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TheLargeEmptY
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Forge your heart into something strong, unbreakable.

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  RE: Leon City Storys Datum:17.06.26 20:30 IP: gespeichert Moderator melden


Gern geschehen Tom!

Hat mich auf jeden fall sehr lange beschäftigt das sag ich dir
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TheLargeEmptY
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Forge your heart into something strong, unbreakable.

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  RE: Leon City Storys Datum:13.07.26 17:18 IP: gespeichert Moderator melden


LCs 38
Leon City und ... Zombies?!?

Zähneknirschend setzte sich Cass auf das Sofa zu Summer und Ava. Die beiden Freundinnen hatten in der Woche nach dem Escape-Room ihr Handy mit hunderten Nachrichten zugemüllt. Immer mit der Bitte, in diese verfluchte Hütte, im verfluchten Wald zu kommen, um Versuchskaninchen für die verfluchte Hexe zu sein. Cass hatte natürlich immer abgelehnt. Sie hatte Wichtigeres zu tun. Lance … der Mann, der für die schlimmste Zeit ihres Lebens verantwortlich war, war aus dem Gefängnis geflohen. Cass hatte sich zum Ziel gesetzt, ihn und seine Untergebenen zur Strecke zu bringen. Leider mit gemischtem Erfolg, und sie musste zugeben, dass ihr Körper eine Pause benötigte.

„Yayyyy! Schön, dass du es geschafft hast, Cass!“, jubelte Summer und umarmte Cass die zusammenzuckte, als sie ihren geschundenen Körper drückte.

„Yeah, yeah. Bitte Summer meine Rippen.“

„Oh, Entschuldigung“, kicherte Summer und Cass rollte mit den Augen.

„Können wir dann jetzt mit dem Film anfangen?“, fragte Cass doch Ava schüttelte den Kopf.

„Wir warten noch auf die Nachbarn. Erinnerst du dich noch an Phaelyn und Ifry? Sie wollten auch kommen. Außerdem fehlen noch Rilliana und Trisha. Sie wollten Popcorn und den Film holen.“

„Haaaaaaa … und die Hexe?“

„Immer noch in ihrem Labor und versucht, einen Fehler in einer ihrer Erfindungen zu finden“, erklärte Summer und fing an zu strahlen, als die Haustür aufging und die vier fehlenden Frauen hereinkamen. Es folgte das übliche Begrüßen der Freunde, während Cass auf dem Sofa sitzen blieb. Sie kannte die anderen nicht besonders gut und ihr Körper dankte es ihr, dass sie sich einfach mal nicht bewegte. Stattdessen starrte sie mit trüben Augen auf den Bildschirm, bis die Frau namens Phaelyn sich dazwischenstellte. Cass sah zu dem schüchternen Mädchen auf, das ihr die Hand reichte.

„He … hey … mein Name ist Phaelyn“, sagte sie stotternd und lächelte verlegen.

„Cass“, sagte Cass knapp, machte aber keine Anstalten, die Hand zu schütteln. Etwas enttäuscht ließ Phaelyn ihre sinken. Ifry bemerkte es sofort und hob eine Augenbraue, sagte jedoch nichts. Sie wollte sehen, wie ihre Freundin mit der Situation umging und aus ihr lernte.

„Alsooo, du warst auch bei dem letzten Event, oder? Wie hat es dir gefallen?“, fragte Phaelyn und Cass atmete tief ein. Sie wollte eigentlich nur einen Film schauen und keine neuen Bekanntschaften machen.

„War ziemlich bescheiden, wenn du mich fragst.“

„Oh …“, sagte Phaelyn und machte eine bedrückte Miene, bevor Trisha sie zum anderen Sofa zog, um ihre Beine als Kissen zu gebrauchen. Ifry sah noch einen Moment zu Cass und dann zu Phae, die nun aber wieder ein fröhliches Gesicht machte.



Der Film, den Rilliana mitgebracht hatte, war ein neu erschienener Zombie-Film. Cass musste zugeben, dass sie es bereute, ihn damals im Kino nicht gesehen zu haben, aber wenigstens konnte sie es jetzt nachholen. Die Story war fesselnd und die Charaktere keine dummen Idioten. Selbst die Schockmomente waren nicht sinnloses Blutvergießen oder überspitzt. Cass fand den Film einfach klasse. Umso mehr regte es sie auf, dass bei jedem Horrormoment Phaelyn zusammenzuckte oder aufschrie. Es lenkte sie vom Film ab. Sie konnte sich nicht darauf konzentrieren und wartete irgendwann nur noch auf den nächsten Aufschrei von Phaelyn.

