Restriktive Foren
Das Forum für Keuschheitsgürtel, Fetisch & Bondage

HomeRegistrierenHilfeLogout
Willkommen Gast

Live Diskutieren, auch das ist möglich, hier ist unser Chatraum
  Restriktive Foren
  Stories über Damen (Moderatoren: bluevelvet)
  Im Kerker des Grafen
Thema löschen Druckversion des Themas
Antwort schreiben Bei Antworten benachrichtigen
 Autor Eintrag
thomas
Story-Writer

Kaiserslautern




Beiträge: 217

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:04.05.15 10:58 IP: gespeichert Moderator melden


wieder eine sehr gute Fortsetzung-übertragen in die heutige Zeit ist Katharina´s Verhalten Widerstand gegen Vollzugsbeamte Das gibt Ärger,da bin ich sicher.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
xxx76de
Fachmann





Beiträge: 49

User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:10.05.15 20:25 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 10

Erschrocken über sich selbst hielt Katharina inne. Plötzlich war es ganz leise. Nur die Holzschale klapperte noch etwas auf dem Boden herum, bis sie endgültig zur Ruhe kam. Was habe ich getan?, dachte Katharina entgeistert. Was wird jetzt geschehen? Der Kerkermeister verließ die Zelle, ließ die Tür jedoch geöffnet. Katharina wagte es nicht, sich zu bewegen. Langsam machten sich die Schmerzen der Wunden bemerkbar, die sie sich bei ihrem tobenden, aber aussichtslosen Kampf gegen die Ketten zugefügt hatte. Es waren keine schweren Verletzungen, aber es waren viele, vor allem an den Hand- und Fußgelenken.

Nur wenig später war der Kerkermeister zurück. In der Hand hielt er ein kurzes, dünnes Stück Kette. Wortlos fädelte er es durch den Ring in der Mitte zwischen Katharinas Fußschellen, dann durch den Ring zwischen ihren Handschellen und schließlich durch den Ring an ihrem Halseisen, an dem die Kette befestigt war, die sie mit der Wand verband. Ohne jeden Widerstand ließ Katharina es geschehen, ihre Wut war wie weggeblasen und durch Angst ersetzt worden.

Das kurze Kettenstück wurde nun durch ein Schloss zu einem kleinen Kreis verbunden, so dass Katharinas Hände nun direkt in der Höhe ihres Halses ruhten, und auch ihre Füße wurden dorthin gezwungen, wozu sie, auf dem Rücken liegend, die Beine stark anziehen musste. Katharina war nun nahezu bewegungslos zu einer Art Kugel gebunden worden. Das war einerseits eine sehr unbequeme Fesselung, andererseits konnte sie sich vorstellen, was sie, auf dem Rücken liegend und mit ihren angezogenen Beinen, nun für einen Anblick bot, zumal ihr Gewand im Verlauf ihrer Raserei komplett verrutscht war. Ihre nackten Pobacken, ihr Anus und ihre Scham waren nun den Blicken eines jeden, der ihren Kerker betrat, schutzlos ausgeliefert.

Als der Kerkermeister sein Werk beendet hatte, griff er zu dem biegsamen Weidenstock, den Katharina schon einmal zu spüren bekommen hatte. Zehnmal ließ er die Rute über das entblößte Gesäß der Gefangenen sausen, die sich bemühte, nicht zu schreien, was ihr jedoch nicht gelang. Dann verließ der Kerkermeister wortlos den Raum.

Als Katharina wieder allein war, wurde sie sich allmählich ihrer Situation bewusst. Sie war praktisch nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen. Es war enorm unbequem, so zu liegen. Gut, dass Gunther fort ist, dachte sie. Gut, dass er mich so nicht zu Gesicht bekommen hat. Das immerhin ist mir erspart geblieben.

Erneut prüfte sie ihren Bewegungsspielraum. Die klirrenden Ketten brachten das seltsame Gefühl wieder zurück, und Katharina hätte sich verfluchen können. Nun war sie endlich wieder allein, um sich ungestört berühren zu können, wo es sie danach verlangte. Und nun war sie, zu allem Überfluss durch ihre eigene Schuld, so gefesselt, dass sie daran gehindert wurde. Verzweifelt versuchte sie, ihre Hände in die richtige Richtung zu bekommen, aber es war chancenlos. Da fehlte ein ganzes Stück.

Als Rebecca das Verlies nach einer für Katharina entsetzlichen Nacht betrat, hockte sie sich neben die Gefangene und strich ihr die Haare aus dem Gesicht. „Na, dich hat’s aber ordentlich erwischt, was?“
„Rebecca, es ist mir so peinlich!“, jammerte Katharina.
„Das braucht dir nicht peinlich zu sein, früher oder später passiert das jedem, dass er mal durchdreht.“
„Ich meine, es ist mir peinlich, wie ich hier liege!“
Rebecca zuckte mit den Schultern. „Tjaaa, da ist jetzt wenig dran zu ändern, nicht?“
„Du verstehst es wirklich, einen zu trösten!“
„Mach dir nichts draus. Wie gesagt: Du kannst es eh nicht ändern.“

„Bist du auch schon mal durchgedreht?“, wollte Katharina wissen.
„Ach, schon oft. Manchmal, dann glaube ich einfach, dass ich es nicht mehr länger aushalte. Dann schlägt eine Welle der Wut über mir zusammen.“
„Fesselt dich der Kerkermeister dann auch so fies?“
„Und ob.“
„Der Kerl ist echt gemein!“
Rebecca drehte ihre zusammengeketteten Hände hin und her, um anzudeuten, dass sie das etwas differenzierter sah. „Er war mal Soldat“, begann sie zu berichten und legte sich neben Katharina ins Stroh. „Er hat schon für den alten Grafen gekämpft, und war stets treu an seiner Seite. Der Graf konnte sich immer auf ihn verlassen, er war immer loyal. Unter dem jungen Grafen setzte sich das fort. Irgendwann wurde er dann zu alt zum Kämpfen. Und da hat sich seine Treue dann ausgezahlt: Anstatt ihn zum Teufel zu schicken, hat ihm der Graf den Posten als Kerkermeister angeboten, der gerade frei geworden war. So bekommt er hier praktisch sein Gnadenbrot.

Als er kam, war ich schon hier. Ich habe den alten Kerkermeister noch kennengelernt. Nicht lange zwar, aber mir hat es genügt. Der war ein bisschen anders drauf, das kann ich dir sagen. Da war ich öfter in der Kammer zu Gast, in der du neulich gewesen bist. Nicht zum Verhör, sondern einfach, weil es ihm Spaß gemacht hat zu quälen. Es ist schrecklich, der Willkür eines solchen Menschen wehrlos ausgesetzt zu sein.

Eines Tages war er dann tot. Ein anderer Gefangener hatte ihn zu packen bekommen, obwohl er in schweren Eisen lag. Er hat ihm trotzdem das Genick gebrochen, wie auch immer er das angestellt haben mag. Verzweiflung befähigt zu vielem. Na ja, und dann brauchte man einen neuen Kerkermeister, und der hier kam. Er ist streng und unerbittlich mit seinen Strafen, aber er ist nicht willkürlich. Wenn man sich an die Regeln hält, passiert einem gar nichts. Und die Bestrafungen sieht er als Notwendigkeit, sie bereiten ihm aber kein Vergnügen.

Ich habe ihm einiges zu verdanken. Zum Beispiel hat er es in die Wege geleitet, dass ich hier arbeiten darf, dieses Privileg hat sonst kein Gefangener. Allerdings ist auch kein anderer so lange hier.“

Katharina fiel es schwer, den Mann, die sie gerade in dieser erniedrigenden Stellung gefesselt und sie mit Stockhieben bestraft hatte, in einem positiven Licht zu sehen. Aber möglicherweise hatte Rebecca ja recht.

„So“, sagte Rebecca und setzte sich hin, „Happi, happi!“
„Bitte?“
„Zeit fürs Frühstück. Mund auf, der Löffel kommt.“
„Willst du nicht etwa füttern?“
„Was denn sonst? Meinst du, so kannst du selbst essen?“

Nachdem Katharina ihre Mahlzeit beendet hatte, entfernte Rebecca das Stroh, das Katharina verunreinigt hatte, da sie nicht in der Lage war, den Eimer zu benutzen. Katharina war das sehr peinlich. Dann nahm Rebecca eine Handvoll frisches Stroh und wischte Rebecca damit ab.“
„Rebecca, was machst du denn da?“
„Ich mache dich sauber“, erklärte Rebecca pragmatisch.
Katharina versuchte, die Zähne zusammenzubeißen, konnte aber dann nicht mehr verhindern, dass ihr ein Stöhnen entwich, als Rebecca so an ihr herumrieb.

