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Die Abschlussfahrt
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Datum:01.01.26 21:05 IP: gespeichert
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Hey ihr Lieben im Forum! ✨
Frisch zum Jahresstart wage ich mich auf ganz neues Terrain und präsentiere euch meine allererste Geschichte! 🎉
Ich bin super aufgeregt und würde mich riesig freuen, wenn ihr mal reinlest – natürlich darf auch gerne konstruktives Feedback dabei sein, ich habe noch viel zu lernen!
Mein Plan: Jeden Sonntag soll ein neuer Kapitel-Teiler erscheinen … wenn’s mal hakt, bitte nicht böse sein – dann wird’s eben kurz spannend gelassen. 😉
Ich wünsche euch ganz viel Vergnügen beim Lesen und freue mich auf eure Gedanken!
Euer Chastityenterprise
Die folgende Geschichte ist ein Werk meiner eigenen Fiktion. Alle dargestellten Ereignisse, Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, lebenden oder verstorbenen, sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Sämtliche Figuren in dieser Erzählung sind volljährig (über 18 Jahre alt).
Dieses Werk verdankt viel den wachsamen Augen und klugen Köpfen aller Probeleser. Für ihre konstruktive Kritik und die Fülle an guten Ideen bin ich zutiefst dankbar.
Die Abschlussfahrt
Prolog
Nach vielen Jahren gemeinsamen Lernens, Prüfungsstress und unzähligen Erinnerungen stand für den 13. Jahrgang endlich ein besonderes Highlight bevor: Die Abschlussfahrt! Ziel der Reise war Amsterdam – eine Stadt, die mit ihrer lebendigen Atmosphäre, kulturellen Vielfalt und einzigartigen Geschichte für alle etwas zu bieten hatte.
Bereits seit mehreren Wochen liefen die Planungen auf Hochtouren. Eine eigens gebildete Schülergruppe kümmerte sich gemeinsam mit den begleitenden Lehrern um Organisation und Ablauf. Dabei standen Fragen nach Unterkunft, Programmgestaltung und Budget im Vordergrund. Die Entscheidung fiel schließlich auf ein zentral gelegenes Hostel, das es der Gruppe ermöglichte, die Stadt auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden – ganz im Sinne der typisch niederländischen Lebensweise. Gemeinsam sollten wir mit dem Zug anreisen. Die Verbindung war phänomenal: Nur einmal Umsteigen und mit wenig Wartezeit!
Das geplante Programm sollte eine gelungene Mischung aus Kultur, Freizeit und Gemeinschaft bieten. Auf der Liste standen unter anderem ein Besuch des Anne-Frank-Hauses, eine Grachtenrundfahrt durch die historischen Kanäle, der berühmte Blumenmarkt sowie ein Abstecher ins Rijksmuseum oder Van-Gogh-Museum. Natürlich blieb auch genug freie Zeit, um in kleinen Gruppen die Stadt auf eigene Faust zu entdecken, durch die Straßenmärkte zu schlendern oder gemütlich in einem der zahlreichen Cafés zu sitzen.
Der besondere Höhepunkt sollte der gemeinsame Abschlussabend sein, an dem der gesamte Jahrgang zusammenkam, um auf die vergangenen Schuljahre zurückzublicken und die bevorstehenden neuen Lebensabschnitte zu feiern.
Die Abschlussfahrt sollte nicht nur ein kulturelles Erlebnis sein, sondern auch den Zusammenhalt stärken und unvergessliche Erinnerungen schaffen, bevor der Ernst des Abiturs begann. Auch für mich wird diese Abschlussfahrt in besonderer Erinnerung bleiben, wie es sich im Laufe der Fahrt noch herausstellen sollte.
Die Vorfreude war groß – und obwohl noch einiges zu planen blieb, war eines sicher: Die Tage in Amsterdam würden für alle ein krönender Abschluss einer langen und ereignisreichen Schulzeit werden.
Was hatte ich jetzt damit zu tun? Ich darf mich kurz vorstellen: Mein Name ist Rudolf Tanner und ich bin seit etwas über 10 Jahren Lehrer an der Schule. Meine Kollegen nannten mich aber meist nur Rudi. Obwohl ich gar nicht in dem Jahrgang unterrichtete, kannte ich die meisten der Schüler von früher; einige davon seit der 7. Klasse. Damals waren es noch (kleine) Kinder. Jetzt waren sie alle schon 18 oder 19 Jahre alt (manche sogar noch älter 🫣 ). Daher war ich freudig überrascht, als der Tutor des Jahrgangs mich fragte, ob ich als dritte Begleitperson mit nach Amsterdam kommen wollte. Der Jahrgang hatte abgestimmt und ich hatte die meisten Stimmen bekommen! Was für ein Lob! Es war ein echt toller Haufen gewesen, klar wollte ich mit.
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Chastityenterprise am 01.01.26 um 21:06 geändert
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Die Abschlussfahrt: Erster Tag - Das Abenteuer beginnt
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Datum:04.01.26 12:27 IP: gespeichert
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Erster Tag - Das Abenteuer beginnt
Der Bahnsteig war ein brodelndes Meer aus Rollkoffern, Taschen und aufgeregter Jugend. 56 Personen. 53 Schüler, drei Begleiter. Die Luft vibrierte vor nervöser Energie, ein wildes, unkontrolliertes Geplapper, das von den kalten Wänden des Bahnhofs widerhallte – die letzte Fahrt, der letzte gemeinsame Aufbruch. Als der Zug einfuhr und sich die Zugtüren öffneten erstarb das Gebrabbel, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Sekunden später war der Bahnsteig leer, verschluckt von dem dunklen Bauch des Zuges. Wir hatten einen ganzen Waggon für uns allein. Eine Inszenierung, zu perfekt, um Zufall zu sein.
Der Zug setzte sich mit einem ächzenden Seufzer in Bewegung, gerade als der letzte Koffer in das Gepäcknetz gezwängt wurde. Und dann, wie ein Dammbruch, kehrte der Lärm zurück. Ein Brausen von Stimmen, das mir bewies, dass dreizehn Jahre Schulzeit nicht ausreichten, um jedes Geheimnis auszutauschen.
Wir Betreuer saßen an einem Tisch, eine Insel der vermeintlichen Autorität. Doch mich hielt es nicht lange. Fast sechs Stunden Fahrt lagen vor uns. Ich trieb durch den Gang, von einer Schülergruppe zur nächsten, ließ mir ihre Zukunftspläne erzählen. Immer wieder kam dieselbe, aufgesetzte Frage: “Dürfen wir Sie duzen und Rudi sagen?”
Meine höfliche Verneinung war ein automatisiertes Ritual. Die Regeln mussten gewahrt bleiben, bis zum Ende.
Doch dann war da Luca. Eigentlich Lucienne. Aber für alle nur Luca. Auch für mich, damals in der neunten Klasse, im Chemieraum, wo sie mir als lebhaftes, körperbewusstes Mädchen in Erinnerung geblieben war. Damals schon war sie forsch gewesen. Jetzt war sie optisch eine Offenbarung.
Sie hatte sich für die Fahrt in eine zweiten Haut aus schwarzem Lycra und Spitze gekleidet. Die Leggings umschmiegte jeden Zentimeter ihrer langen, trainierten Beine und ihres runden, festen Pos wie eine liebevolle Hand. Kein störender Saum, der sich in die Kurven schmiegte, kein Schattenwurf, der mehr verbarg, als er zeigte – nur die reine, unverhüllte Form, die sich dem Blick hingab wie ein offenes Geheimnis. Ihr Oberteil war ein Gespinst aus schwarzer Transparenz, darunter zeichnete sich ein Bustier aus dunkler Spitze ab, das die vollen Kurven unterhalb freizügig umrahmte. Es war ein Meisterwerk der Andeutung, das meine Gedanken sofort in eine gefährliche Richtung lenkte. Sie trug diese Kleidung nicht, sie führte sie vor. Jede Bewegung war Kalkül: der selbstbewusste Gang, der herausfordernde Blick, die Art, wie sie in einer Gruppe unwillkürlich den Raum beherrschte, nicht durch Lautstärke, sondern durch eine stille, unumstößliche Präsenz. Sie wusste genau, wer sie war. Und sie zeigte es.
