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      Brandenburg
 Für meine Häsin ,tue ich alles
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RE: Lena, die Puppe
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Datum:27.10.26 10:57 IP: gespeichert
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Hallo evi.blum
Eine wirklich wunderbar erzählte Geschichte, die mir auch sehr gut gefällt.
Nun kommt vielleicht auch noch die große Liebe ins Spiel?
Aber eine beginnende Verliebtheit von Lena in Vane lässt sich gerade nicht leugnen.
Sie konnte wirklich in den letzten Tagen , sehr tiefe Einblicke in die Welt der Puppen bekommen.
Nun steht sie vielleicht ein letztes Mal vor der Entscheidung, ob das zukünftige Leben als Puppe wirklich für sie eine komplette Erfüllung ihrer Sehnsüchte darstellt.
Und wenn Vane sie nun auf einmal als Frau war nimmt, für sie vielleicht auch etwas empfindet, was er vorher niemals für möglich gehalten hätte?
Ich freue mich schon sehr darauf zu erfahren, wie es mit dem beiden weitergeht.
Liebe Grüße verschlossener Hasenzwerg
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RE: Lena, die Puppe
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Datum:28.10.26 18:42 IP: gespeichert
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**Kapitel 75**
Wir gingen langsam weiter.
Ich hatte mich bei ihm untergehakt und spürte die Wärme seines Arms durch den Stoff. Vor meinem Haus angekommen, drehte er sich langsam zu mir. Ich hielt mich jedoch weiter leicht an seinem Ellenbogen fest. So, dass er keinen Abstand gewinnen konnte. Und vielleicht auch gar nicht wollte. Ich jedenfalls wollte den Abstand nicht.
Er merkte, dass ich ihn nicht losließ, und hob eine Augenbraue.
„Planen Sie, mich hier festzuhalten?“
„Ich?“, fragte ich mit gespielter Unschuld und machte große Augen. „Ich halte mich nur fest. Die Absätze, wissen Sie.“
Er lachte leise. Dann wanderte sein Blick für einen kurzen Moment zu meinen Lippen. Ich merkte es sofort und spürte, wie mir warm wurde. Er sah das. Ohne weiteres Zögern zog er mich an sich, ganz nah, bis kaum noch Luft zwischen uns war.
Und plötzlich küsste er mich.
Seine Lippen waren warm. Der leichte Bartschatten kratzte sanft über meine Haut. Es war nur kurz, ein fester, klarer Kuss, aber als er sich löste, war ich völlig atemlos. Mein Herz raste, und ich brauchte einen Moment, um wieder klar zu denken.
Er lächelte mich frech an, den Kopf leicht schräg.
„Danke für den schönen Abend, Lena.“
Dann löste er sich behutsam aus meinem Griff, trat einen Schritt zurück und verabschiedete sich mit einem letzten Blick.
Ich blieb vor der Tür stehen und sah ihm nach, die Finger noch leicht an den Lippen, als könnte ich den Kuss dort festhalten.
Der Abend war vorbei.
Aber irgendetwas hatte gerade erst angefangen.
**Kapitel 76**
Am nächsten Morgen blieb ich einfach im Bett liegen.
Ich war so glücklich. Auch wenn ich wusste, dass es eine künstliche Sonne war, die durch die Vorhänge schien: Der Morgen fühlte sich schön und entspannend an. Wir hatten uns geküsst. Immer wieder musste ich bei dem Gedanken daran grinsen. Immer wieder versuchte ich, das Gefühl zurückzuholen. Die Wärme seiner Lippen, den leichten Kratzer des Bartschattens, die Nähe. Es gelang mir jedes Mal.
Irgendwann siegte der Hunger.
Ich machte mich auf den Weg zu dem kleinen Café. Nichts konnte meine gute Laune schmälern. Und als das Frühstück dann auch noch so perfekt war, frische Brötchen, starker Kaffee, ruhige Atmosphäre, glühte ich innerlich vor Zufriedenheit.
Später ging ich zum Strand.
Dort setzte ich mich mit dem Notizbuch hin und vervollständigte meine bisherigen Erlebnisse und Empfindungen. Sie waren zwar ursprünglich für die Sponsoren gedacht, aber sie halfen mir auch, meine Gedanken zu ordnen. Jede Seite, die ich füllte, machte die Entscheidung ein Stück greifbarer oder zumindest ehrlicher.