„Na, das gefällt dir wohl, was?“, fragte Rebecca zärtlich.
„Rebecca, ich …“
„Pssst!“ Rebecca hatte das Stroh beiseite gelegt und strich nun über Katharinas Schenkel, ihre Pobacken und schließlich auch andere Körperteile, auf die Katharina derzeit keinen Zugriff hatte. Katharina gab ihren anfänglichen Widerstand schließlich auf und gab sich den Liebkosungen hin. Sie stöhnte immer lauter. Rebecca legte ihr den hölzernen Löffel zwischen die Zähne. „Hier, beiß da drauf“, sagte sie. „Das wird sonst zu laut.“ Dann führte sie Katharina zu einem Höhepunkt, den diese so noch nie erlebt hatte.

Als es vorüber war, legte Rebecca sich wieder neben ihre Freundin. Zärtlich streichelte sie Katharinas Brüste. „Rebecca“, schnaufte Katharina, „das ist Sünde!“
„Das bekommt der Liebe Gott hier unten nicht mit“, erwiderte Rebecca trocken. „Den gibt es hier unten nicht.“
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
Wölchen Volljährigkeit geprüft
Stamm-Gast





Beiträge: 687

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:11.05.15 15:54 IP: gespeichert Moderator melden


Tja wo Rebecca recht had,da had sie recht.

Tolle Fortsetzung.Vielen Dank.Freu mich schon auf den nästen Teil

mfg Wölchen
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
xxx76de
Fachmann





Beiträge: 49

User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:08.06.15 20:38 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 11

Anderthalb Tage ließ der Kerkermeister Katharina in der Straffesselung schmoren, dann entfernte er die zusätzliche Kette wieder. Endlich konnte sie ihre Glieder wieder ausstrecken, selten hatte sie sich so erleichtert gefühlt. Allerdings machte Katharina die Entdeckung, dass sie mit ihrer Toberei ihr Gewand beschädigt hatte. An der Stelle, an der sich das Loch in der Stoffbahn befand, durch das sie ihren Kopf steckte, war der Stoff naturgemäß sehr schmal. Er bildete hier quasi die Träger, die auf ihren Schultern lagen und dafür sorgten, dass der Stoff ihren Oberkörper vorn und hinten bedeckte. Einer dieser Träger war nun gerissen, und der andere sah auch nicht so aus, als würde er noch lange halten.

Als Katharina sich wieder hingesetzt und sich an die Wand gelehnt hatte, musste sie feststellen, dass das Gewand sie nun noch unvollständiger bedeckte. Auf der Seite, an der der Stoff gerissen war, klappte er immer wieder um und legte ihre rechte Brust bloß. Katharina fühlte sich so äußerst unwohl. Auch wenn sie die Stoffbahn immer dafür verflucht hatte, dass sie so großzügige Einblicke auf ihren Körper ermöglichte: So war es definitiv noch viel schlimmer. Immer wieder klappte sie den Stoff nach oben, aber bereits nach einigen Sekunden war ihre rechte Brust wieder entblößt. Es war einfach nichts daran zu ändern.

Rebecca grinste, als sie die Zelle am nächsten Morgen betrat. "Hübsch!", spottete sie. "Willst du mir irgendwas damit sagen?"
"Nö!", antwortete Katharina unwillig. "Mir ist das voll peinlich! Kannst du mir nicht ein neues Gewand besorgen?"
Rebecca schüttelte bedauernd den Kopf. "Leider nein. Da ist der Kerkermeister mal wieder eisenhart. Er dir ein Gewand gegeben, und wenn du es kaputt machst, bist du halt selber schuld. Es wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als dich deinen Gästen noch etwas freizügiger zu präsentieren als sonst schon. So viele sind´s ja eh nicht", sagte sie, während sie sich mit dem Holzeimer beschäftigte.

Einige Stunden später bekam Rebecca tatsächlich Besuch. Der Graf gab sich wieder einmal die Ehre. "Katharina!", begrüßte er sie. "So freizügig heute? Du hast mich wohl erwartet?"
Katharina lag eine reichlich bissige Antwort auf der Zunge, aber sie behielt die Worte dann doch lieber für sich. Es ging ihr gehörig auf die Nerven, dass sich hier anscheinend alle über sie lustig machten, erst Rebecca, dann der Graf. Aber sie wollte ihn keinesfalls verärgern, das konnte sie nun wirklich nicht auch noch gebrauchen. "Ja, ich habe schon mal angefangen. Jetzt seid Ihr an der Reihe", antwortete sie stattdessen keck. Das ließ sich der Graf nicht zweimal sagen.

"Könnt Ihr mir nicht ein neues Gewand besorgen?", fragte Katharina, als sie dabei zusah, wie der Graf sich wieder ankleidete.
"Es tut mir leid", erwiderte der Graf und zog sich die Strumpfhose zurecht. "Das liegt im Ermessen des Kerkermeisters. Ich habe ihm diese Aufgabe gegeben und vertraue ihm, dass er sie verantwortungsvoll ausübt. Da rede ich ihm nicht rein.“
„Das ist gemein!“
„Nein, das ist moderne Führung. Ich gehe davon aus, dass sich das bald überall durchsetzt.“
„Könnte noch ein paar hundert Jahre dauern.“
„Möglich.“ Der Graf stieg in seine Pluderhose. „Außerdem …“
„Außerdem gefällt Ihnen mein Anblick, stimmt’s?“
„Stimmt.“

Bereits am nächsten Morgen verabschiedete sich der nächste Teil von Katharinas spärlicher Garderobe. Als sie erwachte, stellte sie fest, dass die Schnur um ihre Hüfte wieder gerissen war. Sie knotete die Schnur wieder zusammen, allerdings war das kaum noch möglich. Aufgrund der vielen Knoten war sie mittlerweile stark verkürzt worden. Sie lag so eng um Katharinas Hüfte, dass sie kaum noch Luft bekam. Das ging auch nicht lange gut. Der erhöhten Belastung konnte die Schnur nicht länger standhalten, und sie riss erneut.

„Scheiße!“, zischte Katharina frustriert. Ihr war klar, dass die Schnur für sie nun unbenutzbar war. Der Stoff klaffte nun noch weiter auseinander. An seiner dünnsten Stelle lag er noch über Katharinas linker Schulter, aber eigentlich konnte sie ihn auch gleich abnehmen. Möglicherweise konnte er ihr nachts noch als Decke dienen, ihre Blöße aber konnte er nicht mehr verhüllen. Frustriert warf sie ihn von sich, bereute dies jedoch augenblicklich. Nun lag er außerhalb ihrer Reichweite, und sie saß splitternackt da.

Katharina machte sich sorgen. Der Tag der Gerichtsverhandlung rückte näher. Einerseits beunruhigte sie der mögliche Verlauf der Verhandlung, andererseits beschäftigte sie die Frage, ob man sie nun, da ihr Gewand hinüber war, nackt vor Gericht stellen würde. Der Gedanke war ihr unerträglich. Sie malte sich aus, wie man sie gänzlich unbekleidet in den großen Saal der Burg führen würde, in dem der Graf zu Gericht zu sitzen pflegte. Alle würden auf ihre Brüste starren, und auf ihren Hintern. Nur ihre Scham würde sie notdürftig bedecken können, mit ihren vor ihrem Körper gefesselten Händen. So würde sie durch den Saal schreiten müssen … nein, von Schreiten konnte keine Rede sein, die Ketten erlaubten ihr nur kurze Schrittchen, das würde die Prozedur noch weiter verlängern. Oder noch schlimmer: Möglicherweise fesselte man ihr die Arme auch auf den Rücken, dann wäre sie noch schlimmer dran.

Schaudernd fiel ihr ein, was zuvor noch auf sie warten würde: Man würde sie über den Burghof führen, und alle, wirklich alle könnten sie dann sehen. Sich an ihrem Anblick ergötzen, sich lustig machen, sie verspotten und verhöhnen, wenn sie dort nackt und in klirrenden Ketten vorgeführt wurde. Verblüfft stellte sie fest, dass dieses Gedankenspiel wieder das Kribbeln ausgelöst hatte, und fast automatisch wanderten ihre Hände über ihren Körper, einen ganz bestimmten Ziel entgegen.

