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   Backnang

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RE: Die Schwesternschaft
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Datum:09.01.26 08:04 IP: gespeichert
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Wieder eine schöne Fortsetzung. bin sehr gespannt, wie das Zusammenleben mit Petra sich entwickelt.
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RE: Die Schwesternschaft
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Datum:10.01.26 06:35 IP: gespeichert
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Danke, Glatzkopf, für dein Lob!
Grüße, Matze
8.
Bereits am nächsten Morgen verfluchte ich diese stählernen Brustschalen. Sie waren hart, schwer, unbequem, behinderten die Atmung, und ich hatte deswegen schlecht geschlafen. Doch das Schlimmste war: sie verbargen meine Brüste.
Im Gegensatz zu dem Gehänge zwischen meinen Beinen liebte ich meine Brüste. Sie waren nicht groß, aber fest und schön geformt und das äußere Zeichen meiner Wandlung zur Frau. Und jetzt war beides unerreichbar hinter Stahl verborgen und ich würde meine Brüste vielleicht nie mehr sehen, geschweige denn, berühren können.
Und noch ein Gedanke ging mir durch den Kopf. Ich war ab sofort gefangen in diesem Schwebezustand zwischen Mann und Frau. Optisch und gefühlsmäßig war ich zur Frau geworden, aber immer noch biologisch ein Mann. Und dieser Zustand war womöglich für den Rest meines Lebens eingefroren, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Gemeinschaft mir eine geschlechtsangleichende Operation bezahlen würde, die mich endgültig zur ‚richtigen‘ Frau machen würde. Eine Operation, die ich mir so sehnlichst wünschte...
Die Nacht mit Petra war wunderschön und doch zugleich verstörend. Wir hatten auf Nachthemden verzichtet und lagen nur in unseren Schlüpfern (und natürlich dem Stahl um uns herum) im Bett. Es war so schön, sie zu spüren und zu riechen, ihre Wärme, ihren Schweiß, ihr warmes Metall, ihr langes, etwas wuscheliges Haar. Aber wir spürten eben auch beide, dass wir bereits am ersten Abend das Maximale erreicht hatten, was uns in Zukunft möglich sein würde. Unsere Liebe würde nie wirklich körperlich sein. Dafür würde uns hoffentlich ein anderes, tiefes und hoffentlich unzerstörbares Band der Sympathie, Zuneigung und Vertrauen vereinen.
Nach dem Frühstück hatte ich dann Suppenküchendienst mit Claudia und Birgit, mit denen ich bislang weniger zu tun hatte. Es wurde bereits etwas kühler, und so entschied ich mich zu dunkler Wollstrumpfhose unter dem Rock und einer Strickjacke; mehr gab mein Kleiderschrank eh nicht her. Als ich die beiden traf, um gemeinsam in die Küche zu gehen, wurde mir erst so richtig bewusst, dass ich jetzt eine von ihnen war. Wir trugen alle die gleiche Kleidung und waren alle den gleichen Restriktionen unterworfen. So umarmten mich beide gleich zur Begrüßung, nahmen mich in ihre Mitte, hakten sich ein und albernd und kichernd gingen wir durch die Straße. Von Ferne sahen wir wie drei Freundinnen aus, und so fühlte es sich auch für mich an. Ich war jetzt wirklich eine Schwester der Enthaltsamkeit geworden.
Nach dem Abendessen schließlich passte mich Renate ab. „Wie ging es dir an deinem ersten Tag als unsere Schwester?“
„Gut“, entgegnete ich. „meine Schwestern behandeln mich wie ihresgleichen. Ich fühle mich richtig wohl bei euch.“
„Ich bin froh, dass du diesen Schritt gewagt hast, nicht nur für Petra, sondern für die ganze Gemeinschaft. Und deshalb erlaube ich dir ab sofort, dass du auch in den Schwesterntrakt darfst. Aber nicht alleine, nur in Begleitung von Petra. Ist das in Ordnung für dich?“
„Ja, sehr. Vielen Dank für das Vertrauen.“
„Gerne geschehen. Du hast es dir redlich verdient.“
* * *
Nicht nur an meinen Gürtel mit all seinen frustrierenden Momenten und neuen Herausforderungen musste ich mich gewöhnen, nein, auch mit meiner neuen Freundin war fast alles anders. Anfangs passierte es mir häufiger, dass ich sie zärtlich von hinten umarmte, wenn sie am Arbeiten war und ich ihr einfach einen Moment lang nahe sein wollte.
Bei meiner Ex empfingen mich damals zwei weiche, warme Brüste, die ich, je nach Stimmung, auch mal zärtlich massierte, was sie immer sehr genoss. Jetzt hingegen stieß ich stets auf diesen stählernen Brustpanzer, der sich über ihren Busen wölbte und nur an seiner Form erahnen ließ, dass sich darunter zwei wohlgeformte Brüste samt empfindlicher Nippel verbargen. Der Panzer war zwar warm und Petra schien etwas darunter zu spüren, aber erotische Momente ergaben sich dadurch definitiv nicht. Ich hatte sogar den Eindruck, dass es für Petra eher unangenehm war, wenn ich ihre Brustschalen drückte, genau wie für mich, wenn sich bei diesen Umarmungen meine eigenen Schalen in meinen Brustkorb drückten.
