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  Lena, die Puppe
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 Autor Eintrag
Hasenzwerg
Staff-Member

Brandenburg


Für meine Häsin ,tue ich alles

Beiträge: 922

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  RE: Lena, die Puppe Datum:27.10.26 10:57 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo evi.blum

Eine wirklich wunderbar erzählte Geschichte, die mir auch sehr gut gefällt.

Nun kommt vielleicht auch noch die große Liebe ins Spiel?

Aber eine beginnende Verliebtheit von Lena in Vane lässt sich gerade nicht leugnen.

Sie konnte wirklich in den letzten Tagen , sehr tiefe Einblicke in die Welt der Puppen bekommen.

Nun steht sie vielleicht ein letztes Mal vor der Entscheidung, ob das zukünftige Leben als Puppe wirklich für sie eine komplette Erfüllung ihrer Sehnsüchte darstellt.

Und wenn Vane sie nun auf einmal als Frau war nimmt, für sie vielleicht auch etwas empfindet, was er vorher niemals für möglich gehalten hätte?

Ich freue mich schon sehr darauf zu erfahren, wie es mit dem beiden weitergeht.

Liebe Grüße verschlossener Hasenzwerg
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evi.blum
Fachmann





Beiträge: 58

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  RE: Lena, die Puppe Datum:28.10.26 18:42 IP: gespeichert Moderator melden


**Kapitel 75**

Wir gingen langsam weiter.

Ich hatte mich bei ihm untergehakt und spürte die Wärme seines Arms durch den Stoff. Vor meinem Haus angekommen, drehte er sich langsam zu mir. Ich hielt mich jedoch weiter leicht an seinem Ellenbogen fest. So, dass er keinen Abstand gewinnen konnte. Und vielleicht auch gar nicht wollte. Ich jedenfalls wollte den Abstand nicht.

Er merkte, dass ich ihn nicht losließ, und hob eine Augenbraue.

„Planen Sie, mich hier festzuhalten?“

„Ich?“, fragte ich mit gespielter Unschuld und machte große Augen. „Ich halte mich nur fest. Die Absätze, wissen Sie.“

Er lachte leise. Dann wanderte sein Blick für einen kurzen Moment zu meinen Lippen. Ich merkte es sofort und spürte, wie mir warm wurde. Er sah das. Ohne weiteres Zögern zog er mich an sich, ganz nah, bis kaum noch Luft zwischen uns war.

Und plötzlich küsste er mich.

Seine Lippen waren warm. Der leichte Bartschatten kratzte sanft über meine Haut. Es war nur kurz, ein fester, klarer Kuss, aber als er sich löste, war ich völlig atemlos. Mein Herz raste, und ich brauchte einen Moment, um wieder klar zu denken.

Er lächelte mich frech an, den Kopf leicht schräg.

„Danke für den schönen Abend, Lena.“

Dann löste er sich behutsam aus meinem Griff, trat einen Schritt zurück und verabschiedete sich mit einem letzten Blick.

Ich blieb vor der Tür stehen und sah ihm nach, die Finger noch leicht an den Lippen, als könnte ich den Kuss dort festhalten.

Der Abend war vorbei.

Aber irgendetwas hatte gerade erst angefangen.


**Kapitel 76**

Am nächsten Morgen blieb ich einfach im Bett liegen.

Ich war so glücklich. Auch wenn ich wusste, dass es eine künstliche Sonne war, die durch die Vorhänge schien: Der Morgen fühlte sich schön und entspannend an. Wir hatten uns geküsst. Immer wieder musste ich bei dem Gedanken daran grinsen. Immer wieder versuchte ich, das Gefühl zurückzuholen. Die Wärme seiner Lippen, den leichten Kratzer des Bartschattens, die Nähe. Es gelang mir jedes Mal.

Irgendwann siegte der Hunger.

Ich machte mich auf den Weg zu dem kleinen Café. Nichts konnte meine gute Laune schmälern. Und als das Frühstück dann auch noch so perfekt war, frische Brötchen, starker Kaffee, ruhige Atmosphäre, glühte ich innerlich vor Zufriedenheit.

Später ging ich zum Strand.

Dort setzte ich mich mit dem Notizbuch hin und vervollständigte meine bisherigen Erlebnisse und Empfindungen. Sie waren zwar ursprünglich für die Sponsoren gedacht, aber sie halfen mir auch, meine Gedanken zu ordnen. Jede Seite, die ich füllte, machte die Entscheidung ein Stück greifbarer oder zumindest ehrlicher.

