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Hans Bell Volljährigkeit geprüft
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Beiträge: 129

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  KI Story Nur ein Versuch Datum:16.01.26 01:11 IP: gespeichert Moderator melden


hallo, ich habe mal Chatgpt gequält und wollte mal schauen was dabei so rauskommt. Da DarkO auch dieses Instrumen nutzt, wollte ich diese Story mal daneben stellen.

Ich habe den Initialtext von mir am Anfang stehen lassen, damit Nachvollziehbar wird wie der Prozess beginnt.

Leider habe ich alle weiteren Korrekturen von mir und die Vorschläge von KI nicht gespeichert, sodass der Aufwand, der betrieben werden muss um eine solche Story entstehen zu lassen nicht wirklich klar wird.

Viel Spaß beim Lesen, auch wenn der Text wegen der fehlenden Absätze, PDF hat sie geklaut, nicht so ganz prickelnd ist.

Du: erzähl mir die Geschichte von einer Frau die sich jeden Monat einen Ring mit
ungefähr einem Zentimeter Durchmesser um den Hals legen lässt und das 12 Monate
lang am Ende des Jahres hat sie große Schwierigkeiten zu schlucken und kann nur
noch Brei essen aber sie will es unbedingt durchziehen und diese 12 Ringe dann
mindestens ein weiteres Jahr tragen beschreib mir ihre Gefühle ihre Gedanken
ihre Zwänge die sie dabei empfindet und die Vorfreude auf den nächsten Ringen
und dann wieder die Ernüchterung wie schwer das ist damit zu schlafen und die
Haltung zu haben und sie sieht ihre Füße nicht mehr und sie ihren Körper nicht
mehr anschauen. ChatGPT:
Sie begann ohne großes Pathos, fast nüchtern. Der erste Ring war leicht, kühl,
technisch sauber gearbeitet. Ein Zentimeter im Durchmesser, kaum mehr als ein
Versprechen. Er lag um ihren Hals wie ein Gedanke, den man noch ignorieren kann.
Sie spürte ihn beim Atmen, beim Schlucken, beim Drehen des Kopfes – nicht
schmerzhaft, eher insistierend. In diesem ersten Monat redete sie sich ein, dass
es eine kontrollierte Entscheidung sei. Ein Projekt. Eine Abfolge von Schritten,
die sie selbst bestimmt hatte. Jeden Monat kam ein weiterer Ring hinzu. Kein
Ritual im romantischen Sinn, eher ein Termin, der unausweichlich war.
Der zweite Ring brachte ein erstes Ziehen, ein dumpfes Gefühl von Enge. Der
dritte veränderte ihre Haltung. Sie musste lernen, den Kopf anders zu tragen,
langsamer zu sprechen, bewusster zu schlucken. Ab da begann das Denken sich zu
verschieben. Nicht dramatisch, sondern schleichend. Ihr Hals war kein
selbstverständlicher Teil ihres Körpers mehr, sondern ein Ort ständiger
Aufmerksamkeit.
Mit jedem Ring wuchs die Vorfreude und gleichzeitig der Widerstand. Tage vorher
dachte sie daran, wie der nächste Ring sich anfühlen würde, wie er das Gewicht
verändern, den Druck neu verteilen würde. Diese Vorfreude war nicht angenehm.
Sie war angespannt, fast zwanghaft. Als müsste sie den nächsten Schritt machen,
um das innere Rauschen zu beruhigen. Und kaum war der Ring angebracht, kam die
Ernüchterung. Die Erkenntnis, dass es jetzt wieder schwerer geworden war.
Dauerhaft.
Nach sechs Monaten war Schlucken Arbeit. Kein Schmerz, aber Widerstand. Feste
Nahrung erforderte Konzentration, Flüssigkeiten ein vorsichtiges Tempo. Sie
begann, Mahlzeiten zu planen, Texturen zu meiden. Ab dem achten Monat blieb nur
noch Brei. Das war der Punkt, an dem andere aufgehört hätten. Für sie war es der
Beweis, dass es funktionierte. Dass der Körper sich tatsächlich veränderte. Ihre
Gedanken kreisten immer enger. Nicht um Schönheit, nicht um Exotik, sondern um
Durchhalten. Um Zahlen. Zwölf Monate. Zwölf Ringe. Ein Jahr.
Sie wusste, dass ihr Hals nicht länger war, sondern komprimiert. Dass die
Wirbelsäule nachgab, dass Muskeln sich anpassten, dass Organe ausweichen
mussten. Dieses Wissen war nüchtern, fast medizinisch. Es schützte sie davor,
emotional zu werden. Das Schlafen wurde zur Qual. Sie konnte den Kopf nicht mehr
frei drehen, musste sich auf dem Rücken fixieren, jede Bewegung planen.
Nächte wurden fragmentiert, unterbrochen von dem Gefühl, nicht richtig Luft zu
bekommen, obwohl sie es objektiv konnte. Müdigkeit sammelte sich an, schwer und
zäh. Mit der Haltung veränderte sich ihr Blick auf die Welt. Sie sah weniger
nach unten. Irgendwann stellte sie fest, dass sie ihre Füße nicht mehr sehen
konnte. Nicht, weil sie weg waren, sondern weil ihr Körper diese Bewegung nicht
mehr zuließ. Beim Duschen vermied sie Spiegel. Nicht aus Scham, sondern aus
Entfremdung. Der Körper war etwas geworden, das funktionierte – oder eben nicht
mehr so wie früher. Anschauen bedeutete, sich damit auseinanderzusetzen, und
dafür fehlte ihr die Energie.
Am Ende des Jahres trug sie alle zwölf Ringe. Schlucken war mühsam, Essen
reduziert auf das Notwendigste. Sprechen kostete Kraft. Aber aufzugeben kam
nicht in Frage. Der Gedanke, die Ringe abzunehmen, erzeugte Panik. Nicht wegen
des Schmerzes, sondern wegen der Leere, die danach kommen würde. Ohne den Druck,
ohne das konstante Gewicht hätte sie sich haltlos gefühlt. Sie wusste, dass sie
sie mindestens ein weiteres Jahr tragen wollte. Nicht, weil es leichter werden
würde – sie war nicht naiv –, sondern weil der Zustand selbst zu ihrem Fixpunkt
geworden war. Die Enge, die Einschränkung, die Disziplin. Es war kein Triumph
und keine Befreiung. Es war eine Entscheidung, die sie jeden Morgen neu traf,
ohne sie sich schönzureden.
