruhig ging sie daher nach hinten und drehte den Wasserhahn zum Befüllen des Tanks auf- ein Zuggewicht von dreihundert Kilogramm im Einzelzug dürften diesen Versager die Rennbahnrunde zur Hölle machen. Anziehen, fünfzig Meter laufen, danach anhalten und alles wieder von vorn- das war ja, so wusste sie, für diesen Witnere und Blacky als Gespann als erste Einheit eh geplant gewesen, da würde er jetzt das Ganze schon einmal allein üben dürfen...

Blacky schaffte es nicht, seine Angst vor den anzustehenden Zugkrafttest länger zu unterdrücken- er zitterte am ganzen Körper. Dieses Mal würde es ganz sicher so sein- er würde bei der Belastung garantiert nicht genug Luft zum Atmen bekommen und kollabieren... Dann würde man ihn wieder zum 'Veterinärcheck' schicken und er der Baroness Augustine und deren nicht minder sadistischen Helferin Annika ausgeliefert sein. Die Erfahrung mit dem 'Horsekeeper' vor einigen Tagen hatte seine Urangst, in einem zu engen Raum eingesperrt hilflos zu ersticken, zusätzlich befeuert- und zu dem von der Baroness bevorzugten Maßnahmen zur 'Erholung' gehörte neben dem Untersuchungsstuhl auch der Aufenthalt in einem Vakuumbett. Natürlich wusste Augustine von seiner Phobie und er würde daher von ihr extra damit behandelt werden...

"Und Schritt...!"

Ein Peitschenhieb unterstrich das Kommando zum Anziehen, gefolgt von der Aufforderung, den Wagen auf die Rennbahn zu ziehen. Blacky begriff, das würde kein einfacher Zugkrafttest werden, er dürfte diesen Klotz hinter sich hier auf der Bahn ziehen, bis er zusammenbrechen würde. Zum Glück rollte dieses Ungetüm hinter ihm...

"Hooo...!"

Er war vielleicht 50 Meter gelaufen- warum schon jetzt ein Haltekommando? War etwas mit der Bespannung nicht in Ordnung? Blacky stemmte sich gegen die Trägheit des Wagens und brachte ihn zum Stillstand- doch kaum stand das Monster hinter ihm, gab es erneut das Kommando zu Anziehen, unterstrichen mit einem weiteren Peitschenhieb. Dies erfolgte in dieser Form noch zwei weitere Male, danach wurde ihm zusätzlich die Gangart 'Trab' abverlangt. Im eigenen Schweiß und seiner Pisse- er hatte diese in seiner Angst nicht mehr halten können- bis knapp unter dem Knie, durch sein eigenes Keuchen halb taub und damit für die verbalen Kommando's von Mira nicht mehr empfänglich, waren allein die ihn treffenden Schläge der Peitsche Anhaltspunkt für die 'Wünsche' der Baroness.
Kurz vor der Hälfte der Runde war es dann soweit- Blacky überhörte die erneute Aufforderung zum Anziehen und bewegte sich auch nach dem damit verbundenen Hieb nich zügig genug. Es war auch in den Augen der Baroness bereits mehr ein Taumeln als ein vorwärts Laufen- doch gnadenlos machten weitere Hiebe ihm klar, Sie wollte die volle Runde sehen.
Das nächste Mal sackte er nach dem Haltesignal einfach zusammen und akzeptierte die beiden folgenden Hiebe...

"Hoch auf deine Hufe du faules Vieh!"

Die Stimme der Baroness drang bis zu seinem Gehirn vor- und es war die von ihr ausgesprochene Drohung, er könne gern den Rest der Nacht in ihrem 'Spielzimmer' verbringen, die ihn erneut auf die Beine brachte. Dazu kam noch der höhnische Hinweis, dieser Witnere wäre schließlich auch bereits den ganzen Tag in seinem Gummifell unterwegs gewesen- da könne er sich mal ein Beispiel daran nehmen...

Nach weiteren vier Stops hatte die Baroness ein Einsehen- der Gaul war fertig und würde keinen Trab mehr zustande bringen, selbst wenn sie jetzt weiter auf ihn einprügeln würde. So räumte sie ihm nun nach jedem Halt eine kurze Pause zum Luft holen ein- legte aber eiskalt ihre Hand nach durch sie herab gezählten dreißig Sekunden auf das 'Maul' der Maske und die dadurch verursachte Angst trieb das 'Pferd' voran.

Wie durch einen Schleier nahm Blacky wahr, er hatte wieder die Gerade auf der Seite erreicht, wo sich neben der Bahn auch die Strecke des Zugtest's befand. Nur noch zwei oder drei Mal den Wagen bewegen- dann hätte diese Schinderei ein Ende. Den Gedanken, die Baroness könnte eine zweite Runde von ihm verlangen, wagte er nicht zu denken...- dann könnte sie ihn totprügeln, ihm wäre es egal!
Seine Hoffnung war das Wissen um die Zusage an diesen Gasthengst, er solle mit ihm diese Vorführung laufen- das wäre nicht möglich, wenn er jetzt durch die Baroness derart mißhandelt würde, daß er dafür ausfallen würde. Bis dahin wäre es zwar noch ein Monat- aber das Schicksal von Brutus, den Mira schon mehrfach derart geschunden hatte, stand beispielhaft vor seinen Augen...

Mira war zufrieden- ihr Sadismus hatte dem Gaul mal wieder deutlich vor Augen geführt, Sie war die Herrin hier und er weniger als nichts. Das Vieh hielt sich nur noch mühsam nach ihrem Haltebefehl aufrecht- der Gaul hatte in dem Moment sogar eine solche Angst, ohne ihre Erlaubnis einfach zusammenzubrechen.
Sie schirrte ihn aus; mit der ihr innewohnenden falschen Freundlichkeit lobte sie ihn für die gezeigte Leistung, machte ihm Hoffnung mit dem Versprechen, ihn nicht mit in ihr Spielzimmer zu nehmen- und zerstörte diese im nächsten Augenblick! Er solle sich so Abknien, daß seine Hinterhand den Wasseranschluss umschloss- dann fesselte sie ihm die Beine mit dem Führstrick zusammen, hob die bereits auf seinen Rücken gefesselte Vorderhand über das senkrecht stehende Wasserrohr, zog das Ende der Leine durch diese Fessel und verband sie danach mit seiner Hinterhand. Derart hilflos ihr ausgeliefert begann sie Blacky erneut das Maul zuzuhalten- und ergötzte sich an dem damit ausgelöstem panischen Wiehern des Hengstes.

Vorder- und Hinterhand zusammengebunden, blieb Blacky nichts anderes übrig, als seinen Kopf hin und her zu werfen um die Hand vor seiner Maske loszuwerden- doch die Baroness kannte kein Erbarmen. Es war die pure Panik in seinen Augen hinter den Linsen der Maske, die Mira ein Lachen entlockten- sie ließ ihn mehrfach ein oder zwei Atemzüge nehmen, ehe sie ihr grausames Spiel von neuem begann. Erst als Blacky zu keinerlei Widerstand mehr in der Lage war, hörte sie damit auf. Ihr war bewusst, das 'Tier' dürfte auch Hunger und vor allem Durst verspüren- aber sie hatte nicht vor, ihn zu versorgen. Ganz im Gegenteil- erneut fragte sie ihn mit sanfter Stimme, ob er Durst hätte und vielleicht noch ein wenig von dem ihm bereits den ganzen Tag über verabreichten 'Apfelsaft' zu sich nehmen wolle. Müde nickte der Hengst vor ihr- auch wenn er keinerlei Hoffnung hegte, tatsächlich jetzt etwas von ihr zu bekommen. Er war schon froh über das Ende der Atemreduktion...
Mira entnahm aus einem Fach des Wagens einen Stoffbeutel und einen kleinen Eimer, zog ihre Hosen herunter und urinierte ungeniert vor seinen Augen in letzteren.

"So du Drecksgaul- ergötze dich an dem Anblick deines 'Saftes'... Den wirst du dir verdienen müssen...- dann darfst du ihn morgen früh, wenn dich Jens hier abholt, zusammen mit dem Mix aus deinem Anzug saufen! Ich hoffe, du pisst dich heute Nacht auch noch ein... Aber bis dahin bleibst du hier angebunden! Damit es dir hier nicht zu langweilig wird, bekommst du von mir einen 'Futtersack' über deine Schnauze...- sieh es als Training an."

Resigniert und hilflos schnaubte Blacky, nach dem Willen der Baroness sollte er hier allein mit einem Stoffsack vor seinen Atemlöchern hier die ganze Nacht ausharren. Der angesammelte Mix in seinem Suit fühlte sich schon jetzt kalt an, die neuen Striemen der Peitsche brannten und seine Kehle sehnte sich nach einem Schluck Flüssigkeit. Ihm war es gleichgültig, ob es Wasser oder der Urin der Baroness wäre- er hatte ihn bereits den ganzen Tag in den für ihn bestimmten Getränken beigemischt bekommen...
Er hatte aber unheimliche Angst vor den vor ihm liegenden Stunden hier- mit dem Sack vor seinem 'Maul' würde jeder Atemzug eine Qual und wenn hier irgend etwas mit ihm wäre, niemand würde ihm helfen. Wie gern wäre er jetzt in der Hengstbox und würde einfach in Ruhe gelassen werden...

Die Baroness war sich sicher, den vor ihr knienden Gaul gebrochen zu haben- er zeigte keinerlei Reaktion mehr beim Überstreifen des 'Futtersacks'. Kurz überlegte sie, ob sie ihm noch ein paar Peitschenhiebe verabreichen sollte, doch seine inzwischen offensichtliche Abwesenheit von wie auch immer gearteter Reaktion verdarben ihr den Spaß daran. Das Vieh war fertig...- und die vor ihm liegenden Stunden würden diesen Zustand noch vertiefen. Ein mäßig ausgeführter Tritt zwischen seine Schenkel verursachten ein letztes Aufbäumen in den Fesseln, doch nicht einmal einen Schrei entlockte sie ihm damit. Ohne weitere Worte verschwand sie im Dunkel und Blacky blieb mit seinen Schmerzen und Ängsten allein zurück...

47. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 21.05.21 09:05

Schlachtross hat ein Drittel der vereinbarten Zeit in Rosengarten hinter sich gebracht...- sich einen Platz in der Herde erkämpft und mit seiner bisher gezeigten Leistung das Vertrauen seiner Trainer erworben. Aber der eigentliche Zweck seines Aufenthalts- der Vorbereitung für die Rennen- ist bisher für ihn mehr als zu kurz gekommen und die Baronin hat ja auch ganz klar ausgedrückt wie sie seine Mitarbeit für sich einordnet- als nichts besonderes! Zudem hat sich ihre Tochter Mira in ihrem Hass auf ihn bisher auch nur wegen der Ansage ihrer Mutter ihm gegenüber zurück gehalten...
Lasst uns daher sehen, was bis zum Rennen und dem Ende seines Aufenthaltes in Rosengarten noch passieren wird...



Rosengarten Woche 3



Tag 16, (Pfingst-)Montag- Woche drei (Part 1)



Markus...

"So eine verfluchte Scheiße..."

Der Pferdetrainer scheute sich nicht, brüllend seine Wut im Schlafzimmer seiner Partnerin freien Lauf zu lassen und sie damit endgültig zu wecken.

"Markus...- was ist denn los? Du hast doch gestern schon wegen dieser notgeilen Schwester die Beherrschung verloren..."

Die Rittmeisterin grummelte dies völlig verschlafen- im Unterschied zu ihrem Partner glaubte sie zwei Stunden weniger Schlaf genossen zu haben...

"Zu Recht! Die hat von mir auch das bekommen was sie verdiente- Augustine hat mir da aber leider nur eine Minute dafür zugestanden... Sie lebt immerhin noch!
Doch Mira hat Blacky heute die Nacht an der Rennbahn draußen gefesselt an der Zapfstelle gelassen... komplett in Latex... und ohne ihm was zu saufen zu geben, nachdem sie ihn irgendwie körperlich völlig fertig gemacht hat! Ein Eimer mit Urin... den sollte er wohl noch zu saufen bekommen... stand neben ihm!
Verrätst du mir bitte, wie das Training mit diesem Witnere nachher stattfinden soll? Für die beiden steht in drei Stunden der Kraft-Ausdauer-Test an... und danach wolltest du ja selbst mit dabei sein wenn die beiden den Programmablauf üben..."

Die Rittmeisterin war nach dieser Aussage hellwach und biss sich auf die Zunge...- tief in ihrem innersten verfluchte sie die Baroness mit ihren sadistischen Anwandlungen.

"Hat Blacky denn Anlaß gegeben? Aber selbst wenn... ihn so fertig zu machen...- völlig unprofessionell..."

Dies war mehr für sie selbst bestimmt, doch der Pferdetrainer hatte es durchaus mitbekommen. Müde schüttelte er den Kopf.

"Das mit unseren Pferden... und meiner... Dummheit dabei...- weil mir das den Schlaf geraubt hat und ich deswegen noch einmal draußen an der Rennbahn war, habe ich es überhaupt mitbekommen...
Aber sag mir bitte, wen soll ich jetzt einsetzen? Die Baronin hat sich, wie du mir gesagt hast, den Trainingsplan für diesen Einsteller ja vorlegen lassen und genehmigt- da kann... und will ich nicht einfach etwas ohne Rücksprache ändern! Also- wir brauchen ein Ersatzpferd... wen schlägst du vor? Soll ich so ein Schwein sein und Brutus und Steel ihr Zusammensein zerstören?
Miu? Soll das seine Belohnung für sein Durchhalten gestern und seine gezeigte Leistung sein? Damit planieren wir vorsätzlich alles, was dieser Hengst uns freiwillig zu geben bereit ist, ein- du kannst ihn dazu bestimmen, doch ich werde ihm diese Entscheidung nicht mitteilen und das Training kannst du auch allein mit den beiden durchführen. Das vertrete ich so auch vor der Baronin!"

'Der meint das bitter ernst...- und er hat Recht... Miu hat gezeigt, was mit ihm machbar ist und auch ich werde das nicht unnötig kaputt machen...'

Die Augen des Pferdetrainers leuchteten kurz auf, nachdem seine Partnerin mit einem Kopfschütteln ihm signalisierte, dies wäre auch nicht ihr Wille- so fuhr er fort:

"Lion oder Kara? Die sind noch von gestern fertig, auch wenn sie heute noch den Tageseinstellern zuarbeiten müssen... und Prügel als Motivator scheiden in dem Fall aus! Es gibt schon genug negative Gerüchte- und dieser Witnere ist wirklich neugierig... Offene Gewalt geht da gar nicht!
Schlachtross? Der ist noch nicht mal eines unserer Pferde... und Blacky sein direkter Konkurent! Ihm verdanken wir, daß wir das Gespann so zum laufen bekommen haben...- da gilt für mich das gleiche wie ich mich zu Miu ausgedrückt habe... ich werde jetzt garantiert nicht in die Box platzen und ihn von seinem Freund hier weg holen! Er wäre aber neben Steel und Brutus der einzige, der auch leistungsmäßig dafür einsetzbar wäre...- also... wen soll ich nehmen?"

Markus sah, wie es im Gesicht seiner Partnerin arbeitete- ihr fiel es sichtlich schwer, gegen die vorgebrachte Einschätzung Argumente zu finden...

"Nimm Schlachtross..."

Auf die sich abzeichnende Verwunderung des Pferdetrainers eingehend reagierte sie, ehe er zum Widerspruch ansetzen konnte.

"- ich bring es ihm bei! Du hast mir doch gestern erzählt, er hätte am Samstag wie unsere Pferde auch beim Aufeinandertreffen mit... Witnere reagiert... Ich denke, es wird ihm gut tun, wenn er erkennt, es gibt noch andere Pferde, die hier auf dem Hofgut freiwillig bis an ihr Limit gehen ohne dabei mit Prügel dazu genötigt zu werden...
Schau nicht so- ich habe auch richtig Bauchschmerzen dabei... Zumal ich bei der Baronin mit einer Besserstellung für ihn so grandios gescheitert bin. Ich stelle es ihm frei...- wenn er nein sagt, muss ich auf Lion zurück greifen... dem werde ich dann wohl androhen müssen, er dürfte es sich aufgrund seiner Leistung die nächsten Abende bei Augustine 'gemütlich' machen- das sollte als Druckmittel genug Arbeitsbereitschaft bei ihm hervor rufen...
Ich wünsche mir aber... Schlachtross spielte mit- auch wenn ich das Gefühl habe, ihn zu betrügen. Das muss ich aber mit mir ausmachen...
Zum Glück kann Mira uns heute nicht mit irgendwelchen Anwandlungen dazwischen funken- ihre Mutter hat ihr die Oberaufsicht über die Tagesgäste übertragen und so werden sie und der Pferdeknecht beschäftigt sein..."


Fohlenbox- Morgen...


Schlachtross:

Die leise Stimme der Rittmeisterin und ein recht sanftes Rütteln meiner Schulter weckte mich und zeigte mir, ein weiterer Tag erwartete mich auf dem Hofgut. Aber warum bedeutete sie mir, ich solle ihr möglichst leise in die Stallgasse folgen und Miu nicht wecken? Ich hatte nichts falsch gemacht und ihr Verhalten deutete auch nicht darauf hin. Es war eher so wie bei dem letzten Gespräch mit ihr... wo sie mich bat mitzuhelfen, daß mein Freund fit für das Gespann würde...

"Schlachtross, ich habe ein Problem...- und nur du bist vermutlich fit genug um mir zu helfen! Wie fühlst du dich nach dem gestrigen Tag- du darfst mir gern auch kurz verbal antworten..."

Die Versorgung durch die Oberschwester war nach deren Diagnose zielführend gewesen...- verbunden mit der Ruhe und der Möglichkeit, einige Stunden so mit meinem Freund hier ungestört zu sein, hatten zu meiner Erholung beigetragen. Ich nickte nur leicht mit dem Kopf und blieb im Pferdemodus- was die Rittmeisterin dazu bewog, weiter zu sprechen.

"Du bist wirklich fit- ganz sicher? Bitte lüg mich nicht an...- du würdest dich damit nur selbst belügen!
Mira hat gestern Blacky richtiggehend fertig gemacht und ihn die ganze Nacht bis heute Morgen gefesselt draußen an der Rennbahn gelassen. Er war nachher aber für eine Einheit mit einem Einsteller vorgesehen... doch würde ich ihm jetzt deswegen gern noch eine Einheit Ruhe gönnen... Zudem er das Wochenende auf Anweisung der Baroness in dem gleichen Latexoutfit diesem Einsteller zuarbeiten durfte... so wie ihr gestern unterwegs wart...- und du hast selbst gesehen, wie er darauf jedes Mal reagiert...
Ich weiß- du schuldest ihm nichts... und ich fühle mich auch, ehrlich gesagt, unwohl... dich darum zu bitten und dir deine versprochene Zeit mit Miu zu... stehlen... Blacky würde dann aber in deiner Schuld stehen und dies werde ich ihm auch sehr nachdrücklich sagen! Du bist kein Gestütpferd- daher hatte ich auch nicht geplant, dich für gemeinsame Arbeit mit Einstellern einzusetzen... Es geht aber nicht anders und es ist auch nur dieses eine Mal! Ich könnte zwar Brutus bitten- doch auch er genießt die eher raren Minuten mit Steel... und die beiden... mögen sich auch...
Bevor du dich entscheidest...- es geht um Kraft-Ausdauer und dein Trainingspartner wäre Witnere... Markus hat mir gesagt, du hättest ihn bereits vorgestern auf der Koppel kennen gelernt."

'Oh...- dieser 'grüne' Latexhengst... den Blacky so vehement vorgestern Abend in der Box 'verteidigt' hatte? Der heißt also Witnere...- und ich hatte ihn wegen des Outfits für Blacky wohl ein wenig zu vorschnell verdammt... Das Training mit ihm könnte wirklich interessant werden...'

Ich war aber eigentlich nicht gewillt, nach dem gestrigen Tag schon wieder den Clown hier zu spielen...- zumal ohne Frühstück! Und sie hatte zwei weitere Punkte angesprochen- sie stahl mir Zeit, die ich mit meinem Freund verbringen könnte und ich schuldete Blacky wirklich nichts... warum sollte ich daher darauf eingehen? Das ich dann aber bei ihm was gut hätte... die Rittmeisterin und damit auch der Pferdetrainer würden ihn ganz sicher sehr nachdrücklich daran erinnern, wenn es nötig sein sollte! Daher wäre dies ein Punkt, der für die Übernahme spräche...

"... Der Hengst ist kein Rennpferd wie du- hat aber mehrfach an den 'Grubenpferd'- Events teilgenommen..."

Jetzt hatte mich die Rittmeisterin mit dieser Info wirklich neugierig gemacht- davon hatte ich gehört... der Artikel und die DVD war recht interessant gewesen. Der Hengst war einer der Teilnehmer? Mehrfach? Da hatte er wohl wirklich mehr zu bieten als es den Anschein hatte...
Aber schon wieder in Latex mich bis an meine Leistungsgrenze zwingen? Bei mir bestand derzeit keinerlei Motivation nach dem gestrigen Tag, erneut wieder in meinem Outfit Höchstleistungen abzuliefern... Auch verwirrte mich, warum sie fragte- es wäre ein leichtes für Sie es mir einfach zu befehlen... So formulierte mein Maul tonlos die Frage nach dem Warum...

"Ist schon gut... Du darfst ja sprechen...- aber sei leise!"

So formulierte ich meine Frage und die Bitte, wenn ich 'Ja' sagen würde, dieses Training nicht in Latex ausführen zu müssen.

"Zuerst- Markus wird euer Trainer sein... Du bekommst einen Suit aus Lycra an- ist das in Ordnung?- und wirst auch wieder mit deinem persönlichen Arbeitsgeschirr und deinem Dauerhalfter trainieren- zufrieden?"

Ich nickte dies ab.

"Zu deiner Frage nach dem 'Warum'- du bist von Bea hier zur Vorbereitung auf das Rennen und nicht als Schulpferd 'ausgeliehen' worden... Das sieht die Baronin im Übrigen auch so. Was wir tatsächlich ein wenig aus den Augen verloren hatten- du bist hier nach dem Willen der Chefin zwar unseren Gestütpferden gleich gestellt... mit allen damit verbundenen Einschränkungen,... die ich in einigen Fällen für übertrieben halte... aber du bist immer noch ein Gast hier. Daher hast du das Recht- in diesem Fall!- Nein zu sagen..."

'Wow- so eine Aussage von ihr hatte ich wirklich nicht erwartet! Die Anspielung auf den 'Stutentest' und dessen Mißbilligung durch sie war ja überdeutlich...'

"Vielleicht beeinflusst es deine Entscheidung ein wenig, wenn ich dir für nach dieser Einheit noch einmal eine Fütterung in Aussicht stelle, die über dem Niveau der Einsteller liegt- Rührei, Schinken und Kaffee in meinem Büro? Vor dem Training noch etwas zu saufen... Dazu den Rest des Vormittags frei auf der Weide...- und möglicherweise noch eine Überraschung heute Nachmittag... neben dem gemeinsamen Training mit Miu."

Sie hatte mich überzeugt...- die subtile Mischung aus Bestechung mit besserem Futter, ein wenig mehr Freizeit und dem Spiel mit meiner Neugier brachte ihr meine Zustimmung ein- wobei die 'Überraschung' für mich weniger ausschlaggebend war als das Versprechen auf ein gutes Futter und Zeit, die ich, wenn auch im Training, mit Miu verbringen dürfte...

"Wo soll ich mich bereit machen?"

"Wenn du dies wirklich machen möchtest...- dann komm mit... Schlachtross..."

Der Rittmeisterin folgend hielten wir- wie zu erwarten- an der 'Sattelkammer'... Ich sollte dort einen Moment verbleiben, sie würde kurz zu den Einstellern wechseln und Markus Bescheid geben- der würde dann mein 'Fell' mitbringen.

"Wir sehen uns nachher im Büro..."

Mit dieser Ansage allein gelassen wartete ich auf Markus- wagte es aber nicht, mir die Kammer mit ihrer Ausrüstung für uns Pferde genauer anzuschauen.

'Wie mag es wohl 'Schwester Annika' gehen? Markus war ja stinksauer als er uns endlich aus den Horsekeepern geholt hatte... und seine beiden Handabdrücke in ihrem Gesicht sprachen ihre eigene Sprache...'

Ich hatte noch immer an dem Wissen um seine 'dunkle', gewalttätige Seite seines Charakters zu knabbern- wie sie sich schon in den Tagen der Vorbereitung auf die Hochzeit bei mangelndem Leistungswillen gegenüber Lion und Kara manifestiert hatte. Aber hier gestand ich mir ein...- ich hätte ganz sicher nichts gegen eine ausgiebige Züchtigung dieser Sadistin durch ihn! Noch besser wäre es, sie den gleichen Durst ertragen zu lassen, den wir dank ihrer Herumhurerei erdulden mussten- doch das war einer meiner Wünsche hier auf dem Hofgut, der ganz sicher nicht in Erfüllung gehen würde...