Ein entscheidendes Detail: Seit der elften Klasse war ich für sie nur noch eine Erinnerung. Unsere schulischen Wege kreuzten sich fachlich nicht in der Oberstufe – keines der Fächer, die ich unterrichte, stand auf ihrem Abiturplan. Als Lehrer war ich bedeutungslos für ihren weiteren Weg. Eine wandelnde Autoritätsfigur ohne wirkliche Macht.
Als ich zu meinem Platz zurückkehren wollte, war er besetzt. Stattdessen fand ich einen freien Sitz direkt hinter Luca. Nur eine dünne Rückenlehne trennte uns. In meiner Naivität griff ich zum Handy, scrollte durch Instagram und likte, was mir gefiel – Bilder von sinnlichen Kurven, von verheißungsvollen Blicken, von einer Ästhetik, die mein verborgenes Begehren spiegelte. Ich fühlte mich sicher, hinter einem anonymen Alias. Doch ich war unvorsichtig. Das Konto war öffentlich, meine Vorlieben für jeden einsehbar, der diesen Namen kannte.
Und sie fand ihn: “CodeSirius”. Ein lächerlicher Name, wie sie später spöttisch bemerkte. Sie musste sich irgendwann, lautlos wie eine Katze, umgedreht und über meine Schulter geblickt haben. Sie hatte die Schlüssel zu meiner intimsten Gedankenwelt in der Hand, und ich ahnte davon noch nichts.
In Amsterdam angekommen waren wir alle erschöpft. Doch das Nachtleben am Leidseplein wartete. Nach einem langweiligem Abendessen im Hostel verteilten sich die Schüler in die Bars und Clubs. Meine Kollegen und ich ließen den Abend in einem Pub ausklingen. Irgendwann gingen wir zurück.
Ich saß allein in der stillgewordenen Lounge des Hostels, als die Tür aufging und eine Gruppe Mädchen hereinströmte. Unter ihnen Luca. Sie sah aus, als käme sie direkt von einem Fotoshooting für ein Tabu-Magazin. Ein winziges, schwarzes Top mit einem Knoten zwischen den Brüsten, der das Dekolleté in einen atemberaubenden V-Schnitt zwang. Eine Jeans, die so eng war, dass sie jedes Detail ihres Körpers betonte, von den schlanken Oberschenkeln bis zu dem perfekt geformten Apfelpo. Ihr Haar war zu einem strengen Pferdesch****z gezähmt, ihre Lippen leuchteten in einem feuchten, fordernden Rot.
Sie entließ ihre Freundinnen mit einem flapsigen “Geht schon mal hoch”. Dann drehte sie sich langsam zu mir. Und ihr Blick traf mich – scharf, gezielt – durch den Dunst des halbleeren Raumes, als wäre alles andere darin plötzlich unscharf und unwirklich geworden.
“Herr Tanner?”, ihre Stimme war ein seidener Schlag, “darf ich mich zu Ihnen setzen?”
Ich nickte, sprachlos. Sie schwebte herüber und setzte sich mir gegenüber in den Sessel. Nicht einfach hinsetzen – sie inszenierte es. Sie ließ sich langsam nach vorne fallen, stützte die Ellbogen auf die Knie und verschränkte die Hände unter dem Kinn. Diese Bewegung war eine gezielte Enthüllung. Der Knoten in ihrem Top spannte sich, die tiefe Spalte zwischen ihren Brüsten öffnete sich mir bis in schwindelerregende Tiefen. Ein goldenes Kettchen glitzerte auf der sanft geschwungenen Haut.
Ich riss meinen Blick hoch, traf auf ihre Augen. Sie fing ihn auf, und ein langsames, wissendes Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. Dann führte sie, ohne den Blick von mir zu lösen, die Zungenspitze langsam über ihre Oberlippe. Ein simpler, unmissverständlicher Akt, der mir das Blut in die Schläfen trieb.
“Es gefällt mir”, sagte sie leise, während sie sich wieder aufrichtete, “wie Sie mich anschauen. Und wenn Sie glauben, ich merke es nicht.” Sie spielte mit dem Kettchen, zog es sanft empor und ließ es wieder zwischen ihre Brüste verschwinden. Meine Augen folgten jeder Bewegung, und ich bewunderte ihre Haut. “Gefällt Ihnen, was Sie sehen?”
Ich war gefangen. Die Welt um uns schrumpfte auf diesen Sesselkreis, auf ihren Duft nach Vanille und verbotener Blüte, auf das pochende Drängen in meinen Schläfen. “Ähm, ja”, brachte ich hervor. Es klang erbärmlich.
“Gut.” Das Wort war ein Urteil. “Denn ich mag Sie auch. Und Sie werden mir noch sehr nützlich sein.” Ihr Lächeln wurde kalt, berechnend. “Ich habe nämlich Ihren geheimen Instagram-Account gefunden. CodeSirius.” Sie spuckte den Namen verächtlich aus. “So einfallslos. Und Ihre Likes… eine sehr offenherzige Lektüre. Sehr aufschlussreich für das, was ich mit Dir vorhabe.”
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Chastityenterprise am 04.01.26 um 12:32 geändert
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Story-Writer
    Berlin
 Figo89
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RE: Die Abschlussfahrt
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Datum:08.01.26 22:06 IP: gespeichert
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Also, ich mag das Pacing der Geschichte. Auch dass schon zwei Teile rum sind und wir ja noch gar nichts von den zu behandelnden Fetischen wissen, während für die beiden Hauptpersonen ja schon alles klar ist.
Dafür, dass das deine erste Story ist, machst du extrem viel richtig. Auch dass du Dinge für meinen Geschmack etwas zu ausschweifend und blumig beschreibst, passt aber zur klischeehaften Ich-Erzählung eines Lehrers. Wenn ich an meinen Deutschlehrer zurückdenke, würde der wahrscheinlich einen ähnlichen Wortlaut anschlagen.
Ansonsten ein super Einstieg. Die harten Anfängerfehler wie detaillierte Körperbeschreibungen oder ein Vorstellungstext zur Einleitung hast du ausgelassen. Beide Teile hatten einen Cliffhanger, der zumindest bei mir Fragen offen gelassen hat. Details, die nicht geschichtsrelevant sind, aber die Charakteristika ausmachen, sind vorhanden. Ich habe echt nicht viel zu nörgeln.
Richtig gut. Meine ersten Geschichten waren nicht im Ansatz auf dem Niveau. Meine Geschichten im KG-Forum:
1. Das Notizbuch
2. Lottas Regeln
3. Lauras fesselnde Erlebnisse
4. Der pinke Schlüssel
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Freak
 

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RE: Die Abschlussfahrt
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Datum:09.01.26 19:02 IP: gespeichert
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Lieber Figo,
danke für die Kritik!
Eine Woche ist ganz schön lang... Ich versuche zweimal pro Woche zu posten. Mal gucken...
Weiter gehts... mit dem ersten Tag:
Mein Geist raste, doch mein Körper war zu Eis erstarrt. Sie stand auf, und in einer fließenden Bewegung beugte sie sich über mich. Ihre Hände griffen nach den Armlehnen meines Sessels, kappten dadurch jede Fluchtmöglichkeit. Ihr Atem, warm und süß, strich über meine Lippen. Der Duft ihres Parfüms betäubte mich.
Sie kam so nah, dass unsere Nasen sich fast berührten. In ihren Augen sah ich keinen Triumph, nur absolute Kontrolle. "Ich habe Dich", flüsterte sie, und jedes Wort war ein glühender Nagel. "Ab jetzt tust du, was ich dir sage. Oder ich sorge dafür, dass deine ganz privaten Vorlieben die Runde durch jede WhatsApp-Gruppe dieser Schule machen." Sie musterte mein entsetztes Gesicht, und ihr Lächeln wurde zu einer grausamen Grimasse der Zufriedenheit. Zum Abschied formten ihre feuchten, roten Lippen einen lautlosen Kuss. "Du wirst mir noch gute Dienste leisten. Jetzt Schlaf gut. Träume etwas heißes von mir."
Dann war sie weg. Sie ließ mich zurück, zitternd, mit klopfendem Herzen und einer lähmenden Mischung aus Angst und bekenntniserzwungener Erregung. Es dauerte lange, bis ich die Kraft fand, aufzustehen und in mein Zimmer zu taumeln.