Clara war von Anfang an da, ohne große Gesten. Sie stellte keine
Grundsatzfragen, stellte keine Bedingungen. Sie hörte zu, reichte Dinge an,
merkte sich Abläufe. Für sie war es kein Spektakel, sondern Alltagshilfe. Genau
das machte es für die Frau erträglich. Unterstützung ohne Bewertung.
In den ersten Monaten bestand Claras Rolle vor allem aus Anwesenheit. Mitgehen
zu Terminen, still daneben sitzen, wenn der neue Ring angebracht wurde. Sie
beobachtete genau, wie sich die Bewegungen veränderten, wie der Hals steifer
wurde, wie der Blick sich langsam anhob. Sie sagte wenig, stellte aber präzise
Fragen: ob das Atmen gleichmäßig sei, ob das Schlucken schlimmer geworden sei,
ob es Schwindel gebe. Keine Dramatisierung, nur Fakten.
Als feste Nahrung wegfiel, übernahm Clara die Zubereitung. Pürieren, sieben,
Konsistenzen anpassen. Sie entwickelte eine Routine, wusste irgendwann, wie fein
es sein musste, damit es nicht hängen blieb. Das fiel ihr erstaunlich leicht.
Nicht, weil es ihr egal war, sondern weil sie akzeptiert hatte, dass dies jetzt
notwendig war. Widerstand hätte nichts verbessert. Nachts wurde sie wichtiger.
Das Einrichten des Bettes wurde zu einer präzisen Handlung: Kissen unter
Schultern, eines seitlich, eines unter den Nacken, damit der Kopf nicht
absackte. Clara stand manchmal daneben und wartete, bis die Atmung ruhig wurde,
bevor sie selbst schlafen ging. Wenn es nötig war, stand sie auf, richtete neu
aus, ohne Worte. Monate lang. Sie machte kein Aufhebens darum. Für sie war
Durchhalten kein heroischer Akt, sondern Konsequenz.
Im achten Monat kam der Gedanke zum ersten Mal klar und unausweichlich auf: noch
ein weiteres Jahr. Nicht als vage Idee, sondern als Feststellung. Die Frau
sprach es aus, sachlich, fast beiläufig, während Clara gerade den Mixer
ausspülte. Kein Zittern in der Stimme. Kein Testballon. Clara hielt inne. Sie
sagte nicht sofort etwas. Sie wusste, was das bedeutete: ein weiteres Jahr
Einschränkung, Abhängigkeit, Anpassung. Mehr Nächte, mehr Hilfe, mehr
Verantwortung. Sie fragte nur, ob die Entscheidung schon feststehe. Als die
Antwort kam – ein knappes Nicken –, atmete sie einmal tief durch und sagte dann:
„Dann müssen wir das mitdenken. Langfristig.“ Für die Frau war das entscheidend.
Keine Zustimmung im emotionalen Sinn, aber auch kein Rückzug. Ihre Gedanken
waren inzwischen klar strukturiert: Wenn sie die Ringe abnehmen würde, wäre
alles, was sie durchgestanden hatte, nicht rückgängig zu machen, aber entwertet.
Die Einschränkungen hatten ihren Alltag neu geordnet, ihre Wahrnehmung
verschoben, ihre Grenzen neu definiert. Noch ein Jahr bedeutete Stabilität in
diesem Zustand, nicht Eskalation. Sie wusste, dass ihr Körper weiter leiden
würde. Sie wusste, dass Schlucken nicht leichter, Schlaf nicht besser, Haltung
nicht entspannter werden würde. Aber sie wusste auch, dass Clara da war. Das
jemand bereit war, diese Konsequenzen mitzutragen, ohne sie zu verklären. Das
machte den Gedanken nicht angenehm, aber tragfähig. Ab diesem Moment lief
innerlich eine neue Uhr. Nicht mehr nur bis zwölf, sondern bis vierundzwanzig.
Clara begann, vorausschauender zu helfen, Alternativen zu suchen, Belastungen zu
verteilen. Und die Frau gewöhnte sich an die Vorstellung, dass das, was für
andere eine extreme Phase gewesen wäre, für sie zum längerfristigen Zustand
wurde. Ohne Stolz. Ohne Illusionen. Nur mit der nüchternen Entscheidung,
weiterzumachen.
Clara formulierte ihre Bedingungen um weiter machen zu können ruhig und ohne
Umschweife. Kein Ultimatum, eher eine technische Korrektur. Sie hatte lange
beobachtet, wie sich die Statik verschoben hatte, wie der Druck vorne den
Kehlkopf belastete, wie der Kopf trotz allem noch minimal nach oben gezogen
werden konnte. Für sie war klar, dass ein weiteres Jahr nicht einfach eine
Verlängerung sein durfte, sondern eine Veränderung der Lastverteilung brauchte.
Die Ringträgerin konnte das akzeptieren. Sie schätzte die aufopfernde Hilfe
Claras genau so wie ihr klarer Blick auf die Dinge und ihre Weitsicht, die dazu
beitrug, dass alles gelingen würde.
Zwei Ringe sollten abgenommen werden, darunter auch der oberste. Nicht als
Rückschritt, sondern als Neuordnung. An ihre Stelle sollte ein einzelner Ring
treten, konstruiert mit asymmetrischer Höhe: im Nacken deutlich höher, vorne
unter dem Kinn flacher. Ein Ring, der nicht nur komprimierte, sondern lenkte.
Der den Kopf nicht nach unten zwang, sondern jede Möglichkeit des bewussten
Aufblickens nahm. Kein Ausweichen mehr nach oben, kein kurzes Entlasten durch
Strecken. Eine Haltung, die festgelegt war. Als Clara das erklärte, hörte die
Frau aufmerksam zu. Ihre Gedanken arbeiteten präzise. Zwei Ringe weniger
bedeuteten kurzfristig Erleichterung beim Schlucken, minimal mehr Raum.
