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  Moderne Keuschheit - Teil 2
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windelfohlen
Stamm-Gast





Beiträge: 321

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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:29.06.26 10:01 IP: gespeichert Moderator melden


Ich glaube nicht das Nadja es einfach so akzeptiert aus Pragmatismus, ich vermute eher das Nadja diese Art von Kontrollabgabe/Verlust besser gefällt.
Kann mir gut vorstellen das am Schluss vom Urlaub Nadja Herr Evildevil fragt ob sie den Dobermann Petsuit behalten darf, was sich ED sicherlich nicht nehmen lassen kann um Nadja und Jan etwas zu Quälen als Gegenleistung... ich meine weitere aufgaben geben wird, oder einfach zusätzlich zeit.
Gespannt was die beiden noch so alles im Urlaub erleben dürfen und Erfahrungen machen können.
So ein Petsuit für Singels wäre was, würde ich sofort bestellen, gibt sicher ein umbau kit für Selfbondage.
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MartinII
Sklavenhalter

Norddeutschland


Versklavung einer Frau geht nur freiwillig.

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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:29.06.26 15:00 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder eine beeindruckende Fortsetzung - Danke!
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Nr488-747-941
Freak

Bayern


Verschlossen ist besser!

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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:02.07.26 09:09 IP: gespeichert Moderator melden


Ich schließe mich Martin an. Bin gespannt wozu die Infrarotwärme gedacht ist. Quälereien?

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Nr488-747-941 am 02.07.26 um 09:11 geändert
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DarkO
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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:03.07.26 09:37 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Ich schließe mich Martin an. Bin gespannt wozu die Infrarotwärme gedacht ist. Quälereien?


Hallo lange Nummer mit Bindestrichen,

ich bin bestürzt, dass Herrn Evildevil immer gleich etwas Böses unterstellt wird. Und das, obwohl er doch selbst stets betont, dass er kein Unmensch ist. - So sind die Infrarotstrahler in der Käfigdecke tatsichlich nur dazu da, die Person im Käfig zu wärmen, damit sie nicht friert. Schließlich kann es gerade ab Mitte September auf Sardinien nachts schon mal kühl werden.

Grüße
DarkO

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DarkO
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Nürnberg




Beiträge: 253

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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:05.07.26 21:51 IP: gespeichert Moderator melden


31. Das Sardinien-Protokoll – Tag 2

Eine unruhige Nacht begann und ich glitt in einen fragmentierten Halbschlaf. Es war kein richtiges Vergessen, sondern ein bizarres Wandeln zwischen Traum und Realität. Immer wieder wachte ich kurz auf. Wenn ich versuchte, mich anders hinzulegen, stieß ich oft mit mindestens einer meiner Pfoten gegen die Gitterstäbe, die mich umgaben. Ich fand in dieser ersten Nacht im Käfig einfach keine feste Position. Dabei war der Zwinger eigentlich überhaupt nicht klein. Die Länge schätzte ich auf einen Meter und achtzig, die Breite auf achtzig Zentimeter und die Höhe auf einen Meter.

Als ich wieder einmal unbeweglich auf der roten Matte lag, lauschte mein Gehirn unwillkürlich in die Dunkelheit des Helms hinein. Neben dem ruhigen Atmen meines Mannes hörte ich nur mein eigenes, gedämpftes Schnaufen. Und genau in dieser totalen Isolation spürte ich eine, tiefe Wärme in meinem Schritt. Diese erzwungene, hündische Rolle im Zwinger schien in mir eine unterschwellige, aber sture Erregung zu erzeugen, die ich weder begreifen konnte, noch wahrhaben wollte. Ich schnaubte einmal verärgert durch die Nase, verlagerte mein Gewicht auf die andere Seite und zwang mich, wieder in den Halbschlaf zu gleiten.



Ein mechanisches Summen, gefolgt von einem ‚Klick‘, riss mich endgültig aus dem Dämmerzustand. Es musste acht Uhr sein. Die Käfigtür war wieder entriegelt.

Ich sah zum großen Doppelbett hinüber. Jan schlief noch immer tief und fest, die Decke bis zur Nase hochgezogen. Eine Weile konnte ich ihn noch schlafen lassen, aber ich spürte einen zunehmenden Druck in der Blase.

Irgendwann wurde es unerträglich. Wenn ich mich im Garten erleichtern wollte, und nicht hier im Käfig, dann musste ich jetzt raus. Ich hievte mich auf alle Viere und stieß mit der linken Hinterpfote fest gegen die Gitterstäbe. Das laute, dumpfe ‚DONG‘ ließ Jan im Bett zusammenschrecken.

„Oh... schon zwanzig nach acht?“, murmelte er mit rauer Morgenstimme, schob die Decke weg und eilte herbei. Er zog die Käfigtür auf. „Guten Morgen, Schatz. Bitte entschuldige, dass du warten musstest. Ich lass‘ dich raus.“



Ich kroch aus dem Käfig und folgte Jan durch das helle Wohnzimmer. Er schob die Terrassentür auf und ich lief nach draußen. Die sardische Morgenluft im Garten war erfrischend kühl, während ich im feuchten Gras in eine hündische Hocke ging. Jan, mein Herrchen, wartete solange geduldig auf der Terrasse. Als ich fertig war, trottete ich zu ihm hin und es nahm den Gartenschlauch in die Hand.

Kurz darauf ertönte das Zischen des Wasserhahns. Im Gegensatz zum gestrigen Mittag hatte die Sonne den Schlauch noch nicht aufgeheizt. Als der Strahl den Bereich zwischen meinen Beinen traf, schoss das eiskalte Wasser über meine nackte Haut und den Edelstahl des Gürtels. Ich keuchte laut auf, und mein ganzer Körper spannte sich an.

Jan drehte das Wasser ab, kniete sich mit einem Handtuch neben mir hin und begann, mich mit unendlicher Sanftheit trocken zu reiben. Er strich mir über den Helm. „Alles gut, Schatz. Das kalte Wasser tut dem Kreislauf gut. Komm wieder rein.“

Zurück im Haus sank ich erschöpft auf die Fliesen. Mein Mann fing an, in der Küche zu hantieren. „Ich mache mir einen Espresso. Und was möchtest du, Schatz? Einen großen Milchkaffee?“

„Mmmh!“

Evildevil hatte bei der Einrichtung der Villa wahrlich nicht gespart und in der Küche eine regelrechte Kaffeemaschinen-Armada auffahren lassen, die nun nebeneinander auf der dunklen Granitplatte thronte. Auf der rechten Seite glänzte eine wuchtige Gastro-Espresso-Siebträger-Maschine. Jan schaltete das Ungetüm ein, musterte das Display und die verchromten Hebel kurz mit skeptischem Ingenieursblick, bevor er die Bohnen mahlte, das Pulver eher vorsichtig in den Siebträger drückte und das schwere Metallteil mit einigem Kraftaufwand in die Brühgruppe drehte. Als er einen Knopf drückte, floss ein tiefschwarzer, herrlich duftender Espresso in seine kleine Tasse und ein verführerischer Duft breitete sich aus.

Direkt daneben stand ein riesiger Vollautomat, der wohl zukünftig für mein Frühstück zuständig sein würde. Da ich durch den Gummiball-Knebel im Hundehelm unmöglich aus einer normalen Tasse trinken konnte, suchte Jan auf dem Touchdisplay nach der passenden Einstellung und stellte meinen Edelstahlnapf unter den Auslauf. Der Automat legte mit einem dumpfen Mahlgeräusch los und goss kurz darauf einen großen, heißen Milchkaffee direkt in mein Trinkgefäß. Jan balancierte die schwere Schale behutsam hinunter auf die Küchenfliesen, strich mir einmal sanft über den Rückenpanzer und meinte schmunzelnd: „Guten Appetit, Liebling. Lass es dir schmecken.“

Ich stemmte mich ein Stück hoch und stützte mich auf meine Ellenbogen. Anschließend senkte den Kopf, tauchte meine Hundeschnauze in den Schaum und begann, kräftig zu saugen. Bei jedem Schluck hörte man wieder das rhythmische, metallische Klacken des Einlass-Ventils in meinem Knebel. Der warme, süße Kaffee floss durch das Rohr in meinen Mund und vertrieb die Trockenheit der Nacht.

Mein Mann kniete sich vor mich hin und hielt den Napf schräg, damit ich auch den letzten Rest noch austrinken konnte. Als ich fertig war, nahm er den Napf weg, holte ein Tuch und wischte mir zärtlich die Schnauze sauber.

Danach legte ich meinen schwarzen Edelstahlkörper wieder auf den kühlen Fliesen ab und blickte zu Jan, der gerade am Esstisch saß und frühstückte. Die Welt nur noch durch einen schmalen, stark getönten Schlitz wahrnehmen zu können, hatte zur Folge, dass ich so gut wie immer meinen ganzen Dobermann-Kopf bewegen musste, wenn ich woanders hinschauen wollte.



Jan räumte das Geschirr weg, sah auf die Uhr und schaute mich dann mit einem verschmitzten Lächeln an.

„Es ist erst kurz vor neun, Schatz“, sagte er und kniete sich erneut zu mir. „Das heißt, es dauert noch mehr als drei Stunden, bis ich dich aus deinem Anzug rauslassen kann. Was hältst du davon, wenn wir nochmal runter an den Strand gehen? Gestern in der Abenddämmerung war es dort so schön.“

Nach dieser unruhigen ersten Nacht im Zwinger hatte ich mich zunächst ziemlich erschöpft gefühlt. Auch ohne die zusätzlichen zwölf Kilogramm Edelstahl an meinem Körper wäre es mir vermutlich schwergefallen, mich zu bewegen. Doch nachdem ich den großen Napf Milchkaffee ausgetrunken hatte, waren meine Lebensgeister allmählich zurückgekehrt.

Das bedeutete natürlich nicht, dass ich anschließend sofort wie ein junges Reh durch die Villa hüpfte. Ständig immer nur auf allen Vieren herumzukrabbeln war ungewohnt und anstrengend. Als ich Jans Vorschlag hörte, gemeinsam runter an den Strand zu gehen, hätte ich ihn zunächst am liebsten gefragt, ob er noch recht bei Trost war. Andererseits entsprach es eigentlich nicht meinem Wesen, die ganze Zeit bis zum Mittag nur faul herumzuliegen. Außerdem würde es so etliche Tage dauern, bis ich mich halbwegs an diesen Petsuit gewöhnte. Und vor allem an das Laufen darin. Also stimmte ich mit einem kurzen Brummen zu: „Mmh!“

„Na dann los, komm“, sagte Jan, nachdem er sich eine Badeshorts angezogen und zwei Strandtücher in seinen Rucksack gestopft hatte, und schob die Terrassentür auf.

Als ich ihm nach draußen folgte, hielt ich unwillkürlich mitten in der Bewegung inne und starrte fasziniert durch mein getöntes Visier. Vor mir ging in diesem Moment ein kleines Wasserschauspiel zu Ende, von dessen Existenz ich bisher nicht den leisesten Schimmer gehabt hatte. Vier schwarze Stäbe, die in den Ecken des Gartens platziert waren, versanken gerade wie kleine stählerne Periskope lautlos im dichten Grün, während das Zischen des Wassers allmählich erstarb. Der gesamte Rasen funkelte unter der sardischen Vormittagssonne, als hätte jemand Millionen winziger Diamanten darüber ausgeschüttet, und ein herrlich frischer, feuchter Duft drang mir durch die Atemkanäle entgegen. Ich folgte Jan behutsam über den Weg aus Steinplatten, hin zu der stählernen Tür in der östlichen Mauer.

Natürlich wählte ich für den Abstieg diesmal den linken Trampelpfad. Die Vormittagssonne stieg bereits höher und wärmte meinen Körper, während unten das kühle Meerwasser rauschte. Der schwere Petsuit lastete starr auf meinen Gliedern. Trotz des relativ schwachen Gefälles war das Krabbeln im Kreuzgang auf dem unebenen Sandboden ein mühsamer Kraftakt. Und obwohl ich durch die dicken Gummisohlen unter meinen Pfoten perfekten Halt hatte und die Gelkissen an den Knien und Händen den Druck perfekt abdämpften, musste ich mich höllisch konzentrieren, um zwischen dem Buschwerk und den Granitfelsen nicht die Balance zu verlieren. Ich schwitzte leicht unter dem Panzer, und jede Bewegung erforderte ein Höchstmaß an Koordination. Deshalb verdrängte ich die unaufhörliche Stimulation des Dildos, der bei jedem Vorwärtsschritt in meiner Vagina arbeitete, so gut es ging aus meinem Hirn und sagte mir immer wieder: „Ich schaffe das, ich breche mir hier auf den vier Pfoten nicht die Knochen.“



Als wir den weichen Sand in der kleinen Bucht erreichten, war das Gefühl unter meinen Pfoten fantastisch. Das Gummi sank leicht in den feinkörnigen, hellen Sand ein, was das Laufen auf allen Vieren etwas leichter machte als auf den harten Hausfliesen. Jan breitete die Strandtücher direkt im Schatten eines der großen Felsen aus.

