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  Abenteuer auf Rosengarten
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Drachenlord
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  RE: Abenteuer auf Rosengarten Datum:03.09.17 12:34 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Forumsgemeinde,

Endlich geht es weiter! Ich hoffe Euch gefält der nächste Teil!

Viele Grüße,
Drachenlord


Körperpflege

Ich hatte tief und traumlos geschlafen und wurde erst wach als in der Box schon Bewegung war. Schlaftrunken öffnete ich die Augen und sah, dass die Rittmeisterin in der offenen Boxentür stand und uns Hengste auf die Beine trieb.

„Los auf die Koppel, ihr müdes Pack! Bewegt euch!“, trieb sie uns streng an.

Auch ich wollte bzw. musste aufstehen und versuchte mich hoch zu stemmen. Doch ich fiel mit einem Aufstöhnen zurück ins Stroh. Meine Beine hatten ihren Dienst verweigert und ich hatte das Gefühl sie wären aus Holz. Ich hatte keine Kraft und kaum Gefühl in den Muskeln. Mühsam rollte ich mich auf die Knie und wollte mich gerade hoch drücken als mein Schlafgenosse mir unter die Achsel griff. Mit seiner Hilfe schaffte ich es aufzustehen, doch war ich mir nicht sicher, dass ich ohne seine Hilfe hätte stehen können.

„Miu, du brauchst Schlachtross nicht beim Aufstehen zu helfen. Das kann er auch alleine“, kam es jetzt vom Eingang der Box.
Während die anderen Hengste an ihr vorbei zur Koppel liefen kam die Rittmeisterin auf uns zu. Als sie nahe genug war um mich genauer zu erkennen weiteten sich ihre Augen erkennbar. Sie trieb Miu und einen weiteren Hengst mit angedeuteten Gertenhieben aus der Box. Doch als ich mich auch in Bewegung setzen wollte hielt sie mich mit dem Gertengriff zurück und meinte: „Du bleibst da! Um dich muss ich mich extra kümmern!“

Normalerweise hätte mir diese Ansage einen Schauer über den Rücken gejagt, doch ich war immer noch so fertig, dass ich es einfach akzeptierte.

Sie führte mich jetzt nicht auf die Koppel sondern in den Waschraum. Dort band sie mich an einen Pfosten, nahm mir mein Geschirr ab und begann mich zu reinigen. Zunächst seifte sie mich von Kopf bis Fuß ein. Nachdem sie meine, vor Dreck starrende, Mähne gründlich durchgeknetet und auch den Rest meines Körpers kräftig abgerieben hatte spritze sie die Seife mit warmem Wasser ab.

Dann widmete sie sich meinem Rücken und begann die Striemen zu reinigen.
Ich wand mich, als sie mit einer Bürste den Schmutz und kleine Steinchen aus meiner Haut rieb, doch sie sagte nur: „Halt still! Der Dreck muss raus, sonst wird das nicht heilen!“
Doch obwohl ich wusste, dass es nur zu meinem Besten war, fühlte es sich an als würde sie direkt auf meinem Fleisch herum schaben.
Ich stöhnte und hoffte einfach nur, dass es bald vorbei war. Doch blieb ich still stehen und verkniff mir jedes Gejammere, da ich der festen Überzeugung war, dass ich damit bei der Rittmeisterin nicht nur nichts erreichen würde, sondern dadurch in ihrer Gunst sogar sinken würde.

Ich war sehr dankbar, als die Prozedur endlich vorüber war und sie mich, nach einem letzten Abbrausen vorsichtig abtrocknete.
Jetzt nahm sie eine Flasche mit einer Tinktur und tupfte meinem Rücken und meine Flanken damit ab. Das Zeug brannte, doch gab es mir das Gefühl dass meine Wunden endlich anständig versorgt waren.

Die Rittmeisterin murmelte während der Behandlung halblaut vor sich hin: „Noch keine Woche auf dem Gestüt und ich darf ihn das erste Mal zusammenflicken! Wenn sie ihn wenigstens heute Nacht schon gewaschen und seine Wunden desinfiziert hätte. Aber nein, dafür ist man sich ja zu fein!“

Nach der Reinigung verschwand die Rittmeisterin kurz und kam mit einer Zahnbürste und Zahnpasta zurück. Sie hielt mir die Zahnbürste vor´s Maul, sagte aber nichts. Zunächst verstand ich nicht was sie wollte, doch als sie mir leicht gegen das Kiefergelenk drückte öffnete ich brav mein Maul.
Sie begann jetzt mir die Zähne zu putzen. Obwohl sie vorsichtig und professionell vorging fühlte ich mich gedemütigt. Das Zähneputzen war für mich eine intime Verrichtung die ich doch am liebsten selbst ausführte.
„Es ist schon komisch. Ich lasse fast alles mit mir machen, aber bei solchen Sachen zucke ich dann doch zurück“, dachte ich mir. Endlich war sie fertig und spülte mir mein Maul aus.
Obwohl es mir nicht recht gewesen war, dass sie mir die Zähne geputzt hatte, freute ich mich, dass sie wieder sauber waren und der Pelz in meinem Maul verschwunden war.

Nach dem Zähneputzen band sie mich los und führte mich unter eine Wärmelampe. Dort wurde ich wieder angebunden und sie verschwand nachdem sie die Lampe eingeschaltet hatte. Die Wärme tat meinen geschundenen Muskeln so unglaublich gut, dass ich mich, so weit als möglich an die Lampe heran drückte.
Das Gefühl sauber zu sein und nicht mehr zu frieren hob meine Stimmung viel stärker als ich es mir eingestehen wollte.