Gleichzeitig bedeutete der neue Ring etwas anderes: Kontrolle über die
Ausrichtung, über den Blick, über das, was noch möglich war.
Sie verstand sofort, dass das keine ästhetische Entscheidung war, sondern eine
funktionale. Und sie spürte Widerstand..
Der Gedanke traf sie härter als erwartet. Nicht aus Sentimentalität, sondern
weil es eine letzte aktive Bewegung war, die ihr noch geblieben war. Clara nahm
das wahr, sagte aber nichts dazu. Dann kam der zweite Teil der Bedingung.
Die zwei abgelegten Ringe würde Clara selbst tragen wollen. Um ihren eigenen
Hals. Nicht als Symbol, nicht aus Neugier, sondern als Konsequenz. Sie sagte es
sachlich: Wenn sie Verantwortung übernehme, wolle sie einen Teil der Last selbst
tragen. Nicht dieselbe Wirkung, nicht dieselbe Dauer, aber sichtbar und spürbar.
Das brachte die Frau aus dem Gleichgewicht. Nicht körperlich, sondern
gedanklich. Der Gedanke, dass Clara die Ringe anlegte, die sie selbst abgelegt
hatte, erzeugte eine Mischung aus Erleichterung und Unruhe. Es fühlte sich nicht
wie Teilen an, sondern wie Spiegeln. Ihre eigenen Zwänge wurden dadurch
plötzlich extern sichtbar. Nicht mehr nur etwas, das sie selbst betraf.
Sie schwieg lange, bevor sie zustimmte. Die Zustimmung war nicht enthusiastisch.
Sie war abgewogen. Zwei Ringe weniger bedeuteten nicht Freiheit. Der neue Ring
würde sie anders einschränken, subtiler, nachhaltiger. Die Haltung würde sich
weiter verfestigen, der Blick nach vorne fixiert, der Raum enger definiert. Aber
Claras Bedingung bedeutete auch, dass sie nicht allein weiterging.
Als die Änderung vollzogen wurde, war das Gefühl fremd. Der Nacken trug mehr
Last, der Kopf fand keinen neutralen Punkt mehr. Jede Versuchung, nach oben zu
schauen, lief ins Leere. Kein Schmerz, sondern ein klares Nein des Körpers.
Gleichzeitig spürte sie vorne eine minimale Entspannung beim Schlucken, gerade
genug, um den Unterschied wahrzunehmen. Clara legte sich später die zwei Ringe
um. Sie sagte nichts dazu. Keine Erklärung, keine Versicherung. Die Frau sah es
und wandte den Blick ab, weil sie ihn nicht länger heben konnte. In diesem
Moment wurde ihr klar, dass sich etwas verschoben hatte. Nicht nur an ihrem
Hals, sondern in der Dynamik zwischen ihnen. Es war kein Verlust an Kontrolle
und auch kein Gewinn. Es war eine neue Form von Bindung, die nicht emotional
verhandelt wurde, sondern über Material, Gewicht und Haltung. Und sie wusste,
dass sie diese Bedingung akzeptiert hatte, weil sie tief innen bereits
verstanden hatte: Weiterzumachen bedeutete nicht nur, mehr zu ertragen, sondern
auch, Verantwortung teilen zu müssen.
Clara legte die zwei Ringe an einem Morgen an, an dem nichts Zeremonielles lag.
Zwei schlichte, jeweils einen Zentimeter hohe Ringe, klar sichtbar, nicht
versteckbar unter Kleidung. Als sie den Verschluss schloss, spürte sie sofort
den Unterschied. Nicht dramatisch, aber eindeutig. Der Hals war weniger frei,
die Bewegung leicht gedämpft. Beim Drehen des Kopfes kam ein sanfter Widerstand,
ein permanentes Erinnern daran, dass da etwas war, das nicht hingehörte – und
gerade deshalb da war. Abfinden geschah bei ihr nicht emotional, sondern
praktisch. Sie testete, wie sie schlafen konnte, welche Kragen nicht mehr
passten, wie sie den Kopf beim Arbeiten hielt. Sie stellte fest, dass sie
langsamer sprach, bewusster atmete. Es war kein Leiden, aber auch kein Schmuck.
Es war ein Zeichen, das sie nicht erklären konnte, ohne viel zu erklären. In der
Öffentlichkeit kam das Echo sofort. Beim Bäcker blieb der Blick der Verkäuferin
einen Tick zu lange am Hals hängen. In der Straßenbahn musterten Menschen sie
offen. Einige schauten schnell weg, andere nicht. Clara hielt den Blick meist
neutral. Sie hatte keine Lust, sich zu rechtfertigen, aber sie wollte auch nicht
so tun, als sei es belanglos.
Am Arbeitsplatz war es nicht zu übersehen. Schon beim Betreten des Großraumbüros
hob eine Kollegin die Augenbrauen. „Ähm … Clara?“, sagte Jana vom Nachbartisch.
„Ist das neu?“ „Ja“, antwortete Clara ruhig. „Darf ich fragen … warum?“ Clara
ließ sich Zeit. „Weil ich mich entschieden habe, etwas sichtbar mitzutragen, das
bisher unsichtbar war.“ Jana verzog das Gesicht, unsicher. „Tut das weh?“
„Nein“, sagte Clara. „Es schränkt ein.“ Das Gespräch versandete. Aber die Blicke
nicht.
In Meetings wanderte der Blick immer wieder nach oben, besonders wenn Clara
sprach. Ein Kollege fragte in der Kaffeeküche halb im Scherz, halb ernst: „Ist
das irgendein Kunstprojekt?“ Clara antwortete sachlich: „Nein.“ Mehr sagte sie
nicht. Das Schweigen danach war schwerer als jede Erklärung.