Dort lag es. Ein schmaler, gefalteter Zettel, unter der Tür hindurchgeschoben. Ich hob ihn auf, und ein vertrauter Hauch von Vanille und ihrer persönlichem Blumenduft stieg mir in die Nase – ein Duft, der jetzt nach Besitz und Drohung roch. Mit zitternden Fingern entfaltete ich das Papier.
In ihrer geschwungenen, bestimmten Handschrift stand ein einziger Satz:
»Du gehörst jetzt mir.«
Darunter, in demselben kräftigen Rot, das ihre Lippen geschmückt hatte, der Abdruck eines vollen Kussmundes. Ein Siegel. Ein Brandmal.
Ich ließ mich aufs Bett fallen, den Zettel an meine Brust gepresst. Der Duft hing im Raum, unausweichlich, und wickelte sich um jeden meiner Gedanken. Es war keine Einladung. Es war eine Besitzergreifung. Die Worte brannten sich hinter meine Augenlider:
»Du gehörst jetzt mir.«
Und in der Stille meines Zimmers, beschämt und fasziniert zugleich, wusste ich, dass es die Wahrheit war.
Die Nacht war lang, und jeder Gedanke kreiste um sie, um ihre Berührung, ihre Drohung und das gefährliche Versprechen, das in ihrer letzten Geste gelegen hatte. Das Spiel hatte begonnen. Und alle Regeln gehörten ihr.
Zweiter Tag – Das Spiel der Erniedrigung
Obwohl mir die lange Reise in den Knochen lag und ich völlig erschöpft war, fand ich keinen Schlaf. Der Wecker riss mich viel zu früh aus einem unruhigen Dämmern, und ich fühlte mich wie gerädert. Die Worte Lucas kreisten unaufhörlich in meinem Kopf, ein bedrohlicher Ohrwurm. In meinem Zimmer hing noch immer der dezente Hauch ihres Parfüms – Vanille und verbotene Blüte –, ein unsichtbares Band, das sie an mich geknüpft hatte. Was wollte sie? Was verbarg sich hinter »gute Dienste leisten«? Ich verstand es nicht, und mein Geist produzierte ein tierisches, unkontrollierbares Kopfkino. Die Welt um mich herum hatte ihren Sinn verloren.
Aufstehen, duschen, anziehen – alles vollzog sich in einem automatischen, traumwandlerischen Trott. Ich war körperlich anwesend, doch mein Bewusstsein war noch immer in der Nacht gefangen. In meinem Zimmer fiel mein Blick erneut auf den Zettel. Ich nahm ihn, presste ihn gegen mein Gesicht und sog tief den verblassenden Duft ein, der mich sofort wieder in ihren Bann zog. Mein Daumen strich über den Abdruck ihres Kussmundes. »Du gehörst jetzt mir.« Die Worte blieben ein undurchdringliches Rätsel.
Auf dem Gang zum Frühstücksraum begegneten mir die ersten Schüler. „Guten Morgen, Herr Tanner!“ riefen sie munter. Dann überholte mich Luca. Ihre Anwesenheit traf mich wie ein elektrischer Schlag. „Guten Morgen! Sie sehen aber gar nicht ausgeschlafen aus“, sagte sie, und ihr Lächeln war ein vielsagendes, gefährliches Blinzeln. Mein Verstand strauchelte. Gestern Abend noch das private, fast schon intime ‚Du‘, jetzt wieder die distanzierte Höflichkeitsform. Was trieb sie? Welches Spiel spielte sie?
Zuerst brauchte ich einen Kaffee. Die Schlange war kurz, die meisten saßen bereits am Tisch und aßen. Gerade als der Automat surrend meine Tasse füllte, stand sie plötzlich neben mir. Ihr Blick glitt flink durch den Raum, dann senkte sie die Stimme zu einem verführerischen, doch unmissverständlichen Befehl: „Gib mir deine Tasse.“ Ihre Worte duldeten keinen Widerspruch. Mechanisch reichte ich sie ihr. Mit einer Geste, die zwischen Herausforderung und Hingabe schwebte, beugte sie sich vor. Ihr Mund stand einen Augenblick lang leicht geöffnet, feucht und verheißungsvoll, bevor sie – langsam, absichtlich – einen einzelnen, klaren Tropfen ihres Speichels in die dampfende Tasse fallen ließ. Ein stiller Akt der Übergabe, der in der Hitze sofort verschwand und doch alles veränderte. Ein perfekter Tropfen, der sich mit dem Kaffee vermischte – ein dunkles, persönliches Siegel. „Wer so etwas liked, muss auch mal in den Genuss kommen“, zischte sie und drückte mir die Tasse zurück in die Hand. „Und wehe, du trinkst sie nicht brav aus.“
Dann drehte sie sich um und ging. Ich konnte nicht anders, als ihren sich wiegenden Gang zu verfolgen, die Art, wie der Stoff ihrer Jeans jeden Muskel ihres perfekt geformten Pos umspielte. Es wirkte absichtlich, eine stumme Herausforderung. Ich stand mit offenem Mund da, die dampfende Tasse, plötzlich ein Zeugnis unserer verworrenen Nähe, in der Hand.
In diesem Moment durchfuhr es mich: Sie hatte alles gesehen. Meine Likes. Die Reels. „I ordered extra cream.“ Oh Gott. Da war ja noch mehr. Viel mehr. Intimes. Peinliches. Ich war enttarnt, wehrlos und ihr ausgeliefert. Mein Appetit war vergangen. Gedankenverloren ließ ich mich auf einen Stuhl fallen, nippte an dem Kaffee, der nun einen Teil von ihr in sich trug und ihre Dominanz widerspiegelte. Ich versuchte verzweifelt, einen klaren Gedanken zu fassen.
„Hey, alles in Ordnung? Du siehst blass aus.“ Mein Kollege riss mich aus der Lähmung. „Nein, alles klar, ich bin nur müde“, log ich mit belegter Stimme und schob mich Richtung Frühstücksraum. Es gelang mir, ein Brötchen hinunterzuwürgen. Es schmeckte nach nichts. In mir drehte sich ein Karussell aus Angst, Scham und einer unheimlichen, aufkeimenden Erregung.
Ich schloss die Augen. Die Welt drehte sich, haltlos, orientierungslos. Gedanken kollidierten, zersplitterten, jagten sich. Alles verschwamm – die Vergangenheit, eine Zukunft, die plötzlich bedrohlich unsicher war. Je fester ich die Lider schloss, desto lauter wurde das Rauschen, und desto deutlicher wurde ihr Gesicht darin. Warum ich? Mit ihrer traumhaften Figur, ihrer tödlichen Aura, konnte sie sich jeden nehmen. Was wollte sie bei einem alternden Lehrer? Zugegeben, im Verborgenen hatte ich immer Sehnsüchte gehegt, die mit Führung, mit Hingabe zu tun hatten… Dinge, die im beruflichen Alltag absolut tabu waren. Luca, diese junge Anführerin, hatte diesen wunden Punkt mit der Präzision eines Scharfschützen erkannt und spielte nun ihre Trümpfe aus. Besaß sie, diese 19-Jährige, wirklich die dominante Reife, um mich so zu führen? Ihr eisernes Selbstbewusstsein ließ kaum einen Zweifel.
Der Frühstücksraum leerte sich. Ich nippte an dem mittlerweile kalten Kaffee, als sie plötzlich wieder da war. Ich hatte sie nicht kommen hören. „Darf ich Ihnen noch einen Kaffee bringen?“ Ihr Auftauchen ließ mich zusammenzucken. „J-ja, bitte“, stammelte ich. Sie war mit meiner Tasse verschwunden und kehrte zurück, als wir völlig allein waren. Sie trat so nah an mich heran, dass ich die Wärme ihres Körpers spürte und ihr Parfüm mich betäubte. Unsere Kleidung berührte sich fast. „Wieder mit meiner sehr persönlichen Note“, flüsterte sie, ihr Atem streifte mein Ohr. „Du musst keine Angst haben. Solange du tust, was ich dir sage, bleibt es unser kleines Geheimnis. Und es wird mir großen Spaß machen, dich an deine Grenzen zu führen… und vielleicht auch ein Stückchen darüber hinaus. Weigerst du dich jedoch…“ Sie machte eine winzige, bedeutungsvolle Pause. „…dann sorgen ein paar Screenshots für eine ganz besondere Art von Aufregung.“ Dann war sie fort. Ich starrte ihr nach, wie ein gefangenes Kaninchen, gebannt vom Blick der Schlange. Sie hatte mich. Sie hatte mich wirklich bei den Eiern gepackt. Das konnte meinen Job, meine Existenz kosten. Ich hatte keine andere Wahl. Ich musste mitspielen.