Ich krabbelte auf das Tuch und ließ mich erschöpft, aber glücklich auf den Bauch sinken. Jan legte sich direkt neben mich, den Kopf auf seinen angewinkelten Arm gestützt, und sah mich einfach nur an. In dieser totalen Bewegungslosigkeit, während das ununterbrochene Rauschen der Wellen über die Schläfenplättchen des Helms glasklar direkt in meinem Kopf widerhallte, wurde mir meine absolute Abhängigkeit so richtig bewusst. Ich konnte mir weder selbst auch nur einen Schluck Wasser holen, noch mich später selbst aus dem Dobermann-Anzug befreien. Selbst das Saubermachen nach dem Pinkeln musste Jan für mich übernehmen.

Das alles fühlte sich jedoch nicht wie eine beschämende Erniedrigung an, sondern eher wie eine unheimliche, fast erlösende Erleichterung: Ich hatte die Verantwortung für mein Mensch-Sein komplett an meinen Mann abgegeben, musste absolut nichts entscheiden und war bei ihm völlig in Sicherheit.

„Du bist unglaublich, Nadja“, sagte er bewundernd und strich mit den Fingern zärtlich über meine nackte Pobacke, direkt am Rand des Edelstahlstegs meines Keuschheitsgürtels. Ausgelöst durch seine Berührung flutete eine warme Welle der Erregung meinen Unterleib. Ich blickte durch das Visier des Helms in seine Augen und wünschte mir in diesem Moment sehnlichst, ich könnte ihn noch einmal küssen.



Wir verbrachten zwei Stunden fast komplett schweigend am Meer. Jan ging zwischendurch einmal kurz ins Wasser, um sich abzukühlen. Als ich es auf dem Handtuch vor klammer Hitze im Schritt nicht mehr aushielt, hievte ich meinen schweren Körper hoch, um ihm einfach hinterherzugehen. Ich wollte diesen glühenden, feuchten Brand auf meiner Haut durch das kalte Meerwasser löschen.

Kaum war ich im Stand auf allen Vieren und machte die ersten hölzernen Schritte in Richtung Brandung, erwachte der Vaginaldildo prompt aus seinem Ruhezustand und begann im Takt meiner Pfoten in mir zu arbeiten. Ich schnaubte einmal verärgert durch die Nase über diesen fiesen Mechanismus, stakste aber unbeirrt weiter vorwärts, bis ich das seichte Wasser erreichte. Ich ließ mich flach in die flache Brandung sinken, sodass die kühlen, sanften Wellen mein freiliegendes Hinterteil umspülten und direkt hinter dem silbernen Schrittblech meines Gürtels für eine wunderbare, erlösende Abkühlung sorgten.

Als Jan schließlich aus dem tieferen Wasser zurückkam und in Richtung der Strandtücher ging, merkte ich, wie er kurz neben mir innehielt. Ich bemerkte seinen Schatten in meinem Augenwinkel, während ich starr nach vorne zum Hang blickte.

„Na, musst du dich auch abkühlen?“, fragte er zärtlich.

Ich stieß nur ein tiefes, zufriedenes Schnaufen durch die Nase aus und blieb einfach im seichten Wasser liegen, während die kleinen Wellen an meinen schwarzen Panzer schlugen.



Irgendwann erhob sich Jan von seinem Strandtuch und klopfte sich den Sand von den Beinen. Er sah auf seine Armbanduhr. „Es ist zwanzig nach elf, Schatz“, verkündete er. „Wenn wir pünktlich um zwölf im Flur sein wollen, sollten wir allmählich wieder hoch. Es sei denn, du möchtest gerne noch eine weitere Stunde als Dobermann herumlaufen.“

Ich brummte zweimal, hievte mich auf meine Gummipfoten und spürte, wie die Scharniere an den Handgelenken sich für den Aufstieg wieder im neunzig-Grad-Winkel arretierten und die stählernen Gelenke an den Ellenbogen sich versteiften. Wir traten den Rückweg an.

Auf halber Strecke ging mir dann allerdings doch die Puste aus. Die ungewohnte Koordination im Vierfüßlergang und die konstante körperliche Anstrengung forderten schließlich ihren Tribut. Ich blieb mitten auf dem schmalen Pfad stehen, senkte den schweren Edelstahlhelm tief nach unten und stieß ein mattes, erschöpftes Schnaufen durch die vorderen Atemkanäle aus. Jan, der ein paar Schritte vor mir gelaufen war, drehte sich sofort um. Er verstand mein Signal ohne Worte. Er drängte mich nicht, sondern setzte sich ganz unaufgeregt neben mir auf einen flachen Granitblock, schob seine Hand unter den Rand meines Helms und kraulte mir sachte den verschwitzten Nacken. Ich sank dankbar auf alle Vieren in den warmen Sand, schloss die Augen und konzentrierte mich nur darauf, wie mein Atem langsam wieder ruhiger wurde. Erst als ich den Kopf anhob und Jan stumm fixierte, stand er auf und klopfte mir auf den Rückenpanzer. „Na komm, mein braver Hund. Den Rest schaffen wir jetzt auch noch.“

‚Mein braver Hund‘. Die Worte trafen mich hinter dem getönten Visier wie ein Schlag. Die beiläufige, völlig unaufgeregte Selbstverständlichkeit in Jans Stimme zündete augenblicklich ein explosives Gemisch aus heißem Widerstand und nackter Verwirrung in meinem Kopf. Es schnürte mir für einen Moment regelrecht die Kehle zu. Mein rationaler Verstand wollte sich empört aufbäumen, doch während ich stumm dalag und die Worte in mir nachhallten, spürte ich zu meiner eigenen Verwunderung, wie sich tief in meinem Bauch eine Art Erleichterung breitmachte. Der Petsuit zwang mich ohnehin in den Staub. Mein Körper gehorchte dem Rhythmus bereits. Ich schluckte den Stolz mühsam hinter dem Gummiball hinunter, stieß ein leises, resigniertes Brummen aus und drückte mich schwerfällig wieder hoch auf alle Viere, um ihm zu folgen.



Wir schafften den restlichen Aufstieg über den geschwungenen Trampelpfad ohne weitere Zwischenfälle. Im Garten der Villa angekommen, liefen wir jedoch nicht gleich weiter zur Haustür. Jan blieb stehen und drehte sich lächelnd zu mir um. „Du bist voller Sand und voller Salz. So kann ich dich unmöglich ins Haus lassen.“ Er blickte an sich herunter und grinste. „Und mir könnte eine Dusche auch nicht schaden. Aber das Wasser aus dem Gartenschlauch ist wohl noch zu kalt. Wir gehen lieber kurz zusammen ins Sanitärhaus.“

Allerdings war das Häuschen nicht gerade für den gleichzeitigen Aufenthalt eines ziemlich sperrigen Edelstahl-Dobermanns und eines durchschnittlich großen Mannes ausgelegt. Das Chaos begann in dem Moment, als mein Mann mich vorschickte in die enge Duschkabine. Ich krabbelte ungelenk hinein, blieb drinnen mangels Wendemöglichkeit einfach quer auf allen Vieren stehen und blockierte prompt mit meinem starren Rückenpanzer und der langen Hundeschnauze den gesamten Raum.

Jan drängte sich hinterher, fluchte leise und stellte fest, dass er mit dem Rücken an der trockenen Duschwand klebte und beim besten Willen nicht an den Mischhahn herankam, um das Wasser anzustellen. Mein Dobermann-Helm war ihm schlicht im Weg.

„Hmm... Vielleicht klappt es, wenn du mal zwei Schritte rückwärts Richtung Waschbecken läufst“, schlug er ratlos vor.

Ich schnaubte einmal genervt durch den Knebel, tastete mich mit den gummierten Pfoten auf dem Boden entlang und schob mich im Rückwärtsgang millimeterweise aus der Kabine. Jan atmete erleichtert aus, erreichte endlich die Armatur und drehte das Wasser auf. Es kam herrlich warm aus dem Brausekopf.

Nachdem er seine Badehose ausgezogen hatte, fing er an, mich gründlich abzubrausen. Geduldig wusch er das Salz und den Sand vom Petsuit, meinem nackten Hintern und von den momentan nach oben ragenden Keilsohlen meiner Stiefel. Als wir vollkommen sauber waren, stellte Jan das Wasser ab und rubbelte uns beide mit einem großen Handtuch trocken.



Trotz des kleinen Durcheinanders beim Duschen standen meine vier Gummipfoten überpünktlich, wie vorgeschriebenen, auf dem Läufer in der Diele. Die Uhr oben an der Wand zeigte drei Minuten vor zwölf an. Ich wartete auf das Ende meiner ersten, langen Pflichtphase.

„Noch fünfzehn Sekunden“, sagte Jan schließlich. Er war vor mir in die Hocke gegangen und hatte seine Hände bereits seitlich an meinen Hundehelm gelegt. Seine Augen spiegelten die gleiche nervöse Anspannung wider, die meinen gesamten Körper fest im Griff hatte.

Ein hohes, langgezogenes Summen vibrierte durch mein Korsett und sämtliche Edelstahlsegmente an meinen Gliedmaßen.

Jan verschwendete keine Sekunde. Mit einem lauten, metallischen Klack sprangen die Riegel auf. Er zog den Edelstahlhelm nach oben weg. Das helle Licht im Flur blendete mich. Ich blinzelte und ließ den Kopf erleichtert nach vorne fallen, während die frische Raumluft mein nasses Gesicht kühlte. Mein Kiefer war nach der endlosen Nacht in dem Dobermann-Helm mit dem integrierten Knebel so steif und verkrampft, dass ich anfangs kaum die Lippen bewegen konnte. „Ich danke dir…“, flüsterte ich schließlich mit rauer, belegter Stimme.

Mit schnellen, konzentrierten Handgriffen öffnete er die Armröhren. Das leicht feuchte Innenfutter löste sich mit einem leisen Saugen von meiner Haut. Danach klappte er die V-Schalen an meinen Beinen auf. Als letztes kam das schwere Korsett. Ich schloss unwillkürlich die Augen und wartete auf den Schmerz – auf die Krämpfe, den Muskelkater, das taube Kribbeln von blockiertem Blut.

Aber da war absolut nichts! Evildevils Techniker hatten diesen unheimlichen Apparat offenbar perfekt konstruiert. Die durchgehende Mikromassage und das pneumatische Druckmanagement im Inneren der Polsterung hatten meine Durchblutung die ganze Nacht und den gesamten Vormittag über perfekt aufrechterhalten. Meine Gelenke waren nicht eingerostet, meine Sehnen in den Knien nicht verkürzt. Ich hatte keinen einzigen Krampf. Meine Beine fühlten sich unglaublich leicht an, fast so, als würde ich schweben.

„Nicht zu schnell aufstehen, Schatz. Lass deinem Kreislauf einen Moment“, bat Jan und hielt mich an den Schultern fest.

Aber ich wollte nicht warten. Ich musste mich bewegen. Ich drückte mich vom Boden hoch. Mit den Gummisohlen meiner Ballett-Boots fand ich sofort stabilen Halt. Mein Kreislauf war absolut stabil. Ich stand kerzengerade im Flur, nur im Keuschheitsgürtel, dem passenden BH und den besagten Stiefeln.

„Mir geht es gut, Jan. Körperlich geht es mir hervorragend“, sagte ich ruhig und sah an mir herunter. Meine Haut war unversehrt, keine einzige Druckstelle. Die körperliche Erleichterung war deutlich spürbar.

Ich war nicht hungrig. Ich wollte jetzt kein Essen sehen. Ich musste diese vergangenen zwölf Stunden im Dobermann-Petsuit erst einmal psychisch verdauen.

„Ich gehe mich kurz frisch machen“, murmelte ich, wich Jans besorgtem Blick aus und ging aus dem Haus.

Mit festen, absolut normalen Schritten lief ich draußen durch den Garten. Es war faszinierend, wie gut meine Beine funktionierten, während mein Gehirn noch im Vierfüßler-Modus festzustecken schien. Ich ging um das Ferienhaus herum, ignorierte die einladenden Liegen auf der Terrasse und steuerte direkt das Toilettenhäuschen an.

