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Rainman
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Das Leben ist sch...., aber die Graphik ist geil!

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  RE: Maria Datum:21.03.16 19:07 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo cag_coll.

Es macht mir immer noch eine Riesenfreude den nächsten Teil von dieser Wundervollen Geschichte zu lesen. Du hast immer neue Einfaälle und bringst dadurch immer noch leben in diese Geschichte. Echt toll!

Allerdings fange ich langsam an Leonie zu bedauern. Immer wieder bekommt sie neue restriktionen aufs Auge gedrückt und sogar ihre Eltern beachten sie eigentlich gar nicht mehr. Das Leonie langsam anfängt zu verzweifeln kann doch nicht gut für ihre Gesundheit sein!
Hoffentlich wird sie bald mal aufgeklärt, was mit ihr passiert. Denke mal so kann es wohl nicht mehr lange gutgehen, auch wenn sie wohl Spaß an den Fesselungen hat.

Auserdem wie soll sich so richtig fallen lassen und das alles geniesen. Auch Häftlinge erfahren was auf sie zukommt.


MfG Rainman
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gag_coll
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  RE: Maria Datum:22.03.16 05:36 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Jetzt erwarte ich nur noch, das Maria und Paul, eventuell auch noch die Mutter bzw. Chefärztin, zur Hochzeitsfeier eingeladen werden. Das wäre für die Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis.

Das wird bestimmt passieren, aber nicht mehr in dieser Geschichte... Maria wird mit Kapitel 14 und dem Katerinenfest definitiv vorbei sein. Aber ich habe schon Pläne für eine Nachfolge-Geschichte bzw. für die Zeit nach dem Fest...
Zitat
Das schlimmste wird noch sein, das sie (Leonie) selber nicht weiß, was noch alles (außer dem Käfig), auf sie zukommt.
Ja, ja, der alte Spruch: Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünscht. Es könnte wahr werden...
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gag_coll
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  RE: Maria Datum:22.03.16 05:44 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Das Leonie langsam anfängt zu verzweifeln kann doch nicht gut für ihre Gesundheit sein!
Hoffentlich wird sie bald mal aufgeklärt, was mit ihr passiert.
Naja, immerhin hat sie gerade erst ihrer "entgültigen" Gefangenschaft zugestimmt und mit dem Wissen ist sie gerade mal einen Tag unterwegs.
Zitat

Auserdem wie soll sich so richtig fallen lassen und das alles geniesen. Auch Häftlinge erfahren was auf sie zukommt.
Ja, es steht Leonie natürlich frei, Selma nach ihrer Zukunft zu fragen. Doch das letzte Mal bei so einer "ungebührlichen" Frage hat sie sich ihren Knebel eingehandelt. Ich glaube, noch hat sie mehr Angst vor den Folgen einer weiteren solchen Frage.
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gag_coll
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  RE: Maria 500k Datum:22.03.16 06:03 IP: gespeichert Moderator melden


Oh, ich sehe gerade, dass ich die 500k Aufrufe ganz übersehen habe... Vielen vielen Dank dafür...
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  RE: Maria Datum:22.03.16 07:27 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo gag_coll, da machst du deiner Leserschaft ja schon mal eine traurige, aber gleichzeitig eine frohe Mitteilung. Hoffentlich haben die Protagonisten noch einige schöne Erlebnisse bis zum Katarinenfest, damit diese Geschichte noch eine Weile dauert . Leider sagst du, das diese Geschichte damit endet. Aber dafür sagst du ja schon, das es dann irgendwie weitergeht.
Ich schließe mich mal den anderen Lesern an und sage Danke für´s Schreiben. Mögest du noch viele gute Ideen haben.
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gag_coll
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  RE: Maria Kapitel 13 - In Amerika - Teil 16 Datum:22.03.16 19:57 IP: gespeichert Moderator melden


Maria
Kapitel 13 - In Amerika - Teil 16
Autor: Karl Kollar

Montag, den 6. September 1984

Das Wochenende hatten sie zusammen mit ihren Partnern in den Gästesuiten der Klinik verbracht, jetzt stand der Einzug in die Sieben, der einzigen Station mit strenger Zugangskontrolle, und damit die zweite Behandlungswoche an.

Sowohl bei Sarah als auch bei Maria war es jetzt wichtig, die Muskeln langsam an die neue Haltung zu gewöhnen und Ausdauer zu trainieren.

Eine Unterhaltung fand beim Frühstück nicht statt, alle waren angespannt und warteten auf das, was sie erwarten würde.

Frederike war mit dem Leistungsstand und den Ergebnissen der ersten Woche sehr zufrieden. Doch noch viel glücklicher war sie über Sarahs Bereitschaft, jetzt den Arrangements zur Hochzeit zuzustimmen.

Es freute sie auch, dass ihre Tochter einen Zugang zur Frau des Herzogs gefunden hatte. Sie selbst hatte es bisher nicht geschafft, mehr als kurzen Smalltalk zu halten. Insgeheim ahnte sie, dass die Herzogin sicher auch an Sarahs und Juans Zukunft interessiert war und mit der nun gefundenen Lösung zufrieden war.

Doch als sie die Tür zur Sieben mehr oder weniger feierlich öffnete, erstarrte sie kurz. Das Überwachungsmodul meldete, dass sich schon Personen in der Sieben befanden.

Sie gab sich Mühe, sich nichts anmerken zu lassen, doch innerlich tobte sie. Wer hatte das veranlasst und vor allem, wer waren die beiden Frauen, die zudem auch noch neugierig aus ihren Zimmern kamen.

»Und sie glauben, hier können die Mädchen in Ruhe trainieren?« Der Herzog schien die neugierigen Frauen ebenfalls bemerkt zu haben.

Frederike wusste nicht, was sie sagen sollte. Gleich nach dem Frühstück war der Herzog bei ihr erschienen und drängte darauf, mit dem Einzug in die geschlossene Station zu beginnen. Natürlich ahnte Frederike, was ihn jetzt bewegte. Seine zukünftige Schwiegertochter würde tatsächlich das Gebet auf dem Rücken tragen können, und deswegen war er zuversichtlich, dass es auch mit seiner Familie aufwärts gehen würde.


Der Abschied Sarahs von Juan war kurz, aber doch auch herzlich. Sarah war wie verwandelt. Jetzt wo sie wusste, wie ihre Zukunft aussah, war sie sehr erleichtert und glücklich. Sie würde alles tun, was der Herzog von ihr verlangte, solange Betty an ihrer Seite war.

Maria war ähnlich vergnügt. Sie wusste mittlerweile, dass »Verhütung« ein Thema war, welches schon geregelt war, und ihre Mutter hatte ihr in Aussicht gestellt, bald mit Paul eine gemeinsame Nacht ganz ohne Stahl verbringen zu dürfen. In einer Woche hätte das Präparat, das sie gleich nach dem ersten Wochenende eingepflanzt bekommen hatte, seine volle Wirkung erreicht und Paul würde die Schlüssel für das Keuschheitsensemble zurück bekommen.

Aus ihrer Sicht war es schon lange kein Gerät mehr, um sie zu demütigen, sondern es half ihr, trotz des Handschuhs und auch des Gebets selbstsicher aufzutreten, weil sie wusste, dass sie geschützt war.

»Wir haben so umgeräumt, wie sie es gewünscht haben.« Die Oberschwester kam aus einem der Zimmer und blickte den Herzog an. »Sarah und Betty bekommen ein Zimmer.« Sie blickte zu ihrer Chefin und zu Maria, die neben ihr stand. »Und für ihre Tochter haben wir auch ein Doppelzimmer.« Es war ihr deutlich anzusehen, dass sie anders gesprochen hätte, wenn der Herzog nicht anwesend gewesen wäre.

»Und die Maschinen?« Frederike war es unangenehm, so überrascht zu werden.

»Die haben wir ins Schwesternzimmer geschoben.« Die Oberschwester machte den Eindruck, als wäre sie von den belegten Zimmern ebenfalls überrascht. »Die anderen Zimmer sind ja belegt.«

»Und das Personal?« Frederike wunderte sich.

»Welches Personal?« Die Oberschwester blickte in ihre Unterlagen. »Schwester Betty und Paul Mohr?« Sie blickte sich um. »Die sind doch untergebracht.«

Mittlerweile waren die zwei Patientinnen näher gekommen. Jetzt war deutlich zu sehen, dass sie an das Schienensystem an der Decke gebunden waren.

»Was ist das?« Der Herzog blickte auf die Befestigungen, die den Patientinnen nur einen geringen Spielraum gaben. »Sarah und Maria werden das auch tragen?« Er hatte mittlerweile erkannt, dass das Riemensystem um den Körper mit einem Stahlseil an die Schienen geführt war.

Maria durchzuckte es gleich doppelt. Zum einen sah sie sich genau wie die beiden Frauen in naher Zukunft so angebunden. Und zum anderen fühlte sie so etwas wie stolz, dass sie vom Herzog quasi genauso behandelt wurde wie seine Schwiegertochter.

»Mit diesem System können wir die Patienten weitgehend allein lassen, ohne dass ihnen etwas zustoßen könnte.« Die Oberschwester ging auf eine der Patientinnen zu. »Das Seil wird hier gebremst und...«

Doch der Herzog unterbrach sie. »Ich vertraue ihnen, dass sie ihre Arbeit gut machen.« Er drehte sich zu Sarah. »Wir sehen uns dann am Freitag.«


Frederike reichte Betty den Behandlungsplan. »Meinen sie, sie schaffen das alles allein?« Sie blickte zwischen der Schwester und Paul hin und her.

Betty warf einen etwas intensiveren Blick auf den Plan, dann legte sie ihn auf den Tisch.

Sarah trat näher, weil sie auf dem Plan etwas Bestimmtes darauf suchte. »Keine Prüfung mehr?« Irgendwie schien sie den Eintrag zu vermissen.

Frederike warf Maria einen schnellen Blick zu, dann wandte sie sich an die Prinzessin. »Wollen sie ihm nicht endlich die Wahrheit sagen?«

Maria zuckte zusammen, weil die Worte ihrer Mutter sie wieder an den Verrat erinnerten, bei dem sie Zeuge war.

Sarah blickte sehr nachdenklich durch die Gegend. Sie schien ernsthaft abzuwägen. Schließlich war sie einverstanden.

»Ich mache einen Termin aus, und sie trainieren bis dahin noch kräftig.« Marias Mutter hatte großes Interesse, nicht als Verräterin dazustehen, weder in den Augen ihrer Tochter noch in denen der Prinzessin.


»Du musst noch etwas zu Sarah und Betty wissen.« Maria war es wichtig, dass Paul über das besondere Verhältnis der beiden Frauen Bescheid wusste. Sie erzählte ihm, was sie bisher so beobachtet hatte. »Betty stellt die Maschinen manchmal etwas höher ein als vorgesehen. Du solltest dich an die Vorgaben halten.«

»Warum macht sie das? Und warum lässt die Prinzessin sich das gefallen?« Paul glaubte, so etwas wie Ungerechtigkeit entdeckt zu haben.

Doch zu seiner Überraschung verdrehte Maria nur die Augen. »Denk an die Hütte. Manche Leute mögen es eben, wenn sie leiden müssen.«


Als Paul das Zimmer betrat, sah Maria sofort, dass etwas Einschneidendes passiert sein musste. »Was ist los?«

Paul seufzte. »Ich weiß nicht, ob es richtig war. Der Herzog hat mir zwei Möglichkeiten gelassen.« Er nahm ihre Hand und führte sie zu seinem Schritt.

Maria spürte etwas sehr hartes. Sie begriff sofort. »Du hast dich geopfert?«

»Bis Freitag, wenn wir hier wieder raus dürfen.« Er seufzte noch einmal.

»Ich bin stolz auf dich.« Sie gab ihm einen langen Kuss.


Eine Stimme bat um Entschuldigung.

Paul und Maria ließen sich los. »Was ist denn?« Maria drehte sich zur Tür. »Judith? Was möchtest du?«

Sie druckste etwas herum. »Sarah wollte wieder schweigen...«

»Und?« fragte Maria, obwohl sie ahnte, was kommen würde.

»Der Herzog besteht weiterhin darauf, dass ihr gleich behandelt werdet.« Sie zeigte den Behälter vor, der mit ´Maria´ beschriftet war.

»Was bedeutet das?« Paul verstand nicht, was da gerade passierte.

Als Maria sich wieder zu ihrem Freund wandte, fühlte sie ein starkes Kribbeln im Bauch. Schon letzte Woche hatte sie sich ausgemalt, wie es wohl sein würde, wenn sie für ihren Freund schweigen müsste.

Jetzt würde dieser Wunsch schon in Erfüllung gehen. Doch dann erschrak sie. Würde Paul es vielleicht abstoßend finden? Doch dann hatte sie eine Idee. »Weißt du noch, wie glücklich Christine auf der Hütte war, als sie nicht mehr sprechen konnte.«

Paul begriff sofort. »Du hattest ja auch davon geschwärmt.«

»Du hättest nichts dagegen?« Marias Augen leuchteten. Natürlich hatte Paul überhaupt kein Mitspracherecht, aber dennoch war es Maria wichtig, was er von ihren Behandlungen hielt.

»Ich werde dir alles von den Augen ablesen.« Er hatte noch nicht den Mut zuzugegeben, dass er von Marias erzwungenem Schweigen stets erregt oder zumindest erfreut war. Trotzdem spürte er, dass es ihr auch Freude machte.


»Brauchen sie noch lange?« Die Oberschwester betrat den Raum und hielt ein Riemengeschirr in der Hand.

»Wir haben ja noch nicht mal angefangen.« Judith drehte sich um, und erst jetzt erkannte sie, wer den Raum betreten hatte. »Das Anlegen muss ja sorgfältig erfolgen.« Sie versuchte so etwas wie eine Entschuldigung.

Maria hatte das Geschirr ebenfalls entdeckt und erkannte, dass sie in Kürze ein weiteres Stück Freiheit aufzugeben hatte. Aber da jetzt Paul da war, war sie bereit, alles zu ertragen.

Die Oberschwester legte das Geschirr auf den Tisch, dann griff sie in ihre Tasche und holte einige Schlösser heraus. Sie legte sie vorsichtig auf den Tisch. »Bitte achtet darauf, dass sie nicht zu früh zuschnappen.« Sie drehte sich zur Tür. »Der Schlüssel sind schon in Verwahrung.«

Paul und Maria blickten sich verliebt an. »Ich werde gut auf dich aufpassen, meine Prinzessin«, grinste er, als sich die Tür hinter der Oberschwester geschlossen hatte.

»Oh ja, mein Prinz, ich weiß eure Fürsorge zu schätzen.« Sie lächelte ebenfalls.

»Ich unterbreche die Hoheiten ja nur ungern.« Judith grinste, »aber ich habe heute noch mehr zu tun.«

Maria lächelte, dann wandte sie sich der Zahnarzthelferin zu.

* * *

»Warum veranlassen sie ohne mein Wissen die Unterbringung von Patienten in der Sieben?« Frederike war aufgebracht. Sie mochte es überhaupt nicht, wenn sich die Verwaltung in medizinische Bereiche einmischte.

Doch Investor Brown ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. »Es sind zahlende Gäste, und sie bringen der Klinik viel Geld ein. Anders als ihre Tochter.«

»Aber ich muss es verantworten«, erwiderte sie, doch sie wusste insgeheim, das es nutzlos sein würde.

»Machen sie sich darüber keine Gedanken, die Damen sind mit ihrer Unterbringung und Behandlung sehr zufrieden.« Er stand auf. »Ist sonst noch etwas?«

»Nein.« Frederike resignierte. Sie wartete, bis die Tür geschlossen war, dann bat sie ihre Sekretärin, ihr doch die entsprechenden Akten zu besorgen.

* * *

»Na, wie weit seid ihr?« Betty betrat den Raum und hinter ihr betrat Sarah zögernd den Raum.

Maria fiel auf, dass Sarah schon an das Schienensystem gebunden war.

»Ich muss nur noch festschrauben.« Judith nahm das Werkzeug vom Tisch und hantierte damit zwischen Marias Lippen.