Die Grachtenfahrt war eine surreale Pause. Die Schüler lachten, der Kapitän dozierte. Ich döste vor mich hin, bis mein Blick auf Luca fiel. Sie starrte mich an, riss demonstrativ die Augen auf und deutete auf ihr Handy. Mein Herz setzte aus. Ich griff nach meinem Gerät. Nichts. Dann der Gedanke: Insta. Mit zitternden Fingern loggte ich mich in den geheimen Account ein. Eine neue Nachricht von »Lady L.« blinkte.
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RE: Die Abschlussfahrt
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Datum:10.01.26 06:11 IP: gespeichert
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Oweia, wenn solche Personen Blut riechen, gibt es kein Entkommen mehr.
Die jungen Leute von heute können mittels IT etc. alles rausfinden und jeden erpressen. Man muss echt aufpassen, welche Fetische man wo postet.
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Freak
 

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RE: Die Abschlussfahrt
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Datum:11.01.26 16:37 IP: gespeichert
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... weiter gehts:
Eine neue Nachricht von »Lady L.« blinkte.
Du besorgst dir nach der Tour Nippelklammern mit Verbindungskette. Beim Treffen im Anne-Frank-Haus trägst du sie. Auf mein Zeichen zeigst du mir diese als Beweis. Wie, ist dir überlassen. Steh jetzt auf und geh nach vorn. Zeig mir, dass du verstanden hast.
Mir wurde heiß und eiskalt zugleich. Das vertraute ‚Du‘. Wie lange sollte ich das noch akzeptieren? Wie zum Teufel sollte ich ihr das zeigen? Mit stockendem Atem murmelte ich meinen Kollegen etwas von Seekrankheit vor und stand auf. Als ich an Luca vorbeiging, nickte ich ihr kaum merklich zu. Ein triumphierendes, verschwörerisches Lächeln war ihre Antwort. Am Bug lehnte ich mich gegen die Reling und starrte in das trübe Wasser. In was war ich da nur hineingeraten? Es war kein Spiel mehr. Es war Ernst. Und doch, tief in mir regte sich ein widerwilliger, schuldbehafteter Reiz. Eine perverse Faszination.
Nach der Tour schlug ich die Einladung meiner Kollegen zum Essen aus. Google Maps führte mich zu einem diskreten Sex-Shop. Zwanzig Minuten später hielt ich zwei rutschfeste Nippelklammern mit einer feinen Kette in der Hand. Mein Plan: Ich würde die Kette um einen Knopf meines Hemdes in Brusthöhe wickeln. Ein diskreter Zug genügte, um den Beweis zu erbringen. Ich würde sie erst kurz vor dem Treffen anlegen.
Die Zeit bis zum Anne-Frank-Haus verbrachte ich in einem Café. Als ich meinen Kaffee trank, dachte ich ‚Irgendetwas fehlt‘. Ich musste unwillkürlich grinsen, dann lachen. Sie hatte mich bereits so sehr in ihrem Bann, dass ich ihre Erniedrigung in meinem Kaffee vermisste. Diese Erkenntnis war erschreckend und aufregend zugleich. Sie besaß eine brutale Fantasie, und irgendwo in mir, jenseits aller Vernunft, sehnte ich mich danach, von ihr geführt zu werden.
Kurz vor dem Museum suchte ich eine Toilette auf. Die gummiumzogenen Metallzangen schlossen sich mit einem leisen Klick um meine Brustwarzen. Ein scharfer, klarer Schmerz, der sofort in ein dumpfes, forderndes Pochen überging. Ich schloss das Hemd, legte die Kette wie geplant um den Knopf. Es war kaum sichtbar.
Vor dem schwenkbaren Buchregal im Museum erwartete sie mich. Luca stand da, die Arme vor der Brust verschränkt, ihr Blick war Befehl genug. Sie musterte mich, dann nickte sie einmal. Ich öffnete meine Jacke einen Spalt, fasste mit zwei Fingern die Kette und zog sie leicht straff. Ein weiteres, zufriedenes Nicken von ihr. Dann drehte sie sich wortlos um und verschwand im Hinterhaus. Ich starrte auf ihre schmale Taille, den perfekten Schwung ihres Pos unter dem engen Stoff, und wusste, dass ich ihr bereits rettungslos verfallen war.
Beim Verlassen des Museums spürte ich plötzlich ihre Präsenz neben mir. Sie blieb keinen Moment stehen, sondern flüsterte im Vorbeigehen direkt in mein Ohr, ihre Lippen berührten dabei fast meine Haut: „Die bleiben dran, bis ich es sage.“ Ihr heißer Atem und die Worte ließen einen Schauer über meinen Rücken laufen. Dann war sie in der Menge verschwunden. Ich blieb stehen, spürte das ziehende, surrende Gefühl der Klammern unter meinem Hemd – ein ständiger, schmerzhaft-süßer Reminder daran, wem ich jetzt gehörte.
Bis zum Abendbrot im Hostel blieb Zeit zur freien Verfügung. Langsam schlenderte ich mit meinen Kollegen zurück. Immer wieder trafen wir auf kleine Grüppchen unserer Schüler. Sie winkten, plauderten und erzählten von ihren Plänen – Shopping, Kinobesuche, das übliche Programm. Im Hostel sank ich mit meinen Kollegen in die Sessel der Lounge. Mittlerweile waren die Klemmen eine konstante, fordernde Präsenz. Sie schmerzten nicht stark, doch das subtile Ziehen und die stete Angst, ihre Umrisse könnten sich unter dem Stoff meines Hemdes abzeichnen, zehrten an meinen Nerven.
Das Abendessen war eine Qual der Erwartung. Meine Blicke schweiften unentwegt suchend durch den Raum, bis sie auf Luca fielen. Sie schien mich zu ignorieren, widmete sich ihrem Essen, als existierte ich nicht. Schon wollte ich die Hoffnung aufgeben – da traf mich ihr Blick. Durchdringend, klar, befehlend. Ein kaum sichtbares Nicken. Verstohlen, mit einer Hand unter meiner geöffneten Jacke, zog ich leicht an der Kette. Ein kurzer, demonstrativer Zug. Ihre Lippen verzogen sich zu einem flüchtigen Lächeln der Zustimmung. Dann nahm sie ihr Tablett, erhob sich und gab mir mit einem kaum merklichen Kopfnicken das Zeichen, ihr zu folgen.
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RE: Die Abschlussfahrt
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Datum:14.01.26 16:20 IP: gespeichert
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Im Nebenraum, wo das schmutzige Geschirr abgestellt wurde, wartete sie auf mich. Kaum hatte ich mein Tablett abgegeben, drehte sie sich blitzschnell um und bevor ich reagieren konnte, griff ihre Hand unter mein Hemd, fasste die Kette und riss mit brutaler, entschlossener Kraft daran.
Ein blendender, weißer Schmerz zerfetzte mich. Es fühlte sich an, als würden die Klemmen mir die Brustwarzen abreissen. Ein erstickter Schrei brandete in meiner Kehle hoch, doch im selben Moment schlug ihre andere Hand mir auf den Mund, erstickte den Laut zu einem dumpfen, tierischen Grunzen. Die Welt verschwamm, Tränen schossen mir schmerzhaft in die Augen. So eine grausame, entmenschlichende Qual hatte ich noch nie erlebt.
„Ist alles in Ordnung bei Ihnen, Herr Tanner?“ Ihre Stimme klang gespielt besorgt, aber ihre Augen funkelten vor kalter Genugtuung. „Kommen Sie, ich helfe Ihnen.“ Sie griff mir mit eisernem Griff unter die Arme und dirigierte mich, halb ohnmächtig vor Schmerz, zurück in die Lounge, wo sie mich auf einen Sessel fallen ließ. Niemand hatte etwas bemerkt. Die Szene war lautlos, intim und vernichtend gewesen.