Ebenso nervte mich jeder Toilettengang. Schon lange vorher hatte ich mir bereits angewöhnt, nur noch weiblich sitzend mein Geschäft zu verrichten, aber jetzt musste ich zusätzlich diesen metallenen Panzer mühsam trockenlegen, um nicht nach kurzer Zeit einen unangenehmen Geruch zu verbreiten. Hier, vermutete ich, teilte ich wohl das Schicksal, das sich alle Schwestern selbst erwählt hatten. Ob sie vorher gewusst hatten, was da auf sie zukommen würde?
* * *
Wie hatten wieder eine gemeinsame Nacht miteinander verbracht. Nun, nicht so, wie ich sie früher mit meiner Ex verbracht hätte, sondern in der keuschen Variante. Wir hatten geschmust, gekuschelt, uns zärtlich gestreichelt und waren dann in unseren Armen eingeschlafen, obwohl es in den schmalen Betten recht eng zuging. Leider gab es, so weit ich wusste, im gesamten Schwesternhaus kein einziges Doppelbett, noch nicht mal ein Familienzimmer im Gästebereich. Also mussten wir nehmen, was wir hatten.
Wir wachten beide noch vor dem Gong auf und Petra fuhr sanft mit dem Finger über meine Brustschalen und meinen Bauch, stoppte aber, bevor sie den Gürtel erreichte. Schade, ich hätte es gerne gehabt, wenn sie mich auch am Unterleib streicheln würde, obwohl ich ja an den entscheidenden Stellen nichts spüren würde.
„Wie geht es dir mit deinem Gürtel?“, wollte sie wissen. Es klang nicht nach Sensationsgier, sondern nach ehrlichem Interesse. Ich meinte sogar einen Hauch von Sorge herauszuhören.
„Ich gewöhne mich so langsam daran. Vieles ist anders als vorher. Beim Pinkeln muss ich mich mühsam abtrocknen, und beim Duschen ist die Reinigung um einiges schwieriger.“
„Ich denke, das bekommst du in den Griff, das ging uns allen so. Aber wie geht es dir mit deinen Gefühlen? Wir küssen uns, wir streicheln uns, aber wir können nicht miteinander intim sein.“
„Das habe ich in meinem Kopf noch nicht so richtig sortiert.“ Ich sah sie nachdenklich an. „Wenn wir so zusammen sind, begehre ich dich und wünsche mir so, mich mit dir zu vereinen. Aber gleichzeitig weiß ich, dass dieses Verlangen niemals befriedigt werden wird. Das frustriert mich. Aber gleichzeitig möchte ich dir dennoch so nahe sein wie nur irgend möglich.“
„Das ist leider das Fatale an diesen Gürteln... Mir geht es da ähnlich, obwohl ich eigentlich froh bin, dass wir im Augenblick nicht mehr als Kuscheln haben können. Aber wie kommst du mit der unterdrückten Sexualität klar?“
„Ja, manchmal könnte ich die Wände hoch gehen.“ Ich musste grinsen. „Früher hätte ich nachts im Bett an mir herumgespielt, um den Druck abzubauen. Doch das geht jetzt nicht mehr. Ich versuche jetzt, den Druck so gut es geht zu ignorieren und an was anderes zu denken. Und mich auf dich zu freuen.“
Petra kuschelte sich noch einmal verliebt an mich, und in diesem Moment ertönte der Gong zum Aufstehen.
„Raus aus den Federn! Meinst du, wir können es wagen, zusammen zu duschen?“
„Ich denke schon. Hier im Flügel sind wir ungestört.“
* * *
„Nehmen sie Platz, Frau Wehnert.“
„Danke, Herr Doktor.“
„Wie geht es ihnen?“
„Mit dem Laufen geht es wieder gut. Es ist schön, dass dieser blöde Gips endlich weg ist.“
„Das freut mich zu hören.“
„Nur da unten, im Schritt, tut es immer noch höllisch weh, wenn ich mich dort berühre. Und es fühlt sich alles so seltsam, so anders an.“
Der Arzt sah sie ernst an. „Ja, ihre Verletzungen im Vaginalbereich sind sehr schwerwiegend. Die Kollegen im Kreiskrankenhaus haben sie, im wahrsten Sinne des Wortes, zusammengeflickt.“
„Wird das wieder?“ Sonja sah den Arzt besorgt an.
„Ich befürchte, ihnen keine gute Nachrichten geben zu können. Ich will ehrlich zu ihnen sein: nach meiner Einschätzung haben sie eine dreißigprozentige Chance, dass alles wieder so wird wie früher. Aber ich befürchte eher, dass sie nie wieder ‚normalen‘ Geschlechtsverkehr haben können, so wie sie ihn bislang kannten.“
Sonjas Gesicht erstarrte und Tränen rannen ihr aus den Augen. „Aber… aber ich wollte doch Kinder! Eine Familie! Warum geht das jetzt nicht mehr?“
„Ich sage nicht, dass es nicht mehr gehen wird, aber leider sind ihre Chancen nicht allzu hoch. Kinder können sie allerdings noch bekommen, dann aber vermutlich nur durch In-Vitro-Fertilisation.“
„Inwitroh?“
„Mittels künstlicher Befruchtung, per Samenspende.“
„Oh nein…“
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Stamm-Gast
   Backnang

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RE: Die Schwesternschaft
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Datum:10.01.26 12:40 IP: gespeichert
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Mir tuen beide richtig leid. Sie lieben sich ,aber sie können nie zum Orgasmus kommen.
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