Paul warf einen Blick auf das Werkzeug und murmelte »Torx Größe 1«

»Du kennst es?« Judith war erstaunt. »Mir wurde gesagt, dass es das nur einmal gibt.«

»Ich habe mal ein Praktikum bei einem Optiker gemacht und musste die Werkzeuge putzen.« Paul lächelte. »Ist aber ganz neu.«

Betty nahm das Riemengeschirr vom Tisch und wartete, bis Judith mit ihrer Arbeit fertig war.

»Magst du es ihr anlegen?« Betty reichte Paul das Geschirr.

Maria beobachtete einen kurzen aber erleichterten Blickwechsel zwischen Betty und Sarah. Sie ahnte, das so etwas wie Eifersucht im Spiel war.

»Die Schlösser bringe ich dann an, da darf nichts schief gehen.« Den letzten Teil des Satzes sprach sie, während sie Sarah anblickte. »Die Oberschwester macht ein Riesen-Trara, wenn wir außerhalb der vorgesehenen Zeiten die Schlüssel brauchen.«

»So, fertig.« Judith erhob sich und sammelte ihre Sachen ein.

Maria stand auf und hob ihre Hände hoch, um ihr Gesicht zu ertasten.

Doch Paul trat zu ihr und zog die Arme wieder herunter. »Ts ts ts. Nicht herum fummeln.«

Maria stöhnte, als sie seinen festen Griff spürte. Fast verliebt drehte sie ihren Kopf zu ihm und gab ihm einen Kuss. Sie hatte schon die ganze Woche davon geträumt, wie es wohl sein würde, wenn sie so seine Lippen berühren würde.

Betty räusperte sich. »Wenn ihr dann fertig seid?« Sie spielte etwas mit einem der Schlösser.


Paul musste nur einen kurzen Blick auf Sarah werfen, dann erkannte er, wie die vielen Riemen des Geschirrs anzulegen waren.

Als Sarah begriff, dass sie als Anschauungsobjekt gebraucht wurde, lächelte sie und drehte sich langsam herum, damit Paul alles gut erkennen konnte.

In Maria begann es zu prickeln, als sie das Klicken der Schlösser hörte. Es kostete sie einige Mühe, still zu halten. Erst als Paul sich erhob und signalisierte, dass er fertig war, gab Maria ihre Zurückhaltung auf.

Zusammen mit Sarah versuchte sie sich zu bewegen, doch sehr schnell zeigte ihnen das Schienensystem und ihre Verbindung daran ihre neuen Grenzen auf.


Paul blickte fasziniert nach oben. Das Schienensystem war wirklich ein kleines Wunderwerk. Eine Art Schlitten hing an den Schienen, und an dem Schlitten war das Seil befestigt, welches die Mädchen wie an einer Laufleine festhielt.

An manchen Stellen verliefen die Schienen in einer anderen Höhe und Paul erkannte schnell, was es damit auf sich hatte. An diesen Stellen hatten die Mädchen dann auch Gelegenheit, sich zu bücken oder in die Knie zu gehen. Vor den Betten waren die Schienen besonders niedrig.

Auch Weichen hatten die Konstrukteure vorgesehen, teilweise manuell einzustellen, teilweise ferngesteuert. Manche Räume konnten die Mädchen so selbst öffnen, andere waren ihnen verwehrt.

An einigen Stellen wurden die Schienen kurz parallel geführt. Paul erkannte dieses Konstrukt als eine Art Ausweichstelle. Dort konnten die Mädchen aneinander vorbei gehen oder sich überholen.

Eine Gänsehaut überkam ihm, als er darüber nachdachte, dass dieses System von den Mädchen einiges an Weitblick erforderte, zumal sich der Schlitten an der Schiene nicht einfach bewegen ließ. Es brauchte eine gewisse Zugkraft, um sich im Raum bewegen zu können.


Maria hatte Mühe, ein Stöhnen zu unterdrücken. Ihre aktuelle Situation war im Gegensatz zum äußeren Anblick sehr erregend. Ihr Mund war versiegelt, nur noch leises Stöhnen war möglich. Das Riemengeschirr spürte sie quasi überall und erinnerte sie jeden Moment an ihre Gefangenschaft. Und der Gedanke, den Schienen ausgeliefert zu sein, tat sein Übriges.

Doch das Schönste an allem war Paul. Er war da und kümmerte sich um sie. Maria hätte es nie zu träumen gewagt, ihren Freund hier in der Klinik an ihrer Seite zu haben. Doch jetzt war er da, und Maria musste sich nicht mehr in den Gedanken hineinträumen, die Fesseln ihres Trainings wären von ihm. Nein, jetzt war es anders. Er selbst hatte ihr das alles angelegt. Sogar den Mundverschluss hatte er zugeschraubt, als Judith mit dem Werkzeug nicht zurecht kam.


Betty kam zu Paul und Maria ins Zimmer. »Entschuldigt bitte die Störung.«

»Was ist denn?« Paul stand auf.

»Sarah ist so ungeduldig. Sie möchte jetzt schon mit dem Training anfangen.« Betty stöhnte. »Sie entwickelt einen Ehrgeiz, den ich nicht bremsen möchte.«

Maria stand jetzt ebenfalls auf und stupste ihren Freund an.

Paul wandte sich zu ihr. An ihrem Blick erkannte er, dass sie etwas sagen wollte. »Ja?«

Maria ging zu ihren Schrank und öffnete die Tür. Sie zog ihre umgearbeitete Trainingsjacke heraus, die sie aus Nostalgie in den Koffer geschmuggelt hatte.

Paul grinste. »Wenn sie unbedingt möchte, von mir aus gern.« Irgendwie spürte er, dass die Frauen seine Führung wollten und auf seine Entscheidung warteten.

Betty ging auf Maria zu und nahm ihr die Jacke aus den Händen. »Vielen Dank.« Sie war genauso schnell verschwunden wie sie gekommen war.


Doch es dauerte keine fünf Minuten, dann stand sie wieder in der Tür. »Könnt ihr mir helfen?« Hinter ihr stand Sarah und machte einen recht ungeduldigen Eindruck.

»Kommt herein.« Paul hatte begriffen, dass er jetzt die Führung übernehmen musste, auch wenn er lieber das Zusammensein mit Maria genossen hätte.

Als die Prinzessin den Raum betrat, mussten beide lachen. »Das war früher mal eine Zwangsjacke. Die muss im Rücken geschlossen werden.«

Sowohl Betty als auch Sarah blickten sehr verwundert auf Maria, die sichtlich rot wurde.

»Das ist eine lange Geschichte.« Paul hatte erkannt, dass er jetzt auch für Maria sprechen musste. »Ich weiß aber nicht, ob es Maria recht wäre.«

Maria schüttelte vorsichtig den Kopf. Im Moment war es ihr unangenehm, dass Paul über ihre Vergangenheit berichten würde.

Sarah stupste Betty an und zeigte auf die Jacke.

»Wie geht das jetzt?« Betty hatte ihre Rolle als Sarahs Sprecherin anscheinend auch schon gefunden. »Magst du es uns zeigen?« Irgendwie spürte Betty Pauls Scheu gegenüber Sarah.

Erst als Sarah ihn ebenfalls bittend ansah, nahm er sich ein Herz und griff sich die Jacke.


Bei Maria hatte die Jacke eher locker gesessen, Sarah passte sie gerade eben.

»Geht das mit dem Seil?« Betty blickte etwas sorgenvoll an die Decke, wo Sarah an dem Schlitten hing.

Paul blickte kurz auf Sarahs Rücken. Das Trageseil war an ihrem Rücken befestigt, die Jacke war aber etwas länger. »Doch das geht.« Dadurch, dass die Jacke mit Riemen zu schließen war, konnte das Seil zwischen zwei Riemen durchgeführt werden.

»Möchtest du die Riemen schließen?« Paul hoffte, dass er Bettys Blicke richtig gedeutet hatte.

Betty hatte mit so viel Einfühlungsvermögen gar nicht gerechnet. »Ja gern.« Sie wirkte etwas überrascht.

»So fertig.« Betty trat einen Schritt zurück, nachdem sie Sarah noch kurz auf den Mund geküsst hatte. »Wie geht das jetzt mit den Armen?« Sie blickte Paul und Maria abwechselnd an.

»Die Riemen werden hier über die Schulter geführt und dann vorn an den Schnallen befestigt.« Paul gab sich sehr sachlich und stellte sich so, dass Betty jeden seiner Handgriffe gut sehen konnte.

Als Maria kurz aufstöhnte und dabei auf ihren Schritt zeigte, begriff er, was sie sagen wollte. »Ohne den Keuschheitsgürtel ist das Tragen der Jacke noch etwas intensiver.«

Sarah hatte es zuerst begriffen. Sie stöhnte ebenfalls.

Jetzt fiel auch bei Betty der Groschen. »Ja, das werden wir unbedingt auch mal ausprobieren.« Sie grinste hinterhältig. Doch dann fiel ein Schatten auf ihr Gesicht.

Maria ahnte, was Betty bewegte. Es war die ihr völlig unbekannte Zukunft, die ihr Sorgen machte.


»Was macht ihr denn da?« Frederike stand auf einmal im Raum.

Maria war die einzige, die nicht zusammenzuckte. Doch antworten konnte sie nicht mehr.

»Sarah wollte schon mit dem Training beginnen.« Paul hatte ein schlechte Gewissen. Sie waren nicht einmal zwei Stunden in der Sieben, und schon musste er sich wegen einer eigenmächtigen Aktion rechtfertigen. Doch zu seiner Erleichterung hatte Marias Mutter nichts dagegen.

»Ich wollte nur sagen, dass ich einen Termin mit dem Herzog ausgemacht habe.« Sie blickte Sarah an. »Morgen Nachmittag wirst du ihm das Gebet vorführen.«

Sarah musste erst einmal zu Betty und Maria schauen, bevor sie reagieren konnte. Sie machte einen Knicks.

»Gleich wird das Essen kommen.« Frederike blickte auf die Uhr. »Es werden vier Beutel kommen und zwei normale Essen. Werdet ihr klar kommen?« Die Frage ging an Betty und Paul gleichermaßen.

Beide gaben sich zuversichtlich.

»In einem der Räume, die nicht von den Schienen aus erreichbar sind, ist ein Telefon versteckt.« Frederike gab sich verschwörerisch. »Offiziell darf es das nicht geben, doch für Notfälle könnt ihr dort immer jemand erreichen.«

* * *

»Warum müssen die Mädchen eigentlich rudern?« Gleich nach dem Mittagessen sprach Paul eigentlich nur seine Gedanken aus.

»Das habe ich die Oberschwester auch gefragt.« Betty gab wieder, was sie erfahren hatte. »Das ist ein Ausgleich für lange nicht beanspruchte Muskeln, wie es beim Tragen eines Korsetts auftritt.«

Paul erinnerte sich daran, dass Maria auch schon in Deutschland öfters mit Rudern beschäftigt war.

»Sie sagt, wenn man das nicht ausgleicht, würden die Muskeln verkümmern und man könnte sich ohne Korsett gar nicht mehr aufrecht halten.«


Betty hatte sich an die raffinierten Handschuhe erinnert, die die Mädchen letzte Woche getragen hatten. Sie hatte sich heimlich zwei Paar organisiert und zeigte sie Paul. »Das ist wie bei den Playmobil-Figuren. Ihre Finger werden ganz nutzlos sein.« Sie erklärte ihm die Zusammenhänge.

Paul war noch etwas verunsichert.

»Wir müssten sie dann nicht beim Rudern beaufsichtigen und könnten stattdessen das Telefon suchen.«

»Ich weiß nicht, ob Maria das mögen würde.« Paul zögerte »Ich werde sie fragen.«

Doch als Paul mit den Handschuhen zu Maria kam, passierte etwas ganz Merkwürdiges. Maria streckte sofort ihre Hände aus und sah ihn mit einer Mischung aus Lust und Unterwürfigkeit an.

Als Paul diesen Blick sah, wusste er auf einmal, dass er nicht zu fragen brauchte. In ihrem Blick las er etwas Trauriges, genauso aber den Wunsch zu gehorchen und zwischen alldem eine große Portion Liebe.

Wortlos legte Paul ihr die Handschuhe an und führte sie dann zu den Rudermaschinen, wo Betty schon dabei war, Sarah festzuschnallen.

Maria gab sich sehr fügsam. Sie hätte sich zwar gern spielerisch gesträubt, weil Paul sie dann etwas fester anfassen würde, doch im Moment wusste sie, dass sie es ihm so einfach wie möglich machen musste.

Natürlich kannte Paul sich mit den Maschinen nicht aus, doch Maria hatte sich sofort so hingesetzt, wie es richtig war und hatte Arme und Beine in die richtigen Positionen gebracht.

Paul musste nur noch die Riemen schließen.


»Komm, wir gehen das Telefon suchen.« Betty hatte sich mit einem Kuss von Sarah verabschiedet, dann stand sie an der Tür und wartete auf Paul.

Auch Paul gab Maria einen Kuss und streichelte ihr noch einmal kurz über den Kopf, dann folgte er Betty.

Nur drei Türen kamen in Frage. Der erste Raum war leer, nur ein Tisch stand etwas verstaubt darin. »Hier ist es schon mal nicht.«

Der Raum hinter der zweiten Tür war mit ´Putzkammer´ beschriftet und war bis auf einen Besen ebenfalls leer.

Im dritten Raum brannte Licht und eine etwas unförmige menschliche Gestalt saß am Tisch und drückte panisch einen Knopf. Sofort ertönte ein Alarmton.

Paul und Betty waren irritiert. Es war deutlich, dass eine Frau unter der Hülle verborgen war. Deutlich waren die Augen durch die Gläser einer Kopfmaske zu erkennen und das sehr lange Haar. Es war zu vermuten, dass sie schon länger hier war. Sie war durch viele Schläuche mit einem schrankgroßen Maschine verbunden.

Die Frau deutete mit der Hand auf eine Tafel. »Für Fragen bitte die -55 anrufen.«

»Wir haben kein Telefon.« Paul war überrumpelt.

Die Frau schien sich zu besinnen, dann zeigte sie auf einen weiteren Schrank. Paul ging zu ihm und öffnete ihn. Dort stand tatsächlich ein Telefon.

Es war zu erkennen, dass die Frau mit den Schläuchen irgendwie an die Maschine angeschlossen war, denn sie bewegte sich sehr vorsichtig und stöhnte dumpf.

Paul trat an das Telefon heran und drückte zwei Mal auf die Fünf. Er war erstaunt, als er in der Muschel die Worte »Ich komme sofort« hörte.


Es waren zwei Uhren in dem Raum, eine runde zeigte die normale Zeit an, die andere war als Digitaluhr mit leuchtenden Ziffern ausgeführt und stand auf 14 Tage, vier Stunden und fünf Minuten, wobei die Sekundenanzeige stetig hinauf zählte.

»Bitte verratet uns nicht.« Ein Mann im weißen Kittel kam in die Sieben. Er stellte sich als Doktor Paulus vor. »Meine Frau macht hier einen besonderen Test für mich.«

»Jetzt wird mir einiges klar«, sagte Betty. »Wir haben uns schon gewundert, warum Schwester Ilse schon wieder im Urlaub ist und vor allem ohne ihren Mann.« Sie wandte sich an den Arzt. »Und was testen sie hier?«

»Wir testen einen Anzug, mit dem sich alle menschlichen Bedürfnisse von Maschinen kontrollieren lassen.« Seine Stimme wurde sehr sachlich. »Wir haben nur das Problem, dass die Maschine noch viel zu groß ist.«

Er zeigte auf den Wandschrank, zu dem die Schläuche hinführten.

»Und wie lange ist sie schon so?« Bettys Stimme zeigte eine gewisse Faszination.

Der Arzt zeigte wortlos auf die zweite Uhr. »Wie sie sehen, ist die Maschine schon ziemlich ausgereift. Sie ist leider noch viel zu groß.«

Dem Arzt war anzusehen, dass ihn etwas bedrückte. »Die Chefin weiß nichts davon. Sie hätte das nie erlaubt.«

Ilse setzte sich an den Tisch, auf dem eine Schreibmaschine stand. Die Maske verdeckte ihren Mund und ihre Nase und machte ihr offenbar das Sprechen unmöglich. Stattdessen begann sie zu tippen.