Zum Abendessen traf ich zufällig Frau Reinhardt.
Wir setzten uns an denselben Tisch, und nach ein paar belanglosen Sätzen stellte ich die Frage, die mich seit gestern beschäftigte.
„Wie kann ich Sie erreichen, wenn ich etwas brauche? Oder wenn ich eine Entscheidung getroffen habe?“
Frau Reinhardt lächelte leicht.
„Sprechen Sie einfach die Puppe im Eingangsbereich an. Sie ist eine feste Installation und kann weder sprechen noch reagieren. Aber alles, was sie hört, wird an eine zentrale Stelle weitergegeben. Wir bekommen es mit.“
Ich nickte. Einfach. Praktisch. Und irgendwie passend zu diesem Ort.
Als wir uns verabschiedeten, spürte ich noch immer die Nachwirkung des Kusses und gleichzeitig die leise, wachsende Klarheit, dass die Woche der Bedenkzeit schneller vergehen würde, als mir lieb war.
Aber heute Abend störte mich das nicht.
Heute Abend war ich einfach nur glücklich.
**Kapitel 77**
In meinem Zimmer machte ich mich bettfertig und vermisste einmal mehr 34-2.
Und wenn ich ehrlich war, auch die beiden Eindringlinge. Ich war etwas verwirrt über mich selbst. Als ich mich nicht berühren konnte, war es mein größtes Bedürfnis gewesen. Jetzt, wo ich es könnte, hatte ich keine Lust dazu. Ich musste über mich lächeln. Der Körper und der Kopf schienen nicht immer dieselbe Sprache zu sprechen.
Am nächsten Morgen fasste ich einen Entschluss.
Ich ging zu der Puppe im Eingangsbereich des Hauses und kam mir dabei etwas blöd vor. Es fühlte sich an wie auf einen Anrufbeantworter zu sprechen. Unpersönlich und mit der ungewissen Frage, ob überhaupt jemand zuhörte. Trotzdem sagte ich, etwas hektisch, weil ich Angst hatte, der Mut könnte mich verlassen:
„Ich möchte bitte mit Frau Reinhardt sprechen.“
Dann blieb mir nur das Warten.
Etwa eine Stunde später klopfte es an der Tür. Frau Reinhardt stand davor. Ich bat sie herein. Sie setzte sich und eröffnete das Gespräch mit einer ruhigen, abwartenden Haltung. Ich war verlegen, druckste herum, suchte nach Worten für einen Wunsch, den ich mich kaum auszusprechen traute.
Frau Reinhardt sah mich an und sagte nur: „Nehmen Sie sich Zeit. Es gibt hier kein Falsch.“
Schließlich gestand ich es.
„Ich vermisse 34-2.“
Und fast schon unhörbar fügte ich hinzu: „... und die beiden Eindringlinge auch.“
Frau Reinhardt musste lächeln. Nicht spöttisch, eher verständnisvoll.
„Das ist nicht ungewöhnlich“, sagte sie ruhig. „Der Körper gewöhnt sich schneller, als man denkt. Und manchmal vermisst man genau das, wovon man glaubte, man wollte es loswerden.“ Sie erhob sich. „Ich schaue, was ich tun kann.“
Sie verabschiedete sich höflich und verließ das Zimmer.
Ich blieb zurück, unsicher, ob mein Wunsch erfüllt werden würde und gleichzeitig erleichtert, ihn überhaupt ausgesprochen zu haben.
**Kapitel 78**
Ich ging zum Frühstück.
Etwas anderes gab es gerade nicht zu tun, und ich wollte nicht auf meinem Zimmer sitzen und vielleicht vergeblich warten. Nach dem Essen zog es mich trotzdem wieder zurück. Als ich die Tür öffnete und alles unverändert vorfand, kein 34-2, keine Veränderung, war ich enttäuscht. Also beschloss ich, erneut zum Strand zu gehen, um über meine Zukunft nachzudenken.