E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
xxx76de
Fachmann





Beiträge: 49

User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:21.06.15 22:30 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 12

Am Tag der Verhandlung war Katharina unbeschreiblich aufgeregt. Würde ihr Plan klappen? Hatte der Schmied Wort gehalten? Heute würde sich ihr Schicksal entscheiden. Der Kerkermeister kam und öffnete ihr Halseisen. Er führte sie in den großen Raum und befreite sie auch von ihren Ketten. Dann bekam Katharina zu ihrer großen Erleichterung ein neues Gewand. Es handelte sich um ein richtiges Kleid. Zwar endete es kurz oberhalb ihrer Knie und war für die damalige Zeit daher eigentlich untragbar. Niemals durfte eine Frau ihre Beine herzeigen, daher war es an sich schon eine Strafe. Aber Katharina war dennoch heilfroh, wenigstens nicht mehr nackt zu sein. Die Farbe des Kleides bewegte sich irgendwo zwischen weiß und grau. In genau solchen Kleidungsstücken, die auch als Sünderhemd bezeichnet wurden, mussten die Verurteilten auch ihre vor der Öffentlichkeit durchgeführten Bestrafungen erdulden.

Nachdem Katharina in das Kleid geschlüpft war, wurden ihr ihre Ketten wieder angelegt. Nacheinander schloss der Kerkermeister die eisernen Schellen um ihre Hand- und Fußgelenke, und schließlich war sie wieder genau so gefesselt, wie sie es seit Tagen gewohnt war.

Dann geschah genau das, was Katharina bereits vorhergesehen hatte: Sie wurde über den Burghof geführt. Hier hatten sich bereits alle Bewohner versammelt, die es ermöglichen konnten, um einen Blick auf die Gefangene zu erhaschen. Quälend langsam überquerte Katharina den Hof, begleitet von vier Soldaten. Den Kopf hielt sie gesenkt, doch kurz vor der gewaltigen Tür zur großen Halle, hob sie doch den Blick. Sie sah genau in die Augen ihrer Freundin Josephine, die sie mit offenem Mund anstarrte.

In der Halle wurde Katharina vor einen großen Tisch geführt, hinter dem der Graf saß. Er sah betrübt aus. Er würde nun seine eigene Geliebte verurteilen müssen, kein Weg führte darum herum. Zugegen waren ebenfalls die beiden beiden Soldaten, die sie verhaftet hatten, die Gräfin sowie der Schmied und noch allerlei andere wichtige Herren. Auf dem Tisch stand die goldene Schale.

„Angeklagte“, begann der Graf. „du hast ein Geständnis unterzeichnet, in dem du dich schuldig erklärst, diese Schale entwendet zu haben.“ Der Graf, machte eine Pause. Katharina war sich nicht klar, ob eine Antwort von ihr erwartet wurde, daher schwieg sie lieber. Sie konzentrierte sich darauf, sich möglichst wenig zu bewegen, um ihre Ketten nicht zum Klirren zu bringen.

Der Graf fuhr fort. „Soldaten, könnt ihr bestätigen, dass ihr diese Schale in der Kammer der Angeklagten gefunden habt?“
Die beiden Soldaten gaben ein zustimmendes Gemurmel von sich.
„Geht das auch etwas deutlicher?“, schnauzte der Graf.
„Ja!“, rief Johann daraufhin kurz und knapp.
„Gräfin“, wandte er sich an seine Gattin, „kannst du bestätigen, dass es sich bei der Schale um einen Gegenstand aus deinem Besitz handelt?“
„Das kann ich“, die Gräfin nickte. „Ich schätze den Wert der Schale auf etwas 150 Taler.“ Ein Raunen ging durch die Anwesenden.
„Die Festlegung des Wertes des gestohlenen Gegenstands ist Aufgabe des Schmiedes“, erwiderte der Graf. „Vom Wert des gestohlenen Gegenstandes hängt das Strafmaß ab. Schmied?“
„Nun“, begann der Schmied und räusperte sich. Er nahm die Schale zur Hand. „Ich würde den Wert auf nicht ganz einen halben Taler schätzen.“ Ein weiteres Raunen ging durch die Menge, stärker noch als das erste.
„Schmied!“, rief die Gräfin verblüfft. „Die Schale ist aus reinem Gold!“
„Nein“, sagte der Schmied, „ist sie nicht. Das ist billiges Blech.“

Katharina fiel ein Stein vom Herzen. Der Schmied hatte Wort gehalten. Er hatte eine weitere Schale angefertigt, die der gestohlenen glich, aber aus minderwertigem Material war. Der Schmied zuckte mit den Schultern und reichte die Schale an den Grafen weiter. Dieser unterzog sie einer eigehenden Betrachtung und stellte sie dann vorsichtig auf den Tisch, als wäre sie zerbrechlich. „Es sieht so aus, als hätte der Schmied Recht“, sagte er.

„Dann ist es nicht die Schale, die mir gestohlen worden ist!“, rief die Gräfin.
„Ach?“, erwiderte der Graf. „Du hast doch gerade bestätigt, dass es sich um die Schale aus deinem Besitz handelt. Und die Soldaten haben bestätigt, dass es die Schale ist, die bei der Angeklagten gefunden worden ist. Solltet ihr alle eine Falschaussage getätigt haben?“

Sowohl die Gräfin als auch die Soldaten schwiegen. „Nein“, murmelte die Gräfin schließlich. „Dann ist das wohl meine Schale.“

„Nun gut“, sagte der Graf und räusperte sich wieder. Katharina sah, dass er sich ein Lächeln verkneifen musste. Offensichtlich verstand der Graf zwar nicht, was hier vorging, aber dass das Leben seiner Geliebten nun gerettet war und darüber hinaus seine Frau recht dumm aus der Wäsche guckte, das verstand er schon.

„Dann komme ich zur Verkündung des Urteils. In diesem Fall handelt es sich um einen minderschweren Diebstahl. Dennoch liegt natürlich eine Straftat vor, die gesühnt werden muss. Wie in solchen Fällen üblich, verurteile ich die Angeklagte zu folgenden drei Strafen: Erstens einen Tag am Pranger, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, gekennzeichnet als Diebin. Zweitens zwanzig Stockhiebe auf das entblößte Gesäß, zu verabreichen in Anwesenheit der Öffentlichkeit, im Rahmen der Prangerstrafe. Drittens zu einer einmonatigen Kerkerhaft. Danach ist die Angeklagte frei. Die Prangerstrafe erfolgt am nächsten Markttag in anderthalb Wochen, bis dahin hat die Angeklagte im Kerker zu verbleiben. Direkt im Anschluss an die Prangerstrafe beginnt die einmonatige Kerkerhaft. Das Urteil ist hiermit gesprochen und verkündet!“

Die Soldaten griffen Katharina an den Armen und führten sie aus dem Saal, erneut über den Hof und zurück in den Kerker. In dem großen Raum wurden ihr erneut vorübergehend die Ketten an den Händen abgenommen, dann musste sie das Sündenhemd wieder abgeben. Zu ihrer Erleichterung erhielt sie jedoch eine neue Stoffbahn und eine neue Schnur. Dann wurden ihre Hände wieder gefesselt und es ging zurück in die Zelle.

====

Eure Rückmeldungen sind mein Antrieb!

E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
pardofelis
Stamm-Gast

Meck-Pom


Gehorsam benötigt keine Gewalt

Beiträge: 314

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:21.06.15 22:54 IP: gespeichert Moderator melden


Ein echt ausgefallener, niedlicher Trick vom Schmied.
Und immer noch eine Geschichte ohne überschäumende Gewalt auskommt.
großes Danke dafür

p.s. das Gesicht der Gräfin kann ich mir bildlich vorstellen. schöööön


pardofelis
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
Wölchen Volljährigkeit geprüft
Stamm-Gast





Beiträge: 687

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:22.06.15 08:31 IP: gespeichert Moderator melden


tollo Wendung.
Außerdem die Gräfin soll sich nicht so haben.Immer hin wurde sie ja von ihren KG befreit.Was sie ja ihr zu verdanken had.Deswegen soll sie sich nicht so ärgern das ihr ein Schnipchen geschlagen wurde.


mfg Wölchen
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
devwol
Einsteiger

Amsterdam




Beiträge: 10

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:23.06.15 09:10 IP: gespeichert Moderator melden


Schönes Geschichte!
Die Bestraffung ist im Rahmen dieses Zeit ganz leicht.
Aber was kann noch passieren; die Gravin ist nicht wirklich dankbar, der Graf launenhaft. Was passiert als die Graf während die Monat ein anderes Dienstmädchen als Geliebte nimmt? Dann trifft es sich als Katharina noch für immer in unterirdische Zelle bleibt. Oder artet er wirklich auf Katharina.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
thomas
Story-Writer