„AHHHH!“, schrie sie auf, als einer der Überlebenden gepackt wurde.

„Kannst du jetzt mal die Klappe halten?! Ich versuche, den Film zu genießen!“, schrie Cass auf, und sofort waren alle Blicke auf sie gerichtet. „Was? Ich bin nicht der Einzige, der so denken kann, oder?“

Stille. Phaes Lippen fingen an zu zittern und sie sah sich in der Runde um, ob ihre Freunde genauso fühlten. Trisha, Rilliana und Summer schüttelten sofort den Kopf. Ava hingegen räusperte sich.

„Vielleicht solltest du gehen, Cass …“

„Weißt du? Das ist eine ausgesprochen gute …“, fing Cass an, doch wurde sie von Phaelyn unterbrochen.

„Nein … ich … du hast recht. Tut mir leid. Ich werde jetzt still sein“, murmelte sie und senkte ihren Kopf. Cass sah sie einen Moment an, bevor sie sich wieder dem Fernseher widmete und versuchte, wieder in die Welt des Films einzutauchen. Ifry sah, dass sich in den Augenwinkeln ihrer Freundin Tränen formten, die sie heimlich wegwischte. Sie wandte ihren Blick zu Cass und sah sie scharf an. Das würde sie nicht so bald vergessen.



Nach dem Film nahm Cass ihre Jacke, und verabschiedete sich knapp bei ihren Freunden und neuen Bekannten, bevor sie von Ifry aufgehalten wurde.

„Darf ich mal vorbei?“, fragte Cass kalt, doch Ifry streckte ihren Arm aus, sodass Cass nicht weiterkonnte.

„Nein. Entschuldige dich bei meiner Freundin“, forderte Ifry doch Cass lachte verächtlich.

„Warum sollte ich? Sie hat doch selbst eingesehen, dass sie das Problem war.“

Ifrys Augen wurden zu Schlitzen und sie funkelte Cass bedrohlich an.

„Entschuldige dich, oder du wirst es bereuen.“

„Oh, soll diese Drohung mir Angst machen?“, fragte Cass und sah auf Ifrys dünne Arme und schmächtige Statur, „Aus dem Weg, Tom Boy, bevor ich dich in der Mitte durchbreche“, zischte sie und drückte Ifrys Arm beiseite, bevor sie das Haus verließ, sich auf ihr Motorrad schwang und davonfuhr. Bei der Fahrt über die Autobahn zurück in die Stadt dachte sie über die kommenden Tage nach. Wo sie nach Lance oder seinen Untergebenen suchen konnte. Kein Gedanke war an den heutigen Abend verschwendet worden. Als sie in ihrer kleinen Wohnung ankam und auf ihr Bett fiel, gab sie ihrem Körper eine dringende Pause. Sie schloss ihre Augen und dachte an die kommende Woche. Noch während sie weitere Pläne schmiedete, schlief sie ein und wachte erst wieder auf, als die Sonne in ihr Gesicht schien. Cass gab sich noch nicht mal Zeit zu blinzeln und rollte sich aus ihrem Bett. Sie schaltete im Vorbeigehen ihren Computer und Fernseher an und zapfte sich einen Kaffee. Die Nachrichten waren voller, für sie zumindest, unwichtiger Themen.

„Die internationalen Spannungen nehmen weiter zu. Mehrere Regierungen melden Engpässe bei Medikamenten. Die Ostküste soll aber genügend Vorräte haben“, sagte der Nachrichtensprecher, während Cass sich vor ihren Computer setzte. Sie zuckte kurz zusammen, als ihre Rippen sich meldeten.

„Nun, wenn wir genügend Vorräte haben …“, murmelte Cass und warf sich eine Schmerztablette ein, die neben ihrem linken Bildschirm lag.

„Uns stehen die heißesten Tage des Jahres bevor. Die Behörden warnen …“

Cass rollte mit den Augen und durchforstete ihre Notizen am Computer. Vielleicht hatte sie noch etwas übersehen. Eine Spur, der sie nachgehen konnte.