Zum Abendessen traf ich zufällig Frau Reinhardt.

Wir setzten uns an denselben Tisch, und nach ein paar belanglosen Sätzen stellte ich die Frage, die mich seit gestern beschäftigte.

„Wie kann ich Sie erreichen, wenn ich etwas brauche? Oder wenn ich eine Entscheidung getroffen habe?“

Frau Reinhardt lächelte leicht.

„Sprechen Sie einfach die Puppe im Eingangsbereich an. Sie ist eine feste Installation und kann weder sprechen noch reagieren. Aber alles, was sie hört, wird an eine zentrale Stelle weitergegeben. Wir bekommen es mit.“

Ich nickte. Einfach. Praktisch. Und irgendwie passend zu diesem Ort.

Als wir uns verabschiedeten, spürte ich noch immer die Nachwirkung des Kusses und gleichzeitig die leise, wachsende Klarheit, dass die Woche der Bedenkzeit schneller vergehen würde, als mir lieb war.

Aber heute Abend störte mich das nicht.

Heute Abend war ich einfach nur glücklich.


**Kapitel 77**

In meinem Zimmer machte ich mich bettfertig und vermisste einmal mehr 34-2.

Und wenn ich ehrlich war, auch die beiden Eindringlinge. Ich war etwas verwirrt über mich selbst. Als ich mich nicht berühren konnte, war es mein größtes Bedürfnis gewesen. Jetzt, wo ich es könnte, hatte ich keine Lust dazu. Ich musste über mich lächeln. Der Körper und der Kopf schienen nicht immer dieselbe Sprache zu sprechen.

Am nächsten Morgen fasste ich einen Entschluss.

Ich ging zu der Puppe im Eingangsbereich des Hauses und kam mir dabei etwas blöd vor. Es fühlte sich an wie auf einen Anrufbeantworter zu sprechen. Unpersönlich und mit der ungewissen Frage, ob überhaupt jemand zuhörte. Trotzdem sagte ich, etwas hektisch, weil ich Angst hatte, der Mut könnte mich verlassen:

„Ich möchte bitte mit Frau Reinhardt sprechen.“

Dann blieb mir nur das Warten.

Etwa eine Stunde später klopfte es an der Tür. Frau Reinhardt stand davor. Ich bat sie herein. Sie setzte sich und eröffnete das Gespräch mit einer ruhigen, abwartenden Haltung. Ich war verlegen, druckste herum, suchte nach Worten für einen Wunsch, den ich mich kaum auszusprechen traute.

Frau Reinhardt sah mich an und sagte nur: „Nehmen Sie sich Zeit. Es gibt hier kein Falsch.“

Schließlich gestand ich es.

„Ich vermisse 34-2.“

Und fast schon unhörbar fügte ich hinzu: „... und die beiden Eindringlinge auch.“

Frau Reinhardt musste lächeln. Nicht spöttisch, eher verständnisvoll.

„Das ist nicht ungewöhnlich“, sagte sie ruhig. „Der Körper gewöhnt sich schneller, als man denkt. Und manchmal vermisst man genau das, wovon man glaubte, man wollte es loswerden.“ Sie erhob sich. „Ich schaue, was ich tun kann.“

Sie verabschiedete sich höflich und verließ das Zimmer.

Ich blieb zurück, unsicher, ob mein Wunsch erfüllt werden würde und gleichzeitig erleichtert, ihn überhaupt ausgesprochen zu haben.


**Kapitel 78**

Ich ging zum Frühstück.

Etwas anderes gab es gerade nicht zu tun, und ich wollte nicht auf meinem Zimmer sitzen und vielleicht vergeblich warten. Nach dem Essen zog es mich trotzdem wieder zurück. Als ich die Tür öffnete und alles unverändert vorfand, kein 34-2, keine Veränderung, war ich enttäuscht. Also beschloss ich, erneut zum Strand zu gehen, um über meine Zukunft nachzudenken.

