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  Tante Gerdas Geheimnis
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Toree
Stamm-Gast





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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:14.06.21 01:24 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

@ Toree
So, so Biedermeier. Habe gerade gegoogelt, jetzt weiß ich wie die DJ-Toree ausgesehen haben könnte.
Jetzt bin ich neugierig.


Dazu gibt es nichts mehr zusagen.
Die Nachbarin ist vor zwei Jahren verstorben, mit 96 Jahren.

Mit ihrem Sohn habe ich dann ihre Wohnung leergeräumt, das Kostüm war noch da und eingeschweist.
Also noch im Topzustand.
Da er von meinem 'Ausflug' in die Biedermeier Zeit wusste, wollte er es mir aufschwatzen, was ich aber ablehnet.
Erstens würde meine Frau sicher dagegen sein, zweitens, aus einer Damengröße 44 ist bestimmt eine 52 gewurden, wenn nicht mehr. (Von damals 48 kg sind inzwischen 80 gewurden!)

Das Teil ist dann bei den vier Buchstaben, mit 'E' am Anfang für fast 2000,- € verkauft wurden, es war ja alles da.


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Latexbrummbär
Freak

Deutschland




Beiträge: 115

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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:14.06.21 08:44 IP: gespeichert Moderator melden


Na die beiden Damen scheinen ja ziemlich durchtrieben zu sein!
Aber es lässt auch hoffen das den Damen Latex am "Hausmädchen" gefallen wird. Danke für das weiterschreiben! Eine grandiose Geschichte!
Wird Andrea auch noch eine Rolle spielen?
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Gummimaske
Stamm-Gast

Bernburg/Saale




Beiträge: 343

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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:14.06.21 10:11 IP: gespeichert Moderator melden


Auch ich lese mit wachsender Begeisterung diese Geschichte.Nun warte ich natürlich gespannt auf die Fortsetzng.,denn sie ist voll nach meinem Geschmack.
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Erin
Stamm-Gast

Brandenburg


Lebe deine Träume

Beiträge: 318

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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:14.06.21 16:17 IP: gespeichert Moderator melden


Das ist ja ein schöner Anfang seines Dienstes bei den Ladys. Freue mich auf den Fortgang der Geschichte.
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tedl
Einsteiger

Zürich


Lebe Dein Leben ...

Beiträge: 2

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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:19.06.21 16:03 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo K2 ...... Wann gehts denn weiter ....?
Einfach copy/ paste und gut ist .....
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maximilian24
Stamm-Gast

Österreich




Beiträge: 368

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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:19.06.21 21:41 IP: gespeichert Moderator melden


@tedl: Bitte sei nicht so ungeduldig! In diesem Forum gehört es doch dazu dass man in gewissem Ausmaß auch auf die Folter gespannt wird - oder?
Eine solche Story ist es meiner Meinung nach wert, dass man länger etwas davon hat.Mein Kompliment an K2!
P.S.: natürlich freue auch ich mich schon auf die nächste spannende Fortsetzung.
Alt werden will jeder, alt sein aber keiner
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K2
Erfahrener



la vita è bella - life is beautiful - la vie est belle - das Leben ist schön

Beiträge: 31

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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:20.06.21 22:10 IP: gespeichert Moderator melden


@ Toree,
wow dieses Biedermeierkostüm muss echt was besonderes gewesen sein, wenn man bei ebay dafür 2000€ erlösen kann.
Jetzt bin ich neugierig.

@ Latexbrummbär,
ja Andrea wird noch eine Rolle spielen.
Bleib neugierig.

@ Gummiemaske,
danke für Dein wohlwollendes Feedback, geht runter wie Öl.
Bleib neugierig.

@ Erin,
schön Dir gefällt die Episode mit den Schmiedlers, die wird uns noch hundert Seiten beschäftigen.
Bleib neugierig.

@ tedl,
schön, dass Du mir solch ein Feedback gibst. Aber einfach "copy paste" mach ich nicht, die Rohversion hat einfach zu viele Fehler.
Vor vier Tagen habe ich mich echt geärgert, weil mir ein großer Fauxpas aufgefallen ist. Folgendes stimmt vorn und hinten nicht:
Raphaela wird nach unten geschickt um das Essen des Chinesen in Empfang zu nehmen. Wie hat sie die Tür geöffnet?
Ein paar Minuten später sitzt sie verzweifelst im Foyer und weiß nicht, dass die Tür mit einem Bewegungsmelder bedient wird.
Echt ärgerlich für die Autorin Kristiane.
So musst Du leider meine Regel akzeptieren: Jede Woche 20 gut lektorierte Seiten, mehr gibt es nicht.
Bleib neugierig.

@ maximilian24,
du sprichst mir aus der Seele. Danke für Deine Geduld.
Neugierig bleiben ist cool. Scheibchenweise vielleicht auch.




--
Jetzt geht es weiter von Seite 135 bis 148. Sorry mehr habe ich leider diese Woche nicht geschafft (EM2020 ist Schuld)
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K2
Erfahrener



la vita è bella - life is beautiful - la vie est belle - das Leben ist schön

Beiträge: 31

User ist offline
  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:20.06.21 22:19 IP: gespeichert Moderator melden


*****

Eine Stunde später klopfte es an der Wohnzimmertür.
„Komm rein!“, rief Simone, „bist fertig?“
„Ja das ging schneller als gedacht, überall nur Staub kein richtiger Dreck.“
„So, so, also fertig in 1 ½ Stunden, das nenn ich mal schnell, hoffentlich auch gründlich.
„Denke schon und du, gibt’s was Interessantes im Fernsehen?“
„Nicht wirklich“, log Simone. Natürlich war es überaus interessant gewesen die neue Haushälterin zu beobachten.
„Magst noch ein Glas Wein?“
„Gern.“
„Dann musst du wohl oder übel nochmal runter in den Weinkeller.
Rapha…“, Simone betonte den Namen belustigt auf dem a, „…bring einen Riesling, ein Roter müsste erst atmen, das dauert zu lange. Der Riesling ist rechts auf halber Höhe.“

Raphaela machte sich auf den Weg und dachte mit Schaudern an ihren damaligen Kellerausflug bei Gerda zurück. Aber hier waren sie ja nicht in einem Mehrfamilienhaus und sie war ja lange nicht so auffällig gekleidet wie damals.
Sie öffnete die Tür und schaltete das Licht an:
„Mist das ist der falsche Raum.“
Sie hatte das Licht schon wieder ausgeschaltet, stutzte kurz und drehte sich nochmals, um doch einen weiteren Blick in den Raum zu werfen. Es war eindeutig ein vollgestopfter Abstellraum mit Gartenmöbeln und alten Fahrrädern und lauter anderem Zeug. Aber das ganz hinten an der Wand war eindeutig ein schwarzes Andreaskreuz mit vielen Ösen und Ketten. Es war nicht festgeschraubt, stand leicht schräg an der Wand angelehnt und war sehr staubig.
Sie machte sich ihre Gedanken und fragte sich:
‚Ist das etwa so ein Ding wie in den Dominastudios? Haben Joe und Simone das benutzt? Oder doch eher diese Melanie? Hatten sie es irgendwann mal in ihrem Schlafzimmer? War es aussortiert worden oder haben sie jetzt ein Neues, noch schlimmeres Ding?’
Während der Hausbesichtigung hatte Simone im Erdgeschoss nur einen Blick in die Arbeitszimmer gewährt. Die ganze linke Seite mit dem privaten Bereich, den Simone „unser Schlafzimmer“ genannt hatte, hatten sie nicht betreten. So, so da gab es in der Tat einiges mehr an außergewöhnlichen Dingen in diesem Haus, als nur das eine rosa Zimmer von Melanie.

Sie fand gleich darauf den Wein und kam zurück ins Wohnzimmer.
„Hast dich zurechtgefunden?“, fragte Simone.
„War erst ausversehen in Eurer Rumpelkammer mit den Gartenmöbeln aber dann kein Problem.“, sie wollte nicht lügen und abwarten was Simone erwidern würde.
„Dann hast Du ja gesehen, wie viel Arbeit auf dich wartet. Dort ist in der Tat eine helfende Hand mehr als nötig.“
Sie tranken gemütlich ihren Wein, sprachen erstmals über einen groben Plan für die nächsten drei Wochen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.
„In eurem Brief stand was davon, ich muss nichts mitbringen auch keine Kleidung, richtig?“
„Ja.“
„So was soll ich denn dann morgen früh anziehen?“
„Das kannst du frei entscheiden, hinter den großen Schiebetüren ist ein begehbarer Kleiderschrank. Dort sind massenhaft Klamotten von Melanie und teilweise auch von Joe, die passen dir auf jeden Fall. Ihr habt sicher alle drei in etwa die gleiche Konfektionsgröße.“
„So, so…“, bemerkte Raphaela darauf hin, „…und was genau finde ich da so an Klamotten?“
„Wirst schon sehen, halt alles was man so braucht, wenn man drei Wochen hier arbeitet. Auch viel Freizeitkleidung und anderes aufreizendes Zeug, Melanie war schon ein heißer Feger und wusste wie man es macht.“
„Magst mir was über sie erzählen?“
„Nein.“, das war eine deutliche Ablehnung. Die kürze der Antwort signalisierte, irgendwas war vorgefallen. Dann schob Simone doch nach: „Vielleicht ein anderes Mal. Kannst aber auch einfach morgen deine Klamotten wieder anziehen. Die sehen toll aus.“

Simone trank ihr Glas aus und bestimmte: „Ich bin müde und du solltest auch zu Bett gehen. Morgen um viertel vor sieben kommt der Milchmann und bringt alles was wir für das Frühstück brauchen. Um sieben hätte ich gern ein Glas warme Milch, zwei Spiegeleier und ein Brötchen mit Kirschmarmelade. Kannst du das übernehmen, ich habe morgen einen anstrengenden Tag vor mir?“
„Musst du arbeiten?“
„Ja sogar sehr viel, ich muss ein Drehbuch aus dem französischen übersetzen. Die Bavaria will es am Mittwoch mit mir durchsprechen für eine Synchronisation.“
„Ah verstehe, du bist wie Gerda im Filmbusiness.“
„Ja, ich schreibe Drehbücher und übersetze ausländische Filme für die deutsche Fassung. Meist englisch aber hin und wieder auch aus dem französischen und spanischen.“
„Ich bin beeindruckt.“, Raphaela nickte anerkennend.
„Danke.“, Simone mochte das Lob für ihre Arbeit.

*****

Was Simone dem Mädchen beflissentlich verschwieg war ihre neue Zusammenarbeit mit Paul dem Regisseur. Der hatte sie angerufen und gerade raus gefragt: „Hast Lust für einen Porno ein Drehbuch zu schreiben?“
Simone war sofort Feuer und Flamme. Die Rahmenvorgaben waren so vage, dass sie sich wirklich frei austoben dürfte. Da hatte sie Lust drauf und empfand die Storyline als gute Herausforderung. Paul hatte am Telefon verraten: Es geht um einen Jüngling und dessen erste Erfahrungen mit Fetisch. Auf ihre Frage, wie heftig er denn den Plot plant, ob eher so Soft- oder Hardcore erwiderte Paul: „Eher so in die Richtung für hartgesottene Rubberisten.“
Das gefiel Simone nicht so auf Anhieb: „Darf ich ein paar Szenen reinmachen, die nicht nur Bumsen sind? Ich meine so in der Art erotisches Heranführen an das Thema mit Ankleiden und Knutschen und Kuscheln?“
„Mach ruhig, aber bitte kein Mehrteiler und nicht mehr als 90 Minuten.“
Simone dachte nach und fühlte eine Vorfreude auf das Projekt: „Hast schon was an Material?“
„Ja ein paar Probeaufnahmen und eine hingekritzelte Storyline.“
„Okay, wann kannst mir das schicken?“
„So in vier Wochen, wir drehen frühestens im Herbst.“
„Passt, es ist sowieso gerade landunter bei der BAVARIA, vor Juni habe ich keine Zeit für Schmuddelfilme.“
Beide lachten herzlich und ihre langjährige Erfahrung und Zusammenarbeit machte sie sicher, das wird ganz gewiss kein Schmuddelfilm. Sie hatten schon immer beide einen hohen Anspruch: „Wenn schon denn schon!“
Als hochgestecktes Ziel wurde verabredet: mindestens eine Nominierung für die „adult.aviie awards“.

*****

Auch das neue Hausmädchen war nach dem ersten Abend in der Gartenstraße müde. Sie duschte aber noch schnell, um sich morgen früh die Zeit zu sparen. Die äußerlichen Veränderungen zu gestern Abend, jetzt ganz nackt ungeschminkt vor dem Spiegel stehend, waren eindeutig zu sehen. Ein Wesen mit weiblichen Wimpern, gezupften Brauen, Schmuck und langem Wallehaar schaute keck zurück. Von oben bis zum Hals eine ungeschminkte Frau, ab der Schulter nach unten eindeutig der unveränderte Ralph. Ein verwundertes Kopfschütteln ließ die Haare eindeutig weiblich fliegen. Das reichte als kleiner Kick und sie blieb einfach gedanklich in der weiblichen Rolle.
Sie band sich das große Handtuch ganz Mädchenhaft um die Brust, als wolle sie den Busen auch verdecken. Jetzt war Ralph endgültig wieder verschwunden.
Dann stellte sie den Wecker auf fünf Uhr fünfundvierzig. Sie bedachte, eine Stunde bevor der Milchmann kommt, das sollte reichen, sich morgen mit Schminken in eine schöne Raphaela zurück zu verwandeln.
Sie wunderte sich, dass die Schiebetür zum Schrank immer noch verschlossen war. Daher blieb keine Wahl und sie entschied sich, morgen nochmals dasselbe anzuziehen wie heute.

‚Soll ich nackt schlafen?‘, nachdenklich schaute sie sich um.
Auf der Suche nach irgendeinem Bekleidungsstück für die Nacht, kam ihr die Idee, unter das Kissen des Himmelbettes zu schauen. Ein sexy Seidennachthemd lag dort, wie bestellt und nicht abgeholt. Dieses war schneeweiß, ein wenig verspielt mit Puffärmelchen, Spitzenbesatz am Hals und Saum. Noch unschlüssig, ob sie besser nackt schlafen solle oder in diesem Teil von Melanie, stellte sie sich vor den Spiegel. Das Nachthemd wurde vor den Körper gehalten, die Länge passte bis zu den Knien und jetzt war sie nicht mehr abgeneigt.
Ohne Schminke wirkte sie zwar deutlich männlicher, jedoch mit diesem neckischen Hemdchen vor der Brust wieder wie Raphaela. Der Stoff umspielte ihren Körper und schon war es um sie geschehen. Sie schlüpfte schnell hinein und bewunderte sich noch ein Weilchen vor dem Spiegel. Als Zeichen der Begeisterung sprach sie zu sich selbst: „Jetzt bleib ich halt einfach mal Mädchen für eine Nacht.“
Warum sollte sie auch nackt schlafen gehen, gab keinen vernünftigen Grund dafür.

