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 Was Ihres ist, ist Ihres und was mir ist, gehört ihr auch
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Mein Inselgefängnis
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Datum:02.02.26 08:16 IP: gespeichert
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Heute möchte ich mit euch meine Fantasie teilen.
Es ist eine kleine Geschichte, ich hoffe trotzdem das sie euch gefällt. Im großen und ganzen ist sie schon fertig und ich werde sie nach und nach einstellen. Kritik und Kommentare sind erwünscht. Viel Spaß beim Lesen ✌️
Stefan hatte immer geglaubt, dass Geld Türen öffnet.
Als der Lottogewinn dann wirklich kam, fiel sein altes Leben einfach um wie ein schlecht gestelltes Gerüst. Erst die Baustelle, dann der Job, dann der tägliche Druck. Übrig blieb Freizeit welche er zu Beginn gar nicht füllen konnte. Aber wie bei allem was angenehm ist, gewöhnte er sich schnell an sein neues Leben in dem Geld keine Rolle mehr spielte. Ein Haus lies er bauen, das so groß war, um sich darin zu verlieren. Partys, auf denen ihn Menschen ansahen, als wäre er schon immer Teil ihrer Welt gewesen.
Frauen, die er früher nicht einmal in Gedanken angesprochen hätte.
Jetzt hätte er sie haben können, alle.
Aber er wollte nur Susanne. Diese hatte er zum ersten Mal auf einer Party eines seiner neuen Freunde kennengelernt.
Sie war nicht auffällig. Nicht laut. Aber wenn sie da war, veränderte sich etwas für ihn. Gespräche wurden geführt, so als würde man sich schon ewig kennen. Blicke wurden getauscht so als würde man die Ewigkeit darin erkennen. Stefan hatte das Gefühl, weniger erklären zu müssen. Als würde Susanne ihn seit Jahren kennen.
Acht Wochen nach ihrem Kennenlernen standen sie vor dem Standesamt.
„Findest du das nicht zu schnell?“, hatte er gefragt, fast beiläufig, als sie abends auf dem Sofa saßen.
Susanne hatte ihn angesehen, einen Moment lang.
„Nein“, sagte sie ruhig. „Wenn man weiß, was man will, braucht man keine Umwege oder sinnlos Zeit verschwenden.“
Er hatte genickt, erleichtert. Vielleicht auch ein wenig geführt.
Im Bett zeigte sich früh, dass Susanne bestimmte. Nicht mit lauten Worten, nicht mit Anweisungen. Es war eine Selbstverständlichkeit. Sie liebten sich wie sich zwei Menschen, frisch Verliebt wie sie waren, liebten. Leidenschaftlich, zärtlich verschmolzen sie. Manchmal zusammen und manchmal ließ sie sich auch nur Oral verwöhnen, ohne ihm etwas zukommen zu lassen.
„Du nicht “, hatte sie einmal gesagt, als er etwas weiter machen wollte.
„Nicht heute.“
Und er hatte gemerkt, dass dieses „Nicht jetzt“, etwas in ihm auslöste. Kein Ärger. Keine Ablehnung. Sondern Aufmerksamkeit.
Als sie ihm zum ersten Mal einen Orgasmus wirklich verweigerte, lag er still neben ihr und wartete auf den Moment, der nicht kam. Er hatte sich aufgerichtet, sie angesehen.
„Susanne?“
Sie hatte den Kopf leicht gedreht.
„Ja?“
„War das Absicht?“
Sie hatte kurz nachgedacht.
„Ja.“
Er wartete auf eine Erklärung. Sie kam nicht.
In der Stille danach merkte Stefan, dass sein Körper anders reagierte, als er erwartet hätte. Kein Abflauen. Kein Loslassen. Sondern ein gespanntes Wachsein, als hätte jemand einen Faden straffer gezogen.
Es erregte ihn.
Er behielt es für sich. Zwei Tage. Drei. Dann, an einem Abend, als sie in der Küche standen und nebenbei füreinander kochten, sagte er es.