Paul wunderte sich zunächst über das seltsame Arrangement, doch dann konnte er lesen, was Ilse geschrieben hatte. »Mir geht es gut, es macht mir Spaß und ich liebe meinen Mann sehr.«

»Die Maschine versorgt sie mit allem, was sie braucht.« Er ging zum Schrank und drückte einen Knopf. Auf einmal stöhnte Ilse. »Auch damit wird sie versorgt.«


»Was ist denn hier los?« Frederike stand auf einmal im Raum. »Ich wollte nur mal schauen, ob ihr zurecht kommt.« Ihr Blick fiel auf den Arzt und seine Frau. »Was machen sie hier?«

»Es ist nicht so, wie sie denken.« Der Arzt war sichtlich verlegen.

»So, wie denke ich denn?« Frederike sah sich im Raum um. Dabei fiel ihr Blick auf Betty und Paul. »Was macht ihr hier?«

»Wir wollten das Telefon suchen.« Betty gab Paul einen Stups. »Jetzt haben wir es ja gefunden.« Sie zog Paul hinter sich her.

Auf dem Flur grinste sie. »Das gibt noch ein Donnerwetter. Da müssen wir nicht dabei sein.«

»Wenn du meinst.« Paul grinste etwas unsicher. »Vielleicht sollten wir mal nach unseren Patientinnen sehen.«

Aus dem Schwesternzimmer, wo die Geräte aufgebaut waren, war leises Keuchen zu hören. »Diese Mundverschlüsse sind ein echter Segen. Sonst hältst du es vor lauter Stöhnen und Keuchen nicht aus.«

Paul blickte etwas verwundert zu Betty und der Prinzessin. Die Schwester hatte es extra laut gesagt, so dass Sarah es verstehen musste. Die Antwort war ein sehr verliebter Blick der Prinzessin, was Paul ein wenig wunderte.

»Eine halbe Stunde müssen sie noch.« Paul lass aus dem Behandlungsplan vor. »Müssen wir für die nächste Behandlung schon etwas vorbereiten?«

»Was steht denn an?« Betty war es nicht gewöhnt, sich selbst um die Aufgaben zu kümmern, bisher bekam sie immer gesagt, was zu tun war.

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  RE: Maria Kapitel 13 - In Amerika - Teil 17 Datum:22.03.16 19:58 IP: gespeichert Moderator melden


Maria
Kapitel 13 - In Amerika - Teil 17
Autor: Karl Kollar

(noch Montag, den 6. September 1984)


Leonie saß auf ihrem Bett und blickte immer wieder auf die Stelle im Zimmer, auf der bis gestern noch ihr Tisch gestanden hatte. Jetzt würde der Platz für ihren Käfig gebraucht und heute sollte er geliefert werden. Leonie wusste nicht, was das für ihre Zukunft bedeuten würde. Würde sie noch einmal in ihrem Bett schlafen oder würde sie ihr ganzes zukünftiges Leben in dem Käfig verbringen.

Wieder musste sie an Doris denken, die in deren Käfig sogar ein Buch gelesen hatte, während sie auf das Trocknen der Gipsbinden gewartet hatte. Und sie musste ihre Mutter bitten, den Riegel zu öffnen, weil sie ihn selbst nicht berühren durfte.

Genauso gut war ihr der Anfang des Besuchs in Erinnerung geblieben. Ihre Mutter hatte sie aus dem Käfig befreit mit dem Hinweis, dass sie Kundschaft habe. Anscheinend war ein glückliches Leben in so einem Käfig möglich. Denn eines hatte Leonie besonders beeindruckt: Doris glückliche Augen, wenn sie von ihrem Verlobten berichtete.

»Na, wie geht es dir?« Selma stand auf einmal im Raum. Sie hatte einige Decken dabei.

Leonie blickte Selma etwas verunsichert an. Sonst zeigte sie keine Reaktion.

»Ich habe dir einige Decken mitgebracht.« Sie berichtete, dass die Schmiede angerufen hatte. Sie würden jetzt losfahren, und Selma solle einige Decken bereit halten, damit es in dem Käfig bequem wäre.

Leonie schluchzte, als sie das hörte.

Das Geräusch eines Transporter war von draußen zu hören.

»Sie kommen.« Selma legte die Decken auf das Bett. »Willst du nicht aufmachen?«

Leonie seufzte noch einmal, dann stand sie auf und ging zur Haustür.

Herr Schwerterle und ein junger sehr gut aussehender Herr standen vor der Tür. »Wir wollten den Käfig liefern.«

Leonie trat zur Seite und konnte zusehen, wie die beiden Herren den Käfig herein trugen. Leonie vermutete zumindest, dass es der Käfig war, denn es war mit einem weißen Laken bedeckt.

Langsam ging sie den Herren hinterher. Selma stand oben an der Treppe und dirigierte die Herren in ihr Zimmer. »Dort an die Wand.« hörte Leonie sie sagen.

Herr Schwerterle zog die Decke herunter, und Leonie konnte einen ersten Blick auf ihr künftiges Zuhause werfen. Zumindest empfand sie es so. Doch der Käfig sah schön aus. Obwohl eine ungewisse Zukunft auf Leonie wartete, hatte sie doch auch ein Auge für die Handwerkskunst, die dieser Käfig ausstrahlte. Überall glänzte das Metall, als wäre es auf Hochglanz poliert, und nirgends waren scharfe Kanten oder Schweißnähte zu sehen. Leonie trat näher, und fast automatisch begann sie das Metall zu streicheln.

»Hier ist der Schlüssel.« Herr Schwerterle reichte Selma den Schlüssel, dann hängte er ein Vorhängeschloss vorn an den Türriegel.

Der Geselle nahm die Decken vom Bett und legte sie in den Käfig. »Wollen sie einmal probieren?« Er machte gegenüber Leonie eine einladende Handbewegung.

Leonie war von der Schönheit des Käfigs ehrlich fasziniert, und fast wie in Trance kniete sie sich vor den Käfig. Fast zärtlich berührte sie die Tür und zog sie langsam auf. Dann kroch sie hindurch und drehte sich im Käfig um. Sie blickte sich wieder um und sog die Schönheit des Käfigs auch von innen auf.

Dann fiel ihr Blick auf die Tür. Sie zögerte einen Moment, dann beugte sie sich vor und zog die Tür langsam zu sich heran. Sie nahm mit zitternden Händen das offene Schloss aus dem Riegel, ließ die Tür zuschnappen und hängte das Schloß wieder an den Riegel. Sie nahm es in die Hand und drückte den Bügel zu. Als sie das Klicken des Schlosses hörte, schoss ein gewaltiger Orgasmus durch ihren Körper und sie ließ sich auf die Decken fallen.

Selma lächelte. Genau so hatte sie es erwartet.

* * *

»Darf ich euch mal einen Moment sprechen?« Frederike stand in der Tür. »Es gibt eine Beschwerde.«

»Was haben wir denn falsch gemacht?« Paul war sichtlich geknickt. »Wir haben doch alles so gemacht wie nötig für Sarah und Maria.« Sie verließen den Raum, nachdem Marias Mutter sie heraus gewunken hatte.

»Es geht auch gar nicht um eure Schützlinge.« Frederike war auf einmal sehr verlegen. »Die Schwester, die sich bisher heimlich um die Sieben gekümmert hat, ist jetzt auf einer anderen Station. Ich wusste nicht, dass wir in der Sieben weitere Patienten haben. Gertrud hat sich zu Recht beklagt, dass sie nicht so behandelt wird, wie ihr Mann dafür bezahlt hat.« Sie reichte ihnen zwei Mappen. »Und ich fürchte, auch Annas bestellte Behandlung hat gelitten.«

»Aber wir wussten doch gar nichts davon?« Betty fühlte sich überrumpelt.

»Das habe ich dem Investor auch gesagt und habe ihm die Situation erklärt.« Frederikes Gesicht zeigte einige Sorgenfalten. »Er gibt mir noch eine Chance und wird selber mit der Patientin reden.«


»Wie wollen wir das aufteilen?« Betty zeigte einen gewissen Pragmatismus. »Nimmst du Anna und ich Gertrud?«

Paul war einverstanden. Er hätte nur Probleme gehabt, wenn er Maria nicht betreuen dürfte, und er ahnte, dass es Betty mit Sarah ähnlich erging.

Anna war deutlich jünger als Gertrud und, Paul hoffte, dass er mit ihr besser zurecht kommen würde.

»Lass uns mal die Mappen ansehen und schauen, was bestellt ist.« Bettys Ton war anzuhören, dass sie mit dieser seltsamen Patientenunterbringung auch so ihre Probleme hatte.

Betty studierte beide Listen. Nach einiger Zeit blickte sie wieder auf. »Das ist schon merkwürdig.« Sie zeigte Paul die Listen. »Gertruds Bestellung ist ganz normal, für den Fall, das jemand an so etwas Gefallen finden würde, doch bei Anna ist das wesentlich heftiger.«

Paul sagten die medizinischen Begriffe wenig, deswegen achtete er auf andere Sachen. »Bei Gertrud hat der Ehemann unterschrieben, der Bogen ist aber von einer Frau ausgefüllt. Bei Anna ist alles die gleiche Handschrift und unterschrieben hat ihr Vater.«

»Jetzt wo du es sagst.« Betty erkannte es jetzt auch. »Ob Anna wirklich freiwillig hier ist?«

Paul musste an die wenigen Augenblicke denken, bei denen er Kontakt mit Anna gehabt hatte. Eigentlich hatte er sie nur bei seiner Ankunft in der Sieben gesehen, als sie neugierig aus ihrem Zimmer gekommen war, jedoch ohne ein Wort wieder verschwunden war.

»Du hast Recht«, pflichtete Betty ihm zu, »auf mich machte sie auch einen sehr misstrauischen Eindruck.«

»Ich versuche mal mit ihr zu reden.« Paul fühlte sich seinen neuen Aufgaben verpflichtet. »Ich werde sie fragen, ob sie die hohen Werte wirklich haben möchte.« Er vertraute auf Bettys Einschätzung und ihre Erfahrung.

* * *

Anna saß auf dem Stuhl neben ihrem Bett und blickte melancholisch aus dem Fenster. Sie war sehr erleichtert, dass die beiden heutigen Behandlungen ausgefallen waren. Insofern waren die »neuen« auf der Station eine dankbare Ablenkung.

Schon mehrmals hatte ihre Familie Spione auf die Station eingeschleusst, um sie auszuhorchen und festzustellen, ob sich Anna ihnen offenbaren würde. Doch meistens waren sie schlechte Schauspieler, und Anna erkannte sofort, dass sie schweigen musste.

Sie sollte gebrochen werden, damit sie endlich der von der Familie ausgehandelten Hochzeit zustimmen würde, doch sie liebte einen anderen. Florian war ihre große Liebe und sie war fest entschlossen, zu ihm zu stehen, egal was die Familie ihr auch an tat.

Seit einigen Tagen gab es wieder Hoffnung für Anna, denn Florian war in der Klinik. Er hatte ihr bei seinem letzten Besuch berichtet, wie er den Hilfsjob bekommen hatte und dass er sich für nichts zu schade war. Fast jede Nacht kam er jetzt an ihr Bett und sie konnten zusammen sein, wenn auch nur für ein paar Stunden.

Anna liebte es, wenn sie seine zärtlichen Hände auf ihrem Körper spürte, auch wenn alle wichtigen Stellen durch dieses Keuschheitsgeschirr verdeckt waren. Er hatte ihr versprochen, in der Klinik nach dem Schlüssel dafür zu suchen, doch Anna wusste, wie aussichtslos dies sein musste.

Ihre Familie war sehr mächtig, und schon mehrmals hatte Anna so etwas wie eine Flucht versucht, doch stets hatte Detektive und manchmal sogar die Polizei sie sofort wieder gefunden und zurückgebracht.

Jetzt war sie in der Klinik zur »Hochzeitsvorbereitung«, wie es ihr Vater zynisch genannt hatte. Doch sie würde lieber in den Tod gehen als auf ihre wahre Liebe zu verzichten.

Bei Florians ersten Besuchen musste sie fast die ganze Zeit weinen, weil die Situation so aussichtslos war.

Jetzt waren wieder zwei Spione auf der Station, eine Deutsche und eine Brasilianerin. Aber Anna würde ihnen kein Vertrauen schenken, egal was ihre Familie sich auch an Gemeinheiten ausdenken würde.

Das neue Personal hingegen schien alles andere als erfahren zu sein. Besonders dieser Paul, der sich offensichtlich um sie kümmern sollte, war ein absoluter Neuling.

Mit etwas Galgenhumor fragte sich Anna, was ihre Familie wohl davon halten würde, dass sie auf einmal von Laien betreut wurde.

Außerdem schien er eine innige Beziehung zu dieser Maria zu haben. Anders ließen sich diese Nähe und die Zärtlichkeit nicht erklären.

Seufzend blickte Anna sich in ihrem Zimmer um. Außer ihrem Bett, einem kleinen Schrank und einem Stuhl standen nur die Geräte in ihrem Zimmer, die sie regelmäßig folterten. Aber Anna war stark. Sie würde das alles überstehen.

Zu Beginn hatte Anna oft versucht, sich gegen die Behandlungen zu wehren, doch das Ergebnis war stets, dass sie dann gegen ihren Willen fixiert wurde und die Behandlung noch strenger ausfiel als es von ihrem Vater bestellt war.

Eine schmale Taille war der Stolz aller weiblichen Mitglieder ihrer Familie, doch Anna hatte sich von Beginn an dagegen aufgelehnt. Mittlerweile war sie wieder schlank, doch in der Pubertät hatte sie sich geradezu gemästet und eine Taille war quasi nicht sichbar gewesen.

Jetzt war sie in der Klinik und wurde mit allerlei Gerätschaften für das Tragen eines Korsetts fit gemacht, zumindest hatte ihr Vater sich das so gewünscht. Sie wurde zusammengequetscht, in der Länge auseinandergezogen und musste in der Sauna schwitzen. Alles mit dem Ziel, gemäß der Tradition der Familie mit einer Wespentaille vor dem Altar zu stehen.

Ohne Florian hätte Anna vermutlich schon lange nachgegeben. Doch ihre Liebe gab ihr die Kraft, durchzuhalten. Der Termin für die Hochzeit rückte zwar immer näher, doch Anna war fest entschlossen, sich zu weigern. Sie müssten sie betäuben und vor dem Altar anketten, sie würde sonst jede Gelegenheit zur Flucht nutzen.

Ob Florian heute Abend wieder kommen würde? Sie würde ihm gern sagen, dass neues Personal auf der Station war und dass er vorsichtig sein sollte, doch dafür gab es keine Gelegenheit.

Die Tür ging auf und der junge Mann trat ein. »Hi, ich bin Paul, und du bist Anna?«

´Nicht mit mir´, dachte sie Anna, wieder so eine plumpe Begrüßung. Zum Glück stellten sich die Spione, die ihre Familie zu ihr schickte, stets so ungeschickt an, dass Anna sie schnell enttarnte und daher wusste, dass sie sie nicht um Fluchthilfe bitten durfte. Sie blickte Paul an und nickte etwas trotzig.

»Du bekommst ein Korsett-Training?« Paul blickte auf die Liste in seiner Hand. Nur mühsam konnte er ein Zittern seiner Hand verbergen.

»So ist es.« Anna gab sie trotzig. ´So fängt es immer an.´ dachte sie bei sich. ´Gleich wird er fragen, ob er es mir leichter machen soll.´

»Die Werte sind sehr hoch.« Paul versuchte, seine Unerfahrenheit zu verbergen. »Bist du sicher, dass du das so haben willst?«

»Mein Vater hat es für mich ausgesucht.« Anna hatte sich schon einige Standardantworten zurechtgelegt, die ihren scheinbaren Gehorsam zeigen sollten.