Kaiserslautern




Beiträge: 217

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:23.06.15 10:55 IP: gespeichert Moderator melden


Könnte mir vorstellen,dass die Tatsache das der Graf mit Katharina vögelte während der Gräfin diese Freuden verwehrt waren,sie immer noch mehr wurmt als alles andere. Sogar dass sie ihren Keuschheitsgürtel nicht mehr tragen muss,scheint sie nicht zu besänftigen. Vielleicht hat Katharina ja die selbe Größe wie die Gräfin und ihre Muschi ist schneller hinter Schloss und Riegel als Katharina lieb ist😀
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
xxx76de
Fachmann





Beiträge: 49

User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:28.06.15 13:46 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 13

Am nächsten Tag bekam Katharina Besuch vom Grafen. „Was für ein unglaubliches Glück!“, strahlte er. „Ich dachte schon, ich müsse dich zum Strick verurteilen! Und dann das! Meine Gattin ist jetzt stinksauer auf ihren Cousin. Von dem hat sie die Schale nämlich geschenkt bekommen. Dass er ihr da so ein minderwertiges Stück überreicht hat, erzürnt sie ungemein. Aber soll sie ruhig toben!“

Katharina wunderte sich. Er hat es echt nicht kapiert, dachte sie. Der Graf fuhr fort. „Zu der Pranger-, der Leibes- und der Kerkerstrafe musste ich dich natürlich trotzdem verurteilen“, fügte er etwas betrübt hinzu. „Da blieb mir nichts anderes übrig. Sie haben ihre Aussagen ja nicht zurückgezogen … Und außerdem hast du das Geständnis unterzeichnet. Aber das wirst du schon überstehen“, tröstete er.

Na toll, dachte Katharina, nachdem der Graf gegangen war. Das wirst du schon überstehen. Mehr fällt ihm dazu nicht ein. Seufzend legte sie sich ins Stroh und schlief ein.

Es dauerte noch einige Tage, doch dann war es so weit: Der Tag von Katharinas Prangerstrafe war gekommen. Früh morgens holte der Kerkermeister sie aus ihrer Zelle und führte sie in Ketten über den Burghof in die Wachstube der Soldaten. Der Kerkermeister nahm ihr die Ketten ab, und damit endete seine Zuständigkeit, ab hier waren die Soldaten dran. Katharina musste ihr Gewand ablegen und stand nun gänzlich nackt vor den Soldaten, die sich daran weideten, wie sie sich schämte. Nur einer der Soldaten beteiligte sich nicht an den Schmähungen, er saß in der Ecke der Wachstube und schnitzte an einem Rettich herum. Dann erhielt Katharina ihr Sündenhemd. Es sah genau so aus, wie das Hemd, das sie zur Gerichtsverhandlung zu tragen hatte: Eine Art helles, einfaches Kleid, das ihr etwa bis zu den Knien reichte. Als nächstes war das Anlegen der Halsgeige (https://de.wikipedia.org/wiki/Halsgeige) an der Reihe. Dabei handelte es sich um eine hölzerne Fessel, die aufgeklappt und um Katharinas Hals gelegt wurde. Vor ihrem Hals verfügte die Halsgeige über zwei weitere Löcher, die im zugeklappten Zustand ihre Hände umschlossen. Nachdem das Monstrum durch einen Soldaten sorgfältig verriegelt worden war, lag es eng um Katharinas Hals, und sie war gezwungen, ihre Hände in unbequemer Haltung vor ihrem Körper zu halten.

Die Halsgeige diente nicht nur dazu, die Gefangene zu fesseln, gleichzeitig handelte es sich um eine Ehrenstrafe, in der Halsgeige durch die Stadt geführt zu werden. Wer sie trug, durfte nach Herzenslust verhöhnt und verspottet werden. Katharina hatte das schon des öfteren beobachtet. Die Verurteilten hatten ihr immer sehr leid getan, es musste wirklich eine grausame Strafe sein, so vorgeführt zu werden. Und nun steckte sie selber in der Halsgeige, die ihr im Übrigen überraschend schwer vorkam.

Zwei Fußeisen, die mit einer Kette miteinander verbunden waren, wurden Katharina nun angelegt. Die Kette war zwar länger als bei den Fesseln, die sie bislang getragen hatte, allerdings waren sowohl die Schellen als auch die Eisen bedeutend schwerer.

Katharina erschrak, als einer der Soldaten plötzlich mit einem Messer vor ihr stand. „Viele Grüße von der Gräfin sollen wir ausrichten“, sagte er mit einem gemeinen Grinsen. Dann machte er sich mit dem Messer an Katharinas Sündenhemd zu schaffen. Als er damit fertig war, hatte es bedeutend an Länge verloren. Während es ihr vorher bis zu den Knien ging, war es nun so kurz, dass der Ansatz ihrer Pobacken sichtbar war. Vorne verdeckte es noch so gerade eben das, was es verdecken sollte. Katharina verging fast vor Scham. Aber es sollte noch schlimmer kommen.

Der Soldat mit dem Rettich hatte sich nun erhoben und kam auf Katharina zu. Ein weiterer Soldat zwang sie, sich weit nach vorne zu bücken, dann spürte sie, wie der passend geschnitzte Rettich zwischen ihre entblößten Pobacken geschoben wurde und in sie eindrang. Es war ein äußerst seltsames Gefühl. Katharina gab ein gurgelndes Geräusch von sich. „Gefällt dir wohl, was?“, erkundigte sich einer der Soldaten. Katharina verzichtete auf eine Antwort. Die Soldaten führten sie nun zu einer Gittertür in der Wand, hinter der eine winzige Zelle lag. So breibeinig, wie ihre Ketten es erlaubten, legte sie den Weg bis zu der Zelle zurück. Der Rettich erwies sich als eine Qual.

Katharina wurde eingesperrt. Die Zelle war so winzig, dass sie darin nur stehen konnte. Viel schlimmer aber fand sie, dass sie aufgrund der Gittertür permanent den Blicken der Soldaten ausgesetzt war. Ihr war zwar klar, dass sie an diesem Tag noch sehr viel weiteren Blicken ausgesetzt sein würde, dennoch schämte sie sich in Grund und Boden.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
devwol
Einsteiger

Amsterdam




Beiträge: 10

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:30.06.15 22:13 IP: gespeichert Moderator melden


Ich liebe diese Geschichte, bin gespannt wie es weiter geht. Welche Erniedrigungen muss sie ertragen weil sie mit Halsgeige durch die Straßen geführt werden. Wie soll es seine eine ganze Monat gefesselt im Kerker zu bleiben. Angekettet wie beschrieben; ein Monat nicht stehen und laufen nur liegen und sitzen, kann sie danach noch gerade stehen und sich normal bewegen?
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
xxx76de
Fachmann





Beiträge: 49

User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:05.07.15 21:51 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 14

Etwa anderthalb Stunden musste Katharina in der engen Zelle verbringen, dann war es so weit. Die Gittertür wurde geöffnet. Katharina wurde ein hölzernes Schild umgehängt, auf dem der Schriftzug „Diebin!“ zu erkennen war. Die meisten Menschen konnten zwar nicht lesen, aber als weitere Demütigung gehörte das Schild zu ihrer Bestrafung mit dazu.

Sie führten Katharina auf den Burghof hinaus, wo sich bereits allerhand Menschen, die in der Burg lebten, versammelt hatten. Der Zug setzte sich in Bewegung. Katharina war von einigen Soldaten umgeben. Dahinter folgte die Menge. Diese verhielt sich allerdings weitgehend ruhig. Katharina war eine von ihnen, und sie war allseits bekannt und beliebt.

Das änderte sich allerdings, nachdem sie das Burgtor passiert und das Gebiet der Stadt betreten hatten. Der Zug wurde rasch größer, und zahlreiche Stadtbewohner ergötzten sich daran, Katharina zu piesacken. Sie wurde beschimpft und verhöhnt sowie mit kleinen Steinchen und Abfällen beworfen.

Katharina versuchte sich darauf zu konzentrieren zu laufen und möglichst wenig von ihrer Umwelt wahrzunehmen. Schritt für Schritt setzte sie voreinander, was mit den schweren Fußketten, die man ihr angelegt hatte, eine anstrengende Angelegenheit war. Das laute Klirren der Kette, das bei jedem Schritt ertönte, kündigte sie bereits weit im Vorhinein an. Und dann war da noch der gemeine Rettich. Er quälte sie bei jedem Schritt, und sie hatte permanent das Gefühl, eine Latrine benutzen zu müssen. Doch zu Katharinas ungeheurer Überraschung gesellte sich wieder das andere Gefühl dazu, das kribbelnde in ihrem Schoß. Nur zu gerne hätte sie jetzt ihre Hände dorthin bewegt, aber daran war selbstverständlich nicht zu denken. Einerseits war dies sicher nicht der richtige Ort, und andererseits waren ihre Hände fest in der soliden Halsgeige eingespannt.