Endlich erschien der Pferdetrainer mit einem rotbraunen Suit in seiner Hand. Auch er gab mit einem Danke und ein paar Stücken eines Fruchtriegels als Leckerei neben dem von der Rittmeisterin versprochenen Tee zum saufen an mich zu verstehen, wie sehr er sich über meine Bereitschaft freute, hier für Blacky einzuspringen. Mit ein paar Worten entschuldigte er sich sogar noch einmal bei mir dafür, gestern uns "...im Stich gelassen..." zu haben.
Auf das Suit bezogen meinte er, dies würde wohl von der Farbe her am besten zu mir als 'Fuchs' passen- und im Unterschied zu der ersten 'Verwandlung' vom 'Naturpferd' zu einem Tier mit einem 'Fell' schien er seine Vorbehalte diesbezüglich abgelegt zu haben...
Mit Dauerhalfter und Zuggeschirr ausgestattet bekam ich von ihm noch die Ansage, jetzt wäre meine letzte Chance vor dem Training im Waschraum noch ein wenig zu erleichtern...- wenn ich dies wünschte. Langsam gewann ich den Eindruck, ich würde ein wenig gepampert- so nett gingen beide Trainer mit mir um. Als letzte Handlung bekam ich meine Trense angelegt und Markus rückte mit einem Lächeln das Pferdchen an meiner Führleine ein Loch weiter nach vorn...



Witnere in Rosengarten...- Montag


19 Rivalität und Respekt...


Das Geräusch von klappernden Schüsseln weckte mich- und Markus lächelte mich freundlich an.

"Na du Schlafmütze- endlich munter?"

Ich schnaubte ein wenig unwillig, der gestrige Tag hatte mich mehrfach bis an meine Leistungsgrenze gebracht und mir schmerzten meine Oberschenkel. Was würde der heutige Tag für mich bereithalten? Stimmt, ich wollte den Pferdetrainer ja noch etwas fragen...
Markus blickte mich erstaunt an, nachdem ich mich unmittelbar von den Strohballen herunter rollte, vor ihm abkniete und auf meinen Mund zeigte.

"Du brauchst nicht um mehr Marzipan zu betteln- du hast ja noch nicht einmal alles von gestern gefressen..."

'Oh, Danke...- du machst es mir ja wirklich einfach...'- ich stubste den Pferdetrainer mit meinem Kopf leicht an, deutete dann mit der rechten Vorderhand auf die noch vorhandenen vier Stück und wieherte leise den Namen meines Trainingspartners. Da von Markus keine Reaktion darauf erfolgte, wiederholte ich den Vorgang...

"Ist schon gut Witnere- ich habe dich verstanden..."

Er bedeutete mir aufzustehen, schaute direkt in meine Augen und strich mir sehr sanft über meine Naturmähne.

"Dein Verhalten ist nicht besonders pferdelike- aber ich bin mir sicher, er wird sich darüber freuen... Du wirst zuerst mit einem anderen Pferd zusammen eine Einheit Kraftausdauer üben, danach zeigst du zusammen mit Blacky der Madame Rittmeisterin und mir, was ihr gestern geübt habt. Baroness Mira war mit euch beiden übrigens zufrieden- daher hast du auch die Marzipan als Belohnung bekommen...
Du wolltest aber noch eine Frage stellen? Hat diese sich erledigt oder ist sie noch nicht beantwortet? Ich setze voraus, sie hat mit dem Training zu tun..."

Welche von den vielen Fragen, die mir gestern durch meinen Kopf gegangen waren, sollte ich stellen?

"Gestern Abend... die anderen Pferde...?"

Mit einer energischen Handbewegung unterband Markus den Rest der Frage und sein Blick wurde hart.

"Jemand hat einen Fehler gemacht und ich werde dafür sorgen, daß diese Person dafür bezahlen wird...
Ich hole dich in fünfzehn Minuten zum Säubern und anziehen- bis dahin solltest du hier alles in der Box erledigt haben..."

Es war überdeutlich- der Pferdetrainer wollte nicht darüber sprechen! So beeilte ich mich und erhob mich gerade von meinem Eimer, als Markus mich abholen kam. Er trug mir offensichtlich meine Neugier nicht nach, denn als er mich im Waschraum zuerst säuberte und mir danach in mein Fell half, sollte ich ihm berichten, wie der Sonntag aus meiner Sicht verlaufen war. Obwohl ich zuerst versucht war, die 'Sache' mit der Dressur zu umgehen, erzählte ich doch von meinem Verweigern, der Bestrafung und dem Verhalten von Blacky dabei. Markus brummte daraufhin etwas unverständliches, ging aber nicht weiter darauf ein- und erlaubte mir zu meiner Überraschung eine weitere Frage zu stellen.
Ich behielt die geschlossene Tür des Raumes im Auge und fragte direkt, ob ich mit meiner Vermutung richtig läge, daß die Gestütpferde so wie die mit ihnen in diesem Zeitraum trainierenden Gastpferde behandelt würden...

"Witnere- du bist ein sehr neugieriges Pferd! Deine Ownerin hat für dich ja den schönen Begriff 'Plapperpony' geprägt- jetzt schau mich nicht so an. Sie hat auf unsere Nachfrage natürlich dich und deine typischen Verhaltensweisen eingehend beschrieben, daher kann ich abschätzen, wie du in etwa in bestimmten Situationen reagierst...- und nein, deine Vermutung ist nicht zutreffend... So, und jetzt bis Trainingsende wieder Hengst- das hier war jetzt deinem Status und noch mehr deiner bisher gezeigten Leistung honoriert. Verstanden?!"

Abknien, nicken und wiehern- erst nach einem Antippen auf meine Schulter erhob ich mich, suchte noch einmal den Blick des Pferdetrainers und nickte danach fast unmerklich, ehe ich von ihm meine Pferdemaske aufgesetzt bekam.

"Ich bring dich jetzt zum RoundPen- dort läufst du allein deine Runden bis ich mit dem anderen Pferd dich abholen komme. Ich verlass mich auf dich- für die anstehende Einheit MUSST du aufgewärmt sein, ansonsten besteht die Gefahr von Verletzungen..."

Das war so gemeint, wie es mein Trainer gesagt hatte- sein Tonfall ließ keinen Zweifel daran. Daher begann ich, nachdem mich Markus dort hingeführt hatte, meine Runden zu drehen. Eine Runde rechts, Richtungswechsel, danach zwei, drei,...- ich schaffte es bis in den Bereich von acht Runden, ehe ich vom Pferdetrainer erneut angesprochen und in meinem Aufwärmen gestoppt wurde. Meine Atmung hatte sich dank der dafür eingeräumten Zeit wieder auf den Widerstand des Filters eingestellt- ich war bereit für das anstehende Training!
Markus hielt ein Pferd an seiner Führleine, das im Unterschied zu mir 'nur' ein Fell aus Lycra und einen Kopfharness trug- ich erinnerte mich, diesem Hengst bereits einmal am Samstagabend begegnet zu sein. Kein Armband- einer der Gestüthengste, die vor mir ausgespuckt hatten... Ich hatte dies nicht vergessen!

"Schlachtross- das hier ist Witnere... Witnere- Schlachtross ist, so wie du auch, hier Gast auf dem Gestüt... Auf Wunsch der Baronin und seiner Gestütsleiterin bereitet er sich auf das Rennen hier in vier Wochen vor- und ist während dieser Zeit den Gestütpferden gleich gestellt. Daher trägt er im Unterschied zu dir auch keine Markierung... Er hat auf unsere Bitte hin bei dieser Einheit den Platz von Blacky eingenommen, da dieser in der Nacht ein paar leichte gesundheitliche Probleme bekommen hat... Witnere, ich denke aber, bei dem für dich danach anstehendem Training wird er wieder an deiner Seite sein. Komm- lass uns zur Rennbahn laufen..."

'Mannomann- was hat der denn verbockt, daß er ohne eine Einstufung von seiner Besitzerin hierher gesteckt wurde...'- mein Mitleid hielt sich aber in Grenzen. 'Vielleicht sollte ihm ja sein arrogantes Gehabe gegenüber anderen Pferden damit ausgetrieben werden...'- doch auch diesen Gedanken verwarf ich, nachdem ich mir die Worte des Pferdetrainers vom Samstag in mein Gedächtnis rief. Hatte er nicht gesagt, die Pferde hier hätten eine Art Elitebewusstsein entwickelt- und wenn dieser Hengst schon einige Zeit mit diesen zusammen hier gehalten wurde, dann wäre es nicht verwunderlich, wenn dieses... Schlachtross... auch so zu denken anfing.
Ich versuchte mir in mein Gedächtnis zu rufen, wo mir dieser Name schon mal untergekommen sein könnte. Da war irgend etwas gewesen... letztes Jahr...- stimmt, ein sehr knappes Rennen, wo er sich gegen einen Brutus durchgesetzt hatte.
Ich hatte den Bericht darüber in der 'Horses & Owners' nur überflogen- aber jetzt zählte ich eins und eins zusammen. Seine Gestütschefin räumte ihm die Möglichkeit ein, direkt mit seinem schärfsten Gegner sich auf das Rennen vorzubereiten! Das war jetzt für mich beeindruckend. Keine Ahnung, wie lange er schon hier trainiert wurde- er war ganz sicher kein 24/7-Pferd und dann vermutlich seinen gesamten Jahresurlaub dafür aufzuwenden... Respekt!
Wir hatten mittlerweile das Rund der Rennbahn erreicht und Markus führte uns, nach einem Halt am Pausenplatz, wo er die Snackbox deponierte, zu der Sandbahn mit dem Wagen, der mir schon am Samstagmorgen bei meinem ersten Training hier aufgefallen war. Schlachtross neben mir schien ein wenig langsamer zu werden- hatte er schon Erfahrungen damit machen dürfen? Auf jeden Fall veranlasste sein Verhalten unseren Trainer ihm zu versichern, es stände kein 'Zugkrafttest ?' für uns an...

"Schlachtross- von dir sehe ich zum Aufwärmen zwei Runden lockeren Trab. Witnere- du zeigst mir eine Runde zügigen Schritt! Für euch beide zum weiteren Ablauf- ihr werdet dann vor den Wagen gespannt, der mit 400 Litern Wasser befüllt wird. Den werdet ihr auf die Rennbahn ziehen, dort ein Stück laufen und dann wieder anhalten. Danach erneut anziehen... und so weiter, bis ihr zwei Runden geschafft habt.
Schlachtross- für dich ist das deine Einheit Kraft-Ausdauer heute... bei dir trage ich dafür sogar 'Zugkrafttest' in deine Trainingsakte ein... Dein Partner Witnere ist ein Holzrückepferd und wir simulieren damit das Schleppen der Stämme zu den Rückegassen...
Und jetzt ab mit euch- ehe es zu warm wird!"

Irgendwie hatte ich den Eindruck, die Erklärung wäre eher für mich als für das andere Pferd bestimmt gewesen- aber ich hatte jetzt eher den Ehrgeiz, wieder bei Markus zu stehen bevor dieses Schlachtross seine beiden Runden beenden würde. Dafür, daß er gestern bei meiner Begegnung mit ihm eher gewankt als gelaufen war, zeigte er jetzt ein gutes Laufbild- da sah man nicht nur Kraft sondern auch Willen. Der war wirklich ein Rennpferd, sein ganzer Laufstil zeigte dies. Ich schaffte es gerade, etwas mehr als die mir selbst gestellte Vorgabe zu erfüllen- er passierte Markus, nachdem ich etwas mehr als die halbe Runde hinter mir hatte.
'Wie lange hatte er für so eine Leistung trainieren müssen... und wie oft tat er dies, um seine Leistung halten zu können?'- auch wenn unsere erste Begegnung Scheiße gelaufen war, sein Leistungslevel würde mich, wäre ich ein für die Rennen hier gemeldetes Pferd, als Gegner einschüchtern...

"Das sah gut aus- Schlachtross... leicht und flüssig. Noch Probleme wegen gestern?"

Mein Trainingspartner, der mich auf den letzten Metern entgegen meiner eigenen Zielsetzung doch noch überrundet hatte, atmete ein paar mal tief durch und schüttelte leicht seinen Kopf. Sein 'Lycrafell' zeigte zwar einige Schweissflecken, aber insgesamt hätte er meiner Beurteilung nach noch gut und gern weitere zehn Runden so drehen können, ohne wirklich außer Atem zu kommen. Für seine gezeigte Leistung bekam er auch von Markus mehrere Schlucke aus der für ihn bestimmten Flasche, ehe ich auch für meine Aufwärmrunde gelobt wurde.

"Bei dir ist alles in Ordnung Witnere? Keine Probleme mit deinem Knie nach dem gestrigen Test bei Baroness Augustine? Natascha hat mir schon erzählt, du hättest da die Messlatte für nach dir kommende Tiere sehr hoch gelegt..."

Ich spürte, wie das Schlachtross mich nach dieser Aussage des Pferdetrainers musterte- und Markus bemerkte dies auch.

"Schlachtross, der Witnere ist gestern bei Augustine in seinem Outfit hier eine halbe Stunde auf dem Laufband getestet worden- zum überwiegenden Teil unter Konditionen, wie sie für gelbe Einsteller gelten. Er hat, trotz seiner Einschränkung, dies zur vollsten Zufriedenheit der Baroness abgeleistet. Aufgrund einer Verletzung seines Knies vor einigen Jahren kann- und soll er auch von seiner Ownerin aus nicht mehr im Trab oder Galopp laufen... aber als Kaltblüter, zudem mit seinem Alter, leistet er verdammt gute Arbeit... Kommt, lasst uns weiter machen!"

So über den grünen Klee gelobt folgte ich den Pferdetrainer willig vor den Wagen- hatte Markus dies gesagt, um die Situation zwischen uns vorbeugend zu entschärfen und klarzustellen, wir hätten keinen Grund, uns gegenseitig mangelnde Bereitschaft, bis an unsere Leistungsgrenze zu gehen, vorzuwerfen. Er schirrte uns an, befestigte die langen Zügel an unseren Trensen und gab uns das verbale Kommando anzuziehen...

Ich stemmte mich in das Zuggeschirr- nach kurzer Zeit ließ der Widerstand nach und wir bewegten uns die ersten Meter. Der Wagen hinter uns hatte eindeutig Gewicht und die beiden Runden würden auch bei durchgehendem Ziehen ein gutes Pensum für uns darstellen. Mein Mitstreiter trug eindeutig auch seinen Teil bei- aber dies war meine Disziplin und ich hatte nicht vor, mir von diesem 'Rennpferd' die Butter vom Brot nehmen zu lassen...
Kaum waren wir auf der Bahn, erfolgte auch schon der erste Halt. Markus verkürzte bei mir die beiden Kettenstränge etwas und dann forderte er uns auf, erneut Leistung zu zeigen. Dreißig Doppelschritte später der nächste Stop- neun, zehn Atemzüge und dann wieder die Hufe in den Boden gestemmt. Dieser Rythmus wurde durch ihn weiter beibehalten, bis wir die erste Runde vollendet hatten und der Pferdetrainer uns tränkte.
Ich hatte auch versucht, trotz meines eingeschränkten Blickfeldes, die Leistung meines Partners abzuschätzen- er arbeitete von meinem Gefühl her verdammt gut mit. Insgeheim musste ich mir eingestehen, ich hatte ihn in meiner Paradedisziplin schwächer eingeschätzt... Mal sehen, wie er die zweite Runde verkraften würde...

"Schlachtross- du musst beim Anziehen etwas mehr Schnellkraft aufwenden... im Gegensatz zu dir Witnere. Das ist ein Wagen mit Rädern, kein Baumstamm- da machst du es dir mit deinem ruckartigen Anziehen nur den Rücken kaputt. Zieh einfach gleichmäßiger an...
Generell sieht es bei euch beiden gut aus, ihr müsst aber gemeinsam anziehen...- kommt, noch eine Runde..."

Der Pferdetrainer bestätigte mir mit seiner Aussage mein Gefühl...- ich schien mich die erste Sekunde nach jedem Zugkommando des Trainers allein in das Zuggeschirr zu stemmen. Nicht der Wille meines Partners neben mir war mangelhaft, uns fehlte in diesem Moment noch die Synchronität, die ich mit Blacky die vergangenen beiden Tage erreicht hatte. Sobald das Schlachtross aber seine Kraft mit einbrachte, zogen wir den Wagen! Ich war auch der Meinung, er zeigte im Vergleich mit Blacky mehr Leistung...
Markus baute uns eine Brücke, indem er jedes Mal mit: "Zwei, eins- Los!" uns einen Countdown gab. Ich beherzigte seinen Rat und stemmte mich nicht mehr so ruckartig in mein Geschirr...- es funktionierte tatsächlich besser und gemeinsam zogen wir den Wagen wie in der ersten Runde. Markus hatte nur im Unterschied dazu die Strecke zwischen den Stop's verkürzt und somit dafür gesorgt, daß wir häufiger Kraft zum in Bewegung setzen des Wagens aufwenden mussten. Die letzten Male vor dem Ende der zweiten Runde griff Markus daher auf die mitgeführte Fahrpeitsche zurück und verabreichte uns beiden einige Berührungen zur Motivation. Es waren ganz sicher keine Schläge- auch wenn für ihm diese Option möglich gewesen wäre. Bei mir hätte er zudem ja noch auf mein Halsband zurückgreifen können...
Schlachtross und ich schnauften jedenfalls tief durch, nachdem wir den Wagen wieder auf die Sandbahn und damit zurück an den Startpunkt gezogen hatten. Unser Trainer war mit der gezeigten Leistung zufrieden- und er lobte uns beide ausgiebig.

"Fein gemacht ihr beiden...- ihr bekommt gleich etwas zu futtern und zu saufen... Schlachtross, wie versprochen hast du jetzt die nächsten Einheiten und den Mittag über frei- ich bring dich auch gleich auf eine Koppel! Danke, daß du eingesprungen bist...
Witnere- du bleibst in der Zwischenzeit hier... Ich binde dich am Pausenplatz fest und komme dann mit der Rittmeisterin und Blacky zurück. Meine Chefin schaut sich dann die gesamte Showvorführung an, wie sie von euch beiden auch zum Hoffest gezeigt werden soll..."

Am Pausenplatz gab es wie versprochen Wasser und für das Schlachtross holte Markus eine Tüte mit einer Rosinen-Nuss-Mischung hervor. Während Schlachtross diese vom Pferdetrainer aus seiner Hand gefüttert wurde, kreuzten sich unsere Blicke erneut- und im Unterschied zu unserer Begegnung vor Beginn des Trainings hegte ich keinen Groll mehr gegen ihn. Er hatte mir nicht zugearbeitet, doch gemeinsam! hatten wir den schweren Wagen zwei volle Runden im Stop and Go über die Bahn gezogen...
Ich schnaubte um mir seiner Aufmerksamkeit auch wirklich sicher zu sein- und knickte dann mit nach von gebeugten Kopf mein linkes Bein leicht ein. Ich zeigte ihm meinen Respekt für die Leistung, die er neben mir erbracht hatte. Ein Aufleuchten in seinen Augen war das Signal für mich, meine Geste war von ihm verstanden worden- nur wie würde er antworten?
Markus schien dies nicht mitbekommen zu haben- und wenn doch, so ignorierte er sie. Zumindest stellte er sich, während ich meinen breiigen Snack von ihm über die Trense verabreicht bekam, so hin, daß Schlachtross in seinem Rücken stand. Derart unbeobachtet wiederholte er die von mir gezeigte Geste, von mir mit einem Schnauben als Zeichen, ich hätte verstanden, beantwortet. Ich hätte ihm gern noch viel Erfolg bei dem Rennen in vier Wochen gewünscht- aber dies war mir jetzt in dieser Situation nicht möglich. Sein Verhalten zeigte mir aber, zwischen uns war auch ohne Worte alles geklärt- wir beide waren Pferde, die bereit sind bis an die ihnen möglichen Grenzen zu gehen, wenn dies von uns verlangt wird...
Nachdem der Pferdetrainer mit meiner Fütterung fertig war, befestigte er meine Führleine wie angekündigt an einem in einem Baum eingedrehten Ringhaken und führte Schlachtross den Weg vom Gestüt weg in Richtung der außen liegenden Koppeln...


48. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 28.05.21 09:44

Abenteuer in Rosengarten- Tag 16; Montag, Woche drei (Part 2)


Schlachtross:

Der Weg zum RoundPen war nicht weit und ich sah meinen 'Trainingspartner' im Schritt sich aufwärmen- vollständig in Latex gehüllt. Das Atemgeräusch war unverkennbar das einer Maske mit Filter und wenn er dies wirklich zu jedem von seinen Trainingseinheiten so ausgerüstet durchzog...- war er wohl wirklich härter als von mir zunächst eingeschätzt.

'Was hast du gestern Abend wohl gedacht, nachdem du uns so gesehen hast? Die Gerüchte zu dem Hofgut hier dürftest auch du kennen...'

Nach dem Kommando des Trainers an ihn, seine Runden hier zu beenden, kam er ohne weitere Aufforderung zu uns und blieb vor Markus stehen. Ich spürte, wie dieser Hengst mich eingehen taxierte- welche Gedanken gingen ihm wohl durch seinen Kopf? Die vorherigen Begegnungen zugrunde legend...- war es ganz sicher keine überschwängliche Freude...

'Ich Idiot...'

Jetzt verstand ich auch, warum ich ursprünglich nach dem Willen der Rittmeisterin in meinem Latexoutfit hätte trainieren sollen! Diesem Gastpferd sollten unsere Striemen und Narben verheimlicht werden!

'Rittmeisterin... Pferdetrainer...- das ist mies!'

Dieser Hengst war sicher das erste Mal hier- und da dürfte wohl 'heile Welt' der Eindruck sein, mit dem er von hier wieder abreisen sollte! Nach dieser Erkenntnis hatte sich meine Bereitschaft, hier mitzuspielen, fast vollständig verflüchtigt...
Markus gab derweil sich Mühe, uns einander vorzustellen- er schönte den Grund für Blacky's Abwesenheit, doch gab er die mich betreffende korrekte Info, ich wäre bis zum Rennen den Gestütpferden gleich gestellt... War dieser Witnere neugierig genug um der Wahrheit hinter den kursierenden Gerüchten um Rosengarten auf den Grund gehen zu wollen? Was hatten ihm seine Trainer hier bisher erzählt...- die Begegnung mit uns gestern Abend war sicher so nicht geplant!
Markus zog mich ein wenig hinter sich her- der Einsteller lief im Unterschied dazu zumeist neben ihm und schien sich auf das Training zu freuen.

'Hatte der seine Zeit hier wirklich jeden Tag in diesem Outfit geackert? War es seinem Wunsch geschuldet, das Blacky gegen seinen Willen diesem Hengst in dem von ihm verhassten Outfit zuarbeiten musste? Oder war er von den Baroness in dieser Hinsicht manipuliert worden...'

Weil ich mich in derartigen Überlegungen verloren hatte, bemerkte ich recht spät, wohin Markus mit uns steuerte- sein Ziel war eindeutig der Wagen für den gottverdammten Zugkrafttest!

'Die wollten doch nicht... einen 'grünen' Einsteller!... die sind ja völlig irre! Ich soll mir wohl für den hier die Lunge aus den Hals kotzen, damit dieser Arsch ein Erfolgserlebnis mit nach Hause nehmen kann! Never ever!'

"Ganz ruhig Schlachtross- wir benötigen den Wagen für das Training... Es ist aber kein Test- für keinen von euch beiden... Ich trage dir das Training heute aber als solchen ein- da bist du regulär erst wieder in frühestens zwei Wochen damit konfrontiert..."

Markus hatte wohl mitbekommen, wie ich bei dem Anblick des Wagens verlangsamte und versuchte, mit seinen leisen, nur an mich gerichtete Worten meine Befürchtung zu zerstreuen. Er wollte uns damit zwei Runden im 'Stop and Go' um die Rennbahn schicken- so als würden wir Stämme ein Stück ziehen müssen.

'Da hätte er gern Brutus und mich im Wald unterstützen können...'

"Schlachtross- du zwei Runden im Trab und Witnere- eine Runde im schnellen Schritt.
... und jetzt ab mit euch- ehe es zu warm wird!"

'Soll er ruhig sehen, was ich kann... ich bin ein Rennpferd und du wirst mir nachher zeigen ob du wirklich ein Arbeitspferd- oder auch nur ein Showpony- bist!'

Mein Verhalten war durchaus als irrational zu bezeichnen...- doch ich wollte schon vor dem eigentlichen Training eine 'Duftmarke' hinterlassen und diesem Witnere zeigen, was ich drauf hab. Doch auch mein Trainingspartner schien es darauf anzulegen...- unter Atemreduktion dank des Filters legte er ein Tempo in seiner Gangart vor, die es zu einer Herausforderung werden ließen, mein Pensum gleichzeitig mit ihm zu beenden...
Dieses selbstgesteckte Ziel schaffte ich- aber nur knapp. Der Hengst war in seinem Outfit wirklich gut drauf... und mit einem nur mir geltenden Nicken honorierte er meine Leistung.

'Tickt der etwa ähnlich wie ich...?'

"Das sah gut aus Schlachtross..."