Der Tag war ereignisreich und sie war müde. Legte sich ins Kissen und schloss die Augen. Zwar regte sich in seinem Schritt sein kleiner Freund und meldete seinen Bedarf an. Diese natürliche Regung war unter anderem ausgelöst worden durch das raschelnde weiche Seidenmaterial. Aber Raphaela war sich noch der Worte von Joe bewusst: „...wir wollen mit ihnen keinen Perversen einfangen, der ständig onaniert...“
Sie unterdrückte genau dieses aufkeimende Bedürfnis und schlief hundemüde ein.

Mitten in der Nacht wanderte schlaftrunken ihre Hand unter das zweite Kissen rechts von ihr. Dort lag auch irgendwas Interessantes, stellte die Hand verwundert fest. Im Halbschlaf fühlte es sich gut an, kühl und glatt. Die Hand vergrub sich mehr und mehr darin und zog es unter dem Kissen hervor. Unterbewusst kuschelte das schlafende Mädchen damit, es lag angenehm auf der Haut und roch nach Gummi. Die Hand führte das Wäschestück von allein unter die Nase und Raphaela begann im Traum zu seufzen. Ihre zweite Hand fand seinen Weg und wanderte unter das Nachthemd. Wenig später entlud sich ihre Lust mit drei kräftigen Spermastößen auf den Bauch. Sie drehte sich, ohne vollends aufzuwachen, glücklich zur Seite und schlief fest, bis der Wecker laut klingelte.

*****

Trotz der frühen Stunde wachte sie ohne Schwierigkeiten um viertel vor sechs auf. Verwundert sah sie den Latexhaufen neben sich. Ein transparentes gelbliches Latexpaket lag da, halb noch unter dem anderen Kissen versteckt. Sie entfaltete es und entdeckte dessen Bestimmung. Es war ein rüschiges bodenlanges Nachthemd mit Stehkragen und langen Ärmeln. Sie studierte es und war verwundert. Ihr wurde nicht recht klar, wie man in dieses Ungetüm hinein und vor allem wieder heraus gelangen sollte, der Kragen war super eng ohne Reißverschluss. Sie grübelte über die Bedeutung des Ganzen nach.
‚Wenn die Schmiedlers zwei Nachthemden unter den Kopfkissen versteckt haben‚ warum? Wollten sie prüfen, ob ich auf Latex abfahre? Oder waren das einfach nur ein Überbleibsel - von Melanie dort vergessen? Hätte ich gestern Abend beide Möglichkeiten gleichzeitig entdeckt, für was hätte ich mich entschieden?‘

Sie schlürfte ins Bad und entdeckte im Spiegel einen großen Fleck auf dem Seidenhemdchen in Bauchhöhe. Sie schmunzelte und erinnerte sich wage der nächtlichen Onanie.
„Muss wohl in die Wäsche!“, sagte sie fröhlich vor sich hin.
Sie wusch sich das Gesicht im Waschbecken und rubbelte an dem Fleck des Nachthemdes ein wenig rum. Anschließend schminkte sie sich sorgfältig, was überraschend gut gelang.

Um kurz nach sechs klingelte überraschend das Telefon auf dem Schreibtisch.
„Hallo?“, fragte sie zaghaft, Simones Stimme erwartend.
„Ich bin‘s Joe Schmiedler, hoffe hab sie nicht geweckt.“
„Nein, nein alles gut - ich bin schon eine halbe Stunde wach.“
„Schön, ich muss nur kurz stören, ich habe ein Anliegen, bei dem sie mir helfen könnten.“
„Ja?“, fragte Raphaela zurückhaltend.
„In meiner Bank liegt meine zweite Bürotasche, die ich ungern dort lassen mag. Könnten sie heute Morgen dort vorbeifahren und diese abholen?“
„Ja, warum nicht.“, antwortete sie immer noch zögerlich, „aber lassen die mich denn rein?“
„Das organisiere ich, sagen sie beim Pförtner einfach meinen Namen und als Autorisierung meinen Geburtstag und meinen ersten Arbeitstag bei der Bank.“
„Die da wären?“
„1.3.1980 und 1.9.2011.“
„Kann ich mir merken.“, bestätigte das Mädchen.
„Sobald sie die Tasche haben und wieder vor der Bank stehen, rufen sie bitte durch!“
„Mach ich.“
Joe war spürbar froh: „Danke, und sonst, wie war der erste Abend.“
„Nichts Besonderes, ich habe nur noch gestern Melanies Zimmer saubergemacht, mit Simone die nächsten Wochen durchdacht und dann ab ins Bett.“
„Ach so…“, quittierte Joe, „…und ist Simone zufrieden mit der Qualität der ersten Putzarbeit?“
„Weiß nicht, sie hat es nicht kontrolliert.“
„Dann mach ich das schnell aus London.“, sagte sie fröhlich, „mach mal die Kamera am Telefon an.“
Raphaela tat wie ihr aufgetragen und schwenkte die Kamera im Raum umher und zeigte den staubfreien Schreibtisch. Anschließend ging sie durchs Bad und zeigte dort wahllos auf ein paar Details.
„Passt ja schon ganz gut. Kannst mal bitte mit dem Zeigefinger über die Badtüroberkante fahren?“, wurde sie nun aufgefordert.
Leider musste sie jetzt einen ganz und gar staubigen Finger vor die Kamera halten und die Antwort war unerwartet scharf:
„So, so das ist aber nicht gründlich, geh mal zur Dusche, da wird auch gern beim Putzen geschlampt.“
Auch hier musste sie über die Oberkante der Glaswände fahren, leider mit demselben negativen Ergebnis.

„Ok, jetzt halt mal die Kamera vor Dich, so dass ich Dich sehe.“
Das war jetzt wirklich unglücklich und sehr ungeschickt von Raphaela. Eigentlich wollte Joe nur das Makeup kontrollieren, jedoch entdeckte sie sofort den Fleck auf dem Nachthemd.
„Was ist denn das für eine Sauerei auf deinem Bauch.“
Ups, das war jetzt in der Tat eine große Sache.
Was würde jetzt passieren? Nach der gestrigen Belehrung erwartete sie kein Pardon und eine saftige Standpauke. Ängstlich schwieg sie.
„Ist es das, was ich denke, was es ist?“, Joe war wieder in ihrem dominanten Modus.
„Ich befürchte ja, ist mir heute Nacht im Halbschlaf passiert.“, entschuldigte sich Raphaela verlegen.
„Gut das machen wir jetzt ganz einfach, ein Strafpunkt für die Türen und zwei für das versaute Nachthemd.“
Das war hart, aber sie traute sich nicht zu widersprechen.
So schnell konnte es mit den Strafpunkten gehen, dabei hatte sie sich vorgenommen aufzupassen. So ein Mist.

Joe wechselte abrupt den Ton: „Wenn das mit der Tasche abholen bei der Bank ordentlich klappt, sind zwei wieder weg. OK?“
So viel schnelle Milde kam unerwartet.
„Ja gern, ich werde alles zu ihrer Zufriedenheit erledigen.“, versprach Raphaela.
„Ok, bitte pünktlich zehn vor acht beim Empfang der Bank, bis später.“
Raphaela war von dem Telefonat ein wenig verwirrt. Wieso vergisst Joe eine Tasche im Büro und warum kontrolliert sie die Arbeit so akribisch?

Und jetzt registrierte sie auch noch verwundert, dass die Schiebetür zum Ankleidezimmer offen war. Sicher wieder so eine Tür mit Fernbedienung genau wie die Haustür, alles ein bisschen mysteriös hier bei den Damen.
Sie ging hinein und war schwer beeindruckt von der Größe des Ankleideraumes. Zehn verspiegelte Doppelschranktüren zählte sie, jedoch nur eine war offen, alle anderen verschlossen.
Dahinter fand sie fünf Schubladen mit Unterwäsche, Strumpfhosen, T-Shirts und eine Kleiderstange. Da war Kleidung von heute, modisch und chic aber auch alte Gewänder für Hausbedienstete in den unterschiedlichsten Stilen. Sie war nicht begeistert von dem ersten Teil, welches sie entnommen hatte. Ein schwarzes Zofenkleid aus dem späten 19. Jahrhundert, schwarz mit langen weiten Ärmeln und Stehkragen. Dazu eine weiße stark gestärkte Baumwollschürze mit Rüschen an den Trägern. Sie hielt es vor den Körper und spiegelte sich.
‚Passt zwar irgendwie zu meinem Job aber sehr altmodisch‘, dachte sie und legte es sofort zurück: ‚für den Bankbesuch sicher nicht das richtige!‘
Dasselbe Kleid gab es nochmals in rosa, ebenso stilecht. Auch ein drittes Teil im Französischen Stil mit kurzem weit ausgestelltem Rock war vorhanden.
„Sehr sexy, was Melanie da alles hat!“ murmelte sie vor sich hin, „ein richtiges kleines Luder.“
Sie durchsuchte den Schrank nach straßentauglicher Kleidung und wurde fündig. Ein dunkelblauer Plisseerock wadenlang mit passender Jacke legte sie raus und dazu einen dunkelroten unauffälligeren Rollkragenpullover. Das sah perfekt aus für ein junges Mädchen, welches bei einer Bank arbeitet. Dazu wählte sie eine schwarze Strumpfhose und da waren auch noch Schuhe im exakt gleichen Blauton wie der Rock. Welch Zufall.
„So ein Mist, die haben mindestens sieben Zentimeter Absatz.“
Sie zog diese mal besser sofort an, um sich an den Gang damit zu gewöhnen. Es ging erstaunlich gut, die passten wie für sie gemacht.

Wie am gestrigen Tag musste Gerdas formende Unterwäsche ihre Körperform verweiblichen. Auch ihr Penis musste wieder zwischen die Beine und die Silkonbrüste wieder rein in die Cups. Schnell folgten der rote Pullover und der blaue Rock. In der verschwenderischen Auswahl an Makeup fand sie schnell einen besser passenden Lippenstift zum weinroten Oberteil. Dazu ein wenig Eyeliner im Ton des Rockes und schon war sie zufrieden. Prüfend drehte sie sich vor dem Spiegel. Perfekt! Ich sehe aus wie eine junge Assistentin der Geschäftsleitung. Dann nahm sie der Einfachheit halber die Schürze aus dem 19. Jahrhundert, band sich eine große Schleife im Rücken und machte sich an die Frühstücksvorbereitung.

Pünktlich viertel vor sieben kam der Milchmann, ein ca. 30-jähriger Bursche eines Lieferservice, der echt erstaunt war, hier in der Villa jemanden Unbekannten anzutreffen.
Sie plauderten nur kurz. Es war aber deutlich zu erkennen, er war angetan und verwirrt. Lag es daran, dass sie so sexy aussah auch mit der blöden Schürze oder lag es daran, dass er unter der Verkleidung einen Mann vermutete.
Aufschluss ergibt vielleicht die Beobachtung, was er tat, als er wieder im Auto saß. Auf seinem persönlichen Adressblock suchte er die Zeile Gartenstraße 17. Das Wort „Geschäftsleute“ wurde ergänzte „neue Haushaltshilfe – rattenscharf“.
Offensichtlich klappt das bei Raphaela immer besser mit dem weiblichen Outfit und sogar mit der Mädchenstimme, beim Milchmann war es zumindest ein Volltreffer.

„Guten Morgen, ich sehe du hast im Schrank was gefunden, was dir gefällt. Du siehst wunderschön aus.“, waren die ersten Worte von Simone, als sie in der Küche erschien. Den sonntäglichen Freizeitlook von gestern hatte auch sie mit Business ausgetauscht. Eine schwarze Stoffhose kombinierte sie einer weißen Businessbluse ließen sie strenger erscheinen. Dieses Outfit, dazu jetzt auch noch mit einer Brille auf der Nase, ergaben ein völlig verändertes Bild. Sie wirkte wie eine Lehrerin oder eben wie eine Lektorin.
„Das Frühstück sieht Klasse aus.“
Sie setzte sich wie selbstverständlich an den gemachten Tisch und ließ sich heiße Milch einschenken.
„Das habe ich so vermisst.“, strahlte sie glücklich, „ein leckeres Frühstück und nicht mehr allein dabei.“
Die neue Haushaltshilfe war trotz der frühen Stunde ausgelassen fröhlich und liebte das Gespräch: „Es ist mir eine Freude, Joe ist ja jetzt in London aber sonst, ist sie da morgens auch schon immer weg?“
„Ja unter der Woche sehe ich sie fast nie vor dem Abendessen, Frau Bankdirektor ist hat halt immer busy.“
Raphaela erzählte von Joes Anruf und den ungewöhnlichen Instruktionen.
„Das ist lieb von ihr, mich da außen vor zu lassen. Ich habe echt viel zu tun und muss Mittag kurz zur Bavaria rein. Bekommst du das mit der Bank allein hin?“
„Ja klar, ich brauche ja nur 15 min bis dort.“

Nach dem herrlichen Frühstück legte Raphaela die Schürze ab, zog die Jacke an und komplettierte ihr Aussehen mit Handtasche und Schal. Ein prüfender Blick in den Spiegel bestätigte ihre Hoffnung: ‚Ich sehe wie eine perfekte modische Azubi aus einer Bank aus.‘
Nach dem beschwingten Fußweg wurde sie bereits im Foyer der Bank durch Herrn Walker erwartet: „Hallo, gerade vor zwei Minuten hat Frau Direktor Schmiedler sie angekündigt. Ich bringe sie sofort in ihr Büro, das mache ich doch gern.“
Büro war wahrlich untertrieben. Der Raum von Frau Direktor war ein kleiner Tanzsaal mit Besprechungstisch für zwanzig Personen, gemütlicher Couchecke und sehr großem Schreibtisch. Die ausgewählten Bilder waren alle sehr geschmackvoll und von Künstlern, die Raphaela irgendwie bekannt vorkamen. Es sah aus wie in der Halle der Villa. Ein wunderschöner großer Blumenstrauß lockerte die Atmosphäre auf und wirkten einladend auf jeden, der hier einen Termin hat.
Die vergessene Mappe war schnell gefunden und auf dem Rückweg zur Lobby bemerkte sie, dass Herr Wacker immer ein paar Schritte hinter ihr lief. Offensichtlich gefiel ihm was er sah und sein Blick verharrte viel zu oft auf ihrem Po und dem jugendlich wippenden Plisseerock. Er verabschiedete sich mit einem unerwarteten Lob:
„Na dann ihnen noch einen schönen Tag.“, er zögerte kurz, „sie sehen heute toll aus und haben den Frühling ein kleines Stück zurückgebracht.“

Kaum war sie auf der Straße, da telefonierte sie wie abgesprochen.
„Hallo Frau Schmiedler, ich habe die Tasche.“
„Super, war schon jemand von meinem Sekretariat vor ihnen da?“, man merkte ihre Unruhe.
„Nein, ich habe keinen gesehen, nur den Pförtner.“
Jetzt entspannte sie sich ein wenig: „Kannst mal reinschauen, ob drei schwarze Mappen drin sind.“
Sie öffnete die Tasche und fand deutlich mehr Inhalt als nur die drei gesuchten Mappen, was sie zunächst verwirrte und zögern ließ.
„Ja, sind alle drei drin und die Versiegelungen sind alle in Ordnung.“
„Da bin ich aber froh.“, Joe räusperte sich, „die anderen Dinge sind nicht wichtig. Aber eine Bitte habe ich, das Ganze bleibt unter uns, OK?“
„Ja klar.“, bestätigte Raphaela, schloss schnell wieder die Tasche und machte sich auf dem Heimweg.