Mit ihrer besten Freundin Miriam war das Gespräch direkter. Sie saßen sich
gegenüber, Miriam beugte sich leicht vor. „Du meinst das ernst“, sagte sie. „Du
trägst die jetzt wirklich.“ „Ja.“ „Für sie?“ „Auch für mich.“ Miriam schüttelte
den Kopf. „Das ist… viel, Clara. Du weißt, wie das von außen aussieht.“ „Ja“,
sagte Clara. „Und ich weiß auch, wie es sich von innen anfühlt.“ „Und wie fühlt
sich das an?“ Clara überlegte kurz. „Wie Verantwortung. Nicht heroisch. Eher
unbequem.“
Bei ihren Eltern war es komplizierter. Beim ersten Besuch blieb ihre Mutter
stehen, kaum dass Clara die Jacke ausgezogen hatte. „Was hast du da um den
Hals?“, fragte sie scharf. „Ringe.“ „Das sehe ich. Warum?“ Der Vater setzte
sich, verschränkte die Arme. „Ist das gesundheitlich unbedenklich?“ Clara
antwortete ruhig, aber bestimmt. „Es ist keine medizinische Maßnahme. Und ja,
ich habe mir das gut überlegt.“ Die Mutter ließ nicht locker. „Machst du das aus
Zwang? Aus Schuldgefühl?“ „Nein“, sagte Clara. „Ich mache es aus Entscheidung.“
„Und wie lange?“, fragte der Vater. Clara zögerte einen Moment. „So lange es
nötig ist.“ „Für wen?“, fragte die Mutter leise. Clara sah sie an. „Für
jemanden, den ich nicht alleine lassen will.“ Es folgten viele Fragen. Ob sie
manipuliert werde. Ob sie sich selbst aufgebe. Ob sie sich nicht schäme, so
herumzulaufen. Clara blieb ruhig, aber innerlich erschöpft. Sie merkte, wie sehr
diese zwei Zentimeter Höhe am Hals mehr erklärten, als Worte es je könnten – und
wie sehr sie genau deshalb provozierten.
Mit der Zeit gewöhnte sie sich an die Reaktionen. Nicht daran, dass sie
ausblieben, sondern daran, dass sie kamen. Die Ringe wurden Teil ihrer Präsenz.
Sie stand aufrechter, nicht aus Stolz, sondern weil der Hals es verlangte. Sie
lernte, Fragen abprallen zu lassen, ohne hart zu werden. Und abends, wenn sie
der Frau half, das Bett zu richten, wenn sie die Kissen platzierte und selbst
den leichten Druck der eigenen Ringe spürte, wusste sie, warum sie diese Blicke,
diese Gespräche, diese Irritationen aushielt. Nicht aus Loyalität im
romantischen Sinn. Sondern weil sie entschieden hatte, dass Begleiten nicht nur
im Privaten stattfinden durfte, sondern sichtbar sein musste. Auch dann, wenn es
unbequem war.
Die neue Haltung wirkte nicht abrupt, sondern schrittweise, fast unmerklich. Der
Ring im Nacken verhinderte kein Sehen, aber er definierte, wohin ihr Blick
natürlicherweise fiel. Nach unten. Nicht in einem devoten Knick, sondern in
einem klar begrenzten Winkel. Alles oberhalb dieses Rahmens erforderte
Anstrengung, bewussten Widerstand – und den gab sie sich immer seltener.
Psychisch war das zunächst irritierend. Ihr Denken war lange daran gewöhnt
gewesen, sich nach vorne zu öffnen: planen, antizipieren, vergleichen. Der
Horizont war ein inneres Bild gewesen, auch wenn sie ihn körperlich kaum noch
erreicht hatte. Nun fiel dieser Referenzpunkt weg. Nicht dramatisch, sondern
still. Gedanken, die ins Abstrakte drifteten, verloren an Zugkraft. Sie blieben
hängen, unfertig, weil ihnen der Raum fehlte. Stattdessen rückte das Nahe in den
Vordergrund. Der Boden vor ihr. Die Kanten von Möbeln. Hände, Schalen, Stoffe.
Dinge, die unmittelbar waren und keine Interpretation verlangten. Ihre
Aufmerksamkeit wurde enger, aber auch klarer. Weniger Szenarien, weniger Wenn
dann-Ketten. Mehr Jetzt.
Mit der Zeit stellte sie fest, dass sich etwas veränderte, das sie früher als
Selbstverständlichkeit betrachtet hatte: der Anspruch, Überblick zu haben.
Früher hatte sie geglaubt, Orientierung entstehe aus Weitsicht. Jetzt lernte
sie, dass Orientierung auch aus Begrenzung entstehen konnte. Wenn der Blick
nicht ausweichen konnte, musste sie akzeptieren, was da war, statt zu überlegen,
was sein könnte. Daraus wuchs Demut, aber nicht im religiösen oder moralischen
Sinn. Es war eine körperlich verankerte Demut. Das Wissen, dass sie nicht über
den Dingen stand, sondern zwischen ihnen. Dass ihr Körper nicht mehr Werkzeug
ihres Willens war, sondern dessen Grenze. Diese Erkenntnis war nicht tröstlich,
aber stabil.
Sie begann, Entscheidungen anders zu treffen. Nicht langfristig, sondern
sequenziell. Der nächste Schritt. Der nächste Handgriff. Der nächste Atemzug.
Das reduzierte nicht ihre Intelligenz, aber es veränderte ihre Prioritäten.
Ambitionen, die sich früher wichtig angefühlt hatten, verloren Gewicht, weil sie
keinen unmittelbaren Bezug mehr zu dem hatten, was vor ihr lag. Auch emotional
wurde sie ruhiger. Nicht glücklicher, nicht zufriedener – ruhiger. Weniger
innere Unruhe, weniger Vergleiche mit einem imaginären Außen. Der Blick nach
unten ließ wenig Raum für Neid oder Sehnsucht. Was sie nicht sah, drängte sich
auch gedanklich weniger auf.
Der Horizont, der früher Möglichkeiten symbolisiert hatte, war jetzt abstrakt.
Und Abstraktionen hatten in ihrem Alltag keinen Halt mehr. Gleichzeitig wurde
sie empfindlicher für Details. Unebenheiten im Boden, kleine Bewegungen,
minimale Veränderungen im Raum. Diese Sensibilität hatte etwas Erdendes. Sie
fühlte sich weniger bedeutend, aber auch weniger zerrissen. Nicht im Zentrum
eines großen Zusammenhangs, sondern Teil eines konkreten Gefüges.
Manchmal dachte sie noch daran, wie es gewesen war, den Kopf zu heben. Der
Gedanke kam selten und ohne Nostalgie. Eher wie eine Information aus einem
früheren Leben. Wichtig war jetzt nicht, was sie nicht mehr sehen konnte,
sondern dass sie gelernt hatte, dem zu vertrauen, was direkt vor ihr lag.