Sie beugte sich zu mir herab, ihr Mund so nah an meinem Ohr, dass ich ihren warmen Atem spürte. „Um 22 Uhr besuche ich dich in deinem Zimmer“, flüsterte sie, und ihre Stimme war ein süßes Gift. „Ich habe noch eine Überraschung für dich.“ Dann richtete sie sich auf, ihr Gesicht erhellte sich zu einem fröhlichen, unschuldigen Lächeln, und sie schwebte davon. Ich blieb zurück, zitternd, mit einem pochenden, brennenden Feuer in der Brust. Jetzt verstand ich den perfiden Sadismus dieser kleinen Metallwerkzeuge. Der akute Schmerz ließ langsam nach, aber ein tiefes, rhythmisches Pochen blieb, eine stumme Erinnerung an ihre absolute Kontrolle.
Während ich da saß, wurde mir die gespaltene Natur Lucas schmerzhaft bewusst. Da war die höfliche, distanzierte Schülerin, die mich in der Öffentlichkeit korrekt siezte. Und da war diese andere, diese dämonische Puppenspielerin, die mich mit ein paar gezielten Handgriffen und Worten willenlos machte. Ich war in eine absurde, gefährliche Situation geraten. Und doch, in der tiefsten, verborgensten Kammer meiner Seele, wehrte ich mich nicht wirklich dagegen. Das Spiel mit ihrer Dominanz, die geheime Schärfe der Demütigung – es erregte mich auf eine Weise, die mich mit Scham und Faszination zugleich erfüllte.
Den Rest des Abends verbrachte ich mit meinen Kollegen in der Lounge. Wir beobachteten die Schüler beim Kicker, beim Rundlauf an den Tischtennisplatten. Alles schien normal, unbeschwert. Wir sprachen über die anstehenden Prüfungen und lästerten über Kollegen. Doch unter der Oberfläche meiner Teilnahme brodelte die Erwartung. Die Zeit wurde zu einem trügerischen Schleier.
Um 21:55 Uhr verließ ich die Lounge und ging auf mein Zimmer. Der kleine Tisch war noch unverändert, der gefaltete Zettel lag darauf und verströmte nur noch andeutungsweise seinen süßen, beherrschenden Duft. Ich setzte mich. Mein Handy lag neben dem Zettel, und ich starrte in immer kürzeren Abständen auf die Uhr. Um Punkt 22:00 Uhr öffnete sich die Tür – ohne Anklopfen, wie mit einer Selbstverständlichkeit trat Luca ein. Sie schloss die Tür hinter sich, und ihr Blick fiel sofort auf den Zettel. Ein diabolisches, triumphierendes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Ich starrte sie wie gefesselt an.
Sie sah atemberaubend aus. Ihr langes Haar fiel glatt und schwer über ihre Schultern. Sie trug eine schwarze Bluse aus einem weichen, dehnbaren Stoff, die sich wie eine zweite Haut um ihren Oberkörper schmiegte, der Ausschnitt hoch und keusch geschlossen. Dazu eine türkisfarbene Seidenhose, die jeden Schritt in ein sanftes Rauschen hüllte. Ein Bild kontrollierter, eleganter Verführung.
„Gefällt‘s dir?“ Ihre Stimme schnitt durch die Stille. „Keine Sorge, das ist Absicht.“ Dann erlosch ihr Lächeln, ersetzt durch eisige Strenge. „Na, hast du dich von deinem kleinen Wehwehchen erholt?“ Der Sarkasmus in ihrer Stimme war messerscharf. Ich öffnete den Mund zu einer Erwiderung, doch sie schnitt mir mit einer herrischen Geste das Wort ab. „Halt den Mund! Das interessiert mich nicht. Dein Account, deine Likes… knapp tausend Reels. Nichts für zarte Gemüter. Ich habe alles. Screenshots. Backups.“ Sie ließ die Worte wie Steine fallen. „Also spar dir jeden Gedanken an Widerstand oder Löschungen.“
Eine eiskalte Angst kroch in mir hoch. Sie ließ mir keine Zeit zum Atmen. „Hier ist der Deal: Du tust, was ich sage, und alles bleibt unser kleines Geheimnis. Das ist mein Versprechen. Weigerst du dich…“ Sie machte eine kunstvolle Pause. „…dann sorgen ein paar gut platzierte Bilder für eine unvergessliche Abiturfeier. Was hältst du davon?“ Sie wartete keine Antwort ab. „Ach was, ich weiß doch, dass es dir gefällt. Genauso sehr wie mir.“
Plötzlich, als würde ein Schalter umgelegt, kehrte das teuflische Lächeln auf ihr Gesicht zurück. „Aber genug der ernsten Worte. Deine Überraschung.“ Sie zog etwas aus ihrer Tasche. „Hier. Meine alte Zahnbürste. Ist das nicht lieb von mir? Deine brauchst du nicht mehr. Wo ist sie?“
Völlig überrumpelt stammelte ich: „Im Bad.“
Die Reaktion war blitzschnell und brutal. Ihre flache Hand traf meine Wange mit einer Wucht, die meinen Kopf zur Seite riss. Ein brennender Schmerz durchzuckte mich. „Das heißt: ‚Im Bad, Lady L.‘! Und, wenn wir allein sind, ist Ansprache ist SIE! Ist das klar?“ Ihr Blick war eisstarr. „Also? Noch einmal.“
„Meine Z… meine Zahnbürste liegt im Badezimmer, Lady L.“, presste ich hervor, die Wange glühend.
Zufrieden nickte sie, verschwand im Bad. Ich hörte ein kurzes, scharfes Geräusch – das Zerbrechen von Plastik –, gefolgt vom Rauschen der Spülung. Sie kam zurück. „Deine neue Bürste liegt hier. Jetzt machst du dich bettfertig. Und dann gehst du ins Bett. Für dich ist Feierabend.“
„Ja, Lady L.“
Kaum hatte sie es ausgesprochen, drehte sie sich auf dem Absatz um und verließ das Zimmer. Bevor sie die Tür von außen schloss, rief sie mit lauter, für den Flur bestimmter Stimme: „Gute Nacht, Herr Tanner, und gute Besserung!“
Dann war Stille. Ich zog mich mechanisch um. Im Bad starrte ich auf die fremde, blaue Zahnbürste auf dem Waschbeckenrand. Der Gedanke, sie zu benutzen, war widerwärtig und auf unerklärliche Weise intim. Vielleicht hatte sie sie für andere Dinge benutzt… Ich schüttelte den Gedanken ab, putzte mir gehorsam die Zähne. Der Geschmack war fremd, mintig, aber durchdrungen von der Vorstellung von ihr.
Im Bett roch die Luft noch immer leicht nach ihrem Parfüm. Ich war hellwach. Das Handy in der Hand, scrollte ich mechanisch – bis mir das Herz stehen blieb.
Da war es. Ein Foto, offenbar auf der Bootstour aufgenommen, als ich gähnte. Mein Gesicht, amateurhaft ausgeschnitten, war in ein anderes Bild montiert. Ich blickte darin nach oben, den Mund schmerzhaft weit geöffnet. Über mir, eine junge Frau, die mir gerade in den geöffneten Mund spuckte. Die Bildunterschrift:
„Mummy füttert dich.“
Absender: Lady L.
Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Ich loggte mich aus, warf das Handy von mir und drehte mich zur Wand. Stille, bittere Tränen brannten in meinen Augen. Ich weinte mich schließlich, erschöpft und gebrochen, in einen unruhigen Schlaf.
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RE: Die Abschlussfahrt
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Das habe ich kommen sehen. Jetzt ist er in ihrer Hand. Fiese Schlange.
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RE: Die Abschlussfahrt
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Datum:17.01.26 18:55 IP: gespeichert
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Dritter Tag – In den Ketten der Lust
Das Kissen war noch feucht, als ich am nächsten Morgen erwachte. Der Gedanke, mit Luca sprechen zu müssen, nagte an mir, doch wie sollte ich das anstellen, wo sie doch alle Fäden in der Hand hielt? Mein Blick hing an der Decke, als ich plötzlich einen Schatten unter der Tür wahrnahm. Ein leises Rascheln, dann schob sich ein Blatt Papier in meinen Raum, bevor der Schatten wieder verschwand.