„Mehrere Vermisstenfälle in Leon City. Das LCPD vermutet, dass es mit den kürzlichen Ausbrüchen zu tun haben könnte.“

Cass lauschte auf.

„Die Vermissten lebten in Falenplaza. Die Behörden bitten Sie, sich dort nicht aufzuhalten, wenn Sie nicht unbedingt müssen.“

„Klar, und was ist mit den Menschen, die dort wohnen müssen?“, fragte Cass gereizt und stellte ihre Tasse beiseite, um sich eine Notiz zu machen.

„Die jährliche Wohltätigkeitsgala konnte für den Kinderflügel des Leon-City-Krankenhauses genug Geld zusammensammeln, um diesen zu renovieren und auszuweiten. Der Chefarzt scherzte, dass sie zusätzlich auch einfach die Krankenzimmer umbauen könnte, da viele Patienten mit Fieber sich selbst entlassen würden.“

„Ob der Witz richtig gelandet ist? Scheint ja, als hätten die Leute keinen Bock aufs Krankenhaus“, kommentierte Cass.

„Und nun mit etwas Erfreulichem. Die vermisste Katze Fluffels wurde nach drei Tagen in der Eisdiele Fermondo gefunden. Scheint, als wollte sie sich mit Eis eindecken, bevor es zu warm wird.“

Die restlichen Nachrichten waren nicht wirklich interessanter, und sie plante stattdessen ihre kommenden Nächte. Allerdings machten ihr ihre Rippen einen Strich durch die Rechnung. Cass beschloss deshalb, die kommenden Tage zu Hause zu bleiben und zu recherchieren. Was Cass jedoch beschäftigte, war etwas anderes. Immer häufiger berichteten die Nachrichten über Gewalttaten, während Entführungen zunehmend in den Hintergrund rückten. Zusammenhänge gab es nicht. In der Nacht des vierten Tages Zuhause beschloss sie, wieder auf Patrouille zu gehen, und ließ die Nachrichten laufen, während sie sich rüstete.

„Das LCPD berichtet von Gewalttaten unter Fieberwahn. Es wird die andauernde Hitze als Grund genannt. Ärzte empfehlen, mehr zu trinken und im Schatten zu bleiben.“

„Ach was?“, murmelte Cass und steckte ihre Tonfa an ihren Gürtel. Sie nahm sich ihre Fernbedienung, um den Fernseher auszuschalten, als das Bild plötzlich verschwand und ein Stand-by-Symbol zeigte.

„Okay?“, sagte sie schlicht und schaltete ihn aus. Sie verließ ihre Wohnung über die Feuertreppe und lief die Stufen hinunter, bis sie in der vertrauten dunklen Gasse stand. Von dort lief sie zu ihrem Motorrad, klappte das Nummernschild weg und fuhr auf ihn zu, Richtung Falenplaza. Auch wenn die Spur Tage alt war, so wusste sie, dass sie hier den Abschaum von Leon City finden würde. Vielleicht auch einen Hinweis zu Lance. Zumindest kam sie gut durch die Stadt. Keine anderen Autos oder Menschen waren unterwegs. Cass fand das etwas ungewöhnlich, vermutete aber, dass die Leute einfach vorsichtig waren und sich vor der brütenden Hitze schützten. Cass konnte es ihnen nicht verübeln. Ihr Anzug war auch nicht unbedingt dafür gedacht, ihren Körper vor Hitze zu schützen. Dafür gegen fast alles andere, was die Stadt ihr so entgegenwerfen konnte.

„Zumindest kann ich dann besser Verdächtige ausmachen, wenn niemand sonst auf den Straßen ist“, murmelte Cass und hielt an einer Ampel. Da sah sie es. Menschen, die eilig ein Haus verließen, in eine Gasse verließen. Fast hätte Cass sie ignoriert, doch dann schaute sie genauer hin. Mehrere Männer und Frauen. Einige von ihnen waren maskiert. Einige trugen Waffen und in ihrer Mitte hauptsächlich Frauen, die verängstigt aussahen.