»Bitte verzeih mir, wenn ich es nicht richtig mache.« Paul seufzte. »Vor einer Woche war ich noch in Deutschland und ein Schüler.«

Anna horchte auf. Diese Geschichte war neu. Sie beschloss, vorsichtig mit zu spielen. »Warum?« Es reizte sie, einmal ein neues Märchen zu hören.

»Ach, das ist eine sonderbare und lange Geschichte.« Paul war erfreut, als er merkte, dass Anna zumindest den Anschein machte, als würde sie zuhören. »Meine Freundin wird hier behandelt und ich darf sie betreuen.« Doch dann fiel Pauls Blick wieder auf die vielen Maschinen, die in Annas Zimmer standen. »Ich glaube, ich muss dir jetzt...« Er nahm den Zettel zur Hand. »Was ist denn eine Streckbank?«

Anna zuckte zusammen. Fast hätte sie in ihrer Aufmerksamkeit nachgelassen, denn die neue Geschichte war wirklich außergewöhnlich. Doch sie wusste, dass sie stark bleiben musste. Sie grinste etwas. »Dieses lange Ding da.« Sie zeigte auf ein Gerät, welches auch in einer Folterkammer einer alten Burg hätte stehen können, wenn es nicht aus glänzendem Stahl gewesen wäre.

Anscheinend probierte die Familie jetzt etwas Neues. Sie schickten einen unerfahrenen Pfleger, der zudem noch eine wirre Geschichte zu bieten hatte, in der Hoffnung, dass Anna dabei schwach werden würde.


Paul und Betty hatten sich vorher noch etwas beraten und Paul hatte sich die Werte von Gertrud neben die von Anna geschrieben, nachdem Betty ihm versichert hatte, dass schon Gertruds Werte hoch seien und die von Anna vermutlich ein Fehler.

Anna seufzte innerlich, als sie aufstand und zu der Maschine ging. Sie würde auch diese Folter überstehen, sie würde alles ertragen, was sich ihre Familie ausdachte. Sie legte sich auf das lange gepolsterte Brett und plazierte ihre Arme und Beine in den geöffneten Manschetten.

Paul war froh, dass Anna ihm so bereitwillig entgegen kam. Er klappte die Manschetten zu und schloss den Riegel, der offensichtlich dafür zuständig war.

Anna stöhnte ein wenig. »Jetzt musst du die Werte einstellen, den Rest macht die Maschine allein.«

Paul trat an das Bedienpult und besah sich es sich. Drei Knöpfe und ein Regler waren zur Bedienung vorgesehen und entsprechend waren auch drei Werte auf dem Zettel notiert.

Zwei der Knöpfe enthielten Skalen, wären der eine etwas größere mit Eins und Null beschriftet war. Er stand auf Null.

Paul vergleich die Werte auf dem Zettel mit den Reglern und begann vorsichtig, an ihnen zu drehen. Er stellte sie auf die Werte, die für Gertrud vorgesehen waren.

»Kommst du zurecht?« Betty stand in der Tür.

»Magst du kurz kontrollieren?« Paul war über Bettys Anwesenheit sehr erleichtert. Er zeigte mit der Hand auf die Regler.

Betty kam zu der Maschine, kontrollierte die Manschetten, dann blickte sie auf die Regler und ließ sich von Paul den Zettel zeigen. Dann blickte sie zwischen Paul und Anna hin und her. Es war ihr anzusehen, dass sie erkannt hatte, was Paul gemacht hatte und sie schien abzuwägen. Schließlich hatte sie sich entschieden. »Jetzt musst du nur noch anschalten.«

Pauls Hand zitterte, als er den Knopf bediente. Er vermiet es, Anna anzusehen. Er hatte ein großes Getöse erwartet, nachdem er den Knopf gedreht hatte, doch tatsächlich war nur ein leises Surren zu hören.

»Müsste da jetzt nicht was passieren?« fragte Paul leise.

»Die Maschine läuft.« Betty drängte zur Tür. »Sie streckt den Körper ganz langsam und lässt dann wieder nach.«

Anna blickte noch einmal zur Tür und war erleichtert. Fast wäre sie schwach geworden, weil sich dieser Spion besonders geschickt angestellt hatte.

Schon bald spürte sie die Maschine arbeiten und sie begann sich wieder in ihre Traumwelt zu flüchten, in der Florian über ihr stand und sie an den Armen und Beinen zog. Sie sah sein Gesicht vor sich und spürte seinen Atem.

Doch auf einmal stutzte sie. Die Maschine war schon wieder auf dem Rückweg? Das war viel weniger als die Male zuvor. Zuerst dachte sie, dass es ein Fehler des neuen Betreuers gewesen wäre. Doch dann erinnerte sie sich daran, dass sogar die Krankenschwester auf die Regler geschaut hatte. Sie bekam Angst, denn die Aktionen der Familie wurden immer perfider. Doch dann beschloss sie, die geringeren Werte zu genießen.

* * *

»Was macht ihr denn da?« Paul war sehr erstaunt, als er das Schwesternzimmer betrat.

Betty hantierte an der eisernen Lunge und Maria stand bei Sarah und hantierte mit mehrere Lederriemen herum. Beim Anblick von Sarah fühlte er sich sofort wieder an die Hütte erinnert, denn ein fast vollständiges Ponygirl stand vor ihm.

»Maria hat mir angedeutet, dass sie sich mit dem Ponygeschirr auskennt, so dass sie Sarah vorbereitet, und ich kümmere mich um die Maschine. Komm her, dann zeige ich dir, was wichtig ist.«

Ihre Worte erinnerten Paul daran, dass es eigentlich seine Aufgabe gewesen wäre. Doch er kannte sich mit der eisenen Lunge genauso wenig aus wie mit allen anderen Maschinen.

»Wie war es bei Anna?« Betty fragte Paul nebenbei, während sie die Maschine vorbereitete. »Hat sie etwas zu den hohen Einstellungen gesagt?«

Paul konnte nur mit den Achseln zucken. »Sie sagt, ihr Vater hätte die Werte für sie bestellt.« Er seufzte ein wenig. »Aber es ist schon komisch. Sie ist völlig misstrauisch und zurückhaltend.«

»Ganz anders als Gertrud.« Betty berichtete kurz darüber, wie sehr die Patientin sich auf die Behandlungen freute und wie sehr sie die ausgefallenen Behandlungen vermisst hatte.

»Glaubst du, dass du zurecht kommst?« Betty klappte den Deckel der Maschine auf. »Oder wollen wir tauschen? Du nimmst Sarah und ich kümmere mich um Anna und Gertrud?«

Von Sarah war ein Seufzer zu hören.

»So ein Opfer würdest du bringen?« Paul war erstaunt und gerührt zugleich. »Ich denke, dass wird nicht nötig sein, wenn du mich ab und zu mal kontrollierst.«

»Du hast schon mal ein Ponygirl dressiert?« Betty blickte kurz zu Maria und ihrer Geliebten.

Paul wollte ehrlich sein. »Ich habe zugesehen, wie Maria einen Parcours gelaufen ist.« Er grinste. »Ich fand es sehr faszinierend. Maria hat es auch sehr gut gefallen.«

Maria ließ ein verliebtes Stöhnen hören. Sie warf Paul einen stilisierten Kuss zu.

»Sehr schade, dass ihr den Mundverschluss tragen müsst.« Paul seufzte. »Ich glaube, ihr hättet euch viel zu erzählen.« Sein Blick fiel auf Sarahs Füße. »Hey, das sind ja sogar Ponystiefel.« Er blickte kurz zu Maria. »Deine Mutter ist aber auch gut ausgestattet.«

Maria signalisierte, dass sie mit Sarah fertig war.

Paul griff zu dem bereit liegenden Handschuh und blickte seine Freundin liebevoll an.

Maria kam auf ihn zu und legte ihre Arme auf den Rücken.


Die Tür ging auf und Frederike kam in den Raum. »Der Herzog möchte nachsehen, ob ihr zurecht kommt.«

Herzog Breganza betrat hinter Marias Mutter den Raum. Er war erbost, als sein Blick auf Sarah fiel. »Was soll denn diese lächerliche Maskerade?«

Frederike hatte insgeheim mit dieser Frage gerechnet. »Das ist Teil der Therapie.« Sie trat auf Sarah zu. »Das Seil zieht ständig an den Armen in der Gebetshaltung.« Sie zeigte auf das Seil, welches zusätzlich an den Schlitten gebunden war. »Es verursacht einen ständigen Zug an den Armen, und immer, wenn sie über ein Hindernis steigen, wird der Zug entlastet.«

»Und weil die jungen Mädchen immer so pferdenärrisch sind, haben sie sie selbst als Pferde kostümiert?« Seine Stimme zeigte, wie wenig er von dem Ganzen hielt.

»Ein wenig Wunschdenken ist dabei, aber im Prinzip ja.«

»Und warum nur Sarah?« Herzog Breganza hatte bemerkt, dass Maria in der Maschine lag.

»Morgen tauschen die beiden.« Frederike hoffte, dass der Herzog ihr das abkaufen würde. »Beide bekommen die gleiche Behandlung, nur zeitversetzt.« Dass nur eine eigentlich schon ausgemusterte eiserne Lunge zur Verfügung stand, behielt sie lieber für sich. Außerdem hätten zwei der Maschinen keinen Platz in dem Zimmer.

Zu ihrer Erleichterung war der Herzog mit dieser Erläuterung zufrieden. »Und wie sieht Sarahs Training aus?«

Frederike blickte sich kurz um. »Baut ihr bitte den Parcours auf?« Sie wandte sich an Betty und Paul.

Betty drehte sich zu Marias Freund. »Hilfst du mir tragen?«

Im Korridor war es möglich, die Schienen durch die Weichen so zustellen, dass die Mädchen ein Oval laufen konnten. Auf dieses Oval wurden dann auf dem Boden einige Holzklötze gestellt.

Betty reichte Paul eine Reitgerte. Sie grinste. »Du bist der Ponyherr. Ich werde es mir bei dir abschauen.«

Der Herzog intervenierte. »Sie werden Sarah doch nicht schlagen wollen?«

»Nein, natürlich nicht.« Paul schluckte. Er gab wieder, was er auf der Hütte gesehen hatte. »Es hilft dem Pony ein wenig, den Weg zu finden.«

»Manche Frauen schaffen es, sich gerade zu in Trance fallen zu lassen«, ergänzte Frederike. »So ein kleiner Klaps zeigt ihnen die Richtung, ohne sie aus ihrem Traum zu wecken.«

»Und welchen medizinischen Nutzen hat das?« Der Herzog schien sich von den Mädchenträumereien nicht beeindrucken zu lassen.

»Die Arme sind in der für das Gebet nötigen Haltung und werden durch das Hochsteigen immer wieder gelockert.« Frederike hoffte, das ihre Stimme genügend Überzeugungskraft hatte.

»Dann lassen sie mal sehen.« Der Herzog drehte sich zu Paul. »Beginnen sie mit der Therapie.«

Paul blickte zunächst etwas hilflos zu Boden. »Nun mach schon!« Betty stupste ihn an. Sie ahnte, dass ihn die Anwesenheit des Herzogs irritierte.

Innerlich seufzend hob Paul die Gerte und gab Sarah einen symbolischen Klaps auf den Hintern. Zu seiner Überraschung versuchte Sarah so etwas Ähnliches wie ein Wiehern, dann hob sie ihre Beine und schritt langsam in Richtung Korridor.

Obwohl Paul nur einmal ein paar Ponys zugeschaut hatte, fiel ihm doch sofort auf, dass Sarah ihre Beine überhaupt nicht hochhob. Er wusste zwar nicht, ob es wichtig war, doch er ließ die Gerte auf ihre Oberschenkelrückseite tanzen. »Die Beine hoch.«

Doch Sarah zeigte zunächst keine Reaktion. Erst als Betty sich einmischte, »Mach, was er gesagt hat.« ergab sich Sarah ihrem Schicksal und begann, neben Betty auch Paul als ihren Herrn anzuerkennen, wenigstens für kurze Zeit.

Vor dem ersten Hindernis blieb Sarah stehen und gab sich etwas trotzig. Erst ein erneutes Streicheln mit der Gerte zeigte dem widerspenstigem Pony, wer der Herr war und wer zu gehorchen hatte.

Paul war froh, dass Maria ihn so nicht sehen konnte. Andererseits war er dankbar, so schon mal etwas Erfahrungen sammeln zu können, denn er war sich sicher, dass auch Maria auf diese Spielart bestehen würde. Spätestens wenn das Fest vorüber sein würde.

* * *

»Chefin, ich habe da ein Problem.« Der Zahnarzt hatte um einen Termin bei Frederike gebeten.

»Was ist denn los?« Marias Mutter seufzte innerlich. Eigentlich hatte sie schon genug Ärger.

»Die Familie Kennedy hat für ihre Tochter Anna auch so einen Mundverschluss bestellt.« Er nahm ein Formular zur Hand. »Er soll aber verklebt oder verschweißt werden, statt der üblichen Verschraubung.«

Fredrike begriff sofort die Ungeheuerlichkeit dieser Forderung, wartete aber noch mit einer Reaktion.

»Damit kann er aber nicht mehr entfernt werden. Sie müsste ihn lebenslang tragen. Das kann doch nicht richtig sein, oder?«

Frederike stand auf und ging schweigend zum Fenster. Innerlich kochte sie. Was war nur in dieser Klinik los? Sie hatte den Eindruck, überhaupt keine Kontrolle mehr zu haben. »Welche Variante tragen Sarah und meine Tochter?«

»Die zum Zuschrauben.« Der Arzt trat ebenfalls an das Fenster. » Wir haben allerdings diese ganz neue Schraubenart genommen, weil dort der Schraubenzieher so gut wie nie abrutschen kann.«

»Dann machen sie das bei Anna genauso.« Sie reichte ihm die Hand. »Sie können sich auf mich berufen.«

Es freute ihn, dass seine Erfindung jetzt schon drei Mal zum Einsatz kommen sollte. Welches Leid er damit den Patientinnen antat, begriff er nicht. Im Gegenteil, er wurde schon öfters gefragt, wie man Patienten ruhig stellen konnte, ohne dass es große Folgen hatte. Mit seinem Zahnputz-Verschluss glaubte er eine gute Erfindung gemacht zu haben.

Marias Mutter hatte Mühe, ihre Überraschung zu verbergen. Sie hätte gern gefragt, wer die beiden Damen waren und wer ihre Unterbringung in der Sieben veranlasst hatte. Doch dann fiel ihr Blick auf die Unterschrift auf einem der Formulare und sie erkannte, mit wem sie dringend ein Gespräch zu führen hatte.

* * *

Anna zeigte überhaupt keine Reaktion, als Judith ihren Mund vermaß hatte und Abdrücke nahm.

Paul wunderte sich. »Ist dir das egal?«

»Eine Zahnspange.« Anna seufzte. »Na und?«

Betty wurde hellhörig. »Keine Zahnspange.« Sie kam näher. »Ein Mundverschluss.«

Anna horchte auf. »Ein was?«

»Judith hat doch heute von dir Abdrücke genommen.« Betty ahnte, dass Anna noch nicht begriffen hatte, was auf sie zukommen würde.

»Ja, wie bei Zahnspangen.«

Betty bat Sarah zu sich und bat sie, einmal den Mund zu öffnen. Deutlich war die Verschraubung der beiden Kieferhälften zu sehen. »Du kannst deinen Kiefer nicht mehr bewegen und ich glaube, deine Zunge wird auch fixiert?« Sie blickte Sarah fragend an.

Sarah bestätigte Bettys Vermutung.

Annas Blick erstarrte, als sie begriff, was mit ihr passieren würde. »Aber das können sie doch nicht machen?« Schon nach kurzer Zeit begannen Tränen über ihr Gesicht zu laufen. Sie hatte ihr schon fast alle Freuden genommen, jetzt würde sie ihr auch noch ihre Stimme rauben. Sie wandte sich ab und begann bitterlich zu weinen.

Doch kurz darauf besann sie sich. Das war nur ein weiterer Teil ihres Planes, sie zu brechen. Sie erhob sich wieder, wischte sie ihre Tränen weg und gab sich trotzig. Sollen sie ihr doch ihre Stimme auch noch nehmen. Mit Florian würde sie sich auch so verstehen.