Die Absätze ihrer High Heels klapperten über den Asphalt, das Laufen klappte trotz der Höhe der Absätze erstaunlich gut. Jeder Passant sah mit Freude auf das fröhliche Mädchen mit der Tasche, die am frühen Morgen durch den Frühling in München spazierte.
Raphaela bemerkte davon nichts, sie hing im Gedanken an der Tasche und versuchte sich einen Reim darauf zu machen:
‚Joe hat die Tasche im Büro vergessen, so viel ist klar! Die Dokumente sind wichtig, OK! Aber die Vermutung liegt doch irgendwie nahe, das hätte auch die Sekretärin in Ordnung bringen können. Andererseits waren da anderen Dinge in der Tasche, die mir die Schamesröte ins Gesicht treiben. Ein normaler Dildo hätte schon Verwunderung und Tratscherei in der Bank ausgelöst, aber dieser in der Tasche war weitaus delikater. Es war ein Doppelfreudenspender für zwei Personen, dazu noch mit einer großen Schleife verziert. Was für ein Prügel.‘
Raphaela schmunzelte über Joe, jetzt wo sie dieses Geheimnis kannte.
Des Weiteren ist noch ein Katalog in der Tasche, auf den Joe mit Edding fett draufgeschrieben hat:
Geburtstagsgeschenk für Simone bestellen.
Blöd nur, wenn die Sekretärin genauer hinschaut hätte, dann hätte sie entdeckt, dass der Katalog von Heavy Rubber ist, der berühmte Spezialanbieter von strenger Latexkleidung.‘
Die Gedanken schwirrten ihr nur so durch den Kopf auf dem Heimweg und sie vergaß ganz und gar ihre schmerzenden Füße in den ungewohnten Schuhen und auch die eventuelle Peinlichkeit als Mann in Frauenkleidern entdeckt zu werden. ‚Sind die Schmiedlers spitz auf Latex? Offensichtlich ja! Ich habe ja noch drei Wochen Zeit mehr darüber herauszufinden.‘

„Bin zurück.“, rief sie Simone zu als sie zur Haustür hereintrat.
„Schön.“, antwortete diese, „habe gerade mit Joe telefoniert. Du sollst die Tasche bei dir verwahren, da ist wohl irgendwas für meinen Geburtstag drin, was ich nicht sehen soll.“
Raphaela konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und hielt die Tasche ein wenig fester unter ihrem Arm. Dabei löste sie ausversehen den Startknopf des Dildos aus, der leise hörbar zu summen begann. Mit dem Schreck sprang sie beherzt aus Simones Büro raus und brachte das vibrierende Spielzeug wieder zum Stillschweigen.

„Sorry.“, murmelte Raphaela als sie wieder im Büro von Simone stand.
„War das das, was ich denke, was es war?“, fragte die Lektorin mit belustigtem Blick über ihre Brille und einem sehr breiten Grinsen.
„Nein, nein, ...“, Raphaela überlegte fieberhaft, „…nur mein Handy, ich habe da einen ulkigen neuen Klingelton.“
„Ach so.“
„Ok, wie soll ich heute loslegen mit Putzen?“
„Ich schlage vor, du arbeitest dich von oben nach unten durch unser Haus.“, überlegte Simone laut, „wische oben den Flur und putze alle Dachbodenfenster. Anschließend dann ist unser großer Speisesaal dran. Bitte richtig gründlich, ein richtig großer Frühjahrsputz solls sein mit allen Ecken und Kanten.“
„Verstanden.“
„Vielleicht ist es besser, wenn du statt der weißen Baumwollschürze was Robusteres anziehst, wäre doch schade, wenn du die wunderschöne Plisseerockkombination dreckig machst, oder?“
„Glaube du hast recht.“, bestätigte Raphaela.
„Ich habe dir oben in Melanies Zimmer was hingelegt.“

Raphaela wollte gerade das Zimmer verlassen, da rief ihr Simone hinterher:
„Warte mal kurz! Stimmt es, dass dir Joe schon am ersten Morgen einen Strafpunkt aufgedonnert hat?“
Das war dem Mädchen nun wirklich nicht recht: ‚So eine Petze.‘ dachte sie und stammelte:
„Ja leider.“
„Berechtigt?“
„Ich weiß nicht so recht“, flüsterte sie schüchtern.
„Erzähl, vielleicht kann ich ein gutes Wort für dich einlegen.“
Wohl oder übel berichtete Raphaela jetzt vom morgendlichen Videotelefonat mit Joe. Sie erzählte auch freiwillig aber stockend das Malheur mit dem Nachthemd und dem Spermafleck. Auch erzählte sie, wie sie mit dem Bankbesuch zwei Punkte wieder abarbeiten konnte.
„Ein verbleibender Punkt das ist eindeutig berechtig…“, urteilte Simone lachend, „…ihr Männer habt euch halt nicht im Griff.“ Sie lachte laut belustigt: „Alles willensschwache Samenspritzer!“
Jetzt lachte auch Raphaela notgedrungen mit.
„Ich lege dir nachher mal drei Optionen hin für die Tilgung des einen verbliebenen Punktes. Dann kannst du ja in aller Ruhe entscheiden, wie und wann du den Strafpunkt aus der Welt schaffst.“
„Ok, aber vielleicht kommt ja wieder ein Spezialauftrag, wie der gerade eben mit der Tasche, dann ist der Strafpunkt auch im Nu wieder weg.“
„Stimmt.“

Sie fand in ihrem Zimmer die angekündigte „robuste“ Schürze auf einem Kleiderbügel, fein säuberlich am einzig offenen Schrank platziert.
‚Außergewöhnlich!‘, war das erste was ihr dazu einfiel. ‚sowas gibt’s bestimmt nicht im Laden um die Ecke. Ganz aus Gummi und in einem milchigen weiß.‘
Sie entledigte sich der blauen Jacke und der jetzt der doch langsam unbequemen Schuhe. Vor dem Umziehen bewunderte sich nochmals ausgiebig im Spiegel. Das Spiegelbild eines Mädchens, die bei einer Bank als Assistentin arbeitet, gefiel ihr ausgesprochen gut.
„Zum Vernaschen schön…“, flüsterte sie in den Spiegel aber sie widerstand dem Impuls, sich zu erregen, „…hopp, hopp faules Ding an die Arbeit!“, ermahnte sie sich lieber.

Die Schürze hatte zwei halblange Ärmel bis über die Ellbogen und man musste von hinten einsteigen. Sie zupfte die Schultern in die richtige Position und schlug die beiden Flügel hinter sich zusammen. Dann zog sie die beiden Bänder um den Bauch und formte mit Hilfe des Spiegels eine große Schleife direkt über ihrem Po.
Die Annahme von Simone wurde bestätigt, dieses Teil verhinderte sicher gut jegliche Verschmutzungen. Nur roch es stark nach neuem Gummi und die Ärmel des Pullovers und der Plisseerocksaum schauten hervor. Auch wurde ihr schlagartig warm.
„So geht das nicht.“, legte sie fest.
Die Schürze, der Rollkragenpullover und der Rock wurden ausgezogen und dann trug sie die Verschmutzungs-Schutzschürze direkt auf der Unterwäsche bzw. auf der Haut. Das war für sie keineswegs ein unangenehmes Gefühl.
Die Ärmel waren an den Schultern etwas weiter als Puff ausgestellt, der Hals war mit einem Rüschenkranz versehen und auch die zwei großen Taschen rechts und links hatten Rüschen.
‚Sieht aus wie eine Magd aus Schneewittchen.‘, dachte sie positiv überrascht und es gefiel ihr überaus, was sie im Spiegel sah.
Der Latex-Geruch machte sie unsicher und erregte sie ein wenig. Sie schüttelte es ab und suchte brauchbare Schuhe. Oh Wunder dort standen jetzt im Schrank knöchellange Gummistiefelchen in derselben Farbe der Schürze. Sie schlüpfte hinein und stellte befriedigend fest, dass diese keine Mörderabsätze hatten. Schnell noch die Haare zu einem Pferdesch****z zusammengebunden und der erste Putztag konnte beginnen.

Im Vorratsraum im Keller fand sie auf einem Tisch bereitgestellt eine Flasche Holzbodenreiniger und Öl für Naturböden. Dazu lagen bereit: eine Wurzelbürste zum Schrubben, eine Menge kleinerer Bürsten für Ritzen, Lappen, Eimer und passende rosa Haushaltshandschuhe. Die Verpackung gab Auskunft:

Vileda Haushalthandschuh ROBUST
Haushaltshandschuh aus Latex.
Extra Schutz durch Dreifach-Beschichtung und lange Stulpe.
Für alle groben Haushaltsarbeiten.
Mit spezieller, patentierter ComfortPlus Innenbeschichtung:
Hohe Feuchtigkeitsaufnahme und angenehmes Tragegefühl.
Besonders reißfestes Material: 100% Naturlatex dreifach Beschichtung für alle groben Haushaltsarbeiten und trotzdem angenehmes Tragegefühl über Stunden.
Besonders reißfest


Offensichtlich hatte Simone klare Vorstellungen, wie gründlich sie den Boden zu reinigen hatte.
Oben angekommen kontrollierte sie alle Zimmertüren, alle abgeschlossen, nur die in ihr eigenes Zimmer war zugänglich. Somit war klar, die Treppe, die Flurfenster und der Boden mussten heute gereinigt werden.
‚Erfahrung macht klug‘, dachte sie, ‚den Fehler mache ich nicht zweimal.‘
Sie wischte zunächst die Türrahmen oben gründlich ab, an dieser Stelle sollte Joe keine zweite Chance für Strafpunkte bekommen. Dann legte sie bei den Fenstern los und putze diese samt Fensterbrettern innen und außen blitzblank.

Der Boden war eine Herausforderung, das stellte sie sofort fest. Dort wo sie geschrubbt hatte, war er viel heller geworden. Die Fugen zwischen den Brettern waren dagegen weiterhin schwarz. Es half nichts, sie musste mit den kleinen Bürsten sehr akribisch arbeiten, um ein tadelloses Ergebnis zu erzielen. Sie war hochkonzentriert am Werk und begann bei der Schrubberei zu schwitzen. Aber es machte ihr dennoch Spaß, das schöne Ergebnis war deutlich zu sehen. Es ging voran und gegen elf hatte sie schon zwei Drittel geschafft.
„Brauchst Du ein Radio?“
„Du hast mich aber erschreckt.“, zuckte die fleißige Putzfrau hoch.
Sie erhob sich von den Knien und ging rüber zu Simone, die ihr ein kleines Kofferradio reichte. Dieses nahm sie gern an. Mit dem Handrücken wischte sie den Schweiß aus der Stirn.
„Stehst Du schon lange hier und schaust mir zu?“
„Glaub schon, so fünf Minuten vielleicht. Es macht einfach Spaß, dich zu beobachten. Schön wie du da so Bohle für Bohle eine hellere Farbe gibst. Und dich dann andächtig auch um die Ritzen kümmerst. Ein richtiges kleines Kunstwerk. Du bist richtig bei der Sache. Toll. Was riecht hier eigentlich so ulkig, bist du das mit deiner Latexschürze oder ist das der Reiniger?“
Simone neckte sie keck, jedoch liebevoll, nicht gemein und jederzeit mit einem freundlichen Lächeln.
„Dieses Gummiungetüm scheint neu zu sein und stinkt ein bisschen.“
„Und?“, fragte Simone spöttisch, „stehst drauf?“
„Nein, aber mir egal“, log Rapha, „Geld ist Geld und zumindest erfüllt die Schürze den Zweck, ich mach mich nicht schmutzig.“ Salomonisch fragt sie keck zurück: „Und du, stehst du etwa drauf?“
„Das fragt man eine Endvierzigerin nicht, du freche Göre…“, sie waren einfach eine Wellenlänge, „…und wenn ich drauf abfahren würde, dann würde ich es dir nicht verraten.“
Simone lächelte zweideutig und brachte hinter ihrem Rücken eine Flasche Cola zum Vorschein: „Damit du nicht verdurstest.“
„Gute Idee“, gierig trank Raphaela Schluck um Schluck und rülpste aus Versehen.
„Das war ungezogen“, tadelte Simone, „wenn ich das Joe sage, gibt’s sofort Ärger.“
„Bitte, bitte nicht,“, sie spielte das Spiel mit und bat gekünstelt um Vergebung, „…was muss ich tun, damit du nicht petzt?“
„Mir mein Geburtstagsgeschenk von Joe verraten.“
„Mach ich nicht.“, sagte sie trotzig.
„Dann bist du ab sofort in einer Zwickmühle“, breiter konnte ein Grinsen nicht sein.
„Apropos Geburtstag, wann hast du denn?“
„Am Samstag in zehn Tagen.“
„Das ist toll, da bin ich ja noch hier. Gibt‘s ne Party?“
„Natürlich, aber ob ich eine rülpsende Göre dabeihaben will, weiß ich noch nicht. Vielleicht als Bedienung, vielleicht als Gast oder ich schick dich zurück in deine Studentenbude“, sie neckte liebevoll weiter, „das kommt drauf an, wie lieb du bis dahin zu mir bist.“
„Bitte, bitte, ich will dabei sein“, sie waren schon nach einem Tag ein eingespieltes Comedypaar und hatten beide viel Spaß daran.
„Ich muss jetzt los, die Bavaria mag es nicht, wenn man zu spät ist. Mach nachher Pause, der Kühlschrank ist voll. Ich bin so gegen fünf zurück.“
„Schade dann bin ich ja ganz allein mit der Arbeit. Ok, jetzt wünsch ich dir erstmal viel Erfolg mit deiner Übersetzung.“, erwiderte Raphaela ehrlich und hockte sich wieder an die Arbeit. Mit unvermindertem Elan begann sie wieder zu schrubben, Bohle für Bohle und Fuge für Fuge.