Auf die folgende Frage unseres Trainers, ob ich wegen gestern noch Probleme hätte, schüttelte ich einmal verneinend meinen Kopf. Markus gönnte sogar mir zuerst einige Schlucke Wasser aus der für mich bestimmten Flasche, ehe er sich erneut dem Einsteller widmete. Er fragte nach einem gestern bei Augustine stattgefundenen Test...- und wie dessen Knie dies mitgemacht hätte.
Unwillkürlich musste ich bei dem gehörten an Brutus und seine Probleme deswegen denken- hier kümmerte so eine Verletzung außer dem Pferdetrainer und, eingeschränkt, die Rittmeisterin, niemanden. Daher 'scannte' ich meinen Partner jetzt intensiv...

'Was war das wohl für ein Test? Das diese Sadistin in der Klinik sich so ein Latexpferd abgriff war zu erwarten gewesen... Doch was meinte die Oberschwester 'Urviech' mit: ...Messlatte höher gelegt?'

Nach der für mich bestimmten Erklärung von Markus dazu stieg der Hengst in meiner Achtung...- und gleichzeitig verfluchte ich ihn im stillen! Wenn er als 'Grüner', zumal mit dem genannten Handicap, bei Augustine so eine Leistung zeigte...- würde die mit Garantie die für uns geltenden Limits kräftig anheben! Ich hörte sie schon in meinem Geist dozieren: 'Diese Leistung hätte ein 'grüner' Einsteller ohne Hilfestellung geschafft- da gäbe es für uns kein zurückstehen...' Fuck!
Ja- er konnte es nicht wissen... und wenn dieser Witnere zu so einer Leistung motiviert werden konnte ohne ihn zum persönlichen Limit zu prügeln, dann sprach dies für seinen Willen und die damit verbundene Leistungsbereitschaft...- trotzdem Fuck!

'Was noch interessant wäre...- machst du das allein von dir aus... oder trainiert dich jemand?'

Markus war mit unseren Vorbereitungen mittlerweile fertig und gab das Kommando zum anziehen. Ich legte mich, wie es mir vor Zeiten beigebracht worden war, sacht aber stetig in mein Geschirr um den Wagen ins Rollen zu bringen- doch zu meinem Erstaunen war dieser Punkt bereits überwunden...

'Wenn du das immer so machst...- pass auf deinen Rücken auf!'

Entgegen meinem ersten Widerwillen schien sich hier ein Training mit einem 'Hobbypferd' anzubahnen, wo ich nicht Zuarbeiter sondern Partner für den Einsteller war. Mit jedem erneuten in Bewegung setzen des schweren Wagens bröckelten meine Vorurteile gegenüber diesem 'grünen' Pferd und ich begriff mehr und mehr Blacky in seiner Reaktion, diesem Hengst seinen Respekt zu zollen und gegen unsere... falsche... Reaktion auf ihn an der Koppel in Schutz zu nehmen.
Dem ging es nicht nur um schöne Photos vor artgerechter Kulisse...- der hier wollte wirklich Pferd sein und... in seiner Disziplin... als Arbeitspferd zeigen, was er zu bieten hätte.

'Warst du die ganze Zeit hier so? Hast du bei Blacky deswegen diesen Respekt? Von solchen wie dir darf es hier ruhig mehr geben...'

Wir hatten die erste Runde inzwischen geschafft- Markus gönnte uns eine kurze Pause, gab uns zu saufen und erteilte uns beiden!, ein paar Hinweise, wie wir noch besser synchron arbeiten sollten, damit wir es ein wenig leichter hätten.

"Ich gebe euch besser einen Countdown... Witnere, wie gesagt, zieh hier langsamer, aber dafür stetig an... das ist ein Wagen der rollt und kein Baumstamm, den du über den Waldboden schleifen musst. Dein Rücken wird sich darüber freuen...
Drei- zwei- eins- los!"

Die zweite Runde funktionierte es infolge der kleinen Hilfestellung durch Markus noch besser...- auch wenn er zum Ende hin uns mit dem Antippen seiner Fahrpeitsche ein wenig 'motivieren' tat. So, wie mein Trainingspartner aber sich ins Zeug legte, hätte er- als Gestütpferd- wohl noch nicht einmal von Mira heftigere Schläge bekommen...
Das von der Rittmeisterin versprochene Frühstück war aber für mich ein zusätzlicher Anreiz, das Training hier zu einem guten Abschluss zu bringen. Unser Trainer dirigierte Witnere und mich zum Ende auf die Sandbahn des Zugkrafttests...- eine finale Anstrengung und, wie mir später einfiel, auch ein 'Indiz' für zu Neugierige, daß hier ein 'Test' stattgefunden hat.
Wir Pferde bekamen von Markus erneut Lob für unsere Leistung, bevor wir aber mit Futter belohnt wurden, schirrte Markus uns aus und führte uns auf den Pausenplatz in den Schatten. Mich verwirrte aber seine Aussage, die Rittmeisterin würde im Anschluss hier Blacky herbringen und sich das offenbar finale Training der beiden anschauen wollen.

'Was war dann mit dem von ihr versprochenen Frühstück bei ihr? Was für eine Showvorführung?'

Der Pferdetrainer bemerkte wohl meinen fragenden Blick, denn während er begann, mich mit 'Studentenfutter' aus der Hand heraus zu füttern, hörte ich ein leises, an mich gerichtetes 'Später' aus seinem Mund. Ein Schnauben des Einstellers lenkte meinen Blick zu ihm...- Markus stand mit dem Rücken zu Witnere und holte aus der Tüte die nächste Handvoll für mich heraus.

'Der bezeugt dir seinen Respekt...!'

Die Geste mir gegenüber war nicht anders zu deuten- senken des Kopfes und leichtes Einknicken mit der linken Hinterhand! Der Einsteller bedankte sich bei mir für meine Mitarbeit? Markus hatte ihm ganz sicher diese Geste gezeigt...- doch sie kam von diesem Pferd ohne irgendeine Aufforderung durch den Trainer!
Ich begriff immer mehr, warum Blacky DIESEN Einsteller so vehement verteidigte...

'Was hat dich bei deiner Einstellung dazu gebracht hier zu trainieren? Der schöne Schein, den Rosengarten nach außen hin aufbaute? Die Gerüchte über die 'übliche' Behandlung der Pferde hast du aber sicher auch gehört...'

Seine Geste hatte mir trotz dieser Gedanken ein Lächeln in mein Gesicht gezaubert...- zumindest dürften meine Augen ihm die Freude über seine Geste verraten haben.
Der Pferdetrainer hatte mittlerweile den kompletten Inhalt der Tüte an mich verfüttert und versorgte nun Witnere. So bot sich mir die Möglichkeit, ihm auf die gleiche Weise zu antworten...- und er reagierte wie ich mit einem Schnauben!

'Schade, ich hätte gern jetzt deine Augen gesehen...'

Dies verhinderten aber die Gläser seiner Maske- ich stand leider zu weit weg, um sie dahinter genau zu erkennen. Doch seine Geste verhalf mir zu der Überzeugung, er hätte meine Antwort verstanden und damit wäre alles zwischen uns gesagt. Was vorher passiert war...- das zählte nicht, das war Vergangenheit. Dieser Kaltblüter hatte sich meinen Respekt durch seine Leistung verdient und wenn sich die Möglichkeit böte, würde ich Blacky meinen Irrtum, diesen Hengst betreffend, mitteilen!
Markus band den 'Einsteller' am Pausenplatz fest, sagte ihm, er würde mich nur auf eine Koppel bringen und danach zu ihm zurück kommen. Ich folgte dem Pferdetrainer, ein leichter Ruck mit der Führleine forderte mich auf, neben ihm meine Position einzunehmen...

"Schlachtross, die Rittmeisterin entschuldigt sich bei dir- sie hat dir etwas versprochen, was sie so nicht einhalten kann. Sie hatte verdrängt, bei dem Abschlusstraining von Witnere und Blacky auf Wunsch der Baronin sich dieses anzuschauen und ihr dann darüber Bericht zu erstatten. Dieser Hengst ist hier auf Einladung der Baronin..., seine Besitzerin- die übrigens auch seine Ehefrau ist- war jetzt leider beruflich verhindert und die Chefin möchte die beiden als Showact zum Rennwochenende hier haben...
Glaube aber nicht, daß er deswegen hier von uns mit Samthandschuhen angefasst wurde...- von den Anforderungen an ihn war es eher 'Gelb' als 'Grün'... Wenn jetzt noch nachher das Abschlusstraining passt, dann..."

Markus brach den Satz ab, gab mir das Haltesignal und stellte sich mir gegenüber.

"Die Baroness hat gestern Abend Blacky nach dem regulären Training mit Witnere grundlos völlig fertig gemacht... und ihn dann hier draußen gefesselt die Nacht über in seinem Latexoutfit belassen! Angeblich hätte er nicht genügend Leistung gezeigt...- ich habe aber die Vermutung, daß es ihr mißfiel, wie Witnere und Blacky harmonierten... Dein Rivale ist einigermaßen von der Auseinandersetzung mit dir wieder genesen... Natascha hat ihn zumindest wieder soweit fit bekommen, damit er mit dem Einsteller das Wochenende über arbeiten konnte... Witnere hat ja, wenn die beiden zusammen arbeiteten, sich nicht auf seinem Status als Gastpferd hier ausgeruht und damit, ohne es zu ahnen, Blacky die Sache so erheblich leichter gemacht...
Tatsache ist, die Baroness hat Witnere offenbar so manipuliert, daß dieser die Frage, ob sein Partner ihm gleich eingekleidet werden soll, mit 'Ja' beantwortet hat. Damit konnten Mira und Jens ihn in das von ihm gehasste Outfit stecken und haben wohl gehofft, er würde dadurch wieder bei der Arbeit mit dem Einsteller verweigern... Es war ja nicht zu erwarten, daß Witnere ihn derart fair behandeln würde...
Kannst du für dich nachvollziehen, was es für Blacky bedeutet haben muss, von einem Einsteller als gleichrangig behandelt zu werden? Und dann erst von der Baroness bis zum Zusammenbruch geschunden und danach über Stunden mit seiner Phobie gefesselt allein gelassen werden? Das war der Grund, warum dich die Rittmeisterin gebeten hat, jetzt die Einheit mit Witnere zu trainieren- und ich sage dir in unser beider Namen noch einmal Danke dafür!
Das Frühstück bei ihr im Büro fällt für sie aus- für dich auch, was den Ort angeht... aber du wirst auf der Koppel, wo ich dich hin bringe, einen Futterkorb finden, da ist alles drin, was du so bei ihr bekommen hättest. Deine Vorderhand bleibt frei...- verzieh dich am besten zwischen die Bäume und werde 'unsichtbar'... Ich hole dich nach der Mittagspause dann wieder ab. Bis dahin hast du frei...- und reagierst auch auf niemand anderen... solange dieser dich nicht sehen kann. Außer der Rittmeisterin und mir weiß niemand wo du aktuell bist.
Was die 'Belohnung' für gestern angeht...- für Miu und dich werden wir da etwas in die Wege leiten... Das ist nicht vergessen!"

Der Pferdetrainer hatte mir so einen kurzen Abriss gegeben bis wir an der Koppel waren auf der ich jetzt freie Zeit zu meiner Erholung hätte- er half mir noch aus meinem Suit und beim erneuten anlegen des Geschirrs...

'Da waren ja ein paar interessante Info's dabei gewesen... ein Einsteller, dessen Ehefrau gleichzeitig seine Ownerin ist- da gab es meines Wissens zwar einige... aber nicht viele. Sie schien ihn auch recht anspruchsvoll zu trainieren...- und wenn sich die Baronin mit ihnen hier zum Fest 'schmücken' wollte, dann war das Programm von den beiden ganz sicher nicht nur Spielerei...'

Was ich mich aber auch fragte: wenn ich zwar die Gerüchte um das Hofgut hier kennen würde... aber als Einsteller hier diese Trainingsmöglichkeiten geboten bekäme...- wie hätte ich auf dieses Angebot reagiert? Zumal Petra mir ja gesagt hat, für die Einsteller ist das Rosengarten, wie ich es kennenlernen darf, nur ein böses Gerücht und hier würde alles getan, um für diese den Eindruck zu erwecken, jene wären in jeglicher Hinsicht falsch! Wenn man, noch nicht einmal fest, die Augen verschloß...- dann könnte man durchaus an das Trugbild glauben, was hier jeden Tag auf's neue aufgebaut wurde!
War dieser Witnere neugierig genug und hatte versucht, ein wenig hinter den Vorhang des schönen Scheins zu schauen? Markus hatte ein paar Andeutungen fallen lassen- und das Bild von gestern Abend, was wir geboten haben, war ganz sicher nicht für einen Einsteller zum anschauen gedacht...

'Wenn du zum Rennwochenende hier bist...- da kann nicht alles versteckt werden... Mal schauen, was deine Chefin und du dann zu den Narben der Pferde hier sagen...'

Von Markus auf die Koppel freigelassen hatte ich inzwischen die für mich bestimmte Futterbox an einem der Bäume entdeckt...- der etwas weiter weg stehende Eimer mit Sanitärmaterial verriet mir, ich war von ihm auf eine Koppel für Einsteller gebracht worden. Nach einem letzten Blick, ob ich auch wirklich allein wäre, 'verschwand' ich, wie es mir von Markus geraten war, und freute mich mit jedem öffnen der einzelnen Boxen mehr und mehr über deren Inhalt.
Neben einer großen Thermoskanne mit warmen Kaffee, wie ich ihn mochte... Rührei mit Schinken und Brot, ein Hähnchenschenkel... einem Wurst- und Käsebrötchen und einen großen Becher Jogurt mit frischen (na gut, gestern zubereiteten) Erdbeeren! fand ich eine Dose mit Marzipankartoffeln- ganz für mich allein!

"Entschuldige bitte meine Abwesenheit, ich hoffe es schmeckt trotzdem..."

Keine Ansprache, auf dem PC geschrieben, keine Unterschrift...- so hätte die Rittmeisterin alles leugnen können, falls es jemanden anders als mir unter die 'Hufe' gekommen wäre... Der beigelegte Löffel erinnerte mich daran, ich war nicht nur Pferd- auch wenn dies hier von mir so verlangt wurde...- und nach dem Rennen würde ich wieder in die Welt der Menschen zurückkehren dürfen!
Genussvoll zelebrierte ich dieses Frühstück für mich, auch wenn ich es gern mit Miu geteilt hätte- ich genoss jeden einzelnen Bissen! Mir war es egal, ob das Rührei und der Schenkel schon kalt waren und vermutlich vom gestrigen Hochzeitsbuffett stammten... es erinnerte mich mit jedem Bissen an meine menschliche Seite- auch wenn dies ganz sicher der Rittmeisterin so nicht recht wäre! Der Höhepunkt war aber der Verzehr der Kartoffeln- jede einzelne verwandelte sich in einen süßen Brei in meinem Mund, ehe sie verschluckt wurde. Bei der letzten zögerte ich es so lange wie es nur ging heraus, doch dann war es vorüber und der Geschmack verschwand.
Ich wechselte meinen Standort, bettete mich in das Gras und freute mich auf eine Vormittag ohne Belastung und Schinderei- lange dauerte es nicht, bis ich in das Reich der Träume flüchtete, wo es weder Baroness' noch Pferdeknechte gab, die mir etwas anhaben könnten...


Rennbahn...- Vormittag...


Jens:

Auch wenn der Pferdeknecht keinerlei Sympathien für irgendeines der Gestütpferde hegte- nach der Arbeit mit dem Einsteller UND Blacky war ihm bei DIESEM Gast vor dem Sulky klar, hier lagen Welten zwischen dem Selbstverständnis dieser Stute und der tatsächlichen Leistungsfähigkeit! Blöd war nur- das hier war ein 'Grüne' und da war es ihn von jedem! seiner Vorgesetzten untersagt, ohne vorherige Nachfrage eigenmächtig auch nur irgendetwas zu unternehmen.

'Nicht mal zwischen die Schenkel darf man diese Mähre fassen...'

Diese Kundin war aber in ihren Vorgaben recht eindeutig- ein wenig Bodenarbeit, eine längere Ausfahrt...- und als Stute wollte sie hier einen gepflegten Decksprung mit einem Hengst erleben! Das mit der Bodenarbeit sollte aber nicht zu anstrengend sein, die 'Überlandfahrt' bitte nur im Schritt und der potentielle Hengst sollte auch nicht zu wild aufreiten!

'...da würde jeder Hengst auch zwei Mal überlegen, ob er so etwas decken will- das würde doch als 'richtiges' Pferd sofort einem Raubtier zum Opfer fallen... Lion wäre es sicher egal, in welches 'Loch' er aufreiten dürfte... doch nachdem ihm der 'Spaß' mit Kara durch Markus verboten worden war- er würde begreifen, daß dieser 'Ersatzsprung' für ihn tatsächlich eher eine Strafe darstellte... er würde diesen 'Sprung' natürlich 'überwachen' und dafür Sorge tragen, daß Lion garantiert keine Erfüllung finden würde...'

Immerhin würde der Pferdeknecht so die beiden morgendlichen Einheiten recht gemütlich einmal um das Hofgut herum gezogen werden, noch ein paar Basics mit diesem 'Tier' einüben und ihr das Gefühl vermitteln, hier einem Ihrer so vergötterten Araberpferde so nah wie es nur ginge 'im Wesen zu sein...'
Der Pferdeknecht hatte sich beherrschen müssen, bei dieser Aussage der 'Stute' vor Trainingsbeginn nicht lauthals loszulachen. Deren Aussehen tendierte eher in Richtung 'Pummeleinhorn'...- die Leistung im übrigen auch. Zum Glück reiste diese Parodie auf ein Pferd heute Abend wieder ab...- ein Tag war mehr als genug und er hatte die Arschkarte, diese 'Araberstute' den ganzen Vormittag an der Backe zu haben...

'Pferdetrainer müsste man sein...- da könnte ich jetzt mit diesem Witnere üben...'

Jens sah Markus und diesen Einsteller mit einem weiteren Pferd am Wagen des Zugkrafttests- der Trainer spannte den Einsteller gerade aus... Ein zweiter Blick ließ ihn stutzen- das war doch ihr 'Gastpferd', wo er von der Baroness strikte Order bekommen hatte, in der vergangenen Woche sich ihm gegenüber unbedingt zurück zu halten wenn er von ihr nicht gezüchtigt werden wollte!

'Schau an...- hat die Rittmeisterin ihn endlich für die Arbeit mit Einstellern frei gegeben! Das wird Baroness Mira ganz sicher interessieren...'

Nachdem er die Stute vor sich mit den Zügeln auf ein gerades Stück des vor ihnen liegenden Waldweges gelenkt hatte, griff er nach seinem Smartphone und begann eine Nachricht zu tippen...



Witnere in Rosengarten- Montag


20 Showtime...


Es dauerte eine Weile, bis die Rittmeisterin mit Blacky im Schlepptau am Pausenplatz erschien, sie hatte dem Hengst ein Stativ umgehangen. Bis auch Markus zurück war, vergingen noch weitere Minuten- seine Vorgesetzte nutze die Zeit, um mich gleichfalls nach dem gestrigen Tag und meinem Training zu fragen. Sie war augenscheinlich bereits von Markus informiert worden, ihre Fragen bezogen sich hauptsächlich auf mein Verweigern, die erfolgte Bestrafung durch die Baroness und dem Verhalten von meinem Partner Blacky dabei. Auch sie lobte ihn noch einmal für sein Handeln während ich auf der Wiese gefesselt war.

"Die Baroness hatte dir zugesagt, deine Weigerung würde nicht mit im Bericht an deine Ownerin vermerkt werden..."- diese bestätigte ich sofort mit einem Wiehern und nicken des Kopfes- "wenn du ein mit ihr vereinbartes Zusatztraining zusammen mit Blacky zu Ihrer Zufriedenheit laufen würdest. Der Stallknecht hat dich danach allein zurück in die Box gebracht..."

Mir war nicht klar, worauf die Rittmeisterin mit ihrer Frage zielte- aber sie hatte den Ablauf korrekt wiedergegeben. Auf mein Bejahen ihrer Frage beließ sie es dabei, sie lobte mich aber noch für meine Geste mit den Teilen meiner Belohnung.
Markus war inzwischen auch wieder zurück, hatte wohl zudem die letzten Sätze seiner Chefin mitbekommen und holte daher Blacky zu uns. Ich schaute mit den Hengst genau an- er hielt sich aufrecht, sein Gang war nicht irgendwie schleppend gewesen... Er schien aber schon mehrfach unter der Maske gegähnt zu haben, die Verformungen der Maske deuteten dies an. Seine Augen, die ich trotzdem hinter den Linsen erkennen konnte, sahen müde aus- aber sonst nicht ungewöhnlich. Was mich aber berührte, er vollführte unaufgefordert bei der Erwähnung der 'Futterspende' nicht nur die mir inzwischen bekannte Geste des 'Danke' sagens- er rieb auch seinen Kopf leicht an meiner Brust.
Wäre dies nicht 'unpferdig' und damit ein Verstoß gegen die geltenden Regel- ich hätte ihn in diesem Moment gern umarmt. So blieb mir nur als Reaktion darauf seine Berührung zu erwidern- ich beugte meinen Kopf über seinen und rieb diesen an seiner Mähne.

"Kommt- genug Zärtlichkeiten getauscht! Ich will von euch jetzt fünf saubere Durchgänge sehen... Wir trainieren dich, Witnere, jetzt eine Doppeleinheit- mit der dazugehörigen Auswertung durch mich. Blacky- du hast danach Mittagspause und die anschließende Einheit frei. Markus bringt dich nach dem Durchgang hier auf die Koppel- und dort bekommst du auch dein Futter..."

Markus löste meine Führleine, Blacky und ich folgten ihm hinaus zu dem mir inzwischen vertrauten Trainingsbereich und die Rittmeisterin hielt sich offensichtlich hinter uns. Der Stallknecht hatte die Anlage in den gleichen Zustand wie gestern versetzt- zwei der Stämme lagen auf dem Boden, die restlichen drei 'hingen' wieder schräg über dem Boden bis zu einem Meter Höhe.

"Markus- einen Durchgang zur Probe, die restlichen mit Scheuklappen wie zur Show..."

Die Ansage der Cheftrainerin war eindeutig- aber während der Pferdetrainer uns in dem 'Trailer' aufstellte und die Zugketten und Ortscheide positionierte, dachte ich ruhig an das gestrige Training und sah dem ganzen entspannt entgegen. Auch die Bemerkung von Markus, alle Stämme hätten jetzt das Gewicht von ca. 150 kg, trug zur Entspannung bei mir bei.
Bei der Gabe der Kommando's hielt sich der Pferdetrainer an die Art, wie ich sie von meiner Ownerin kannte und wie sie auch von der Baroness gestern geübt worden war. Verbinden der Zugketten mit unseren Geschirren, anlegen der langen Zügel und rückwärts aus dem 'Anhänger' geführt werden- danach werkelte Markus nach dem Befehl an uns, still zu stehen, sicherlich mit der einzelnen Kette an dem zu ziehenden Stamm und verband diese mit dem Ortscheid. Die Rittmeisterin schien dabei die Rolle der Zuschauer zu übernehmen- ihre Kommentare bezogen sich in diesem Moment allein auf die Sichtbarkeit für sie als Publikum.
Mit der Aufforderung an uns, langsam vorwärts zu gehen, brachte Markus die Ketten auf Spannung- und hier gab er uns mit einem "Easy..." im Unterschied zur Baroness zu verstehen, der zu ziehende Stamm hing in einer Astgabel und wir sollten uns nicht erschrecken, wenn dieser dann auf den Boden schlug. Dafür zogen wir nach seiner Anweisung diesen kontinuierlich bis zu dem ersten Hindernis.

"Brr- Steht!"

Auch hier schaute er sich, im Gegensatz zur Baroness, das Hindernis zuerst an und schätzte ab, wie er uns am besten zwischen den Begrenzungs-'stämmen' hindurch führen könnte. Auch bezog er das 'Buschwerk' schon in seine Erkundung ein- und gab uns dann die Anweisung, erneut anzuziehen.
Wie Mira hielt er sich außerhalb der Schmalstellen und stoppte uns nicht ab- nur jeweils ein leichter Ruck am Zügel und ein erneutes "Easy" bremsten uns einen Moment. Diese ein, zwei Sekunden reichten ihm aber, um das Zügelpaar mittels Umgreifen an den 'Stämmen' vorbei zu führen ohne diese umzuwerfen. Nach der dritten Schmalstelle lief er ohne uns anzuhalten einfach an uns vorbei und führte uns damit als 'Leittier' hinter sich in das 'Buschwerk'. Erst danach, wir hatten diesen Part wohl vollständig mit dem Stamm hinter uns gelassen, gab er das Haltekommando.
Eine schnelle Kontrolle unserer Zugketten, ein über den Rücken streichen als Belohnung- dann lenkte Markus uns den ersten Halbkreis und in die sich anschließende Slalomstrecke. Auch hier führte er uns langsam, aber ohne einen Halt um die Hindernisse, dabei jeweils die Seite wechselnd, damit er bei den Änderungen der Zugrichtung des Stammes immer auf der abgewandten Seite stand. Für mich bedeutete dies nur eines- er hatte Erfahrung darin! Trainierte er dies hier mit anderen Einstellern? Oder wurden unter seiner Aufsicht die Gestütpferde für solche Arbeit eingesetzt? Warum wollte die Baronin dann aber meine Ownerin und mich hier als Showact? Ich hatte somit eine weitere Frage auf meiner Liste, die ich nach meiner Rückverwandlung an ihn stellen wollte...