„Bingo“, murmelte Cass und wartete einen Moment, bevor aus der Gasse ein großer Transporter rollte. Am Steuer saß einer der Maskierten. Er brauste über die Kreuzung und Cass schaltete ihr Licht aus und begann mit der Verfolgung. Die Fahrt war kurz. Aus der Ferne sah sie, wie die Menschen in ein heruntergekommenes Gebäude in Falenplaza liefen. Sie stellte ihr Motorrad etwas außerhalb ab und lief das letzte Stück. Sie zog ihre Tonfa und drückte sich an der Häuserwand entlang Richtung Eingang. Sie wollte gerade um die Ecke springen und die Tür eintreten, als sie Schritte neben sich auf der Straße hörte. Sofort drehte sie sich um und wollte entweder demjenigen sagen, dass er verschwinden soll, oder der Polizei sagen, dass dort drin Entführungsopfer waren, aber für beides hatte sie keine Zeit. Ein Mann sprang sie mit weit aufgerissenem Mund an und versuchte, nach ihr zu schnappen. Cass stolperte zurück und schaffte es gerade noch, eines ihrer Tonfa zu heben. Der Mann biss in die Waffe und fuchtelte mit seinen Armen in ihre Richtung. Seine Augen waren milchig weiß und schienen nicht mehr seinen Befehlen zu folgen.

„Was zum …!“, rief Cass aus und schlug mit ihrer anderen Waffe zu. Der Mann sackte zur Seite und blieb einen Moment regungslos auf der Straße liegen. Blut tropfte aus einer Wunde am Kopf heraus und Cass stolperte noch weiter von ihm zurück.

„Was zum Teufel, warum … was?“, fragte sie entsetzt, als die Tür hinter ihr sich öffnete. Sie wollte sich gerade zu ihr umdrehen, als der Mann auf dem Boden sich regte. Seine Arme zuckten und er versuchte aufzustehen, ein langes, unmenschliches Röcheln kam aus seinem Mund. Cass gefror zu Eis. Was auch immer das vor ihr war, war kein Mensch. Zumindest nicht mehr. Im nächsten Moment hörte sie zwei Schüsse. Der Erste gab dem Etwas den Rest und der Zweite galt Cass. Sie spürte, wie sich etwas Großes gegen ihren Rücken drückte. Einen Augenblick später spannte sich ein riesiges, engmaschiges Netz um ihr Sichtfeld und um ihren Körper. Es wickelte sich fest um Cass und brachte sie zu Fall.

„Hey! Was zum…! Lasst mich sofort hier raus!“, fauchte Cass und zappelte gegen die Maschen, doch je mehr sie sich wand, desto enger schien das Netz zu werden.

„Halt die Klappe!“, zischte eine Frau sie an, und Cass spürte, dass sie in das Haus gezogen wurde. Dabei spürte sie, wie ihre Wange über den Asphalt kratzte, und sie zuckte zusammen.

„Du kannst froh sein, dass wir dich nicht sofort erschossen haben!“

„Froh? Ihr habt einen Menschen getötet!“, fauchte Cass und strampelte gegen die Griffe der Leute, die sie in das Gebäude hoben.

„Menschen? Hast du nicht gesehen, was dich angegriffen hat? Das ist die Apokalypse, du dumme Bitch!“, sagte einer der Männer und hielt Cass am Nacken, um sie dazu zu zwingen, den erschossenen anzusehen.

„Das ist ein verdammter Zombie. Oder glaubst du, ein Mensch hätte deinen Angriff so wegstecken können?“

Cass wurde still. Das hätte jeden zumindest ein paar Minuten außer Gefecht gesetzt.

„Bringt sie nach unten und untersucht sie auf Infizierungen.“

„Ich bin nicht gebissen worden!“

„Klar“, sagte die Frau und rollte mit den Augen, während zwei Männer sie packten und tiefer in das Gebäude zogen. Cass sträubte sich mit jedem Schritt, doch sie hielten sie mit einem eisernen Griff.

„Ich sagte doch, ich bin nicht gebissen worden!“

„Schonmal einen Zombie-Film gesehen? Das sagen sie alle. Wir wissen auch nicht, ob es auch mit Kratzern übertragen werden kann. Außerdem blutest du!“

„Weil ihr Idioten mich über den Boden gezogen habt?“, fragte Cass gereizt, als sie letztlich in einen kleinen Raum mit einer Matratze geworfen wurde. Sie landete schwer und die Federung warf sie in die Wand, wo sie zu Boden rutschte und zornig atmend liegen blieb.