Ich schloss die Tür hinter mir und trat vor den Spiegel. Mein Gesicht war vom Helm gerötet, meine Haare platt gedrückt. Ich griff nach meiner Zahnbürste, drückte Zahnpasta darauf und begann, mir gründlich den Geschmack des Saugknebels aus dem Mund zu bürsten. Das schäumende Mint-Aroma tat unendlich gut. Als ich den Mund ausspülte und das Wasser in den Abfluss spuckte, sah ich mich lange im Spiegel an. Der Edelstahl an meinen Brüsten und an meiner Taille funkelte im hellen Licht der Deckenlampe.

Die erste lange Phase hatte ich überstanden. Um Mitternacht würde das Spiel von vorn beginnen. Dreizehn weitere Tage als Testobjekt lagen noch vor mir. Ich stellte mich in die Duschkabine und drehte den Hahn auf. Das Wasser aus der Brause traf auf meine Haut, welche zwölf Stunden lang in Edelstahl eingepackt gewesen war.

Das warme Wasser spülte nicht nur den Geschmack des Saugknebels endgültig weg, sondern löste auch langsam die hölzerne Starre aus meinen Gliedern. Als ich mich gründlich abgetrocknet hatte, war ich zu absolut nichts mehr zu gebrauchen. Die unruhige Nacht im Käfig und das ungewohnte Krabbeln steckten mir tief in den Knochen.

An Essen war gar nicht zu denken. Jan verstand meine Erschöpfung ohne große Worte. Er rollte eine der schweren Sonnenliegen unter die Terrassenüberdachung, direkt neben die Glasschiebetür. Da ich das Haus ohne den Dobermann-Anzug nicht betreten durfte, war dieses schattige Plätzchen im Freien meine Rettung.

Ich genoss das unglaubliche Gefühl, endlich wieder Luft an meine Haut zu lassen, und legte mich vollkommen nackt auf die dicke Polsterauflage. Nur mein silbern glänzendes Keuschheitsset, das passende Halsband und meine schwarzen Edelstahl-Ballettstiefel blieben selbstverständlich an ihrem Platz. Im kühlen Schatten der Überdachung, durch die hohe Steinmauer vollkommen geschützt vor dem Wind und den Blicken der Außenwelt, schlief ich augenblicklich wie ein Stein. Jan war so aufmerksam, mich komplett in Ruhe zu lassen, und las schweigend ein Stück weiter hinten am Pool, was mir die befürchteten, bohrenden Fragen nach meinen ersten Stunden im Anzug ersparte.



Als ich gegen halb vier am Nachmittag erholt aufwachte, fühlte ich mich wie neugeboren. Der Schlaf hatte die trüben Gedanken vertrieben und auch der Appetit meldete sich langsam wieder zurück. Ich schlüpfte in meine neue, weite Strandhose aus schwarzem Leinenstoff und zog ein lockeres, weißes Baumwoll-T-Shirt darüber. Beides hatte Jan ausgewählt, nachdem ich ihn darum gebeten hatte, mir etwas zum Anziehen zu bringen. Der weite Schnitt der Hose engte meine Hüften überhaupt nicht ein, und der Saum des Shirts fiel so perfekt über meinen Hosenbund, dass das silberne Metall meines Keuschheitsgürtels darunter absolut unsichtbar blieb. Nur mein glänzendes Edelstahlhalsband blitzte am Rundhalsausschnitt direkt auf der nackten Haut hervor wie ein Designer-Schmuckstück.

Ich ging zu Jan an den Tisch und setzte mich. Offenbar war er gerade dabei, für den Nachmittag einen Ausflug zu planen.

„Meine Beine funktionieren nach dem Ausruhen zwar wunderbar, aber auf einen großen Fußmarsch habe ich trotzdem keine Lust“, erklärte ich ihm. „Außerdem bräuchte ich mal kurz das Tablet, um den heutigen Bericht an Evildevil zu schreiben.“

Er reichte mir Wortlos das Gerät, stand auf und ging durch die offene Terrassentür ins Wohnzimmer.

Etwa fünf Minuten später war die Mail abgeschickt und ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück. Ich hatte berichtet, dass die mechanische Stabilität des Dobermann-Prototypen während der gesamten zwölfstündigen Phase absolut fehlerfrei gewesen war und die elektromagnetischen Riegel zu jeder Zeit unnachgiebig geschlossen gehalten hatten. Weiterhin hatte ich ihm geschrieben, dass das dicke, schwarze Innenpolster nach einer anfänglichen Abkühlphase die eigene Körpertemperatur perfekt angenommen hatte, wodurch sich der schwere Edelstahlpanzer überraschend schnell wie eine feste zweite Haut angefühlt hatte. Und dass es mir sogar möglich gewesen war, in dem Petsuit runter an den Strand zu gehen.

„Komm, Schatz“, sagte Jan, als er wenig später wieder aus dem Haus kam. Er hatte bereits seine Sneaker an. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass für ihn bereits feststand, was wir jetzt unternahmen. „Wir setzen uns einfach in den Panda und fahren die Küstenstraße ein bisschen nach Norden ab. Du musst überhaupt nicht viel laufen, wir gucken nur Landschaft.“

Er musterte mich kurz, und sein Blick blieb an meinen Lippen hängen. „Aber vorher isst du mir noch eine Kleinigkeit, Nadja. Du hast seit gestern Abend nichts mehr zu dir genommen. Ich diskutiere nicht.“

Erst wollte ich protestieren, doch dann gab mein Magen ein ziemlich verräterisches Knurren von sich. Jan lächelte, ging erneut kurz rein und kam mit einem kleinen Teller zurück, auf dem er ein paar frische, saftige Pfirsichspalten und ein paar Weintrauben angerichtet hatte, die wir am Vortag im Supermarkt gekauft hatten. Er stellte sich direkt vor mich und hielt mir die erste Frucht hin. Das süße, kühle Obst tat unendlich gut und weckte sofort meine Lebensgeister. Als der Teller leer war, fühlte ich mich endgültig bereit für den Ausflug.

Ich erhob mich von der Liege, fand sofort die vertraute Balance auf den glänzend schwarzen Edelstahl-Keilsohlen meiner Gladiator-Stiefel und lief entspannt neben Jan her zum Carport. Nach den Wochen des Übens zu Hause machten mir die sturen Absätze im Alltag keine Probleme mehr; mein Gang war zwar dieser unübersehbare, grazil gestreckte Spitzentanz, aber ich bewegte mich einigermaßen frei und sicher. Der weiße Fiat Grande Panda Elektro surrte leise los, als wir das Tor der Villa hinter uns ließen.

Die Fahrt tat unendlich gut. Jan musste sich voll und ganz auf die engen Kurven, den Verkehr und die steilen Klippen der Ogliastra konzentrieren, was tiefe Beziehungsgespräche auf ganz natürliche Weise verhinderte. Ich saß entspannt auf dem Beifahrersitz, ließ den Blick über das unendliche, tiefblaue Meer schweifen und genoss das seltene, großartige Gefühl von weichem Leinenstoff zwischen meinen Beinen. Nach neun Monaten in den engen Schenkelbändern zu Hause war diese Freiheit im Schritt die reinste Erholung. Meine Füße ruhten derweil entspannt im Fußraum. Wer von den anderen Touristen an den vereinzelten Aussichtspunkten starrte, sah einfach nur eine attraktive, modebewusste Frau in einer weiten Leinenhose und einem lässigen Shirt, die aus ihren glänzend schwarzen, exzentrischen Cyber-Stiefeln ein mutiges Mode-Statement machte.

Auf dem Rückweg, als sich der Hunger langsam bemerkbar machte, bogen wir einer Eingebung folgend auf eine schmale Schotterstraße ab, die steil nach oben zu den Klippen führte. Und dort entdeckten wir es: Ein wunderschönes, kleines Restaurant, dessen hölzerne Terrasse buchstäblich über dem Abgrund schwebte, tief unter ihr die tosende Brandung des Mittelmeers.

Jan parkte den Fiat Panda auf dem kleinen Schotterstreifen vor dem Restaurant. Wir liefen die wenigen Stufen hinauf zur Terrasse, und der Ausblick war wirklich atemberaubend. Der Boden aus massiven Planken ruhte auf dicken Pfeilern direkt am Abhang, sodass man beim Blick über das Geländer das Gefühl hatte, über dem Meer zu schweben.

Ein Kellner im weißen Hemd kam uns entgegen, musterte kurz meine schwarzen Gladiator-Stiefel, fing sich aber sofort wieder und lächelte professionell. „Buon pomeriggio, signore, signora“, begrüßte er uns höflich und führte uns zu einem kleinen Tisch direkt an der Klippenkante.

Wir bestellten eine traditionelle sardische Fischplatte mit frischen Meeresfrüchten und dazu eine Flasche gut gekühlten Vermentino-Weißwein. Während die Sonne langsam tiefer sank und den Himmel in ein sattes Orange tauchte, genossen wir das phänomenale Essen und das unbeschwerte Zusammensein. Das Thema Petsuit blieb an diesem Tisch ganz natürlich im Hintergrund. Jan erzählte von einer alten Festungsruine, die er auf der Karte entdeckt hatte, und ich merkte, wie gut mir diese Normalität nach den extremen Stunden der Nacht tat. Das Restaurant, der Service und dieser unverbauter Blick auf die tosende Brandung tief unter uns waren so perfekt, dass Jan beim Bezahlen mein Glas berührte und lächelte.

„Hier müssen wir vor unserer Abreise unbedingt mindestens noch einmal hin, Schatz“, sagte er leise. Ihm war anzusehen, wie froh er war, mich wieder so entspannt zu sehen.

Ich nickte zustimmend. „Auf jeden Fall. Das ist ab jetzt unser Lieblingsrestaurant auf Sardinien.“



Gegen viertel nach neun machten wir uns auf den Rückweg. Die Dunkelheit hatte sich mittlerweile vollständig über die Insel gelegt, die SS125 war fast menschenleer und der Panda surrte leise über den Asphalt. Als wir das große Tor der Villa an der Costa Rei passierten und den Wagen unter dem Carport abstellten, war es gerade einmal zehn Uhr abends. Bis zum beharrlichen Mitternachts-Countdown im Flur blieb uns also noch reichlich Zeit.

„Wir müssen noch nicht reingehen“, meinte Jan, während er mir die Beifahrertür öffnete. Er blickte hinauf zum wolkenlosen Himmel, an dem die Sterne bereits intensiv funkelten. „Lass uns noch den restlichen Wein mit nach draußen nehmen.“

Wir setzten uns wieder an unseren großen Tisch auf der überdachten Terrasse. Jan knipste die Lampe über uns gar nicht erst an, sondern zündete eine kleine Kerze an, die ein ruhiges Licht auf das Holz warf, und gleichzeitig durstige Mücken auf Abstand hielt. Draußen im Garten erhellten die wenigen Laternen sachte den Rasen bis vor zur Gittertür, und die Grillen in den Dünen gaben ihr nächtliches Konzert. Jan goss uns den Wein ein, reichte mir das Glas und sah mich an.

„Weißt du, was mir gerade einfällt?“, fragte er mit einem leisen Schmunzeln in den Augen. „Wir waren heute noch gar nicht im Pool. Was hältst du davon, wenn wir noch ein bisschen schwimmen gehen, bevor das System uns wieder trennt?“

„Das ist die beste Idee, die du heute hattest“, erwiderte ich und stellte mein Glas ab, während Jan zu der kleinen Schalttafel an der Wand ging und einen Knopf betätigte. Begleitet von einem Surren und gelegentlichem leisen, nassen Quietschen der Kunststoff-Lamellen verschwand die Pool-Abdeckung in einem schmalen Schlitz knapp oberhalb der Wasseroberfläche.

Wir gingen gemeinsam hinüber zum Pool. Unter dem wolkenlosen Sternenhimmel spiegelte sich das türkisfarbene Licht der Unterwasserscheinwerfer im glatten Wasser. Jan streifte sein T-Shirt und die kurzen Shorts ab und stieg als Erster über die Stufen ins Becken.

Ich machte mich derweil an meinen eigenen Kleidern zu schaffen. Die weite, schwarze Strandhose rutschte zu Boden, gefolgt von dem weißen T-Shirt. Mit meinen grazil gestreckten Schritten lief ich zum Beckenrand. Als ich ins Wasser glitt, war die kühle Erfrischung auf der nackten Haut an meinen Oberschenkeln und meinem Hintern eine absolute Wohltat. Ich ließ mich auf dem Rücken treiben, paddelte mit den Armen und spürte, wie die Last der vergangenen zwölf Stunden endgültig von mir abfiel.