* * *

Wie schon die Woche zuvor war Maria von der eisernen Lunge sehr erschöpft. Schon als Paul sie mit dem Beutel für das Abendessen versorgte, fielen ihr die Augen zu und Paul musste sie immer wieder anstupsen.

Sie lächelte verlegen. »Ich bin sehr müde.«


Anna blickte immer wieder zu den zwei Paaren. Sie waren so anders als all die anderen Spione, die bisher auf die Station geschickt worden waren. Ob man ihnen vielleicht doch vertrauen konnte? Anna schöpfte einen kleinen Funken Hoffnung. Sie würde heute Abend mit Florian darüber reden, wenn er kommen würde. Den Gedanken an den Mundverschluss schob sie weit von sich. Das wollte sie einfach nicht glauben. So grausam konnte ihre Familie doch nicht sein.

Auch Betty wälzte sich im Bett hin und her. Sie konnte auch nicht einschlafen, weil sie immer noch nicht wusste, ob es richtig war, was sie vor hatte. Hier alle Zelte abzubrechen und Sarah als persönliche Dienerin nach Brasilien zu folgen. Ob ihre Liebe zu Sarah wirklich stark genug war?

* * *

Frederike griff zu den Akten, die ihre Sekretärin kurz vor Dienstschluss noch vorbei gebracht hatte. Anna war anscheinend für das »Ehevorbereitungsprogramm« gebucht. Die Buchung war schon vor einem Vierteljahr durch ihren Vater erfolgt und war etwas in Vergessenheit geraten.

Sie blätterte weiter. Es waren anscheinend verschiedenen Behandlungen geordert, um den Widerwillen der Tochter zu brechen. Anna würde sofort aus der Klinik entlassen werden, wenn sie sich zu der Hochzeit bereit erklärte.

Frederike legte die Akte beiseite und lehnte sich zurück. Was war bloß aus ihrer Klinik geworden, seit der Investor hier das Sagen hatte und nur noch auf das Geld geschaut wurde. Annas Aufenthalt brachte der Klinik viel Geld ein, aber es war schmutziges Geld.

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pardofelis
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Gehorsam benötigt keine Gewalt

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  RE: Maria Datum:22.03.16 22:14 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo gag_coll,

erstmal ganz liebes Dankeschön für die sehr schnellen Fortsetzungen.
Schön das Paul auch endlich lernen darf.
Und so die verschiedensten Erfahrungen macht, z.B. Teamwork

Bei solchen Sachen wie mit Anna verstummt immer wieder irgendwie meine pazifistische Stimme.
Gibt es in den Staaten keine militanten Feministinen??
Ein kleiner Tip über "Papa" sollte doch reichen.

möge deine Muse stets mit dir sein


pardofelis
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  RE: Maria Datum:22.03.16 23:16 IP: gespeichert Moderator melden


hi gag_coll

Ich muss zugeben, dass ich doch leicht geschockt war, als ich die Zeilen zu Anna las. Die Geschichte bewegt mich doch sehr und ich lese gierig deine geistigen Ergüsse. Man kann sie echt nicht oft genug loben.

Ich hoffe für Anna, dass du sie nicht in so eine Heirat schickst und auch Frederike die möglichkeit bekommt, "ihre" Klinik zu retten.

Wie Pardofelis schon schrieb:

Möge die Muse mit dir sein

gruß Kami
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  RE: Maria Datum:23.03.16 15:45 IP: gespeichert Moderator melden


Zu erst einmal.Du hast uns vor enthalten wie es Frederike gefesselt erging.

Tja und da haben sich meine schlimmsten Befürchtungen bewarheited.Du hattest einaml erwähnt das das Programm von Frederike für Personen gedacht war,die es nicht freiwillig tun.Da hatte ich gehoft das es für Straftäterinnen und Drogenabhängige sind.Die so vor einen verpfuschten Leben und oder Knast bewart werden sollen.
Hatte jedoch schon damals die Sorge das man es auch mißbrauchen kann und wird.Um Personen zu brechen oder ihren willen zu nehmen so das sie nichts mehr selbst machen können.Möglicher weise had deswegen der Investor einen Zugang gesucht und gefunden.Weil er von Frederiks Programm erfahren had und es eine Menge Leute gibt die dafür viel Geld zahlen werden.Das had man auch schon gesehen das er keine Einwände gegen den Herzog hatte und Anna heimlich reinschaffen ließ und sie ins Programm gesteckt hatte ohne Frederike davon zu sagen.
Selbst wenn Frederike kündigt had er ihre Arbeit und er findet sicher jemand der es weiter betreibt.
Das Problem ist.Wenn es jemals raus kommt ist sie so was von fällig.Denn sie verstoßen gegen etliche GEsetze. Da währen Freiheitsberaubung,Mißhandlung von Schutzbefohlenen,schwere Körperverletzung und noch viel mehr.
Der Investor würde sicher davon kommen,da er einfach behaubted er hatte davon keine Ahnung und sich auch im Tagesgeschehen nicht eingemischt.Die Ärzte und Pfleger würden alles abbekommen.Und selbst wenn sie frei kommen,ihr Ruf währe für immer zerstört.

Ich hoffe das geht noch gut aus.Da schließe ich mich sicher den anderen vor mir an.
MAl schaun was du da noch so hin Zauberst.

Viel Spaß und möge die Muse dich regelrecht abknutchen.

mfg Wölchen

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gag_coll
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  RE: Maria Datum:23.03.16 17:05 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Zu erst einmal.Du hast uns vor enthalten wie es Frederike gefesselt erging.
Da hast du recht, ich werde es im Kapitel 14 nachreichen...

Zum Rest möchte ich erst mal noch nichts sagen...

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gag_coll
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  RE: Maria Kapitel 13 - In Amerika - Teil 18 Datum:24.03.16 11:45 IP: gespeichert Moderator melden


Maria
Kapitel 13 - In Amerika - Teil 18
Autor: Karl Kollar

Dienstag, den 7. September 1984

»Guten Morgen, mein Schatz, du musst aufstehen.« Paul beugte sich zu Maria herunter.

Maria schlug die Augen auf und verzog das Gesicht.

»Was ist los?« Paul war besorgt. Erst jetzt dachte er wieder daran, dass Marias Mund verschlossen war. Er dachte nach. »Du hast Muskelkater?«

Maria nickte mit einem gequälten Lächeln.

»Aufstehen!« Betty steckte den Kopf zur Tür herein. »Wir haben heute viel zu tun.«

Mit einem deutlich hörbaren Seufzer schwang Maria sich dem Bett und wartete, bis Paul sie vom Bett befreit und mit dem Schienensystem verbunden hatte.

Es würde ein schöner Tag werden. Paul war da, Sarah freute sich auf ihre Hochzeit und ihre Mutter schien nichts gegen Paul zu haben, im Gegenteil, sie hatte ihnen ja schon ihre erste gemeinsame Nacht in Aussicht gestellt.

»Ich schaue dann mal nach Anna.« Paul ging zur Tür, während sich Maria auf den Weg ins Bad machte.


Anna wischte sich die Tränen weg. Sie hatte fast die ganze Nacht wach gelegen und hatte gegrübelt. Vielleicht konnte sie sich doch diesem Paul anvertrauen. Es waren lauter kleine Indizien, die Anna immer wieder abgewogen hatte. Nicht zuletzt war da der Satz, den gestern die Zahnarzthelferin hatte fallen lassen. Der Mundverschluss sei bestellt, damit sich Anna nicht den neuen Patienten anvertrauen konnte. Mit Sarah und Maria konnte sie nicht reden, denn sie trugen so einen Mundverschluss, wie er für sie schon angedroht war.

Vorhin war er schon da gewesen und hatte sie an das Schienensystem gebunden. Doch da war Annas Mut noch nicht groß genug gewesen. Sie hoffte, dass sie ihn nach dem Frühstück sprechen konnte.

Anna wusste, dass alle Räume, die sie mit dem Schienensystem erreichen konnte, videoüberwacht waren, doch soweit sie wusste, wurden sie nicht abgehört. Sie hatte das bald nach ihrer Einweisung in der Klinik ausprobiert.

Gestern war Florian wieder da gewesen. Anna war sehr froh, dass er es geschafft hatte, einen Job in der Klinik zu bekommen. So war es ihm möglich, sie ab und zu zu besuchen und ihr Kraft zu geben. Beinahe wäre er aufgeflogen, doch als Betty und Paul kontrollieren kamen, hatte er sich hinter dem Vorhang versteckt.

Anna seufzte. Sie wusste, dass es für sie keine Erlösung geben konnte. Irgendwann würde die Familie sie wahrscheinlich einfach vor den Traualtar zwingen. Doch ihre Liebe zu Florian würden sie ihr nicht nehmen können, egal, wie sehr sie sie auch folterten.

Wieder musste sie an den neuen Helfer denken, der jetzt auf der Station war. Er hatte die Maschine nicht so stark eingestellt, wie es verlangt war. Und Schwester Betty hatte dies auch für in Ordnung befunden. Doch es blieben Zweifel. Manche Aktionen der Familie waren schon sehr perfide gewesen.

Seufzend schwang sie sich vom Bett und machte sich auf den Weg zum Frühstück. Vielleicht konnte sie ihn schon beim Frühstück ansprechen, das wäre wohl am wenigsten auffällig.


»Mein Chef ist richtig begeistert, dass seine Erfindung jetzt schon drei Mal getragen wird.« Judith lächelte, als sie von Betty an der Schleuse abgeholt wurde.

»Mir persönlich gefällt es auch sehr gut.« Betty grinste. »Sarah hat dann immer so einen flehenden Blick.«

»Ich persönlich fände es eher gruselig, wenn mir so die Stimme genommen werden würde.« Judith war etwas nachdenklich. »Was ist mit der Magensonde? Ist die schon gelegt?«

Betty schüttelte den Kopf. »Das mache ich.« Sie grinste wieder. Ich habe mittlerweile eine gewisse Übung darin.«

»Holst du bitte Anna, ich bereite derweil alles vor.« Judith legte die mitgebrachten Sachen auf den Tisch.


»Ah, da bist du ja.« Betty wand den Kopf, als Anna das Zimmer betrat.

»Was ist denn schon?« Anna hatte Judith noch nicht erkannt, da sie ihr den Rücken zugewandt hatte.

Jetzt drehte sich Judith auch um.

»Jetzt schon?« Anna erstarrte. »Ich wollte doch noch...« Doch dann hielt sie inne. Sie durfte ihre Pläne nicht verraten.

»Kommst du bitte?« Judith blickte kurz zu Betty, die anscheinend schon die Sonde vorbereitete.

Anna wusste, dass Weglaufen keine Option war. Schon viel zu oft hatte sie es probiert, stets eine Menge Kraft verbraucht, wenn sie gegen den Schlitten kämpfte, und musste doch stets nachgeben.

»Bringen wir es hinter uns.« Mit sehr viel Sarkasmus ging Anna zu dem Stuhl, auf den Judith gezeigt hatte. Sie hatte etwas Ehrgeiz entwickelt, keine Tränen zu zeigen, zumindest nicht, wenn irgendwo eine Kamera lief. Sie wusste, dass die Familie die Tränen als Schwäche deuten würde. Sie wartete lieber damit, bis das Licht aus war, dann vertraute sie sich ihrem Kissen an.

* * *

»Bist du fertig?« Paul steckte den Kopf ins Bad.

»Ich bin sofort fertig.« Maria strahlte ihn an. »Heute wird ein schöner Tag.« Sie würden unter sich sein, und vielleicht würden sich sogar ein paar Momente mit Paul allein ergeben. Sie wischte sich mit dem Handschuh durchs Gesicht, dann hängte sie es an den Haken und wollte aus dem Bad eilen. Doch sie kam nur zwei Schritte, dann erinnerte sie der Ruck an ihrem Körper an das Schienensystem, an das sie gebunden war. Seufzend setzte sie ihren Weg langsam fort.

»Hör auf zu grinsen.« fauchte sie Paul an, der in der offenen Tür stand. Doch dann sah sie, was er in der Hand hielt. Ihren Mundverschluss.

»Die anderen dürfen nicht wissen, dass ich ihn dir abgenommen habe.« Er seufzte.

Maria seufzte, dann öffnete sie den Mund und ließ sich den Knebel einsetzen. Sie hätte ihn gern noch gefragt, wo er das Werkzeug dafür her hatte, doch das fiel ihr zu spät ein. Außerdem war es schöner, ihn ohne das Ding im Mund küssen zu können.


Im Frühstücksraum war Betty gerade mit Anna beschäftigt. Maria sah sofort, dass auch sie eine Magensonde bekam. Doch auch Sarah fiel ihr auf, die schweigend neben Betty stand und doch so etwas wie Eifersucht ausstrahlte. Sie schien sich erst wieder zu beruhigen, als Betty wieder von ihr abließ. »Ihre Patientin, Judith.« Sie grinste.

Judith drehte sich zu Paul. »Die Chefin sagt, sie hat dir das Werkzeug gegeben.«

»Ja, das hat sie.« Paul drehte sich um und beeilte sich, zur Tür zu kommen. »Ich habe es bei uns im Zimmer.« Er hoffte, dass keiner sein rotes Gesicht sah.


Insgeheim war Anna davon überzeugt, dass das mit dem Mundverschluss nicht funktionieren konnte. Zumindest hatte sie sich das seit dem Maßnehmen von gestern eingeredet. Doch als Judith mit den Schrauben hantierte, erkannte sie, dass sie in Zukunft auch auf ihre Stimme verzichten musste. Es kostete sie sehr viel Kraft, keine Tränen zu zeigen und erst so nach und nach erkannte sie die wahren Dimensionen dieser Aktion.

Sie würde nie mehr reden können, auch nicht mehr mit Florian. Zudem erkannte sie, dass ihr kleiner Fluchtplan auch vereitelt war. Wie sollte sie sich jetzt diesem Paul anvertrauen?


Paul war der Stimmungswechsel von Anna nicht entgangen. War sie bisher nur traurig gewesen mit etwas Trotz, so schien sie jetzt wirklich am Boden zerstört. Er blickte kurz zu Maria und seine Freundin bestätigte mit einem Blick seine Beobachtung. Er kam ins Grübeln. Maria und Sarah waren über den Mundverschluss zwar nicht begeistert, doch sie zeigten auch keinerlei Unbehagen. Doch Anna schien geradezu todunglücklich.


Betty kam mit einem Tablett heran. »Jetzt gibt es erst mal Frühstück.« Auf dem Tablett lagen die üblichen weißen Beutel, nur dass es diesmal drei Beutel waren. Sie blickte zu Paul. »Holst du bitte unsere Tabletts aus dem Aufzug?«

Paul kam der Bitte nach, und kurz darauf kehrte die übliche Frühstücksruhe ein.

Paul blickte immer wieder heimlich zu Anna, die sichtlich mit ihrem neuen Schicksal zu kämpfen hatte.


»Seid ihr schon bereit?« Frederike stand in der Tür, und hinter ihr waren noch mehrere Personen zu sehen.

»Ich dachte, das hier wäre eine geschlossene Abteilung.« Betty grinste, dann blickte sie in die Runde. Fast alle Beutel hatten sich geleert und auch die Tabletts von ihr und Paul waren so gut wie leer. »Wir sind bereit.« Sie lächelte ihre Chefin verlegen an.

»Der Orthopäde und der Schneider bitten um einen Termin für die Anpassung der neuen Korsetts.« Frederike tat, als hätte sie die Bemerkung von Betty nicht gehört.

Maria und Sarah sprangen auf. Sie befreiten sich von den Beuteln und blickten erwartungsvoll in Richtung der Tür.


»Warum ist denn das so aufwendig?« Betty verdrehte etwas die Augen, als sie sah, was die Ärzte und die Schwester so alles aufbauten.

»Es ist ja nicht nur eine einfache Anprobe.« Frederike übersah Bettys Blick. »Diese Korsetts sind mehr als das Übliche und wir möchten auch die Verteilung der Organe kontrollieren.«

Betty blickte erstaunt auf.