Um halb eins war der Boden geschafft und nur die Treppe fehlte noch. Pause kann warten, entschied sie, ich will dieses schwere Geschäft fertig haben.
Kurz nach zwei hatte sie die letzte Stufe geschafft und schaute voller Stolz auf ihr Kunstwerk. Das Radio spielte passend: „when the going gets tough, the tough get going“, von Franky goes to Hollywood.
Wahrscheinlich durch den Liter Cola, den sie getrunken hatte, ran ihr der Schweiß am ganzen Körper herunter, besonders unter der Schürze. Sie ging in ihr Zimmer und entledigte sich der Stiefel und Gummischürze und hängte diese in die Badewanne.
Nachdem sie sich frisch gemacht hatte, überlegte sie, was sie jetzt wohl anziehen sollte. Hinter der Schiebetür wurde sie fündig, ein Jogginganzug in rosa. Dann schaute sie nach den anderen Schranktüren, alle nach wie vor verschlossen.
Neu entdeckte sie in der hintersten Ecke des Kleiderschrankes einen kleinen Tisch. Verwundert ging Raphaela zu diesem und las auf einem kleinen Kärtchen:

Haben sie zu viele Strafpunkte – das sind die Optionen

‚War der Tisch heute Morgen schon da gewesen?‘, dachte sie, „Vermutlich nicht!“ Raphaela war verwundert, konnte aber die Frage beim besten Willen nicht beantworten. So blieb offen, ob das Tischchen Reste aus der Zeit von Melanie waren oder dieses Angebot direkt an sie gerichtet war. Interessiert schaltete sie eine Lampe an und versuchte diese ominösen Optionen zu verstehen.
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Gummimaske
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Bernburg/Saale




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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:21.06.21 06:58 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder eine wunderbare Fortsetzung,die man regelrecht verschlingt.Nun warte ich schon wieder gespannt auf den nächsten Teil.
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Erin
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Brandenburg


Lebe deine Träume

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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:21.06.21 17:22 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder eine schöne Folge welche mir sehr gut gefällt. Schreibe weiter so !!!
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lot
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Der KG gehört zu meinem Leben wie das Leben selbst

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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:21.06.21 17:30 IP: gespeichert Moderator melden


wow, das ist eine tolle Fortsetzung.

Und immer wieder ein Querverweis zu diesem Paul.
Was das wohl noch bringen mag.

Wenn Rapha ihre Finger nicht weglassen kann, dann sollte sein Pimmel über Nacht in einen Käfig weggesperrt sein.
Denke sie wäre bereit dazu. Möchte ja die 3 Wochen Mädchen sein....

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develdom
Einsteiger

Märkischer Kreis Sauerland




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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:21.06.21 19:05 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder eine schön geile Fortsetzung der Geschichte!
Freue mich auf die nächste, mal sehen was noch passiert!
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Toree
Stamm-Gast





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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:21.06.21 23:01 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
@ Toree,
wow dieses Biedermeierkostüm muss echt was besonderes gewesen sein, wenn man bei ebay dafür 2000€ erlösen kann.
Jetzt bin ich neugierig.


Nee, besonderes war es nicht, nur vollständig: Von Kleid, über Korsett, Rüschenslip, Strümpfe, Schute, Schuhe bis zum Täschchen. Alles da.
Gekauft hatte es ein Museum in den USA.

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Toree am 21.06.21 um 23:01 geändert
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Latexbrummbär
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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:21.06.21 23:12 IP: gespeichert Moderator melden


Eine tolle Fortsetzung und es wird immer spannender 😍
Bei dem transparenten Latex....ich verstehe ihn ♥️
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K2
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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:27.06.21 22:24 IP: gespeichert Moderator melden


@ Gummimaske
heute kommt wieder was zum "verschlingen"
Bleib neugierig.

@ Erin
ich werde mich bemühen genau so "weiterzuschreiben"
Bleib mir gewogen und neugierig.

@ lot
Du spekulierst: "....Querverweis zu Paul", dem Regisseur und fragst Dich "...was das wohl bringen mag..."
Ich schätze mal einen Film, oder?
Bleib neugierig.

@ develdom
"...geile Fortsetzung..." Das werte ich mal als Lob, dieses Adjektiv "geil"
Bleib neugierig und geil.

@ Toree
Das ist in der Tat eine interessante Geschichte, das Kostüm der "DJ Toree" ist zwanzig / dreißig Jahre später in einem Museum in USA. Cool.
Ich bin immer noch neugierig auf ein Foto.

@Latexbrummbär
geht mir irgendwie genauso wie Dir mit dem transparenten Latexnachthemd. Wer kann da schon widerstehen?
Bleib neugierig, vielleicht kommt da ja noch was. GRINS
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K2
Erfahrener



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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:27.06.21 22:34 IP: gespeichert Moderator melden


Haben sie zu viele Strafpunkte – das sind die Optionen

‚War der Tisch heute Morgen schon da gewesen?‘, dachte sie, „Vermutlich nicht!“ Raphaela war verwundert, konnte aber die Frage beim besten Willen nicht beantworten. So blieb offen, ob das Tischchen Reste aus der Zeit von Melanie waren oder dieses Angebot direkt an sie gerichtet war. Interessiert schaltete sie eine Lampe an und versuchte diese ominösen Optionen zu verstehen.

Von links nach rechts, drei kleine Schilder:
-1 Punkt, -2 Punkte, -3 Punkte
Aber nur links lagen drei Gegenstände, offensichtlich sollten es drei Möglichkeiten sein einen Punkt abzubauen. Oder wie war das gemeint?

Ein Dildo, kannte sie nur vom Sehen und spielen mit Andrea, aber nie in der eigenen Anwendung. Eine Edelstahl-Keuschheitshose, kannte sie bisher nur von Fotos. Ein Korsett, das kannte sie schon mehr als zur Genüge in zwei Varianten von den Wochen bei Gerda im Putzeinsatz.

Raphaela begann mit ihren Forschungen bei dem Gegenstand, den sie am ehesten vertraute, wurde aber sogleich eines Besseren belehrt. Dieses Korsett hier war ganz anders, als die von Gerda. Es hatte keine Schnürung, sondern Schnallen wie an Skischuhen, so richtig massiv gearbeitet. Wie beim diesem Wintersportgerät konnte man einen Stahlbügel in eine der fünf hintereinander aufgereihten Haken einhängen und dann den großen Bügel rumklappen. „Klack“, es klang auch genauso wie bei einem Skischuh. Raphaela hatte den Trick der acht Verschlüsse, die senkrecht übereinander von Hüfte bis Rippe reichten, schnell verstanden. Alle wurden von ihr mal ohne Inhalt in der ersten lockersten Raste geschlossen. Das sah jetzt schon sehr eng aus. Auch das Material des ganzen Korsetts war eher wie eine Ritterrüstung, ganz anders als bei den Exemplaren von Gerda. Vierzehn senkrechte schwarze Kunststoffrippen, jede einzelne wie ein perfekter Bogen vorgeformt für Hüfte, Taille wurden entdeckt und alle einzelnen Rippen waren durch sehr stabile Gummibänder quer miteinander verbunden.
‚Sieht toll aus, schon richtig spacy.‘, dachte sie und dann kam die Neugierde.
Mal so zur Probe legte sie das offene Korsett von hinten um ihren Körper und schaffte es mit einiger Anstrengung die acht Verschlüsse in die erste Stufe einzuhaken. Die Passform war wie für sie gemacht oder eben für diese unbekannte Melanie, die hatte wahrscheinlich eine ähnliche Figur gehabt. Die Bügel, jetzt nur in der ersten Raste dann auch rumzuklappen, versuchte sie nur ganz kurz. Dann schob sie eine einzige der acht Foltervorrichtungen in die zweite Raste und lachte laut: „No way, das Ding ist für eine Bohnenstange aber nicht für mich.“

Sie drückte und drückte und mit viel Gezerre schaffte es ein einziger Bügel am oberen Ende das „Klack“. Autsch, das war für sie in der Tat eng, der Gesichtsausdruck verriet ihr Leid. Sie versuchte sich dran zu gewöhnen und fummelte noch unentschlossen an den anderen 7 Hebeln rum. Dann stellte sie resignierend fest: ‚Das ist wohl kaum eine Option für einen Punkteabbau!‘ Andererseits, die unterste Schnalle auf der Hüfte und auch die oberste auf den Rippen, das ging irgendwie gut, wie für sie gemacht, das ließ sich aushalten. Nur in der Mitte lag noch immer das größte Problem. Sie suchte erfolgreich im Schreibtisch ein Bandmaß und ermittelte den Taillenumfang in der ersten geschlossenen Raste.
74 Zentimeter also 2 weniger als bei Gerda. Jeder Haken war zwei Zentimeter enger, also reichte das Korsett für eine Reduktion auf Sage und Schreibe 66 Zentimeter. Dabei waren ihr die 76 bei Gerda schon verdammt eng vorgekommen.
‚Vielleicht geht es leichter ganz ohne Unterwäsche?‘, dachte sie aber das wollte sie jetzt nicht mehr ausprobieren.

Jetzt versuchte sie die Edelstahlhose zu verstehen.
Es gab ein offenes Taillenband, so fünf Zentimeter breit, innen ausgekleidet mit weichem Leder. Die beiden Enden würden offensichtlich am Bauchnabel enden und dort geschlossen. Eine Seite hatte ein Loch am Ende, die andere einen Bolzen, die gut ineinanderpassten. Der Bolzen hatte ein kleines Loch, in dem baumelte ein Vorhängeschloss ohne Schlüssel. Raphaela verstand sofort die Funktion und erahnte schaudernd, warum da kein Schlüssel war. Wer immer dieses Band mit dem Schloss schließt, muss warten, bis jemand mit dem Schlüssel vorbeikommt.
Hinten an diesem Gürtelband war das Schrittband mit Nieten fest verbunden, Dieses hatte vorn auch ein Loch, passte auch genau für den Bolzen am Bauchgurt. Dieses zweite Edelstahlband war ebenfalls mit Leder gepolstert und würde mit der vorn deutlich größeren Breite die Scheide einer Frau sicher verschließen.
In seinem Fall würde es natürlich den Penis fest im Schritt verriegeln und durch die ovale Form, müssten seine Hoden nach oben in die Bauchhöhlen ausweichen.
‚Gut durchdacht.‘, stellte sie anerkennend fest.
Nicht am Körper sondern auf dem Tisch liegend schloss sie mal zur Probe alle Bänder, fädelte das Schloss ein und drückte dieses zu: „Klack“.
Sie lachte befreit auf: „Diese Strafmaßnahme ist jetzt nicht mehr möglich, ich hab ja keinen Schlüssel.“
Nachdenklich schaute sie das Ungetüm ein Weilchen an und maß dann den Taillenumfang der Edelstahlhose. Sie stellte fest: ‚Innen so 71 bis 73 Zentimeter.‘ und erschloss sich daraus, dass hat wohl irgendwas mit dem Korsettaußenumfang zur tun. Sie stellte das Korsett hinein und bestätigte die Vermutung. Jemand müsste das Korsett in der zweiten oder dritten Raste schließen, dann ergibt das Ganze mit der Keuschheitshose ein Ensemble.
Sie ermittelte jetzt die Länge des Schrittbandes innen mit 55 Zentimeter und dasselbe Maß an ihrer jetzigen Bodyformhose mit 58.
„Das wird verdammt eng, das will ich nicht erleben.“, seufzte sie laut vor sich hin.

Der dritte Gegenstand, der Dildo war ca. 20 cm lang und 5 cm dick. Für Andrea wäre das sicher keine Herausforderung aber für sein jungfräuliches Poloch ganz sicher eine Katastrophe. Er untersuchte diesen kleinen Freudenspender genau und fand keine Batterien oder Taster. Er war geformt wie ein gerader Penis, etwas verjüngt an der untersten Stelle und wies dort als Abschluss eine kleine rechteckige Stahlplatte aus. Diese Platte konnte man leicht mit einer Schaube von Hand entfernen.
‚Wozu soll das wohl gut sein?‘, rätselte sie.
Dann entdeckte sie am Schrittband der Keuschheitshose ein kleines Loch. Das schien zu passen und so schraubte sie den Dildo an dieser Stelle fest. Sie schaute sich das Gesamtwerk eine Weile an: ‚Das scheint alles so gedacht. Diejenige die alle drei Teile trägt, hat wahrlich nichts zu lachen. Der Po wird gefüllt, der Bauch eingequetscht und die Muschi unzugänglich eingesperrt! So viel steht schon mal fest!‘
Sie seufzte laut und resümierte laut:
„Das will ich nicht erleiden, ich muss aufpassen, dass ich keine weiteren Strafpunkte bekomme!“

*****

Einen ganzen Strafpunkt hatte sie ja noch und keine Idee. Sie machte sich zum späten Mittag nur einen kleinen Salat, das könnte eventuell helfen, wenn sie das Korsett doch mal für einen Tag tragen müsste. Sie gönnte sich noch einen Kaffee und dann galt es weiter zu arbeiten. Die Gummischürze kam wieder zum Einsatz und auch die extra starken Vileda-Handschuhe wurden mit Freude übergezogen. Den Boden einölen kostete wieder Zeit und Kraft. Mit dem Ergebnis war sie sehr zufrieden, der Raum glänze wie Speckschwarte und war deutlich heller als noch heute Morgen. Anschließend begann sie mit dem großen Esszimmer, welches aber zum Glück einen pflegeleichten Steinboden hatte.

„Hallihallo, ich bin zurück. Bist du immer noch am Arbeiten?“, rief Simone.
„Ja wieso, ist es schon so spät?“
„Halb sechs, du hast eine Überstunde gemacht.“
„Sorry ich wollte nur hier im Esszimmer auch gleich fertig werden. Aber das wird nichts, ich bin schon fix und groggy und habe bestimmt noch eine Stunde zu tun.“
„Mach Feierabend! Ich habe für uns Pizza mitgebracht.“

Wenig später erschien Raphaela in der Küche. Es duftete nach Pizza Fungi und der Tisch war bereits gedeckt.
„Du kannst dich wohl gar nicht von diesem Outfit trennen?“, verwundert nahm Simone wahr, dass das Mädchen wieder den roten Rolli und den blauen Plisseerock trug.
„Nö, sieht sexy aus! Oder? Hier duftet es aber gut.“
„Siehst gut aus aber nach dem Essen solltest du duschen.“
„Mach ich, ich muffle ein bisschen nach Putzmittel und Schweiß.“
„Stimmt.“
Beide saßen gemütlich zu Tisch und plauderten ein wenig über den Tag. Joe würde erst Mittwoch zurückkommen, so waren bissige Kommentare nicht zu erwarten. Interessiert lauschten sie gegenseitig ihren Berichten, dem vom Tag bei der Bavaria und dem vom Tag auf dem Dachgeschoß. Schon gar nicht so einfach, einen französischen Film so ins Deutsche zu übersetzen, dass die Mundbewegung passt und auch nicht einfach, einen alten Holzboden wie neu aussehen zu lassen.