Jan schwamm ein paar Züge und kam dann zu mir herüber. Im fahlen Licht des Pools schimmerte das nasse Silber meines Gürtels unter Wasser. Er legte seine Hände an meine Taille, genau an die Kanten des sturen Metallbands, und hielt mich im tiefen Wasser mühelos über den Wellen.

Ich blickte ihm direkt in die Augen. Durch die Freiheit von den Schenkelbändern und die Nähe meines Mannes spürte ich, wie sich nach den Monaten zu Hause wieder eine vertraute, unaufgeregte Lust bemerkbar machte. Mein Schoß hinter dem silbernen Schrittblech war empfindlich für die Bewegung des kühlen Wassers. Der Gürtel würde bis zum Ende des Urlaubs verschlossen bleiben, aber diese Gewissheit gab dem Moment eine ganz eigene, nüchterne Schärfe.

„Wir haben noch eine Stunde, Nadja“, sagte er leise, und seine Finger strichen ganz sanft über die glatte Metallkante an meiner Hüfte.

Ich legte meine Hände auf seine Schultern und drückte mich im Wasser ein Stück enger an ihn. „Dann lass sie uns nicht mit Reden verschwenden“, erwiderte ich sachlich, zog ihn zu mir herunter und küsste ihn, während das kühle Poolwasser uns beide umspülte.



Gegen viertel vor zwölf stiegen wir schließlich aus dem Becken. Jan rubbelte mich auf der Terrasse sorgfältig mit dem Handtuch trocken und half mir, im Stehen die letzten Wassertropfen aus den Aussparungen meiner Edelstahlstiefel zu wischen. Während Jan die Abdeckung des Pools schloss und die Gläser reinbrachte, eilte ich rüber zum Sanitärhäuschen, um meine Zähne zu putzen.

Punkt fünf vor Mitternacht traten wir gemeinsam durch die Vordertür in den Flur der Villa. Der Fünf-Minuten-Countdown lief an und die Zeit der Mensch-Pause war offiziell vorbei.

Jan holte die schweren Edelstahlteile wieder aus dem Garderobenschrank. Ich hielt die Arme leicht vom Körper weg und kurz darauf ertönte das dumpfe ‚KLACK-KLACK‘, als die Magnetschlösser des schwarzen Korsetts um meinen Torso zuschnappten. In raschem Tempo folgten die Beinschalen und die Armröhren, ehe Jan mir den schweren Dobermann-Helm über den Kopf senkte und die Schläfenriegel verriegelte. Nach viereinhalb Minuten war das System dicht. Der Gummiball blockierte stumm meine Zunge, und mein Speichel begann im vertrauten ‚Plopp-Plopp‘-Takt abzulaufen.

Da ich erst um ein Uhr nachts im Käfig liegen musste, hatten wir noch eine Stunde Zeit. Jan schaltete im Wohnzimmer den Fernseher ein, und während ich stumm auf den Fliesen neben seinen Knien Platz machte, filterte mein Visier das flimmernde Bildschirmlicht zu einem matten Nachmittag herunter. In dieser Ruhephase hielt der Dildo in meiner Spalte absolut still. Es gab keine mechanische Bewegung, keinen Reiz. Und trotzdem spürte ich beim bloßen, unbeweglichen Daliegen eine ganz feine, warme Feuchtigkeit in meinem Schritt, die dort überhaupt nicht hingehörte. Es war das nackte Wissen um meine eigene, stumme Hilflosigkeit in diesem Panzer, das meinen Körper klammheimlich reagieren ließ. Ich biss die Zähne auf den Knebelball, ignorierte das verräterische Prickeln und konzentrierte mich stattdessen fest auf die Bilder auf dem Bildschirm. Das war die reine Aufregung des ersten Tages, nichts weiter.

Kurz vor ein Uhr bedeutete Jan mir, dass es Zeit wurde. Er führte mich hinüber ins Schlafzimmer, wo ich rückwärts in den Käfig krabbelte. Er schloss die schwere Gittertür und das Schloss rastete ein.

Bald darauf ertönte ein elektronisches Summen und das Käfigschloss war verriegelt. Gleichzeitig erwachte an der Decke über mir die Infrarot-Beleuchtung. Durch den dunklen Sonnenbrillen-Filter meines Visiers sah ich, wie die Heizelemente allmählich dunkelrot aufzuglimmen begannen. Fast im selben Moment spürte ich auch schon die intensive Strahlungswärme, die von oben durch meinen schwarzen Edelstahlpanzer drang.

„Gute Nacht, Schatz“, sagte Jan sanft und schaltete das Licht aus.

--Fortsetzung folgt--

DarkO


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 07.07.26 um 12:13 geändert
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BGlife
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Sachsen




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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:06.07.26 06:25 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo DarkO,
Wieder eine geniale Fortsetzung.
Da kam richtig Urlausfeeling rüber.
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MartinII
Sklavenhalter

Norddeutschland


Versklavung einer Frau geht nur freiwillig.

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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:07.07.26 11:36 IP: gespeichert Moderator melden


Einfach eine großartige, sehr anregende Geschichte!
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windelfohlen
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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:07.07.26 21:51 IP: gespeichert Moderator melden


Tolle Fortsetzung.
Gemein das Nadja nur als Dobermann ins Haus muss.
Den Bericht von Nadja an Evildevil nicht zum verhängiss, Da wird sich Herr Evildevil freuen das der Petsuit so perfekt klappt, das die Arme und Beine keine Schäden nehmen.
Bin gespannt ob Nadja mit Jan bis zum ende vom Urlaub mitteilt das sie auch nach der KG Zeit weiterhin ab und zu als Hund gehalten werden kann, und ob sie den Wunsch an Herr Evildevil äussert den Dobermann behalten zu können oder selber einen Suit bestellt nur andere Hunderasse.
Meine Fantasie geht doch gerade mit mir durch

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von windelfohlen am 13.07.26 um 22:28 geändert
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KK 2
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ANNABERG


Was heut nicht wird,wird morgen

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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:12.07.26 18:44 IP: gespeichert Moderator melden


Das passt alles viel zu gut! Bist du dir sicher, das Jan nicht doch noch mehr mit den Entwicklungen der Spielzeuge zu tun hat, den Anblick seiner Frau in denselben Geniesst und dem Herrn ED ein guter Tippgeber ist?
Was ist mit den anderen beiden Mädels?
Bekommt die Single Dame auch noch eine Einschränkende, Elektronische Ausrüstung, als Partnerersatz oder Vertraglich geregelt, damit Nadja mal 2 Tage Pausieren und S.. mit ihrem Mann haben kann, für 2 Wochen aber beim Unterschreiben des Vertrags 2 Jahre draus geworden sind...
Immerhin pfuscht sie ja Herrn ED in seine Geschäfte/Testprogramme!
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DarkO
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Nürnberg




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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:13.07.26 11:09 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

Das passt alles viel zu gut! Bist du dir sicher, das Jan nicht doch noch mehr mit den Entwicklungen der Spielzeuge zu tun hat, den Anblick seiner Frau in denselben Geniesst und dem Herrn ED ein guter Tippgeber ist?
Was ist mit den anderen beiden Mädels?
Bekommt die Single Dame auch noch eine Einschränkende, Elektronische Ausrüstung, als Partnerersatz oder Vertraglich geregelt, damit Nadja mal 2 Tage Pausieren und S.. mit ihrem Mann haben kann, für 2 Wochen aber beim Unterschreiben des Vertrags 2 Jahre draus geworden sind...
Immerhin pfuscht sie ja Herrn ED in seine Geschäfte/Testprogramme!


Hallo KK!

Was passt denn zu gut?

Dass Jan den Anblick seiner Frau - bzw. seiner Hündin - genießt, ist klar.

Mit den "anderen beiden Mädels" meinst du Karin und Iris, nehme ich an? Single ist keine davon. Obwohl Karins Partner bis jetzt nicht so häufig erwähnt worden ist.

Bis jetzt ist nicht geplant, dass Karin ebenfalls verschlossen wird. Keine Sorge, ich glaube, diese Geschichte wird auch dann nicht langweilig, wenn sich der Kreis der Keuschgehaltenen (vorläufig?) auf Nadja, Jan und Iris beschränkt.

Zumal Evildevil ja gar nicht weiß, dass Nadja nicht selbst erkannt hat, dass sie mit ein Bisschen eisernem Willen deutlich schneller aus ihrem ergonomischen Gefängnis frekommen kann.

Grüße
DarkO

PS: Vorraussichtlich wird es im Laufe des Tages noch eine Fortsetzung geben.
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DarkO
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Nürnberg




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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:13.07.26 19:46 IP: gespeichert Moderator melden


Liebe Leser,

hier ist die vorhin angekündigte Fortsetzung. Sie ist leider etwas länger geraten...



32. Das Sardinien-Protokoll – Tag 3

Ich legte mich entspannt auf den Bauch, die an den Knien angewinkelten Beine nach hinten, die Arme nach vorne ausgestreckt und den Kopf auf den Armröhren. Die wohlige, künstliche Wärme der Deckenheizer umgab mich wie ein Kokon. In dieser zweiten Nacht fiel es mir überraschend leicht, in den Schlaf zu finden. Die erste, quälende Nacht im Käfig hatte mich gelehrt, dass das Ankämpfen gegen die unnachgiebige Rüstung zwecklos war. Mein Körper hatte sich anscheinend schon an die Edelstahl-Schalen meiner Beine und Arme gewöhnt.

Langsam glitt ich tief in einen seltsamen, unruhigen Traum. Ich befand mich wieder an dem privaten, von Klippen gesäumten Strand der Costa Rei. Die sardische Mittagssonne brannte auf mich herab. Wieder lief ich auf allen Vieren durch den feinkörnigen Sand, aber der schwere Dobermann-Petsuit war verschwunden. Ich trug absolut nichts außer dem Edelstahl meines Keuschheitsgürtels, des -BHs und des dazu passenden Halsbands.

Im Traum war da eine unendliche Weite, ein Gefühl von wilder, ungezähmter Freiheit, während das Metall auf meiner nackten Haut im Sonnenlicht funkelte und der Plug in meinem Hintern, sowie der eingebaute Vaginaldildo mich bei jedem Krabbelschritt im weichen Sand tief und intensiv ausfüllten. Es war ein Zustand purer, unbeschwerter Lust. Doch plötzlich veränderte sich die Kulisse. Die Wellen des Meeres froren zu eiskalten, scharfkantigen Glaswänden ein, die Sonne am Himmel pulsierte in einem aggressiven, roten Takt, und das weiche Rauschen des Wassers verwandelte sich in ein unnatürlich lautes, hochfrequentes elektronisches Summen.

Noch im Halbschlaf spürte ich, wie die Traumwelt Risse bekam. Ein feines, rhythmisches Zittern ging durch meine Beine, durch meine Arme und durch meinen Oberkörper. Ich versuchte im Traum, meine Glieder zu bewegen, jedoch gehorchten sie mir nicht. Das Zittern im Inneren der ganzen Edelstahlschalen an meinem Körper wurde rasch stärker, verwandelte sich in ein unkontrolliertes, maschinelles Zucken.

Sekunden später schlug die Realität mit brutaler Härte zu. Mit einem Mal versteiften sich sowohl die Handgelenk- als auch die Ellenbogenscharniere meiner Armröhren erbarmungslos in einem starren Neunzig-Grad-Winkel. Meine Vorderläufe wurden mit mechanischer Gewalt in eine rechtwinklige Kauerstellung gezwungen, die es mir unmöglich machte, den schweren Helm abzulegen. Fast zeitgleich jagte je ein heftiger, elektronischer EMS-Impuls durch meinen Bauch und meine Beine. Meine gesamte Muskulatur krampfte unwillkürlich zusammen, und meine schweren Edelstahl-Hinterpfoten bewegten sich ruckartig in Richtung Brust. Ohne meinen Willen stand ich plötzlich auf Knien und Ellenbogen in meinem Käfig.

Ich war augenblicklich hellwach. Das laute, aggressive Summen der Elektronik im Inneren meines Dobermann-Anzugs erfüllte dröhnend den stillen Raum. Ein panisches, ersticktes Quieken und ein hilfloses Wimmern drängten sich aus meiner Kehle.

„Nadja?“ Das Licht im Schlafzimmer flammte auf. Jan war aus dem Bett gesprungen. Mit vor Schreck geweiteten Augen eilte er zu meinem Käfig. Er rüttelte verzweifelt an der Käfigtür – doch es war zwecklos. Das schwere Stahlschloss war fest verriegelt und würde sich laut der Programmierung vor acht Uhr am nächsten Morgen unter keinen Umständen öffnen.