»Immerhin sollen sie die Korsett ja für länger tragen.« Theoretisch sogar für immer, dachte Marias Mutter noch bei sich.


»Darf ich euch mal einen Moment sprechen?« Gertrud war zu Paul und Betty getreten und blickte sie erwartungsvoll an.

»Werden wir hier gebraucht?« Betty wandte sich an den Orthopäden. Dieser gab ihnen frei. »Wenn sie gegen Mittag wieder da sind, sollte das reichen.«

Paul und Betty folgten Gertrud in ihr Zimmer. »Ich möchte mich bei euch entschuldigen.« Sie blickte kurz auf dem Fenster. »Herzog Breganza war bei mir und hat mir die Lage erklärt.«

Paul und Betty blickten sich an. Sie wussten nicht, was sie sagen sollten.

»Im Grunde ist es so auch schöner« Gertrud lächelte verschmitzt. »Es fing nämlich an, langweilig zu werden.«

»Warum sind sie eigentlich hier?« Paul fühlte irgendwie, dass jetzt vor allem Ehrlichkeit gefragt war.

»Mein Mann macht eine längere Geschäftsreise«, Sie zögerte etwas. »Und meine Dienerin ist schwanger, so dass sie sich mehr um sich selbst kümmern muss. Deswegen haben wir diesen Aufenthalt gebucht.«

»Und die ganzen Behandlungen?« Betty war hellhörig geworden. »Das sind doch teilweise Foltern.«

Gertrud wurde leicht rot. »Nun ja, ich bin wohl leicht masochistisch veranlagt. Mein Mann hat das recht früh erkannt und bereitet mir das Paradies auf Erden, jedenfalls meistens.«

Paul blickte zu Boden. Er wollte nicht darüber nachdenken, aus was genau dieses Paradies bestand.

»Und was erwarten sie jetzt von uns?« Betty wollte auf den Punkt kommen.

»Macht bitte einfach so weiter wie bisher.« Sie wurde etwas verlegen. »Es ist viel spannender, wenn ich nicht genau weiß, was kommen wird und wie die Geräte eingestellt sind.«

Paul und Betty griffen sich unwillkürlich bei den Händen. Die Anspannung unterband persönliche Gefühle. Sie spürten, dass Gertrud ihnen viel Vertrauen entgegen brachte und sie hofften beide, es nicht zu enttäuschen.

»Und dann wäre da noch etwas.« Gertrud ging zu ihrer Kommode und schaltete das Radio an. Dann bat sie Paul und Betty, näher zu kommen.

Sie ließen ihren Hände wieder los und kamen der Bitte nach.

»Ich weiß nicht, ob Annas Familie hier mithören kann, deswegen das Radio.« Gertruds Stimme war auf einmal leise und verschwörerisch. »Ich mache mir große Sorgen um Anna.« Gertrud berichtete von ihrem Beobachtungen. »Sie war immer schon recht traurig, doch jetzt mit dem Mundverschluss ist sie todunglücklich.«

Paul bestätigte ihre Beobachtung. »Das ist mir auch aufgefallen.«

»Mir vertraut sie nicht, weil ich Kontakte zu Herrn Brown habe.« Gertrud verdrehte kurz die Augen. »Aber ich glaube, du könntest Zugang zu ihr finden.« Sie blickte Paul zuversichtlich an.

Paul musste schlucken. »Ich werde es versuchen.« Auch ihm war der traurige Blick von Anna zu Herzen gegangen.

»Und jetzt hätte ich noch eine andere Bitte.« Gertrud hatte auf einmal etwas Flehendes im Blick. »Mein Mann hat mir diese Mumie geschenkt, aber wir sind noch nicht dazu gekommen, sie auszuprobieren.« Sie zeigte auf einen großen Kasten, der von der Form her ein wenig an einen Sarkophag erinnerte. »Natürlich nur, wenn ihr Zeit habt.«

Bettys Augen begannen zu leuchten. »Ich geh mal fragen, ob wir gebraucht werden.« Sie verließ den Raum.

Paul ging auf den großen Kasten zu und blieb ehrfurchtsvoll davor stehen.

»Hier wird es aufgeklappt.« Gertrud zeigte auf einen Riegel. »Und hier ist das Bedienpult.« Sie öffnete eine Klappe und gab den Blick frei auf einige Knöpfe und ein tachoähnliche Anzeige. Als Einheit war Bar angegeben.

Paul blickte interessiert auf die Anzeige. »Es geht um Druck?«

Gertrud klappte die Mumie auf und ließ Paul in das Innere blicken. »Hier im Inneren sind viele kleine Luftkammern, die abwechseln aufgeblasen werden. Das ist dann wie eine Massage.«

Pauls Blick zeigte an, dass er sehr beeindruckt war. »Und sie sagen, sie waren da noch nie drin?«

»Wir haben die Maschine natürlich ihm Rahmen einer Abnahme getestet und auch alle Druckparameter überprüft. Aber fliegen konnte ich darin noch nicht.«


»Bis zum Mittag kommen sie ohne uns zurecht.« Betty strahlte, als sie in Gertruds Zimmer zurück kam. Als sie die offene Mumie sah, pfiff sie. »Was ist denn das Feines?« Sie kam interessiert näher.

»Das ist meine vollautomatische Ganzkörper-Massage.« Gertrud wiederholte, was sie schon Paul erzählt hatte.

»Da sind ja auch Spielzeuge eingebaut.« Betty hatte sehr schnell erkannt, dass für die Brüste und den Schritt besondere Zapfen vorgesehen waren.

»Kennerblick.« Gertrud lächelte. »Die sind natürlich in der Position verstellbar, falls mal jemand anders hinein möchte.«

Betty griff das nicht ausgesprochene Angebot auf. »Ich würde Sarah hier gern mal einsperren.« Sie fasste an die Riemen, die innen offensichtlich zum Festschnallen der Probandin gedacht waren.

»Es ist aber schöner« Gertrud war dem Gedankengang gefolgt, »wenn man gar nicht festgeschnallt ist, weil man dann die Massage überall spüren kann.«

»Ich weiß nicht, ob Maria das gefallen würde.« Paul war eher skeptisch. »Wie lange dauert so eine Massage?«

»In Minuten oder in Orgasmen?« Gertrud lächelte. »Ich hoffe auf mehrere Höhepunkte. Wir konnten es wie gesagt bisher nicht ausprobieren.« Sie griff zu einigen der Knöpfe und stellte sie ein. »So wird es eine Stunde dauern.« Sie blickte Paul und Betty nachdenklich an. »Würdet ihr euch trauen, mich da einzusperren?«

Betty war sofort bereit, doch Paul zögerte etwas. »Gibt es so etwas wie ein Notsignal?« Er hatte etwas Sorge im Blick.

»Komisch,« Gertrud grinste, »das hat mein Mann auch gefragt.« Sie nahm einen kleinen Schalter zur Hand. »Das hier werde ich in der Hand halten.«

Paul sah, dass auf dem kleinen ungefähr Ei-großen Gegenstand zwei Knöpfe waren, ein eckiger und ein runder.

»Der eckige Knopf setzt das Massageprogramm für eine Minute aus, falls es mir zuviel wird.«

»Und der runde Knopf?«

»Der löst den Alarm aus und ihr müsst mich sofort befreien.«

»Also, was müssen wir machen?« Betty hatte wieder dieses verdächtige Leuchten in den Augen.

»Ihr müsstest mich umschnallen.« Sie griff mit der Hand an den Bolzen, der ihr Keuschheitsgürtel an das Schienensystem koppelte. »Ich stelle mich in die Mumie und ihr müsst sie nur zuklappen.« Ihre Stimme zeigte ihre hohe Erregung. »Die Maschine startet dann automatisch.«

Paul spürte einmal wieder, dass er auch einen Keuschheitsgürtel trug. Er war allerdings auch dankbar dafür, denn es half ihm, seine Erregung unter Kontrolle zu halten.

»Dann lasst uns anfangen.« Gertrud drehte sich zu Betty und zeigte mit der Hand wieder auf das Seil, welches sie an die Schienen kettete.

Betty trat vor und dirigierte Gertrud in die Mumie. Sie nahm das Seil, das in der Mumie angebracht war und klinkte es in den Gürtel ein, dann konnte sie das Schienenseil entfernen. »Und jetzt?« Ihre Stimme zeigte auch ihre Nervosität an.

»Ich stelle mich bequem hin und dann macht ihr die Mumie einfach zu. Der Rest geht automatisch.« Gertrud Augen leuchteten.

Paul überzeugte sich noch einmal, dass Gertrud das Ei in der Hand hielt, dann blickte er Betty fragend an. »Bereit?«

Auch Betty spürte das Besondere des Augenblicks. Sie nickte nur.

Langsam schoben sie die Tür zu, bis ein Klacken das Schließen der tür anzeigte. Sofort setzte ein leises Brummen ein und ebenso war ein leises Stöhnen zu hören.


»Passt du auf?« Paul fand den Anblick der Mumie und das Wissen, dass Gertrud sich darin foltern ließ, sehr faszinierend, doch etwas anderes bewegte ihn noch mehr. »Ich möchte noch mal nach Anna sehen. Ich mache mir Sorgen um sie.«

»Ja, bitte schau nach ihr.« Betty war Annas Zustand ebenfalls aufgefallen. »So traurig war sie bisher noch nie. Ich passe auf.«


Auf Annas Behandlungsplan stand »strenges Monohandschuh-Training«. Paul erschrak, als er es entdeckte. Es war seit dem Frühstück schon mindestens eine Stunde vergangen und die Behandlung hatte noch nicht begonnen. Er blickte sich in dem kleinen Schwesternzimmer um, doch von einem Handschuh für Anna war nichts zu sehen.

»Vielleicht weiß Anna, wo ihr Handschuh ist«, dachte er bei sich und ging in Annas Zimmer.

Auf den ersten Blick war das Zimmer leer, doch die Überwachung hatte angezeigt, dass sich eine Person im Zimmer befand.

Paul ließ sein blick durch das Zimmer schweifen, und als er das Seil entdeckte, was von der Decke hinter den Vorhang führte, lächelte er. Anna hatte sich dort versteckt.

Er ging zum Vorhang und zog ihn beiseite. Anna saß auf einem Hocker und hatte den Kopf in die Hände versenkt. Sie schluchzte leise. Der Kragen ihrer Bluse zeigte an, dass sie heftig geweint haben musste.

»Wo ist denn dein Handschuh?« fragte er unvermittelt.

Anna hob langsam den Kopf und zeigte auf ihren Schrank. Ein leises ´Mmpf? zeigte an, das sie versuchte, etwas zu sagen.

Paul ging zum Schrank und öffnete ihn. Irgendwie hatte er ein ungutes Gefühl, einfach so in fremden Schränken herum zu wühlen. Auf einmal hatte er eine Idee. »Ich finde ihn nicht.« Er drehte sich zu Anna. Es würde Anna vielleicht gut tun, sich etwas zu bewegen.

Anna seufzte, dann stand sie langsam auf und folgte dem Schienensystem, bis sie am Schrank war. Jetzt war sie mit Paul allein, doch ihr Mund war versiegelt. Mit den Händen reden, diese Option würde auch gleich vorbei sein. Den Handschuh betrachtete Anna neben all den Folteraktionen ihrer Familie noch aus einem andere Grund sehr skeptisch. Immer wenn sie den Handschuh trug, wurde ihr Oberkörper nach vorn gedrückt und ihr Busen wurden besonders hervorgehoben. Florian war von diesem Anblick sehr angetan und war dann immer besonders zärtlich zu ihr.

Sie griff innerlich seufzend in das Fach, in dem der Handschuh deutlich sichtbar oben auf lag. Eigentlich war er nicht zu übersehen. Sie reichte ihm den Handschuh und legte dann ihre Arme auf den Rücken, wie es stets von ihr erwartet wurde. Im Vergleich zu all den anderen Sachen, die die Familie für sie bestellt hatte, war der Handschuh noch eine der angenehmsten Sachen.

»Warum bist du so traurig?« Natürlich wusste Paul, dass Anna nicht antworten konnte, aber er wollte ihr zumindest zeigen, dass er ihre Trauer bemerkt hatte.

Doch zu seiner Überraschung zeigte Anna auf einmal ein sehr erschrockenes Gesicht und zeigte mit der Hand auf eine bestimmte Stelle in ihrem Zimmer.

Paul folgte dem Blick und sah, dass dort eine dieser neumodischen Videokameras angebracht war. Annas Raum wurde überwacht. Er begriff, was sie ihm damit sagen wollte. Sie würde sich verraten. Seufzend legte sie wieder ihre Arme auf den Rücken und blickte Paul bittend an. Sie hoffte, dass er sie verstanden hatte.


Es kam Paul schon sehr seltsam vor. Er hatte schon ein paar Frauen den Handschuh angelegt und fast jede hatte dabei so etwas wie Gefühle gezeigt. Maria zitterte meistens ein wenig, die anderen zogen an den Armen, während Paul die Schnürung verschloss. Doch Anna zeigte nichts von all dem. Er fühlte überhaupt keine Spannung in ihr, es kam ihm fast vor, als würde er an einer Puppe arbeiten. Anna war das Anlegen des Handschuhs völlig gleichgültig.

Als er ihr signalisierte, dass er fertig war, zeigte sie weiterhin keine Reaktion. Sie ging einfach langsam zu ihrem Bett und ließ sich in die Kissen fallen.

In Paul reifte ein Plan. Er musste einen Raum finden, der nicht videoüberwacht wurde und müssten Anna hineinbringen. Dann könnten sie ihr den Mundverschluss abnehmen. Er spürte, dass Anna mit ihm reden wollte, doch sie hatte Angst vor der Überwachung durch ihre Familie.

* * *

Vom Korridor waren plötzlich Stimmen zu hören. Paul ging zu Tür, um nachzusehen.

»Noch mal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebe Sabeth.« Nicolas nahm seine Frau in den Arm. »Genieße dein Geschenk.«

»Vielen Dank.« Sabeth küsste ihren Mann dankbar, dann drehte sie sich zu Paula. »Jetzt kann es losgehen.«

Paula hatte beim Kuss weggesehen. Sie legte den Arm um ihre Geliebte. »Ich habe einiges für dich vorbereitet.«

Paul blickte verwundert auf die Personen, die soeben die Sieben betreten hatten. Sabeth war da mit ihrem Mann und Paula, und Nicolas wurde von Monica begleitet, die bei dem Abschiedskuss ebenfalls die Stirn gerunzelt hatte. Hinter ihnen hatte auch Marias Mutter die Sieben betreten.

»Ich hoffe, es ist alles zu ihrer Zufriedenheit.« Frederike war eine gewisse Anspannung anzusehen. »Wenn etwas sein sollte, ich bin für sie jederzeit zu erreichen.«

Sabeth entwand sich Paulas Umarmung und gab der Chefin die Hand. »Danke für die Erfüllung eines lange gehegten Traumes. Wir werden es genießen.« Sie blickte kurz zu Paula. »Und jetzt raus mit euch.«

Ihre letzten Worte galten Nicolas und Monica, die sich ebenfalls noch kurz bei ihr verabschiedeten. »Bis zum Wochenende. Genießt die Zeit.«

Sabeth blickte kurz zu Paula, die den Blick erwiderte. »Das werden wir.«

Frederike ging zu der Tür, die bisher verschlossen gewesen war. Sie schloss sie auf. »Das wird ihr Zimmer werden.«

»Was ist denn hier für ein Lärm?« Betty steckte den Kopf aus dem Zimmer. »Oh, hallo Schwägerin.« Sie grinste. »Bereit für fesselnde Abenteuer?« Sie warf Paula einen schnellen Blick zu.

»Ich hoffe doch.« Sabeth grinste.


»Wie weit seid ihr?« Paul versuchte den Überblick zu bekommen.

»Die beiden sind gerade beim Röntgen.« Betty grinste. »Mit den neuen Korsetts.« Mit den Händen deutete sie eine schmale Taille an.

»Ich dachte, wir sind hier in der geschlossenen Abteilung.« Paul war verwundert.