Ich stand auf, und lange bevor ich den gefalteten Zettel berührte, umwehte mich ihr Duft. Mein Herz schlug wie ein Gefangener gegen meine Rippen, als ich das Papier aufhob und entfaltete. In ihrer geschwungenen Schrift stand:
Dein Auftrag für heute Vormittag: Du gehst shoppen! Besorge dir schöne (!) Damenunterwäsche und schöne(!) Nylonstrümpfe! Den Kassenbon übergibst du mir beim Mittagessen. Diese Sachen wirst du heute Nachmittag bei der Stadtführung tragen und mir natürlich zeigen.
Wenn du dir ein paar Bonuspunkte erarbeiten möchtest, dann suchst du dir ein Piercingstudio aus, dem du vertrauen würdest! Lady L.
PS: Die Bonuspunkte wirst du schneller benötigen, als du denkst!
Dieses teuflische Geschöpf! Ich hatte mir den Vormittag ganz anders vorgestellt. Das konnte sie nicht ernst meinen. Und was sollten diese ominösen Bonuspunkte? Sie konnte mich mal! Wutentbrannt zerknüllte ich den Zettel und schleuderte ihn durch den Raum, doch die Bewegung verteilte nur ihren Duft noch intensiver, bis ich ihm nicht mehr entfliehen konnte. Luca umgab mich, selbst wenn sie nicht anwesend war.
Ich musste mich sammeln. Eine Dusche sollte helfen. Anschließend putzte ich mir gehorsam die Zähne – erneut mit ihrer Zahnbürste. Als ich mein Zimmer verließ, hatte sich meine schlechte Laune fast verflüchtigt. Viele Schüler grüßten mich freundlic h und erkundigten sich nach meinem Befinden. „Danke, viel besser!“, antwortete ich, und mir kam die Lüge leicht und doch schwer über die Lippen. Kurz vor dem Frühstücksraum kam mir Luca entgegen. „Schön, dass es Ihnen besser geht! Soll ich Ihnen einen Kaffee mitbringen?“ Da sie nicht allein war, blieb mir nur die höfliche Maske. „Danke, das wäre sehr lieb.“ In mir brannte der Wunsch, sie zur Rede zu stellen, doch die Gelegenheit war unpassend.
Als ich mich setzte, schwebte sie schon wieder heran und reichte mir eine heiße Tasse mit Kaffee. Für den Bruchteil einer Sekunde formten ihre Lippen einen lautlosen Kussmund. Also doch wieder speziell gewürzt, durchfuhr es mich. Ich versuchte, in Ruhe zu frühstücken, während mein Blick immer wieder zu ihrem Tisch wanderte. Sie war in eine hitzige Diskussion mit ihren Mitschülern vertieft, es ging um Shoppingpläne. Hoffentlich sieht mich niemand in der Damenabteilung, schoss mir panisch durch den Kopf. In diesem Moment wurde mir schlagartig klar, dass ich ihren Befehl ausführen würde – statt, wie geplant, nach Computerteilen zu suchen.
Ich nutzte die Zeit, sie zu beobachten. Sie lachte, diskutierte und gestikulierte. Ihre Lach war ansteckend, hell und ungezwungen, und selbst ich, der das Gespräch nicht verstand, musste unwillkürlich lächeln. Es war bizarr, diese zwei Seiten in einer Person vereint zu sehen.
Ich träumte noch vor mich hin, als der Raum sich langsam leerte. Schließlich war ich der Letzte. Die plötzliche Stille wurde von meinen Kollegen Antonia und Jan durchbrochen, die neben mir auftauchten. „Was ist los mit dir?“, fuhr Antonia mich an. „Wir dachten, wir unternehmen etwas gemeinsam, aber du träumst vor dich hin und verschwindest abends sofort. So kenne ich dich gar nicht.“
„Ich weiß auch nicht… gestern Abend ging es mir nicht gut. Es tut mir leid. Es hat nichts mit euch zu tun!“, stammelte ich eine unbeholfene Verteidigung.
„Wir fahren heute ins Zuiderzeemuseum. Kommst du wenigstens mit?“
„Sehr gerne, aber ich muss absagen. Ich habe in der Stadt etwas Wichtiges zu erledigen.“ Die Ausrede kam mir hohl vor.
„Na dann, viel Erfolg“, sagte Antonia enttäuscht. Jan schüttelte nur wortlos den Kopf, und beide gingen. Ich blieb zurück, mit einem Kloß im Hals und Tränen in den Augen, weil ich meine Kollegen im Stich ließ.
Es war bereits 10 Uhr. Bewaffnet mit einem Rucksack machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt. Mein erstes Ziel: C&A. Ich hoffte inständig, keinem Schüler in der Damenabteilung zu begegnen. Meine vorgeschobene Ausrede – ‚Für eine Freundin‘ – klang in meinem Kopf schon erbärmlich.
Vor dem Geschäft blieb ich eine kleine Ewigkeit stehen. Die Damenabteilung lag natürlich im Erdgeschoss, für jeden sichtbar. Mit pochendem Herzen betrat ich die Halle. Langsam durchquerte ich die Abteilung, mein Blick huschte suchend über die Regale und die wenigen Kunden. Kein bekanntes Gesicht. Vorsichtig nutzte ich die Rolltreppe nach oben, griff mir wahllos einen Pulli, um später die heiklen Einkäufe darunter zu verstecken.
Hier oben war die Luft rein. Also fuhr ich wieder nach unten und orientierte mich neu. Ein Schild mit der Aufschrift »Dessous« wies mir den Weg. Ich schlenderte scheinbar gelangweilt in die Richtung, setzte mich dann auf eine Bank und tat so, als würde ich mein Handy studieren. Unter meinen Wimpern hindurch spähte ich in die Gänge, die mit Büstenhaltern, Höschen und Spitzentops gesäumt waren.
Schließlich stand ich auf. Ein knallrotes Höschen, verziert mit einem Meer von schwarzer Spitze, schien mich geradezu anzustarren. Das würde ihr stehen, dachte ich unweigerlich, sollte ich ihr auch eins kaufen? Verdammt, was stimmt nicht mit mir?
Meine Hand griff wie von selbst zu: Größe S – zu klein. Ich suchte fieberhaft, fand schließlich Größe L und verstaute das gute Stück blitzschnell unter dem Pulli. Nun noch die Strumpfhosen. Nach kurzer Suche fand ich das Regal. Die Auswahl war überwältigend. Ich griff schließlich zu einem Zweierpack in Hautfarbe, Größe L, 30 DEN. Damit war der Einkauf fast vollendet.
An der Kasse bemerkte ich, dass ich auf die Preise gar nicht geachtet hatte. Ein erleichtertes Aufatmen: Gerade einmal 31 Euro. Der Bon und die Tüte wurden mir in die Hand gedrückt. Ich verstaute alles im Rucksack und verließ das Geschäft, als hätte ich einen Diebstahl begangen.
Draußen atmete ich tief durch. Warum diese Aufregung? Und warum dieser Gedanke, Luca sexy Wäsche zu kaufen? Sie war meine Schülerin! Ich schüttelte den Kopf, um die Vorstellung zu vertreiben, und wollte mich auf den Rückweg machen, als mir die Bonuspunkte einfielen. Den zerknüllten Zettel kramte ich hervor. Piercingstudio. Ihr Duft stieg mir erneut in die Nase.
Nie im Leben! Und doch… was, wenn ich diese Punkte wirklich bald brauchte? Nur mal gucken, beschloss ich.
Google Maps zeigte eine überraschende Dichte an Studios in der Umgebung. Ich suchte drei mit guten Bewertungen heraus. Das erste wirkte mit seinen düsteren Tattoo-Motiven ziemlich abschreckend. Das zweite existierte gar nicht mehr. Beim dritten jedoch blieb ich stehen. Der Laden machte einen seriösen, fast klinisch sauberen Eindruck. Diskret fotografierte ich die Preistafel an der Wand.