„Oh Gott, Nadja! Ganz ruhig, Schatz, ich bin hier“, rief er aufgebracht, kniete sich neben dem Zwinger auf die Fliesen und schob seine Hand durch die Gitterstäbe. Er legte seine Hand auf meine nackte Hüfte, direkt an den unteren Rand des Korsetts, und zog sie erschrocken wieder zurück. „Wow, du glühst ja förmlich...“

Um zu begreifen, was hier gerade schieflief, brauchte er keine Messgeräte und kein Werkzeug. In seinem Kopf arbeitete fieberhaft das Hirn des Ingenieurs. Er hörte das überforderte, hochfrequente Summen der Elektronik in meinem Petsuit und spürte die enorme, künstliche Hitze auf meinem Panzer und auf meiner Haut.

„Das muss ein Thermo-Loop sein“, murmelte er niedergeschlagen und drückte sein Gesicht gegen das Gitter. „Die Software-Spezifikationen für den Prototyp sind anscheinend unvollständig. Die Firmware weiß nicht, wie sie reagieren soll, wenn deine Körperwärme, zum Beispiel aufgrund des in deinem Keuschheitsgürtel eingebauten Dildos, im Schlaf dauerhaft im roten Bereich bleibt. Der Anzug denkt, du befindest dich gerade in einer extremen physischen Stressphase. Er zieht so viel Strom aus deinen Thermo-Einheiten, dass er die Scharniere blockiert und die EMS-Impulse hochjagt, um vermeintliche Krämpfe zu lösen. Dadurch steigt die Temperatur in dem Petsuit noch weiter an.“

Mit jedem unwillkürlichen, maschinellen Zucken meiner Oberschenkel presste sich der Dildo tief in mein Inneres. Es war eine überwältigende, fast schmerzhafte Reizüberflutung. Und da Jan weder die Programmierung des Petsuits ändern, noch den Käfig öffnen konnte, gab es von außen nur eine einzige Möglichkeit, mir zu helfen.

„Zuerst muss ich das Stromkabel des Käfigs aus der Steckdose ziehen und anschließend versuchen, dich runterzukühlen. Das entzieht den Thermo-Einheiten die Energie und unterbricht hoffentlich die Schleife“, sagte er entschlossen.

Er zog den Stecker, eilte ins Badezimmer und kam kurz darauf mit mehreren großen, in eiskaltes Wasser getauchten Handtüchern zurück. Er kniete sich wieder neben den Käfig, schob die nassen Tücher vorsichtig durch die Stäbe und breitete sie über meinen nackten Hintern, meinen Armen, meinen Beinen und meinem Oberkörperpanzer aus.

Der plötzliche, eiskalte Schock ließ mich heftig gegen den Knebel ankeuchen. Mein ganzer Körper spannte sich an, während mein Speichel in wilder Frequenz ‚Plopp-Plopp‘ durch das Kinnrohr floss. Aber Jans physikalischer Kniff schien zu funktionieren. Die eisige Kälte der Handtücher drang durch den Edelstahl und die Polsterung meines Panzers und im selben Moment beruhigte sich offenbr die Elektronik im Inneren.

Das aggressive Surren wurde tiefer, flachte zu einem matten Summen ab. Mit einem erlösenden, mechanischen ‚Klick‘ entriegelten sich die Scharniere meiner Armröhren wieder, und auch das unkontrollierte Zucken meiner Beine ließ nach. Der harte Druck des Dildos wich einem erschöpften, leisen Nachpochen. Zum Glück schienen Wadenwickel nicht nur bei Fieber zu helfen, sondern auch bei Elektronikfehlern.

Jan wechselte die Handtücher durch das Käfiggitter hindurch, um meine Hauttemperatur unten zu halten, und strich mir unermüdlich und zärtlich über die Edelstahlwange des Hundehelms. Aber anstatt jetzt einfach mal die Klappe zu halten und mich durch Streicheln und Kraulen weiterhin schweigend zu trösten, brach natürlich sofort wieder der Ingenieur in ihm durch. Während er mich mit den Händen beruhigte, erklärte er mir ausführlich und in aller Seelenruhe, dass er durch die kalten Handtücher den sogenannten Seebeck-Effekt der Thermoelemente im Petsuit gekillt habe. Infolge der Abkühlung meiner Haut fehle nun der dafür erforderliche Temperaturunterschied, durch den elektrischer Strom erzeugt wurde. Ich lag einfach nur platt auf dem Bauch, hörte sein unverständliches Star-Trek-Gebabbel durch die Außenmikrofone meines Helms und dachte mir im Stillen nur, dass er mich jetzt lieber einfach nur weiterstreicheln sollte.

„Es ist alles gut, Schatz“, flüsterte er schließlich, als sich die Elektronik anscheinend wieder komplett beruhigt hatte. „Ich bleibe genau hier vor dem Gitter sitzen und kühle dich, bis es hell wird. Ich lasse dich nicht allein.“

Vollkommen erschöpft schloss ich die Augen hinter dem schwarzen Visier. Das beruhigende, leise Surren der Ventilatoren an dessen Seiten und das Gefühl von Jans Nähe wiegten mich schließlich, trotz der engen Gitterstäbe, zurück in einen tiefen, traumlosen Schlaf.



Noch bevor das elektrische Summen des Schlosses an der Käfigtür ganz verstummt war, riss mein Mann diese auf. Also musste er das Kabel kurz vor acht wieder eingesteckt haben. In seinen Augen lag die pure Erschöpfung einer Nacht, die er fast komplett schlaftrunken auf den harten Fliesen verbracht hatte, um im Halbstundentakt die nassen Handtücher auf meinem Edelstahlkörper zu wechseln.

„Meinst du, du schaffst es, aufzustehen?“, fragte er mit rauer, besorgter Stimme. „Du musst raus aus dem Käfig. Dann rufen wir sofort bei Restriktivia an. Ich werde den Entwicklern das Problem ganz genau erklären, sodass sie sich umgehend daran setzen können, eine Lösung zu erarbeiten.“

Ich stieß ein mattes Brummen durch den Saugknebel aus – Ja. Es ging. Meine Glieder fühlten sich zwar durch die Kälte der Handtücher ein wenig steif an, aber als ich mein Gewicht nach vorne verlagerte, erwachte die High-Tech-Polsterung sofort. Die Sensoren registrierten das Aufrichten und die Handgelenk-Scharniere meiner Armröhren arretierten sich augenblicklich mit einem Klicken im stabilen Neunzig-Grad-Winkel, während sich meine Ellenbogen in gestreckter Haltung versteiften .Ich krabbelte aus der dunklen Enge des Stahlkäfigs.

Jan nahm die nassen Handtücher von meinem Körper und warf sie durch die offene Tür ins Bad.

Das dumpfe ‚Ploff-Ploff‘ meiner Gummipfoten auf dem hellen Fliesenboden hörte sich nach dieser unruhigen Nacht an wie eine Befreiung. Meine Blase drückte, und die kühle sardische Morgenluft, die Jan durch die geöffnete Terrassentür hereingelassen hatte, schien mich regelrecht nach draußen zu ziehen.

Mein Mann ging direkt vor mir her und begleitete mich auf den Rasen. Ich steuerte das hohe Gras an, ging in die tiefe, hündische Hocke und schloss die Augen, als sich die drückende Blase endlich leeren durfte. Der Dildo im Inneren meines Gürtels, der mich die ganze Nacht in einer schlaflosen Trance gefangen gehalten hatte, presste sich durch die Haltung wieder dumpf gegen meine Scheidenwand – aber jetzt, im hellen Tageslicht, fühlte sich dieses vertraute, heiße Pochen unter dem Metall nicht mehr nach Panik an, sondern nach einer wohligen, erschöpften Konstante.

Das vertraute Zischen des Außenwasserhahns ertönte. Jan hatte den Gartenschlauch geholt. Da die Sonne um kurz nach acht noch keine Kraft hatte, war das Wasser, das aus dem Brausekopf schoss, eiskalt. Als der Strahl den Bereich zwischen meinen Beinen traf, zuckte ich heftig zusammen und keuchte auf. Der brutale Temperatursturz ließ die Thermo-Einheiten an meinen Oberschenkeln kurz wild anspringen – ein helles, kurzes Piepen schoss durch meine Ohren im Helm, als die Elektronik einen letzten Energieschub verarbeitete. Die Kälte vertrieb die restliche Müdigkeit der Nacht in Sekundenschnelle aus meinem System.

Jan drehte das Wasser ab, kniete sich mit einem großen Handtuch zu mir ins feuchte Gras und begann, meinen nackten Hintern und das Metall des Keuschheitsgürtels mit unendlicher Sanftheit trockenzureiben. Er strich mir über die Edelstahlwange des Dobermann-Helms und sah mich müde, aber erleichtert an. „Komm wieder rein, Schatz. Dein Kreislauf ist okay, oder?“

Ich nickte langsam und folgte ihm in die Küche, wo ich mich erschöpft auf den kühlen Fliesen ausstreckte und interessiert zu meinem Herrchen blickte. Während er mit der rechten Hand unseren morgendlichen Kaffee vorbereitete, nutzte Jan die linke, um bei Restriktivia anzurufen. Er ließ sich direkt zur Technikabteilung durchstellen. Als kurzzeitig die Wartemusik lief, wandte er sich an mich: „Es bringt ja nichts, erst mit Evildevil zu sprechen, ich brauche einen der Entwickler.“

Im nächsten Moment wurde das Gespräch angenommen. Da er sich sein Handy direkt ans Ohr hielt, anstatt den Freisprech-Modus zu aktivieren, verstand ich nur, was mein Mann sagte. Ich merkte, er war jetzt in seinem Element. Professionell und detailliert schilderte er der Person am anderen Ende das Problem. Er sprach von fehlerhaften Software-Spezifikationen, unzureichender Überprüfung der Sensorwerte und der dadurch entstehenden Gefahr eines Thermo-Loops. Wobei ‚sprach‘ nicht ganz das korrekte Verb war. Besser gesagt haute er dem Restriktivia-Techniker die Fakten haarklein um die Ohren. Er verlangte die schnellstmögliche Übermittlung eines Firmware-Updates und duldete keinerlei Widerspruch. Er beendete das Gespräch mit: „Gut. Ich verlasse mich darauf. Wenn dieser Patch nicht innerhalb einer Stunde bei mir im Posteingang liegt, wende ich mich an Ihren Chef. Auf Wiederhören!“

Bisher hatte ich Jan noch nie dermaßen aufgebracht erlebt. Hätte er ein altes, schnurgebundenes Telefon benutzt, dann hätte er jetzt vermutlich dessen Hörer krachend auf die Gabel geschmettert.

Aus dem riesigen Edelstahlungetüm vor ihm floss – begleitet von einem tiefen Brummen – ein Espresso in die bereitgestellte Tasse. Er drehte sich zu mir um. „Bald ist alle wieder gut, Schatz. In höchstens einer Stunde kriegen wir die neue Firmware und dann passiert so etwas wie letzte Nacht hoffentlich nie wieder.“

Ich lag auf den Fliesen, lauschte dem vertrauten Klang seiner Stimme und spürte, wie das herrliche Aroma von frischem Kaffee sich im Raum ausbreitete. Kurz darauf trat Jan zu mir auf die Knie und stellte den schweren Edelstahlnapf vor meine Schnauze. Er war randvoll mit duftendem, warmem Milchkaffee.

„Frühstück, Schatz“, sagte er leise und strich mir noch einmal zärtlich über den Nacken, bevor er sich mit dem Laptop und seinem Espresso an den Esstisch setzte.

Ich stemmte meinen Oberkörper hoch und senkte den Kopf, sodass meine Hundeschnauze mit dem Edelstahlrohr tief in den Schaum eintauchte. Dann begann ich, kräftig zu saugen. Bei jedem gierigen Schluck hörte man das rhythmische, metallische Klacken des Einlass-Ventils im Knebel, während der süße, warme Kaffee die Trockenheit der vergangenen Nacht vertrieb.