„Was machen wir heute Abend?“, fragte Raphaela beim Espresso danach.
„Hm…, ich habe da eine Idee, die geistert schon seit der Mittagspause in meinem Kopf rum.“
„Seit der Mittagspause, jetzt spann mich nicht auf die Folter.“
„Weißt noch, dass wir uns über Latex unterhalten haben.“
„Ja?“, sie schielte fragend über die Espressotasse, „Wohin soll deine Andeutung führen?“
Raphaela hatte einen Wissensvorsprung durch den heavy Rubber Katalog, der in Joes Tasche schlummerte. Offensichtlich wollte Simone das Thema aufgreifen, nicht ganz ohne Eigennutz?
„Also du meintest, du weißt nicht, ob du auf Latex stehst und ich habe nachgedacht.“
„Wieso denkst du über was nach, wenn du weißt, dass ich darüber nichts weiß?“, jetzt schummelte Raphaela aber dreist, natürlich wusste sie, dass Latex bei ihr einen Kick verursacht.
„Weil wir es gemeinsam herausfinden könnten.“
„Hä, das verstehe ich nicht, wieso sollte ich die Sache mit dem Latex herausfinden wollen?“
„Du bist jetzt zwanzig, richtig?“
„Ja, wieso?“
„Ich war auch so um die zwanzig, als ich das Material für mich entdeckt haben.“

Jetzt senkte das Businessmädchen schüchtern den Blick in die Espressotasse. Zum einen wegen ihrer eigenen Erfahrungen mit Tante Gerda, zum anderen, weil das Gespräch in eine Richtung driftete, die sehr privat war und das gelich am zweiten Abend.
Simone lächelte und wartete ab.
„Also nicht, dass ich neugierig bin, aber fragen darf ich doch, oder?“
„Was?“, zögerlich hob Raphaela den Blick aus der Tasse.
„Na so im Allgemeinen meine ich, du magst offensichtlich, dich als Frau zu kleiden und da dachte ich, ich kann ja mal fragen.“
„Das mit dem als Frau kleiden, ist ja nicht ganz freiwillig.“
„Nicht ganz freiwillig, sagst du, ich glaube dir kein Wort. Schau doch mal, mit welchem Spaß du diesen blauen Rock trägst. Wenn dann noch ein Spiegel deinen Weg kreuzt, kommst nicht vorbei, ohne dich selbst zu bewundern. Das nennst du, nicht ganz freiwillig?“
„Ok, ok Frau Richterin ich gebe es zu. Sehr sexy dieser Businesslook.“
„Seit wann?“
„Seit wann was? Seit wann ich das sexy finde? Gute Frage. Ich glaube seit heute Morgen.“
„Ich glaube dir immer noch kein Wort.“
„Du bohrst in meiner Intimsphäre!“
„Nein tue ich nicht, ich bin nur neugierig und vergleiche dich mit meinen Jugendsünden.“
„OK, ich habe das Crossdressing beim Fasching entdeckt, vor ein paar Monaten. War eher Zufall. Ihr habt ja von Gerda das eine Foto der Bolerodame bekommen, war eine Switch-Party mit Preisverleihung, da gibt man sich Mühe halt. Aber sonst, niente di niente.“
„Aber es gefällt dir?“, Simone ließ nicht locker.
„Schon so ein bisschen, ist wie Entdeckungsreise in eine andere Welt. Und da ich gern tanze, kann man ja auch mal leicht in die andere Rolle schlüpfen. Die Schritte sind nicht wirklich anders, nur spiegelverkehrt. Geht ganz leicht.“

Sie schlürften ihren zweiten Espresso und ließen die Gedanken schweifen. Gerade als Raphaela dachte, das Gespräch wäre überstanden und würde eine andere Richtung einschlagen, setzte Simone nach.
„Also ich war so alt wie du, als ich das Material Gummi für mich entdeckte.“
„Ungeschickt, jetzt sind wir wieder da, wo wir vor einer Viertelstunde waren, gibt es kein anderes Thema.“, maulte Raphaela.
„Wieso bist so wirsch? Ich wollte doch nur ein wenig schwärmen und von mir erzählen.“
„Schwärmen worüber? Dass Gummi die Kleidung sauber hält?“
„Nein, schwärmen darüber, warum ich es mag.“
Jetzt war es dem Mädchen nicht mehr so ganz unrecht. Offensichtlich wollte Simone ganz offen über ihren Fetisch reden. ‚Vielleicht sind wir ja seelenverwandt.‘, dachte sie und ging auf das Gespräch ein: „Schon gut, erzähl halt, warum Gummi was Besonderes für dich ist? Ich verstehe es glaube nicht so ganz.“
„Es umhüllt mich eng, es macht warm, es lässt einen Schweißfilm entstehen und es riecht gut.“
„Du schwärmst ja richtig.“
„Ja“, sie machte eine kurze Pause und gab dann zu, „ist eine Wonne, dieses Latex.“
„Mit zwanzig hast du es für dich entdeckt und jetzt?“
„Jetzt mag ich es immer noch und trage es auch ab und an!“, gab Simone unumwunden zu, „Bist Schockiert?“
„Nein. Jeder hat so seine Vorlieben.“
„Und du?“
„Und ich?“
Sie spielten Katz und Maus.
„Und du, magst es mal ausprobieren?“
Raphaela zögerte eindeutig zu lange mit ihrer Antwort.
„Also ja!“, freute sich Simone diebisch, „Du gehst jetzt hoch duschen und ich gebe dir ein paar Sachen zum Ausprobieren, OK?“
Das Mädchen versuchte sich nichts anmerken zu lassen und antwortete betont verzögert: „Wenn du meinst, ich müsste das mal probieren, dann machen wir das halt mal. Aber wie gesagt, jeder hat so seine Vorlieben, wahrscheinlich teile ich deine nicht.“

Eine Viertelstunde später kam Simone in das Dachzimmer mit einer Plastiktüte. Ralph rief aus dem Bad, das er gleich fertig sei. Er duschte sich noch eiskalt ab, damit seine Vorfreude keine verräterischen Spuren in einer Erektion findet. Nackt, nur ein Handtuch um die Hüften kam er ins Zimmer und mit noch nassem Haar frohlockte er, dass er gespannt sei.
Er wirkte wieder ein wenig wie ein Mann mit langen Haaren.
„Hier das zuerst.“
Er bekam zwei schwarze Strümpfe gereicht und von Simone erklärt, dass diese innen mit einer Anziehhilfe befeuchtet wurden, damit man besser reinschlüpfen kann. Das klappte dann auch sehr schnell und schon war er untenrum eingummiert. Auf die Frage, ob gut oder unangenehm, gab es nur die ausweichende Antwort, dass es schon irgendwie passen würde und er halt von Natur aus neugierig sei.
Die Tüte war noch prall gefüllt.
Simone fand das Handtuch unpassend und bot an, sich wegzudrehen, wenn er den Schlüpfer anzieht. Das fand Ralph nett und schlüpfte ohne groß nachzudenken in die gereicht Gummi-Radlerhose.
Simone kommentierte liebevoll, dass jetzt die untere Hälfte geschafft wäre. Ralph protestierte nicht wirklich und fragte seinerseits, was denn der Plan wäre. Die Antwort von Simone war eindeutig: „na 100% du Dummerchen.“

Jetzt waren zwei lange Latexhandschuhe dran. Es wurde genaustens erklärt, was der Unterschied zu denen von Vileda war. Nämlich wären diese auf keinen Fall atmungsaktiv und auch nicht mit Flies innen.
Dann zauberte Simone ein enges Latexoberteil mit Stehkragen aus der Tüte, fast eine Art Rollkragenpullover und fragte rücksichtsvoll nach, ob ja oder nein.
Der Junge quittierte mit der salomonischen Antwort, wenn man nun schon mal soweit wäre, wäre es doch blöd, auf halbem Wege stehen zu bleiben.
Als er auch dieses Teil angezogen hatte, war er vom Hals abwärts komplett in schwarz gekleidet und schaute in den Spiegel. Sah irgendwie gut aus auch als Mann so ganz ohne Busen. Jedoch im Schritt wurde die Beule schon wieder bedrohlich schnell größer. Um diesen Umstand nicht zum Thema zu machen, fragte er nach, was denn noch in der Tüte verblieben wäre.

Es sei eine Maske gesichtsoffen, wurde er informiert. Auf die Frage ob er mit dem Thema Latex jetzt so weit sei, das jetzt auch noch auf dem Kopf auszuprobieren, improvisierte Raphaela ausweichend. Seine Antwort, das Gefühl in den Klamotten wäre schon irgendwie außergewöhnlich, war inhaltsarm. Auf Simones Frage, ob außergewöhnlich schön oder außergewöhnlich unschön, kam ein verräterisches: „Außergewöhnlich mittel.“ Was auch immer das bedeuten sollte. Aber den Kopf jetzt auch noch zu bedecken, er wüsste nicht so recht warum. Simone meinte, das wäre kein Problem, man solle es am Anfang nicht übertreiben.
Ralph hatte sich selbst in eine Zwickmühle gebracht, sollte er um die Maske bitten, dann wäre es zu offensichtlich, dass er darauf abfährt. Sollte er aber hier an dieser Stelle aufhören, dann würde er sich selbst um ein Highlight betrügen. Die Maske würde eh nur den Kopf bedecken, das ganze Gesicht war oval offen. So zögerte er zu lange und das nutzte Simone aus, griff unauffällig in die Hosentasche zum Handy und schon klingelte wie durch ein Wunder unten das Festnetztelefon.

„Du da muss ich ran. Probiere dich aus oder einfach wieder raus aus den Klamotten. Gute Nacht.“

Simone ließ ihn einfach stehen flitzte nach unten, schnappte sich das Telefon vom Küchenbord und verschwand im Wohnzimmer mit dem großen Fernseher.
Völlig überrumpelt stand er allein da und hing seinen Gedanken nach.

Raphaela:
‚Wow, was war das denn? Erst kommt sie mit einer Tüte voller Latex hier an und dann verschwindet sie so einfach? Mir nichts dir nichts hat sie mich in eine schwarze Puppe verwandelt und dann jegliches Interesse verloren?
Gute Nacht, sagt sie, kommt die etwa nicht wieder?‘

Simone:
‚Dieser Schlingel, tut so als hätte er von Fetisch keine Ahnung. Behauptet doch tatsächlich, Frauenkleidung sei so eine Art Zufall beim Fasching gewesen.
Will ich mal so halbherzig glauben, dass dieses Faible neu ist. Aber wie bereitwillig er in das Latex gestiegen ist, das war garantiert nicht das erste Mal.
Ich beeile mich mal besser die Kamera mit dem Einblick in sein Zimmer hochzufahren.‘

Ralph:
‚Von Hals bis Fuß luftdicht verpackt, wie geil ist das denn. Schau mal einer an, mein Sch****z meldet sich auch schon zu Wort.
Jetzt steht er wie eine Eins.
Ein Glück, dass er vorhin noch ruhig war, sonst hätte sie es bemerkt.
Die Tüte mit der Maske liegt ja noch da.
Zum Glück.
Die will ich jetzt auch noch, aber sowas von.
Wie hat das die Simone so schön gesagt zum Thema Gummi:
Es umhüllt mich eng – stimmt
es macht warm – stimmt
es lässt einen Schweißfilm entstehen – stimmt
und es riecht gut – stimmt.
Ein teuflisch sexy Material.‘

Simone:
‚Habe ich es doch geahnt, er steht immer noch vor dem Spiegel und betrachtet sich ausgiebig.
Siehst, jetzt zieht er die Maske freiwillig über, wusste ich es doch.
Was er wohl denkt?
Jedenfalls nichts Unangenehmes, das steht fest.
Die Hose hat aber eine große Beule bekommen.
Recht gut bestückt dieser Ralph.
Schau mal einer an, wie er kuckt, der rollt ja mit den Augen.‘

Ralph:
‚Da steh ich hier ich junger Torr und bin so schlau wie als zuvor.
Ich hoffe sie hat es nicht gemerkt.
Ganz in Gummi, das ist eine Wonne nach so einem langen Tag.
Soll ich oder soll ich nicht.
Natürlich mach ich’s, ist doch keiner da, der was dagegen haben sollte.‘

Simone:
‚Wusste ich es doch.
Schlingel.
Jetzt streichelt er sich im Schritt.
Spitz wie Nachbars Dackel.
Jetzt reicht ihm offensichtlich das Rubbeln von außen nicht mehr.
Er schiebt das Oberteil nach oben und die Hand in die Hose.
Ups, jetzt holt er ihn raus.
Habe ich doch richtig geahnt, gut bestückt.
Schön gerade dieser Lümmel und der glänzt verschwitzt, lecker.
Die Eichel ist schön groß und rot wie eine Rose.
Jetzt zieht er die Vorhaut ganz zurück, das sieht in der Tat gut aus.
Warum rasiert er sich nicht?
Er ist noch jung, ein Rohdiamant halt.
Das geht nicht mehr lange gut, der pumpt ja wie von Sinnen.
Er ist ein Grünschnabel, genießen muss er noch lernen.
Dachte ich es mir doch!
Natürlich steckt er sich die andere Hand in den Mund und lutscht genüsslich an den Latexfingern.
Wie gierig.
Ein Schlingel, sag ich doch, von wegen, das erste Mal in Gummi.
Oh jetzt kommt er gleich.
Ups, Volltreffer mitten auf die Kamera, Blattschuss auf den Badspiegel.
Oh noch drei Ladungen im hohen Bogen.
Der Ralph ist halt jung, gerade mal 20 und hat noch Bums dahinter.
Schade jetzt sehe ich nichts mehr, alles im Nebel.‘

Ralph:
‚Das tat gut.‘

*****

Putzmäßig startete der Dienstag wie der Montag aufgehört hatte, viel Arbeit halt. Raphaela schrubbte sich durch die lange Arbeitsliste der Schmiedlers für die Wohnetage.
Der Speisesaal war erst gegen Mittag als fertig.
Zum Essen kam Simone nur kurz vorbei, sie war in der Tat beruflich im Stress.
„Toll siehst du aus! Hast Dich heute für das 19. Jahrhundert entschieden?“
„Ja, dieses Kleid erfüllt seinen Zweck und ist nicht so warm wie die Schürze von gestern. Jetzt sehe ich schon ein bisschen aus wie eure Bedienstete, Mademoiselle Schmiedler, sie wünschen?“, Raphaela machte in der schwarzen Tracht einen Knicks und hob die ausladende weiße Baumwollschürze gekonnt mit zwei Fingern.
Simone lachte.
„Passt, aber übertreibe es nicht! Gern kannst von den Sachen oben aus den Schränken nehmen, was immer Du willst, probiere Dich aus.“
„Mach ich, die Sachen sind toll aber teilweise auch sehr außergewöhnlich.“
Simone lächelte, wenn Raphaela ahnen würde, was alles noch an Fetischkleidung in den verschlossenen Schränken von Melanie drin ist, dann könnte es sein, dass sie schreiend Reißaus nimmt. Die ersten zwei Schränke waren ja doch eher harmlose Zofen- und Reinigungsoutfits, die mehr oder weniger zum Putzen passten. Gespielt unschuldig fragte Simone nach:
„So? Wie meinst du das mit außergewöhnlich? Außergewöhnlich schön oder außergewöhnlich hässlich?“
„Na zum Beispiel die Nachtwäsche, die ist außergewöhnlich ungewöhnlich.“
„Weiß nicht was du meinst.“
„Na unter dem einen Kissen lag ein Seidenhemdchen unter dem anderen ein anderes aus Latex.“
„Hmm…“, Simone spielte die Unwissende, „…ich glaube mich zu erinnern, dass Melanie unter anderem auch einen Spleen hatte für Schlafen in Latex. Das Seidenhemd hat Joe für dich besorgt, Nachwäsche will man ja nicht von anderen tagen, oder? Und Was ist mit dir? Hat dir das kleine schwarze Latexabenteuer gestern Abend gefallen?“
Simone wartete überaus geschickt auf eine Antwort.
„Na ja, so mittel.“, redete sich das Mädchen raus, „bin da nicht so wild drauf wie du.“
Simone mit ihrem Wissen aus der Videoüberwachung im Vorteil, lockte Raphaela in eine Falle:
„So, so, also so mittel. Dann sollte ich dir wohl besser einen Männerschlafanzug besorgen?“
Raphaela überlegte und war sich unsicher, was Simone jetzt eigentlich so genau wollte.
„Zieht ihr die Kosten für den Schlafanzug vom Lohn ab?“
„Nein…“, Simone lächelte verschmitzt, „…aber, wenn Du willst, kannst du den Pyjama für einen Strafpunkt haben.“
„OK, das ist aber teuer. Dann habe ich zwei Strafpunkte insgesamt, richtig?“, recht zögerlich ergänzte jetzt Ralph mit männlicher Stimme, „…den zweiten Punkt werde ich schon irgendwie wieder los, so bin ich wenigstens nachts ganz Mann.“
„Deine Entscheidung! Ich bestelle den gleich, soll ich?“
„Aber nicht rosa.“
„Natürlich nicht in rosa, keine Sorge.“

Auch Dienstagabend konnte Raphaela der Versuchung widerstehen, genau genommen war sie einfach zu Müde vom Arbeiten und hatte das erotische Latexteil unter dem zweiten Kopfkissen ganz vergessen. Sie schlief wieder in Seide. Damit aber kein weiteres Malheur wie in der letzten Nacht passiert, nutzte sie die Zeit unter der warmen Dusche und verschaffte sich vor dem zu Bettgehen eine Erleichterung mit der Hand.