Vor einem Wirtshaus schüttete eine Frau einen Eimer fauliges Putzwasser über der Verurteilten aus. Ein ekliger Gestank verbreitete sich, und Katharinas Haare hingen in Strähnen von ihrem Kopf herab. Einige Strähnen baumelten direkt vor ihren Augen hin und her, aber mit ihren gefesselten Händen war Katharina nicht in der Lage, die lästigen Dinger zu bändigen. Das Wasser hatte aber noch etwas anderes bewirkt: Katharina konnte es zwar der Halsgeige wegen nicht selbst sehen, aber den Kommentaren aus der Menge konnte sie entnehmen, dass der durchtränkte Stoff offensichtlich ein wenig durchsichtig geworden war und nun ihre Brüste deutlich sichtbarer werden ließ. Zudem klebte ihr der nasse Stoff eng am Körper. Das kribbelnde Gefühl war nun verschwunden, die Scham war wieder in den Vordergrund getreten und überstrahlte alle anderen Gefühle.

Am schlimmsten waren die Jugendlichen. Sie versuchten, sich gegenseitig darin zu überbieten, Katharina zu demütigen. Die Worte, die fielen, waren dabei noch das Harmloseste. Einer der Burschen, offenbar ein Ziegenhirte, erdreistete sich gar, mit seinem Stecken Katharinas Kleid von hinten anzuheben und damit ihren Hintern zu entblößen. Ein lautes Johlen ging durch die Menge, die sich hinter der Delinquentin befand, das sich noch verstärkte, als man entdeckte, dass ein Stück Rettich zwischen Katharinas Backen hervorlugte. Die Soldaten verscheuchten den Ziegenhirten zwar, ließen sich damit aber reichlich Zeit.

„Was ist denn mit der Frau?“, hörte Katharina ein kleines Mädchen fragen.
„Das ist eine Diebin“, antwortete die Mutter, „die hat gestohlen und wird jetzt bestraft.
„Was hat sie denn da an den Händen und Füßen?“, erkundigte sich das neugierige Kind weiter.
„Die Frau ist gefesselt worden“, lautete die Antwort. „Sie wurde in die Halsgeige geschlossen, damit sie niemandem wehtun kann. An den Füßen hat man ihr Eisenketten angelegt, damit sie nicht weglaufen und niemanden treten kann. Sei immer artig und ehrlich, damit du nicht auch eines Tages in Ketten durch die Stadt geführt wirst!“
Katharina schnaubte vor Wut. Sie und jemandem wehtun! Noch nie hatte sie irgendjemandem auch nur ein Haar gekrümmt.

Nach einer Zeit, die Katharina wie eine Ewigkeit vorkam, erreichten sie den Marktplatz. In der Mitte des Platzes befand sich ein hölzernes Podest, auf dem der Pranger montiert war. Dieser bestand aus einem senkrechten und einem waagerechten Balken, die wie ein großes T angeordnet waren. Der obere Balken wies, ähnlich wie die Halsgeige, drei Löcher auf, wiederum ein großes für den Hals und zwei kleine für die Hände. Am Pranger befand sich das Loch für den Hals allerdings in der Mitte.

Katharina wurde über ein Treppchen auf das Podest geführt. Oben angekommen wurde sie von der Halsgeige befreit, wobei ihre Beine weiterhin in Ketten blieben. Dann wurde die obere Hälfte des Querbalkens des Prangers nach oben geklappt. Schicksalsergeben legte Katharina ihren Hals und ihre Handgelenke in die dafür vorgesehenen Vertiefungen. Wenig später stand sie am Pranger, eingespannt in diese große hölzerne Fessel. Da der Pranger recht niedrig war, war sie gezwungen, weit nach vorn übergebeugt zu stehen; ihr Rücken befand sich ungefähr in der Waagerechten. Sie gab sich keinerlei Illusionen hin, was das für ihr drastisch gekürztes Sündenhemd bedeutete: Es war in dieser Position mit Sicherheit weit nach oben gerutscht, und zumindest für die Leute, die sich hinter dem Pranger aufhielten, würde sie jetzt sicherlich ein eindrucksvolles Bild abgeben. Die Kommentare aus der Menge bestätigten dies.

Die Stunden vergingen. Ununterbrochen stand Katharina in gebückter Haltung am Pranger. Sie befand sich in einem Wechselbad der Gefühle. Scham, Wut, Resignation, Angst, Trotz - alles war vertreten. Und zwischendurch unglaublicherweise immer mal wieder das intensive Kribbeln.

Immer wieder wurde sie von kleineren Gegenständen getroffen. Einige Jugendliche machten sich zudem einen Sport daraus, ihren nackten Hintern mit einer kleinen Steinschleuder zu malträtieren. Katharina versuchte, die Schmerzen zu ignorieren, aber bei den meisten Treffern konnte sie nicht verhindern, dass sie auf ihren Füßen auf- und abtippelte und damit ihre Ketten zum Klirren brachte. Das spornte die Halbwüchsigen umso mehr an. Katharina hatte die Verurteilten, die am Pranger stehen mussten, zwar immer schon bedauert. Was diese Strafe wirklich bedeutete, dämmerte ihr allerdings erst jetzt.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
xxx76de
Fachmann





Beiträge: 49

User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:17.07.15 22:45 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 15

Gegen Mittag betrat ein Stadtbüttel das Podest. Er war dafür zuständig, Katharina ihre Stockhiebe zu verabreichen, zu denen sie verurteilt worden war. Der Büttel blies einige Male in ein Horn, um die Menge darauf hinzuweisen, dass es jetzt Zeit für die Leibesstrafe war. Als er sich der Aufmerksamkeit der Anwesenden sicher war, verkündete er nochmals das Urteil: Zwanzig Stockhiebe hatte Katharina zu erwarten, auf das entblößte Gesäß. An ihrem Gesäß war zwar nicht mehr viel zu entblößen, dennoch schob der Büttel das Sündenhemd der Form halber noch höher, so weit es eben ging. Katharina war sich sicher, dass aus bestimmten Blickwinkeln nun auch ihre herabbaumelnden Brüste sichtbar geworden waren.

Dann begann der Büttel mit seiner Arbeit. Katharina verkrampfte sich und versuchte, ihre Pobacken zusammenzukneifen, als sie das surrende Geräusch der durch die Luft wirbelnden Weidenrute vernahm. Und dann war es auch schon so weit, die Rute klatschte auf ihren Hintern und erzeugte einen Schmerz, wie sie ihn noch nie erleiden musste. Ihr wurde jetzt klar, dass der Kerkermeister sie bei seinen Bestrafungen äußerst freundlich geschont hatte. Der Büttel hingegen war ihr nicht so wohlgesonnen. Katharina konnte nicht verhindern, dass ihr ein gellender Schrei entfuhr. „Eins!“, verkündete der Büttel laut.

Als der Büttel endlich die Zahl Zwanzig ausrief, war Katharina fix und fertig. Ihr Hintern brannte wie Feuer. Verzweifelt hatte sie während der Tortour versucht, sich aus der Umklammerung des Prangers zu befreien, aber die hölzerne Konstruktion war so stabil gebaut worden, dass sie nicht einmal wackelte. Zu Katharinas Überraschung zog der Büttel, nachdem er sein Werk vollendet hatte, sogar das Sündenhemd wieder zurecht, so viel Anstand hatte er dann doch. Dass das wenig dazu beitrug, Katharinas Blöße zu bedecken, stand auf einem anderen Blatt.

Nachdem sich ihr Peiniger davongemacht hatte, standen Katharina weitere Stunden am Pranger bevor. Zeitweise geriet sie in eine Art Dämmerzustand, dann wieder war sie hellwach und erlebte alles glasklar. Als die Sonne sich dem Horizont näherte und die Markttreibenden damit begannen, ihre Stände abzubauen, öffneten die Soldaten den Pranger. Katharina war nicht in der Lage, sich auf den Beinen zu halten, augenblicklich brach sie zusammen, als der Pranger ihren Körper nicht mehr hielt. Die Soldaten jedoch waren unerbittlich. Sie legten Katharina die Halsgeige wieder um und stellten sie auf die Füße. Mit Mühe gelang es ihr, auf den Beinen zu bleiben. Es kostete sie eine unglaubliche Willensanstrengung, die ersten Schritte zu tun, aber nachdem der Anfang gemacht war, ließ sie sich vom Podest führen und begann den Marsch zurück in die Burg. Sie sehnte sich nach dem Kerker, es musste ein himmlisches Gefühl sein, dort jetzt im Stroh auszuruhen, fernab von all den herzlosen Menschen, die ihr nichts als Übles wollten.