Etwa eine halbe Stunde später ertönte das charakteristische ‚Pling‘ des E-Mail-Eingangs. Mein Mann las die Nachricht laut: „Sehr geehrter Herr Sommer, wir möchten uns bei Ihnen und Ihrer Frau für die entstanden Umstände entschuldigen. Soeben haben die Kollegen die neue Petsuit-Firmware mit der Versionsnummer 1.04 fertiggestellt. Aktuell laufen damit noch einige abschließende Tests. In der Zwischenzeit könnten Sie schon einmal unser Diagnose-Tool namens ‚RestrikTA‘, das steht für ‚Restriktivia Technical Assistant‘, auf Ihrem Laptop installieren, welches Sie für die Übertragung der Firmware auf den Petsuit benötigen. Außerdem können mit diesem Programm die automatisch erstellten Log-Files ausgelesen werden. Bitte beachten Sie unbedingt die ebenfalls angehängte Datei ‚RSKTAIFS.TXT‘. Diese enthält wichtige Informationen zu ‚Installation and First Steps‘. Bitte sagen Sie Ihrer Frau, sie soll nicht erschrecken, wenn das System nach dem Firmware-Update einen Reset durchführt.“

Jan nickte konzentriert, während er die Textdatei studierte, wischte auf dem Touchpad des Laptops herum und lud die Software herunter. Nach dem Start des Diagnose-Tools dauerte es nur wenige Sekunden, bis das Programm über Bluetooth die Verbindung zu meinem Petsuit suchte. Ein kurzes ‚Pling-Pläng‘ im Inneren meines Helms sagte mir, dass die Funkkommunikation erfolgreich aufgebaut worden war. Es folgte ein kurzes, automatisches Aufsurren der Ventilatoren, als das System offenbar anfing, die Logfiles auszulesen.

Dabei kontrollierte mein Mann ständig auf dem Bildschirm, dass alle Daten stabil übertragen wurden, klopfte mir beruhigend auf den Schulterpanzer und lehnte sich dann auf dem Stuhl zurück, um auf das Eintreffen der Firmware zu warten.

Es dauerte keine zehn Minuten, bis das vertraute, helle ‚Pling‘ des Mail-Programms erneut durch den Raum schallte. Jan beugte sich sofort wieder vor, lud die Petsuit-Firmware herunter und legte sie im vorgegebenen Dateiordner ab. Dann suchte er im Restriktivia-Diagnoseprogramm den Menüpunkt ‚FW-Upload“ und klickte darauf.

Auf der Innenseite meines Helms, oberhalb des Visiers, begann ein winziges, blaues Lämpchen zu blinken. Dieses rhythmische Signal zeigte offenbar an, dass gerade Daten lautlos über die Bluetooth-Schnittstelle in den Speicher des Anzugs flossen. Gleichzeitig quittierte das RestrikTA -Tool auf Jans Bildschirm das Voranschreiten des Ladeprozesses mit einem langsam wachsenden grünen Balken.

Nach einem kurzen, tiefen Summen in meinem Kopf hörte das blaue Blinken auf. Die Übertragung war offenbar abgeschlossen. Der Anzug leitete, wie von den Technikern angekündigt, sofort den automatischen Neustart ein. Für ein paar Sekunden verstummte die Belüftung und die gesamte Elektronik meines Petsuits erstarb.

Mit einem Mal zuckte ein kurzer, mechanischer Ruck durch den gesamten Anzug und ein helles, dreifaches Piepen schoss durch meine Gehörgänge. Die Ventilatoren sprangen wieder an, ein erlösender Schwall frischer Luft blies mir ins Gesicht und auf Jans Laptop ploppte ein beruhigendes, grünes Fenster auf: „Upload completed successfully.“

Mein Mann atmete tief aus, schloss das Diagnose-Fenster und klopfte mir erleichtert auf das Edelstahl-Korsett. „Sehr gut, Nadja. Jetzt läuft die Firmware mit der Version 1.04 auf deinem Petsuit. Das System arbeitet absolut stabil. Der Fehler ist hoffentlich behoben.“

Ich stieß ein wohliges, tiefes Brummen durch den Saugknebel aus, schloss die Augen und entspannte meine Muskeln auf den Fliesen.



Ein paar Minuten später klappte Jan den Laptop zu, stand auf und lief rüber ins Wohnzimmer, wo er es sich auf dem Sofa gemütlich machte. Ich folgte ihm und legte mich daneben auf den Teppich, die Beine in den Edelstahl-V-Schalen nach hinten und die Armröhren flach nach vorne gestreckt. Mein Mann nahm das Tablet vom Wohnzimmertisch und fing an, einige sardische Reiseberichte durchzublättern. Anscheinend suchte er nach Zielen für unseren nächsten Ausflug mit dem weißen Fiat Grande Panda.

„Du, Schatz“, vernahm ich einige Zeit später seine Stimme: „Ich habe etwas Interessantes gefunden. Hier steht, dass es nördlich von Costa Rei in den Bergen ein altes, verlassenes Minendorf gibt. Was meinst du? Das klingt doch super für heute Nachmittag, wenn du um zwölf aus dem Anzug darfst.“

Bereits seit meiner Jugend begeisterte ich mich für Ruinen und Lost-Places. Mit einem hellen, sanften Brummen drückte ich meine Zustimmung aus.

„Gut, da…“

Plötzlich war da in meinem Helm dieses laute Knacken, das absolut nichts Gutes bedeuten konnte. Ich sah, dass Jans Mund sich weiterhin bewegte, allerdings war seine Stimme mit einem Schlag weg. Das leise, beruhigende Summen der beiden Mikro-Ventilatoren an meinem Visier erstarb ebenfalls mit einem letzten, tief absinkenden ‚Ssss-fhh‘. Dann war da nichts mehr. Nur noch ohrenbetäubende Stille.

Unwillkürlich hielt ich kurzzeitig den Atem an. Von Elektronik und Software-Entwicklung verstand ich zwar ungefähr so viel wie eine Kuh vom Stricken, aber ich begriff trotzdem sofort, dass das von Evildevils Entwicklern geschickte Firmware-Update ein schlampiger Schnellschuss gewesen war. Jetzt hatte sich die Technik im Helm anscheinend komplett aufgehängt.

Für mich wurde die Situation innerhalb von Sekunden beklemmend. Da die Ventilatoren tot waren, zirkulierte keine Luft mehr. Mein eigener Atem schlug sofort als heiße, dichte Feuchtigkeit an der Innenseite des tiefschwarz versiegelten Visiers vor meinen Augen nieder. Das Kondenswasser lief in Schlieren herab. Ich sah nichts mehr. Ich hörte nichts mehr. Die Luft im Helm wurde augenblicklich stickig, heiß und verbraucht.

Panik stieg in mir auf. Ich war komplett taub und nahezu blind in einer Edelstahlkapsel gefangen. Ich warf den Kopf hilflos hin und her, und meine zu Fäusten geballten Hände im Inneren der Armröhren krampften sich zusammen. Ich wimmerte in den Saugknebel, aber der Schall drang vermutlich kaum durch den dicken Edelstahl nach draußen.

Mein Mann bemerkte meine plötzliche Unruhe sofort. Er legte das Tablet weg und ging vor mir auf die Knie. Durch die beschlagene, schwarze Scheibe hindurch konnte ich nur die vagen Umrisse seiner Gestalt wahrnehmen, die sich besorgt über mich beugte. Ich spürte, wie er meine Edelstahlwange berührte, aber ich konnte seine Stimme nicht hören. Ich spürte nur das unkontrollierte Pochen in meinem Schritt, das durch mein rasendes Herz und die Angst sofort wieder angefeuert wurde.

Jan reagierte blitzschnell. Er tat das Einzige, was mir in dieser Sekunde offenbar helfen konnte: Er rannte ins Badezimmer, holte die eiskalten Handtücher von letzter Nacht und wickelte sie mir fest um das Korsett und den Dobermann-Kopf. Anschließend lief er zum Esstisch, um die den Laptop wieder zu starten. Während das Gerät hochfuhr, zog er sein Handy aus der Tasche. Vermutlich rief er bei Restriktivia an.

Durch das Visier sah ich nur ein verschwommenes, dunkelgraues Chaos, aber die Kälte der Tücher tat ihr Werk. Sie drückte meine sprunghaft ansteigende Körperwärme herunter und verhinderte, dass die blockierte Firmware auch noch die Beinschalen oder die Armröhren in diesen fürchterlichen Thermo-Loop riss. Ich zwang mich, flach und langsam weiter zu atmen. Es blieb mir nichts anderes übrig, als Jan zu vertrauen.

Ich merkte, wie das kalte Wasser der Handtücher langsam durch den Edelstahl drang und den sturen, glühenden Brand im Schritt mühsam im Zaum hielt.



Nach einer schier endlos erscheinenden Warterei im stickigen Helm fühlte ich Jans Hand auf der nackten Haut an meinem Hintern. Er streichelte mich zweimal. Anschließend spürte ich nur noch einen einzelnen Finger. Er schrieb: „B-I-T-T-E-_-B-L-E-I-B-_-R-U-H-I-G-.-_-E-S-_-G-I-B-T-_-E-I-N-E-_-N-E-U-E-_-F-I-R-M-W-A-R-E-.“

Wenig später zuckte plötzlich wieder ein kurzer, mechanischer Ruck durch meinen Petsuit und ein helles, dreifaches Piepen ertönte mitten in meinem Kopf. Dann setzten mit einem leisen, erlösenden Summen die Mikro-Ventilatoren neben meinem Visier wieder ein. Ein Schwall kühler, frischer Luft blies das Kondenswasser von der Innenseite der Scheibe. Jans Stimme war wieder da, ganz nah und voller unendlicher Erleichterung in meinem Kopf:

„...ich habe dich, Nadja. Atme tief durch, Schatz. Es ist alles gut. Jetzt ist der Patch 1.05b drauf und damit der Speicherfehler hoffentlich behoben.“

Ich stieß ein langes, zitterndes Brummen aus und vergrub mein Gesicht im feuchten Handtuch auf den Fliesen. Der Petsuit-Prototyp lief wieder stabil. Und bis zur Befreiung am Mittag blieben mir vermutlich noch knapp anderthalb Stunden auf diesen kühlen Fliesen, um mein klopfendes Herz wieder zu beruhigen.

„Pling!“ – Jan hatte eine weitere Mail erhalten. Er ging rüber zum Esstisch und las sie laut vor: „Sehr geehrter Herr Sommer, bitte beachten Sie, dass es sich bei der Firmware 1.05b um eine reine Testversion handelt. Um das erneute Auftreten eines Thermo-Loops ausschließen zu können, wurde in diesen Patch eine spezielle Testfunktion hineinimplementiert. Diese bewirkt, dass der Vaginaldildo im Keuschheitsgürtel Ihrer Frau ab jetzt alle fünf Minuten für jeweils fünf Minuten auf mittlerer Stufe aktiviert wird. Für die Durchführung des Tests muss Ihre Frau für eine Stunde in den Käfig gesperrt werden. Sofern während dieses Tests keine Auffälligkeiten auftreten, erhalten Sie im Anschluss umgehend den Firmware-Patch 1.06. Da die Tests, die wir in unserem Labor durchführen können, offenbar nicht ausreichen, sehen wir uns leider zu diesem Vorgehen gezwungen. Bitte verzeihen Sie die Unannehmlichkeiten. Mit freundlichen Grüßen...“

Als ich das gehört hatte, stieß ich ein wütendes Knurren aus. Ich musste mich sehr beherrschen, um keine Bestrafung wegen überhöhter Lautstärke zu riskieren.

„Es tut mir leid, Schatz. Du hast es gehört. Also komm, ich muss dich jetzt für eine Stunde in den Käfig sperren. Jetzt ist es Viertel nach elf. Das heißt, ich kann dich dann leider erst um eins aus deinem Dobermann-Anzug befreien.

Traurig winselnd trottete ich hinter meinem Herrchen her. Im Schlafzimmer angekommen, schob ich meinen schwarzen Edelstahlkörper rückwärts in den Zwinger und streckte mich auf dem roten Polster aus.

Kaum, dass die Gittertür vor mir verriegelt war und die Heizung in der Käfigdecke angesprungen war, ging es auch schon los: Der Dildo in meiner Spalte begann, sich rhythmisch vor und wieder zurück zu bewegen. Und das in einem beachtlichen Tempo.

Ein plötzlicher, dumpfer Quieklaut entwich meinem geknebelten Mund, als der glatte Kunststoff stur gegen meine empfindlichsten Stellen stieß. Zum Glück war der gerade noch leise genug, um keine Bestrafung durch mein Halsband auszulösen.

Die unerwartete Wucht der Bewegung jagte eine heiße Welle nach der anderen durch meinen Körper. Da mein Becken starr fixiert war, konnte ich den Stößen in keiner Weise ausweichen. Mit jedem einzelnen Stoß des Dildos wurde ein hilfloses, dumpfes Söhnen aus mir herausgepresst. Ich hielt den Kopf starr auf das rote Polster gesenkt, unfähig, diesem permanenten Reiz irgendwie zu entkommen, während die Infrarot-Heizstrahler von der Käfigdecke eine wohlige Wärme auf mein schwarzes Gehäuse warfen.