„Ich glaube“, begann er langsam, „dass mich das… anmacht.“
Susanne legte ein Messer ab und sah ihn an.
„Was genau?“
„Dass du… entscheidest. Dass du mir verwehrst einen Orgasmus zu bekommen.“
Sie sagte nichts. Wartete.
„Es fühlt sich anders an“, fuhr er fort. „Nicht wie Frust. Mehr wie Anspannung, Konzentration.“
Susanne nickte langsam.
„Der Unterschied“, sagte sie schließlich, „ist nicht, ob du es tust. Sondern ob du es könntest.“
„Was meinst du?“, fragte Stefan.
„Dass es etwas anderes ist, sich zurückzuhalten“, sagte sie ruhig,
„als keine andere Möglichkeit mehr zu haben.“
Der Satz blieb hängen. Stefan verstand ihn nicht ganz, aber er spürte, dass er etwas verschob.
Ein paar Tage später stellte Susanne eine kleine Schachtel auf den Tisch.
„Was ist das?“, fragte Stefan.
„Etwas, das genau damit zu tun hat worüber wir letztens geredet haben “, sagte sie und öffnete den Deckel.
Drinnen lag eine Plastik-Keuschheitsschelle. Unspektakulär. Leicht. Kein Metall, nichts Bedrohliches.
Stefan lachte kurz.
„Meinst du das ernst?“
„Ja“, sagte Susanne ruhig.
„Nur zum Ausprobieren?“
Sie sah ihn an.
„Alles ist zum Ausprobieren, solange du es wieder ablegen kannst.“
Sie legte sie ihm nicht plötzlich an. Eher spielerisch. Sie erklärte und begann einfach.
Zuerst nahm sie den A-Ring.
„Der Ring ist die Basis“, sagte sie. „Alles andere hängt daran.“
Stefan stand still. Es dauerte einen Moment, bis der A- Ring passte. Er war enger, als er erwartet hatte. Seine Hoden passten gerade so , einzeln durch den Ring.
„Geht das?“, fragte sie.
Er schluckte.
„Ja. Gerade noch, ganz schön eng.“
Sie zog minimal bis der Ring der Anatomie folgend eng um seiner Peniswurzel, ganz an seinem Körper anlag und beobachtete ihn.
Dann kam das Käfigteil. Durchsichtig, kurz, kein Raum zum ausdehnen.
Stefan atmete hörbar aus.
„Da… geht ja gar nichts mehr.“
Susanne nickte.
„Genau, größer werden ist nicht mehr möglich, aber so soll es ja auch sein. “
Sie verband die Teile ruhig, prüfte alles, ohne Eile.
„Das ist der Punkt“, sagte sie leise, und nahm dann ein kleines, normales Schlösschen aus der Schachtel. Sie hielt es nicht selbst an, sondern reichte es ihm.
„Du schließt.“
Stefan sah sie an.
„Warum ich?“
„Weil es dann deine Entscheidung ist“, sagte sie.
„Nicht meine.“
Er hielt das Schloss in der Hand. Es war leicht. Unscheinbar. Und doch fühlte es sich schwer an.
„Ich kann es jederzeit wieder aufmachen, oder?“, fragte er.
Susanne nickte.
„Natürlich.“
Er hätte aufstehen können. Gehen können. Es lassen können.
Stattdessen führte er das Schloss in die vorgesehene Stelle
und schloss es selbst.
„Klick“.
Susanne sah ihn an. Keine Genugtuung. Kein Lächeln.
„Gut“, sagte sie nur.
Und Stefan wusste in diesem Moment,
dass nicht das Material etwas verändert hatte,
sondern die Tatsache,
dass er selbst geschlossen hatte.
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Stamm-Gast
   Backnang

Beiträge: 227
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RE: Mein Inselgefängnis
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Datum:02.02.26 10:13 IP: gespeichert
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Sehr gut geschrieben. Mache bitte so weiter.
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