„Warte hier“, sagte einer der beiden knapp, und die Tür schloss sich hinter ihnen. Ein Schlüssel drehte sich geräuschvoll.

„Klar, als wenn ich das jetzt machen würde“, murmelte Cass und zappelte in dem Netz herum, um an ihren Gürtel zu gelangen, wo eine versteckte Klinge auf sie wartete.

„Nur noch ein wenig“, murmelte sie und zog letztlich das Messer. Ein schneller Schnitt befreite Cass von dem Netz und sie stand rasch auf. Gerade wollte sie ihre Tonfa packen und den Preppern ein paar Manieren beibringen, als sich die Tür öffnete und ein Mann und die Frau von der Tür hereinkamen. Sie sahen sich einen Moment lang an, bis die Frau ihre Hand ausstreckte.

„Vielleicht haben wir uns auf dem falschen Fuß erwischt. Mein Name ist …“, fing die Frau an, doch unterbrach Cass sie, als sie mit erhobenen Waffen auf sie zustürzte. Die Frau rollte nur mit ihren Augen und trat beiseite, um ihrer Begleitung Platz zu machen. Cass war es einerlei. Sie hatte es schon mit stärkeren Gegnern aufgenommen. Sie schlug zu, und leider musste sie zugeben, dass sie noch nie gegen so einen schnellen Gegner gekämpft hatte, als er sich wegbückte und einen Sekundenbruchteil später seine Schulter in ihre Brust rammte. Cass verschlug es augenblicklich den Atem und sie flog zurück auf die Matratze.

„Versuchen wir es noch einmal. Freu mich, dich kennenzulernen …?“, fragte die Frau und reichte erneut ihre Hand. Cass spuckte nur in ihre Richtung und sagte: „fi**k … dich!“

Die Frau rollte mit den Augen und drückte dem Mann neben ihr einen Korb in die Hand.

„Sag Bescheid, wenn du fertig bist“, sagte sie und hob Cass Waffen vom Boden auf, bevor sie den Raum verließ. Stöhnend richtete Cass sich auf und knurrte gereizt, als sie die Seile sah, die der Mann aus dem Korb fischte.

„Wage es, dich deine dreckigen Hände …“, fing Cass an, doch wurde sie unterbrochen, als der Mann auf sie zutrat und erneut blitzschnell ihren Faustschlag abfing. Er drehte ihre Hand und zwang sie dazu, sich auf den Bauch zu drehen.

„Das hast du dir selbst zuzuschreiben. Wir hätten einfach reden können“, murmelte der Mann, während er das Seil um die eine Hand wickelte und versuchte, die andere einzufangen.

„Und ich sagte: Ihr könnt mich mal!“, fauchte Cass während sie mit ihrer freien Hand herumruderte und versuchte, den Mann zu schlagen. Letzten Endes fing er sie allerdings doch ein und zurrte ihre Hände zusammen.

„Yeah, habe ich mir gedacht. Deswegen machen wir das hier extra sicher“, sagte er und wickelte mehrmals das Seil um ihre Arme, wo er es letztlich verknotete. Außerhalb der Reichweite von Cass Fingern.

„Dann nehmen wir dir am besten noch den hier ab …“, fügte er hinzu und zog ihren Werkzeuggürtel aus. Ihr letzter Ausweg. Cass kochte vor Wut, als sie ihren Besitz achtlos zur Tür warf.

„Pass gefälligst auf!“

„Na, keine Sorge, deinen Sachen passiert nichts“, gluckste er und machte eine Schlinge um ihre Ellbogen. Cass knurrte, als sie sich berührten und das Seil in ihre Haut schnitt. Er knotete es fest und verlief mit ihm um ihre Schultern und über und unter ihre Brüste, um es zu fixieren. Sie knirschte mit den Zähnen über diese Demütigung und wollte ihn am liebsten erwürgen.

„Oh? Ziemlich biegsam, die junge Dame. Am liebsten würde ich jetzt an deine Beine, aber ich muss dich noch kratz- und bisssicher machen.“

„Was soll das denn heißen!“, fragte Cass und drehte sich zu dem Rascheln um, das der Mann nun verursachte. Ihr Gesicht wurde bleich. In seiner Hand hielt er einen dicken Ballknebel und eine Art lederne, spitz zulaufende Tasche mit mehreren Bändern.