Einerseits war ich froh, dass Vane mein Sponsor sein könnte. Dass wir uns geküsst hatten. Bei dem Gedanken musste ich wieder unwillkürlich grinsen. Andererseits fragte ich mich ernsthaft, ob ich wirklich eine Puppe werden wollte. Mein Herz schlug schneller, als ich mir vorstellte, für Vane die Puppe zu sein. Ihm zu gehören, von ihm geformt, benutzt, gehalten zu werden. Der Gedanke war gleichzeitig beängstigend und erregend.
Völlig in diese Überlegungen versunken, merkte ich nicht, dass jemand näher kam.
Irgendwann registrierte ich eine Präsenz neben mir. Als ich aufblickte und 34-2 erkannte, sprang ich auf und fiel ihr um den Hals. Sie war nur eine Puppe, unbeweglich im Gesicht, ohne Reaktion und trotzdem war ich glücklich. Sie war vertraut. Ein Stück Sicherheit in all der Ungewissheit.
34-2 löste sich behutsam, nahm meinen Arm und führte mich zurück auf mein Zimmer. Dort angekommen, bereitete sie mich auf die Hygiene vor. Wieder die Schellen in der Dusche, wieder die gründliche Reinigung. Und zu meiner Freude und mit einem deutlich spürbaren inneren Aufatmen, bekam ich auch wieder die Eindringlinge und den Gürtel.
Als das Schloss des Gürtels klickte und sich schloss, machte meine Erregung sofort einen Sprung nach oben. Der Druck, die Fülle, das vertraute Gefühl, wieder „vollständig“ zu sein.
Ich musste über mich lachen.
Wie dumm.
Jetzt, wo ich es wieder spürte, war es zu spät, mich zu berühren.
34-2 half mir in frische Kleidung und stellte sich an ihren gewohnten Platz. Diesmal blieb sie.
Und ich setzte mich aufs Bett, den Gürtel fest und präsent, und spürte, wie sich etwas in mir wieder einordnete.
**Kapitel 79**
Ich ging zurück auf die Plaza.
Die Eindringlinge gaben mir das Gefühl, wieder vollständig zu sein und doch musste ich mich erst wieder an sie gewöhnen. Die Schritte wurden kleiner, die Bewegungen langsamer und bedachter. Hinsetzen war plötzlich wieder eine bewusste Entscheidung: zu schnell, und der Druck verschob sich unangenehm; zu lange in einer Haltung, und die Dehnung machte sich deutlicher bemerkbar. Ich genoss die leise, ständige Erregung, die von ihnen ausging, wollte sie aber nicht zu intensiv werden lassen. Kein zusätzliches Reiben, kein bewusstes Anspannen. Nur das Mitführen.
Den Nachmittag verbrachte ich damit, einfach da zu sein.
Ich setzte mich an den Brunnen, die Beine leicht angewinkelt, und beobachtete, wie das Wasser über die Figuren lief. Ob sie es spürten? Ob sie, wie ich jetzt, eine ständige innere Präsenz in sich trugen? Der Gedanke war nicht mehr nur abstrakt. Er fühlte sich nah an.
Später schlenderte ich die Seitenstraßen entlang, blieb vor Schaufenstern stehen und sah mir Kleider an, die ich vielleicht nie selbst aussuchen würde. Der Gürtel und die Eindringlinge erinnerten mich bei jedem Schritt daran, dass meine Zukunft anders aussehen würde als die der Menschen um mich herum. Manchmal blieb die Erregung sanft im Hintergrund. Manchmal, wenn ich mich setzte oder eine Treppe nahm, flackerte sie stärker auf und ich atmete bewusst dagegen an, bis sie wieder absank.
Auf einer Bank im Schatten einer Baumgruppe holte ich mein Notizbuch hervor.
Ich schrieb nicht mehr nur Erlebnisse auf. Ich schrieb Fragen. Und darunter, vorsichtig, erste Antworten.
Will ich die Kontrolle abgeben?
Ja. Das hatte ich bereits gewusst.
Will ich Vanes Puppe sein?
Mein Herz schlug schneller, als ich den Satz las. Die Erinnerung an den Kuss, an sein Lächeln, an die Art, wie er mich geführt hatte, ohne mich zu beherrschen – und gleichzeitig die Vorstellung, dass genau er später die volle Kontrolle haben könnte. Der Widerspruch war erregend und beängstigend zugleich.
Wie fühlt es sich an, wieder gefüllt zu sein?
Vollständig. Und ein bisschen hilflos. Und irgendwie richtig.