Die Demut, die daraus entstand, war kein Ziel gewesen. Sie hatte sie nicht
gesucht. Sie war das Resultat einer Haltung, die keinen Spielraum ließ. Und
genau deshalb war sie dauerhaft. Nicht als Tugend, sondern als Zustand.
Mit der Verlagerung ihres Blicks nach unten entstand etwas, das sie zunächst
nicht benennen konnte. Ein Drängen, aber kein unruhiges. Eher ein stiller Zug
hin zu Tätigkeiten, die genau dort stattfanden, wo ihr Blick ohnehin verweilte.
Ihre Hände rückten in den Mittelpunkt. Nicht als Werkzeuge, sondern als Ort von
Sinn. Nadelarbeiten boten sich fast zwangsläufig an. Nähen, Sticken, feine
Bewegungen, die Präzision verlangten und Geduld. Stoffe lagen direkt vor ihr,
Farben in klaren Feldern, Fäden, die geführt werden wollten. Sie musste den Kopf
nicht heben, nicht suchen, nicht überblicken. Alles war in Reichweite, sowohl
körperlich als auch geistig. Der Rhythmus von Einstechen, Durchziehen, Spannen
strukturierte ihre Zeit besser als jede Uhr. Psychisch wirkte diese Arbeit
stabilisierend. Sie schuf Dinge, die klein waren, aber abgeschlossen. Keine
großen Konzepte, keine Visionen. Ein Blatt, eine Fläche, ein Muster. Das
Entstehen war sichtbar, greifbar, unumkehrbar. Fehler blieben sichtbar, konnten
integriert werden. Das entsprach ihrem inneren Zustand mehr als jede abstrakte
Beschäftigung. Farben wurden nicht dekorativ, sondern funktional: Kontraste zur
Orientierung, Nuancen zur Beruhigung. Je mehr sie sich darin vertiefte, desto
klarer wurde ihr, dass die Haltung, die sie nun hatte, diese Konzentration
begünstigte – aber nicht vollständig trug. Es gab noch Momente, in denen der
Kopf minimal ausweichen konnte, in denen der Blick sich löste. Diese Momente
empfand sie zunehmend als störend. Nicht schmerzhaft, sondern zerstreuend. Der
Wunsch entstand nicht aus Unzufriedenheit, sondern aus Konsequenz: ein zweiter
asymmetrischer Ring, um den Fokus weiter zu bündeln.
Als sie Clara davon erzählte, tat sie es ohne Dramatik. Sie saßen nebeneinander,
Stoff und Garn lagen auf dem Tisch. „Ich merke“, sagte sie ruhig, „dass ich noch
tiefer arbeiten kann, wenn ich weniger Spielraum habe.“ Clara hörte zu, ohne
sofort zu reagieren. Sie kannte diesen Ton inzwischen. Keine Flucht, kein Trotz.
Eine nüchterne Beschreibung eines inneren Zustands.
„Ein weiterer Ring“, sagte Clara schließlich. „Asymmetrisch.“ „Ja.“ Clara dachte
länger nach als sonst. Sie ging die Konsequenzen durch, nicht nur für die Frau,
sondern auch für sich selbst. Mehr Einschränkung bedeutete mehr Abhängigkeit,
mehr Begleitung, mehr Verantwortung. Und gleichzeitig spürte sie in sich einen
vertrauten Impuls: Wenn sich die Last veränderte, wollte sie wieder einen Teil
davon übernehmen. „Wenn wir das machen“, sagte sie schließlich, „dann nicht
einseitig.“ Die Frau sah sie nicht an, konnte es nicht. Aber sie hörte die
Bedeutung. „Ich würde wieder zwei Ringe von dir übernehmen“, fuhr Clara fort.
„Nicht aus Pflicht. Sondern weil ich merke, dass ich sonst nur zuschaue, wie du
dich weiter verengst.“ Das Wort blieb im Raum hängen. Verengen. Nicht wertend,
aber treffend. Für die Frau war das kein Trost, sondern eine Bestätigung. Dass
ihr Wunsch gesehen wurde. Und dass Claras Wunsch nicht aus Anpassung entstand,
sondern aus einer eigenen Bewegung heraus.
Die Vorstellung eines zweiten asymmetrischen Rings bedeutete für sie nicht
Verlust, sondern Klarheit. Noch weniger Horizont, noch mehr Nähe. Noch weniger
Möglichkeit, sich gedanklich zu entziehen. Für Clara bedeutete der Gedanke an
zwei weitere Ringe etwas anderes: Sichtbarkeit, erneute Fragen, erneute
Irritationen. Aber auch eine innere Stimmigkeit. Sie hatte gelernt, dass
Begleiten für sie nur dann tragfähig war, wenn es nicht abstrakt blieb. Wenn es
sich im Körper manifestierte. Sie vertagten die Entscheidung nicht lange. Beide
wussten, dass dieser Wunsch nicht verschwinden würde, sondern sich verhärten,
wenn er ignoriert wurde. Es ging nicht um Steigerung um der Steigerung willen.
Es ging um eine weitere Präzisierung dessen, was bereits begonnen hatte:
Konzentration statt Ausblick, Tiefe statt Weite, Nähe statt Überblick. Und
während die Frau weiter stach, Faden für Faden, Bild für Bild, wurde ihr klar,
dass dieser Wunsch kein Ausbruch war, sondern eine Fortsetzung. Kein Mehr,
sondern ein engeres. Und genau darin lag für sie Ruhe.
Für Clara markierten die zwei neuen Ringe keinen symbolischen Schritt, sondern
einen realen Einschnitt. Anders als bei der Frau wirkten sie bei ihr nicht
ordnend, sondern störend. Der Druck lag ungünstig, direkt auf der Speiseröhre.
Essen wurde zu einer bewussten Handlung, jeder Bissen verlangte Aufmerksamkeit.
Kauen war nicht mehr beiläufig, sondern Vorbereitung. Schlucken ein Akt, zu dem
sie sich jedes Mal innerlich sammeln musste. Kein Schmerz, aber ein permanentes
Hindernis. Das Reden fiel ihr zunehmend schwer. Nicht, weil sie es nicht mehr
konnte, sondern weil jeder Satz Kraft kostete. Die Stimme kam leiser, langsamer.