Die Rittmeisterin kam mit einigen Pflegeutensilien und begann mich zu striegeln. Langsam und gleichmäßig strich sie mich mit der Bürste ab und lockerte so meine verkrampften Muskeln. Auch kontrollierte sie alle meine Gelenke ob sie beweglich waren und ich keine Schmerzen hätte. Zum Glück schienen meine Knochen recht belastbar zu sein, denn bis auf einige kleinere Dornen in meinem rechten Huf, die sie sehr vorsichtig entfernte fand sie nichts, dass sie beunruhigte.

Nach einiger Zeit hatte ich so viel Vertrauen zu ihr gefasst, dass ich mich regelrecht an sie heran drückte und froh um ihre Aufmerksamkeit war. Gründlich lockerte sie jeden Teil meines Körpers und als sie fertig war, war der größte Teil meiner Schmerzen verschwunden. Während der ganzen Zeit redete sie beruhigend auf mich ein und schaffte auf diese Weise eine Atmosphäre der Vertrautheit.

Sie schirrte mich wieder ein, wobei mir wieder der Gestank nach Pferdemist in die Nüstern stieg und führte mich aus dem Stall.

„Komm Schlachtross, wir müssen in die Sattlerei, dort bekommst du neue Hufe und die Sattlerin soll dir ein schönes Halfter machen“, sagte sie wie um mich aufzumuntern.
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Drachenlord
Fachmann





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  RE: Einladung zum Petplay Stammtisch Datum:27.09.17 07:38 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo zusammen,

Für alle, die das Thema Petplay interessiert und die schon immer mal realen Kontakt gesucht haben findet Ende Oktober wieder der Petplaystammtisch Rhein Main statt. Hier die Einladung:

Die Sommerpause ist um und es gibt wieder einen neuen Stammtisch der Petplayer aus dem Rhein-Main Gebiet. Wir laden daher wieder alle Interessierten des Petplays ein, die einen schönen Abend zusammen haben, neue Leute kennen lernen, sich mit alten Freunden wieder treffen oder einfach in das Thema Petplay hineinschnuppern wollen ein.
Wir treffen uns am Samstag, den 21. Oktober von 19:00 Uhr bis ca. 23:00 Uhr im Restaurant Hofgut Kronenhof, Zeppelinstr. 10 61352 Bad Homburg v.d.H. Es gibt kostenlose Parkplätze direkt vor Ort und eine Bushaltestelle (Haltestelle Zeppelinstrasse) direkt davor. Alternativ ist die Anreise mit der S5 direkt aus Frankfurt gut möglich.
Du erkennst uns an dem braunen Stoffpferd auf dem Tisch. Meist sitzen wir gut sichtbar an den großen Braukesseln. Falls du vor hast zu kommen schreibe mir eine PM, so dass du über eventuelle Änderungen informiert werden kannst und wir uns um genügend Sitzplätze kümmern können. Auch wenn du dich nicht vorher anmeldest, ist mit Sicherheit ein Plätzchen für dich da.
Bei schönem Herbstwetter werden wir vor dem Stammtisch ab Mittag noch eine Kutsch-/ oder Sulki Ausfahrt mit Ponies machen. Wer sich dazu gesellen mag oder selbst mitfahren oder mal in Ponyplay hineinschnuppern mag ist germ eingeladen mit zu kommen.
Bei Interesse eine PM an mich.

Viele Grüße,
Schlachtross

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  RE: Einladung zum Petplay Stammtisch Datum:03.01.18 12:07 IP: gespeichert Moderator melden


Wann gehts denn hier weiter
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  RE: Einladung zum Petplay Stammtisch Datum:19.03.18 15:54 IP: gespeichert Moderator melden


Huhu!
hast du schon einen weiteren Teil der Geschichte geschrieben?
Ich brenne drauf zu erfahren, wie's weitergeht!
Ich finde deine Geschichten echt spitzenmäßig!!
LG Pup
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Drachenlord
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  Abenteuer auf Rosengarten - Es geht weiter Datum:14.12.18 12:48 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo zusammen,

Nach langer, langer Zeit gibt es hier wieder eine Fortsetzung.
In meinem Leben hat sich im letzten Jahr sehr vieles geändert, so dass ich faktisch nicht dazu kam an der Geschichte um Schlachtross weiter zu arbeiten.
Die Geschichte ist aber nicht vergessen und ich hoffe, dass es im nächsten Jahr wieder mehr für Euch zu lesen gibt.
Hier aber noch ein kleines, vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Viele Grüße, frohe Feiertage und einen guten Rutsch,
Schlachtross






















1.3.2. In der Sattlerei

Die Sattlerei war nicht direkt ein Teil des Gestüts. Sie war in einem kleinen Haus außerhalb des eigentlichen Hofes untergebracht. Aus diesem Grund mussten wir den Hof verlassen und einige hundert Meter über die Landstr. bis zu einem kleinen Bauernhaus mit angebauter Scheune gehen. Die Rittmeisterin schob das Hoftor auf und zog mich hinter sich her auf den Hof.
Dort band sie mich an einen Pfosten und verschwand im Haus. Da stand ich nun und schaute mich um. Doch auf diesem Hof gab es überhaupt nichts das meine Aufmerksamkeit erregte.
Nach einiger Zeit wurde es mir nicht nur langweilig sondern auch kalt. Die klamme Kälte dieses nebligen Vormittags kroch mir in die Knochen. Meine Füße verwandelten sich in Eisklumpen und ich begann zu zittern.
Gerade als ich anfangen wollte mich zu bewegen um mich wieder aufzuwärmen öffnete sich die Tür und die Rittmeisterin kam mit einer weiteren Frau her aus. Ihnen folgte ein junger Mann mit einem Klemmbrett.