"Witnere- nicht träumen...!"

Mit dieser Aufforderung, verbunden mit einem Klatscher seiner Hand auf meine linke Kruppe, holte der Pferdetrainer mich aus meinen Gedanken in die Wirklichkeit zurück. Ich hatte offensichtlich sein Kommando zum Anziehen nicht mitbekommen- böser Fauxpas- er war trotzdem so fair nachzufragen, ob alles mit mir in Ordnung wäre. Mir meiner Schuld bewusst, nickte ich und wieherte, um zu zeigen, ich wäre wieder bei der Sache...
Die nächsten beiden Hindernisse bereiteten Markus auch keine Schwierigkeiten, was das Arbeiten unter beengten Verhältnissen anging- bei der Wippe patzte er aber auch. Zumindest war sein "Mist" selbst unter der Maske hörbar- was ihn für mich ihn aber immer wieder sympathisch machte. Er stand zu seinen Mißgeschicken, beschönigte sie nicht und wälzte sie- zumindest, was ich mit ihm erlebt hatte- nie auf die Pferde ab.
Während des 'Vorbeimarsches an Publikum'- also der Gerade- achtete ich peinlich genau auf die Haltung meiner Vorderhand und dank der von Markus gewährten leisen verbalen Hilfe legte ich mit Blacky einen sauberen Gleichschritt hin...

"Blacky, Witnere- das sah sehr gut aus!"

Das Lob der Rittmeisterin war uns Bestätigung- so soll es in vier Wochen aussehen und ich zumindest würde alles daran setzen, dies auch so hinzubekommen. Vielleicht ergäbe sich ja die Möglichkeit, daß Markus einen Durchgang mit meiner Ownerin gemeinsam vor der eigentlichen Show uns trainieren könnte. Diesen Gedanken schob ich aber vorerst in den Hintergrund- jetzt stand Holz rücken auf dem Plan.
Das Wenden in der Box klappte dank dem Training gestern ohne Komplikationen, das Schieben des Stammes erforderte eine leicht Korrektur durch Markus und das Hochziehen des Stammes auf den Transportwagen war reine Kraftarbeit...
Von der Rittmeisterin zurück an den Ausgangspunkt beordert, unterhielten sich die beiden Trainer ein paar Minuten in denen wir Pferde uns ein wenig regenerierten- dann wurden uns die Scheuklappen vor den Augenlinsen befestigt und wir begannen den Parcours erneut in Angriff zu nehmen. Blind war die Stimme von Markus und die von ihm erteilten Zügelsignale der einzige Anhaltspunkt- aber das bisher erfolgte Training und die damit verbundene gemeinsame Arbeit mit Blacky zeigte inzwischen Ergebnisse. Wir beide hatten die Abfolge der Hindernisse verinnerlicht, das Band des Vertrauens in den Pferdetrainer war geknüpft...
Von der Intensität der Stimme schloss ich darauf, die Rittmeisterin lief diesen Durchgang mit uns mit- und dieses Mal standen wir Pferde in ihrem Focus. Sie urteilte eindeutig strenger als Markus...- und jede dieser von ihr bemängelten Kleinigkeiten führte zu einem Schlag mit der Fahrpeitsche an der angesprochenen Stelle. Es waren aber, wie schon bei dem Training vorher mit dem Schlachtross vor dem Wagen, eher Berührungen, die unsere Aufmerksamkeit auf die genannte Unsauberkeit lenken sollten- von den immer wieder kolportierten Peitschenhieben, die hier auf Rosengarten zur Anwendung kommen würden, war das Lichtjahre entfernt. Allerdings wurde meine Hoffnung auf eine Pause nach dem für mich zweiten Durchgang enttäuscht- Markus führte uns nach dem Ende dieses Parcours sofort wieder zum 'Trailer' und forderte uns einen weiteren Durchgang ab. Erst als auch dieser, von mir mit einem sich anbahnenden Muskelkater in den Beinen, geschafft war, wurden wir zum Pausenplatz gebracht und mit Wasser sowie einer Spritze mit dem 'Snack' von Markus versorgt.
Letzterer war kalter süßer Milchkaffee...- eine schöne Überraschung für mich kurz vor Ende meiner Zeit hier auf dem Gestüt. Leider blieb es bei dieser einen 'Tasse', was mich aber erfreute- Blacky bekam von Markus auch eine Portion zugestanden...
So versorgt waren die beiden letzten Durchgänge zwar kein Kinderspiel, aber ich wollte für die gute Behandlung durch meine Trainer auch noch einmal Leistung zeigen- trotz oder gerade weil mir in der Hinterhand die Muskeln schmerzten. Ja, ich wollte zusammen mit Blacky den perfekten Durchgang hinlegen und alles, worauf hier Wert gelegt und was mir in den letzten beiden Tagen beigebracht worden war, zur Anwendung bringen. Markus und seine Chefin schienen dies zu merken- die beiden sparten nicht mit Lob für unsere Performance. Ich hatte Spaß an der Arbeit und spürte innerlich, es lief. Mit Blacky war ich im Gleichklang, ich war froh darüber, ihn als Partner neben mir zu haben...
Wie in Trance reagierte ich daher auf die Ansprache von Markus, der verkündete, das Training sei vorüber und ich würde nun von der Rittmeisterin zurück in meine Box geführt werden...

"Komm schon, bleib einfach stehen- du möchtest doch sicher deine Scheuklappen los werden..."

Die Stimme der Rittmeisterin holte mich langsam wieder in das Jetzt zurück, ich spürte ihre Hände an meiner Maske- wie sie die Sichtblenden mir abnahm und die Führleine einhing. Mein Partner war von Markus bereits ausgeschirrt worden und wurde von ihm weggeführt- zu meinem Bedauern, denn ich hätte mich gern von ihm intensiver verabschiedet und für seine Unterstützung bedankt...
Nachdem auch ich 'frei' war, trottete ich gemächlich hinter der Rittmeisterin her- sie verstand sicher, wie es gerade in mir aussah. Das Training war vorüber, meine Zeit hier auf dem Gestüt näherte sich ihrem Abschluss- ich dachte an all die Erlebnisse und Eindrücke, die ich, als Mensch, in den nächsten Tagen würde verarbeiten dürfen. Daher war es auch kein Wunder- ich stand vor meiner Box und hätte beim besten Willen nicht erklären können, wie ich den Weg dahin zurückgelegt hatte. Die Box stand bereits offen und ein sanfter Zug am Führstrick war die Aufforderung, jetzt in diese zu kommen.

"Alles in Ordnung mit dir? Oder bist du einfach nur in Gedanken?"

Die Stimme meiner Cheftrainerin drang zu mir durch- ich nickte ihre Frage aber immer noch wie geistig abwesend ab.

"Lass dir Zeit Witnere- den meisten Einstellern geht es so zum Ende ihres Aufenthalts hier. Wiehere einfach, wenn du bereit für die Auswertung bist..."

Ich denke, nach einigen Minuten hatte ich ihr dann meine Bereitschaft gezeigt, mich wieder voll auf ihre Worte konzentrieren zu können. Die Rittmeisterin hatte es sich auf den Strohballen meines Schlaflagers bequem gemacht- ihr einleitender Satz der Auswertung legte noch einmal die Regeln derselben fest.

"Die Auswertung des heutigen Trainings erfolgt mit Witnere- bis ich damit fertig bin bleibst du ein Pferd! Danach nehme ich dir deine Maske ab- und du darfst mir wieder ganz normal wie ein Mensch bei der Gesamtauswertung antworten... Mir ist dabei egal, ob du dabei vom Denken her noch Witnere oder schon wieder Michael bist- ich möchte von dir einzig allein ehrliche Antworten auf meine Fragen hören. Im Anschluss geht es in den Waschraum zum endgültigen Identitätswechsel- danach wirst du entweder mich oder noch einmal Markus bei deiner Verabschiedung sehen... Soweit alles verstanden?"

Alles klar- noch war ich Witnere und als solcher schnaubte ich meine Bereitschaft, ihren Worten zu lauschen.
Sie zeigte zuerst ohne einen Kommentar den zweiten Durchgang- ihre deutlich vernehmbaren Anmerkungen sprachen ihre eigene Sprache. Es waren keine relevanten Fehler, eher Unsauberkeiten- aber ein Fachpublikum wie jenes, vor dem wir in vier Wochen unser Können zeigen würden, hätte ein Anrecht auf eine perfekte Vorführung. Die Bilder wirkten auf mich auch ohne ihre Kritik- diese erfolgte in positiver Form bei der zweiten Vorführung. Hier stoppte sie bei den entsprechenden 'Mängeln' und erklärte mir, wie ich mit wenigen Änderungen ein besseres Bild in meiner Darstellung trotz der zu ziehenden Last erreichen könnte. Sie unterlegte dies mit dem Vergleich der letzten beiden Durchgänge- in diesen hätte ich, wie in den vergleichenden Sequenzen sichtbar war, ihre 'Korrekturen' versucht umzusetzen. Einiges sah noch ein wenig übertrieben aus- doch wenn meine Ownerin dies in den Wochen bis zum Event mit mir ein oder zwei Mal die Woche üben würde, dann stünde einer perfekten Darbietung durch uns nichts im Weg.
Sie würde mir für meine Besitzerin spätestens morgen eine Fassung der Aufnahmen mit ihren Anmerkungen erstellen und diese uns via Mail zusenden. Eine DVD mit allen Aufnahmen der vergangenen Tage würde in spätestens zwei Wochen bei mir im 'Stall' eintreffen- sie hätte da noch von mehreren Kunden der letzten beiden Wochen etwas aufzuarbeiten und würde dabei meine Aufnahmen gleich mit beurteilen und kommentieren... Ich solle da bitte ein wenig Geduld aufbringen- da sie gleichzeitig auch noch für die Organisation des Rennwochenendes die Gesamtverantwortung hätte und 'nebenbei' auch noch für das Training der Pferde hier die Oberaufsicht inne habe.
Mit diesen Worten stand sie auf, befahl mir ein letztes Mal still zu stehen und nahm mir meine Pferdemaske ab.


21 ...mehr Fragen als Antworten...


"Wenn es dir recht ist, bleibe ich bei Witnere..."

Mein 'Pferdename' gehörte wie ein zweites Ich zu mir- daher war die weitere Ansprache damit schon in Ordnung und ich nickte es ab.
Statt sich dann mit der allgemeinen Frage aufzuhalten, wie es mir gefallen hätte, gab mir Vanessa- sie legte jetzt Wert darauf, mich wieder wie einen Kunden und nicht mehr als Pferd zu sehen- anhand meiner gezeigten Leistung durch meine übrigen Trainer eine Einschätzung. Ich wäre nicht nur vom körperlichen Niveau jemand, mit dem es Spaß machen würde, zu trainieren- auch mein Wille, jedes Mal bis an meine Grenzen zu gehen, hätte allen das Arbeiten mit mir Freude bereitet. Dazu hätte man die Bereitschaft überdeutlich sehen können, das hier vermittelte Wissen sofort zur Anwendung zu bringen. Dies beträfe überwiegend nur Kleinigkeiten, würde aber in der Aussenwirkung bei Vorführungen das Gesamtbild noch stimmiger machen. Ich beantwortete auch ihre Frage, ob meine Ownerin die Choreografie für mich allein entwickelt hätte- diese wäre sehr stimmig und für ein Pferd, was nicht 24/7 trainiert würde, wäre mein Gesamtbild überragend. Sie und alle anderen Trainer hier hätten da schon ganz andere 'Möchtegerngäule' trainieren müssen- die hätten eigentlich zum Pferdemetzger gehört und nicht auf eine Rennbahn...
Das wäre im Übrigen noch so ein Zug an mir, der ihr gefallen hätte- ich wäre hier mit vernünftigen und vor allem für die Trainer erreichbaren Zielvorgaben hier von meiner Ownerin her geschickt worden, aber anspruchsvoll genug, daß ich immer alles aus mir heraus holen musste. Meine Eigentümerin würde mich als Pferd da sehr genau einschätzen...

"Deine Frau hat auch mit einer Weigerung von dir bezüglich des Dressurtrainings gerechnet- war das wirklich notwendig, Witnere?"

Sie schaute mir bei dieser Frage offen in mein Gesicht- mir war klar, sie wollte darauf eine ehrliche Auskunft und keine Ausflüchte. Hatte ich nur deswegen verweigert, weil ich mit meinem Kopf durch die Wand und damit meinen Willen, dieses Musikstück als Tanz trainieren zu dürfen, bekommen wollte? Ihre Bemerkung in mein Schweigen auf ihre Frage, keiner der Trainer und schon gar nicht die Baroness würden so ein Verhalten, schon gar nicht vor mit anwesenden Gestütpferden, gern sehen, legte den Keim für die Vermutung, Mira könnte noch etwas mit Blacky angestellt haben. Dazu passte auch seine Abwesenheit während des Trainings auf der Bahn und ihre Frage von heute morgen...

"Komm- keine Ausflüchte! Was war los?"

Nach den richtigen Worten suchend, bestätigte ich es mehr vor mir selbst als vor der Rittmeisterin- ich wollte in dem Moment meinen Willen durchgesetzt haben...

"Gewöhn dir dies bitte unbedingt ab- zumindest wenn du hier auf dem Gestüt bist. Manche Pferde sind wegen solchem Verhalten, zurecht! , auch mit Gewalt gebrochen worden..."

Wieder ein Hinweis auf den Wahrheitsgehalt der Gerüchte? Ihre Aussage schuf mir aber den Übergang zu meinen Fragen- ich scheute mich nicht, erst einmal als Einleitung die Gerüchte anzusprechen und darauf aufbauend, fragte ich gezielt nach der Begegnung mit den Gestütpferden gestern Abend, den Lebensverhältnissen für diese, meinem Partner Blacky und ich äußerte auch meine Vermutung bezüglich der Kenntnisse von Markus im Holzrücken. Final stellte ich die Frage, welche Konsequenz meine Verweigerung für mich als 'gelbes' oder gar als 'rot' eingestuftes Pferd gehabt hätte...

"Wie ich dir schon sagte...- um deine letzte Frage zuerst zu beantworten. Dein Wille wäre gebrochen worden, mit welchen Mitteln kann ich dir nicht sagen. Die Baroness kann in solchen Situationen sehr einfallsreich sein..."

Ihre Hand wanderte, unbewusst?, an den rechten Oberschenkel- dort, wo bei der Baroness die Lederpeitsche befestigt war. Ich glaubte zu verstehen- auch wenn sie mir diese Frage nicht direkt geantwortet hatte.

"Du bist im übrigen eines der wenigen Pferde, die hier über den Boxenbereich hinausschauen möchten...- aber würdest du, wenn dich jemand nach dem Schmutz in den Ecken deines Stalles fragt, darüber offen sprechen oder nicht eher versuchen, diesen Schritt für Schritt zu beseitigen? Du bist doch ein intelligenter Hengst...
Zu gestern Abend- da hat eine Person einen Fehler gemacht... Sie wird dafür zur Rechenschaft gezogen werden, da sie mit ihrem Verhalten die Pferde gefährdet hat...
Im übrigen kann auch dein Partner Blacky ein ziemlich mieser Zeitgenosse sein...- deine Empathie kann sich ihm gegenüber ruhig in Grenzen halten. Er hat sich bisher nur wenigen anderen Einstellern so wie dir gegenüber verhalten...- und sein agieren während deiner Strafzeit gestern war ihm eindeutig nicht von uns antrainiert. Er hätte sich normalerweise in den Schatten des einzigen Baumes begeben und dich in der Sonne schmoren lassen... hat er zumindest schon mehrfach in vergleichbaren Situationen so gemacht... Das Verhalten seiner damaligen Trainingspartner ihm gegenüber war aber auch... anders... "

Markus hatte mir ja auch schon zu verstehen gegeben, als Gestütpferd arbeitete man nur den Kunden wie mir zu- und 'Danke' schien ein Wort zu sein, was sie von uns Einstellern viel zu selten zu hören bekamen. Egal wie sich mein Partner hier in der Vergangenheit gegenüber anderen Pferden benommen hätte- ich war ihm zu Dank verpflichtet! Daher fragte ich die Rittmeisterin, ob es in Ordnung wäre, wenn ich mich von ihm verabschieden würde und falls ja, wo ich ihn finden könnte.
Die Augen der Rittmeisterin gaben mir noch vor ihrer Antwort Auskunft, sie hatte keine Einwände und beschrieb mir, auf welcher Koppel ich ihn finden könnte. Ich solle aber, wenn ich mich auf dem Gelände allein bewegen würde, mein grünes Armband dabei haben. Danach führte sie mich ein letztes Mal in den Waschbereich und mit der Bemerkung, sie würde mich nun allein lassen, verabschiedete sie sich von mir. Mein Leihfell solle ich einfach liegen lassen, im Umkleidebereich würde ich meine menschlichen Sachen finden und auch die Stauboxen für meine persönliche Ausrüstung...
Nach einer ausgiebigen Dusche mit warmen Wasser aus dem Schlauch trocknete ich mich mit dem bereitgelegten Handtuch ab- und fand auf der Staubox, in der meine Kleidung bereitgelegt war, zwei Flaschen mit Apfelschorle und einen Trinkschlauch. Auch wenn der beiliegende Zettel der Rittmeisterin dies als Proviant für meine Heimfahrt deklarierte- ich verstand den Wink und packte die Flaschen in die Oberschenkeltaschen meiner Hose. Zur Sicherheit legte ich auch noch einmal mein Armband an, wie mir geraten war.
Auf meine Weg zur Koppel begegnete mir nur ein blaues Gespann- man merkte, es war späte Mittagszeit und der Trainingsbetrieb ruhte. Auf der von der Rittmeisterin genannten Koppel war niemand zu sehen- aber da mehrere Bäume auf dem Gelände standen, war es gut möglich, daß Blacky sich in den Schatten von einem gelegt hatte. So wieherte ich mehrfach auf das Geradewohl seinen Namen und hoffte, er würde darauf reagieren. Da sich nach mehreren Minuten Wartezeit immer noch nichts ereignete, wollte ich gerade zurück zum Stall laufen- da vernahm ich seine Antwort. Es war nur ein allgemeines Wiehern, aber ich antwortete mit meinem gewieherten Pferdenamen und gab mich damit ihm gegenüber zu erkennen. Darauf zeigte sich mein Partner und kam zu mir im Trab an den Zaun gelaufen. Er steckte noch immer in seinem Gummioutfit und trug auch seine Maske- wie gern hätte ich den Menschen dahinter direkt in die Augen gesehen. Seine Vorderhand war, wie auf dem Gestüt üblich, seitlich an den Hüften fixiert...

"Keine Angst Blacky, ich bin es...- Witnere"

Ein Schnauben war die einzige Reaktion auf meine Eröffnung- er entspannte aber sichtlich, nachdem ich ihm sagte, die Rittmeisterin wüsste über meinen Besuch hier bescheid. Sie wäre es gewesen, die mir verraten hätte, wo ich ihn finden könnte- und sie wüsste auch, was ich mit den beiden Flaschen vorhätte, die sie mir bereitgelegt hatte. Unsicher schaute sich der Hengst um, während ich ihm den Trinkschlauch unter dem Maskenrand in Richtung Mund schob. Ich begriff- er hatte Angst, jemand könnte uns beobachten.

"Alles ist gut Blacky- ich passe auf..."

Mit einem Rundumblick vergewisserte ich mich, aber außer uns war niemand weiter zu sehen- wir waren allein. Hastig sog mein Partner die erste Flasche leer, unter dem Gummifell war ihm sicherlich warm und mit der Maske vor seinem Gesicht war Saufen nicht einfach- ich hatte dies ja gestern selbst gesehen... Ich hatte auch keine Ahnung, ob er seit dem Training mit mir erneut etwas hatte trinken können- aber so wie er die Flasche geleert hatte, schien er Durst zu haben. Nach einem weiteren Rundblick wechselte ich die Flaschen und Blacky trank die zweite bis knapp über die Hälfte aus. Mit einem schnauben und einer Kopfbewegung in meine Richtung wollte er wohl ausdrücken, ich solle den Rest saufen...

"Alles gut...- lass mich den Trinkschlauch entfernen..., ich trinke nachher auf der Rückreise..."

Mir war klar, das Gespräch würde jetzt sehr einseitig werden- der Gestüthengst würde wegen mir garantiert nicht gegen die hier geltenden Regeln verstoßen. Daher begann ich einfach mit einer Dankesgeste, wie sie hier angewendet wurde- auf ein Knie herunter gehen und den Nacken darbieten...

"Blacky- ich möchte mich bei dir entschuldigen... Ich wusste nicht, daß du ein Problem damit hast, in diese spezielle Kleidung gesteckt zu werden. Markus hat mir zu verstehen gegeben, du hättest darin panische Angst... Ich habe da von mir auf andere geschlossen und dir damit etwas zugemutet, was du nicht möchtest...
Ich hoffe, du kannst mir auch darin vergeben, dich mit meinem Wunsch nach dem Dressurlaufen mit Musik in etwas hineingezogen zu haben...das war etwas, wo ich es schön finde, dich dabei zu haben, doch ich heiße die Entscheidung der Baroness, dich da mitmachen zu lassen, nicht gut..."

Ich ging wieder auf meine 'Hinterhand', trat direkt an den Zaun und legte meine Hände auf seine Schultern.

"...und Danke für das in die Sonne stellen...- wir sehen uns zum Hoffest!"

Bevor ich es mir anders überlegen könnte, drückte ich kurz seine Schultern und kehrte auf den Weg zurück. Er sollte nicht sehen, wie ich hart am kämpfen war um nicht zu heulen.
Bis ich wieder auf dem Innenhof des Gestüts ankam, hatte ich mich wieder im Griff- die Tasche mit den Accesoires von Witnere stand neben meinen Pkw. Markus stand neben Baroness' Mira, davon ein gutes Dutzend Meter daneben hielt die Rittmeisterin Schlachtross, der vor einem Sulky eingeschirrt neben ihr stand, an der Führleine und begrüßte im gleichen Moment eine junge Frau. Daher steuerte ich auf Mira und Markus zu.

"Baroness..., Pferdetrainer...- ich möchte mich bei Ihnen für das durchaus anstrengende, aber in seiner Gesamtheit erfolgreiche Wochenende hier bedanken. Ich kann den Aufenthalt hier nur weiter empfehlen- so zielgerichtet und intensiv wird man nicht überall auf anstehende Aufgaben vorbereitet... Ich freue mich auf meine Rückkehr in gut drei Wochen hier zum Pferdesportfest!"

Letzter Satz war von mir ehrlich gemeint- ich freute mich wirklich darauf, hier mit meiner Ownerin mein Können und auch die neu hinzugewonnenen Feinheiten vor dem anwesenden Publikum demonstrieren zu dürfen.

"Witnere, es hat mir auch Freude bereitet, dich zu trainieren...- und wie gesagt, das mit deinem Sturkopf ist abgegolten! Ich freue mich auf deine beiden! Vorführungen..."

Die Baroness schien mir durch etwas abgelenkt- sie reichte mir ihre die Hand, verschwand dann aber in Richtung Herrenhaus. Mir war dies ganz recht- konnte ich doch so noch ein paar Worte ungestört mit Markus wechseln...

"Hier ist das Armband...- richte der Madame Rittmeisterin bitte meinen Dank aus für die beiden Flaschen und die Wegbeschreibung... Sie ist ja gerade im Gespräch, da möchte ich sie nicht stören... Markus- du bist ein verdammt guter Trainer...- das gilt auch für Jens... Es macht unheimlich Spaß, von euch als Pferd trainiert zu werden. Bei Blacky habe ich mich bereits bedankt...- kannst du dem Schlachtross von mir bitte ausrichten, ich wünsche ihm viel Erfolg bei dem Rennen... Es war eine schöne Erfahrung, mit ihm zusammen zu trainieren."

Ich verkniff mir jene Fragen, auf die ich sicher von ihm auch keine Antwort bekommen würde... Rosengarten hat mir gegenüber viele seiner Geheimnisse gewahrt- ein paar Gerüchte mögen ganz sicher wahr sein, doch vieles würde ich nicht bestätigen können. Die Behandlung als Gast hing zum allergrößten Teil von einem selbst ab, man könnte hier seine Phantasien als Pferd oder was auch immer im vollen Umfang ausleben, die Trainingsmöglichkeiten waren genial, die Betreuung war der gezeigten Leistung angemessen- und ich zweifelte nicht an den Worten von Markus und der Rittmeisterin, daß eventuelles Fehlverhalten von hier Beschäftigten, was sicher die Ursache vieler negativer Gerüchte darstellte, von diesen konsequent geahndet würde.
Mit einer festen Umarmung verabschiedete ich mich von dem Pferdetrainer- ich freute mich schon jetzt auf die Rückkehr hier auf das Hofgestüt zum Pferdesportfest.