*****



So jetzt sind wir auf Seite 158 angelangt. Ich werde mich bemühen, Euch auf den nächsten Teil nicht so lange waten zu lassen.
Diese EM2020 kostet einfach zu viel Zeit --- GRINS
Über feedback hier oder über [email protected] freue ich mich ganz dolle.
Liebe Grüße Eure K2
Bleibt neugierig
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Toree
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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:28.06.21 01:02 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

@ Toree
Das ist in der Tat eine interessante Geschichte, das Kostüm der \"DJ Toree\" ist zwanzig / dreißig Jahre später in einem Museum in USA. Cool.
Ich bin immer noch neugierig auf ein Foto.


Nee,Fotos gibt es nicht mehr.
Der einzige, der villeicht noch Fotos hatte ist vor zwei Jahren verstorben.
RIP Peter, 52 Jahre ist kein Alter!
Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Meine Schwester, unbekannt.
Habe sie mehrfach darauf angesprochen, und nie eine Antwort bekommen.
Die Fotos müssten dann auch noch digitalisiert werden, war ja 1983.


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Gummimaske
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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:28.06.21 07:06 IP: gespeichert Moderator melden


Eine Fortsetzung ganz nach meinem Geschmack.So kann es weiter gehen.Irgendwann wird er ganz in Latex stecken,denn er muß ja Strafpunkte abbauen.Schon deshalb bin ich sehr gespannt.
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Erin
Stamm-Gast

Brandenburg


Lebe deine Träume

Beiträge: 318

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  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:28.06.21 13:38 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder eine schöne Folge geht ja gut voran ,schreib weiter so .
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K2
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la vita è bella - life is beautiful - la vie est belle - das Leben ist schön

Beiträge: 31

User ist offline
  RE: Tante Gerdas Geheimnis Datum:03.07.21 16:53 IP: gespeichert Moderator melden


@ Toree, Gummimaske und Erin
Danke für Euer Feedback und Eure Aufmunterungen.
Bleibt bitte neugierig.

Und weiter geht's heute bis Seite 173


-
*****
Am darauffolgenden Mittwoch wurde sie 16:00 Uhr von Simone genötigt, Feierabend zu machen: „Überstunden brauchen wir nicht, sonst ist am Ende der drei Wochen keine Arbeit mehr da.“
Raphaela schlenderte durch ihr Reich und wusste nicht so recht was sie tun solle. Nur zwei Schränke waren offen und es gab natürlich den Tisch mit den Strafutensilien. Es grauste ihr, bei dem Gedanken an das Korsett und den Strafhöschen. Beide Teile ließen viel zu wenigen Zentimeter im Schritt und in der Taille. Verwundert stellte sie jedoch fest, dass das Schloss jetzt wieder offen war. Offensichtlich waren die beiden Frauen der Meinung, ihr weiterhin alle Optionen offen zu halten. Und die Damen hatten eine Präzisierung auf dem Schildchen vorgenommen, diese realisierte das Mädchen mit weit aufgerissenen Augen:

-1 Zusatzpunkt für alle drei Teile in Kombination für 2h Stunden

Die zwei offenen Schränke und die darin enthaltene Wäsche inspizierte sie nochmals gründlich, es waren halt typische Sachen für Putzfrauen und das schöne Bankoutfit.
Erst zum Schluss entdeckte sie einen neu hinzugefügten großen weißen Wäschesack. Dieser hatte eine Aufschrift mit einem Bild

--- Schokoladenmädchen - Jean-Étienne Liotard - 1743 ---


Raphaela kannte das Gemälde und hatte es auch schon im Original in Dresden gesehen. Sie dachte erfreut: ‚Wie interessant. War hier etwa dieses Kostüm drin? Hatten die das extra für Melanie gemacht? Wollten sie ihr Hausmädchen ins 18. Jahrhundert von Wien zurückzuversetzen?‘
Sie öffnete die Schutzhülle und wurde von einem warmen Gummiduft empfangen.
‚Die beiden haben doch tatsächlich das Kostüm aus Latex fertigen lassen! Wie abartig bizarr! Auf so eine Idee muss man erstmal kommen.‘
Andererseits, je länger sie es betrachtete, auch in Latex originalgetreu und reizvoll in jedem Detail, desto mehr gefiel es ihr. Eine richtiges Wiener Stubenmädchen, berufen zu dienen und einer edlen Dame aus gutem Hause ein Getränk zu servieren.
‚Oder vielleicht sogar,‘ Raphaela lächelte versunken vor sich hin, ‚das Schokoladenmädchen als liebste Zugehdame des Hauses und auch beim Baden und der Garderobe behilflich?‘
Der Gedanken gefiel ihr. Sie erinnerte sich, dass dieses Bild irgendwo in der Zeit von Sissi entstanden war und stellte sich jetzt vor, genau in diesem Aufzug, der Kaiserin von Österreich beim Ankleiden zu helfen. Freudig lächelte sie gedankenversunken vor sich hin.

Sie streichelte liebevoll über das Material, setzte die altertümliche Kopfbedeckung kurz auf, band die Schleife vorn am Hals. Dieses Tun ließ Lust aufkeimen, dieses Kostüm gleich sofort jetzt komplett anzuprobieren. Aber sie konnte sich doch bremsen. Ruckartig schloss sie den Reißverschluss am Sack, ermahnte sich zur Disziplin und hängte alles zurück in den Schrank. In den Schubfächern mit Wäsche fand sie einen weiteren Jogginganzug und passenden Turnschuhe, sehr modern sportlich und im weiblichen mintgrün/grau. Jetzt wurde ihr klar, was sie mit der verbleibenden Zeit machen wollte. Sie zog sich eine Miederhose an, die ihr männliches Geheimnis im Schritt sauber verdeckte. Ein Sport-BH presste ihren Silkonbusen fest und stabil an die Brust. Die grüne ¾ Hose mit den drei weißen Streifen sah sexy aus, da diese den Po engumschlungen betonte. Ziemlich körper unterstrich das ganze Sportdress ihre Weiblichkeit und Oberweite vorteilhaft. Die Turnschuhe waren weiß mit Streifen in derselbe grüne Farbe und passten perfekt. Dazu konnte sie ein weißes Haarband und eine Runnerswatch finden. Eine kleine Kapuze machte das Outfit perfekt für einen modernen Teeny.

‚Ok und Daumen hoch!‘ befand sie vor dem Spiegel beim Aufwärmtraining: ,Das sieht ja ganz stimmig aus. Auch wenn ich eigentlich kein Teeny mehr bin mit meinen 20 Jahren. So kann ich raus, da fühl ich mich wohl.‘
Sie beobachtete das sportliche Mädchen im Spiegel, tippelte bewusst kleine Schritte vor und zurück und nahm einen weiblichen Rhythmus an. Was ihr besonders gefiel war sofort zu erahnen. Die wippenden Brüste und der knackige Hintern ließen sie strahlen, eine richtige Athletin war entstanden, schlank, wohl proportioniert und durchtrainiert. Das Selbstbild erfreute sie von ganzem Herzen.

Ein Gefühl mischte sich bei, welches sie nicht einordnen konnte. So eine Mischung aus Stolz und Neugierde, dazu eine Vertrautheit, die sie stutzen ließ.
‚Wie kann es sein, dass ich die Sportlerin Raphaela mag und kein Bock habe auf den Sportler Ralph? Was passiert hier? Ist es die Kleidung oder liegt es an was Anderem? Auch wenn ich ganz dicht vor dem Spiegel stehe, sehe ich keinen verkleideten Mann. Ein echtes Girl, ein sportliches Mädchen, ein Hingucker halt, so a la Beachvolleyball. Gefalle ich mir in dieser Rolle?‘ sie dachte nach, ‚Blöde Frage! Ja natürlich. Aber heute irgendwie auch anders. Dieses erotische ist heute nicht da - ich finde bin nicht geil. Was hat das zu bedeuten? Wie finde ich mich denn? Gute Frage!‘ sie zwinkerte dem Spiegelbild zu, ‚Jetzt habe ich es: Stimmig!‘

Diese Erkenntnis machte sie sprachlos. Sie hörte auf mit dem Rumgehopse vor dem Spiegel und betrachtete sich schweigsam mehrere Minuten. Ihr Gesicht war erstarrt, sie musterte jedes Detail und sprach dann überraschend laut:
„So ein Mist, jetzt bin ich zwei Personen in einem Körper.“
Kurz darauf mit männlicher Stimme:
„Hallo Rapha, willkommen in meinem Leben.“
Dann klapperte sie aufreizend mit dem langen Wimpern der Auge und fuhr mit der weiblichen Stimme fort:
„Hallo Ralph, gefällt dir was du siehst, gelle!“
Es war deutlich zu spüren, sie hatte eine neue Grenze erreicht oder vielmehr sie hatte diese Grenze bereits überschritten.

Kurz darauf fragte sie fröhlich in Simones Büro: „Kann ich joggen gehen?“
„Als Mädchen in mintgrün?“, erwiderte diese belustigt.
„War nichts Anderes da.“
„Da werden dir die Männer auf die Pelle rücken, wirst sehen. Aber na klar kannst joggen gehen, kannst doch nach Feierabend machen was du willst.“
„Hast du Streckentipps, vielleicht eine mit weniger oder ganz ohne Männer?“
„Raus zum Tor nach rechts, gerade in die Burgunderstaße, dann bist du gleich im Luitpoltpark.“
„Aber da joggen doch viele.“
„Besser als Olympiapark allemal, aber was Besseres und Einsameres fällt mir in der Stadt auch nicht ein.“
„Ok, ich probiere es mal aus, bis später.“

Sie joggte los und achtete akribisch darauf, kleinere Schritte zu machen, als es Ralph es tun würde. Das wirkte zwar etwas unrund und war langsamer, jedoch der wippende Busen ließ sie schnell einen neuen dauerhaften weiblichen Rhythmus finden. Und es kam wie befürchtet. Schon nach einem Kilometer gesellte sich ein sportlicher Mann von ca. 30 Jahren zu ihr und begann sie voll zu quatschen.
War sie wirklich so attraktiv und auffällig? Sie entledigte sich dem Baggertypen mit der ruhig formulierten Bitte, allein laufen zu dürfen. Dennoch kam direkt schon der Nächste. Hätte sie doch an ein Headset gedacht, das wäre ein eindeutiges Signal „NICHT stören!“ gewesen.
Sie würde die Schmiedlers danach fragen müssen. Andererseits machte es ihr auch irgendwie Spaß so im Mittelpunkt des Interesses zu stehen. Sie scannte die Gegend ab, bemerkte mehr und mehr anerkennende Blicke und besonders stolz war sie auf die Anerkennung der Frauen. Vor einer Fensterfront machte sie gekünstelt ein paar Dehnübungen und erhaschte einen Blick auf sich selbst. Das erklärt schon irgendwie alles, nahm sie bestürzt war. Sie sah in der Scheibe eine äußerst attraktive Joggerin, leicht schwitzend mit wippendem Pferdesch****z. Das Sportkostüm betonte mehr als es versteckte und sie sendete damit das Signal: „Bitte sprechen sie mich an, ich suche Kontakt!“

Nichtsdestotrotz lief sie voller Freude insgesamt acht Kilometer, immer mal wieder mit Jungs oder Männern im Schlepptau, fast wie ein Fliegenschwarm. Glücklich und schön ausgepowert erreichte sie nach einer Stunde wieder die Gartenstraße. Ein anschließendes ausgiebiges Duschen wirkte wie ein Jungbrunnen und sie entschied sie sich für den restlichen Abend für ein weniger aufregendes Outfit. Ganz ohne BH, flach wie von Natur geschaffen, wählte sie die unauffälligste Jeans aus dem Schrank. Auch diese war leider ein wenig betont feminin - kitschig mit Blumenstickereien. Schnell kombinierte sie diese mit einem weißen schlabbrigen T-Shirt und fertig war der Freizeitlook.

„Möchten sie heute etwa noch ausgehen?“, fragte überraschend Joe mit einem breiten Grinsen. Sie war gerade aus London zurückgekehrt.
„Nein wieso?“
„Weil sie sich so zivil gekleidet haben.“
„Nö, ich habe nur nichts anderes halbwegs Normales gefunden, die anderen Schränke sind ja noch abgeschlossen.“
„Sieht gut aus.“, lobte Simone sarkastisch, „wie eine junge Studentin, die ein bisschen auf Schlabberlook macht – ganz ohne Busen, wie schick!“
„Nach dem Jogging habe ich erstmal genug von draußen, die Jogger waren alle notgeil und haben sich an mich ran geheftet. Jetzt will ich mal ganz unauffällig und basta.“
„Und konnten sie den Aufdringlingen entfliehen?“, Joe lachte belustigt über die Wortwahl.
„Nein ich war einfach super zickig, das kann ich schon ganz gut.“

Sie aßen gemeinsam zu Abend, Raphaela wieder vorwiegend Salat und Käse. Joe plauderte gelöst von London und lobte die Fortschritte beim Frühjahrsputz, Simone sprach von ihrem Drehbuch für die Bavaria. Es ging offensichtlich gut voran. Sie saßen am Tisch wie eine kleine WG, die Stimmung war gelöst. Auch das Verhältnis von Frau Joe Schmiedler und Raphaela war weniger frostig als Sonntag. Das lag sicher an dem Vorgang bei der Bank am Montag, der von Raphaela gut erledigt worden war. Sie besprachen die nächsten Arbeiten rund um den Hausputz und verabredeten sich zum gemeinsamen Fernsehen.