„Das ist euer neuer Hengst?“, fragte die Sattlerin. „Ein schönes Tier! Kräftig und mit anständigen Proportionen. Wenn er leistungsmäßig das hält was sein Aussehen verspricht habt ihr einen guten Kauf getätigt.“

„Der ist leider nur geliehen, aber er soll beim Rennen für unser Gestüt laufen. Deswegen setzte ich auch große Hoffnungen in ihn. Wie du weißt sind wir aktuell ein wenig schwach aufgestellt. Und beim Rennen auf dem eigenen Hof nicht auf dem Treppchen zu stehen lässt der Stolz der Baronin nicht zu“, antwortete die Rittmeisterin.

„Wieso schlecht aufgestellt?“, fragte die Sattlerin erstaunt. „Ist Brutus nicht wieder in Form?“

„Doch, aber er laboriert immer noch an seiner linken Hinterhand herum. Wahrscheinlich hat das Gelenk einen dauerhaften Schaden abbekommen und er wird, gerade auf der Langstrecke, nie mehr seine volle Leistung bringen.“

„Sehr schade! Es war immer eine Freude ihm zuzusehen. Er hat einen schönen, runden Gang und eine tolle Statur.“

Die Sattlerin war jetzt an mich herangetreten und begutachtete mich. Vorsichtig strich sie über die Striemen an meinem Rücken und meinte: „Dafür, dass ihr ihn nur geliehen habt und er erst seit ein paar Tagen auf dem Hof ist habt ihr ihm schon kräftig das Fell gegerbt. Pass bitte auf, dass sich die Striemen nicht entzünden, sonst hat er ganz schnell Narben und es wäre wirklich schade, wenn unser Fuchs hier ein vernarbtes Fell bekäme.“ Sie streichelte mich und ich genoss ihre Nähe und die Wärme ihrer Hand.
„Ist er in seinem Geschirr über den Boden geschleift worden?“, fragte die Sattlerin jetzt ungläubig als sie sah wie zerkratzt und malträtiert nicht nur mein Rücken sondern auch mein Geschirr waren.
„Das Leder ist total zerkratzt und fleckig. Dazu stinkt es ja wie ein Misthaufen! Ich hoffe du willst ihn so nicht vor Kundschaft vorführen!“
„Das er so ausschaut war ein Unfall. Und ich gebe zu ich habe mich erst um seinen Körper gekümmert und mir das Geschirr noch nicht genau angesehen“, sagte die Rittmeisterin zerknirscht.
„Ich hoffe du kannst das wieder in Ordnung bringen.“
„Ja, das lässt sich wieder richten. Es ist ja sowieso mehr ein Arbeits- als ein Schaugeschirr, das er da hat. Aber diese Art von Unfällen passieren bei euch ziemlich oft. Vielleicht wäre es gut, wenn ihr da mal was dagegen machen würdet.
Eigentlich geht es mich nichts an wie ihr eure Gestütpferde behandelt aber wenn es mal ein Einstellpferd trifft ist das Geschrei groß.“
Die Sattlerin hatte mein Halfter vom Pfosten gelöst und rief ihrem Lehrling zu: Max, nimm das Pony und drehe ein paar Runden auf dem Hof. Ich will wissen ob er eine saubere Körperhaltung und einen runden Gang hat.“
Max nahm meine Zügel und führte mich auf dem Hof auf und ab. Erst gingen wir im Schritt, dann ließ er sich in Trab fallen, dann musste ich sogar galoppieren und schließlich gingen wir wieder im Schritt.
„Das schaut gut aus“, meinte die Sattlerin kundig. „Da muss ich keine Haltungskorrektur mit dem Geschirr vornehmen. Allerdings schlage ich vor bei den Hufen welche mit wenig Sprengung zu nehmen. Da leidet die Optik ein wenig, aber seine Hinterhände werde es dir danken. Und du weißt wie lange ein Pony an einer Achillessehnenreizung laborieren kann.“
„Nein, mach ihm ruhig anständige Arbeitseisen. Der ist ein Arbeits- und Langstreckenpferd da brauche ich nix für die Show.“
„Ok, geht klar. Soll er auch eines von unseren neuen Dauerhalftern bekommen?“
„Dauerhalfter? Habe ich da was nicht mitbekommen?“, fragte die Rittmeisterin erstaunt.
„Oh, habe ich dir die noch nicht gezeigt? Das ist eine neue Entwicklung von uns“, sagte die Sattlerin schnell. Sie wandte sich an Max und sagte: „Hole das braune Dauerhalfter aus der Ausstellung und das Anpasshalfter von meiner Werkbank!“
Max band mich sofort wieder an einen Pfosten und lief ins Haus.
Die Sattlerin begann jetzt der Rittmeisterin ihr neues Halfter zu erklären: „Das Dauerhalfter habe ich entwickelt, damit man die zweibeinigen Ponys nicht ständig aufgetrenst lassen muss um sie unter Kontrolle zu haben. Auf Dauer schadet das ihrem Gebiss und das Tränken und Füttern ist nicht gerade einfach mit einer Trense im Maul. Manche Besitzer lassen dem Pony einige Zähne entfernen um Platz für das Gebiss zu haben, aber davon halte ich überhaupt nichts. Meine Idee war es vielmehr ein gebissloses Halfter zu entwickeln, wie es die Indianer für ihre vierbeinigen Pferde verwenden. Es soll dem Jockey volle Kontrolle über das Pony geben und dabei das Tier so wenig wie möglich einschränken. Zusätzliche Hilfen, wie die Trense oder sogar eine Hengstkette können natürlich auch angebracht werden um renitente Ponys gefügig zu machen.
Max kam jetzt mit den gewünschten Geschirrteilen und gab seiner Chefin das Dauerhalfter. Dann begann er sofort mir mein Halfter abzunehmen und mich neu aufzutrensen.