Damit ist das 'Pferdewochenende' von Witnere vorüber- und er wird seiner Partnerin sicher einiges zu berichten haben... Was er zu sehen bekam... und vor allem, was er nicht hätte sehen sollen...- gepaart mit den Antworten des Pferdetrainers auf seine Fragen... dies werden sicher einige Stunden intensiver Diskussion mit ihr ergeben. Was die beiden dann während des Turniers in Rosengarten zu sehen bekommen (könnten- wenn es denn überhaupt so stattfindet) ist aber eine andere Geschichte...
49. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 04.06.21 10:23

Abenteuer in Rosengarten- Tag 16; Montag, Woche drei (Part 3)


Mittag


Baroness Mira schaute verärgert auf die Nummer ihres klingelnden Telefons...- der Pferdeknecht wusste wohl nicht, wann Mittagspause ist und hatte anscheinend auch vergessen, daß sie dann nicht gestört werden wollte!

'Wehe es ist nichts wichtiges...'

"Pferdeknecht- was ist denn so wichtig daß es nicht warten kann?"

"Frau Baroness...- falls sie es interessiert, unser 'spezielles' Gastpferd wurde heute Morgen ohne jeden Zweifel vom Pferdetrainer als Schulpferd für einen Einsteller eingesetzt..."

"Na und- was sollte mich das interessieren?"- die Stimme von Mira wurde gefährlich schneidend.

"Wenn ich Frau Baroness einen Vorschlag dazu machen dürfte..."

"Wehe, wenn du meine Zeit damit verschwendest- dir ist hoffentlich klar, wie spät es ist während du mich belästigst..."

"Dies ist mir sehr wohl bewusst Frau Baroness- ich möchte es daher kurz halten. Bisher war euer Freund vom allgemeinen Ausbildungsbetrieb freigestellt... Wenn das Schlachtvieh jetzt aber als Schulpferd einsetzbar ist, sollten wir dies nutzen! Da er aber auch, wie von eurer Mutter gewünscht, weiterhin zur Vorbereitung auf das Rennen trainiert werden soll, könnten wir ihn die Mittagspause für eine zusätzliche Einheit streichen... Je eine weitere würde ich vor der morgendlichen- und Abendfütterung ansetzen- wobei es mir eine Freude wäre, die am Morgen abzuleisten. Die so gewonnenen drei Einheiten wäre er frei für Ausbildungseinheiten als Schulpferd oder 'Schlepper' für Einsteller mit niedrigem Leistungslevel...
Wenn ihr euch mit Euer Schwester über diesen Vorschlag unterhalten möchtet- die Baroness Augustine ist kompetenter als ich, euch die Auswirkungen dieses zusätzlichen Trainings bis zum Rennen für dieses Pferd zu erklären..."

Mira hatte mit wachsender Begeisterung der Ausführung ihres Knechtes zugehört- zeigte ihm aber keinerlei stimmliche Reaktion.

"Danke Jens- ich werde über diesen Vorschlag nachdenken und mich mit meiner Schwester beraten..."

Danach trennte sie die Verbindung und erst jetzt zeigte sie mit einem zufriedenen Lächeln eine Reaktion.

"Ich habe dich nicht vergessen...- mein 'Freund'!"


Früher Nachmittag...


Schlachtross:

Die Rittmeisterin hatte mich von der Koppel geholt und in den Stall an die Sattelkammer gebracht- auf ihre Fragen, ob die 'Morgenfütterung' geklappt hätte und ich damit zufrieden gewesen wäre, antwortete ich 'pferdelike' nur mit einem Schnauben. Ich hatte auf ihren Wunsch hin eine Extraeinheit geleistet und das war die Belohnung dafür...
Der Form halber zeigte ich aber eine Dankesbezeugung- die vergangene Woche steckte mir mehr als gedacht in den Knochen und ich hätte am liebsten den ganzen Tag auf der Koppel verbracht. Immerhin, ich hatte auch 'abgeäppelt'- was hier auf dem Hofgut außerhalb des Stalls nicht unbedingt gern gesehen war- daher schaute ich dem nun anstehenden Training entspannt entgegen. Zu meiner Freude wurde Miu wie versprochen nach mir ebenfalls durch die Rittmeisterin vorbereitet...- wir sollten wohl zusammen eine Ausfahrt unternehmen oder vielleicht auch einem Gast die Grundlagen des Fahrsports vermitteln. Ich fragte mich aber, wenn Miu die Rittmeisterin zu ziehen hätte...- wer würde hinter mir Platz nehmen? Ein Gast hier auf dem Hofgut?

'Das wäre dann aber entgegen eures Versprechens von heute Morgen... Madame!'

Ich spürte nur, wie jemand wortlos hinter mir auf dem Gig Platz nahm- ein Blick aus den Augenwinkeln sagte mir, es war nicht die Rittmeisterin. Diese hatte meinen Freund als Zugpferd gewählt und ein Räuspern von ihr war nicht nur Zeichen für Miu, jetzt anzuziehen- sie hatte wohl meine Neugier bemerkt und es war eine an mich gerichtete Mahnung, meinen Blick nach vorn gerichtet zu lassen!
Das Startsignal für mich kam sehr feinfühlig über die Trense in meinem Maul an...- hatte ich doch von einem möglichen Anfänger eine wesentlich ruppigere Arbeit mit den Zügeln befürchtet! Kaum aus dem Stall heraus befahl mir die Rittmeisterin verbal, ich solle aufschließen und neben Miu meinen Platz einnehmen. Dies waren die einzigen Worte, die wir Pferde zu hören bekamen, bis wir auf dem Hof unser Haltesignal mit den Zügeln bekamen.

'Saß etwa die Baronin hinter mir und wollte sich anschauen, was ich bisher hier in den zwei Wochen wieder aufgefrischt bekommen habe? War das etwa die versprochene Überraschung?'

Darauf könnte ich gut und gern verzichten- aber irgend etwas sagte mir, mit dieser Vermutung lag ich falsch...
Der Pferdetrainer war es auch nicht, Markus stand zusammen mit der Baroness Mira bei einem Mann und die beiden verabschiedeten wohl einen Gast, der im Begriff war abzureisen.

'Ich hoffe, wir haben dir hier so zuarbeiten können, daß du deine Zeit hier hast genießen können... Warte, die Baroness verschwand in das Herrenhaus, nachdem sie zu uns herüber geschaut hat... Der 'Einsteller' gab Markus eine grüne Armbinde zurück... Könnte das dieser 'Witnere' sein...?'

"Schlachtross..."

'Das kann nicht sein! Meine Ohren spielen mir einen Streich...'

"Schlachtross..."

Anja war hier! Meine Ohren hatten mich nicht getäuscht- meine Jockey war mich besuchen gekommen!
Eingedenk dessen, was mir hier über das Verhalten von Pferden richtiggehend eingebläut worden war, hielt ich mich aufrecht- keine Wendung des Kopfes zu ihr... Einzig ein freudiges Schnauben und einmaliges mit dem Huf scharren- dann trat sie von hinten in mein Blickfeld und umarmte mich nicht gerade pferdelike! Aber auch sie hielt sich an die hier eingeforderten Regeln, ich wurde nichts gefragt- weder wie es mir geht noch wie ich die Zeit bisher überstanden hätte! Ich hätte ihr jetzt so gern erzählt, was mir hier widerfahren, wie hart die Umstellung hier für mich war und wie sehr Mira sie und mich hasste! Aber auch, wie ich mir meinen Platz erkämpft hatte, welche Unterstützung ich durch Miu und den Pferdetrainer bekam...- und das dieser junge Hengst mein Freund war...
Die Rittmeisterin hatte sich ganz sicher schon vorher mit ihr unterhalten- und meine Narben, die sprachen Ihre ganz eigene Sprache! Hätte ich mich nicht Lady Bea verpflichtet, die Zeit bis zum Rennen hier durchzuhalten...- ich hätte meine Jockey auf der Stelle gebeten, mich sofort hier vom Hof zu schaffen!

"...geht es dir hier gut..., mein Schlachtross? Hier, ich habe da etwas für dich..."

'Nein Anja, du hast mich emotional gerade aus dem Gleichgewicht gebracht...- doch auch das darf ich dir nicht sagen! Selbst wenn du mich deswegen mitnehmen würdest- das würde die Baronin hier Bea und mir nie verzeihen! Bitte hilf mir und lass mich die Zeit hier durchhalten...'

Meine Jockey hatte während meiner Gedanken ein paar von ihren mit Schokolade überzogenen 'Belobigungskeksen' in ihre Hand gezaubert und nach einem Blick darauf entfernte mir die Rittmeisterin meine Trense aus dem Maul.

"Die hat er sich, für die bisher bei uns gehegte Leistung durchaus verdient... Wenn du magst, kannst du auch seinem Freund hier ein paar geben..."

Mehrfaches Nicken mit dem Kopf sollte meiner Jockey zeigen, ich unterstützte diesen Vorschlag- Miu freute sich ganz sicher über so eine Leckerei, die zudem von Anja selbst gebacken waren. Ein Blick zu ihm bestätigte dies- er schenkte mir für die Kekse sein dankbarstes Lächeln!

"Ich denke, es ist an der Zeit, daß Schlachtross zeigt, was er bisher wieder gelernt hat- das meiste war ja vorhanden, es musste nur wieder hervor geholt werden...
Ich schlage vor, wir lassen die beiden eine Runde durch den Wald laufen und dann wird er sein Können auf der Rennbahn demonstrieren..."

Erst jetzt erlaubte ich mir wieder einen Blick über den Hof- der Gast war mittlerweile weg und Markus war wohl zurück zu seinen noch anstehenden Aufgaben. Anja und die Rittmeisterin hatten wieder auf den Trainingssulkys Platz genommen und sie lenkten uns vom Hof - zuerst in Richtung von Petra's Sattlerei, wir bogen aber vorher in den Wald ab und ich erinnerte mich, auf dem jetzt von uns befahrenen Stück war ich unter anderem von der Baronin 'geprüft' worden...
Miu lief im Schritt neben mir- unsere Jockeys wollten sich wohl unterhalten. Anja hatte mich recht gründlich vor unserer Abfahrt betrachtet...- so hoffte ich, sie würde der Rittmeisterin gegenüber meine Narben thematisieren! Doch sicher war ich mir dabei nicht, sie hätte dies ja auch schon bei meinen ersten Anblick in der Stallgasse machen können...

'Erstaunlich, daß Anja überhaupt in den Bereich gelassen wurde...'

In diesen Gedanken hinein spürte ich ein ganz leichtes Ziehen der Trense im Maul- und reagierte sofort mit einer Richtungsänderung bis dieses Gefühl wieder weg war. Ich war, was dies anging, immer noch überrascht, wie gut die Bodenarbeit mit mir durch Markus da gewirkt hatte! Dies wurde nun Anja offensichtlich demonstriert- während wir im Wald unterwegs waren, gab es für mich in nicht vorhersehbaren Intervallen Wechsel in den Gangarten, Richtungsänderungen in Slalomform und jegliche sonstigen Übungen, die zeigen sollten, wie prompt und sauber ich wieder auf die nonverbale Arbeit nur mit Zügeln reagierte. Das ganze lief zumeist synchron mit Miu ab- unsere Gespanne waren manchmal recht dicht nebeneinander, doch gab es nie eine Berührung bei den Fahrmanövern, die uns abverlangt worden... und auch keinerlei korrigierendes Eingreifen um eine solche zu vermeiden. Hier zeigten zwei erfahrene Jockey, was mit gut ausgebildeten und auf ihre Aufgabe fokussierten Pferden in der Hinsicht möglich war.
Es muss ein gutes Stück Weg gewesen sein, den wir so von der Rittmeisterin geführt durch den Wald zurück gelegt hatten- ich hatte den Eindruck, wir wären mittlerweile etwas langsamer unterwegs. Vielleicht nahm die Rttmeisterin auch auf Miu ein wenig Rücksicht, doch nach allem bisher hier auf Rosengarten erlebten war dies sicher Wunschdenken...

'Eines muss man aber eingestehen- wären die Begleitumstände nicht..., diese kleinlichen Schikanen... dann könnte dieser Hof eine richtig gute Trainingsstätte für Pferde sein...'

Hier verdrängte ich unbewusst die Aussage der Sattlerin, die mir gegenüber ja von den zwei Gesichern Rosengartens gesprochen hatte- das Hofgut bot seinen zahlenden Gästen, egal in welcher gewählten Kategorie, wirklich hervorragende Trainingsmöglichkeiten...

"Anja, wir sind gleich am Pausenplatz für die Pferde- dort versorgen wir unsere beiden kurz und dann soll Schlachtross auf der Bahn zeigen, was er bisher hier gelernt hat..."

Richtig, das Wegstück führte zurück zur Rennbahn- ich hatte nur halb die an meine Jockey gerichtete Aussage der Rittmeisterin mitbekommen, da ich, wie hier immer verlangt, recht tief im 'Ponyspace' eingetaucht war. Von meinem Gefühl her waren wir mindestens eine Trainingseinheit unterwegs und jetzt stand noch, wenn ich die Worte der Rittmeisterin richtig interpretierte, ein wenig Renntraining an.
Die Pause war recht kurz gehalten- unsere beiden Trainer saßen nur kurz ab, versorgten uns aus einer bereitgestellten Box mit etwas zu saufen und dann wurde das Training auch schon fortgesetzt. Ein grünes und ein blaues Gespann teilten die Bahn mit uns, doch hatten offenbar vom Pferdeknecht, den ich als Instrukteur für ersteres sah, die Anweisung, uns nicht zu stören. Ich sah auch mehrere Hindernisse, die ganz sicher für uns aufgestellt worden waren...

"Hooo- und steht! Schlachtross, du läufst jetzt auf der Bahn hier blind- das ist etwas eingeschränkter als zum Rennen draußen, aber das kennst du ja von den Bahnrennen her. Zeig einfach, was du hier gelernt hast...- ich bin mir sicher, du wirst deine Jockey stolz machen!"

Anja war mittlerweile abgestiegen und legte mir die 'Scheuklappen' an, die mir jegliche Sicht nahmen. Sie löste aber auch den Riemen meiner Trense noch einmal und ich spürte, wie ich von ihr noch einen Schokokeks als Motivation in mein Maul geschoben bekam. Ein paar Mal strich sie über meine Mähne, dann wurde von ihr die Trense wieder am Halfter befestigt und sie saß erneut auf...


Später Nachmittag...


DRACHENLORD

„Und?“, fragte die Rittmeisterin und sah Anja dabei ins Gesicht. „Hat Ihnen gefallen, was Sie gesehen haben?“

Anja reckte sich.

„Frau Rittmeisterin, ich muss ehrlich zugeben ich bin positiv überrascht. So fit und durchtrainiert habe ich mein Schlachtross schon lange nicht mehr gesehen. Als er nach Rosengarten kommen sollte war ich demgegenüber sehr kritisch eingestellt, vor allem da das Gestüt, gerade unter den Pferden, einen zweifelhaften Ruf hat. Aber alles was ich heute mit Schlachtross erleben durfte hat meine Meinung über das Gestüt revidiert.“

„Das freut mich zu hören“, sagte die Rittmeisterin und lehnte sich an die Eingangstür zu ihrem Büro. Ich stand stumm noch eingeschirrt daneben und wollte mein Ohren nicht trauen- hatte Anja denn meine Narben nicht gesehen?

„Auch ich muss zugeben, dass ich zunächst Vorbehalte hatte ob sich Schlachtross in unser Gestüt einfinden würde, doch es hat überraschend gut geklappt. Sein Charakter ist, wie soll ich es ausdrücken, speziell?“

„Sagen Sie es nur gerade heraus, er ist ein sturer Bock!“, fiel ihr Anja ins Wort. „Eigentlich liebe ich ihn für seine Sturheit und dass er nie klein bei gibt. Aber in letzter Zeit ist es mir fast zu viel geworden.
Das war auch der große Kontrast den ich heute gespürt habe, als ich mit ihm gearbeitet habe. Er war die ganze Zeit über fokussiert und hat fast perfekt mitgearbeitet. Auch hat er sehr feinfühlig auf die Zügelhilfen reagiert, was er bei mir sonst eher nicht gemacht hat.
Trotz allem war er aber nicht unterwürfig oder wirkte gebrochen.“ Anja räusperte sich und fuhr fort: „Ich gebe es nur ungern zu, aber ihr scheint hier wirklich etwas von Pferdeausbildung zu verstehen!“

„Danke, das freut mich zu hören. Aber jetzt ist es auch an mir ein Lob auszusprechen. Schlachtross ist eines der besten Pferde, das ich seit langem hatte. Auch wenn wir immer davon sprechen wie stur oder bockig er ist, ist das Jammern auf hohem Niveau. Er hat eine sehr gute Kondition und seine grundlegende Ausbildung ist Tip Top. Ich musste ihm fast nichts neu beibringen, sondern nur das was er einmal gelernt hat wieder aufpolieren. Trotz seines fortgeschrittenen Alters wird er wohl noch lange im oberen Leistungsbereich mitspielen.“

Ich war wohl für beide unsichtbar, von der Rittmeisterin erwartete ich nichts anderes- sie hätte es mir definitiv nicht verziehen, wenn ich jetzt aus meiner Rolle gefallen wäre- doch Anja enttäuschte mich zutiefst...

„Das ist schön zu hören! Frau Rittmeisterin, auch wenn ich die Philosophie der Pferdeausbildung hier auf Rosengarten nicht teile würde ich mich doch freuen, wenn Sie das Abschlusstraining von mir und Schlachtross vor dem großen Rennen überwachen würden.“

„Sie wollen ihn vor dem Rennen noch einmal selber trainieren?“, fragte die Rittmeisterin erstaunt. Sie schaute sich um und erblickte den Stallknecht.

"Jens- du schirrst Miu und auch Schlachtross aus und bringst sie zurück in den Stall- ich habe mit seiner Jockey noch etwas zu besprechen..."

Während der Stallknecht die Führzügel packte und beide Pferde hinter sich Richtung Stall zog, öffnete die Rittmeisterin die Tür zu ihrem Büro, bat mit einer Geste Anja ihr zu folgen, bot ihr einen Platz an und nahm den Gesprächsfaden wieder auf.

„Ja, natürlich. Da ich ihn fahren werde muss ich wenigstens zwei bis drei Tage vorher mit ihm gearbeitet haben, damit wir uns wieder perfekt einspielen. Ich hoffe das stellt kein Problem dar.“

„Natürlich nicht! Als ausgebildete Jockey haben Sie natürlich immer Zugang zu Ihrem Pferd. Und da Sie ihn beim Rennen fahren wollen ist ein gemeinsames Abschlusstraining obligatorisch. Ich bitte Sie nur nicht öfter hier auf dem Gestüt zu erscheinen, da das Schlachtross zu sehr ablenken würde.“

„Das ist von meiner Seite aus kein Problem. Aber bevor wir uns hier nur gegenseitig loben, Frau Rittmeisterin, möchte ich noch zwei Dinge ansprechen, die mir überhaupt nicht gefallen haben!
Das erste sind die Striemen, die Schlachtross hat. Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass sie Gertenhilfen einsetzten, aber ich habe Ihnen ein Pferd ohne Narben im Fell übergeben und ich bestehe darauf, dass ich es auch ohne Narben zurück bekomme!
Das zweite ist sein allgemeiner körperlicher Zustand. Es ist kein Schaden, dass er ein paar Kilo Fett losgeworden ist in den letzten beiden Wochen, aber viel magerer sollte er jetzt nicht mehr werden. Ich denke, dass Sie seine Kraftfutterration an seine körperliche Belastung angepasst haben.“

„Machen Sie sich keine Sorgen, Schlachtross ist bei uns in den besten Händen und was die Striemen angeht, das war ein Unfall der sich sicher nicht wiederholen wird.“

"Ich habe ihr Wort, Frau Rittmeisterin- es wird sich nicht wiederholen..."

Die Rittmeisterin und Anja standen auf, sie begleitete Anja noch bis zum Auto und wünschte ihr eine gute Fahrt zurück nach 'Waldsee'...

DRACHENLORD ENDE


Schlachtross:

Ich trottete wie am Boden zerstört hinter dem Stallknecht her- was war nur in meine Jockey gefahren? So schön ihr überraschender Besuch und das gemeinsame Training hier auf 'Rosengarten' auch gewesen war, ihre Worte hatten mich zutiefst verunsichert. Ja... manchmal war ich ein sturer Bock- auch ihr gegenüber- gewesen; ja... Markus und die Rittmeisterin verstanden wirklich etwas von Pferdeausbildung und ja- ich freute mich über die Aussage von Anja, einige Tage vor dem Rennen mit mir hier gemeinsam sich auf das Rennen vorzubereiten...- aber dazwischen lagen noch mindestens dreieinhalb lange Wochen! Ich hatte gerade mal zwei hier hinter mich gebracht und wollte mit jeder Faser meines Körpers nur noch weg! Der heutige Morgen hatte mir den Unterschied zwischen den Einstellern und uns Gestütpferden- auf deren Niveau ich gehalten wurde- nachdrücklich vor Augen geführt! Ich war der Schikanen und kleinlichen Demütigungen durch Mira, Augustine und Annika; der Rangordnungskämpfe mit Blacky und Lion so überdrüssig! Einzig meine Zusage gegenüber Bea hielt mich hier- und die Freundschaft mit Miu gab mir den nötigen Halt, den ich hier so dringend benötigte. Und dann so eine Aussage von Anja...
Hatte sie meine Narben nicht gesehen? Die waren doch der sichere Beweis dafür, wie wahr die kursierenden Gerüchte über diese Pferdehölle hier sind. Hatte sie eventuell von Lady Bea einen 'Maulkorb' erhalten, damit das Abkommen zwischen ihr und der Baronin nicht gefährdet würde? War sie sogar meiner überdrüssig- dank meiner 'Sturheit', wie sie es nannte? Sie hatte es doch selbst gesagt, es war ihr fast zu viel geworden...
Wie abwesend wurde ich vom Stallknecht ausgeschirrt und mit der üblichen Fesselung in die Hengstbox geschoben, in der zu meinem Glück sich schon Brutus und Miu, der vor mir durch Jens ausgeschirrt worden war, aufhielten. Ich schaffte es noch, die Fassade bis zu seinem Verschwinden aufrecht zu halten- danach brach diese zusammen, verkroch mich in meine Ecke und heulte hemmungslos. Ich fühlte mich so einsam wie noch nie zuvor in meinem Leben- verkauft von meiner Gestütschefin und im Stich gelassen von meiner Jockey... Von beiden verraten!
Durch den Schleier meiner Tränen nahm ich nur undeutlich wahr, wie Miu mir durch seine Nähe Trost zu spenden versuchte und Brutus aufpasste, daß niemand mich in diesem Zustand zu sehen bekäme...
Zu meinem Glück schirmten mich die beiden gut ab- Miu schaffte es, mich aus dem Loch zu holen, noch ehe Markus Lion und Blacky in die Box brachte und uns die anstehende Fütterung ankündigte. Wir wären heute vor den Stuten dran, daher wäre er gleich wieder zurück...
Unser Trainer hielt sein Wort- anscheinend hatte der Pferdeknecht schon alles für uns vorbereitet gehabt. Markus lobte beim verteilen unserer Mahlzeit in der Raufe Blacky und mich für die 'gezeigte Performance' am Vormittag. Das Futter hatte sich aber nach dem Frühstück wieder vom Niveau für Einsteller auf das für uns Gestütpferde gesenkt...

"Na du Hengst- was machen deine Rippen?"- mit dieser Frage tastete er Blacky's Oberkörper ab. "Scheint dir ja nach der Nacht draußen wieder besser zu gehen...- Schlachtross hat dich heute Morgen gut vertreten... Hat dich heute Mittag Witnere noch einmal besucht?"

Während mein Rivale die Frage von Markus nickend bejahte, horchte ich auf.

'Das war ein verdammt großer Zaunpfahl...- dieser Einsteller hat sich vor seiner Abreise noch einmal nach seinem 'Partner' hier bei den Trainern erkundigt? Ihn auch noch einen Besuch auf der Weide abgestattet? Hatte er vielleicht auch seine Narben gesehen?'

Letzteres war nach einem Moment weiteren Nachdenkens wahrscheinlich eher nicht geschehen- doch auch nur, weil Blacky tags über ja in Latex gesteckt war. So wie ich in Lycra...

'Falschspieler...- die Rittmeisterin und auch du, Markus... Ihr vertuscht auch, was hier wirklich passiert!'

"Und dir, Schlachtross, soll ich von ihm ausrichten...- er dankt dir für die gemeinsame Einheit heute morgen und wünscht dir viel Erfolg im Rennen!"

Ich glaubte nicht richtig zu hören- doch es kam noch besser!

"Vanessa lässt dir ausrichten, deine Jockey hat sie... nachdem Jens dich hier in den Stall gebracht hat...auf die dir zugefügten Narben angesprochen und sie hätte ihr zugesichert... dies würde nicht wieder vorkommen..."