„Was ist das?“, fragte sie geschockt.

„Das?“, fragte der Mann und hob das weinrote Leder an, „ist ein Armbinder. Falls du dich verwandelst, kannst du uns so nicht kratzen. Hier, ich zeig’s dir.“

Er stülpte das Leder über ihre Hände und zog es über die Seile und ihre Arme hoch. Ihre Hände drückten sich mit einem leisen Flopp in eine enge Tasche. Cass bezweifelte, dass sie selbst mit ihrem Gürtel je alleine aus diesem Armbinder herauskommen würde. Der Mann verschloss ihn mit den Lederbändern und zog ihn mithilfe von weiteren Bändern fest, sodass Cass Arme zusammengequetscht wurden.

„AU! Muss das so fest sein?“

„Sag du es mir. Ich bin mir ziemlich sicher, dir tut das nicht weh.“

Cass grollte. Er hatte recht und sie hatte gehofft, Mitleid von ihm zu bekommen.

„So, Mund auf“, forderte er und drückte den Knebel gegen ihre geschlossenen Lippen. Natürlich hielt sie ihn fest verschlossen.

„Niemals“, presste sie zwischen ihren Zähnen hervor, und von dem Mann kam ein genervtes Ausatmen.

„Komm schon, Cass. Mach den Mund auf, damit ich weiter meine Arbeit machen kann.“

Cass stockte geschockt. Woher wusste er ihren Namen? Doch bevor sie ihn das fragen konnte, drückte er den Knebel in ihren Mund und verschloss ihn fest in ihrem Nacken.

„Geht doch“, sagte er und gab Cass einen kräftigen Klapps.

„Mmmmpf!“

„So. Hier kannst du dich nun sicher verwandeln … oder auch nicht, und du kannst eine von uns werden oder so“, sagte der Mann und stand sich streckend auf. Cass funkelte ihn von der Matratze aus an. Könnten Blicke töten, wäre er in diesem Moment zu einem Haufen Asche geworden. Der Mann grinste, als wüsste er, was sie gerade dachte.

„Also, viel Erfolg!“, sagte er und verschwand mit ihrem Gürtel hinter der Tür. Sofort fing Cass an zu zappeln. Ihre Zähne sanken in den Knebel, als sie ihre Muskeln anspannte, um den Armbinder zu sprengen. Es knarzte gequält, doch das Leder hielt sie fest und die Riemen schnitten in ihre Haut.

Diese verfluchten Seile! Wenn die nicht wären. Dachte Cass und schüttelte ihre Arme. Sie rutschte über die Matratze und setzte sich auf. Sie musste hier etwas finden, um diesen Armbinder abzustreifen. Auf den ersten Blick sah sie nichts. Sie saß in einer Abstellkammer. Spinde zierten die Wände und ein Waschbecken hing in einer Ecke. Cass sah zur Tür. Auch wenn diese verschlossen war, so konnte sie vielleicht die Klinke benutzen, um die Lederbänder zu zerreißen. Vorsichtig richtete sie sich auf und ging zur Tür.

Dieser dumme Idiot hat meine Beine nicht gefesselt. Was für ein Anfänger. Dachte Cass und rollte mit den Augen. Sie hasste es für einen Moment, dass ihre Teamkollegen vermutlich bessere Kidnapper waren als diese Prepper. Sie harkte den Lederriemen in die Klinke ein und lehnte sich nach hinten. Gleichzeitig drückte sie mit ihrem rechten Bein gegen die Tür. Es knackte erneut, es war aber nicht das Leder. Cass sah auf, als sie hinter der Tür die Hölle losbrach. Schreie, brechendes Holz und unmenschliches Stöhnen. Sie riss die Augen auf und rutschte vor Schreck auf dem Boden aus. Das Leder drückte sich unsanft in ihre Haut, doch der Armbinder hielt stand. Zu ihrem Wunder jedoch brach die Tür auf.

Was zum?!? Schoss es Cass durch den Kopf, als sie nach hinten überkippte. Die Tür fiel aus den Angeln und offenbarte das Chaos auf der anderen Seite. Zombies waren eingebrochen und jagten nun die Prepper.