Die Zeit bis zur Stadtführung verstrich im Nu. Da ich nicht mehr zurück ins Hostel konnte, ließ ich mich in einem Straßencafé nieder, bestellte Kaffee und Kuchen und beobachtete das vorbeiziehende Leben. Der Wecker riss mich aus meinen Gedanken. Oh Mist!
Eilig suchte ich eine öffentliche Toilette auf. In der engen Kabine zog ich den roten Spitzenslip einfach über meine eigene Unterwäsche. Dann packte ich die Strumpfhose aus. Schon beim behutsamen Entfalten gab das erste Nylon mit einem kaum hörbaren Ziss nach – eine perfekte Laufmasche zierte nun den Stoff. Verdammt. Die zweite ging besonders vorsichtig an. Das erste Bein glitt mühsam hinauf. Beim zweiten jedoch, als ich den Stoff spannte, riss es erneut, diesmal mit einem deutlichen Geräusch. Eine breite Masche zog sich vom Knöchel bis zum Oberschenkel. Nicht nur die Strumpfhose, sondern auch ich war erledigt. Zudem war die Größe zu klein gewählt, sie schnitt ein und rutschte ständig herunter. Mit Mühe zog ich meine Hose darüber. Ein grauenhaftes Gefühl.
Ich beeilte mich, erreichte den Treffpunkt außer Atem und schweißgebadet. Ich hatte nicht gewusst, dass Nylon so sehr wärmt. Und das ständige Rutschen… Es war eine Qual. Es war ihre Qual.
Die Stadtführung war eine langsame, qualvolle Prozedur. Die ältere Dame referierte ihren Text in einem monotonen Singsang, und kaum jemand schenkte ihr noch Beachtung. Auch ich nicht. Meine gesamte Aufmerksamkeit gehörte Luca. Sie hatte sich neu eingekleidet: Ein bauchfreies, hautenges schwarzes Top mit langen Ärmeln betonte ihren flachen, muskulösen Bauch. Darunter trug sie eine weite, zerrissene Jeans, die mehr aus Löchern als aus Stoff zu bestehen schien. Ihr rechtes Bein war von vorne fast vollständig entblößt, und auf der Rückseite klaffte ein großes Loch direkt unter dem perfekt geformten Schwung ihres Pos. Darunter schimmerte das grobe Netz einer schwarzen Strumpfhose. Ich war von diesem Anblick magisch angezogen, gefesselt von der freizügigen Inszenierung und dem verheißungsvollen Blick auf die Haut unter dem Netz.
Plötzlich drehte sie sich um. Ihr Blick traf mich direkt, durchbohrte mich. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Mit dem Zeigefinger ihrer Hand deutete sie mir an näher zu kommen und sich direkt neben sie zu stellen. Dort angekommen hauchte sie mir nahezu lautlos, aber unmissverständlich einen Befehl zu: „Du gehst auf der Treppe voraus. Zieh beide Hosenbeine hoch. Zeig mir, was du darunter trägst. Oben drehst du dich um und präsentierst mir den Slip.“
Schweiß brach mir aus. Wenn das jemand sah… Doch Widerstand war sinnlos. Gehorsam stieg ich die Treppe vor ihr hinauf. Mit den Händen in den Hosentaschen zog ich die Hosenbeine für zwei, drei Stufen nach oben. Die Peinlichkeit brannte wie Feuer auf meiner Haut. Oben angelangt, griff ich mit zitternden Fingern unter den Hosenbund, fasste den Spitzenslip und zog ihn sichtbar über den Saum, bevor ich mich umdrehte.
Sie stand direkt hinter mir. Ihr Blick wanderte langsam, abwägend und urteilend, von meiner Hand, die den roten Stoff hielt, hinauf zu meinem Gesicht. Dann schüttelte sie langsam den Kopf. Nicht wütend, sondern von einer tiefen, enttäuschten Traurigkeit, die mich härter traf als jeder Zorn. Ich bildete mir ein, ein feuchtes Schimmern in ihren Augen zu sehen. Wortlos ging sie an mir vorbei. Diese schweigende Verachtung war die grausamste Bestrafung. Ich erstarrte, ließ den Slip los und blieb noch eine Ewigkeit so stehen, beschämt und zutiefst getroffen, bevor ich der Gruppe mechanisch folgte.
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RE: Die Abschlussfahrt
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Datum:18.01.26 19:12 IP: gespeichert
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Die Führung nahm endlich ihr Ende. Die Gruppe zerstreute sich. Ich wollte Luca einholen, um mich zu erklären, zu entschuldigen, doch sie war wie vom Erdboden verschluckt. Ihre Enttäuschung musste tief sitzen.
Gedankenverloren schlenderte ich durch die Straßen, blind für die Umgebung. Ein Hupen und ein scharfes Bremsen rissen mich heraus; ich war beinahe vor ein Auto getreten. Wie im Traum fand ich mich zurück im Hostel wieder. In der Einsamkeit meines Zimmers zog ich die Hose aus und sah das ganze Ausmaß des Desasters: Die Strumpfhose war ein einziges Labyrinth aus Laufmaschen. Ekel packte mich. Ich streifte alles ab – Slip und zerstörtes Nylon – und warf es in den Mülleimer. Nach einem Moment des Zögerns holte ich den roten Slip wieder heraus. Ich zog ihn, diesmal direkt auf der Haut, an und verzichtete auf meine eigene Unterwäsche. Eine späte, nutzlose Geste der Unterwerfung. So angezogen schnappte ich mir mein Perry-Rhodan-Buch und suchte die Grillhütte im Garten des Hostels auf.
Die Hütte war auf drei Seiten geschlossen, in der Mitte ein großer Grill. Ich ließ mich auf eine Bank fallen und versank sofort in der Welt zwischen den Buchdeckeln. Raumschiffe, fremde Sonnen, die Weite des Alls – sie umfingen mich, ließen die reale Welt verblassen. Ich hörte nicht das allmähliche Wiederauffüllen des Hostels, das Lachen und Rufen der Schüler.
Plötzlich, ohne ein Geräusch, setzte sie sich neben mich. Ich fuhr aus meiner Lektüre hoch. „Du… ähm… Luca…“, stammelte ich benommen.
„Ach, halt die Klappe!“, fauchte sie mich sofort an. Ihre Stimme war scharf wie Glassplitter. „Digga, du hast keine Ahnung, wie sehr du mich enttäuscht hast! Es war eine so einfache Aufgabe. Und du hast sie komplett vergeigt. Wo ist der Bon?“
Ach, verdammt. „Der… der müsste im Rucksack sein.“
Sie schüttelte nur den Kopf, und in ihren Augen lag ein echtes, trauriges Funkeln. „Du machst es mir so schwer. Ich würde dich so gerne… na ja. Jetzt bleibt mir keine andere Wahl. Außerdem hast du wieder die korrekte Anrede vergessen. Ich muss dich bestrafen.“ Ihre Stimme wurde eisig und klar. „Du gibst mir jetzt dein Buch und dein Handy. Und dann gehst du sofort auf dein Zimmer. Stubenarrest. Und es gibt heute vielleicht gar kein Abendessen für dich. Ab – los!“
„Luca, bitte…“
„NEIN!“ Die Endgültigkeit in ihrer Stimme ließ mir keinen Raum. Ich legte mein Handy auf das Buch, übergab es ihr und schlich mit gesenktem Haupt wie ein geschlagener Hund zurück in mein Zimmer.
Der Raum umfing mich sofort mit ihrem betörenden Duft. Er hing schwer in der Luft, hatte sich in die Stoffe gefressen, besetzte den Raum. Ich stellte mich ans Fenster, versuchte vergeblich, meine Gedanken zu ordnen. Ein kurzes Klopfen; Luca öffnete ohne abzuwarten die Tür und fragte nur nach meinem Handy-PIN. Als ich ihr den Code nannte, war sie schon wieder verschwunden. Was plante sie? Doch in ihrer Wut hatte sie etwas durchblicken lassen: Sie würde mich gerne… Diese Andeutung war wie ein winziger Hoffnungsschimmer in der Dunkelheit meiner Demütigung. Ich durfte sie nicht noch einmal enttäuschen.
Es klopfte erneut, dieses mal vorsichtiger.