Am Rande der Erschöpfung schleppte sie sich zurück zur Burg. Die Schmähungen waren nun seltener geworden, die Leute hatten ihr Pulver wohl verschossen und gingen ihren eigenen Geschäften nach. Nur ein paar Kinder konnten es einfach nicht sein lassen, sie weiter zu demütigen.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
xxx76de
Fachmann





Beiträge: 49

User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:29.07.15 21:29 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 16

In der Wachstube der Soldaten fiel Katharina ein Stein vom Herzen: Endlich wieder in der Burg, weg der Öffentlichkeit, weg vom Mob! Die Soldaten sperrten sie wieder in die winzige Zelle mit der Gittertür, und Johann wurde geschickt, den Kerkermeister zu holen. Dieser traf auch wenige Minuten später ein, mit Katharinas Ketten in der Hand. Nach kurzer Zeit trug sie wieder ihre Stoffbahn und ihre vertrauten Ketten. Dann führte der Kerkermeister sie aus der Wachstube hinaus auf den Burghof.

Auf halber Strecke über den Hof stand Katharina urplötzlich vor ihrer Freundin Josephine, die dort offensichtlich auf sie gewartet hatte. Für einen Moment sahen sich die beiden wortlos in die Augen. Keiner sprach ein Wort, aber aus Josephines Augen sprach eine gehörige Portion Mitgefühl, die Katharina nach diesem Tag als äußerst wohltunend empfand. Schließlich hob Josephine die Hand und legte sie an Katharinas Wange. Zu Katharinas Überraschung griff der etwas abseits stehende Kerkermeister nicht ein, sondern ließ sie gewähren. Einige Minuten lang standen die beiden Freundinnen so schweigend da, dann räusperte sich der Kerkermeister. „Wir müssen weiter“, sagte er mit leiser Stimme.

In ihrem Kerker wurde Katharina wieder angekettet. Der Kerkermeister verschwand, ließ die Tür jedoch offen. Mit Mühe entfernte Katharina den Rettich und warf ihn in den Eimer. Dann legte sie sich ins Stroh und brach hemmungslos in Tränen aus.

Minuten später öffnete sie die Augen. Durch den Tränenschleier hindurch sah sie zwei nackte Füße und zwei eiserne Fußschellen, die mit einer Kette verbunden waren. Rebecca, dachte Katharina. Rebecca ist da.

Und das war sie. Rebecca kümmerte sich um Katharinas geschundenen Körper. Sie strich eine lindernde Salbe auf Katharinas malträtiertes Hinterteil und auf die Wunden, die die Gegenstände hinterlassen hatten, mit denen sie beworfen und beschossen worden war. Sie wischte ihr die Tränen ab und kämmte ihr die Haare. Außerdem versuchte sie sich um die seelischen Wunden zu kümmern, die Katharina zugefügt worden waren. Sie legte sich neben sie und versuchte, sie zu umarmen, was sich der ganzen Ketten wegen als unmöglich herausstellte. Aber allein Rebeccas unbeholfene Versuche waren dazu angetan, Katharina ein wenig aufzuheitern. Schließlich begann Rebecca, Katharina zu streicheln und zu liebkosen, verhalten zunächst, dann immer offensiver. Später steckte sie ihrer Freundin wieder den Holzlöffel zwischen die Zähne, um die Geräusche etwas zu dämpfen. Danach schliefen die beiden jungen Frauen nebeneinander ein.

Rebecca verbrachte die ganze Nacht in Katharinas Zelle. Erst gegen Morgen erhob sie sich, um ihren Dienst anzutreten. Bevor der Kerkermeister die Tür wieder verschloss, zögerte er einen Moment. Katharina erwartete, dass er etwas sagen würde, aber dann schien er sich eines Besseren zu besinnen und verschwand. Jetzt noch vier Wochen Kerkerhaft, dachte Katharina, dann bin ich frei. Und dann?

In den folgenden Tagen bekam Katharina wieder öfter Besuch vom Grafen. Am Tag ihrer Prangerstrafe war von ihm nichts zu sehen gewesen, er wollte nicht zusehen müssen, wie Katharina gequält wurde. Nun aber sah er alle paar Tage bei seiner Geliebten im Kerker vorbei. Seine Besuche endeten stets damit, dass er sich teilweise entkleidete und sich zwischen Katharina und ihre Ketten zwängte, was Katharina sehr genoss.

Etwa zwei Wochen lang ging das so, dann kam der Tag, der alles änderte. Der Graf hatte wieder die Zelle betreten, und nach einem kurzen Plausch hatte er wieder Pluder- und Strumpfhose abgelegt und sich zwischen Katharina und ihre Ketten manövriert. Die Gefangene genoss es zutiefst, was der Graf nun unternahm, genauso wie das rhythmische Klirren ihrer Ketten als Begleitung. So entging es beiden, dass eine weitere Person den Kerker betreten hatte und ihr Treiben mit offenem Mund beobachtete.

„Heribert!“, schrie sie schließlich voller Entrüstung. Der Graf erstarrte. Langsam drehte er den Kopf und erblickte seine Frau. „Mitkommen!“, presste sie zwischen ihren zusammengebissenen Zähnen hervor. „Sofort!“ Mit Mühe befreite sich der Graf aus Katharinas Kettengewirr und stand nun reichlich belämmert da. Während er sich hastig anzog, fuhr die Gräfin fort. „Ich verlange eine Verschärfung der Haftbedingungen für dieses miese, kleine Ding! Sind wir uns da einig?“ Zu Katharinas Erschrecken nickte der Graf. „Dann ordne es noch heute an! Und ich werde es überprüfen!“

Beide verließen die Zelle, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Katharina ordnete zitternd ihr Gewand. Dann kamen ihr die Tränen.

Einige Stunden später wurde ihre Zellentür erneut geöffnet, und der Kerkermeister trat ein. Er machte ein sehr ernstes Gesicht. Wortlos schloss er ihr Halseisen auf und bedeutete ihr, ihm zu folgen. In dem großen Raum angekommen entfernte er all ihre Ketten sowie ihr Gewand. Nackt und zitternd sah sie dem Kerkermeister in die Augen. „Was geschieht jetzt mit mir?“, fragte sie mit belegter Stimme.
„Der Graf hat angeordnet, dass du ins Loch kommst“, erwiderte er. Katharina erschrak. Sie wusste zwar nicht, was das bedeutete, aber es hörte sich nicht gut an.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
devwol
Einsteiger

Amsterdam




Beiträge: 10

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:30.07.15 19:52 IP: gespeichert Moderator melden


Wiedermal ein Tolle Vorsetzung! Aber ganz gemein dieses Cliffhanger, kann kaum warten wie es weiter geht.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
xxx76de
Fachmann





Beiträge: 49

User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:20.08.15 23:11 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 17

Katharina wurde wieder zurück in den Gang geführt, in dem die Kerker lagen, allerdings liefen sie nun an ihrer bisherigen Zelle vorbei. Am Ende des Gangs befand sich eine Tür, die niedriger war als die anderen. Dahinter verbarg sich eine eine winzige Zelle. Die Decke war so niedrig, dass Katharina nur geduckt stehen konnte. Ihr fiel sofort der Gegenstand ins Auge, der den Raum beherrschte: ein am Boden befestigter Stock. Dabei handelte es sich um einen hölzernen Block mit vier kreisrunden, nebeneinander liegenden Öffnungen. Der Kerkermeister klappte den oberen Teil des Stocks hoch, wodurch sich die runden Öffnungen in jeweils zwei halbkreisförmige Aussparungen verwandelten, je eine im oberen und eine im unteren Teil.

„Setz dich da hin“, sagte der Kerkermeister, und Katharina tat, wie es ihr befohlen worden war. „Die Füße nach außen, die Hände nach innen“, fuhr der Kerkermeister fort, und wies auf die Aussparungen. Zögernd spreizte Katharina die Beine und legte ihre Fußgelenke in die beiden äußeren und ihre Handgelenke in den inneren Aussparungen. Der Kerkermeister klappte den Stock wieder zu und verschloss ihn sorgfältig. Katharinas Hand- und Fußgelenke wurden nun eng von dem massiven, hölzernen Block umschlossen. Nun folgte noch ein Halseisen, das mit einer Kette an der Wand befestigt war. Komplett überflüssig, dachte Katharina. Aber gehört wohl dazu. Schließlich zog der Kerkermeister noch vier gewaltige Nägel und einen Hammer hervor. Mit mächtigen Schlägen nagelte er den Stock auch noch zu.