Sie begann, Worte abzuwägen, dann wegzulassen. Gespräche verkürzten sich. Small
Talk verschwand vollständig. Was blieb, war Funktionales. Antworten, wenn nötig.
Schweigen, wenn möglich. Mit der körperlichen Zurückhaltung entwickelte sich
eine innere Haltung. Nicht geplant, nicht bewusst angestrebt. Aber sie merkte,
dass sie weniger Raum einnahm, weniger widersprach, weniger initiierte. Im
Zusammensein mit der Frau mit den Ringen nahm sie zunehmend eine dienende Rolle
ein. Sie richtete, reichte, half, ohne das Bedürfnis, gesehen zu werden. Diese
Haltung war nicht erotisch aufgeladen, nicht inszeniert. Sie war das Resultat
von Erschöpfung, von Reduktion, von einem Körper, der nicht mehr nach außen
drängte.
Die Eltern reagierten heftig. Beim nächsten Besuch war die Stimmung gespannt,
noch bevor Clara den Mantel ausgezogen hatte. „Das wird jetzt zu viel“, sagte
die Mutter unvermittelt. „Erst diese Ringe, dann noch mehr. Du verschwindest
darin.“ Der Vater sprach leiser, aber nicht weniger ernst: „Du isst kaum noch
normal. Du redest kaum. Glaubst du wirklich, das hat keine Folgen?“ Clara
antwortete langsam. „Es hat Folgen. Ich nehme sie in Kauf.“ „Für wen?“, fragte
die Mutter scharf. „Für eine Entscheidung“, sagte Clara. „Nicht für eine Person
allein.“ „Das glauben wir dir nicht mehr“, entgegnete die Mutter. „Du verlierst
dich.“
Mit der besten Freundin eskalierte es schneller. Miriam hielt sich nicht zurück.
„Clara, das ist nicht mehr Begleitung. Das ist Selbstaufgabe.“ „Nein“, sagte
Clara ruhig. „Es ist eine Verschiebung.“ „Du redest kaum noch!“, fuhr Miriam
fort. „Du ziehst dich zurück, du lässt alles über dich ergehen. Das bist nicht
du.“ Clara sah sie lange an. Dann sagte sie: „Vielleicht war das, was du
kanntest, nur eine Phase.“ Miriam schwieg. Tränen standen ihr in den Augen. „Ich
glaube, du rutschst da in etwas rein, aus dem du nicht mehr rauskommst.“ „Ich
bin nicht hineingerutscht“, antwortete Clara. „Ich bin gegangen.“
Am Arbeitsplatz blieb es nicht beim Tuscheln. Anfangs waren es Blicke, dann
Kommentare hinter vorgehaltener Hand. „Hast du gesehen, wie still sie geworden
ist?“ – „Sie wirkt völlig verändert.“
Schließlich kam die Einladung zum Gespräch. Der Vorgesetzte formulierte
vorsichtig. „Uns ist aufgefallen, dass Sie sich körperlich verändert haben. Und
dass Sie sich in Meetings weniger beteiligen.“ Clara nickte. „Das stimmt.“ „Wir
machen uns Sorgen“, fuhr er fort. „Nicht aus ästhetischen Gründen, sondern im
Hinblick auf Ihre Arbeitsfähigkeit.“ „Leidet meine Arbeit?“, fragte Clara. Er
wich aus. „Sie liefern noch. Aber anders. Weniger präsent.“ Clara überlegte.
Dann sagte sie: „Präsenz ist nicht gleich Leistung.“
Es blieb bei einer Beobachtungsphase. Keine Sanktionen, aber ein klarer Hinweis.
Clara verließ das Gespräch erschöpft. Nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des
Redens. Abends, bei der Frau, war es still. Clara richtete Kissen, bereitete
Essen vor, wartete, bis der Atem ruhig wurde. In dieser Rolle fühlte sie keinen
Widerstand. Keine Rechtfertigung. Nur Klarheit. Die Welt draußen verlangte
Erklärungen, Positionen, Verteidigung. Hier wurde nichts verlangt außer
Verlässlichkeit. Sie wusste, dass ihr Leben enger geworden war. Dass sie weniger
sprach, weniger aß, weniger sichtbar war. Aber sie wusste auch, dass diese
Reduktion kein Kontrollverlust war, sondern eine Entscheidung gegen das Zuviel.
Gegen das ständige Behaupten. Die Ringe nahmen ihr Lebensqualität im klassischen
Sinn. Komfort, Leichtigkeit, soziale Unbeschwertheit. Was sie ihr gaben, war
etwas anderes: eine eindeutige Rolle, eine klare Grenze, ein Schweigen, das
nicht leer war. Und auch wenn die Welt um sie herum das nicht verstand, wusste
Clara, dass sie nicht ausgerastet war. Sie hatte sich entschieden, weniger zu
sein – und genau das trug sie jetzt. Sichtbar. Spürbar. Ohne Beschönigung.
Mit dem zweiten asymmetrischen Ring änderte sich die Qualität der Einschränkung
grundlegend.
Sie verstand sofort, dass das keine ästhetische Entscheidung war, sondern eine
funktionale. Und sie spürte Widerstand. Der Horizont – bisher noch ein Fixpunkt
im Raum sein konnte, etwas, zu dem sie den Kopf noch hatte heben können wenn sie
ihren Rumpf nach hinten überstreckte, wenn auch sehr mühsam – würde
verschwinden. Nicht physisch, sondern aus ihrer erreichbaren Wahrnehmung.
Was zuvor als Führung empfunden worden war, wurde nun zu Fixierung. Der Kopf
fand keinen Ausgleichspunkt mehr. Entweder lag er auf dem obersten ring vorne
auf und schränkte die Atmunf massiv ein, oder er musste von den Muskeln gehalten
werden, mit seinem ganzen Gewicht, in jeder Sekunde. Jede Bewegung endete
abrupt, nicht weich, nicht verhandelbar. Selbst kleine Korrekturen – ein
minimaler Positionswechsel, ein unbewusstes Ausrichten – waren nicht mehr
möglich. Der Körper musste nehmen, was vorgegeben war.