Fünf Minuten lang schob sich der Dildo ohne Unterlass vor und zurück, trieb mich beinahe an den Rand des Wahnsinns, bis der interne Timer der Software die Mechanik abrupt wieder stoppte. Auf einen Schlag war da nur noch das monotone, beruhigende Summen der Helm-Ventilatoren oberhalb meiner Wangenknochen. Keuchend nutzte ich die Atempause, um mein rasendes Herz zu beruhigen – doch die Erleichterung war nur von kurzer Dauer. Fünf Minuten später erwachte der Luststab in mir erneut zum Leben, und das grausame Spiel begann von vorn. Natürlich war es mir nicht vergönnt, einen Orgasmus zu kriegen. Andererseits blieb mir zum Glück auch die Bestrafung wegen eines zu hohen Erregungslevels erspart.

Es war ein Wechselbad aus sturem, heißem Brand und nervösem Abwarten. Ich fragte mich, welche Pfütze inzwischen wohl größer war; die zwischen meinen Beinen, oder die unterhalb meines Kinns. Jan saß derweil schweigend auf der Bettkante direkt neben dem Gitter. Mehr als einmal streckte er seine Hand durch die Stäbe und strich mir beruhigend über die Schultern, um mir durch die stählerne Isolation hindurch Halt zu geben.

Nach dem sechsten Durchgang erstarb die Mechanik in meinem Schritt schließlich endgültig und ein helles, dreifaches Piepen in meinen Gehörgängen verkündete das Ende des Härtetests.

Jan atmete hörbar aus und öffnete die schwere Käfigtür. „Du hast es durchgestanden, Schatz“, lobte er mich zärtlich und half mir aus dem Zwinger. „Der Test lief perfekt. Komm, wir gehen rüber ins Wohnzimmer. Du legst dich noch ein Bisschen auf die kühlen Fliesen, während ich den Technikern bei Restriktivia Bescheid gebe. Dann spiele ich die neue Firmware auf und um eins bist du endlich erlöst.“

Ich folgte ihm stumm, legte mich neben dem Teppich auf den Boden und genoss die Abkühlung. Erst da fiel mir auf, dass wir seit dem Beginn unseres Urlaubs nicht mehr die sonst übliche tägliche Stimulation über uns hatten ergehen lassen müssen. Jan griff zum Telefon und wählte die Nummer von Restriktivia.

„Hallo, Jan Sommer hier“, meldete er sich freundlich, sobald jemand abgehoben hatte. „Der von Ihnen geforderte einstündige Härtetest mit der Version 1.05b wurde soeben fehlerfrei beendet. Nachdem es währenddessen keinerlei Auffälligkeiten gab, schicken Sie uns jetzt bitte den finalen Software-Patch rüber?“ Es folgte eine kurze Pause. Vermutlich sprach gerade die Person am anderen Ende der Leitung. „Gut. Ich lese sofort die Log-Dateien aus und maile sie Ihnen zu. Und Sie denken bitte daran, dass ich die neue Firmware noch vor dreizehn Uhr auf den Petsuit übertragen haben will. Auf Wiederhören!



Die Uhr an der Wand im Flur zeigte zwei Minuten vor eins an, als ich meine Position auf dem Läufer vor der Haustür eingenommen hatte. Jan kniete sich sofort vor mich hin und wir warteten auf das erlösende, mechanische 'Klack-Surr' an den Verschlüssen meines Helms.

Jan drehte die Arretierung und klappte die metallene Hundeschnauze mitsamt dem Ballknebel nach vorne weg. Die frische Luft schlug mir entgegen und ich gewöhnte mich blinzelnd an die Helligkeit. Mein Kiefer war völlig taub, und ich musste den Mund erst ein paar Mal ungelenk öffnen und schließen, bevor ich überhaupt einen Ton herausbrachte.

„Oh Schatz“, keuchte ich, „hol mich bitte ganz schnell raus aus dieser schrecklichen Metallsauna.“

Jan lächelte zärtlich, wischte mir mit der Hand den Speichel vom Kinn und machte sich sofort daran, die Riegel des Korsetts und der Beinschalen zu öffnen.



Eine gute Stunde später war die die Tortur vom Vormittag fast vergessen. Ich hatte mir die Zähne geputzt, den klammen Schweiß des Panzers gründlich unter der Dusche abgewaschen und trug nun ein luftiges, helles Sommerkleid. Auf der Terrasse hatte ich schnell meinen Bericht an Evildevil in den Laptop getippt und abgeschickt.

Gleich danach hatten wir uns auf den Weg in das raue Hinterland gemacht. Jan genoss die Fahrt sichtlich, während ich mich auf dem Beifahrersitz zurücklehnte, meine in den Gladiatorstiefeln fixierten Beine entspannte, und draußen die karge, von der Sonne verbrannte Berglandschaft an uns vorbeizog. Aus dem Radio erklang italienischer Pop.

Um kurz vor zwei rollte der weiße Fiat Grande Panda den staubigen Schotterweg hinauf und wir erreichten das verlassene Minendorf in den Bergen über der Costa Rei. Jan parkte das Fahrzeug im Schatten einer alten Steineiche. Als ich ausstieg, knackten die dicken Gummisohlen meiner schwarzen Edelstahl-Ballettstiefel leise auf dem groben Kies.

„Schaffst du das mit dem Boden, Schatz?“, fragte Jan besorgt und reichte mir sofort seinen Arm.

„Die Gummisohlen haben guten Grip“, erwiderte ich, hakte mich bei ihm ein und genoss den festen Halt seines Körpers. „Wir gehen einfach ein Bisschen langsamer.“

Wir liefen ein paar Schritte an den verfallenen, aus rötlichem Stein erbauten Häusern vorbei, bis wir eine niedrige, schon halb eingestürzte Steinmauer am Rande des Plateaus erreichten. Der Ausblick von hier oben über die Küste war grandios. Jan setzte seinen Rucksack ab, öffnete ihn und holte eine kleine Kühltasche hervor.

Der Duft von frischer Focaccia mit sardischem Schafskäse, reifen Tomaten und Parmaschinken stieg mir in die Nase. Ich strahlte ihn an. Nach den Stunden im Helm, in denen ich nur Wasser und Kaffee durch ein enges Metallrohr saugen durfte, war das hier wie im Himmel.

„Wann hast du das denn alles eingepackt?“, fragte ich überrascht und biss glücklich in das knusprige Brot.

„Na, als du beim Duschen warst“, erwiderte Jan schmunzelnd und reichte mir eine Flasche kühles Wasser. „Das Polster in deinem Käfig habe ich übrigens auch saubergemacht.“

Wir genossen das Picknick in der absoluten Stille der Berge. Nachdem wir aufgegessen hatten, klopfte Jan sich die Krümel von der Leinenhose und zog sein Smartphone heraus, um ein paar Fotos von der grandiosen Aussicht, den Ruinen und natürlich von mir in meinem weißen Sommerkleid zu machen. Ich drehte den Kopf, strich mir die Haare aus dem Gesicht und lächelte in die Kameralinse – während unter dem Saum des Kleides die schwarzen, hochglanzpolierten Ballettstiefel im hellen Sonnenlicht funkelten. Jan zoomte gerade für eine Nahaufnahme an meine frei über der Mauer hängenden Füße heran, als das idyllische Bild jäh zerrissen wurde.

Das dumpfe Knirschen von Reifen auf grobem Schotter hallte durch die Ruinen.

Wir fuhren beide herum. Ein silberner Mietwagen bog um die Ecke und hielt direkt neben unserem weißen Elektro-Panda. Die Türen öffneten sich, und ein älteres Paar in praktischer Wanderkleidung und mit Strohhüten stieg aus. Der Mann hielt sich schützend die Hand über die Augen und blickte sich um.

„Mensch, Erna, guck mal, der Ausblick hier oben ist ja wirklich der Wahnsinn!“, rief er seiner Frau im reinsten, unverkennbaren Berliner Dialekt zu. „Da hat der Reiseführer ausnahmsweise mal nicht zu viel versprochen.“

Deutsche. Ausgerechnet.

Mein Herz machte einen heftigen Satz und fing augenblicklich an, wild gegen die Edelstahlkörbchen meines BHs zu hämmern.

Jan schaltete blitzschnell. Er steckte das Handy ein und trat sofort einen Schritt näher an die Mauer heran, sodass sein Körper meine in den Metallstiefeln gestreckten Beine für die Neuankömmlinge perfekt verdeckte.

„Buon giorno!“, rief der ältere Herr uns gut gelaunt entgegen, als er bemerkte, dass wir sie ansahen. „Oder sollten wir eher ‚Guten Tag‘ sagen? Ihr Auto hat ja auch ein lokales Kennzeichen, aber Sie sehen gar nicht wie Italiener aus!“

„Guten Tag!“, rief Jan mit bewundernswerter Gelassenheit zurück, während er seinen Arm noch ein Stück fester um meine Schulter legte. Seine Handfläche drückte mich sanft nach unten – ein stummes Signal, auf gar keinen Fall jetzt aufzustehen. „Stimmt genau, wir sind auch aus Deutschland. Wir genießen hier oben nur die Ruhe.“

„Na, mit der Ruhe ist es jetzt erst mal vorbei, wat?“, frotzelte der Berliner gut gelaunt, während seine Frau Erna ein Tuch aus der Tasche zog und sich mit einem Seufzer die Schweißperlen unter dem Strohhut abwischte. Sie steuerten zielsicher auf unsere halb eingestürzte Steinmauer zu.

Jeder Schritt der beiden jagte meinen Puls weiter nach oben.

„Wir waren ja erst am Strand unten an der Costa Rei“, erzählte Erna ungeniert, als sie nur noch zwei Meter von uns entfernt waren. „Aber diese Hitze da unten! Da habe ich zu meinem Mann gesagt: Ach, Achim, lass uns lieber in die Berge fahren.“

Achim nickte eifrig und schaute neugierig auf meine Beine, die frei über der Mauer hingen. Jan hatte sich zwar geschickt vor mich gestellt, aber ab den Waden abwärts waren die glänzenden, schwarzen Edelstahl-Ballettstiefel im Sonnenlicht kaum zu übersehen.

„Sagen Sie mal, junge Frau“, fing Achim mit gerunzelter Stirn an und deutete mit dem Zeigefinger direkt auf meine Füße. „Wat haben Sie denn da für schicke Treter an? Dat sieht ja von weitem aus wie... wie aus Metall! Sind dat diese neuen orthopädischen Dinger? Mein Neffe hat ja och Probleme mit den Sehnen, der musste och mal so ’nen Kniestrumpf aus Plastik tragen.“

Ich hielt unwillkürlich den Atem an. Ein ersticktes Husten stieg in meiner Kehle auf, aber ich schluckte es mühsam hinunter.

„Genau das ist es“, übernahm mein Mann blitzschnell das Wort, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Er schenkte dem Paar ein absolut überzeugendes, professionelles Entwickler-Lächeln. „Das sind völlig neuartige Spitzfuß-Orthesen aus Edelstahl, die meine Frau infolge eines schweren Sportunfalls und der anschließenden Operation an beiden Achillessehnen seit vier Wochen tragen muss. Während der gesamten Dauer des Heilungsprozesses sollen die Füße in der maximalen Streckung fixiert bleiben, damit die Sehnen absolut entlastet zusammenwachsen können und nicht wieder reißen.“

„Ach, wat es heute nicht alles jibt!“, staunte Erna und schüttelte ehrfürchtig den Kopf. „Spitzfuß-Orthesen aus Edelstahl! Siehste, Achim, hab ick dir doch jesagt, die Medizin schläft nicht. Und tut dat nicht weh, meine Liebe?“

Sie sah mich direkt an. Ich zwang mich zu einem matten, unschuldigen Lächeln. Durch Jans logisch klingende Erklärung für meine seltsamen Stiefeln fühlte ich mich in der Gesellschaft fremder Leute deutlich weniger unwohl. Aber auf Ernas Frage antworten wollte ich dennoch nicht. Die hätte sich sicherlich gewundert, warum ich nur flüsterte.

Wieder reagierte Jan sofort. „Meine Frau hat sich überraschend schnell daran gewöhnt. Seit einer Woche kann sie sogar schon ohne Krücken mit den Orthesen laufen.“

„Na, dann weiterhin jute Besserung!“, sagte Achim anerkennend. „Wir wollen mal da hinten zu den alten Minenruinen rübermachen, bevor die Sonne uns das Gehirn wegbrutzelt. Schönen Tag euch beiden noch!“

„Vielen Dank, Ihnen auch einen schönen Urlaub!“, rief Jan ihnen hinterher.