Die Stunden vergingen, ohne dass ich sie zählte. Die künstliche Sonne wanderte langsam, die Plaza blieb lebendig, und ich saß mittendrin äußerlich eine junge Frau mit Notizbuch, innerlich jemand, der sich Stück für Stück an den Gedanken gewöhnte, nicht mehr nur Zuschauerin zu sein.
Gegen Abend spürte ich die Erregung wieder deutlicher. Nicht überwältigend, aber präsent genug, dass ich mich darauf freute, später auf mein Zimmer zurückzukehren. 34-2 würde da sein. Der Gürtel würde bleiben. Und die Fragen würden mich weiter begleiten.
Ich schloss das Notizbuch, stand vorsichtig auf und spürte die Eindringlinge bei der Bewegung.
Ein schöner Nachmittag.
Nicht, weil nichts passiert war, sondern weil ich angefangen hatte, ehrlich mit mir zu sein.
**Kapitel 80**
Nach dem Abendessen ging ich auf mein Zimmer.
34-2 war natürlich da. Ich freute mich irgendwie auf die Routine, die wieder da war. Die stille Präsenz an der Tür, die selbstverständliche Abfolge der Handgriffe, das Gefühl, nicht mehr alles allein entscheiden zu müssen. Bei der Hygiene war 34-2 wieder sehr behutsam. Keine unnötige Reizung, keine Hast. Nur Sorgfalt.
Die Nacht blieb ruhig. Nur einmal durchfuhr mich ein kurzes Krampfen, tief und unangenehm. Mein Körper musste sich offenbar erst wieder vollständig an die Eindringlinge gewöhnen. Danach schlief ich weiter.
Am nächsten Morgen, nach der Hygiene, legte 34-2 mir ein doch recht gewagtes Kleid bereit. Ein längeres T-Shirt wäre wohl die richtigere Bezeichnung gewesen, dachte ich. Es war eng geschnitten und hatte einen weiten Rock – allerdings bedeckte der Rock gerade so meinen Schritt. Dazu Sandaletten mit Pfennigabsätzen.
Eigentlich hätte ich protestieren können. Stattdessen freute ich mich. Über genau diese Freiheit, die ich abgab. Darüber, dass jemand anderes entschied, was ich trug.
Auf dem Weg zum Frühstück merkte ich, dass das Kleid kein Problem darstellte. Durch die Eindringlinge musste ich mich ohnehin vorsichtig bewegen. Kleinere Schritte, bewussteres Setzen der Füße, kein unachtsames Beugen. Der kurze Rock fügte sich einfach in diese ohnehin verlangsamte Art zu gehen ein.
Das Frühstück war wie immer gut. Frische Brötchen, Kaffee, Ruhe.
Als ich den letzten Schluck trank, stellte sich die Frage:
Was sollte ich heute unternehmen?
Die Woche der Bedenkzeit lief weiter. Die Eindringlinge saßen fest. 34-2 stand bereit. Und irgendwo da draußen wartete Vane auf eine Antwort, die ich noch nicht fertig ausgesprochen hatte.
Ich lehnte mich zurück und spürte den vertrauten Druck in mir.
Der Tag lag offen vor mir.
**Kapitel 81**
Ich dachte mir, ich könnte mal zum Besucherzentrum gehen.
Ich war zwar schon ein paar Mal dort gewesen, aber nie hatte ich wirklich die Zeit gehabt, mir alles in Ruhe anzuschauen. Der Weg dorthin war inzwischen vertraut. Und wie immer blieb mein Blick zuerst an dem Würfel mit der eingeschlossenen Frau hängen.
Ich wusste nicht genau, was ich fühlen sollte.
Auf der einen Seite Bewunderung und eine leise, merkwürdige Sehnsucht. Die Schönheit der erstarrten Bewegung, die Absolute des Moments, die Stille hinter dem Glas. Auf der anderen Seite Angst vor der Unumkehrbarkeit. Vor dem Gedanken, dass jemand dort drinnen vielleicht schon seit Jahren, oder für immer, in genau dieser Haltung existierte. Ohne Möglichkeit, sie zu verlassen.
Ich atmete einmal tief durch und ging weiter ins Gebäude.