'Anja hatte es registriert... und um mich nicht als ihr Pferd hier in Verlegenheit zu bringen, auf das Vier-Augen-Gespräch mit der Rittmeisterin gewartet...'

Ich war einfach nur dankbar- meine Gedanken gegenüber Anja von vorhin waren so falsch gewesen! Sie war meiner nicht überdrüssig! Markus hatte ja keine Ahnung, wie sehr er mich mit diesen wenigen Sätzen aufbaute- zudem hatte er, ohne es zu bemerken, mir den Vornamen der Rittmeisterin mitgeteilt...
Ich hatte meiner Jockey und den beiden hier Unrecht getan... daher unterbrach ich sogar mein fressen, um mich zumindest Markus zuzuwenden und rieb meinen Kopf an seiner Brust. Erstaunt hielt er inne, gestattete mir aber diesen Akt gezeigter Zuneigung.

"Alles gut Schlachtross...- ich muss noch die Stuten füttern..."

Mit diesen Worten schob er mich vorsichtig von sich zurück und verließ die Box. Ich kehrte an die Raufe zurück- mein erkämpfter Status als zweiter Hengst in der Rangordnung hatte verhindert, daß ein anderer sich an meiner Ration zu schaffen gemacht hatte. Ich war mir sicher, meine Jockey würde auch Bea berichten, was sie hier gesehen hatte- ich war von ihnen nicht vergessen!

50. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Pup_Fl am 04.06.21 11:41

Hi!
Ich muss mich mal kurz dazu melden. Ich verfolge die Geschichte gespannt und freue mich unheimlich auf die Fortsetzungen. Ohne jetzt auf den Inhalt eingehen zu wollen (der mir übrigens auch sehr gut gefällt! 😊 finde ich es gigantisch, wie du es schaffst, die originale Geschichte mit deiner eigenen so stimmig zu ergänzen. Dass Witnere hier auch teilnimmt, finde ich prima. Zumal mir seine Geschichten auch unheimlich gut gefallen (haben). Mach bitte weiter so! 😊
Liebe Grüße!
Flo
51. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 11.06.21 12:31

Hallo Pub_Fl,

vielen Dank für dein Lob- wie schon mal gesagt, das 'verlängerte' Wochenende von Witnere diente in der Story einzig dem Herausarbeiten der unterschiedlichen Behandlung von 'Einstellern' und 'Gestütpferden'.
Ich hoffe, dies ist für die Leser gelungen...- und als 'Autor' beider Handlungsstränge war dies kein großes Problem.

Was Schlachtross angeht- der Stress und das Training haben ihm bereits soweit zugesetzt, das dies sich in Stimmungsschwankungen und dem Infragestellen des Rückhalts seiner bisherigen Bezugspersonen äußert. Und Mira hat, wie schon geschrieben, ihn nicht vergessen- aber lest selbst...



Tag 17, Dienstag- Woche drei



Vormittags in der Lounge der beiden Baroness:


"Raus mit dir und ab in deine Kammer!" blaffte Augustine die 'gelbe' 'Sissy' an, die sich gerade um die Füße ihrer Schwester bemühte. Wie gewöhnlich trug sie ihren cremefarbenen Latexcatsuit, schwarze Stiefel und den von ihr geliebten Arztkittel. Mira, die wegen des Gespräches bei ihrer Mutter- natürlich ging es wieder um ihre Art, wie sie Schlachtross in der ersten Woche seines Aufenthaltes hier trainiert hatte und die daraus resultierende Beschwerde von Lady Bea bei der Baronin- heute morgen noch immer schlecht gelaunt war, schaute ungehalten ob der Störung und wollte gerade fragen, was denn los wäre- aber die 'Tierärztin' kam ihr zuvor.

"Annika hat den modifizierten Trainingsplan fertiggestellt- du und dein Knecht können bereits heute in der Mittagspause beginnen, ihn umzusetzen."

Diese Eröffnung zauberte Mira ein Lächeln in ihr Gesicht, Ihre Laune verbesserte sich schlagartig und sie vergaß augenblicklich den Tadel, mit dem sie ihre jüngere Schwester seit ihrer Internatszeit aufzog. Augustine hielt ihr das Tablet hin und setzte sich neben Mira auf den Diwan- mit ein paar Clicks rief sie den von der Rittmeisterin erstellten Plan auf und stellte ihre 'Ergänzungen' samt der zu erwartenden Resultate in eine Spalte daneben. Mit geschäftsmäßiger Stimme begann sie daraufhin Mira zu erzählen, unter welchem Vorwand sie bei ihrer Mutter an den Trainingsplan von Schlachtross für diese Woche gekommen war, wie welche zusätzliche Einheit zu trainieren und welche Effekte dabei anhand der durch sie von Schlachtross erhobenen Daten zu erwarten wären. Mira kürzte dies nach einigen Minuten des Zuhörens ab indem sie fragte, wann mit dem ersten Zusammenbruch zu rechnen sei. Die Antwort übertraf ihre kühnsten Hoffnungen als Augustine ihr den Beginn der kommenden Woche als spätesten Termin dafür nannte. Spontan umarmte Mira sie für diese "hervorragende" Nachricht und küsste ihr auf den Mund.

"Schwesterherz- wie gesagt... treibt ihn bei jedem zusätzlichen Training in den 'roten Bereich' seiner Vitalwerte. Fordere ihm in jedem Galopp seine maximale Leistung ab- am besten, du verknüpfst das für ihn mit deiner Peitsche... Wenn du von ihm diese Gangart abforderst... sollte er nach einigen Einheiten durch dich und den Knecht so konditioniert sein, daß er automatisch über sein Limit geht! Intervalltraining ist da am besten geeignet... Du merkst, wenn er anfängt nur noch verzögert auf deine Kommando's zu reagieren- dann hast du ihn genau da, wo er hin soll. In diesem Fall solltest du diese Verzögerungen unbedingt tolerieren...- in den Rennen kann es dann gut sein, ein anderer Jockey hat damit Probleme bei Ausweich- und Überholmanövern... Unfaire Fahrweise und Behinderung anderer Teilnehmer- du verstehst?"

Ein herzhaftes Lachen ihrer Schwester zeigte Augustine, die Ironie in ihrer Ausführung war bei Mira angekommen...

"Eines noch...- wie du hier im Plan erkennen kannst, möchte ich ihm die Hälfte der Einheiten in Latex trainieren lassen. Die Daten dazu wären für meine Studien recht nützlich und du weißt, ich stehe im Unterschied zu unserer Mutter auf hübsch in Gummi verpackte Pferde...- und ich würde ihn gern heute Abend für einen zusätzlichen Ausdauertest in meiner Klinik haben!"

Mira's gute Laune sank ein wenig- sie hatte vor gehabt, sich selbst etwas 'Spaß' mit Schlachtross zu gönnen und erwiderte dies auf Augustine's Bitte. Aber irgendwie siegte die Neugier auf das, was ihre Schwester mit ihm vorgehabt hätte und lauschte lächelnd der folgenden Erklärung.
Nachdem Augustine ihre Ausführungen dazu beendet hatte, schlug Mira ihr einen Kompromiss vor:

"Was hälst du von einer Lösung, bei der wir beide auf unsere Kosten kommen würden?"

Mit einem interessierten Nicken signalisierte die "Tierärztin" Aufmerksamkeit.

"Leider soll ich mich bei unserem 'Hengst' mit meiner Peitsche zurückhalten- Mutter ist mir damit schon wieder auf die Nerven gegangen... 'Belohnung für seinen Einsatz in der vergangenen Woche... nicht unser Eigentum...'- die ganze Leier! Daher wollte ich ihn eigentlich nach der Fütterung heute Abend vor dem Sulky noch so ein wenig hetzen- die Angst vor den bisher von mir bekommenen 'Unterstützungen' dürfte ihn auch so vorwärts treiben...
Aber wie würde es dir gefallen, wenn das Schlachtvieh dabei mit Atemreduktion laufen müsste? Du kannst dies gern von der Tribüne aus beobachten... - natürlich bekommst du auch seine Vitaldaten. Wenn unser "Freund" nächste Woche seinen Zusammenbruch hat, können wir ihn uns ja teilen- du versorgst ihn, ich überprüfe seine Leistungsfähigkeit und du bekommst ihn danach wieder zu notwendigen 'Nachkontrollen'. Zusätzlich biete ich dir Blacky in Latex morgen den kompletten Tag an- der ist, nachdem einer unserer Kunden dies so gewünscht hat, bereits seit Samstag auf meine Anweisung hin bis auf Widerruf durch mich so unterwegs- da steht laut Plan ohnehin das Zirkeltraining bei dir in der Klinik an und du weißt ja, wie dieser Hengst bei so einer 'Verpackung' panisch wird...
Genau- du kannst Blacky für ein paar deiner Tests bekommen, wenn er für die Zuarbeit für irgendwelche Gastpferde vorgesehen ist und den Ausfall kompensieren wir, indem wir unseren 'gemeinsamen Freund' stattdessen die Einsteller übernehmen lassen. Da der Stallknecht mir hörig ist, wird er, wenn ich ihm dies sage, ohne weitere Fragen dies umsetzen. Ich muss nur abgleichen, wann er das Schlachtvieh trainiert und ich einen der Einsteller mit Blacky bespaßen muss...
Du wolltest das Schlachtvieh eh in Latex trainieren lassen. Da fällt ein Gummihengst eh nicht weiter auf und die Lücken in seinem Trainingsplan wird er mit je einer Einheit vor dem üblichen Wecken, am Abend und auch in der Mittagspause ausfüllen! Er soll doch fit zum Rennen sein..."

Bei dieser Vorstellung brach Augustine in Gelächter aus, in das ihre Schwester mit einstimmte- aber mal schauen, ob sie nicht noch mehr bekommen könnte...

"Ich bin damit einverstanden- wenn du auch meine Stute vom normalen Training freistellen kannst! Die soll so wie Blacky morgen meiner vollen Aufmerksamkeit sicher sein; die benötigt nach dem Wochenende wieder etwas "Führung..."

Mira war klar, ihre Schwester mochte es nicht, wenn Steel und Brutus zusammen waren- aber warum sollte sie Augustine ihren Spaß verderben? Wenn sie die beiden Pferde ein wenig härter fordern wollte- es war ihr Recht.
Mit einer weiteren Umarmung und einem Kuss besiegelten sie ihren Deal...


Mittag...


Schlachtross:

Ich war froh, die letzte Einheit mit Jens in der Reithalle war vorüber...- der Trainingsplan war schon recht anspruchsvoll und die Sonne hätte mich draussen zusätzlich Kraft gekostet. Ich freute mich daher auf die jetzt vor mir liegende Erholungsphase im Stall und das damit verbundene Nachlassen des Schmerzes in meinen Muskeln. Die Tränke war gerade nicht durch eines der Einstellpferde besetzt und so konnte ich meinen Durst stillen. Zurück an der Bande der Halle lehnte ich mich an das kühle Holz und dämmerte ein wenig vor mich hin.
Ein leichter Tritt gegen die Oberschenkel veranlasste mich, meine Augen zu öffnen- vor mir hatte sich der Pferdeknecht aufgebaut und grinste überheblich.

"Hoch mit dir, du fauler Gaul, und mir nach!"

Dazu deutete er mit der Gerte an, was bei einer Weigerung auf mich warten würde... Folgsam trottete ich daher hinter dem Pferdeknecht in den Bereich, wo normal die Einstellpferde für ihre Einheiten vorbereitet wurden. Eines dieser 'Hobbypferde' stand komplett in Latex gehüllt bereits eingespannt vor einen Zweispänner- Sulky... Mir schwante böses, aber der Pferdeknecht führte mich zielstrebig an dem "Einsteller" vorbei in die dortige Sattelkammer.
Die in mir kurz aufflammende Erleichterung wurde aber jäh enttäuscht, nachdem ich in dieser auf einem Tisch liegen sah, was Jens wohl für mich bereitgelegt hatte. Da wartete eines der von Rosengarten verwendeten Outfits, wie sie für die zahlenden Latexpferde vorgehalten wurden. Das Kommando von Jens bestätigte seine Befürchtung:

"Hinterhand..."

Er befreite den Hengst zuerst von den Hufstiefeln und löste dann die Handfesseln vom Hüftgurt.

"In 10 min stehst du wie der Einsteller hier mit allem neben dem Tisch- sonst setzt es was! Die Baroness hat mir da freie Hand gegeben- und du hast das Vergnügen, die nächste Einheit von ihr gemeinsam mit Brutus trainiert zu werden..."

Diese Worte des Pferdeknechtes versetzten mich in Panik!

'Sind die wahnsinnig- die wollen mich jetzt hier als Schulpferd in Gummi verpackt einsetzen...'

Ich wollte es nicht glauben...- und doch war es die Realität!

'Ein Mal! Nur ein einziges Mal...!'

Die Rittmeisterin hatte mir doch gestern noch gesagt, mein Einsatz wäre einmalig... da ich für Blacky einspringen müsste; aber das war Rosengarten at it's best- Vertraue niemandem und glaube keiner Versprechung!
Enttäuschung machte sich in mir breit- Schlachtross war von der Rittmeisterin ausgenutzt und, nachdem er freiwillig alles gegeben hatte, weggeworfen worden...

'Die brauch nicht noch einmal zu kommen...- und Markus vorzuschicken kann sie auch vergessen...
Oder hat das jemand anders befohlen und das ist mit ihr gar nicht abgesprochen? Sie hatte doch bisher immer ihr Wort gehalten...'

Es war ein ganz schwacher Funke Hoffnung, an den ich mich klammerte. Ich wollte so, von einer Person, zu der ich... entgegen des 'Fehlstarts' beim Transport nach Rosengarten... neben dem Pferdetrainer Vertrauen gefasst hatte, nicht enttäuscht werden...
Doch wenn ich vom Pferdeknecht keine Prügel riskieren wollte, müsste ich mich jetzt langsam in den Suit hineinzwängen, ging mir durch den Kopf. Zumal die folgende Einheit mich in die Hände meiner Erzfeindin gab- und ihr 'Schoßhündchen' ihr jede noch so kleine 'Widerspenstigkeit' von mir berichten dürfte!
So griff ich nach dem Ganzanzug, hob ihn vom Tisch und drehte ihn für den Einstieg zurecht. Er schien etwas zu gross zu sein und fühlte sich innen feucht an- das würde doch nicht einer von denen sein, die sie vorgestern angehabt hatten? Schlachtross hatte zwar hier in Rosengarten eine Menge ertragen, die Vorstellung trieb ihm aber doch ein Gefühl des Ekels über den Rücken. Einen Vorteil hatte die Feuchtigkeit aber- das Anziehen ging recht flott vonstatten und ich stand komplett eingehüllt in Latex auf meinen Hufstiefeln bereit, als Jens zurück war. Dieser schloss den Rückenreissverschluss und zog mir die Maske über. Mich amüsierte es, wie Jens noch immer versuchte, so weit wie möglich außer Reichweite meiner Hufstiefel zu bleiben- dann spürte ich das Atemrohr zwischen den Zähnen und versuchte gleichmässig zu atmen. Zum Glück hatte der Pferdeknecht nicht auch noch eine Art Zungenstrecker hinzugefügt- aber auch so war klar, die Trainingseinheit würde hart werden.
Hufhandschuhe, Schweif und mein Zuggeschirr vervollständigten das Outfit, mit dem ich jetzt neben dem 'Einsteller' vor den Sulky gespannt wurde. Jens gab das Startkommando, lenkte den Sulky gekonnt in die Reithalle und Schlachtross konnte nach dem Stoppsignal durch die getönten Augen den hergerichteten Parcours erkennen. Nicht allzu schwer- aber der Pferdeknecht dämpfte aufkommende Vorfreude.

"Nordic- du hast heute Parcourstraining und dein Trainingsziel ist, diesen blind zu laufen. Wenn du dabei sicher bist- werden dein Jockey und du danach und in den folgenden Tagen draußen auf der Wettkampfstrecke trainiert werden. Bisher sah deine Leistung sehr vielversprechend aus...
Dein Partner neben dir wird das Tempo vorgeben- der arbeitet dir als Schlepper zu."

Na toll- auch wenn der Hallenuntergrund gerade geglättet worden war, Sand blieb Sand...
Ein über die Zügel auf meine Trense übertragener kurzer Zug gab das Startsignal. Ich begann die erste Anfahrt recht langsam mit Rücksicht auf das neben mir laufende Pferd- was Jens erstaunlicherweise tolerierte. Seine Zügelsignale kamen auch recht präzise, was es meinem 'Partner' in ersten Durchgang recht leicht machte. Erneut in der 'Startposition' angekommen, gab es erneut einen Halt, in dem Jens absaß und den Einsteller für seine Leistung lobte. Da wurde einem die hier herrschende Wertigkeit zu uns 'Gestütpferden' mehr als deutlich vorgeführt... Vertieft wurde dies durch die Ansage an mich, die der Pferdeknecht im Anschluss leise mir gab:

"Diese Schleichrunde lass ich dir mit Rücksicht auf deinen zahlenden Partner durchgehen- aber jetzt machst du Tempo oder es setzt Hiebe!"

Aufsitzen und ein Schnalzen- diesmal zog ich sofort mit voller Kraft und hielt meine Schrittfrequenz so hoch, das "Nordic" in seinem blinden Zustand Mühe hatte, auch ohne Zug auszuüben, das Tempo zu halten. Wir schafften aber auch diese Runde ohne Beanstandungen- aber ich merkte überdeutlich den Widerstand, den ich beim Ziehen hier auf Sand zu überwinden hatte. So ging es insgesamt noch weitere acht Runden- davon die letzte im Trab- in der ich ihn für jeden gelaufenen Meter verfluchte, ehe Jens mit der Einheit am Ende war und uns zurück in die Gasse lenkte. Dort schirrte er zuerst den anderen Hengst aus und brachte ihn zurück in seine Box.
Ich stand bis zu den Unterschenkeln in meinem eigenen Schweiß und war dankbar für jede Sekunde, die Jens weg war und ich so zum Regenerieren nutzen könnte. Hätte der Pferdeknecht dieses Programm draußen auf dem Platz in der prallen Sonne durchgezogen... da war ich mir sicher...- ich wäre kollabiert!
Nachdem mein Peiniger zurück war, wurde auch ich ausgeschirrt und durfte mich aus dem Outfit pellen. Er war sogar so höflich und füllte mir einen der Tränkeimer mit Wasser auf. Meine Hoffnung, dass er erkannt hätte, wie durstig ich nach dieser Einheit war, wurde aber erneut enttäuscht- ich durfte mich nur mit meinen Füßen in den Kübel stellen um meinen überhitzten Körper etwas herunter zu kühlen. Jens weidete sich an meinen Blicken, die ich dem Wasser unter mir zuwarf, nachdem er einen Versuch von mir, mich zu bücken, mit einem heftigen Gertenhieb unterbunden hatte. Nach einer Pulskontrolle von ihm, die wohl zu seiner Zufriedenheit ausgefallen sein musste, durfte ich aus dem Eimer steigen, die Hufstiefel wieder anziehen und mir wurden wieder die Hände am Hüftgurt fixiert. So äußerlich in den 'Vorpausen'- Zustand zurückversetzt, gab er mir das ersehnte Kommando "Abknien" und zeigte auf den Eimer, in dem ich gerade noch gestanden hatte. Dies war mir egal- ich soff von dem inzwischen lauwarmen Wasser, bis ich meinen Durst gestillt hatte und dies durch ein Schnauben kundtat.
Nach dem aufrichten wurde ich noch von ihm mit Sonnenschutzmittel eingerieben- dann bekam ich das Kopfgeschirr angelegt und mit einem falschen "Viel Vergnügen bei der nächsten Einheit..." führte er mich aus der Gasse in die Halle zurück, wo Mira mit Brutus bereits auf mich warteten.


Hengstbox- Abend...


Schlachtross in mir war dankbar für die Zeit, die vergangen war, seit Markus mich nach der letzten Einheit mit ihm zurück in die Gemeinschaftsbox gebracht hatte und ich nach dem anstrengenden Tag endlich etwas zur Ruhe kam. Das Training bei der Baroness war zu meiner Überraschung, von einem für sie 'normalen' Maß an Schlägen für uns, ohne Zwischenfälle verlaufen...- das Brennen in meinen Muskeln war inzwischen auch auf ein erträgliches Maß zurückgegangen und so freute ich mich auf die anstehende Fütterung- auch wenn es vermutlich doch nur wieder geschnetzeltes Gemüse war. Das Klappern der beiden Eimer wurde vernehmbar und ich schaute wie alle anderen Hengste in der Box gierig zur Tür, in der gleich der Pferdeknecht zu unserer Fütterung auftauchen musste.
Als sich die Boxentür öffnete, schwante mir böses- Jens war in Begleitung von Mira und diese zeigte sofort auf mich.

"Auf!"

bellte sie mich mit dem von ihr gewohnten Kommandoton an. Mit der Peitsche zeigte sie auf die Stelle, wo ich zu stehen hätte- dann überwachte sie vorerst die Arbeit ihres Pferdeknechtes, der den Eimerinhalt in der Futterraufe verteilte. Sie zeigte dem Knecht, wie er das Futter, wie jeder von uns es sehen konnte, in fünf gleich große Haufen zu unterteilen hatte- nahm dann von vier Rationen je eine halbe Hand voll und fügte sie der fünften hinzu. Danach griff sie in ihre Gürteltaschen und holte einige Stücke eines Energieriegels heraus, die sie auf diese Portion legte.

"Schlachtross bekommt jetzt von mir noch eine extra Trainingseinheit- daher bekommt er auch diese Portion hier- ist das klar? Ihr werdet mit eurem Futter warten, bis wir wieder zurück sind- damit ihr euch nicht ohne Erlaubnis bedient, werdet ihr an den Halteösen festgebunden. Knecht- mach sie fest!"

Wortlos wandte die Baroness sich mir zu, hakte meine Führzügel in mein Kopfhalfter ein und zog mich aus der Box- die Blicke der anderen Hengste bekam ich nicht mehr mit...
In der Stallgasse konnte ich einen der Rennsulkys sehen- den Typ, wie er auch zum Rennen, auf das ich hier hin trainiert wurde, zum Einsatz kommen würde. Wenigstens keiner der schwereren Trainingswagen dachte ich bei mir, als Jens der Baroness das Einspannen meiner Person abnahm. Was mir aber im ersten Augenblick komisch vorkam, als letzte Maßnahme nahm der Pferdeknecht mir mein Kopfhalfter ab. Ein Blick zu Mira gab die Erklärung für dieses Verhalten- sie hatte mittlerweile aus einer Kiste eine ABC-Maske mit angeschraubtem Filter genommen und drehte diese in ihren Händen so, daß mir klar wurde, ich würde diese in wenigen Augenblicken über meinen Kopf gezogen bekommen.
So war es auch- nach den Kommandos "Abknien" und "Kinn vorstrecken" war mein Kopf darunter verschwunden. Als letzte Handlung schob Jens an zwei seitlichen Öffnungen der Maske, die mir bisher entgangen waren, eine einfache Gummitrense hindurch, die so zwischen meinen Zähnen lag. Sofort merkte ich nun den Widerstand des Filters beim Atmen- da die Maske nun doch recht dicht vor meinem Gesicht anlag. Links und rechts wurden noch die Zügel eingehangen, dann saß Mira auf und überprüfte mit einem leichten Zug an jeder Seite, ob ich Ihre Lenksignale in meinem Maul spürte. Ich wieherte sicherheitshalber jedes Mal und zeigte ihr auch durch Kopfbewegung, das diese bei mir ankamen. Zufrieden damit gab sie mir das Kommando "Schritt!" und lenkte mich wider Erwarten recht sacht aus dem Stall.
Ihre Lenkkommandos führten mich zügig zu dem jetzt in der Dämmerung bereits beleuchten 1000 Meter Rundkurs, wo sie einen Stopp einlegte, absaß und zu mir nach vorn kam. Die Baroness nahm die Zügel unter meinem Kinn kurz und zog mich soweit zu sich herab, daß ich durch die runden Augengläser Blickkontakt mit ihr hatte.
In einem für sie unerwartet ruhigen Ton teilte sie mir mit, meine Aufgabe wäre es, mehrere Runden im Trab mit Galloppeinlagen zu laufen. Sie bräuchte nicht zu betonen, daß ich hierbei vollen Einsatz... wie bereits heute Nachmittag... zeigen sollte- erstens sei ich hier zur Rennvorbereitung und nicht zur Kur und zweitens warteten die anderen Hengste auf unsere Rückkehr, damit diese ihr Futter fressen dürften. Auch würde ich ja sicher auf ihre 'Motivationshilfe' verzichten wollen...
Mit dieser für die Baroness ungewohnt sanften Ansprache saß sie erneut auf und schon spürte ich das Rucken der Trense. Ich begann gar nicht erst mit Schritt sondern fiel gleich in den Trab- und hoffte still, sie würde mir wenigstens eine Runde zum Warmlaufen zugestehen, ehe die erste Galloppade von mir abverlangt würde. Ich hatte keine Ahnung, wieviele Runden sie mir jetzt abverlangen würde- aber möglicherweise erkannte sie an, das ich bereits einen Trainingstag hinter mir hatte, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür bei der Baroness gering war. Schnell merkte ich, wie mir trotz eines ruhigen Trabs warm wurde und ich dank des Filters immer tiefere Atemzüge machte, um genug Luft in meine Lungen zu bekommen...