Die Tagesschau war beendet und Joe zappte lustlos durch die Sender.
„Wieder auf allen Programmen nichts Gescheites, da bekommt man einen Vogel.“
„Dann lass uns Game of Thrones auf Netflix schauen“, schlug Simone vor.
„Hmm…, mir ist heute irgendwie nicht nach Schlachtgemetzel, Intrigen und Mittelalter, das hatte ich zur Genüge in London.“, Joe war offensichtlich nicht verhandlungsbereit. „Wie wär’s mit einem guten Porno?“
Simone knuffte sie mit dem Ellbogen, lachte aber herzhaft.
Raphaela war sich nicht sicher, ob sie richtig gehört hatte. Dann wurde sie rot und stammelte:
„Ich geh dann mal auf mein Zimmer und lass sie ein wenig allein.“
„Jetzt seien sie doch nicht gleich eingeschnappt, war doch nur ein Scherz…“, Joe hielt sie am Arm zurück, „…wir trinken einen Wein und plaudern über Dies und Das, OK?“
Sie schaltete den großen Fernseher aus, nur auf einem kleineren flimmerte noch Blomberg und die Börse.

Raphaela setzte sich wieder und fragte noch leicht erbost:
„Über Dies und Das oder darf ich zur Abwechslung mal ein paar Fragen stellen?“
„Kommt drauf an…“, Joe war vorsichtig geworden, „…wenn es nichts Intimes ist, OK.“
Dann überlegte sie einen Augenblick und ergänzte: „Und wenn es was Intimes ist was sie Rapha betritt, dann ist das auch akzeptabel. Also frei raus, was wollen sie uns gern mitteilen?“
Raphaela ließ sich das nicht gefallen und erwiderte bockig: „Ehe das hier wieder eine Debatte und Fragerunde wird, zum Beispiel über Männern in Frauenkleidung oder andere mich betreffende Details, dann doch lieber Pornos.“
„So schlimm?“, Simone vermittelte mal wieder in gewohnter lieber Art und Weise.
„Nein eigentlich nicht, nur…“, Raphaela zögerte noch mit ihrer Frage, „Was soll das alles hier?“
„Sie sprechen in Rätseln, was soll was alles, was gibt’s da genau genommen nicht zu verstehen?“, die Bankerin runzelte die Stirn.
„Joe, sei doch bitte mal weniger Business, die Kleine ist halt verwirrt, putzt bei uns wie Meister Propper, beim Joggen wird sie angebaggert und bei deinen Bankgeschäften muss sie James Bond spielen. Was hättest du dazu mit 20 Jahren gesagt?“
„Hast ja recht.“, sie gab ihrer Frau einen lieben Kuss und Raphaela eine höfliche Aufforderung: „Na dann mal los, was haben sie auf dem Herzen?“

„Also erstens“, begann das Mädchen jetzt zögerlich, „warum das alles mit der geheimnisvollen Klamottenauswahl, warum sind manche Schränke verschlossen und warum habe ich keine Männersachen?“
Simone antwortete: „Ich habe dir doch gestern extra einen Pyjama bestellt. War uns wirklich nicht klar, dass du darunter leidest, den ganzen Tag als Mädchen zu leben.“
„Leiden ist auch irgendwie das falsche Wort aber ich fände es fairer, wenn ich die Wahl hätte. Habe ich aber gerade nicht.“
„Haben sie tagsüber definitiv nicht!“, Joe trat bestimmt auf.
„Weil wir uns so entschieden haben und sie auch. 2800€ in drei Wochen beinhalten halt ‚immer als Frau‘ und warum, wissen sie ja. Wir wollen einfach keine Männer um uns herumSchw***nzeln haben. Schon gar nicht in unseren privaten vier Wänden. Wenn sie die Hürde ‚als Frau’ nehmen, nur dann sind wir uns sicher, dass alles was sie so nebenbei mitbekommen, draußen nicht rumgetratscht wird.“
Sie blickte ihr direkt in die Augen.
„Verstehst Du, ist uns sehr wichtig. Daher auch, wenn du das Grundstück verlassen willst, immer als Mädchen, sonst wundern sich die Nachbarn. Verstanden? Kannst das akzeptieren?“
„Ok, habe ich irgendwie verstanden.“, gab Raphaela zu. War ja auch irgendwie logisch, Nachbarn sehen alles.

„Warum haben sie eigentlich nicht das Business Outfit vom Bankbesuch an, das würde ihnen bestimmt besser stehen als die Blümchenjeans.“
Jetzt lächelte Raphaela verlegen, damit hatte sie in der Tat wirklich geliebäugelt.
Simone ergänzte: „Du bist hier keine Gefangene, kannst tun und lassen was du willst. Fühlst du dich etwa unwohl?“
„Unwohl ist wieder das falsche Wort, der Begriff ungewohnt trifft es besser.“
„Du machst das super nach drei Tagen. Die Joggingtour war heute echt mutig.“
„Danke.“
Joe fuhr fort: „Ich denke auch, was ich heute Abend bei ihnen sehe, ist schon eine richtige Rapha, nicht mehr so gekünstelt wie noch am Sonntag. Hut ab.“
Das war ja ein echtes Lob und das aus dem Munde von der strengen Bankerin.
„Sogar der Security-Mann von der Bank war heute noch am Schwärmen von ihnen und berichtete ausgiebig von dem schönen Mädchen am Montag. Sie waren wohl ein echtes Highlight in seinem tristen Leben.“
„Schon gut, macht ja auch ein bisschen Spaß.“, gab Raphaela zu, „aber warum sind die anderen Schränke geschlossen?“
„Ist noch zu früh dafür, haben wir für sie entschieden. Wir wollen ja nicht, dass sie schreiend davonlaufen.“
„So, so, sie haben das gemeinsam entschieden? Was erwartet mich denn noch? Noch wildere Dinge als das Schokoladenmädchen?“

Simone und Joe lächelten einander an und stimmten sich über den Blickkontakt ab, du oder ich, wer antwortet. Joe übernahm:
„Ja, da warten wildere Dinge. Aber alles nur ein Angebot, sie können sich gern ausprobieren oder einfach alle Tage immer dieselbe Jeans tragen. Ganz ihre Wahl. Melanie hat über die vier Jahre einen riesen Fundus aufgebaut. Das passt schon, wenn das nicht alles nach ihrem Geschmack ist.“
„Verstehe ich richtig, sinngemäß wollen sie mich vor Melanies wilden Modeverrücktheiten schützen?“
„Ja so ungefähr.“, Joe nickte.
„Und was ist mit dem Schokoladenmädchen-Kostüm? Warum hängt das jetzt auf einmal in meinem Schrank?“
„Gute Frage.“, sagte Joe. Sie schaute Simone belustigt und neugierig in die Augen.
„Ja ihr habt ja recht, ich war’s…“, gab sie zu, „…Ich dachte ja nur so, vielleicht bist du nach und nach ready for more. Joe du hättest die Rapha heute mal putzen sehen sollen, in diesem schwarzen Kostüm von 1860 mit weißer Schürze. Ganz freiwillig hat sie das ausgewählt.“
„Was hatte ich denn für eine Alternative.“, blaffte das Mädchen schroff zurück. „Die Gummischürze etwa?“
Joe erhob jetzt ihrerseits die Stimme: „Nicht in diesem Ton Mädchen! Haben wir uns verstanden?“
„Tschuldigung!“, sie senkte den Blick schuldbewusst.
„Raphaela du musst das verstehen…“, versuchte es Simone vermittelnd, „…wir sind halt manchmal ein bisschen egoistisch und verschönern deinen Aufenthalt für uns durch mannigfaltige Kostüme. Nimm uns das nicht für Übel - bitte Rapha…“, beschwichtigend legte Simone ihr die Hand auf die Schulter des Mädchens, „…ja ich mag Latex, ich gebe es ja zu. Wenn Joe andeutet, sie möchte mal wieder das Schokoladenmädchen sehen, dann mach ich dir Rapha halt ein Angebot im Kleiderschrank. Und es stimmt, der Wunsch trifft nicht nur auf Joe zu, sondern auch auf mich zu. Wenn du so weit bist, ziehst halt mal das Kostüm an oder eben nicht. Hör einfach auf deine innere Stimme.“

Raphaela verarbeitete das gehörte und fasste zusammen: „Also ihr steht auf Frauen daher keine Männer im Haus. Und ihr steht auf Frauen die in altertümlichen Uniformen putzen, daher die riesige Kostümauswahl. Und jetzt kommt raus, ihr beide steht auf Latex und daher probiert ihr jetzt aus, wie ich auf das Schokoladenmädchen in Latexversion reagiere?“
Die beide Frauen schauten ein wenig schuldbewusst nach unten und vermieden Augenkontakt.
„Ja so in etwa.“, gab Simone zu.
Raphaela war im Ralph-der-Jurastudent Modus und blieb weiter in der strengen Verhörrolle und rügte die Frauen:
„So, so, dann ist das hier juristisch gesehen so was wie: Erschleichung eines persönlichen Vorteils unter Ausnutzung von Person, die sich in einem abhängigen Arbeitsverhältnis befinden?“
„Ja euer Ehren, wir sind überführt“, lachte die auch juristisch bewanderte Joe, „aber der Freiwilligkeitspassus wurde in jeder Situation gewahrt. Die ausgenutzte Person hat durch eigenes Handeln eine frei bestimmte Wahl.“
„So, so…“, nachdenklich verharrte Ralph einen Augenblick, „…ist die frei bestimmte Wahl hier wirklich vollumfänglich gegeben?“

Somit war das Geheimnis der verschlossenen Schränke weitgehend geklärt, deren Inhalt nicht. Ralph wusste jetzt, dass er allein bestimmen könne, wie weit er gehen wolle. Wie, Was und Wo, er es macht oder unterlässt - war seine persönliche Sache. Also nach gut Gusto.

„Die beiden Angeklagten haben offensichtlich eine eigene Rechtsauffassung von:
- eine dritte Person zur Verkleidung zu animieren mit dem Zweck des eigennützigen Erfreuens an einer fraglichen Augenweide
- eine Frau zu bevorzugen bei Jobbesetzungen – trotz Diskriminierungsverbotes im Grundgesetz Artikel 3
- eine anzügliche fetischorientierte Kleidung zu offerieren an Personen zwischen dem 18. Und 21. Lebensjahr, also noch vor Erlangung der vollständigen Volljährigkeit.
- Übertrag der eigenen Vorliebe zu Gummiwäsche auf dritte unbeteiligte Personen unter Ausnutzung besonderer Gegebenheiten.
So viel ist jetzt klar. Geben sie diese Tatbestände zu?“

Ralph der Jurist behielt die Oberhand. Hinzu kam das nicht koscher Angebot der Strafpunkte, die Angestellte könne sich in Korsetts zwingen oder andere einschränkende Maßnahmen ausprobieren, um diese Punkte abzugelten. Aber das hatte er schlicht weg einfach vergessen. Dabei war der Freiwilligkeits-Charakter ausgehebelt und noch dazu die Androhung von Strafen juristisch eindeutig illegal. Genau wie die Thematik Strafpunkte als Gesamtkonstrukt rechtlich sehr wackelig war. Das deutsche Recht kennt hier eigentlich nur den Begriff „Abmahnung“. Er hatte halt gerade mal ein Semester hinter sich und konnte mit den beiden Damen nur begrenzt diskutieren. Die beiden schwiegen einfach belustigt, ohne Schuldeingeständnis. So weit so klar, aber so leicht kamen die beiden nicht davon.

„Abschließende Frage der Anhörung: Seid ihr beiden fetischistisch?“
„Aber auf jeden Fall.“, beide lachten und nickten übereinstimmend, „sonst wäre das Leben doch langweilig. Euer Ehren, stellen sie sich das mal vor, schön lesbisch und dann nur Blümchensex!“
Jetzt schwieg das Ralph und betrachtete die beiden ausgiebig. Eindeutig ein Paar mit faustdick Schalk hinter den Ohren. Geschickt ließ er die beiden schweigend allein und nickt andächtig vor sich hin.
Joe durchschaute den Trick zuerst: „Nein, nein, das geht zu weit, jetzt stellt er sich das mit dem Sex zwischen uns auch noch bildlich vor. So war das definitiv nicht gemeint mit dem offenen Gespräch über alles.“
Jetzt war es Ralph der schallend lachte: „Angsthasen!“

„Das glaube ich nicht!“, das war unerwartet. Ein lauter Freudenausruf von Joe bei dem Blick auf den Blombergbildschirm. Hektisch drückte Joe auf der Fernbedienung rum, das Bild des kleinen Bildschirms erschien jetzt auf dem großen Fernseher.

...Übernahmeangebot von 2,7 Mrd $ für den Spezialisten in Verschlüsselungssoftware....

Auch Simone war aufgesprungen und gesellte sich zu Joe, die völlig fassungslos im vor dem Fernseher stand. Das anschließende Geschrei war für Raphaela völlig unerwartet, und obendrein hochgradig unseriös. Wie zwei Teenies in der Zalando-Werbung kreischten die beiden Frauen um die vierzig, jubelten ausgelassen und umarmten sich.
„Ich fass es nicht.“
„Das kann nicht wahr sein.“
„Die spinnen.“
„Hast das gesehen zwei Komma sieben“
Das war ein Gekreische, Juhu und Bambule wie beim Kindergeburtstag.
Jetzt schalteten sie auf NTV, selber Ticker und schauten anschließend auch noch im Internet.
„Ralph?“
„Ja.“
„Kannst Du bitte ganz ganz schnell in der Küche Champagner holen?“
„Wieso?“
„Frag nicht, hol einfach, eine Assistentin der Geschäftsleitung darf doch auch immer mittrinken. Bekommst auch was! Husch, husch.“
Sie tippten auf dem Laptop rum und beachteten den Ralph nicht weiter.

Ralph ging in die Küche, stellte drei Gläser und den Moët & Chandon Ice auf ein Tablett und dachte kurz nach. Dann rannte er mit einer neuen Idee in Windeseile in Melanies Zimmer, zog sich aus und schmiss die Jeans und das weiße T-Shirt achtlos in die Ecke. Der dunkelblaue Plisseerock mit passender Jacke und dazu der dunkelrote Rollkragenpullover waren schnell wiedergefunden. Dazu schnell die Silikonbusen wieder in einen BH gestopft, die schwarze Strumpfhose und die Schuhe mit sieben Zentimeter Absatz angezogen und sie fühlte sich perfekt für ihren nächsten Auftritt.