Innen entdeckte ich einen kleinen Wegweiser. Unter vielen anderen Punkten fiel mir einer ganz besonders ins Auge:
Ausstellung.
Neugierig geworden, machte ich mich auf den Weg.
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| asta |
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Sklave/KG-Träger

 Nur wer seinen eigenen Weg geht kann von niemandem überholt werden
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RE: Lena, die Puppe
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Datum:29.10.26 12:56 IP: gespeichert
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wie immer eine grandiosee Fortsetzung. Vielen Dank
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Stamm-Gast
 

Beiträge: 221
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RE: Lena, die Puppe
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Datum:30.10.26 07:37 IP: gespeichert
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Du schaffst es wirklich prima die Geschichte spannend zu machen
Ich will endlich wissen wie Lena in eine permanente Puppe verwandelt wird
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Fachmann
 

Beiträge: 59
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RE: Lena, die Puppe
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Datum:04.11.26 07:18 IP: gespeichert
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**Kapitel 82**
Ich folgte den Wegweisern und kam schließlich in einen anderen Flügel des Besucherzentrums.
Ich hatte keine rationale Erklärung dafür, aber ich hatte das Gefühl, dass die Ausstellung einen großen Bereich dieses Flügels einnahm. Der Eingang wurde von zwei spiegelgleichen Meerjungfrauen-Statuen flankiert. Sie erinnerten mich an die Meerjungfrau in Kopenhagen, nur dass diese hier nicht allein und dem Wetter ausgesetzt wirkten, sondern bewusst als Torwächterinnen aufgestellt waren.
Ich konnte nicht widerstehen und berührte eine davon.
Sie war warm.
Körperwarm. Genau wie die Figuren am Brunnen auf der Plaza. Ich vermutete sofort, dass jemand in den Figuren steckte. Der Gedanke kehrte zurück, vertraut und beunruhigend zugleich: Wie musste es sein, so völlig bewegungslos und fremdbestimmt zu leben? Nur noch Haltung. Nur noch Sein. Ohne die Möglichkeit, auch nur einen Finger zu krümmen.
Ich ging weiter und betrat einen Vorraum.
Er diente gleichzeitig als Information und kleines Bistro. Es gab bequeme Sitzmöglichkeiten und ein paar Tische für die Leckereien, die man dort kaufen konnte. Obwohl ich neugierig auf die eigentliche Ausstellung war, wollte ich mir erst einmal einen Überblick verschaffen. Ich holte mir einen Kaffee und eine Broschüre, die die Ausstellung beschrieb, und setzte mich vorsichtig auf eines der Sofas. Vorsichtig, weil ich die Ablenkung durch die Eindringlinge nicht unnötig verstärken wollte.
Ich stellte den Kaffee auf den Couchtisch und hielt inne vor Verblüffung.
Die Glasplatte wurde von einer Puppe getragen.
Eine Frau, in einer klaren, tragenden Haltung eingefroren, die Arme nach oben gestreckt, den Tisch auf ihren Händen und Knien haltend. Ob sie belebt war, konnte ich nicht beurteilen. Aber vorstellen konnte ich es mir. Zu leicht.
Und da war es plötzlich wieder.
Dieses Verlangen, so etwas auch zu erleben. Ausgeliefert. Eingeschlossen. Fremdbestimmt. Alles abgeben und nur noch sein. Ein sehnsüchtiges Ziehen breitete sich in mir aus. Tief, warm und unmissverständlich.
Ich nahm die Broschüre in die Hand, den Kaffee daneben, und spürte den Druck der Eindringlinge und des Gürtels, als würde mein Körper die Sehnsucht bereits bestätigen.
Die Ausstellung hatte noch nicht einmal richtig begonnen. Und ich war bereits mittendrin.
**Kapitel 83**
Ich studierte die Broschüre.
Es gab einen Bereich zur Historie von Menschenpuppen, einen über die Techniken und einen, der schlicht mit „Sammlung“ beschriftet war. Zur Sammlung zog es mich auf magische Weise. Die Historie interessierte mich nicht sonderlich, und die Technik würde ich vielleicht sowieso selbst an mir spüren. Aber andere Puppen zu sehen - das zog mich an.