Der Kerkermeister warf einen Blick auf seine Gefangene. Katharina schämte sich. Mit weit gespreizten Beinen saß sie nun da, und darüber hinaus vollkommen nackt. Sie konnte sich ungefähr vorstellen, welchen Anblick ihre Scham nun bot. Doch sie war weder in der Lage, diesen Bereich noch ihre entblößten Brüste zu bedecken; der dicke Holzblock wusste das wirkungsvoll zu verhindern. Ihr ging auf, das sie nun vollkommen bewegungsunfähig war, der Stock umklammerte ihre Gliedmaßen so fest, dass sie sich nicht mehr rühren konnte.

„Die Fackel muss ich mitnehmen“, sagte der Kerkermeister. „Hier kommt zu wenig Luft herein, du würdest sonst ersticken.“ Die Tür wurde zugeschlagen, und Katharina saß im Dunklen. Einen Schacht wie in ihrer alten Zelle gab es hier nicht.

In den folgenden Stunden wurde Katharina bewusst, was es bedeutete, in den Stock geschlossen zu sein. Es fing damit an, dass sie nicht einmal in der Lage war, sich eine Haarsträhne aus den Augen zu wischen und endete mit schrecklichen Schmerzen, da sie sich nicht bewegen konnte und immer in der selben Position sitzen musste. Der Stock war die grausamste Fessel, die ihr je angelegt worden war.

Am nächsten Morgen war Katharina der Verzweiflung nahe. Zwei Wochen sollte ihre Kerkerhaft noch andauern, sollte sie die wirklich hier verbringen müssen? Das Sitzen im Stock war eine unglaubliche Tortur, und die rabenschwarze Dunkelheit machte es nicht besser. Immer wieder versuchte sich Katharina aus diesem fiesen Ding zu befreien, obwohl es ihr eigentlich klar war, dass sie nicht die geringste Chance hatte. Der hölzerne Block würde sie nicht freigeben.

Als die Tür zu ihrer winzigen Zelle schließlich geöffnet wurde, erlitt Katharina den nächsten Schock. Rebecca kam herein und steckte eine Fackel in die Halterung in der Wand. Aber was hatte man ihrer Freundin angetan? Sie trag einen eisernen Knebel, der es ihr unmöglich machte, zu sprechen. Ihr Mund war weit geöffnet, da der Knebel es ihr nicht ermöglichte, ihn zu schließen. An ihrem Hinterkopf befand sich ein Schloss, das verhinderte, dass sie den Knebel entfernte. Ihr hübsches Gesicht wurde durch dieses furchtbare Ding komplett entstellt.

Offenbar hatte man beschlossen, dass Katharina von ihrer Umwelt vollständig zu isolieren war. Gespräche mit anderen Menschen waren ihr anscheinend nicht erlaubt. Rebecca stand da und starrte Katharina in ihrem Stock an. Erst jetzt wurde ihr wieder bewusst, was für ein Bild sie bot, splitternackt und mit weit gespreizten Beinen.

„Rebecca!“, begann Katharina. „Es tut mir so leid! Was haben sie mit dir gemacht? Du musst dieses Ding nur meinetwegen tragen, oder?“
Rebecca nickte langsam.
„Ich hoffe, du bekommst es nur um, solange du dich um nicht kümmern musst?“, wollte Katharina wissen.
Rebecca zuckte mit den Schultern. Offenbar trug sie den Knebel erst seit kurzer Zeit. Sie gab einige Geräusche von sich, als ob sie zu reden versuchte, es war allerdings nichts zu verstehen.

Rebecca starrte Katharina noch eine Weile an. Tränen waren in Rebeccas Augen erschienen, und auch Katharina konnte sich nicht weiter zurückhalten. Schließlich begann Rebecca, sich um die auf so grausame Art gefesselte Gefangene zu kümmern. Da Katharina sich nicht im Geringsten mucksen konnte, musste sie gefüttert werden. Das war ja schon einmal notwendig gewesen, als der Kerkermeister ihr die Straffesselung verpasst hatte. Katharina war es wieder genauso unangenehm, so komplett hilflos zu sein. Danach befreite Rebecca sie von ihren Ausscheidungen, was sich als gar nicht einfach herausstellte. Katharina war in keinster Weise dazu in der Lage, Rebecca bei ihren Arbeiten zu unterstützen, alles, was sie konnte, war bewegungslos dazusitzen.

Schnell verlor Katharina in der immer währenden Dunkelheit das Zeitgefühl. Später bekam sie Besuch vom Grafen. Er steckte die Fackel in die Halterung und stand dann eine Weile mit offenem Mund vor ihr. Wieder meinte Katharina, vor Scham vergehen zu müssen. Es war offensichtlich, dass die Blicke des Grafen immer wieder über ihren nackten Körper glitten, und es war ihr glasklar, dass ihr Körper in dieser demütigenden Pose diesen Blicken vollkommen schutzlos ausgeliefert war. Alles, was sie hätte tun können, wäre den Kopf zu senken, aber das tat sie nicht. Sie versuchte, den Blick des Grafen zu erhaschen.

„Was seht Ihr mich so an?“, traute sie sich schließlich zu fragen. „Ihr selbst habt doch angeordnet, dass ich hier eingesperrt werde, oder? Und dass ich vorher entblößt werde, und dass ich in den Stock geschlossen werde. Das ich hier sitzen muss, unter Schmerzen und komplett entwürdigt!“
„Nein, das wollte ich nicht“, entgegnete der Graf schließlich. „Meine Gemahlin wollte das. Und nachdem sie uns miteinander erwischt hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als ihrem Wunsch zu entsprechen. Das tut mir sehr leid, Katharina, das tut mir unendlich leid!“
„Graf …“, begann Katharina, und Tränen traten ihr erneut in die Augen. „Es ist so furchtbar … Ich halte es hier nicht aus! Ich bitte Euch, ich flehe Euch an … helft mir! Befreit mich aus dieser entsetzlichen Lage! Lasst mich in Ketten legen, von mir aus auch nackt! Stellt mich noch einen Tag an den Pranger, lasst mir noch mehr Stockhiebe zukommen! Ich werde das alles ertragen. Aber das hier, das ertrage ich nicht! Bitte!“

Auch dem Grafen waren die Tränen in die Augen getreten. „Ich kann nicht“, entgegnete er stockend. „Meine Gemahlin … Sie kann jederzeit hier auftauchen, um zu kontrollieren, ob du auch hier bist, ob du im Stock sitzt, ob allen ihren Wünschen Folge geleistet wurde. Es tut mir unendlich leid!“
„Warum ist sie nur so grausam?“
„Sie will mich leiden lassen, indem sie dich leiden lässt.“
„Ich habe auch schon in meinen Ketten gelitten!“
„Dass du nackt in den Stock geschlossen werden solltest, hat sie sich genau überlegt. So sitzt du in einer aufreizenden Pose vor mir, was meine Gefühle in Wallung bringen soll. Aber anderseits wird es nicht gelingen, dass wir uns vereinigen, wenn du verstehst, was ich meine. Als du in Ketten lagst, war es mit etwas Mühe noch möglich, solange du aber im Stock sitzt, wird es nicht gelingen.“
Katharina sah an sich herunter. „Und? Bringt es deine Gefühle in Wallung, mich so zu sehen?“
Der Graf richtete seinen Blick unwillkürlich auf Katharinas Schoß. „Ja“, erwiderte er leise, „das tut es ganz ungemein.“
Katharina stellte verwundert fest, dass in genau diesem Moment das kribbelnde Gefühl zurückkehrte. „Wird es nicht irgendwie gehen?“, fragte sie.
Der Graf kam, der niedrigen Decke wegen gedruckt, zu ihr. Zärtlich liebkoste er ihre Brüste. „Ich fürchte, das wird nicht gehen“, sagte er und blickte auf Katharinas eingeschlossene Extremitäten. „Ich wüsste nicht wie.“

Rebecca hatte da schon bessere Ideen. Zwar war eine Unterhaltung wegen des Knebels nicht möglich, aber Katharina ein wenig zu verwöhnen, um ihr zumindest etwas Trost zu spenden, das konnte sie. Katharinas Überzeugung nach verfügte sie auf diesem Gebiet sogar über recht außergewöhnliche Begabungen, und mehr als einmal entfuhr Katharina ein lustvolles Stöhnen, und sie wand sich heftig hin und her, soweit ihr Stock das denn zuließ.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
goliath
Einsteiger





Beiträge: 3

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:20.09.15 07:42 IP: gespeichert Moderator melden


Für mich momentan die beste Geschichte hier. Aber ich befürchte Katharina ist mittlerweile im Stock an den Krämpfen gestorben.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
xxx76de
Fachmann





Beiträge: 49

User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:20.09.15 21:53 IP: gespeichert Moderator melden


@goliath: He, nicht frech werden! (c: Es geht ja weiter!