Was Schlachtross nicht sehen konnte- Mira hatte ein Smartphone aus ihrer Tasche genommen und wie von ihrer Schwester gezeigt, die App aktiviert, mit der sie die Vitaldaten des vor ihr laufenden Hengstes angezeigt bekam. Sie sah, wie seine Körpertemperatur trotz der Abendkühle auf etwas mehr als 38 Grad anstieg, seine Herzfrequenz die 120/min überschritt und seine Atemfrequenz auf über 25/min stieg. Augustine hatte ihr gesagt, sie solle dafür sorgen, dass er bei den von ihr geplanten Einheiten nicht unter diese Werte fallen sollte- in den Abschnitten, wo man ihm volle Leistung abverlangen wollte, wäre eine Herzfrequenz von 180- 200/min über eine komplette Runde schon verkraftbar. Mira solle es nicht übertreiben- wenn sie sich an das von ihr und Schwester Annika erstellte Programm halten würde, wären erste Resultate bereits eine Woche vor dem Rennen erkennbar- und würden zwangsläufig zu einem Kreislaufzusammenbruch von Schlachtross spätestens im dritten Viertel des großen Rennens führen. Bei diesem Gedanken musste die Baroness lächeln...- und gab, eingedenk der Warnung ihrer Mutter, mit einem sehr sanft ausgeführten Peitschenhieb dem Gaul vor ihr das Signal zum ersten Sprint.


Der Schmerz zwischen den Schulterblättern kam überraschend und war "erträglich"- im Gegensatz zu den bisherigen Erfahrungen, die ich mit der Baroness gemacht hatte. Aber er zerstörte meine Hoffnung auf ein vernünftiges Warmlaufen und mit der stummen Bitte, damit weitere Schläge abzuwenden, gab ich Vollgas. 100 Meter, 200 Meter- der Puls hämmerte in meinen Schläfen und ich holte alles aus mir heraus, was nach diesem Tag noch an Reserven in mir steckte. Nach einer halben Runde spürte ich endlich das erhoffte Rücken zwischen den Zähnen und fiel aus dem Gallopp zurück in den Trab. Ein Peitschenknallen neben mir war für mich das Signal, die Geschwindigkeit zu halten- wenn ich langsamer werden sollte wäre die Konsequenz klar. Aber trotz des Filters und der Maske spürte ich, wie mein Puls sank, das Pochen in den Schläfen nachließ und ich wieder etwas zu Atem kam. Im leichten Dauerlauf, einen Schritt vor den anderen setzend, erlaubte mir die Baroness mich ein wenig zu regenerieren, ehe sie mit dem Beginn der dritten Runde mir in der bereits vorher praktizierten Weise das Signal zum zweiten Sprint gab. Erneut wurde mir eine halbe Runde Vollgas abverlangt- ich merkte, wie sich zum Ende hin mein Blickfeld begann sich einzuengen. Zum Glück für mich nahm Mira rechtzeitig das Tempo heraus und gönnte mir ein komplette Runde zu Erholung. Bis auf die beiden Peitschenberührungen als Signal zum Sprint hatte sie sich mit dem Einsatz Ihres 'Lieblingsspielzeugs' erstaunlich zurückgehalten- erkannte sie möglicherweise meine Leistungsbereitschaft an? Ich hatte immerhin bis jetzt schon dreieinhalb Runden ohne zusätzliche 'Motivation' von ihr zurückgelegt. Oder hatte meine Jockey doch nach ihrem Besuch hier genügend Krach wegen der sichtbaren Narben geschlagen und damit Druck ausgeübt? Bei letzterem verzieh ich Anja für meine Gedanken, die mir nach ihrer Abreise durch den Kopf gegangen waren. Aber das Versprechen der Rittmeisterin, die Peitsche würde bei mir überhaupt nicht mehr eingesetzt, war damit auch nur heiße Luft...- doch konnte dieses auch nur für den Pferdetrainer und sie gegolten haben. Dann hätten die beiden mich nicht belogen und sich daran gehalten- doch gleiches von Mira und Jens zu erwarten wäre illusorisch...


Mira war amüsiert, zu sehen, wie sich der ihr verhasste Gaul abmühte und versuchte, es ihr Recht zu machen. Es juckte ihr in den Fingern, ihn mit der Peitsche bis zum körperlichen Zusammenbruch zu treiben- aber, wenn sie es sich nicht mit ihrer Mutter verscherzen wollte, war sie an deren Verbot diesbezüglich gebunden und... es wäre ein wesentlich größeres Vergnügen, zu sehen, wie dieses Vieh vor ihr und seine Jockey bei dem anstehenden Rennen derartig einbrechen würden, während sie einen sicheren Sieg nach Hause fuhr. Na gut, ein wenig Spaß würde sie sich trotzdem gönnen- noch zwei Sprints und insgesamt sieben Runden würden ihn sicher über sein Limit treiben... Mira wartete fairerweise noch ab, bis die Werte von Schlachtross sich eingependelt hatten und gab dann, dieses Mal über die Zügel, das Signal zum Sprint.


Das Kommando über die Trense nahm ich im ersten Moment gar nicht wahr, so ungewohnt war es, aber: "Gallopp!"- wieder unterstützt von einem 'sanften' Peitschenhieb der Baroness- war das Zeichen für mich, erneut alles aus mir herauszuholen. Ich merkte, wie meine Beine nach einer halben Runde Sprint langsam weich wurden und hoffte auf ein Ende dieser Totour, aber dieses Mal hatte sie kein Einsehen und forderte eine volle Runde von mir. Die letzten 200 Meter spürte ich auch mehrfach ihr Schlagwerkzeug... doch nur als Motivation- obwohl ich schon mehr taumelte als rannte. Mein Atem flog unter der Maske, das Blut in den Schläfen hämmerte, ich sah bereits Sterne und hatte das Gefühl, meine Lungen standen in Flammen...- als endlich das Signal von ihr kam, daß ich langsamer werden durfte. Wie gern wäre ich jetzt stehengeblieben, aber das hätte gnadenlose Prügel bedeutet. Immerhin war die von mir gefühlt vorgelegte Geschwindigkeit langsamer als beim letzten Trab- aber sicher täuschte ich mich. Zumindest schien die Baroness ein Einsehen über meinen körperlichen Zustand zu haben- das befürchtete Signal zum erneuten Gallopp blieb nach einer halben Runde aus. So konnte ich mich noch ein wenig "erholen", ehe Mira mir nach fünfeinhalb Runden das Signal zum finalen Sprint gab.


Mira sah anhand der übermittelten Daten wie die Werte von Schlachtross erneut tief in den roten Bereich schnellten- sie signalisierten ihr, er war eigentlich völlig fertig und sie würde wohl kaum mehr aus ihm herausholen können. Jetzt hatte sie ihn aber genau dort, wo er sein sollte- tief im aneroben Bereich. Diese Trainingseinheit allein- so hatte es ihr Augustine erklärt- würde alles zunichte machen, was diese beiden Idioten von Pferdetrainern mit ihm heute aufgebaut hatten. Dazu noch sein Einsatz in der Mittagspause... Ja, sie würden diesen störrischen Gaul mit der Zeit derart fertig machen, dass er sich noch wünschen würde, nie geboren zu sein. Vielleicht könnten sie ihn sogar damit zum Verweigern treiben und dann hätte sie endlich den Grund, ihn nach ihrem Gusto derart zu quälen, daß sein Beispiel allen anderen Gäulen eine Warnung wäre.


Schlachtross sah vor seinen Augen nur noch Sterne- die Rennbahn war nur noch verschwommen hinter den Gläsern der Maske wahrnehmbar, mein eigener Atem dröhnte in den Ohren und ergab, kombiniert mit meinem Puls, einen Trommelwirbel im Bewusstsein. Auf die korrigierenden Lenksignale, damit ich in der Spur bliebe, reagierte ich nur noch verzögert... der Schmerz im Körper war mittlerweile auch soweit generalisiert, daß Mira's erstaunlich zurückhaltende Peitschenhiebe darin untergingen- ich fühlte mich zurückversetzt an jenen Tag, als ich das erste Mal von ihr über ihre Hindernisbahn gejagt wurde.
Das Kommando zum Übergang in den Trab bekam ich daher erst nach wiederholter Gabe durch die Baroness mit, die in einem Anfall von "Gnade" mich die letzten 100 Meter sogar im Schritt gehen ließ ehe das Signal zum Stillstand kam. Jede einzelne meiner Musken brannte, die Gelenke schmerzten und es dauerte mehrere Minuten, ehe sich mein Atem normalisiert hatte.


Mira fühlte Schlachtross den Puls am Handgelenk- nicht, das dies notwendig gewesen wäre, aber es erweckte den Eindruck einer gewissen Fürsorge- und als sie damit zufrieden war, durfte der Hengst langsam zurück in die Stallgasse laufen, wo Jens auf sie wartete. Die Baroness saß vom Sulky ab, steckte ihr Smartphone weg und übergab dem Pferdeknecht die Zügel. Dann stellte sie sich vor Schlachtross, zog ihm die Maske vom Kopf und hielt ihm auf ihrer Handfläche ein paar Apfelstücken vor sein Maul...


Der typische Stallgeruch drang mit den ersten Atemzügen nach Abnahme der Maske in meine Lungen und machte mir endgültig klar, ich hatte es geschafft- ich würde gleich wieder in der Box bei den anderen Hengsten sein und hoffentlich Ruhe nach diesen sieben Runden Extraschinderei haben. Verwundert schaute ich auf die mir von der Baroness angebotene Belobigung und konnte kaum glauben, als ich von ihr mit einem leichten Kopfnicken aufgefordert wurde, mich zu bedienen. Wie in einem Traum nahm ich vorsichtig die Stücke in mein Maul, zerkaute sie langsam und genoss die süße Kühle in meinem Mund, bevor ich den Brei hinunter schluckte. Jens war inzwischen mit meinem Ausspannen fertig und hielt mir im Anschluss einen Eimer mit Wasser vor mein Gesicht. Ich tauchte meinen Kopf in das Nass und befriedigte meinen Durst, bis Luftmangel mich zwang, ihn aus dem Eimer zu ziehen. Jens nutzte die Gelegenheit, mir mein Dauerhalfter überzustreifen und führte mich zurück in die Hengstbox, wo die Baroness bereits die anderen Hengste von den Halteösen gelöst hatte. Sie schien zufrieden zu sein und mit einer übertriebenen Geste legte sie auf die mir zugedachte Portion drei weitere Stücke der Energieriegels und forderte mit einer Handbewegung auf, mich zu bedienen. Erst als ich alles in meinen Magen befördert hatte, gab sie die Futterraufe für die anderen Hengste frei und verließ zusammen mit dem Stallknecht die Box. Mir waren die ob der ungewohnten 'Vorzugsbehandlung' durch die Baroness zugedachten Blicke egal- ich war mir sicher, keiner der anderen Hengste hätte mit mir tauschen und die sieben Runden laufen wollen. Als Brutus mit seiner Ration fertig war, vollführte ich aber zur Sicherheit ihm gegenüber eine Unterwerfungsgeste als Entschuldigung für die Zeit, die sie auf ihr Futter warten mussten. Mit einem wissenden Kopfnicken wurde diese durch den Leithengst akzeptiert, ich fiel mit der Sicherheit ins Stroh, nicht seinen Unmut auf mich gezogen zu haben...- und merkte nicht einmal mehr, wie Miu sich an mich kuschelte...
52. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 18.06.21 12:15

Tag 18, Mittwoch- Woche drei (Part 1)



Vor dem Frühstück bis Vormittag...


Schlachtross:

Irgendjemand brummte ein "Guten Morgen" und ich war im Halbschlaf versucht gewesen, dies auf normal menschliche Art zu erwidern- ein aufkommender Schmerz am Oberschenkel riss mich aber unsanft aus meinem Traum. Ich konnte es mir gerade noch verkneifen dem Pferdeknecht verbal zu antworten. Dank des Trainings am vorherigen Abend verspürte ich auch einen formidablen Muskelkater und ein paar richtig unangenehme Krämpfe hatten mich nicht wirklich gut schlafen lassen. Sollte es jetzt schon wieder weiter gehen? Ich wurde auch den Eindruck nicht los, Jens hätte uns früher als üblich geweckt worden- einziger Trost war es, auch Blacky wurde munter gemacht. Da der Knecht keine Anstalten machte, die anderen Hengste zu wecken, verdichtete sich der Eindruck einer weiteren Zusatzeinheit, was sich bestätigte, als wir in die Boxengasse geführt wurden und einen Blick nach draußen warfen. Mein noch vorhandenes Zeitgefühl sagte mir, sie waren eine Stunde zu früh dran...
Blacky war mittlerweile auch aus der Box geholt worden und stand neben dem Tisch, wo ich mich gestern zur Mittagszeit in das Latexoutfit zwängen durfte- und ein Blick genügte, um zu sehen, auch diesmal hatte der Pferdeknecht Teile dafür bereitgelegt. Nur eines war verwunderlich- es lag nur eine Pferdemaske vom Typ 'Hochzeit' dabei und Jens machte keine Anstalten, mich damit ausstatten zu wollen. Statt dessen bellte er Blacky an, seinen Pferdekörper möglichst flott mit der schwarzen Haut zu überziehen, damit er seinem Namen alle Ehre machen könne.
Schlachtross fiel ein Stein vom Herzen- so wie ich es einschätzte, sollte ich wohl wie vergangene Woche für Miu nun als "Helfer" bei Blacky agieren. Der Blick in die Stallgasse zeigte mir, daß der Pferdeknecht für unser Training eine leichte zweiachsige Rennkutsche, wie sie für Trailrennen Verwendung fand, bereitgestellt hatte. Während Blacky sichtlich unwohl begann die für ihn bereitgelegten Latexteile überzuziehen, schirrte Jens mich bereits vor die Kutsche. Kurze Zeit später hörte man ihn wieder in der Sattelkammer fluchen, begleitet vom unverkennbaren Geräusch mehrerer Gertenhiebe und unterdrückten Schmerzenslauten, die Blacky von sich gab. Ich war mir sicher, der Pferdeknecht hatte ihm beim Anlegen seines Outfits "Hilfestellung" gegeben...
Immerhin hatte er wohl ein Einsehen, was meine Aufgabe anging- er fesselte diesmal nur jeweils unsere außenliegenden Vorderhufe an das Zuggeschirr. Die innenliegenden verband er derart, daß wir unsere Hände halten konnten. Dadurch hatte er es Blacky ein wenig leichter gemacht, da dieser jetzt schon sichtbar mit seiner Ausstattung kämpfte. Der schwarze Hengst neben mir war bereits ein Nervenbündel- auch wenn meine Berührung ihn derzeit so beruhigte, daß er seine Panik unter Kontrolle hielt...

"Blacky- du Drecksgaul... steh still! Augustine meinte, dir würde ein 'Reduzierstück' helfen dich besser zu konzentrieren- mal sehen, ob sie damit recht hat!"

Nach dieser Ankündigung schob der Knecht in das Atemrohr der Maske eine Art Hartgummizylinder- mir war sofort klar, damit verringerte er den Querschnitt des Rohres und somit auch die Luftmenge, die Blacky mit jedem Atemzug durch dieses ziehen könnte!
Das Ergebnis dieser Maßnahme war sofort sichtbar- mit jedem Einatmen zogen sich die Seiten der Maske ein wenig nach innen und blähten sich beim Ausatmen nach außen... Jens gab dem Pferd neben mir zu meiner Überraschung dabei aber eine ernstgemeinte verbale Hilfestellung:

"...ein... aus... ein... aus...- du hast an nichts anderes zu denken... Den Rest schaffst schon mit meiner Hilfe...
Die Frau Baronin will bei dir keinen Rückfall in alte Gewohnheiten bis zum Turnier- wo du doch das Wochenende so gut mit dem Einsteller harmoniert hast!"

Dem Startkommando des Knechtes nach seinem Aufsitzen folgte zum Glück für mich nicht sofort eine Trabeinlage auf dem Weg wie ich es von Jens bisher gewohnt war. Die Schmerzen in den Oberschenkeln ignorierte ich so gut ich konnte- war mir aber sicher, jetzt bei einem weiteren Training wie gestern Abend zusammen zu brechen. Der Pferdeknecht machte aber keinerlei Anstalten, uns in Richtung der Trainingsbahn zu lenken, sondern schlug einen Weg ein, der aus dem unmittelbaren Bereich von Rosengarten herausführte. Blacky hielt sich- dank des 'Rates' von Jens?- so einigermaßen unter Kontrolle und erfüllte die an uns gestellten Anforderungen...- auch wenn ihm dies häufig durch den Knecht mittels einiger Peitschenhiebe vermittelt wurde. Dabei konnte ich nicht mehr tun, als ihm in diesen Momenten über ein Schnauben und Drücken der Hände zu signalisieren, ich wäre an Blacky's Seite und dieser nicht allein...


Nach einer gefühlten halben Stunde fuhr Jens einen Turn und stoppte dann die Kutsche. Nachdem er abgestiegen war, lobte er die beiden Zugpferde- enttäuschte aber ihre Hoffnung auf ein Leckerlie. Statt dessen schob er über die Maulöffnung von Blacky's Maske einen 'Futtersack', womit er dessen Atmung noch weiter einschränkte und befestigte diesen am den leeren Halfter. Er kontrollierte auch den richtigen Sitz dieser zusätzlich durch Augustine angeordneten 'Herausforderung'- ehe er sich wieder Schlachtross zuwandt.


Nachdem er mit Blacky fertig war, meinte Jens "...ich solle nicht leer ausgehen..."- und so bekam ich einen Zungenstrecker als eines dieser "Extras" durch den Pferdeknecht verpasst. Sofort verspürte ich den dadurch hervorgerufenen Würgereiz und musste mit mir kämpfen, diesem nicht nachzugeben. Als zusätzliche Schinderei verlangte unser Kutscher nun, den Rückweg im Trab zu absolvieren. Ich war froh, als ich wieder das Gestüt vor mir auftauchen sah- aber Jens "gönnte" uns auch noch eine zusätzliche Runde auf der 1000-Meter Bahn, ehe er uns wieder in die Stallgasse lenkte und dort anhalten ließ. Auf ein Ausschirren aus dem Zuggurt verzichtete er bei mir, sondern er entfernte nur die Trense und den Zungenstrecker, ehe er mich zurück in die Box verfrachtete. Kurze Zeit später wurde auch Blacky wieder hereingeführt- er hatte immer noch das ihm verhasste Latex an, aber war von dem Pferdeknecht zumindest von der Kopfmaske befreit worden. Blacky, völlig ausgepumpt, baute sich sich kurz vor mir auf- deutete aber zu aller Erstaunen mit einem Kopfnicken und schnaubend mir eine Art Unterwerfungsgeste als Dank an und verzog sich in seine Ecke. Alle anderen Hengste in der Box schauten uns beide verwundert an, aber weder Blacky noch ich hatten jetzt Lust auf eine pantomimische Darstellung unserer Ausfahrt. Mir schmerzten erneut meine Gelenke- noch ehe das eigentliche Training begonnen hatte- und auch die Hoffnung, für diese Extrarunde etwas mehr Futter zum Frühstück zu bekommen erfüllte sich nicht...

'... zumindest hat er mich nicht geschlagen...'

Jens schüttete sogar etwas weniger als gewohnt in die Raufe, was bei allen anderen Hengsten ein unwilliges Wiehern hervorrief. Verwundert schaute ich fragend zu Miu- und dieser bedeutete mir mit einer pumpenden Armbewegung, daß vermutlich für uns wieder irgendeine Schinderei anstand. Wir schlangen alle unsere Rationen in uns hinein- da der Pferdeknecht jederzeit uns aus der Box treiben könnte.
Es dauerte aber doch länger als erwartet, ehe Jens mit den beiden Stuten im Schlepptau zurück war und sich uns widmete. Er befahl allen, sich in Reihe aufzustellen und legte jedem von uns das von allen Pferden des Gestütes gefürchtete Schockhalsband aus der Tierklinik um den Hals. Danach löste er unsere Vorderhufe vom Hüftgurt, damit wir diese frei bewegen konnten. Widerstand war dank der Halsbänder ja eh nicht zu erwarten...
Während dies geschah, erblickte ich vor der Box Kara und eine zweite Stute im gleichen Latexoutfit wie Blacky vorhin bei unserer morgendlichen Ausfahrt- wenn ich eins und eins zusammen zählte, könnte es sich dabei nur um Steel handeln. Ich hatte keine Ahnung, warum sie in diesem Outfit steckte, aber Jens sorgte als letzte Tätigkeit dafür, daß Blacky ebenfalls seine Maske von heute Morgen- aber ohne das 'Reduzierstück'- wieder aufziehen "durfte", ehe wir von ihm aus der Box getrieben wurden.


Der Knecht führte uns, wie befürchtet, hinüber in die Tierklinik und unser Gang endete im 'Untergeschoss' in einem fensterlosen Raum der an ein Fitnessstudio erinnerte. Insgesamt 10 Stationen waren durchnummeriert, die Übungstafeln zeigten vorwiegend Pictogramme, die auf Tätigkeiten zur Stärkung der Armmuskulatur abzielten. Ich wurde von ihm mit einem Wink zu Station "3" dirigiert und wartete danach, was passieren würde.
Nachdem Jens uns Pferde auf die einzelnen Stationen verteilt hatte, begab er sich hinter eine Art Bedienpult neben der Tür und holte von dort Brustgurte zur Pulsmessung. Diese verteilte er an uns alle und legte zum Schluss diesen auch Blacky und Steel unter den Suit's an- bei der Stute wanderten seine Hände auch noch über ihre Brüste... Danach begab er sich zurück zum Pult und betätigte einen Druckknopf- keine Minute später betrat die Oberschwester Natascha den Raum und der Pferdeknecht verabschiedete sich mit einem Kopfnicken. Das "Urviech" schaute sich um und begann irgendwelche Werte in das Pult einzugeben. Dabei ordnete sie uns wohl den jeweiligen Stationen zu- als sie mich erblickte, nickte sie nur kurz, vollführte aber ihre Tätigkeit zu Ende ehe sie zu mir kam. Mit leiser Stimme sprach sie mich an:

"Da ist ja unser Wunderhengst- da dies hier im Gegensatz zu allen anderen für dich noch neu ist, möchte ich dir ein kleines Geschäft vorschlagen. Du kannst von mir eine Einweisung in den Ablauf bekommen, wirst aber dafür von mir mit den Brustwarzenklammern und dem Zungenstrecker zu Beginn der Übungen ausgestattet. Wenn du dich anstrengst und nicht derjenige bist, der die schwächste Performance pro Übung abliefert, bist du beides nach zwei Stationen los- zuerst die Klammern, dann den Strecker. Du kannst aber auch ohne Infos ins kalte Wasser springen und versuchen, den Ablauf so zu erfassen..."

Ihre Stimme hielt sie nach meinem Eindruck bewusst höhnisch- schon die Bezeichnung 'Wunderhengst' kam derart herablassend, so daß ich mich fragte, ob ich überhaupt auf ihr 'Angebot' reagieren solle. Natürlich waren mir die beiden 'Spielzeuge' auf den Ablagen neben jeder Station aufgefallen- jetzt war mir klar, der schwächste jeder Übung würde diese Teile vermutlich von ihr angelegt bekommen. Was sollte ich tun- den Ablauf erklärt bekommen und zwei Stationen Schmerz erdulden oder es so versuchen und vermutlich auch von ihr gequält werden? Meine Bedenkzeit wurde von ihr sehr kurz gehalten- als sie sich abwenden wollte, schnaubte ich und zeigte auf die Ablage. Das 'Urviech' nickte...

"Jede Übung dauert vier Minuten, dann habt ihr zwei zum Wechsel der Stationen und zu eurer Erholung. Jede Runde dauert daher eine Stunde und wir lassen euch immer zwei Runden hier trainieren. Eure Pulswerte werden gemessen und auch eure Wiederholungen an jeder Station gezählt. Daraus wird automatisch für jeden von euch ein Wert ermittelt und das Pferd mit dem schwächsten Wert darf wählen, welches Teil es die nächste Übung tragen möchte. Blacky und Steel haben heute keine Wahl- für die beiden gibt es heute nur die Klammern...- Verstanden?"

Ich nickte stumm.

"Einige der Geräte sind mit den Halsbändern gekoppelt, du kannst dir sicher denken, welche dies sind. Wenn du bei denen unter eine festgelegte Leistungsschwelle fällst, gibt es einen Stromschlag zur Motivation. Die Stärke der Schläge steigt mit jeder Unterschreitung- Strafe muss sein..."