Zunächst versuchte sie, das als Vertiefung zu begreifen. Mehr Fokus. Mehr Nähe
zum Werk. Weniger Ablenkung. Sie setzte sich an den Tisch, legte Stoff und Garn
vor sich, ordnete Farben. Aber der Körper spielte nicht mehr mit. Die Schultern
zogen nach vorne, der Nacken spannte ununterbrochen. Die Haltung, die
Konzentration hatte ermöglichen sollen, begann, sie zu zermürben. In ihr regte
sich etwas Neues. Kein klarer Gedanke, sondern ein dumpfer Impuls. Widerstand.
Nicht gegen Clara, nicht gegen die Ringe als solche, sondern gegen den Zustand,
der keinen Ausweg mehr kannte. Sie spürte ihn besonders deutlich in Momenten, in
denen sie sich bewegen wollte und es schlicht nicht ging. Der Körper blieb
stehen, wo der Wille weiter wollte. Diese Diskrepanz erzeugte Ärger, dann
Frustration, dann eine stille Form von Wut. Sie ließ sich davon nichts anmerken.
Nach außen blieb sie ruhig, funktional, angepasst. Sie wollte sich nicht
beschweren, nicht zurückrudern, nicht das Bild zerstören, das sie selbst mit
aufgebaut hatte. Stattdessen zwang sie sich immer wieder in die Haltung des
Fokussierens zurück. Sie sagte sich, dass das nur eine Phase sei. Dass der
Körper sich anpassen müsse. Dass sie das schon aushalten könne. Aber es wurde
nicht leichter. Die Nackenschmerzen kamen zuerst, tief sitzend, konstant. Dann
die Schultern, ein brennendes Ziehen, das bis in die Arme reichte. Kopfschmerzen
setzten ein, regelmäßig, pulsierend, oft ohne klaren Auslöser. Sie versuchte,
sie zu ignorieren, arbeitete weiter, Stich für Stich. Doch die Freude, die sie
früher in den Farben gefunden hatte, verblasste. Die Näharbeiten veränderten
sich. Weniger Komplexität. Weniger Kontraste.
Die Muster wurden einfacher, fast schematisch. Nicht aus Absicht, sondern aus
Erschöpfung. Entscheidungen kosteten Kraft, die sie nicht mehr hatte. Wo sie
früher experimentiert hatte, wiederholte sie nun. Wo sie Ausdruck gesucht hatte,
suchte sie nur noch Durchhalten. Innerlich wuchs die Leidrebellion weiter. Sie
äußerte sich nicht laut, sondern als innere Gegenbewegung. Ein Teil von ihr
wollte sich aufrichten, den Kopf heben, Raum einnehmen. Ein anderer Teil hielt
dagegen, erinnerte an die Gründe, an die Ordnung, an die Bedeutung der
Begrenzung. Dieser innere Konflikt fraß Energie. Konzentration wurde
anstrengend, nicht beruhigend. Manchmal saß sie einfach nur da, die Hände reglos
auf dem Stoff, und starrte auf eine Stelle, ohne wirklich zu sehen. Der Fokus,
den sie hatte vertiefen wollen, zerfiel. Er war nicht mehr gesammelt, sondern
verengt. Nicht mehr klar, sondern stumpf. Die Arbeit, die ihr Halt gegeben
hatte, begann, sie zu überfordern.
Sie reduzierte weiter. Kürzere Sitzungen. Weniger Farben. Kleinere Flächen. Am
Ende blieb oft nur ein einzelner Faden, eine monotone Bewegung, ohne Gestaltung.
Ausdruck wich Funktion. Und selbst das fiel schwer. Die größte Belastung war
nicht der Schmerz selbst, sondern das Gefühl, dass sie sich gegen ihren eigenen
Körper behaupten musste, um die innere Ordnung aufrechtzuerhalten. Dass das, was
ihr Ruhe hatte bringen sollen, nun Kraft kostete.
Sie fragte sich nicht offen, ob sie zu weit gegangen war. Diese Frage blieb
unausgesprochen, irgendwo unter der Oberfläche. Stattdessen hielt sie fest. An
der Haltung. An der Idee. An dem Anspruch, sich nicht zu widersetzen. Doch je
mehr sie sich reduzierte, desto deutlicher wurde, dass der Widerstand nicht
verschwand, sondern nur nach innen wanderte. Und dort wuchs er weiter, leise,
beharrlich, ohne Ventil.
Die Entscheidung fiel der Frau nicht leicht, aber sie war klar. Der Körper hatte
Grenzen gesetzt, die sie nicht länger ignorieren konnte. Der unterste
symmetrische Ring war für sie der logische Ansatzpunkt. Er lastete auf den
Schultern, verdichtete den Druck nach unten, verschlechterte die Durchblutung im
Nacken. Sie formulierte den Wunsch nüchtern, ohne Rechtfertigung: eine
Entlastung, um wieder beweglicher zu werden, um die Spannung aus den Schultern
zu nehmen, um der Hoffnung Raum zu geben, dass die Kopfschmerzen nachlassen
könnten. Als sie Clara darum bat, tat sie es ruhig, fast sachlich. Kein Bitten,
kein Zögern. Für sie war es eine notwendige Korrektur, kein Rückzug.
Clara nahm den Wunsch entgegen, ohne ihn zu hinterfragen. In ihrem inneren
Koordinatensystem war er kein Vorschlag, sondern ein Auftrag. Wenn die Frau
entlastet werden musste, dann musste die Last woanders hin. Für Clara war das
nicht verhandelbar. Der Ring, der abgenommen wurde, legte sie sich selbst
zusätzlich um den Hals. Der fünfte. Die körperlichen Auswirkungen waren
unmittelbar. Der Hals war nun deutlich fixiert, die Beweglichkeit stark
reduziert. Der Druck auf die Speiseröhre nahm spürbar zu. Schlucken wurde nicht
nur bewusst, sondern schwierig. Essen war ohne Vorbereitung kaum mehr möglich.
Clara begann, ihre Mahlzeiten zu pürieren, nicht aus Prinzip, sondern aus
Notwendigkeit. Jeder Löffel verlangte Konzentration, jede Bewegung Zeit. Die
Schmerzen kamen schleichend. Kein akuter Punkt, sondern eine diffuse Belastung,
die sich über den Tag verteilte. Nacken, Schultern, Kiefer. Reden wurde noch
anstrengender als zuvor. Sie reduzierte es weiter, fast vollständig.