Einerseits war ich froh, dass Vane mein Sponsor sein könnte. Dass wir uns geküsst hatten. Bei dem Gedanken musste ich wieder unwillkürlich grinsen. Andererseits fragte ich mich ernsthaft, ob ich wirklich eine Puppe werden wollte. Mein Herz schlug schneller, als ich mir vorstellte, für Vane die Puppe zu sein. Ihm zu gehören, von ihm geformt, benutzt, gehalten zu werden. Der Gedanke war gleichzeitig beängstigend und erregend.

Völlig in diese Überlegungen versunken, merkte ich nicht, dass jemand näher kam.

Irgendwann registrierte ich eine Präsenz neben mir. Als ich aufblickte und 34-2 erkannte, sprang ich auf und fiel ihr um den Hals. Sie war nur eine Puppe, unbeweglich im Gesicht, ohne Reaktion und trotzdem war ich glücklich. Sie war vertraut. Ein Stück Sicherheit in all der Ungewissheit.

34-2 löste sich behutsam, nahm meinen Arm und führte mich zurück auf mein Zimmer. Dort angekommen, bereitete sie mich auf die Hygiene vor. Wieder die Schellen in der Dusche, wieder die gründliche Reinigung. Und zu meiner Freude und mit einem deutlich spürbaren inneren Aufatmen, bekam ich auch wieder die Eindringlinge und den Gürtel.

Als das Schloss des Gürtels klickte und sich schloss, machte meine Erregung sofort einen Sprung nach oben. Der Druck, die Fülle, das vertraute Gefühl, wieder „vollständig“ zu sein.

Ich musste über mich lachen.

Wie dumm.

Jetzt, wo ich es wieder spürte, war es zu spät, mich zu berühren.

34-2 half mir in frische Kleidung und stellte sich an ihren gewohnten Platz. Diesmal blieb sie.

Und ich setzte mich aufs Bett, den Gürtel fest und präsent, und spürte, wie sich etwas in mir wieder einordnete.


**Kapitel 79**

Ich ging zurück auf die Plaza.

Die Eindringlinge gaben mir das Gefühl, wieder vollständig zu sein und doch musste ich mich erst wieder an sie gewöhnen. Die Schritte wurden kleiner, die Bewegungen langsamer und bedachter. Hinsetzen war plötzlich wieder eine bewusste Entscheidung: zu schnell, und der Druck verschob sich unangenehm; zu lange in einer Haltung, und die Dehnung machte sich deutlicher bemerkbar. Ich genoss die leise, ständige Erregung, die von ihnen ausging, wollte sie aber nicht zu intensiv werden lassen. Kein zusätzliches Reiben, kein bewusstes Anspannen. Nur das Mitführen.

Den Nachmittag verbrachte ich damit, einfach da zu sein.

Ich setzte mich an den Brunnen, die Beine leicht angewinkelt, und beobachtete, wie das Wasser über die Figuren lief. Ob sie es spürten? Ob sie, wie ich jetzt, eine ständige innere Präsenz in sich trugen? Der Gedanke war nicht mehr nur abstrakt. Er fühlte sich nah an.

Später schlenderte ich die Seitenstraßen entlang, blieb vor Schaufenstern stehen und sah mir Kleider an, die ich vielleicht nie selbst aussuchen würde. Der Gürtel und die Eindringlinge erinnerten mich bei jedem Schritt daran, dass meine Zukunft anders aussehen würde als die der Menschen um mich herum. Manchmal blieb die Erregung sanft im Hintergrund. Manchmal, wenn ich mich setzte oder eine Treppe nahm, flackerte sie stärker auf und ich atmete bewusst dagegen an, bis sie wieder absank.

Auf einer Bank im Schatten einer Baumgruppe holte ich mein Notizbuch hervor.

Ich schrieb nicht mehr nur Erlebnisse auf. Ich schrieb Fragen. Und darunter, vorsichtig, erste Antworten.

Will ich die Kontrolle abgeben?

Ja. Das hatte ich bereits gewusst.

Will ich Vanes Puppe sein?

Mein Herz schlug schneller, als ich den Satz las. Die Erinnerung an den Kuss, an sein Lächeln, an die Art, wie er mich geführt hatte, ohne mich zu beherrschen – und gleichzeitig die Vorstellung, dass genau er später die volle Kontrolle haben könnte. Der Widerspruch war erregend und beängstigend zugleich.

Wie fühlt es sich an, wieder gefüllt zu sein?

Vollständig. Und ein bisschen hilflos. Und irgendwie richtig.