Während er an mir herumhantierte sah ich nur aus dem Augenwinkel wie die beiden Damen über das Halfter gebeugt waren und fachsimpelten, konnte aber nicht verstehen was sie sagten.
Als Max endlich damit fertig war mein Halfter richtig einzustellen kamen sie auf mich zu und die Sattlerin sagte: „Das gute an diesen Halftern ist, dass man sie eigentlich nicht mehr abnehmen muss. Wenn es einmal richtig angepasst ist sitzt es so fest am Kopf dass nichts mehr scheuert und da ich Leder von sehr hoher Qualität verwende gibt es, normalerweise, keine negativen Hautreaktionen. Ich würde es nur einmal pro Woche bei der Körperpflege abnehmen wenn dem Pony die Mähne gewaschen wird. In dem Zug kann man es auch ab und zu einmal neu fetten, dann hat man sehr lange Freude daran.“
Die Sattlerin griff an meine Trense und sagte, während sie das Gebiss löste: „Das wichtigste an diesem Halfter ist, dass man die Trense mit zwei Handgriffen gelöst werden kann ohne dabei die Kontrolle über das Pony zu verlieren. Durch die Riemenführung ist, auch ohne Trense, sichergestellt, dass der Kopf des Tieres sicher geführt ist und es sich nicht selber befreien kann. Auch können Zügelhilfen direkt über das Zaumzeug gegeben werden. Das ist zwar nicht so feinfühlig wie mit einer Trense, aber für den Arbeits- und Kutschbetrieb meistens ausreichend. Gerade bei langen Ausfahrten ist es, für wohlerzogene Ponys, eine Erleichterung und eine Belohnung ohne Gebiss unterwegs zu sein.“
Sie hatte mir jetzt die Trense entfernt und hielt mich nur an den Zügeln. Doch selbst ohne das Gebiss in meinem Maul war ich vollständig unter ihrer Kontrolle. Die Riemen lagen fest an meinem Kopf an und ich spürte jede Zügelhilfe als Rucken an meiner Wange.
„Respekt!“, sage die Rittmeisterin anerkennend. „Das hat wirklich ein Bild und du scheinst das Pony ja perfekt unter Kontrolle zu haben. Dass wir es ohne Trense benützen wird wohl eher selten vorkommen, aber allein schon die Erleichterung beim Auftrensen und Füttern spart einiges an Zeit.
Du hattest davon gesprochen, dass man auch eine Hengstkette einsetzten kann? Vor dieser Hilfe habe ich immer zurückgeschreckt, da mir die Gefahr von Verletzungen am Pony zu groß war.“
Die Sattlerin ging auf mich zu und während sie mich mit einer Hand streichelte befestigte sie etwas mit der anderen an meinem Geschirr. Dann legte sie eine gepolsterte Kette über meine Nase und zog mich in Richtung der Rittmeisterin. Plötzlich schlug sie mir, mit der flachen Hand, auf die Genitalien. Mehr aus Schreck denn aus Schmerz bäumte ich mich auf und wollte nach ihr treten. Da schoss ein scharfer Schmerz durch meine Nase. Es war ein starker Druck auf den Nasenrücken der mich sofort dazu brachte den Kopf zu senken um zu verhindern, dass mir die Kette die Nase brach. Innerhalb von Sekunden war ich wehrlos und wieder vollständig unter ihrer Kontrolle. Vor Schmerz liefen mir die Tränen über die Wangen und ich wagte kaum zu Atmen.
Kaum ließ sie die Kette los verschwand der Schmerz aber allein der Gedanke daran wieder so unter Kontrolle gebracht zu werden ließen mich brav bleiben.
„Beeindruckend“, sagte die Rittmeisterin. Sie war jetzt an mich herangetreten und begutachtete die Hengstkette genau. „Ah ich sehe den Trick. Du hast einen Stopp an der Kette angebracht. So kann man dem Pony nicht unbeabsichtigter Weise die Nase brechen.“
Sie zog noch mehrmals an der Hengstkette und ich wurde immer kleiner. Obwohl ich wusste, dass sie nur das Zaumzeug testen wollte und es nichts mit mir oder einer Bestrafung zu tun hatte wollte ich alles tun, damit dieser Schmerz endlich aufhörte. Am Schluss ging ich sogar in die Knie um der Rittmeisterin zu zeigen, dass ich mich ihr vollständig unterwarf.
Lachend gab sie Max die Zügel und sagte: „Sehr schön, das gefällt mir gut. Vor allem das mit dem Stopp finde ich klasse. Wir haben auf dem Gestüt einige Grobmotoriker und ich wollte nie riskieren, dass mir eines der Ponys mit einer gebrochenen Nase länger ausfällt. Aber mit diesem Halfter kann ich diese Hilfe auch einsetzen. Bei dem einen oder anderen Hengst ist das sicher auch nötig!
Ich glaube dann sind wir uns einig: Repariere das Geschirr von Schlachtross und mache ihm ein Dauerhalfter. Nimm auch gleich die Maße für seine Hufe. Die braucht er in den nächsten Tagen noch nicht dringend, aber spätestens wenn er arbeiten muss sollten sie fertig sein!“
„Keine Angst, die Hufe hast du spätestens in drei Tagen! Zum Maßnehmen und Anpassen bräuchte ich Schlachtross aber noch ein oder zwei Stunden.“
„Kein Problem, ruf einfach auf dem Hof an wenn du fertig bist, dann holt Jens ihn ab. Und wenn sich das Dauerhalfter als so gut herausstellt wie du gesagt hast, dann werden wohl demnächst einige zu machen sein.“