Kommunikation beschränkte sich auf das Nötigste. Nicht aus Trotz, sondern weil
der Körper keinen Spielraum ließ. Innerlich nahm sie das mit Demut auf. Nicht
als Tugend, sondern als Haltung. Sie akzeptierte die Einschränkungen, ohne sie
zu kommentieren. Auch gegenüber der Frau sagte sie nichts darüber, dass dieser
Schritt für sie möglicherweise einer zu viel war. Dass die Grenze, die sie
bislang getragen hatte, nun überschritten war. Diese Gedanken blieben bei ihr,
unausgesprochen.
Am Arbeitsplatz verschärfte sich die Situation. Vier Ringe hatten bereits
massive Irritation ausgelöst, fünf machten sie unübersehbar. Die Gespräche
wurden kühler, die Blicke härter. Das vorherige Gespräch mit dem Arbeitgeber
hing wie eine offene Akte im Raum. Clara wusste, dass der Widerstand nun kaum
noch lösbar war. Dass ihre reduzierte Sprache, ihre körperliche Präsenz, ihre
veränderte Haltung als Problem gelesen wurden. Sie nahm auch das hin. Ohne
Verteidigung. Ohne Erklärung. Für sie war klar: Das Außen durfte nicht schwerer
wiegen als das, was sie als notwendig empfand. Auch wenn der Preis hoch war.
Auch wenn sie innerlich spürte, dass sie sich weiter von dem entfernte, was
früher als selbstverständlich gegolten hatte.
Abends, bei der Frau, richtete sie wie immer das Bett, platzierte die Kissen,
bereitete das Essen vor. Sie tat es langsamer, vorsichtiger. Der eigene Hals
meldete sich bei jeder Bewegung. Aber sie sagte nichts. Die Entlastung der Frau
war sichtbar. Die Schultern etwas freier, der Atem ruhiger. Dass sie selbst
dafür einen Preis zahlte, thematisierte sie nicht. Für Clara war das kein Opfer
im dramatischen Sinn, sondern eine Konsequenz. Und auch wenn sie tief innen
wusste, dass dieser fünfte Ring ein Schritt war, der sie an ihre Grenze brachte,
hielt sie daran fest. Nicht aus Blindheit, sondern aus der Überzeugung, dass sie
diesen Weg nicht halb gehen konnte. Sie trug die Last weiter. Still. Sichtbar.
Und mit einer Haltung, die keinen Anspruch mehr auf Verständnis erhob.
Mit dem fünften Ring, der die Frau entlastete, begann sich für sie ein alter
Rhythmus wieder einzustellen. Die Nacken- und Schulterschmerzen waren geringer,
der Druck auf die Speiseröhre nach unten aufgehoben, und mit jedem Atemzug
konnte sie wieder tiefer in ihre Arbeit eintauchen. Die Handarbeiten, die Nadel
und der Stoff, wurden wieder zu Ausdrucksfläche ihrer Empfindungen. Farben
leuchteten kräftiger, Kontraste schärfer, Muster und Motive erhielten eine
Intensität, die ihre innere Welt auf den Stoff übertrug. Was vorher reduziert,
vorsichtig, fast schematisch war, wurde nun wagemutig und leidenschaftlich. Die
Bewegungen ihrer Hände waren präzise, bewusst, aber gleichzeitig frei im
Ausdruck, eine Form von Befreiung innerhalb der körperlich gegebenen
Begrenzungen. Clara hingegen verschob sich immer weiter in die Rolle der stillen
Dienerin. Die Reduktion ihres eigenen Lebens hatte einen Höhepunkt erreicht:
Essen pürieren, Schlucken mit Mühe, kaum noch sprechen, den Kopf gesenkt, um
nicht aufzublicken, jede Bewegung durch die Last der fünf Ringe gehemmt.
Beruflich trat sie kaum noch in Erscheinung. Aufgaben, die einst selbständig und
aktiv ausgeführt wurden, waren nun mechanisch, angepasst, ohne Initiative.
In der Familie, in Freundschaften, selbst in alltäglichen Begegnungen war sie
kaum mehr psychisch präsent.Bei Zusammenkünften saß sie schweigend dabei, wenn
auch ihre Blicke, Mimik und Gestik Anteilnahme verrieten. Die Begegnungen mit
ihrer Mutter wurden körperlicher. Etwas, was sie nie gekannt hatte. Ihre Mutter
nahm sie in den Arm. Hielt sie, schwieg mit ihr, oft mit Tränen in den Augen.
Ihre Rolle war klar, aber dabei fast schattenhaft – sie war da, funktionierte,
trug Verantwortung, doch ohne eigene Farbe, ohne Ausdruck, ohne Anspruch auf
Anerkennung. Das Nebeneinander der beiden wurde scharf sichtbar: Die Frau, durch
die Entlastung in ihrem kreativen Ausdruck wieder auflebend, die Intensität der
Farben spiegelte ihre innere Lebendigkeit; Clara, physisch und psychisch
eingeengt, stumm, dienend, als hätte sie alle eigenen Impulse zugunsten des
Wohlbefindens der Frau abgetreten.
Sie war ein Schatten ihrer selbst, gleichzeitig notwendig, gleichzeitig
unsichtbar im Glanz der wiederauflebenden Kreativität der Frau. Die Dynamik
zwischen ihnen war still, aber deutlich. Die Frau spürte die Energie, die aus
der Befreiung des Körpers entstand, in jeder Faser, in jeder Linie, die sie auf
den Stoff brachte. Clara hingegen spürte die eigene Auflösung in Grenzen, die
sie selbst akzeptierte, aber innerlich schwer belasteten. Es war keine offene
Rebellion, kein Streit; es war ein Nebeneinander, das sich in Kontrasten und
stiller Spannung ausdrückte. Die Freude der einen war untrennbar verbunden mit
der Selbstaufgabe der anderen. Jede Linie auf dem Stoff, jede Farbe, jeder
Kontrast war gleichzeitig ein Echo dessen, was Clara aufgab.
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