„Herr Tanner, darf ich reinkommen?“ Eine Mädchenstimme. Finja, genannt Fibi, trat schüchtern ein. Sie lächelte kurz und reichte mir einen Zettel mit den Worten, „Ich soll ihnen das hier geben.“ und verschwand sofort wieder aus dem Zimmer. Das Papier roch nicht nach Luca. Eine eisige Kälte überfiel mich. War Fibi jetzt auch eingeweiht? Dann war ich erledigt.
Nimm einen Stuhl ins Badezimmer. Zieh dich obenrum aus. Lege die Nippelklemmen an – OHNE die rutschfesten Überzüge.
Setz dich VOR den Stuhl auf den Boden. Umgreife die Stuhlbeine mit deinen Armen. Warte.
Wenn ich komme, bist du still. Augen geschlossen. Wehe, du zwinkerst.
Fang an. Du hast nur 2 Minuten.
Lady L.
Keine Zeit zum Nachdenken. Ich stellte einen Stuhl in die Mitte des kleinen Badezimmers, zog mein Shirt aus. In meiner Tasche fand ich die Klemmen. Ich entfernte die weichen Überzüge. Darunter kamen scharf gezahnte Krokodil-Klemmen zum Vorschein. Mir wurde übel. Augen zu und durch. Ich drückte sie an meine Brustwarzen – ein beißender, scharfer Schmerz ließ mir sofort die Tränen in die Augen schießen. Kaum hatte ich mich auf dem Boden positioniert, die Stuhlbeine umklammert, hörte ich meine Zimmertür aufgehen und wie diese wieder geschlossen und abgeschlossen wurde. Schritte. Die Badezimmertür öffnete sich. Ich roch erleichtert ihr Parfüm, bevor ich ihre Stimme hörte.
„Braver Junge.“ Sie stand direkt vor mir. „Ich hoffe, sie tun weh. Das hast du dir verdient.“ Sie ging um mich herum. Plötzlich ein surrendes Geräusch rrrt-rrrt an meinem rechten Handgelenk, dann am linken. Kabelbinder. Ich war am Stuhl fixiert. Sie setzte sich auf den Stuhl, stellte ihre Beine rechts und links über meine Schultern. Mein Kopf war nun eingeschlossen zwischen ihren warmen, festen Oberschenkeln. Der weiche Stoff ihrer Leggings streifte meine Wangen. Ihr Duft, vermischt mit dem ganz eigenen, intimen Geruch ihrer Erregung, strömte mir in die Nase. Sie beugte sich vor, zog mir eine weiche Augenmaske über den Kopf. Die Dunkelheit intensivierte alle anderen Sinne.
„Ich habe mich zum Küchendienst eingeteilt. Damit du doch noch etwas zu essen bekommst. Nimm den Kopf etwas nach hinten.“ Sie verstärkte den Druck ihrer Schenkel. „Mund auf. Und keinen Mucks.“
Ein Löffel drang zwischen meine Lippen. Der Geschmack war chaotisch, eine fremde Mischung aus verschiedenen Resten. Jeder Bissen war eine Überraschung, eine Demütigung, die ich schluckte. „Durstig?“
„Ja, Lady L.“, presste ich hervor.
„Kopf in den Nacken. Mund auf.“ Sie lockerte kurz den Griff, ich legte den Kopf zurück, und sie fixierte ihn sofort wieder. Dann spürte ich ihre Lippen an meinem Mund, einen warmen Flüssigkeitsstrahl – Wasser, das sie mir aus ihrem Mund reichte. Zweimal. Die Intimität dieser Geste war überwältigend und weiter unten regte sich etwas. „Danke, Lady L.“
Sie befreite meine Handgelenke, befahl mir aufzustehen. Die Maske blieb. „Damit es leise bleibt.“ Ein weicher, leicht salziger Stoff wurde mir in den Mund gestopft (später erkannte ich ihre Sneakersocken). „Jetzt sei stark.“
Ohne Vorwarnung öffnete sie beide Klemmen gleichzeitig. Ein weißer Blitz des Schmerzes zerfetzte mich. Ein erstickter Schrei würgte sich in dem Stoffknebel fest. Meine Knie gaben nach, ich sackte zu Boden. Sie ließ sich mit mir hinab, nahm meinen zitternden Kopf an ihre Schulter. „Schon gut“, murmelte sie, während ich mich an ihr ausweinte, bis der Schmerz zu einem dumpfen Pochen abebbte.
„Ich gehe jetzt. Komme später noch einmal wieder. Wenn ich weg bin, darfst du die Maske abnehmen. Dann räumst du auf.“ Sie verließ das Bad, öffnete meine Zimmertür und schloss sie leise von außen.
Als ich die Maske abnahm, sah ich den Teller: Ein wildes Gemisch aus angebissenen Resten. Aus dem Resteeimer der Küche. Die Erkenntnis traf mich neu. Ich räumte mechanisch auf. Ohne Handy, ohne Buch, war ich ein gefangenes Tier im Käfig meines Zimmers. Die Fragen kreisten: Warum ließ ich das zu? Gefiel es mir? Sollte ich aufhören? Warum tat sie das? Ich war ihr willenlos ausgeliefert, und ein Teil von mir wollte genau das.
Ein Klopfen. Sie trat ein, schloss ab. Ich senkte den Kopf. „Nicht schlecht. Aber auf den Knien gefällst du mir besser.“
Ich sank vor ihr auf die Knie. Ihre Füße in rosa Schlappen, ihre Beine in enger schwarzer Leggings, kamen in mein Blickfeld. Ihr Duft umschloss mich. Sie strich mir über das Haar. „Schon besser. Das werden wir üben. Bis es perfekt ist. Bleib.“ Sie verschwand im Bad und schloss sich ein. Ich hörte Geräusche, Wasserlaufen. Meine Knie begannen zu schmerzen, doch ich rührte mich nicht.
Als sie zurückkam, stellte sie etwas hinter mich auf den Tisch. „Ein spezielles Getränk für dich. So, wie du es magst. Ich hole deine Sachen. Wenn ich wiederkomme, ist das Glas leer.“
Sie ging. Ich drehte mich um. Ein großes Glas mit warmer, gelblicher Flüssigkeit. Körperwarm. Der Trank der Herrin? Egal. Ich wollte nicht versagen. Ich trank es in großen, entschlossenen Zügen – es war warmer Apfelsaft. Eine Erleichterung und gleichzeitig eine neue, bizarre Demütigung.
Ich kniete wieder, als sie zurückkam. „Braver Junge. Und fast die korrekte Position. Die Knie weiter auseinander. Aus dir wird noch ein richtig toller Sub.“ Ein Lachen blitzte in ihrer Stimme auf. „Hier. Deine Sachen. Handy bleibt tabu. Du gehst jetzt ins Bett. Du darfst lesen.“
„Danke, Lady L.“
Sie trat einen Schritt vor. „Bitte. Als Dank für meine Mühe wirst du jetzt meine Füße küssen.“
Sie hielt mir ihren rechten Fuß hin. Ich beugte mich vor und berührte mit den Lippen den Spann, dann sanft die Zehen. Sie wechselte den Fuß. Ich wiederholte die Geste. Es war bizarr, demütigend – und es erregte mich unsagbar. Nichts hatte je so falsch und doch so verdammt richtig gefühlt.
„Gute Nacht, kleiner Sub. Träum schön von deiner Lady.“
Sie ging. Der Begriff „Sub“ brannte sich in mein Bewusstsein. Bevor ich aufstehen konnte, öffnete sie die Tür noch einmal einen Spalt. Ihre Stimme war nun befehlend und wissend: „Du lässt ab sofort die Finger von deinem nichtsnutzigen kleinen Wurm. Abspritzen ist nur erlaubt, wenn ich es dir sage. Egal, wie geil du bist.“
Sie hatte es bemerkt. Die Enge in meiner Hose war unübersehbar. Vielleicht ging es ihr ja ähnlich.
Mit zittrigen Händen bereitete ich mich für die Nacht vor, putzte mir mit ihrer Zahnbürste die Zähne. Die Brustwarzen pochten schmerzhaft.
Als ich mich ins Bett legte, war ich ein Gefangener meiner eigenen Begierde. Ich schlief ein und träumte von ihr: von ihrem Duft, ihren Beinen, die mich umschlossen, und ihren Füßen mit den roten Nägeln, die ich geküsst hatte.
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