Die beiden Frauen verabschiedeten sich jetzt und die Rittmeisterin trat noch einmal auf mich zu und sagte von oben herab: „Sei schön brav! Ich will später keine Klagen hören!“
Ich nickte und sie hielt mir ein Stück Zucker vors Maul. Geschickt nahm ich das Leckerli auf und noch während ich es zerkaute sah ich ihr nach wie sie den Hof verließ.
Die Sattlerin und Max gingen jetzt wieder zurück ins Haus und ich machte mich schon darauf gefasst wieder allein in der Kälte zu stehen, doch da drehte sie sich um und sagte: „Max willst du das Pony nicht mit rein nehmen?“
Max stutzte und sie fuhr fort: „Glaubst du ich will ihm das Halfter hier in der Kälte anpassen? Jetzt lauf schon und bringe den Hengst in die Werkstatt. Dann schirrst du ihn aus und gibst ihm zu saufen. Ich muss jetzt erst einmal ins Büro telefonieren.“
Max tat wie ihm befohlen worden war und lotste mich in die Sattlerwerkstatt. Es war ihm anzumerken, dass es komisch für ihn war mich mit in den geschlossenen Raum zu nehmen, doch er sagte nichts.
In der Werkstatt, die von einem Holzofen gut geheizt wurde, band er mein Halfter an einen Pfosten. Dann schirrte er mich aus. Ganz offensichtlich wusste er nicht was er mit meinen Vorderhänden machen sollte, entschied sich aber, zum Glück, dafür sie nicht zu fixieren sondern lies mich, nachdem er mir eine Schale Wasser vor die Füße gestellt hatte stehen und kümmerte sich um mein Geschirr.
Ich hatte schon Durst, aber ich wollte mich nicht hinknien um aus der Schale saufen zu können. So schlimm war der Durst noch nicht und einen kleinen Rest Selbstachtung hatte ich schließlich noch.
Die Sattlerin kam herein und sah die Schale auf dem Boden. Sie schüttelte den Kopf und stellte sie auf eine Werkbank.
Dann band sie mich los und führte mich zum Wasser. Während ich soff sagte sie leise: „Max meint es nicht böse, er denkt nur manchmal nicht für zwei Cent mit.“ Dazu kraulte sie vorsichtig meine Mähne und ich schnaubte anerkennend als ich genug gesoffen hatte.
Die Sattlerin befasste sich jetzt eingehend mit meinem Dauerhafter. Sie stellte hier etwas nach, nahm einige Maße und veränderte dort etwas. Alles schrieb sie sich in ein kleines Büchlein. Ab und zu ruckte sie kräftig an meinem Kopf herum und murmelte etwas. Ich hatte mein Gefühl für die Zeit komplett verloren, als sie mir endlich die Trense aus dem Maul nahm und das Dauerhafter löste.
Sie ließ mich jetzt stehen und ging an ihre Arbeit.
In der Werkstatt machte sich eine Atmosphäre konzentrierten Arbeitens breit. Max schrubbte mein Geschirr und die Sattlerin arbeitete an einer schweren Nähmaschine. Ich selbst versuchte so unsichtbar wie möglich zu werden.
Ich hatte mich so vor den Ofen gestellt, so dass der Schein der Flammen meine kalten Füße wärmte und ich genoss die Ruhe und Wärme in vollen Zügen.
Doch tief in mir war ich mir sicher, dass ich, wenn einer der beiden sich daran erinnerte, dass ich noch in der Werkstatt war, sofort wieder auf den kalten Hof geschafft würde.
Durch das Werkstattfenster konnte ich erkennen, dass es mittlerweile angefangen hatte zu nieseln und mich schauderte schon bei dem Gedanken allein in der Kälte zu stehen.
Irgendwann unterbrach die Sattlerin ihre Arbeit und sagte: „Max, wie weit bist du mit dem Geschirr?“
„Es ist fast sauber, aber ich musste es gründlich mit Lederseife schrubben um den Dreck heraus zu bekommen. Dadurch ist es jetzt natürlich komplett durchnässt.“
„Zeig bitte mal her.“
Max ging mit den Lederteilen zu ihr und sie sah sich alles sehr genau an. „Das schaut schon sehr gut aus“, lobte sie ihren Lehrling. „Öle das Lederzeug leicht ein und lasse es trocknen. So wird es später nicht spröde. Wenn das Geschirr morgen trocken ist musst du es wieder gründlich fetten und dann kann unser Pferdchen wieder arbeiten.“
Max verschwand irgendwo im hinteren Teil der Werkstatt und ich hörte ihn rumoren.
Nach einigen Minuten sagte die Sattlerin: „Max! Wenn du mit dem Geschirr fertig bist möchte ich, dass du das Auto nimmst und den neuen Sattel für das Gestüt Peterssen auslieferst. Der alte Peterssen soll ihn gleich ausprobieren damit wir eventuelle Änderungen zeitnah machen können. Frage ihn auch ob er noch weitere Reparaturen zu machen hat und nimm die Teile gleich mit hierher in die Werkstatt.“
In der Ecke in der Max arbeitete wurde es hektisch. Ich sah wie er sich beeilte mein Geschirr fertig zu bekommen und es auf einen Bügel hängte.
Dann rief er freudig: „Alles fertig Chefin. Ich mache mich dann gleich auf den Weg!“
„Ja, Max. Und wenn du beim Peterssen fertig bist nimmst du auf dem Rückweg meine Lederhäute bei Leder-Hauke mit. Ist alles bestellt und liegt abholbereit im Lager.“
„Mache ich gern, Chefin!“, rief Max der sich seine Jacke anzog und schon fast aus der Tür war.
Kurz bevor die Werkstatttür ins Schloss fiel rief sie ihm noch nach: „Vergiss nicht zu tanken, sonst muss ich morgen früh laufen!“, bekam aber keine Antwort mehr. Stattdessen hörte man kurz darauf ein Auto schwungvoll vom Hof fahren.
