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  Lena, die Puppe
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kurtbauer
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  RE: Lena, die Puppe Datum:07.10.26 11:31 IP: gespeichert Moderator melden


Erstaunlich, dass eine Beendigung des Spiels möglich ist, aber was passiert, falls sie so verwandelt wurde, dass das immer weiter gehen wird?
Ich dachte eigentlich, dass dies so geplant wäre
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evi.blum
Fachmann





Beiträge: 54

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  RE: Lena, die Puppe Datum:07.10.26 19:08 IP: gespeichert Moderator melden


**Kapitel 64**

Kurze Zeit später klopfte es.

Frau Reinhardt bat um Einlass. Ich ließ sie herein, noch immer in dem rosa Latexkleid, die Augen vermutlich noch gerötet. Sie setzte sich nicht, sondern blieb stehen und musterte mich ernst.

„Richard hat sein Angebot zurückgezogen“, sagte sie ohne Umschweife.

Mir wurde schlagartig kalt. Das Blut wich aus meinem Gesicht.

„Ist etwas vorgefallen?“

Ich wurde blass. Die Worte kamen stockend, bruchstückhaft. Ich berichtete vom Mittagessen im Separée, von der erzwungenen Haltung, der Vibration, dem Befehl, absolut still und passiv zu bleiben. Von den überwältigenden, intensiven Gefühlen, der Erregung, dem Objektsein, dem Kampf, nichts nach außen dringen zu lassen. Und dann, mit verzweifelter Stimme, von dem Moment auf dem Rückweg, als ich nicht mehr konnte. Als ich ihn gebeten hatte, das Spiel sofort zu beenden.

Frau Reinhardt wurde ganz still.

Sie hörte zu, ohne mich zu unterbrechen, und ihr Gesicht veränderte sich kaum. Als ich fertig war, schwieg sie noch einen Moment länger.

„Ich verstehe“, sagte sie schließlich ruhig. Sie atmete einmal tief durch. „Ich muss erst klären, welche Auswirkungen das hat. Auf den Prozess. Auf die verbliebenen Optionen. Auf Vane.“

Ihre Stimme blieb sachlich, aber ich hörte die Schwere darunter.

„Ruhen Sie sich aus. Ziehen Sie sich um, wenn Sie möchten. 34-2 bleibt bei Ihnen. Ich melde mich, sobald ich mehr weiß.“

Sie verabschiedete sich schnell, fast abrupt, und verließ das Zimmer.

Die Tür fiel ins Schloss.

Ich blieb zurück, mitten im Raum, das Herz bis zum Hals pochen. Richard war weg. Sein Angebot zurückgezogen. Und Frau Reinhardt wusste noch nicht, was das für mich bedeutete.

Die Angst kroch kalt in mir hoch.

Hatte ich alles ruiniert?

War der Notausgang ein Fehler gewesen, den man nicht verzieh?

Blieb mir jetzt nur noch Vane, oder gar niemand?

Ich sank auf die Bettkante, die Hände im Schoß, und starrte auf den Boden.

Zum ersten Mal seit meiner Ankunft fühlte ich mich nicht nur ausgeliefert.

Sondern wirklich verloren.


**Kapitel 65**

34-2 stellte mich unter die Dusche.

Das Latexkleid wurde entfernt, das Pflaster abgenommen, die Eindringlinge sorgfältig, aber ohne unnötige Reizung herausgenommen und später wieder eingesetzt. Danach half sie mir in einfache Kleidung: Jeans und T-Shirt. Nichts Enges, nichts Auffälliges. Nur etwas, in dem ich atmen und warten konnte.

Dann blieb nur noch das Warten.

Ich saß auf dem Sofa, stand wieder auf, ging zum Fenster, setzte mich erneut. Die Unruhe wuchs mit jeder Minute. Die Zeit wollte nicht vergehen. Jedes Geräusch vor der Tür ließ mich zusammenzucken. Hatte ich alles zerstört? War der Notausgang ein unwiderruflicher Fehler gewesen?

Endlich klopfte es.

Frau Reinhardt trat ein. Ihr Gesicht war ruhiger als zuvor, aber immer noch ernst. Sie setzte sich mir gegenüber.

„Ich habe mit Richard gesprochen“, begann sie. „Er hat mir gesagt, dass er sich bereits nach dem Essen gegen Sie entschieden hatte. Gründe dafür hat er nicht genannt.“

Ich hielt den Atem an.

„Zu dem Notausgang hat er erklärt, dass er nur deshalb darauf reagiert hat, weil er ohnehin wusste, dass es nichts mehr werden würde. Insofern ist nichts wirklich Schlimmes passiert. Sie haben Glück gehabt.“

Die Erleichterung war so heftig, dass mir kurz schwindlig wurde. Gleichzeitig blieb ein bitterer Nachgeschmack. Er hatte sich schon vorher gegen mich entschieden. Der Notausgang hatte nur noch den bereits gefällten Entschluss bestätigt.

Frau Reinhardt lehnte sich leicht vor und sah mich eindringlich an.

„Ich erkläre Ihnen das noch einmal ausdrücklich: Ein Notausgang ist nicht vorgesehen. Nicht in dieser Form. Und nach der Verwandlung wird er auch nicht mehr möglich sein. Sobald der Prozess abgeschlossen und der Sponsor festgelegt ist, gibt es kein Zurück und kein "Bitte beenden Sie das Spiel" mehr. Das, was Sie heute getan haben, war eine Ausnahme, weil Sie sich noch in der Übergangsphase befinden. Später existiert diese Möglichkeit nicht.“

Sie ließ die Worte wirken.

„Ich möchte, dass Sie sich das noch einmal genau überlegen. Ob Sie die richtige Entscheidung getroffen haben. Ob Sie wirklich bereit sind, die Kontrolle so vollständig abzugeben, dass selbst der Notausgang verschwindet.“

Ich nickte langsam. Die Angst war kleiner geworden, aber an ihre Stelle war etwas Schwereres getreten: die Klarheit, wie endgültig dieser Weg wirklich war.

Frau Reinhardt erhob sich.

„Nehmen Sie sich den Abend Zeit. Schreiben Sie, wenn es hilft. Morgen sprechen wir weiter. Vane ist weiterhin interessiert. Mehr kann ich Ihnen im Moment nicht sagen.“

Sie ging.

Ich blieb zurück, in Jeans und T-Shirt, den Gürtel spürbar, und starrte auf meine Hände.

Kein Notausgang mehr.

Nicht später.

Nicht, wenn es ernst wurde.

Die Frage, die Frau Reinhardt gestellt hatte, blieb im Raum hängen:

War ich wirklich bereit dafür?
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