Ich folgte den Wegweisern. Wenn man es nicht besser wusste, hätte man meinen können, eine ganz normale Ausstellung zu besuchen. Es hätte sogar Führungen gegeben, aber ich wollte mir selbst ein Bild machen. Ich wollte nicht in die peinliche Situation geraten, ein Ausstellungsstück länger betrachten zu wollen und durch die Gruppe gezwungen zu werden, weiterzugehen.
Als ich mich dem Bereich der Sammlung näherte, fuhr ein Industrieportal lautstark nach oben. Dahinter lag ein Lagerraum und mir wurde schnell bewusst, was für einer.
In Lagerregalen lagen überall Puppenschachteln, zum Teil übereinander gestapelt. Ein paar standen auch an den Wänden, wahrscheinlich, damit man besser sehen konnte, was sich in ihnen befand.
In der ersten Schachtel lag - oder stand - eine Barbie-Puppe. Zumindest hätte sie so ausgesehen, wäre sie nicht menschengroß gewesen. Eine in ein Sommerkleid gekleidete Figur lächelte mich mit großen blauen Augen an. Keine Bewegung verriet die Frau im Inneren der Puppe. Nichts. Absolute Stille.
In der nächsten Schachtel stand eine Ballettpuppe. Trikot, Ballettröckchen, Strumpfhose, Spitzenschuhe. Sie stand en pointe, für immer in dieser Haltung gehalten. Die Anspannung, die eine echte Tänzerin nur für Sekunden aushalten konnte, war hier zum Dauerzustand geworden.
In einer dritten Schachtel befand sich eine nackte Puppe ohne erkennbares Gesicht. Nichts Besonderes. Eine ganz normale Schaufensterpuppe.
Ich entdeckte eine Sitzgelegenheit und ließ mich vorsichtig darauf nieder.
Die Eindringlinge verschoben sich leicht, als ich mich setzte. Der Druck war vertraut und gleichzeitig störend, weil er mich daran hinderte, mich ganz der Betrachtung hinzugeben und mich gleichzeitig daran erinnerte, dass ich selbst auf dem Weg dorthin war.
Die Gefühle in mir ließen sich kaum ordnen.
Da war Faszination. Reine, fast gierige Faszination. Diese Frauen, oder das, was von ihnen noch übrig war, existierten nur noch als Objekt. Lächelnd, en pointe, gesichtslos. Für immer in einer Form, die jemand anderes gewählt hatte. Der Gedanke ließ etwas in mir vibrieren, das eng mit der Erregung durch die Eindringlinge verbunden war.
Gleichzeitig stieg Angst auf. Nicht die laute, panische Art, sondern eine leise, tiefe. Die Unumkehrbarkeit. Das Wissen, dass hinter diesen makellosen Oberflächen Bewusstsein stecken konnte. Dass jemand dort drinnen vielleicht spürte, wie Besucher vorbeigingen, sie anstarrten, weiterzogen. Dass niemand mehr fragte, ob sie bleiben wollte.
Und darunter lag Sehnsucht.
Sehnsucht danach, selbst so still zu werden. So vollständig abzugeben. Nicht mehr entscheiden zu müssen, wie ich stand, was ich trug, wohin mein Blick ging. Nur noch da zu sein. Betrachtet zu werden. Gehalten zu werden in einer Form, die nicht mehr mir gehörte.
Ich saß da, den Blick von einer Schachtel zur nächsten wandernd, und spürte, wie sich die Erregung und die Sehnsucht und die Angst zu etwas vermischten, das mich atemlos machte.
Ich war nicht mehr nur Betrachterin.
Ich war jemand, die sich vorstellen konnte, selbst in einer dieser Schachteln zu liegen.
**Kapitel 84**
Ich hing noch eine Weile meinen Gedanken nach.
Irgendwann stand ich vorsichtig auf (die Eindringlinge verlangten ihre übliche Aufmerksamkeit) und schaute mir das restliche Lager an. In den Puppenschachteln, in die ich hineinschauen konnte, sah ich noch drei weitere Schaufensterpuppen, eine Barbie und eine dieser dicken Puppen, wie ich sie schon im Büro von Frau Reinhardt gesehen hatte. Es kam mir vor wie aus einem anderen Leben.
Dann erregte eine digitale Anzeige an den Schachteln meine Aufmerksamkeit.