„Frau Direktor Joe Schmiedler?“, sie spielte perfekt, „sie hatten die Assistentin gebeten Champagner zu holen, hier bitte sehr wie gewünscht.“
Sie reichte die Gläser mit geschäftsmäßigem Lächeln.
Den beiden Frauen fiel der Unterkiefer herunter, eben war er noch Ralph der Anwalt in Jeans, jetzt wieder ganz in der Rolle des Mädchens bei der Bank.
Dann lachten alle drei ausgelassen, prosteten sich zu, die Gläser waren im nu leer und es gab ja offensichtlich auch richtig was zu feiern.
„Kommen sie Frau Rapha…“, Joe spielte einfach mit, „…hier können sie was lernen.“

Auf dem Tablet war ein Taschenrechner zu sehen, der die Zahl 967,2% zeigte.
Voller Stolz erklärte Simone: „Frau Assistentin, sie sind soeben Zeuge geworden von einer Firmenübernahme, die die Schmiedlers mit einem persönlichen Rekordgewinn bedacht hat.“
Joe grinste von einem Ohr zum anderen und blickte in ein fragendes Mädchengesicht.
„Neunhundertsiebenundsechzig Komma zwei Prozent nach Abzug der Kapitalertragssteuer und Soli.“
„Es ist mir eine Ehre“, da sprach eine perfekte Bank-Azubi, „bei diesem wundervollen Erfolg meiner Mentorin dabei zu sein.“
Sie schenkte die Gläser nach, Joe verteilte die Gläser und warf das Tablett einfach auf die Couch. Sie stieß wieder geschäftsmäßig an und umarmte dann beide ganz herzlich recht ungeschäftsmäßig.
Als sich Raphaela endlich aus diesem Überschwang von Glück befreit hatte, fragte sie neugierig: „Ich vermute meine 2800€ sind jetzt gesichert? Können wir eventuell über eine klitzekleine…“
Joe ganz die Bankdirektorin:
„Nein!“, das war bestimmt. „Aber toll sehen sie jetzt aus, jetzt weiß ich warum die Security der Bank so geschwärmt hat.“
Sie betrachtete Raphaela lang und fügte hinzu: „Eigentlich schade, dass sie Jura studieren, sie wären perfekt als meine persönliche Assistentin.“
„Das hätten sie wohl gern? Mich jeden Tag rumscheuchen und so. Aber das hier ist kein Wunschkonzert, jetzt bin ich Frühjahrsputzbeauftragte. Wir können aber gern nach dem heutigen Geldregen über eine Vertragsänderung verhandeln.“
„Geschickt, geschickt, das Mädchen! Was meinst Simone?“
„Ich brauche sie hier im Haus, deinen Bankkram musst schon allein machen.“

„Ähm…, wollen sie mir nicht freundlicherweise verraten was der Einsatz in diese Softwarefirma war, ich meine vor den fast 1000% Gewinn.“, ganz hintenrum kam Rapha auf eine in ihr brennende Frage zurück.
„Mädchen, Mädchen, sie müssen noch viel lernen. Reden ist silber – schweigen ist Gold.“, Joe war nicht gewillt, Auskunft zu geben.
Simone war das aber egal, sollte sie ruhig ein wenig teilhaben:
„Wir haben die letzten zwei Jahre immer wieder nachgekauft, die Story war einfach glaubwürdig. Ein echt guter Tipp von einem Freund aus der Computerbranche. Verschlüsselungssoftware für Geldtransfer, wir haben beide nicht wirklich Ahnung davon.“
„Interessant, bitte geben sie mir eine Lehrstunde.“
„Ok“, Joe war nun auch stolz und weichgeklopft, „wir sind mit 100 rein und haben nach und nach zugekauft bis wir weit über die eins waren. Heute ist jede ca. 15,30 Wert und wir sind im Durchschnitt bei ca. 17% über einen Euro rein.“
Simone und Joe waren sich zu sicher, dass bei diesem Banker-Kauderwelsch von Joe das Mädchen keine Chance hatte, es aufzulösen.
Umso überraschter waren beide von der Antwort von Raphaela: „Sie haben gerade von unter 2 Mio. Invest – das meinten sie als sie sagten ,nach und nach zugekauft bis weit über eins. Somit feiern sie heute sagen wir mal 20 Mio. cash, minus 25% KES, nicht schlecht. Macht mich stolz, dabei sein zu dürfen bei den Schmiedlers, die offensichtlich Pi mal Daumen 15 Millionen reicher geworden sind.“
Volltreffer alles richtig durchdacht, das sah Raphaela eindeutig an den langen Gesichtern von den Damen.
„Ich bin beeindruckt“, sagte Joe dann doch höflich, „passt erstaunlich für eine 20-jährige Anfängerin nicht schlecht. Doch lieber Bank als Jura?“

Sie tranken diese Flasche und eine weitere komplett leer, gackerten unaufhörlich und feierten wie drei Teenies an Silvester. Sie schlüpften erst Stunden später, kurz nach Mitternacht gut abgefüllt und zufrieden in ihre Betten.

*****

Am nächsten Morgen war das Haus sehr ruhig, offensichtlich waren alle ausgeflogen an diesem Donnerstag.
Die junge Haushälterin war einsam, ein wenig sauer und hatte Kopfschmerzen. Sie ärgerte sich im Nachhinein über die plötzliche Gesprächswendung wegen der guten Börsennachricht. Nur einen kleinen Schritt war sie weitergekommen. Immer noch weit entfernt es endlich zu verstehen, was hier läuft - bzgl. Melanie, Latex, Schränke und die ganzen anderen Spielchen. Demonstrativ hatte sie die langweiligste Kleidung aus dem Schrank gewählt, die Jeans und das T-Shirt. Aber es war niemand da, den sie damit hätte ärgern können.
Am Kühlschrank wartete eine Nachricht auf sie:

Heute Termine bei der Bavaria und anschließend Geschäftsessen mit langweiligen Bankern. Warte nicht auf uns. Viel Spaß und Schlüssel für Haustür liegt an der Kaffeemaschine, falls Du joggen willst.
S & J


So, so, sie hatte also heute sturmfrei Bude und lange Hausarbeitsliste.
Neben dem Schlüssel lag eine Kopfschmerztablette, wie nett. Und ein Datenstick mit einem Klebezettel: für heute Abend, sowie 20€ mit der Aufforderung: hol bitte Frischmilch.
Die Laune besserte sich als der Hangover weg war und Raphaela machte sich pflichtbewusst an die Arbeit, heute in Jeans und einfachem weißen Kajakkittel.

*****

Simone saß vor einem großen Besprechungsraum der BAVARIA in München Grünwald und musste warten. Der Tagesordnungspunkt vor ihrem eigenen Auftritt überzog maßlos und so langweilte sie sich und spielte am Handy.
„Hallo Gerda, ich bin´s Simone.“, meldete sie sich.
„Hey das ist ja toll, dass du dich meldest.“
„Drei Tage sind um, da dachte ich, ich plaudere mal ein bisschen mit dir.“
„Und wie macht sich mein Neffe? Ähm, ich meine natürlich meine Nichte.“
Beide kicherten.
„Ganz gut.“
„Nun lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen, erzähl schon!“, bettelte Gerda. Und dann plapperte Simone drauf los und ließ sie teilhaben an den ersten Tagen. Gerda unterbrach nur selten und ermunterte immer wieder, Details preiszugeben. Simone verriet auch indiskret die Aktion mit dem schwarzen Latexanzug und dem Nur-Mal-Ausprobieren und ob Raphaela eventuell auf Gummi abfährt ja oder nein.

„So, so meine Nichte hat also auch dran Spaß gefunden?“
„Scheint so.“
„Bitte übertreibt es nicht.“
„Ich glaube nicht.“, erwiderte Simone, „die schwierigen Hürden haben wir schon hinter uns und Rapha hat nicht abgebrochen.“
„Sie heißt jetzt Rapha.“
„Ja so rufen wir sie, die Kurzform von Raphaela.“
„Schöner Name.“, bestätigte Gerda freundlich überrascht, als wenn sie nicht diejenige gewesen wäre, die diesen Namen für ihren Neffen erfunden hatte.

„Und bei dir Gerda, alles in Ordnung?“
„Schon irgendwie aber auch ein bisschen langweilig, ich habe gerade zu wenige Aufträge von den Filmstudios.“
„Aber dafür hast du aber den Makeover von Ralph, sensationell hinbekommen.“
„Stimmt, ich war richtig stolz auf mich.“
„Wir sollten auf jeden Fall mal wieder was gemeinsam machen.“, schlug Simone vor, „Kaffeehaus nächste Woche?“
„Gute Idee.“
Dann war es kurz ruhig auf Gerdas Seite, als ob sie über etwas nachdachte.
„Apropos was gemeinsam mache, kann ich dich was fragen?“
„Mach ruhig, ich muss sowieso noch warten.“
„Kannst du dich noch an Paul erinnern?“
„Der Regisseur? Na klar, wie sollte ich den denn jemals vergessen. Was ist mit Paul?“
„Nichts!“, das war jetzt ein wenig zu bestimmt und zu hastig von Gerda, so dass Simone den Braten roch.

„Ihr seid wieder zusammen, echt?“
„Naja, wie soll ich´s sagen, so ein klitzekleines bisschen.“, druckste Gerda rum.
„Das freut mich“, erwiderte Simone von ganzem Herzen, „so lange ich mich erinnern kann wart ihr immer wieder mal zusammen und wieder auseinander. So ein richtiges ON / OFF Pärchen halt. Und jetzt?“
„Mein Bauch sagt mir, es wird was Ernstes.“
„Und macht er noch Filme?“
Gerda schwieg kurz und dann fasste sie sich ein Herz: „Ja und nein. Eigentlich will er nicht mehr drehen und er braucht auch das Geld nicht, andererseits habe ich ihm einen Floh ins Ohr gesetzt.“
„Jetzt machst mich aber neugierig.“
„Lange Geschichte aber die Kurzfassung ist, dass mich Ralph auf eine Idee gebracht hat.“
„Der Ralph, der jetzt gerade bei uns ist?“
„Genau der.“
„Das kann ich gar nicht glauben, dein Neffe animiert Paul und dich zu einem Filmprojekt?“
Gerda schwieg und ließ Simone Zeit, selbst ihre Schlüsse zu ziehen.
„Andererseits…“, fuhr Simone nun fort, „…jetzt wo ich den Schlingel ein wenig kennengelernt habe. Reizvolle Idee, daraus einen Film zu machen.“

Die Bilder der letzten Tage übersetzte Simone gedanklich in einen Plot, noch kein Drehbuch eher so ein roter Faden, ein erstes Kopfmanuskript. Sie machte diesen Job schon sehr lange, daher kein Problem für sie sich hinein zu versetzten. Sie hing ihren Gedanken noch ein Weilchen nach.
„Hat was in der Tat.“, bestätigte sie nach drei schweigsamen Minuten. Und Simone erinnerte sich auch wieder ihres Gedankenganges vor ein paar Tagen, als sie in Raphaela einen Rohdiamanten entdeckt hatte.

Gerda schlürfte ihren Kaffee und wartete auf die nächste Frage.
„Und was Gerda erwartest du von mir?“
„Simone was glaubst du denn von mir? Ich bin natürlich ganz frei von Hintergedanken, weißt doch. Nur so ein bisschen gemeinsames Nachdenken und beobachten.“
„Aha, dachte ich es mir doch, frei von Hintergedanken heißt, du magst mich dabeihaben als Drehbuchschreiber, richtig?“
Gerda lachte und gab es zu: „Das wäre genial, wenn du das machen würdest.“
„Gibt es einen Anfang der Ralph/Rapha Story? War es der Fasching mit der Bolerotänzerin?“
„Ja zum Beispiel, das wäre ein guter Start.“
„Latex?“
Gerda überlegte nicht lange: „Genau das schwirrt in meinem Kopf rum. Erst so per Zufall reingeschlittert und dann ganz viel Latex.“
„So kenn ich dich, du änderst dich nicht mehr in deinem Leben, oder?“
„Gegenfrage: du etwa?“
„Nein, natürlich nicht. Du könntest recht haben mit dieser Rapha, die hat schon was Besonderes. Das gebe ich gern zu, das Mädel macht Spaß.“
„Also ich meine mal, wir sollten nichts überstürzen, ein bisschen beobachten und abwarten und dann mal schauen wo das endet. Was meinst du?“
„Wenn ich es mir recht überlege“, Simone schwieg kurz, „ein paar Fotos haben wir schon, ein paar Notizen kann man machen. Jetzt nach vier Tagen kann ich schon mal deine Gedankengänge nachvollziehen und ein bisschen was aufschreiben.“
„Und, wie lautet dein Urteil?“
Im Besprechungszimmer der Bavaria bewegte sich was, die ersten erhoben sich von ihren Plätzen, gleich würde Simone rein müssen.
„Ich muss leider gleich auflegen. Aber eins kann ich schon sagen.“
„Ja?“, Gerda war gespannt.
„Ich bin dabei als Drehbuchautorin.“

*****

Derweil in der Villa war Raphaela kurz nach vier fertig mit dem, was sie sich für den Donnerstag vorgenommen hatte. Was sollte sie allein mit dem Rest des Tages anfangen? Joggen, Faulenzen oder vielleicht mal was ganz Anderes? Den Datenstick von Joe und Simone hatte sie vergessen, sonst wäre wohl der frühe Abend ganz anders verlaufen.
Raphaela entschied sich für Shoppen, mit 20€ sicher nicht das Großereignis aber immerhin mal eine Abwechslung. Sie schlüpfte in das Bankfräulein-Outfit, schminkte sich sehr sorgfältig und dezent und machte sich auf den Weg. Milch war schnell im Supermarkt um die Ecke erledigt, ein Eis dazu war sicher genehmigt. Es freute sie, wie oft sie bewundert angeschaut wurde. Nicht nur von Männern auch Frauen und Mädchen beäugten sie mit dem typischen weiblichen Vergleichs- und Modeblick: ‚Wo hat DIE wohl das Outfit her? Sicher nicht von H&M? Hätte ich auch gern.‘

Es machte ihr sichtlich Spaß, das Wetter war schön, so beschloss sie im Luitpoltpark ein erstes Sonnenbad zu nehmen. Eine abgelegene Parkbank in praller Frühlingsonne war schnell gefunden. Sie zog die High Heels aus, schlug die Beine adrett über kreuz und genoss ihr Eis. Hier kamen auch nicht die Jogger vorbei und niemand würde sie anbaggern. Das Leben war schön und unkompliziert, die Sonner strahlte mit einer glücklichen Raphaela um die Wette. Bis kurz vor fünf war alles gut, dann kam es faustdicke.

„Haste mal nen Euro?“
Raphaela schreckte hoch, kann sein, dass sie leicht eingenickt war. Das wäre nicht verwunderlich nach der kurzen Nacht und der Schufterei.
Freundlich aber bestimmt antwortete sie:
„Nein leider nicht.“
Diejenige, die gefragt hatte, war eine etwas runtergekommene junge Punkerin. Vielleicht Mitte 20, aber so genau konnte man das bei ihr nicht sagen, vielleicht war sie sogar viel jünger. Überall an den Armen, Hals und Beinen unendlich viele Tätowierungen und im Gesicht an Lippe und Augenbrauen Piercings. Die Haare hatte sie als ein halbwegs gepflegter Irokesenschnitt - dazu eine kurze Leerjacke und ein Minirock. Sie war schlank, groß gewachsen und hatte sportliche Proportionen.
„oder ne Kippe?“
„Nein, ich rauche nicht.“
Die Punkerin wollte schon gehen, drehte sich dann aber doch zurück und fragte:
„Kann ich mich dazu setzen.“
„Ist ein öffentlicher Park, tu was du nicht lassen kannst.“, Raphaela klang etwas genervt. Als Ralph hätte sie Lust gehabt mit dem Mädel zu plaudern, sie sah interessant aus - als Raphaela im Businesskostüm wollte sie das ganz gewiss nicht.


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