Die Stunden vergingen, ohne dass ich sie zählte. Die künstliche Sonne wanderte langsam, die Plaza blieb lebendig, und ich saß mittendrin äußerlich eine junge Frau mit Notizbuch, innerlich jemand, der sich Stück für Stück an den Gedanken gewöhnte, nicht mehr nur Zuschauerin zu sein.

Gegen Abend spürte ich die Erregung wieder deutlicher. Nicht überwältigend, aber präsent genug, dass ich mich darauf freute, später auf mein Zimmer zurückzukehren. 34-2 würde da sein. Der Gürtel würde bleiben. Und die Fragen würden mich weiter begleiten.

Ich schloss das Notizbuch, stand vorsichtig auf und spürte die Eindringlinge bei der Bewegung.

Ein schöner Nachmittag.

Nicht, weil nichts passiert war, sondern weil ich angefangen hatte, ehrlich mit mir zu sein.


**Kapitel 80**

Nach dem Abendessen ging ich auf mein Zimmer.

34-2 war natürlich da. Ich freute mich irgendwie auf die Routine, die wieder da war. Die stille Präsenz an der Tür, die selbstverständliche Abfolge der Handgriffe, das Gefühl, nicht mehr alles allein entscheiden zu müssen. Bei der Hygiene war 34-2 wieder sehr behutsam. Keine unnötige Reizung, keine Hast. Nur Sorgfalt.

Die Nacht blieb ruhig. Nur einmal durchfuhr mich ein kurzes Krampfen, tief und unangenehm. Mein Körper musste sich offenbar erst wieder vollständig an die Eindringlinge gewöhnen. Danach schlief ich weiter.

Am nächsten Morgen, nach der Hygiene, legte 34-2 mir ein doch recht gewagtes Kleid bereit. Ein längeres T-Shirt wäre wohl die richtigere Bezeichnung gewesen, dachte ich. Es war eng geschnitten und hatte einen weiten Rock – allerdings bedeckte der Rock gerade so meinen Schritt. Dazu Sandaletten mit Pfennigabsätzen.

Eigentlich hätte ich protestieren können. Stattdessen freute ich mich. Über genau diese Freiheit, die ich abgab. Darüber, dass jemand anderes entschied, was ich trug.

Auf dem Weg zum Frühstück merkte ich, dass das Kleid kein Problem darstellte. Durch die Eindringlinge musste ich mich ohnehin vorsichtig bewegen. Kleinere Schritte, bewussteres Setzen der Füße, kein unachtsames Beugen. Der kurze Rock fügte sich einfach in diese ohnehin verlangsamte Art zu gehen ein.

Das Frühstück war wie immer gut. Frische Brötchen, Kaffee, Ruhe.

Als ich den letzten Schluck trank, stellte sich die Frage:

Was sollte ich heute unternehmen?

Die Woche der Bedenkzeit lief weiter. Die Eindringlinge saßen fest. 34-2 stand bereit. Und irgendwo da draußen wartete Vane auf eine Antwort, die ich noch nicht fertig ausgesprochen hatte.

Ich lehnte mich zurück und spürte den vertrauten Druck in mir.

Der Tag lag offen vor mir.


**Kapitel 81**

Ich dachte mir, ich könnte mal zum Besucherzentrum gehen.

Ich war zwar schon ein paar Mal dort gewesen, aber nie hatte ich wirklich die Zeit gehabt, mir alles in Ruhe anzuschauen. Der Weg dorthin war inzwischen vertraut. Und wie immer blieb mein Blick zuerst an dem Würfel mit der eingeschlossenen Frau hängen.

Ich wusste nicht genau, was ich fühlen sollte.

Auf der einen Seite Bewunderung und eine leise, merkwürdige Sehnsucht. Die Schönheit der erstarrten Bewegung, die Absolute des Moments, die Stille hinter dem Glas. Auf der anderen Seite Angst vor der Unumkehrbarkeit. Vor dem Gedanken, dass jemand dort drinnen vielleicht schon seit Jahren, oder für immer, in genau dieser Haltung existierte. Ohne Möglichkeit, sie zu verlassen.

Ich atmete einmal tief durch und ging weiter ins Gebäude.

Innen entdeckte ich einen kleinen Wegweiser. Unter vielen anderen Punkten fiel mir einer ganz besonders ins Auge:

Ausstellung.

Neugierig geworden, machte ich mich auf den Weg.

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