Mit diesen abschließenden Worten schob sie mit einem Grinsen mir den Zungenstrecker zwischen meine Zähne und legte mir die Klammern an. Der Schmerz war sogar erträglicher als erwartet- aber wie würde sich dies in mehreren Minuten anfühlen?
Ich hatte mit der ersten Übung Glück- es waren Handkurbeln, die ich einfach nur drehen musste- daß sie mit dem Halsband gekoppelt waren stand außer Frage. Mit dem Läuten einer Glocke begann die Übung und ich versuchte möglichst schnell die Drehzahl hochzutreiben. Mist- was hatten die denn für einen Widerstand voreingestellt. Ich kämpfte gegen den erzwungenen Würgereiz und hatte nach 15 Sekunden eine Umdrehungszahl erreicht, von der ich glaubte, sie wäre ausreichend und ich würde sie die geforderte Zeit durchhalten. Das erneute Läuten bestätigte meine Vermutung- "Urviech" kam zu mir und nahm mir die Klammern ab. Während ich auf den Zungenstrecker biß um den Schmerz in den Brustwarzen zu kompensieren steuerte sie wortlos Lion an und ließ ihn wählen. Er entschied sich für die Klammern und ich wechselte derweil zum Klimmziehen.

Miu, der eine Station vor mir üben durfte, hatte mir mit mehrmaligem Schnauben vorher zu verstehen gegeben, ich solle ihn wohl dabei beobachten, während ich die erste Übung absolvierte. Mir war dabei aufgefallen, wenn er die Stange loslassen musste und den Boden berührte, blieb er nie länger als geschätzte 10 Sekunden auf der Bodenmatte stehen sondern versuchte stets eher wieder an der Klimmzugstange zu hängen. Offenbar waren in dieser Sensoren eingebaut, die bei längerem Kontakt die Straffunktion des Halsbandes aktivierten. Ich versuchte erst gar nicht, meine Theorie auf ihre Richtigkeit zu überprüfen sondern zog mich wieder und wieder hoch und sah mit Befriedigung, wie mit jeder Wiederholung der Zähler eine Zahl vorsprang. Wie mir Miu's Beispiel gezeigt hatte, wurde mit jedem Aufsetzen auf dem Boden der Anzeiger um eine Stelle zurück gesetzt- mein Freund hatte so in den vier Minuten immerhin 23 gewertete Wiederholungen geschafft, die ich nur überbieten müsste um einer Bestrafung zu entgehen. Ich hatte nach einer gefühlten Minute bereits 13 gewertete Züge angezeigt, als ich mich das erste Mal fallen ließ und meine Arme ausschüttelte. Von acht heruntergezählt- bevor ich mit einem Stromschlag "motiviert" wurde, hing ich erneut oben und erhöhte den Count auf 18, ehe ich an der Stange hängend eine weitere Pause einlegte. Ich merkte in meinen Armen, dies war ein Fehler, schaffte zwei weitere Wiederholungen, ehe ich zum zweiten Mal loslassen musste. Ein paar Drehungen der Arme um einem Krampf vorzubeugen und erneut hoch an die Stange. Damit hatte ich zwar die geforderte Zeit bis zum Schock unterbrochen, aber als ich mich ohne einen weiteren Zug erneut nach unten begab, kassierte ich nach zwei Sekunden den ersten Stromschlag. Das war unnötig gewesen und ich verwünschte im Stillen die Oberschwester, die mir wohl doch nicht alle Feinheiten der Anlage verraten hatte. Zum Glück wurde keine weitere Wiederholung mir abgezogen. Dermaßen motiviert schaffte ich bis zum Ende dieser Übung insgesamt 28 gewertete Klimmzüge und schaffte es damit, auch den Zungenstrecker loszuwerden während Kara sich für den Strecker entschied. Die beiden nächsten Übungen erwischte es Blacky, der wie von der Oberschwester beschrieben diese mit den Klammern erledigen durfte, ehe es mit der fünften Übung Miu traf und er sich auch für die Klammern entschied. Ich hatte mir beim Hantelziehen, dem Rudergerät und den Liegestützen keine weitere Verwarnung eingefangen, aber jetzt lagen Beugestütze vor mir und meine Arme brannten bereits. Auch schien es hier so, daß eine Bodenberührung SOFORT mit einem Stromschlag geahndet wurde. Die Lichtschranke war auch individuell so eingestellt, daß jeder die Arme mindestens 70 Grad anwinkeln musste, ehe die Wiederholung gezählt wurde. Ich bin mit über 40 gewerteten Counts wohl knapp an der Bestrafung vorbeigeschrammt, die nach dieser Übung an Steel ging. Bankdrücken und eine Übung, bei der ich abwechselnd links und rechts eine 5kg Hantel seitlich in die waagerechte befördern musste, schaffte ich trotz der steigenden Muskelermüdung ohne Strafe- aber Miu kassierte sie bei der nun vor mir liegenden Übung mit dem Boxsack erneut die Strafe und bekam dieses Mal den Zungenstrecker verpasst. Ich versuchte daher von Anbeginn der Übung nichts anbrennen zu lassen und drosch mit aller Wucht auf den Sack ein was Natascha zu der spöttischen Bemerkung veranlasste, der Boxsack hätte mir doch nichts zuleide getan. In meiner Vorstellung standen aber abwechselnd Mira, die Baronin, Augustine,...- allen, denen ich Schuld an meinen erlittenen Qualen und Demütigungen gab- vor mir und bezogen Prügel. Erst mit Ende dieser Übung realisierte ich, wie stark meine Arme weh taten...
Zum Glück für Miu durfte dieser auch wieder den Zungenstrecker ablegen- die Strafe für die geleistete Übung ging an Kara, die von Natascha ohne wählen zu dürfen die Klammern angelegt bekam. Ihr wiehern zeigte überdeutlich, wie unangenehm ihr dies sein musste.
Die letzte Übung dieser Stunde lag vor mir und bestand in einem Rudergerät, wo ich dank der monotonen Bewegung mich wieder etwas umschauen konnte. Ohne Hast zog ich die Haltestange mit der daran befestigten Kette und konnte dank der hier abverlangten Körperbewegungen meine Arme etwas schonen...

Mit dem Läuten der Glocke wurden wir vorerst erlöst und ich bewegte mich ohne Aufforderung gemeinsam mit den anderen in den gegenüberliegenden Raum, wo Jens mit sechs Trinkflaschen auf uns wartete. Natascha nahm Kara noch die Klammern ab und deutete auf sie- damit würde die Stute die zweite Runde ohne getränkt worden zu sein ableisten müssen.
Miu war glücklich und lächelte mich an- trotz der zwei Strafen hatte er es geschafft und war dank seiner gezeigten Leistung an eine der von uns Pferden begehrten Flaschen herangekommen.
Die Pause war gefühlt aber viel zu schnell vorüber und wir durften erneut unsere Positionen im "Fitnessstudio" einnehmen.

In der zweiten Runde wurde Miu dreimal bestraft, Blacky musste zweimal daran glauben- ich hatte zusammen mit Lion, Kara, Brutus und Steel nur einmal zu leiden, auch wenn ich weitere vier Elektroschocks abbekam...
Alles in allem musste ich aber zugeben, auch wenn sich meine Arme weich wie Gummi anfühlten, die Oberschwester hatte uns nicht allzu unfair behandelt- ich war aber froh, als ich das Halsband durch sie abgenommen bekam und wir von Jens nach einer weiteren Fütterung endlich nach draußen auf die Weide getrieben wurden.
53. RE: Abenteuer auf Rosengarten- eine (mögliche) Fortsetzung...

geschrieben von Blackrubberhorse am 25.06.21 11:07

Tag 18, Mittwoch- Woche drei (Part 2)


Schlachtross darf nach dem Training in der 'Klinik' einige ruhige Momente genießen- ehe ihm vom Pferdeknecht erneut übel mitgespielt wird...



Der Pferdeknecht separierte mit dem Erreichen der Weide Blacky von uns, kontrollierte noch einmal bei allen die Befestigung unserer Vorderhand an den Hüftgurten und nachdem er das Weidegatter hinter uns geschlossen hatte, verschwanden beide aus meinem Blickfeld. Brutus und die in Latex verpackte Steel zogen sich in den Schatten des einzigen vorhandenen Baumes zurück- ein Wiehern des Leithengstes machte uns anderen unmissverständlich klar, die beiden wollten nicht gestört werden. Miu und ich nutzten als Ruheplatz den Wasserwagen, Kara wollte sich zu uns gesellen, doch Miu hatte mich schon bei ihrem Auftauchen kurz angestubst und mir mit einem Kopfschütteln signalisiert, ich solle sie nicht heranlassen. Eigentlich hätte ich schon Lust gehabt, an ihr meinen Druck abzubauen, aber ich vertraute Miu inzwischen als Freund und er würde sicher außer Eifersucht noch andere Gründe haben, mich von ihr fernzuhalten. So schnaubte ich bei ihrem Erscheinen, zeigte meine Zähne als Warnung an sie und deutete mit meinem Kopf, sie solle sich einen anderen Platz suchen. Beleidigt über diese Abfuhr nahm sie nur ein paar Schlucke aus der Wasserrinne und zog dann von dannen. Lion hatte uns beobachtet und sah in meinem 'Verzicht' seine Chance und begann Kara langsam in eine Ecke der Weide abzudrängen.
Unter dem Wagen im Schatten sitzend schaute ich beiden nach- meine junger Freund bemerkte meinen Blick und tat dann etwas unerwartetes. Er nutzte den Spielraum seiner rechten Hand und zog mit einem Finger langsam den Namen der Stute auf der festen Erde. Ich nickte und zeigte ihm so, ich hatte verstanden- daraufhin wischte er den Abdruck weg und schrieb "Vorsicht" und "falsch!". Ich hatte derweil unser Umfeld beobachtet- denn Miu sprach zwar nicht, aber was er gerade tat, hätte ihm- und mir- eine gleichartige Bestrafung eingebracht... Er machte mir mit einem "Schlange" endgültig klar, ich solle ihr nicht trauen. Danach sorgte er mit einigen schnellen Bewegungen seiner Hinterhand dafür, keine Spuren seines Vergehens zu hinterlassen. Ich nickte und zeigte ihm, ich hatte verstanden- Kara sei ein falsches Stück und ich dürfe ihr nicht trauen.
Miu zeigte seine Freude über mein Verstehen und begann auf Pferdeart, an meinem Nacken zu knabbern. Sein Engagement führte dazu, ich entspannte mich und auch wenn ich es in diesem Moment eigentlich nicht wollte- mein Schaft versteifte sich dank der Zärtlichkeit, die der Junghengst mir angedeihen ließ. Für Miu blieb dies nicht unbemerkt- mit einem Schnauben und dem Einnehmen der entsprechenden Stellung bot er mir an, ihn zu decken. Damit stürzte er mich zum wiederholten Mal in einen Gewissenskonflikt- klar genoss ich es, ab und an auch mal GV mit einem Mann zu haben und mir war auch bewusst, in einer Gemeinschaft von Hengsten ist es normal, wenn sich ein ranghöheres Tier mit einem Rangniederen vergnügt; trotzdem hatte ich in diesem Fall eine Hemmschwelle. Vorsichtig wies ich ihn zurück, deutete aber an, er solle bitte weiterhin zärtlich zu mir sein. Wenn er sich dabei bis zum Erguss an mir reiben möchte, wäre dies für mich kein Problem. Wissend lächelte Miu, knabberte weiter an mir herum und positionierte sich so, daß er mit seiner Hand meinen Schaft weiter stimulieren konnte. Ich wehrte mich nicht- die wenigen Minuten der Ruhe und Entspannung waren zu kostbar dafür. Auch gönnte ich Miu seinen Spaß; er hatte es eh schon schwer genug als Omega in der Box. Mit diesen Gedanken driftete ich in einen Dämmerzustand und merkte nicht, wie ich mich ergoss und danach wegdöste...


Das Hupen des Traktors riss mich zurück in die Wirklichkeit- ich wollte nicht aufstehen, doch Miu gab mir mit seinem Ellenbogen einen leichten Stubs. So rollten wir beide uns unter dem Wagen hervor und kamen auf die Hinterhufe. Bevor ich aber in Richtung der Gattertür loslaufen konnte, hielt mich Miu zurück, sein Blick ging in Richtung meines Oberschenkels und ich verstand. Schnell stellte ich mich so neben die Tränke, dass mein Freund die beiden verräterischen Flecken mit etwas Wasser beseitigte, ehe wir zu den anderen Pferden aufschlossen und als Herde am Tor eintrafen.


Markus war erstaunt, Hengste und Stuten gemeinsam auf der Weide anzutreffen- da hatte der Pferdeknecht es sich mal wieder einfach gemacht und einen Weg gespart... Augustine würde sicher nicht erfreut sein, davon zu hören, dass Brutus und Steel diese Pause gemeinsam verbracht hatten- aber könnte er da nicht ein wenig manipulieren? Musste er es den Baroness überhaupt zur Kenntnis bringen? Ja, er musste- hier bot sich eine Chance, diese Sadisten gegeneinander auszuspielen und dem Pferdeknecht aus für ihn unerwarteter Richtung eine reinwürgen zu lassen. Blacky und Steel standen heute offenbar eh im Focus von Augustine- denen konnte er im Moment nicht helfen- Schlachtross würde er zumindest heute bis zur Mittagspause aus dem Blick halten können, aber für Brutus könnte er etwas tun.

"Brutus, Steel, Schlachtross- hieer!"

Dabei öffnete der Trainer das Gatter und deutete neben den Traktor.

"Den Rest hole ich gleich ab..."


Wir drei liefen, nachdem das Weidegatter von Markus wieder geschlossen und er auf sein Fahrzeug aufgesessen hatte, brav im Schritt hinter ihm einen leicht ansteigenden Weg zu einer der äußeren Weiden. Es war der gleiche Weg, auf dem Jens mit Blacky vorhin verschwunden waren und mich packte die Neugierde, was mich dort erwarten würde. Hinter der Hügelkuppe sah ich es- eine Weide, auf der einige der 'Bio's' grasten und ein Wasserreservoir verbaut war. Daran angeschlossen erkannte ich eine Göpelanlage, in der Blacky seine Runden drehte...
Als wir auf dem Weg einen Punkt erreicht hatten, von dem wir vom Gestüt aus nicht mehr zu sehen waren, hielt Markus vor uns an und saß ab.

"Schlachtross, du wirst jetzt Blacky ablösen. Ich weiß, diese Wasserpumpe drehen mag dir stumpfsinnig vorkommen- du hättest jetzt aber ohnehin noch eine Einheit Kraftausdauer und so bist du außer Reichweite der Baroness und ihres Knechtes. Auch ist diese Arbeit wichtig, der Weg verengt sich dort unten und wir können die Pferde hier nicht mit einem Wasserwagen versorgen. Bei den Temperaturen muss das Bassin häufiger aufgefüllt werden und daher darfst du jetzt hier deine Runden drehen. Eigentlich wäre Brutus dafür vorgesehen- aber inoffiziell hast du ihn jetzt abgelöst. Verstanden?"

Mein Kopfnicken bestätigte ihm, die Botschaft war angekommen.

"Augustine mag es auch nicht, wenn Steel mit Brutus zusammen ist, wie in der letzten Stunde geschehen. Für die Stute kann ich heute nichts unternehmen, die steht zusammen mit Blacky bis auf weiteres im Blickfeld der 'Tierärztin'- aber du hilfst mir damit, Brutus aus der Linie zu nehmen..."

Erneut nickte ich... da ich nach den beiden 'Zusatzeinheiten' mir sicher war, Markus hätte mit diesen ganz sicher nichts zu tun!

'...damit hätte ich bei dir... und Brutus... wieder etwas gut...'

Der Pferdetrainer beließ es derweil bei diesen Aussagen und führte uns zu Fuß den restlichen Weg bis zur Anlage.
Blacky zog bei unserer Ankunft mechanisch seine Runden- in seinem Latexoutfit wollte ich jetzt wahrlich nicht stecken. Froh uns zu sehen, begrüßte er Markus mit einem müden Schnauben und blieb ohne Aufforderung durch den Pferdetrainer stehen- was ihm bei Jens garantiert eine Strafe eingebracht hätte. Markus kontrollierte an einem Füllrohr, wieviel Wasser Blacky in das Reservoir gepumpt hatte- die Menge wurde wohl als ausreichend für ein Lob eingestuft, denn er streichelte den Hengst, nahm ihm die Maske ab und kontrollierte sein Maul. Ich bekam nur mit, wie Markus meinte, er hätte den Auftrag, Steel und ihn wieder zu Augustine zu bringen- was bei Blacky ein unwilliges ängstliches Wiehern hervorrief- aber bis sie dort wären, würde er ihn ohne Maske laufen lassen. Dazu fütterte er ihn mit einigen Karottenstücken und ließ ihn auch an der Tränke saufen. Mich spannte er derweil in die Anlage ein, markierte den Füllstand und setzte mir einen herumliegenden Strohhut auf, ehe er mit einem leichten Schlag auf meine Schulter mir das Signal gab, mit der Arbeit zu beginnen.
Ich schaute ihnen nur kurz nach- die Runden im Kreis zu laufen war monoton und erinnerten mich an eine Führanlage- hier aber war der Radius kleiner und auch spürte ich den Widerstand des hinter mir befestigten Balkens. Zumindest war meine Arbeit hier sinnvoll und nützte meine Bio-Artgenossen, sagte ich mir und ob ich mit einem Stück Holz hinter mir über die Rennbahn im Trab gescheucht würde oder hier im Kreis lief- anstrengend wäre es so oder so geworden. Ich hatte hier auch den Vorteil, ohne Strafe einmal stehen bleiben und meine Geschwindigkeit selbst einteilen zu können. Klar erwartete Markus eine gewisse Menge gefördertes Wasser von mir, doch der sonst herrschende permanente Druck war hier weniger zu spüren...
Die Anlage selbst ermöglichte mir für eine Viertelrunde den Blick auf das Förderrohr, aus dem das gepumpte Wasser in das Bassin strömen sollte.
Ich war die erste Runde recht langsam angegangen- daher war ich erstaunt nur ein müdes Rinnsal aus dem Rohr plätschern zu sehen. Im Füllrohr stiegen einige Blasen auf- daher drehte ich die nächste Runde schneller und hörte schon das Sprudeln des Wassers, noch ehe ich das Förderrohr erneut zu Gesicht bekam. Aha- ich war wohl gezwungen, eine bestimmte Mindestgeschwindigkeit zu laufen um genügend Druck im System aufzubauen und eine akzeptable Förderleistung zu erzielen. Langsam meine Geschwindigkeit verringernd tastete ich mich daher an den Punkt heran, wo der Förderdruck abzureißen begann und legte dann wieder einen Schritt zu. Gleichmäßig wurde von mir jetzt Runde um Rund gedreht und nach einiger Zeit war zu erkennen, wie der Wasserstand im Füllrohr über die von Markus angezeichnete Markierung hinaus stieg. Ich hatte die perfekte Balance zwischen vernünftiger Fördermenge und noch angenehmer Zugleistung gefunden- und in dem Moment begann es trotz der Monotonie der Arbeit mir Spaß zu machen.

'Ich will Pferd sein- hier in diesem Moment bin ich es!'

Ich stellte mir vor, nicht hier auf Rosengarten zu sein, sondern irgendwo in irgendeinem Westernkaff 150 Jahre früher. Ich war der Besitz von irgendeinem Farmer und meine Arbeit sorgte dafür, dass die Felder bewässert wurden und meine Besitzer hier in der Region überleben würden. Vielleicht würde ich auch noch später am Tag vor einen Wagen gespannt und müsste meinen Besitzer zum General Store ziehen oder zu vielleicht würden auch seine Kinder heute Abend mit mir spielen wollen...
Ich hatte mich derart weggeträumt, dass Markus sich recht nah mir nähern konnte und ich regelrecht erschreckte ihn zu sehen.

"Ruhig mein Guter- du scheinst aber sehr weit weg gewesen zu sein..."

Mit dem Kopf nickend bestätigte ich seine Vermutung und sein Lob für meine Leistung brachte mich vollends zurück ins hier und jetzt. Ich hatte die anderthalbfache Menge von Blacky gefördert und war weder körperlich noch geistig wirklich erschöpft. 'Mein' Pferdetrainer fragte mich rhetorisch, ob ich hier weitermachen oder mit zurück in den Stall wolle, wo ich Mittagspause hätte- die Entscheidung fiel mir nach meiner gestrigen Erfahrung mit Jens echt schwer, aber Markus ließ mir eh keine Wahl. Ausgespannt hakte er meine Führzügel in das Dauerhalfter, gönnte mir einige Apfelstücke als Leckerei, nahm mir den Strohhut vom Kopf und rieb mir mit einem nassen Lappen den Schweiß von der Haut, ehe wir uns zurück auf den Weg in den Stall machten...


Mittag und Nachmittag...


Nachdem ihn Markus mit einem Klaps in die Box verabschiedet hatte, drängte Schlachtross ziemlich rabiat zum Wasserfass und nahm in dem Moment auch keine Rücksicht auf Lion, den er regelrecht von der "Tränke" wegdrängte. Hier half ihm sein erkämpfter Stand in der Rangordnung- und Lion akzeptierte dies widerspruchslos, was Brutus ein Lächeln in sein Gesicht zauberte. Wie vorausschauend dieses Verhalten angesichts der gemachten Erfahrungen am Vortag war, zeigte das Auftauchen des Pferdeknechtes und der damit verbundene erneute Verlust der Pause für Schlachtross.
Wortlos winkte er ihn mit seiner Peitsche zu sich heran, griff sich die Führzügel und führte ihn wie am Vortag in die Sattelkammer des Stalls. Erneut sah sich Schlachtross mit dem ihm bereits bekannten Latexoutfit konfrontiert- einzig eine zusätzlich bereitliegende Wathose und eine 'normale' Kopfmaske statt der bekannten Pferdemaske schien nicht zu dem Gesamtbild zu passen. Jens machte ihm dank des Einsatzes der an seinem Halfter angebrachten Hengstkette-ohne dass Schlachtross eine Verweigerungshaltung eingenommen hätte- mit einem leichten Zug daran klar, daß jeglicher Protest gegen diese Maßnahme nur zusätzlichen Schmerz für ihn bedeuten würde. So zog er trotz der draußen bereits vorherrschenden Mittagshitze dem Suit an und ließ sich von dem Pferdeknecht die restlichen Accessoires anlegen. Im Unterschied zu gestern aber musste er auch noch in die Wathose steigen, ehe ihm die Vorderhand auf dem Rücken fixiert wurde. Schlachtross verwirrte diese Maßnahme- welche Teufelei bezweckte Jens damit? Lange Zeit darüber nachzudenken wurde ihm aber von dem Pferdeknecht nicht gelassen, denn dieser zog ihn zu sich heran und verpasste Schlachtross wie schon am Morgen zusätzlich noch einen Zungenstrecker auf die Trense seines Dauerhalfters, was der Pferdeknecht ihm über seinen Kopf zog. Derart aufgedresst wurde er von Jens, der auch die Hufschuhe und das Geschirr von Schlachtross mitnahm, aus dem Stall hinter sich her gezogen. Schon dieser Marsch in der Mittagssonne sorge dafür, daß ihm der Schweiß aus den Poren rann- aber noch immer erschloss sich Schlachtross nicht der Sinn des ganzen. Soviel stand fest, er würde im Moment nicht als Schlepper für irgend ein Einstellpferd arbeiten müssen.
Sein Marsch endete in einem an die Rennbahn angrenzendem Wäldchen auf einem von Bäumen umsäumten Viereck von vielleicht 50 Metern Kantenlänge, das Schlachtross bisher während seines Aufenthalts hier entgangen war. In dessen Mitte war ein Ringgraben mit einem Radius von 10-15 Metern... während an der Baumkante eine verglaste Box für ihn erkennbar war, die wohl einen Bedienstand beherbergte.
Schlagartig war ihm klar- dies war eine Führanlage. Seit er damals auf Bea's Gestüt von Mike in einer solchen 'vergessen' worden war, hasste er diese Teile; zudem hatte er doch erst eine Stunde im Kreis laufend hinter sich gebracht. Nun sollte er wohl in einer solchen seine Mittagspause verbringen dürfen, die noch nicht einmal einen Hauch von Schatten bot. Schlachtross wollte dabei noch immer nicht wahr haben das Markus hinter so einer Gemeiheit steckte- bei der Rittmeisterin war er sich da nach dem von ihm vermuteten gestrigen Wortbruch nicht mehr sicher...

Der Pferdeknecht führte ihn zu einer betonierten Schräge und über diese in den Graben. Dessen Sohle war mit Gummimatten ausgelegt und im Innenradius war eine auf Rollen gelagerte umlaufende Metallkette verbaut. Jens befahl ihn im Graben zu warten- wo sollte er denn sonst hinlaufen, dachte Schlachtross bei sich- und begab sich zu dem Bedienstand, aus dem er mit einem etwa drei Meter langen Kettenstück und zwei Karabinern zurück kam. Das eine Ende hakte er in die Metallkette ein und das andere legte er dem ihm 'anvertrauten' Hengst so eng um den Hals, daß ein verrutschen über den Kopf unmöglich war. Zum Abschluss begab sich Jens aus de