Pech gehabt. Dachte Cass und richtete sich erneut auf. Sie musste hier raus und zwar sofort. Sie trat durch die Tür. Schüsse zischten durch die Luft und ein Zombie nach dem anderen fiel. Aber es wurden immer mehr. Sie kamen durch die Tür von oben, wie eine Welle an Körpern. Cass erbleichte und stolperte zurück. Doch die Zombies sahen sie. Sie lösten sich von der Gruppe und rannten quer über den Flur auf sie zu. Kugeln flogen in ihre Richtung, aber nicht alle trafen die Zombies. Cass rannte zurück in den Raum. Kein Ausweg. Sie konnte sich nicht mal verstecken. Die Tür wurde aufgestoßen und da stand sie einem von ihnen entgegen. Cass schüttelte den Kopf. Sie konnte es nicht fassen, sie konnte sich nicht wehren, sich nicht verteidigen.

Diese verfluchten Prepper. Warum mussten sie mich nur fesseln? Dachte sie, als sie sich gegen die Wand drückte und einer der Zombies immer näher kam. Aber da schoss ihr noch ein anderer Gedanke durch den Kopf. All dies war ihre Schuld. Wäre sie ein wenig freundlicher gewesen. Ein bisschen höflicher.

Dann wäre das alles nicht passiert. Dachte sie und schloss ihre Augen fest, als der Zombie auf sie zusprang. Sie wappnete sich für den Schmerz, aber er kam nicht. Stattdessen hörte sie ein langsames, sarkastisches Klatschen. Sie öffnete eins ihrer Augen. Blinzelnd sah sie in das warme Licht ihrer Schreibtischlampe. Auf ihrem Stuhl saß eine Frau mit schwarzen Haaren und einem blonden Scheitel.

„Na? Hast du es endlich begriffen?“, fragte Ifry kalt, auf sie hinablächelnd.

„Was … was tust du in meiner Wohnung und …“, rief Cass und wollte Ifry packen und herausschmeißen, doch ihre Glieder gehorchten ihr nicht. Sie sah über ihre Schulter. Ihre Arme steckten in einem Armbinder und ihre Beine waren nach hinten geknickt und mit ihm verbunden. Seile fixierten sie an ihren Körper und verhinderten jedes Entkommen.

„Ich sagte doch … Du wirst es bereuen. Also dann, man sieht sich“, sagte Ifry und winkte. Cass sah noch einmal auf ihre Fesseln und begriff sofort, dass sie niemals alleine aus ihnen entkommen würde.

„Hey! Du kannst mich doch nicht so hierlassen!“, rief sie. Ifry blieb im Türrahmen stehen, drehte sich zu Cass und lehnte sich gegen die Tür.

„Ach, keine Sorge. Die Fesseln verschwinden … irgendwann. Abeeeerr, sie kommen wieder“, sagte Ifry und nickte, „morgen Nacht … mit einem anderen Albtraum und dann die Nacht darauf und so weiter.“

Cass starrte Ifry an.

„Was?“

„Ganz recht. Solange, bis du es begreifst …“

Cass starrte Ifry an, als wäre sie verrückt geworden.

„Also dann, man sieht sich“, sagte Ifry erneut und wandte sich erneut zum Gehen.

„Wa … warte!“

Ifry blieb stehen und horchte auf.

„Ich eh … es tut mir leid, okay? Ich … ich werde mich auch bei deiner Freundin entschuldigen …“

„Yeah, kauf’ ich dir nicht ab, aber ist schon mal ein Anfang. Aber Phae schläft jetzt. Sie wird sich aber morgen beim Auspacken auf deine Entschuldigung freuen“, sagte Ifry und schnippte mit den Fingern.

„Warte! Du lässt mich jetzt nicht raus?“, fragte Cass bevor sie plötzlich Lederriemen sah, die das Bett hochglitten wie Schlangen und auf Cass zu, „Warte! Hey, nein! STOP!“

Die Riemen fingen an, sich um Cass zu wickeln, angefangen bei ihrem Mund, und brachten sie zum Schweigen.

„Nachtie, Nacht und viel Spaß“, sagte Ifry und verschwand vor Cass Augen, kurz bevor ein weiterer Gürtel ihre Sicht stahl. Sie konnte nichts tun, als sich einer nach dem anderen um ihren Körper wickelte und sie in einen schwarzen, ledernen Kokon verwandelte, der nur auf ihrem Bett herumwackelte.
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