Sie grinste und wandte sich mir zu: „Seit der einen Führerschein hat will er ständig in der Gegend herumfahren!“ Dann wurde sie ernster und fuhr fort: „Nachdem der kleine Spion aus dem Haus ist, kommen wir zu dir, Schlachtross.“
Ich sah sie mit großen Augen an und mir war unwohl. Immer wenn ich in den letzten Tagen im Mittelpunkt gestanden hatte war etwas passiert und meistens nichts Gutes! Doch die Sattlerin drückte mir nur einen Becher Kaffee in die Hand und sagte: „Ohne Zucker mit etwas Milch, so hast du ihn doch am liebsten, oder?“
Ich nickte und war total verwirrt. Von irgendwoher kannte ich diese Frau, doch mir fiel nicht mehr ein woher.
Da brach sie das Schweigen und sagte: „Ich möchte nicht, dass du mich falsch verstehst, aber Max ist kein Falscher. Aber er ist oft drüben auf dem Gestüt und ich möchte nicht dass er sich bei den falschen Leuten verplappert, dass ich mit dir Rede.“ Sie stockte und fuhr dann fort: „Sag mal, kann es sein, dass du mich wirklich nicht mehr erkennst?“
Ich nickte und sie begann zu lachen.
„Stell dir mich mit kurzen roten Haaren, ohne Brille aber dafür mit mehreren Piercings im Gesicht vor!“
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich sagte: „Petra? Petra Rassmussen?“
„Ja, genau die!“, sagte sie lachend. „Oh Mann, Schlachtross. Wie lange ist es her, dass ich dir dein Geschirr gemacht habe? Drei Jahre? Vier?“
Ich trank einen Schluck Kaffee und sage: „Nein Petra, es ist schon mehr als fünf Jahre her, dass du bei Bea auf dem Hof warst und ich ein Geschirr brauchte.“
„Oh ja, ich erinnere mich. Du warst erst ganz frisch bei ihr. Ein kleines Fohlen. Noch ohne Erfahrung aber mit großen Träumen. Du hättest es dir wohl nicht träumen lassen, dass das Anpassen meines neuen Geschirrtyps für euer Hoffest so viel Arbeit machen würde.“
Ich lachte auf und antwortete: „Oh nein! Ich glaube ich habe das Geschirr fast vier Wochen nicht abgelegt, und wie oft warst du bei uns um irgendetwas zu ändern?
Niemals hätte ich mir träumen lassen als Jungpferd gleich so ran genommen zu werden. Ich musste ja alles erst lernen!“
„Ich weiß es nicht mehr wie oft ich dein Geschirr umgearbeitet habe, aber ich weiß noch wie gut du dich auf dem Hoffest geschlagen hast. Drei Tage eingeschirrt und von früh bis spät auf den Beinen und am Sonntagabend war nichts aufgescheuert oder wund bei dir. Na ja, diese praktische Vorführung und die Besprechung meines Geschirrs in der 'Horses and Owners' haben dazu geführt, dass es bei mir geschäftlich tüchtig bergauf ging.
Mittlerweile kann ich gut von meinen Sachen leben und Max kann sich auch nicht über Arbeitsmangel beklagen. Teile für echte Ponys fertige ich nur noch für alte Kunden wie den Peterssen.“
Sie stockte und nahm einen tiefen Schluck aus ihrer Tasse.
„Doch jetzt zu dir Schlachtross. Es freut mich sehr dich einmal wieder zu sehen, auch wenn ich mir etwas andere Umstände gewünscht hätte. Ich muss zugeben, ich habe deine Karriere nicht genau verfolgt aber du bist wohl ein ziemlich gutes Rennpony geworden und wenn ich mir dich so ansehe betreibst du das Rennpferd Dasein mit einer gewissen Ernsthaftigkeit. So einen Körperbau bekommt man nicht von einer halben Stunde Joggen im Park zwei Mal die Woche.“
Jetzt musste ich lachen und sagte: „Nein, das braucht ein kleines bisschen mehr Einsatz! Aber Petra ich bin auch froh dich zu sehen. Ich habe vieles auf Rosengarten erwartet, aber nicht dich wieder zu treffen. Allerdings hätte ich mir gewünscht nicht gleich als Reparaturauftrag bei dir zu erscheinen.“
„Es freut mich sehr, dass du mein altes Geschirr immer noch trägst und mache dir keine Sorgen wegen der Schäden. Das bekomme ich wieder hin und spätestens morgen Mittag hast du es wieder. Aber jetzt was anderes: Was zum Teufel machst du als Gestütpferd auf Rosengarten? Als ich dich auf dem Hof gesehen habe, wie du da frierend und eingeschüchtert rumstandst, musste ich mich beherrschen dich nicht gleich zu umarmen, so einsam und verloren hast du ausgesehen.“
Sie sah mich an doch da ich nicht antwortete fuhr sie fort: „Ich weiß ja, dass du es manchmal etwas härter magst und eine gewisse masochistische Ader will ich dir auch nicht absprechen aber Gestütpferd hier auf Rosengarten, das ist auch für dich eine Nummer zu heftig. Und komme mir jetzt nicht mit der Nummer 'Grenzen austesten' und ähnlichem Blödsinn. Du kennst deine Grenzen genau und weißt, dass sechs Wochen körperlicher und seelischer Quälereien nicht das sind was dich reizt!“
Ich schluckte und antwortete leise: „Nein. Petra ich bin nicht wegen Rosengarten hier. Freiwillig wäre ich nie auf dieses Gestüt gekommen. Dazu ist es hier, nach allem was ich bis jetzt gehört habe, zu hart für mich.“