»Die beiden wissen nicht, was passiert.« Sie beschrieb, dass sie Maria und Sarah mit Augenbinde und Ohrenstöpsel versehen hatte und sie dann in Rollstühlen zum Röngtenraum gebracht wurden.

Paul blickte Betty erstaunt an.

»Natürlich habe ich sie auf den Stühlen fixiert.« Sie grinste. »Morgen machen wir das noch mal, dann aber mit den Ganzkörperkorsetts. Das wird besonders spannend.«

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  RE: Maria Datum:24.03.16 20:09 IP: gespeichert Moderator melden


Kleine Übersicht:

Maria - Protagonistin
Paul - Protagonist
Frederike - Marias Mutter und Leiterin der Klinik
Sarah - Prinzessin in ausbildung, soll Juan heiraten
Betty - Schwester in der Klinik und bald Zofe von Sarah
Juan - Prinz, soll Sarah heiraten, geliebter von Bertram
Bertram - Diene von Juan, geliebter von Juan
Sabeth - Mutter von Sarah (?), Frau von Nicolas
Paula - Zofe von Sabeth, ihre geliebte (?)
Nicolas - Der Herzog (?), Frau von Sabeth, geliebter von Monica
Monica - Nicolas Sekretärein und geliebte
... Ich habe ein wenig den überblick verloren. Kannst du uns da helfen?

gruß Kami

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von kamikazekifferin am 24.03.16 um 20:14 geändert
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  RE: Maria Datum:24.03.16 20:37 IP: gespeichert Moderator melden


... war ja fast alles richtig... Sabeth ist die älteste Tochter von Herzog Breganza und die Schwester von Juan.

Maria - Protagonistin
Paul - Protagonist
Frederike - Marias Mutter und Leiterin der Klinik
Sarah - Prinzessin in Ausbildung, soll Juan heiraten
Betty - Schwester in der Klinik und bald Zofe von Sarah
Juan - Sohn des Herzogs, soll Sarah heiraten, Geliebter von Bertram
Bertram - Diener von Juan, Geliebter von Juan
Sabeth - Tochter des Herzogs, Schwester von Juan, Frau von Nicolas
Paula - Zofe von Sabeth, ihre Geliebte
Nicolas - Mann von Sabeth, geliebter von Monica
Monica - Nicolas Sekretärein und Geliebte

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  RE: Maria Datum:24.03.16 20:47 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
... war ja fast alles richtig... Sabeth ist die älteste Tochter von Herzog Breganza und die Schwester von Juan.

Maria - Protagonistin
Paul - Protagonist
Frederike - Marias Mutter und Leiterin der Klinik
Sarah - Prinzessin in Ausbildung, soll Juan heiraten
Betty - Schwester in der Klinik und bald Zofe von Sarah
Juan - Sohn des Herzogs, soll Sarah heiraten, Geliebter von Bertram
Bertram - Diener von Juan, Geliebter von Juan
Sabeth - Tochter des Herzogs, Schwester von Juan, Frau von Nicolas
Paula - Zofe von Sabeth, ihre Geliebte
Nicolas - Mann von Sabeth, geliebter von Monica
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  RE: Maria Kapitel 13 - In Amerika - Teil 19 Datum:25.03.16 06:26 IP: gespeichert Moderator melden


Maria
Kapitel 13 - In Amerika - Teil 19
Autor: Karl Kollar

(noch Dienstag, den 7. September 1984)

»Für eine Klinikküche gar nicht schlecht.« Paula schob ihren Teller weg. »Ich bin pappsatt.« Ihr Blick fiel auf Bettys Teller. Betty hatte kaum etwas angerührt. Paula ahnte, was Betty bewegte. »Du fragst dich, ob es richtig ist, hier alles aufzugeben, um ihr zu folgen.«

Betty seufzte tief, dann blickte sie erstaunt auf. »Woher weißt du das?«

»Ich war in der gleichen Situation wie du.« Paula lehnte sich zurück und schloss für einen kurzen Moment die Augen, um sich zu erinnern. »Ich kenne Sabeth eigentlich schon seit unserer Jugend. Mein Vater war bei ihnen als Jäger angestellt.«

Paula begann von ihrer Kindheit zu erzählen. Alle am Tisch waren still und lauschten Sabeth Freundin.

Betty hörte sehr aufmerksam zu und vieles von dem, was Paula erzählte, kam ihr mehr oder weniger bekannt vor. Auch Paula hatte nächtelang wachgelegen und über ihre Beziehung zu der adeligen Frau nachgedacht.

»Ich kann dir eigentlich nur einen Rat geben.« Sie blickte Betty intensiv an. »Folge deinem Herz und blende alles andere aus.«

Betty begriff, dass es Paula gut mit ihr meinte. Doch sie wusste nicht, was sie antworten sollte.

»Wenn du Sarah wirklich liebst, dann wird sich alles andere ergeben.«

»Aber woher soll ich wissen, ob sie mich auch so liebt?« Bettys Stimme zeigte ihre Ernsthaftigkeit. Ein wenig plagte sie ihr schlechtes Gewissen, wenn sie Sarah bei den Behandlungen wieder gequält hatte.

»Auf diese Frage kann nur einer antworten...« Paula antwortete theatralisch. »Und das ist dein Herz.« Sie machte eine bedeutsame Pause. »Wenn ich richtig informiert bin, dann hat Sabeths Vater dir schon ein Angebot gemacht.«

Betty nickte. »Bis Freitag möchte er eine Antwort von mir haben.«

»Bei mir war es genauso«, Paula zeigte viel Mitgefühl. »Ich habe in der Zeit nur sehr unruhig geschlafen. Und habe mich ständig gefragt, ob ich wirklich das Richtige tue.«

Betty seufzte tief.

»Eines musst du wissen.« Paula hoffte, dass sie das Richtige sagte. »Du wirst zwar so gut wie immer an ihrer Seite sein, aber nur selten dürft ihr eure Gefühle zeigen. Vor allem nicht in der Öffentlichkeit.«

Betty seufzte wieder.

»Selbst Händchen halten kann unter Umständen schon zuviel sein.« Paula wollte Betty zwar nicht die Zukunft verbauen, doch sie sollte realistisches Bild dessen haben, was sie erwarten würde. »Es wird erwartet, dass Du immer an Sarahs Seite bist, aber sichtbare Gefühle dürft ihr nicht zeigen.«

Betty blickte lange aus dem Fenster, sie fand keine Worte.

»Wenn ihr in Zukunft irgendwo eingeladen sein, dann wird erwartet, dass Sarah mit ihrem Mann in einem Bett schläft.« Sie deutete an, dass ihr genau das sehr viel Probleme bereitet hat. »Erst als ich mich einmal mit Monica ausgetauscht habe und erfahren habe, dass es ihr genauso erging, wurde es besser.«

Bettys Blick hellte sich etwas auf. »Mit Bertram habe ich ja schon Frieden geschlossen.«

»Und wie denkst du über Juan?« Paula war froh, die Fragen stellen zu können, die für sie selbst wichtig waren.

»Ich kenne ihn bisher nur sehr oberflächlich.« Betty lächelte gequält. »Ich habe seinen Vater öfters gesehen als ihn selbst.«

»So war es bei mir auch.« Paula nickte. »Ist er dir sympathisch?«

»Gute Frage.« Betty musste überlegen. »Eigentlich schon. Mir fällt jetzt nichts Negatives ein.«

»Ich denke, ihr werdet glücklich werden.« Paula gab sich sehr zuversichtlich. Ihr Blick fiel auf die Uhr. »Liebling, wie wär?s, wollen wir anfangen.« Sie lächelte ihre Geliebte an, die bisher still zugehört hatte.

»Ich dachte schon, du fragst gar nicht mehr.« Sabeth grinste. »Ich wollte euch nur nicht unterbrechen.« Ihr Ton zeigte, dass sie die Sorgen von Betty durchaus respektierte und ernst nahm.


Paul blickte ebenfalls etwas verwundert. »Auf dem Plan steht etwas von ´Elektro-Massage´. Was ist denn das?«

»Da sind sie schon.« Betty erklärte, dass Sarah und Maria in ihren Rollstühlen nach dem Röntgen gleich zur Massage gefahren wurden. »Wenn sie dort fertig sind, müssen wir ihnen die Armbrüste anlegen.«

Pauls Blick zeigte sein Erstaunen. »Armbrüste?« In seinen Gedanke sah er einige Ritter, die mit Armbrüsten auf ihre Feinde schossen.«

»Das wirst du dann sehen.« Betty lächelte. »Der Bogen sieht aus wie eine Armbrust.«

Paul wollte zuerst nachhaken, denn auch Bogen sagte ihn nichts, doch dann beschloss er, es einfach auf sich zukommen zu lassen.

»Einen Moment bitte«, Paula räusperte sich, »wenn ich das richtig verstehe, dann hättest du gerade nichts zu tun?«

Paul blickte kurz zu Betty, dann bestätigte er Paulas Vermutung.

»Es wäre sehr nett, wenn du uns beim Auspacken helfen könntest, dann könnte Sabeth schon jetzt fixiert werden.«

»Du kannst wohl die Zeit nicht abwarten.« Sabeth lachte kurz, dann wurde sie unerwartet ernst. »Ich freue mich schon lange darauf, es endlich auszuprobieren.«

»Ja, das kann ich schon machen.« Er blickte zwischen Sabeth und Paula hin und her.

Paula nahm einen winzigen Schlüssel aus ihrer Handtasche und trat auf ihre Freundin zu.

Sabeth zog sich die Ärmel so weit hoch, dass ihre Ellenbogen frei waren. Paul war erstaunt, als ein filigranes Metallgestell zum Vorschein kam, welches sich scheinbar nahtlos um ihre Arme schmiegte.

»Bitte die Arme strecken.« Paulas Stimme war seltsam verwandelt. Sie zeigte sowohl Liebe als auch Dominanz.

Sabeths Augen leuchteten, als sie dem Befehl ihrer Dienerin nach kam.

Paula fingerte mit dem Schlüssel kurz am Ellenbogen herum, dann zog sie die Ärmel wieder herunter und strahlte. »Fertig.«

Sabeth musste lachen, als sie Pauls und Bettys ratlose Gesichter sah. »Ich trage seit heute Morgen schon ein Exoskelett und freue mich schon seit Wochen auf diesen Moment.« Ein Strahlen ging über ihr Gesicht. »Paula wird mir so nach und nach alle meine Gelenke fixieren, bis ich mich gar nicht mehr bewegen kann.«

Paula steckte den Schlüssel wieder in ihre Tasche. »Ich freue mich auch schon lange darauf.« Sie grinste nicht minder. »Doch jetzt gehen wir erst mal auspacken.« Sie blickte Paul ermunternd an.


»Hier, das ist das Gerät, dass unsere beiden gleich tragen müssen.« Betty zeigte Paul die Bögen, den sie für die Behandlung bereit gelegt hatte.

Bis vor Kurzem wäre Paul vielleicht noch verwundert gewesen, doch seit er Paula beim Auspacken geholfen hatte, wunderte ihn nichts mehr. Paula hatte es sich zum Vergnügen gemacht, jeden Gegenstand, den Paul aus der großen Kiste heraus nahm, in seiner Funktion zu erklären und hatte dabei immer wieder auf Sabeth geblickt, die immer erregter wurde.

Als sie in ihrem Zimmer angekommen waren, hatte Paula ihrer Freundin auch noch die Schultergelenke und die Knie fixiert, so dass Sabeth nur noch herumstehen und zusehen konnte. Es störte sie gewaltig, dass Paula alle ihre Foltergeräte so deutlich vor einem nahezu Fremden ausbreitete, doch es gab nichts, was sie dagegen machen konnte.

Sabeth liebte insgeheim diesen Zustand, wenn sie den Launen ihrer Dienerin so hilflos ausgeliefert war. In Brasilien gab es dafür nur selten Gelegenheit, und um so erfreuter waren beide, hier ihrer Leidenschaft wirklich ungestört nachgehen zu können.

Paul hatte es bald realisiert, dass es etwas Besonderes war, Zeuge diese Spiele zu sein, und insgeheim nahm er sich vor, dieses Vertrauen auch nicht zu enttäuschen.

Ganz zum Schluss musste er noch mit anfassen, als Sabeth aufs Bett gelegt wurde und Paula auch noch die Hüftgelenke fixierte. Anschließend reichte Paula ihm die Hand und bedankte sich für die Hilfe. Auch Sabeth bedankte sich mit leuchtenden Augen beim ihm.

Paul begriff sofort, dass die beiden Frauen jetzt unter sich sein wollten. »Stets zu Diensten.« Er verbeugte sich und verließ dann langsam das Zimmer.


»Müssen wir sie holen?« Paul blickte etwas verwundert auf den seltsamen Bogen, den Betty ihm in die Hand gedrückt hatte.

»Nein«, Betty schüttelte den Kopf. »Sie werden gebracht.« Auf einmal veränderte sich ihre Stimme und sie rückte etwas näher zu Paul heran. »Stell dir vor, sie tragen den Mundverschluss, die Augenbinde und die Ohrstöpsel, sie wissen also gar nicht, was los ist.« Ihre Stimme zeigte eine gewisse Faszination.

Ohne dass er es richtig erklären konnte, spürte Paul auf einmal eine gewisse Vertrautheit zu Betty und ihrer offensichtlichen Leidenschaft. Er griff den Faden auf. »Und du meinst, wir lassen sie in dem Zustand?«

»Du verstehst mich« Betty grinste. »Erst zur Kaffeepause werden wir sie befreien.«

Unter normalen Umständen hätte Paul auf einer Befreiung von Maria bestanden, doch irgendwie war Bettys leichter Sadismus ansteckend. Er grinste. Außerdem wusste er, dass solche Isolationen für Maria nichts Neues waren. Aber er fragte sich, ob sie ihn trotzdem erkennen würde.

* * *

Drei Herren warteten im Besuchsraum und hatte eine Kamera und ein Mikro aufgebaut.

Paul hatte beim Aufbauen helfen müssen und hatte dabei aus den Gesprächen ein wenig aufgreifen können. Er begriff indirekt, dass dieser Raum nicht videoüberwacht wurde, sonst hätten die Anwälte die Kamera nicht mitbringen müssen.

»Und das Gerät zeichnet alles auf?« Der Älteste der drei Anwälte blickte besorgt auf den Tisch. »Wenn das noch mal schief geht und wir wieder keine Aufzeichnungen mitbringen, dann macht uns die Familie die Hölle heiß.«

»Keine Sorgen, ich habe das gestern ausführlich getestet.« Er rückte die Geräte noch einmal zurecht. »Und es ist ein ganz neues Band, nur einmal von mir getestet.«

»Na hoffentlich.« Er drehte sich zu Paul. »Sie können Frau Kennedy dann zu uns bringen.«

Paul machte sich sofort auf den Weg. Irgendwie strahlten die Herren eine gewisse Autorität aus, der er sich nicht widersetzen wollte.

Anna saß schon auf ihrem Bett und stand auf, als Paul das Zimmer betrat, noch bevor er etwas sagen konnte.

Innerlich seufzte sie. Wenn die Anwälte nicht zwei Mal pro Woche kämen, wäre sie fast in der Lage, die Gedanken an ihre Familie und die drohende Zukunft auszublenden. Doch so musste sie jeden Dienstag und Donnerstag stets das gleiche Prozedere über sich ergehen lassen.

Doch diesmal würde es anders sein. Sie hatte ihr die Stimme genommen und Anna war nur noch zu Gesten fähig. Nicht dass das am Ablauf der Prozedur etwas ändern würde. Sie würde wieder schweigend da sitzen und bei den entscheidenden Fragen den Kopf schütteln. Doch diesmal musste sie wenigstens nicht aufpassen, ein falsches Wort zu sagen. Die Anwälte mussten ein kleines Vermögen kosten, doch Geld hatte für die Familie noch nie eine Rolle gespielt.

Seufzend folgte sie Paul, der langsam voran ging. An der Tür zum Besucherraum befreite er Anna von den Schienen, dann zog er sich höflich zurück.