Kapitel 18

Das Schmachvollste an Katharinas Haft im Loch waren die beiden Besuche der Gräfin, die sich davon überzeugen wollte, dass ihren Anordnungen Folge geleistet wurde. Mit einem bösen Lächeln ging sie vor Katharina in die Hocke und es war ihr anzusehen, dass sie sich an ihrem Anblick weidete.

„Na, Hure?“, begann sie. „Wie fühlt sich der Stock an?“ Katharina hielt dem Blick der Gräfin stand, aber sie schwieg beharrlich. Was hätte sie auch sagen sollen?
„So schweigsam heute?“, fuhr die Gräfin fort. „Na, was soll’s. Er steht dir jedenfalls außerordentlich gut, das kann ich dir versichern! Obwohl - ein bisschen obszön sieht es schon aus, wie du da mit geöffneten Schenkeln auf der Erde hockst. Meinst du nicht auch?“
Katharina biss die Zähne zusammen. Sie hätte jetzt alles darum gegeben, in die Lage versetzt zu werden, ihre weit gespreizten Beine in eine andere Position zu bringen. Aber viel hätte sie eh nicht zu geben gehabt.
„Und dann hier!“ Die Gräfin hob eine von Katharinas Brüsten an und ließ sie wieder fallen. „Alles sehr unästhetisch! Ich werde nie verstehen, was mein Herr Gemahl dir findet. Alles ein bisschen sehr drall, oder?“
Katharina schwieg noch immer.
„Hallo! Kannst du nicht antworten, du fettes Luder?“ Das war zu viel für Katharina. Sie warf den Kopf nach hinten und schrie aus vollem Hals. Dann begann sie zu schluchzen.
„Na, bitte, geht doch“, erwiderte die Gräfin. „Ich wünsche dir dann noch eine schöne Zeit im Stock! Ich muss jetzt leider gehen, das Essen ist sicher schon fertig. Heute gibt es Wachteln, wenn ich nicht irre. Willst du mir nicht zum Abschied die Hand reichen? Ach, wie dumm von mir, du bist ja im Stock gefesselt!“ Die Gräfin ließ ein meckerndes Lachen hören und verschwand dann. Ihr zweiter Besuch nach einigen Tagen verlief nicht wesentlich angenehmer.

Zwei Wochen verbrachte Katharina im Stock. Nachdem der Kerkermeister die Fessel schließlich wieder geöffnet hatte, musste er Rebecca zu Hilfe holen. Nur gemeinsam gelang es ihnen, Katharina aus dem Loch zu bugsieren. Ihre Arme und Beine waren so geschwächt, dass sie zunächst weder in der Lage zu laufen noch zu krabbeln war. Sie wurde wieder in ihre ursprüngliche Zelle gebracht, und sie hätte es nie für möglich gehalten, dass sie einmal erleichtert und froh sein würde, in Ketten im Kerker zu sitzen und von einer simplen Stoffbahn bekleidet zu sein.

Am nächsten Morgen ging es ihr schon wieder viel besser. Noch einmal bekam sie Besuch vom Grafen. „Ich kann nicht lange bleiben“, verkündete er. „Meine Gemahlin ist überall und nirgends. Morgen wirst du entlassen. Was wirst du dann tun?“
„Ich werde fortgehen.“
Der Graf wirkte fast ein bisschen erleichtert. „Und wo willst du hin?“
„Das weiß ich noch nicht. Aber hier kann ich nicht bleiben. In der Burg werde ich wohl kaum noch Arbeit bekommen?“
„Nun, meine Gemahlin …“
„Eben. Und in der Stadt kann ich auch nicht bleiben. Nach dem Tag am Pranger kann ich dort niemandem mehr ins Gesicht sehen. Ganz davon abgesehen, dass auch niemand mehr etwas mit mir zu tun haben wollen wird. Ich werde mein Glück also irgendwo in der Fremde suchen.“

„Katharina“, sagte der Graf, „es bricht mir das Herz, aber so wird es wohl das beste sein. Ich möchte dir das hier überlassen, auf dass es deine erste Not lindern möge.“
Er reichte Katharina einen Taler. Sie starrte das Geldstück an. Für einige Tage würde es dafür sorgen, dass sie nicht verhungern musste, sehr weit würde sie damit aber sicherlich nicht kommen. Nun ja, immerhin etwas, sie wollte nicht undankbar erscheinen.

„Ich hätte noch einen Wunsch“, sagte Katharina, als der Graf sich bereits zum Gehen wandte. „Ich würde mich sehr freuen, wenn er mir erfüllt werden würde.“
„Sofern es in meiner Macht steht …“, antwortete der Graf.
„Das tut es. Ich bitte Euch, Herr Graf, lassen Sie Rebecca frei. Ich weiß zwar nicht, was sie sich zu Schulden hat kommen lassen, aber ich weiß, dass sie genug gebüßt hat.“
„Rebecca? Welche Rebecca denn?“
Katharina war verblüfft. „Rebecca! Sie lebt seit Jahren hier unten im Kerker, rund um die Uhr in Ketten. Sie kümmert sich um die anderen Gefangenen, bringt ihnen das Essen und so.“
„Ach ja, ich erinnere mich“, erwiderte der Graf nach einer Pause. „An das Mädchen hatte ich schon gar nicht mehr gedacht.“
„Bitte schenkt ihr die Freiheit! Sie leidet schreckliche Qualen hier unten!“
Der Graf überlegte eine Weile. „Gut“, sagte er dann. „Wenn es dein Wunsch ist, dann soll er in Erfüllung gehen. Das bin ich dir wohl schuldig.“ Du bist mir eigentlich noch viel mehr schuldig, dachte Katharina. Ob es mir mit deinem jämmerlichen Taler gelingen wird, mir irgendwo ein neues Leben aufzubauen, ist äußerst fraglich.

Dann verabschiedete sich der Graf, und Katharina versank in Grübeleien. Ein bisschen fürchtete sie sich direkt vor der Freiheit. An ihre Ketten hatte sie sich längst gewöhnt. Wie mochte es sich anfühlen, wenn ihr Köper nicht mehr von den eisernen Schellen umklammert wurde? Erst Stunden später schlummerte sie ein.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
petraaa
Einsteiger





Beiträge: 4

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:21.09.15 09:56 IP: gespeichert Moderator melden


Sollte die Gräfin Katharina ohne eine Metallvorrichtung in die Freiheit entlassen? Der Graf wird sich ihr wieder annehmen.
E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
devwol
Einsteiger

Amsterdam




Beiträge: 10

Geschlecht:
User ist offline
  RE: Im Kerker des Grafen Datum:21.09.15 19:24 IP: gespeichert Moderator melden


Ein verurteilte Diebin die auch als Hure bekannt ist (dafür sorgt der Gräfin bestimmt), was für ein Zukunft hat sie anderes als Kriminelle, weil ein neues Job soll sie nicht bekommen.
Aber wird sie sogar Frei gelassen? Die Gräfin hat noch verschiedene Optionen; Es ist klar Katharina hat sich prostituiert sogar im Gefängnis und ein goldene Schale die plötzlich billiges Blech ist das ist ja Hexerei.
Und Hilfe von dem Graf? Katharina in Freiheit erinnert jeder an seine außereheliche Beziehungen, es ist besser sie bleibt unsichtbar.

E-MailProfil anzeigenNachricht senden Nachricht kopieren Nachricht zitieren Nachricht �ndern Nachricht l�schen
Seiten(4) «1 2 [3] 4 »
Antworten Bei Antworten benachrichtigen
Jumpmenü
Google
Suche auf dieser Seite !!


Wir unterstützen diese Aktion

Impressum v 1.2
© all rights reserved, 2019

Status: Sessionregister
Der Aufruf erzeugte 23 locale und 1 zentrale Queries.
Ladezeit 0.06 sec davon SQL: 0.03 sec.