„Ich glaube da bist du einem Irrtum aufgesessen“, fiel mir Petra ins Wort. „Es gibt zwei Gestüte Rosengarten. Das Gestüt das die Einsteller zu sehen bekommen unterscheidet sich grundlegend von dem was ihr Gestütpferde hier erlebt! Einsteller werden hier auch freundlich und ihren Wünschen gemäß behandelt, schließlich bringen sie Geld. Aber fahre bitte fort, ich wollte dich nicht unterbrechen.“
Ich räusperte mich und erzählte Petra die ganze Geschichte von wegen, dass Bea mich an die Baronin beim Schachspiel verloren hätte und diese drohte meine Karriere als Rennpferd zu beenden wenn ich mich nicht fügen würde. Ich war gerade bei dem Teil, wo die Rittmeisterin mich hierher verfrachtete da unterbrach mich Petra ein weiteres Mal:
„Das ist alles schön und gut. Aber ich will nicht wissen wer, wo, wie, wann, warum etwas gemacht hat. Ich will wissen warum du mitgegangen bist. Und sage mir jetzt nicht weil dir Baronin verhindern hätte können, dass du irgendwo antrittst. Es gibt genügend Veranstalter von großen Rennen, die die Baronin nicht ausstehen können. Dort hättest du immer noch teilnehmen können.“
„Du hast Recht. Das war nur einer der Gründe für meine Entscheidung. Eigentlich ging es mir darum loyal zu Bea zu sein. Ihr ist es wichtig bei den Gestütbesitzern einen guten Ruf zu haben und dieser wäre weg wenn die Baronin sie der Wortbrüchigkeit anklagen würde.
Klar könnte sich Anja mit mir einen neuen Stall suchen oder wir würden als freies Gespann antreten, aber für mich würde es sich wie Verrat an Bea anfühlen sie in dieser Situation allein gelassen zu haben. Petra, weißt du Bea hat mir die letzten fünf Jahre eine Heimat für mein 'Hobby' gegeben. Sie hat mich immer unterstützt und sich vor mich gestellt, wenn es nötig war. Da war es jetzt für mich an der Zeit ihr etwas zurück zu geben.“
Da stutzte Petra und sagte: „Du setzt deine Gesundheit und dein Wohlergehen Bea zuliebe aufs Spiel?“
Ich nickte.
„Hoffentlich ist sie sich deines Opfers bewusst und erkennt es entsprechend an!“
„Da bin ich mir sicher! Bea würde mich nie hintergehen!“ Kaum hatte ich diesen Satz gesagt spürte ich wie hohl er klang. War nicht Beas Verhalten der Grund warum ich jetzt hier saß und hatte sie mich nicht hintergangen indem sie mich als Pfand beim Glücksspiel verwendet hatte? Ich schüttelte den Kopf um diesen Gedanken zu vertreiben, doch er blieb und steckte wie ein Stachel in mir.
„Kopf hoch Schlachtross!“, sagte die Sattlerin jetzt in dem offensichtlichen Versuch meine Stimmung aufzuhellen. „So schlimm wird es nicht werden!“
„Gestern?“, sagte ich nur und befühlte unwillkürlich die Striemen an meinen Flanken.
Die Sattlerin sah mich traurig an und sagte: „Das war Miras Willkommensgruß an neue Gestütpferde! So zeigt sie jedem neuen Pony erst einmal wer auf Rosengarten das Sagen hat.“ Sie schwieg kurz und fuhr dann schnell fort, als sie sah dass ich regelrecht zusammensank bei der Aussicht, dass so etwas öfter geschehen könnte: „Ich denke nicht, dass Mira dich regelmäßig 'trainieren' darf, da du nur geliehen bist und sie darauf achten werden, dass du beim Rennen eine gute Figur machst. Ein lahmendes, vernarbtes Rennpferd kommt bei den Preisrichtern und den Tierschützern nicht gut an und auch auf dem Hof kennen sie Mira und ihren Charakter genau.“
Sie wollte mir Mut machen, doch so richtig zündete ihre Fröhlichkeit nicht und sie spürte es auch. Jetzt legte sie mir die Hand auf die Schulter und sagte: „Ruhe dich noch ein wenig aus und ich mache uns etwas zu essen. Ich schicke dich so spät wie möglich wieder zurück und so hast du ein paar ruhige Stunden.
Ich nickte erleichtert und sie nahm mir die Tasse aus der Hand und verließ die Werkstatt.
Nachdem ich frisches Brennholz nachgelegt hatte setzte ich mich vor den Ofen und starrte in die Flammen. Das Gespräch von gerade eben war nicht wirklich dazu geeignet gewesen meine Angst zu zerstreuen. Und wie sollte es weitergehen wenn ich schon nach wenigen Tagen froh um einige Stunden Ruhe ohne Schläge und Demütigungen war?
Ich musste mit offenen Augen vor dem Feuer gedöst haben, denn ich bekam nicht mit, wie Petra wieder in die Werkstatt kam.
Erst als sie mir ihre Hand auf die Schulter legte schreckte ich auf. Sie sah mich fröhlich an und meinte nur: „Komm essen!“
Wir gingen in einen kleinen Aufenthaltsraum in dem ein Tisch mit einer Eckbank und zwei Stühlen stand. Auf dem Tisch stand ein Topf mit Suppe und zwei Gedecke.
Als ich zögerte sagte Petra: „Ich habe uns eine Suppe gemacht da ich annehme, dass du mal wieder was Warmes in den Magen bekommen möchtest.
Ich nickte und plötzlich stiegen mir die Tränen in die Augen. Petra legte mir die Hand auf die Schulter und sagte ganz ruhig: „Keine Angst, Schlachtross, wenn einer Rosengarten übersteht, dann du! Markus und die Rittmeisterin werden schon auf dich aufpassen und vielleicht gewöhnst du dich so sehr daran Pony zu sein, dass du gar nicht mehr Mensch sein willst.