Wie jedes Mal setzte Anna sich auf den Stuhl, der für sie bereit stand und senkte den Kopf. Vor ihr lag die Einverständniserklärung, die auf ihre Unterschrift wartete. Doch Anna war sich so sicher wie noch nie, dass sie dieses Papier nie unterschreiben würde.

Einer der Anwälte hatte ein Tonband dabei, das er abspielte.

»Meine liebe Tochter...« Als Anna die herrische Stimme ihres Vaters erkannte, begann sie innerlich zu singen, um die Stimme auszublenden, was ihr auch leidlich gelang. Sie wollte nichts von dem hören, was das Familienoberhaupt ihr zu sagen hatte, egal was es auch war, denn sie wusste, dass sie die Liebe zu ihrem Florian nie akzeptieren würden.

»Nun, sind sie bereit, zu unterschreiben?« Der älteste der Anwälte holte Anna aus ihren Gedanken zurück. »Nicken sie einfach oder schütteln sie den Kopf.«

Anna erkannte, dass die Kanzlei über ihren aktuellen Zustand Bescheid wusste. Langsam aber deutlich schüttelte sie ihren Kopf und blickte wieder zu Boden.

»Das ist doch nur Zeitverschwendung.« stöhnte der jüngste der drei Herren.

»Mag ja sein«, erwiderte der mittlere in der gleichen Lautstärke. »Aber sie wird sehr gut bezahlt.«

Anna hatte Mühe, ein Lächeln zu unterdrücken. Ihre Familie hatte die teuerste Kanzlei weit und breit engagiert und jeder Besuch bei ihnen kostete die Familie über zehntausend Dollar.


»Sie können sie wieder zurück bringen.« Paul erhob sich, als einer der Anwälte seinen Kopf aus der Tür steckte.

Fast hätte Paul gefragt, ob Anna unterschrieben hätte, doch dann konnte er sich zusammenreißen. Ihm ging zwar das Schicksal von Anna zu Herzen, aber in diese Familiengeschichte durfte er sich nicht einmischen.

Als er Anna aus dem Raum führte und wieder an das Schienensystem anschloss, glaubte er fast so etwas wie Stolz bei Anna zu fühlen und insgeheim erkannte er, dass Anna wohl wieder nicht unterschrieben hatte.


»Bringst du Anna gleich wieder zur Streckbank?« Betty hielt Annas Behandlungsplan hoch.

Paul nickte. »Kann ich machen.«

Betty kam mit einem Zettel hinterher. Sie blickte Anna entschuldigend an. »Solange die Anwälte noch da sind, müssen wir die verlangten Werte einstellen, doch so bald sie weg sind, stellen wir die wieder runter.

Anna blickte Betty erstaunt an. Wie gern hätte sie jetzt zumindest einmal ein paar Fragen gestellt. Sie spürte immer deutlicher, dass diese Krankenschwester und auch dieser unerfahrene Betreuer nicht von ihrer Familie eingeschleust waren. Doch ein Rest an Zweifeln blieb.

Immerhin war die Aussicht, von der Streckbank-Maschine nur kurz gequält zu werden, so etwas wie ein Hoffnungsschimmer.

Paul schnallte Anna wie vorgesehen fest, dann ging er bewusst langsam an das Bedienpult und betätigte die Regler. Kurz bevor er einschaltete, blickte er noch einmal zu Anna. »Es tut mir leid, aber wenn die Anwälte zur Kontrolle kommen.«

Anna nickte verständnisvoll. Irgendwie begann in ihr ein Vertrauen zu wachsen.

»Sie sind weg.« Betty steckte den Kopf zur Tür herein. Sie sah sofort, dass die Maschine schon lief. Sie trat an die Maschine und drückte den Notausknopf. »Wir können dir das doch ersparen.« Sie lächelte in Richtung Anna. »Für eine schmale Taille muss frau leiden, aber es muss keine Folter sein.«

Anna hatte auf einmal so etwas wie Erleichterung im Blick. Gerade die Streckmaschine war besonders unangenehm und jeder Millimeter, der ihr erspart blieb, war zu begrüßen.


Plötzlich steckte Paula den Kopf herein. »Betty, kommst du bitte. Der Herzog möchte dich sprechen.«

Betty zuckte zusammen. Bei all den Problemen mit Anna und Gertrud waren Maria und Sarah etwas in den Hintergrund geraten. Sie kontrollierte noch einmal ihre Kleidung, dann ging sie nervös auf den Korridor.

»Guten Tag, Frau Granger. Ich wollte mir einmal die Fähigkeiten meiner Schwiegertochter ansehen.« Der Herzog sprach mit ruhiger Stimme.

Betty runzelte unwillkürlich die Stirn. Gleich darauf bereute sie es.

»Sarah hat um diesen Termin gebeten, wenn ich sie daran erinnern darf.«

»Ja, natürlich.« Doch auf einmal wurde sie rot. »Ich weiß gar nicht, was ich dafür machen muss.« Sie hatte zwar Sarahs Training intensiv begleitet, aber wie das Gebet auf dem Rücken dann tatsächlich aussehen würde und wie man es anlegte, wusste sie nicht.

Maria stupste Paul an und blickte ihn ermutigend an. Mit den Händen deutete sie ein Haus an.

Paul erkannte sofort, was sie ihm sagen wollte. »Ich kann dir helfen. Ich habe es Maria schon mal angelegt.«

»Was machen sie hier?« Der Herzog war für einen Moment verwundert.

»Es ist gerade Pause.« Betty war erleichtert. »Ich hole dann mal Sarah.«


Sarah saß auf dem Bett und blickte Betty erwartungsvoll an. Doch Betty setzte sich zunächst neben Sarah auf das Bett. »Paul wird mir bei dem Gebet helfen.« Sie streichelte Sarah über das Gesicht. »Bist du damit einverstanden?«

Sarah nickte verschüchtert. Sie war Frederikes Rat gefolgt und hatte um einen Termin beim Herzog gebeten, um ihm das Gebet endlich richtig zu zeigen. Sie war erleichtert, dass sie jetzt nicht mehr schummeln musste. Und auch die Angst vor der Hochzeit war weg. Sie stand auf und Betty begleitete sie auf den Flur.

Paul hatte schon einige Seile zusammen getragen und versuchte, sich die Fesselung auf der Hütte noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Er hoffte, dass er alles richtig machte und Sarah keine unnötigen Schmerzen zufügte.

Zu seiner Erleichterung zeigte Sarah zu keiner Zeit, während er und Betty mit den Riemen beschäftigt waren, irgendwelche Zeichen von Unbehagen. Entweder sie spürte wirklich keine Schmerzen oder sie hatte sich bemerkenswert unter Kontrolle.


»Ich bin sehr zufrieden.« Der Herzog strahlte deutlich. Er strich ihr vorsichtig über das Gesicht.

Sarah strahlte ebenfalls, und eine Träne lief über ihre Wange.

Der Herzog wischte die Träne weg und drehte sich zu Betty. »Was ist jetzt wichtig?«

»Wir machen jetzt viel Ausdauertraining.« Betty musste sich erst räuspern, bevor sie antworten konnte. »Maria muss das Gebet auf ihrem Fest fast den ganzen Tag tragen.«

»Um was geht es bei dem Fest?« Der Herzog gab sich interessiert. »Ich habe jetzt schon so viel davon gehört.«

Betty blickte Paul fragend an. »Kannst du das erklären?«

Paul gab einen kurzen Überblick über das Fest sowie über seine historischen Wurzeln. Als er von der Hochzeit berichtete, blickte er sehr verliebt zu Maria.

Der Herzog war dieser Blick nicht entgangen. »Sie mögen sich sehr?«

Beide bestätigten, Maria durch ein erzwungen stummes Nicken.

Der Herzog wandte sich zu Betty und Sarah. »Sarah, meine Liebe.« Er machte eine bedeutsame Pause. »Wenn sie möchten, dann können sie mit dem Gebet vor dem Altar stehen.« Er blickte Sarah und Betty aufmerksam an.

Es tat Sarah ein wenig weh, an ihre Hochzeit erinnert zu werden, bei der sie eben nicht mit Betty vor dem Altar stehen würde. Sie nickte vorsichtig.

»Es würde dann jeder Verständnis haben, wenn Betty wirklich die ganze Zeit an ihrer Seite ist und ihnen hilft.« Die Worte ´ganze Zeit´ hatte er extra betont und er hoffte, dass die Worte, die seine Tochter ihm in den Mund gelegt hatte, die richtige Wirkung haben würden. »Ich habe schon mit dem Pfarrer gesprochen, und er ist mit dem besonderen Arrangement einverstanden.«

Bettys Blick zeigte, dass sie noch nicht verstanden hatte, was wirklich gemeint war.

»Es werden zwei Paare vor dem Altar stehen und der Pfarrer wird immer von ´ihrem Partner´ sprechen. Wie ihr das verstehen wollt, überlasse ich euch.«

Sarah ergriff Bettys Arm und hielt sich daran fest. Sie hatte Mühe, nicht zu weinen.

»Und jetzt möchten sie sicher weiter machen mit dem Ausdauertraining.« Er drehte sich um und ging zur Schleuse.

Als Paul seinen Blick wieder zu Betty und Sarah wandte, sah er, dass beide gerade trotz Sarahs Mundverschlusses in einen intensiven Kuss versunken waren. Er freute sich, dass die Zukunft dieses Paares offensichtlich gesichert war. Er drehte sich zu Maria und sah, dass seine Freundin ebenso fasziniert war.

Doch dann stupste Maria ihn an und scharrte etwas mit dem Fuß.

Er lächelte. »Du freust dich aufs nächste Training?«Ein Blick in ihre leuchtenden Augen gab ihm die Antwort.


Es war wie gestern. Mit dem langsamen, aber sorgfältigen Anlegen des Ponygirl-Geschirrs verschwand das Mädchen Maria, und ein neues Wesen kam hervor, dessen Wunsch es war, von ihrem Herrn angeleitet und geführt zu werden. Lediglich die Trense konnte nur symbolisch getragen werden, denn Marias Mund war verschlossen.

»Hat dein Pony eigentlich auch einen Namen?« Betty kam auf Paul zu, nachdem sie Sarah in der eisernen Lunge versorgt hatte.

Maria und Paul blickte sich verblüfft an. »Nein, einen Namen hat mein Pony nicht.« Er legte den Arm um Marias riemenverschnürten Körper.

»Und wie willst du es dann rufen, wenn es ungehorsam ist?« Betty Augen hatten einen seltsamen Glanz. Sie schien sich über diese Spielart schon Gedanken gemacht zu haben. »Wir müssen es taufen.«

»Wie wäre es mit ´Wildfire´?« Paul blickte abwechselnd auf Betty und Maria. Erst als Maria nickte, war auch er einverstanden.

Doch Betty widersprach. »Das müssen wir viel feierlicher machen.« Ihre Augen strahlten. »Stellt euch nebeneinander.«

Sie wartete, bis das Paar der Aufforderung nachgekommen war, dann sprach sie weiter. »Paul, bist du einverstanden, dich ab sofort um dieses hübsche Pony Wildfire zukümmern und ihm ein guter Herr zu sein?«

Unter normalen Umständen hätte Paul einfach nur gelacht, doch jetzt lag ein besonderer Zauber im Raum, der der Zeremonie etwas Ernsthaftes verlieh. »Ja, ich bin einverstanden.«

»Und du, liebes Pony Wildfire« Betty wandte sich an Maria, »bist du einverstanden, dich ab sofort deinem Herrn unterzuordnen und alles zu machen, was er von dir verlangt?«

Auch Maria war von der spontanen Zeremonie sehr gefangen genommen. Sie nickte, versuchte ein Wiehern und scharrte etwas mit den Ponystiefeln.

»Somit erkläre ich euch zu Herr und Ponygirl.« Betty gab sich Mühe, ihre Stimme besonders feierlich klingen zu lassen.

»Was macht ihr denn da?« Frederike stand auf einmal im Raum. Irgendwie hatte sie keiner kommen gehört.

Alle drei zuckten zusammen, denn sie fühlten sich ertappt. Betty war die erste, die wieder Worte fand. »Wie lange sind sie denn schon da?«

»Ich glaube, lange genug.« Sie ging auf ihre Tochter zu und blickte sie streng an.

Maria zitterte.

Auf einmal erhellte sich die Miene ihrer Mutter. »Die Trense ist nicht richtig angelegt, Wildfire.« Sie drehte sich zu Paul. »Dein Ponyherr sollte besser auf dich aufpassen.«

Es war still im Raum.

»Es sollte ein Scherz sein.« Frederike ließ ein Lachen hören. »Ich wollte mich eigentlich nur erkundigen, wie der Besuch des Herzogs abgelaufen ist. Und ich wollte die Zeremonie nicht stören.« Sie streichelte ihrer Tochter über den Kopf.

»Sie hätten nichts dagegen?« Paul schien es, als erwachte er gerade aus einem Traum. »Zu diesem ...« Er wusste keine Worte, deswegen deutete er mit der Hand auf Maria.

»Diese Spielart ist mir nicht unbekannt.« Sie lächelte wieder. »Und ab sofort bin ich Frederike für dich.« Sie reichte ihm die Hand.

Maria sank in sich zusammen. Es war zuviel für sie. Paul war da, sie spielten ein ganz tolles Spiel, sie hatte die Arme im Gebet auf dem Rücken, ihre Mutter war da und sie hatte nichts dagegen und sie hatte Paul gerade das ´Du´ angeboten. Nur das Seil zur Decke verhinderte, dass Maria zu Boden fiel.


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  RE: Maria Datum:25.03.16 08:55 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo gag_coll, dir und allen anderen zunächst frohe Ostern und danke für die wieder mal klasse geschriebene Fortsetzung. Freue mich schon auf die nächsten Teile.
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Rainman
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  RE: Maria Datum:25.03.16 18:04 IP: gespeichert Moderator melden


hallo cag_coll

Ich machs mal extrem kurz: DANKE für diese letzten Teile die du veröffentlich hast.

Aber mann merkt deutlich, das du dich von Hermann doch recht deutlich hast beeinflussen lassen.

Auch hast du mittlerweile reichelich Baustellen aufgemacht, wo ich gespannt bin wie du das alles aufdröselst.

Vor allem Annas Schicksal geht mir doch sehr ans Herz. Bin ja gespannt, wie Sie daraus kommt.


MfG Rainman

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Rainman am 25.03.16 um 23:27 geändert
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gag_coll
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  RE: Maria Datum:25.03.16 20:30 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Ich machs mal extrem kurz: DANKE für diese letzten Teile die du veröffentlich hast.
Gern
Zitat
Aber mann merkt deutlich, das du dich von Hermann doch recht deutlich hast beeinflussen lassen.
Das ist hoffentlich als Kompliment gemeint. Ohne ihn würde es Maria in dieser Form überhaupt nicht geben. Und er hat den u.a. Behandlungsplan ausgearbeitet.
Zitat
Auch hast du mittlerweile reichlich Baustellen aufgemacht, wo ich gespannt bin wie du das alles aufdröselst.
Falls ich in 13 irgendwas vergessen sollte, bitte nachzufragen. Ich kann das idR. nachreichen.
Zitat
Vor allem Annas Schicksal geht mir doch sehr ans Herz. Bin ja gespannt, wie Sie daraus kommt.
Du meinst ´ob´?
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Rainman
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  RE: Maria Datum:25.03.16 23:33 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Das ist hoffentlich als Kompliment gemeint. Ohne ihn würde es Maria in dieser Form überhaupt nicht geben. Und er hat den u.a. Behandlungsplan ausgearbeitet.


Ja sicher doch. Habe doch immer gesagt, das ich deine Gesichte Klasse finde, oder??

Zitat
Du meinst ´ob´?


Hmm, wenn du da kein vernünftiges Ende zu findest, bin ich böse auf dich und rede kein Wort mehr mit dir.
Ist mir egal was du machst, und wenn Anna aus irgendeinem Grund das zeitliche segnet (was ich nicht hoffen will!!!). Hauptsache, Sie muß nicht den Wunsch ihrer Eltern erfüllen. Das ist immer noch besser als alles andere.


LG Rainman

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Rainman am 25.03.16 um 23:35 geändert
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