Wir warteten schweigend, bis das Berliner Ehepaar ganz in den staubigen Ruinen des Minendorfs verschwunden war. Erst als ihre Stimmen komplett verhallt waren, sackte ich in mich zusammen. Ich vergrub mein Gesicht in Jans Hemd und atmete tief den vertrauten Duft seiner Haut ein.

„Neuartige Spitzfuß-Orthesen?“, flüsterte ich mit einem ungläubigen Grinsen „Jan, du bist ein Genie.“

„Das war knapp, Schatz“, gab er zu und strich mir beruhigend über den Rücken.

Wir blieben noch ein wenig so auf der alten Steinmauer sitzen, schauten schweigend auf das weite, tiefblaue Mittelmeer hinaus und genossen die wiedergekehrte, absolute Stille der Berge. Die Natur hatte sich das Dorf längst zurückgeholt – wilde Feigenbäume wuchsen aus den fensterlosen Ruinen, und der Duft von wildem Thymian lag schwer in der heißen Mittagsluft. Jan legte seinen Arm fest um meine Schultern und zog mich an sich.

Ich lehnte meinen Kopf an seine Brust und lauschte seinem ruhigen Herzschlag. Meine Füße in den schwarzen Edelstahlstiefeln hingen frei über dem Abgrund, das Metall reflektierte die gleißenden Sonnenstrahlen.

„Komm, wir gehen zurück zum Panda, bevor hier noch mehr Wandergruppen auftauchen“, sagte Jan schließlich sanft, küsste mich auf die Stirn und half mir von der Mauer herunter. „Zu Hause am Pool sind wir sicherer vor neugierigen Blicken.“

Ich hievte mich hoch, balancierte mein Gewicht auf den schwarzen Metallspitzen aus und trippelte, fest an seinen Arm geschmiegt, zurück zum Auto. Nachdem ich in den Wagen eingestiegen war und mich angeschnallt hatte, sah ich auf meine Füße. Mittlerweile beherrschte ich diesen ‚Spitzentanz‘ tatsächlich so gut, dass ich mit den Ballettstiefeln sogar auf unebenem Untergrund einigermaßen zurechtkam.



Die Rückfahrt im weißen Fiat Grande Panda Elektro verlief herrlich entspannt. Jan lenkte den Wagen souverän durch die Serpentinen wieder hinunter an die Küste, während die Klimaanlage das Innere des Autos kühl hielt. Nach dem Schock mit dem Berliner Ehepaar tat die Ruhe gut. Auf dem Rückweg hielten wir kurz am Supermarkt in Costa Rei. Während ich im Auto blieb und Musik hörte, flitzte Jan schnell alleine hinein, um ein paar Besorgungen zu machen. Meine Füße in den schwarzen Edelstahl-Ballettstiefeln brannten leicht von dem unwegsamen Gelände im Minendorf, aber die dicken Gummisohlen mit dem groben Profil hatten Schlimmeres verhindert.

Gegen halb sechs erreichten wir wieder unsere Villa. Die Sonne stand schon tiefer und tauchte die Costa Rei in ein warmes, oranges Licht.

„Bevor wir uns für das Abendessen fertig machen, sollten wir unbedingt noch eine Runde ins Meer“, schlug mein Mann vor, als er die Einkaufstüten in das Haus trug. „Der Wind hat nachgelassen, das Wasser sieht fantastisch aus.“

Ich brummte zustimmend. Für den Pool brauchte ich nichts weiter, aber für den Ausflug hinunter zum Strand ließ ich mir von Jan meinen schwarzen Neopren-Schwimmanzug aus dem Schrank im Schlafzimmer holen. Ich hatte ihn genau für diesen Zweck gekauft. Da der Strandabschnitt zwar durch die Felsen sichtgeschützt war, aber theoretisch jederzeit ein Boot vorbeifahren konnte, gab mir das dicke Neopren die absolute Sicherheit, die ich brauchte.

Auf der Terrasse half Jan mir, den engen Anzug über mein stählernes Unterwäsche-Set zu ziehen. Er saß wie eine zweite Haut, drückte den Edelstahl-BH und den Keuschheitsgürtel fest an meinen Körper und verbarg die Konturen perfekt. Nur die kniehohen Ballettstiefel, die an meinen Füßen abgeschlossen waren und die ich erst in zwei Wochen in Deutschland wieder ablegen durfte, blitzten unten hervor.

Jan öffnete die hintere Gartentür, und wir stiegen den schmalen Natursteinpfad hinab in unsere private Bucht. Der Abstieg im hautengen Neopren und mit den starren Ballett-Boots an den Füßen erforderte Konzentration, aber Jans Hand an meiner Hüfte gab mir die nötige Stabilität.

Als wir den weichen Sand erreichten, liefen wir direkt ins Wasser. Die Wellen des Mittelmeers waren herrlich erfrischend, aber je tiefer wir hineinkamen, desto dankbarer war ich für das dicke Neopren. Edelstahl leitet Kälte rasant; ohne den Schutzanzug hätte das Meerwasser den Gürtel und den BH im Nu schmerzhaft heruntergekühlt. So aber hielt das Neopren meine Körperwärme perfekt im Inneren gefangen.

Nach einer halben Stunde im Wasser marschierten wir, erfrischt und ausgepowert, den schmalen Trampelpfad hinauf zum Haus. Nach dem Duschen und Umziehen im Toilettenhäuschen fühlte ich mich wie neugeboren.



Abends, gegen halb acht, saßen mein Mann und ich in einem kleinen, gemütlichen Restaurant direkt an der Strandpromenade der Costa Rei. Ich trug ein lockeres, dunkelgrünes Sommerkleid, Jan hatte eine frische Leinenhose angezogen. Wir tranken sardischen Rotwein, teilten uns eine Platte mit frischen Meeresfrüchten und ließen den ereignisreichen Tag Revue passieren.

„Auf uns, Schatz“, sagte Jan leise und stieß mit seinem Glas an meines. Seine Augen leuchteten im Kerzenlicht des Tisches. „Und auf die neuartigen orthopädischen Stiefel an deinen Füßen.“

Ich musste mich wahnsinnig beherrschen, um nicht laut zu lachen, und drückte fest seine Hand. Um Mitternacht würde er mich wieder in dem Dobermann-Petsuit einschließen. Evildevils Schikane war schrecklich, aber hier, mit Blick auf das nächtliche Meer und mit Jan an meiner Seite, fühlte ich mich unbesiegbar. Wir waren ein unschlagbares Team.

Als wir gegen viertel vor zehn nach der kurzen Fahrt mit dem Panda wieder die Villa erreichten, fühlte ich mich noch erstaunlich fit. Der unebene, holprige Schotterweg oben in den Bergen war eine ordentliche Belastung gewesen, aber meine Beine fühlten sich seltsam leicht an. „Du, Jan?“, schlug ich leise vor, als wir auf die Terrasse traten. „Lass uns doch noch einen kleinen Abendspaziergang unten am Strand machen. Das Wasser ist bestimmt herrlich ruhig.“

Mein Mann blieb schmunzelnd stehen, steckte die Hände in die Taschen seiner Leinenhose und schüttelte amüsiert den Kopf.

„Schatz, ich würde ja gerne“, meinte er mit einem vielsagenden Grinsen. „Aber meine Waden bringen mich um. Im Gegensatz zu dir trage ich schließlich keine Hightech-Stiefel mit integrierten EMS- und TENS-Einheiten, die einem beim Laufen fortwährend Füße und Unterschenkel massieren. Die Techniker von Restriktivia haben meine Vermutung von gestern Abend nämlich bestätigt. Das System filtert den Schmerz weg und stimuliert deine Muskeln rund um die Uhr. Außerdem ist der Innenraum der Ballett-Boots mit einem viskoelastischen Flüssiggel ausgekleidet. Beim Stehen oder Gehen verhärtet sich das Gel an den Druckpunkten blitzschnell, sodass die Last über den gesamten Fußrücken und den Schaft bis hinauf zur Wade verteilt wird. Deine Zehenspitzen werden quasi in einem schwebenden, perfekt angepassten Bett gehalten.“

Ich starrte ihn fassungslos an. „Das heißt, wenn ich bei dem Ausflug zum Minendorf wie du bequeme Turnschuhe getragen hätte, oder Wanderschuhe, wie Achim und Erna, dann würde mir jetzt von den Knien abwärts alles wehtun? Stattdessen stehe ich hier in fast zwanzig Zentimeter hohen Edelstahl-Stelzen und spürte kaum mehr als ein müdes Kribbeln? Verblüffend.“

Während Jan seufzend die Beine hochlegte, setzte ich mich ganz unbeschwert zu ihm und zündete eine grüne Mückenspirale an, deren würziger Rauch die lästigen Septembermücken von uns fernhielt. Wir tranken ein Glas Wein, lauschten dem fernen Rauschen der Wellen und genossen die friedliche Stille, bevor ich mich von meinem Mann um Mitternacht erneut in den Dobermann-Petsuit einschließen lassen musste.

„Gestern war mir das ein Bisschen zu stressig. Da waren wir erst um fünf Minuten vor zwölf im Flur. Vielleicht könnten wir heute ein paar Minuten früher reingehen?“, meinte Jan schließlich.

Ein Blick auf seine Armbanduhr verriet mir, dass es kurz nach halb zwölf war. Ich nickte. „In Ordnung. Dann gehe ich schnell rüber zum Sanitärhaus und mache mich für die Nacht fertig. Danach kannst du mich meinetwegen wieder in meine schwarze Rüstung einpacken. – Ach ja, eine Sache wäre da noch: Könnten wir anschließend bitte wieder rausgehen auf die Terrasse? Das schwarze Visier vor meinen Augen schluckt extrem viel Licht und verfälscht die Farben. Deshalb ist Fernsehen im Wohnzimmer für mich die reine Qual. Ich muss mich tierisch anstrengen, um auf dem Bildschirm überhaupt etwas zu erkennen. Hier draußen an der frischen Luft ist es viel schöner.“

Jan nickte verstehend und lächelte. „Na, klar. Soll ich dir dann noch einen Schluck Wein in den Napf gießen?“

Ich schüttelte den Kopf. „Danke, aber Wasser reicht mir.“



„Bin ja echt mal gespannt, was heute Nacht passiert!“, frotzelte ich gut gelaunt, während ich im hell erleuchteten Flur des Ferienhauses die Arme hob.

Jan schmunzelte, als er die Riegel meines Edelstahlkorsetts mit gewohnter Präzision schloss. „Ach komm, beruhig dich. Patch 1.06 wird schon halten. Evildevils Techniker wollen bestimmt auch mal ihre Ruhe.“

Er behielt recht. Die Nacht zum Dienstag verging absolut ereignislos. Keine Software-Abstürze, keine Überhitzung. Das künstliche Infrarotlicht des Käfigs hielt meinen Edelstahlpanzer konstant auf einer angenehmen Temperatur, während meine Muskeln entspannt blieben. Ich schlief tief und fest, auch wenn mein Unterbewusstsein mir eine Reihe von äußerst wilden, erotischen Träumen bescherte, in denen das rhythmische Schaukeln meines Beckens und der pausenlose Druck des Vaginaldildos die Hauptrolle spielten.

--Fortsetzung folgt--

DarkO

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BGlife
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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:13.07.26 21:12 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo DarkO,

Nadja hat mächtig viel durchzustehen, dabei lief es am Anfang doch gleich so gut.
Für Nadja hoffe ich, daß nicht mehr viele Softwareupdates erforderlich sein werden.

Bin sehr auf die nächsten Tage gespannt.

Gruß, BGlife
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windelfohlen
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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:13.07.26 23:06 IP: gespeichert Moderator melden


Dir sei verziehen das der Teil länger ausgefallen ist, wait warum entschuldigen und warum verziehen...verkehrte Welt.
Danke für den Tollen langen Teil

Arme Nadja das die Soft/Firmware fehlerhaft war, das war sicherlich eine Tortur, ob sich da Evildevil sich entschuldigt und sogar eine kleine Entschädigung? ach warum frage ich wen die Antwort eh nur nein ist.
Aber ich bin gespannt was Evildevil zu dem ganzen Sagt, das gefallen als Dobermann Pet, das Problem mit der Firmware, und ob er an eine Notlösung nachdenkt für solche fälle, Natürlich nicht ohne irgendwelche Gemeinheit.
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