Jetzt schnaubte ich verächtlich und setzte mich an den Tisch. Schweigend aß ich meine Suppe und versuchte jeden Löffel auszukosten, als wäre es das beste Gericht der Welt, denn ich war mir sicher, dass ich sehr lange nichts Warmes mehr bekommen würde.
Als ich satt war lehnte ich mich zurück und sah Petra an.
Sie sagte: „Keine Angst, ein wenig Zeit haben wir noch. Ich denke du hast die meisten wichtigen Personen auf Rosengarten schon kennen gelernt aber ich möchte dir die Leute mit denen du am meisten zu tun hast kurz beschreiben. Vielleicht hilft es dir ja auf dem Gestüt.
Die Herrin über alles ist die Baronin. Sie wird nur selten mit dir direkt zu tun haben, da die Ponys meistens von Markus und der Rittmeisterin betreut werden. Sie achtet sehr auf die Etikette und wenn sie wirklich einmal etwas zu dir sagt solltest du es tunlichst beachten. Das gegebene Wort ist bei ihr Gesetz. Deswegen wäre es auch eine sehr schlechte Idee von dir wegzulaufen. Damit hättest du und auch Bea ihr Wort der Baronin gegenüber gebrochen und das würde sie dir übel nehmen. Ansonsten hält sie sich, solange der Laden läuft, möglichst aus dem Tagesgeschäft heraus und man munkelt, sie wolle das Gestüt demnächst an eine ihrer Töchter übergeben.
Das wären wir bei den beiden Baroness. Mira hast du schon kennen gelernt. Versuche möglichst nicht ihre Aufmerksamkeit oder noch schlimmer, ihren Unmut zu erregen. Mira kann sehr rachsüchtig sein. Ansonsten ist sie die gefährlichste Person für dich. Wie sie mit der Peitsche umgeht hast du schließlich schon erlebt und glaube mir sie liebt es Ponys und Menschen leiden zu sehen. Ein guter Rat: Wenn sie dich wirklich einmal durch die Mangel drehen sollte, bettle um Gnade und zwar so früh wie möglich! Wenn du stand hältst wird sie dich brechen und du kannst mir glauben, dass sie viel Erfahrung hat.
Augustine ist ein vergleichbarer Charakter wie ihre Schwester, doch ist sie weniger sadistisch. Trotzdem ist es keine gute Idee in die Tierklinik zu gehen. Wenn es nicht sein muss, beiße die Zähne zusammen und halte durch.“
Ich dachte an die Eingangsuntersuchung und wie kalt und herzlos Augustine mich da behandelt hatte und wollte nicht erfahren wie es sein würde wenn sie mich wirklich einmal behandeln müsste.
Petra schaute mich groß an und ich nickte in der Hoffnung sie würde fortfahren.
„Die wichtigsten Personen für dich sind die Rittmeisterin und Markus, der Pferdetrainer. Die Rittmeisterin steht bedingungslos zu euch Pferden und wird euch gegen jeden verteidigen der euch etwas antun will. Aber sie hat auch hohe Leistungsanforderungen, die du tunlichst erfüllen solltest. Wenn es so weit kommt, dass sie dich schlägt, hast du es dir auch verdient und brauchst nicht zu jammern.
Markus ist dagegen eher die gute Seele des Gestüts. Er wird dich Trainieren und deine Ausbildung leiten. Leider hat er nicht wirklich viel zu sagen. Aber irgendwie schafft er es doch immer euch Ponys aus dem Gröbsten raus zu halten. Aber eines ist ihm wichtig: Du bist für ihn Pony. Sprich ihn nie als Mensch an. Das ist etwas wo er nicht gut drauf reagiert!
Jens ist offiziell der Stallknecht, aber inoffiziell Miras verlängerter Arm. Traue ihm nicht, denn er spielt falsch. Würde die Baronin nicht ihre Hand über ihn halten hätte ihn die Rittmeisterin schon lange vom Hof geworfen.
Mit den anderen Leuten auf dem Hof habe ich zu wenig zu tun um mir ein wirkliches Bild von ihren zu machen, aber generell ist es da drüben besser vorsichtig zu sein als zu vertrauensselig.“
Sie hatte ihre Ansprache beendet und ich nickte traurig. Diese Informationen waren wichtig für mich, doch war das was sie mir gesagt hatte nicht das was ich hören wollte. Mein Verdacht, dass Rosengarten ein Ort ständiger Gefahr für mich war hatte sich leider vollkommen bestätigt und ich hoffte einfach nur, die Zeit möge so schnell wie möglich rum gehen.
Sie räusperte sich jetzt und sagte. „Du musst langsam wieder rüber, sonst wird noch jemand misstrauisch.“
Ich stand auf und dann legte sie mir in der Werkstatt mein Halfter wieder an und brachte mich auf den Hof.
Nachdem sie mich zum Abschied umarmt hatte sagte sie: „Ich rufe jetzt Jens an, damit er dich abholt. Schlachtross, halte die Ohren steif und wir sehen uns spätestens beim Rennen. Aber wenn ich drüben zu tun habe schaue ich mal ob ich mich kurz mit dir treffen kann. Versprochen!“
Dann ging sie in ihr Büro und ich stand allein auf dem Hof. Das nagende Gefühl der Angst, das ich schon vor der Fahrt nach Rosengarten hatte war zurück und ich wollte eigentlich nur noch weg, war aber durch mein Wort an dieses Gestüt gefesselt.


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Drachenlord am 14.12.18 um 13:23 geändert
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