Ich trat näher und schaute genauer hin. Auf einer stand:
6M 5T 21:05:52
Die letzte Stelle zählte jede Sekunde um eins hoch. Eine Uhr, das war klar. Aber was bedeuteten 6M 5T?
Ich ging zu den anderen Schachteln. 3M 21T. 9M 12T. Überall andere Werte.
Mir wurde plötzlich warm.
Eine Welle der Erregung erfasste mich so heftig, dass ich mich setzen musste. Monate und Tage. Das musste es sein. Wenn ja, dann saß eine dieser Puppen bereits seit über neun Monaten in ihrer Schachtel.
Neun Monate.
Bewegungslos.
Eingeschlossen.
Ungewiss, ob und wann jemand den Deckel öffnen würde.
Die Ungläubigkeit und die Erregung vermischten sich zu etwas, das mich den Atem stocken ließ. Nicht aus Angst. Nicht aus Abscheu. Sondern aus einem tiefen, beinahe gierigen Ja.
Neun Monate lang nichts tun.
Neun Monate lang nur existieren.
Neun Monate lang alles vollständig abgegeben. Haltung, Bewegung, Zeit, Entscheidung.
Der Gedanke war so intensiv, dass die Eindringlinge in mir plötzlich doppelt so präsent wirkten. Jeder Herzschlag schien sie gegen empfindliche Stellen zu drücken. Ich spürte, wie feucht ich wurde, wie mein Körper auf die bloße Vorstellung reagierte: so lange gehalten zu werden. So lange vergessen und gleichzeitig aufbewahrt. So lange nichts weiter zu sein als Inhalt einer Schachtel mit einer laufenden Uhr.
Ein leises, zitterndes Lachen stieg in mir hoch.
Ich hatte Angst vor der Unumkehrbarkeit gespürt und jetzt, in diesem Moment, erregte mich genau diese Unumkehrbarkeit mehr als alles andere. Die Vorstellung, dass jemand mich einpacken, den Deckel schließen und die Anzeige starten könnte... und dass ich dann einfach nur noch warten würde. Monat um Monat. Tag um Tag. Sekunde um Sekunde.
Ich saß da, die Hände leicht auf den Oberschenkeln, und ließ die Erregung durch mich hindurchlaufen, ohne sie zu bekämpfen.
Neun Monate.
Und irgendwo tief in mir flüsterte eine Stimme ganz klar und ruhig:
Ich könnte das.
Ich würde das wollen.
**Kapitel 85**
Ich wollte eigentlich noch den Rest der Sammlung sehen.
Aber jetzt musste ich zu Frau Reinhardt zurück. Ich brauchte Gewissheit. Ob meine Annahme richtig war. Neun Monate. Die Zahl brannte in mir, vermischt mit der Erregung, die sie ausgelöst hatte.
Der Weg zurück zu meinem Zimmer wurde scheinbar immer länger. Die Eindringlinge fühlten sich an, als wären sie gewachsen, jedenfalls waren sie viel präsenter als zuvor und reizten mein bereits erregtes Gemüt bei jedem Schritt zusätzlich. Ich ärgerte mich über das kurze Kleid. Die Angst, andere könnten die zunehmende Feuchtigkeit sehen, ließ mich noch vorsichtiger und steifer gehen.
Endlich im Vorraum angekommen, trat ich vor die Statue.
„Ich möchte Frau Reinhardt sprechen“, sagte ich, diesmal fester als zuvor.
Dann ging ich weiter auf mein Zimmer. Ein kurzer Augenblick der Freude durchzuckte mich, als ich 34-2 sah. Sie war noch da. Natürlich. Es war schön, sie wieder um sich zu haben. Vertraut, still, zuverlässig.
Ich verschwand schnell auf die Toilette, um mich etwas herzurichten und die auffälligsten Spuren meiner Erregung zu entfernen. Das Kleid war eindeutig zu kurz, dachte ich und musste trotz allem lächeln. Genau das Kleid, das 34-2 mir heute Morgen hingelegt hatte. Genau die Freiheit, die ich abgegeben hatte.
Als ich zurückkam, wartete ich.
Die Eindringlinge drückten, die Erregung ebbte nur langsam ab, und in meinem Kopf tickte die digitale Anzeige weiter:
9M 12T ...
Und die Frage, ob das wirklich bedeutete, was ich dachte.
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